Open Thread im Dezember
geschrieben am 02. Dezember 2009 von Spiegelfechter
Das Jahr geht dem Ende zu und ich möchte eine alte Tradition wieder aufnehmen, die im letzten halben Jahr ein wenig eingeschlafen ist ? den offenen Thread, in dem jeder seinen Senf zu Themen abgegeben darf, die nicht Gegenstand eines meiner Artikel sind. Doch der Open Thread ist nicht nur für die thematische Diskussion gedacht. Ich hoffe ja auch stets, dass Leser mich auf interessante Themen hinweisen ? natürlich kann ich nicht garantieren, dass ich diese Themen auch aufgreifen kann. Aber auch in der Vergangenheit haben mich meine “Spürnasen” auf das eine oder andere wirklich interessante Thema gelenkt, das mir und den Lesern ansonsten verborgen geblieben wäre. Daher: Tipps in den Open Thread oder ganz einfach per Mail an mich ? wenn ich nicht sofort antworte, nicht verzagen, ich habe mein Mailprogramm nun einmal hin und wieder abgeschaltet, um der Schirrmacherschen “Hirnzermanschung” zu entfliehen.
Empfehlungen:
Wer ihn noch nicht kennt, sollte unbedingt einmal vorbeischauen: Mein Freund und Lektor Frank hat seit ein paar Monaten sein eigenes Blog in die virtuelle Welt gestellt und bereits einige interessante Co-Autoren gewonnen. Der “Binsenbrenner” ist immer einen Besuch wert und besser, als sein Name vermuten lässt ;-)
Von Frank, der von uns beiden der literarische Schöngeist ist, kommt auch eine weitere Empfehlung: Christians Blog glänzt täglich mit selbst geschriebenen Aphorismen und Sentenzen. Wer jenseits des Spiegelfechters der Freude an Sprache und Kritik nachgehen will, dem ist ein Besuch empfohlen.
Und da Weihnachten vor der Tür steht: Wer seine Lieben mit etwas wohl Duftenden überraschen will, der sollte mal beim Online-Shop von Susanne vorbeischauen. Sie will 3% der Einnahmen des alljährlichen Weihnachtskaufrausches der Kinderkrebshilfe spenden.
Fröhliches Diskutieren wünscht Euch Euer
Spiegelfechter Jens Berger

Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test!
www.PARSHIP.de



Ich persönlich halte Frank Schirrmacher für einen der charismatischsten Leute im Mediengeschäft. Er hat doch als einziger im Wettbewerbe der Verleger eine echte Bloggerstadt gebaut. Einen Marktplatz installiert und einzelne Stände vergeben. Ich find das grandios. Er hat als einziger den Mut gehabt das Ding wirklich konsequent durchzuziehen. Zum Thema Hirnzermanschung. Ja, ich kenne auch Freaks die 6 Stunden schlafen und 18 Stunden überhektisch in allen Online-Kanälen schwimmen. Ergebnis: Mich langweilen diese Leute dann oft im persönlichen Gespräch in der realen Welt von Auge zu Auge. Ich kenne Leute die rufen sich gegenseitig ihre Follower Zahl wie auf einer Pferdeauktion zu. Oder die Anzahl der “Freunde” bei Face ..oder wie ich mein Sozialprestige steigere” . Schirrmacher hat zur richtigen Zeit einfach mal das richtige gesagt bzw. geschrieben. Dies gefällt einigen 24 H Onliner nicht. Geschenkt.
Nun jedoch zur Spürnase. Ja einen Tipp möchte ich Dir geben:
Jens Weinreich ist für mich der vielleicht beste Sportjournalist im deutschsprachigen Raum.
Er ist zur Zeit live in Südafrika. Er zeigt immer wieder die ach so heile Funtionärswelt. Hier wieder am Beispiel von FIFA Chef Sepp Blatter: http://www.jensweinreich.de/?p=5961
Am Freitag wird Jens Wienreich auch von der WM Auslosung live bloggen. Er wird das auch mit dem Hexenschuss wieder hinkriegen. JA,ja die viele Arbeeit am Laptop hat auch bei Jens Weinreich zu kurzzeitiger gesundheitlichen Auswirkungen geführt. Das wird schon wieder mit dem Rücken.
