Die vergessene Revolution
geschrieben am 15. Oktober 2009 von Spiegelfechter
Als in der zweiten Junihälfte Millionen Iraner auf die Strasse gingen, um gegen die Wahlfälschungen bei den Präsidentschaftswahlen zu demonstrieren, nahm die ganze Welt Anteil an ihrem verzweifelten Kampf gegen ein repressives Regime. Die grüne Revolution konnte das Regime in diesem heißen Sommer nicht stürzen und noch nicht einmal größere Konzessionen herausschlagen. Im Gegenteil – das Teheraner Regime zeigte sich von seiner hässlichsten Seite, ging mit aller Härte gegen jeglichen Widerstand vor und schürt eine Atmosphäre der Angst. Es existiert jedoch keine Macht der Welt, die es vermag, einen brodelnden Vulkan zu löschen. Je repressiver das iranische Regime auftritt, desto stärker brodelt der Widerstandswille der Opposition. Am 18. September demonstrierten alleine in Teheran hunderttausende grün gewandte Regimegegner auf den Straßen ? für den 4. November sind die nächsten Massenproteste angekündigt. Die grüne Revolution ist nicht niedergeschlagen worden, sie findet lediglich abseits der Weltöffentlichkeit statt, die sich lieber mit dem iranischen Atomprogramm beschäftigt und beide Augen vor den Menschenrechtsverletzungen schließt.
Schauprozesse, systematische Vergewaltigung und Folter
Die Juni-Demonstrationen verlangten der Opposition einen hohen Blutzoll ab ? interne Regierungsdokumente, die der Los Angeles Times vorliegen, belegen, dass alleine in Teheran mindestens 200 Demonstranten für ihre Kritik am Regime mit dem Leben bezahlen mussten. Weitere 56 gelten als vermisst und 173 Oppositionelle wurden in den anderen Städten des Landes bei den Juni-Demonstrationen von den Sicherheitskräften ermordet. Die meisten von ihnen starben durch Schläge auf den Kopf oder Schusswunden am Rumpf ? es gibt keine Berichte, in denen von Schusswunden in den Beinen berichtet wird, was die Vermutung nahelegt, dass die Opfer gezielt liquidiert wurden.
Im Juni wurden rund 4.000 Demonstranten inhaftiert. Während die meisten von ihnen bereits wieder auf freiem Fuß sind, eröffnete das Regime gegen 140 Oppositionelle, darunter viele Journalisten und Schriftsteller, den Prozess. Die Anklagepunkte reichen dabei von Vandalismus über Widerstand gegen die Staatsgewalt bis hin zu Landfriedensbruch. In Schauprozessen, die jeglichen Grundsätzen eines fairen Verfahrens spotten, wurden bereits drei Todesurteile verhängt ? den Angeklagten wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Amnesty International geht davon aus, dass insgesamt 13 Angeklagten die Todesstrafe droht.
Einige Angeklagte sind jedoch bereits in der Haft gestorben ? sie erlagen ihren Verletzungen, die ihnen durch Folter und Vergewaltigung von ihren Peinigern zugefügt worden. Zwei junge Männer starben beispielsweise an inneren Blutungen, die bei Vergewaltigungen in der Haft entstanden sind. Alleine in Teheran klagen mittlerweile 37 junge Männer und Frauen, die aus der Haft entlassen wurden, über systematische Vergewaltigungen während ihrer Haftzeit ? die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein.
Den Angehörigen der ermordeten und in Haft zu Tode gefolterten Oppositionellen wird in dreiviertel aller Fälle noch nicht einmal etwas über den Verbleib der Leichnahme erzählt, die vom Staat anonym als Opfer von Verkehrsunfällen und Drogenmissbrauch beigesetzt werden. In den restlichen Fällen werden die Angehörigen häufig aufgefordert, hohe Geldbeträge für die Freigabe des Leichnams zu bezahlen.
Als erster ranghoher Politiker brach der Oppositionspolitiker Mehdi Karroubi das Schweigen, indem er eine Aufklärung der Folter- und Vergewaltigungsfälle bei politischen Gefangenen forderte. Gegen Karroubi wurde nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Für das Regime wäre es allerdings gefährlich, ausgerechnet den ehemaligen Parlamentspräsidenten und Chomeini-Vertrauten zu inhaftieren, da er nicht nur bei der Opposition, sondern auch unter den gemäßigten Klerikern ein hohes Ansehen genießt.
Widerstand an den Universitäten
Zentren des oppositionellen Widerstands sind seit langem die Universitäten. Seit Beginn des neuen Semesters am 26. September verging kaum ein Tag, an dem nicht an einer der größeren Universitäten des Landes oppositionelle Kundgebungen stattfanden. Ursprünglich hatte die Regierung sogar mit dem Gedanken gespielt, die Universitäten für das diesjährige Wintersemester zu schließen, um sie gründlich zu säubern ? nach der islamischen Revolution 1979 wurden die Universitäten des Landes für ganze zwei Jahre geschlossen, um sie von ?konterrevolutionären Elementen? zu säubern.
An den Universitäten weht jedoch seit den Juni-Protesten ein anderer Wind. Schon wegen Kleinigkeiten, wie beispielsweise Protesten gegen schlechte Verpflegung, wurden Studenten in den letzten Monaten verhaftet. Hausdurchsuchungen in Studentenwohnheimen sind ebenfalls an der Tagesordnung. Studenten, bei denen ?konterrevolutionäre? Schriften gefunden werden, droht dabei mindestens der Ausschluss von der Universität. Systematisch versucht das Regime vor allem an den Universitäten ein Klima der Angst und der Repression zu schüren. Um aufmüpfige Studenten ausfindig zu machen, werden nun ? nach Angaben der Opposition ? auch Undercover-Studenten der regimetreuen Basiji in die Universitäten eingeschleust, um oppositionelle Rädelsführer ausfindig zu machen.
Protestbotschaften auf Geldnoten
Als wirksam hat sich auch eine besonders kreative Form des passiven Widerstands herausgestellt. Oppositionelle beschriften Geldscheine mit Logos, Slogans und Bildern getöteter Demonstranten ? alles in der revolutionären Farbe Grün gehalten. Da niemand einen Geldschein wegschmeißt und die iranische Zentralbank sich lange Zeit passiv verhielt, kursieren mittlerweile unzählige ?oppositionelle? Rials. Die subversive Geldkosmetik ist so erfolgreich, dass nun der Teheraner Stadtverordnete Morteza Talai dazu aufgerufen hat, Banknoten mit ?antirevolutionären Slogans? aus dem Verkehr zu ziehen. Über IRNA forderte Talai die Bevölkerung auf, die verschönerten Geldscheine nicht mehr anzunehmen.
Al-Quds-Tag in grün
Zum ersten Mal seit den Juni-Demonstrationen zeigte sich die Oppositionsbewegung am 18. September in ihrer gesamten Stärke. Am Al-Quds-Tag, der in Iran ein offizieller Feiertag ist, gedenkt die islamische Republik traditionell den 1967 aus Ost-Jerusalem vertriebenen Palästinensern, während sich Regierungsvertreter in Verbalinjurien gegen den großen und den kleinen Satan ergehen. Begleitet werden sie dabei traditionell von Hardlinern, die Israel und den USA via Megaphon den Tod wünschen. In diesem Jahr schallte den überraschten Hardlinern jedoch auf ihr ?Tod Israel?, ?Tod USA? ein ?Tod Russland?, Tod China? aus den Kehlen tausender Demonstranten zurück, die auf diese Art und Weise ihre Kritik an den Unterstützern des Regimes übten.
Alleine in Teheran zog es hunderttausende Demonstranten auf die Strasse, die die offiziellen Kundgebungen wie schlecht besuchte Kreisligaspiele aussehen ließen. Während Mahmut Achmadinedschad auf der Rednertribüne den Holocaust in Frage stellte und die Zionisten für beinahe jedes Übel in der Welt verantwortlich machte, füllten sich die Strassen mit Menschen, die schon lange nicht mehr an seine Legitimation glauben. Anders als im Juni trauten sich die Sicherheitskräfte am 18. September nicht, gegen die Kundgebungen vorzugehen. Stattdessen wartete man ab und schlug erst dann mit vereinter Kraft zu, als sich die Demonstrationen bereits wieder auflösten. So konnten es die Sicherheitskräfte im Schutze der Dunkelheit auch vermeiden, Bilder zu hinterlassen, die die Proteste weiter anfeuern würden.
Irans Opposition, die sich mittlerweile hinter den einflussreichen Politikern Mir Hossein Mussawi, Mehdi Karroubi und Mohammad Khatami zu dem Bündnis ?Der grüne Pfad der Hoffnung? zusammengeschlossen hat, will nicht länger schweigen. Fortan sollen an jedem offiziellen Feiertag regimekritische Kundgebungen und Aufmärsche der Opposition stattfinden. Die nächsten Protestaktionen sind für den 4. November geplant. Dann jährt sich die Geiselnahme in der Teheraner US-Botschaft zum dreißigsten Mal ? auch dieses Datum ist in Iran ein staatlicher Feiertag.
Vor dreißig Jahren kämpften die Opfer des Schah-Regimes gegen ihre Unterdrücker. Damals ging es einer kleinen Oberschicht hervorragend, den oberen 25% gut und der Masse schlecht. Gegner des Regimes wurden gefoltert und ermordet. Es existierte weder Presse- noch Meinungsfreiheit und die Menschenrechte wurden mit Füßen getreten. Heute haben die damaligen Revolutionäre ein neues Unterdrückungsregime installiert. Auch heute geht es einer kleinen Oberschicht hervorragend, den oberen 25% gut und der Masse schlecht. Auch heute werden Gegner des Regimes gefoltert und ermordet. Auch heute existiert in Iran weder Presse- noch Meinungsfreiheit, und auch heute werden die Menschenrechte dort mit Füßen getreten. Viel hat sich nicht geändert.
