Für was führen wir eigentlich Krieg?
geschrieben am 21. Oktober 2009 von Spiegelfechter
Wer denkt, Afghanistan ließe sich durch Wahlen befrieden, sollte sich besser die letzten dreißig Jahre der afghanischen Geschichte anschauen. Seit dreißig Jahren tobt in Afghanistan ein Krieg mit immer wieder wechselnden Fraktionen. Dem Land fehlt nicht nur jede demokratische Erfahrung, um sich nach Vorstellung des Westens in eine zentralistische Demokratie nach westlichem Muster zu entwickeln. Dem Land fehlt zudem alles, was einen Staat nach geltender Staatslehre ausmacht – spätestens seit Beginn des Bürgerkrieges hat Afghanistan kein klar zu umreißendes Staatsgebiet, es gibt kein klar zu umreißendes Staatsvolk, und eine Staatsgewalt, die landesweit ein Gewaltmonopol innehat gibt es auch nicht. Wofür kämpfen wir eigentlich am Hindukusch? Was soll aus den Stammesgebieten werden, die wir Afghanistan nennen?
Der dreißigjährige Krieg
Seit dem Jahr 1978 herrscht in Afghanistan Krieg. Zunächst tobte ein Bürgerkrieg zwischen der neuen kommunistischen Zentralregierung und den Mudschaheddin. Dann kamen 1979 die Sowjets ins Land, mussten aber trotz eines Truppenaufgebots von 115.000 Soldaten das Land 1989 geschlagen verlassen. Über 13.000 sowjetische Soldaten mussten das Abenteuer mit ihrem Leben bezahlen, über 35.000 wurden verwundet. Auf Seiten der von Saudi-Arabien, den USA und Pakistan unterstützten Mudschaheddin fielen rund 170.000 Soldaten, die Zahl der zivilen Opfer ist schwer zu schätzen – meist wird jedoch eine siebenstellige Zahl genannt. Nach dem Abzug der Sowjets folgten mehrere Phasen des Bürgerkriegs – zuerst kämpften die Mudschaheddin gegen die Kommunisten, dann zerfielen sie nach dem Sieg in verschiedene Fraktionen, die sich gegenseitig bekämpften, wobei sich schließlich die Taliban durchsetzten. Kaum waren die Taliban an der Macht, ging es jedoch nahtlos weiter – nun führte man vor allem im Norden Krieg gegen die sogenannte Nordallianz. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center mischten nun auch die USA und Großbritannien im afghanischen Krieg mit. Zunächst koalierte man mit der Nordallianz, um später eine Regierung nach eigenen Vorstellungen zu formen. Der Krieg jedoch ging weiter.
In den letzten acht Jahren kämpften 44 Staaten an der Seite der neuen Zentralregierung gegen ein unübersichtliches Konglomarat aus Widerstandsgruppen, die gerne unter dem Sammelbegriff Taliban zusammengefasst werden. Das Truppenaufgebot der ISAF und der außerhalb des NATO-Einsatzes kämpfenden Amerikaner und Briten hat bereits heute die höchste sowjetische Truppenkonzentration im Jahre 1988 überschritten, Tendenz stark steigend – dafür sind die Verluste wesentlich geringer. Rund 1.500 Koalitionssoldaten fielen bisher im Einsatz in Afghanistan, die Zahl der militärischen afghanischen Verluste beträgt rund 5.000 bei den Regierungstruppen und rund 25.000 bei den Aufständischen, die Zahl der zivilen Opfer lässt sich wie so oft nur schätzen. Seit Beginn des dreißigjährigen Krieges sind über 2 Millionen Menschen an den Kriegsfolgen gestorben und unzählige Menschen wurden durch die Kriegswirren vertrieben. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der Krieg in absehbarer Zeit ein Ende finden wird. Der Traum des Westens, sich aus dem Land zurückzuziehen, sobald eine starke und allseits akzeptierte Zentralregierung in Kabul wieder ihr Machtmonopol durchsetzen kann, scheitert bereits im Ansatz. Afghanistan ist kein Staat, Afghanistan ist ein unüberschaubares Stammesgebiet mit unüberschaubaren Interessenkonflikten.
Ist Afghanistan eigentlich ein Staat?
Der Theorie zufolge muss ein Staat ein Staatsgebiet, ein Staatsvolk und eine Staatsgewalt aufweisen können. Fehlt auch nur eines dieser Elemente, kann man nicht von einem Staat sprechen. Afghanistan fehlen jedoch alle drei Elemente. Die Grenzen Afghanistans entsprechen in ihrer Form eher der kolonialen Vorgeschichte der Region, als einem gewachsenen Staat. Das heutige Afghanistan geht im Wesentlichen auf die Staatsgründung von Khorasan im 18. Jahrhundert zurück – nur dass das damalige Staatsgebiet neben Nordafghanistan auch das ganze heutige Tadschikistan, die Hälfte Usbekistans und Turkmenistans und Teile des Irans umfasste, dafür aber nicht die paschtunischen Gebiete Südafghanistans. Das heutige Afghanistan ist eher ein Sammelbecken für Stammesgebiete, die zu Zeiten des „Great Games“ weder von den imperialistischen Russen im Norden, noch den imperialistischen Briten im Süden und Osten erobert werden konnten. Warum gehören die paschtunischen Provinzen im Süden und Osten des Landes zu Afghanistan und die Provinz Waziristan zu Pakistan? Warum gehören die usbekisch und tadschikisch dominierten Teile im Norden nicht zu Usbekistan oder Tadschikistan, sondern zu einem afghanischen Staat?
Genauso unscharf wie das Staatsgebiet lässt sich das Staatsvolk umreißen. Im Norden leben Stammesgruppen, deren Name bereits an die Nachbarstaaten Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan erinnert. Im Westen und der Landesmitte leben hauptsächlich Stämme, die persischer Herkunft sind, und im Süden und Osten die Paschtunen, die auch in den benachbarten Regionen Pakistans die Bevölkerungsmehrheit bilden. Klassische Afghanen gibt es nicht – genau so wenig wie eine afghanische Sprache. In Afghanistan gibt es 57 verschiedene Sprachen und über 200 verschiedene Dialekte. Weitverbreitet sind jedoch Persisch, das auch in Tadschikistan Landessprache ist, und Paschtu, die Sprache der Paschtunen. Ein afghanisches Staatsvolk und ein afghanisches Staatsgebiet sind somit eher ein Produkt der Phantasie westlicher Politiker, die sich in kolonialistischer Tradition über ethnische Grenzen hinwegsetzen. Bedeutender als diese traditionellen Faktoren ist jedoch die fehlende Staatsgewalt bei der Beurteilung der Zukunft Afghanistans.
Macht oder Ohnmacht?
Die Farce um die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan hat vor allem eines klargemacht – es ist vollkommen egal, ob der Präsident Karzai oder Abdullah heißt, es geht letztlich nur darum, wer in einem durch und durch korrupten Zentralregierungsapparat die Pöstchen besetzt. Reale Macht hat die Zentralregierung nur in einigen Teilen des Landes und dort auch nur deshalb, weil entweder die Günstlinge des Präsidenten mit Geldern des Westens geschmiert werden oder westliche Soldaten diese Macht durchsetzen. Im August hat gerade einmal jeder dritte Wahlberechtigte für einen der Bewerber gestimmt. Vor allem in den Provinzen stimmte kaum ein Afghane aus eigner Überzeugung ab, sondern meist auf Weisung des Stammesführers oder des Dorfältesten, die sich von den Bewerbern haben kaufen lassen. Dass jede dritte Stimme für Karzai und – worüber selten berichtet wird – auch jede achte Stimme für seinen Herausforderer Abdullah ungültig war, spielt dabei schon wieder fast keine Rolle. Der gewählte Präsident hat keine Legimitation vom Volk, wie es das westliche Demokratieverständnis definiert – Wahlfälschung hin oder her.
In den Provinzen weiß kaum ein Bauer, wer Karzai oder Abdullah eigentlich sind, noch hat er jemals Kontakt mit der Kabuler Zentralregierung. Die lokale Macht wird durch die Dorfältesten, die Stammesführer oder lokale Warlords ausgeübt. Die Kabuler Zentralregierung ist in vielen Gebieten überhaupt nicht durch staatliche Stellen vertreten und hat noch nicht einmal die Macht, Steuern für die Zentralregierung zu erheben. Egal ob der Präsident Karzai, Abdullah oder auch Micky Mouse heißen mag – außerhalb Kabuls wird dies weder wahrgenommen, noch macht es einen Unterschied. Lediglich der Westen und die Günstlinge der Zentralregierung interessieren sich für diese Frage.
Wofür kämpfen wir?
Wenn die Besatzungstruppen der westlichen Staaten abziehen, würden Karazai und seine Günstlinge das Land schneller mit Koffern voller Geld verlassen, als der AFN „White Christmas“ spielen kann. Im Süden und im Osten würden die Taliban bereits am nächsten Tag die Macht übernehmen und der nächste Bürgerkrieg mit einer neuen Nordallianz stünde vor der Tür. Dies ist sicher keine zufriedenstellende Perspektive, aber was ist die Alternative?
Afghanische Analysten sehen die in den Kinderschuhen steckende Demokratie des Landes mittlerweile nicht nur durch die Taliban und andere Widerstandsgruppen bedroht, sondern vor allem durch die antidemokratischen Tendenzen der Regierung Karzai. Als Anfang des Jahrzehnts amerikanische Bomber von ihren deutschen Stützpunkten aus Richtung Afghanistan flogen, hieß es, man wolle das Land mit Gewalt in die Demokratie bomben. Man kann einem Land ohne jegliche demokratische Tradition nach westlichem Verständnis aber keine Staatsform überstülpen, die auf westlicher Demokratie und einem westlichen Zentralstaatsprinzip fußt. Was kann man überhaupt unternehmen, um den fortwährenden Krieg zu stoppen?
