Obama im Sportpalast
geschrieben am 02. Dezember 2009 von Spiegelfechter
Ein freier Mitarbeiter des Spiegelfechters war bei Obamas gestriger Rede im Sportpalast von West-Point dabei und hat die wichtigsten Passagen ins Deutsche übersetzt:
Das freie amerikanische Volk kann die volle Wahrheit vertragen. Es weiß, wie schwierig es um die Lage des Landes bestellt ist, und seine Führung kann es deshalb auch auffordern, aus der Bedrängtheit der Situation die nötigen harten, ja auch härtesten Folgerungen zu ziehen. Wir Amerikaner sind gewappnet gegen Schwäche und Anfälligkeit, und die Schläge und Unglücksfälle der Wirtschaftskrise verleihen uns nur zusätzliche Kraft, feste Entschlossenheit und eine seelische und kämpferische Aktivität, die bereit ist, alle Schwierigkeiten und Hindernisse mit dem Elan der Gründerväter zu überwinden.
Es ist jetzt nicht der Augenblick, danach zu fragen, wie alles gekommen ist. Das wird einer späteren Rechenschaftsablegung überlassen bleiben, die in voller Offenheit erfolgen soll und dem amerikanischen Volk und der Weltöffentlichkeit zeigen wird, dass das Unglück, das uns in den letzten Jahren betroffen hat, seine tiefe, schicksalhafte Bedeutung besitzt. Das große Heldenopfer, das unsere Soldaten in Afghanistan und im Irak bringen, ist für die ganze Welt von einer ausschlaggebenden geschichtlichen Bedeutung. Es ist nicht umsonst. Warum, das wird die Zukunft beweisen.
Es ist verständlich, dass wir bei den großangelegten Tarnungs- und Bluffmanövern der Taliban das Kriegspotential der Islamisten nicht richtig eingeschätzt haben. Erst jetzt offenbart es sich in seiner ganzen wilden Größe. Dementsprechend ist auch der Kampf, den unsere Soldaten zu bestehen haben, über alle menschlichen Vorstellungen hinaus hart, schwer und gefährlich. Er erfordert die Aufbietung unserer ganzen nationalen Kraft. Hier ist eine Bedrohung Amerikas und der gesamten demokratischen Welt gegeben, die alle bisherigen Gefahren der freien Welt weit in den Schatten stellt. Würden wir in diesem Kampf versagen, so verspielten wir damit überhaupt unsere geschichtliche Mission. Alles, was wir bisher aufgebaut und geleistet haben, verblasst angesichts der gigantischen Aufgabe, die hier den internationalen Friedenstruppen unmittelbar und dem amerikanischen Volke mittelbar gestellt ist. Ich wende mich in meinen Ausführungen zuerst an die Weltöffentlichkeit und proklamiere ihr gegenüber drei Thesen unseres Kampfes gegen die terroristische Gefahr im Nahen und Mittleren Osten. Die erste dieser Thesen lautet:
Wären die internationalen Friedenstruppen nicht in der Lage, die Gefahr des Terrorismus zu brechen, so wäre damit Amerika und in kurzer Folge die gesamte freie Welt dem Islamismus verfallen.
Die zweite dieser Thesen lautet: Die amerikanischen Friedenstruppen und das amerikanische Volk allein besitzen mit ihren Verbündeten die Kraft, eine grundlegende Rettung der freien Welt aus dieser Bedrohung durchzuführen.
Die dritte dieser Thesen lautet: Gefahr ist im Verzuge. Es muss schnell und gründlich gehandelt werden, sonst ist es zu spät.
Ich habe heute zu dieser Versammlung nun einen Ausschnitt des amerikanischen Volkes im besten Sinne des Wortes eingeladen. Vor mir sitzen reihenweise tapfere amerikanische Verwundete von der Front, Bein- und Armamputierte, mit zerschossenen Gliedern, Kriegsblinde, die mit ihren Rote-Kreuz-Schwestern gekommen sind, Männer in der Blüte ihrer Jahre, die vor sich ihre Krücken stehen haben. Dazwischen zähle ich an die fünfzig Träger des Golden Star und der Medal of Honor, eine glänzende Abordnung unserer kämpfenden Front. Weiter hinter ihnen sitzen Männer aus den Parteiorganisationen, Offiziere der Friedenstruppen, Investmentbanker, Anwälte, Medienvertreter, Industrielle und Fondsmanager, eine stolze Vertreterschaft unseres geistigen Lebens in all seinen Schichtungen, dem die freie Welt gerade jetzt in der Krise die Wunder der Finanzwelt und der menschlichen Gier verdankt. Ich kann also mit Fug und Recht sagen: Was hier vor mir sitzt, ist ein Ausschnitt aus der freien Welt an der Front und in der Heimat. Stimmt das? Ja oder nein!
Ihr also, meine Zuhörer, repräsentiert in diesem Augenblick die freie Welt. Und an euch möchte ich zehn Fragen richten, die ihr mir mit dem amerikanischen Volke vor der ganzen Welt, insbesondere aber vor unseren Feinden, die uns auch an ihrem Rundfunk zuhören, beantworten sollt:
Einige Medien behaupten, das amerikanische Volk habe den Glauben an den Sieg verloren. Ich frage euch: Glaubt ihr mit mir an den endgültigen Sieg der Freiheit und der Demokratie? Ich frage euch: Seid ihr entschlossen, in der Erkämpfung des Sieges durch dick und dünn und unter Aufnahme auch schwerster persönlicher Belastungen zu folgen?
Zweitens: Einige Medien behaupten, das amerikanische Volk ist des Kampfes müde. Ich frage euch: Seid ihr bereit, als Phalanx der freien Welt, hinter den kämpfenden Friedenstruppen stehend, diesen Kampf mit wilder Entschlossenheit und unbeirrt durch alle Schicksalsfügungen fortzusetzen, bis der Sieg in unseren Händen ist?
Drittens: Einige Medien behaupten, das amerikanische Volk hat keine Lust mehr, sich den überhandnehmenden Krisenfolgen zu unterziehen und einen Krieg am Hindukusch zu finanzieren. Ich frage euch: Seid ihr und ist das amerikanische Volk entschlossen, wenn die Wall Street es empfiehlt, nur noch acht, sechs und – wenn nötig ? zwei oder nur eine Stunde täglich zu arbeiten und den letzten Steuergroschen herzugeben für den Sieg?
Viertens: Einige Medien behaupten, das amerikanische Volk wehrt sich gegen die totalen Kriegsmaßnahmen und die Heimatschutzgesetze der Regierung. Es will nicht den totalen Krieg, sondern die Kapitulation. Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können?
Fünftens: Einige Medien behaupten, das amerikanische Volk hat sein Vertrauen zum Kapitalismus verloren. Ich frage euch: Ist euer Vertrauen in den Kapitalismus heute größer, gläubiger und unerschütterlicher denn je? Ist eure Bereitschaft, ihm auf allen seinen Wegen zu folgen und alles zu tun, was nötig ist, um den Krieg zum siegreichen Ende zu führen, eine absolute und uneingeschränkte?
Ich frage euch als sechstes: Seid ihr bereit, von nun ab eure ganze Kraft einzusetzen und im Nahen und Mittleren Osten die Menschen und Waffen zur Verfügung zu stellen, die sie braucht, um dem Terrorismus den tödlichen Schlag zu versetzen?
Ich frage euch siebtens: Gelobt ihr mit heiligem Eid der Front, dass die Heimat mit starker Moral hinter ihr steht und ihr alles geben wird, was sie nötig hat, um den Sieg zu erkämpfen?
Ich frage euch achtens: Wollt ihr, insbesondere ihr Medienvertreter selbst, dass die Regierung dafür sorgt, dass auch die amerikanischen Medien ihre ganze Kraft der Kriegsführung zur Verfügung stellen, und überall da, wo es nur möglich ist, einspringen, um Männer für die Front zu mobilisieren und damit der freien Welt in ihrem Krieg gegen den Terrorismus zu helfen?
Ich frage euch neuntens: Billigt ihr, wenn nötig, die radikalsten Maßnahmen gegen einen kleinen Kreis von Drückebergern und Schreiberlingen, die mitten im Kriege Frieden spielen und die Not des Volkes zu eigensüchtigen Zwecken ausnutzen wollen? Seid ihr damit einverstanden, dass, wer sich am Krieg vergeht, den Kopf verliert?
