Auch das noch! Knut wird SPD-Vorsitzender!
08. Mai 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Aufregung im Willy-Brandt-Haus! Niemand kennt den SPD-Vorsitzenden Kurt Dingens - dies ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage. Erstmals belegte Dingens in dieser Umfrage den letzten Platz. Vor zwei Wochen konnte er immerhin noch Ernst Günther Posipal, den beliebten SPD-Ortsverbandsvorsitzenden aus Oer-Erkenschwick, hinter sich lassen.
Eiligst wurde von den SPD-Granden eine Taskforce aus Spin-Doktoren und professionellen Werbern einberufen um gegenzusteuern; leider erfolglos, hatte man doch schon alles ausprobiert. So konnte Dingens erst jüngst einen riesigen PR-Coup landen, als er einem Arbeitslosen riet, sich doch zu waschen und zu rasieren, dann klappe es auch mit dem Job. Weitere PR-Coups scheiterten allerdings. Ein Auftritt bei Deutschland sucht den Superstar wurde von RTL abgelehnt, da er für die Zielgruppe nicht interessant genug sei und Werbekunden verschrecke, und der SPD-Sessel bei Christiansen ist noch bis 2020 von Sigmar Gabriel abonniert. Andere Polittalkshows lehnen einen Auftritts Dingens wegen seines mangelnden Bekanntheitsgrades ab. ZDF-Politikchef Nikolaus Brender sagte dem SPIEGELFECHTER in einem Interview, „was soll ich denn mit dem … ähm, wie hieß der noch mal? Den kennt doch keine Sau, das ist ein Quotenkiller“.

Im Willy-Brandt-Haus wurde die ganze Nacht diskutiert. Der SPIEGELFECHTER hat bereits heute aus vertraulichen Kreisen erfahren, was erst nächste Woche auf einem Sonderparteitag dem Volk bekanntgegeben werden soll. Man traf sich in illustrer Runde, sogar der SPD-Popbeauftragte und ewige Hoffnungsträger Sigmar Gabriel wurde per Fernschalte hinzugezogen, er konnte wegen zweier eng aufeinander folgender Talkshow-Termine leider nicht persönlich anwesend sein. SPD-Vorsitzender Dingens konnte dagegen an der Krisensitzung bedauerlicherweise nicht teilnehmen, da er seinen Parteiausweis zuhause vergessen hatte und der Pförtner des Willy-Brandt Hauses ihn leider auch nicht kannte. Nach langen Diskussionen kam man überein, dass man ein frisches Gesicht bräuchte um gegen die omnipräsente Regentin bei den nächsten Wahlen auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Hubertus Heils Vorschlag, den unverbrauchten Ernst Günther Posipal zu nominieren, der auch ihn in der Bekanntheitsliste überholt hatte, wurde von allen Seiten abgelehnt; Posipal sei aufgrund seiner sauerländischen Herkunft, dem nord- und ostdeutschen Wähler schwer zu vermitteln. Als Sigmar Gabriel zum rettenden Vorschlag ausholte, sich selbst für das Wohl der Partei aufzuopfern, brach leider die Schalte zusammen.

Gegen zwei Uhr äußerte der SPD-Chefpartyhase und –denker Klaus Wowereit den Vorschlag, doch den Erstplatzierten der Forsa-Bekanntheitsrangliste einfach als neuen SPD-Vorsitzenden zu nominieren. Wowereit ist nicht umsonst Chefdenker und sein Plan war auch wohlfeil durchdacht – die Bekanntheitsrangliste wird schließlich vom Eisbären Knut angeführt, der ist Berliner und somit in Wowereits Landesverband. Somit könnte Wowereit als Graue Eminenz hinter Knut die Politik der Bundesrepublik steuern und so auch endlich einen Schuldenerlass für Berlin durchdrücken. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dieser Vorschlag einstimmig angenommen, nachdem Wowereit den SPD-Linken versichern konnte, dass Vorsitzender Knut ihnen bei den Themen Mindestlohn und Gestaltung der Damentoiletten im Willy-Brandt-Haus entgegenkommen wird.

