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  • Wollt Ihr etwas Gutes tun? Eine Abschiedsbegrüßungs-Spende, das wär‘s doch!

    geschrieben am 14. Dezember 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    time-is-money-1601988_960_720Wie schon angekündigt, schicken wir den Spiegelfechter in den verdienten Ruhestand. Doch das bedeutet nicht, dass wir aufhören, uns auf die faule Haut legen oder einfach still vor uns hin leben. Im Gegenteil! Mit den neulandrebellen haben wir ein neues Projekt am Start, das besser, informativer und umfassender wird.

    Neben den Artikeln von den drei Machern Jens Berger, Roberto J. De Lapuente und Tom Wellbrock gibt es künftig Podasts, Interviews und Stimmen „von der Straße“, das heißt, dass wir Interviews unterwegs machen werden. Spontan, zu bestimmten Themen, einfach Menschen befragen, was sie von diesem oder jenem Thema halten.
    Denn es ist zwar gut und wichtig und richtig, über etwas zu schreiben, aber richtig spannend wird es zudem, wenn wir erfahren, was die Menschen „da draußen“ (so weit sind wir schon, im Zeitalter der sozialen Netzwerke) so denken.

    Das Ende des Spiegelfechters ist also auch ein Anfang, eine neue Ära, so könnte man etwas hochtrabend sagen. Weit wenig hochtrabend ist die Tatsache, dass all das Zeit kostet. Zeit, die – so ist das nun mal – auch finanziellen Aufwand für uns bedeutet.

    Deswegen setzen wir auf Eure Hilfe und Unterstützung. Den Artikel weiterlesen »

    17 Kommentare

    Alles hat seine Zeit … die des Spiegelfechters neigt sich dem Ende

    geschrieben am 13. Dezember 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    time-to-go-1496959_960_720Die gute (oder schlechte, je nach Perspektive) Nachricht zuerst: Ihr seid in Zukunft weder Jens noch Tom los. Das könnt Ihr vergessen. Die schlechte (oder gute, je nach Perspektive) Nachricht: Unter dieser Adresse werdet Ihr uns nicht mehr erreichen können. Und zwar vom 1. Januar 2017 an. Denn dann wird der Spiegelfechter „eingestampft“.

    Nun könntet Ihr fragen, warum wir eine Seite dichtmachen, die so erfolgreich ist, die international und darüber hinaus großes Ansehen genießt und die alleine durch Werbeanzeigen Millionen generiert. Unsere Antwort darauf: Nützt ja nix!

    Wir stellen uns neu auf, mit einem neuen Namen, einem neuen Design und einem neuen Mitstreiter. Na ja, so neu ist Roberto De Lapuente nicht, wir kennen uns schon länger, er hat einige Gastartikel bei uns veröffentlicht, gehörte also gewissermaßen eh schon fast zum Team. Aber das machen wir jetzt offiziell. Den Artikel weiterlesen »

    101 Kommentare

    Putins zieht mit Sexmobs in den hybriden Krieg gegen Deutschland? Nun dreht die BILD-Zeitung endgültig durch

    geschrieben am 13. Dezember 2016 von Jens Berger

    Vergessen Sie die Schauermärchen aus den USA, nach denen der oberste Bösewicht Wladimir Putin die US-Wahlen manipuliert hat, um seinen Freund Donald Trump ins Weiße Haus zu befördern. Das ist kalter Kaffee und Schnee von gestern. Aktuell arbeitet unser Superschurke offenbar daran, mit „hybriden Großangriffen“ Deutschland ins Unglück zu stürzen. Sahra Wagenknecht soll Angela Merkel ablösen! Um das zu erreichen, schreckt der Russe noch nicht einmal davor zurück, Sexmobs zur Propagandazwecken auf das Land loszulassen. Das muss doch Satire sein. Leider nein, genau so können Sie es auf BILD.de nachlesen. Aber BILD wäre nicht BILD, wenn man dem Leser nicht gleich sagen würde, wie er sich gegen Putin schützen kann – nämlich indem er Angela Merkel wählt. Wie war das noch mal mit postfaktischen Zeiten?