Ich frage euch zehntens und zuletzt: Wollt ihr, dass, wie der freie Markt es gebietet, gerade im Krieg ungleiche Rechte und ungleiche Pflichten vorherrschen, dass die Leistungsträger in der Heimat die schwersten Belastungen des Krieges nicht alleine auf ihre Schultern nehmen müssen und dass sie für hoch und niedrig und arm und reich in ungleicher Weise verteilt werden?
Ich habe euch gefragt; ihr habt mir eure Antworten gegeben. Ihr seid ein Stück der freien Welt, durch euren Mund hat sich damit die Stellungnahme des amerikanischen Volkes manifestiert. Ihr habt unseren Feinden das zugerufen, was sie wissen müssen, damit sie sich keinen Illusionen und falschen Vorstellungen hingeben.
Das Kapital hat befohlen, wir werden ihm folgen. Wenn wir je treu und unverbrüchlich an den Sieg geglaubt haben, dann in dieser Stunde der demokratischen Besinnung und der inneren Aufrichtung. Wir sehen ihn greifbar nahe vor uns liegen, vielleicht schon im Jahre 2011; wir müssen nur zufassen. Wir müssen nur die Entschlusskraft aufbringen, alles andere seinem Dienst unterzuordnen. Das ist das Gebot der Stunde. Und darum lautet die Parole: Nun, freie Welt, steh auf und Sturm brich los!
Ähnlichkeiten mit dieser vor geraumer Zeit gehaltenen Rede sind durchaus gewollt und beabsichtigt.
Jens Berger
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Könnte man das nicht u. U. etwas geschmacklos finden und dem Thema auch nicht ganz angemessen?
Nein, ich kann nicht glauben, daß Obama diese Rede gehalten hat, nein.
Allein dieser Satz läßt mich erschaudern.
SF, bitte bestätige, daß diese Rede nie gehalten wurde.
Ich kann es einfach nicht glauben.
A great Surge for a lost country!
Schöne Satire, Obama das fleischgewordene Feigenblatt der Konzerne und des Kapitals welkt langsam dahin.
Endlich! Diese Rede überzeugt hoffentlich die letzten Obama-Fans das sich nichts ändern wird.
@Sukram71
Wie sagte einst Tucholsky – was darf Satire? Alles!
@R_Winter
Du hast den ganzen Text gelesen und bist auch dem Link gefolgt?
“Friedensnobelpreisträger” …
Diese Tatsache ist viel schauriger, als eine möglicherweise hypothetische Rede, zumal der Friedensengel und Hoffnungsträger aktuell ziemlich in Verzug hinsichtlich seiner Versprechungen vor seiner Wahl ist. Abzug der Truppen ab 2011? Angesichts der aktuellen Entscheidungen halte ich dass für einen ziemlichen Bluff. Und damit liegt diese “Rede” irgendwie genau auf Linie…
@SF, verdammt gute Idee, einen freien Mitarbeiter vor Ort zu haben… ;-)
Das ist der größte Godwin aller Zeiten :) mein Blogbarometer zeigt an, dass hier demnächst ein Sturm losbrechen wird. Luken zu und Schotten dicht, jetzt wird abgewettert.
@daMax
*lol*
Das denke ich mir auch ;-)
Ge-ni-al!
Aber vielleicht solltest Du es doch nach den Richtlinien der Bundessatireverordnung kennzeichnen, nicht jeder scheint den Sinn zu verstehen.
Also eins muss man dem Obama ja lassen. Reden halten und Autobahnen bauen, dass kann er ;>
Satirisch aber dennoch unweit von der Wahrheit entfernt: Idealisten mobilisieren Menschen für Krieg. Und so einer bekommt einen Friedensnobelpreis…
Nehmt den Victory-Gin hervor und feiert!
@Dirk Moebius
Ich sehe das mal als Test der Medienkompetenz meiner Leser – die Kategorisierung als “Glosse” und der Schlusssatz sollten eigentlich auch den Richtlinien der “Bundessatireverordnung” genügen ;-)
Bezüglich meines ersten Beitrags.
Mit “dieser Rede” meinte ich die gestern gehaltene Rede von Obama bei West Point, ich denke die nahm man als Anlass für die Satire.
Will ja nicht dass man meine Medienkompetenz in Frage stellt, bloss nicht, alles nur das nicht! :)
@Alman
Alles, nur das nicht ;-)
Satire hin oder her… Es gibt gewisse Grenzen, des guten Geschmacks. Und diese Grenzen wurden mit diesem Artikel deutlich überschritten.
Obama für das kritisieren, was er tut, was er lässt und was er gesagt hat, wäre wichtig. Aber ihm eine Rede von Göbbels in den Mund zu legen, einfach nur noch widerlich.
Sehr schön geschriebene Satire. Mir fällt zu dem ganzen Treiben auf der Weltbühne auch nichts mehr ein als purer Sarkasmus. Denn ansonsten könnte ich ja noch verrückt werden bei diesem Trauerspiel in Afghanistan, diesen halbgaren Rechtfertigungsversuchen und Endsieggeblubber.
Der Friedensnobelpreis ist nicht hoch genug zu schätzen. Kissinger bekam ihn für seine Verdienste um die Demokratie in Chile, Arafat für die nachhaltige Aussöhnung mit Israel.
Ein wahrlich ausgezeichneter Preis.
Ach, ach, Satire hat keine Grenzen. Ein schöner Artikel, weil es eine Weile dauert, bis man es wirklich verstanden hat. Zwar habe ich bei der Überschrift schon an Goebbels gedacht, dann hielt ich die ersten Zeilen aber doch für treffend.
Sehr gut, weil man erkennt, wie verschieden man Teile einer Rede aufnimmt, wenn man weiß, von wem sie stammen.
Weiter so!
Mein Glückwunsch, Spiegelfechter, zu dieser kleinen, gemeinen Satire!
Manchmal helfen nur solche Vergleiche, um aufzurütteln.
Ich glaube, ich werde jetzt hier regelmäßig vorbeischauen!
Deine Glossen ( z.B. Rauchverbot ) waren nie besonders gut, diese ist es auch nicht.
Oooops!
In eigener Sache: Moderationsrichtlinien war wohl nicht ausreichend.
Jetzt setzt SF auf starken Tobak u. schockiert zur Abwechslung mal seine Leser! (-:
Zitat
Und durch Blogs lesen ist manchmal wie Katastrophentourismus.? Sascha ? 30. Oktober 2009, 8:24
Was steht hier erst, wenn Obama seine Rede zur Begründung der Militärschläge gegen den Iran hält? (Irgendwie hatte ich zuletzt fast den Eindruck, der Iran legt es richtig drauf an. Mit 10 neuen Atomanlagen, und so.)
Vielleicht hätte man sich das für dann aufsparen sollen. Weil diese Goebbels-Satire ist ja kaum noch zu toppen.
Hmm … Auf der anderen Seite wären wir in diesem Fall mit der Rede dann schon fast wieder so nah an der Realität, dass die Satire kaum noch als solche zu erkennen wäre.
@Fritz
Das hat man nun einmal davon, wenn man eine hoch politisierte Leserschaft hat – nicht Jeder hat nun einmal Zugang zu Satire und nicht stromlinienförmigen Gedanken … und das ist auch gut so ;-)
@Sukram71
Wie wäre es mit “ab 4.30 wird zurückgeschossen”? ;-)
Darum habe ich mir dieses Spiel auch nicht entgehen lassen ;-)
Hätte ich die ‘Rede’ in der Titanic gelesen, wäre mir die Kinnlade sicher nicht ganz so runtergeklappt wie sie es grad eben tat – kurzzeitig war ich echt sprachlos (wobei ich beim Lesen für gewöhnlich eh nicht zu sprechen pflege)…
Aber Respekt, feiner Text und als alter Freund obig genannten Magazins kann ich nur zustimmen – wer anders denkt outet sich nur selbst als engstirnig und humorlos.
:-)
@14
Warum? Ich denke, dass die Taten und nicht die Worte zählen. Im übrigen lebt Satire von der Überzeichnung.
Nett gemacht, tatsächlich blinkt das überzogene und radikale des Nationalsozialismus nur an ziemlich wenigen Stellen wirklich auffällig durch…Ich glaube mehr als fünf, sechs Sätze müsste man nicht ändern bzw. streichen, damit die Rede *wirklich* glaubhaft wäre :D
Also sorry, aber da muss man doch nur 3 Sätze lesen, um zu merken, dass heute kein Mensch mehr so redet (mal abgesehen von der npd, gw Bush und alles-schall-u-rauch). Dass das die Goebbels-Rede ist, hab ich erst ab “Wollt ihr den totalen Krieg?” gemerkt (selbst als alter Triumph-des-Willens-Fan :D), aber dass ein heutiger Politiker heute nicht so redet, merkt man doch nach den ersten drei Sätzen.