Was ich bei Jens Weinreich so spannend finde ist die Tatsache das da ein professioneller Journalist auch professionell bloggt. Sich in die Dinge intensiv einarbeitet. Auch unangenehme Themen wie zuletzt das Pokal stemmen von “Menschenfreund” Robert Mugabe nicht aus dem Weg geht.
würde gerne etwas über
den hippen Starbloggerdas (redaktionell betreute) Blog vonGelkopfSchaumkopfBILD – Chefredakteur undMedien-TITANääh.. KohlintimusProfilneurotiker Kai Diekmann lesen.http://www.kaidiekmann.de
Obwohl,
selbstverliebteBlogger einander ja keine Auge… usw. :)Hi Jens,
jetzt in der Wirtschaftskrise würde ich mich über einen Artikel zur Legalisierung von Cannabis (aus einer ökonomischen Perspektive) freuen.
Kurz:
- Warum Geld für die Strafverfolgung (Knastkosten, Gerichte und Staatsanwälte für Verfahren die wieder eingestellt werden, unsinnige Zeitverschwendung bei der Polizei) mündiger Erwachsener ausgeben? (Schließlich haben ausreichend klinische Studien eine geringere Schädlichkeit als zb bei Alkohol nachgewiesen)
- Legalisierung und subsequente Steuereinnahmen…
- Implementierung eines “echten” Jugendschutzes, denn der exisitiert im Schwarzmarkt nunmal nicht (wird aber immer gerne als Argument gegen Legalisierung genutzt)
- nach Möglichkeit vlt. auch die Stimmen der GdP einbringen (interessanterweis ist der größte Teil der Polizei nämlich pro Legalisierung -was ich auch aus dem persönlichen Umfeld bestätigen kann- abgesehen von vtl. Bayern)
- Unsinnigkeit der Toleranzgrenzen und anhängige Themen, wie zb. das Urteil des BVG aus den 90ern, dass der Regierung die Hausaufgabe mitgegeben hat das Recht in Bezug auf Cannabis bundesweit zu harmonisieren. Krass gesprochen: Ins Hamburg wird es max. weggenommen, in Bayern gibt es eine Hausdurchsuchung und Bewährungsstrafe)
- und zu guter letzt: Die Pharmaindustrie als Teil der Anti-Legalisierungslobby. Hintergrund: Cannabis präparate die synthetisch sind werden für AIDS, MS, Krebs, usw. Patienten zu horrenden Preisen verkauft. Das Naturprodukt, eg. Pflanze, hingegegen ist spott billig kann fast überall wie Unkraut wuchern.
- Recht auf Rausch als individuelle Freiheit
- Wie kann man eigentlich eine Pflanze verbieten? Hä? Gehört für mich irgendwie zur Natur dazu. Ich verbiete ja auch nicht Löwen weil die ab und an Menschen fressen *kopfschüttel*
Ich denke das wäre ein interessantes Thema.
Dir schonmal alles Gute zum Fest und zum anstehenden Jahreswechsel.
Keep up the good work!
@Sportsfreund
Ich war auch schon nahe dran, dem
Riesenpenisnetten Kollegen eineWatscheEloge zu widmen. Da aber diehumorlosen Kleingeisternetten Kollegen von der taz sich täglich in ihremalbernenaufopfernden Kampf fürihr Egodas Gute mit Herrn Diekmannzoffenauseinandersetzen, halte ich mich erst einmal zurück und schieße dann vielleicht wegen beide Kombattanten.@bob am 2. Dezember 2009 um 12:32
Dem kann ich nur zustimmen. Das Thema würde mich auch interessieren.
Welche “Kräfte” mögen das sein, die dafür sorgen, dass diese äußerst nutzvolle Pflanze in den “illegalen” Bereich geschoben wird? Ich frage mich das schon seit über 35 Jahren.
Flatrate-Saufen, Schützenfest, Karneval, Fußball, u.s.w. sind alles akzeptierte Veranstaltungen, wo sich die Leute ihr Hirn wegsaufen können. Aber wehe, wenn mal jemad ‘nen Jonas raucht. Na dann bringen wir den Apparat aber in die Gänge.Frag diese Zeitgenossen mal, was sie davon halten, wenn es auf dem Oktoberfest nur noch Kamilentee zu trinken gibt. ;-)
@bob
Yep – das Thema hat was. Werde ich aufgreifen. Danke.
