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  • Japan vor der Abwärtsspirale

    geschrieben am 24. November 2009 von Spiegelfechter

    Die Deflation kehrt nach Japan zurück und droht dem angeschlagenen Samurai den Todesstoß zu versetzen

    Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat weltweit zu Verwerfungen geführt. Während die Krise die meisten OECD-Staaten in einer Phase des langanhaltenden Aufschwungs getroffen hat, wurde die zweitgrößte Industrienation der Welt mitten in einer langanhaltenden Schwächephase getroffen. Japan hatte schon vor der aktuellen Krise immer noch mit den Spätfolgen der Wirtschaftskrise in den 1990ern zu kämpfen. Das Land der aufgehenden Sonne steht heute vor unlösbaren Problemen – die Staatsverschuldung ist atemberaubend, die Wirtschaft lahmt, das Land befindet sich in einer Deflation, die Regierung hat kaum Optionen, entgegenzusteuern, und schon bald könnte die Staatsverschuldungsblase platzen und Japan den wirtschaftlichen Todesstoß versetzen.

    Deja vu

    Am Ende der 1980er glich Japan einem Tollhaus. Die Aktien- und Immobilienpreise erreichten Monat für Monat neue Rekordwerte, die Banken gaben freigiebig Kredite an Jedermann, es wurde spekuliert und gezockt, als gäbe es kein Morgen. In Sushi-Bars im Tokyoter Bankenviertel wurden die maritimen Köstlichkeiten auf nackten Damen angerichtet, Suppen wurden mit Goldflocken verziert, Sportwagen parkten in den Strassen und selbst heruntergekommene Appartments wurden der Hauptstadt zu Preisen gehandelt, die dem Einkommen entsprachen, das ein normaler Angestellter in seinem gesamten Leben verdient. Das Japan der spätern 1980er gilt heute als Lehrbuchbeispiel einer “Bubble Economy”. Wie alle Blasen platzte jedoch auch die japanische Blase und hinterließ dem Land ein ganzes Jahrzehnt der Stagnation und der Deflation. Mit immer höheren Staatsschulden wurden halbherzige Konjunkturprogramme initiiert, während die Leitzinsen Schritt für Schritt auf den Nullpunkt zugingen. Die 1990er gelten in Japan als das “verlorene Jahrzehnt”.

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    Tags: Finanzkrise Wirtschaft
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    17 Kommentare:

    1. R_Winter schrieb am 24. November 2009 um 13:17 - Permalink

      Japan liegt nicht nur auf der anderen Seite der Welt, es hat auch ein anderes Wertesystem.
      Obwohl mir vieles bewußt war, sind die Fakten im Artikel bestürzend.

      Es wird wohl eine Haushaltssperre und ein Einfrieren der Pensionen geben müssen, gefolgt von dem Zusammenbruch einiger Banken, der die Welt erschüttern wird. Es ist schon fast kriminell fahrlässig, dass die Ratingagenturen hier keinen Alarm auslösen.

      In dieser Feststellung sollte das Wort “Ratingagentur” durch die Namen Peer Steinbrück und Merkel” und das Wort “Banken” durch IKB, HRE, Dresdner Bank” ersetzt werden, dann stimmt die Aussage auch für Deutschland.

      Die Nullrunden der Rentner ( und nur die Rentner), ist vergleichbar mit den japnischen Überlegungen von “einfrieren der Pensionen” und eine Haushaltssperre haben wird schon in vielen Städten und Länder und Bund wird folgen.

      Japan ist hier und nicht auf der anderen Seite der Welt.

      Danke Jens Berger für den Artikel.

    2. Truvor schrieb am 24. November 2009 um 15:20 - Permalink

      @ R_Winter

      Ich stimme dir zu, tatsächlich ein guter Artikel.
      Jens hat offensichtlich viel Geduld, um alldas zu recherchieren.

      Die Japaner haben eine Devise: “Geschäft ist Krieg” !!!!!!!!!
      Es scheint mir, sie müssen jetzt ihrer Devise folgen und wie es sich bei guten Samureis gehört, ein Seppuku machen (nicht alle natürlich, so grausam bin ich nicht, NUR DIE MANAGER, please).