Ich dachte zuerst der “freie Mitarbeiter” vor Ort hätte den Google Übersetzer verwendet um die Rede von English auf deutsch zu übersetzen.
Daher die geschwollene Art und Weise.
Erst ab dem , wollt ihr den totalen Krieg, hat es geklingelt.
Obwohl so eine Satire eigentlich zu spät kommt und ganz klar in die Zeiten der Bush Ära gehört hätte, ist es nachvollziehbar.
Obama würde ich keinen Diktatorischen touch geben, sowie dem Bush.
Gruss
Was hat sich denn am Lebensraum im Osten geändert? Raum zum oder fürs Leben benötigt Rohstoffe und die liegen ja irgendwie hmmm… Zählen wir die Tage bis zum großen Finale.
Das ist Satire? Ich hätte das für echt gehalten, da ich von Obama und dem militärisch/industriellen Komplex der USA, genau so etwas erwarte.
Naja, auch wenn diese Rede Satire ist, Obamas Ausweitung des Krieges lässt einen Glauben, das diese Rede, so oder ähnlich, durchaus gehalten werden könnte.
@Sukram71
Nette Zusammenstellung ;-)
Aber mal ernsthaft – am meisten fällt der eigentliche Urheber eher durch antiquierte Wendungen und Begriffe und durch seine direkte und teilweise schnörkellose Anrede auf. Das wird heute in der Tat nicht mehr so gemacht, da ist man wesentlich subtiler (oder was es sublimer? – ich verwechsele das immer) ;-)
Die Grundlagen der Massenproganda hat Canetti in seinem Buch “Masse und Macht” ganz hervorragend herausgestellt. Und daran hat sich auch heute nur sehr wenig geändert, egal ob es Bush, Obama, Ahmadinedschad, Putin oder auch Lafontaine ist, der die Rede hält. Ein bisschen Göbbels steckt nun einmal in jedem talentierten politischen Redner – und das meine ich vollkommen wertneutral.
Ich wäre wohl beim Wort “Heldenopfer” auf den richtigen Trichter gekommen – aber das ist natürlich unfair, da ich “nicht mitgemacht” habe ;-)
gut – sarkasmus vom feinsten diese “freie” übersetzung von obamas westpoint rede.
grad weil es ja immer noch das gerede vom bösen bush und guten obama gibt als ob die imperialistische politik von marionetten beeinflusst werden könnte.
@Heiko
Unter “unseren Jungs” in Kundus ist übrigens der “Witz” – “Opa kam nie so weit nach Osten” – sehr beliebt.
@ Spiegelfechter
Ja. Diese Goebbels-Rede erinnert mich einfach nur ein bisschen an das hier .
Der selbe Stil. Psychopath total in Reinform. :)
Dagegen klingt ein G. W. Bush im O-Ton (“Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.”) schon fast gemäßigt und besonnen. Genau wie bei der Goebbels-Rede.
@Sukram71
Ach lass mal, hier passt das schon. Aber Du hast ja sicher gemerkt, dass mein bloginternes Alarmsystem bei dem Link gleich angeschlagen hat ;-)
Der Typ ist wirklich unglaublich – alle paar Wochen schaue ich da mal vorbei, wenn ich mich exzellent amüsieren will ;-)
Satire hin, Satire her, aber diese Parallele zu Goebbels Rede ist (finde ich) Jens ganz gut gelungen.
Ich glaube, es ist inzwischen uns allen klar geworden, daß die Amis mit ihrer Politik in Afghanistan (so wie im Irak) in einer auswegsloser Situation stecken.
Diesen Krieg haben sie (Amis) bereits verloren, obwohl ihre Armee noch in Afghanistan steckt.
Der “Nobelpreisträger”-Obama begreift das, hoffe ich.
Die Rede von Göebbels wurde damals (am 18.Februar, 1943) auch, nach der verlorenen Stalingradschlacht, die als Wendepunkt im 2.WK gilt, abgehalten, weil es jedem normalen Menschen klar wurde, daß die Nazis eigentlich, diesen Krieg nicht mehr gewinnen könnten.
Viel gibt es da nicht zu sagen, außer dass jedem allmählich klar werden müsste,dass Obama auch nur ein amerikanischer Präsident ist und nicht Messias. Er wird das Klima nicht retten, die Banken nicht entmachten, die Kriege nicht beenden und den Hunger auf der Welt nicht beseitigen. Das liegt nicht an ihm, sondern an der Tatsache, dass er für all die Projekte keine Zeit und auch keine Menschen hat, die ihm dabei helfen könnten.
@Truvor
Exakt diesen Zusammenhang wollte ich ursprünglich auch herstellen. Als ich mir die Rede (die Obama-Rede) heute morgen zum ersten Mal anhörte, dachte ich gleich an die Sportpalastrede – “ja, wir haben Fehler lassen müssen, aber jetzt sammeln und bündeln wir die nationalen Kräfte und schlagen in so noch nie dagewesener Form zurück”. Obgleich Goebbels und Obama natürlich wussten/wissen, dass der Krieg verloren ist, wenn kein Wunder geschieht.
Ursprünglich wollte ich auch nur Textpassagen vergleichen, bis mir auffiel, dass die Sportpalastrede mit ein paar umgetauschten Begriffen so auch beinahe von Bush und Obama gehalten werden könnte. Natürlich gibt es Unterschiede, aber mich verblüffte doch eher, wie vergleichsweise gering diese Unterschiede ausfallen.
moin!
ziehe alle meine hüte vor dir, meister berger!
großartig, besser gehts nich – provokationen wie diese sind mehr als angebracht.
vielen dank!
beste grüße
corn
Hihi, ich hätte ja nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber der Spiegelfechter hat was mit den bekloppten religiösen Rechten in den USA gemeinsam:
Nazi-Vergleiche bei Obama.
Vielleicht darf Satire alles. Für mich treten solche Vergleiche aber die 60 Millionen Toten des zweiten Weltkriegs und das unvergleichliche Leid zu dieser Zeit mit Füßen.
Wer argumentativ nichts zu bieten hat als seine politischen/gesellschaftlichen Gegner mit dem ultimativ anerkannten Bösen zu vergleichen (Schwule schickt der Teufel, Obama ist ein Nazi, die UN ist eine Bühne für Kinderschänder), der hat es eigentlich nicht verdient ernstgenommen zu werden.
Natürlich gibt es allen Anlass Obama zu kritisieren. Für eine Menge Dinge. Aber wir wollen doch bitte nicht das Kind mit dem bade ausschütten.
Jan
Ehm ich finde das was übersetzt wurde fürchterlich. Muss allerdings erlich sagen das ich mir jetzt 2 aufzeichnungen angeschaut hab und nicht bestätigen sagen kann das Barack Obama auch nur ansatzweise solche Sachen von sich gegeben hat !
Woher zum teufel kommt der Text? Zeigt mir eine Aufzeichnung auf Englisch wo er so etwas ungeheuerliches von sich gibt.
Not funny!
@janfrie
Da zeigt mein neuer Medienberater von der Konrad Adenauer Stiftung doch Wirkung ;-)
Nein, mal ernsthaft – Du übersiehst meines Erachtens, dass es sich a) um eine Satire handelt, b) Vergleiche mit irgendetwas aus den Nationalsozialismus keine Nazi-Vergleiche und schon gar keine Gleichsetzungen sind und c) damit schon gar nicht den Holocaust oder die Opfer des Zweiten Weltkrieges relativieren oder verhöhnen.
@Dr.T
Du bist dem Link im Text gefolgt?
Die Rede im Original:
http://blogs.suntimes.com/sweet/2009/12/obama_afghanistan_speech_as_de.html
“Thank you. God bless you. May God bless the United States of America.”
@ Stony
Sie:
…… ? wer anders denkt outet sich nur selbst als engstirnig und humorlos
reply
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Ist das Ihr Toleranz Verstaendnis ???
Sogar der Economist mokiert sich:
http://www.economist.com/world/unitedstates/displayStory.cfm?story_id=15004081&source=features_box2
“Congress will surely bankroll Mr Obama?s new strategy. Republicans will back it because they want to win the war…”
Oh Mann! Das glauben manche Leute wirklich noch?! Tja die Journallie – wo wir wieder beim Thema wären…
PS: Wirklich interessante Rede von Obama.