Jens Berger
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Hm, das war ja ein ziemlicher Stimmungswechsel bei Dir. Hast Du die iranische Regierung nicht mal ziemlich in Schutz genommen und gerade die Opposition als Werk der Exiliraner gesehen? Ich meine, mich da an diverse Artikel erinnern zu können…
Wir werden nicht mehr lange Zeit haben, die Verhältnisse im Iran zu verändern. In dem Moment, wenn die Muhlas funktionierende A-Waffen und Trägerraketen mit größerer Reichweite haben, wird die Kritik von außen wie Regentropfen auf Regenmäntel ablaufen und wir werden erpreßbar sein (wie die weltweite Finanzindistrie es vorgemacht hat).
Yahoo hat den Regime bereits 200.000 e-mail Adressen mitgeteilt , deutsche Unternehmen haben eine moderne Hardware-Überwachung geliefert und die Politik des Westens ist geprägt von wirtschaftlichen Interessen.
Israel wird der Entwicklung im Iran nur sehr kurze Zeit zusehen und dann militärisch zuschlagen.
Damit wird sich der Unruheherd stark ausweiten und die inner-iranischen Demonstranten werden keine Unterstützung mehr erhalten.
Von unseren Bekanntenkreis Exil-Iraner sind die Methoden im Artikel beschrieben, schon seit über 20 Jahren bekannt und nun werden sie verfeinert . Es paßt die Meldung vom heutigen Tage, die vor einer verstärkten Aktivität des iranischen Geheimdienst in Deutschland warnt.
Ich hoffe, der Artikel ist ein Aufruf zum Handeln für unserer politischen Weicheier.
Danke für den Bericht.
Schon erschreckend wie schnell der Iran wieder aus dem öffentlichen Gedächtnis wieder verschwunden ist.
P.s:
Wo sind eigentlich die ganten Leute mit den grün eingefärbten Avataren geblieben?
Eine Frage die ich mir schon seit längerem stelle.
Nicht wirklich. Jens hat auch schon vorher mit der Opposition sympathisiert. Er hat nur kritisch über ihre Führer, die westliche Berichterstattung, die gerne Twitter-Meldungen ohne Angabe der Quelle als “wahr” dargestellt hat und die Behauptung Achmadinedschad hätte die Wahl nicht gewonnen geschrieben. Das wurde ihm nur von einigen Leuten als Sympathie mit dem Regime ausgelegt.
@Netzbummler
Nicht wirklich – das ist ja auch ziemlich kompliziert ;-)
Gegen die teils abstrusen Vorwürfe über Irans Atomprogramm und die Vernichtungsabsichten Israels muss man das Regime auch in Schutz nehmen – auch wenn man es nicht mag.
Dazu ist übrigens folgender Artikel zu empfehlen.
Das ist der eine Iran. Der andere Iran ist der Iran der die Opposition unterdrückt. Zwischen diesen beiden Irans zu unterscheiden, ist (auch für mich) nicht immer einfach.
Gegen die Opposition habe ich übrigens nie geschrieben, dafür aber gegen die Politiker (in Iran und im Ausland), die die Opposition für ihre Zwecke einspannen – vor allem Rafsandshani sehe ich nach wie vor kritisch. Und bei den exiliranishen Netzwerken muss man auch sehr vorsichtig sein.
Karroubi und Mussawi haben sich allerdings – zu meiner Überraschung – als ehrbare Opposionelle herausgestellt, die unter Einsatz ihres Lebens für Demokratie und Bürger-/Menschenrechte kämpfen. Das verlangt durchaus Respekt.
@Pooly
Ach, unsere tollen Cyberaktivisten *rolleyes*
Vergiss die, die warten doch nur, bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird und wenn es wieder hip ist, sich zu solidarisieren, sind sie wieder für ein paar Tage ganz vorne mit dabei. Dann wird es langweilig und sie wenden sich wieder ihren Twittereien zu – so ist das nun mal mit den Kiddies und den Kiddie-Gebliebenen ;-)
@SF
Der Artikel ist glaubwürdig, aber jeder Staat der nur begrenzte Mittel hat, wird diese dort einsetzen, wo sie die größten Wirkungen entfalten und dieses sind nun einmal Trägerwaffen mit größerer Reichweite und A-Waffen (können auch schmutzige A-Waffen sein, die kein 90% Anreicherung erfordern).
Israel wird nicht warten, sondern vorher handeln und dort sehe ich sehr große Gefahren (siehe Aktion in Syrien).
Wer übrigens in islamischen Ländern (und im Iran scheint es nicht anders zu sein) einmal die Glaubwürdigkeit von Zusagen erlebt hat…………wird vorsichtig.
Also, ich weiss ja nun wirklich nciht ob die Infos in dem Text sich durch Quellen decken lassen und wenn ja (was ich beim SF ja schon glaube) wie glaubwürdig sind die?
Was wissen wir eigentlich über diese ominöse Oposiiton? Aus welcher gesellschaftlichen Schicht entstammen sie – sind es lediglich grün angemalte Orangenreloutionäre die einfach nur selber mal die Spitze stellen wollen und sich nicht mehr mit “gut” sondern mit “herrvorragend” abgeben wollen oder steht wirklich die Masse des Volkes hinter ihnen? Sind sie links, rechts, mittig, religiös, antireligiös, was auch immer?
Eine unabhängige Antwort ist da natürlich schwer da die Infos immer politisch eingefärbt sind.
Eigentlich sympatisiere ich ja gerne mit Leuten die ein derartig konservatives System wie den Iran zum Beben bringen wollen, ich sympatisiere ja auch mit den Basken und den Nordiren und den Palis nur das Problem ist dabei – die Amis tun es auch!
Und wie man die Amis kennt tun sie das nicht aus Menschenliebe sondern vor allem aus dem Grund das sie sich davon einen Profit versprechen. Der Profit kann in einer allgemeinen Destabilisierung einer Regionalmacht oder auch in einer ihnen wohl gesonnenen Regierung liegen – beides ist möglich (und vermutlich noch viel mehr).
Abgesehen davon haben die Amis ja auch nicht nur still vor sich hin sympatisiert sondern offenbar auch ordentlich mitgeholfen bei der Destabilisierung. Kann man den Amis trauen?
Man kann meinser Ansicht noch nicht trauen!!! Sie haben einfach zu oft gelogen und das Völkerrecht gebeugt und anschliessend drauf geschissen. Wer traut schon einem Lügnern und Bullys?
Und das ist bereits der Grund warum ich im Moment der “Bewegung” keine Sympatie engegenbringe – ich würd auch keine Bewegung Unterstützen die von der NPD finanziell und personell unterstützt wird – warum soll ich also bei dem Amis anders verfahren?
@SF
Wenn es in der Welt Ausnahmen davon geben sollten, so sind sie nicht dem guten Willen der Oberschicht zu verdanken. Höchstens ihrer Angst vor der Masse, die sich jedoch mit Piepshows und Soaps leicht einlullen lässt.
================ zum Text:
Verbalinjurien … hmmm
Jens, wie wär’s mit “wüsten Beschimpfungen”?
Versteht doch jeder Mensch :)
Noch ein Tipo: veging statt verging – s. 1. Abs. “Widerstand an den Universitäten”.
In vielen anderen afrikanischen Staaten u.a. im Sudan geschehen ähnlich schlimme Dinge, oftmals sogar in einem noch größeren Ausmaß. Doch der Westen interessiert sich nicht dafür.
Der Iran ist in geopolitischer Hinsicht ein wichtiges Puzzleteil und daher wird hier Handlungsbedarf vorgeheuchelt. Die Verbrechen sind verachtenswert und pervers, aber diese Doppelmoral finde ich ebenfalls zum – entschuldigung – kotzen.
Würde der Herr Präsident des Iran kooperieren wären derlei Verbrechen relativ “egal”.
Letzenendes ist es doch ganz einfach -
friß oder stirb!
Schade um dieses Land, dass ich so gerne ausführlich bereisen würde.
@ SF
Jens, befürchtest Du nicht, daß Karroubi und Mussawi irgendwann auch, falls sie an die Macht kommen als Tyranen und Hardliner enden ?
Die Geschichte wiederholt sich (leider) immer wieder.
PS. Ein sehr guter Artikel, übrigens !
@Sandsturm
Das kommt auf die Textstellen an. Bis auf die Angaben aus den Regierungsdokumeten lässt sich alles durch mehrere Quellen belegen, die sich nicht auf ein- und dieselbe Herkunft berufen. Die Regierungsdokumente liegen nur Martin Fletcher von der Times vor – da er aber bei mir ein großes Vertrauen genießt und er die Authentizität nicht anzweifelt, habe ich ihn auch ohne Konjunktiv zitiert. Was bliebe, wären Angaben der Opposition, die ich als solche benannte habe und von AI, die ich allerdings auch bennant habe. Da kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden.
Ich habe übrigens auch einige “Stories” gar nicht erst aufgenommen, da ich sie entweder widerlegen konnte oder erhebliche Zweifel an der Authentizität habe. Der Artikel ist also bereits gefiltert.
Aus breiten Schichten mit einem besonders starken Anteil bei den Städtern und Gebildeten – aber auch auf dem Land gibt es einige Oppositionelle. Es ist also nicht nur die Gucci-Crowd aus Teherans Norden. Wenn in Teheran eine Millionen Menschen auf die Strasse gehen, so ist dies eine Massenbewegung.
Das wissen sie selbst nicht so genau, was idT problematisch ist. Es gibt u.a. den Slogan, man sei weder westlich, noch östlich, weder kapitalistisch, noch kommunistisch – das einzige, was die Opposition eint, ist das Bestreben mehr Demokratie einzufordern.
Eine unabhängige Antwort ist da natürlich schwer da die Infos immer politisch eingefärbt sind.
