Blutgeld aus Berlin
geschrieben am 08. Dezember 2009 von Spiegelfechter
Die Bundesregierung will den Hinterbliebenen des Luftangriffs von Kundus angeblich drei Millionen Euro Schadensersatz zahlen ? 16.850 Euro pro getöteten Afghanen*, weniger als die Reparatur einer defekten Panzerkette. Was ist ein Menschenleben eigentlich wert? Unendlich viel, der Wert eines Menschenlebens lässt sich nicht in barer Münze aufwiegen. Diese ethisch vollkommen korrekte Aussage nutzt den Hinterbliebenen von Gewalttaten aber nichts. Um diejenigen, die ein Menschenleben grob fahrlässig oder gar vorsätzlich ausgelöscht haben, auch materiell haftbar zu machen, ist es daher unumgänglich, Schadensersatzzahlungen zu beziffern. Dies gilt besonders für das Militär. Da in einem Krieg immer auch unschuldige Zivilisten ums Leben kommen, müssen sich im internationalen Recht endlich verbindliche Standards durchsetzen, wie die Hinterbliebenen von unschuldigen Opfern der Militärs entschädigt werden sollen. Der Status Quo gleicht nämlich eher einer Mischung aus Zynismus und Anmaßung ? der Wert eines Menschenlebens wird vor allem aus dem Gesichtspunkt der Public Relations bemessen.
Die Pekuniarisierung menschlichen Lebens
Würde man eine Leiche in Einzelteile zerlegen und diese verkaufen, so käme man auf einen Erlös von maximal 250.000 US-Dollar. Doch der ökonomische Wert eines Menschen bemisst sich in unserer Gesellschaft vor allem an dessem Alter und dessem gesellschaftlicher Stellung. So werden von amerikanischen Gerichten für getötete Studenten zwischen einer und 15 Millionen US-Dollar Schadensersatz verhängt, während für tote Manager zwischen fünf und 30 Millionen US-Dollar fällig werden. Männer sind demnach wertvoller als Frauen, Junge wertvoller als Alte. Interne Kalkulationen des amerikanischen Verkehrsministeriums aus dem Jahre 1994 beziffern den Wert eines Menschenlebens mit 2,6 Millionen US-Dollar. Der Bau einer fünf Millionen US-Dollar teuren Tangente “lohnt” sich also ökonomisch bereits dann, wenn im Amortisationszeitraum statistisch zwei Todesopfer weniger zu beklagen sind.
Außenseiter Deutschland, Goldmine USA
Anders als in nahezu allen anderen OECD-Staaten gibt es in Deutschland im Normalfall kein Schmerzensgeld für Hinterbliebene. Deutsche Gerichte sehen in dem Tod ein finales Ereignis, das kein Leid ist. Wenn ein Unfallopfer sofort an der Unfallstelle stirbt, so muss die Haftpflichtversicherung des Schuldigen allenfalls für eine “standesgemäße Beerdigung” des Unfallopfers aufkommen. Jede Beule im Lack eines Autos ist in Deutschland mehr wert als ein Menschenleben.
Jeder Mensch ist gleich, aber nicht gleich viel wert ? diesen Schluss lässt zumindest ein Vergleich vergangener Schadensersatzzahlungen zu. Vor allem amerikanische Gerichte geizen nicht, wenn die Opfer Amerikaner und die Täter sinistere Gestalten im Ausland sind. So wurde einem Amerikaner, der bei einem vermeintlichen PLO-Attentat an der Hand verletzt wurde, von einem US-Gericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 48 Millionen US-Dollar zugesprochen. Die Familie Bin Laden wurde von Angehörigen der 9/11-Opfer sogar auf stolze 116 Mrd. US-Dollar Schadensersatz verklagt. Die astronomischen Summen aus den USA haben einen simplen Grund ? nach US-Recht beinhaltet das Maß des Schadensersatzes und des Schmerzensgeldes auch immer eine abschreckende Wirkung. Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass sich Terroristen von drohenden Schadensersatzforderungen von ihrem blutigen Handwerk abschrecken lassen. Das amerikanische Militär hat es da besser als die Gegenseite ? zivile Opfer des Militärs werden meist nach ihrer Herkunft bewertet, und in Gegenden, in denen das US-Militär Kollateralschäden mit einem Achselzucken in Kauf nimmt, steht der Wert menschlichen Lebens nicht eben hoch im Kurs.
Teure Europäer, billige Afghanen
Als der Pilot eines amerikanisches Kampfflugzeugs 1998 im Tiefflug in eine Seilbahn im italienischen Cavalese flog und damit 20 Menschenleben auslöschte, war jedes dieser Leben dem amerikanischen Staat zwei Millionen US-Dollar wert. Die Nachkommen der drei jungen chinesischen Journalisten, die 1999 beim amerikanischen Bombardement der chinesischen Botschaft in Belgrad ums Leben kamen, erhielten vom amerikanischen Staat jeweils 150.000 US-Dollar Schmerzensgeld. Ein Italiener ist für die Amerikaner also so viel wert wie 13 Chinesen. Dabei stehen die Chinesen noch relativ hoch im Kurs. Die Angehörigen der 48 unschuldigen Todesopfer, die 2002 bei einem Luftangriff auf eine Hochzeitsfeier im afghanischen Uruzagan-Distrikt ums Leben kamen, wurden mit läppischen 200 US-Dollar pro Kopf entschädigt. Ein getöteter Italiener ist dem US-Militär demnach so viel wert wie 10.000 Afghanen. Der Preis eines “Kollateralschadens” richtet sich jedoch auch nach der öffentlichen Meinung. Je unbeliebter ein Krieg im Heimatland und je unappetitlicher die Umstände des Todesfalles sind, desto höher fallen die Entschädigungszahlungen aus.
Inflation an der Front
Im Irakkrieg galten 2.500 US-Dollar als maximaler Schadensersatz für die Angehörigen irakischer Zivilisten, die von GIs umgebracht wurden. Weitaus höhere Summen erhielten lediglich Opfer besonders delikater Todesfälle ? so wurden der Mutter eines Irakers, der von britischen Militärs zu Tode gefoltert wurde, immerhin 8.000 US-Dollar Schmerzens- oder besser Schweigegeld angeboten. Die durchschnittliche Summe pro getöteten Zivilisten bewegt sich allerdings weitaus niedriger. Im Monat nach der Invasion zahlte beispielsweise die 82nd Airborne Division 106.000 US-Dollar an 176 Kläger aus, knapp 600 US-Dollar pro Todesfall. Alleine im Jahre 2005 zahlte das US-Verteidigungsministerium 19 Millionen US-Dollar an Entschädigungszahlungen für getötete Iraker aus ? selbst bei 2.500 US-Dollar pro Kopf hieße dies, dass in einem Jahr 7.600 “Kollateralschäden” ums Leben kamen. In Afghanistan liegt der Wert eines afghanischen Opfers zwischen 1.000 und 2.000 US-Dollar, abhängig davon, ob die Kompensation direkt von den Amerikanern oder indirekt über die Zentralregierung in Kabul ausgezahlt wird. Für amerikanische Opfer gilt dieser Preis natürlich nicht ? die Nachkommen der “Helden”, die ihr Leben am Hindukusch für die Freiheit opfern, werden mit stolzen 400.000 US-Dollar entschädigt. Die Angehörigen von deutschen Soldaten, die ihr Leben im fernen Afghanistan aushauchen, sind da wesentlich schlechter gestellt. § 63a des Soldatenversorgungsgsetzes sieht eine “Heldenprämie” in Höhe von maximal 90.000 Euro vor ? 60.000 für Witwe und Kinder, 20.000 für die Eltern und immerhin noch 10.000 für Großeltern oder Enkel. Wenn die Wehrpflicht fällt, müssen diese Sätze allerdings wahrscheinlich nach oben korrigiert werden ? eine Marktlücke für die Versicherungsbranche.
Deutsche Opfer sind teurer
Als im Juli eine Afghanin mitsamt ihren zwei Kindern an einem Checkpoint bei Kundus von Bundeswehrsoldaten getötet wurde, zahlte die Bundeswehr, dpa zufolge, eine Kompensation in Höhe von 20.000 Euro. Anders als die US-Army, legt die Bundeswehr großen Wert darauf, dass die Höhe der Kompensationszahlungen nicht an die Öffentlichkeit gerät. Dies ist verständlich, denn einerseits könnte dies Opfer amerikanischer Militärs dazu veranlassen, ebenfalls “Bundeswehr-Tarife” einzufordern, andererseits kommen derlei makabre Kompensationszahlungen an der Heimatfront gar nicht gut an, werden sie doch ? zurecht ? als billiges Blutgeld interpretiert.
Deutschland befindet sich nach eigenem Bekunden nicht im Krieg ? nach deutscher Logik sind somit auch Ansprüche, die sich aus dem Kriegsvölkerrecht herleiten lassen, nicht einzuklagen. Dies ist allerdings für die Angehörigen nicht unbedingt ein Nachteil, wie der unwürdige Umgang deutscher Behörden mit den Opfern des Kosovo-Kriegs zeigt. Die Opfer des NATO-Bombardements einer Brücke nahe der serbischen Ortschaft Varvarin im Jahre 1999, scheiterten sieben Jahre später mit ihrer Klage vor dem Bundesgerichtshof. Die Richter stellten in ihrer Entscheidung fest, dass Entschädigungen für Privatpersonen nach dem Kriegsvölkerrecht nicht möglich wären, da Entschädigungen für Kriegsopfer Sache bilateraler Verträge seien. Dieser Entscheid wurde damals schon von Völkerrechtlern kritisiert, da er die deutsche Amtshaftung aushebelt, die die Entschädigung von Opfern staatlicher Gewalt regelt. Wenn die Bundeswehr aber keinen Krieg führt, sondern lediglich bewaffnete Aufbauhilfe leistet, dann kann folglich auch nicht das Kriegsvölkerrecht gelten und die Ansprüche der Bundeswehropfer unterliegen dem Amtshaftungsrecht.
Das Massaker von Kundus
Der Bremer Anwalt Karim Popal, der die Opfer des Massakers von Kundus vertritt, weiß genau, auf welch tönernen Füßen die rechtliche Position der Bundeswehr steht. Seine Drohung, die Bundesrepublik vor dem Internationalen Gerichtshof auf Schadensersatz zu verklagen, wurde in Berlin nur allzu genau verstanden. Nun spricht die Presse von einer Gesamtentschädigung in Höhe von 3 Millionen Euro, die den Opfern zugutekommen soll. Dies sind 16.850 Euro für jedes der 178 zivilen Opfer, der Gegenwert eines VW-Golfs – Peanuts für das Verteidigungsministerium, das im letzten Jahr 360.000 Euro ausgegeben hat, um das Camp in Kundus von mongolischen Rennmäusen zu befreien. Die Flurschäden, die deutsche Panzer früher Jahr für Jahr bei Manövern in der Lüneburger Heide angerichtet haben, waren um einiges höher. Aber in Deutschland gibt es schließlich für jeden Sachschaden einen entsprechenden Katalog, und so kommt es, dass ein toter Afghane die Bundeswehr so teuer zu stehen kommt wie eine längere Buchsbaumhecke, die von einem unachtsamen Panzerfahrer überrollt wurde.
Alternativen
Für westliche Militärs sind Kompensationszahlungen keine relevante Größe. Sogar die Massenmorde der US-Army im Irak fallen in den gigantischen Budgets der Militärs kaum auf. Dabei würde gerade das amerikanische Rechtssystem eine Alternative bieten. Wenn ausgelöschte Menschenleben so teuer bezahlt werden müssten, dass die Vermeidung ziviler Opfer eine ernstzunehmende kalkulatorische Größe würde, müssten sich auch die Militärs mäßigen. Die zwei Millionen US-Dollar, die für jedes Opfer aus Cavalese gezahlt wurden, sind da eine ordentliche Richtgröße. Als Empfänger kämen natürlich nicht nur die Familien, sondern auch internationale Hilfsorganisationen in Frage. Eine Richtlinie, nach der die deutsche Regierung für das Massaker von Kundus eine Strafe von 350 Millionen Euro an die UNESCO überweisen müsste, wäre zumindest ein halbwegs gerechter Ausgleich für den materiellen und vor allem immateriellen Schaden, den deutsche Soldaten in Afghanistan angerichtet haben.