Wahrscheinlich bräuchte es eine regionale Konferenz, bei der alle Beteiligten an einem Tisch sitzen und es keine Denkverbote gibt. Die Landkarte muss wahrscheinlich neu gezeichnet werden, um das Morden zu beenden. Warum sollten die nordafghanischen Provinzen mit usbekischer, tadschikischer und turkmenischer Bevölkerung nicht vom Land abgespalten werden? Auch Iran müsste sein westafghanisches Teil vom Kuchen abbekommen – für den Westen ist dies freilich undenkbar. Ein noch größeres Problem für den Westen stellen allerdings die paschtunischen Gebiete dar – auch die paschtunischen Regionen Pakistans entziehen sich weitestgehend der dortigen Zentralregierung. Eine Neuordnung der Strukturen würde daher wohl auf einen eigenständigen paschtunischen Staat hinauslaufen, der allerdings ein fundamentalistischer Gottesstaat werden dürfte. Dies will weder der Westen, noch einer der Anrainerstaaten. Um diesen Gottesstaat zu verhindern, muss der Krieg anscheinend weitergeführt werden. Wie viele Millionen Opfer müssen diesen Wahn noch mit ihrem Leben bezahlen? Soll man den Fundamentalisten doch ihren gottverdammten Gottesstaat lassen – eine hohe Mauer drum herum und die Welt hat wieder Ruhe. Man kann Menschen nun einmal nicht zu einem Glück zwingen, das noch nicht einmal ihrem Verständnis von Glück entspricht.
Jens Berger
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@Für was führen wir eigentlich Krieg?
Na, für Geld. Unsere Soldaten verdienen gut, der Waffen- und Opiumhandel brummt und so mancher Konzern, der mit kriegswichtigen Gütern handelt (zB Halliburton), verdient sich dumm und dämlich. Was will man mehr?
Hmm wenn der Frieden so unmöglich ist frag ich mich ja schon wie das ganze unter der konstitutionellen Monarchie 1933-1973 und der Republik bis 1978 gelaufen ist. hast du da zufällig genauere Informationen drüber? Aus Wikipedia erfährt man eigentlich nur von deren Existenz, kaum mehr Details. Ich weiß etwas über Grenzstreitigkeiten mit Parkistan über das Patschtunengebiet und Sowjetischen Einfluss (Deswegen auch der Putsch) und ein relativ guter Zugang zu Bildung für Frauen.
Das schient mir ja doch alles vergleichweise friedlich und geordnet abgelauen zu sein.
Die 3-Elemente-Lehre von Jellinek (Staatsvolk, Staatsgebiet, Staatsgewalt) dient eigentlich nur dazu, Staaten von Nicht-Staaten abzugrenzen. Das Scheitern eines Staates lässt sich mit ihr mE nur begrenzt gut erklären.
Viel eher macht es Sinn, hier den Begriff “Nation”, bzw. “Nationalstaat” einzuführen. Afghanistan ist keine Nation, kein einheitlicher Sprach- und Kulturraum.
Vergessen wird hierbei die Rolle Afghanistans als Keil zwischen Iran und China.
Und, als Aufmarschgebiet in einem eventuellen Krieg gegen Iran.
Man munkelt ja von 500.000 Mann, die in Bölde im Süden Afhanistans stationiert werden sollen.
So schaut es nach der Meldung hier aus:
http://www.informationclearinghouse.info/article23566.htm
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP20909_270909.pdf
http://www.hintergrund.de/20090928500/globales/kriege/geheimtreffen-zu-afghanistan-in-deutschland.html
Also, hier geht es um mehr, als Afghanistan und seine Mullahs. Es geht um die Stationierung von bis zu einer halben Million an Soldaten aus USA und NATO-Staaten. Wer glaubt, dass man diese Leute und das Gerät für die Befriedung Afghanistans benötigt, irrt gewaltig.
Der Südwesten Afghanistans ist hierbei interessant, bildet die Topographie ein Becken, wo sich sammeln und versorgen läßt.
Der Frieden in Afghanistan ist garnicht gewollt. Und wenn es keinen gibt, der Anschläge verübt, helfen MI6, CIA und Freunde eben gern nach.
Der Faktor “Zeit” wird gern bei globalen Planspielen ausser Acht gelassen.
…ne Mauer drum bauen…
Bischt a Kaschperle he?
Hab gerade auch einen Beitrag auf Deutschlandfunk zu dem Thema gehört, aber hier erfährt man sogar mehr Fakten :-)
Zu der Frage, ob Afghanistan ein Staat ist: beim Staatsgebiet spielen die Fragen, die du aufwirfst (völkerrechtlich) eigentlich nicht die große Rolle. Es geht eher darum, ob die Grenzen eindeutig und von den anderen (Nachbar-)Staaten anerkannt sind. Aber die anderen Punkte (Staatsvolk, Staatsgewalt) stimmen natürlich. Die letztlich entscheidende Rolle bei der Staatlichkeit spielt aber in der Realität eher die Anerkennung durch die Völkergemeinschaft.
.
Es ist in meinen Augen etwas naiv anzunehmen, dass die Gotteskrieger dort bleiben. Gotteskrieger haben es so an sich, dass sie die unangenehme Tendenz aufweisen ihren Gott für alles zum Gott zu machen und sich dabei von Schlagbäumen kaum aufhalten lassen.
Ich halte es für durchaus angebracht auch mal die Glut auszutreten, bevor ein Buschbrand draus wird.
Der Einsatz in Afghanistan ist verkorkst, von hinten bis vorne, da nie eine konsequente Strategie zu sehen war. Wozu Afghanistan mit den dort vorhandenen Bedingungen werden kann/soll wurde nie klar.
Aber eine Strategie, wie man mit Failed States umgeht muss man finden. Siehe auch Somalia. Es ist meines Erachtens ja nicht so, dass die meisten Menschen dort mit der Situation sonderlich glücklich sind (warum würden sie sich denn sonst auch bemühen zu Hundertausenden nach Europa oder in sichere Länder zu gelangen). Sie alleine zu lassen mit Gotteskriegern, sie dem Zorn und der Wut von Fundamentalisten zu überlassen haben diese Menschen auch nicht verdient.
Der Versuch eine Mauer um Deutschland zu bauen, mit dem Verweis, dass uns Probleme auf einer Welt woanders nichts angehen, halte ich für gefährlicher und unmenschlicher als aktiv an möglichen Verbesserungen zu arbeiten.
@ 1. Franko:
Du hast die Pipelines vergessen.
@ 3. Simon:
Das Scheitern eines Staates offenbart sich ja oft im Verlust der Staatsgewalt/ des staatlichen Gewaltmonopols (Bsp. Somalia, Kongo)
Wenn ich eine Kleinigkeit korrigieren darf: Die über 13.000 Todesopfer der Roten Armee stellen eine sehr penible Gesamtaufzählung dar. Ich habe mein Buch über Combat Losses of the Red Army grad nicht mit (am WE wieder), aber ich meine mich zu erinnern, dass die direkten KIA nicht über 5000 waren, dazu kamen über 3000 später gestorbene Verwundete, 1500 Unfalltote, der Rest an Krankheiten und Selbstmord sowie an Gewalttätigkeiten in der Truppe selbst gestorben. Eine recht grosse Zahl (über 1000 iirc) waren auch nicht Armee-, sondern Polizei- und MWD-Angehörige etc., die die afghanische Regierung ähnlich unterstützten wie Polizei- und THW- etc.-Einheiten des Westens und Söldner die afghanische Regierung heute.
Insofern vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Die westlichen Verluste werden zumindest etwas verschleiert, indem Verwundete sofort ausgeflogen werden und auch ein späterer Ausfall nicht unbedingt als Afghanistan-Tod gelistet wird. Militärnahe “Entwicklungshelfer” wie Polizisten, technische Dienste, Söldner etc. werden gar nicht gelistet. Die Ausfälle durch Krankheiten dürften auch in der Tat niedriger liegen. Insgesamt schätze ich, dass im direkten KIA-Bereich die westlichen Truppen bislang zwischen 40 und 60% der sowjetischen Verluste erlitten haben. Bei Verwundungsfolgen, Krankheiten und Selbstmorden dürfte die Verlustrate durch die bessere und teurere Infrastruktur und Versorgung der Soldaten erheblich niedriger liegen. Auch Gewalttaten in der Truppe selbst sind wohl deutlich seltener, auch wenn ich bei meinem USA-Besuch etwas über Totschlagsfälle bei den US-Truppen gelesen habe.
Ach ja, und noch ein Aspekt: Der Krieg mit der UdSSR war ein Stellvertreterkrieg, in dem die Aufständischen aufwändig mit modernsten Waffen aufgerüstet wurden. Jetzt gibt es bestenfalls ein paar sympathisierende Geschäftsleute in Saudiarabien und den Golfstaaten, die ihnen etwas Geld zuschieben (und NATO-Kommandeure, die sich damit Stillhalten erkaufen). Ok, und der Drogenhandel ..
Nett zu lesen:
http://atimes.com/atimes/South_Asia/KJ20Df03.html
Gruss, a^2
Deine skizzierte Lösung, das auseinander brechen von Afghanistan zuzulassen, ist aber auch sehr riskant. Es besteht dann zumindest das Risiko, dass Pakistan (und die anderen Stans in der Region) destabilisiert werden. Denn zumindest die Taliban in Nordpakistan hätten dann eine klare Perspektive. Und damit besteht die Gefahr, dass dieses “Paschtunistan” dann irgendwie an die pakistanischen Atomwaffen kommt.
