Willkommen zur geistig-moralischen Wende
geschrieben am 02. November 2009 von Spiegelfechter
Als Helmut Kohl 1982 Kanzler in einer schwarz-gelben Koalition wurde, drohte er dem Volk mit einer „geistig-moralischen Wende“. Aus der von Kohl erhofften Rückkehr der konservativen Werte in den Köpfen der Meinungsbildner wurde bekanntlich nichts. Die Revolution in den Köpfen der Eliten löste vielmehr Kohls kleiner Koalitionspartner aus. Die im gleichen Jahr verfassten „Lambsdorff-Papiere“ wurden über die Jahre hinweg zur politischen und medialen Agenda. Doch der Neoliberalismus der „Lambsdorff-Papiere“ hat noch nicht einmal im Kern etwas mit konservativen Werten zu tun. Wer konservativ denkt, will meist die „guten alten Werte“ bewahren und die „gute alte Zeit“ zurückhaben. Im Jahre 1982 war die „gute alte Zeit“ die Periode vor den tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen um das Jahr 1968 herum.
Chancengleichheit und Egalitarismus nehmen für Konservative keinen besonderen Stellenwert ein. Für waschechte Neoliberale – die sich im politischen Spektrum eher bei den Libertären, als bei den Liberalen verorten lassen – spielen solche Begriffe keine Rolle. Die Freiheit ist das Maß aller Dinge, der Staat hat sich nur um die Sicherung der individuellen Freiheit zu kümmern und den Rest erledigt der Markt. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und wer eine schlechtere Ausgangsposition hat, der hat nun einmal Pech. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof.
Die gute alte Zeit
Mehr als ein Vierteljahrhundert später hat erneut eine schwarz-gelbe Koalition die Regierungsgeschäfte übernommen. Heute spricht niemand mehr von einer „geistig-moralischen Wende“. Konservative Werte sind allenfalls noch in den Köpfen einiger „ewig gestriger“ Unionspolitiker vorhanden. Eine Rückkehr in die „guten alten Zeiten“ der 50er und 60er will heute niemand mehr. Wenn man heute öffentlich von den „guten alten Zeiten“ und den „guten alten Werten“ spricht, so spukt in den meisten Köpfen – abhängig vom Lebensalter und von der Herkunft – das Bild von einer Zeit, in der Chancengleichheit und soziale Mobilität noch mehr waren als bloße Phrasen. Von einer Zeit, in der man den Begriff Zukunft noch mit Hoffnung und nicht mit Angst verband. Von einer Zeit, in der man fest davon überzeugt war, dass der eigene Nachwuchs gute Chancen hat, sich ein eigenes Leben aufzubauen, das nach sozio-ökonomischen Standards besser ist als das eigene Leben. In diesen Zeiten sorgte der Staat noch dafür, dass die individuellen Freiheiten aller Bürger in einem hohen Maße gewahrt blieben. Eine Rückkehr in diese Zeit wollen paradoxerweise genau diejenigen nicht, die sich die Maximierung der individuellen Freiheiten auf ihre Fahnen geschrieben haben. Denn nun zeigt sich, was zu Zeiten der „Lambsdorff-Papiere“ vielen Beobachtern noch nicht klar war – den Neoliberalen und den Libertären sind die Freiheiten der Masse egal, es geht ihnen letztendlich nur um die ökonomischen Freiheiten einiger Weniger.
Auch wenn die Politiker dies nicht so sagen wollen – Deutschland steht im Jahre 2009 vor einer echten „geistig-moralischen Wende“. Der pervertierte Liberalismus der „Lambsdorff-Papiere“ soll nun auch nach den Vorstellungen der Meinungsbildner auf alle gesellschaftlichen Bereiche ausgeweitet werden. Er soll zu einer echten Ideologie werden. Im Fadenkreuz dieser Ideologie steht dabei vor allem der Sozialstaat. Den Leistungsträgern Geld zu nehmen, um es – bedingungslos – Leistungsempfängern zu geben, ist für überzeugte Neoliberale eine Todsünde. Wer Leistungen empfängt, wird schließlich auch noch dafür belohnt, dass er nicht versucht, sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen.
Rampensäue an die Front
Diese radikale Position ist innerhalb der Regierungsparteien allerdings keinesfalls Common Sense. Vor allem in der Union gibt es noch viele Anhänger eines ganz anderen Staatsverständnisses. Von daher ist es auch nicht die politische Elite selbst, die zur geistig-moralischen Wende ruft. Dafür gibt es schließlich die altbewährten Kettenhunde und Rampensäue. Kaum hat Schwarz-Gelb an den Futtertrögen der Macht Platz genommen, wagen sich die neoliberalen Lautsprecher wieder aus ihrer Deckung und plärren lauter und schriller denn je. Aktuell haben sie sich den Nebenkriegsschauplatz des Betreuungsgeldes ausgesucht, um ihre geistig-moralische Wende voranzutreiben. Ob diese Wahl so klug ist, wird sich zeigen. Schließlich stören sich die echten Konservativen bereits an den plärrenden Dissonanzen im gemeinsamen Konzert.
Mütter an den Herd
Das Betreuungsgeld, so heißt es stets, sei eine Herzensangelegenheit der bayerischen Christsozialen. Das verwundert kaum, schließlich treffen hier gleich mehrere Rahmenbedingungen zusammen, die ein Betreuungsgeld für die CSU schmackhaft erscheinen lassen. Mit dem Betreuungsgeld sollen – so die Theorie – auch Eltern eine staatliche Anerkennung erhalten, die ihre Kinder nicht in eine Krippe oder einen Kindergarten schicken. Von diesen Eltern gibt es in Bayern viele – die meisten davon nicht aus Überzeugung, sondern aus der Not heraus. Schließlich gibt es in fast keinem Bundesland für jüngere Kinder so wenige Hortplätze wie in Bayern. Hier rächt sich die christlich-konservative Ideologie der Bajuwaren – Kleinkinder in einen Hort zu geben, ist für viele CSU-Politiker noch heute eine sozialistische Unart, die dem eigenen Ideal von der bürgerlichen Kleinfamilie mit dem männlichen Versorger und der weiblichen Kraft am heimischen Herd widerspricht. Um einen Rechtsanspruch auf einen Hort- oder Kindergartenplatz durchsetzen, müssten die Bayern daher tief in die chronisch leeren Freistaatskassen greifen. Da ist es billiger, den Eltern einen kleinen Obolus auszuzahlen – zumal, wenn das Geld dafür aus Berlin kommt.
Der hässliche Berliner
Kaum war das Betreuungsgeld im Koalitionsvertrag verankert, schon meldeten sich die üblichen Verdächtigen zu Wort. Der Berliner Stadtteilbürgermeister Buschkowsky zum Beispiel, der zusammen mit seinem Berliner Parteifreund Thilo Sarrazin nicht nur ein konstupides Duo bildet, sondern auch ein feines Gespür dafür hat, wann es opportun erscheint, endlich wieder das herauszupöbeln, was offensichtlich so viele Kleinbürger denken – der Prolet versäuft das schöne Betreuungsgeld doch sowieso nur und der Türke als solcher überweist das Geld nach Anatolien. Auch dies ist eine geistig-moralische Wende. Vor Schily und Schäuble galt ein Bürger als unschuldig, heute gilt er als verdächtig. Früher galt ein Angehöriger der Unterschicht als verantwortungsvolles Individuum, heute gilt er als verantwortungsloser Säufer, der selbst dem eigenen Nachwuchs das Geld aus der Spardose stibitzt, um sich damit zu besaufen. O tempora o mores – gab es früher wirklich weniger Unterschichtler mit Alkoholproblemen? Sicher, aber dies ist kein Grund, eine ganze Schicht wegen einiger schwarzer Schafe zu stigmatisieren.
Warum der Staat überhaupt Geld an Familien zahlen soll, die ihren Nachwuchs nicht in einen Kindergarten bringen, ist ohnehin nicht ersichtlich. Kriegt bald auch der Rekonvaleszente einen geldwerten Bonus vom Staat, wenn er sich von den Folgen einer Operation nicht auf Kosten der Allgemeinheit in einem Krankenhaus erholt, sondern in seinem heimischen Bettchen? Vor allem Buschkowskys Proleten, die es sicherlich gibt, werden ihr Kind doch nicht in einen Kindergarten schicken, wenn es alternativ 150 Euro vom Staat gibt. Wem ist damit geholfen? Den „ordentlichen“ Familien, da sie nun schon im Kindergarten eine aseptisch wirkende Welt vorfinden werden – frei von proletarischem oder gar subproletarischem Ballast, da der auf die 150 Euro angewiesen ist und im Zweifel am Wohl seiner Kinder spart.
Kein Geld für Bier und Kippen!
Besser, aber deshalb noch lange nicht gut, ist die Idee, das Betreuungsgeld in Form eines Gutscheins auszustellen, der nur für Waren eingelöst werden kann, die dem Kind nutzen. Letztendlich ist dies aber genauso durchdacht, wie der hehre Wunsch einer Großmutter, die ihrem heranwachsenden Enkel zwanzig Euro zusteckt, ihn aber ermahnt, dieses Geld nicht für Zigaretten oder Alkohol auszugeben. Dann bezahlt er seine Kippen und sein Bier halt mit einem anderen Zwanziger und nimmt diesen Schein für andere Ausgaben – solche ausgabegebundenen Empfehlungen erreichen eigentlich nie das, was sie bezwecken.
Richtig schlimm wird es allerdings dann, wenn Politiker offen darüber nachdenken, nur an Hartz IV-Empfänger solche Gutscheine auszugeben, wie es unlängst die Regentin höchstpersönlich vordachte. Der Dank aller Hilfsbedürftigen, die sich von nun an auch im Supermarkt oder in der Kinder-Boutique als soziale Parias outen müssen, ist ihr gewiss. Wann kommt eigentlich das aufnähbare und immer gut sichtbar zu tragende Abzeichen, das „Asoziale“ als solche ausweist? Dann wüsste jede Kassiererin sofort, dass sie dem vor ihr stehenden Unterschichtler weder Tabak noch Zigaretten verkaufen darf.
Auch die neoliberalen Kettenhunde lehnen – genau wie ihr politischer Flügel, die FDP, – das Betreuungsgeld grundsätzlich ab. Jede staatliche Transferleistung ohne Gegenleistung ist ihnen schließlich zuwider. Für die Unterschicht, die SPIEGEL-Enfant terrible Gabor Steingart als „neue Proleten“ bezeichnet, die den halben Tag fernsähen, zu viel tränken und rauchten und zu viele Kinder hätten, haben die Neoliberalen freilich nicht viel übrig, schließlich geht ein gehöriger Teil der ärgerlichen Steuern, mit denen Leistungsträger stets demotiviert werden, an eben diese ökonomisch nutzlose Schicht. Steingarts Bruder im Geiste ist der Gesellschaftsforscher und INSM-Vordenker Meinhard Miegel. Für ihn sind es die anonymen Banktransfers von Sozialleistungen und die angeblich fehlende soziale Kontrolle, die dafür verantwortlich sind, dass es überhaupt eine zahlenmäßig relevante Unterschicht gibt. Wenn Miegel recht hätte, könnte man die Arbeitslosigkeit und die Armut damit beseitigen, indem man das Transfersystem in der Form umstellt, dass Hartz IV-Empfänger ihre Bezüge täglich in bar von einem offenen Schalter auf dem Marktplatz abholen müssten und dabei ein Führungszeugnis vorlegen, das von ihren – leistungswilligeren – Nachbarn ausgestellt wurde. Herr Müller hat diese Woche kein Bier getrunken und ist jeden Morgen brav um 8.00 Uhr aufgestanden, leider kann er allerdings immer noch nicht von den Zigaretten lassen. Gut, das gibt 20% Abzug bei den Leistungen – der Nächste bitte.
Professor Unsinn übertrifft sich selbst
Doch Gabor Steingart hin, Meinhard Miegel her – niemand kann die verqueren Gedanken der neoliberalen Vordenker so schön verquast darstellen wie der allseits beliebte „Professor Unsinn“. Die neueste These von „Deutschlands klügstem Professor“ (Bildunterschrift bei Sandra Maischberger) ist, dass der Sozialstaat die Unterschicht erst hervorgebracht habe. Um in den Genuss von Sozialleistungen zu kommen, müsse man – so Hans-Werner Sinn – schließlich dem Arbeitsmarkt den Rücken kehren. Dass Menschen eine Prämie dafür bekommen, wenn sie „sich aus der Arbeitsgemeinschaft ausgliedern“, sei ein falscher Anreiz, so Sinn. Ein gestandener Ökonom geht demnach davon aus, dass Hartz IV-Empfänger sich quasi selbst entlassen haben, um in die Vorzüge einer üppigen Apanage aus der Staatskasse zu kommen. Wenn man Hartz IV also einfach streichen würde, würden diese Schmarotzer schon am nächsten Tag die Bierflasche aus der Hand legen, ihren Jobs als Biochemiker oder Fondsmanager wieder nachgehen und Start-Ups gründen, dass selbst das Silicon Valley gegen die brandenburgische Pampa aussähe wie ein strukturschwache Zone? Früher hätte ein Ökonom für eine solche These einen Satz heißer Ohren bekommen – heute hagelt es Einladung in TV-Talkshows.
Natürlich glaubt dem Gartenzwerg unter den deutschen Fernsehscharlatanen auch dort niemand, dessen IQ oberhalb der Raumtemperatur liegt. Aber dies ist die Strategie der geistig-moralischen Wende. Zunächst werden die Kettenhunde und Rampensäue losgelassen und das Volk freut sich, dass endlich mal jemand so mutig ist, die Wahrheit auszusprechen, auch wenn das jetzt natürlich überspitzt ist. Dann kommen die „gemäßigten“ Moderatoren und setzen das Gekeife der Herren Professoren in weniger schrill klingende wohlfeile Worte und schließlich Gesetze um. Erst wenn der letzte Bandarbeiter als flexibler Wanderbeiter beschäftigt ist und die letzte Kassiererin ihren Hartz IV-Aufstocker kassiert, werden die Wähler merken, dass ihre persönliche Freiheit nichts mit der Freiheit der Märkte zu tun hat.
Jens Berger
Kategorien: Deutschland Neoliberalismus
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Naja, erstmal abwarten, was Jungspund Rösler alles so im Gesundheitssystem anstellt – der wird noch alle Sinns und Miegels übertreffen.
Toller Artikel. Und danke, dass die neuesten Ausfälle der SPD und Professor Unsinns nicht unbeantwortet blieben! Schade allerdings, dass solche Einsichten “nur” einem politischen Blog vorbehalten sind und nicht in den sogenannten “Qualitätsmedien” auftauchen, noch nicht einmal in den Linken. Wie es scheint, setzt sich diese neoliberale Philosophie und Politik nicht nur durch, sondern dass auch noch praktisch unwidersprochen! Traurige Zeiten.
Alles mehr als wahr und auf den Punkt! Skurrile Auswüchse dieser beklagenswerten Entwicklung näher beschrieben hier:
http://wortpong.wordpress.com/2009/11/01/vampirismus-2-0/
Jens, Alles Gute für Dich, und danke für diesen spiegelnden Lichtblick über den politischen Zustand der heutigen Gesellschaft, wo die Irren zur Höchstform auflaufen, die eigenen bürgerlichen Rechte in den Dreck ziehen, auf Ihnen herumtreten, der Sklaverei frönen, und sich diesen Zustand noch militärisch absichern lassen.
Sehr lesenswert: http://www.hintergrund.de/20091026520/politik/inland/eine-fast-geheime-armee.html
Das Bürgertum hat sich längst zur Militarisierung und Kriminialisierung der sozialen Frage in den eigenen Kernzentren entschieden, und beantwortet diese Frage mit den Mitteln des bürgerlichen Feindstrafrechts.
Ja, man könnte kotzen. Aber doch nicht mehr über die “Sinns und Miegels”. Da ist doch alles klar. Es sind die “Maybritts und Annes”, die “Unter den Linden Zwerge” und all die Anderen Meinungsnutten, die auf die sabbernden Freier der (gut) bürgerlichen Mitte ihre Werte und Moral losspritzen.
Das ist ekelhaft und gebührenpflichtig!
Moin Jens.
Herrlicher Klartext. Findet man viel zu selten. Selbst da, wo man sich irgendwie links betrachtet… ;-)
LG
misterL
Nie?
Dann würden ja alle die jenes Abzeichen zu (er-)tragen haben, beim einfach rumlaufen in der Stadt merken wie viele sie eigentlich sind.
Und die welche es (noch) nicht tragen, auch.
Diese Feststellung ist der Kern und beschreibt die von Neolibralen und ihren Helfern angestrebte Richtung.
Überspitzt ist jedoch die Feststellung
Hier wird mit sehr groben Pinsel ein unzuläßiger, ja fast neoliberaler Vergleich gezogen.
Jungen Familien muß geholfen werden und in ländlichen Regionen und/oder arbeitszeitmäßig ist teilweise nur eine private Lösung möglich, die auch nach unbestrittenen Kenntnissen für Kleinkinder bis 2 Jahren angebracht ist. Eine rein ideologische Betrachtungsweise ist hier zweifelhaft.
Köstlich, das obere Bild!
Bevor ich zum Lesen dieses bestimmt interessanten Artikels komme, eine Fragean SF:
Gibt es dieses Bild auch größer zur allgemeinen Verwendung?
Vielen Dank für die Recherchen und das zur Verfügungstellung solcher Informationen!
Sehr guter Artikel!
In diesem Zusammenhang:
http://www.vogtland-anzeiger.de/Vogtland_Anzeiger/index.php?menuid=23&reporeid=1628
Die Entwicklung in diesem Land ist wirklich sehr beängstigend.
Eine Frage erlaube ich mir dennoch: Heißt neoliberal in Wirklichkeit nicht etwas ganz anderes? Ich würde eher von einer Finanzdiktatur bzw. einem Finanzfaschismus sprechen aber bis wir diese Wörter gebrauchen dürfen, muss es uns noch viel schlechter gehen.
Chapeau!
Sowas versuche ich dauernd meinen Nachbarn zu erklären! Ob sie das in diesem einen, nämlich ihrem eigenen Leben noch mal kapieren, weiß ich nicht, aber ich werds wiederholen, wiederholen, und wenns sein muß, bis zum jüngsten Tag. Sysiphos war doch ein glücklicher Mensch?!
Trotz alledem, weiter so…….
salud
carlo
@Alex
Sicher – mit dem ordoliberalen Neoliberalismus á la Ludwig Erhard hat das alles relativ wenig zu tun. Darum tat ich mich auch sehr lange schwer diesen “Kampfbegriff” zu verwenden. Aber was soll´s, wenn ich von Marktfundamentalismus oder Wirtschaftslibertartismus spreche, ist dies ebenfalls unscharf. Gewöhnen wir uns lieber an den Begriff Neoliberalismus, der halt nun eine neue Bedeutung bekommen hat.
Finanzdiktatur oder -faschismus ist sicherlich ganz falsch, da das liebe seine Schlachter ja Jahr für Jahr bestätigt. So funktioniert eine Demokratie nun einmal, auch wenn das Volk ein wenig beschränkt ist.
Wohl gesprochen, Herr Berger! ;)
Ich würde gerne mal dazu animieren, 2 Begrifflichkeiten zu überdenken, da sie mehr verschleiern als kennzeichnen. Erstens: Chancengleichheit. Das ist in meinen Augen großer Blödsinn. Chancengleichheit habe ich auch an der Losbude. Aber quasi auf den Erfolg beim Losen eine Lebensplanung zu gründen, kann ja im Ernst keiner wollen. Hier wäre angebrachter: Chancengerechtigkeit. Aber das ist erst das Vorspiel.^^
Was mir richtig gegen die Bürste geht, ist der Begriff “Neoliberalismus”, der zu Unrecht verwandt wird. Kann jetzt jeder selbst nachschlagen, was sich damit ursprünglich verband. Eigentlich müßte es eher heißen: Marktanarchie. Denn wir haben keine Marktwirtschaft, auch keinen radikale. Das wäre der Untergang unserer Konzerne, so wir sie kennen.
Richtige Marktwirtschaft würde bedeuten: Stärkung der Rechte der Arbeitnehmer und Zerschlagung aller (Quasi-)Monopole und Konzerne. Denn die Marktwirtschaft der Theorie funktioniert nur mit Marktteilnehmern auf gleicher Augenhöhe. Von daher gehört bspw. jedem höheren CDU-FDP-CSU-Funktionär der Müller-Armack um die Ohren geschlagen, wenn er noch einmal was von einer real exisitierenden Marktwirtschaft faselt. Und den Neoliberalismus in seiner ursprünglichen Bedeutung nachplappernd-populistisch verunglimpft.
