SPIEGEL: Frau Dr. Merkel rettet die Welt
geschrieben am 02. Mai 2007 von Spiegelfechter
Was ist eigentlich am Montag so weltbewegendes in Washington passiert, dass SPIEGEL-Hauptstadtbürochef und “Arschloch“ Gabor Steingart gleich drei mal staunen muss?
Die EU und die USA haben so weltbewegende Dinge wie die Harmonisierung von Automobil-Crashtests und der Medikamentenzulassung beschlossen – wobei außer Zweifel steht, dass es sich hierbei wohl um eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner handelen dürfte, – die Vertreter der KFZ- und Pharmalobby haben ja schließlich auch Interessen, die wahrgenommen werden wollen. In schaurig-schönem ‘Neusprech’ heißt dergleichen “Abbau von Bürokratie und Handelshemmnissen”. Substanzielle Ergebnisse wurden auf diesem Gipfel jedenfalls keine erzielt, und im Vorfeld wurden bereits sämtliche strittige Themen aus dem Gipfelkatalog gestrichen, – so wurden weder Außenpolitik, noch Menschenrechte im “Kampf gegen den Terror”, oder auch der Klimaschutz thematisiert. Mehr als laue und unverbindliche Absichtserklärungen waren folglich auch nicht zu vernehmen.
Der neoliberale SPIEGEL-Trommler Gabor Steingart ist allerdings seit langem ein Fan seiner Frau Doktor Merkel, die er erfolgreich mit an die Macht geschrieben hat. Und der Herr Steingart hat ein Buch geschrieben, das zu Recht wie Blei in den Regalen der Händler verrottet – bei Amazon ist dieses simple Machwerk des SPIEGEL-Simpels nur noch auf Platz 4.424 in der Verkaufsrangliste verzeichnet. Da kann man es Herrn Steingart ja wohl kaum verübeln, wenn er mal wieder die Werbetrommel rührt. Vielleicht reicht es ja, um mal wieder in eine große Talkshow eingeladen zu werden? Immer nur Ecki von Klaeden als Merkel-Jubelboy vom Dienst ist schließlich auch langweilig. Zu diesem Zwecke phantasiert Herr Steingart schon mal gerne Inhalte seiner schonungslosen und realistischen (zwei Lieblingsworte der INSM-Mediengroupies) Gefahrenanalyse – so der Klappentext – in die reale Politik und überträgt seine autosuggestiven feuchten Träume auf das uckermärkische Pfarrerstöchterlein:
Merkel verzichtet auf klebrige Verbrüderungsgesten, die immer auch Unterwerfung bedeuteten. Amerika ist für sie ein Verwandter ersten Grades und nicht der Erziehungsberechtigte von jenseits des Atlantik.
Und ein Verwandter ersten Grades ist natürlich nicht immer ein Erziehungsberechtigter. Ob Bush Angies Pappa, Sohnemann oder Brüderchen ist, will uns Steingart aber nicht erzählen:
Vor allem aber sieht sie in der westlichen Großmacht den geeigneten Partner, um Herausforderungen und Zumutungen der Globalisierung begegnen zu können. So probiert sie derzeit etwas, was in dieser Kühnheit zuletzt Willy Brandt probiert hatte. Der SPD-Kanzler entwarf die Entspannungspolitik gegenüber dem Ostblock, die auf dem Prinzip “Wandel durch Handel” beruhte.
Die Ratte Blair verlässt das sinkende Schiff und die Ratte Merkel springt auf, – die Chuzpe besitzen zu wollen, dies mit Brandts visionärer Ostpolitik zu vergleichen, kann eigentlich nur als grotesk bezeichnet werden. Wird unser aller Merkel bald den Kniefall am Ground Zero machen?
[Ostpolitik] Die heutige Kanzlerin versucht auf anderem Feld etwas Ähnliches, wobei Vergleichen nicht Gleichsetzen bedeutet. Wir überblicken heute nicht das ganze Stück, nur die Eröffnungsszene. Nach dem ersten Passierscheinabkommen mit der DDR war auch Brandts Entspannungspolitik noch nicht voll entfaltet.
Richtig, Herr Steingart! “Vergleichen” bedeutet nicht “Gleichsetzen” – ansonsten könnte Ihr Vergleich des BRD-DDR-Passierscheinabkommens mit dem EU-USA-Luftverkehrsabkommen falsch interpretiert werden. Die USA als DDR des 21. Jahrhunderts? Das lassen sie mal nicht den Kollegen Malzahn hören.
Es gelang Merkel, einen zunächst widerstrebenden George W. Bush, der von Hause aus das Prinzip “Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt” verficht, sich zum Gefolgsmann zu machen.
