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Hausgemachte Islamophobie

geschrieben am 23. April 2007 von Spiegelfechter

„Trotz des islamischen Terrors: Die Zahl der zum Islam übergetretenen Deutschen hat sich binnen eines Jahres vervierfacht” meldete der SPIEGEL voller Entsetzen in seiner 3/2007 Ausgabe und verteilte gleich wieder seine liebgewonnen Schauderklischees über den Islam nach SPIEGEL-Lesart. „[]die ein Phänomen zutage fördert, das in Zeiten von Terrorangst, Zwangsehen-Debatten und Ehrenmord-Prozessen erstaunen mag: Rund 4000 Menschen sind demnach in der Bundesrepublik zwischen Juli 2004 und Juni 2005 zum Islam übergetreten. Die Untersuchung, vom Innenministerium finanziert und vom Islam-Archiv in Soest durchgeführt, überrascht umso mehr, weil sich die Zahl der Konvertiten damit im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht hat.” Auch Chefhetzer Broder operiert gerne mit diesen Zahlen.

Die Süddeutsche hat ebenfalls einen guten Draht zu diesem Soester Islam-Archiv und setzt noch einen drauf: „Die Daten für 2006 sollen demnächst veröffentlicht werden, doch ein Mitarbeiter des Instituts deutet einen gewaltigen Anstieg an: 2005 habe es insgesamt etwa 13000 deutschstämmige Muslime gegeben – 2006 müsse man mit etwa 18 000 rechnen.”

Politik wird mit diesen Zahlen natürlich auch gemacht und Schäuble, der Schützer aller Teutonen, phantasierte in der WELT, die ebenfalls die Soester Studie zitiert, auch gleich von “etwas Bedrohlichem” und fühlt sich bedroht vom Phänomen des “home-grown terrorism”. Schäuble finanzierte diese “bedrohliche” Studie schließlich auch, da darf er sich natürlich auch aufschwingen, den Bürger vor den Ergebnissen der Studie zu schützen – ob die reine Zahl der Konvertiten auch nur ansatzweise etwas mit dem Phänomen des gefühlten Terrorismus zu tun hat, verschweigen uns alle drei Blätter selbstredend.

Was aber wenn diese Studie erstunken und erlogen ist? Genau das hat nämlich jetzt Martin Spiewak von der ZEIT herausgefunden. Das Soester Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland ist nämlich nur ein Einmannbetrieb mit ein paar Hiwis, dem von Muslimen und Islamforschern jegliche Seriosität abgesprochen wird. Spaßig, das auch Spiewaks Kollege Lau von der ZEIT diesem Institut in just diesem Zusammenhang auf den Leim gegangen ist. Das erwähnt Spiewak natürlich nicht.

Wenn man ein wenig nach Studien des Islam-Archivs sucht, wird man schnell fündig. Immer wenn Islamophobie auf dem Programm steht, verweisen unsere Medien immer gerne auf die Soester Studien. (1) (2) (3)

Honi soit qui mal y pense – wie kann das Innenministerium bei einem solch dubiosen Institut solche Studien in Auftrag geben?

Die Antwort ist einfach: Weil diese Zahlen von den Berufsparanoikern, die immer neue Sicherheitskataloge erfinden, für ihre Zwecke instrumentalisiert werden können. Das Schauermärchen des islamischen Terrors in Deutschland wird immer wieder mit Zahlen des „Zentralinstituts” an die Wand gemalt. Der schwäbische Gesinnungstest, mit dem aus rechten Kreisen polemisiert wurde, wurde vom Innenministerium Baden-Württembergs mit Ergebnissen aus einer Studie des „Zentralinstituts” begündet, nach der 21% der Muslime den Koran mit dem Grundgesetz für unvereinbar hielten. Auch diese Studie wurde seinerzeit vom Innenministerium finanziert. Wenigstens beteuert das Innenministerium gegenüber der ZEIT, mit diesem Institut in Zukunft nicht mehr zusammenzuarbeiten. Aber ein neuer Mohr, der seine Schuldigkeit tut, wird sicher schnell gefunden werden.

Es passt in das Bild des Verfassungsfeindes Schäuble und seiner nicht minder paranoiden Gesinnungsgenossen Schily und Beckstein, sich Gefälligkeitsstudien anfertigen zu lassen, mit denen man das abstrakte Gespinnst „Terrorismus” aufbauschen kann , um in der Bevölkerung Argwohn gegen den Islam zu säen. Vertrauen kann man in die Sicherheitspolitik dieser Kulturkämpfer indes schon lange nicht mehr haben. Wer Hass sät, wird Hass ernten.