PS: Ich sehe, da hat sich thematisch was überschnitten. Ich laß den Post aber dennoch stehen.
@R_Winter
Nun, wer hat gesagt, dass Kinder großziehen kostenneutral ist? Aber mal ernsthaft – dieses Argumentationsgerüst ist doch genau die neoliberale Strategie. Der Staat versagt, darum muss alles privat gelöst werden. Nein, auch auf dem Land muss es ausreichend Kindergartenplätze geben. Und wer dieses Angebot nicht wahrnehmen will … dem sei so, aber das sollte dann auch ein privat finanzierter Sonderweg sein und da muss sich der Staat gefälligst raushalten. Warum soll ich bayerische Spießbürger unterstützen?
Hallo Jens und vielen Dank für diesen Artikel, der mir sehr aus dem Herzen spricht!
Beste Grüße,
N.
Btw.: Haben die den Sinn bei Maischberger tatsächlich als
bezeichnet? Ich habe ihn beim zappen kurz erblickt und umso schneller weiter gezappt, bevor ich Gefahr lief, mit allen greifbaren Gegenständen nach dem TV zu werfen….was mir in letzter Zeit häufiger passiert… ;-)
@Sven
Nenn es wie Du willst, wenn wir das Gleiche meinen, ist das schon ok ;-)
Aha? Interessante Theorie. Was haben wir dann?
Wer sagt das? Das ist doch arg idealisierend. Natürlich existiert auch eine Marktwirtschaft ohne gleichberechtigte Markteilnehmer. Marktwirtschaft heißt lediglich, dass die Güterallokation meist über Märkte erfolgt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Was Du meinst, ist wahrscheinlich eine “soziale Marktwirtschaft”. Nein, die haben wir nicht mehr.
@Nick
Moin Nick, schön, dass Du mal wieder vorbeischaust ;-)
Ja, sie haben ihn genau so bezeichnet – allerdings in Gänsefüschen.
Sorry, OT
Mit dem Adjektiv “konstupid” hast Du die deutsche Sprache um ein neues Lehnwort bereichert. :)
Du bist der erste, zumindest laut Google, der “You’re worse than confused – you’re constupid” eingedeutscht hat.
@SF
Sorry, ich bin da bockig. Marktwirtschaft bedeutet für mich existierender Markt. Und nicht ein paar Konzerne geben den Takt vor und der Mittelstand trottelt hinterdrein.
Und ich bin auch nicht idealisierend. Der Rückgang des Nettoeinkommen aus Löhnen und Gehältern resultiert doch aus Schwächung der Gewerkschaften und dem Zwang, jede Arbeit zu jedem Lohn aufzunehmen bei sonst drohender Sanktionierung. Und Zerschlagung von Großkonzernen hat es auch schon gegeben. Standard Oil & AT&T.
Das hat auch überhaupt nix mit “links” zu tun. Der Kapitalismus stranguliert sich sonst selbst. Auch wenn in den oberen Etagen die Party wirklich erst Punkt 12 endet.
Demokratie ohne gute Medien, dass funktioniert nicht.
Es muss Journalisten, die über Monate Fakten recherchieren und grundsolide Berichte und Reportagen machen wollen, dass Geld dafür zur Verfügung gestellt werden.
Ist dies nicht mehr möglich, dann bitte die öffentlich rechtlichen Medien abschaffen.
Sendungen wie Hart aber Fair, Anne Will, Presseclub, …. da bekommt man nur noch einen Würgreiz.
Guter Journalismus ist dass nicht.
und das Schlimmste daran: die Mehrheit der Wahlbevölkerung will es so!
*seuftz*
Leseempfehlung: “Wie die Deutsche Bank sich das Gesundheitswesen vorstellt” (aerzteblatt.de). Überraschend kritisch sarkastisch geschrieben.
“Deutschlands klügster Professor” ist ein Zitat aus der BILD und war hoffentlich ironisch gemeint.
Warum soll ein niedersächsischer links angehauchter Spießbürger rechts drehende bayerische Spiegelfechter unterstützen? Und warum sollen beide gemeinsam die Berliner Unterschicht egal welcher Herkunft alimentieren?
@Simon
Ganz einfach – weil dies sich aus Artikel 1 des GG herleitet. Zur Würde des Menschen gehört nun einmal auch die Sicherstellung eines sozio-kulturellen Minimums.
@Sven
Ich glaube nicht daran, dass ein paar Konzerne den Markt beherrschen. Das mag in einigen Bereichen so sein – aber ich würde dies nicht generalisieren. Aber ich stehe Dir Deine Bockigkeit gerne zu – ich weiß, dass man dies auch anderes sehen kann.
Da bin ich auch ganz bei Dir und bin auch der Meinung, dass man nicht “links” sein muss, um dies zu erkennen.
danke. einfach nur danke. schöner – & gleichzeitig schon fast verzweifelter – kann man es nicht auf den punkt bringen. als schibboleth, wenn auch nicht phonetisch: less bread, more taxes.
@sven @sf
In der Utopie des echten Kapitalismus, der echten Marktwirtschaft würde ich sogar wirklich etwas soziales vermuten. Aber hat es sich nicht schon immer gezeigt das eine Machtkonzentration, egal ob politisch demokratisch gewollt, oder gewuchert wie die Medienmacht, immer dazu beigetragen hat liberale Strukturkritik zu verhindern.
Nicht erst seit der Bankenkrise hilft die Macht mit “Sachzwängen”, göttlicher Fügung oder Vorhersehung die theoretische, smithsche, selbstregelnde Umverteilung zu verhindern, manchmal mit militärischer Gewalt, manchmal nur mit propagandistische Gewalt.
Selbst im Nachkriegsdeutschland gab es nie eine echte wirtschaftliche Chancengleichheit. Es gab nie eine Gleichheit vor den Quandts, Thyssens oder der ganzen restlichen Deutschland AG; außer man hat sich angepasst. Aber altes einfach mitzumachen ist keine Kennzeichnen des idealen Marktteilnehmers.
Ich mag den Begriff “militärisch-industrieller Komplex” nicht, aber wenn man so manche Volkswirtschaften und deren Strukturen die genau diese angebliche Chancengleichtheit bereitstellen soll, dann wird dieser immer wahrer.
@ajku
Das weise ich aber weit von mir – ich habe der deutschen Sprache ein neues Wort geschenkt *lol*
“Konstupid” ist ein Neologismus – ein Retronym, das ich von “kongenial” abgleitet habe ;-)
Mein Verhälnis zur deutschen Sprache ist seltsam frei, was meinen Lektor teilweise zur Verzweifllung bringt.
1. Was ist ein sozio-kulturelles Minimum ?
2. Ist es in Deutschland ein anderes als in anderen Ländern?
3. Was ist das sozio-kulturelle Minimum im Jahr 2009 in Deutschland?
4. Wer muss das sozio-kulturelle Minimum erwirtschaften?
5. Wer hat in Deutschland einen Anspruch auf das sozio-kulturelle Minimum?
6. In welchen Ländern haben Deutsche einen Anspruch auf deren sozio-kulturelles Minimum?
“Erst wenn der letzte Bandarbeiter als flexibler Wanderbeiter beschäftigt ist und die letzte Kassiererin ihren Hartz IV-Aufstocker kassiert, werden die Wähler merken, dass ihre persönliche Freiheit nichts mit der Freiheit der Märkte zu tun hat.”
Das errinert mich ganz stark an:
http://www.youtube.com/watch?v=QeGtUSA73_g&feature=related
Text:
Freiheit hat mit Deutschland selbstverständlich was zu tun,
sofern man wirtschaftlich dazu was beiträgt.
Manche müssen unfrei bleiben. Keiner ist immun,
wenn er den Zug versäumt, der ihn dann freiträgt.
Wenn er den Zug nicht sieht und alles komplizieren muß,
tja, dann wird es Regeln geben, die er respektieren muß.
Dann wird ihm sein Arbeitgeber vielleicht sagen:
Meine Freiheit muß noch lang nicht Deine Freiheit sein.
Meine Freiheit: Ja! Deine Freiheit: Nein!
Meine Freiheit wird von der Verfassung garantiert,
Deine hat bis jetzt nicht interessiert.
Meine Freiheit heißt, daß ich Geschäfte machen kann.
Und Deine Freiheit heißt, du kriegst bei mir einen Posten.
Und da Du meine Waren kaufen mußt, stell ich Dich bei mir an.
Dadurch verursacht Deine Freiheit keine Kosten.
Und es bleibt dabei, daß meine Freiheit immer wieder meine Freiheit ist.
Deine Freiheit bleibt meiner einverleibt.
Und wenn ich meine Freiheit nicht hab, hast Du Deine Freiheit nicht.
Und meine Freiheit wird dadurch zu Deiner Pflicht.
Und darum sag ich Dir: Verteidig’ meine Freiheit mit der Waffe in der Hand
und mit der Waffe in den Händen Deiner Kinder!
Damit von Deinen Kindern keines bei der Arbeit je vergißt, was Freiheit ist.
Meine Freiheit sei Dir immer oberstes Gebot.
Meiner Freiheit bleibt treu bis in den Tod.
Wenn Dir das vielleicht nicht logisch vorkommt, denk an eines bloß:
Ohne meine Freiheit bist Du arbeitslos.
Ja, Freiheit ist was anderes als Zügellosigkeit.
Freiheit heißt auch Fleiß, Männlichkeit und Schweiß.
Ich werd Dir sagen, was ich heutzutag als freiheitlich empfind:
Die Dinge so zu lassen wie sie sind.
Drum ist in jedem Falle meine Freiheit wichtiger als Deine Freiheit je.
Meine Freiheit: Yes! Deine Freiheit: Nee!
Meine Freiheit ist schon ein paar hundert Jahre alt.
Deine Freiheit kommt vielleicht schon bald.
Aber vorläufig ist nichts aus Deiner Freiheitsambition,
Du hast noch keine Macht und keine Organisation.
Ich wär ja dumm, wenn ich auf meine Freiheit Dir zulieb verzicht,
drum behalt ich meine Freiheit. Du kriegst Deine Freiheit nicht. Noch nicht!
ad 1) Geld genug sich nicht nur ausreichend zu ernähren und zu kleiden und zu wohnen (beheizt!) sondern auch Geld genug um seine Freizeit zu gestalten. Ob dies dann durch Bier vorm Fernseher oder durch Besuche von Museen und Theatervorstellungen geschieht oder sogar durch Teilnahme an Demonstrationen in anderen Städten (Fahrtkosten!) etc. – Das alles ist dem Individuum überlassen.
ad 2) Ja, das sozio-kulturelle Minimum in Deutschland ist anders als z.B. in Indien. Es orientiert sich an dem, was von der vielbeschworenen Mitte als normal erlebt wird. Das hängt notwendigerweise von kulturellen und sonstigen Gegebenheiten einer Gesellschaft ab.
ad 3) Gute Frage. ALG2 deckt es jedenfalls nicht ab.
ad 4) Wir alle. Komisches Solidaritätsprinzip und so. Wem es gut genug geht, der gibt was ab für die, denen es nicht so gut geht. Wer am meisten hat, gibt am meisten.
ad 5) Jeder, der hier lebt. Niemand kann ein Interesse daran haben, dass Teile der Gesellschaft ausgeschlossen werden und notwendigerweise Parallelgesellschaften gründen müssen mit anderen Einkommensformen.
ad 6) Das bleibt dem jeweiligen Land überlassen. Innerhalb der EU auf jeden Fall. Oder zielt die Frage auf Leute, die in Deutschland Transferleistungen beanspruchen und andernorts ausgeben? Eine zu vernachlässigende Anzahl die nur von der Zeitung mit den dicken Buchstaben gern aufgebauscht werden.
hope this helped
@Simon
Ich versuche deine Fragen mal zu beantworten:
1. Was ist ein sozio-kulturelles Minimum ?
Eine Menge an Geld- und Sachleistungen, die genügend Wohnraum(1 Raum pro Erwachsenen + 1 Raum je 2 Kinder), Klamotten, Nebenkosten(Wärme + Strom), gesundes(!) Essen, Mobiltät, Bildungsausgaben, Freizeitbeschäftigung(v.a. bei Kindern), Kindergarten und -Krippe und noch ein paar Dinge die ich vergessen habe sicherstellt. Insbesondere sollte kein Kind an der Misere seiner Eltern leiden müssen.
2. Ist es in Deutschland ein anderes als in anderen Ländern?
Natürlich. Kaufkraft- und Umfeldabhängig.
3. Was ist das sozio-kulturelle Minimum im Jahr 2009 in Deutschland?
Je nach Situation. Irgendwo um 100%ALG II-Satz OHNE ABZÜGE
4. Wer muss das sozio-kulturelle Minimum erwirtschaften?
Wenn die Gesellschaft sich entscheidet, dieses zu leisten, was unsere mit der Anerkennung des GG getan hat, dann die Gesellschaft…. wer sonst? Nach genauer Ausgestatung des Steuersystems kannst du gerne Fragen aber keine erschöpfende Antwort erwarten.
5. Wer hat in Deutschland einen Anspruch auf das sozio-kulturelle Minimum?
Gegenfrage: Wer sollte es deiner Meinung nach nicht haben? Wer sollte keine Menschenwürde haben? Wem verwehrst du das Glas Wasser, nach der Wüstendurchquerung?
6. In welchen Ländern haben Deutsche einen Anspruch auf deren sozio-kulturelles Minimum?
Kommt auf die Zählweise an.
Chancengleicheit ist natürlich Gift für jemanden, der von sozialer Marktwirtschaft redet, aber in feudalen Strukturen denkt….
Die geistig-moralischen Wende kommt für mich nicht überraschend.
Wir befinden uns im Kondratieff Winter und steuern mit Vollgas auf eine Depression, wenn nicht gar Hyperinflation zu.
In solch einer Stimmung verteidigt jeder seine Pfründe und wirft Wohltätigkeitsballast über Bord.
Die Topverdiener werden die Last nicht tragen – haben sie doch genug Einfluss auf die Politik.
Der produktive Mittelstand jedoch stellt fest, dass er von Rentnern und Pensionären einerseits und einer sich im Verhältnis überdurchschnittlich stark vermehrenden unproduktiven Bevölkerungsschicht andererseits geradezu eingekesselt wird.
Dies ist das Aufbegehren, eine Zäsur in der Gesellschaft.
Vor einigen Monaten noch wäre ein Sarrazin in den Genuß einer medialen Hexenverbrennung gekommen.
Mittlerweile teilen immer mehr bürgerliche Medien seine Meinung. Und die Umfragen geben ihm recht.
Buschkowsky, Sloterdijk, Broder und Sinn nutzen die Gunst der Stunde. Und weitere werden folgen.
Jedoch denkt keiner an die wahren Ursachen unserer Misere: Den staatlichen Zentralbanken, welche den Kurs ihrer ungedeckten Währungen nach Belieben manipulieren. Und eine von Lobbyisten und NGOs durchsetzte Politik, welche je nach Stimmungslage Subventionen einem Hütchenspiel gleich hin und herverteilt.
Von den deutschen Ordolibralen war nur Rüstow dafür, den neuen Liberalismus – der nicht für die Große Depression verantwortlich sein sollte – als Neoliberalismus zu bezeichnen. Das wird heute von verschiedenen UnSinns missbraucht. Kein anderer Ordoliberaler wollte sich je anschließen – niemals. Eine kurze Zeit, auf Colloque Walter Lippmann (CWL), bei der Suche nach einem neuem Begriff, hat sich knapp »neo-liberalisme« durchgesetzt. Aber die Radikalen, wie Mises und Hayek wollten immer nur einen einzigen „richtigen“ Liberalismus haben, so dass sich der Neoliberalismus erst als Schimpfwort viel später etablierte. (Die theoretische oder analytische Grundlage des Neoliberalismus ist die sog. Neoklassik: Walras, Pareto, Menger, Jevons, … Das ist ein völlig anderer theoretischer Ansatz, als der von Adam Smith bis John S. Mill.)
Tja so sind sie unsere “Eliten”. Reden von Freiheit und Moral und sind dabei verlogen ohne Ende. Mich wundert immer wieder, das viel zu viele Menschen diesen Typen glauben. Jedem Gebrauchtwagenhändler würde man hinterfragen, aber dem Guido glaubt man das er aufgrund seiner Leistungen Außenminister ist. Herr Professor Sinn (wobei ich mich immer noch Frage ob man so einen Titel in der Tombola gewinnen kann) verweist auf die faulen armen Menschen und im Gegenzug bereichert er sich an denen die er aufhetzt. Ähnlich sieht es bei allen den anderen auch aus. Nach rechts zeigen und links aus der Tasche das Geld nehmen. Es wird Zeit, dass die Menschen nachdenken. Würden nur 20% regelmäßig nach Belegen für die getroffenen Aussagen fragen wäre viel getan. Sagt man die Wahrheit ist man der Depp. Lügt man immer und immer wieder und macht es schön Bund, wird man gewählt.
http://www.youtube.com/watch?v=j-NAyuL5VvE
@12 Spiegelfechter
Oh doch, hat es:
Erhard wollte mit seiner noch während des Krieges(!) entstandenen Konzeption vor allem eines: verhindern, dass so etwas wie das ‘Ahlener Programm’ später einmal Wirklichkeit werden könnte, und nicht nur das:
Hiess es damals noch sinngemäß ‘das Volk wollte den Krieg’, so heisst es heute wohl eben auch wieder stillschweigend ‘das Volk wollte die Krise’. Den höchst aufschlussreichen Artikel von Otto Köhler findet man übrigens mal wieder nur hier. Angelas et al ‘Zurück zur Sozialen Marktwirtschaft’ findet erst so seine eigentliche und perfide Bedeutung…
Darüber hinaus ist auch das Lambsdorff-Papier kein ‘pervertierter’ Liberalismus, sondern folgt im Kern nur einer liberalen Strömung, die so alt ist wie dieser selbst, und beileibe nicht nur einer ‘Nebenströmung’. Sie beruht vor allem wieder auf Hobbe’s krudem und von Bürgerkriegen geprägten ‘Menschenbild’ und zieht sich über Bentham, Malthus, Spencer etc bis eben zu den heutigen ‘Hohepriestern’. Dass dies den Freunden eines ‘guten’ Liberalismus humanistischer Prägung ein Dorn im Auge ist, ist verständlich – es sollte sie indes nicht davon abhalten, die ‘geistesgeschichtlichen Tatsachen’ zur Kenntnis zu nehmen. Der Liberalismus hat schon immer seine ‘Schattenseiten’ gehabt, und das nicht zu knapp – und je mehr man das verleugnet bzw verdrängt, desto leichter ist man auch heute auf’s Glatteis zu führen.
@Simon
Für den Gesetzgeber ist dies der Betrag, den eine Person mindestens benötigt, um vor Ort ein menschenwürdiges Leben führen kann.
Selbstverständlich, da sich die Lebenshaltungskosten unterscheiden. In den meisten westeuropäischen Ländern ist das sozio-kulturelle Existenzminimum höher.
Es entspricht dem Hartz-IV Regelsatz.
Die ganze Welt – Sozialtansfers werden aus dem Steuersack bezahlt.
Deutsche, die in Deutschland leben, und Ausländer, die permanent in Deutschland leben und eine Arbeitserlaubnis vorweisen können.
Wenn sie permanent in einem anderen Land wohnhaftig sind? In allen Ländern mit einem Sozialsystem, das Sozialhilfe u.ä. auszahlt.
@SF
Ich halte den Terminus Finanzfeudalismus für passend. Ansonsten kann ich den bitteren Tenor des Artikels leider nachvollziehen.
Die mittlerweile üblichen Denkfehler in Deutschland sind z.B. folgende:
1) Geht es der Wirtschaft gut, geht es allen gut.
Das ist der unzulässige Umkehrschluss von “Geht es der Wirtschaft schlecht, geht es allen schlecht”. Zum Verständnis hilft es zu klären, was genau eigentlich mit “die Wirtschaft” gemeint ist. Der normale Mensch begreift “die Wirtschaft” als die gesamte Volkswirtschaft, unsere Politik definiert “die Wirtschaft” jedoch als Partikularinteressen, was auf Lernresistenz, Seilschaften und Korruption zurückzuführen ist. Unser “Demokratie” ist wie ein Körper – inzwischen gealtert, ist er krank und leistungsschwach, altersstarrsinnig und reif für den Sarg.
2) Leistung muss sich wieder lohnen.
Die klassische Neiddebatte: Der “aufrechte” Bürger neidet es dem Nichtstuenden, dass dieser unter anderem von seinem Geld leben darf und sich beide Lebensstandards nicht mehr signifikant unterscheiden. Dumm, wie der deutsche Michel nun mal ist, fragt er nicht, warum er so wenig verdient. sondern weshalb die anderen Armen fast so viel wie er bekommen.