Doch Geld ist längst nicht alles. Die ganze Welt war ergriffen, als Bundeskanzler Willy Brandt mit einem Kniefall den Opfern des Warschauer Ghettos gedachte. Mit dieser löblichen Aktion drückte er Demut, Trauer und vor allem Aufrichtigkeit aus. Wäre es absurd, von Angela Merkel ebenfalls einen Kniefall vor einem noch zu errichtenden Mahnmal in Kundus zu erwarten? Wahrscheinlich ja, denn die Opfer der Bundesrepublik sind im öffentlichen Bewusstsein weniger wert, als die Opfer der Nationalsozialisten oder der DDR ? und dies nicht nur pekuniär. Es ist an der Zeit, umzudenken – spätere Generationen werden uns an unseren Taten messen.
* nach NATO-Zahlen
Jens Berger


Ich finde diesen Beitrag ziemlich abstoßend
@shd
Nicht dieser Beitrag, sondern die Realität ist abstoßend
“Ökonomischer Wert eines Menschen”. Das kling wirklich pervers.
Aber leider existiert diese Perversität.
“Wenn ausgelöschte Menschenleben so teuer bezahlt werden müssten, dass die Vermeidung ziviler Opfer eine ernstzunehmende kalkulatorische Größe würde, müssten sich auch die Militärs mäßigen.”
Ich frage mich auch gerade, ob tatsächlich die Welt oder nur Du so zynisch denkt. Ich mein: glaubst Du wirklich, dass das Militär, egal welches, nicht von selbst dazu motiviert ist, keine zivilen Opfer zu produzieren. Allein weil auch das Menschen sind? Oder dass sich dieser Umstand durch entsprechende Passiva in der Generalstaabsbilanzierung verbessern ließe? Der Finanzminister als höchste Ethikinstanz?
Vielleicht bin ich ja naiv, aber mit so einem Menschenbild würden ich 50 cent pro Leben noch als zu hoch einschätzen.
Ich finde einiges was in der Welt heutzutage geschieht abstossend. Abstossender allerdings finde ich aus dieser Begründung heraus etwas zu verschweigen. Schliesslich geht es hier um Krieg, und zwar um Krieg “Übersoldat gegen Lanzenträger” um es mal etwas zu überspitzen. Das ist an sich schon abstossend genug.
200 Euro für ein Menschenleben…DAS ist abstossend!
Aber wenn ich das ganze mal aus dem Standpunkt der Verantwortlichen überlege komme ich zu dem unschönen Schluss, das hier niemals grosse Summen fliessen dürfen. Denn schliesslich sind diese Kriege ja alle Befreiungskriege, in denen die leidende Bevölkerung vom eigenen unterdrückerischen Regime einer bösen Diktatur befreit werden muss. Wenn da für einen Kollateralschaden auf einmal 1 Millionen $ an die hinterbliebene Ehefrau gezahlt werden, dann wird das Geld doch sofort von dem bösen Regime beschlagnahmt und in die Bewaffnung der Widerstandskämpfer gesteckt. Dem bösen Regime wird es also grade Recht sein und es wird noch mehr die Zivilisten an die Panzer ketten in der Hoffnung das Militärbudget aufzustocken.
Irgendwie erinnert mich dieser Artikel an ein Video von Pispers, welches ich zufälligerweise grad gestern gesehen habe – ist aber schon älter. =)
Gibt es denn keine Möglichkeit hier ein perverses Geschäftsmodell aufzubauen? Eine ausländische Versicherung z.B. in den USA, die auch Menschen in anderen Ländern für “besondere Fälle” auf hohe Summen versichert, das ganze zu einem relativ humanen Preis – auf das Aufenthaltsland des Versicherten bezogen – und dann im Todesfall springt diese Versicherung ein, kassiert dann ordentlich ab, aber für die Hinterbliebenen bleiben im Schnitt immer noch hundert mal mehr über als sonst? Dann hätte man auch gleich U.S.Gerichtsstand. =)
(ach ja, )
gruselig.
Danke für den Beitrag!
Wirklich harter, aber guter Artikel. Mich hats beim Lesen geschuettelt und ich glaube fest, das gerade die amerikanischen Militaers, denen bei der Ausbildung saemtliche Sicherungen rausgedreht werden, signifikant weniger Koleteralschaeden produzieren wuerden, wenn es verbindlich hohe Entschaedigungen fuer Familien von Zivilopfer geben wuerde. Btw: Wenn eine Famile Millionen an Entschaedigungen bekommen wuerde, wuerde das Geld ganz sicher nicht im Land bleiben.
Der Zynissmus, den dein Artikel wiederspiegelt, erschuettert mich sehr! Aber das macht Imho einen guten Artikel aus!
[in gedenken an kurt]
@Spiegelfechter
Ich kann dem Artikel teilweise zustimmen, allerdings finde ich dass Du ein wichtiges Thema ignorierst: die Bestrafung der verantwortlichen Soldaten.
Da hat ja zum Beispiel Herr von Guttenberg sehr gute Arbeit geleistet als er bevor im alle Informationen vorlagen gleich mal festgestellt hat dass die Bundeswehr da keinerlei Schuld trifft.
Deutlich zynischer als die von Dir genannten Beträge finde ich es dass westliche Armeen hier nach dem Motto “Oops, jetz haben wir nen Zivilisten erschossen, hol mal die Brieftasche, nicht dass die Familie noch wuetend wird” vorgehen. Schadensersatz kann bei der Widergutmachung ziviler Opfer eine Rolle spielen, man darf sich aber nicht darauf beschränken. Das “Freikaufen” der Soldaten von jeder Verantwortung kann wirklich nicht die Lösung sein.
Deswegen sollten wir auch darueber nachdenken wie die Rechtssprechung im Kriegsfall aussehen sollte. Ein Beitrag dazu hätte dem Artikel gutgetan.
Davon abgesehen fande ich es aber gut mal die Marktpreise fuer getötete Zivilisten zu vergleichen, das ist zwar etwas abstossend aber durchaus informativ.
@shd
“Ich finde diesen Beitrag ziemlich abstoßend”
Und ich finde Ihren ziemlich peinlich. Sie haben nix verstanden. Weder unsere Gesellschaft, noch den Text.
@Jens Berger
Merkel auf den Knien: Nein, nein nein. Das kann auch der Phantasiebegabteste unter Ihren Lesern nicht visualisieren. Und das nicht, weil die Afghanen weniger wert sind als die Juden. Sondern weil’s Angela Merkel ist.
@mspro
Ich weiß nicht, ob es so fürchterlich zynisch ist, vorhandene Strukturen bei Organisationsabläufen zu analysieren. Es ist nun einmal leider Fakt, dass besondere Sicherheitsmechanismen nur dann eingeführt werden, wenn sie für dringlich gehalten werden. In unserer Welt – so traurig das auch ist – gehört neben einer schlechten Presse auch und vor allem das Geld zu solchen Dringlichkeiten.
Nein, ganz sicher nicht. Kollateralschäden sollen zwar minimiert, aber nicht ausgeschlossen werden. Das wäre wohl beim Kriegshandwerk auch nicht möglich. Die Illusion der chirurgischen Kriegsführung war nie mehr als PR.
@harey
Stimmt, das habe ich raus gelassen. Sogar im Fall Cavalese kam der Pilot mit einem Freispruch davon, obwohl er die zulässige Mindestflughöhe unterschritten hatte.
wenn nicht so traurig wäre, würde ich glatt sagen, selten so gelacht…
NEIN, ich würde sogar sagen, kein Militär, egal welches, ist von selbst motiviert, keine zivilen Opfer zu produzieren. Schönes Verb übrigens, ‘produzieren’…
Hm rechnen….
http://www.care.de/pressemitteilung-archiv-einzel+M5f6733fb6a4.html
“Ohne ausreichende Mittel von internationalen Gebern, so die Studie, sei der Kampf der afghanischen Regierung gegen das Opium praktisch aussichtslos. Der durchschnittliche Jahresverdienst eines Mohnbauers betrage 2.520 US-Dollar, der anderer Kleinbauern lediglich 670 Dollar. Ein Hilfsarbeiter verdiene im Schnitt täglich 6,77 Dollar für die Opiumernte, in der Weizenernte dagegen nur 3,01 Dollar. ”
16850(bw schadensersatz )/ 1710.21(super jahresverdienst in Afghanistan) = 9.85256943
Fast 10 jahre lohn…
In Mitteleuropa, wo das Privatstrafrecht für Kapitaldelikte vor 900 Jahren weitgehend durch das staatliche Strafrecht ersetzt wurde (kein Gewinn für die Humanität), mag die Zahlung von Blutgeld befremden. In Afghanistan wird sie erwartet. Mit Verweis auf europäische Rechtsvorstellungen für eine Tat in Afghanistan gegen Afghanen kein Blutgeld zu zahlen, wäre nicht nur politisch unklug, sondern weises Herrenmenschentum aus dem vorletzten Jahrhundert. Die negative Konnotation von Blutgeld im Artikel ist also verfehlt.
Die Blutgeldzahlung soll das Vergeltungs- und Schadensersatzbedürfnis der Angehörigen befriedigen. Zu niedrig ist die Zahlung dager nur, wenn die Angehörigen mit der Summe unzufrieden sind. Darüber weißt du aber nichts.
Es ist idiotisch, eine andere Kultur am Maßstab der eigenen zu Messen. Blutgeld – find ich gut.
@egal
Ja, super dieses Blutgeld. Ein vollkommen neues Spielfeld für die Großwildjagd. Die Abschussprämien (oder soll ich da auch Blutgeld sagen) für Löwen und Elefanten sind um einiges höher. Ein Afghane ist der eher der Kategorie “Zwölfender”.
3 Millionen Dollar Blutgeld zahlt Deutschland – Wieviel Waffen und Sprengstoff können die Mudjaheddin dafür kaufen und damit Deutsche Soldaten töten…
Zynisch ausgedrückt sind die USA da rationaler: Gezahlt wird Blutgeld nur in Höhe des lokalen üblichen Existenzminimums für die Witwe (Millionen in Italien, ein paar Hundert Dollar in Afghanistan), folglich bleibt kein “Mehrwert” der für Sprengstoffkauf verwendet werden kann.
Karl Marx hat es bereits erkannt: Mehrwert ist die Ursache des Übels.
Kleine Korrektur eines (Tipp-)Fehlers:
Cavalese war 1998, nicht 1988 ;)
(Sonst wäre ich zu jung gewesen, um vor dem Unglück noch mit der Seilbahn gefahren zu sein.)
@hyde
Ja klar – danke für den Hinweis
Spiegelfechter, auch wenn Du Dir redlich Mühe gibts, die Kategorie “Wert eines Menschenleben” ins Lächerliche zu ziehen, die eine oder andere Redewendung zeigt, dass das im Kopf fester verankert ist, als Du (man, ich) wünschen würdest.
@momen
Es wird gedacht, das heißt noch lange nicht, dass es existiert.
Meiner Meinung nach zeigt schon allein die Bezeichnung Wert eines Menschen, dass die Entmenschlichung unserer Gesellschaft weit vorangeschritten ist und, dass es Zeit ist, dass wir uns von einer durchökonomisierten Existenz trennen. Ich übe mich darin, diese Kategorien aus meinem Kopf zu bekommen, beschäftige mich mit gesellschaftlichen Alternativen, die den Begriff Wert (Worth, im Gegensatz zu Value) zu seinen Wurzeln zurückführen könnten. Nein, gefunden hab ich bislang nichts, ich kann das sicher auch nicht allein und ich fühle mich zu Zeiten einsam dabei.