Dass dem Merkel dies gelang, glaubt indes nur Herr Steingart, – der EU/USA Gipfel war wohl eher ein Treppenwitz der deutschen EU-Ratspräsidentschaft:
In großer Schnörkellosigkeit rechnete Merkel den in Washington versammelten US-Unternehmern vor, wie sich die relative Wirtschaftskraft von Amerikanern und Europäern ständig verkleinert, weil die von Asiaten und Lateinamerikanern mit doppelter und dreifacher Geschwindigkeit wächst.
Was bei den versammelten US-Unternehmern sicher für eine gewisse Heiterkeit gesorgt haben mag, verdienen sie mit den Wachtumsraten in Asien und Lateinamerika doch prächtig.
Auch die Bevölkerung der alten Industrienationen schrumpft. Europa stellte zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch ein Viertel der Weltpopulation. Heute sind es – mit Amerika zusammen – nur noch zwölf Prozent.
Und darum müssen Arzneimittelpatente auch weiterhin global gelten – nicht auszudenken, wenn vom Fortschritt der Medizin andere als die USA und Europa profitieren würden.
Da SPIEGEL, Springer, Ecki von Klaeden und Captain America genau wissen, wie man sich vor der gelb-roten Gefahr von außen und der Sozialen Marktwirtschaft von innen schützt, schreibt der spenglernde Wirtschaftsbellizist Steingart eine gemeinsame “coalition of the white race” herbei, bei der das Dreamteam USA/EU gegen die Unbill der Globalisierung ankämpft.
Das Erstaunen über Angela Merkel fällt umso größer aus, als sie nicht nur unfallfrei über die roten Teppiche stapft, sondern in der bisherigen Kürze ihrer Kanzlerschaft das Land wieder dorthin geführt hat, wo es hingehört – an die Seite Amerikas.
Glory, glory, hallelujah, – das Merkel kann nicht nur einen Fuß vor den anderen setzen, ohne dabei zu stolpern, was Steingart unverständlicherweise erstaunt, sondern hat auch erkannt, daß Deutschland “entschrödert” werden muss. Steingart hat seinen Malzahn verinnerlicht.
Zum neuen Dreamteam gehört natürlich nicht der böse Russe, da der nicht den gemeinsamen Traum eines neoliberalen Paradieses teilt und Steingarts Intimfeind Gerhard Schröder, dieser vaterlandslose Geselle, der mit diesem Russen ins Bett geht, schon mal gar nicht.
[Schröder] verschenkte seine “Freundschaft” großzügig auch an Potentaten.
“An Potentaten”? Ist dies die SPIEGEL-Pejoration für einen Staatsmann? Gut, dass Frau Dr. Merkel mit ihren ‘Freundschaftsbekundungen’ wesentlich vorsichtiger ist und den GRÖPAZ Bush – frei nach Helmut Kohl – als echten Freund sieht: “Ich weiß nicht, was der amerikanische Präsident denkt, aber ich denke dasselbe”.

[Schröder] Er prügelte auf den US-Präsidenten ein, weil er sich davon eine reiche Wahlkampfernte versprach. Er blieb Zeit seiner Kanzlerschaft ein brillanter Kampagnero und ein lausiger Außenpolitiker. Seine Währung war der Augenblicksvorteil, weshalb der Wechsel vom deutschen in den russischen Staatsdienst eigentlich niemanden verwundern dürfte.
Steingarts Wahrheiten … ich mach mir die Welt widde widde wie sie mir gefällt. Dass Schröder einer der wenigen Staatsmänner war, die nicht auf Bushs und Blairs Lügengerüst hereinfielen und sich nicht am völkerrechtswidrigen Irak-Krieg beteiligte, war natürlich nur ein Wahlkampftrick, der dem Vorteil des Augenblicks geschuldet war. Auch die langfristige Sicherung der deutschen Energieversorgung war nur eine Kampagne, die er sich im Winter ausgetüftelt hat um frierende Wähler zu überrumpeln. Seine Pläne für ein Kerneuropa mit Frankreich an der Seite waren nur brillante Werbetricks, um die frankophilen Saarländer bei Landtagswahlen zu ködern. Dumm, dass Steingart Schröders eigentliche außenpolitische Sünden, wie Kosovo oder Afghanistan, nicht ansprechen darf, da diese ja ganz nach seiner Linie der transantlantischen Nibelungentreue geschuldet sind.
[Merkel] Die Russen wurden dabei nicht verprellt, wohl aber zurückgestuft. Ihre Führer sind Partner, aber keine Freunde. Merkel spürt, dass die alte Sowjetunion nicht so tot ist, wie es Schröder bei der Amtsübergabe behauptet hatte. Das Autoritäre blieb, auch deshalb, weil es tiefer wurzelt als der Kommunismus. Ihre Werte sind nicht die unseren.