Das ist aber kein Ausschlußkriterium ;-)
Regierungen an dem Grad des potentiellen Profits der USA zu messen, ist aber ein sehr seltsames Kriterium, das ich so nicht nachvollziehen kann.
Wer sind “die Amis”? Obama hat sich beispielsweise bei den Juni-Protesten extrem zurückgehalten und hat die Atomfrage zum alles bestimmmenden Inhalt der Iran-Politik gemacht. Die Menschenrechte sind den Amis da herzlich egal.
@Truvor
Das kann keiner ausschließen, momentan machen sie allerdings in der Schlangengrube immer noch den besten Eindruck auf mich.
@Copoka
Was sind denn Piepshows? Ist ja süß ;-)
Och, ich find das Wort schön ;-)
Yep – Danke
R_Winter kann man nicht unwidersprochen hinnehmen.
Sind “wir” wieder soweit, dass “wir” Verhältnisse im Iran ändern wollen, auch unter Akzeptanz eines von den Israelis angezettelten Krieges? Ich glaube, hier fehlt jemandem ganz grundsätzlich das Empfinden für das Völkerrecht und für Gerechtigkeit.
Unsere Lebensweise ist nicht die allein seligmachende – ganz im Gegenteil, sie ist Ursache für unzählige Verwerfungen auf dem Globus.
Es ist doch geradezu natürlich, dass ein Staat alles daran setzt, sich unangreifbar zu machen bei solchem Weltverbesserer-Getöse.
Zum Glück sind zuviele wirtschaftliche Interessen unterschiedlicher Staaten im Iran gebündelt, als dass es einen UN-Freibrief für einen solchen Krieg geben würde.
@ Drüberleser #10
Bin auch Deiner Meinung, aber der Westen kann da nicht viel tun.
Unsere NATO ist ein Papiertiger und alle Tyranen und Diktatoren dieser Welt wissen das (leider).
Sie (Bösewichte) beobachten schon seit mehreren Jahren, wie die westlichen Truppen in Afghanistan und Irak sich blamieren.
Ich glaube, Du hast schon Heute gehört, daß die Italiener TRIBUT an die Taliban gezahlt haben (die Franzosen wussten das aber nicht, und so etwas nennt sich eine “Allianz”.).
Mag sein, daß das ein Gerücht ist, aber ich habe das blöde Gefühl, daß diese Information der Wahrheit entspricht.
Freund von mir ist bei der Polizei. Im Zusammenhang mit den Schüssen auf zwei Jugendliche, ich weiss nicht mehr wo, die einen Supermarkt glaube ich überfielen, fragte ich ihn: “In den Rücken schießen, so macht ihr das also?”. Daraufhin meinte er: “Es ist absolut blödsinnig, wenn du versuchst mit eine Waffe gezielt in die Beine oder in den Arm zu schießen. Wie im Kino. Jemandem die Waffe aus der Hand schießen, bestimmt. Du nimmst immer die größte Trefferfläche, sonst triffst du ja nicht.”
Also nur, weil keine Schüsse in die Beine nachzuweisen sind, würde ich nicht von gezielten Liquidierungen sprechen. Das finde ich hochgradig spekulativ.
Vlt kann der ein oder andere Polizist die Aussage nochmal bestätigen.
Und neulich in Afghanistan? Der vergessene Wahlbetrug!
Und das direkt vor den Augen der achso westlich-demokratischen Nato und ihren”Schutztruppen”.
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/09/trotz-massiven-wahlbetrug-obama.html
eine kleine retourkutsche, herr winter (#7):
wer übrigens in europäischen ländern (und in israel scheint es nicht anders zu sein) einmal die glaubwürdigkeit von zusagen erlebt hat????wird vorsichtig.
was sollen ihre aussagen bewirken? gibt es nicht genügend gezündel auf der welt von leuten, die nicht wissen, was sie daher blubbern?
@GrooveX
Es ist keine “blubbern”, sondern jahrelange Erfahrung mit Zusagen aus diesem Kulturkreis und ist als Hinweis für “Blauäuige” gedacht, nicht alles zu glauben, was die Herrschenden im Iran sagen.
@Paul Lanon
Hier handelt es sich aber um eine Demonstration. Da besteht für den Polizisten normalerweise keine unmittelbare Gefahr und nicht so eine Anspannung wie bei einem Raubüberfall. Das ist der Unterschied.
In Israel ist es gängige Taktik die palästinensischen Steinewerfer mittels gezielten Schüssen auf die Beine aufzureiben. Die israelischen Sicherheitskräfte nutzen dazu Gummigeschosse.
ritterbruder, und heuer hier:
die vergessene republik?!
schall, rauch und sonst gar nix.
ich kenne zu viele zusagen aus ‘unserem’ kulturkreis, die nie dazu gemacht wurden, jemals eingehalten zu werden, als dass ich mich von solchen sprüchen noch beeindrucken liesse. es ist einfach eine ziemlich ignorante sichtweise, die mit dem spiel mit dem feuer (israel schlägt zu) einher geht.
was die herrschenden im iran angeht, die sind so, wie sie sind, nicht besser als die in usa, aber auch nicht schlechter als die in frankreich. ich nenn es einfach mal ein splitter – balken syndrom.
[quote]Auch heute geht es einer kleinen Oberschicht hervorragend, den oberen 25% gut und der Masse schlecht.[/quote] Also wenn ich mir die aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse in Deutschland ansehe, sieht das hier kaum anders aus. Nur das unser schlecht wohl immer noch 10 mal besser als das iranische schlecht ist.
Vom repressiven Staat jetzt mal ganz abgesehen, wobei sich da auch bei uns an manchen Stellen schon leichte Tendenzen zeigen…
Danke für den schönen Artikel, gute Zusammenfassung und ein schönes Beispiel dafür, wie verlogen – weil ohne Konsequenzen – die ganze Empörung hierzulande war…
Danke erstmal für den Artikel Jens.
Es gibt aber auch Kritikpunkte die ich sogleich erläutern werde.
1. Karoubi und Mousavi sind die Architekten dieses Regimes gewesen und obwohl ihr Eintreten für die Freiheitsbewegung lobenswert ist, so muss man auch auf einige Dinge aufmerksam machen:
Beide stellen die islamische Republik an sich nicht in Frage, und sie sind schon längst nicht mehr die Führer der grünen Bewegung, sondern werden vom Volk getrieben.
Karoubi zeigte sich entsetzt und überrascht über Folter und Vergewaltigung in Haft, obwohl dies seit Anbeginn dieser islamischer Diktatur zu den organisierten Mitteln dieses Regimes gehört, und man auch keine Skrupel hatte dies bei Minderjährigen durchzuführen.
Mousavi auf der anderen Seite kritisierte scharf die Parolen des Volkes, die eine säkulare und iranische Republik anstelle des jetziges Systems forderten, und jetzt immer noch und offener tun.
Davon künden auch die Plakete zum 4. Nov.
Auf dem ersten Bild im Artikel steht der alternierende Slogan der 79er Revolution.
Nicht mehr na gharbi, na shargi, jomhuryie eslami, sondern na gharbi, na shargi, dolate sabze melli.
Übersetzte heisst weder westlich noch östlich, sondern eine grüne Regierung des Volkes.
2. Das letzte Gleichnis ist sehr simplifiziernd und beschreibt weder die Relation der beiden Regime zueinander, noch zeigt es akurat an in welche Lage Iran, vor dem Shah und nach dem Schah, sich befand.
Der Leid der Iraner seit Anbeginn ihres modernen Kampfes nach einem säkularen, demokratischen und iranischen Staat, haben die Mullahs und Bazaris als Großgrundbesitzer immer im Weg gestanden. Sie sicherten sich Macht und bauten diese unter alle Regime weiter aus.
Dazu sollte man auch wissen dass vor der Konstitutionellen Revolution 1905, Iran jahrhundertelang von Fremdherrschern und da besonders von den letzten Qajaren, über 125 Jahre ausgeplündert wurde, die die Iraner regelrecht versklavten, und durch exzessive Jagd einzigartige Arten dezimiert und der Fauna irreparablen Schaden zugefügt hatten. Ein irreparabler Schaden an Iran waren auch Territoriale Verluste, als auch das Verscherbeln seiner nationalen Schätze an fremde Mächte und der Verfall der iranischen Kultur und Identität.
Das ist im Grunde dasselbe was die Mullahs im Moment mit Iran anstellen und durch die moderne Technik wahrscheinlich noch effektiver, und zwar tatsächlich in allen aufgezählten Punkte und noch weitere mehr.
Es gab nie soviel Folter, Mord und Unfreiheit unter dem Schah als davor und nach ihm wieder.
Den Versuch Schahs durch die Weisse soziale Revolution 1963 u.a. Großgrundbesitzer zu enteignen und das Land an Bauern zu geben, vereitelten die Mullahs und Bazari, denn sie wollten ihre Pfründe nicht aufgeben. Die Mullahs wiegelten das Volk auf und der Schah verzichtete auf die Enteignung der großgrundbesitzenden Mullahs und Bazari.
Im Jahr 2009 sind die Iraner die Geisel der modernen Mullahs und Bazari. Daher muss auch die jetzige grüne Bewegung der Iraner kritischer durchleuchtet werden.
Nationale als auch säkulare Parolen und Symbole wurden auf viele “grüne” Demos verboten.
Zur Zeit haben es die Agenten der IR unter den Exilanten geschafft dass Demos nicht mehr so zahlreich besucht werden. Das liegt aber auch an die selbst verpasste Selbstzensur vieler Exiliraner, nicht direkt gegen die IR und nicht für eine freiheitlich-säkulare zu skandieren.
Leider muss gesagt werden dass sogar Polizei aufgebracht wird um einzelne die aus der Reihe tanzen von der Veranstaltung auszuschliessen.