@memoon ” ich fühle mich zu Zeiten einsam dabei.”
Ich fühle mich noch einsamer. Ich beschäftige mich gerade mit der Frage.
WER SCHUF GOTT?
Ein toller Beitrag, vielen Dank dafür.
Wär natürlich schön wenn sich die verantwortlichen Politiker diese Zeilen durchlesen und zu Herzen nehmen würden aber es hat wohl einen Grund warum Politiker zu den unbeliebtesten Menschen hierzulande gelten – schlimmer sind nur noch die Manager.
“…Der Bremer Anwalt Karim Popal, der die Opfer des Massakers von Kundus vertritt, weiß genau, auf welch tönernen Füßen die rechtliche Position der Bundeswehr steht. Seine Drohung, die Bundesrepublik vor dem Internationalen Gerichtshof auf Schadensersatz zu verklagen, wurde in Berlin nur allzu genau verstanden…”
Da haben Sie Recht. Hier handelt es sich um einen Angriffskrieg und eine militärische Besatzung. Daran ändert nichts, dass die Soldaten ab und zu Süssigkeiten an den Kindern verteilen. Seit Nürnberg werden die Ranghöchsten dafür erhängt. Bei den US-Amerikaners gilt hier die “command responsibility”, s.
“…After World War II, the United States put Japanese general Tomoyuki Yamashita, the so-called Tiger of Malaya and subsequently commander of Japanese forces in the Philippines, on trial. A U.S. war crimes tribunal found that he had failed to uphold “command responsibility” for his troops, who had massacred thousands of innocent civilians in Manila in early 1945, even though the defense established that he had no knowledge of the crimes. Because Yamashita was tried by a military court, he appealed his case directly to the U.S. Supreme Court, which upheld his conviction by a vote of 5 to 3, thereby establishing the doctrine of command responsibility in American law…” (Chalmers Jonhnson, Nemesis)
übrigens: “…Ein Staat, der sich – aus welchen Gründen auch immer – ohne einen solchen Rechtfertigungsgrund über das völkerrechtliche Gewaltverbot der UN-Charta hinwegsetzt und zur militärischen Gewalt greift, handelt völkerrechtswidrig. Er begeht eine militärische Aggression”. (…) Und – so das Gericht weiter mit Blick auf die deutschen Unterstützungsleistungen für die US-Aggression am Golf: “Eine Beihilfe zu einem völkerrechtlichen Delikt ist selbst ein völkerrechtliches Delikt.” (…) Darüber hinaus legen die Bundesverwaltungsrichter konzis die Bestimmungen des V. Haager Abkommens von 1907 dar, das die Neutralitätspflicht eines nicht an einem bewaffneten Konflikt beteiligten Staates kodifiziert. Das in der Debatte um den Irak-Krieg kaum je erwähnte völkerrechtliche Abkommen, das 1992 Eingang in die vom Bundesverteidigungsminister erlassene Zentrale Dienstvorschrift 15/2 gefunden hat, birgt Implikationen, die im Rückblick auf das Jahr 2003 nachgerade atemberaubend erscheinen: Danach hätte sich die Bundesrepublik allenfalls auf der Seite des Opfers – also des Iraks – an dem militärischen Konflikt beteiligen dürfen, keinesfalls an der Seite des Aggressors USA. Da sie dies nicht getan hat, war sie zur Neutralität verpflichtet und durfte auf ihrem Territorium keine der Konfliktparteien unterstützen…”
http://www.freitag.de/datenbank/freitag/2005/41/brisante-urteilsbegruendung/print
Nö.
Wenn Sie lustig oder moralisch sein wollen, werden Sie schlecht.
(Ansonsten sind sie sehr gut.)
Die Logik ist folgende:
In diesem Kriege verteidigen wir unsere Freiheit und unser Leben. Diese Kinder sind gestorben, weil wir zu dieser äußersten Entscheidung gezwungen wurden, um die Freiheit unserer Kinder und das Leben unserer Kinder zu verteidigen, oder, vielleicht, um die Freiheit und das Leben aller afghanischen Kinder zu verteidigen.
Tun wir das nicht?
Ja, dann… dann ist dieser Krieg ein Verbrechen. Und man sollte Verbrechen als Verbrechen bloßstellen, nicht versuchen, sie besser und menschlicher aussehen zu lassen.
Werden die Traktoren und evtl Lasttiere/zivile Fahrzeuge auch ersetzt? Wenn ja, sind die Trecker/Viehpreise in den 3 Mio drin? Das gäbe noch weniger Schadenersatz für die Opfer.
Trauriger, aber wichtiger und gut recherchierter Artikel.
Wer diesen Artikel abstoßend findet, der straft wohl den Überbringer der schlechten Nachricht.
Vielen Dank.
“dessem” gibbet nicht. Das scheint mir eine lustige Kontamination aus “dessen” und “seinem” zu sein. Das nur als Randbemerkung, den Artikel finde ich gut. Außerdem habe ich keinen Rotstift dabei und – man ist ja kein Pedant.
@Mark
Und bleiben die Täter bei Verbrechen zivilrechtlich außen vor?
Unangenehmer, aber nicht uninteressanter Artikel, der zum Grübeln anregt.
Eine 100%ige “Fairness” wird es wohl in dieser Sache nicht geben können. Will man Angehörige ziviler Opfer irgendwie zumindest ein wenig entschädigen, kann man es nun mal nur über Geld machen. Ein Problem dabei ist, dass die Angreifer dabei ihre eigenen Richter sind, aber anders ist es leider praktisch unmöglich. Die Aufrechnung in absoluten Beträgen finde ich eher unpassend. Im Idealfall müsste die Summe für die Geschädigten einige Jahresgehälter betragen und gleichzeitig der Täterseite schmerzen, aber auch dies ist nicht wirklich möglich.
Mit Vergleichen zwischen Vorfällen in “asymetrischen” Kriegen wie Afghanistan oder Irak mit anderen Vorfällen sollte man vorsichtig sein. Es ist manchmal schwer zu bewerten wer Zivilist ist und wer nicht. Mich würde hierbei mal interessieren wie man im Falle des Tankwagendramas mit dieser Frage umging. Wie hat man überhaupt herausgefunden, welches die Familien der Opfer sind, die zwar am Tankwagen waren, aber sich nicht mit den Taliban solidarisieren? Es gibt sicherlich kein verlässliches Melderegister in Afghanistan. Wahrscheinlich hat sich einfach das ganze Dorf einen Anwalt genommen und es wird wild nach dem Gieskannenprinzip verteilt. Macht ja nix, es geht ja eh nur um Beschwichtigung und Imagepflege, nicht um persönliche Entschädigung.
Die Idee mit dem Kniefall in Kunduz finde ich interessant, aber wenn bei jedem größeren Unglück irgendein Staatsüberhaupt vor einem Denkmal auf die Knie fällt, dann würde sich die Geste schnell abnutzen und wertlos werden.
Eine Verbesserung gegenüber den anderen kürzlichen Machwerken – trotzdem: Für die relativ banale – weil selbstverständliche- Aussage, dass man ein Menschenleben nicht pekuniär aufwiegen kann, ist der Artikel unnötig langatmig und aufgeblasen.
Danke für den unpassenden Vergleich Warschau mit Kundus. Da liegen ja wohl Welten zwischen und das nicht, weil es um Europäer oder Afghanen geht.
Und mit dem Blutgeld – sollte man lieber nichts zahlen? Ich bin auch generell gegen Krieg, aber es wird ja nicht dadurch besser, dass man die Tatsachen verkennt. Selbstverständlich ist ein Menschenleben nicht durch Geld zu ersetzen, aber diese Aussage trägt nicht zur Klärung der Frage bei, was man nach dem Tod eines Menschen im Krieg machen soll.
Sehr geehrter Herr Berger,
ich gratuliere Ihnen herzlichst zu diesem vortrefflichen Pamphlet, das sich nicht verstecken braucht vor der Wirklichkeit die es skizziert. Bemerkenswert Ihre Bebilderung und die Leichtigkeit Ihrer Vergleiche, gelungen ganz und gar und überhaupt nicht zynisch, wie es Ihnen so manche rotweinsauren Intellektuellen unberechtigterweise unterzujubeln suchen. Kompliment zu dieser Auf- und Gegenüberstellung wie sie im Militärischen normal ist. So funktioniert militärische Logik, die ist nicht lyrisch, die ist kühl. Das haben Sie schön herausgearbeitet. Heldenprämien und Herdprämien erscheinen mir in diesem Zusammenhang verwandt, ergibt sich doch eine rentable Doppelsubvention für die zurückgebliebene Mutti an der Heimatfront. Da schmeichelt es mit feuchter Zunge das Gewissen die Ehre und die Potenz der Soldaten, die unser Leben für die gute Sache verteidigen. Verzeihen Sie mir ergebenst meinen Ausrutscher ins Kabarett. Kompliment für Sie, das ist nicht zynisch und nicht ironisch sondern aufrichtig.
Ergebenst
K.
In diesem Artikel wird die uneingeschränkte-zynische Welt beschrieben.
Wollen wir das oder nicht, aber so sieht unsere reale Welt aus.
Die Russen haben mal in einem afghanischen Dorf (Kischlak) mit einem BMP (gepanzertes Fahrzeug – bojewaja maschina pechoty) ein kleines Kind überfahren.
Ihre Schuld haben sie mit 20 Kisten Limonade und Mineralwasser getilgt.
So viel war der Familie das Leben ihres Kindes wert.
Ich bin der Meinung, daß die BW diese Familien entschädigen soll, nicht nur aus moralischer Sicht (sie ist den Afghanen absolut egal), sondern weil das Rachegesetz noch keiner abgeschaft hat.
http://www.opednews.com/articles/United-States-of-America–by-Richard-Clark-091201-974.html
@Spiegelfechter
Na, noch immer 9/11-Truth-Hasser?
http://infoblogmedia.wordpress.com/911/
Schau Dir mal die Seite an. Eine der umfangreichsten Zusammenstellungen zum Thema im deutschen Sprachraum.
Frag jetzt nicht was 9/11 mit dem Bundeswehr-Bombardement zu tun hat. Das solltest Du wissen.
@Dominik
Du hättest den Artikel lesen sollen ;-)
@34 Leonard
Ich denke nicht, dass es so “irrelevant” ist, denn schließlich zahlen ich, Du und alle anderen Leute in Deutschland das Blutgeld aus. Und dass es kein global gültiges “Entschädigungsgeld” gibt, ggf. orientiert an der Höhe der jeweiligen Lebenshaltungskosten, zeigt doch sehr deutlich, dass es “wertvolle” und “weniger wertvolle” Menschen gibt, deren “Wert” unter anderem an ihrer Nationalität gemessen wird.
Genau genommen ist es sogar hochgradig unfair, dass ausgerechnet Deutschland so viel für tote Afghanen zahlen muss, wenn z.B. andere Länder wie die USA die Getöteten für viel günstigere Tarife bekommen.
Zynisch?
Nein, ich denke, dass es viel eher Zynismus wäre, wenn diese Menschenverachtenden Prinzipien nicht erkannt und angesprochen werden würden. Genau das hat dieser Artikel meines Erachtens getan und meiner Meinung nach auch recht kompetent – aber leider als absolute Ausnahme in unserer Medienwelt.
Aber man kann sich natürlich wie Du auf ein ethisches Podest stellen, das kein Fundament hat und eine Ethik skandieren, die es in der Realität nicht gibt.
@ Truvor: selten soviel Arroganz und Überheblichkeit in so wenigen Zeilen gesehen.
