Orientexperte Steinbach: „Am Ende kann ein Militärschlag stehen“
31. März 2007 von Spiegelfechter - Drucken

In der heutigen Printausgabe der Hannoverschen Neuen Presse warnt Professor Udo Steinbach vom Institut für Nahost-Studien in Hamburg vor einer Eskalation im Iran. Erstaunlich, daß über dieses Interview in den Medien wenig zu erfahren ist. “Lediglich” N24, Der Standard und die Netzeitung berichten in Kurzpassagen, für SPON und Co war der Inhalt wohl nicht solidarisch genug.
In diesem Interview nennt Steinbach seine Sicht über die Motive Teherans für die Gefangennahme der britischen Seeleute:
Es geht nicht um Grenzstreitigkeiten. Der Schatt el Arab ist ein schwieriger Grenzverlauf, eigentlich ist man dort immer auf der falschen Seite. Der Iran hat die Geiseln in bewusster Absicht genommen. Erstens als eine Art Gegenschlag für die Festnahme iranischer Geheimdienstler durch US-Truppen vor einigen Wochen in irakisch-kurdischen Gebieten. Zweitens wollen sie mit Blick auf das iranische Atomprogramm deutlich machen, dass sie auf keinen Fall nachgeben wollen.
Auch Steinbach äußert sich äußerst kritisch über das britische Schmierentheater und macht Blair indirekt dafür verantwortlich, daß es wohl keine einfache und schnelle Lösung geben wird. Auf die Frage nach der voraussichtlichen Gefangennahme der Seeleute:
Ich glaube, lange. Einen Vorgeschmack hatten wir bereits. Zunächst sollte die weibliche Geisel freigelassen werden. Nach den Drohgebärden des britischen Premiers Tony Blair hat man dann Abstand davon genommen. Es wird wohl zur weiteren Eskalation kommen. Gesichtswahrung spielt eine sehr große Rolle für die Iraner.
Für die Zukunft prophezeit Steinbach schlimmes. Wie Brzesinski und Hersh sieht er in der US-Strategie für Nahost den Versuch einer Allianzbildung mit den arabischen Staaten und eine Eskalationskette, die zum Militärschlag gegen Iran führen soll.
Es ist ein Teil jener Eskalation, die am Ende zu einem Militärschlag führen kann. Washington hat seine Politik in den vergangenen zwölf Monaten geändert, man hat die Demokratisierung der Region abgehakt, jetzt steht das Feindbild Iran im Vordergrund. Diesem Feindbild versucht man eine Allianz von gemäßigten arabischen Regierungen und Israel gegenüber zu stellen. Man sucht nach Vorwänden, um auch den Iran zu weiteren Schritten zu provozieren, an deren Ende der Militärschlag steht, von dem seit langem die Rede ist.
Steinbach sieht die Folgen eines solchen Militärschlages sehr kritisch:
Das wäre eine Katastrophe für die Region, für die internationale Politik. Der Iran würde dann alle Karten auch im Irak spielen. Im Moment überschreitet man gewisse rote Linien nicht. Dann aber könnte Teheran einen Aufstand sämtliche Schiitengruppierungen im Irak gegen die USA und Großbritannien inszenieren. Einen solchen Aufstand könnte Amerika militärisch nicht durchstehen.
Jens Berger
















































































[QUOTE] Einen solchen Aufstand könnte Amerika militärisch nicht durchstehen. [/QUOTE]
Da muss man sich schon in die Seele eines Neocons denken. Wenn das wirklich ein Problem darstellt, lautet die Schlußfolgerung nicht ‘Wir werden Iran nicht angreifen!’, sondern ‘Bis wann haben wir eine Lösung für dieses Problem?’.
wahrscheinlich kennts du das ja schon aber ist auf jeden fall auch nochmal erwähnenswert
infosite.p...
@aleks goldsztaub
“Erwähnenswert” ist dieser Artikel eher als Skurilität. Der Autor ist dem rechten Sumpf rund um “Junge Freiheit” und Co hinzuzählen und seine Aussagen sind zT hahnebüschend.