Na gut. Aber selbst wenn ich mir den Artikel ohne moralische Brille angucke, ist die Satire einfach nicht treffend. Gute Satire funktioniert deshalb weil sie einen Kern Wahrheit hat.
Und Obama hat weder vor ein faschistisches Regime zu errichten noch die Welt zu unterjochen. Was aus seiner Rede hervorsticht ist ja – so verwerflich das ist – viel eher der Versuch es allen Tauben wie Falken recht zu machen (jetzt mehr Soldaten aber bald dann Abzug).
Natürlich ist es völlig falsch, so etwas wie den Krieg in Afghanistan unter Aspekten der Parteikungelei und unter pragmatischen Machtfragen anzugehen wie Obama es tut – der Vergleich mit Goebbels’ Rhetorik ist trotzdem unpassend.
Mir erschließen sich deshalb weder Sinn noch Witz der “Satire”.
unfortunately not funny, not hitting the spot, just badly worded disaffection
Satire darf natürlich alles, aber schlecht darf sie nicht sein.
looking forward to your next post ;-)
@SF35
Als ich bis zu diesem Satz: “Nichts ist wie es war” gekommen bin, wusste ich, dass sich ein weiteres Lesen nur als Zeitverschwendung herausstellen würde – und Zeit fehlt mir immer :-).
Symptomatisch für solche Seiten ist die Strategie, durchaus plausible Tatsachen und Theorien mit völlig abstrusen Wahnexzessen zu verbinden, um eben diese dadurch seriöser erscheinen zu lassen. In meinen Augen ist das eher ein Bärendienst.
Ja – und die Hasstiraden sind selbstverständlich angesichts der unhaltbaren Zustände auf unserer Welt nur zu verständlich, jedoch nicht im mindesten zielführend. Solche Blogger sind die Hooligans des Internets.
Noch ein Wort zu Deiner (in meinen Augen gelungenen) Satire: Es ist gut, dass Du einen ausländischen Politiker als Opfer gewählt hast. Solltest Du auf die Idee kommen, dies mit einem deutschen, womöglich sogar noch prominenten “Volksvertreter” zu tun, würde ich Dir raten, vor der Veröffentlichung einen Rechtsanwalt zu konsultieren, da es ansonsten ein teures Vergnügen werden könnte.
Zu Satire im allgemeinen: Gute Satire soll zum Nachdenken anregen. Es zeichnet sie besonders aus, wenn nicht sofort klar ist, dass es eine Satire ist, sondern der tatsächliche Charakter sich erst nach einigen prägnanten Schockmomenten herauskristallisiert. Ich denke, dass Dir das gut gelungen ist.
@HHartmann
Ausgerechnet Du spielst Dich hier als Hüter von Toleranz auf, wo Du im Nebenthread einen Kleinkrieg für religiöse Denkverbote führst *rolleyes*
@janfrie 40
Siehe 43 und ein kleiner Anstoss:
Der eine Tote in Afghanistan würde seinen Mörder für genau so schlimm befinden, wie der eine Tote aus den 60 Millionen.
Zu 48:
Faschismus ist keine Definition der Worte, Symbole und der Menge, sondern charakterisiert die Taten – auch wenn es vergleichsweise wenige sind, sind faschistoide und damit Menschenverachtende Hintergedanken und Motive erkennbar. Auch die, die praktizierte Menschenverachtung nur geschehen lassen und helfen, die Taten zu verschleiern, sind Faschisten. Obama ist kein “reiner” Faschist, aber er läßt Dinge geschehen, die mich an seiner Stelle dazu motivieren würden, Scheibenwischer an meinen Spiegeln anzubringen, damit die Kotzeschlieren weggewischt werden, wenn ich hineinsehe.
@janfrie
Nun gut, dann stelle ich doch mal den Zusammenhang her: Obamas Rede galt vor allem dem Zweck, dem amerikanischen Volk, das kriegsmüde ist und den Krieg am Hindukusch lieber heute als morgen beenden würde, von der (vermeintlichen) Notwendigkeit zu überzeugen, die Kriegsanstrengungen zu intensivieren und noch mehr Opfer zu erbringen. Goebbels Rede galt wiederum dem Zweck, dem deutschen Volk, das kriegsmüde war und den Krieg im fernen Russland lieber heute als morgen beenden würde, von der (vermeintlichen) Notwendigkeit zu überzeugen, die Kriegsanstrengungen zu intensivieren und mehr Opfer zu erbringen. Obama glaubt an den Endsieg im Kampf gegen Terrorismus, wenn man nur genügend Truppen abstellt – zumindest sagt er das. Goebbels glaubte an den Endsieg im Kampf gegen Bolschewismus, wenn man nur genügend Truppen abstellt – zumindest sagte er das.
Wir haben also zwei Ausgangssituationen, die im weitesten Sinne vergleichbar sind (aber natürlich nicht gleichzusetzen sind). Nun kommt die Satire – was kommt heraus, wenn man die Rede eines Mannes, der in unseren Augen – zu recht – als einer der größten und gefährlichsten Propgandahetzer der Geschichte bekannt ist, in den Mund des diesjährigen Friedensnobelpreisträger und Hoffnungsträger Obama legt. Gibt es Parallelen? Wie groß sind die Unterschiede?
Ich war selbst überrascht, wie gering die Unterschiede doch sind, wenn man die diametralen Charaktere zu Grunde legt. Ganze Passagen der Sportpalastrede könnten so – oder so ähnlich, denn die Sprache entwickelt sich ja weiter – auch von Obama kommen. Dies ist Satire – bitter, sicherlich. Ob gut oder schlecht, liegt im Auge des Betrachters und die Leser scheint dies ja auch zu polarisieren, was ich keineswegs schlimm finde.
@50 Schwitzig
Wow! Ich habe mir mal den neuesten Artikel dieses selbstgefälligen Schmierfinken angeschaut – das ist ja kaum zu glauben, so borniert, arrogant und dazu gnadenlos untalentiert kann man doch gar nicht sein ;-)
1. Ja, Satire darf alles.
2. Ich höre mal gleichzeitig auf meinen Kopf und meinen Bauch. Dabei ergibt sich ungefähr folgende Stimmung:
Interessant, dass ich diese Glosse zugleich abstoßend und sehr gut finde.
a) Abstoßend, weil ich sowohl die Sportpalastrede studiert als auch die Obama-Rede gesehen habe und finde, dass ein Vergleich zwischen ihnen eigentlich nicht möglich ist. Die Vergleichsebenen liegen einfach zu weit auseinander.
b) Sehr gut, weil doch einige sehr hintersinnige Zusammenhänge nur durch den Vergleich offenbar werden. Diese werden tatsächlich immer mehr, je länger man darüber nachdenkt, ohne sich jedoch wirklich dem rationalen Argument so richtig zu öffnen.
3. Letzten Endes: Heillos übertrieben, aber nicht schlecht…
4. siehe 1.
5. Wenn das der F… wüsste ;-)
@Sf50
Ja, das ist schon ziemlich seltsam :-).
Am besten finde ich das hier:
Und direkt danach fängt er an, die ach so verhassten Nachrichten (die er nicht liest) zu kritisieren :-).
Ich denke, dass er der Typus des geltungsbedürftigen Besserwissers ist, der unter anderem an anderen Stellen dafür sorgt, dass die Zustände so sind, wie sie sind. er ist nicht “besser”; er ist nur auf der “anderen Seite”.
@schwitzig und SF
Ein Propagandist der seines Gleichen sucht (und findet ..) ;-) der schafft es tatsächlich auch die SVP als mutige NWO-Fighter zu promoten während er angeblich Wahlempfehlungen für die Linken abgibt. Ganzzz Grrrosses Kino!
Ps zu Obama- So schlägt sich poor Dennis Kucinich im interview mit dem Feind
http://www.youtube.com/watch?v=xtrraJC_B0g
Chapeau! Eine gelungene Satire! Als ich schon in der Überschrift las “bei Obamas gestriger Rede im Sportpalast von West-Point ” hab ich rein prophylaktisch mein Rotweinglas weit weg von der Tastatur abgestellt. Es hat sich gelohnt.:-)))
Weiterer Fund im Geschichtsarchiv:
USA: Der Friedensnobelpreisträger macht sich Sorgen um diese Provinz. Die Luft schmeckt nach Aufstand. Er wird im Keim erstickt. Aber du und deine Familie, ihr braucht keine Angst zu haben, ich bin die rechte Hand des Statthalters und du bist mein Freund.