@alle: Auch interessant dazu: http://www.zeit.de/2009/45/Willemsen-Groos-45
Wer sagt, ein Menschenleben sei unbezahlbar, sagt gleichzeitig auch, dass Opfer keine Entschädigung erhalten können. Natürlich muss es eine Berechnungsgrundlage geben, natürlich hat jedes Leben – nicht nur Bäume, Eulen oder Problembären – einen ökonomischen Wert. Das gilt für Unfallopfer ebenso wie für Opfer von Kriminalität oder Krieg. Und bevor jemand da etwas Falsches denkt: Mir wäre es auch lieber, es gäbe keinen Krieg, keine Kriminalität, keine Unfälle.
Eine Grundlage, um Schadenersatz zu berechnen, ist die noch zu erwartende Lebensleistung bezogen auf das Land, in dem jemand voraussichtlich den Rest seines Lebens verbracht hätte [bzw. der bisherige Lebensstil und die typischen Lebenshaltungskosten]. Es mag einem gegen das gesunde Empfinden gehen, aber ein 45-jähriger US Amerikaner der gehobenen Mittelschicht, sagen wir, ein Banker, wird bis zu seinem zu erwartenden Lebensende eine höhere Summe für seine Familie erwirtschaften als ein afghanischer Ziegenhirte*. Relativ gesehen sollten die Zahlen allerdings vergleichbar sein.
Für die Hinterbliebenen der zivilen Opfer des Luftangriffs nahe Kunduz muss selbstverständlich gezahlt werden, und zwar angemessen. Da hilft pseudo-moralische Empörung nicht weiter, im Gegenteil, sie spricht den Opfern auch noch notwendige Überlebenshilfe ab. Schlimmer noch, spricht man ihnen kein einklagbares Recht auf Schadenersatz zu, erniedrigt man sie zu Bittstellern, denen wir Almosen zum Überleben geben. Immerhin fühlt sich der durchschnittlich Weihnachtsspender ind er deutschen Fußgängerzone dann besser. Denn er/sie erkauft sich günstig sein gutes Gewissen.
*Seht euch mal an, was der für den Kaschmir eures Schals bezahlt bekommt.
Was unterscheidet eigentlich die Frage nach dem ‘Wert eines Menschenlebens’ grundsätzlich von der Frage nach dem ‘Wert seiner Arbeitskraft’, also dem, was einem ‘gewöhnlichen’ Menschenleben zu seiner Aufrechterhaltung und Regeneration zugestanden wird…? Und warum sollte die erste Frage zynisch sein, wenn es die zweite nicht mindestens genauso ist?
Ich weiss trotzdem nicht was der Artikel mit der “Aufrechnung” soll?
“Kollateralschäden” gibt es täglich im Leben, mit oder ohne Terroristen, mit oder ohne uniformierte Kombatanten, mit oder ohne UNO Mandat.
Plötzlich sind es über 170 Zivilisten, obwohl am Tag danach nichts mehr zu sehen war da man nach islamischen Ritus die Toten bereits beerdigt hatte.
Gaaanz, gaaanz schnell…
Wer zahlt eigentlich für die umgekommen Soldaten?
Wer ist dafür verantwortlich, Ban Ki Moon? der NATO Boss?, oder doch eher die afghanische Regierung die ohne Schutz von aussen nicht überlebensfähig ist?
Ach ja, da wäre auch noch die afghanische Bevölkerung, denn ohne die könnten die Terroristen nicht so weitläufig operieren. Sie sind Teil der Bevölkerung.
Wie lautete der weise Spruch mal: “Deutschland wird am Hindukusch verteidigt”.
Blödsinn!
Wenn Karsai nicht mit seinen Warlords und Drogenbaronen und der daraus resultierenden korrupten Gesellschaft aufräumen kann (weil er Teil davon ist!), ist es besser die Nato zieht sich sofort zurück.
Wie wäre folgende “Schadens*”-Zahlung?
10 x durchschnittlicher Jahresverdienst bei Menschen, Neuanschaffungspreis bei Maschinen und Tieren.
Dazu kommen noch pro Todesfall 15 Mio in Aufbau- und Entwicklungshilfe zahlbar an eine Organisation, die die Geldmittel entsprechend verteilt.
Fehlt jetzt eigentlich nur jemand, der diese Zahlungen auch durchsetzt.
*Bitte nicht falsch verstehen.
Die Angehörigen von Opfern wollen in der Regel erst mal eines: Gerechtigkeit. Im echten Leben gibt es deshalb einen Gerichtsprozess und der Täter wird eine Weile weggesperrt. Beim Militär geht das nicht. Den Soldaten wird das Töten ja gezielt antrainiert und gerade diese Angriffe per Bomben/Raketen garantieren erst dieses Unbeteiligtsein am Massenmord. “Ach, das ist ja wie ein Videospiel, ich drück auf den Knopf und dann machts Bumm”. Soldaten sollen töten, deshalb bekommen sie die Tötungshemmung abtrainiert. Weil man aber Soldaten bei Berufsausübung nicht für die Ausübung ihres Berufes bestrafen will, zahlt man halt für die Kollateralschaden. Was für eine zynische Welt. Hier hast du 500 Euro, haben aus Versehen deine(n) Bruder/Schwester/Vater/Mutter/Kind erschossen.
Menschenleben zählen nichts, wenn sie auf der “falschen” Seite stehen.
Eigentlich sollte man unseren Bundestag/Kabinett und unseren Kriegsminister sowie die Bundeswehrführung vor Gericht stellen wegen Teilnahme an einem Angriffskrieg und dessen Duldung.
gruß
Ihr findet diesen Artikel hart …oO( ?? )
Wie denkt ihr denn dann erst über den Gedanken, den ich gerade hatte …oO( ?? )
…oO( Der Deutsche Bundestag schuldet der Welt 178 Tote. )
Sonst verbleibe ich heute mal bloß mit etwas Eigenwerbung:
http://cosmocroc.blogspot.com/2008/04/das-leben-meiner-grovter.html
… denn mehr fällt mir heute zu diesem Thema immernoch nicht ein.
Mann! Schade, daß ich ich geworden bin. Sonst hätte ich so eloquent denken können mögen wie Deine Artikel.
Danke auch für all die anderen Beiträge, zu denen ich mich nicht äußere, weil ich sie lieber verinnerliche.
Also, ich finde den Artikel sehr gut und aufklärend. Jedem MEnschen musste doch vorher schon klar sein, dass Menschen nicht alle “gleichwertig” sind. Es gibt beispielsweise schöne Kabarettbeiträge dazu von Volker Pispers und einen sehr aufklärenden Film genannt “Kriegsversprechen” in dem eben diese Informationen öffentlich gemacht werden. Jeder, der jetzt so tut, als hätte Spiegelfechter das Thema erfunden und ihn für seinen Zynismus abstraft, der sollte mal lieber in die Welt “da draußen” gucken, denn was dort geschieht, kann man teilweise schon nicht mehr nur mit dem Ausdruck “Zynismus” abstrafen. Das ist schon eher pervertiert und entbehrt der Prämisse, der “Mensch sei gleich und die Würde desselben unantastbar”.
Also, sehr guter Artikel, wenn man mich fragt.
@ noamik, #37
Was hast Du mit Arroganz und Überheblichkeit gemeint ?
Etwas ausführlicher bitte.
Die Selbstgerechtigkeit in den Kommentaren lässt mich erschaudern. Als ob jeder, der hier seinen Senf dazu beiträgt, DAS Patentrezept gegen Krieg und Terrorismus gefunden hat.
Dazu passt super dieser Artikel: http://bit.ly/4obt19
Bitte bis zum Ende lesen auch wenn er so manchem nicht behagen wird.
Ansonsten: Sehr gut recherchierter Artikel auch wenn mich die klassenkämpferische Anti-Imperialismus Rhetorik manchmal irritiert.
Man könnte nämlich bei beidseitiger Betrachtung auch mal fragen wer denn die Opfer von 09/11, Madrid oder London entschädigt. Sind das Kombattanten gewesen?
Sarkasmus an:
Also Osama, her mit den Öl und Drogendollars! Bezahl die tausenden getöteten Kinder, Enkel, und Eltern. Und überweise den Städten dann noch ein paar Millionen damit sie die Sachschäden wieder gutmachen können.
Ach nein ich habe ja vergessen das die alle selber schuld sind an ihrem Tod, was halten sie auch am Christentum/ der Freiheit oder der Gleichstellung fest. Schließlich müssen sie doch wissen, dass das anderen nicht gefällt.
Sarkasmus aus.
Ansonsten schliesse ich mich der Bewertung der “Neuen Osnabrücker Zeitung” an
: Die Entschädigung ist eine moralische Pflicht.
Es geht nicht um den Wert eines Lebens, sondern darum wie man Verantwortung für Fehler übernimmt.
Menschen machen nun mal Fehler, oder kann einer hier behaupten das er noch nie einen Fehler gemacht hat? Im zivilen Bereich gibt es dafür Versicherungen. Oder wie nennt man dann das Geld was den Opfern eines Unfalls gezahlt wird?
Man kann niemanden wiederbeleben aber man kann wenigstens dafür sorgen das Leid der Hinterbliebenen zu mindern.
@Stefan
Was heißt, nicht behagen? Die intellektuelle Leistung von Frau Dorn beeindruckt mich nicht wirklich. Sie versteckt sich lediglich hinter den politischen Lügen von einem “gerechten Krieg”, die eingentlich schon längst widerlegt sind, ohne sie auch nur im Kern zu hinterfragen. Sie wirkt auf mich eher wie ein tragischer Anti-Mephisto, der stets das Gute will und stets das Böse schafft.
Danke für die erste Hälfte des Satzes, aber antiimperialistisch bin ich ja nun ganz sicher nicht. Wie ich auch an anderer Stelle schon schrieb, bin ich “nur” für mehr Ehrlichkeit in der Debatte. Ja – wir töten! Wir töten auch Unschuldige! So funktioniert Krieg nun einmal.
In Europa gibt es tatsächlich Fonds, die “Terror-Opfer” gesondert entschädigen. Sarkasmus an: Da hat man Pech, wenn man von einer Rohrbombe getötet wird, die von einem deutschen Christen und keinem deutschen Muslim gebaut wurde.
Davor stünde ein Gerichtsverfahren – ich bin beleibe kein VTler, aber da dürfte es schon Probleme geben ;-)
Auf jeden Fall
Na, wenn die Verantwortung denn nur käme. Mit einem kleinen Blutgeld zeigt man jedenfalls keine Verantwortung.
Nana deutsche Gerichte sehen schon einen Schaden in dem Tod eines Menschen.
Der Schmerz wird eben von der verstorbenen/verletzten Person wahrgenommen. Wenn diese tot ist, endet eben auch der Schmerz. Und Schmerzensgeld soll ja (laut wikipedia:) “Neben Körperschäden [...] alle Unannehmlichkeiten, seelischen Belastungen und sonstigen Unwohlgefühle wiedergutgemacht werden, die mit einer erlittenen Verletzung am Körper einher gehen.”
Ich finde es gar nicht falsch das man gar nicht erst versucht einen Preis für ein Menschenleben fest zu legen.
Ich mag unser Rechtssystem wobei der Schmerzensgeld Katalog in der Tat dringen überholungsbedürftig ist. Das liegt aber daran das er in case-law entstanden ist, da müsste eigentlich mal der Gesetzgeber ran.
Außerdem wenn der Mensch einem Kind Unterhaltspflichtig ist, wird das durch Schadensersatz ausgeglichen. Somit ist zumindest ein Elternteil mehr wert als eine Autobeule.