@Sportinsider
Ja – ich habe ja prinzipiell gar nichts gegen ihn, obgleich er mir manchmal ein wenig gedankenverloren daherkommt. Gerade so, als sei er ein Romantiker in der Vormärz-Zeit ;-)
Sehe ich ja genau so – darum ja auch meine kleine Spitze ;-)
Da dies nicht mein Kompetenzfeld ist, weiche ich da lieber aus. Im Vorfeld der WM werde ich aber garantiert auf das Thema zu sprechen kommen und sicher auch die Texte des von mir sehr geschätzten Jens Weinreich aufgreifen und verlinken.
@Very Cool am 2. Dezember 2009 um 13:24
Nur zur Info:
Die Rechtschreibfehler sind aufgrund des schnellen Tippens zustande gekommen. ;-)))))
@Very Cool am 2. Dezember 2009 um 13:24
Nur zur Info:
Die Rechtschreibfehler sind aufgrund des schnellen Tippens zustande gekommen und den 15 Minuten Editmodus habe ich mal wieder verpasst. ;-)))))
Edit:
Hatte eben wohl einen connect error und daher steht das nun zweimal hier…
Das Thema kannte ich überhaupt nicht, aber dieser TAZ-Artikel hat mich schon ein wenig geschockt:
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/chefredakteur-muss-sofort-gehen/
Da würden mich genauere Details und Hintergründe sehr interessieren. Wäre das nicht ein gutes SF-Thema?
Wie wäre es mit einem Artikel über die neue Familienministerin?
Ihre Antworten auf abgeordnetenwatch.de sind verdammt gut…
Ich bin einfach nur froh das das Superwahljahr beim Spiegelfechter sich endlich seinem Ende neigt.
Alles was mal nicht mit Merkel , Westerwelle oder SPD zu tun hat ist ein willkommennes Thema.
@Valen und AK
Lochthofen und Köhler – ja, beide Themen sind nicht uninteresssant.
Wahrscheinlich liegt es schon in der Pipeline, aber ich bin wirklich sehr daran interessiert was du zum Minarett-Verbot in der Schweiz sagst.
Wie standen und stehen die gemaessigten schweizer Politiker und Medien zu dem Thema? Wie konnte es soweit kommen? Wurde ueber den Volksentscheid ausreichend informiert? Wurde in der Schweiz wie auch hierzulande die Angst vor Ueberfremdung geschuert?
Ich habe ja irgendwie die Hoffnung, dass man im Rest von Europa etwas daraus lernen wird, falls sich in Folge des Verbots reale Nachteile fuer die Schweiz ergeben (diplomatische oder innere Konflikte, Imageverlust, Kapitalabzug, …).
Danke fuer die tolle Arbeit!
@derkiesi
Genau an diesem Thema schreibe ich gerade – der Artikel kommt aber erst morgen, da ich mir – Schirrmacher lässt grüßen – durch die Kommentare heute mein Hirn zermanschen lasse ;-)
Ich werde den Fokus aber auf die Reaktionen aus der arabischen Welt legen, die ich – gelinde gesagt – für putzig halte ;-)
@ Cheffe, #15:
Da kann ich mich ja morgen wieder auf was freuen ;-)
LG
hannilein
P.s.: Wat is eigentlich mit Dubai?
Schreib doch einmal etwas über Dich, die Geschichte und die Zunkunft von Jens Berger und Spiegelfechter. Warum machst Du das alles hier, wie stellen sich für Dich Erfolg und/oder Mißerfolg für Dich und Dein Blog dar, wie geht sich das mit Deinem Geldjob (“PR für öffentlichen Versorger”, mehr weiß ich nicht), Deinem Privatleben und dem, was Dich sonst noch so interessiert, wo liegen Deines Erachtens und Deiner Erfahrung nach Gewichtung, Motivation, private und gesellschaftliche Relevanz, Widersprüche, Perspektive, Deine Erwartungen usw. für das Ganze und des Ganzen. Nichts über alle Maßen Intimes, nur so in etwa, wie das private Gesicht hinter der professionellen und politischen Maske es sagen würde, wenn es, sagen wir: zum SZ Wochenende Großinterview “Was bringt Ihnen das Bloggen?” gebeten würde.
hi, eine genaue Analyse der Zahlen der politischen Mitglieder in den Räten der Rundfunkanstalten, Doppelfunktionen usw…ok wäre viel arbeit, aber komischerweise nirgends zu finden, gerade bei der ARD im Dunkeln (da verschiedene Sendeanstalten involviert). Wer wird repräsentiert?