    3. Freedom Lemmy schrieb am 24. November 2009 um 21:15 - Permalink

      Der Himmel wird auf Japan stürzen.
      Das Hauptproblem des Landes ist wohl die Demographie gepaart mit einer nicht gerade ausländer-offenen Haltung.
      In diesem Punkt können wir vom schlechten Beispiel Japans lernen und es besser machen. Mehr ausländische Studenten ins Land lassen und mit diesem lachhaften Ausländerbehörden-Unsinn aufhören (hab ein paar marokanische Kollegen). Ohne die deutsch-russische Einwanderung wär die deutsche IT definitiv in einem jämmerlichen Zustand.
      … und konkret zu den Schulden. Die Risikoprämie, die Japan für seine Schulden zahlt, dürfte deutlich niedriger sein als die Rußlands oder gar Venezuelas. Selbst wenns irgendwann nicht mehr geht, wird sicher eine Lösung gefunden werden können, die Schuldenlast zu senken. Japan ist ein anderes Kaliber, aber mit den Latino-Schulden der 80er ging das schließlich auch. Und Japan hat im Privatsektor seit vielen, vielen, vielen Jahren eine sehr, sehr, sehr hohe Sparquote.

    4. firefly schrieb am 24. November 2009 um 22:19 - Permalink

      Solche Probleme möchten die Regierungen in London und Washington gern haben. Während Japans Hochleistungs-Ökonomie Waren und Dienstleistungen erwirtschaftet, die die japanischen Konsumenten auf Grund von Sättigung schon gar nicht mehr wegkonsumieren können, hat man in den angelsächsischen Ländern das Problem, den Wert der eigenen Währung nicht mehr aufrecht erhalten zu können.
      Welch gigantischen Risikoprämien werden da erst für US Treasuries und UK Gilts verlangt, wenn schon welche für japanische Staatsanleihen fällig werden. Der japanische Staat ist bei seinen Bürgern verschuldet. Das ist beherrschbar.
      Unter diesen Voraussetzungen muss man schon ziemlich bescheuert sein, auf den Kollaps Japans zu spekulieren. Das land hat immerhin eine Volkswirtschaft, die seit Jahrzehnten gigantische Überschüsse erzeugt.

    5. Goldener Reiter schrieb am 25. November 2009 um 06:40 - Permalink

      Die perrenierenden Kassandrarufe vom Versinken Japans im Ozean der Staatsschulden sind tatsaechlich unsinnig und Panikmache.
      Aehnlich wie in Deutschland handelt es sich hierbei um interne Buchungen:
      Dem hochverschuldeten Staat (oder besser: Regierung) steht naemlich ein privater Sektor gegenueber, in dem sich gewaltige Vermoegen angehaeuft haben.
      Die beruhen einerseits auf den kontinuierlichen Exportueberschuessen, und andererseits auf einem extrem ungerechten Steuersystem, dass einseitig die wirtschaftlich leistungsfaehigen entlastet.
      Die parallelen zu Deutschland sind tatsaechlich erschreckend.

      Das heisst natuerlich nicht, dass das Land keiner wirtschaftlichen Kathastrophe entgegensteuert.
      Die ist aber hausgemacht und der Verarmung des Staates und der Bevoelkerungsmehrheit geschuldet.
      Die Folge sind nicht nur eine schwache Binnennachfrage, sondern auch eine zunehmende Bildungsknappheit.

      Wer mal nach Japan kommt, sollte sich z.B. mal die Zeit nehmen, und etwa ab 18 Uhr in Konbinis und Supermaerkten vorbeischauen. Er/Sie wird dann zahlreiche Oberschueler (meist weiblich) vorfinden, die (anstatt sich von der Schule zu erholen oder gar Hausaufgaben zu machen) hinter der Kasse stehen, um das Einkommen der Familie aufzubessern.

      Von den zahlreichen Obdachlosen jeder Altersgruppe, die es trotz des wesentlich deutlicheren Sozialstaatsgebotes in der Verfassung gibt, ganz zu schweigen.

      Die Demographie ist jedenfalls, wie in Deutschland, nur eine billige Augenwischerei!

    6. Spiegelfechter schrieb am 25. November 2009 um 09:37 - Permalink

      @Lemmy

      Dem ersten Teil Deiner Replik stimme ich ohne Vorbehalt zu, aber dann gehen sie wieder mit Dir durch:

      Die Risikoprämie, die Japan für seine Schulden zahlt, dürfte deutlich niedriger sein als die Rußlands oder gar Venezuelas.