Jens Berger

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23 Kommentare
Tags: Deutschland Medien
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23 Kommentare:

  1. winfried aus chemnitz am 23. April 2007 um 23:17 - - Permalink

    Ich kann nicht zum Islam übertreten denn Bierlos zu sein kann Gott nicht freuen – anderseits wäre das Verhältnis zu meiner unverheirateten Frau damit auch einmal geklärt.

    Feminismus ist tot und Deutsche Muslims bekommen mehr Kinder?

  2. COPOKA am 23. April 2007 um 23:59 - - Permalink

    “Trotz des islamischen Terrors …”

    Mehr als 2000 Patienten sind innerhalb eines Jahres in Großbritannien aufgrund von Pannen im Gesundheitswesen gestorben. Darüber hinaus seien zwischen April 2005 und März 2006 mehr als 160 Tsd. Patienten geschädigt worden, berichtete die Zeitung „Sunday Telegraph“ im August 2006 unter Berufung auf einen Bericht der National Patient Safety Agency (NPSA).
    Nach konservativer Schätzung des Robert-Koch Instituts werden in Deutschland Jährlich zw. 40 und 50 Tsd. Patienten geschädigt, tausende Kunstfehler enden für Patienten tödlich.
    Laut einer Studie des amerikanischen Institute of Medicine sterben in den USA jährlich sogar zwischen 50 und 100 Tsd. Patienten an den Folgen eines Behandlungsfehlers.

    Aber der dumme Bürger soll Angst vor islamischem Terror haben.

  3. Spiegelfechter am 24. April 2007 um 00:06 - - Permalink

    @COPOKA

    Meldung von heute: In Deutschland sterben pro 17.000 Menschen durch Behandlungsfehler.

    Gut das man nicht so leicht zum Arzt konvertierten kann ;-)

  4. verschwender am 24. April 2007 um 00:39 - - Permalink

    Als ich letztens im Süpermarket noch ein wenig Obst und Gemüse einkaufte, stand im Eingangsbereich eine unbeaufsichtigte Tüte unbekannten Inhalts. Mit schlotternden Knien bezahlte ich an der Kasse und suchte schnell das Weite. Da hab ich wohl noch mal Glück gehabt…

  5. schabghard am 24. April 2007 um 09:11 - - Permalink

    Wovor hat man eigentlich immer Angst!? eine ganz einfache Frage…!? davor was man nicht kennt! oder davor was man nicht kennen will oder… das was man ausschliessen will?

    Religion war und ist wie immer nur ein Titel… mehr nicht! jetzt mal ehrlich… wer von uns lebt nach seiner Religion!? über 80% der Menschen leben im Prinzip alle gleich! (moralisch gesehen!) ob bei Christen, Moslems oder Juden… Man macht sich immer sorgen wenn eigene Tochter mit 14 um mitternacht immer noch nicht zuhause ist… egal ob Christ, Jude oder Moslem… alle Eltern werden gleich reagieren… oder wenn man trotz Ehefrau/-mann… nebenbei eine Affäre hat… spielt es keine rolle mehr woran man glaubt… nun… je nach dem “Ethnik” bezeichnet man das anders… Trinken wird genauso überall… nun die Gläubige… egal in welcher Richtung, trinken nicht! Dass man unterschiede zwischen “Allah”, “Gott” oder “Jehova” macht… kennt man nur da wo man unterschiede machen will… dabei bedeuten alle drei Worte nur “Gott” und mehr nicht! ansonsten müssen doch die italiener als “Dio” einen Anderen “Gott” haben oder die perser als “Khoda”…

    nun… ohne Religion kann man die Menschen nicht trennen… und wenn sie alle zusammen halten und das Gefühl haben dass sie alle aus “Adam und Eva” abstammen… kann man halt keine Kriege mehr führen… wir sind ja alle schliesslich Brüdern…

    aber… alles andere ist Böse und Bähh… nur “Wir” nicht!

    Schmutzigste Business der Welt ist Politik und schmutzigste Politik der Welt ist Religion… Aslo d.h. ich bin Jude, du bist Moslem und er ist Christ… und wir sind alle GEGENEINANDER!