Oder ein Fallbeispiel: Im TS Blog veröffentlicht seit jeher “C Thiels” und zwar von Beginn an mit einem Monothema (habe von etwa 100 Beiträgen nur eine handvoll Ausreißer entdeckt). Er spricht sich wirklich ohne Unterlass für eine Aufstockung der Rüstungsausgaben aus mit Bezug auf willkürlich jedes Einsatzgebiet, stets in neuen Variationen und mit neuen Begründungen. Dabei nennt er auch immer wieder konkrete Waffengattungen usw. die jetzt angeblich gebraucht werden. Interessant: Er war schon mehrfach embeddet. Wurde er auch bei einschlägigen Veranstaltungen “eingeladen”?;)
Grüsse
@hannilein
Am Freitag … sollte nichts dazwischen kommen ;-)
@Gorin
Iiieek, Privatleben im Blog? Bloß das nicht ;-)
Nur so viel: Den “Geldjob” habe ich schon vor Jahren gekündigt, da es sich auch als Freiberufler zumindest so leben lässt, dass man nicht gleich hungern muss ;-)
Wenn mich mal wieder jemand interviewen würde, würde ich da ja auch was sagen können. Aber sich selbst interviewen? Bin ich Sascha Lobo?
@evidenz
Das wäre sehr viel Arbeit – wenn man Doppelfunktionen mit einbezieht. In den meisten Fällen sind dies ja “Politrentner”, die von den Landesregierungen entsandt werden und die auch keine Presseabteilung haben, die solche Fragen beantwortet.
Ich finde es etwas schade, wie ich es schon damals in Frank’s ?Auto-Anthropophag?-Blog bejammert habe, dass du dem “BAXTER-Virenmix-Skandal” (ein Mix aus hochgefährlichen Vogelgrippeviren und hoch ansteckenden Grippeviren wurde an unwissende Laboratorien in Mitteleuropa ausgeliefert) nicht nachgegangen bist und die Kommentarfunktion bei dem Artikel, in dem ich auf die Sache hinwies, bald geschlossen hast.
Ich habe damals eine ganze Nacht und noch am Folgetag zu BAXTER und der Vogelgrippe recherchiert. Alleine die BAXTER-Konzernveröffentlichungen geben genug Stoff für eine gesellschaftlich-politische Diskussion, die geführt werden müsste. Nämlich die, ob man es profitorientierten Unternehmen gestatten darf, mit potentiell hochgefährlichen Viren zu experimentieren und Impfstoffe dagegen herzustellen. Im Falle der Vogelgrippe gab es ja bislang – Gott sei Dank ! – keine Pandemie. Man muss sich nur mal überlegen, wie viel Geld Baxter verdient hätte, wenn es eine Vogelgrippe-Epidemie oder gar Pandemie zu einer Zeit gegeben hätte, als BAXTER fast ein Monopolist auf diesem Gebiet war. Wie gesagt, für mich ein ausgesprochen wichtiges Thema, das interessanterweise von den “Mainstream-Medien” wenig aufgegriffen wurde.
Auch wenn es sehr nach Verschwörungstheorie und finsterem Science-Fiction klingt, man sollte sich auch mal darüber Gedanken machen, dass westliche Konzerne in Laboratorien Impfstoffe gegen Virenmutanten herstellen und an westliche Länder ausliefern, die noch keine Epi- oder Pandemie verursacht haben, so wurde z.B. Österreich mit so vielen Impfdosen gegen Vogelgrippe beliefert, dass es leicht seine Bevölkerung hätte durchimpfen können. Auch andere westliche Länder hatten sich für teures Geld mit reichlich Impfstoff gegen die vermeintliche Vogelgrippegefahr gewappnet. Natürlich haben sich Schwellenländer und erst recht Entwicklungsländer diesen Luxus nicht geleistet. Was wäre, wenn eine gewissenlose Gruppierung darin eine Chance sehen würde, die aufstrebenden Länder mit ihren hohen Geburtenraten auszubremsen um dem Westen die wackelnde Krone zu sichern? Beim nächsten Mal muss die Freisetzung eines mutierten Vogelgrippevirus allerdings unauffälliger vonstatten gehen. Auch zeigte die Impfstoffproduktion mit den neuen Zellkulturmethoden noch Schwächen. Jedenfalls hat diese Geschichte viel Brisanz!