Besetztes Land (BL): Ich bin Afghane.
USA: Ah, für mich bist du Amerikaner. Was hast du zu tun mit dem Pöbel, der uns Schwierigkeiten macht.
BL: Mit dem Pöbel? Es ist mein Volk, ich gehöre dazu.
USA: Sei vernünftig. Du weißt, die Welt ist amerikanisch. Wenn du in ihr leben willst, musst du dich ihr verbunden fühlen.
BL: Du hast dich verändert.
USA: Ich bin erwachsen. Ich habe die Welt gesehen, seit ich Bagdad verließ. Ich war in Washington. Und ich sage dir, es war kein Zufall, dass ein kleines Dorf am Potomac auserwählt wurde, die Welt zu regieren.
BL: Mit euren Legionen.
USA: Es waren nicht nur unsere Legionen. Andere Länder haben auch Armee, tapfere Armeen. Ich habe gegen sie gekämpft. Oh nein, wir wurden vom Schicksal ausersehen, die Welt zu zivilisieren und zu beherrschen. Unsere Straßen und Schiffe verbinden die entferntesten Länder der Erde, amerikanisches Recht, unsere Literatur, unsere Bauten sind ein Gewinn für die ganze Menschheit.
BL: Und ich glaube an die Zukunft meines Volkes.
USA: Dein gutes Recht. Und du kannst ihm helfen.
BL: Wie?
USA: Du bist ein Fürst, dein Name und deine Familie sind berühmt, du gehörst zu den besten deines Volkes. Du bist einer der Reichsten und Mächtigsten und wirst von deinen Landsleuten verehrt und das Volk wird auf dich hören, wenn du gegen einen Aufstand sprichst.
BL: Aber…
USA: Du musst dein Volk davon überzeugen, dass ein Widerstand gegen Washington dumm ist. Schlimmer als dumm. Er ist Wahnsinn! Denn er kann nur auf eine Weise enden: Mit der Ausrottung deines Volkes!
BL: Ich bin ein Gegner von Gewalt. Alle wissen es und ich habe es oft gesagt und ich werde es auch weiterhin sagen…
USA: Dann sind wir uns einig.
[...]
USA: Der Friedensnobelpreisträger beobachtet uns. In diesem Augenblick blickt er nach Osten. Das ist für mich die Stunde der Bewährung, und für dich auch. Wenn ich Ordnung in Afghanistan schaffe, kann ich jeden Posten haben, den ich begehre und ich schwöre dir, es wird auch dein Vorteil sein. Und weißt du wo das enden kann? In Washington. Ja vielleicht sogar an der Seite des Friedensnobelpreisträgers, wer weiß. Für mich und für dich. Die Entscheidung wird in dieser Stunde fallen. Glaube mir, dies ist der Zeitpunkt. Der Friedensnobelpreisträger beobachtet uns, er sieht was wir tun. Ich brauche ihm nur zu dienen, mit all meiner Kraft. Und das einzige was du tun musst, ist mir dabei helfen.
BL: Du redest als ob er Gott wäre.
USA: Er ist Gott. Der einzige Gott. Er ist Macht, wirkliche Macht auf Erden. Dein Gott? Was ist das schon? Hilf mir!
BL: Ich glaube, ich könnte alles für dich tun, nur nicht an meinem eigenen Volk zum Verräter werden.
USA: Im Namen all unserer Götter. Was kann dir das Leben von ein paar Afghanen denn bedeuten?
BL: Wenn ich auch verurteile, dass sie Gewalt anwenden, so werde ich doch nicht ihren Mördern helfen. Außerdem, das musst du verstehen, ich glaube an die Vergangenheit meines Volkes und an seine Zukunft.
USA: Zukunft? Ihr seid ein besiegtes Volk!
BL: Ihr habt uns unterjocht. Ihr habt unser Volk zu Boden getrampelt. Aber das ist nicht das Ende. Wir werden uns wieder erheben.
USA: Ach, du lebst in toten Träumen, du lebst im Nebel der Vergangenheit. Der Glanz Allahs ist dahin, glaubst du, dass er wiederkehrt? Mohammed wird nicht auferstehen, um euch zu helfen.
Nur eine Wirklichkeit gibt es in der Welt von heute! Blick nach Westen! Sei vernünftig, blick auf Washington!
BL: Ich bin lieber unvernünftig als ein Verräter oder Mörder!
USA: Ich bin Soldat!
BL: Ja, der für Washington Menschen umbringt, und Washington ist lasterhaft!
USA: Ich warne dich!
BL: Nein, ich warne dich! Washington ist eine Herausforderung an Gott. Heute noch knechtet Washington mein Volk, mein Land und beinahe die ganze Welt, aber nicht auf ewig. Und das sage ich dir: An dem Tag, an dem Washington fällt, wird es einen Freiheitsjubel unter den Völkern geben, wie ihn die Welt noch niemals erlebt hat.
USA: Entweder du hilfst mir oder du bekämpft mich, eine andere Wahl gibt es nicht. Entweder bist du für mich oder gegen mich.
BL: Wenn das die Wahl ist, dann bin ich gegen dich.
—
(Zitiert nach zwei berühmten Filmdialogen aus einem US-Film von 1959 und mit Änderungen an nur 23 Wörtern auf den aktuellen Stand gebracht. Der Text des Gewaltgegners wurde witzigerweise von einem Schauspieler gesprochen, der später als NRA-Lobbyist als rigoroser Befürworter des Rechts auf Waffenbesitz und Selbstverteidigung zu Zeiten Bush II großen Erfolg hatte.)
@ Geheimrätin
Und hier Dennis Kucinich in einem Interview zu Obamas Rede mit nem Freund, sehr informativ.
http://www.democracynow.org/2009/12/2/rep_kucinich_on_afghanistan_war_were
@ Almann, yep, wir brauchen definitiv mehr Menschen wie Amy Goodmann und ich würde mir ein Format wie democracy now! in D sehr wünschen. Warum kriegen wir hier sowas eigentlich nicht hin?
stattdessen Schall und Rauch, sectret tv und was der Geier allet…Desinformation wohin das Auge reicht. Im Deckmantel der Aufklärung und Gegenöffentlichkeit wird hier Propaganda der übelsten Sorte geschaltet. Und dort wo die Fakten für sich allein sprechen wie bspw. bei 9/11, wird dann an den Haaren herbeigzogenes Zeug hinzugemischt, wodurch die eigentlichen Fakten, die die offizielle Version der US-Regierung eindeutig als Lüge entlarven, bis zur Unkenntlichkeit entstellt werden. Und die fans lassen sich füttern ohne zu prüfen.
Nicht dass ich den SF und vielen andere hervorragenden Blogs jetzt ihre Relenvaz absprechen will, ganz im Gegenteil! Aber leider sind es die Braunen, die aktuell schwer im Aufwind sind.
NS-Vernetzungen von USA über Eurasien bis nach Recklinghausen
Das gelobte weiße Land
Von Tom Cochez
und hier noch ein link was Deutschland betrifft
Brauner Alltag in deutschen Provinzen
Fritz Burschel hält über das Thema hier in Konstanz morgen einen Vortrag, würde mir wünschen irgendjemand würde den filmen und auf youtube stellen, ich kann leider nicht dran teilnehmen
Es erscheint aber wohl auch demnächst ein Buch von ihm, sicherlich lesenswert.
war jetzt was offtopic, mit aber dennoch wichtig genug es hier einzubringen.
[gelöscht/sf]
[gelöscht/sf]
[gelöscht/sf]
Zum Thema:
http://www.atwar.blogs.nytimes.com/2009/12/01/will-russias-afghan-fate-be-americas/
http://www.ft.com/cms/s/0/0f68c542-ddd1-11de-b8e2-00144feabdc0.html?nclick_check=1
Genaral Rodionovs Satz: “Everything has already been tried” , hätte am besten als Abzugsgrund für Obamas Rede gepaßt.
Die Chance hat er aber verpaßt.
Diese Truppenaufstockung kommt allerdings nicht sonderlich ueberraschend, da Obama bereits im Wahlkampf immer wieder angekuendigt hat, dass Augenmerk sei von Irak weg und wieder auf Afghanistan zu richten. Er hat das immer wieder betont, was die Sache natuerlich nicht besser macht, aber immerhin liegt hier kein Wahlbetrug vor.