  6. D. Krüger am 24. April 2007 um 10:07 - - Permalink

    Hallo,
    das Thema ist wieder mal typisch für diese marode Gesellschaft – man biegt sich die Zahlen so hin, wie man sie braucht, oder man kauft sich entsprechende Umfrageergebnisse oder man lügt sie zusammen.
    Es gibt in Germanien eine Frau Elisabeth Noelle-Neumann ( http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Noelle-Neumann ).
    „Die Erinnerungen“ ist ihr neuestes Machwerk. Auszüge aus diesem Buch sind in der (leider noch nicht online verfügbaren) „Ossietzky“ Nr. 8/2007 erschienen (http://www.sopos.org/ossietzky/ ).
    Wenn man die tiefbraune Vergangenheit und Gegenwart dieser Dame betrachtet, brauch man keine Frage mehr zu stellen, wo der braune Sumpf herkommt und auf wessen Mist die „Erkenntnisse“ des „Institut für Demoskopie Allensbach“ gewachsen sind.
    Das in dieser „freiheitlichen, rechtsstaatlichen und demokratischen“ Gesellschaft gelogen und betrogen wird, dürfte ja wohl klar sein, wenn dieses dubiose Institut für alle bundesdeutschen Kanzler von Adenauer bis Kohl fest vereinbarte Umfrageergebnisse erstellt wurden.
    1940 forderte diese Frau:“…nach der deutschen Auffassung vom Wesen der öffentlichen Meinung…“ die in den USA entstandene Meinungsforschung einzuführen. „Meinung“ natürlich im Sinne ihres Arbeitgebers Goebbels als „…das Ergebnis einer willensmäßigen Beeinflussung“.
    Da frage doch noch einer nach dem „Woher“ faschistischer Ideologie in diesem Lande – bei so vielen „rechtsstaatlichen, freiheitlichen, demokratischen“ Menschen – von Noelle-Neumann bis Kohl.
    Und rede nur keiner vom „Staatsterrorismus“ – da könnt ja mal einer drüber nachdenken!
    Stark bleiben!

  7. COPOKA am 24. April 2007 um 14:02 - - Permalink

    @Jens

    Pannen, Kunst- und Behandlungsfehler.

    Die Anzahl der Verstorbenen kommt stark auf die Kriterien und Erhebungsverfahren an.

    Wenn ein chronisch kranker Mensch falsch behandelt wird, stirbt er idR früher. Ob er dabei von Krankehit oder durch die Behandlungsfehler gestorben ist oder sterben wird, ist letztes Endes eine Definitionssache.

    Zahlen, die im 4-stelligen Bereich liegen, beziehen sich auf Opfer, die unmittelbar durch ärztliche “Behandlung” umgebracht wurden. Anzahl der Patienten, deren Leben infolge falscher Behandlungen verkürzt wurde, liegt im 5-stelligen Bereich (so wie z.B. Schätzungen des amer-n Institute of Medicine).

    Einem meinen Bekannten wurde “aus Versehen” eine Niere entfernt – Upps …! Nicht mal “Tschuldigung” danach.
    Und Anzahl solcher, die durch ärztliche Behandlung jedes Jahr dauerhaft geschädigt werden, liegt im 6-stelligen Bereich.

    Auf jeden Fall mutet Anzahl der Opfer auf bürgerkriegsähnliche Zustände an, nur will es von der Mehrheit nicht wahrgenommen werden. Beängstigend wirkt nur das, was in der Glotze gezeigt oder in den Springerblättern abgedruckt wird. Und das wissen “unsere” Spindoktoren allzu gut.

    Gruß,
    C.

  8. otti am 24. April 2007 um 17:13 - - Permalink

    Meinungsmache und -manipulation ist alles was die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft beherrschen.
    Zu einem verantwortungsvollen Diskurs mit den Menschen sind solche Leute nicht bereit.

    Der Mensch, das Humankapital, zählt nichts.

  9. Mafri am 24. April 2007 um 17:14 - - Permalink

    Wahnsinn, das haut mich jetzt echt um. Lug’ und Trug scheinen wirklich wieder Hochsaison zu haben, wenn es darum geht (einmal wieder) andere Gruppen zum Sündenbock zu machen….

  10. COPOKA am 24. April 2007 um 23:46 - - Permalink

    @schabghard

    Wovor hat man eigentlich immer Angst!?