Auf der Bazari-Seite sind viele im Handel und Geschäft mit dem Iran, darunter auch viele Exil-Iraner die ihre Pfründe gefährdet sehen, und selbst im Augenblick noch gegen ein Handelsboykott mit Iran sind.
Hier sehe ich ein großes Manko.
Dennoch ist das Verdienst des iranischen Volkes dass sie unter dem grünen Banner endlich zusammengefunden haben, und sie haben ein gemeinsames Ziel: Eine freiheitliche, säkulare und iranische Nation und das Ableben der islamischen Diktatur. Das haben die Iraner in Iran verstanden und artikulieren es deutlich. Für uns Exiliraner ist es Zeit es ihnen gleichzutun.
@Freigeist666
Ich habe allerdings den Eindruck, dass auch ein großer Teil der Demonstranten die islamische Republik nicht in Frage stellt, sondern ihr “nur” ein menschliches Antlitz verpassen will.
Das stimmt – aber diesen Anspruch erhebe mich auch gar nicht, zumal man in einem Absatz unmöglich eine seriöse Bewertung zweier unmenschlicher Regimes mit der nötigen Akkuratesse machen kann.
Sehr richtig – aber auch von der anderen Seite muss man die grüne Bewegung kritisch durchleuchten. Sowohl schahtreue Expats, als auch Parteigänger der NeoCons haben einen Einfluss auf die Grünen – mehr im Ausland und in der Kommunikation als vor Ort, das ist klar. Man sollte das aber nicht aus dem Auge lassen.
Viel Glück – und vor allem, lasst Euch nicht vereinnahmen.
das mit der geringsten unfreiheit während des shahregimes – kannst du als iraner mir das mal näher erläutern?
Jens, Die Monarchisten haben keine große Anhängerschaft unter den Iranern.
In der Mehrheit wollen sie eine freiheitliche und demokratische Regierung.
Kein Mensch der einigermassen bei Trost ist, und das egal welcher Nationalität, denkt an eine humane Seite einer religiösen Systems, und da besonders eines islamischen.
Gerade lief auf Panorama ein Beitrag darüber wie die Meinungsfreiheit von Iranern in Deutschland unterbunden werden soll. Von der deutschen Regierung wurde von der IR ausserdem verlangt Iraner zu überwachen.
Ihre Agenten sind auch in sozialen Netzwerke und versuchen dort Zwietracht zu säen, genauso wie sie hier auf Demos versuchen Demonstranten zu identifizieren, um dann Zugriff auf ihre Familien in Iran zu haben.
Fotografiert die Fotografen. Nur so können Demonstranten in Deutschland der IR mit gleicher Münze entgegnen.
Das ist ein Beispiel von Unfreiheiten unter den Mullahs GrooveX
@GrooveX #23
…..soll es geben und manche haben ein Brett vor dem Kopf….
@SF & truvor
exhibitionistische Massenbelustigungen die die Massen effektiv vor aktiver Beteiligung an politischen Prozessen abhalten – Brot und Spiele. An Brot darf dabei selbstverständlich nicht mangeln.
Worauf ich hinaus wollte: kein internes, also ohne Einmischung der Dritter, Regime Change in der Geschichte der Menschheit hat dazu geführt, dass an den von dir im letzten Absatz angesprochenen Verhältnissen sich etwas wesentlich verändert hat, es sei den zum schlechten – es war immer eine Angelegenheit von den oberen 20% gewesen, die etwas für sich erkämpft haben. Von daher ist es nun mal ganz normal, dass es nach dem Schah-Sturz sich wenig daran geändert hat, und, falls die ggw. “grüne Bewegung” zu einem Regime Change führen sollte, auch wenig ändern wird, außer für Oberschichten und ihre Vertreter aus der Machtriege, die etwas liberaler und möglicherweise sogar demokratischer werden.
Bis dieser Prozess zu Verbesserungen in den Massen führt, wird noch sehr viel Wasser den Halil hinab fließen müssen.
Wenn ich mich nicht irre, hat es noch Marx /sinngemäß/ geschrieben, dass jede Gesellschaft sich nur so viel Freiheiten leisten kann, wieviel es bezahlen kann. Ökonomischen Zustand des Landes kennst du ja.
freigeist, ich habe nicht nach solchen beispielen gefragt, da ich nicht geneigt bin, theokratische fundamentalisten mit freiheitsaposteln zu velwechsern. meine frage war sehr konkret, aber zugegebenermaßen auch eine eher längliche antwort heischend.
sie haben recht, herr winter, manchen ist der balken echt nicht genug. die brauchen dann halt gleich ein ganzes brett. ich sehe, wir verstehen uns.
Wieder einmal freudiges Draufhauen auf den Iran. Das gibt es überall im Dutzend billiger. Natürlich ist das Regime dort nicht besonders gut, aber es hat beileibe kein Alleinstellungsmerkmal. Im geografisch arabischen Raum ist es da auf Augenhöhe mit den Reichen Mubaraks und der Wahabiten, die allerdings strategische Partner des Westens sind.
Das Land wurde quasi mit einem USD 400 Mio. Destabilisierungsfond der USA (per Ex-US-UN Botschafter Bolton) angegriffen, und totalitäre Regimes wehren sich nunmal solange das geht. Darum fehlen auch die ganzen grünen Avatare. Zur Zeit wird das großflächige Posten von Kommentaren schlicht und einfach nicht bezahlt. Wo die herkamen ist eine andere Frage. Twitter wollte Fragen nach neutralisierten Daten über deren Ursprung auf der einen Seite wegen “Privacy” nicht beantworten, bei anderen Anfragen wurde auf “Datenverlust” plädiert.
Seit dem Sturz des Schahs vor 30 Jahren wird das Land vom Westen als Aussätzig behandelt und sogar einmal via Mittelsmann Saddam mit einem langjährigen, blutigen Krieg bedacht. Die Verantwortlichen wurden trotz Möglichkeit dafür nicht juristisch belangt!. Der Westen hat starke Mitverantwortung für zahlreiche materielle Entbehrungen der Iraner. Er hat hier Bringschulden. Wandel durch Annäherung sollte hier die Prämisse sein – wenn man sich keinen Blankoscheck für einen halbscharigen Kriegsgrund offen halten will.
Darüberhinaus sprechen wir hier über strikt inneriranische Angelegenheiten – und ich bin schon vor vielen Jahren davon Abgekommen mich in fremdländischen Gemengenlagen einzumischen. Als Bürger des Westens ist mir mein eigener Heiligenschein mittlerweile selbst abhanden gekommen.
Aufmerksamkeit verdienen meiner Meinung nach vielmehr die Staaten, die andere Völkerschaften Malträtieren. Die Burmesen, die beispielsweise die Karen auslöschen – was wahrscheinlich ok ist, solange keine buddhistischen Mönche verprügelt werden. Das Javanische Kolonialreich mit seinem Betragen auf den Molukken, auf Borneo (Kalimantan) und in West Neuguinea, was wahrscheinlich auch ok ist, solange nur die Orang-Utans in Ruhe gelassen werden. Mit der unübersichtlichen Lage im Geviert Uganda, Rwanda, Kongo will man sich gar nicht erst länger befassen – es sind auch nur Schwarze dort, wenngleich auch die stets geilen Bonobos an den Rand des Aussterbens gedrängt werden. Der Westen und seine israelischen Freunde … – aber da fangen wir am Besten gar nicht erstmal an mit dem Aufzählen.
Wohl eines der intern widerlichsten Regimes sitzt in Zimbabwe, wo Mugabes Schergen nicht nur zig-tausende abgemurkst haben, sondern das Land auch nachhaltig zerstört haben. Der vormalige Brotkorb versteppt mittlerweile unwiederbringlich. Zukunft, das war dort einmal. Das tägliche Sterben geht weiter.
Die Theokraten in Tehran mögen widerlich sein, aber ein Alleinstellungsmerkmal haben sie nicht. Zumindest lassen sie Fremdvölkerschaften in Ruhe. Die Chance auf eine glücklichere Zukunft sei dem Volk mit seiner großen Historie vergönnt. Nur, das ist das essentiell eine Frage mit der sich die Iraner selbst befassen müssen. Hilfe von Außen kann nur im Angebot einer Partnerschaft ohne Vorbedingungen liegen. Einmischung wird nur den Blutzoll weiter nach oben treiben.
@OAlexander
respektabler und präziser Kommentar.
ich verfolge seit geraumer Zeit diesen Blog und die interessanten und gut geschriebenen Beiträge, aber heute komme ich nicht umhin festzustellen dass Opportunismus kein positives Qualitätsmerkmal ist.
Wir haben derzeit in Deutschland nicht einmal eine rechtsgültige vom gesamten deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossene Verfassung. Wir leben in einem schwebend unwirksamen (Rechts)Staat ohen eine eigene Verfassung und mit einer Regierung, die sich aus Parteien zusammensetzt die weder vom Volk noch von diesen rechtsgültig beauftragten Volksvertretern zusammengesetzt ist. Warum greifen sie dieses Thema nicht einmal auf, statt sich mit Themen zu befassen die Ihre Leser nicht unmittelbar betreffen. zumal OAlexander hier schon treffend ausgführt hat das der Westen sich leider jeder Glaubwürdigkeit und Optionen beraubt, wenn er nicht einmal mehr Rückhalt in der eigenen Bevölkerung hat und da sind wir kurz davor. Also ich schlage vor wir kehren erst einmal vor unserer eigenen Haustüre und bringen den Saustall hier erstmal in Ordnung, ansonsten kann man keinen Respekt und schon gar nicht moralisch und ethisch sinnstiftende Aktivitiäten und Vernunft der Erkenntnis von Anderen erwarten.