Mich wuerde mal interessieren, bei wem ich als Steuerzahler alles Schulden habe und warum das hoch geheim ist. Dieses Getoese mit der Schuldenuhr klingt mir als Laie ob der produktivitaet und der Sparquote unseres Landes nicht wirklich einleuchtend. kann es sein, das die Interessen der Bangster diametral zu den Sparsachzwaengen der Politik stehen?
Da ist eine Sache, die mich gelegentlich zur Weißglut bringt. Nämlich Diskussionen über soziale Geldleistungen an Arbeitlose und den angeblich überbordenden Sozialstaat. Nicht dass das Thema zu selten angesprochen würde, aber es wird von der Contra-Seite mit dumpfen Behauptungen und unbegründeten Thesen ständig alles niedergebrüllt, ohne das da von der Pro-Seite wirksam was entgegen gesetzt wird.
Mein Verdacht ist, das der Verstand mehrheitlich auf der Pro-Seite angesiedelt ist. Klügere neigen eher zum Nachgeben und scheuen es, einfache und damit undifferenzierte Argumentationsmuster zu verwenden. Man kritisiert lieber differenziert die Undifferenziertheit des Gegners – und verliert damit! Damit verspielt man die Möglichkeit, klare Fakten in die Diskussion zu stellen. Auf gegnerische Kritik, die sich an undifferenzierten Aussagen reibt, kann man sich ja einlassen, aber der Standpunkt wird damit nicht, wie üblich, vom Tisch gewischt.
Beispiel: “Wo soll das Geld herkommen, die Kassen sind leer man kann doch nur ausgeben was reinkommt!” Da fängt dann der sozial eingestellte Mensch an zu faseln, aber was bissfestes kommt da nicht. Ich möchte hier deshalb mal anregen, scharfe Munition zu entwickeln, amtliche Zahlen auszuwählen, die man effektvoll in Relationen setzen und sagen kann: “Das kostet doch einen Shice im Vergleich zu XY, aber bringt viel mehr!”
Ich versuche mal einen Anfang zu machen mit einer aktuellen Pressemeldung auf destatis:
“Jeder Zehnte braucht soziale Mindestsicherung, kostet 41,6 Mrd ? (Ende 2007)”
Darin ist ALG I NICHT enthalten, sondern:
ALG II + Sozialhilfe + Asyl + Kriegsopfer = Geld für Verlierer der Gesellschaft
Weitere Zahlen von destatis (2006):
Staatsausgaben: 1.005 Mrd
Soziale Sicherung: 571 Mrd (*kreisch*)
Bildung: 80 Mrd
Sicherheit: 33 Mrd
Wirtschaftsförderung: 27 Mrd
Verteidigung: 24 Mrd etc.
Zinsen: (auf die schnelle nicht gefunden, bitte ergänzen)
Man sieht, die biersaufenden Faulenzer sind teuer (4%), aber wieso 571 “Soziale Sicherung” gegenüber 42 für den dreckigen Abschaum? destatis sagt 477 für Sozialversicherung im Jahr 2008. Wie ist dieser ekeleregende Sozialstaat zusammengesetzt? Weil die Zahlen aus verschiedenen Jahren stammen, gibt es wohl ein paar Mrd Abweichung, aber da müssen noch rund 60 Mrd vom stinkenden Gesocks versoffen werden, die ich noch nicht gefunden habe (vermutlich ALG I).
Worauf ich hinaus will, das Gros der “Sozialen Sicherung” betrifft Kranken-, Arbeits- und Rentenversicherung. Versicherung! Würden unsere Verweser es dürfen, würden sie auch Haftpflicht-, Hausrat- und Lebensversicherung in die Sozialkosten reinrechnen (ich sehe da auch keinen Unterschied, erklär mir das mal jemand). Das eigentliche Soziale, die Almosen für die Verlierer, kann doch gar nicht das Problem sein!