@ Peinhard: Also klären wir es.
1)Die deutschen Ordoliberalen waren vor der Großen Depression alle radikal liberal. Punkt.
2)Sie waren jedoch bereit von den Tatsachen (Große Depression) zu lernen. Die anderen nicht (Mises, Hayek, …)
3) Es gibt keine Theorie, die diese Ordoliberalen je entwickelt hätten.
4) Deshalb sind sie außerhalb Deutschlands völlig unbekannt. Deshalb wird „in der Welt“ nie gesagt, die Neoliberalen würden sozial oder sie würden für den Staat. Die Frühliberalen (Smith, Mill) waren sogar mehr für das Soziale und für den Staat als die späteren Neoliberalen
Weil die Ordoliberalen keine Theorie hatten, haben sie mal so und mal so geschwätzt. Dich irritiert (Peinhard) vielleicht, dass sie für Privatkapital waren. Ja, aber sie waren zugleich auch für einen übergeordneten Staat (ohne viel Demokratie!?!?), der für Konkurrenz und für anständige Löhne sorgen sollte. (Wie sollte es gehen – keienr wusste es richitg. Deshalb hat man über die “Ordnungsramen” unendlich gelabert: abstrakt, verschwommen, nichtssagend.) Etwas über Erhard
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/aa/10i/aa10i.php?df_name=aaDF20&tbch=aa&schp=nach30j&ordner=10i
@Peinhard
Natürlich war Erhard kein Befürworter einer Planwirtschaft, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Von ihm stammt allerdings auch folgender Auspruch:
„So wollte ich jeden Zweifel beseitigt wissen, dass ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand da der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.
Diese überkommene Hierarchie war auf der einen Seite durch eine dünne Oberschicht, welche sich jeden Konsum leisten konnte, wie andererseits durch eine quantitativ sehr breite Unterschicht mit unzureichender Kaufkraft gekennzeichnet. Die Neugestaltung unserer Wirtschaftsordnung musste also die Voraussetzung dafür schaffen, dass dieser einer fortschrittlichen Entwicklung entgegenstehende Zustand und damit zugleich auch endlich das Ressentiment zwischen „arm“ und „reich“ überwunden werden konnten.“
So – und nicht anders – würde auch ich die soziale Marktwirtschaft umschreiben.
Das ist ja auch so – anders als damals haben wir heute eine Wahlfreiheit, von der wir allerdings keinen Gebrauch machen. Natürlich “will” niemand eine Krise, aber auch heute will anscheinend das Volk nichts gegen die Ursachen der Krise tun. Das ist ungefähr so, als ob die Bewohner eines Hauses keinen Hausbrand wollen, aber auch nichts in die Brandsicherheit des Hauses investieren, den Brunnen versiegen lassen und die Feuerlöscher abschaffen. Es ist kein Vorsatz, aber mindestens grobe Fahrlässigkeit.
Da widerspreche ich Dir scharf. Der Wirtschaftsliberalismus anglo-amerikanischer Form ist im Liberalismus des – katholisch geprägten – Europa bis in den 1980er nie angekommen. Hier muss man trennen. Für die anglo-amerikanischen und calvinistisch geprägten Länder stimmt Deine Behauptung. Der Liberalismus in Mittel-, Süd- und Nordeuropa hat einen anderen Weg genommen.
So krude war Hobbes Menschenbild nicht, wie die bittere Realität jeden Tag aufs neue zeigt. Ich bin vielmehr der Meinung, dass das viel zu positive Menschenbild des Sozialismus krude ist. Aber das hatten wir ja schon häufiger ;-)
Ich sehe nicht, was das Hobbessche Menschenbild damit zu tun hat. Hobbes Menschenbild beschreibt eher ein Vakuum in den Machtstrukutren. Kein deutscher Liberaler will die staatlichen Machtstrukturen abschaffen – das wollen die radikalen Libertären, die hierzulande – anders als in den USA – kaum vorzufinden sind.
@Schwitzig
Zustimmung – aber einen Einwand hätte ich dennoch. Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut, ist natürlich nicht hinreichend evident. Evident ist jedoch, dass es allen nur dann gut gehen kann, wenn es auch der Wirtschaft gut geht. Aber(!) – “die Wirtschaft” ist etwas ganz anderes, als uns von Politik und Verbänden immer wieder eingetrichtert wird. “Die Wirtschaft” ist beispielsweise auch das Handwerk und alle anderen Wirtschaftssubjekte, deren Kunden aus dem hiesigen Volk kommen. Die Politik tut stets so, als sei “die Wirtschaft” nur die “Exportwirtschaft”. Hier liegen teilweise diametrale Interessen vor.
@Systemfrager
Ich kenne keinen Beleg dafür, dass je eine Ordoliberaler weniger Demokratie wollte – oder reden wir da aneinander vorbei?
@Systemfrager
Ich schrob aber erstens gar nichts zu den sogenannten Ordoliberalen, sondern explizit zu Erhard. Und das ist eben auch nicht das gleiche, auch wenn erstere im Allgemeinverständnis so etwas wie das geistige Mäntelchen von Erhard abgeben. Und zweitens sind nicht nur Smith und Mill (meinst du im übrigen James oder John Stuart?) ‘die Frühliberalen’, sondern eben auch die von mir erwähnten Bentham & Co. Und mich irritiert auch weniger, dass die liberale ‘Restauration’ nach dem Zweiten Weltkrieg für das ‘Privatkapital’ war, sondern vor allem das wie. Denn gerade das führt wiederum in direkter Linie zur heutigen ‘Sozialisierung’ – der Verluste.
45 SF
Ich kenne keinen, der über die Demokratie mit Sympathie und Überzeugung geredet hat. Sie war für sie ein nötiges Übel – ein schlechtes Gewissen. Sie alle waren stockkonservativ: Eucken, Erhard und Müller-Armack haben Hitler treu gedient.
Was wir erleben und was Sf in seinem Artikel beschreibt, ist doch nur konsequent, wo doch in den Ländern des Ostens viel günstiger Produziert werden kann. Der Sozialstaat ist ein Luxus, von dem wir allmählich Abschied nehmen müssen, wenn es so weiter gehen soll, wie bisher. Der Sozialstaat war finanzierbar, als das allgemeine Wirtschaftswachstum noch ein längerfristiges Versprechen war. Heute sind die westlichen Volkswirtschaften satt(siehe Autoindustrie). Dann holt man mit den im Artikel angesprochenen Maßnahmen und an den Börsen raus, was noch zu bekommen ist. Dafür pumpt man sogar Blasen auf und manch einer sagt, es geht gar nicht mehr ohne Blasen. Das Gebilde Chimärika ist also auch nur ein paar Schritte voraus – wann kommt Chiropa?
Natürlich bekommen die Leute schiss ohne Moos nix los. Und dann kommen so dubiose Typen wie der Thilo S. und meinen, sie wüssten, wer Schuld ist, schließlich hat der Sloterdeijk ja erklärt, wer es auf jeden Fall nicht ist.
Das mal als grobe Skizze.
@ Peinhard
Ja John S. Mill
Und was Hobbes und Bentham betrifft, da kann ich nur wie SF sagen:
Ich bin vielmehr der Meinung, dass das viel zu positive Menschenbild des Sozialismus krude ist.
Dieses Menschenbild war die wichitgste unöknomische Ursache, die den Sozialismus ruiniert hat. Hätte man nur mehr Hobbes, Smith, Bentham, … vertraut …
Was aber vielleicht auch daran liegt, dass Buschkowsky im Gegensatz zu vielen hier nicht in einer Wünsch dir was-Welt lebt, sondern in einer Das ist so-Welt.
Genauso einfach und unehrlich wie es ist, zu behaupten, dass alle Hartz-4-Empfänger eh das Geld nur versaufen würden, genauso einfach und unehrlich ist es doch, zu behaupten, dieses Problem wäre nicht da.
@43 Spiegelfechter
Sicher – der Knackpunkt ist aber auch hier, wie er das erreichen wollte. Nämlich wie alle ‘Marktradikalen’ über den Markt. Nicht das von bislang noch fast allen propagierte Ziel einer ‘prosperierenden Gesellschaft’ verdient Kritik, sondern die Vorstellungen über den Weg dorthin. Und diesbezüglich verweise ich zurück auf das von mir eingestellte Zitat.
Ich sehe da keinen prinzipiellen Unterschied – das ‘Totalitäre’ hat heute nur eine andere Gestalt als ‘damals’ – weniger ‘politisch’ sondern vielmehr ‘wirtschaftlich’. Die Möglichkeiten des Einzelnen, sich zu ‘entziehen’ sind nicht größer, die der ‘Gesamtheit’ nicht kleiner…
Abgesehen von der Frage, welcher ‘Sozialismus’ – merkwürdigerweise forderst du trotz allem etwas entsprechendes ein – wenn auch ‘gewaltsam’ über die ‘Machtstrukturen des Staates’. Und es führt eben ein direkter Weg von Hobbes zur spencerischen Interpretation und Auffassung des (Sozial-) Darwinismus. Einerseits frönst du diesem Bild, andererseits willst du es überwunden wissen.
Eben. Und deshalb will ich es für hier und heute damit auch gut sein lassen… ;-)
@Systemfrager
Nein – die wichtigste Ursache für den Ruin des sogenannten ‘Realsozialismus’ war die Unvereinbarkeit von ‘warenproduzierendem System’ mit den Ideen von Sozialismus respektive Kommunismus. Aber wenn du nun sogar auch Bentham in deine positive Ahnenreihe aufnimmst – du müsstest doch mit den heutigen Zuständen hochzufrieden sein… Mehr Bentham – vom ‘Panoptikon’ bis zur Internalisierung aller Zwänge – geht doch kaum noch.
@ Peinhard 52
Ach neeeeeeeeeee, jetzt kommt der metaphysiche Blödsinn von Marx
“warenproduzierendes System” ?????
und wie kann ein nicht-warenproduzierendes System in einer arbeitsteiligen Wirtschaft funktionieren???
Lass mich raten. Wir wählen demokratisch einen Peinhard für unseren Oberbruder, und weil er soooooooo allwissend und gerecht ist, er wird sagen was wer machen soll und was wer bekommen soll
Was ist das nächste: Warenfetischismus und falsches Bewusstsein?
Ist genau die klassische Methode des Verschiebens des Overton-Windows (Ihnen wahrscheinlich bekannt, aber der Begriff und die dahinterstehende Manipulationsmethode sind in Deutschland noch viel zu wenigen bewusst).
Es beschreibt den Bereich der akzeptablen Meinungen innerhalb des gesamten öffentlich wahrgenommenen Spektrums.
Der o.g. Wikipedia-Artikel lautet übersetzt etwa:
“Overton beschrieb eine Methode, dieses Fenster zu verschieben, wodurch bisher nicht darin enthaltene Ideen hineinkommen und andere bisher darin vorhandene Ideen herausfallen. Diese Technik beruht darauf, dass man Meinungen vertritt, die in die gewünschte Richtung über die Grenzen des Overton-Fensters hinausgehen. Dadurch wirken die Ideen, die bisher das äußerste Extrem innerhalb des Fensters darstellten, weniger extrem und daher akzeptabler. Die Grundidee ist, dass das Vertreten von Positionen, die (auch vom Vertretenden) gar nicht gewünscht sind, die tatsächlichen Ziele im Vergleich dazu akzeptabel erscheinen lässt.
Die Akzeptanz von öffentlich geäußerten Ideen hat etwa folgende Stufen:
Undenkbar
Radikal
Akzeptabel
Vernünftig
Populär
Politik (im Sinne von politischer Linie und Umsetzung)”
@Peinhard
Erhard war doch beileibe kein Marktradikaler. Nur weil er Schlüsselindustrien nicht verstaatlichen wollte, macht ihn das doch nicht zu einem Marktradikalen. In Erhards sozialer Marktwirtschaft waren beispielsweise viele Daseinsbereiche (Strom, Wasser, Gas, ÖPNV, Gesundheitssystem u.v.m.) ganz selbstverständlich unter öffentlicher Kontrolle.
Und eben diese Kritik kann ich nicht einmal im Ansatz nachvollziehen ;-)
Nein. Zu einem ist seit Hobbes Tagen viel Zeit vergangen. Zum anderen hat die grundsätzliche Analyse nichts mit den Schlussfolgerungen zu tun. Nur weil Hobbes in einem Machtvakuum(!) ein sozial-darwinistisches Menschenbild zeichnet, heißt dies auf gar keinen Fall, dass man dies als Ideal verstehen sollte. Im Gegenteil! Nur dass Hobbes ganz andere (er war ein Kind seiner Zeit) Vorstellungen von der Zähmung des Wolfes hatte. An der Grundanalyse ändert dies jedoch nichts.
Die Sache mit dem Menschenbild, und der Formung der Menschenbilder unter den jeweiligen Bedigungen und Einsichten ist schon so eine Sache.
Du müsstest doch selbst merken Systemfrager, wie die 60 Jahre des Sozialismusversuchs selbst die Einsichten der Menschen verändert haben, und wie sehr die heutigen Eliten diese Einsichten, diesen ganz einfachen Sozialismusversuch, zu negieren versuchen und diese Erfahrungen als nicht existent betrachten, weil Sie genau wissen, dass es ein Menschenbild an Sich überhaupt gibt, und das die Menschen, wenn Sie über die nötigen Einsichten verfügen, gerade eben nicht sozialdarwinstischen Ansichten folgen, wenn sie in dieses Raster nicht gezwungen werden. Dieses heutige System ist so ein extremes Zwangssystem, wie es vorher nicht existiert hat. Man kann sich drehen und wenden wie man will, nur haben wir heute nur noch zwei Varianten:
die absolute Barbarei, wie sie schon überall mit allen Erscheinungen im Süden und Osten herrscht, und die Ausmaße annehmen wird, von denen alle dachten, sie wären nie mehr möglich, oder eine sozialistische Gesellschaft.
Was die direkten Aussichten betrifft, stehen die Chancen für eine Barbarei sehr gut, und das gerade, weil auch in der Linken einfach das Maul nicht aufgemacht wird.
@ Spiegelfechter:
Hmm da hast du auch wieder Recht. Dann muss ich wohl weitersuchen und zur Not einen neuen Begriff erfinden *g*
@ 36
Na und warum manipulieren die Zentralbanken ihre Kurse (zb. in dem sie die Geldmengen erhöhen müssen um eine Deflation zu bekämpfen)?
Die Ursache für unsere witschaftlichen Probleme liegt viel tiefer und zwar im Zins. Ich forder kein Zinsverbot (weil das auch gar nicht möglich ist) jedoch hat der Zins mehrere negative Eigenschaften, die in den Medien totgeschwiegen wird.
So findet die Umverteilung von unten nach oben hauptsächlich durch den Zins statt. Reiche Menschen verdienen mit den Zinseinkünften oft mehr Geld als sie an Steuern zahlen. Die Zinseinnahmen sorgen dafür, dass sich andere verschulden müssen!
Der Zins wächst weiter exponentiell an! Das ist auch der Grund warum die Wirtschaft zum Wachsen GEZWUNGEN ist! Wie oft haben wir in den letzten Wochen was von Wachstum schaffen, Wachstum generieren gehört? Die Ursache ist der Zins! Die Schulden können dabei nie zurückbezahlt werden.
Wir denken, dass das Wachstum neue Jobs schafft. Aber wie stark keine eine Wirtschaft wachsen? Warum entstehen in Boomzeiten nicht annähernd genug Jobgs? FRagen die so gut wie nie angesprochen werden.
Ferne ist der (Zentral)Zins unbrauchbar eine Wirtschaft zu regulieren! Banken geben niedrige Zinsen nicht direkt weiter und denken zunächst nur an sich. Geld wird gehortet und aus dem Wirtschaftskreislauf entzogen, womit deflationäre Tendezen gefördert werden. Der Zins schafft es nicht, das Geld in den Kreislauf zurückzuholen! Die Auswirkungen sind hier verherrend!
Geht die Umverteilung zudem weiter landet immer mehr Geld bei den Reichen und den Reichsten auf dieser Welt, womit immer mehr Geld im Spielkasino landet. Das Resultat sind Blasen. Wir deuten dieses Problem nur als Gier der Banker und Hedgefonds. Warum immer mehr Geld zum Zocken da ist, wird gar nicht angesprochen! Inflation und Deflation werden durch den Zins also begünstigt und verstärkt.
Ferner werden durch die steigenden Zinslasten des Staates die Steuern entweder erhöht oder Sozialleistungen gekürzt werden MÜSSEN. Das geht gar nicht anders und Deutschland ist ein Paradebeispiel für diese Entwicklung. Wir schimpfen leider nur auf die Neoliberalen dieses Landes.
Das Problem liegt also viel tiefer und Menschen, die diese Probleme ansprechen (Prof. Bernd Senf) finden kaum Gehör!
Im Endeffekt werden nur die Symptome aber so gut wie nie die Ursachen unserer Probleme angesprochen! Deshalb wird es mit Deutschland und mit vielen anderen Ländern weiter abwärts gehen!
Ferner wird auch mit steigender Verschuldung des Staates bei den eigenen Banken, der Einfluss der Banken beim Staat größer und größer.
“Erlaube mir das Geld einer Nation herauszugeben und zu kontrollieren, dann ist es mir egal wer die Gesetze macht.“
Und so schnell wird sich daran auch leider nichts ändern, weil wir nur über die Symptome diskutieren.
@ name
Ja, ein Menschenbild an sich gibt es nicht. Es gibt institutionelle Umstände, und unter bestimmten institutionellen Umständen verhält sich ein Mensch auf bestimmte Weise. Unter den Bedingungen der uneingeschränkten Freiheit wird ein Mensch zum Wolf. (Quatsch, Wölfe könne nie so bestialisch wie Menschen sein.) Insoweit hatte Hobbes Recht. Er war doch der erste ökonomsiche Liberale. Aber hier sind wir uns einig:
Ob wir diese bessere Gesellschaft sozialistisch nennen sollten, darüber kann man streiten – ist aber egal.
Welchen qualitativen Wert hat eine Wahl und Abstimmung, wenn sämtliche Mittel der Manipulation und der Verbreitung von Meinungen, sich in den Händen einer Minderheit befinden, die alle demokratischen Strukturen gekauft und durchsetzt haben, und die wichtige Entscheidungen und Ereignisse dem Volk einfach vorenthalten, die Strukturen im Supergeheimhaltungsmodus bei gleichzeitiger Dauerarbeitsbelastung laufen lassen, und nicht einmal mehr die Halbintellektuellen begreifen, wer eigentlich was auf welcher Ebene entscheidet?
@Name
Ja klar – ich stelle mal kurz meine Uhr um exakt 20 Jahre zurück. “Kommt die Mark dann bleiben wir, kommt sie nicht, geh´n wir zu ihr”. Das vermeindlich andere Menschenbild hat sich in Windeseile aufgelöst. Dieses Phänomen betrifft aber nicht nur die DDR. Auch in Russland und China haben sich die Menschen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Windeseile zu noch materialistischeren Menschen entwickelt als im Epizentrum des Kapitalismus´ selbst. Da muss man wohl eher davon ausgehen, dass dieser Materialismus schon vorher da war und es letztendlich nur ein Ventil benötigt hat.
@Jens
So ist eben nicht und, wenn du genauer hinschauen würdest, ist das eben auch nicht sofort passiert, und ich finde auch ziehmlich zynisch, den eiskalten Umbruch in Osteuropa über die Inflation, der völlig anders verlief ,als in der DDR, die unter diesen Staaten eine völlige Ausnahme darstellte, als Materialismus zu feiern, wo es damals, wie heute um das blanke Überleben ging. Heute, stellt man Opel und Quelle in den Mittelpunkt der Menschenschicksale und überlegt, und weisst du, Anfang der Neunziger Jahre gab es 50 Mal und mehr Opel und Quelle in der Qualität und im Umfang der betroffenen Menschen. Allein (!) bei der Bahn der kapitalistische Schwachsinn knapp 250.000 Menschen den Job gekostet, für die Automobilkonzerne und deren Logistikstrukturen in der Altbrd.
Wer, den alten längst widerlegten Spencer und Malthus als ideologische Argumentationsgrundlage akzeptiert, die keine wissenschaftliche Basis hat, landet irgendwann bei Sarrazin & CO, oder bei noch schlimmeren Charakteren.
@name
a) ich “feiere” das ganz sicher nicht
b) ich finde es recht übertrieben, hier von einer Frage um das “blanke Überleben” zu reden. Der Materialismus der Russen und Chinesen hat mit der Frage des blanken Überlebens sicherlich nichts zu tun.
Das mache ich ja auch gar nicht – ich spreche von Hobbes.
Weisst Du, ich war vor ein paar Wochen mal wieder in der dortigen Region: Rußland und die baltischen Staaten.