Insofern sehe ich eigentlich nur die Flucht nach vorn als mittelfristige Perspektive, den Militäreinsatz ernst nehmen und gleichzeitig die Entwicklungshilfe massiv ausbauen.
Ich frage mich, wie denn die “Taliban” regieren konnte? Sie muss doch auch vor den Problemen gestanden haben vor der die Allianz nun steht. Nur durch Terror und Gewalt?
@ 7 – Markus
Danke! :-)
@default.user
So so, was soll denn da gekeilt werden? Wirf doch bitte mal einen Blick auf eine topographische Karte mit Höhenlinien.
Amen! Als würde den Amis nicht bereits ihr Afpak -War um die Ohren fliegen.
Ja ja, im dunkeln ist gut munkeln und die Forderung eines Generals muss auch immer in die Tat umgesetzt werden. Daher wurde die A-Bombe auch auf Nordkorea und Vietnam abgeworfen. Glaubst Du nicht? Doch, das haben ebenfalls hohe amerikanische Generäle gefordert.
Immer Vorsicht beim munteren Word-Dropping. Die Mullahs wohnen wo anders.
So isses! Wenn irgendwo in der Welt ein Sack Reis explodiert, steckt da bestimmt der Ami oder der Brite dahinter. Du solltest Dich mal im Pressestab Ahmadinedschads bewerben. Der sagt auch immer so drollige Sachen.
@Andreas
Während der Monarchie herrschte in Afghanistan eher ein munteres Machtvakuum, bei dem die Regionen die eigentliche Regierungsgewalt hatten. Schon in der ersten Republik brodelte es gewaltig. Und die kommunistische Regierungszeit war idT durch einen säkularen und relativ liberalen Staat geprägt. Das wollten aber weder die Stammesführer noch die religiösen Kräfte und deshalb hat es ja auch gekracht.
Im Grunde lässt sich die Zeit der Sowjetbesatzung recht gut mit heute vergleichen. Die Theoretiker in Moskau konnten nicht wirklich verstehen, warum die Afghanen keinen säkularen Staat mit sozialistischer Prägung haben wollten. Die Theoretiker in Washington, London und Berlin wollen nicht verstehen, warum die Afghanen keinen demokratischenn Staat mit westlicher Prägung haben wollen. Die Praxis hat jedoch beide Theoretikier Lügen gestraft.
@Simon
Klar – ich wollte auch etwas überspitzen. Vor allem das Machtvakuum lässt mich allerdings zweifeln, ob Afghanistan überhaupt ein Staat ist.
@Limited
Das war eher eine Metapher. Sicherlich ließe sich ein Containmentgürtel um einen solchen Staat bilden – wenn man das nur will, dann geht das auch.
Nur dass sich die Glut nicht austreten lassen will und durch das panische Herumgetrete gerade eben die Glut fein säuberlich auf die Nachbargrundstücke verteilt wird.
Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die Taliban in den Ost- und Südpovinzen sonderlich unbeliebt wären.
@aquadraht
Aber sicher!
Ok, das ist richtig. Obwohl m.W. Unfalltote und getötete Polizisten oder “Berater” etc. pp. auch in den westlichen Todeszahlen drin sind. Die toten deutschen Unfallopfer und die Polizisten sind zumindest einkalkuliert.
Was allerdings fehlt, sind Söldner -aber so fürchterlich viele Todesopfer sind m.W. in Afghanistan (anders als im Irak) da auch nicht zu beklagen.
Den Rest Deiner Anmerkung lass ich mal unwidersprochen so stehen.
@Yoshi
Vielleicht bräuchte man dann wohl eher eine Art Wiener Kongreß – klar, Pakistan müsste zumindest um die paschtunischen Gebiete verkleinert werden. Das schreibe ich aber auch.
Die Gefahr sehe ich nicht, da die Atomwaffen nicht unter der Kontrolle der abtrünnigen Nordwestprovinzen stehen.
@jemand
Größtenteil durch eine Machtverlagerung an die Stammesstrukturen. Ihr großer Vorteil war jedoch, dass sie mittels der Religion eine in Afghanistan akzeptierte Legitmation hatten. Die Scharia ist – da kann sich der Westen auf den Kopf stellen – in Afghanistan nun einmal beim gemeinen Volk anerkannter als die afghanische Verfassung.
Das ist ein Problem. Den Eindruck bekommen wir vermittelt über die Medien, die uns zumindest eine unterschwellige Tolerierung der Taliban suggerieren.
Aber ist dem so? Keine Ahnung. Du wohl auch nicht wirklich. Wer ist schon Experte für diese Regionen?
Es gibt da ein Portal: afghanpage.de, eine politisch ehe unverdächtige Seite. Nehme ich die Äußerungen von dort aus dem Forumbereich ernst, dann werden die Taliban mit großer Mehrheit (roundabout 90%) abgelehnt.
Ihr Gesellschaftsentwurf wird weder aus religiöser noch sonstwie weltanschaulicher Sicht geteilt.
Zudem lese ich hin und wieder davon, dass die Taliban mit allen erdenklichen Mitteln die Bildungsanstrengungen und die Initiativen für einen zivilgesellschaftlichen Aufbau behindern.
Wenn Taliban mit der Drohung Säure auf Schülerinnen in Mädchenschulen zu verpritzen in die Offensive gehen, dann kann dies viel aussagen.
Die Tatsache, dass vor Ort und in entsprechenden Communities derartiges als menschenverachtend gewertet wird, läßt mich eher schlussfolgern, dass viele dort weiter sind, als wir hier wahrhaben wollen.
Sicherlich ist Afghanistan ein Ort mit aus unserer Sicht archaischen Riten, vor allem im ländlichen Raum. Aber auch hier siegt langsam die Moderne. Die Afghanen wollen Kino, Sport und Musik nicht mehr vermissen. Die Zeiten in denen die Taliban im Kabuler Zentralstadion Fußballstadion Spiele organisierten, um zahlreiches Publikum für öffentliche Hinrichtungen zu bekommen, will dort meiner Meinung nur eine sehr kleine Minderheit zurück.
Die Menschen entwicklen sich, sie sehen, dass es viele Möglichkeiten gibt – lassen wir ihnen diese kleine Chance, die sie unter den Taliban nicht hätten und für die sie auf unsere Unterstützung angewiesen sind.
Neben diesen allgemeinen Betrachtungen ist aber auch das Moment des Eigennutzes nicht zu vernachlässigen. Die Agenda der Taliban und von Al-Kaida reicht wesentlich weiter als Afghanistan.
Als nächstes dann Pakistan, dann Saudi-Arabien? Der Brand kann sich auch ausweiten, wenn man die Glut einfach weiter glühen läßt. Es gibt sicherlich Alternativen, eine aktive Weltinnenpolitik begrüße ich aber. Die Irren sind in ihrer wletweiten Vernetzung ziemlich gut geworden, das sollte man nicht unterschätzen.
Mir erscheint ein Modell, in dem die UNO eine Rolle als vorsorgende Sicherungsinstitution einnimmt, wesentlich effektiver, als hinter den Extremisten die Scherben aufzusammeln.
Ich bin sicher Afghanistan wäre heute politisch wesentlich stabiler, hätte man es denn zugelassen.
Massoud hatte ein Ordnungs- und Rechtssystem erschaffen, das in der Geschichte Afghanistans einmalig war. In den kontrollierten Gebieten war mit dem Einverständnis der hiesigen Bewohner – bis zum Einmarsch in Kabul 1992 und danach bis zu Massouds Tod – die Einfuhr und Einnahme aller Rauschmittel und Tabakwaren einschließlich Zigaretten für jeden strikt verboten. Dies schloss auch den Anbau und jede Art der Verarbeitung solcher Mittel ein und galt selbst für Kommandeure und andere hochrangige Mitglieder.
Massoud: “In der Provinz Badachshan gibt es ein paar Kulturen. Ismaeliten leben dort, eine islamische Sekte, die seit Jahrhunderten süchtig sind. Sie pflanzen für den Eigenkonsum an. Aber wenn Sie nach Chay Ab ins Gefängnis fahren, finden Sie dort Ghollam Salim, den Tycoon des Drogenhandels. In einer einzigen Aktion beschlagnahmten wir bei ihm eine halbe Tonne Opium. Jetzt sitzt er bereits das dritte Jahr im Gefängnis. Trotz all seines Geldes und Einflusses.”
1988 heiratete der 35-jährige Massoud ohne großes Aufsehen die Tochter des Kameraden Kaakaa Tajuddin. Diese Tatsache wurde jedoch aus Sicherheitsgründen lange Zeit geheim gehalten. Selbst seine ständigen Begleiter haben dies erst Jahre später erfahren.
Die Tatsache, dass Massoud mit den Einmischungen des pakistanischen Geheimdienstes ISI nicht einverstanden war und diese massiv bekämpfte, führte dazu, dass er an verschiedenen Fronten zu kämpfen hatte, nämlich gegen die Sowjetunion und die von ihr abhängige kommunistische Regierung Afghanistans einerseits und andererseits gegen Pakistan und dessen Marionetten.
Massoud: “Unsere Politik war stets, dass wir gute und freundschaftliche Beziehungen zu allen haben. Aber wir haben unsere Unterwerfung niemals akzeptiert und werden sie auch nie akzeptieren.“
Im Winter 1362 (1983/84) hielt die kommunistische Regierung Afghanistans eine “Gerichtsverhandlung in Abwesenheit”] ab, bei der Massoud des Hochverrats angeklagt wurde. Das Gericht erklärte ihn für schuldig und verhängte das Todesurteil gegen ihn. Noch vor dem großen Angriff auf Panjsher meldete die Regierung, dass “das Urteil des Gerichts vollzogen”, also Massoud getötet und “seine Gruppe vernichtet” worden sei. Dadurch sollte die Moral der Anhänger Massouds unter der einfachen Bevölkerung außerhalb Panjshers und insbesondere in Kabul gebrochen und Massoud selbst für „vogelfrei“ erklärt werden. Massoud begriff, dass diese Aktionen wohl weitreichende und massive Angriffe auf Panjsher mit sich bringen würden. Nach eingehender Beratung mit den Vertretern jeder Region Panjshers kam er zu dem Entschluss, dass eine völlige Evakuierung Panjshers innerhalb kürzester Zeit die beste Lösung zur Vermeidung eines Massakers an der Zivilbevölkerung sei.