Ach ja zum Schluss. Da das Internationale Kriegsrecht ja Kollateralschäden (Menschen) anerkennt werden diese ja freiwillig entschädigt. Daher ist es natürlich polemisch den Preis zu vergleichen von einem Kriegsgebiet, einer Botschaft die zwar besonders geschützt ist aber im Krisengebiet liegt und Menschen die in völligem Frieden getötet wurden. Das hat eher wie bei Versicherungen etwas mit der Grundsätzlichen Gefährdung und des (bei den Chinesen) freiwillig getragenen Risikos zu tun. Das ein Leben im Krieg weniger Wert ist als im Krieg ist vielleicht nicht Moralisch aber durchaus anerkannt in Literatur und vor Gericht. Daher gibt es ja Kriegsrechte die auch International geregelt sind.
@Stefan
ähem, das Gespann der “Autoren” spricht ja wohl Bände …:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/authors/#autoren
Ich sag mal besser nichts zu diesen Leuchtürmen der differenzierten Betrachtung. Zu dem Artikel: Das typische Geschwafel einer wahrscheinlich islamophoben Thea, die verschiedene unabhängige Themenkomplexe miteinander vermischt und noch nicht einmal ansatzweise den Sinn des Krieges in Frage stellt.
Interessanterweise stammen solche Pamphlete fast immer von Leuten, die selbst noch nie direkt von einem Krieg betroffen waren.
Ich fand den Artikel richtig schlecht. Er hinterläßt ein Gefühl wie das, was man hat, wenn man eben in einen Hundehaufen getreten ist.
Ach ja? Von welchem Krieg waren sie denn in ihrem sehr sehr langen Leben schon betroffen? Also direkt und unmittelbar?
Was gibt ihnen denn das Recht über einen Konflikt so zu urteilen wie sie es tun? Übernehmen sie die Verantwortung für die Terroropfer? Übernehmen sie die Verantwortung für das Köpfen von “Ungläubigen” und das Steinigen von vergewaltigten Frauen?
Wer sind sie eigentlich dass sie sich das Recht rausnehmen alle geistig zu disqualifizieren die nicht ihrer Meinung sind?
@ SF
Wer sagt denn mit abschliessender Wahrheit, dass es so etwas wie einen gerechten Krieg nicht gibt?
Wie rechtfertigt man dann den islamischen Terror?
Wieviel ein Menschenleben ökonomisch gesehen wert ist, um dies näher zu beleuchten braucht es noch nicht einmal einen Krieg (oder robusten Brunnenbau-Auftrag).
Falls jemand die Yes Men und Gilda das güldene Skelett noch nicht kennt:
http://theyesmen.org/hijinks/acceptablerisk
@Stefan
Von keinem. Ich laufe aber auch nicht in anderen Ländern herum und verbrenne wildfremde Menschen.
Ein Gehirn.
Och – bitte. Wenn es darum ginge, müßten wir erstens Saudi Arabien platmachen und zweitens nicht die Symptome (Terrorismus), sondern die Ursachen (Lebensbedingungen, Ausbeutung) bekämpfen. Übrigens sah das Flammenmeer um die Tanklastwagen mittlerweile sogar nach zu Guttenberg nach Terroropfern aus.
Und mal ganz nebenbei: In diesem Artikel geht es um die getöteten Menschen in Afghanistan, nicht um getötete Menschen der “westlichen Demokratien”. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein?
Übernimmst Du die Verantwortung für tausende von missbrauchten Kindern und Frauen in Urdeutschen Haushalten? Ja, da bin ich mir sicher :-). Übrigens: Es gibt viel zu tun für Dich, denn ich bin mir sicher, dass es zum Beispiel auf dem Afrikanischen Kontinent ganz viele Unterdrückte gibt. Oder in Spanien. Und dann erst Griechenland. Warum eigentlich so weit reisen?
Nicht ich bin es, der Dich und die Broderboys disqualifiert. Das machst Du selbst schon ganz ordentlich.
Wie rechtfertigt man den christlichen Terror? Was ist überhaupt “Terror”. Anm.: Schlage Begriffsdefinition und Ursprung des Begriffes Terror nach.
Ich glaube nicht das ich mich von ihnen in eine Ecke stellen lassen muss nur weil ich eine andere Meinung vertrete. Ich hatte die leise Hoffnung das der Aufruf im Open Thread des SF gefruchtet hat.
Leider erscheint es mir noch immer so das manche Menschen die Wahrheit einfach für sich gepachtet haben und natürlich auch alle anderen über ihre intellektuelle Überlegenheit belehren müssen.
Sie vermischen Themen wenn sie Kindesmissbrauch, der in Deutschland unter Strafe steht, mit dem, nach Scharia, rechtmäßigen Hängen von Frauen vergleichen die gegen eben jene verstoßen haben.
Ich finde es eben nicht richtig wenn man verschiedene Maßstäbe für das Handeln von Menschen ansetzt mit dem man nicht einverstanden ist, wie etwa einem deutschen Minister oder Offizier, und dem Handeln von Menschen mit denen man sich lieber nicht anlegen will, wie dem Islamisten der seine Religion zur Unterdrückung von Schwächeren verwendet. Nicht das das Christen nie gemacht haben, aber wer frei von Schuld ist werfe den ersten Stein.
Und so wie sie argumentieren sind sie ja frei von jeglicher Schuld in jeglicher Hinsicht.
Die abschliessende Frage war nicht an Sie gestellt sondern an den Autor, lassen sie ihn also antworten.
Für mich ist die Argumentation Broders recht schlüssig, im Gegensatz zu ihrem Gerede, dass sich fast nur im “Dagegen-Sein” erschöpft.
Ja es ging um die Menschen in Afghanistan, darum geht es die ganze Zeit. Diese Menschen sind Opfer und ihnen wird geholfen indem man verhandelt. Ich verstehe eben ihre Argumentation nicht.
Ich übernehme die Verantwortung nur zu einem kleinen Teil indem ich anerkenne das wir eine Verpflichtung haben anderen Menschen zu helfen weil uns auch geholfen wurde. Und zwar 45 Jahre lang!
Und mich nicht hinstelle und behaupte, dass alle außer mir und meinesgleichen nur dem Profit und der Verschwörung huldigen.
So viel Toleranz erwarte ich einfach. Und rationale Argumente gegen meine Ansichten, und nicht persönliche Beleidigungen, Analogien zu den Exkrementen von Tieren und Gegenfragen.
Aber so viel Niveau, übrigens keine Creme, kann man wohl nur schwerlich erwarten im Tempel der moralischen Reinheit.
@Stefan
OK – dann marschiere halt in die USA ein. Die knasten sogar Kinder ein, wenn sie sich selbst bewusst beim Sex fotografieren.
Bush war übrigens ein Evangelikaler und das Irak-Massaker war eine Gottesmission.
Darüber hinaus zitierst Du hübsch selektiv, was Deine Argumentation nachhaltig ad absurdum führt.
Ja, ich habe gerne zu Dingen, von denen ich höre, eine Meinung. Du bist ja offensichtlich der Meinung, dass es gerechtes Schlachten und Vernichten von Leben gibt. Wenn Du Dein Verständnis von Gerechtigkeit also ausserhalb des Landes, in dem Du etwas zu sagen hast, mittels Menschenvernichtung durchsetzen möchtest, hast Du viel zu tun. Aber am allerwenigsten in Afghanistan. Da solltest Du erstmal fix Saudi Arabien in die Steinzeit zurückbomben, als nächstes Ägypten und Pakistan und wo Du gerade dabei bist: Israel, denn schließlich gibt es dort ein Apartheidsregime. Afghanistan bedroht nun wirklich niemanden – die können bestenfalls mit ausgebrannten Treckern um sich werfen.
Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, weshalb ein afghanischer Toter so günstig zu haben ist.
Das Witzige ist ja, dass Du anderen vorwirfst, zu allem eine Meinung zu haben, während hingegen Du selbst Dir das wie selbstverständlich zugestehst :-).
Der Grund wird im Artikel und auch vom Opferanwalt recht eindeutig genannt: Die Entschädigung muss das Existenzminimum der Hinterbliebenen sichern, deswegen auch die Fonds-Lösung.
Eben wie bei jeder Lebensversicherung.
Vorhin habe ich noch etwas vergessen: Wenn es akzeptabel ist das Opfer in Europa entschädigt werden warum ist es dann in Afghanistan nicht. Vor allem wenn im Gegensatz zu Europa der Verursacher zahlt?
Mit Selbstverständlichkeit hat das wenig zu tun, ich versuche mich auf die Themen zu konzentrieren mit denen ich mich entweder beruflich etwas zu tun habe oder die Bestandteil meines Studiums waren oder meiner PhD sind.
Ein Magisterstudiengang bringt nun mal eine gewisse Breite mit sich. ;-)
Afghanistan bedroht niemanden, deswegen sind auch keine Truppen dort. Sie sind dort weil die Afghanen im Namen Allahs missbraucht wurden und kein Staat etwas dagegen tun konnte. Die Gründe dafür liegen in der Geschichte und bedürfen einer ehrlichen Diskussion an anderer Stelle.
Wie sicher das Land für NGO ist hat ja der Angriff auf die UNO-Mitarbeiter in Kabul gezeigt.
Vielleicht wird nicht der richtige Weg eingeschlagen mit der aktuellen Politik, aber gar nichts tun weil man Pazifist ist kann meiner Meinung nach auch nicht richtig sein.
Wenn man sich so hinstellt dann missbraucht man das Leid der Afghanen nur für seine eigenen politischen Ziele. Das finde ich irgendwie scheinheilig.
Die UNO ist keine NGO
@David
Die UNESCO ist aber eine internationale Hilfsorganisation – oder was meinst Du?
Bitte mich nicht falsch zu verstehen. Dass in unseren Gesellschaften Mord oder mindestens grob fahrlässige Tötung kaum zu politisch inhaltlichen, höchstens zu personellen Konsequenzen führt, ist meines Erachtens nach der Hauptfehler an der ganzen furchtbaren Geschichte um den deutschen Oberst, der trotz mehrfacher Warnung der US-Piloten dutzende Zivilisten bombardieren ließ.
Dennoch denke ich, dass man den subjektiven Geldwert der Gestorbenen beziffern kann. Damit meine ich nicht, dass man Menschen mit Geld aufwiegen, sondern dass man einen Geldbetrag nennen kann, den die Menschen in ihrer ihnen verbleibenden Zeit erwirtschaftet hätten, wären sie noch am Leben. Dieser Wert wird nicht genau sein, da man ja die Umstände in der Zukunft nicht kennt. Er hat jedoch eine Untergrenze die sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit recht genau beziffern lässt – beispielsweise den Betrag, den der Mensch für seine Familie innerhalb eines Monats erwirtschaftet hätte – und er hat eine Obergrenze, über die aller Wahrscheinlichkeit nach der Wert nicht steigt – begrenzt hauptsächlich durch die Lebenserwartung und die wirtschaftlichen Aufstiegschancen.
Die Lebenserwartung eines männlichen Afghanen liegt laut Weltbank bei 44 Jahren. Über das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner gibt die Weltbank keine Auskunft, andere Quellen geben ganz verschiedene Angaben an, je nachdem auch, ob man den Opiumanbau zum Bruttoinlandsprodukt zählt.
Ich denke, man sollte die Familien der Opfer mit einem monatlich von einer Stiftung direkt an die Familien ausbezahlten Betrag in Höhe des Durchschnittseinkommens für die Dauer von (Lebenserwartung in Deutschland) – (Alter des Opfers) für den rein finanziellen Verlust entschädigen. Ganz grob überschlagen, ohne das Alter der Opfer zu kennen, komme ich hierbei auf einen Betrag über 100 Millionen Euro, den es bereitzustellen gilt.
Um hier ganz klar zu sein: damit sind die finanziellen Verluste teilweise entschädigt. Den menschlichen Verlust kann man natürlich nicht entschädigen, wohl aber das Leid lindern: regelmäßig empfinden Opfer es als Genugtuung, wenn Täter angeklagt und verurteilt werden und wenn geeignete Maßnahmen getroffen werden, um derartige Greuel in Zukunft zu verhindern. Für mich heißt das: Bundeswehr raus aus Afghanistan und der Oberst vor Gericht.