Eine Krankenversicherung gibt es nicht, die diesen Namen verdient hätte. Die Mehrheit Menschen spekulieren wie Anfang der neunziger auf Ihr “Glück” in der Gesundheitsfrage, und viel erschreckender war die Tatsache, das zum unmittelbaren Überleben die kleine Datscha, die Subsistenzwirtschaft, immer noch und wieder verstärkt, absolut zwingend ist. Sie ist Basis des Überlebens für diese Menschen.
Nur noch als kleine Anmerkung: nein, das soziokulturelle Existenzminimum entspricht nicht dem Hartz4 Regelsatz. Bzw. umgekehrt, der Regelsatz entspricht nicht dem soziokulturellem Minimum.
@name
Das mag ja durchaus sein, erklärt aber den Materialismus nicht.
@Andreas
Das ist eine Frage der Interpretation – die einen sagen so, die anderen so. Hat sich das BVerfG nicht damit beschäftigt?
Voltaire definierte einst den Begriff Freiheit mit Können. Wer nicht kann, ist demnach unfrei. Nietzsche meinte, wer nicht mindestens zwei Drittel des Tages zur freien Verfügung hat, ist ein Sklave. Und das lange vor der Einführung der 35 Stunden- Arbeitswoche, die ohnehin für die Arbeitnehmer zur utopischen Farce geworden ist. Schiller schrieb: “Was ist Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen. Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat? Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl? Er muss dem Mächtigen, der ihn bezahlt, um Brot und Stiefel seine Stimm’ verkaufen. Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen. Der Staat muß untergehen, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.” Und die Baronin von Ebner Eschenbach erkannte, daß “die erbittertsten Feinde der Freiheit glückliche Sklaven sind”. An klugen Menschen hat es der Menschheit nicht gefehlt. Nur an Säbeln und konsequentem Tatendrang, geboren aus unchristlicher Eigenliebe. “Freude schöner Götterfunken…”
Ja, das BVerfG beschäftigt sich noch damit. Es gab eine erste Anhörung, in dessen Verlauf der Vorsitzende Papier die Argumente der anwesenden Regierungsvertreter reichlich zerpflückte. Inzwischen gehen Prozessbeobachter davon aus, dass die “Berechnung” der Regelsatzhöhe rechtswidrig ist, ebenso die pauschalen Abschläge für Kinder im Hartz4-Bezug. Außerdem will der Senat die Frage klären, ob die Regelsatzhöhe überhaupt mit Art. 1 GG vereinbar ist! Das ist schon ein dicker Brocken und eine schallende Ohrfeige für die damalige rot-grüne Regierung als Initiatoren der “Reform” des SGB.
Der Betrug an den ALG2-Beziehern ist jedoch bereits jetzt so offenkundig, das sowohl mehrere Sozialverbände als auch der Sozialgerichtstag ihre Zustimmung zur Regelsatzhöhe zurück gezogen haben. Kritisch muss man anmerken, dass diese Tatsache bei Fachleuten, und ich gehe davon aus, dass in den Sozialverbänden sowie im Gremium des Sozialgerichtstages Fachleute sitzen, längst hätte bekannt sein müssen. Aber immerhin zeigen sie sich lernfähig.
In Anbetracht nicht nur dieser Fakten mag die Regelsatzhöhe an sich eine Definitionsfrage sein. Die Tatsache, dass der Regelsatz mutwillig und sehr wahrscheinlich grundgesetzwidrig zu niedrig angesetzt wurde, ist hingegen keine bloße Definitionsfrage mehr. Es sei denn, man stellt per Definition den Sozialstaat grundsätzlich in Frage.
Gruß,
Andreas
@ Sebastian 22:
Damit bin ich nicht einverstanden. 48.4 % für SchwarzGeld bedeutet selbst nach geltendem Wahlrecht, dass 51.6 % dagegen waren.
Wenn man die Nichtwähleranteil von 29,22 % aller Wahlberechtigten mit einberechnet, waren sogar 65.74 % nicht dafür.
Und das deprimiert mich am meisten.
“Früher hätte ein Ökonom für eine solche These einen Satz heißer Ohren bekommen”
Ich muss wohl konservativ sein, sonst wäre mir genau das als Idee nicht durch den Kopf gegangen.
Guter Artikel. Allerdings, wenn du schreibst:
dann klingt das so, als gäbe es da etwas zu entscheiden. Dem ist aber nicht so. Wirtschaftspolitik unter neoliberalem Paradigma heißt Freiheit für den Markt. Dies beinhaltet zwangsläufig den Abbau von Beschränkungen, die die Markttätigkeit behindern, sonst funktioniert es nicht. Freiheit in diesem Sinne heißt nämlich, die Möglichkeit des freien Niederkonkurrierens zu schaffen, von allen einschränkenden Standards seien diese nun ökologisch, sozial oder sonst wie motiviert . Jede Art von Sozialstaat ist nach neoliberaler Lesart ein ungerechtfertigter Eingriff in den Markt, der seine Funktion beeinträchtigt. Deshalb kommen so abstruse Statements wie das von Sinn, wonach der Sozialstaat die Unterschicht erst hervorbringt zustande. Natürlich ist das Blödsinn, aber die glauben das wirklich.
Das Dumme bei dem Ganzen ist nur, dass seit Jahrzehnten dieser Schwachfug an den Unis gelehrt wird und heute kaum jemand in verantwortlicher Position sitzt, dem es nicht in den Schädel gehämmert wurde, das es immer um Gleichgewichte auf Märkten geht und alles immer sofort und gleichzeitig passiert.
btw: schönes Kommentarplugin. Was ist das?
Einfache Lösungen sind bei vielen einfach zu beliebt. Deutschland hat ein Problem mit der Unterschicht: es ist zu schwierig als “Arbeiterkind” oder “HartzIV-Kind” eine gute Ausbildung zu erhalten. Das wurde ja auch schon mehrfach in Studien belegt: Deutschland ist eine Klassengesellschaft. In kaum einem anderen Land hängen Bildungschancen so sehr vom Einkommen der Eltern ab.
Aber anstatt daran zu arbeiten Bildungschancen fuer alle zu schaffen versucht man die Ärmeren davon abzuhalten Kinder zu bekommen und die “Oberschicht” dazu zu ueberreden mehr Kinder zu bekommen. Dadurch löst man zwar nicht das Problem, aber wenns funktionieren wuerde könnte man das Problem wenigstens ganz gut unter den Teppich kehren.
Seit wann ist es eigentlich salonfähig von “schlechten Kindern” (i.e. Kinder ärmerer Eltern) und “guten Kindern” (i.e. Kinder reicher Eltern) zu reden? Seit wann ist es akzeptabel davon auszugehen dass nur reiche Eltern schlaue Kinder haben?
Und ist es eigentlich nicht (rein logisch und sehr kaltherzig betrachtet) eine riesige Verschwendung von “Humankapital” wenn das schlaue Arbeiterkind kaum eine Chance hat seine Intelligenz zu nutzen und Ingineur zu werden?
@Jens, 66:
Nein, das BVerfG hat sich bisher noch nicht darüber geäußert, ob das ALG II dem soziokulturellen Existenzminimum entspricht.
Eine erste frühere Klage vor dem Gericht wurde abgewiesen, da nicht dargelegt worden ist, inwiefern der Kläger belastet sei.
Diese Abweisung wurde von den Medien, Politikern etc. so dargestellt, dass das ALG II diesbezüglich verfassungskonform wäre.
Mittlerweile liegen dem BVerfG weitere Vorlagen anderer Gerichte vor und die Richter haben diese auch zur Entscheidung angenommen, da den Richtern die Belastung glaubhaft dargelegt wurden.
Eine Anhörung fand bereits statt und ich denke, ein Urteil könnte Anfang 2010 vorliegen.
Siehe zur Vorlage auch http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2009/HartzIV_Verfassungsgericht.aspx
@ 50 DJ Doena
Lass mich mal mein HartzIV versaufen. Geht dich nichts an, wie ich lebe.
Würde ich die Rechte Dritter beschneiden und das Geld meiner Kinder versaufen, könntest du dich aufregen. Da ich keine Kinder habe, muss dein Ordnungsanspruch leider zurückstehen. Fuck off.
Das Bundesverfassungsgericht hat sich zwar noch nicht abschließend geäußert, aber die Art und Weise wie sie mit dieser Klage umgegangen sind, sagt schon viel über die Richtung aus.
Unter http://www.hartz4-plattform.de lässt sich Genaueres nachlesen.
Meine Nachbarn waren auch bei der fünfstündigen Verhandlung am 20.Oktober in Karlsruhe anwesend, ihren Beobachtungen entnehme ich Hoffnung, die auch auf mich übergesprungen ist.
Mir ist außerdem aufgegangen, dass unser GG ne feine Sache ist…
@egal #74: Und warum genau sollte ich mich mit dir solidarisch zeigen und deinen Alkoholkonsum finanzieren?
@DJ Doena
Meinst Du nicht, dass es sinnvoll wäre, wenn Du Dich wieder mehr auf das SPON-Forum konzentrierst, wo Du ja hinreichend bekannt bist?
Noch eine Ergänzung zu 75.
http://www.400-euro.de/bverfg.html
Vielen Dank für diese -ich befürchte: zutreffende Analyse und die hübschen Giftigkeiten.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Well done. Für die Kreation “konstupide” anbei der kleine grüne Vokabelorden für angewandten Feynsinn.
@ schwitzig 77: Spiegel, Spiegelfechter – Diskussion is Diskussion.
Tja, was soll ich sagen? Irgendwie scheinen die Medienkampagnen bezüglich Hartz IV ja zu fruchten!
Das Hauptroblem ist die seit einigen Jahren betriebene mediale Gleichsetzung von “Hartz IV-Empfängern” mit “Unterschicht”. Das ist totaler Unfug! Sicherlich gibt es eine gewisse Schnittmenge, das liegt nunmal in der Natur der Sache. Aber deckungsgleich sind diese Gruppen mal ganz sicher nicht! Jedesmal wenn ich solchen Schwachsinn lese oder höre von “arbeitsscheuen daueralkoholisierten Schwarzarbeitern”, wie das vorzugsweise in den privaten Medien zunehmend kolportiert wird, gepaart mit geradezu phantastischen Aufrechnungen wie viel Geld die Betroffenen angeblich so bekommen würden, schwillt mir auf deutsch gesagt der Kamm! Ausgerechnet in Zeiten von Wirtschaftskrise und Massenentlassungen wird plötzlich entdeckt das diejenigen, die ihren Job verloren haben, ohnehin alle arbeitsscheues Gesindel sind.
Was mich aber wirklich schockiert ist die Erfahrung, die ich im Netz mache genau wie in der Familie, im Bekanntenkreis, usw, auf welch fruchtbaren Boden solche Propaganda fällt! Irgendwie scheint in sehr weiten Bereichen der Gesellschaft darüber Einigkeit zu herrschen, das Hartz IV-Empfänger allesamt zur Unterschicht gehören, zu der sich ja niemand selbst zählt. Man selber ist davon ja niemalsnimmernich betroffen! Es sind immer die anderen. Und da liegt der Hase im Pfeffer!
Tatsache ist: die weitaus meisten Menschen sind lediglich eine Betriebsschließung oder einen Bandscheibenvorfall von Hartz IV entfernt! Punkt! Und es ist keineswegs so das man immer erst nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in Hartz IV landet. Sehr viele Betroffene müssen aus verschiedenen Gründen ihr zu knappes ALG I mit ALG II aufstocken! Ja! Das geht! Und wo ich gerade bei Aufstockern bin…… aber lassen wir das!
Und so löst bei vielen Menschen schon die blosse Erwähnung von Hartz IV vermehrten Speichelfluss aus! Ich kann es nicht fassen, wie leicht es diesen Neoli…. Wirtschaftrad…. – wie auch immer sie heissen – gemacht wird!
Wenn man versucht, Aufklärung zu betreiben, dann ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Diskussionen über den (volkswirtschaftlichen) Sinn und Zweck solcher sozialen Sicherungssysteme wie “sozialer Frieden”, Stabilisierung der Binnenmärkte, Stärkung von Arbeitnehmerrechten, oder gar der gute alte Art 1 GG……geschenkt! Will keiner mehr hören. Und selbst wenn man mal jemanden gerade so weit hat das er seinen Speichelfluß halbwegs im Zaum hat, da kommt der nächste “Bericht” auf RTL und alles ist wieder zunichte gemacht. Die Hetzparolen dieser “Rampensäue” sind halt irgendwie leichter verdaulich. Oder passen besser ins eigene Weltbild.
Interessanterweise regt sich im Gegensatz dazu keine Sau über die geradezu kriminelle Armutsindustrie auf, die sich im Fahrwasser von Hartz IV gebildet hat, und wo keineswegs nur gemeinnützige Einrichtungen einen richtig netten Reibach machen auf Kosten der von der ARGE zu diesen Tätigkeiten gezwungenen “Arbeitslosen”!
Zu bewundern auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=9XFFV9rb5w8&feature=PlayList&p=9AF78CDA1D942A9E&index=7
Ich kenne die Reichweite von Blogs wie diesem nicht, aber wie es scheint sind die Blogs eine Art “Last Refuge of the Sane”. Jedenfalls kommt es mir manchmal so vor. So, genug gemeckert.
@82 NW
Mich schockiert es mittlerweile nicht mehr – ich erwarte es. Aber ich kann Deine Gefühle gut nachvollziehen, denn wenn ich z.B. diesen typischen SPON-Foren-Schwachsinn von Leuten wie DJ Doena lese, wünsche ich mir unwillkürlich, dass es genau diesen Leuten mal so richtig schlecht geht.
Das bringt allerdings nichts, da gerade solche Propagandakonsumenten oft Probleme haben, ihre eigene Situation neutral zu betrachten und wenn z.B. ein DJ Doena HIV-Empfänger wird, dann ist das bei ihm natürlich eine Ausnahme, gar nicht vergleichbar ist und und und. Selbstverständlich fühlen sich solche Typen dann ungerecht behandelt, was sie aber nicht zu dem logischen Schritt des Hinterfragens bringt.
Ich diskutiere mit den SPON/BILD-Gestalten nicht mehr – es bringt nichts, denn es sind genau die Charaktere, die auch schon vor 60 Jahren “nichts gewusst” haben. Deutschland geht mal wieder an der Verdummungsakzeptanz seiner Massen zugrunde, wie an der aktuellen “Wahl” überdeutlich zu erkennen ist. Ich bin es einfach leid, mich über Menschen aufzuregen, die denken, dass sie etwas Besseres als andere sind.
@ 83 schwitzig:
Hmm, ich gebe zu, so weit war ich auch schon mal, aber dann habe ich mir gedacht, dass ich es ihnen mit meiner Resignation später leichter mache, genau dies zu behaupten.
Nein, ich werde mich weiter um Aufklärung bemühen, auch wenn das kurzfristig wenig bis keinen Erfolg und somit eher etwas von einem Kampf gegen Windmühlen hat. Solche Äußerungen wie die von “Un”sinn darf man nicht unwidersprochen lassen, sonst verfestigt sich diese Meinung erst recht in den Köpfen. Meinungen werden schneller übernommen/gemacht, wenn keine Gegenmeinung existiert.
Lieber ein verbaler gesellschaftlicher Konflikt als ein gewalttätiger, für den ich in Deutschland durchaus Potenzial sehe.
Das Hartz IV, und die dahinter stehenden Strukturen nichts weiter als eine präventive Aufstandsbekämpfungsmaßnahme im Klassenkampf im Kern ist, wissen selbst die klügsten bürgerlichen Politiker, nur der Super DJ von Spon hat das noch nicht kapiert.
Ach ja, es gibt natürlich auch noch soziale Verhältnisse in Deutschland, die sich weit unter dem Niveau von Hartz IV bewegen…
Nur mal so aus Neugier: Was hab ich denn so furchtbares gesagt, um hier als Staatsfeind Nr. 1 zu gelten?
Meine erste Aussage (#50) war, dass der Bürgermeister von Neukölln die Situation in seinem Stadtbezirk wahrscheinlich besser kennt, als viele, die jetzt empört aufheulen. Und ich habe gesagt, dass man bitte differenzieren soll, dass weder das eine Extrem (alle Säufer) noch das andere (alles hochgebildete unverschuldete Arbeitslose) wahr ist.
Daraufhin wurde ich angepflaumt (#74), dass es mich nichts angehen würde, wenn jemand sein H4 gerne versaufen würde.
Woraufhin ich meinte (#76), dass das nicht meiner Vorstellung von Solidarität mit meinem Mitmenschen entspräche.
Was genau ist daran jetzt so zornerzeugend, dass ich sogar mit den Leuten “vor 60 Jahren” verglichen werde?
Ach, der Bürgermeister von Neukölln beschreibt nur den Zustand des sozialen Verfalls seines Bezirks, wie er allen Berlinern selbst bekannt ist. Diese Kenntnis ist eigentlich keine Schlagzeile wert, und man findet diese Zustände in FFM, in München, in HH und auch sonst überall in Deutschland, wenn man mal selbst die Augen aufmachen würde.
Die entscheidene Frage ist, wie man diese Zustandsbeschreibung wertet: als allgemeines Bild eines im Zerfall befindenlichen Kapitalismus, oder entstellend wie die bürgerlichen Sozialdarwinsten, die zur allgemeinen Hetzjagt aufrufen, ohne die entstandenen Armutsstrukturen, und die daraus entstehenden “atypischen” Sozialstrukturen (Diebstahl, Raub, Betrug, Prostitution samt back to feudalistischen Familienstrukturen und “staatsähnliche” Verhältnisse) in Zusammenhänge zu setzen.
@name
Ich würde mir da an Deiner Stelle keine Mühe geben – die SPON-Boys haben immer “nur erkannt, wie es ist” und verquasten einem das Gehirn mit dem Denkmatsch, der bei ihnen selbst herumdümpelt. Kurze darauf kommt dann immer der Hinweis auf eine “notwendige Aktion” mit dem Verweis, “dass man ja auch mal sagen muss, wie es ist”. Und in Folge wird über “Programme” und “Reformen” diskutiert, aus der Politik werden herbe Bröckchen hingeworfen, die dann schließlich in abgemilderter Form realisiert werden.
So ist zum Beispiel Nutten-Peter-4 zustande gekommen.
Das Prinzip ist immer das Gleiche: Ein bißchen Spin und dann die Früchte der Spin-Doktoren ernten. Die SPON-Boys und Äquivalente sind dabei unfreiwillig komisch, weil sie manchmal wirklich den UnSINN glauben :-)) und darüber hinaus sogar noch kostenlos selbst Spin betreiben.
Irgendwann spüren sie dann die Effekte ihrer Borniertheit und Dummheit und dann sind wir bei den Typen von vor 60 Jahren.
Ab und zu tue ich mir die Bertelsmannforen (SPON) mit ihren “Chapeau”-Absonderern und dem pseudogebildeten Tonfall inklusive Siezen an, um zu lachen – aber ernst nehmen kann ich die Leute nun wirklich nicht mehr.
An schwitzig:
Naja, aber das ist doch auch eine recht überhebliche Einstellung, oder? Ich finde DJ Doena vertritt hier und woanders recht genau die durchschnittliche Sicht der normalen Mittelschicht. Ähnliches höre ich auch außerhalb des Netzes von vielen Freunden und Bekannten. Damit sollte man sich schon auseinandersetzen (d.h. nicht beschimpfen, sondern argumentieren), zumindest wenn man an einer Verbesserung der Lage bzw. an Aufklärung und nicht nur an einem folgenlosen, ultra-linken Debattierclub interessiert ist.
@Karsten Bier
Dein Namensvetter (er heisst Karsten Schramm) ist vielleicht tatsächlich in dem Durchschnittskreis anzusiedeln und sicherlich hast Du damit Recht, dass man sich mit Leuten, die wie er unreflektiert Meinungen wiedergeben, auseinandersetzen sollte.
Wenn ich im realen Leben auf solche Menschen treffe, versuche ich auch gerne z.B. das Thema Nutten-Peter-IV etwas tiefgründiger anzusprechen, aber speziell in den Bertelsmannforen wird durch die Meinungszensur jegliche Diskussion, die in der Konsequenz nicht pro “Es-gibt-zuviele-saufende-HIV-Schmarotzer” ausartet, im Keim erstickt – bis auf ein paar Alibi-Beiträge, die dann “widerlegt” werden, ohne dass es eine Antwortmöglichkeit gibt.
Ich gebe zu, dass es etwas arrogant ist, die SPON/BILD-Leute alle präventiv in einen Topf zu werfen und rechtfertige mich damit, dass sie mir einfach auf den Geist gehen und ich aufgrund oben genannter Umstände wenig Umgangsmöglichkeit habe :-).