    Nun haben wir den Salat! Im nächsten Jahr wird Deutschland zur Zielscheibe russischer Propaganda. Ein hybrider Krieg ist es, den niemand anderes als Russlands Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich gegen uns führen will. Genauer gesagt ein „hybrider Großangriff auf die Wahrnehmung der Deutschen“ – so steht es zumindest in der BILD-Zeitung und die kennt sich ja bekanntlich aus. Putin will – BILD zufolge – „das Vertrauen der Bevölkerung in den deutschen Staat, die deutschen Behörden und insbesondere Angela Merkel erschüttern und die Menschen in die Hände von linken und rechen Extremisten treiben“. Extremisten wie Sahra Wagenknecht, die „für ihre Angriffe [auf Angela Merkel] sogar das russische Staatsfernsehen nutzt“. Ei der Daus!

    Weiter bei den neulandrebellen ;-)

    1 Kommentar

    Fake News? Das ist doch ein alter Hut

    geschrieben am 12. Dezember 2016 von Jens Berger

    Der Begriff „Fake News“ ist in aller Munde. In einem kurzen Erklärvideo fragt sich jetzt sogar die Tagesschau wie „gefährlich Fake News“ sind. Wir haben die Antwort: Fake News können extrem gefährlich sein und sind für Millionen Todesopfer verantwortlich. Als besonders gefährlich haben sich dabei jedoch die „Fake News“ herausgestellt, die nicht nur über die Sozialen Medien, sondern über die klassischen Medien verbreitet werden.

    Gefährlich, gefährlich; da hat offenbar ein Mann in einer Pizzeria in Washington um sich geschossen. Warum? Weil er einer Falschmeldung aus den sozialen Netzwerken geglaubt hat, nach der niemand anderes als Hillary Clinton in genau dieser Pizzeria einen Kinderpornoring betreibt. Solche Meldungen kommen heutzutage nicht nur in den Nachrichten, sondern treiben zahlreiche Kollegen der „seriösen“ Medien sogar zu sehr ernsten Gedanken. Was man früher als Ente oder Falschmeldung bezeichnet hat, wird heute „Fake News“ genannt und ist das Thema der Stunde.

    Ja, wie gefährlich können solche „Fake News“ sein, liebe Kollegen? Ein kurzer Blick auf die jüngere Geschichte zeigt, warum die Sorge mehr als berechtigt ist. 1990 meldeten beispielsweise fast alle Zeitungen und Fernsehsender, dass irakische Soldaten im besetzten Kuwait Säuglinge aus Brutkästen rissen und auf dem kalten Boden elendig verrecken ließen. Die Nachricht schlug ein, die „Weltgemeinschaft“ war empört und George Bush konnte seine lang geplante Invasion des Irak starten. Was folgte, war der erste Irakkrieg, Sanktionen und rund 1.500.000 Tote. Später kam heraus, dass die Story eine astreine PR-Lüge der Agentur Hill & Knowlton im Auftrag der kuwaitischen Exil-Regierung war. Eine Falschmeldung oder „Fake News“, wie man heute so schön sagt.

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    46 Kommentare

    Doppelte Staatsbürgerschaft, doppelte Nullnummer: AfD in Rauten-Optik

    geschrieben am 08. Dezember 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    600px-angela_merkel_10Ist es so, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt? „Die CDU nimmt wegen der Flüchtlingspolitik Rache an der Kanzlerin.“ Die Zeitung nimmt Bezug auf den Beschluss den CDU-Bundesparteitages, der mal eben entschieden hat, dass die doppelte Staatsbürgerschaft irgendwie doch nicht so das Gelbe vom Ei sei.

    Da Angela Merkel nun aber diesen Beschluss überhaupt nicht lustig findet, nimmt die SZ an, es handele sich um einen Racheakt der Parteibasis an der Kanzlerin. Würde das stimmen, wäre es ziemlich infantil, aber sei‘s drum, wir sprechen von der CDU, da gehört ein bisschen Infantiles halt dazu. Nur ist zu vermuten, dass die „Süddeutsche Zeitung“ mit ihrer These danebenliegt. Den Artikel weiterlesen »

    86 Kommentare

    Russland sabotiert den Wahlkampf? Ein kleiner Faktencheck

    geschrieben am 07. Dezember 2016 von Jens Berger

    Immer wieder geistert die Meldung durch die Gazetten, „russische Hacker“ mit „Verbindungen zu den russischen Diensten“ oder gar „dem Kreml“ hätten dies oder das gehackt und würden über gezielte Informations- und Desinformationskampagnen Einfluss auf Wahlkämpfe nehmen. Die drei großen „Leaks“ im US-Wahlkampf werden dafür gerne als Beleg zitiert und es gilt als ausgemachte Sache, dass „Moskau“ auch in den Bundestagswahlkampf 2017 eingreifen wird. So berichtet es beispielsweise die Frankfurter Sonntagszeitung in ihrer jüngsten Titelstory. Dieses Geraune ist erstaunlich. Bereits ein kleiner Faktencheck zeigt nämlich, dass es in keinem Fall Beweise für eine russische Beteiligung gibt und selbst die Indizien mehr als mager sind.