Dieser Russe … autoritär bis ins Mark, da stufen wir ihn halt mal zurück auf den Rang eines “Partners”. Und wenn Steingarts Heroine keine Gelegenheit auslässt, Putin unter dem Jubel des Pressemobs ans Bein zu pinkeln, so nennt man dies im SPIEGEL-Springer Jubelkanon “langfristig orientierte Außenpolitik”, denn Bush kann sich mit seinen Trägergruppen, unter Missachtung sämtlicher internationaler Abkommen, nämlich auch das nehmen, was Putin bereit ist, uns in bilateralem, friedlichen Handel zu liefern, und – bei fortgesetzter “Bockigkeit” des glorreichen Westens – auch gerne an Steingarts Erzfeind im “Weltkrieg um Wohlstand” China verkaufen wird. Steingarts Devise “Wandel durch Handel” gilt nur für unsere “Freunde” jenseits des Atlantiks und nicht für unsere “Partner” jenseits des Bugs.
Vasallentreue – das war einmal und kommt nie wieder.
Von der Vasallen- zur Nibelungentreue … Steingart mir graut vor Dir.
Steingarts irreales Weltbild gerät allerdings aus den Fugen, wenn er schweißgebadet aufwacht und die Grenzen seines feuchten “Frau Dr. Merkel rettet die Welt”-Traumes beschreibt: Die ganze Welt? Nein, ein von unbeugsamen Großkoalitionären bewohntes brandenburgisches Dorf leistet unerbittlichenWiderstand.
Ein drittes Erstaunen kommt hinzu, das nicht verschwiegen werden darf. Es verblüfft und verstört, dass von allem, was die Außenpolitikerin Merkel auszeichnet, in der Innenpolitik weit und breit nichts zu sehen ist. Dort führt sie, hier lässt sie sich treiben. In der Ferne sehen wir ein emsiges Beginnen, daheim wird zugewartet. In Moskau, Brüssel und Washington erlebt das Publikum eine energiegeladene Kanzlerin, Merkel, die Mutige. In Berlin stoßen wir auf eine seltsam versteinerte Frau gleichen Namens.
Gut, dass Steingart und seine Konsorten von der Arschlochfraktion noch einiges zu erzählen haben. Wenn sein “Weltkrieg um Wohlstand” diesen in die Taschen der Umverteilungsgewinnler gelenkt hat, wird Steingart sicher den letzten Sozialromantikern, Gutmenschen und Fortschrittsbremsern seinen Weltkrieg erklären.
p.s.:
Helmut Kohl titulierte jene SPIEGEL-Leute, die ihm den Spitznamen “Birne” verpasst hatten, in kleiner Runde als “Mistkäfer”.
Nein, Herr Steingart – auch wenn Martin Sonneborn seit neustem die SPON-SPAM Redaktion leitet, so war es dennoch ein Titanic-Matrose, der Kohl den Spitznamen “Birne” verpasst hatte, nämlich – Hans Traxler!
Jens Berger
| Tags: Ausland Deutschland Medien | |
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Glückwunsch auch zur gelungenen Foto-Auswahl. Besonders beeindruckend das Bild “Gollum mit t9″.
Vielleicht hat der Spiegelfechter ja Lust, sich an meinem kleinen Wettbewerb “Ein Buch für Angela” zu beteiligen, siehe:
http://frederichormuth.wordpress.com/2007/05/02/wettbewerb-ein-buch-fur-angela/
Glückwunsch, hervorragender Artikel.
Nur weiter so, freue mich auf jeden neuen Beitrag.
Oha – ich sehe, DU hast Traxler mittlerweile wohl auch ‘verinnerlicht’ ;-) Da besteht ja begründeter Anlaß zur Hoffnung… :))
der liktor, äh… lektor
Ganz so schlecht ist das Geschäft von Dr. Merkel aber doch nicht: den Amis ein paar Crash-Tests und klinische Studien von Arzneimitteln zu ersparen, dafür keine Störung im deutschen Wirtschaftswunder und keine Kriegsteilnahme. Heimlich haben die USA sogar zugesagt, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht nun doch keine Terrorangriffe in Deutschland zu fördern.
Zumindest gelingt es Merkel, Bush einzulullen.
Wenn Bush irgendwas will, nickt Angie und sagt “gut”, wie in der DDR. In Wirklichkeit meint sie: “Wir werden dafür eine Kommission 2012 einsetzen.”
Leider macht sie auch so in Deutschland – aber eben durchaus erfolgreich.