Ich glaube auch nicht mehr daran, dass ein Totalumbau unserer Gesellschaft zu feudalistischen bis totalitären Strukturen noch durch Aufklärung zu verhindern ist, weil ich befürchte, dass die Profiteure einer solchen Gesellschaftsform genügend Geld und damit Macht besitzen, um Meinungen zu manipulieren und Erpressungspotentiale, sowie Scheren im Kopf aufzubauen.
Schon heute ist es ohne beeindruckende Medienkomptenz kaum möglich, sich einen einigermassen zutreffenden Überblick zu verschaffen und genau das setzt leider auch sehr viel Zeit voraus – Zeit, die im Zuge der Umstrukturierung unserer Demokratie bedingt durch immer aufwendigere Lebenserhaltungsnotwendigkeiten immer knapper wird.
Ich denke, der Zug ist abgefahren und wir werden ein neues, großes Experiment geniessen dürfen – mit dem Unterschied, dass das aktuelle länger bestehen und sein menschenverachtendes Gesicht besser kaschieren wird.
@Spiegelfechter
“Natürlich will niemand die krise,aber auch heute will anscheinend das Volk nichts gegen die Ursachen der Krise tun.”
Diese Sichtweise halte ich nun für etwas grotesk.
Wie kommen sie zu diesem Schluss?
Wieso sollte “das Volk” keinen Brandschutz also schärfere Regeln und kontrollen der finanzwirtschaft wollen sowohl die meisten von ihnen für die negativen Folgen (Arbeitslosigkeit,Schuldentilgung)aufkommen müssen?
Zu 91 Rudi:
Wieso grotesk? Dieser Schluss springt einem angesichts des kürzlichen Wahlergebnisses doch geradezu ins Gesicht…
Zu 90 schwitzig:
Naja, es gibt ja schon Erfolge z.B. steigen die Zugriffszahlen von aufklärerischen Seiten u. Linke oder auch Piraten haben einigermaßen starke Zuwächse. Aber es sieht insgesamt nicht gut aus, da stimme ich zu.
Ja, da hast du ganz recht.
Nachtrag zu 93:
Aber hast du was besseres zu tun als es weiter mit Aufklärung zu versuchen?
@92
Ich glaube nicht dass man 48% Schwarz-Gelb Wählern unterstellen kann dass sie nicht für schärfere Regeln und Gesetze sind,sowohl die sich im Wahlkampf alle,wenn auch am rande dafür eingesetzt haben.
Ich hatte heute einen Termin bei meinem von der höchsten Heeresleitung direkt zugeteilten persönlichen Totalisator: neue EV (Eingliederungsvereinbarung) unterschreiben.
Erschienen: ja, unterschrieben: nein.
Sanktion ist nicht zu befürchten, wegen Dienstanweisung:
http://www.arbeitsagentur.de/nn_166486/zentraler-Content/A07-Geldleistung/A0
71-Arbeitslosigkeit/Allgemein/VI-SGB-2-2009-10-13.html oder:
http://tinyurl.com/yjroyvh
……………………………………………………………………………………………………..
Falls der Link nicht funktioniert, hier der Text
Geschäftszeichen: SP II 21 – II-1313
Gültig ab: 13.10.2009
Gültig bis: 31.12.2009
Zusammenfassung
Entscheidungen über die Minderung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld
II wegen der Weigerung, eine Eingliederungsvereinbarung abzuschließen
sind zu überprüfen.
1. Geänderte Weisungslage seit 20. Dezember 2008
Mit GA 43/2008 (HEGA12/2008) wurden die Hinweise zu § 31 SGB II
dahingehend geändert, dass eine Minderung des Arbeitslosengeldes II
gem. § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe a SGB II (Weigerung, eine
Eingliederungsvereinbarung abzuschließen) im Hinblick auf eine
beabsichtigte Gesetzesänderung nicht mehr vorzunehmen ist. Bei
Nichtzustandekommen einer Eingliederungsvereinbarung sind die zu
bestimmenden Rechte und Pflichten in einem Verwaltungsakt nach § 15
Abs. 1 Satz 6 SGB II verbindlich zu regeln (siehe Rz. 31.6a der
Fachlichen Hinweise).
Trotz der geänderten Weisungslage weist die Statistik des
BA-Service-Hauses für den Zeitraum von Januar bis Mai 2009 ca. 1.000
Sanktionen nach § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe a SGB II aus.
2. Prüfung von Sanktionsentscheidungen
Aus Gründen einer einheitlichen weisungskonformen Rechtsanwendung sind
die betroffenen Fälle, die in der beigefügten Anlage aufgeführt sind,
bis spätestens 30.11.2009 zu prüfen. Dabei sind
* weisungswidrig festgestellte Sanktionen nach § 31 Abs. 1 Satz 1
Nr. 1 Buchstabe a SGB II gem. § 44 SGB X zurückzunehmen und die zu
Unrecht geminderten Beträge wieder auszuzahlen,
* Sanktionen, die wegen anderer Pflichtverletzungen festgestellt
wurden und bei denen lediglich ein unzutreffender Sanktionstatbestand
erfasst wurde, in A2LL entsprechend zu korrigieren. Anschließend ist
der Leistungsfall erneut anzuordnen.
_____________________________________________________
Verwaltungsakt heißt in meinem Fall, ich habe eine bestimmte Anzahl Bewerbungen zu tätigen und nachzuweisen. Wenn nicht – dann werden die Mittel gekürzt.
Info fertig -
Zum Alkohol – ich war erstaunt, dass der Verbrauch in den letzten Jahren zurück gegangen ist.
http://www.dhs.de/web/datenfakten/alkohol.php
Probleme mit diesem Getränk gibt es in allen “Schichten”.
Bei den Entziehungskuren trifft man den Piloten, den Geschäftsführer, den Biolandwirt, die Hebamme, die Hausfrau, den Soldaten, den Erwerbslosen usw.
Ich halte Aufklärung nicht für einen Kampf gegen Windmühlen.
Sonst wäre ja auch dieser Blog sowas – und das ist er ganz sicher nicht.
Was ich persönlich für sinnvoll erachte, lasse ich mir von Niemandem ausreden. Und wenn hier die Rede vom Volk ist, frag ich mich wo sie oder er denn hingehört, ist er/sie/es vielleicht außerirdisch?
Zur Aufklärung zählt bei mir auch der Austausch, das muss nicht unbedingt in einen persönlichen Angriff enden, schließlich gibts auch sowas wie gewaltfreie Kommunikation…
Nundenn.
Die Opel-Wende
Unsere amerikanischen Freunde wollen doch nur das Beste für Deutschland.
Oder?
So wie der Westen für den Osten.
Oder?
Die Treuhand als ein Spiel der Spiele.
Oder?
An die Opelaner zum 20. Jahrestag des Mauerfalls:
“Wir sind das Volk”
Oder?
Das Opel-Casino wird nun bald geschlossen werden,
da die Russen mit einem höflichen Abstand den Absatzmarkt für Opel in Russland schließen werden.
“Insbesondere sei dabei auf Aktivitäten der Sberbank hingewiesen, die mit der russischen Regierung Pläne zum Absatz von Opel-Erzeugnissen auf dem russischen Markt abgestimmt habe.
Man sollte sich darüber klar werden, dass dies nicht passiert, wenn Magna und Sberbank keinen Zuschlag für Opel bekommen.” Auf dem russischen Markt stünden mehrere andere große Autokonzerne Schlange. Deshalb habe die optimistische Position von GM in diesem Kontext weder Hand noch Fuß, hieß es in Moskau.”
http://de.rian.ru/business/20091104/123840430.html
Wurden die Deutschen für die wirtschaftliche Annährung an Russland und Co. durch die USA abgestraft?
In Bündnissen kann das aber nicht der Fall sein.
Oder?
Es gibt aber Alternativen, man braucht nur eine souveräne Regierung dazu:
http://www.bueso.de/news/opel-desaster-zeigt-mobilisierung-fur-neues-weltweites-kreditsystem-muss-jetzt-auf-tagesordnung
Wieviel Schläge braucht der deutsche Michel noch?
Bis er krumm geht?
Im Osten wurden die Betriebe erst staatlich und dann runtergewirtschaftet.
Und heute?
@99 Hör bloss auf , von der bueso Sekte hier Links zu posten. Die sind für ihren Schwachsinn bekannt. Gleiches gilt deine Anmerkung zu den “Betrieben im Osten”, von denen Du überhaupt keine Ahnung hast und hattest, und deine Anmerkung zeigt eigentlich, was bei dir für Nullen im Kopf rumlaufen.
Was Opel betrifft, so war das doch logischerweise zu erwarten, was jetzt passiert ist, und selbst aus deutscher Sicht ist das Ergebnis genau so eingetreten, wie es erwartet wurde, entgegen der Propagandawellen, die jetzt verkauft werden sollen.
VW kann ganz beruhigt die Kugeln hin und herschieben, und abwarten, und das, nur das, war der einzige politische Zweck aus deutscher Sicht in Berlin von Anfang an. Um einen eigenständigen Opelkonzern, in welchen Verbund auch immer, ging es der deutschen Politik nie, zu keinem Zeitpunkt.
@ DJ Doena
Vorab: Ich nehme mal an, du gestehst jedem Menschen das Recht zu, sich durch übermäßigen Alkoholkonsum selbst zu schädigen. Nur zahlen willst du dafür nicht. Ein Lebenskonzept (Alkoholismus) zu wählen, da nicht herrschenden Vorstellungen eines gelungenen Lebens entspricht, das Recht, sich selbst zu schädigen, das alles willst du nur nach Kassenlage gewähren? Grundrechtskonform geht das nur, wenn du die genannten Rechte nicht als fundamentale Freiheiten siehst. Siehst du nicht? Dann werde ich etwas deutlicher.
Findest du es ok, dass ich mir von meinem Regelsatz Bücher zur beruflichen Fortbildung kaufe? Bestimmt. Bücher zur Unterhaltung? Auch wenn es Trivialliteratur ist? Sind DVDs ok? Oder hänge ich damit schon zuviel vor der Glotze? Darf ich auf Möbel verzichten, um mir teurere Kleidung zu kaufen? Willst du dir anmaßen, solche Entscheidungen zu treffen? Nein? Aber wo ist der Unterschied zwischen Bier und Büchern?
Den einzigen Ansatzpunkt, den du hast, ist folgender: Arbeitslosengeld wird nicht verhaltensunabhängig gewährt, sondern von der Gegenleistung Arbeitsbereitschaft abhängig gemacht. Nehmen wir mal an, das sei legitim, obwohl es das nicht ist, da das Existenzrecht eines Menschen nicht eingeschränkt werden darf (ohne existenzsichernde Mittel mittelfristig keine Existenz, siehe Mortalitätsrraten Obdachloser). Dann könntest du durchaus argumentieren, wer trinke, sei nicht arbeitsbereit, da Arbeitsbereitschaft auch verlange, seine eigene Arbeitskraft nicht vorsätzich bleibend zu schädigen. Mit dieser Argumentation weitest du aber den staatlichen Zugriff auf den Arbeitslosen sehr weit aus. Arbeitsbereitschaft hieße dann nicht mehr, einen Job anzunehmen, wenn einer da ist, sondern permanentes Training for the job, und das für die paar Kröten. Gut das ist geltendes Recht. Und weiter würde der staatliche Zugriff auf die persönliche Lebensführung und den Körper ausgeweitet. Das ist totalitär. Bevor ich hier lange abstrakt argumentiere, sieh dir nur die Mittel an, die notwendig wären, um diesen Zugriff zu sichern. Allein durch diese Mittel wird der Kontrollanspruch totalitär. Welche Mittel ich genau meine? Ich glaube du hast ausreichend Kontrollphantasie, um dir vorzustellen, was ich meine, vom regelmäßigen Bluttest über das Alkoholkaufverbot zur Fußfessel, die regelmäßiges und frühes Aufstehen sicherstellt.
Außerdem, hier beginnt ein neues, unwichtigeres, aber weniger abstraktes Argument. Die paar Säufer, was solls. Wenn alle gesunden, sauberen, ordentlichen Arbeitslosen einen Job haben und dann immer noch Arbeitskraftbedarf herrscht, dann kannst du dir überlegen, wie du die vom Alkohol wegkriegst. Vorher ist alles Gerede über saufende Arbeitslose nur Diffamierung, die rein gar nichts bringt. Du willst nicht pauschalisieren? Nicht alle arbeitslosen trinken, aber es gibt auch andere? Niemand braucht diese anderen. Aber wenn du aus Liebe zum Menschen fremdes Glück mehren willst, bitte, Sozialarbeiter werden gesucht, und über einen Freund, der vorbehaltlos hilft, würden sich viele alkoholkranke Arbeitslose bestimmt freuen.
PS. Wie stehst du zu folgendem Film?
http://www.rtl.de/tv/tv_993377.php
@egal : sehr gut auf den Punkt gebracht!
@name
Null ist die einzige reelle Zahl die weder positiv noch negativ ist. Bezüglich der Addition ist sie das neutrale Element.
Weil die Zahl Null die Mächtigkeit der leeren Menge ist, wird sie je nach Definition auch zu den natürlichen Zahlen gezählt.
In vielen Programmiersprachen hat das erste Element eines ordinalen Datentypen die Ordnungszahl 0.
Ein Typ, der NULL-Werte zulässt, kann für seinen zugrunde liegenden Werttyp den korrekten Wertebereich darstellen, darüber hinaus aber auch einen zusätzlichen null-Wert.
Es muss doch vieles in Ordnung gebracht werden, @ name.
Oder?
Die Null eine Erfindung? Ja, und sogar eine recht junge. Eigentlich gibt es sogar zwei Nullen: die Zahl Null, die den Saldo eines leeren Geldbeutels beschreibt, und die Ziffer Null, die an jeder Stelle einer Zahl etwas anderes bedeutet. Historisch kam erstaunlicherweise erst die Ziffer, dann die Zahl.
http://bildungsklick.de/a/58084/die-null/
Toll, @ name
Oder?
Auch die Notenbanken haben die Null im Blick.
Oder?
Ich weiß nicht.
Aber kennst Du Nulli und Priesemut?
Richtig, wer sich zu Tode saufen will, soll das gern tun. Jeder hat das Recht so ungesund zu lieben, wie ihm das beliebt. So lange er das selbst bezahlt, ist das wortwörtlich sein Bier.
Es geht immer um die Kassenlage, natürlich. Würde morgen unter dem Harz (ohne t) die größte Ölquelle aller Zeiten gefunden werden, könnten wir uns es sicher leisten, allen Arbeitslosen auch weit über 1000€ Unterstützung zu zahlen. Dieser Staat war aber schon vor der Bankenpleite nicht mehr wirklich zahlungsfähig und weil wir ja sowieso schon kein Geld hatten, haben wir’s den Banken auch noch mit vollen Händen in den Rachen geworfen, weil die ja ach so systemrelevat sind.
“Es ist mein Geld, damit kann ich machen, was ich will.” – Mit dieser Einstellung habe ich tatsächlich ein Problem. Es ist wie mit der Gleichberechtigungsdiskussion, es geht immer nur um Rechte, nie Pflichten. Viele Menschen pochen immer auf ihr Recht, dass ihnen der Staat für X, Y Geld geben müsse. Es ist aber gar nicht der Staat, der ihnen da frischgedruckte 50er in die Hand drückt, der ist nur der Mittelsmann. Das Geld kommt von den Leuten, die in den Staat einbezahlen und das sind inzwischen fast nur noch Angestellte und Arbeiter.
Pflicht, das klingt nach Zwang und Ausbeutung, das ist ganz pfui bäh, “Ich will mein Geld bekommen, ohne was tun zu müssen.” In der Beziehung unterscheidet sich der Hartz-4-Empfänger nicht einen µ von einem Kapitaleigentümer, der auch nur sein Geld durchs System laufen und für sich arbeiten lässt. Beide sitzen da und lassen sich fürs Nichtstun bezahlen.
Es ist eben nicht ihr Geld, auf dass sie da mal so eben Anspruch erheben, irgendjemand hat dafür 8-10 Stunden im Büro gesessen oder am Band gestanden. Und derjenige hat in der Regel auch eine eigene Familie, die er irgendwie durchbringen muss.
Das Problem mit der Solidarität ist, dass man sie nicht überstrapazieren darf. Wenn keine Arbeit da ist, dann ist keine Arbeit da, dass lässt sich bedauerlicherweise auch nicht wirklich ändern – es sei denn man macht System DDR, wo jeder einen beruf hatte für den er bezahlt wurde, aber meistens völlig unproduktiv rumsaß – woran letztendlich auch dieser Staat pleite gegangen ist. Wenn aber diejenigen, die keine Arbeit haben plötzlich anfangen, sich darin einzurichten, dass das Geld schon regelmäßig kommt und man sich in einem Leben einrichtet, dass andere für einen bezahlen, dann hört mein Verständnis beim besten Willen auf.
Menschen, die sich nicht selbst helfen können, muss geholfen werden. Menschen, die sich nicht selbst helfen wollen – bitte schön, ist eine valide Lebensentscheidung, dann aber mit allen Konsequenzen und keine Rosinenpickerei. Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen. Woher kennen wir das nochmal? Achja, die Banken… und der Kreis schließt sich.
PS: Auch wenn dass hier sicher einige (alle?) anders sehen: Ich empfinde mich selbst nicht als unsozial. Ich gebe ganz selbstverständlich meinen Teil ab, um diesen Staat aufrecht zu erhalten. Ich habe aber auch das natürliche Bedürfnis nicht ausgenutzt werden zu wollen – von niemandem, nicht von oben und nicht von unten.
An alle Nullen:
http://www.youtube.com/watch?v=tv7aGVXfmfU
Bitte outlook, singe nur noch einmal dein Lied vom bösen Ami, ganz laut. Ich erwähne dann auch später nie mehr etwas von Produktionskennziffern, Absatzzahlen und kapitalistischer Konkurrenz, den Interessen deutscher Konzerne, dem Wesen, Sein und der Aufgabe des bürgerlich deutschen Staates.
http://www.myspace.com/holgerburner
Betreuungsgeld= Mütter an den Herd?
Unsinn!
Bin ein betreuender Vater (aus Bayern ;) ).
Nächstes Jahr setzt dann die Schulzwangspflicht ein und wir wandern aus, nach Frankreich. Da gibt es so eine Hetze gegen erziehende Eltern nicht.
Gestern hat mein ältester Sohn zum ersten Mal am Herd gekocht.
Die Mama bei uns arbeitet und nimmt auch öfter mal ein Kind oder zwei mit – und jeder hat nicht nur Verständnis, sondern die Kinder sind auch noch willkommen und haben echte, authentische Ansprechpartner. Und keine staatlich genormten Erziehungsbürokraten.
Und ich kenne viele Familien, in denen es ähnlich läuft.
Wie passt diese Realität in Deinen Artikel?
PS: Es ist echt frustrierend, dass in diesem Lande alle Kinder industriell fremderzogen werden müssen, bloß weil die Industriekapitäne ihre Arbeiter aus der gesamten Bevölkerung auswählen wollen.
PPS: Es ist noch frustrierender, dass manche Blogger jeden Fortschritt in Richtung familiäre Erziehung und weg von der parteikonformen-Erziehung als reaktionären Rückschritt brandmarken.
;)
So so 1000Sunny,
aus Protest gegen die staatliche Kinderbetreuung wandern sie also aus in das Musterland für staatliche Kinderbetreuung. Sehr konsequent!
Das hat doch nichts mit Protest zu tun (*kopfschüttel*)
Schulzwang -> Auswandern (und den Schulzwang gibt es nur hier)
Und für alle, die auf Aufklärung setzen:
http://freiebildung.wordpress.com/2009/10/21/idolisator/
:)
(also lieber nicht aufs falsche Pferd setzen)
Man muss schon zugeben, dass es für einen Staat nicht einfach ist, Gesetze zu machen, die es allen Recht machen und die nicht von verantwortungslosen Egoisten ausgenützt werden können. Und durch die Globalisierung und zunehmende Migration ist das Ganze noch schwieriger geworden. Das zeigt sich auch an den Beispielen Betreuungsgeld und Schulpflicht. Es gibt mit Sicherheit Eltern, die ihre Kinder besser erziehen und bilden könnten, als dies allgemein an unseren Schulen oft der Fall ist. Aber es gibt halt leider auch Eltern, die schon mit elementaren Erziehungsaufgaben überfordert sind und ihre Kinder vernachlässigen.