Wenn man ALG II-Schmarotzern 500? zahlen würde, was müsste der einzelne zahlen?
Der Durchschnitts-Vollzeit-Arbeitnehmer verdient lt. destatis 41.509? p.a. (3.460 brutto im Monat, da muss wohl einer den Schnitt versauen…). Wenn seine Abzüge 1.600 betragen sind 4% davon 64? für die Penner, die keine 700? haben.
Wir reden also von ein paar Euro fuffzig? Und! Von Verlierern, die ihrer Freundin mal wieder Blumen kaufen, mehr als 3mal im Jahr zum Friseur gehen, sich nach vielen Jahren mal wieder in einer Kneipe sehen lassen usw. usf.
Von einem Wirtschaftsaufschwung, den es seit L. Erhard nicht mehr gegeben hat, oder?
Ich habe mir Zahlen zusammengesucht und mir was zusammengereimt, aber ich bin fehlbar. Bitte das zu Entschuldigen und um Korrektur.
Aber wir werden m.M.n. verarscht, darum meine Bitte: die in der schreibenden Zunft begabten Menschen mögen sich in verantwortungsvoller Weise den Waffen der Gegenseite anpassen und Munition liefern. Denn ich habe Angst.
(Sarkasmus ist rein zufällig in den Text geraten und ohne Gewähr)
Hier noch ein guter Einstieg zum Thema zum Thema K Köhler
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14540
@Hellmuth, #24
Erstens, ist es (zumindest mir) aus deinem Text nicht ganz klar, wie du die Pro- und Gegen-seiten voneinander trennst bzw. sie ordnest und welcher Partei du eigentlich näher stehst.
…
Kein Grund für die Panik. Denk nur kurz darüber nach, worin die zentrale Zweckbestimmung und Aufgabe eines Staates besteht. Soviel kann ich dir schon jetzt verraten: Bankenrettung und Wirtschaftankurbelung gehören nicht dazu. Und “Klimarettung” schon gar nicht. Von daher würde ich mir eher die Frage stellen, wofür die restlichen 434 Mrd verbraten werden.
Etwas mehr, als für soziale Mindestsicherung gebraucht wird. Genauere Zahlen habe ich jetzt auch nicht im Kopf, aber die Zinszahlungen und Neuverschudlung des Staates liegen in etwa auf gleicher Höhe. Oder lagen zumindest bis zu 2008.
Wer ist bitte “die biersaufenden Faulenzer” bzw. “dreckiger Abschaum” und was hat es mit sozialer Sicherung zu tun? Das letztere, wenn es dir nicht geläufig ist, kannst du zumindest in Wikipedia nachschlagen.
Ich weiß, die BILD kann zuweilen sehr unterhaltsam sein, aber nimm sie bitte nicht zu ernst und schon gar nicht als eine Faktenquelle. Schmarotzer und Penner gibt’s in allen sozialen Schichten zu Hauf, und jene aus der Unterschicht kosten der Allgemeinheit bzw. dem Staatshaushalt am wenigsten.
Wenn du als Vollzeit-Arbeitnehme um die 41.5 K? p.a. verdienst, dann überleg mal dir in ruhiger Stunde, wie und woher diese zusammenkommen, wofür sie ausgegeben werden und wer außer dir von diesen Ausgaben am meisten Profitiert. Es ist nicht leicht das alles auf die Schnelle zu erklären, aber glaub mir, es lohnt sich darüber etwas länger nachzudenken und einiges zumindest für sich selbst zu klären.
Hallo Jens,
beim Lesen Deines Blog´s wird mir immer wieder klar, dass Du es hervorragend schaffst, politische und gesellschaftliche Themen aufzugreifen und aufzuarbeiten. Das macht mir unglaublich viel Freude. Du schreibst so, wie ich den stern und Die Zeit aus den 80. + 90. Jahren in Erinnerung habe: spannend, anregend, parteiisch – und politisch herausfordernd. Dieses ist alles den großen Zeitschriften und Magazinen verlorengegangen. Selbst die Tageszeitungen sind kaum mehr das Papier wert, auf dem Sie gedruckt werden – weil schwammig und substanzlos. DU bist die Ausnahme, die ich kenne, und die mir wieder ein bißchen (politisches) Leben und Nachdenken eingehaucht hat. Danke – und Ende der Lobhudelei.