Wissenswertes zum Thema:
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/usa_machen_genau_unsere_fehler_1.4114304.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666249,00.html
Die Ermordung von mehr als 137 Zivilisten ist der Blutzoll, den die Bananenrepublik Deutschland an den großen Bruder zu leisten hatte. Eine Mutprobe unter ?Freunden?, für mich ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte. Deshalb verbittet sich IM Erika jede negative Kritik an dieser militärischen Bestrafungsaktion. Stattdessen wird dem Anwalt der Hinterbliebenen eine Entschädigungssumme angeboten, die man eher als Schweigegeld betrachten kann, als das sie dem unsäglichen Leid jemals gerecht wird. Es ist vielmehr der Versuch, eine Klage vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu verhindern. Typisch für eine Marionettenregierung, die sich stets amerikanischen Machtinteressen gebeugt hat.
Mal ganz pragmatisch gefragt: Was haben angebliche Zivilisten mitten in der Nacht, außerhalb jeder Ortschaft und in einem bekanntermaßen gefährlichen Gebiet bei gestohlenen Tanklastern zu suchen? Wollten die “nur” Benzin klauen? Haben sie die Taliban unterstützt? Oder waren etwa sogar Taliban?
Krieg ist dreckig, Krieg ist ungerecht. Schön aber, dass unsere Bundesregierung jetzt für die toten “Zivilisten” Geld locker macht, damit die Terroristen davon neue Waffen und neue Messer kaufen können. Ob Merkel & Co. wohl auch Geld für die vor dem Angriff durch Taliban geköpften LKW-Fahrer springen lässt?
Die Bundeswehr sollte sich schnellstens aus dem Land zurück ziehen – sonst wird es bald noch teurer für uns. Und peinlicher. Ich fürchte, der Ruf Deutschlands als Waschlappen- und Bananenrepublik ist bald endgültig besiegelt.
Zu dem zitierten Artikel von Frau Dorn gab es übrigens in der Zeit eine schöne Replik. Vieleicht interessierts ja wen.
http://www.zeit.de/2009/42/oped-Veantwortung
Kleiner Hinweis an den Spiegelfechter:
Unter dem Bild mit dem verletzten Kind schreibst Du: “Danke Deutschland”
Ich meine das solltest Du ändern in: “Danke deutsche Regierung”
denn die Mehrheit der deutschen Bevölkerung will keinen Krieg in Afghanistan. Es ist klar festzuhalten, dass die deutsche Regierung gegen den Willen des Volkes in Afghanistan Krieg führt, und daher auch für die Verletzten und Toten verantwortlich ist.
@Gast
Egal, die Mehrheit der deutschen Bevölkerung wählt bei jeder Wahl mit satter Mehrheit die Parteien, die den Krieg wollen.
@Cult
Mal ganz pragmatisch geantwortet: Seit wann steht auf Benzindiebstahl die Todesstrafe?
@Carsten
Mich interessiert´s – Danke, ein schöner Text.
Es ist durchaus zu vermuten, dass diese Leute keine einfachen “Benzindiebe” waren, sondern Helfer der Taliban oder sogar Taliban selbst. Natürlich ist der Tod von Menschen immer tragisch. Hier sollte man jedoch bedenken, dass der Einsatz sicher nicht bewusst gegen “Benzindiebe”, sondern eben gegen Terroristen (die zuvor noch die LKW-Fahrer getötet hatten) ging. Wie ich schon schrieb, selbst wenn wirklich Zivilisten unter den Opfer waren: Dort herrscht Krieg. Jetzt Blutgeld zu zahlen, ist lächerlich und schadet mehr dem Ansehen Deutschlands, als irgendetwas anderes.
Und zu den Wahlen: Welche Partei sollte man denn wählen, die gegen den Krieg ist? Etwa die LINKE? Dann könnte man auch die NPD wählen, die sind auch für/gegen Dinge. Aber warum tut das kaum jemand? Eben!
@Cult
Beweise es dann bitte.
Übrigens: Es ist durchaus zu vermuten, dass diese Leute von den Taliban zur Hilfe gezwungen wurden, weil die Taliban genau das dokumentiert schon oft getan haben.
Und nun?
Richtig! Du bist in der Brodersackgasse.
@Cult
Das widerspricht zumindest den Berichten der US-Army.
Sagt wer?
Da ja gerade hier gerne auf Schwarz/Gelb geprügelt wird,
keine konservative Regierung hat seit Gründung der BRD eine Truppe in den Krieg befohlen.
Es war eine Rot/Grüne-Regierung die das tat.
Mich würde mal die Diskussion interessieren, wenn die zwei Tankwagen als Sprenglaster in die Bundeswehrkasserne gerollt wären?
Das ist alles sehr selbstgrecht was hier als Kritik vorgetragen wird.
Im friedlichen Deutschland läßt sich halt schlau schwätzen!
Meint fms
Nachtrag:
Bisher sind alle Entscheidungen zum BW-Einsatz mit großer Mehrheit gefällt worden.
Diese wurde von der Bevölkerung gewàhlt! Mit Mehrheit.
Wer das ändern will, der muss Mehrheiten organisieren!
Das scheint der LINKEN immer weniger zu gelingen.
Guter Artikel Jens ;)
Kapitalistische Nachfragekriege wie in AFPAK, von dem auch hier in Deutschland ziehmlich gut gelebt wird, bringen den dreckigen Krieg früher oder später direkt vor die eigene Haustür. Der Bäcker, der Fleischer und die medialen Supermärkte leben ganz prima von “unseren” 4000 Euro Steuerfreisöldnern und den zerfetzten Menschen auf der anderen Seite.
@FrankS
Irrelevant, das Union und FDP auch aus der Opposition heraus, jedem Krieg und jeder Truppenaufstockung zugestimmt haben.
Würde mich auch interessieren, zumal die zwei Tanklaster dann ja in den komplett andere Richtung hätten fahren müssen. was ziemlich absurd ist.
Amen!
Ich halte es nicht für absurd, dass man die Laster erst mit Sprengsätzen zu versehen und dann die Richtung zu ändern. Es setzt nur die Fähigkeit voraus die Dinge vom Ende her zu Denken. Beispiele gibt es dafür genug. Ist also sehr relevant.
Ohne Segen,
FrankS
@FrankS
Das sagt viel über Deine paranoide und ungeordnete Gedankenwelt aus, aber nichts über das Massaker von Kundus.
Werter S.F.,
ihre Antwort sagt viel über Ihren Mangel an Respekt vor anderen Mitbürgern aus! Speziell die Menschen die ihr Leben dafür einsetzen, dass Sie hier dicke Backen machen können und frei im Blog über sie her ziehen dürfen.
Gehen sie doch mal nach Kundus, vielleicht wird Ihr Gehetze dann ein wenig ruhiger!
HERZlichst,
FrankS
Was hat die Bundeswehr in Afghanistan verloren, außer das sie die Leibgarde für Drogenbarone bildet und zuweilen mit Schießübungen auf unbewaffnete Zivilisten die Moral der Truppe zu stärken versucht?
Gar nichts.
Im übrigen hat Mr. Newspeak Obama bei seiner Rede anläßlich der Verleihung des Friedensnobelpreises (sic!) ganz unmißverständlich klargemacht, daß er den Krieg zur Durchsetzung wirtschaftlicher oder politischer Ziele für gerechtfertigt hält. Seine moralische Begründung lautet ?Adolf Hitler? und die Toilettenschüssel ?al-Qaida?. Offenbar scheint er zu vergessen, das u. a. Henry Ford, John Pierpont Morgan und John D. Rockefeller den Aufstieg und Fall des ?Schtonk? mit ihrem Geld und Einfluß ermöglicht haben. Ebenso dienten später die Taliban bzw. Mutschahedin der Hegemonialpolitik der Vereinigten Staaten.
Diktatoren und Terroristen werden nicht einfach so geboren, sondern dazu gemacht. Dasselbe gilt seit jeher für den Krieg, was auch immer den jeweiligen Machthabern zweckmäßig erscheinen mag.
@FrankS
Wer auch immer das sein soll, die Soldaten in Kundus sind es ganz sicher nicht. Das sind selbst nur arme Schweine, die lieber heute als morgen wieder zu Hause wären und von den Erklärungen der Politik, nach denen unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt würde, schon lange die Schnauze voll haben.
Nicht ich, sondern kleine Hetzer wie Du zeigen einen mangelnden Respekt für unsere Soldaten.
yubb, jetzt ist’s raus, was zu vermuten war: die Bombardierung diente der Eliminierung von Taliban-Kommandeuren:
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/61/497367/text/
Tja, die ganze Sache wird nun richtig interessant:
Wurde von der Regierung gezielte Bombardierungen als Mittel insgeheim erlaubt, während man aber der Öffentlichkeit und dem Parlament weiter die gleiche Leier vom zivil-militärischen Sicherungseinsatz vorgetragen hat?
Aber allein das man versucht hat ,die ganze Sache als Verteidigungsaktion gegen vermeintliche Tankbomben hinzustellen, also zu vertuschen und auszusitzen, wäre wohl noch einige Rücktritte wert.
Also wenn es Oberst Klein wirklich um die Tötung von Taliban ging (und in dieser Logik natürlich tote Zivilisten als vertretbar galten), dann wird er das auch so weiter nach oben gemeldet haben, und dann wird diese Fakt damals schon am nächsten Tag der Kanzlerin, dem Außenminister und dem Verteidigungsminister bekannt gewesen sein…
@ppp
Damit handelt es sich nun auch offiziell nicht mehr um ein ISAF-Mandat, sondern um einen Angriffskrieg.
Es wird niemand zurücktreten, denn die Argumentation wird sein, dass “wir Afghanistan von Taliban befreit” haben. Zwiedenken ist in Deutschland wieder in.
“Es wird niemand zurücktreten, denn die Argumentation wird sein, dass ?wir Afghanistan von Taliban befreit? haben. Zwiedenken ist in Deutschland wieder in.”
Okay, hast recht. Es wird sich zeigen, ob dieser Argumentationswechsel (vom Brunnenbauen weg) als Flucht nach vorn tatsächlich stattfindet – mit publizistischer Unterstützung der FAZ und Co. uns so wird Merkel aber sicher rechnen können. Das völlige konzeptionelles Scheitern und Herumlügen nicht zu Konsequenzen führen, konnte man ja schon in der Sozial- und Wirtschaftspolitik beobachten.
Aber Guttenberg wird wahrscheinlich schon gehen müssen – um Schaden von Merkel und seinem Image abwenden. Er ist ja noch jung, ein paar Jahre in die Wirtschaft, Gras über die Sache wachsen lassen…dann die Rückkehr in die Politik.
@ppp
Ich vermute eher, dass Jung gesündenbockt wird und Klein klein gemacht wird. Der Herr mit den wichtigen Namen wird sich als der “brutalstmögliche Aufklärer” und Patriot in Szene setzen, der seinen “Jungs” väterlich freundlich Grenzen “vermittelt”. Die Realpolitik wird selstverständlich wie bisher weiterlaufen, denn schließlich wird sie wohl kaum von Jung und Konsorten, die in meinen Augen nur dumme Strohmänner sind, entworfen worden sein.
Mit Krieg läßt sich von einigen Firmen eine Menge Geld verdienen – darum und um Aufsichtsratspöstchen geht es und daher wird es wohl kaum einen Wechsel zum Brunnenbau geben.
@SF
Welche Regierung hättest Du denn gerne wenn Du schon SPD, Grüne, Union und FDP aus Deutschland ausschliesst?
Sollte “das Volk” vielleicht bei 98% Wahlbeteiligung mit 95% die Linke wählen?
Ich frage ja nur.
Oder welche andere Konstellation hast Du im Blick?
Soll Deutschland aus NATO und UNO austreten und sich einmauern?