An dieser Stelle möchte ich auch ein wenig das kollektive “Buschkowsky-Sarrazin-Bashing” kritisieren. Sarrazin ist für mich ein frustrierter “Sesselpupser”, der fahrlässig polarisiert und diffamiert, Buschkowsky dagegen macht auf mich immerhin den Eindruck, als wäre er recht gut “geerdet” und sich auch nicht zu fein, die Probleme “auf der Straße” anzugehen. Und die im SZ-Interview angesprochenen Probleme gibt es, man kann sie schlecht wegdiskutieren. Konkret: wie soll der Staat mit Bürgern umgehen, die mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind, die trotzdem weitere Kinder zeugen und die das Geld, was eigentlich für die Kinder und die Betreuung gedacht ist, für andere Zwecke verwenden? In diesen Fällen ist für mich die Buschkowsky-Kritik am Betreuungsgeld durchaus nachvollziehbar, ich verstehe aber auch, dass Leute die ihrer Verantwortung (hoffentlich) gerecht werden, wie 1000Sunny (oben), in einer Kita- und Schulpflicht eine nicht akzeptable Beschränkung bürgerlicher Freiheiten sehen. Man muss also zwischen individuellen und gesellschaftlichen Interessen abwägen. Wenn jemand ganz augenscheinlich die ihm von der Solidargemeinschaft übergebenen Finanzmittel zweckentfremdet, so muss es – aus meiner Sicht – auch die Möglichkeit geben, diese im Missbrauchsfall zu kürzen. Auch die Solidargemeinschaft hat Rechte, nicht nur das Individuum!
@DJDoena
“Und warum genau sollte ich mich mit dir solidarisch zeigen und deinen Alkoholkonsum finanzieren?”
Weil du selbst mal in diese Situation kommen könntest, du Dödel. Solche Fragen können auch nur von Leuten kommen, denen ihr Leben lang alles in den Arsch geschoben wurde und die noch nie etwas leisten mussten um etwas zu bekommen. Wenn man deine Frage konsequent weiter denkt, heißt es nichts anderes als: “Warum soll ich mich um andere Menschen kümmern, solange es mir gut geht?” (Die selbst-schuld-Attitüde) Der kleine Ali aus dem Ghetto hat nun mal nicht dieselben Möglichkeiten wie die Kinder von Ärzten und Anwälten.
Komischerweise fragen die Leute immer nur nach der Sinnhaftigkeit von Sozialabgaben, solange es ihnen gut geht. Wenn sie dann bei einem Unfall ihr Bein verlieren oder schwer erkranken oder was auch immer, dann stellen sie ihre Leistungen auf einmal nicht mehr in Frage.
Außerdem ist Alkoholismus eine anerkannte Krankheit, aber lassen wir das…
Neuer Unsinn von Sinn:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,660122,00.html
In Verbindung zu seinen vorherigen Äußerungen gehe ich nicht davon aus, dass er die Hartz IV- Sätze in den teuren Regionen anheben, stattdessen aber die in den preiswerten senken will.
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2009/HartzIV_Verfassungsgericht.aspx
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2008/regelsatz-luege.aspx
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2009/Verfassungsgericht_Stellungnahme_Kallay.aspx
Wer noch mehr wissen möchte, guckt mal bei tacheles, Wuppertal oder
http://www.hartz4-plattform.de/
Was der Sinn so loslässt ist leicht zu widerlegen, billige Ablenke.
@Centaurium: Es mag leicht zu widerlegen sein. Aber das ist solche Propaganda, die bei der Zielgruppe eher auf das limbische System zielt, im Prinzip immer. Solche Propaganda hat nicht das Ziel, Menschen argumentativ von einem gewissen Standpunkt zu überzeugen – damit könnte ich leben – , sondern die bereits Bekehrten scharf zu machen. Schau dir nur mal die Schlacht Fox vs Obama an! Es geht nicht um Argumente, oder um deren Widerlegung! Es geht um Hetze! Obama hat ganz andere Resourcen zur Verfügung als wir. Trotzdem sieht es zappenduster für ihn aus! Oder Oskar Lafontaine! Ähnliche Situation, trotzdem ist er nahezu machtlos! Nein, es geht nicht darum ob es leicht zu widerlegen ist oder nicht. Es geht darum, den Boden für den größten Sozialabbau seit 126 Jahren zu bereiten! Widerstand bringt nunmal wenig wenn man die große Mehrheit der Bevölkerung gegen sich hat! Eine Erfahrung aus (wenn auch nicht ausschließlich) dem Dritten Reich.
Ich will es mal so sagen: wenn das Gesundheitssystem der FDP 2011 verwirklicht wird, dann wird es mich und zehntausende andere in kürzester Zeit das Leben kosten! Ich bin nämlich erwerbsunfähiger Grusi-Empfänger und auf lebenserhaltende Medikamente angewiesen. Aber es wird keinen nennenswerten Widerstand in der Bevölkerung geben. Es wird ein heimliches, stilles Sterben werden, ähnlich den USA. Propagandistisch wird das Land gerade genau darauf eingestimmt! “Unnütze Esser”, “zu teuer”, “nutzlos für den Markt”. Es wird nicht immer wörtlich gesagt, aber das ist die Botschaft. So sieht es aus!
Hallo N.W.!
Ja, es ist Hetze. Das kann einem alles Angst machen.
Ich weiß wie man sich fühlt als – ich schreib den Namen am liebsten nicht mehr – Empfänger.
Ich kann Dir ja jetzt nicht schreiben: “Ach, hab keine Angst mehr.”
Was ich aber empfehlen kann: möglichst wenig so ein Gelumpe zu lesen und sich da informieren, wo Du die richtige Seelennahrung bekommst.
Ich hab mich vorhin wahnsinnig über
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2009/Ermittlung_Regelleistungen_Stellungnahme.aspx
gefreut. Dass das jetzt möglich ist, ist dem Durchhaltevermögen einiger Leute zu verdanken, die sich konkret wehren (das ist nennenswerter Widerstand).
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Bundesverfassungsgericht zu unserem Ungunsten entscheiden wird.
Und das mit der geplanten “Kopfpauschale” ist wohl heute vom Tisch (hatte ich in der taz gelesen), wegen der 22Mrd. zusätzlicher Kosten für die, die es nicht erbringen können.
Da hats dann mal was gebracht, nach wirtschaftlichen Erwägungen zu entscheiden. Gleichzeitig sehe ich auch, dass man uns nicht vergessen hat.
Oder ists ein Trugbild?
@Centaurium: Also zumindest in Karlsruhe sieht es in der Tat recht erfreulich aus. Aber ich würde das nicht überbewerten. Selbst bei einem Erfolg ist es eher unwahrscheinlich, das sich konkret etwas ändert. Immerhin gab es ja schon früher Urteile des Verfassungsgerichts, z.B. auch in BSHG-Zeiten, was die damalige Regelsatzberechnung anging. Das wurde, wenn ich das noch richtig im Hinterkopf habe, einfach ignoriert!
Was die Gesundsheitspolitik betrifft, scheint man eher auf eine Salamitaktik umzuschwenken. Am Ergebnis ändert das nichts. Die sog. “Leistungsgerechtigkeit” wird wohl jedenfalls weiter vorangetrieben.
Lies mal:
http://www.tagesschau.de/inland/gesundheitspolitik116.html
@ Spiegelfechter
Mann, drehst du jetzt völlig durch? Du klingst wie einer der indoktrinierten und verblödeten Abiturienten, mit denen ich so eifrig wie ungern streite.
was soll so ein radikaler Stuß?
Schon mal auf die Idee gekommen, daß möglicherweise ein Detail im Lebensmodells eines bayerischen Spießbürgers die Qualitäten einer nachahmenswerten Vorbildfunktion haben könnte? Wahrscheinlich nicht nur der Aspekt der häuslichen elterlichen Obhut für die Allerkleinsten, aber das ist Spekulation, da ich am anderen Ende der Republik wohne.
Doch wenn du meinst, daß Windelpuper besser in der Frühsortiermaschinerie fremder Profihände aufgehoben sind als bei den eigenen Erzeugern, dann zappel bloß ab nach China. Da mußt du dich um die blöden Blagen nur einen von sieben Wochentagen kümmern. Das Paradies für junge Eltern, oder was?
Deinen Artikel finde ich insgesamt ziemlich gelungen, aber deine unreife Einstellung zu den Erfordernissen von frühkindlicher Geborgenheit zeugt von deiner Ferne zu diesen Belangen. Werd man mal Vater und gib dein Kind in Profihand, der du dein Vertrauen schenkst. Was meinst du, wie schnell du da mit ‘Sachzwangargumenten dein schlechtes Gewissen vertreiben mußt … Leben ist halt kein Ponyhof und so. Das geht dann ganz leicht über die Lippen.
@Degnaphata
Nun halt mal die Luft an. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Von mir aus kannst Du auch ein mormonischen Aschram in Ruhpolding aufmachen oder Deine Kinder auf Basis altüberlieferter sämischer Volksweisen daheim erziehen. Ist mir komplett egal, finanziell unterstützen muss ich das aber nicht.
! Bravo. Diesem Fremdbetreuungswahn muss endlich ein Ende gemacht werden.
http://ny-image0.etsy.com//il_fullxfull.8607640.jpg
Allerdings ist der Spiegelfechter ein Zentralplan-Fremdbetreuungs-Fan, da rennst Du gegen Mauern. Er verwechselt Kindergarten und das Ausrotten der Familien mit Emanzipation und tut Frauen also nur ihr Bestes.. (und natürlich auch alle Kinder, die von einer professionalisierten Hightechbetreuung wesentlich mehr profitieren, als von elterlicher Zuwendung – die ein Fall für den Kibuz ist)
Oder ;) ?
Da schreib ich Kibuz…. natürlich ist es der Ashram.. die Frembetreuungsfanatiker sind so vorausberechenbar, dass es bald peinlich ist ;)
@ SF #121
Nee, da halte ich nicht die Luft an, sondern da schwillt mir der Kam. Würdest du bitte mal konsequent zu Ende denken, was du da so salopp vor dich hinformulierst!
Aha, was unterstützt du denn?
Frühkindliche Geborgenheit ist ein eminent wichtiger Faktor für den Start eines neuen Menschenkindes. Diesbezüglichsolltest du mal recherchieren. Bei Kriegerkulturen und im Ratgeber für Nazi-Mütter wirst du Konzepte finden, die das Gegentweil propagieren. Ansonsten herrscht geradezu ein globaler Konsens, sogar durch die Historie, daß Geborgenheit das A und O des Lebensstartes darstellt.
Diese Geborgenheit kann durch Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten oder sonstige verwandte Personen bewerkstelligt werden. Sind es nicht die Eltern, ist es bereits bedauerlich, daß diese nicht zur Verfügung stehen.
Wenn jetzt jedoch die ersten Lebensjahre von gedungenen Helfern erledigt werden sollen, wird es schwierigiger die erforderliche Kontinuität, die Bezugspersonen idealtypischerweise verkörpern sollen, auch in der Praxis zu realisieren. Ich sah interessante Reportagen im TV über Kinderkrippen, die mit einem wirklich hohen Anspruch diese Aufgabenstellung zu bewältigen hoffen. Speziell ausgebildete Erzieher(innen) wurden mit durchdacht klein gehaltenen und vom Lebensalter her ausgesuchten Gruppen in ebenso durchdachten Umgebungen als Grundpfeiler vorgesehen. Das machte selbst auf mich kritischen Betrachter den Eindruck eines Versuchs, der nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist.
Wenn ich nun allerdings bedenke, wie wenig die gemeinschaft in der Lage ist, im Bereich Schule für angemessene Kontinuität zu sorgen, dann halte ich meine Zweifel, daß ähnliche Probleme auch die frühkindliche Betreuung unterlaufen könnten, für absolut berechtig und angemessen. Aus Profihand wird es das in unserem Umfeld nicht geben, sind doch Herzblut und ähnlich unbezahlbare Komponenten unabdingbare Teilbereiche, die von einer durchkommerzialisierten Bevölkerung gar nicht mehr geleistet werden können. Am Niedergang des Bildungswesens läßt sich das doch beispielhaft ablesen.
“Der Hort hat mir nie geschadet…” wird immer gerne geblubbert. Klar, “Lesen und Schreiben ist völlig überflüssig.” sagte der sechzigjährige Analphabet, Vieles geht, darüber besteht kein Zweifel. “Die Prügel haben mir nie geschadet” wird auch gern genommen.
Doch wenn Typen wie du sich weigern, alle denkbaren Vorgehensweisen bezüglich der Nachwuchsversorgung über die Gemeinschaftskasse mitzutragen, dann sitzen wir doch wieder bei geldgestütztem Herrenmenschendenken.
Betreuung für die Kinder der Armenn, und wer sich das Privileg der Erziehung durch die eigene Person leisten kann, darf das dann machen. Soll das das Konzept sein? Auf jeden Fall ist es die gelebte Praxis der letzten Dekaden.
Diese 150€ für elterliche Betreuung zu Hause ist der erste sinnvolle Ansatz, den ich jemals aus der Politik vernommen habe, was den Bereich Schutz der Familie (GG!) betrifft. Und da willst du nicht mitlöhnen … das macht mich echt kirre!
Daß es absehbar auch Eltern gibt, die diese Mittel nicht zweckgebunden verwenden, steht doch auf einem anderen Blatt. Das hat doch mit der Würdigung des häuslichen Erziehungseinsatzes überhaupt nichts zu tun.
Würde man die Arbeitszeit gerechter auf Alle verteilen, hätten Eltern gar nicht diesen Druck, ihren Nachwuchs als störend für die Erwerbsarbeit zu empfinden.
Würde man über ein entsprechend hoch angesetztes BGE den Menschen Freiräume zur Disposition schaffen, könnten ebenfalls Eltern nach ihrem Gutdünken entscheiden.
Alternativen zur Rundumbetreuung durch Fremde gäbe es genug.
Unter den Schülern der Sekundarstufe2 wird alljährlich das Vermehrungsverbot für Dumme aus der Trickkiste geholt, wenn das Thema in Philosophie dran ist. Zwangssterilisation ließe sich bestimmt auch schönreden, wenn das Meinungsfenster erst einmal genügend weit verschoben ist. Irgendein Sarrazin oder Sloterdijk wird sich dann schon finden.
Wer tatsächlich der Meinung ist, die h4-Sätze entsprächen einem minimum für was auch immer, der möge sich vor Augen führen, wie diese Sätze entstanden sind und ‘gepflegt’ wurden.
Der zugrunde liegende Warenkorb ist bereits in den 80ern ‘ermittelt’ worden. Schon damals gab es berechtigte Kritik an dem Verfahren, wurden doch Preise angesetzt, die am Markt so nicht existierten.
Seit den 90ern werden in diese Warenkörbe technische Verbesserungen mit einberechnet. Daß die Speicherkapazität von Festplattenmaterial erhöht wurde, wird im Warenkorb als Preissenkung verzeichnet. Daß der Fernseher ein paar Knöpfe mehr auf der Bedienung hat, wird als Preisenkung verzeichnet.
Wer dieser Verarsche hoch3 aufsitzt, sollte nochmal einen Grundkurs in Verbraucherschutz belegen.
Die bei h4-Sätzen verwendeten Rechnungsgrößen für Heizenergie stammen ebenfalls aus den 90ern.
Sich daran zu klammern, daß diese h4-Sätze die grundgesetzlich verankerte Teilhabe am sozialen Leben gewährleisten, ist ebenso hirnverbrannt, wie drauf zu beharren, wir hätten keine Mörder und Diebe im Land, da es ja Gesetze dagegen gäbe.
@Degnaphata
Über meine Steuern unterstütze ich gerne ein System, in dem Kinder in Gruppen von Fachkräften mit staatlicher dokumentierter Befähigung betreut werden. Wunderbar.
Ja ja, alles Nazis außer Degnaphata. Die DDR, mit ihrer vorbildlichen Kinderbetreuung war ja auch ein Nazi-Kriegerkult. Komisch, dass Ostdeutsche, die dieses System als Kind oder Elternteil in Anspruch genommen haben, da ganz anderer Meinung sind.
Das ist ja auch ok – das ist das gute alte Prinzip der Großfamilie, gegen das ich auch nie etwas sagen würde. Ich verstehe aber nicht, warum das zusätzlich aus Steuern subventioniert werden sollte. Subventionieren kann man etwas, von dem man überzeugt ist, dass es gesellschaftlich gewollt ist. Die Großfamilie ist aber ein Konzept von vielen. Warum sollte es gesellschaftlich besonders gefördert werden?
Aber sonst tickt bei Dir noch alles ganz sauber?
Aber wer nutzt denn eine solche Herdprämie? Auf der einen Seite Ideologen wie Du, der komische 1000Sunny und bajuwarisch-katholische Traditionalisten. Auf der anderen Seite werden allerdings sehr viele arme Eltern die Herdprämie nutzen, da sie das zusätzliche Geld haben wollen. In den Kitas herrscht dann “endlich” ein sauberes Umfeld – super! Kinderbetreuung als Statussymbol, eine ganz wünscheswerte Sache. Außerdem solltest Du mal bedenken, dass sehr viele Elten (vor allem aus dem subproletarischen Millieu) schlichtweg nicht in der Lage sind, ihre Kinder pädagogisch wertvoll zu betreuen.
Im Gegenteil – dieses Denken vertrittst Du!
Macht nichts – mich macht dieses ideologisch verblendete Geblubber kirre.
Na Ihr könnt doch häuslich erziehen, das ist doch nicht verboten. Es gibt doch keinen Kita-Zwang. Es geht nur um die steuerliche Förderung dieses Modells. Ich glaube gern, dass Du und der Sunny das ordentlich macht. Dafür wären Fördergelder sicher auch gerechtfertigt. Aber in den meisten Fällen werden dieses Gelder doch von denen abgerufen, die darauf angewiesen sind – mit der Qualität der frühkindlichen Betreuung hat das aber gar nichts zu tun. Im Gegenteil!
Ja, gerne – kein Problem.
Blödsinn
Bloß weil ein Spargelfechter nicht alles versteht, was auf einer für ihn viel zu großen Welt vorgeht, muss er nicht anfangen andere zu beleidigen ;)
Und Dein blödes “Blödsinn” für alles, was Du nicht im entferntesten im Abiturunterricht hattest kannst Du Dir auch sparen.
@SF #125
Ich habe die Entwicklung – wie die meisten Väter – meiner Kinder im Frühalter nicht mit bekommen.
Die Entwicklungssprünge sind gerade im Alter bis drei Jahren enorm ersichtlich.
Jede Mutter bedauere ich zu tiefst, die aus irgendwelche Gründe diese Entwicklung nicht verfolgen und beeinflussen kann.
Den Satz
bezweifle ich. Wenn ich die Bilder des kollektiven des Schlafens und auf dem Topf gehen in Erinnerung habe, werde ich immer an Würstchen auf den Grill kurz vorm umdrehen erinnert und an den Satz von Olaf Scholz
“Wir wollen die Hoheit über die Kinderbetten erringen”.
In Anbetracht der geringen Renten der Frauen von 648 € im Monat, ist eine geldwerte Vergütung wie bei Tagesmüttern angebracht.
Ich will nicht spekulieren, aber könnte es sein, das Jens Berger hier ein Defizit hat und mit derben Worten und wenig greifenden Wertvorstellungen hier etwas nachholen will?
@R_Winter
Keinesfalls – ich sehe nur in der Kindererziehung ein Thema unter vielen und würde ihm keine Sonderrolle zuschreiben wollen. Es gibt x Dinge, bei denen Handlungsbedarf besteht. Die zusätzliche Förderung von Familien, die kein staatliches Angebot in Anspruch nehmen wollen, gehört für mich ganz sicher nicht dazu – aus den oben beschriebenen Gründen.
Daß es in der DDR mit der Fremdbetreuung anscheinend so gut geklappt hat, schreibe ich der dort verwirklichten Kontinuität bei der Betreuung und dem ansonsten familienzuträglichen Tagesablauf zu. Allerdings ist das reine Spekulation meinerseits, da ich über nur wenig Quellen diesbezüglich verfüge.
Doch unterstelle ich spekulativ, daß die Betreungspersonen jahrzehntelang ihren Beruf ausgeübt haben. Ebenfalls vermute ich, daß die ‘Restzeit’, die Eltern und Kindern zur Verfügung stand, das heute übliche Maß bei weitem übersteigt. Schau dir mal Zahlen an, wieviel Vater- respektive Mutterzeit in der Vergangenheit jedes Kind zur Verfügung hatte.
Und den Aspekt der Kontinuität können wir ja nicht einmal mehr in der Grundschule angemessen bedienen. hatte man in den 60ern das erste Mal in der drtten oder vierten Klasse eine andere Lehrkraft als die angestammte Klassenlehrerin zu tun, gehörte das in den 80ern bereits zur Norm. Dieselbe Person als feste Klassenbegleitung für vier Jahre war auch noch Standard, aber die hat nicht mehr alle Fächer unterrichtet. Über Kurssysteme wurden musische Belange beispielsweise dann von anderen lehrkräften übernommen, was mir persönlich als Bereicherung erschien, konnte so individuellere Eröffnung von Themenfelder bewerkstelligt werden. Den wichtigen Psychoanker der festen Bezugsperson gab es allerdings nach wie vor.