    Die DC Leaks, der Hackerangriff auf das DNC und auf Clintons Kampagnenchef John Podesta – drei Fälle von Cyberkriminalität, bei denen wahrscheinlich vertrauliche Daten von Hackern an die Öffentlichkeit gebracht wurden, um Einfluss auf den Wahlkampf zu nehmen. Aber handelt es sich hierbei tatsächlich auch um drei Beispiele dafür, dass Russland Einfluss auf den US-Wahlkampf genommen hat? Immerhin wird dies ja regelmäßig von Politikern und den Medien behauptet.

    Um es ganz kurz zu machen: Es gibt keine gesicherte Erkenntnis darüber, wer die verantwortlichen Hacker in diesen drei Fällen waren und auch über die Herkunft der Hacker oder ihren Aufenthaltsort gibt es keine echten Erkenntnisse. Alles was darüber hinaus geht, wie z.B. Verbindungen zu russischen Diensten oder dem Kreml, ist pure Spekulation.

    Was ist gesichert?

    Als gesichert darf angenommen werden*, dass im Jahr 2016 zahlreiche US-Politiker samt deren Stab und Beraterteam Ziel von sogenannten Phishing-Attacken waren. Solche Phishing-Attacken kennen freilich nicht nur Politiker; fast jeder E-Mail-Nutzer wird schon mal eine solche Mail bekommen haben. Beliebt sind beispielsweise Mails, die vorgeben, man müsse sein Kennwort bei PayPal erneuern. Wenn man den Link in der Mail anklickt, kommt man jedoch nicht auf die Seite von PayPal, sondern auf eine – je nach Professionalität der Täter – mehr oder weniger täuschend echte Kopie der PayPal-Seite. Hat man seine Login-Daten auf dieser gefälschten Seite eingegeben, haben die Täter die Daten und können das PayPal-Konto des Opfers leerräumen. Ganz ähnlich funktionierte auch der Trick, mit dem die Hacker an die Mails hochrangiger Politikberater, wie beispielsweise Clintons Kampagnenchef John Podesta gekommen sind.

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    73 Kommentare

    Bedingungsloses Grundeinkommen: Der große Coup des Neoliberalismus?

    geschrieben am 06. Dezember 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    bgeEher zufällig stolperte ich auf der Timeline von Patrick Breitenbach über einen Artikel, der sich mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) auseinandersetzt. Ein wirklich lesenswerter Text, der den Kern des BGE durchaus als neoliberale Idee darstellt. Das dürfte den Befürwortern nicht gefallen, allerdings folgt daraus einmal mehr die Aufgabe, sich fundiert gegen den Vorwurf zu wehren, das Grundeinkommen mache nichts besser, sondern nahezu alles schlechter. Den Artikel weiterlesen »

    243 Kommentare

    Die Toten von Ramstein, die Hände in Unschuld

    geschrieben am 02. Dezember 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    ramstein#Mehrwutstropfen/Kommentar

    Jetzt ist es offiziell, auch wenn es schon länger bekannt ist. Entgegen der wiederholten Beteuerungen der Bundesregierung, von Drohnenangriffen aus Ramstein aus nichts gewusst zu haben, hat eine Nachfrage der Linken das Gegenteil bewiesen. Nur: wen juckt‘s? Den Artikel weiterlesen »