    Ich denke, diese Frage ließe sich besser so formulieren:
    Womit lässt sich am besten Angst zu machen?

    Genau! Damit, was man nicht kennt oder nicht versteht.
    Ich denke nicht, dass seit 11.9.01 mehr “Muslime” in D leben oder dass sie seitdem irgendwie frommer oder radikaler geworden sind. Die meisten “Muslime” sind wahrscheinlich in etwa genauso fromm, wie die meisten “Christen”.
    Nur die dumpfe Xenophobie, die latent immer bei der Mehrheit vorhanden ist, lässt sich ganz prima zur Angst ausbauen. Und wo die Angst vorhanden ist, steigt auch Nachfrage nach allerlei Rettern und Führern.

    Es geht also gar nicht um die “Muslime”.
    Teile und herrsche! Das Prinzip hat seine Gültigkeit nicht verloren.

  11. Ingo am 25. April 2007 um 01:35 - - Permalink

    Angst und Bange kann einem – nüchtern betrachtet – nur vor der anhaltenden Terrorshow von SPIEGEL-BILD und den dadurch bereits beeinflussten Lesern werden. Die Hasskommentare im Mainstream scheinen jedenfalls langsam zur Normalität zu werden.

    Wenn man dazu bedenkt, wieviele Politiker sich ohne erkennbare Gegenwehr in den Sog ziehen lassen, summiert sich da auf der Seite der Guten rapide mehr negatives Potential, als die Achse des Bösen überhaupt zu vergeben hätte. So sie überhaupt wollte. Behauptet hat das die Achse nie. Ist auch nicht nötig. Wir erledigen uns selbst nämlich viel effizienter.

  12. Hannibal Lektor am 25. April 2007 um 02:40 - - Permalink

    Meine Güte – Angst und Panik!

    Bekanntlichermaßen führt das Leben ja immer zum Tode, und die allermeisten von uns, die in der privilegierten(!) Lage sind, in Europa wohnen und bspw. HIER posten zu können, werden wohl nie von irgendwelchen ‘Islamisten’ tatsächlich bedroht – oder gar verwundet oder ‘gekillt’ – werden! Derzeit liegt die Wahrscheinlichkeit, im Strassenverkehr, oder auch bei einem Raubüberfall, einem ärztlichen ‘Kunstfehler’ oder einer Kneipenschlägerei getötet zu werden noch deutlich darüber :-P
    Wer über 35 ist, darf allerdings auch gerne anfangen, sich Gedanken über ‘den Tod im Bett’ [1] zu machen, da dieser für die allermeisten von uns am wahrscheinlichsten (globale Katastrophen mal ausgenommen) ist. *LOL*
    Da freut es mich doch, wenn der “Spiegelfechter” sich vernünftigerweise abseits der künstlichen Hysterie hält ;-)

    Gute Nacht wünscht
    Der Lektor

    [1] Nee – natürlich weder im Ehe- noch im ‘Lotterbett’, sondern schlicht und ergreifend im Krankenbett :))

  13. Jamas am 25. April 2007 um 06:45 - - Permalink

    Ich verweise mal ganz nebenbei auf den aktuellen Fall von OMV/Iran gegen USA/Hegemonie:

    http://derstandard.at/?url=/?id=2856094

  14. Jamas am 25. April 2007 um 07:16 - - Permalink

    und noch was schönes:

    http://derstandard.at/?url=/?id=2854647

  15. Jamas am 25. April 2007 um 19:01 - - Permalink

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25128/1.html

    ein guter artikel!

  16. tar am 26. April 2007 um 10:49 - - Permalink

    http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12638325&forum_id=115977

  17. bigberta am 3. Mai 2007 um 11:35 - - Permalink

    Wären denn 4.000 Muslime der Untergang des Abendlandes? Doch wohl eher nicht. Aber kennt Ihr das:
    http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2273&view=previous&

    Auszug:
    Beitrag Der Kim Schmitz des deutschen Islam

    Der Islam ist angesagt. Die Diskussion in Deutschland wird vor allem durch Konvertiten beeinflusst. Nicht alle sind seriös, aber das interessiert niemand. Man braucht nur behaupten, man sei Muslim und Experte, kommt man gleich ins Fernsehen. Das ZDF lässt zum Beispiel den Ehrenvorsitzenden des “Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland e.V.”, Muhammed Salim Abdullah als Islam-Experten ausführlich zu Wort kommen. Aber weder ist sein Institut 70 Jahre alt, wie auf islamischen Websites behauptet wird, noch stimmt die offizielle Biografie seines langjährigen Leiters. Und ob sich der Keller einer Privatwohnung Institut nennen darf, ist nach geltender Rechtssprechung zumindest strittig. Ich öffne daher heute meine Kaderakten und beantworte die Frage: Wer ist Muhammed Salim Abdullah?