@Jörg Sutter
Ob mit “Förderung der Vereinfachung von Verwaltungsverfahren bei der Anwendung von Regulierungen auf Medizinprodukte” und “Bearbeitung gemeinsamer Anliegen in der Automobilbranche, und zwar auf dem Gebiet der Straßenverkehrssicherheit” nur eine Entlastung der USA gemeint ist, möchte ich bezweifeln. Hey, es geht doch um die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen! Wenn 20% Kapitalrendite her müssen, soll der Kunde sich mal nicht so mädchenhaft anstellen.
Das D in potentiellen Kriegen außen vor bleiben würde, glaubst aber nur Du. Die “bedingungslose Solidarität”, die das Merkel beim britisch-iranischen Gefangenenkrise verkündet hat, lässt böses erahnen – Niebelungentreue bis in den gemeinsamen Tod und dafür braucht es dann auch keine Kommission.
>> thx for the taz-article-link – grand journalismo
[...]Inspiriert durch einen Post beim Spiegelfechter.[...]
Zwei kleine Fotomontagen zum Thema “Merkel rettet die Welt bei zerrspiegel.
Hallo,
wieder ein toll gemachter inhaltsreicher Artikel – lesenswert!
@Jörg Sutter
Im Jahre des G8-Gipfels – noch dazu im Teutonischen Lande – von “Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen” auch nur zu träumen, ist schon arg – heute geht es um Nibelungentreue “…und Morgen (um) die ganze Welt.”
„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. 10% sicher, und man kann es überall anwenden; 20%, es wird lebhaft; 50%, positiv waghalsig; für 100% stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300%, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.“ (Diese Aussage wird fälschlicher Weise Marx zugesprochen, aber er zitierte Thomas Dunning, englischer Schuhmacher, der um 1840 die Proteste seiner Handwerkskollegen gegen die Einführung von industriellen Fertigungsmethoden organisierte).
Und da glaubst du, es geht nur um 20%? Dafür steht heute kein Banker mehr auf!
Stark bleiben!
Transatlantischer Bullshit des neoliberalen Traumpaares “Opa und Omi alléin zu Hause” mit heftigster Beweihräucherung der Redaktion von “Das kannste dir SPORN (Sparen)”. Echt geil!
Dass der Knabe nicht einmal weiß, dass “Birne” nicht vom SPIEGEL erfunden wurde, spricht Bände über die Kenntnisfreiheit dieses Wortpissers.
pars pro totum … mehr muss man über die Qualität des Gesabbels nicht wissen. Der kommt in die Abteilung “erledigte Fälle”.
Sehr geehrter Herr Berger,
Sie verwenden in einem Ihrer Beiträge den Begriff Ratte für Herrn Blair und Frau Merkel.
Zitat:
Bitte überdenken Sie noch einmal Ihre Wortwahl.
In Ihrem Impressum und in Ihrem Domaineintrag finden sich einige falsche Angaben. Laut Teledienstgesetz müssen diese Angaben richtig und vollständig sein (z.B. ladungsfähige Adresse etc). Bitte korrigieren Sie diese Angaben bis zum 31.05.2007.
Mit freundlichem Gruß
Amitz Dulnikker, Mitglied im CDU Ortsverband Goslar
Sehr geehrter Herr Spaßvogel,
Sie sollten wissen, daß das Sprichwort “Die Ratten verlassen das sinkende Schiff” zum allgemeinen Sprachgebrauch gehört (wobei das Wort “Ratte” als Metapher zu verstehen ist) und somit vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt ist ohne auch nur ansatzweise justiziabel zu sein.
p.s.: Es gibt keinen CDU-Ortsverband Goslar ;-)
Aber der Spaßvogel hat eigentlich recht.
Das muss korrekterweise Ratte und Rattin heißen.
SCNR
COPOKA
@COPOKA
Wenn schon, dann Rättin ;-)
SCNR2
Feyner Artikel. Bitte widerrufen Sie aber bis zum 26.09.2005 (!) die Behauptung, Frau Merkel würde die Welt retten, das ist nämlich meine Berufung ;-)
Allmählich frage ich mich, ob es sich noch lohnt, die Smoking Gun des Antiantiamerikanismus’ zu kommentieren und nostalgisch daran zu erinnern, daß das Ex-Nachrichtenmagazin einmal Niveau hatte. Noch kann ich mir das auch nicht ganz abgewöhnen, aber ich erwische mich dabei, daß ich lieber die FAZ lese, weil es dabei weniger schmerzt, solchen Müll zu lesen, wie Broder, Steingart und Malzahn ihn derzeit beim “spiegel” publizieren.
@Spiegelfechter: Nibelungentreue sollte es heißen, ohne “ie”. Genau so eine Treue aber kennt Frau Merkel nicht, die ja auch ihren Mentor Kohl ausgebotet hat, die Merz und Kirchhoff entsorgte.