Ich hab sofort nach Lesen des Eingans-Satzes (“Sportpalast”) die Goebbels-Rede erwartet und prompt bekommen.
@SF
Ab und zu findet man dort aber auch echte Denkanstösse:
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/11/wie-das-marketing-uns-steuert.html
OK – der Beitrag ist ja auch nicht von ihm … – aber immerhin hat er den Wert erkannt :-)
Jetzt fehlt noch die Erkenntnis, dass man den prekär gewordenen Kapitalismus nur noch ‘zügeln’ kann, indem man ihn gleichzeitig abwürgt… ;)
Hut ab, kann ich da nur sagen. Dein Unterfangen, lieber Spiegelfechter, finde ich persönlich exzellent!
Obama, als Befreier der Welt gefeiert und vorsichtshalber schon mal mit dem Friedensnobelpreis ausgestattet, unterscheidet sich nur in sehr geringem Maße von Bush. Meiner Meinung nach charakterisiert ein Satz die amerikanische Loylität der Welt gegenüber ganz gut (leider weiß ich nicht mehr welcher der Präsidenten ihn gesagt hat, aber es war einer aus dem 19. Jahrhundert glaube ich):
“Treibt Handel mit allen Völkern, doch verbündet euch mit keinem von ihnen.”
Manchmal ist weniger eben doch mehr.
Oh, Entschuldigung. Ich wollte eigentlich zum Spiegelfechter, nicht zum Hohlspiegel?
Der geneigte Leser liest “Obama im Sportpalast” und wendet sich mit Grau(s)en ob des zu erwartenden Inhalts ab. Satire darf alles – nur nicht langweilen.
Ich verstand schon vor seiner Wahl nie den Hype um die Person Obama. Für mich war er immer ein Blender. Seine Reden und Gesten erinnern doch stark an einstudierte Geschichten aus dem NLP. In Zeitungsinterviews vor der Wahl befürwortete er weiterhin die Todesstrafe. Kündigte ein höheres “Engagemnt” in Afghanistan an. Okay wie er Wahlgelder übers Netz eingesammelt hat war smart. Diesen wirtschaftlichen Akquiseerfolg muss man dem “Hollywood Star” im Wahlkampf Obama lassen.
Szenenwechsel. Kopenhagen, 2. Oktober 2009. Obama kämpft mit seiner Frau für die Bewerbung der Olympischen Spiele Choicago 2016. Als das ergebnis verkündet wird, ist er bereits mit ihr im Flieger. Natürlich ahnte er die Abstimmungsniederlage. Er ist um sein Image besorgt u nd weiß um die Macht der Fotos. Fotos eines Mannes mit Looser-Image ging er geschmeidig aus dem Weg.
Stürmer-Stil einer hoffnungslosen Minderheit, die bei jeder Wahl der realen Gesellschaft einen fetten Dildo in den Arsch geschoben bekommt…
*puh* war ich erleichtert, als ich am Ende feststellte:
Alles Satire!
Aber die Erleichterung schmolz schnell wieder dahin, denn bis zu der Stelle mit dem _Totalen Krieg_ hatte alles _Total Glaubwürdig_ geklungen…
Die Satire des Artikels empfinde ich unangemessen.
Der Vergleich von Obama und Goebbels ist nicht treffend, da die Umstände und die Personen nicht vergleichbar sind.
Tucholsky als als Standard für Satire zu erheben, ist genauso unzutreffend, als wenn man Beate Use als Maßstab für Sex hinstellen würde ? beide sind fehlbare Menschen.
Der Artikel hat bei den Lesern von SF keine Aufrüttel-Effekt, da sie nicht das Informationsniveau der Bild-Zeitung haben. Mir scheint, es verwechseln einige die Panzerschlachten des Weltkrieges mit Computerspielen, sonst kann ich mir den Vergleich der Reden nicht erklären.
Wenn ich Satire lesen möchte, gehe zu dem Satire-Blog Lupe. Hier werden ernst gemeinte Artikel als ?keine Satire? gekennzeichnet, denn die Grenze zwischen Satire und der Wirklichkeit ist häufig kaum sichtbar.
SF: Schuster bleib bei deinen Leisten.
@R_Winter
Nun halt mal bitte die Luft an – was hier geschrieben wird, entscheidet nur einer und das bin ich ;-)
Im SF gab es auch bereits mehrfach Satire -> siehe Kategorie “Glosse”.
Nur weil Du sie nicht verstanden hast und einige andere Leser sie nicht mögen – was ihr gutes Recht ist -, heißt das doch nicht, dass ich hier nur ernsthafte Sachen schreiben muss.
Du hättest das echt mal besser kennzeichnen können Jens. Ich hab nur gelesen “Obama im Sportpalast”, dann noch kurz die Zwischenüberschrift. Die hat mich natürlich etwas stutzig gemacht aber dann überwog doch der Reflex: “Pffft blöde Rede von Obama, ich kann den Hype echt nicht mehr ab. Für ne Übersetzung von so einer Rede lese ich nicht den Spiegelfechter.”.
Gut das ich doch nochmal die Kommentare gelesen habe, sonst wäre mir mein Fehler gar nicht aufgefallen. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leser du verloren hast, die dachten hier gibt’s ab jetzt nur noch Obama-Lobgehudel. ;-)
Ich finde weniger die Satire selbst bemerkenswert, als die Leser, die auch noch offen bekennen, dass sie das stellenweise fuer echt gehalten haben.
Gibt es wirklich Leute, die -a- solch ein Weltbild haben, und bei denen -b- bei “Sportpalast” nicht gleich der “Nazi-Detektor” anspringt? Das mag ich kaum glauben.
Innhaltlich sind Nazi Vergleichen/ Parallelen eigentlich immer verschwendete Zeit. Dem Verfasser geht es schliesslich um den Knalleffekt und nicht um Argumente. Meisten fællt das, mit Recht, auf den Autor zurueck.
Spiegelfechter schrieb:
“@R_Winter
Nun halt mal bitte die Luft an ? was hier geschrieben wird, entscheidet nur einer und das bin ich ;-)
Im SF gab es auch bereits mehrfach Satire -> siehe Kategorie ?Glosse?.
Nur weil Du sie nicht verstanden hast und einige andere Leser sie nicht mögen ? was ihr gutes Recht ist -, heißt das doch nicht, dass ich hier nur ernsthafte Sachen schreiben muss.”
ich finde deine art, mit kritik umzugehen, nicht angemessen. ja, nur du entscheidest was in deinem blog steht. dafür liest man ihn. wenn dabei sowas wie hier rauskommt, solltest du aber etwas professioneller mit der kritik daran umgehn. denn mal ehrlich: wer soweit ausholt, und versucht mit einem göbbels-vergleich zu polemisieren, muss sich natürlich auf harsche worte einstellen. ns-vergleiche sind ihrem charakter nach extrem, die resonanz kann dementschrechend ähnlich hohe wellen schlagen.
zu deiner satire: wie bereits geschrieben, satire darf alles. meinetwegen. satire muss aber auch zutreffen. das ist hier nicht der fall. der irak-krieg ist seinem charakter nach nicht mit dem 2. weltkrieg zu vergleich, das kriegsmüde dt. volk, dass es zu begeistern gilt, kaum gleichzusetzen mit dem amerika nach 9/11.
den rest, etwa die passage mit der kapitalistenchar neben den kriegskrüppeln, wirkt gewollt witzig, macht auf mich eher einen dumpfen eindruck. gute satiere ist anders: unterhaltsamer, bissiger, zugespitzter.
ich schließe mich daher R_winter an: deine anderen artikel finde ich deutlich gelungener.
gruß,
armin
Hmm, ohne Spielverderber sein zu wollen – aber bei der Überschrift war mir schon klar, in welche Richtung die Glosse wohl gehen wird. Und spätestens seit dem Wort ‘Heldenopfer’ war ich auf der Suche nach “Wollt ihr den totalen Friedenseinsatz?” …
… und immer wieder gern gelesen sind Kommentare, die Satire erklären (müssen).
SF,
so sehr ich die von Ihnen zu Recht herausgestellte, beklemmene Ähnlichkeit der Diktion beider Reden gleichermaßen empfinde, so erlauben Sie doch eine Frage zur Klarstellung, die dem Unterschied der Situation – und so vermute ich insbesondere der Intention – der so nicht vergleichbaren Kriege geschuldet ist:
Der Einsatz deutscher Truppen in und gegen die Sowjetunion erfolgte gegen einen Staat dem der Krieg erklärt wurde (berechtigt oder nicht lassen wir einmal außen vor) und hatte nicht als Hauptziel, die dort eingesetzten deutschen Soldaten gefühllos zu machen, für einen Einsatz gegen die eigene Bevölkerung.