    113 Kommentare

    Modernisierungsverlierer? Globalisierungsverlierer? Die Politik verhöhnt ihre Opfer

    geschrieben am 01. Dezember 2016 von Jens Berger

    Angela Merkel hat ihr Herz fürs Volk entdeckt. Die CDU müsse nun endlich auf Menschen zugehen, die „sich als Modernisierungsverlierer“ sehen und bei „Populisten von rechts und links ihre Zuflucht suchen“, so die Kanzlerin. Dabei tritt die Uckermärkerin zielsicher in Fußstapfen, die Andere hinterlassen haben. Seit dem Brexit ist es für die westlichen Eliten beispielsweise ausgemachte Sache, dass es vor allem „Globalisierungsverlierer“ sind, die nicht mehr die Vertreter der klassischen Politik wählen. Es ist schon zum verrückt werden. Da verfolgen die westlichen Eliten jahrzehntelang eine Politik der Ausgrenzung und Verarmung, die sich gegen weite Teile ihrer eigenen Bevölkerung richtet und verhöhnen nun sie ihre Opfer auch noch dadurch, dass sie sie zu „Verlierern“ erklären; was übrigens faktisch noch nicht einmal zutreffend ist.

    Was ist eigentlich ein Globalisierungsverlierer? Die Globalisierung ist ja keine neue Entwicklung. Schon bei den Römerinnen waren blonde Echthaarperücken aus dem fernen Germanien der Renner und da bei uns kein Pfeffer wächst, bezogen unsere Vorfahren das Gewürz schon seit Ewigkeiten aus dem fernen Indien. Mit der Weiterentwicklung des Handels wurden später auch Fertigprodukte gehandelt, die theoretisch im Herkunfts- wie im Empfängerland hergestellt werden können. Die Erkenntnisse der frühen volkswirtschaftlichen Außenhandelstheorien von Smith und Ricardo griffen streng genommen nur auf, was längst Usus war. Absolute und komparative Kostenvorteile führen dazu, dass beispielsweise Kohle in Frankreich und Kleidung in Irland produziert und in das jeweils andere Land exportiert wurden. Französische Weber und irische Kohlekumpel waren so gesehen die ersten Globalisierungsverlierer. Durch den technischen Fortschritt sollten sie nicht die einzigen bleiben. Heute werden Sie in Deutschland kaum noch Gerber und Köhler finden und auch Kleidung oder Schuhe werden hierzulande nicht mehr für den Massenmarkt produziert. Ein vollkommen normale Entwicklung, die vom Begriff „Globalisierung“ nur mythisch überhöht wird.

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    131 Kommentare

    Theater, Theater! Viele, viele bunte Renten …

    geschrieben am 26. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    watchmenbloodysmiley#Mehrwutstropfen/Kommentar

    Die Rente. Damit kann man was reißen. Und auch wenn es noch gar nicht so lange her ist, als es aus allen möglichen Koalitionsecken hieß, die Rente sei als Wahlkampfthema nicht vorgesehen, die Verlockung war dann doch zu groß. Jetzt sind wir also mitten drin im Wahlkampf, pardon: der Rentendebatte. Und wie und was da so debattiert wird, lässt sich in vernünftige Worte kaum fassen.
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    157 Kommentare

    Ein Experiment, mit dem Sie sich selbst davon überzeugen können, wie infam Teile der Medien mittlerweile agieren

    geschrieben am 24. November 2016 von Jens Berger

    Sollten Sie die gestrige Generaldebatte über den Bundestagshaushalt 2017 noch nicht gesehen haben, dann lade ich Sie hiermit herzlich zu einem kleinen Experiment ein. Schauen Sie sich doch bitte vollkommen unvoreingenommen die Rede der Oppositionsführerin Sahra Wagenknecht an. Lassen Sie das Gesehene und Gehörte sacken und lesen sich bitte dann die Kommentare der Herren Rübel, Volmer und Denkler durch. Und nun frage ich Sie: Schreiben diese drei Vollblutjournalisten wirklich über die selbe Rede? Über die selbe Sahra Wagenknecht?

    Mein erster Eindruck von dieser Rede war: Wunderbar! Da hat Sahra Wagenknecht einen Parforceritt durch die politischen Themenfelder der jüngeren Vergangenheit und die ganz aktuelle Debatte zu den Wahlerfolgen der Rechten mit Bravour gemeistert. Die dümmlichen Zwischenrufe der SPD zeigten zudem, dass diese Partei immer noch äonenweit davon entfernt ist, in einem möglichen Linksbündnis ein Koalitionspartner zu werden. Aber alles Andere wäre ja auch sehr überraschend.