Warum soll sie, die Machtpolitikerin, Nibelungentreue zu Den Haag Kandidaten wie Bush und Olmert beweisen?
Ich hoffe, daß Sie diesmal in Ihrer Einschätzung irren!
Schöner Artikel mal wieder. Malzahn hat auch wieder ein Glanzstück dümmlichen Philoamerikanismus produziert:
Dokumentation über US-Folter: Taxi in den Tod – Kultur – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,480502,00.html
Auszug aus dem 2. Teil:
“Bevor aber das alte Europa angesichts solcher Bilder wieder in antiamerikanischen Jubel ausbricht, muss man den Unterschied zwischen europäischer Denunziation und amerikanischer Aufklärung betonen. [Klaro. Wenn ein Amerikaner nach über 5 Jahren merkt, was die "Alteuropäer" schon von Anfang an sahen, dann ist das natürlich was gaaaanz anderes...] Diese schwere filmische Attacke auf die US-Administration geht von Amerikanern aus, die sich um ihr Land Sorgen machen. [Ach ja, natürlich. Wäre schön, wenn diese Sorge ein paar Jahre und fast eine Million Tote früher das Licht der Welt erblickt hätte...] Ihnen droht keineswegs das Schicksal einer Anna Politkowskaja, auch nicht das eines Dietrich Bonhoeffer. [Wow, dann ist ja alles in Butter und wir feiern frenetisch die humanistische Haltung der US-Administration, die immerhin nur Iraker, Afghanen und andere Turbanträger abschlachtet, aber nie, nie, nie kritische Journalisten... Die Frage ist, ob die Bushies das nicht täten, wenn Apologeten wie Malzahn sie auch dabei unterstützen würden.]
Die Nörgler in Europa, die seit Jahren das dumme Lied vom amerikanischen Faschismus singen, sollten sich deshalb nicht zu früh auf Gibneys Film freuen. [Wie dumm von uns, das Land der Freien und Mutigen mit Faschismus in Verbindung zu bringen! Asche auf unsere Häupter! Und wer sagt, dass man sich auf einen Film freut, der das zeigt, was wir alle schon lange wissen?] Sie haben zur Aufklärung der amerikanischen Verfehlungen in Afghanistan und im Irak so gut wie nichts beigetragen. [Ganz im Gegensatz zum Verschwurbeler vom Dienst, Malzahn. Dessen enthüllende Artikel über die menschenverachtende Politik der amerikanischen Regierung ja zu den Standardwerken des investigativen Journalismus gehören. Oder so.] Die Enthüllungen fanden vor allem in den liberalen Medien der Ostküste statt, im “New Yorker”, in der “New York Times”, in der “Washington Post”, “Atlantic Monthly” oder “Vanity Fair”. [Nee Malzahn. Die konnten du und deinesgleichen nur nicht als dummen Antiamerikanismus denunzieren. Der einzige, der vielleicht seinen Job gemacht hat, war Seymour Hersh, die anderen Blätter haben, wie du wahrscheinlich auch, jahrelang den Krieg gegen Terror bejubelt und alles entschuldigt, was unter dieser Fahne verbrochen wurde. Peinlich, ausgerechnet die WP und die NYT als aufklärerische Enthüllungsblätter zu beschreiben. Was dümmeres habe ich lange nicht gehört.] Gibneys Film liegt auf dieser Linie amerikanischer Selbstkritik der vergangenen Jahre. Noch ist offen, ob “Taxi to the Dark Side” in den USA schnell ein TV-Network finden wird. Auf Dauer werden die TV-Imperien aber nicht an ihm vorbeikommen.
Denn anders als in den polemischen Kino-Attacken Michael Moores, der für eine gute Pointe noch jede Verschwörungstheorie auf die Leinwand bringen würde, wird bei “Taxi to the Dark Side” nicht drauflos denunziert. Der Film berichtet, argumentiert, klagt an – und ist aufgebaut wie das flammende Plädoyer eines zornigen Staatsanwalts – wie man ihn nur in den USA finden kann. [Jo, Mann. Nur in den USA gibt es zornige Staatsanwälte, die flammende Plädoyers halten können... Dumm nur, dass die hauptsächlich damit beschäftigt sind, Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen juristisch wasserdicht zu machen und wenn sie es nicht tun wollen, einfach entlassen werden.]
Zitat Ende.
Auf dermaßen bescheuerte Art und Weise hat noch keiner zugegeben, dass die anderen Recht hatten und er selbst entweder keine Ahnung hatte oder dumm-dreist gelogen hat. Malzahn sollte sich ein paar Pompoms schnappen und vor der amerikanischen Botschaft herumhopsen – nichts anderes macht er in diesem Artikel.