Mir stellt sich auch gleich die Frage was denn die “Superlinksaussen” seinerzeit in Afghanistan wollten. Immerhin hatten sie zwischen 1979 und 1989 nach Berichten bis zu 2 Mille Tote hinterlassen.
Von dem Elend der rund 6 Mille Flüchtlinge gar nicht erst zu reden.
Wurden da schon Entschädigungen bezahlt?
Ich weiss, es geht hier um Deutschland, und Deutschland ist schliesslich ein Rechtsstaat wo man diese Forderungen leicht stellen kann (und wohl auch Leute finden wird die einknicken!), komisch was?
Allerdings ist der Bericht und die tatsächlichen(?) Vorgänge immer noch geheim.
Es kommt nur brockenweise an die Öffentlichkeit.
Man spekuliert doch jeden Tag aufs Neue, wie jetzt wieder ob es ein “Angriffskrieg” ist… (Orginalton schwitzig).
@schwitzig
Ja nun sollten gefälligst die Taliban die Entschädigung zahlen, oder bist Du anderer Meinung?
Mitten in der Nacht werden plötzlich über angeblich 170 “Zivilisten” zusammengetrieben die auch gleich noch als Ausweis der “Unschuld” ihre Wahlkarten und Schülerausweise dabei hatten?
Dann stelle doch zum Brunnen bohren die Heilsarmee daneben.
Mir fällt ehrlich nichts anderes mehr ein.
@Fragender
Aha. Dann sage mir doch mal, weshalb wir in Afghanistan sind.
“Was hat die Bundeswehr in Afghanistan verloren,…?”
@Mike
Das wäre mal eine interessante Frage an einen Ex-Juso-Vorsitzenden und einen Ex-Sponti, Schröder und Fischer. Ich bin ganz klar gegen Krieg und gegen Waffen und deshalb auch nach 20 Jahren aus B90/Grüne ausgetreten. Ich setze lieber auf Leute die den Krieg nicht ausschließen, aber alles dafür tun, dass es keinen Krieg gibt, als auf Friedensdemonstranten, die einem politischen Feisterfahrer wie G.W. Bush “bedingungslose Solidarität zusagen und Truppen in die ganze Welt versenden.
LG, FrankS
Lieber S.F.,
lieber ein kleiner Hetzer, als ein großer Scherzer!
Wenn Sie die Kompetenz hätten eine Paranoia zu diagnostizieren würden Sie auch darüber respektvoller reden!
Sie haben also weder den Stil noch den Respekt noch die Kompetenz, sich solchen Fragen geeignet zu nähern. (c;
Frohes weiterkochen, wünscht
FrankS
Es sollte natürlich nicht Scherzer sonder Schwetzer heißen, sonst hätte es ja keinen Bezug zu Ihnen werter S.F. (c;
@ FrankS #88, 89
Führst du selbstgespräche ?
Holla, jetzt geht es Schlag auf Schlag:
http://n7u.de/Mitschuld-am-Luftangriff-Bericht-Kanzleramt-billigte-mehr-Haerte_1175594.html
“Mitschuld am Luftangriff? – Bericht: Kanzleramt billigte mehr Härte”
Nun, kann man alles machen, wenn man meint mit militärischer Eskalation den Krieg zu gewinnen. Legitime Entscheidung. Aber der Öffentlichkeit weiter was vom Brunnenbauen zu erzählen und dann gar zu versuchen die Eskalation zu leugnen, wenn den dann mal dutzende Tote anfallen, dass ist doch mal ein veritabler politischer Skandal.
Btw. bestätigt die Eskalation ja die Kritik und negativen Vorhersagen, die von den Kritikern des Einsatzes schon seit Jahren vorgebracht werden.
Die Tatsache wird jetzt natürlich versucht zu verdecken, indem man appelliert doch die Soldaten in Ruhe zu lassen oder sogar die Kriegsgegner unter Rechtfertigungszwang zu setzen (“Wollt ihr denn tote deutsche Soldaten?”)…ne ne, der Rechtfertigungszwang liegt immer mehr und unabwendbar auf denjenigen, die den Einsatz weiterführen wollen.
Natürlich ist der ganze Vorgang auch interessant, weil die Verdrängung und das Aussitzen von Problemen, wie Merkel es so gerne tut, nun nicht mehr möglich ist. Ach so: Steinmeier wird der Eskalation damals in jedem auch zugestimmt haben…
Wirklich sehr linkslastig angehaucht, dieses Thema. Die Artikel sind ja ansich gut (vor allem die aus der Wirtschaft), aber hier ist beim SF zu viel Ideologie im Spiel.
Es ist lächerlich, wenn Deutschland jetzt den Zahlemann macht und das Geld – und da bin ich sicher – zu nicht unbeträchtlichen Teilen direkt an die Taliban bzw. den Taliban nahestende Personen fließt. Diese nutzen das Geld dann natürlich nicht, um schöne Brunnen zu bauen oder Getreide anzubauen, sondern um mit neuer Hardware gegen die “ungläubigen Schweine” (= Soldaten) zu kämpfen. So führt das Blutgeld aus Berlin letztendlich zu neuen toten Soldaten…
Ich sage: Wir haben dort nichts verloren. Vor allem nicht, wenn sowieso kein echter Siegeswillen vorhanden ist. Der Kampf gegen die Taliban und deren Helfer wäre theoretisch dank millitärischer Stärke und Überlegenheit zu gewinnen. Man müsste dort einfach “nur” brachial alles nieder mähen und eine hohe Zahl toter Zivilisten einplanen. Da dann aber die Gutmenschenfraktionen aufheulen, ist dies keine Option und man spielt halt weiter Katz und Maus…
@ppp
Der Originalbeitrag auf N24 ist nicht mehr verfügbar – ein Schelm, wer Böses dabei denkt :-).
@Cult
“Linkslastig”? Was hat denn dieser Krieg mit “links” und “rechts” zu tun? Denkst Du die einfache Formel: Links=Töten ist schlecht und Rechts=Töten ist gut?
Und Ideologie? Aus was für einem Grund glaubst Du denn, wird dieser Krieg geführt?
Ich habe Dich schon mal vergeblich danach gefragt, aber gut: Beweise?
Nö. Nur, wenn unsere Soldaten weiterhin das Land dort besetzen. Berufsrisiko.
So weit korrekt.
“Siegeswillen” … woher kenne ich diese Sprache nur …
Nein.
Du müsstest dann aber selbstverständlich “nur brachial” auch noch Pakistan “niedermähen” und genauso brachial schätzungsweise 20 andere Länder ausradieren, denn so viele Menschen kannst Du gar nicht ausmerzen, dass nicht irgendwo noch Hinterbliebene zurückbleiben, die sich dann um so mehr bemühen, zurückzuschlagen.
Ich habe übrigens ganz bewusst die Begriffe “ausradieren” und “ausmerzen” im Kontext Deiner Aussage benutzt, da diese historisch verwendeten Begriffe sehr genau die Geisteshaltung von Leuten wie Dir charakterisieren.
Nur mal so: Was ist ein “Gutmensch”. Und wenn es “Gutmenschen” gibt, bist Du dann ein “Schlechtmensch”?
@schwitzig
Eigentlich bin ich “Fragender? und nicht ?Antwortender?.
Aber ich kann es mal versuchen.
Einen Anfang hatte ich bereits @40 gemacht, ich zitiere gerne noch einmal:
?Wie lautete der weise Spruch mal: ?Deutschland wird am Hindukusch verteidigt?.
Blödsinn!?
Nimm doch einfach an, dass die UNO Resolution 1368 universelle Gültigkeit hat, oder streitest Du das ab?.
Nimm ferner an dass Deutschland auf diesem Planeten, der Erde genannt wird, existiert und nicht irgendwo hinterm Mond, und deshalb sowohl Mitglied der UNO als auch Mitglied der NATO ist.
Was muss ich Dir noch sagen?
Höre lieber zu was der Russe sagte: “…emphasized the timeliness of the task of combating terrorism ?- that plague of the twenty-first century.”
Ich kann Dich ja auch fragen: Soll Deutschland aus UNO und NATO austreten und eine Mauer um sich bauen, sich aus der Staatengemeinschaft ausklinken wenn’s brenzlich wird?
Denn anscheinend soll wohl Deutschland Deiner Meinung nach die Hände in den Schoss legen und so tun als ob es wirklich hinterm Mond zu hause wäre, noch zumal wo einige der Terroristen, “Gotteskrieger”, in Deutschland lebten und von hier aus ihre Pläne schmiedeten?
Weichei spielen und neben den Brunnenbohrern uniformierte “Parkwächter” stellen mit Armbinden “wir sind keine Amis, bitte nicht schiessen”, hat bekanntlich nichts gebracht.
Genausowenig hat es etwas gebracht neben jeden Soldaten einen Staatsanwalt zu stellen damit man ihn erst fragt ob man schiessen dürfe.
und nu?
@Fragender
OK – wo genau steht in der Resolution, dass Deutschland mit Soldaten Krieg führen soll? Ich zitiere mal:
UNO Resolution 1368:
Und zur Legitimität des ISAF-Mandats:
In der Tat wurde und wird die Legitimität des ISAF-Mandats bis heute – wie wir gesehen haben, auch völlig zu recht – abgestritten.
Auf das restliche Hassgeschwurbel gehe ich jetzt mal nicht ein.
@travor #90
(c; war es so schlimm?
Die Wahrheit kann böse schmerzen! (c;
Der Massenmord in Kundus durch deutsche Militärs an Zivilisten wird tatsächlich in den Rechtfertigungen und Erklärungen immer wahnwitziger. Unser sinnliche und Opern geniessende Oberst erklärt nun ganz sinnfrei, “er hätte nur Taliban Kommandeure vernichten wollen”, als er gegen die Einsatzrichtlinien und in Kenntnis der militärischen Vorortlage den Angriffsbefehl auf Menschen befahl, die im Winter einfach nicht erfrieren wollen. Vielleicht hat ja unser Superoberst in den Traktoren, die da im Flußbett rumlagen, den sinnbildchen Taliban visionär erfasst: groß, mächtig und langsam, und ihn hat die eigene Propaganda, der Teufeltalib ist überall, einen erkenntnistheoretischen Streich gespielt, gerade, nachdem ihm in seinem zugewiesenen Gebiet, das Benzin unter dem eigenen Arsch gestohlen wurde.
In dieser militärtaktischen Demütigung wird der Ausrottungsbefehl durch Oberst Klein seine wirkliche Ursache haben.
Truvor, ich finde unseren Frankyboy auch wirklich lustig, der hängt so dämlich in der Gutgutböseschleife fest, wie ein guter Parteisoldat, ohne Gewissen und Wissen, und schnauft dabei.
Ansonsten liebe Grüße. ;)
http://www.myspace.com/apparatschik
@name
Ich bin zwar nicht Truvor, aber ich denke, dass FrankS und Cult die üblichen Trolle sind, denn so hirnbefreit wie in z.B. Cults Postings argumentiert eigentlich kein normaler Mensch.
Zu der beabsichtigten Verwendung der Tanklaster und ob es es überhaupt Taliban waren, erlaube ich mir dank der Geheimhaltung und der üblichen Kriegsdesinformation besser kein Urteil – aber das ist auch gar nicht nötig, denn schließlich geht es darum, ob sich die BW an der völkerrechtlich “umstrittenen” (ergo: Völkerrechtswidrig, nur darf es nicht festgestellt werden) “Enduring Freedom”-Operation (Vernichtungsfeldzug) im Rahmen des Brunnenbau(ISAF)mandats beteiligen darf oder nicht. Und da ist die Aussage klipp und klar: Sie darf es nicht!
Damit haben sich Klein und die Hintermänner/frauen in Berlin schlicht und ergreifend des heimtückischen Mordes schuldig gemacht – völlig egal, ob es ein Talibanauflauf oder die übliche Hochzeitsgesellschaft war, die hier (Zitat Klein) “vernichtet” wurde.