In diesen Sinne
besten Gruß
Vince
@OAlexander
Und wie lautet Dein Vorschlag? Über wen darf man dann überhaupt noch schreiben? Über alle? Über niemanden? Oder nur über die Partner des Westens? Warum eigentlich? Ist ein Unrecht schlimmer als das andere, nur weil es in Ländern stattfindet, die mit dem Westen verbündet sind? Bin ich der Westen? Bin ich Außenminister? Nein, also warum soll ich nicht neutral sein?
Das rechtfertigt aber nun einmal überhaupt nichts und Du willst doch wohl nicht ernsthaft behaupten, die Oppositionellen wären von den USA gekauft?
*lol*
Demnach dürfte ich nichts mehr über den Bailout der US-Banken (inneramerikanisch) oder die britischen Staatsschulden (innerbritisch) schreiben? Noch einmal – ich bin nicht “der Westen”.
Richtig – aber wenn ich Missstände aufzeige, so plädiere ich keinesfalls für eine Intervention des Westens. Ich habe mit Absicht jegliche außenpolitische Komponente aus dem Artikel herausgelassen.
@Vince
Es gibt doch schon unzählige VT-Blogs, die diesen Schwachsinn nachplappern – bei mir wird darüber definitiv nichts geschrieben. Ganz einfach deshalb, weil das Thema schwachsinnig ist.
Was mir bei den iranischen Massenvergewaltigungen immer logisch aufstieß, ist das Phänomen, dass in einem offiziell höchst homophoben Land die Folterer selbst trotz der Massenvergewaltigungen auch von Männern sich anschließend nicht als ‘schwul’ bezeichnen lassen müssen, was sie nach der europäischen Logik ja wären. Mir wurde dieses schizophrene Faktum von einem iranischstämmigen Nachbarn so erklärt: Schwul ist im vorder- und mittelasiatischen Raum nur derjenige, der bei einem Geschlechtsverkehr unter Männern den ‘weiblichen Part’ einnimmt, wer also gef…t wird, hingegen bleibt der tätige, männliche Teil, derjenige, der andere Männer f…t, trotzdem immer noch ein ‘vollwertiger Macho’. So gesehen, werden durch diese Vergewaltigungen nur die Opfer ‘entehrt’ und traumatisiert, nur sie stehen anschließend außerhalb der herrschenden Gesellschaftsnorm. Eine reichlich krause Logik … ganz abgesehen von der grausamen Tat selbst.
@ Copoka: Meinst du das eigentlich ernst?
“Worauf ich hinaus wollte: kein internes, also ohne Einmischung der Dritter, Regime Change in der Geschichte der Menschheit hat dazu geführt, dass an den von dir im letzten Absatz angesprochenen Verhältnissen sich etwas wesentlich verändert hat …”
Ich nenne dagegen bloß mal: Die Eroberung Englands durch die Normannen, die Besiedlung Nordamerikas durch die Puritaner, die Eroberung Schlesiens durch die Preußen, die Auflösung der Heiligen Römischen Reiches durch Napoleon, die Zerschlagung der baltischen Staaten durch die Sowjetunion, der Sturz Hitlers durch die Alliierten usw. usf.
Alles das – und noch viel mehr – löste immer einen fundamentalen ‘Regime Change’ aus …
@ SF #35
Du darfst hier schreiben worüber Du willst, kein Problem. Nur, wie gesagt, “Haut den Ayatollah”-Artikel sind Massenware – dafür brauche ich spiegelfechter.de nicht anzusteuern. Ich könnte mir vorstellen, dass zu anderen Themen mehr Informationsbedarf besteht.
Das behaupte ich nirgendwo. Andererseits nehme ich durchaus an, dass der Revolution im Wasserglas durchaus eine gewisse logistische Unterstützung zugekommen ist. Von den US $ 400 Mios. dürfte nicht alles für Sattelitenfernsehen und ein paar Websites ausgegeben worden sein. Einige Lehrgänge zum Thema “Wie mache ich Revolution” sind sicherlich auch bezahlt worden. Daran, dass das WWW-Kommentariat bezahlt war, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Dass lief nach dem selben Schema ab wie die israelische PR-Aktion nach dem Finanzierungsschub von Nethanyahu. Das Pro-Israel-Kommentariat arbeitet seither auf intellektuell weit geeigneterer Ebene – oft weitaus besser als die offiziellen Regierungssprecher.
Ich behaupte durchaus, dass flankierende westliche Maßnahmen im Effekt wenig hilfreich für die Bevölkerung Irans waren. Im Gegenteil.
Das sind Themen die direkte globale Auswirkungen haben – also auch auf jeden einzelnen von uns. Diese sind daher von erhobener Wichtigkeit. Dass Du “der Westen” seist habe ich nirgendwo unterstellt.
Das ist richtig so. Bedauernswert ist aber, dass bezüglich Iran ein gewisses Vorkriegsklima herrscht. “No options ruled out” – keinerlei Maßnahmen werden ausgeschlossen, ist das Motto zumindest zweier Staaten derzeit. Ich bin da eher zurückhaltend ehe ich zu einem gewissen allgemeinen Meinungsklima beitrage.
Gruß, OA ;)
@OAlexander
Wenn Du spiegelfechter.de ansteuerst, kommst Du auch auf die Seite einer Kabaretttruppe ;-)
Spaß beiseite – ich sehe diesen Artikel nicht als “Haut den Ayatollah”-Artikel und ich habe in den letzten Monaten kaum Artikel über die Situation der Opposition in Iran gelesen. Über die Atomdiskussion, über israelische Angriffsplanungen und die geplanten Sanktionen lese ich täglich etwas – aber das ist nun einmal ein ganz anderes Thema. Ein Thema übrigens, bei dem wir beide sicherlich auch auf einer Linie liegen. Dennoch finde ich es wichtig, auch die andere Seite zu betrachten. Nur weil Iran idT vom Westen bedroht wird und vor allem Israel sicherlich nichts Gutes vorhat, heißt dies noch lange nicht, dass das “Ayatollah-Regime” in toto zu verteidigen wäre.
Schau doch mal – wenn wir beide in Iran leben würden, wären auch wir Oppositionelle und ganz sicher keine Anhänger Ahmadinedschads. Warum sollte ich ihn also aus meinem warmen Sessel heraus verteidigen? Nur weil Israel und die USA ihn weghaben wollen? Das kann´s ja nicht sein.
D´accord – sehe ich genau so.
Nein – aber es klingt bei dem Kommentar der Vorwurf durch, der Westen unterstütze schließlich dieses und jenes Verbrecherregime (das ist richtig) und sei für die Situation in Iran verantwortlich (das ist größtenteils falsch) und daher solle man Iran doch – auch in den Kommentaren des Blogs – in Ruhe lassen. Das sehe ich anders.
Ich lehne die Interventionspläne des Westens allerdings mit aller Deutlichkeit ab – so viel ist klar.
Gruß, SF ;-)
Die Überschrift “Die vergessene Revolution”.
Ob dieses nicht “leicht” überdreht formuliert wurde.
ja, zum Beispiel
Honduras: Neoliberaler Putsch mit FDP-Unterstützung
http://www.imi-online.de/2009.php?id=2031
in den Mainstream-Medien ist das verständlicherweise kein Thema, aber merkwürdigerweise scheint das auch die Blogger wenig zu interessieren
p.s.
sorry für das OT
@Salvo
Zumindest für den SF kann ich Dir das “Desinteresse” an Honduras erklären. Ich finde das Thema als solches zwar hoch interessant, bin aber in dieser Region der Welt überhaupt nicht informiert. Natürlich könnte ich eilig aufgelesenes hier widerkäuen, aber das ist mit meinem Anspruch von Journalismus nicht zu vereinbaren. Daher muss ich hier leider passen.
Es spricht viel dafür, dass das iranische Atomprogramm Irans Schicksal weit stärker beeinflussen wird, als alle bisherigen und zukünftigen grünen Demonstrationen zusammen. Insofern hat die Weltöffentlichkeit gar nicht so unrecht. Unwichtiges vergisst man schnell.
Gut, der Spiegelfechter will, aus welchen Gründen auch immer, nicht über eine Intervention im Iran nachdenken.
Aber was ist mit dem Atomprogramm?! ;-)
Gibt es Beweise, dass bezahlte Kommentatoren im großen Stil in den Blogs und Kommentarspalten von Focus, SPON und Co unterwegs waren? Würde mich echt interessieren.
Die Regierung ist nicht “der Iran”. Den iranischen Demonstranten dürfte die Lage in Arabien, Libyen, Ägypten oder Brandenburg eher Wumpe sein.
Wenn sie sich schon die Mühe machen, sich Polizei-Folter, Unterdrückung, etc. auszusetzen, sollte man sich ihre Positionen zumindest anhören. Mit der Situation in Honduras, Venezuela, Kuba, Ägypten, Saudi Arabien oder den Neukaledonischen Inseln hat das eher wenig zu tun.
Die Ursachen von Protesten liegen in aller Regel in Ungerechtigkeiten in den Ländern selbst. Nicht in irgendwelchen eurozentrischen links-rechts Schemen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Leute sich aus tiefer Liebe zur US of A in Lebensgefahr begeben haben. Ich bin nämlich bekennender Bewunderer der US of A und würd mich für dieses großartige Land nicht in Lebensgefahr begeben.
Wirklich mal zur Abwechslung echt im ernst: Wir müssen die Leute in den Meeren des Südens als Mitmenschen begreifen und nicht als Schachfiguren eines Kalten Krieges, dem ich als bekennender Commie-Haßer persönlich zwar nachtrauere, der aber nicht mehr existiert.
Man kann die Demonstranten im Iran genauso wenig als fünfte Kolonne der USA abtun wie die Zelayista Demonstranten in Honduras als fünfte Kolonne von Hugo Chávez.
Dies gehört zu den 3% der Artikel auf Spiegelfechter, die an sich ganz ok sind.