Oh, und beim Lesen fällt mir ein: Die Schüsse auf die Journalisten im Hotel Palestine in Bagdad und das Büro von Al-Jazeera sind dem hauptberuflichen Cheerleader wohl rein zufällig entfallen. Aber er hat auf jeden Fall Recht: Waren ja keine Amerikaner, da ist das schon in Ordnung…
Mein Leserbrief an Spon/Steingart (“Staunen -dreimal”):
Sehr geehrter Herr Steingart,
haben Sie überhaupt keinen Respekt, Sie eitler Merkel-Pudel? Wie können Sie es wagen, sich auch nur ansatzweise in die Nähe von Herrn Augstein zu stellen – sei es auch nur durch ein Zitat? Herr Augstein würde mit Sicherheit kotzen, wenn er wüßte, was für eine Type im Berliner Büro „seines“ Spiegel rumlungert.
Besonders ekelerregend ist Ihr regelmäßig in der Art der Anzeigen in Apothekenzeitschriften daherkommender Schein-Journalismus, dessen ebenso offensichtlicher wie alleiniger Zweck der Vertrieb Ihres noch viel schlimmeren Machwerks in Buchform ist.
@T. Müller: ein beeindruckender, couragierter Leserbrief von einem, der es “jenen” mal richtig sagen will, alles nämlich und so und wg. der Machwerke.
Man sollte Ihnen für diesen Leserbrief einen Brief an die Leser schreiben (TITANIC):
Lieber T. Müller,
für Ihren Leserbrief an Gabor Steingart vom SPIEGEL mit den Leitaussagen, Augstein würde kotzen, wenn er wüßte, daß Merkels Pudel im Spiegel-Büro herumlungert und dort schlimme Machwerke vertreibt – in Tateinheit mit der Apotheker-Rundschau – möchten wir Ihnen den Franz-Josef Wagner Leserbrief-Award verleihen.
Er ist mit einer halben flasche Burgunder bei “Borchardts” dotiert und der siegreiche Leserbrief wird nicht nur in der TITANIC, sondern auch auf http://www.spiegelfechter.com veröffentlicht.
Weiter frohes Schaffen, Ihr Hans Mentz
Seeeeeehr treffen! Gratuliere!
Verbinden wir zwei Märkte zu einem – der Eine ist Imperialistisch und Inflationär und der Andere Höflich und Deflationär.
Ich kenne übrigens Die Klinik wo solche Poliatrappen gezüchtet und gelagert werden!
Der Gabor ist die lebende Illustration dessen, woran unsere Medienlandschaft leidet.
Lob an den Spiegelfechter für diesen gut geschriebenen Beitrag.
Hallo,
ich fand es genauso ekelhaft, wie sie doppeldeutig das Sprichwort von den Ratten, die das Schiff verlassen, missbrauchten… Machmal muss man sogar etwas “völker”rechtswidrig ein Schiff versenken, um eine gute Sache zu tun.
Bei einem Öltanker sollte man das tunlichst lassen, man sollte ihn erobern, auch wenn sämtliche Pumpen kaputt sind und die Mannschaft aus demokratieentfremdeten und judenhassenden Sklaven besteht, man für deren Versorgung Verantwortung übernimmt, ein Teil der Rebellen Verräter sind und irgendein Profit aus der Ladung oder Dankbarkeit für die Befreiung kaum zu erwarten ist . . . . . .
Ich kennne den Dünkel und Hass von Leuten wie Sie – aus eigener Anschauung und Erfahrung, zum Beispiel in Friedensgruppen.
Zusammen mit dem “Kniefall am Grouns Zero” (nur zufällige Gegen-Entsprechung zu Brandt ?) bringen Sie eine ausgemachte Schweinerei zustande, die kaum ein Neonazi zusammenbringt, jedoch deren sich der Kerngehalt über Vasallentreue usw. im wesentlichen ähnelt, – typisch deutsch eben und im Zujubel von und auf fast allen “Seiten” die Linken als Schrittmacher in der publizistischen und ideologischen KRIEGSERKLÄRUNG GEGEN DIE USA . . .
“Die Ratte Blair verlässt das sinkende Schiff und die Ratte Merkel springt auf, – die Chuzpe besitzen zu wollen, dies mit Brandts visionärer Ostpolitik zu vergleichen, kann eigentlich nur als grotesk bezeichnet werden. Wird unser aller Merkel bald den Kniefall am Ground Zero machen?”