      Natürlich! Aber Japan ist auch das zweitgrößte Industrieland der Welt. Da sind vergleiche mit Schwellenländern nicht sinnvoll.

      Und Japan hat im Privatsektor seit vielen, vielen, vielen Jahren eine sehr, sehr, sehr hohe Sparquote.

      Eben nicht – das steht aber im Artikel *seufz*

    7. Spiegelfechter schrieb am 25. November 2009 um 09:43 - Permalink

      @firefly

      Solche Probleme möchten die Regierungen in London und Washington gern haben

      London schlittert in ein ganz ähnliches Dilemma, während die USA wesentlich(!) besser dastehen.

      Während Japans Hochleistungs-Ökonomie Waren und Dienstleistungen erwirtschaftet, die die japanischen Konsumenten auf Grund von Sättigung schon gar nicht mehr wegkonsumieren können, hat man in den angelsächsischen Ländern das Problem, den Wert der eigenen Währung nicht mehr aufrecht erhalten zu können.

      Du verstehst offensichtlich die Wechselkursdynamik und die daraus resultierenden Probleme nicht wirklich. Für die USA ist der schwache Dollar ein Pfand, da sie dadurch wieder konkurrenzfähig werden. Für Japan wiederum, ist der starke Yen ein Fluch, der die Deflationsspirale anheizt und die exportgetriebene Industrie schwächt. Aus der “Sättigung” und der schwachen Binnennachfrage resultieren ja eben die fiskalischen Probleme, die Japan nun so schwer zusetzen.

      Welch gigantischen Risikoprämien werden da erst für US Treasuries und UK Gilts verlangt, wenn schon welche für japanische Staatsanleihen fällig werden.

      Für britische Anleihen zahlt man einen relativ hohen Spread, der aber niedriger als der für japanische Anleihen ist. Amerikanische Anleihen sind hingegen sehr günstig zu versichern und liegen mit deutschen Anleihen zusammen an der Spitze der Skala.

    8. Spiegelfechter schrieb am 25. November 2009 um 09:50 - Permalink

      @Goldener Reiter

      Dem hochverschuldeten Staat (oder besser: Regierung) steht naemlich ein privater Sektor gegenueber, in dem sich gewaltige Vermoegen angehaeuft haben.

      Und dessen Vermögen – so sie denn in Yen investiert sind – von der Deflation aufgefressen werden. Das -10% (nominal) im letzten Jahr spricht Bände.

      Die beruhen einerseits auf den kontinuierlichen Exportueberschuessen, und andererseits auf einem extrem ungerechten Steuersystem, dass einseitig die wirtschaftlich leistungsfaehigen entlastet. Die parallelen zu Deutschland sind tatsaechlich erschreckend.

      In der Tat – nur dass die Vorzeichen ganz anders sind. Deutschland hat “dankenswerterweise” den Euro und kann so von den weniger exportorientierten Volkswirtschaften der Mittelmeeranrainerstaaten profitieren. Japan hat den Yen. Deutschland hat die EZB, die die Leitzinsen auch wieder erhöhen kann, ohne eine schwere Krise auszulösen. Japan hat die BOJ, die dies nicht kann. Vor allem aber hat Deutschland immer noch nur ein Drittel der japanischen Verschuldung und muss demnach auch nur rund ein Drittel der Staatsausgaben in die Tilgung von Schulden stecken.

      Das heisst natuerlich nicht, dass das Land keiner wirtschaftlichen Kathastrophe entgegensteuert. Die ist aber hausgemacht und der Verarmung des Staates und der Bevoelkerungsmehrheit geschuldet.

      Korrekt, die Wirtschaftskrise ist hier allerdings ein Katalysator – nur mit einem sehr hohem Wachstum ist das Problem Japans in den Griff zu bekommen.

    9. Freedom Lemmy schrieb am 25. November 2009 um 15:53 - Permalink

      Natürlich! Aber Japan ist auch das zweitgrößte Industrieland der Welt. Da sind vergleiche mit Schwellenländern nicht sinnvoll.