Diese Meldung schlug in Insiderkreisen natürlich ein, wie eine Bombe. Das SPD-Marzipanschweinchen und ewige Talent Sigmar Gabriel erfasste auch sogleich den Ernst der Lage, nachdem er am Rande einer Talkshow erfuhr, dass Eisbären in menschlicher Obhut bis zu 45 Jahre alt werden können; denn mit 92 Jahren wäre er zu alt um als Kanzlerkandidat anzutreten. Unbestätigten Meldungen zufolge, will er auf dem nächsten Parteitag mit der Kampagne „Sind wir nicht alle Eisbär, irgendwie?“ gegen seinen Adoptivsohn Knut zu einer Kampfabstimmung antreten. Hinter den Kulissen malt er auch bereits Schreckenszenarien an die Wand, wie die Zukunft der SPD unter dem Vorsitzenden Knut aussehen könnte: Eklat bei Elefantenrunde - Der Wahlsieger und designierte Bundeskanzler Knut frisst Kontrahentin Merkel!
Jens Berger
Linktip: SPAM@SPON: SPD am Ende - Beck noch unbekannter als gestern!
Bildnachweis: Creativity+ bei Flickr (CC), Capture von Kurt-Beck.de, Montagen: Spiegelfechter (CC)
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*gröööl*…
:))
Gruß.
Ich sag ja immer: Optisch ist er eine Mischung aus Barbapapa und dem späten Omar Sharif…
Einen kleinen Nachschlag gibt es hier:
fredericho...
Nach diesem Arbeitstag hat mich das wieder aufgebaut. Das Ding ist reif für den Scheibenwischer.
Unser Problembär Kurt. Habe gestern schon so ob der Zeit-Schlagzeile (http://www.zeit.de/online/2007/19/kurt-beck-spd-vorsitzender) gelacht und heute das. Herrlich!
Passt!
Mitglied einer aussterbenden Art (Knut) wird Vorsitzender einer aussterbenden Partei (SPD).
Knut hält wenigstens das Maul, das wäre schon mal etwas!
“Ende Knut, alles gut!” [1] *LOL*
So sprach die Setzerin…
Knut würde der ESPEDÄH ja IMO garantiert 5 Prozent Plus bringen, nur - haben die denn auch bedacht, daß aus dem kleinen Knuddelbär schon baldigst ein großer “Problembär” werden wird?
Jedenfalls eine amüsante Idee meines ‘Brötchengebers’ :-P
Hannibal (der den Beitrag frühestens Freitag lektoriert)
[1] Für einen ähnlich flappsigen Spruch habe ich vor 26 Jahren mal wirksam auf’s Maul bekommen…
Nun ja, wenn Knut erst erwachsen ist, wird er optisch dem alten SPD- Vorsitzenden ähneln… ;-)
Muahahaha… hätte ja fast von “uns” sein können :D
Danke, lachen ist immer befreiend ;)
Hallo,
mal ne Frage: Was sagt der Tierschutz dazu?
Kümmern die sich dann um den Dingens?
Stark bleiben!
@D.Krüger
Aber selbstverständlich!
Dingens ist unter seinem zoologischen Namen Insubidus palatinensis (Pfälzer Langweiler) auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt worden ;-)
Wie vereinbaren diese Herren eigentlich ihre Leibesfülle mit dem Aufruf vom Herrn Seehofer, dass wir Deutschen dünner werden sollen? Erstmal alle vom Steuerüberschuss auf Kur schicken??? Knut gleich mit auf Salat-Diät setzen?
Glaubst du denn, irgendjemand würde sich noch wundern? Als Initiationsritus der politischen Kaste ist das “Wasser predigen - Wein saufen” Ritual doch schon längst als Standard etabliert.
Man könnte fast in die Versuchung geraten zu postulieren, dass dies nur zum Schutz des Bürgers vor zu viel Alkohol geschieht.
Allerdings kenne ich keinen Politiker, dem ich Selbstlosigkeit in derartigen Ausmaßen zutrauen möchte.