. . . . und schon psycho- und ideologischen Komplizenschaft mit dem politischen Islam/ Islamismus und seinem Terrorismus. — Folgend
dazu ein paar Fakten, von denen die meisten nicht gewußt haben wollen, unten :
——————————————————————————–
— an den typischen Jubeldeutschen, wie er sich “sozial” auch mit MARX-Zitaten rüstet
4 · Jörg Sutter am 3. Mai 2007 um 06:47
- – - – Hetze- Dummheit Verschwörungsglaube – - – -
Heimlich haben die USA sogar zugesagt, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht nun doch keine Terrorangriffe in Deutschland zu fördern.
Zumindest gelingt es Merkel, Bush einzulullen.
Wenn Bush irgendwas will, nickt Angie und sagt “gut”, wie in der DDR. In Wirklichkeit meint sie: “Wir werden dafür eine Kommission 2012 einsetzen.”
.
. . . . ja es gibt Schlimmeres als Kapitalismus : antiamerikanische Antikapitalisten waren fast immer Feinde der Zivilisation, der republikanischen Demokratie …und auch des Kommunismus, wie sich auch im großen Osten herausgestellt hat über zig Millionen Leichen, -
i h r großartigen Gerächtigkeits-Hasser des plutokratischen Westens !
Hier mein Kommentar an einen Anti-Anti-Antiamerikaner und die meisten deutschen Sozial-Hirnis und überlegenen Volk/Kultur/Friedensbewahrer :
… Mein Kommentar zu einer nicht ganz so fairen Broder-Kritik, :
Es ist eigentlich viel schlimmer in punkto Irak-Profit, als es Dir, ungnädig, H.Broder zu denken gab : SAddam HuSS. hatte schon vor´m Krieg (vor´m 11.9.?) seinen Außenhandel auf Euro umgestellt, unter den Augen Chiracs hunderte UNO-Beamte bestochen, für France -und sicher nicht ohne deutsche Rücksichtnahme – ging es um einen 100-Mrd-Öl-Deal !
Die Saudis hatten 100te Mrd. Dollars von amerikanischen auf europäische Konten umgeleitet. Bis zur letzten Minute vor´m anglo-amerikan. Angriff taten franz. und russ. Emissäre alles dafür, Saddams Widerstand zu stärken, mit der illusionären Zusicherung, sie würden alles zur Verhinderung der Taten tun, die die USA und GB angedroht hatten.
Und auch früher waren D-land, F und Russld. wichtig – natürlich nicht nur für die Aufrüstung des Hussein-Regimes.
Mit dem Iran läuft es vergleichbar ähnlich, – Verdoppelung des Umsatzes mit D-land allein in den letzten 2 Jahren, trotz Vernichtungsdrohungen . . .
… Das Schlimmste ist die ideologische Verwirrung, die führend F und D geleistet haben und in deren Kerbe nun Russland mächtig, nach großen Öl/Gas-Profit durch Terror-induzierten Preissteigerungen, einschlägt ;
- der Jubel vieler dt. Kommentatoren und Politiker an Puten wg. des unlogischer aber gegenamerikanische Bärenworte von München,- der Unsinn, der jetzt im Verhältnis zum Iran bzw. betr. Putin-Iran deutscherseit unkritisiert gesagt werden darf, obwohl der Kremlchef demonstrativ die antisemitischen Mörderbandenführer der Hamas und Hisbulla nanch Moskau eingeladen hatte und auch einen Teil zur iranischen Aufrüstung beiträgt.
- Beide, Russland und D-F-EU auf ihre Weise, versuchen das islamisch-iranische Drohpotential und den islam. Terrorismus auf eine vertrackt üble Art, zur Schwächung ihres Hauptrivalen zu nutzen und gehen dabei das auch dadurch gesteigerte Risiko ein, daß den führenden Antisemiten und Djihadisten gelingt, was sie offen drohen, fordern einschließlich der Einschüchterung der westlichen Bevölkerung. Islamkritik wird jetzt schon von vielen als Rassismus und Kriegstreiberei gehandelt, und so von der in allen großen europ. Staädten tätigen Moslembruderschaft weidlich ausgenutzt, – die “Mutter” fats aller Terroristen und ehemals NSDAP-Verbündete aus Neigung.
- Schorlemmer und viele solcher Leute, gerade aus dem protestantischen Milleu, auch wenn sie früher KOMMUNISTEN SEIN WOLLTEN, wie Künast, Trittin, oder viel schlimmere wie Meinhof, Mahler reden ein schrecklich dummes Zeug und sind meist sehr islamoffen und – sehr kompatibel für die Feinde der Freiheit.