In den 90ern ist das leider in Bedrängnis geraten, jedenfalls hier auf dem platten Lande. Die ersten Schulauflösungen und gleichzeitig erhöhte Fluktiation im Lehrerbereich bringen schädlichen Einfluß in die ersten so wichtige Klassen.
Wenn ich mir jetzt das Debakel ansehe, welches die Schulen hier durchmachen, dann sehe ich nicht, wie mit solchen wirtschaftklichen Rahmenbedingungen angemessene frühkindliche Geborgenheit als Dienstleistung geboten werden soll.
Wenn ich dann noch das Menschenbild des bösartigen Egoisten hinzuziehe, dann bleiben ja nur noch Unnormale über, die überhaupt diesen Job machen könnten. Welcher bösartige Egoist würde sich aus welchen gründen für das Wohl fremder einsetzen? Und das auch noch kontinuierlich?
Außerdem halte ich dem Fremdbetreuungswahn entgegen, daß die professionellen Ersatzeltern dann von der Krippe zum Kindergarten und weiter zur Einschulung jedesmal ausgetauscht werden müssen. Solange die Eltern mit 16Stundentag von ihren elterlichen Aufgaben abgehalten werden, ist das Oberdreck für die kleinen Seelen.
Versuche mal dein Klischeedenken zu überwinden! Schrieb ich irgendwo was von Großfamilie? Die hatte ich tatsächlich nicht einmal ansatzweise im Sinn, als ich die Verwandschaft aufzählte.
Es ist hier in der Gegend schlicht altbewährte Praxis, daß Großeltern oder ähnliche Verwandte sich um kinder kümmern, ohne daß man zusammen in einem Haushalt lebt. Da werden die Kleinen eben vorbeigebracht oder abgeholt oder sonstwie beregelt. Und das würde mit dem Zusatzgeld dann keine Extrakosten für Kutscherei mehr bedeuten, was ich als familienförderlich einstufe.
Doch die aktuellen h4-Sätze ermöglichen es nicht, tagtäglich noch einen Esser mehr mit durchzufüttern oder irgendwelche Transportgeschichten zu finanzieren, weshalb man seinem Bruder dann leider sagen muß”Sorry, ich kann mir das nicht mehr leisten, deine Kinder jeden Nachmittag bis nach dem Abendbrot hier zu behalten. Da muß jetzt leider Kostgeld rüberwachsen. Vor h4 war das zwar nie ein Thema, aber nun geht es nicht mehr anders.”
Doch Brüderchen hat gerade einen weiteren Arbeitswgs als vorher. Was er an Kostgeld rüberschieben könnte, muß leider in den tank gesteckt werden, um die Erwerbstätigkeit zu erhalten. Tja, wieder zwei Schlüsselkinder mehr in der Republik. Das Leben ist halt kein Ponyhof.
meine Kinder habe ich übrigens ganz konservativ in den örtlichen Kindergarten der evangelischen Kirche geschickt. Weder weil ich ein überzeugter Christ bin, noch weil mich Zeitmangel wegen Erwerbstätigkeit gezwungen hätten, sondern weil ich der überzeugung bin, daß dort entwicklungsstufengemäß Input für die Kleinen gibt, den ich daheim gar nicht bieten kann. In den 60ern hätte ich das möglicherweise anders eingeschätzt, weil es da an jeder Ecke Kinder gab, sodaß auch ohne Kindergarten Kinder in adäquat großen Gruppen durch die Siedlungen zogen.
Auch könnte ich vermutlich meinen Kindern Schulstoff vermitteln, hätte da allerdings keinen Bock drauf. Die dann mit mir verbrachten Stunden fehlten ihnen ja an Interaktion mit Gleichaltrigen, was ich für einen wesentlichen Bestandteil des Sozialisierungsprozesses halte. Doch diesbezüglich gibt es viele Ansichten, die letztendlich der Entscheidung der jeweiligen Eltern anheimgestellt werden müßte, wenn wir das GG beim Wort nähmen. Die Schulpflicht würde ich durchaus auf den Prüfstand stellen wollen, auch wenn ich persönlich wenig davon halte, seinen Kindern die große Gemeinschaft vorzuenthalten.
Da allerdings diese ‘Große Gemeinschaft’ ihre Macht aktuell eklatant mißbraucht, indem sie die Schule zu einer Indoktrinierungsmaschinerie verkommen läßt, kann ich Schulverweigerer in der Elternschaft absolut nachvollziehen.
Meine Kinder sind teilweise auch den Eintrichterungen erlegen, die hartzianer als untaugliche und überflüssige respektive unnütze Komponenten des modernen Lebens darstellen. Das hat schon manch äußerst bitteren Dialog erzeugt.
Gibt es für die Ideologie, der ich deiner Ansicht nach angehöre, eigentlich einen Oberbegriff oder Namen?
Das hier
bdenek ich ständig, da ich ständig mit derlei Phänomenen konfrontiert werde. Allerdings muß ich dich berichtigen, wenn du diese Mißstände tatsächlich nur auf subproletarische Teile der Bevölkrung anwenden möchtest. Das ist hirnloses Geschwafel ala Sarrazin. weissgarnix hat dazu mal einen Blick in die Statistik geworfen.
Und ich sehe halt zur Kindererziehung völlig untaugliche Erwerbstätige, deren Kinder zwar an den Busbuden randalieren, als hätten sie den berüchtigten Migrationshintergrund, aber da ja Erwerbstätigkeit vorliegt, werden die Zustände als normal und keinesfalls bedenklich eingestuft. Als wäre Erwerbstätigkeit ein beleg dafür, sein Leben (und das der Kinder) auf die Reihe zu kriegen.
Und dieser ganze Fremdbetreuungswahn fußt doch ausschließlich auf dem Mißstand, daß die weniger werdenden Erwerbstätigen keine Zeit mehr für den Nachwuchs aufbringen können.
Das chinesische Modell funktioniert mit Fremdbetreuung … aber das ist Sache der Chinesen. Als Negativbeispiel ist es dennoch der Beachtung wert.
Das amerikanische Modell funktioniert mit Fremdbetreuung light. Ein Aupair-Mädel wird für ein Jahr gehired. Das wohnt dann mit im Hause und bietet für ein Jahr Kontinuität.. Dann das Nächste dann das Nächste und so fort bis ins Schulalter. Auch das halte ich für ein Negativbeispiel, gelten doch wechselnde Bezugspersonen als Störfaktor in der kindlichen Entwicklung.
Wenn man sich in der Erziehungstheorie mal so umschaut, kann man feststellen, daß der zum Ziel (selbstbewußter, freiheitsfähiger, sozialtauglicher Erwachsener) führende Weg ein erstaunlich breiter Korridor ist. Diesen jetzt zu einem superschmalen Steg zu machen, der dann auch noch bekanntermaßen an den Erfordernissen vorbeidesigned ist, halte ich für grandiosen Schwachsinn.
@Degnaphata
Na dann setzen wir doch da an!
Oh, das wird immer mehr … unfreiwillig versteht sich
Nein, aber über Verwandte ersten und zweiten Grades, die sich um die Kinder kümmern. Das geht freilich nicht, wenn die Verwandten zig Kilometer entfernt leben, wie es in unserer hoch arbeitsteiligen Welt nun einmal sehr häufig vorkommt.
Schön und was ist, wenn Sohnemann zum Studieren “in die Stadt” muss? Das ist ein ländliches Thema – aber auf dem Land ist das Problem mit der Kinderbetreuung mW eher gering.
Ein Grund mehr, um H4 zu erhöhen. Die Betreuungspauschale ist da der ganz falsche Weg.
Was hat das mit Sarrazin zu tun? Nichts? Richtig!
“Das amerikanische Modell”? Scherzkeks. Das Modell der amerikanischen Besserverdiener sieht vielleicht so aus.
Degnaphta: Was erzählst Du vom “chinesischen System der Fremdbetreuung”? Das reicht für mich, auch den gesamten Rest nicht ernstzunehmen.
In China werden höchstens bei den Superreichen (also weniger als 0,1% der Bevölkerung) die Kinder von einer Ayi betreut. Das Standardmodell der urbanen Paare ist die Betreuung der Kinder bzw. oft des Kindes durch die Grosseltern. Kindergärten sind bis zum 4./5. Lebensjahr eher unüblich, danach gibt es in den Städten die youerxiao-Angebote, die mehr Vorschule als Kindergarten sind. Das ist psychologisch und pädagogisch auch nicht so toll, da die Kinder da gleich ins Gaokao-Hamsterrad gesetzt werden.
a^2
Die Argumentation dass insbesondere sozial schwache lieber 150 Euro Betreuungsgeld nehmen als ihre Kinder in Tagesstätten zu geben weil sie das Geld wollen ( um was damit zu machen ? ) ist doch nichts anderes als die Argumentation sozial schwache versaufen jedes Geld.
Beides Vorurteile.
Persönlich stehe ich auch auf dem Standpunkt dass kleine Kinder in den ersten Jahren am besten geborgen bei der Familie mit kontinuierlicher Bezugsperson aufwachsen dürfen unter anderem auch um nicht bereits im zarten Alter einem ständigen Zwangsrhythmus unterworfen zu sein.
Unbeschwerte Kindheit ist kurz genug.
So ist es, so ist es.
Diese magische Zeit sollte man nicht stören.
Gerade ist mir ein Weleda-Heft (Herbst 2009) in die Hände “gefallen”, da steht:
“Bisher war es üblich, Kindern möglichst früh Sachwissen beizubringen. Doch die
Hirnforscher wissen es nun besser: Bildungsprozesse lassen sich nicht von außen in ein kindliches Hirn hineingestalten, zentrale persönliche Fähigkeiten wie Motivation, Selbstkontrolle und Empathie lassen sich nicht unterrichten. Stattdessen müssen Eltern und Erzieher Kindern Erfahrungsräume bieten, in denen sie sich selbst bilden und sich selbst erfahren können…”
Weil ich eine Großmutter hatte, musste ich in der DDR erst mit sechs Jahren in den Kindergarten und auch nur halbtags, weil mir vom Essen dort schlecht wurde und ein Nachmittagsschlaf nicht mit mir zu machen war. Hatte ich vielleicht Glück? Der Hort blieb mir ebenso erspart. In diesem Trubel hätte ich es nie geschafft, meine Hausaufgaben zu erledigen. Manch einer kommt vielleicht ganz gut klar mit der Massenabfertigung, ich stehe aber einer sogenannten Ganztagsbetreuung skeptisch gegenüber.
Die Gelassenheit und Güte, die von einer hingebungsvollen Person ausgeht, lässt sich gut aufsaugen und möglicherweise weitergeben.
(Das mal als das Hohe Lied an eine Oma.)
Auch bin ich sehr, sehr froh, dass ich die ersten drei Jahre für mein Kind ganz und gar da sein konnte, da gabs noch kein H4.
(Möge endlich der “Leistungssatz” erhöht werden oder noch besser durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen in anständiger Höhe ersetzt werden, dann gibts auch nicht die Diskutiererei um das Lohnabstandsgebot.)
http://www.bgeinfo.de/
http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/
Eigentlich ganz einfach.
@ Wasserdraht
Meinen Kenntnisstand verdanke ich vielerlei Mosaiksplitterchen aus dem TV. Daß dort ein dermaßen falscher Eindruck über der Chinesen Umgang mit ihrem Nachwuchs entsteht, ist wohl bedauerlich. Danke für deine Belehrung, die ich meinem Wissensschatz befüge.
Auch wenn du mir pauschal die Ernsthaftigkeit eines Diskutanten verweigerst, werde ich deine Beiträge weiterhin schätzen.
@ SF
Warum ist ein Betreuungsgeld der völlig falsche Weg? Ohne wird die häusliche Erziehung unter die Fremdbetreuung gestellt, was ich für den völlig falschen Weg halte.
Ebenso halte ich die Entwicklung bezüglich des erzwungenen Nomadentums für eine gesellschaftliche Sackgasse und am GG vorbei. Müßte die FDGO nicht eine Wahlfreiheit der Lebensmodelle nahelegen? Müßte unsere gemeinschaftliche Selbstorganisation sich nicht daran ausrichten, daß diese Wahlfreiheit gewahrt und befördert wird?
Hochspezialisierung als Grund anzuführen, daß selbst auf Seßhaftigkeit orientierte Menschen nicht um Nomadisierung herumkommen, empfinde ich als schwere Attacke gegen die Wahlfreiheit. Auch klingt das wie diese uneinnehmbare Festung “Aber die Globalisierung macht…” Unser Regelwerk ist kein Naturgesetz, möge man sich immer vor Augen halten.
Hätte man beispielsweise den organisatorischen Aufwand, der in die Umstellung des Hochschulwesens auf diesen Bachelorquatsch gesteckt wurde, dahingehend verwendet, Fernstudien auszuweiten, dann stünde meine Tochter nicht in dem Konflikt zwischen Wegziehens zum Studieren und dem Verbleib in ländlicher Umgebung, der ihrer Tochter vergleichsweise paradiesische Rahmenbedingungen sicherte, und der ihrem Vater die anverwandte Pflegerin erhielte. In Zeiten von Datenautobahnen dürfte das doch gar kein echtes Problem mehr darstellen.
Es gäbe also Mittel und Möglichkeiten, den unterschiedlichsten Anforderungen der Bürger einer pluralistischen Gesellschaft förderlicher zu sein, aber davon wird scheinbar gezielt Abstand gehalten.
Auf mich macht dieser gekünstelte Hype um ‘bessere Betreuung’ eher den Eindruck, als wolle man die völlig fehlgelaufene Emanzipation der Frau noch fester zementieren. Waren es in patriarchalischen Vorzeiten noch Kinder, Küche,Kirche, KKK genannt, sind es jetzt Kinder, Küche, Karriere, wofür man nichtmal das Akronym wechseln muß. Tolle Wurst. Weil dabei zu offensichtlich ist, daß sich die drei Bereiche nicht wirklich sinnvoll unter einen Hut bringen lassen, kommt die Betreuung als vermeintlicher Geniestreich ins Spiel.
Ich halte diesen Ansatz allerdings für Oberverarsche erster Güte.
Tja, diese amerikanischen Besserverdiener. Die Schlechterverdiener sitzen in der Zwangslage, sich nicht aussuchen zu können, wie sie vorgehen. Deswegen halte ich die Betrachtung von deren ‘Lösungswegen’ für eher nachrangig im Augenblick. Die Besserverdiener müßten theoretisch noch eine Wahl haben, wie sie ihren elterlichen Pflichten nachzukommen gedenken. Bekannte von mir müssen monatlich knapp über 2k$ aufwenden, um 8Std Betreuung zu gewährleisten. Die Mädels aus dem Ausland sind günstiger und 24/7-fähig, auch wenn deren ‘Arbeitsplatzbeschreibung’ anderes aussagt. Allerdings muß man dan jährlich wechseln… und das Motiv dieser Kindermädchen ist primär der dokumentierte Auslandaufenthalt für den ‘perfekten’ Lebenslauf und nicht die Absicht einer Berufung als Kindermädchen zu folgen. Da sind ganze Wurmeimer drin in dem System.
Naja, auf Sarrazin kam ich, weil der auch nur unbelegbaren Quark rumposaunt. Die angeblich Alles versaufenden Subproletarier halte ich für genau so ein Hirngespinst wie die Deutschland überschwemmenden Kopftuchmädchen. Bauernfängerei für schlichte Gemüter, wie du ja selbst gut in deinem Sarrazin-bashing dargelegt hast “Divide et impera!”
@Degnaphta
Nicht jeder Subprolet versäuft sein Geld und doch gibt es Subproleten in nicht geringer Anzahl, die genau dies tun. Das eine Extrem zu behaupten und das andere abzustreiten halte ich für ein Hirngespinst. Hier betreibt ihr divide et impera!- Politik bzw. geht dieser auf den Leim.
“Ideologien schützen vor Ideen” und machen blind.
Was die Kopftuchmädchen angeht, ist es aus meiner Sicht völlig egal, ob sie eines Tages dieses Land überschwemmen werden. Jedes Kopftuch, welches aus einem ideologischen (pseudoreligiösen) Wahn getragen wird, ist eine Beleidigung für mein Weltbild. Was mir allerdings nicht egal ist, daß sogenannte “Fortschrittliche” überhaupt ein derartiges krankhaftes antikes Frauenbild verteidigen. Wo sind da die Prinzipien (Ideale) bzw. welche Prinzipien (Ideale) werden überhaupt vertreten? Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend. Wollen wir zurück oder vorwärts?
@Degnaphta
Also du bist doch nun wirklich medienkompetent genug, um einschätzen zu können, dass “TV-Splitter” zum Leben in einer kommunistischen Diktatur “heavily biased” sein müssen …
Das “Grundproblem” ist der mittlerweile (wieder) verbreitete postmoderne Mythos, die natürliche Kindheit sähe vor, dass sich die Eltern um ihre Kinder kümmern. Tatsächlich ist das zwanzigste Jahrhundert Europas/Nordamerikas so ziemlich die erste Periode, in dem dieses Gesellschaftsmodell außerhalb von Randgruppen praktiziert wurde.
Man kann diesem Modell natürlich viele positive Seiten abgewinnen – aber die religiös-ideologische Attitüde, dies sei “natürlich”, ist bei der Betrachtung extrem hinderlich. Natürlich ist die Beziehung zu den Bindungspersonen gerade im Alter zwischen 6 Monaten und etwa 3-4 Jahren extrem wichtig – allerdings nicht allein durch “mere exposure” der Eltern gegeben! Andererseits ist spätestens ab 3 Jahren die Gemeinschaft mit anderen Kindern fast genauso wichtig – sozial integrierte und engagierte Eltern können dies ohne größere Probleme – auch ohne Kinderkrippe oder Kindergarten – gewährleisten. Aber diese Gruppe ist in unserer Gesellschaft eine kleine Minderheit.
(ps. sorry für die Anglizismen, Hirn ist noch nicht komplett umgestellt …)
@ Karl Lux
Also erstens ist ein gpflegter Alkoholismus bei den h4-Sätzen gar nicht möglich. Das soll mir mal einer durchbudgetieren.
Und zweitens dürften von den bummelig 50Mio Erwerbstätigen unendlich viel mehr dem Alkohol verfallen sein, als der Anteil der Zecher unter den 10Mio Erwerbslosen. Das Kneteargument stützt die wahrscheinlichkeit dieser Statistk auch noch.
Wieviele Malocher kommen ohne ihren Schlummertrunk gar nicht zur Ruhe? Würde es nicht in tödlicher Krnakheit enden, wäre es ja auch völlig egal. So mag man es als problem sehen oder auch nicht, aber diesem ominösen Subproletariat staatsgefährdende Säuferei zu unterstellen, ist doch komplett hanebüchen.
Das mit den ‘Fortschrittlichen’ und so verstehe ich nicht ganz, aber zu deiner Frage mit den Idealen empfehle ich dir einen Blick ins GG. Wenn da drinsteht, daß jeder glauben darf was er will, dann ist das ein verdammt hohes Ideal. ich glaube deswegen, was mir glaubhaft erscheint und sehe darin kein Problem für mich oder für andere. über Glauben hinausgehend weiß ich allerdings auch, daß ich nicht im Stande bin, eine Entscheidung für ein Kopftuchmädchen zu fällen. Ich kann nicht entscheiden, weshalb sie es trägt, und es geht mich irgendwie erst dann etwas an, wenn ich vom diesem Kopftuchmädchen um Rat oder Hilfe gebeten werde.
Aus meiner Beobachtung der Kopftuchszene weiß ich ebenfalls, daß es dazu völlig unterschiedliche Ansichten im Lager dieser Kopftuchmädchen gibt. Mir wäre es am liebsten, wenn Jede das für sich selbst ausmachen dürfte. doch auch das kann ich nicht erzwingen.
@ Lago
Du behauptest also, daß Fremdbetreuung bei denkbar geringsten Elternzeiten historisch und global betrachtet das Modell der Mehrheit ist? Hmm, das habe ich bisher so nicht wahrgenommen und gestehe, daß ich echte Mühe habe, das nachzuvollziehen. Amme fällt mir spontan ein. Gouvernante, Kindermädchen und sowas, aber das halte ich eher für Phänomene einer Minderheit nämlich die der Bessergestellten.
Solltest du einen Artikel verlinken können, der mir deine Aussage etwas näher bringt, wäre das bestimmt hilfreich.