@ SF #40
Wenn ich im Iran leben würde, würde ich mich, zudem als überzeugter Atheist, vornehmlich mit der Warmhaltung von günstigen Bezugsquellen für Whisky befassen und ansonsten meinen Grips vornehmlich meinen Grips damit beschäftigen wie ich mich am besten andernorts Niederlassen kann.
Auch ich verteidige Ahmadinejad nicht, wenngleich ich ihm residuale demokratische Legitimation zubillige. Weniger als 45% dürfte er auch in offener Feldschlacht bekommen haben. Lupenreiner Demokrat ist er sicherlich nicht, und auch sein Respekt für Grundlagen der Menschenrechte lässt sehr zu wünschen übrig. Darüberhinaus würde ihm die Teilnahme an einem Einfführungskurs in diplomatie gut anstehen.
@ Albert #45
Es gibt einen Artikel der eine Veröffentlichung in der Jerusalem Post und eine Postingschwemme bei zwei seinerzeit ganz frischen, später aber hochbewerteten hauptsächlichen Twitter-Accounts zeitlich korelliert. Die Details habe ich mittlerweile vergessen. Er erschien mir als nicht unglaubwürdig und habe keine weiteren persönlichen Nachforschungen angestellt.
Auffällig war aber die sprachliche Qualität der “iranischen” Poster und Kommentatoren. Jeder Zweitsprachler macht typische Fehler die von seiner Erstsprache herrühren. Von Slawen wird zum Beispiel oft Artikel weggelassen. Iraner sind generell nicht sonderlich begabt für westliche Sprachen.
Wie war der Tagesablauf der Poster? Auf zur Millionendemo, verprügeln lassen und dann ab ins nächste Internet-Cafe und sich hinter den anderen Postern anstellen? Alles passt irgendwie nicht so richtig zusammen.
Halte ich als solches für im Prinzip uninteressant. Sollen sie doch Atombomben haben, was sollten sie mit denen machen? Als Verteidigungslinie sind sie geeignet, aber nach einem Ersteinsatz steht im Wetterbericht am nächsten Tag etwas von 400º C in Tehran. Geeignete Ideen zum Thema hier von Hans Blix, den ich sehr schätze.
@Albert
Was soll damit sein? Es gibt wichtigeres im Leben ;-)
@Klaus Jarchow
Dieses Fass mit Eroberungen, Besiedelungen, Besetzungen, Befreiungen etc.pp. wollte ich gar nicht aufmachen und beschränkte mich daher explizit auf interne, also innenpolitische Umwälzungen in den Machtetagen.
Aber auch ‘die besten’ oder aufgeklärtesten Besatzer und außenpolitische Umgestalter tun es nicht aus humanitären Gründen, auch wenn sie es zu propagandistischen Zwecken lautstark herausposaunen. Höchstens stützen sie sich dabei auf eine oder andere kollaboriende Machtpartei oder soziale Schicht. Das kann zwar zur Verbesserung der von Jens am Ende angesprochenen Verhältnisse führen, ist aber nicht Sinn und Zweck der Veranstaltung.
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@SF
Jens, hast du meine email “Höhrempfehlung” von Dienstag wieder übersehen?
@Copoka
Jein ;-)
Ich stell den Podcast gleich mal in der Sidebar ein – kommentieren werde ich das Ganze in einem Abwasch mit der Buchkritik. Schönheitsfehler – ich habe das Buch noch nicht durch ;-) Wird aber noch diesen Monat was, versprochen.
Nachtrag: Schiet, ich sehe gerade eben, dass die Sendung ja noch gar nicht ausgestrahlt wurde. Dann setzte ich den Link erst nach der Ausstrahlung.
@OAlexander
Okay, einige Twitterer haben während der Demos, vom Ausland her ihre “Liveberichte” serviert, aber einen Handfesten Beweis für Massen an bezahlten Kommentatoren sehe ich hier nicht.
Zumindest bei den Supportern in Foren auf Nachrichtenseiten scheint es sich einfache um Symphatisanten zu handeln. Neulich lies sich das am Putsch in Honduras beobachten. Plötzlich waren sehr viele Contra-Zelaya Kommentare in den Kommentarspalten. Vom Sprachlichen her waren diese Kommentare oft nicht auf Anhieb von deutschen Muttersprachlern zu unterscheiden. Doch man konnte ihre Texte an den fehlenden Umlauten leicht erkennen. Letztlich gaben sich auch einige als Südamerikaner zu erkennen.
@ Copoka: Der Mensch ist nicht gut – soweit d’accord, und zwar weder oben noch unten. Unten hat er aus machtpolitischen Gründen nur weniger Gelegenheit, Unsinn anzurichten. Er ist aber auch nicht per se schlecht. Ein Mischwesen halt, Schimpanse mit Großhirn … der zumeist immer erst hinterher schlauer ist.
@ OAlenxander
Denkwürdige Haltung, die in den Beiträgen kenntlich wird. Deutlich differenzierter als der basierende Artikel des Spiegelfechters.
@ SF
Also ich dachte schon, du würdest für’s Morgenmagazin trainieren. So einen Brei kann ich da zum Frühstück löffeln.
In diesem Beitrag in einem arabischen Forum kann man beispielsweise lesen
Phantasiert der Forist? Lügt er schamlos? Angesichts der Medienschlacht, die um diese Wahl und die ‘grünen proteste’ abgehalten wurde, erscheint es mir am weisesten, garnix für bare Münze zu nehmen. Wenn Wahrheitssplitter meine Augen erreichen, weiß ich nicht, wie sie in Relation zu anderen Fakten stehen. Wenn Lügenmärchen erzählt werden, kann ich diese nicht als solche identifizieren. Wer mit oder gegen wen aus welchen Gründen mit welchen mittel- und langfristigen Zielen da was auch immer postuliert/verneint/fordert/lügt und/oder macht/geschehen läßt/unterläßt wie auch immer, erkenne ich nur ein undurchdringliche Suppe, die keinem wirklich schmecken dürfte.
Der Iran ist eine Demokratie, wie es sie wahrscheinlich noch mindestens hundertmal auf diesem Globus gibt, verlogen, heuchelnd, täuschend, Rechtsstaatlichkeit verletzend und mißbrauchend usw, aber wir haben hier vor Ort unsere eigenen Aufräumarbeiten.
Selbstverständlich darfst du über Amerika, frankreich, Italien, Israel, GB oder Liechtenstein schreiben. Deren innere Angelegenheiten tangieren die unseren gewolltermaßen erheblich. Mit denen sitzen wir im selben Nato-Boot, auf demselben Finanzveflechtungs-Floß. Für die renditen amerikanischer Investoren riskieren wir das Leben unseres Nachwuchses. Wenn das nicht verbindet, dann weiß ich auch nicht.
Und was du da so vollmundig als Schwachsinn abtust, halte ich für ein absolut diskussionswürdiges Thema. Der von dir verlinkte wiki-Artikel beleuchtet ja nur einen Aspekt der Problematik, die in ähnlicher Form bereits nach dem ersten Weltkrieg aufkeimte. Denn zu dem zeitpunkt hätte es den gründervätern des Deutschen Kaiserreichs zufolge im Falle eines Untergangs eine Neukonstituierung geben müssen. Wie diese auszusehen hatte, war 1871, oder wann das war, auch bereits ausgearbeitet worden. Da wurde auch nix Unmögliches verlangt, sondern vielmehr etwas Natürliches und Naheliegendes.
Alle Deutschen sollten sich nach dem Untergang auf den Marktplätzen treffen und gemeinsam, sozusagen basisdemokratisch, einen Fortgang bestimmen. Das fand in der Form nie statt, soweit ich weiß.
Ich habe bei Gesprächen mit Zeitzeugen eine sowohl witzige als auch bedenkliche Beobachtung gemacht. Fragte man einen Altkommunisten nach dem Ende von WK1 und der Entstehung der Weimarar Republik, dann schwört der Stein und Bein, daß die Kommunisten damals eigentlich den Volkswillen widerspiegelten und auf’s Kreuz gelegt worden waren.
Dieselbe Frage wurde von einem Kaisertreuen (“Wir wollen unsern alten Kaiser Willem wiederhaben…”) in etwa ähnlich beantwortet. Das Volk wollte ja eigentlich den kaiser zurück, aber diese ominösen ‘die’ hatten mal wieder Alle auf’S Kreuz gelegt.
Ein Demokrat aus der Zeit hingegen, fand die Entwicklung ganz OK, da ja ansonsten die Kommunisten oder die Ewiggestrigen das Ruder an sich gerissen hätten … und das hätte ja niemals passieren dürfen, denn zur Demokratie gab es keine Alternative (tina läßt grüßen?). Das mit dem ‘auf’s Kreuz legen’ kommt beim Demokraten dann eher zum Ende der Republik vor.
Bedenklich finde ich dabei, daß tatsächlich geschmuht wurde wie nur was.
Dennoch können heutige Kreditinstitute bei den Erben ehemaliger Grundstückskäufer aus der Zeit völlig zu Recht Knete einfordern. Wenn das geht, sollte auch eine Klärung der damaligen Umstände möglich sein. Zumindest ein offenes Wort darüber sollte möglich sein. Vielleicht kann durch dieses offene Wort die Eintreiberei der Bankster gestoppt werden. Das wäre doch mal ein reinigender Schritt.
@ R-Winter
Mach doch mal Urlaub im Kibbuz. Das erweitert den Horizont.
@Degnaphata
Wow! Was für eine Quelle! Mich haut´s fast um ;-)
Dann haben alle Medien gelogen! Die Iraner haben Bilder mit Photoshop gegrünt? Wahnsinn!
Super Haltung – dann brauchst Du das Netz aber gar nicht mehr anzuschauen. Könnte alles eine Lüge sein. Vielleicht ist die Erde auch eine Scheibe und der Mond ist nur ein Scheinwerfer? Weißt Du´s? Bist Du schon einmal zu Fuß um die Erde gegangen oder zum Mond geflogen? Siehste
Als ob mich das jetzt gewundert hätte ;-)
Lass gut sein.