Thematisch bin ich gerade ein wenig bei der Bildung angekommen. Als Dozent an einer Fachhochschule bemerke ich, wie durch den Bolognaprozess eine Marke wie das deutsche “Diplom” einem in Deutschland mehr oder weniger unbekannten Begriff des BAchelor´s geopfert wird. Die Lerninhalte an meiner Hochschule wurden dann auch ohne großartige Kürzung von einem 8semestrigen Studium plus Annerkennungsjahr auf ganze 6 Semester inkl. Praxisanteil ( – in der vorigen Studienkonzeption gab es noch 2 zusätzliche inhaltlich gewollte Praktika -) überführt. Für die Studenten heisst dieses: lernen, lernen, lernen -bei Anwesenheitspflicht! Keine wirklichen Diskussionen; Keine Quereinsteiger; Nur noch maschinelles (Auswendig-)Lernen! Hier werden Maschinen herangezüchtet – ohne eigene Persöhnlichkeit. Ich denke, dass dieses nicht nur in “meinem” Studiengang so ist. Und somit auch für andere ein Thema sein könnte.
http://www.youtube.com/watch?v=UwuqYQ7aLJQ
ich erträume mir eine bessere welt…
Was mich mal interessieren würde: Wie konnte es so weit kommen? Weltweit haben Reaktion und Neoliberalismus in den letzten 30 Jahren die Vorgerrschaft gewonnen. Wieso?
Das Thema ist natürlich komplex: Individualisierung/Wertewandel/?Atheismus?, Auflösung der Arbeiterkultur in der nivellierten Mittelschichtsgesellschaft; Krise der Repräsentationssysteme (Parlament, Parteien, Gewerkschaften); die allgemeine geschichtliche Tendenz der Herrschaftsausweitung…
Vielleicht könntest du dich daher auf wirtschaftspolitische Aspekte beschränken: Gab es wirklich eine Krise des Fordismus, war sie notwendig? Ist die Profitrate gefallen, gab es einen Innovationsmangel? Welche Rolle spielten die aufstrebenden Schwellenländer SO-Asiens und die Globalisierung überhaupt? War das Problem, dass die “zweite Landnahme” abgeschlossen war, dass es der koloniale Imperialismus schwächer wurde, dass der zweite Weltkrieg mit seiner Zerstörung und Umverteilung schon lange zurücklag…
Wie kann man die Bedeutung einzelner Einflussfaktoren quantifizieren?
Hallo beisammen,
einfach mal etwas zur Erbauung zum Jahresende. Die Aelteren kennen es vielleicht sogar, Georg Danzer, 1979.
(Jens, ist die embedd Funktion noch verfuegbar ?)
Hallo Jens.
Angeregt durch die Beiträge zu deinem “Klimahystreire …” dachte ich mir, es wäre lohnenswert über das Thema “2012 und andere Katastrophen” nachzudenken.
Wenn ich mir nur überlege, welch reale und mediale Katastrophen ich alleine in meinem Leben miterlebt habe:
anbahnender Weltkrieg (mit allem Drum und Dran);
baldigen Einbruch neuer Eiszeit;
uns bedrohende Megageschosse aus dem Weltall;
Waldsterben;
Pikoil;
Ozonloch;
Saddams oder iranische MVW;
Weltweite Terrorgefahr aus Tora-Bora;
Genozid in Serbien;
Antrax, SARS, Vogel- und Schweinegrippe;
Vergreisung (und Verblödung) der Nationen;
Erfindung diverser Volkskrankheiten;
Finanzkrise(n), Staatspleiten und -zusammenbrüche;
Islamisierung/Verfremdung “unserer” Kultur;
Klimakatastrophe(n) …
Man kann mit Sicherheit die Liste noch verfeinern und vervollständigen, was alles uns und unsere heile Welt in Nachkriegszeit bedroht hat, aber wenn ich darüber nachdenke, so gab es so gut wie keine Zeit, in der es keine weltbedrohende Mediasau durchs Dorf getrieben wurde – es war immer was los!