Als im Frühjahr 1363 (1984) die Sowjetunion den großen Angriff auf Panjsher plante, rief Massoud die Bewohner auf, das Tal vollständig zu evakuieren. Die Liebe der Menschen zu Massoud und ihre Hingabe für den Widerstand war so grenzenlos, dass sie bereit waren, dafür dieses unglaublich große Opfer zu bringen.
Der Aufruf dieses Mannes genügte, um innerhalb von zwei Wochen über 130.000 Menschen, quasi die gesamte Zivilbevölkerung Panjshers, dazu zu bringen, ihre Heimat zu verlassen. Sie hinterließen alles, was sie sich durch Generationen mühevoll aufgebaut hatten. Dies war nicht nur eines der größten Opfer des afghanischen Volkes, sondern auch passiver Widerstand gegenüber der “allmächtigen” Roten Armee und einer der Gründe für ihre spätere Niederlage.
Insgesamt wurde die Rote Armee von 1358-1367 (1979-1988) in Panjsher achtmal besiegt. Die Niederlage der Sowjetunion war nicht nur eine Niederlage in Afghanistan, sondern sie führte zum Zusammenbruch des gesamten sowjetischen Systems und hatte die Befreiung der zentralasiatischen und der osteuropäischen Staaten aus der Kontrolle Moskaus zur Folge. Dies veranlasste internationale Autoren, wie z.B. Kaplan in seinem Buch “Soldiers of God” Massoud als “den Sieger des kalten Krieges” zu bezeichnen. Kaplan schreibt:
“Bis er nicht gezwungen wird, entschließt sich Massoud nicht zum gewaltsamen Kampf. Dies war seine Strategie während der 14 Jahre des Widerstands. Mit seinem Sieg über das Najibullah-Regime bewies Massoud, wie sehr sich die Planer und Strategen der amerikanischen Politik im Hinblick auf Jihad(im allg.) und die Verteilung ihrer Hilfe (an die beteiligten Parteien) geirrt hatten. Das Geschick und die Erfahrung Massouds und die aufopfernde Unterstützung der Menschen befähigten ihn, der Sieger des kalten Krieges zu werden.” Dieser schreibt auch den Fall der Berliner Mauer letztendlich Massoud zu. Es ist moralfreie und ethikfreie, westliche Dekadenz die es ermöglicht hat alle Menschen in diesen Krieg zu ziehen, das Denken und Handeln kann nur von der Basis initiiert werden. Die Liebe zu einem aufrichtigen und ehrlichen Menschen scheint stärker als jede Propaganda, jede Lüge und jedes noch so moderne Kriegsgerät.
Danke Jens, wie immer! Ich sehe den Krieg in AFG mittlerweile als “erzwungenes” geostrategisches Konjunkturprogramm in der Strukturkrise, welches ohne diese Form der Nachfrage, den einzigen noch verblieben hochprofitablen Sektor der kapitalistischen Industrie auch noch zum Erliegen bringen würde.
Guter Artikel auch hier zu diesem Thema
http://www.hintergrund.de/20091020514/globales/kriege/aufst%C3%A4ndische-%C3%BCbernehmen-die-macht-in-kundus.html
“Ach ja, und noch ein Aspekt: Der Krieg mit der UdSSR war ein Stellvertreterkrieg, in dem die Aufständischen aufwändig mit modernsten Waffen aufgerüstet wurden. Jetzt gibt es bestenfalls ein paar sympathisierende Geschäftsleute in Saudiarabien und den Golfstaaten, die ihnen etwas Geld zuschieben”
Wäre auch mal interessant zu wissen, wie sich die Kosten-Relationen verschoben haben.
Ein heutiger US-Soldat kostet den USA umgerechnet pro Tag sicherlich – auch inflationsbereinigt und bei Einbeziehung der inzwischen gewachsenen Wirtschaftskraft etc. – deutlich mehr als der damalige Sowjetsoldat für die Sowjetunion. Ähnlich wird es mit dem Einsatz von Hubschraubern etc. sein, da die vorangeschrittene Hochtechnologie alles extrem teurer macht.
Mal ganz abgesehen davon, dass der wirtschaftliche Zustand der USA gerade wohl noch kritischer ist, als der damalige der UDSSR.
Hi Jens, warum schreibst Du eigentlich “Warlords” und nicht “Kriegsherren“? Ich weiß, es ist mittlerweile die auch in der deutschen Presse übernommene Bezeichnung, aber ich finde sie nicht nur nicht schön, sondern auch schlicht überflüssig, weil es nun einmal ein gleich gutes deutsches Wort gibt.
Lieber Spiegelfechter!
Du verstehst da einiges grundsätzlich miss:
1.) In Afghanistan gibt es gar keinen Krieg. Das läßt sich durch die Aussagen des größten deutschen ministerlichen Genies, FJ Jung belegen. Westliche Truppen sind nur aus altruistischen Motiven da. Sie bringen den Mädchen und Frauen den Feminismus bei.
2.) Daß multiethnische künstlich geschaffene Gebilde irgendwie nicht so recht wie ein EU-Staat funktionieren, mag zwar für ewige Grantler à la Scholl-Latour so aussehen. Aber da die Bush- und Blair-Regierung nach dem allseits bekannten „Ich mach mir die Welt, widiwidiwitt, wie sie mir gefällt“-Modus verfahren, müssen sie sich nicht an die lästige Realität halten. Der neue Friedensnobelpreisträger findet ja auch nichts dabei regelmäßig ein bißchen in Pakistan rumzubomben.
3.) Karsai ist natürlich nicht Afghanischer Präsident, sondern eine netter Grüßaugust, den man zum Umherschieben auf den Londoner, Washingtoner und New-Yorker diplomatischen Parketten benötigt. Qualifiziert hat er sich durch seine Hutmode, die so schön dem westeuropäischen „Wie klein-Fritzchen sich den Afghanen-vorstellt“-Bild entspricht.
4.) Wozu sollte man denn JETZT die Truppen abziehen? Mitten in der Wirtschaftskrise werden ISAF und enduring freedom dringend als Konjunkturprogramm für die Rüstungsindustrie benötigt! Wie viele Arbeitsplätze würden sonst allein in der westlichen Munitionsherstellung verloren gehen? Die Unübersichtlichkeit Afghanistans ist ein besonderes Plus dabei, da so die entstehenden Kollateralschäden (vulgo: Zivile Opfer) nicht erfassbar sind.
Ich hoffe ich konnte ein bißchen bei der Aufdröselung der Gegebenheiten behilflich sein.
Mit besten Grüßen
Tammox
Weil wir ein enormes Sendungsbewusstsein haben, und deswegen muss jedes Stücken Erde so aussehen, wie wir uns das vorstellen (oder es bei uns in den Büchern steht)….
(hab ich für die Beantwortung der Quizfrage jetzt was gewonnen? ) :)
das erstbeste, was man tun könnte, um diesen fortwährenden krieg zu stoppen, wäre wohl der sofortige abzug aller ausländischen truppen aus afghanistan.
das nächste, was man tun könnte, wäre zu akzeptieren, dass es regionen gibt, die nicht unseren vorstellungen von organisierten staatsformen entsprechen.
und das letzte, was man tun könnte, wäre mal ein paar leute zu fragen, die das land kennen und deren antworten hinzunehmen.
ein pashtunenstaat existiert, er heißt afghanistan. das land der afghanen, der pashtunen. grenzen haben da keine bedeutung, so lange es nicht stammesgrenzen sind. darüber hinaus sowieso nicht.
die ehemalige sowjetunion hatte ein paar gute ethnologen, die wussten, wie das dort so läuft. aber wenn schon breschnew nicht auf sie hören wollte, weil der kgb es besser wusste, warum sollten es dann später die amis oder heute wir tun?
erst alles zerstören, dann von ner große mauer drum rum träumen, das sind also unsere vorstellungen vom umgang mit einem volk, das wir dreißig jahre tödlich gepießackt haben? kuhl!
http://www.afghan-network.net/maps/afghanistan.jpg
Hier geht es nicht nur um militästrategische Interessen. Es geht um die Lieferung von Öl und Gas via Pipelines auf dem Festland Richtung China.
Wenn man sich die (auch topographische) Karte anschaut, wird man feststellen, dass die zu einer Invasion fähigen Truppen im Süd-Westen Afghanistans stationiert sind, wohingegen die “Eierköppe” lediglich im völlig uninteressanten Nodwesten stationiert wurden.
Und hier wird die Topographie auf einmal wieder interessant:
Dann schaue man sich mal an, wo man überhaupt mit Bodenpersonal im Iran einmarschieren kann.
Das sollte doch ersichtlich sein.
O.K. ich war etwas provokativ mit meinem Kaschperl. Entschuldigung dafür.
Das ist aber auch kein sonderlich tolles Argument. Denn es ist ein Unterschied, ob ein General via New York Post oder via NATO ein derart Signal abläßt. Wir reden hier nicht von Wahlkampf.
Ich habe schon begriffen. Man will ja schliesslich irgendwie daran partizipieren.