Dem Staat Afghanistan und damit der Gesamtheit seiner Bevölkerung, wurde niemals der Krieg erklärt, jedoch zeugt – der auch in Ihrem Blog oftmals thematisierte – willkürliche Waffeneinsatz gegen unbeteiligte Zivilisten davon, daß hier eine ganz andere Art von “Killerspiel-” kompatiblen Soldaten herangebildet werden soll.
Es ist ziemlich genau bekannt, wieviele deutsche Soldaten im Krieg mit der Sowjetunion umgekommen sind und es ist auch bekannt, daß keine “Privatarmeen” auf deutscher Seite zum Einsatz kamen.
Nicht bekannt ist jedoch, wieviele US- und deutsche Soldaten inzwischen via “Rotationsverfahren” die Praxisausbildung (inkl. Abhärtungs- uns Auswahlprozess bzgl. Psyche bei Einsatz gegen Zivilisten) in Afghanistan durchlaufen haben und inzwischen in Ihren Heimatkasernen auf den Einsatzbefehl warten …
Spiegelfechter schrieb:
?@R_Winter
Nun halt mal bitte die Luft an ? was hier geschrieben wird, entscheidet nur einer und das bin ich ;-)
REPLY
Die Bloggerei macht hier im Grossen und Ganzen Spass und ist unterhaltsam und auch “lehrreich…”
SF zeigt viele starke Momente und ist oftmals beindruckend mit seinen Kommentaren.
Allerdings zeigt er m/E. Schawechen, wenn es um Beitraege geht die “gegen den generellen Fluss des Stromes hier laufen…”
Sein Aussage oben manifestiert das; schade…
Beim Spamschutz habe ich eben bei 2+2 als Summe 5 angegeben und der Post wurde durchgelassen!!! Wahnsinn!!!
(Kleiner satirischer Scherz, sorry;-))
Die Wahrheit ist viel bitterer als diese SF-Glosse da oben: http://www.nachdenkseiten.de/?p=4384
Ich habe es schon vor einem Jahr gesagt: Obama ist eine widerlich aufpolierte Marionette des amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes und er ist genau derselbe Lügner, wie auch George W. Bush und all die anderen Vorgänger. Man merkt es erst auf den zweiten Blick, weil sich die Menschen von “freundlicherem” Wortgeklingel und Sunnyboy-Lächeln blenden lassen.
Vergleicht das mal:
http://uswahl2008.de/index.php?/archives/1926-Obamas-Antrittsrede-auf-Deutsch.html
http://usa.usembassy.de/etexts/gov/bush-inaug-d.htm
Übrigens: Roberto Lapuente wurde vor einem Jahr noch für seinen Obama-der-Schlächter-Artikel verspottet. Wird Zeit für die Abbitte.
@ starship trooper, #81
“……….und damit der Gesamtheit seiner Bevölkerung, wurde niemals der Krieg erklärt, …..”
Aber diese Bevölkerung empfindet den Einmarsch der Alliierten als eine Kriegserklärung.
Die fremde Truppen sind in ihrem Land und das reicht ihnen (den Afghanern) vollkommen aus.
Die Afghanen denken viel pragmatischer als Du Dir vorstellst.
@ an alle Kritiker des Artikels
Ihr nehmt diese Welt viel zu ernst.
Ich glaube, Ihr habt seine (SFs) Botschaft nicht verstanden.
Dabei ist sie so einfach.
@Castorp
Jens hat uns in seiner Glosse gar keine Wahrheiten serviert, was m.E. so auch gut ist – die meisten hier kennen sie bereits längst. Nur mit Obama haben sich manche noch Illusionen gemacht. Einigen, wie ich es in Kommentaren oben gesehen habe, fällt es immernoch schwer, sich davon zu trennen.
Herr Lieb versucht dagegen, diesen Irrsinn mit Fakten, Verstand und Rationalität anzugehen. Ja, auch das muss jemand tun – nicht alle haben sich mit dem Thema ernsthaft befasst, ich musste jedoch schon nach wenigen Absätzen aufhören zu lesen – im Westen nichts neues. Das kann man nur noch mit Sarkasmus und bitterer Satire ertragen.
Wenn du es schon vor einem Jahr wusstest, wieso echauffierst du dich jetzt dermaßen? Im Westen nichts neues – Politik war schon immer ein sehr dreckiges Geschäft. Nicht für schwache Nerven. Obama oder wer auch immer kann daran nicht sonderlich viel ändern, und alleine schon gar nicht. Auch dann nicht, wenn er es über alles und aus ganzem Herzen gewünscht hätte. Vielleicht klappt’s bei ihm zumindest halbwegs mit einheimischer Gesundheitsversorgung – ist auch was gutes.
@ Spiegelfechter 53:
Ich finde es auch nicht schlimm, wenn Satire polarisiert – im Gegenteil.
In gewissem Maße ist es ja auch ihre Aufgabe, durch Überspitzungen heftige Reaktionen zu provozieren und so zu zeigen was ihre Rezipienten für das Unaussprechliche/Undenkbare halten um sie dann vielleicht dazu zu bringen genau das eben doch zu (über-)denken.
Insofern hat dein Artikel natürlich auch bei mir funktioniert. Und ich habe drüber nachgedacht. Das Ergebnis bleibt trotzdem, dass Nazi-Vergleiche – oder meinetwegen Nebeneinanderstellungen – so ein abgeschmacktes Totschlagargument sind, dass in der Regel wenig zum Erkenntnisgewinn beitragen. Dazu haben sie etwas viel zu Hysterisches.
Außerdem währe es reichlich scheinheilig, die Vergleiche der harten Rechten in den USA primitiv zu nennen und deine gut zu heißen, nur weil sie ein bisschen intellektueller daherkommen.
Vielleicht sehen das die anderen Leser ja anders, aber mir wäre ein differenzierterer Beitrag hier lieber gewesen. Er hätte wegen mir Obama ruhig nach Strich und Faden auseinandernehmen können. Dafür braucht man ja nur die Diskrepanz zwischen seinem Wahlkampf und seiner Regierungszeit zu beleuchten. Man hätte ja auch mal auf die Idee kommen können, dass Obama vielleicht genau deshalb erfolgreich ist, weil er eine perfekte Verkörperung des American Dream, ja des Kapitalismus überhaupt ist – ein ewiges Versprechen. Ein Versprechen dass so stark und verführerisch ist, dass es Menschen überall auf der Welt inspiriert und motiviert. Aber eben auch ein Versprechen von dem man nur glauben soll, dass es sich bei ausreichender eigener Anstrengung auch irgendwann erfüllt. Im Guten wie im Schlechten eben die sprichwörtliche “Carrot on a stick”.
Stattdessen wird ein potentiell so interessantes Thema mit einem Nazi-Vergleich glattgebügelt. Da fühle ich mich irgendwas zwischen gelangweilt und abgestoßen. Und dieses Gefühl kenne ich von der Rezeption der Mainstream-Medien viel zu gut, um es hier wiedertreffen zu wollen. ;)
@janfrie
Jehova, Jehova!
Versuch mal damit, wenn dir derart Satire zu hart ist. Jens kann ja auch nicht allen recht machen. Es gibt viele gute Quellen im Netz.
Na, ich glaube auch, dass so mancher ein Problem damit hat, dass die “Große Schwarze Hoffnung” (sorry, ich weiß selbst, dass das aus Gründen der P.C. jetzt ‘stark pigmentiert’ heißen muss) so nach und nach auf das tatsächliche Bild zurechtgestutzt wird: eine Marionette.
Nichts desto trotz muss ich akzeptieren, dass es auch andere Meinungen gibt. Und ich berücksichtige, dass es Leute gibt in Deutschland, die zum Lachen lieber in den Keller gehen. Alles egal. Wer hier liest, tut es auf eigene Gefahr, und wer Kommentare dazu einstellt, erst recht.
Ich empfehle, über die Bedeutung der Worte “Vergleich” und “Gleichsetzung” und ihre Verwendung in der Kategorie “Glosse” zu reflektieren.
Zur Beruhigung: auch ich vermag nicht, über jeden Witz zu lachen. Und hier blieb es mir ob der offensichtlichen Parallelen im Halse stecken. Das nehme ich zum Anlass, über die Gründe und Ursachen für diese offensichtliche Kongruenz der (in einem Fall hypothetischen) Reden nachzudenken, anstatt über die Unschicklichkeit einer solchen Glosse zu lamentieren. Und dabei wird mir dann wirklich schlecht.