Einige “Bedrohungen” hast du in deinem Blog bereits thematisiert, aber eine umfassendere Review zumindest aus den letzten 20..30 Jahren wäre m.E. auch sehr aufschlussreich.
Interessant finde ich dabei, dass es immer zunächst realistische oder zumindest plausiblere Probleme aufgegriffen wurden, dann wird das Thema zu einem Megahype aufgebauscht und für Entscheidungen und Sachen instrumentalisiert, die Milliarden oder gar Billionenschwere Umsätze bescheren aber nicht selten völlig an der Problemlösung vorbei gehen.
Sag mal, eigentlich hatte ich ja gedacht, der Bildungsstreik und die öffentliche, aber wenig ehrliche oder nutzbringe Umarmung der Studis durch Politiker und Medien sei ein perfektes Thema für den Spiegelfechter. Jedes Medienecho ist ein Fortschritt!
Also, kann ich damit noch rechnen?
@COPOKA
Nett, aber diesen ganzen Themenwust gründlich auszurecherchieren übersteigt meine zeitlichen Kapazitäten. Als Polemik wäre das allerdings überlegenswert ;-)
@janfrie
Noch sperre ich mich bei dem Thema, da meine Unizeit schon etwas länger zurückliegt und mein Wissen über Bologna und die aktuellen Probleme der Studis eher rudimentär ist. Wenn das Thema allerdings noch einmal heiß wird, werde ich mir die Mühe machen und ins Thema eintauchen.
Das Thema Bildung ist immer heiß ;).
Es geht uns ja nicht nur um den Bolonia-Prozess und nicht nur um uns selbst. Das ganze ist ja auch eine Kritik am Bildungssystem und seiner (schleichenden?) Ökonomisierung an sich. Und genau diese Ökonomisierung (durch Credit-Points, Verschulung, Studiengebühren, Ausrichtung auf Ausbildung und Effizienz anstatt auf einen humanistischen Bildungsbegriff) ist ja wieder ein Trend, der gesamtgesellschaftlich zu beobachten ist.
Es muss ja kein Artikel über die Details der Situation an den Hochschulen oder die Forderungen der Studis sein, es gäbe ja viele andere interessante inhaltliche Zugänge zu dem Thema.
Darüber hinaus wäre es natürlich interessant, von einem “Außenstehenden” eine frische, unvoreingenommene Perspektive zu bekommen.
Also los! Ein kritisches Blog wie der Spiegelfechter kann es sich doch nicht leisten, so ein wichtiges Thema völlig zu ignorieren. Es verlangt ja niemand Perfektion ;).
Und (mal sehen, wie käuflich du bist *zwinkerzwinker*) ein paar Klicks mehr könnte ich auch versprechen.
Bildung für alle!
Auch als Thema für deine Leser!
@janfrie
Hmmm, na gut, Du hast mich überzeugt ;-)
Bis Mittwoch bin ich allerdings mit Aufträgen ausgelastet, aber zum Ende der nächsten Woche werde ich das Thema mal angehen.
*lach*
Solltest Du für die Startseite von Google verantwortlich sein, können wir darüber reden ;-)
Find ich gut, find ich gut!
Und überhaupt diesen Blog hier; bin erst seit ein paar Monaten freudige und sehr dankbare Mitleserin
(kein Honig ums Maul – is wahr) !!!
Im Januar wird das Urteil des Verfassungsgericht zum Existenzminimum und der menschlichen Würde
(Verhandlung war am 20. Oktober 2009) erwartet. In einem Interview sagte Dr. Jürgen Borchert
( Richter am Hessischen Landessozialgericht in Darmstadt, er leitet den 6. Senat, der wegen Hartz IV das Bundesverfassungsgericht angerufen hat.) :
” Womöglich erleben wir bald die Geburt eines neuen Grundrechts auf ein menschenwürdiges und der parlamentarischen Kontrolle unterliegendes Existenzminimum – abgeleitet aus den Artikeln 1 und 20 des Grundgesetzes.”
Lässt sich aus dem, was seine “Schatten” schon vorauswirft, etwas zusammensetzen?
Oder etwas zu den elektronischen Petitionen beim Bundestag im allgemeinen und speziellen?
(z.B.)
Steuerpolitik – Einführung einer Finanztransaktionsteuer
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8236