    Überraschend wäre es natürlich auch gewesen, wenn die Mitglieder von Angela Merkels inoffiziellen journalistischen Jubelperser-Korps Wagenknechts Rede zumindest halbwegs unvoreingenommen reflektiert hätten. Das Gegenteil war der Fall und das ging schon in der Live-Berichterstattung der ARD los, wie der Kollege André Tautenhahn es in unseren Hinweisen des Tages bereits aufmerksam bemerkt hat. Eine erste „Interpretationshilfe“ lieferte dann wenige Minuten später SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der Wagenknecht allen Ernstes und unter großen Gelächter der linken Abgeordneten vorhielt: „Früher hieß es: Proletarier aller Länder vereinigt euch. Heute heißt es: Populisten aller Länder vereinigt euch. Ihre Antwort auf den Populismus von Rechts ist mehr Populismus von Links. Sie wollen Frauke Petry im Deutschen Bundestag überflüssig machen“. Neu sind derlei Ausfälle des würdigen Noske-Nachfolgers freilich nicht. Schon mehrfach versuchte der Merkel-Fan mit dem falschen Parteibuch Wagenknecht bar jeder sachlichen Grundlage in die rechte Ecke zu stellen. Nun gut, an derlei Kasperletheater hat man sich in „postfaktischen Zeiten“ wohl leider bereits gewöhnt.

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    133 Kommentare

    Hassreden und Rentner: Wir arbeiten am Feindbild

    geschrieben am 24. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    rente#Mehrwutstropfen/Kommentar

    Hassreden? Geht gar nicht! Wenn es darum geht, Menschen zu verurteilen, die ihre Unzufriedenheit ungefiltert und nicht selten komplett sinnfrei heraus brüllen, sind die Politiker der großen Koalition und alle jene aus ihrem direkten oder indirekten Dunstkreis schnell dabei, den mahnenden Zeigefinger in die Luft zu strecken. So etwas gehe ja nun überhaupt nicht, das sei nicht vereinbar mit unseren ach so wertvollen demokratischen Werten. Applaus, Applaus, nicht nur bei Frank Plasberg, sondern auch bei Anne Will, der Maischberger, Illner und wie sie noch alle heißen. Nur dumm, dass genau diese hochgehaltenen Zeigefinger erheblichen Anteil am Entstehen von Hassreden haben. Aktuelles Objekt der Begierde: die Rente. Den Artikel weiterlesen »

    16 Kommentare

    „Postfaktisch?“ Was soll denn nun dieser Unsinn schon wieder?

    geschrieben am 23. November 2016 von Jens Berger

    Am 19. September erklärte die Kanzlerin nach der verlorenen Berlin-Wahl, „wir lebten in postfaktischen Zeiten, [da] die Menschen sich nicht mehr für Fakten [interessierten], sondern alleine den Gefühlen [folgen]“. Damit war ein politischer Kampfbegriff geboren. Egal ob es um Donald Trump, den Brexit oder jedes x-beliebige Thema geht, das dem politischen und medialen Establishment nicht in den Kram passt: Für unsere Papageienjournalisten ist das jetzt alles „postfaktisch“. Soll man darüber jetzt lachen oder weinen? Mit solch albernen Wortspielereien werden die Massenmedien den Verlust ihrer Deutungshoheit auch nicht kompensieren können. „Postfaktisch“ ist vor allem die Politik der Bundesregierung. Und das schon seit langem.

    „Postfaktisch“ ist in. International wurde der Begriff, der im Englischen als „post-thruth“ bekannt ist, in diesem Jahr zwanzigmal so häufig verwendet wie im letzten Jahr. Für die angesehene Oxford Dictionary ist dies Grund genug, diesen Begriff zum internationalen Wort des Jahres zu erklären. „Erfunden“ wurde der Begriff übrigens 2004 in einem vollkommen anderen Kontext. Der amerikanische Schriftsteller Ralph Keyes kritisierte in seinem Buch „The Post-Truth Era“ , das ein Jahr nach Colin Powells berühmt berüchtigter „Beweisführung“ vor dem UN-Sicherheitsrat erschienen ist, vor allem das Ignorieren und Beugen von Fakten bei der politischen Instrumentalisierung von 9/11. Keyes klagt die etablierte Politik und die etablierten Medien an, die Fakten ignoriert haben, um einen lange geplanten Krieg zu führen.