Darauf habe ich mich schon fast gefreut. Du kannst ja doch nicht ohne die operation mindfuck leben.
mundus vult decipi…
http://www.youtube.com/watch?v=ILFsdDcgwdQ
weil ich dich verstehen kann
edit:
o.k.
ich versteh das noch nicht mit dem zitieren. das scheint bei wordpress etwas anders zu sein.
mit ist nur wichtig klarzumachen, dass ich keinerlei demokratische entwicklung in diesem acht jahre andauernden krieg sehe. und weil ein vermeindlich “linker” anfängt, hier eine demokratische bewegung zu erspüren, schon recht nicht.
weder afghanistan, noch somalia und erst recht nicht serbien oder angola haben irgendein demokratisches element erspüren lassen. so wird es nicht in afghanistan sein, nicht im irak und auch nicht, wenn iran angegriffen wird.
see you soon an der front
@ SF
Danke Jens, ein sehr guter Artikel (wie immer) !
Es klingt vielleicht zynisch, aber Afghanistan gehört zu meinen Lieblingsthemen.
@ Vince
“Insgesamt wurde die Rote Armee von 1358 – 1367 (1979 – 1989) in Panjsher achtmal besiegt. Die Niederlage der Sowjetunion war nicht nur eine Niederlage in Afghanistan, sondern sie führte zum Zusammenbruch des gesamten sowjetischen Systems und hatte die Befreiung der zentralasiatischen und osteuropäischen Staaten aus der Kontrolle Moskaus zur Folge. Dies ….”
Vince, ich werde Dir jetzt eine Frage stellen, aber zuerst lese mal einen anderen Artikel “C`est la guerre” auf z.Z. Seite 8 am 07.09.09 geschrieben.
Ich empfehle Dir meine (und @name`s) Kommentare gegen f.lübberding durchzulesen (ach, was soll`s, lese lieber alle Kommentare).
Uuups, ich muß ganz kurz weg.
Bitte nicht einschlafen !
Fortsetzung folgt ……..
Artikel so gut wie meistens, aber eine kleine sprachliche Anmerkung zur Übersicht: “für was” finde ich unbeschreiblich hässlich. “Wofür” oder vielleicht auch “warum”?
@ Vince
Bin wieder da.
Also Vince, meine Frage lautet (zum zweiten Mal) so: Wo hast Du das abgeschrieben ?
Oder so: Wo hast Du diesen Quatsch abgeschrieben ?
Und jetzt halte Dich fest und lasse Dich überraschen.
Die Rote Armee hat keine einzige Schlacht oder ein Scharmützel in Afghanistan verloren.
Nicht mal eine.
Überhaupt keine.
Diese Behauptung von verlorenen Schlachten/Scharmützeln gehört zu der üblichen Mythologie, die von den Amerikanern für die leichtgläubige Bürger der USA (und des ganzen Westens) erschaffen wurde.
Ich muß Dich leider enttäuschen,aber der Afghanistankrieg führte nicht zum Zusammenbruch der Sowjetunion.
Es waren ganz andere Gründe und Ursachen, die zum Zusammenbruch der SU führten (über eine der mehreren Ursachen kannst Du im selben, obengenannten Artikel @ name`s Kommentar Nr.63 in den letzten 2 Zeilen nachlesen).
Das ist übrigens, auch ein Märchen der Amerikaner.
Vince, wenn Du irgendwas über den damaligen Afghanistankrieg erfahren willst, dann mußt Du leider die russische Sprache lernen.
Sonst mußt Du Dich mit irgendwelchen Märchen abfinden bzw. begnügen.
PS. Liebe Freunde, ich appeliere an Euch alle.
Bitte glaubt nicht, an das, was die Amis Euch über diesen Krieg (und auch andere Kriege) der Russen erzählen.
Sie (Amis) sind doch die ewige Feinde der Russen.
Ihr wißt doch, was das Wort “Informationskrieg” bedeutet, oder ?
Zum Thema:
http://www.warandpeace/ru/en/exclusive/view/40490/
http://www.warandpeace.ru/en/exclusive/view/40490/
Es hat geklappt.
Der Oligarchen-Kapitalismus und die Turbo-Geldaristokratie besitzen keine Empathie für die Menschen.
Sie haben damit ihr Schicksal selbst besiegelt.
Dazu ein ergänzender Artikel:
http://www.wirtschaftsfacts.de/index.php?option=com_content&view=article&id=136:oktober-2009-2-monatshaelfte&catid=14:blog&Itemid=21#Der_Tod_der_Seele_des_Kapitalismus
@19 Limited
Sagen wir es mal so – alle Experten, die in seriösen Blätten wie Independend, Al jazeera oder Asia Times schreiben, sind sich da einig. Während ich spärliche gegenteilige Meinungen nur in den altbekannten Blättern.
Nur das Bauern in Helmand kein Internet nutzen – die Meinung der Expats ist da komplett irrelevant und eher ein Paralleluniversum.
Dem wird so sein.
Na ja – ich frage mich eher, wo solche Meldungen herkommen und ob sie – wenn sie denn wahr sind – mehr als Ausnahmen sind, die die Regel bestätigen.
Die Taliban sind nämlich auch für ihr islamisches Wohlfahrtssystem bekannt und konkurrieren da mit dem Westen aber nicht(!) mit der Zentralregierung, die eher für Korruption bekannt ist.
@20 Vince
Massoud war in späteren Tagen aber ein Mitglied der Nordallianz und wurde von den Taliban getötet – nicht vom Westen.
Warum wir heute in Afghanistan Krieg führen? Das hat wohl doch eher mit der geographischen Lage als mit Konjunkturprogrammen (@name) zu tun, denke ich.
Mein Bauchgefühl sagt mir auch, dass wir den fortgesetzten Einsatz in Afg einer Lobby zu verdanken haben, zu der z.B. der gute Henryk M. Broder gehört, die den Iran lieber heute als morgen bombardieren würden. Für einen Angriff auf den Iran ist Afghanistan zu wichtig, als dass man dort vorschnell abziehen könnte. Aber auch die Zugänge (Transit) und Kontrolle zu Öl und Gas mögen eine Rolle spielen.
Im Zusammenhang mit Afghanistan gefällt mir übrigens der Begriff “Verknotungsraum“ sehr gut. An diesem Knoten sind schon viele verzweifelt!
@Netzbummler
Weil das etwas komplett verschiedenes ist. Ein Kriegsherr kann auch im Dienste einer Macht stehen oder einer regulären Macht vorstehen.
@Tammox
Ach ja – ich vergaß
Ich hätte ja auch PSL für den Nobelpreis vorgeschlagen ;-)
So hat der Westen sich das gedacht – der Grüßaugust hat aber auch eigene Interessen, die sich vor allem in Euro und Dollar für sich und seine Parteigänger messen lassen.
Och, mit einem Abzug kann man ganz prima Steuersenkungen für Leistungsträger und ähnliche Dinge für Partikularinteressenträger bezahlen. Wir brauchen mal nicht denken, dass ein gesparter Euro/Dollar dem gemeinen Volke zukäme.
@default.user
Drum sprach ich ja auch von der Topographie. Wenn Iran Öl/Gas nach China liefern will, so verläuft der optimale Weg über Turkmensitan/Kasachstan und nicht über die hohen Berge des Hindukush. Das ginge zwar, ist aber immens teuer. Und außerdem existieren bereits Pipelines vom Kaspischen Meer nach China, an die man anbauen könnte. Der Traum vom Energietransferland Afghanistan existiert nur in den Köpfen einiger Haliburton-Manager und einiger Schreibtischstrategen, die mit Energielieferungen nichts zu tun haben.
Das liegt daran, dass im Südwesten die Aufständischen konzentriert sind und bei den Eierköpfen Ruhe ist.
Whatever, 500k Soldaten haben die USA überhaupt nicht übrig. Das ist graue Theorie.
weder afghanistan, noch somalia und erst recht nicht serbien oder angola haben irgendein demokratisches element erspüren lassen. so wird es nicht in afghanistan sein, nicht im irak und auch nicht, wenn iran angegriffen wird.
@SF 37:
Das hat mir jetzt keine Ruhe gelassen, und ich habe mal geschaut, ob die Wiki mit dem übereinstimmt, was ich auch wusste. Und Tatsache:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsherr
“Kriegsherr (bzw. engl. Warlord) [ist] ein militärischer und politischer Anführer, der in einem begrenzten Gebiet eine absolute politische Macht ausübt.”
“Erstmals tauchte der Begriff warlord als Lehnübersetzung des deutschen Begriffs Kriegsherr im Englischen im Zusammenhang mit der Republik China auf, da zwischen 1911 bis 1949 Teile des chinesischen Festlands von Kriegsherren kontrolliert wurden, die die Autorität der formell existierenden Zentralregierung in Nanjing nicht oder nur bedingt anerkannten.
Heute wird der Begriff des Kriegsherrn in allgemeinerem Sinne verwendet. Üblich ist inzwischen auch die Verwendung des englischen Begriffs.“
Jens, wieder ein sehr interessanter Artikel. Dennoch kann ich mich mit einem Abzug bei der Sachlage, wie sie sich zumindest durch den Medienfilter darstellt, nicht ganz zustimmen.
Es ist nunmal so, dass wir dort einmarschiert sind. Es wurden die Schulen für Frauen eröffnet, generell eine Gleichberechtigung versucht zu fördern. Aber gerade die Leute, die sich mit dem Westen erstmal verstanden haben und sich aus der Deckung gewagt haben, werden die sein, die am meisten zu leiden haben, falls wir wieder gehen.
Die Konsequenzen aus einem Rückzug in der Regionalpolitik finde ich als Laie etwas zu schwer zu beurteilen als das es Grundlage meiner Entscheidung sein könnte; Verschwörungstheorien über amerikanische Allmachtsspielchen gehören allerdings eher weniger dazu.