      Diese Trennung in Schwellenland und Industrieland kann ich im Hinblick auf Staatsverschuldung nicht so recht nachvollziehen. Die Risikoprämie hängt einzig davon ab, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kreditgeber, Bondkäufer, etc. einen default erwartet.
      Hab versucht Statistiken zu risk premium public debt zu finden, konnte aber nix finden. China ist deutlich ein Schwellenland. Ich vermute aber, dass die relativ niedrige Risikoprämien zahlen. Die Risikoprämien von Chile und Brasilien dürften sich in den letzten 10 Jahren deutlich vermindert haben, da sie über eine längere Zeit Schulden abgebaut haben. Australien ist kein Industrieland, sollte aber auch nur sehr niedrige Risikoprämien zahlen.

      In dem Artikel steht, dass die gesamtwirtschaftliche Sparquote zur Zeit auf +2% liegt. Aufgrund eines sehr hohen Haushaltsdefizit kann die private Sparquote also nicht so dramatisch niedrig sein, da sie die öffentliche Neuverschuldung ausgleicht. In jedem Fall ist in Japan eine Menge an Ersparnissen aus den Jahrzehnten zuvor im privaten Sektor vorhanden.

      Japan besitzt eine Menge an Optionen:
      - starke Besteuerung der Vermögenden.
      - drastische Verminderung des in Japan seit langen Jahrzehnten gut ausgebauten Sozialstaat.
      - Schuldendienst einstellen und in Verhandlungen mit den Kreditgebern eine Senkung der Schuld vereinbaren.

    10. Freedom Lemmy schrieb am 25. November 2009 um 16:09 - Permalink

      @Goldener Reiter: Man kann in einer offenen Gesellschaft nicht so einfach private Vermögen zum Ausgleich des Haushaltsdefizits zwangsrekrutieren. Die Eigentümer des Privatvermögens können es ins Ausland transferieren oder direkt selbst ins Exil gehen.

    11. Goldener Reiter schrieb am 26. November 2009 um 05:14 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Die Deflation halte ich fuer ein falsches Argument, um eine Vermoegensvernichtung zu begruenden.
      “Deflation” bezieht sich, genau wie Inflation auf den Konsumguetermarkt, und nicht auf den fuer Vermoegenswerte. Bei Aktienhaussen spricht ja auch niemand von der “boesen, boesen Inflation” (obwohl man das durchaus so sehen koennte).

      Wer Geldvermoegen haelt, gewinnt durch die Deflation sogar an Vermoegenswerten. Auch Realvermoegen, v. a. in Form von Immobilien ist langfristig betrachtet durchaus wertbestaendig (mal abgesehen davon, dass die Mieten recht hoch sind), man darf halt nicht wie in Amerika auf kurzfristigen Gewinn spekulieren.

      Das Japan nicht die EZB hat halte ich sogar fuer einen Vorteil, da die Regierung (anders als die europaeischen) in Extremfall auch zur klassischen Form expansiver Geldpolitik zurueckgreifen kann. Also nicht ueber Zinsen und Offenmarktgeschaefte, sondern direkt dadurch, dass man Staatsausgaben mit frisch gedrucktem Geld finanziert. Auch eine Waehrungsreform waere jederzeit denkbar.
      Fraglich ist aber natuerlich, ob das Parlament dazu den Willen aufbringt.
      Eher nicht.

      Das “Deutschland” von seinen Exportueberschuessen profitiert, sehe ich nicht. Im Gegenteil profitieren nur sehr wenige (klassische Frage: Wer ist “Deutschland”?). Die Mehrheit bezahlt mit Niedrigloehnen und Arbeitsplatzunsicherheit drauf.
      In Japan war das aehnlich, solange der Yen niedrig war.
      Jetzt ist der Lack ab, und es zeigt sich, dass derartiges Wirtschaften eben nicht solide ist.

      @Freedom Lemmy
      Ganz im Gegenteil ist es ohne die Gnade lockerer Kapitalmarktregelungen sehr schwierig, sein Vermoegen vorbei am Fiskus ins Ausland zu schaffen:
      Den eigenen Wohnblock in Shinjuku mal eben auf den Dampfer verladen und nach Hong Kong verschiffen…unrealistisch.
      Die ganzen Schmiergelder die noetig sind um untreue Bankangestellte zu veranlassen die Aufzeichnungen der Millionenueberweisung in die Karibik zu loeschen…selbst wenn Du in den unerschuetterlichen Glauben steht, dass das nicht rauskommt, die Vermoegenssteuer ist immer noch billiger.