Dabei braucht Profit braucht beileibe nicht der kapitalistische zu sein. Übler ist, schon meiner Erfahrung in der 8oer Friedensbewegung nach der Honig, den man sich gegenseitig ums Maul schmiert, auch wenn die Stasi mit am Tisch saß oder die Taten nachhaltig nicht zum Erreichen des angestrebten Ziels der Raketenstationierungs-Verhinderung taugten, oder wenn man sich als Militär- und Friedensexperte gibt, doch es wirklich nur um den inneren Frieden auf Basis gegenseitiger Bestätigung in moralischer Überlegenheit über die Rechten, die Amis und ISRAEL geht.
- Das ist bis heute nicht nur nicht ungebrochen, das ist verstärkt sogar Teil des Mainstreams und der Regierungspolitik geworden. – Eine neu/alte Form deutschen Chauvinismus, dem auch die Wende , was die ostdeutsche Prägung anbelangt, keinen Abbruch tat.
Das Ergenis : Rechts- und Linksextremisten und “Pazifisten” samt Teile der sozialdem., christdemokrat. und liberalen Mitte nähern sich auf antiamerikan. und völkisch-antikapitalistischer Basis an, erklären den USA den Frieden und der (antifaschistischen) Islamkritik den Krieg, nutzen selbst die militärische Beteiligung in Afghanistan vor allem zur Propagierung der kulturschützerischen und friedensstiftenden Überlegenheit gegen die USA massenmedial. .
. . . ALso schickt die NPD/J.Gansel an Oskar Lafontaine und Elsässer ein Zusammenarbeitsangebot, auf einer Analyse gründend, die sich gewaschen hat, und die sich kaum von der Analyse samt Schlussfolgerung unterscheidet, mit der unsere örtliche Terroristenunterstützer-”Antifa” zur Wahl des gleichen Oskars aufrief. . . und alle zusammen den Islamisten Rückenwind geben. . .
Bei all dem ist das bewußtseinbetreffende Schlimmste das gemeinsame und massenmediale Vertuschen und Verschweigen des antisemitischen Hauptmotives bei der Entwicklung des islam. Terrorismus, der seiner Re-islamisierung gegen Araber und mit Pogromen gegen die Juden in Jerusalem, Hebron . . .schon vor der Sprengstoff- und Bombenausbildung durch die deutsche SS begann. – Im Faschismus das massenpsychologische/ -organisatorische Vorbild und in Hitler den islamischen Messias zu sehen, dafür brauchten die Deutschen in Kairo, Jerusalem, Bagdad oder Teheran keine Werbung zu machen – und die gemeinsamen Taten sind noch immer die Basis für das besondere “Vertrauen”, mit dem die Deutschen im Irak, Iran, Afghanistan usw. Türen öffnen und den ehrlichen Makler mimen können . . .(s. auch “Das grüne Band der Sympathie” im INet)
Vielleicht verheimlichen deshalb f a s t alle Terrorismusexperten, daß sich der (politische) Islam mit dem Weltverschwörungsglauben der Nazis und dem der russischen Antiwestler seit den 20er Jahren vermischt hat; nach anfänglicher Unterstützung ISRAELs hat dann Stalin und seine antistalinistischen Nachfolger damit dann nochmal richtig Gas gegeben, “bis zur Paranoia” (KGB Schwarzbuch II). –
Immerhin, Holocaust-Leugnen ist offiziell “inakzeptabel”, obwohl immer noch höchst wirksam, – und ohne Gegenwirken .
So wie sein Relativieren, für das auch der Moskaustudierte und Fachmann auf diesem Gebiet, Machmut Abbas selbstverständlich von keinem europäischen Führer oder pazifistischen Fachmann aufgefordert wird, sich per PA-TV als nun geläutert, zwecks Aufklärung vor seine Bevölkerung zu stellen, und die systematische Aufhetzung von Kindesbeinen an abzustellen, — des Friedens wegen, natürlich.
So, das soll erstmal reichen.
Wo hast Du denn Henryk Broders Text gefunden ??
Grüße
Achim
P.S. Ich suche immer noch einen einzigen Deutschen, der sich an die ARD- oder ZDF-/ BBC-Sendung erinnern kann, die mithilfe irakischer Fachleute und Satellitenbilder im Detail darlegte, daß Saddam nicht nur die A-Bombe fertig, sondern sie auch erfolgreich getestet hätte. – Preisfrage : Vor oder nach welchem sehr wichtigen Datum hat die mindestens 2-fache Aussendeung dieser C
Coproduktion stattgefunden ?!
Wir reden von der Atombombe, deren Existenz Colin Powell uns in diesem grandiosen Schauspiel bei der UN glauben machen wollte? Die uns jedoch erstaunlicherweise die großartigen Befrieder und Befreier des Iraks bis heute nicht zeigen konnten?
@Achim
Herrjeh, was für ein wirres Traktat.