Sehr differenzierter Artikel!
Zum Thema Afghanistan kann ich auch folgende Debatte empfehlen:
http://www.theeuropean.de/debatte/afghanistan-krieg
aber jens, wir jagen im afghanisch-pakistanischen grenzgebiet doch die hintermänner und planer von 9/11. die sitzen gemäss clinton und pakistanischen militärs ja nicht in guantanmo, sondern laufen immer noch frei herum. da müssen wir doch sämtliche mittel aufbieten, um diese mittelalterlichen bastarde endlich zu kriegen, ansonsten besteht die gefahr, dass sie wieder mit teppichmessern und zivilflugzeugen unsere sicherheit bedrohen oder gar an einer ominösen dreckigen bombe basteln.
http://www.cbsnews.com/stories/2009/07/20/world/main5175092.shtml
somit sind doch sämtliche mittel gerechtfertigt! vergesst niemals was vor acht jahren geschehen ist, und hinterfragt bloss nicht die offizielle darstellung von 9/11, das bekommt euch nicht gut. ihr wollt eure karriere doch nicht aufs spiel setzen, nur weil man euch mit holocaustleugnern und doofen verschwörungsfundis in einen topf wirft.
@ R-Winter
Zuspruch aus der wirrköpfigen Ecke :-)
Das Durcheinander in Zentralasien scheint ja noch wuseliger zu sein, als mir bisher bekannt war. ich empfinde das als wasser auf die Mühle des umgehenden Rückzugs aller Kriegsparteien. Irgendwen zu seiner Glückseeligkeit bomben zu wollen, hat noch nie funktioniert.
Statt Gewehr beifuß halte ich Zivilhilfe beifuß für den fruchtabreren Ansatz.
Sollte es sich als sinnvoll erweisen, zwischen den verschiedenen innerafghanischen Blöcken/Völkern/Stämmen Pufferzonen zu etablieren, damit die sich nicht endlos gegenseitig bekriegen, wäre das ein Job für Blauhelme.
Doch sollte man Zuständen den Vorzug geben, die zivile Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen usw wieder aktiv werden lassen können. Diese echten helfer sind durch die Besatzung seitens der Industrienationen nämlich gründlich vertrieben worden.
Falls tatsächlich eines der bei einem solchen Vorgehen entstehende Gebiete sich als ‘Gottesstaat’ etablieren möchte, sehe ich das als für uns Außenstehende eher nachrangige Entwicklung. Das geht uns nichts an, wenn wir das Grundprinzip der Nichteinmischung ernst nehmen wollen. Auch beruht es ja eher auf Unterstellungen, daß ein ‘Gottestaat’ weltweite Hegemonie betreiben würde. Ist Amiland ein Gottesstaat? Nein, also weltweite Hegemonie kann aus jeder Ecke kommen.
Wie auch immer die zentralasiatischen Völker sich zu organisieren zu gedenken, ist uns dabei der Zuschauerplatz zugewiesen. Als Humanisten sollten wir stets hilfsbereite Zuschauer sein.
ich möchte in dem Afghanistan.Kontext ein relativ junges und informatives Blog vom Terrorexperten empfehlen
zitat:
–> Nahezu alle Aufständischen, die die US und NATO-Truppen in Afghanistan bekämpfen, sind keine religiös motivierten Taliban oder Al-Qaida-Kämpfer, sondern eine neue Generation von Stammeskämpfern, die um territoriale Kontrolle, Bodenschätze und Schmuggel-Routen kämpfen, so eine Zusammenfassung eines US Geheimdienst-Berichts.
Einige der wichtigsten Gruppen des Aufstands, inklusive einer, die jüngst verantwortlich ist für eine Welle von amerikanischen Opfern, standen sogar in Opposition zu dem harschen islamischen Regime der Taliban in den 1990er Jahren. (…)
“Neunzig Prozent ist ein lokaler Stammesaufstand,” sagte ein US Geheimdienst-Beamter, der die Bewertung mit ausarbeitete. “Zehn Prozent sind Hardcore-Ideologen, die für die Taliban kämpfen.” <–
mfg
Dann schreibt hier wieder einmal einer was von der grossen Gefahr die aufkäme wenn der Westen aus Afg. abzöge und das Land den “Gotteskriegern” überliesse.
Einige grundsätzliche Betrachtungen zum Thema:
Die Afghanen und Taliban haben wenig für Al-Quaeda übrig. Gedankt sei ihnen für ihren Beitrag bei der Entsorgung der Russen, und auch bei der Machtergreifung der Taliban leisteten sie Hilfestellung. Danach waren die Al Quaeda, vornehmlich Fremdlinge mit etwas zu grossem Selbstbewusstsein in Afghanistan vornehmlich lästig.
Die Taliban waren dazu bereit Bin Laden und co. an die USA auszuliefern, verlangten aber ein minimales juristisches Prozedere, wie formeller Auslieferungsantrag mit Beweismaterial als Anlage. Als seinerzeitiger Staatsgewalt war dieses Verlangen von ihnen gerechtfertigt.
Wie sehen die Afghanen das: wenn sie Karzai und den Westen unterstützen schlagen ihnen die Taiban die Köpfe ein. Wenn sie die Taliban unterstützen schlagen die NATOs ihnen die Köpfe ein. Wenn sie keinen unterstützen schlagen eben beide zu.
Afghanistan ist ein Land in dem weiten Teils Glühbirnen mit Stromanschluss als Hochtechnologie gelten. Effektiv ist das Land also irgendwo vor dem 20. Jahrhundert angesiedelt. Aufgrund kaum vorhandener durchdringender Einflüsse – Fremde wandeln gelegentlich durch die kargen Täler und verziehen sich immer wieder bald, auch weil es dort nicht wirklich was zu Holen gibt – und ziehen alsbald weiter, wohl noch ein paar Jahrhunderte früher. Literatur spielt keine große Rolle, da kaum einer Lesen kann. Darüberhinaus, wie und für was sollte man das anwenden was man durch Literatur erfahren kann? Das Land ist karg und die Wege weit. Innovationen lohnen sich kaum.
Das Land ist Afghanistan, weil über die Zeiten Beziehungen zwischen den tiefen Tälern entstanden sind. Für andere Mächte erwies es sich stets als nicht lohnend das Land zu erobern, zudem gibt es nichts zu holen.
Die Taliban bringen für diese vielen Täler eine gemeinsame Ordnung, eine gemeinsame Ethik, ein gemeinsames Recht basierend auf Konzepten die für alle Afghanen verständlich ist, dem Islam – und auch eine gewisse Bildung. Vielleicht werden sie auch dafür sorgen, das Konflikte zwischen den Tälern und Stämmen friedlich gehandhabt werden können, anstatt wie historisch mit Scharmützeln und langanhaltenden Blutfehden.
Ich, als “strenger Atheist”, habe selbstverständlich für Religion im Allgemeinen nichts übrig. Ich habe allerdings ein Verständnis von der Bedeutung der Religion in der Menschheitsgeschichte, in der Evolution der Spezies Mensch. Ich halte die Taliban für eine Schritt Vorwärts in der Geschichte Afghanistan. Die Ordnung die Sie bringen, trotz aller Schrecken, ist besser als das Chaos zuvor.
Und auf ihre Art werden sie auf Dauer, ohne dass sie das wollten, den Boden für ein Zeitalter der Aufklärung im Land schaffen. einem Land dass dann eine gewisse Organisationsstruktur haben wird. Das kann Jahrzehnte dauern, vielleicht aber auch etwas länger. Wie auch immer, theokratische Regimes haben sich aus gutem Grund nie nachhaltig durchgesetzt.
Was bringt der Westen? Ausser der Verbrunnungsoffensive der Bundeswehr und Kosmetikschulen für höhere Töchter bekommt der Dunstkreis der Macht die üblichen Bestechungsgelder. Außerdem weiß man in Afghanistan, Fremde kommen und gehen.
Daß der Westen bei seinem Besuch in Afghanistan sich mit der Nordallianz, argen Wüstlingen, verbündet hat zeugt von seiner Doppelmoral. Daß er auch noch gleich das Nachbarland Pakistan, wo mittlerweile Bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, an den Abgrund bringt zeugt von Dummheit.
Weitreführende Informationen
Ein umfangreiches Dossier zum Afghanistan-Einsatz findet sich auf unserer Seite:
http://www.paperbite.de/thema/afghanistaneinsatz
Neben einer gewissen Zustimmung zum analytischen Teil ist mit dieser Satz hier aufgefallen. So geht’s, glaube ich, gar nicht.
Der Grund, warum “wir” “da” sind, ist übrigens ganz einfach die Annahme “Kommst Du nicht zu ihnen, kommen Sie zu Dir.”. Diese Annahme scheint geteilt zu werden, aber ein Wegsperren von Menschen in Reservate ist nicht gut, auch wenn die Alternative aus Sendungsbewusstsein oder Prävention vor Ort zu bestehen scheint.
BTW, die SciFi-Literatur hat sich mit den vorgeschlagenen antizivilisatorischen Reservaten schon seit langer Zeit beschäftigt.
@ 45
äh hier der Link (könnte man den ins wort terrorexperte in post 45 integrieren?)
http://terrorexperte.blogspot.com/2009/10/us-eingestandnis-wir-bekampfen-das.html
@46
Die Thesen, deiner Analyse sind im Kern völlig falsch. Sie sind eine Mischung aus idealistischen Vorstellungen, ohne konkrete Einordnungen und arroganter Unwissenweit. (es gäbe keine Literatur, na holla hia).
Das gilt sowohl für die alten Thesen zu AFG, als auch für die Erklärung der aktutellen Lage fort.