@janfrie
Na ja – ich bin ja immer dafür, so etwas zu “enthysterisieren” ;-)
Anders als die “harten Rechten” vergleiche ich ja gar nicht und setze schon gar nicht gleich – ich verwende nur einen sehr provokanten Ansatz, um Obamas “AFPAK-Surge” mal in ein anderes Licht zu rücken und damit die ganze Afghanistan-Diskussion ein wenig zu hinterfragen.
Das würde sicher weniger polarisieren. Aber manchmal liebe ich auch die gewollte Polarisierung, den Krawall. Das mach für mich ja auch ein Blog aus. Hier gibt es keine Werbekunden mit Mitspracherecht, hier gibt es keine Ressortleiter oder Chefredakteure. Hier kann ich auch mal krawallig sein. Das dies vielen Lesern nicht gefällt, ist mir klar ;-)
@armin
Na ja – wenn R_Winter direkt fordert, ich solle nur “ernste” Sachen schreiben, dann kann ich dazu doch Stellung nehmen.
Ich kenne ja diese Form von Kritik und finde sie auch gar nicht problematisch. Ich haue hier meist vier Artikel pro Woche raus – da bleibt doch auch Platz für alternative Konzepte. Ich will mich auch nicht selbst einengen – und Forderungen, ich solle mich auf eine publizistische Form einengen, finde ich immer ein wenig seltsam.
Fasst den SF doch als Blumenstrauß auf. Neben den Rosen, gibt es auch Nelken und Astern – wenn Astern nicht jedermanns Geschmack sind … so what? ;-)
Aber natürlich!!! Als ich den Artikel schrieb, wusste ich schon, dass ich mindestens(!) 10 Kommentar von empörten Lesern bekomme, die mich nie und nimmernicht mehr lesen wollen. OK, kein Problem. Das kenne ich schon von vergangenen Artikeln, bei denen ich vorher weiß, dass ich – auch polemisch – gegen die Mainstreammeinung meiner Leser Stellung nehme.
Ein Blog muss aber frei sein – auch frei von Anbiederungen an die Leser! Ich provziere gern – auch meine Leser ;-)
Ich habe den Sinn (oder Unsinn) des Textes – der kein(!!!) Vergleich ist – mehrfach erklärt. Wenn er den ein oder anderen Leser zum Nachdenken gebracht hat, hat er sein Ziel erreicht.
Das ist kein Problem – man kann nicht alles so schreiben, das jeder es gut findet. Und das diese provkante Glosse polarisiert, war mir von Anfang an klar.
Der Sturm der Entrüstung, den meine Pro-Raucher-Glossen ausgelöst haben, ist hingegen ausgeblieben. Schade ;-)
“Wenn du es schon vor einem Jahr wusstest, wieso echauffierst du dich jetzt dermaßen?”
Weil der Großteil der Medien noch immer an Obamas Lippen hängt.
Und weil die Medien schon vorher hätten wissen können, was da auf sie zukommt. (Obama hat bspw. schon in der Bush-Ära für Truppenaufstockung/-finanzierung gestimmt, und trotzdem wurde er zum “Friedensengel” hochsterilisiert;-))
Ich meine, tut mir leid, aber wer FED-Loser Timothy Geithner (ein Kissinger-Protegé) und ähnliche Figuren in sein Kabinett beruft, der muss doch nicht mehr alle Tassen im Schrank haben oder die Leute für selten dämlich halten. Was kommt als nächstes? Dass die deutsche Bundeskanzlerin Wolfgang Schäuble zum Finanzminister macht?! (oh…äh…*g*)
“Im Westen nichts neues ? Politik war schon immer ein sehr dreckiges Geschäft.”
Mit solchen Sätzen kann sich Obama seine Hände in Unschuld waschen, denn schuld ist ja das große Mysterium “die Politik” und nicht der Amtsinhaber oder seine Zuträger. Man könnte dasselbe Spielchen auch bei Merkel machen. “Politik ist halt ein dreckiges Geschäft”…nee, sorry, sowas ist mir echt zu doof. Damit spielst du den Machtinhabern in die Karten.
“Obama oder wer auch immer kann daran nicht sonderlich viel ändern,”
T.I.N.A.? No way!
“Vielleicht klappt?s bei ihm zumindest halbwegs mit einheimischer Gesundheitsversorgung ? ist auch was gutes.”
Die einheimische Gesundheitsversorgung ist doch auch nur wegen den “Kosten” angegangen worden und nicht aus – so wie es in erster Linie hätte sein sollen – humanitären / sozialen Gründen. Im Vordergrund standen / stehen die Kosten. In der Hinsicht ist Obama nicht viel weniger pervers als seine Vorgänger bzw. die gesamte Wall-Street-Chicago-Boy-Elite. (was natürlich nicht heißen soll, dass ich mich nicht für die US-Bürger freuen würde, sollte die Gesundheitsreform durchgehen)
Oder das hier, wo bleibt da der Aufschrei der internationalen Gemeinschaft?
—>
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665277,00.html
Bush hätte man schon längst als “Mörder” und “Wahnsinnigen” betitelt, einem Obama lässt man es aber durchgehen. Warum? Das ist doch sowas von paradox.
@Castorp
Du hast es schon richtig erkannt, dass er – wie auch jeder andere Ami-Präsident – nur eine aufpolierte Puppe auf Strippen wirklich Mächtigen ist, redest jedoch immer so, als ob er der Allmächtige sei und in seinem Handeln ganz frei wäre – veni, vidi, vici! Jeder, der ein Präsident in diesem Lande werden möchte, muss seine Seele spätestens zu den Vorwahlen verkaufen. Sonst hat er nicht die geringste Chance, sein Ziel zu erreichen. An wen, ist eine andere Frage – die Machtstrukturen sind nicht so absolut homogen und böse, aber bestimmten Einflüssen, wie z.B. der Waffenlobby, des Finanzadels oder der s.g. Finanzidustrie, kann sich definitiv keiner entziehen.
Versteh mich bitte nicht falsch. Ich will ihn weder reinwaschen noch irgendwie entschuldigen. Ich sage nur, dass Wut und Empörung sich immer aus einer Enttäuschung bzw. enttäuschter Hoffnung speisen.
Noch ein Mal. Du hast es verstanden, dass er kein Messias ist und dass es keinen geben wird, willst aber dieser rationalen Einsicht selber nicht glauben.
Wenn er jedoch Glück hat und dieses System noch in seiner Amtszeit richtig zusammenkracht, bekommt er noch eine gute Chance, die Welt und “sein” Land zum besseren zu verändern. Nicht Messias verändern die Welt zum Besseren, sondern Umwälzungen in der Geschichte machen Menschen zu Messias oder auch zu Bösewichten – je nach Veranlagung, persönlichen Präferenzen und Seilschaften. Nur aus dieser Sicht ist es nicht vollkommen egal, wer g’rade am Ruder ist. Die Chance, alles zu vermasseln und noch schlimmer zu machen, ist in extremen Lagen noch größer.
Nicht im Spöggl und schon gar nicht während seiner Amtszeit ;)
=============
Ach ja, noch eine kleine Bitte. Wenn du jemanden Konkret antwortest, dann schreib es auch bitte am Anfang. In dem linearen Forum ist nicht immer leicht z uerkennen, dass ein bestimmter Kommentar an dich gerichtet war. Und man liest nicht unbedingt alle Kommentare, um es nach Kontext zu erkennen.
In Berlin ist der Sportpalast übrigens abgerissen. Es gibt ja genügend andere Orte, wo Demagogie abgesondert werden kann.
http://www.craigmurray.org.uk/archives/2009/12/obama_is_wrong.html
ist doch klar,zuerst verschuldet und ruiniert george bush das land,tränkt es mit blut des volkes.dann kommt der teuflische diener als der retter der nation.schade um den menschen der ihm verfallen ist.
ich selbst sagte damals er würde die wahlen gewinnen.was wurde weiß jeder.
ich sagte auch,er als präsident bedeutet nichts gutes für die welt.was gerade läuft,wissen wenige.
die füchse aus allen bauten hörten das gebrüll des löwen.nun helfen sie ihm den tisch zu decken und am ende werden sie selbst verspeist.
Diese Schmiererei bettelt gradezu um den Godwin-Smilie den sie auf somethingawful haben…