Übrigens hatte ich nirgends was von ‘natürlicher Kindheit’ geschrieben. Daß ich einem Lebensmodell den Vorzug gebe, in welchem ein warmer Herd als Fixpunkt im Leben eine zentrale Rolle spielt, fußt keineswegs auf meinen Vorstellungen von ‘Natürlichkeit’, sondern entspringt der intensiven Beschäftigung mit der Thematik Nachwuchs. Was für die kindliche Entwicklung gut und richtig ist, wird vielfältig in etlichen Printmedien, dem TV und sonstigen zugänglichen Quellen behandelt. Da habe ich mir rausgepickt, was mir plausibel und umsetzbar erschien. Die bisherigen Ergebnisse meiner Bemühungen sind so durchwachsen, wie es die Norm nahelegt … gute Zeiten, schlechte Zeiten. Rückblickend betrachtet habe ich allerhand tolle und leider auch sehr zweifelhafte Entscheidungen gefällt und Maßnahmen durchgezogen oder eben auch nicht.
Was mich nach meiner Wahrnehmung allerdings tatsächlich von einer Mehrzahl meiner Miteltern unterscheidet, ist der Umstand, daß ich mir tatsächlich Gedanken gemacht habe und möglichst keinen ‘Herdentrieben’ blindlings folgte.
Und hier möchte ich dir ganz konkret und drastisch widersprechen. Wie sozial integriert soll man bitte sein, um einen Kindergarten zu ersetzen? Wie soll das gehen?
Wir haben damals eine private Krabbelgruppe organisiert. Sieben Familien einmal wöchentlich mit umwechselndem Gastgeber. Elf Kinder im Windelalter, manchmal waren auch zwei ältere Brüder dabei, aber die hatten Waffen mit und zogen ein Exil der Entwaffnung vor :-)
Doch als das Kindergartenalter kam, war allen völlig klar, daß gegen dieses tägliche Ritual die private Initiative unterliegt, weshalb das dann gelassen wurde.
Denn im Kindergarten treffen die Kleinen auch Kinder, denen sie durch mein Zutun niemals begegnen würden, weil ich einen Bogen um die Eltern mache.
Wenn dann noch die Kindergärtnerin kindgerecht engagiert ist, und der Rest des Umfeldes stimmt, also der Kindergarten einigermaßen ausgestattet ist, dann sehe ich kein privates elterliches Potential, das dagegen anstinken kann.
Die aktuelle Vermehrungsrate hier in der Gegend ist ziemlich erbärmlich geworden. Meine Enkelin (fast 2) geht im Nachbardorf in eine Krabbelgruppe, damit sie überhaupt mal andere Kinder zu gesicht bekommt. Hier im Ort gibt es dann noch eine motopädagogische Sportveranstaltung für diese Altersklasse, wo allerdings auch kaum mehr als eine Handvoll teilnimmt. Diese Handvoll kommt dann aber auch aus der Umgebung, weil es im Dorf einfach zu wenig Kleine gibt.
meine Tochter macht sich deswegen ziemlich Sorgen, weil ihr auffällt, daß der Kleinen ein Zuviel an Aufmerksamkeit zuteil wird. Fast nirgends gibt es Kinder, und fast überall lungern Alte rum (Wartezimmer, Bahnfahrt usw), die sich dann auch noch in Begeisterungsstürmen ergehen, wie niedlich sie sei und was sie schon könne und wie artig und und und. Das wird noch spannend, was aus derartig in der Minderheit befindlichen Kindern werden soll. Da müssen dann neue pädagogische Kunstgriffe gefunden werden, um das zu kompensieren.
Vor dem Konsumterror und der Spielzeugüberflutung schützt uns h4. Da werden wir schlicht um Übungen zur Selbstbeschränkung gebracht. Riesensauerei!
@Degnaphta
Du scheinst unerfahren zu sein oder woher beziehst du deine Naivität, eine derartige Milchmädchenrechnung aufzustellen?
Fakt ist, dass ich kein H4er kenne, der nicht nebenbei Geldquellen besitzt. Das ist zwar nicht repräsentativ, aber für mich nicht ohne Bedeutung. Und viele von denen besitzen ein Fahrzeug, daß sie sich nicht vom H4- Satz absparen. Dennoch möchte ich mich nicht an die Hetze gegen H4er beteiligen, da diese Sache zu komplex ist, als das sie auf die H4er abgewälzt werden dürfte.
Jeder darf glauben, was er will. Meinetwegen. Zitiere aber nicht das GG, da die Rechte, die dort garantiert sind, nicht nur in der Praxis massive Einschränkungen unterlegen sind. Außerdem sollte dir bekannt sein (ich setze voraus, dass du ein paar Grundkenntnisse über geoffenbarte Religionen in Theorie und Praxis besitzt), daß die Auffassung “jeder darf glauben, was er will” gerade für die Kopftuchfraktion keine Geltung hat. Diese Geltung wird nur geheuchelt, solange die Machtfrage für sie ungünstig ist. Z.B. gibt es bei den Christen (im Islam ist es nicht anders) über 260 Sekten, die sich untereinander z.T. totfeindlich gegenüberstehen. Liesse man sie gewähren, dann… Ja, was dann?
Deine vermeintliche Toleranz führe ich lediglich auf deine Unkenntnis und mangelnde Lebenserfahrung zurück. Sie trägt dahingehend sogar einen heuchlerischen Charakter, weil deine “jeder darf glauben, was er will”- Einstellung spätestens beim Thema NPD ihr Ende findet.
Wie das kann man nicht vergleichen? Weshalb? Weil es dir nicht in den Kram passt und deine Widersprüchlichkeit aufzeigt? Im Koran werde ich als Gottloser nicht nur verdammt, sondern mir wird auch unmissverständlich der Tod und die Hölle gewünscht. Ich kenne kein Statut der NPD, dass besagt, das ich als Sozialist ins Gefängnis oder sonstwo hinzukommen habe.
Fakt ist, dass beide Ideologien zur faschistoiden Unterdrückung Andersdenkender neigen. Deshalb habe ich Null- Toleranz. Weil es, wie gesagt, nur eine Frage der Machtverhältnisse ist.
@ Karl
Du bist echt luxtich, du Gottloser. Der Missionsauftrag aus atheistischer Ecke hat auch meine Unterstützung gefunden, als ich noch unreifer war, aber glücklicherweise bin ich darüber hinausgewachsen. Vielleicht wird dir dieser lebensfortschritt ja auch eines Tages zuteil. Möge das Licht der Lichter deinen Weg bescheinen ;-)
Deine staatsgefährdenden Säufer entspringen deiner phantasie. Und deine halbkriminellen h4-Kontakte sollten dir das eigentlich aufzeigen, oder saufen die nebenbei auch noch?
Fakt ist, daß ich über chronische Erkrankung in den h4-Status geraten bin. Klar, selbst schuld, hätte ich dieses oder jenes in der Vergangenheit anders gemacht, säße ich nicht so in der Tinte. Jetzt habe ich halt lebenslangen Hausarrest, der höchstens durch die Innovation medizinischer Experimente für meine Klientel beendet werden könnte, aber du bist dir sicher, ich verfügte über Geldquellen. Danke für dieses Vertrauen zu meiner Leistungsfähigkeit. Dummerweise überschätzt du mich da gewaltig. Na, das kann auch dem Erfahrendsten passieren.
Im Rahmen einer verdeckten Operation habe ichj mich in den Schulelternbeirat eingeschlichen, deoch wollen diese Säcke immer in der Kneipe beim Bier diskutieren. Das kann ich mir nicht leisten … nicht einmal die Fahrt zu den Treffen, und schwups ist es aus mit der subversiven Agitation. Als ehemals anerkanntes Mitglied der Gesellschaft ist das natürlich arg frustrieren, aber der Druck der Not wird mich schon zu den richtigen Ideen führen. Immerhin verläuft so ja die Argumentation der verfassungsvergessenen Menschenverächter hier im Lande.
das ‘nicht nur in der Praxis’ leuchtet mir nicht ein. Soll das sowas heißen wie “Die Verfassung ist unrealistisch? Die kann nicht mal in der Theorie funktionieren oder was?”
Deine Einstellung zum Islam ist deine Einstellung zum Islam. Es ist nicht meine Einstellung zu dieser Religion und ihren Anhängern.
Seit über drei Dekaden gehöre ich der ‘Meinungsfraktion’ an, die dafür eintritt, den Nazi-Schwachsinn zu entkriminalisieren. Auch wenn ich beileibe kein Vertreter völkischer Denke bin, halte ich eine stabile Demokratie, in der Meinungsfreiheit zu den Grundwerten zählt, für keine Umgebung, in der Meinungen per Verbot gewichtet werden sollten. Was daran heuchlerisch sein soll, verstehe ich allerdings nicht.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, bist du als Islam-basher bekennender Verfassungsgegner, was dann ja eigentlich den dafür vorgesehenen Verfassungsschutz auf den Plan rufen müßte.
Daß das nicht geschieht, HMB und Konsorten laufen ja auch noch frei rum, spricht sehr dafür, daß die geistig-moralische Wende mit Bravour vollzogen wurde. Dazu bedarf es dann scheinbar keiner NPD … eine entfesselte bürgerliche Mitte kann das wohl noch wesentlich effizienter. Herzlichen Glückwunsch zum totalen Sieg!
Es gibt noch eine Art Faschismus. Der monetäre Faschismus. Nur die Leute mit Geld sind etwas Wert, heißt das. Und dann natürlich auch die der eigenen Religion (auch wenn es die Atheisten-Religion ist – der Zerotheismus).
Meistens sind die ganz sozialen Leute am Ende die Paupericid-Befürworter oder zumindest eine Art der Zwangssterilisation (wozu auch die zwangsweise Enteignung der Kinder gehört, sozusagen eine postnatale Sterilisation, man kann zwar Kinder kriegen, aber nicht behalten).
Schulideologen sind oft (nicht immer) ganz in der Nähe dieser völkischen Zwangsbeglückung und allen anderen werfen sie “Rückständigkeit” und “Sabotage der nationalen Ziele” vor. Sie marginalisieren alle, die ihnen nicht ins gelobte Land folgen wollen. Erkennen kann man so etwas an propagandistischen Vereinfachung: “Wollen wir zurück oder nach vorwärts?” und an Intoleranz gegenüber anderen Weltsichten, die dann als Rückständig gebrandmarkt.
Zusätzlich wird der Ort “Vorne”/”Vorwärts” nur als Worthülse gebraucht, es wird nie definiert, wo vorne ist – es ist einfach da, wo derjenige Schreiber ist. Das Motto ist: “Wo ich bin, ist vorne; alle anderen sind nur Ideologien, die geschichtsvergessen wirre Konzepte, wie Familie propagieren” (welche Art von Geschichtsschreibung gemeint ist, wird auch nicht angedeutet. Philippe Aries – die Geschichte der Kindheit vielleicht? Alles bleibt offen und einer konstruktiven Diskussion wird sich verweigert).
Und natürlich muss man über “bestimmte Leute” – nur in der 3.ten Person sprechen. Das sind eben die “Komischen” – wir bleiben unter uns, ein Gedankenaustausch sollte nicht über ein Selbstgespräch hinausführen).
@clear
Mitnichten – wenn das Geld an allen Ecken und Enden fehlt, muss nun einmal gespart oder eine zusätzliches Geldquelle aufgetan werden. Das ist nur all zu menschlich.
@Degnaphata
Weil es Menschen dafür finanziell belohnt, staatliche Angebote wahrzunehmen. Damit stiehlt der Staat sich aus der Verantwortung.
Du tust ja geradeso, als gäbe es einen Kita-Zwang. Dem ist nicht so. Wer sein Kind aus ideologischen, pädagogischen oder sonstigen Gründe daheim erziehen will, der kann dies tun.
Mag sein – aber daran können wir nichts ändern.
@Degnaphata
Was kostet eine Flasche Fusel? 5 Euro? Wo ist das Problem? Macht 150 Euro im Monat, das wird dann halt anderswo gespart. Zu behaupten, unter den Hartz IV-Empfängern gäbe es – quasi systembedingt – keine Alkoholiker ist genau so dumm wie Sarrazins Verallgemeinerung, alle Hartzer seien Alkoholiker.
Noch nie richtige Zecherbei der Arbeit beobachtet? ne Flasche Fusel als Tagesration soll da langen? Im Anfängerbereich vielleicht.
Mein Dad hatte immer ne Flasche Brandy und so viel Bier, daß es allein für mich gereicht hätte … UND DAS JEDEN VERDAMMTEN TAG! Dazu noch an die 80 Fluppen. Da muß man schon erfolgreicher Unternehmer oder Lohnsklave sein, um das aufbringen zu können.
Auch andere Alkoholiker, die ich neben mir selbst so getroffen habe, kommen an einem ansonsten unbeschäftigten Tag auf wesentlich mehr als ne Flasche Schnaps.
Die von dir überschlagenen 150€ entsprechen in etwa dem Budget, welches einem h4ler als Lebensmittel- und Tabaksatz zugestanden werden, sofern er noch den Zuschlag (ca 80Cent) für kostenintensive Ernährung aus Gesundheitsgründen erhält, was wohl für die wenigsten zutreffen dürfte.
Also ich bleibe aus gutem grund bei meiner These, daß hartzianer die Alkoholiker mit eingebauter Geldbremse sind. Klar gibt es auch unter ihnen einen Säuferanteil, der aber niemals staatsgefährdendes Ausmaß erreicht. Ebenso vertrete ich weiterhin die Behauptung, daß erwerbstätige Schnapsdrosseln eine wesentliche statistische Mehrheit im Volke bilden.
Als ich in die Branche der EDVler gelangte, stellte ich verwundert fest, daß hier tatsächlich nur eine kleine Randgruppe dem Alkohol zugetan zu sein scheint. Das erklärte ich mir damit, daß man im Alkschwurbel diese komplizierten PCs wesentlich schlechter bedienen kann, kommt es doch auf jeden Schritt und jede Fehlermeldung an. Bekifft und/oder bekokst ist das ein ganz anderer Schnack. Das mag sich inzwischen nivelliert haben, funktionieren Computer heutzutage doch einheitsbreimäßig allesamt gleich gut/schlecht.
Wenn er sich das leisten kann, ist eine über allem schwebende Vorraussetzung.
So wie die Pendlerpauschale die berufliche Fahrt vor die private stellt, so erzeugt eine staatliche externe Kinderbetreuung für lau, die mit dem Verzicht auf ein zweites Einkommen entstandenen Kosten der heimische Erziehung bevorzugenden Mitbürger.
Mich nervt außerdem noch diese verlogene Verheißung, daß sich am Arbeitsmarkt alles zum Guten wendete, wenn erstmal das Betreuungproblem gelöst sei. Dann wollen noch mehr die weniger werdenden Arbeitsplätze ergattern, was Lohndumping und das ganze Trara nur weiter eskalierte.
Ein weiteres Zwangselement hält dadurch Einzug in die problematik, daß eine Frau, die tatsächlich ‘nur’ Hausfrau und Mutter ist, den offiziellen definitionen einer emanzipierten modernen Frau zuwiderläuft. Es herrscht diesbezüglich ein spürbarer Druck auf den müttern dieses Landes. Wer neben Haushalt und Kindern keinen Job machen will, weil die bereits auf der Liste stehenden Aufgabenbereiche gut erledigt werden sollen, der steht schnell im Ruf ne faule Sau zu sein, oder ewig gestrig oder unemanzipiert oder oder. Habe da schon schrille Geschichten erleben müssen.
Da ich als alleinerziehender und behinderter Vater einen fetten Berg an Erfahrungen diesbezüglich habe machen dürfen, sollte davon ausgegangen werden, daß ich über einen entsprechenden Erfahrungsschatz verfüge.
Die pressekonferenz der Enke-Witwe sah ich zufällig im TV. was sie da über die Angst, man könne der Familie Enke das Kind wegnehmen, weil der Vater depressiv sei, fand dich ziemlich vielsagend.
Ich habe auch Drohungen der Staatsmacht erhalten und muß gestehen, daß ich angesichts dessen tatsächlich mein vorlautes Maul gehalten habe. War ich gerade noch voller Kampfgeist und Zivilcourage, habe ich dann nur noch verstockt geschwiegen. Da hatten sie mich bei den Eiern … aber richtig fest!
Meiner armen Tochter ergeht es ähnlich. Sie pflegt mich, was in Vorhartzzeiten noch ein Gemeinschaftsding gewesen wäre, und jetzt wird ihr wegen meiner Anwesenheit im Haushalt der Alleinerziehungzuschlag verweigert. Zum Glück hat sie diese Schweinerei noch nicht in die Arme des Teufels Alkohol getrieben, aber das wird laut landläufiger Meinung wohl ihr Schicksal werden.
Die Drohung des Kindesentzuges ist ein nach meiner Erfahrung ein mindestens dekadenaltes Mittel zu Dämpfung von schlecht gestellten. Früher kam bei jeder Mutter ohne Ehemann das Jugendamt vorbei und machte seltsame Andeutung. Soweit jedenfalls mein Eindruck.
Jetzt kommen sie nicht mehr automatisch, was eigentlich ja toll sein müßte, aber sie helfen auch nicht mehr automatisch, was für etliche Kinder äußerst nachteilig ist. Erstaunlich respektive entsetzlich viele Mütter kennen den Umfang ihrer Rechte gar nicht, sodaß hier ohne organisatorischen Aufwand von der Gemeinschaft ein fettes Sparpotential abgegrast wird. Auf wessen Kosten? Auf Kosten der kleinen Würmlinge, die nun mal überhaupt nichts dafür können.
Nimmst du gerade irgendwie seltsame Tabletten zu dir oder was ist hier los? Hast du ne Bewerbung bei Will Media am laufen?
Du argumentierst mit den ‘leeren Kassen’? Wer hat sie wofür geleert? Warum wurden sie nicht adäquat gefüllt beizeiten? Meine Güte, wieviele deiner Artikel beleuchten diese Fragen und decken dabei Mißbrauch und Verrat auf in den dunklen Abseiten von Politik und Wirtschaft? Und du kommst mit dem die-Kasse-ist-leer-Argument? Ich fasse es nicht.
Der Rettungsschirm für die Banken hat doch gezeigt, wie voll die Kassen tatsächlich sind. Was willst du eigentlich?
@Degnaphata
Und? Welche Bedeutung hat das? Keine? Richtig! Es ist einfach nur abstrus, zu behaupten, Alkoholismus unter Hartz IV-Empfängern wäre nicht vorhanden. *kopfschüttel*
Ja, wie über allem – so ist das nun einmal. Darum bin ich auch (aus volkswirtschaftlichen Gründen) für eine signifikante Erhöhung der Hartz IV-Bezüge. Und zwar generell, aber sich nicht dafür, dass sie ihre Kinder daheim behalten und nicht in die Kita schicken. Was sie dann mit dem Geld machen, ist mir egal. Die einen werden ihre Kinder besser betreuen, die anderen werden es versaufen – so what? Sind Hartzer etwas bessere Menschen?
Nein, aber ich vermag – ganz anders als Du – die Realitäten zu sehen, ohne meinen Blick durch sozialromantische Selbstberauschung zu trüben. Ich spreche übrigens – was eigentlich ersichtlich sein sollte – nicht von den Staatskassen, sondern von den Kassen der betroffenen Familien. Der Rest Deiner Philippika geht daher am Thema vorbei.
Für alle, die interessiert, was die Realität wirklich bereit hält:
http://debatte.welt.de/weblogs/5371/gipfelstuermer/91805/schule+2020+die+vision?req=RSS
Klaus Hurrelmann (Soziologe und Regierungsberater).
Kindergartenzwang + Schulzwang ab der Geburtsstunde ;)
Darüber müssen wir gar nicht diskutieren, beobachtet einfach den öffentlichen Diskurs, wie langsam Schulalter und Lehrplan nach vorne geschoben werden, die Schulzeit ausgedehnt, die Ferienzeit verkürzt und immer mehr Kindheit von den Gehirnfabriken (oder waren es Treibhäuser) geschluckt werden.
Wie langsam “Familie” ausgerottet wird (zum Wohle des Arbeitsmarktes) und außer ein paar Kühlschrank und Schlafgemeinschaften nichts mehr übrigbleibt.
Es wird immer irgendein Argument vorgehalten werden: “Chancengleichheit”, “Schlechte Eltern”, “Arbeitsteilige Welt”, “Fudamentalistische Bedrohung” usw.
Die Frage lautet doch bereits: Müssen Bedürftige aufgrund ihrer Bedürftigkeit bessere Menschen sein, um ihre Bedürftigkeit jeden Tag neu zu rechtfertigen?
@Diskussionsteilnehmer
Nein, damit hat das nichts zu tun. Mir schwillt nur der Kamm, wenn hier immer wieder die Mär des “edlen Armen” hochgekocht wiird. Das ist positive Diskriminierung.