1) Die SU hat den Krieg in AFG nicht militärisch verloren. Die Entscheidung zum Abzug wurde im Politbüro während der Siege in AFG (!) aus völlig anderen Gründen getroffen. Die militärische Stingerlege hält sich selbst bei scheinbar aufgeklärten Charakteren wie von selbst am Leben.
2) Unter der SU erfolgte eine Einbindung von AFG in den ökonomischen Markt. Die Lösung der sozialen Frage, war der Kernpunkt, den es zu lösen galt, und diese Lösung fiel mit Zusammenbruch des gesamten realsozialisten Lagers in sich zusammen. Ursache für alles ist letztlich der Ölpreiskrieg, den die Vereinigten Staaten mit Saudi Arabien Anfang der 80 ziger Jahre gegen das sozialistische Lager eröffnet haben, und der letztlich an der ökonomischen Front (Trozki hatte mit der These weltweiter Sozialismus oder gar nicht schon recht) nicht zu gewinnen war.
3) Die Zustimmung zu den Talibs, die oftmals mit den Stammesinteressen der Paschtunen zusammen, aber auch auseinanderfallen, in AFG ist hoch, weil diese im Kern die Lösung der sozialen Frage streng religiös beantworten. Für den Westen ist AFG ein überflüssiges Aufmarschgebiet, bei dem kein politisches und ökonomische Interesse besteht, dieses in die kapitalistischen Strukturen des Weltmarktes, außerhalb eines militärischen Aufmarschgebietes gegen die kapitalistischen Konkurrenz (China, Rußland, Indien) einzubinden.
4) Die Entstehung der Talibs sind Ausdruck der weltweiten Strukturkrise des Kapitals, welches an den Rändern der kapitalistischen Zentren, eine besonders perfide Lösung der sozialen Frage hervorgerufen hat. Sie sind kein Fortschritt im Rückschritt seit 1990.
@SF
Kannst du mir links für deine These geben? Würde ich gerne nachlesen.
Es gibt in Afghanistan mittlerweile regelmäßige Erhebungen zur Stimmungslage.
Ich zitiere mal ein paar Ergebnisse:
Frage: Wer ist Schuld an der Gewalt in Alfghanistan?
Tailban 49% – USA/NATO 21 % (landesweit)
Taliban 57% – USA/NATO 11% (Nordost)
Taliban 33% – USA/NATO 47% (Südwest)
Ergo: Die Taliban werden landesweit und auch im Südwesten als große Gefahr gesehen.
Worin sehen Sie die größte Gefahr in ihrem Land?
Taliban – 68%
Drogenhändler – 33%
USA – 22%
Quelle: Umfrage für ARD,abc und BBC 2009
Diese Ergebnisse – bei denen die Leute vor Ort immerhin direkt befragt wurden und dies nicht das Ergebnis eines eventuell landesfremden Journalisten ist, deckt sich weitgehend mit der Stimmungslage im vom mir verlinkten Forum.
Sicherlich haben die Taliban in einigen Gegenden Unterstützung. Im großen und Ganzen sind sie aber äußerst unbeliebt.
Eine Aufspaltung würde weit mehr Probleme mit sich bringen.
Und warum soll das Land überhaupt aufgespalten werden? Es gibt doch genug Länder, wo sich viele gänzlich verschiedene “Stämme” vereinigen konnten. Wenn man sich unser Nachbarland Iran anguckt: Da sind auch viele verschiedene Stämme mit verschiedenen Sprachen und alles was dazu gehört. Aber das Land ist trotzdem vereint. Denn es gibt eine Sache, was all diese Menschen eng verbindet: der Islam. Ich habe selbst den Aufmarsch der Taliban und die damalige Regierung erlebt und ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Menschen damals zufriedener waren. Die Sicherheitslage war für Aufghanistan beispiellos. Korruption gab es überhaupt nicht. Natürlich gab es auch Fehler und inumane Vorgehensweisen. Aber insgesamt gab es bei weitem nicht soviele Ungerechtigkeiten, soviele Konflikte und soviel Angst in der Bevölkerung. Was die Taliban an Infrastruktur aufgebaut haben wird auch nie erwähnt. Wenn der Westen tatsächlich helfen will, sollte er die Idiologie der dortigen Menschen akzeptieren und nich versuchen seine eigene “super-system” aufzuzwingen. Afghanistan ist für “diese” Demokratie nicht bereit und wird in auch nie bereit sein. Viele Menschen schließen sich den Taliban nur an, weil die die Islamischen Werte in der Regierung vermissen.
@Momen:
Das sehen andere, darunter auch der SPIEGELFECHTER, anders. Oder zumindest werden die “Fehler und inumane Vorgehensweisen” stark abgelehnt. Warum auch nicht?
Dennoch, das Resümee, der vorgeschlagene Mauerbau, ist – dezent formuliert – schwach.
Eine Gaza-Lösung so zu sagen.
BTW, sind eigentlich alle Linke hier so pessimistisch bzgl. der Säkularisierung “dieser” Regionen? Müsste nicht gerade die Linke hier strunzreaktionäre Haltungen erkennen, die, äh, angemessen zu bearbeiten sind?
@ name / #46
Entweder hast du mein Zeugs nicht gelesen, oder die Nummer verwechselt. Ich habe ja nicht mal die Sowjetunion erwähnt. Deren Sozialismus-Programm ist in den Tälern gar nicht angekommen. Damit hat sich das. Die dortigen gewachsenen Strukturen wollten keine Veränderungen – mehr Packesel vielleicht. Für soziale und gesellschaftliche Veränderungen muss da erst einmal eine philosophische Basis geschaffen werden. Darüberhinaus sage ich nicht, dass es keine Literatur über Afghanistan gibt, sondern keine Literatur für Afghanistan, alleine schon mangels Leser.
Zu guter Letzt, Deine Theorie “die Entstehung der Talibs sind Ausdruck der weltweiten Strukturkrise des Kapitals, …” ist Schrott. Die Taliban füllten schlicht und einfach ein Vakuum aus, das nach dem Abzug der Sowjets da war. Legitimation bezogen die aus ihrem erfolgreichen Widerstand gegen den als solches verstandenen sowjetischen Eroberungsfeldzug und der Religion als verbliebenen, anerkannten, einenden Kraft.
Und verabschiede dich mal von deinem Ideologiewahn: Systeme wechseln schnell durch Gewalt oder langsam per Evolution.
@ Webbaer / 53
Was willst Du mit dieser Polemik??? Schicken wir jetzt alle Afghanen in Umerziehungslager, oder was? Entweder hast du keine Ahnung, was du da sagst, oder du bist dreist. Da müssten wir erst mal tausende Schulen bauen, Lehrer ausbilden, etc. Und wie sollte das gehen, gegen die vorhandenen inneren Widerstände?
Schaffe mal Kirchensteuer und Religionsunterricht in Deutschland ab, und dann reden wir weiter.
@ Limited / #51
Warum soll ich einer Umfrage die von ARD, ABC (USA) und BBC in Auftrag gegeben worden ist unbedingt großes Vertrauen schenken? Eine ABC (USA) Umfrage sagte auch 60% für Ahmadinejad im Iran voraus, fällt mir dabei ein. Jenseits dessen, es ist ein internes Problem von Afghanistan was dort vor sich geht. Die NATO marschiert ja auch sonst nicht überall ein um durchzusetzen was dort in diversen Meinungsumfragen gehandelt wird.
SF meinte in seinem Artikel:
Ich nehme mal an, du meintest, dass es uns eigentlich egal sein kann, ob dort jetzt eine Theokratie ist. Das ist im großen und ganzen wohl richtig. Eine Theokratie wird sich nach einiger Zeit zur Unkenntlichkeit säkularisieren oder in ein Terrorregime verwandeln, dass an inneren Widerständen zerbricht. Was die Strahlung nach außen anbelangt, würde ich mal sagen das ist nicht so bedeutend, da Pakistan auch mit einem quasi außerhalb des direkten Machtbereiches stehenden Waziristan leben konnte, bis die Amerikaner durchgeknallt sind – nun gibt’s eben in Pakistan einstweilen bürgerkriegsähnliche Zustände. Pakistanisch Paschtunistan wird sich nach dem wirtschaftlichen Wohlbefinden seiner Bürger ausrichten. Sowas heißt Wettbewerb der Systeme.
Ansonsten hat deine Formulierung leider zuviele thumbe Stellungnahmen provoziert. Wie schon von einem Vorredner erwähnt, edelst ist Deine Schlußformulierung:
Was sich auch Kollege Webbaer hinter die Ohren schreiben sollte.
@Alexander:
Sozialdarwinist, gell. Aber lag ja auch ein wenig in der Luft bei diesem Artikel. Wirkt aber net sympathisch.
Der WB bezeichnet solche Haltungen gerne als braun.
Kann aber falsch sein, am Ende gewinnt meist letztlich doch, …, die Freiheit, LOL.
Ohren steiff halten!
@54
Ich habe genau dich gemeint, und das hat schon seine Ursache, und wenn ich deinen weiteren einschätzenden Unsinn lesen muss, dann merke ich, daß du wirklich gar nichts weißt. Tut mir leid. Das sind Floskeln ohne Basis, aber typisch für Vielschreiber.
Was glaubst Du wohl, warum 80 -90 Prozent der Menschen dort auf subsitenter Basis nur existieren können, und selbst diese Form der Existenz funktioniert nicht?
Jens hatte der Kern der Zustimmung zu den Talibs zwischendurch mal selbst erwähnt: ihr Kernprogramm ist der soziale, ökonomische Rahmen, den Westen nicht leisten kann und will.
Du weißt doch überhaupt nichts davon, wie die Sowjets die Strukturen in AFG versucht haben ökonomisch einzubinden.