    Im Juni 1995 stand das so genannte Zentralinstitut noch auf der Liste der Mitgliedsorganisationen des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland: “Islamischer Weltkongress Deutschland (IWKD) e.V. Am Kuhfuss 8, 59494 Soest.” Sein “Direktor”, geboren 1930 in Bad Salzuflen, gibt sich tolerant, redet gern über Ökumene, geht bei naiven Pfarrern als Gelehrter durch, bekommt zum Geburtstag Festschriften und besitzt einen “gewissen Bekanntheitsgrad. Abdullah hat auch mehrere Bücher geschrieben. Hassan Haacke, ehemaliger Vertrauter Abdullahs, auch ein Konvertit und kurzzeitig Vorsitzender des Islamrats, sieht aber viele “Fakten”, die dort ausgebreitet werden, als fragwürdig an. Das zu recherchieren, bedürfte aber viel Zeit und eines Honorars, das mir niemand zahlt.

    Muhammed Salim Abdullah trat am 9. September 1952 in der Wilmersdorfer Moschee der Ahmaddiyya Lahori in Berlin zum Islam über – vor dem damaligen Imam Muhammed Aman Hobohm. Merkwürdig, dass das später seiner Karriere nicht hinderlich war: das so genannte Zentralinstitut stand der konservativen Milli Görüs (IGMG) sehr nahe, um es vorsichtig zu formulieren. Die Ahmaddiyya hingegen wird von den meisten Muslimen nicht zum Islam gezählt und wurde in Pakistan “exkommuniziert” – obwohl das wohl eher ein Zugeständnis an die Islamisten war. Die Moschee taucht heute auf den “offiziellen” Listen nicht auf.

    Der ursprüngliche Name Muhammed Salim Abdullahs lautet Herbert Abdullah Krawinkel. Er behauptet, dass das der Name seiner Pflegeeltern sei. Sein Vater sei ein bosnischer Muslim gewesen (1). In einem Schreiben aus dem Jahr 1953 an den damaligen Imam der Wilmersdorfer Moschee schrieb er: “Sie benutzen den Namen meiner Pflegeeltern Krawinkel, diesen Namen führe ich nicht mehr und ist der Name Abdullah behördlicherseits eingetragen.” Möglicherweise ist Abdullah lediglich jemand aus der älteren Garde der Muslime, der den Islam zum Beruf gemacht hat? Daß er sich wichtig findet, weiß ich. Aber Fälscher? Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen…

  18. Christian am 12. Februar 2008 um 13:21 - - Permalink

    Salve
    Islamophobie…. die Angst vor dem Islam. Wie bei vielen Themen wird auch hier mit der Angst der Menschen gearbeitet um politische Machtansprüche erreichen / zementieren zu können. Schlimmer ist jedoch für mich, dass man darüber nicht mehr sprechen soll, weil man sonst ein REX / ein Ausländerfeind ist. Das ist in etwa wie wenn man Israel für die Politik gegenüber den Palästine kritisiert, auch da wird man sofort in die rechte Ecke gestellt.

    Angstmacherei halte ich für das grössere Problem als Islamophobie und Antisemitismus. Wobei das semitische Volk ja sehr viele Araber beherbergt.

    Christian

  19. Interessierter am 25. August 2008 um 09:48 - - Permalink

    http://de.youtube.com/watch?v=E7Qxb3YXFxo

    Die Wahrheit über den EU-Vertrag.

  20. Lago am 25. August 2008 um 11:54 - - Permalink

    “Die Wahrheit”?

    Letztendlich die national-populistische Leier, die man von christlichen Kulturkämpfern erwarten kann. Jeder reitet seine Pferdchen so gut zu schanden, wie er es eben kann.

    Interessant, Interessierter, dass du diesen Hinweis zu einem Artikel bzgl. Islamophobie gibst. Die Verbindung von Lisboa und Islamophobie sehe ich nämlich nicht, wohl aber die zwischen Nitzsche und Islamhass.


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