@ Albert
Keine Ahnung, wie es um Dein Sprachgefühl bestellt ist. Ich kann sehr wohl zwischen erst- und zweitsprachigen Deutsch und Englisch unterscheiden. Das geht nicht immer zu 100%, aber eine Quote von 80-90% traue ich mir immer zu. Möglicherweise unterschätze ich die Schulsysteme im Iran und “Südamerika”, respektive Goethe Institut und British Council aber gewaltig. Darüberhinaus, waren sicher eine gute Anzahl von Posts echt. Die Twitter Kampagne war aber IMHO zweifelsohne ein Fake.
Desweiteren ist Deutsch in Lateinamerika eine weitestgehend nicht-gesprochene Sprache – mit Japanisch kommt man weiter. Und, jawoll, mir ist das Argentinische Tagblatt bekannt. Aber nicht mal im brasilianischen Süden, wie etwa Santa Catarina oder Rio Grande do Sul findet sich noch Deutsch mit halbwegs kohärenter Grammatik.
Aber alles im Leben ist halt Glaubenssache.
@OAlexander und Albert
Ich hatte ja damals sehr kritisch über dieses Thema geschrieben. Für mich steht fest, dass ein Großteil der “iranischen” Twitterer damals nicht in Iran saß. Ich vermute dahinter aber eher Sympathisanten aus dem Kreis der exiliranischen Gemeinde, die naturgemäß oft perfekt englisch sprechen.
Das ist für mich aber nur ein medialer Nebeneffekt. Bei den Demonstrationen vor Ort waren nun einmal Iraner, die – wenn überhaupt – nur marginal von außen unterstützt wurden. Das gilt nicht aber für die Berichterstattung im Netz!
@albert – sowohl hier als auch auf telepolis und anderen portalen, die sich öfter mal mit themen beschäftigen, die konfliktherde betreffen, an denen irgendwie moslems beteiligt sind, habe ich öfter, ich nenne es mal so, ein gefühl, dass sich dort in den kommentaren sogenannte u-boote bewegen. leute, die eine andere kulturelle identität oder ein anderes anliegen vorgeben. leute, die dort ‘ihren job’ machen. schrecklich finde ich immer wieder, wenn es ihnen gelingt, bestimmte stimmungen zu erzeugen oder zu verstärken. eine dieser stimmungen ist (blödes wort, ich weiss) islamophobie. bezahlte kommentatoren im sinne von agents provocateurs sind nun wirklich nichts neues auf der welt.
da hier, im deutschland des westens, eine große unkenntnis der kulturellen besonderheiten insbesondere im vorder- und mittelasiatischen raum ( einschließlich russland) besteht, wird diese unkenntnis eben mit jenen vorurteilen befüllt, für die wir so gerne anfällig sind. ich staune immer wieder, und dann reg ich mich auf und ätze rum. den gebildeten exiliraner, der sich hierher verirrt und dem das schicksal seiner landsleute ehrlich an die nieren geht, würde ich erkennen können – semantisch.
nur um mistverständnissen vorzubeugen: hierher verirrt sich sonst wohl kein iraner.
was die twitterei betraf, da war viel sensationsgier, feigheit und gadget-geilheit im spiel. die anderen wurden verprügelt. das trifft auch unsere allgemeine charakterlage ganz gut.
@ Degnaphta
Ich war in meinem Leben in über 30 Ländern von Nord nach Süd und Ost nach West. Dieses “Horizont” werden Sie wahrscheinlich nie erreichen, aber so ein Wirrkopf wie Sie, habe ich selten getroffen.
@Klaus Jarchow
Ja, an sich sind Menschen weder gut noch schlecht, es sind eben nur Menschen.
Sieht Gott auch ich leite meine Affinität zum Gemeinwohl nicht aus Altruismus oder überbordender Menschenliebe ab, sondern aus der schlichen Einsicht, dass auch mein Wohl längerfristig mit dem Wohl der Gemeinschaft steht und fällt.
Viel mehr erwarte ich derart Einsicht von den wie auch immer gearteten Eliten oder jenen, die darauf erpicht sind welche zu sein, weil sie idR von der Gemeinschaft und gesellschaftlichen Verhältnissen am meisten profitieren und bei gesellschaftlichen Obstruktionen am meisten zu verlieren haben. Und wie ich feststellen muss, ist diese simple Einsicht heutzutage sogar vielen s.g. Volksparteilern hierzulande komplett abhanden gekommen.
Was die gebildete, aufstrebende und progressive iranische Jugend und ihre Idolen an der Macht anbetrifft, so weiss ich nicht so richtig, ob sie in der Hinsicht wirklich besser als die Ajatollahs sind – so gut kenne ich dieses Land und die Kultur gar nicht. Ich bin aber, alleine aus meiner Erfahrung her, sehr sehr skeptisch.
Interessant ist es allemal, was nun im Lande abgeht. Ich hoffe sehr, es findet seinen Weg – die Geschichte dieser Kultur lässt darauf hoffen.
Die Unterdrückung ist in allen westlich geprägten, teils muslimischen Diktaturen viel, viel grösser als im Iran.
Das gilt von Marokko einmal die Küste entlang bis Ägypten, dann nach Syrien und die zentralasiatischen “Republiken” sind dann wirklich ganz schwarze Löcher.
Worum es bei der Iran-Kampagne geht ist das Geld des Landes, das bis jetzt in Stiftungen der dortigen Oberklasse national gebunden ist.
Anders gesagt, entweder per Raubzug oder Revolution hin zum westlichen Diktaturmodell soll die fette Beute befreit und dem internationalen Kapitalmarkt zugeführt werden.
hi jens,
nach wie vor lese ich deinen blogg sehr gern und oft. doch wie ich schon einmal zu einem artikel bzgl. des attentats auf jörg haider schrieb, sehe ich eine leichte veränderung deiner sicht und position.
kleines beispiel: wieso muss in diesem artikel ahmadinejad als holocaust-leugner aufgeführt werden? denn genauso wird er betitelt, wenn man wieder die atombome der iraner beschwört. mir geht es nicht darum den holocaust zu thematisieren, sondern es stört mich nur, dass er für die stimmungsmache gegen iran immer instrumentalisiert wird. du singst in diesem fall im gleichen chor mit…
seit dem du auch für einige online-blätter schreibst, schwimmst du leicht in richtung psydoalternativer mainstream. als reiner blogger warst du ein original.
salam alaikum,
sunshine
@sunshine
Als Holocaustrelativer, nicht als -leugner. Das ist aber felsenfest, seine Aussagen am Al-Quds-Tag sind unumstritten.
Ich finde, man muss ein Arschloch Arschloch nennen dürfen, auch wenn andere Arschlöcher ihn ebenfalls als Arschloch bezeichnen.
Zeig mir einen alten Artikel, in dem ich etwas anderes geschrieben habe. Ich bin gespannt.
alaikum salam
@ R_Winter #58
OK, OK, HerR_Winter, Sie haben den Längeren. Das gestehe ich Ihnen neidlos zu.
Doch läßt sich daraus wirklich ableiten, Daß Sie zu jeder Ihnen passenden Gelegenheit den verbalen Holzhammer schwingen gegen Diskutanten, die Ihnen nicht in Ihr persönliches Konzept passen?
In Beitrag #2 beginnen Sie ganz forsch:
Wer ist ‘wir’? Gilt für diese ‘wir’ das Grundprinzip der Nichteinmischung nicht?
Ist das eine besorgte Warnung? Oder ist das eine Art Ankündigung unvermeidlicher Eskalation … how! tina hat gesprochen, oder was?
Dann schließen Sie mit diesen Worten Ihren Beitrag:
Sollte Weicheiern nicht schlicht die volle Existenzberechtigung entzogen werden? Diese schreckliche Spezies bringt doch nur Kummer und Leid über unseren schönen Globus. Nie wollen sie sich auf endgültige Lösungen einlassen, haben zudem ständig Mitleid mit Frauen und Kindern, halten Ziegenhirten für ehrbare Menschen, und was den nicht noch so für unrealistischer Quatsch durch die verwirrten Köpfe geht. Tja man müßte mal …
@ Spiegelfechter
und nun zu dir. Du willst es ja scheinbar mal fett kriegen. Also das obige Zitat mit den Weicheiern belegt mein ungutes Gefühl beim Lesen deines Artikels.
So berechtigt deine grundsätzliche Kritik an den Mißständen im Iran auch sein mag, so ist sie leider eine Steilvorlage für Hardliner.
Deinen Umgang mit Quellen kann ich nicht richtig nachvollziehen. Was dich zu dem Schluß bringt, bleibt mir schleierhaft.
Der zitierte Forist stellt keineswegs die ‘grüne Revolution’ in Frage, sondern weist auf zahlenmäßig ebenbürtige oder gar überlegene Präsi-Anhänger hin, die ebenfalls demonstriert haben sollen.
Gab es die gar nicht? Oder wenn, waren das alles ‘nur Jubelperser’? Möglicherweise so Leute, wie hier Merkel-Schildchenschwenker in T-Shirt-Uniform? “Man weiß es nicht…” würde Stefan Raab hier sicherlich sagen.
Welches Schienbein du mit deinem Photoshop-Tritt nun erwischt hast, kannst du dir aussuchen. Meins jedenfalls nicht :-)
HerR-Winter erfährt jetzt nochmal die Ehre vom Wirrkopf zitiert zu werden:
Das könnte ich jetzt mit
einfach abtun, doch ruft es in mir unterschiedliche Assoziationen wach, die insgesamt meine inneren Plausibilitätsprüfungsinstanzen dazu bringen, mal einen tiefen Griff in das Gewirr meiner mit Vorurteilen vollgestopften Schubladen zu tun.