Im übrigen werden die Russen seit 1993 genau aus dieser Strukturkrise des Kapitals ihre jetzt Militärdoktrin ändern.
@ Webbaer / #55
Sozialdarwinistisch und braun bin ich jetzt also. Sprichst auch noch in der 3. Person von dir, wie weiland der Loddar. Brauch ich das? Nö. Piss off! Solltest lieber Flachpass spielen, wie weiland der Loddar.
@ name
Richtig. brauch ich aber nicht wiederzukäuen. Teil des islamischen Rechtes. Muss ich noch die ganze Chose von den Säulen des Islam nachlöffeln? Möglichst noch mit geeigneter Interpretation die sich mit deinen Schemata deckt?
Richtig, probiert haben die Russen was, durchsetzen haben sie es aber nicht können: innere Wiederstände die von aussen unterstützt wurden. Da musste aber erst einmal eine breit genuge Grundlage da sein die unterstützt werden konnte. Russland interessiert aber im Zusammenhang mit Afghanistan heutzutage nur mehr sehr geringfügig. Das ist so ähnlich wie mit Deutschland und Ukraine. Die Deutschen waren auch mal da.
Darüberhinaus bin ich wirklich nicht gegen Russland – ich trage sogar ein Putin T-Shirt (nämlich gar keines).
Weil das Land rückständig ist. vornehmlich aufgrund seiner Geographie. Wie ich in meinem Beitrag zum Ausdruck gebracht habe, es ist schlicht und einfach sauteuer das Land zu entwickeln, wahrscheinlich zu teuer.
Ansonsten, lass einfach die gehetzte Polemik weg.
@Alex:
Kannst Dich ja mal eindeutig erklären. Sozialdarwinsten und Braune erkennt man – entgegen der landläufigen Meinung [1] – am besten genau an ihrer Weigerung sich konträr zu erklären.
Lass es raus, Mann. Cmon. Tut nich weh. Bittebitte…
[1] Diese lautet, vereinfacht, dass Braune und Sozialdarwinisten sich schnell explizit als Nicht-Braune erklären. Das ist aber nicht so: Braune haben eine ganz grosse Hemmung sich als Nicht-Braune zu erklären.
@57
Tut mir leid, aber deine Erklärungen werden nicht besser, sondern nur schlimmer.
Es ist nicht zu teuer, sonders es besteht aus globalkapitalistischer Sicht gar kein Interesse an einer Einwicklung, die wohlmöglich eine Konkurrenz für westliche Konzerne werden könnte.
Dieser Bereich ist sehr gut im einzigen Exportprodukt AFGs nachweisbar: da geht es nur um Marktanteile, und um die Frage, wieviel Rohopium schädigt oder begünstigt die Interessen der westlichen Chemie und Pharmakonzerne.
Wenn du das nicht beachten und einordnen willst, und dazu rückblickend von Rußland schreibst, statt den alten, auf einer anderen idellen und ökonomischen Basis basierenden Namen der SU zu verwenden, dann bitte, aber rege dich nicht auf, wenn du zu völlig falschen Deutungen kommst.
Die Scharia als Bindungsmittel, deine Betonung des Primat des islamischen Rechts, spielt bei der Frage, wie ich heize, wo bekomme ich was zu fressen her, auch in AFG eine geringe Rolle, aber das zu erkennen, kann nur jemand, der nicht vom fetten Westen ohne die Erfahrung des hungerns Erklärungen abgibt. Die Talibs organisieren das soziale Überleben, und das ist Punkt, der entscheidene unter globalkapitalistischen Zuständen.
Wenn dir zusätzlich dieses Vorhalten deines Unsinns zu scharf ist, dann gibt bitte keine “Analysen” hier ab.
@ SF
Weil es, wenn so wenig Expertise vorhanden ist, nützlich sein kann jede mögliche Information auszuwerten. Es ist sicherlich nicht richtig, die Umfrage 1:1 zu nehmen, gewisse Anhaltspunkte für die Stimmungslage ergeben sich aber daraus, die sich auch im von mir benannten Afghanistanforum als Kommentare wiederfinden.
Diejenigen, die dort schreiben verfügen über eigene authentische Erfahrungen und über die in dieser Kultur vorhandenen intensiven familiären Verbindungen. Und danach ist es nicht korrekt eine breite Unterstützung für die Taliban in der afghanischen Bevölkerung zu unterstellen.
Ein internes Problem ist Afghanistan spästestens seit Einmarsch der Sowjetunion nicht mehr. Das war ein Schlachtfeld für die Großmächte und die Regionalmächte. Pakistan versucht doch schon länger Einfluss in Afghanistan zu bekommen und zu sichern. Die haben da ganz eigene Interessen. Nur als Beispiel. Auch der Iran hat dort eigene Interessen, die Drogenmafia und auch Al-Quaida u.a.m.
Welche Wohltaten hätten denn auch die Taliban für Afghanistan gebracht?
Zum Schluß gab es ein einziges Krankenhaus in ganz Afghanistan, in Kabul, das Frauen behandeln durfte. In Fußballstadien fanden Erschießungen statt. “Aufpeitschende” Musik, Kino und Tanz waren verboten (und das in Afghanistan, einem Land, das für vielfältige Musik und unendlichen Volkstänzen bekannt ist). Mädchenschulen wurden geschlossen, auch Jungenschulen wurden verpflichtet ihren Lehrplan “talibankonform” zu organisieren.
In die soziale Infrastruktur haben die Taliban nichts investiert. Bevölkerungsminderheiten, wie die Hazara oder die Usbeken mussten bluten – buchstäblich.
Die wenigsten Afghanan wollen die Taliban zurück ist meine Erfahrung.
@ OAlexander
Habe Deinen Kommentar #46 durchgelesen und wollte schon eine Antwort darauf schreiben, aber @name ist mir (zum Glück) zuvorgekommen.
So hat er mir die Mühe erspart, auf Deinen Kommentar eine lange (und eigentlich ähnliche) Antwort zu schreiben.
Deine weitere Kommentare waren ehrlich zusagen unnötig, er weiß einfach mehr davon.
Ich gebe Dir keine Schuld, daß Du (leider) unzureichend im Bezug auf Afghanistan(krieg) informiert bist.
Das ist das Problem von (fast) allen Menschen in Deutschland (und in anderen westlichen Ländern), es gibt leider nicht genügend ehrliche und sachliche Informationen bzw. Quellen hier, insbesondere was den damaligen (russischen) Afghanistankrieg angeht.
Es ist nun mal so, @name hat die Möglichkeit beide Seiten der Medaille zu sehen, Du aber, nur eine (Seite).
Es nimmt dramatische Ausmaße an:
http://de.rian.ru/safety/20091026/123676574.html
Die global herbeigeführten Disresonanzen der USA und ihrer Verbündeten sind nicht mehr beherrschbar.
Militärisch, ökonomisch und monetär.
Das politische Fiasko wird erbärmlich.
Zum Thema:
http://www.stoletie.ru/geopolitika/pozvat_rossiju_na_vojnu_2009_10_27.htm
Man reicht dem Westen zur Gesichtswahrung die Hand:
Russland, Indien und China schlagen neue gemeinsame Afghanistan-Strategie vor – Lawrow
http://de.rian.ru/world/20091027/123703425.html
Das unterscheidet die SCO von den Neocons.
Die NATO hat im komplexen geografischen Umfeld der SCO keine Chance.
Es wird der Zeitpunkt kommen, wo die USA freiwillig, ist der bessere Weg oder unter äüßeren Gegebenheiten sich öffentlich von ihren Weltführungsanspruch distanzieren müssen.
Josef Fischer wird es täglich zu spüren bekommen.
Zum Thema:
http://www.nytimes.com/2009/10/29/opinion/29sebestyen.html
»Die Angst des Weißen Mannes« Lesenswert.
Sollte Deutschland sich jetzt schleunigst zurückziehen?
Ja. Im Gegensatz zu einem ehemaligen deutschen Verteidigungsminister bin ich nicht der Ansicht, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt wird. Da wird eher Russland verteidigt. Russland ist viel mehr als alle anderen europäischen Staaten vom Islamismus bedroht. In den südlichen GUS-Staaten residieren ehemalige Parteisekretäre, die sich in orientalische Emire und Sultane verwandelt haben, aber doch den radikalen Islam unter Kontrolle halten. Wenn aber nun ein revolutionärer Islam mit sozialem Anspruch kommt, wird es schwierig. In Russland leben 20 bis 25 Millionen Muslime. Deshalb haben die Russen den Amerikanern für ihre Intervention Verbindungsrouten und Luftstützpunkte in Zentralasien zur Verfügung gestellt. Dieses Entgegenkommen ist ihnen aber schlecht gedankt worden. Mittlerweile haben Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan und Kirgistan mit Russland und China eine Art »Heilige Allianz« gegen den Islamismus geschmiedet.
Auch China wird eher am Hindukusch verteidigt als Deutschland. Uigurische Partisanen und Saboteure sind in Afghanistan ausgebildet worden. Aus Pakistan wandern Prediger ein. Peking hat den Uiguren nach den Exzessen der »Kulturrevolution« eine gewisse Selbstverwaltung gewährt. Aber Sezession wird nicht geduldet.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/158318.eine-hydra-mit-tausend-koepfen.html
Klartext von Scholl-Latour.
@ Outlook
Wie recht der gute Mann hat.
Schade, daß die Prophete nie gehört werden.
Die Wahlen der NATO werden boykottiert:
http://de.rian.ru/world/20091101/123796882.html
Das Chaos ist perfekt.
Das 21. Jahrhundert wird kein Jahrhundert des weißen Mannes mehr sein.
Zum Thema:
http://www.buchanan.org/blog/the-fruits-of-intervention-2768