    Heute ist „postfaktisch“ vor allem ein Kampfbegriff, der von den Etablierten genau anders herum eingesetzt wird. „Angetrieben von dem Aufstieg der Sozialen Medien als Nachrichtenquelle und einem wachsenden Misstrauen gegenüber Fakten, die vom Establishment angeboten werden“ sei die Jury der Oxford Dictionary gewesen, so Verlagsleiter Casper Grathwohl https://en.oxforddictionaries.com/word-of-the-year/word-of-the-year-2016 . Dies ist vor allem im Kontext mit Keyes damaliger Argumentation ein Treppenwitz der Geschichte. Ein Begriff, der sich eigentlich auf die großen Lügen der Medien und der Politik bezieht, wird nun absurderweise zur Verteidigung ebenjener Angeklagten gegen die Kläger ins Feld geführt.

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    63 Kommentare

    Merkel macht‘s: Inhalte ade!

    geschrieben am 21. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    show-me-1123314_960_720#Mehrwutstropfen/Kommentar

    Und es geht los. Merkel hat völlig überraschend bekannt gegeben, dass sie erneut Kanzlerin werden möchte. Die SPD ist sich noch unschlüssig, was kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass sie – Holzstück und Messer in der Hand – immer noch nicht fertig ist mit dem Schnitzen ihres Top-Kandidaten. Cem Özdemir von den Bundeswehroliven freut sich auf die „harte politische Auseinandersetzung“, während Parteifreundin Rebecca Harms sich 2017 durchaus eine schwarz-grüne Regierung vorstellen kann. Zwischendurch wird noch die Sache mit dem Bundespräsident abgehakt, Steinmeier lässt den Gelassenen raushängen, während die Abgehängten sich fragen, was das alles mit ihnen zu tun hat. Den Artikel weiterlesen »

    165 Kommentare

    Trump und Assad – Brüder im Geiste?

    geschrieben am 18. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Es schlägt medial großen Wellen, dass der syrische Präsident Bashar Al-Assad ausgerechnet die USA als „natürlichen Verbündeten“ bezeichnet hat. Dass der Präsident Syriens (nicht Machthaber und auch nicht Diktator, sondern Präsident) nun ausgerechnet Hoffnungen auf den angehenden US-Präsident Donald Trump setzt, kommt in der allgemeinen Gemengelage des Westens gar nicht gut an. Irgendwie bricht da im Moment ein ganzes Gedankengebäude zusammen, das die Aufteilung von „gut“ und „böse“ bisher so herrlich einfach gemacht hat. Den Artikel weiterlesen »

    155 Kommentare

    Künftiger Bundespräsident Steinmeier: Erfolgreich hochgeschrieben

    geschrieben am 15. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Die Deutschen mögen ihn, den Frank-Walter Steinmeier. Und sollten sie das mal vergessen, gibt‘s Hilfe, zum Beispiel von der „Zeit“, die schreibt: „Der mögliche neue Bundespräsident ist bisher eher als Technokrat bekannt. Aber die Deutschen vertrauen ihm. Und wenn er will, wird er unbequem.“ Auf „tagesschau.de“ wird getitelt: „Steinmeier will unbequem bleiben.“ Wir lernen also: Kantig ist er, der künftige Bundespräsident. Aber trotzdem irre nett. Den Artikel weiterlesen »

    138 Kommentare

    Populisten und dumme Wähler? Ihr habt nichts, aber auch rein gar nichts, verstanden

    geschrieben am 15. November 2016 von Jens Berger

    Während das politische Berlin und die Edelfedern letzte Woche mit einem bösen Kater erwacht sind und nun Gott und die Welt – oder um in ihrer Sprache zu bleiben, Populisten und die dummen Wähler – für den Sieg Donald Trumps verantwortlich machen, scharren Europas Trumps schon mit den Hufen. Im folgenden Jahr wird auch hier gewählt und ein Erfolg der Wilders, le Pens und Petrys sollte nun auch niemanden mehr so wirklich überraschen. Verblöden wir? Sind wir plötzlich alle zu Rassisten mutiert? Oder lässt sich die atemberaubende Erosion der traditionellen Politik nicht vielleicht auch durch eine angsterregende Entfremdung der „Eliten“ vom Volk und den kompletten Verlust von Empathie im linksliberalen Lager erklären? Trump, Wilders, le Pen und Petry sind nicht vom Himmel gefallen. Paradoxerweise wurde und wird ihnen gerade vom linksliberalen Lager der Weg geebnet.