Das ist schlichtes Handlungsreisendengewäsch. Sowas wurde mir schon über Rheinländer erzählt, die im Gegensatz zu Nordlichtern viel reden und wenig einhalten. Doch wenn ein Verkäufer mit einem schlechten Produkt durch die Gegend tingelt, dann wird er häufiger damit konfrontiert, daß der potentielle Kunde eine Zusage macht, die dann nicht eingehalten wird. “Jaja, das klingt ja hervorragend. Wir melden uns dann, wenn wir das nochmal durchgesprochen haben intern.” Wenn jetzt noch ein schlechter Verkäufer mit einem schlechten Produkt geschlagen ist, dann wird dieses Vorkommnis noch häufiger eintreten. Daß so einer die Zusagen respektive deren Verläßlichkeit aus der von ihm bereisten Region stark in Zweifel ziehen dürfte, ist meines Erachtens einleuchtend.
Vielleicht liege ich mit dieser Interpretation ja völlig daneben. Das kann ich keineswegs mit Sicherheit sagen, doch ich kann auf die Idee kommen, daß möglicherweise HMB und seine PI-Fangemeinde richtig liegen mit ihrer Behauptung, die Moslems lögen, wenn sie das Maul aufmachen. Ein Dialog sei hier weder sinnvoll noch nötig. Da paßt ja ein Puzzlesteinchen zum Anderen.
HMB als Kenner der Szenerie und HerR-Winter als Weitgereister und Weicheierablehner runden das wirre Bild ab. Wir müssen endlich handeln. So kann es jedenfalls nicht weitergehen.
Das Splitter-Balken Syndrom scheint pandemischen Ausmaßes zu sein. Wir sollten uns Sorgen machen.
@R-Winter
“Ich war in meinem Leben in über 30 Ländern von Nord nach Süd und Ost nach West. “
Meinst du wirklich das dein geistiger “horizont” etwas mit deinen Flugmeilen zu tun hat ?
lieber jens berger,
DANKE! wir brauchen dringend qualitativ gute beiträge die den leuten helfen, die dinge, die in und außerhalb des iran geschehen, differenziert zu betrachten. das ist nicht immer leicht und dein artikel ist klasse dafür.
aber wir (unsere kernfamilie) schätzen deine arbeit sowieso…
bleibt zu hoffen, dass die anderen schwachköpfe (iran ist nicht das einzige land, dass unter katastrophaler “führung” leidet) nicht alle reformbewegung zunichte machen indem sie intervenieren.
Ich hoffe nur dass die “Revolution” zu friedlichen Reformen führt.
Und das der Westen sich völlig zurückhält, so dass der Iran irgendwann nicht mehr von einem Demagogen regiert wird. Und dass der Iran von Westen her einen unabhängigen Weg gehen kann.
@Sf #5
Das ist ja nun die vollkommene Verdrehung der Tatsachen.
Die Israelis sind noch mit jeder äußeren Bedrohung fertig geworden. Trotzdem blicken alle Bevölkerungskreise, einschließlich der Linken, ratlos und nervös Richtung Iran. Selbst wenn man die Amerikaner zur Duldung eines israelischen Luftschlags überreden könnte – wobei das immer auch Auftanken oder Überflug involvieren würden -, selbst dann würde ein Erfolg allenfalls Zeit erbringen.
Je brisanter die wirtschaftliche Lage im Iran wird, je weniger Ahmadinedjad bei den ihn tragenden Schichten liefern kann, desto interessanter wird für ihn ein atomares Bedrohungsszenario gegenüber Israel. Der Vorbereitung dieser Option dient ja auch seine Hetze. Sein Hang zur Transzendenz uns seine Verwurzelung im Märtyrertum sind die beste Basis. Selbst Rafsandjani, der Intimfeind Ahmadinedjads, hat bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass die islamische Seite in einem atomaren Konflikt an Bevölkerung nur einen kleinen Teil der verlieren würde, Israel hingegen alles.
Im Grunde müssten die USA eine totale Zweitschlagsgarantie formulieren, aber dazu wird der Friedensnobelpreisträger nicht in der Lage sein.
Erst die eigene Gesellschaft als die verbrecherischste wo gibt darstellen und als Präsident eines Landes einfach ungeeignete Personen wie Achmadschinidad, Chavez, Castro, etc. erstmal als dolle Freiheitskämpfer hochjazzen, weil die ja auch voll gegen die USA sind, und sobald sich der ihre autoritäre Vernichtung nicht mehr nur gegen das eigene Volk richtet, anfangen rumzujammern.
5 Buchstaben: blind
Glaub nicht, dass sich die Proliferation von Atomwaffen auf Dauer verhindern läßt. Gleichzeitig denke ich nicht, dass die die Atomwaffe einsetzen oder auch nur damit drohen würden. Es gibt deren macho-Ego einfach einen gewissen Kick. Der Einsatz ist wieder ein ganz anderer Schuh.
Im übrigen gibt es nicht “der Iran”. Der Iran ist eine Gesellschaft mit höchst unterschiedlichen Menschen. Hab selbst mit einigen Exil-Iranern zusammengearbeitet.
Die erneuten Peinlichkeiten von R_Winter sind mir gar nicht aufgefallen. Wann immer dieser Avatar im typischen Farbton von Dänemark-Importpornoheftchen der 1960er bis 70er vor mir auftaucht tritt bei mir die interne FSK in Aktion und wirft den mentalen Killfilter an. Ähnlich verhält sich das beim Besucher von der JU-Bayern der hier als Freedom Lemmy auftritt. Leider warnt mich da kein Avatar vor dessen Ergüssen.
Nicht minder peinlich ist das Geschreibsel von Karl Heinrich (#67). Hier ist keine inhaltliche Würdigung mehr angebracht.
@ OAlexander #69
Peinlich ist nur Ihre eigene dümmlich Arroganz. Manche Menschen glauben viel zu Wissen und überblicken wenig.
Wer orientierungslos ist, wird Opfer seiner Sinne. Ich glotze CNN, ich lese Konzernzeitung, denke aber originell zu denken…schwups… nicht nur das Wetter, die Natur spielt verrückt, auch meine Sinne. Dann schreibe ich einen Blog. Im Ergebnis bin ich Lautsprecher des herrschenden Seins, das hinterlässt ja den größten Eindruck, ich bin ein Spiegel.
Ich sage tschüss
Uneingeschränkt lesenswert, auch wegen der Kommentare des Artikels, weil man unterscheiden muss zwischen dem äusserlich propagierten (Atombedrohung), dem inneren Iran (Reformstarre) und denjenigen die diese Prozesse zu ihren Gunsten ausnutzen bzw. teilweise auch lenken. Daher verweise ich gerne auch auf diesen Artikel, der die funzelige Taschenlampen-Berichterstattung der hiesigen Medien in bezug auf den kürzlichen Anschlag auf die Revolutionsgarden mal besser beleuchtet – ich würde mal sagen mit einer Deckenlampe.
Ich muss gestehen, dass ich manchmal so verwirrt bin, was und wie alles zusammenhängt, was ich glauben kann und was nicht, dass ich manchmal zu der Auffassung komme, ich weiss nur das, wenn ich mich ausziehe bin ich nackt… oder bin ich es, wenn ich mich aus dem Bett schäle und mich anziehe?!
@R(auer)_Winter
Herzlichen Dank für ihre Selbsterkenntnis, denn trotz Ihrer in ihrem
getätigten Reisen scheinen sich offensichtlich keine gedanklichen Flugmeilen angesammelt zu haben.
Anders ist auch nicht zu erklären, dass Sie dem “Konkurrenz”-Kind im Sandkasten, indem Sie mit ihm Ihr Dasein fristen einfach mal aus Vorsorge eins mit dem Schippchen überziehen, weil es sein Eimerchen nicht zeigt – da das Kind partout immer mit dem Rücken zu Ihnen steht wegen Ihrer unschlagbaren Fähigkeit grimmig zu gucken – aber sicherlich zu 100% über kurz oder lang mal mit Ihrem viel schöneren Eimerchen spielen will. Diese Masche hat sich schon bewährt beim Kind aus dem Irak – und siehe da: Es spielte mit blossen Händen.
Dafür spricht auch, dass der US-Geheimdienst selber im März diesen Jahres festgestellt hat, dass der Iran kein waffenfähiges Uran verfügt. Ich erahne die Argumentationskeule, dass seitdem immerhin sieben Monate vergangen seien. Schön und gut, also nochmal kurz in der Geschichte gekramt und zu Ihrer Verwunderung sehe ich, dass das National Intelligence Council selber schon Ende 2007 zu der Überzeugung kommt, dass der Iran nicht vor 2015 in der Lage sein werde eine Bombe zu bauen. Nur schade dass genau das Wissen darum umgekehrt wird, um schamlos missbraucht zu werden für “mediale” Kriegsmache – heuchlerisch ist das schlicht Messen mit zweierlei Mass.
@ Hitziger Sommer
Sie scheinen ja ein wirklicher Spezialist in Sandkästen zu sein.
Dann spielen Sie mal weiter in IHREM Sandkasten.
@ R_Winter
Danke für Ihre fundierte Gegenrede mit sehr überzeugenden Argumenten. Desweiteren spiele ich nicht in “MEINEN” Sandkasten (wie sie es darlegen) , sondern in “EINEM” – übrigens sitzen Sie da (nicht nur) neben mir als einer unter vielen -, aber das scheint Ihnen entgangen zu sein, da mir Ihre Reaktion bewusst gemacht hat, dass der Splitter in Ihrem Auge nicht nur ihren Blick trübt, sondern auch so tief sitzt, dass er aufs Gehirn drückt. Sehr wahrscheinlich auf den Bereich, der Bildersprache entschlüsselt.
Ich wünsche Ihnen weiterhin erfolgreiches Nachdenken.