      Aber die Drohungen der Industrie, ins Ausland zu gehen kamen natuerlich trotzdem gleich am Tag nach Hatoyamas Wahlsieg…wer sich davon einschuechtern laesst ist selber schuld.
      Freier Kapitaltransfer ins Ausland ist und Bleibt eine staatliche Gnade, die man jederzeit entziehen kann, wenn man es will!

      Davon Abgesehen:
      Das hohle Wort von der “offenen Gesellschaft” (das eigentlich etwas ganz anderes meint) auf Japan anzuwenden ist ohnehin Realsatiere.

    12. Beate schrieb am 26. November 2009 um 11:46 - Permalink

      Die hohen Staatsschulden Deutschlands haben zwei Ursachen:

      Die Finanzierung der deutschen Einheit durch Schulden.

      Die Entlastung der Vermögenden durch Gerhard Schröder und Helmut Kohl.

      Die Feigheit von Gerhard Schröder die Vermögenden nachträglich für die Finanzierung der deutschen Einheit in die Pflicht zu nehmen.

      Die Finanzkrise.

      Die Feigheit von Merkel und Steinmeier die Banken zu verstaatlichen.

      Die Bankenkrise ist nicht vorbei.

      Mein Tipp.

      Die Staatsschulden verdoppeln sich und die Bankenkrise wird zur Dauerwirtschaftskrise.

    13. firefly schrieb am 26. November 2009 um 14:29 - Permalink

      @ Siegelfechter

      Du verstehst offensichtlich die Wechselkursdynamik und die daraus resultierenden Probleme nicht wirklich. Für die USA ist der schwache Dollar ein Pfand, da sie dadurch wieder konkurrenzfähig werden.

      Die Auswirkungen des Wechselkurse versteh ich schon. Nur sind Wechselkurse in ihrem Einfluss auf die Exportfähigkeit massiv überbewertet.
      Die USA haben derzeit ein massives Leistungsbilanzdefizit. Sie konsumieren sehr viel mehr als sie produzieren. Für den Export ist das eine äusserst schlechte Voraussetzung, um von einer abwertenden Währung zu profitieren. Wollten die USA mehr exportieren, müssten sie ihren Konsum noch über das derzeit notwendige Mass hinaus einschränken. Das dürfte nicht besonders angenehm sein.
      Wie bereits angedeutet, halte ich die Situation Japans für sehr viel besser als die der Angelsachsen. Überschüsse lassen sich recht leicht beschneiden oder umverteilen. Defizite dagegen lassen sich kurzfristig überhaupt nicht ausgleichen.

    14. Lance schrieb am 27. November 2009 um 19:37 - Permalink

      @Goldener Reiter

      Wer mal nach Japan kommt, sollte sich z.B. mal die Zeit nehmen, und etwa ab 18 Uhr in Konbinis und Supermaerkten vorbeischauen. Er/Sie wird dann zahlreiche Oberschueler (meist weiblich) vorfinden, die (anstatt sich von der Schule zu erholen oder gar Hausaufgaben zu machen) hinter der Kasse stehen, um das Einkommen der Familie aufzubessern.

      Die bessern ihr eigenes Taschengeld auf und nicht das Konto ihrer Familie. Das Geld wird dann von den jungen Damen größtenteils für die neuste Mode ausgegeben. Bei den Jungs für Mangas und Elektronikspielzeug.

    15. Goldener Reiter schrieb am 30. November 2009 um 05:13 - Permalink

      @Lance

      Die Anzahl derer, die die Freiheit haben, dass zu machen nimmt Jahr fuer Jahr kontinuierlich ab.
      Ich kenne zehr viele Studenten, die sich nur auf diese Weise ihre Studiengebuehren leisten koennen, weil die Familie zu arm ist. Und ohne ein abgeschlossenes Studium…

      Du darfst Dich auch nicht von der grossen Anzahlt junger Damen in Einkaufszentren taeuschen lassen, die sich dort die Auslagen anschauen. Die meisten beschraenken sich naemlich hauptsaechlich auf das Schauen.

      Mag ja sein, dass Du Dich mit Deinen Eindruecken auf Erfahrungen in Akihabara, Nihonbashi und Akasaka stuetzt, die Lebenswelten der meisten jungen Japaner sind aber nicht die Nobelviertel.
      Und die, die dort zu Hause sind, koennen auch ohne Nebenjobs noch genug shoppen.


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