    Die Standardreaktion gebildeter, weltoffener deutscher Akademiker auf den Wahlsieg Donald Trumps war eine Mischung aus offen zur Schau getragener Ablehnung und Witzeleien über die amerikanischen Hinterwäldler, die sich von so jemanden hinter die Fichte führen lassen. Klar, so was könnte uns in Deutschland nie passieren … ok, Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber Spaß beiseite. Muss man als aufgeklärter Mensch nicht förmlich über einen Unsympathen wie Trump herfallen? Und darf man sich nicht über Menschen lustig machen, die einen gelb toupierten Westentaschen-Macho wählen, der unter anderen Umständen nur als Persiflage seiner selbst durchgehen würde? Klar, so kann man auf das Phänomen reagieren. Geholfen ist dabei jedoch niemanden und schlauer wird man dadurch auch nicht.

    Daher ist es im aufklärerischen Sinne auch nicht zielführend, nun empört festzustellen, dass in den USA ein Sexist, ein Betrüger, ein Rassist, ein Großmaul, ein Kapitalist und ein Demagoge gewählt wurde … obgleich all dies natürlich korrekt ist. Ein Trump verschwindet nicht dadurch, dass die linksliberale Bohéme nun verschnupft ist und pikiert das Näslein über diesen bösen „Populisten“ rümpft. Und selbst wenn; wer oder was sollte das Vakuum füllen? Etwa Hillary Clinton? Die Frau, die es noch nicht einmal geschafft hat, bei den weißen Frauen eine Mehrheit zu bekommen?

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    176 Kommentare

    Der Herbst des Lebens im sozialen Winter

    geschrieben am 14. November 2016 von Gastautor

    hermann_struck_grafik_jmberlin_gdr_97_3_14von Roberto De Lapuente

    Die Union gibt sich mal wieder progressiv in Sachen Rente. Sie findet, man sollte sie an die Lebenserwartung koppeln. Das klingt vielleicht nicht gleich richtig gut, weil Rentenreform ja immer Mehrarbeit bedeutete in den letzten Jahren. Aber der Vorschlag tut wenigstens so, als gründe er auf rationale Prozesse, als wäre er eine Art von Vernunftskompromiss. Das hört sich jedenfalls mal wieder wohldurchdacht an, denn wenn die Menschen älter werden, können sie ja von der gewonnenen Zeit auch noch ein bisschen in einen Arbeitsplatz stecken. Klingt logisch, oder nicht? Aber von welcher Lebenserwartung spricht die Union eigentlich da? Von einer generellen? Aber alle werden doch gar nicht so alt, wie es durchschnittlich ermittelt wird. Das ist nicht nur Glück oder Gesundheit und somit der genetischen Lotterie geschuldet, sondern hat insbesondere soziale Gründe. Den Artikel weiterlesen »

    106 Kommentare

    Regime Change: Die Toten von Texas

    geschrieben am 11. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    4126186099_01eb73007d_zSyrien marschiert in Texas ein, forciert gezielt Unruhen, liefert Waffen und unterstützt den Ku-Klux-Klan? Und die westliche Gemeinschaft fördert das Vorhaben? Eine ziemlich absurde Vorstellung, ohne Frage.

    Dennoch schreibe ich dieses fiktive Szenario hier auf (gleich nach dieser Einleitung, die ich den Lesern nicht ersparen kann, weil sie nötig ist). Selbstredend entwerfe ich das Szenario nicht, um eine Gefahr für Texas herbeizuschreiben oder Syrien imperiale Motivation zu unterstellen (das wäre ja schon logistisch unsinnig). Den Artikel weiterlesen »

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    Ein Trumpeltier als Präsident – alles halb so schlimm?

    geschrieben am 09. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    17008539407_ebdbab4eae_zKommentar/#Mehrwutstropfen

    Es ist passiert. Wirklich. Donald Trump, der Rhetoriker vor dem Herren, ist Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Wrong! möchte man spontan ausrufen. Aber die Alternative wäre ja auch nicht gerade die Rettung der Welt gewesen.

    Jetzt stehen natürlich viele Fragen im Raum. Wann wird Trump mit dem Bau der Mauer von Mexiko beginnen? Muss Hillary Clinton jetzt ins Gefängnis? Zweifelt Trump eigentlich jetzt immer noch die Wahl an? Und überhaupt: Was passiert jetzt? Den Artikel weiterlesen »

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