@FrankS
Bist Du eigentlich nüchtern?
@Schwitzig
Mitnichten! Deutsche Soldaten haben ihren Eid auf die Verteidigung des Rechts und der Freiheit des Volkes geschworen. Angriffskriege am Hindukusch gehören nicht dazu! Aber zu dem Thema hatte ich ja neulich schon ausführlich geschrieben
@Fragender
Sind Kanada und die Niederlande aus der UNO und NATO ausgetreten und haben sie eine Mauer gebaut?
@SF
Oh – richtig. Theoretisch müßte dann BW-Angehörige doch das Recht haben, Befehle unter Bezugnahme auf die fragliche Legitimität des Einsatzes zu verweigern?
@85 Fragender
Was ich will, ist irrelevant. Eine Mehrheit der Deutschen hat den Krieg gewählt. Dies ist kein Krieg der Politik ohne Billigung des unschuldigen Volkes.
Nein
Das scheinst Du ja zu bedauern
Bei den Deutschen ja – die Amerikaner haben da von Anfang an einen Unterschied gemacht und die WaPo wusste schon am Tag nach dem Massaker die Einzelheiten, die jetzt auch Stück für Stück in der deutschen Presse als sensationelle Enthüllungen durchsickern.
Nö, die deutschen Medien glauben lediglich den Amerikanern nicht:
WaPo vom 4.9
WaPo vom 5.9
Daran ist nichts neu! Auch die Beteiligung des KSK war bereits am 6.9. bekannt!
@schwitzig
Richtig – konkrete Tötungsbefehle können (und müssen!!!) dann abgelehnt werden, wenn damit keine konkrete Gefahr für Leib und Leben abgewendet wird.
Das stimmt natürlich schwitzig!
Die militärischen Eigenmächtigkeiten, die Verrohung und die charakterlichen Veränderungen auf Kommandeursebene, die dieser Krieg bis jetzt allein mit sich gebracht hat, sind jetzt schon erschreckend. Das Bestrafungsmotiv durch Ausrottung der dortigen Bevölkerung und der Einsatz von Terror als gezielte Militärtaktik, und anders ist die Entscheidung vor Ort in Kenntnis der tatsächlichen Lage nicht zu bezeichnen, zeigt genau auf, wie skrupellos dieser gesamte Krieg geworden ist, und wie starkt die Zerwürfnisse und das Mißtrauen im eigenen Militärbündnis vor Ort sind.
@103 SF
Danke für die WaPo-Artikel. Ich muss sagen, dass ich nach dem Lesen dieser Artikel (speziell bei dem vom 6.9.) tatsächlich schockiert war – so wurde das in der deutschen Presselandschaft nicht abgebildet und ich stelle mir die Frage, wie das möglich ist. Statt dessen habe ich gehört, dass die “Amerikaner Deutschland einen ‘reinwürgen wollen” und ähnlichen Mumpitz.
Ich wusste z.B. noch nicht, dass Augenzeugen in Krankenhäusern befragt wurden, dass die Qualität der Videos keinen Rückschluss auf Waffen zuliessen und dass es ganz konkrete Untersuchungen gab, die zeigten, dass die Zivilbevölkerung zum einen zum Helfen auch mit Gewalt gezwungen wurden, bzw. dass auf freien Treibstoff spekuliert wurde.
Manchmal erschrecke ich mich, wenn ich sehe, was aus unseren “Qualitätsmedien” geworden ist. Und ja – man kann dabei durchaus paranoid werden (ich weiss – ist alles Geldgebergesteuert :-).
@s.f.
Nee, warum? Gibt es Leute die diese Überheblichkeit hier, nüchtern ertragen können?
Für Sie bitte immer noch SIE, denn ich Suche mir die Leute selbst aus, die DU sagen dürfen!
Grundvoraussetzung hierfür ist Respekt. Sie wissen? Dieses Fremdwort das Grundlage, bnicht Ergebnis menschlichen Zusammenlebens ist!
@schwitzig
Geschwurbel?
Dass ISAF, PRT”s und NGO’s seit Jahren vermehrt angegriffen werden ist Dir anscheinend entgangen.
Da bist Du aber nicht alleine, die gesamte deutsche Politik hat das verschlafen.
Wenn deswegen eine härtere Gangart nötig wird ist das Geschrei bei den üblichen Verdächtigen gross. Die Soldaten vor Ort können einem leid tun wenn man ihnen so in den Rücken fällt.
Lösungen, ausser unverzüglichen Abzug, werden natürlich keine nachgereicht.
Damit stellt sich mir die Frage wo das “Geschwurbel” tatsächlich herkommt.
Zurück zum Thema.
Sollte die Karsai-Regierung tatsächlich die legitime Regierung eines friedliebenden Afghanistan sein, steht es nur ihr zu Schadenersatz nach Prüfung in irgendeiner Form zu bezahlen.
Von wem sie das einfordert steht auf einem andern Blatt.
Die fremden Truppen wurden unter dem UNO Mandat von der afghanischen Regierung angefordert.
Solltest Du der Meinung sein dass das Land wieder zurück in mittelalterliche Zustände verfallen soll in dem selbsternannte Gotteskrieger ihre Auslegung des Koran nach ihren perversen Vorstellungen in Macho Manier ausleben wollen, wäre es an der Zeit dass Du Dich klar dazu bekennst.
Im übrigen scheint mir das hier für die von Dir angezweifelte Legitimität auch lesenswert:
http://swp-berlin.org/de/produkte/swp_aktuell_detail.php?id=11686
@FrankS
Offtopic:
Abseits der pseudoelitären SPON-Foren gilt schon seit dem FIDO-Netz als unhöflich, andere in Chats, Blogs, Newslettern o.Ä. zu sietzen. Sie beweisen damit eine äußerst aufdringliche und peinliche Respektlosigkeit, die bestenfalls von Ignoranz und einer schlechten Erziehung zeugt. Man sollte nicht so laut herumprollen, wenn man im Glashaus sitzt.
@Fragender
Du hast meine Frage nicht beantwortet:
Zu dem Artikel:
Eine Menge blabla, welches zu dem Fazit führt, dass nach Meinung des Autors die Normenklarheit des Begriffes Völkerrecht nicht ausreichend ist und dass er findet, dass es so ausformuliert werden sollte, dass der Einsatz gedeckt ist.
Zwischendurch Geblubber von “asymetrischem Krieg” und dass auch Terroristen sich ihrer Verantwortung bewusst sein sollten, mit fairen Mitteln zu spielen.
Ich denke, dass der Herr Schaller nicht alle beisammen hat.
Der Rest Deines Postings ist rabulistisches Geschwurbel. Darauf werde ich nicht eingehen.
@FrankS
Wem ich hier in irgendeiner Form Respekt entgegenbringe, entscheide immer noch ich. Und Du bist nach Deinem peinlichen Gelalle so ziemlich der Letzte, dem ich Respekt entgegenbringen würde. Also gehab Dich wohl und mäßige Dich.
@101+102 SF
Kanada und die Niederlande sind meines Wissens souveräne unabhängige Staaten die kein Kindermädchen brauchen.
Wir diskutieren hier aber Deutschland und einige Meinungen hier im Blog.
Du kannst natürlich argumentieren dass “die Mehrheit der Deutschen” den Krieg gewählt hat.
Ich bin mir allerdings ziemlich sicher dass die Mehrheit der Deutschen das nicht so eng sieht wie Du.
Oder kannst Du erklären warum bei dem ganzen “Staraufgebot” die Linke insgesamt nur 11,9% zusammenbrachte und die Deiner Ansicht nach ‘Kriegsparteien” 82,1%?
Das ist eben Demokratie, genauso wie die Schweizer demokratisch die Minarette abgestraft hatten.
Wie man legitime Forderungen in Afghanistan befriedigen kann sagte ich @108
Aufgrund Deiner Ankündigung hatte ich eigentlich einen Link zum tatsächlichen Natobericht erwartet, keinen Zeitungslink.
Logisch sind diese Zeitungsartikel seit ihrem Erscheinen bekannt.
Schliesslich war ein Washington Post Journalist mit im USA Team dabei.
Allerdings, und das gilt auch für @106 schwitzig!, sollte man schon den Artikel bis zum Ende lesen und auch den letzten Absatz vom 6.9. mit Überschrift “Unexpected Support” verstehen.
Wobei das “unexpected” wohl eher auf den Journalisten zutrifft.
@Fragender
Und Deutschland ist kein souveräner unabhängiger Staat und braucht ein Kindermädchen?
Das mag sein, Deutsche haben seit jeher ein sehr gepaltenes Verhältnis zu ihren Wahlentscheidungen.
Nichts anderes sage ich – ich verstehe auch die Aufregung nicht.
Ein Link zu Nato-Berichten? So so *kopfschüttel*
@110 schwitzig
Gegenfrage:
Wo steht in der Resolution wie man Terroristen “fangen” soll, wie man Terroristen “unschädlich” machen soll?
“4. Calls also on the international community to redouble their efforts to prevent and suppress terrorist acts”
?5. …and to combat all forms of terrorism….”
@Fragender
Weiss ich nicht. Kannst du mir sagen, wo in der Resolution steht, wie ich Cordon Bleu zubereite? Wenn nicht, dann beantworte doch einfach die Frage.
Wieder mal typisch hier. Lese schon länger mit und stelle fest: Passt etwas nicht ins hier vorherschende Weltbild, werden die, die sich erdreisten, anderer Ansicht zu sein, als “Troll” diffamiert. Und als Sahnehäubchen wird einem noch NS-Sprache angedichtet, weil das Wort “Siegeswiele” ja sooooooo Nazi ist. Zum kotzen, so ein Verhalten. Viel Spaß noch im Club der gleichen Meinungen.
Allen bezahlten Kommentarschreiberlingen, Debattenhoheitsfanatikern, Neusprech-Praktikanten und den marxistisch-neoliberalistischen Sturmtruppen sei diese hervorragende Kampfschrift der Universität der Bundeswehr München wärmstens empfohlen.
Krieg ist Frieden!
@Hilde
Zumindest die Einleitung klingt sehr interessant – allerdings über 500 Seiten … da brauche ich noch eine Weile, bis ich genügend Zeit hatte, um das durchzulesen :-).
Da es sich um eine Uni der BW handelt, kann ich mir fast schon denken, in welche Richtung diese Dissertation gehen und schlagen wird – womit ich eigentlich eine perfekte Brücke zur Thematik Finanzierung unseres Bildungssystemes geschlagen habe, was hier leider nicht Thema ist :-).
@Cult
Na, das ist aber überhaupt nicht der Fall, denn z.B. haben SF und ich eine durchaus in vielen Punkten divergierende Meinung zu Kriegen – genauso wie einige andere, die auch in diesem Thread durchaus kontrovers diskutieren.
Und mit Verlaub – wenn jemand Nazisprech und PI-Vokabular wie z.B. “brachial niedermähen” und “Gutmensch” gebraucht, sollte er sich nicht wundern, wenn er mit denen verglichen wird, deren Sprache er benutzt und deren Ideologie er hinausposaunt.
Und so schwer es mir fällt hierbei dem SF Recht zu geben – das “vorherrschende Weltbild” ist ja offensichtlich, dass der Krieg gut, angebracht und akzeptiert ist, denn genau das hat der Wähler im September mit seiner Wahl ausgedrückt. So betrachtet bist Du ein Anhänger der Mehrheitsmeinung.
Du hast allerdings immer noch nicht meine Fragen beantwortet. Wenn Du einen Meinungsaustausch wünscht, solltest Du bedenken, dass so etwas nur bidirektional funktioniert und nicht, indem Du etwas behauptest, es nicht vertiefst und dann sauer bist, weil das nicht alle so wie Du sehen. Wie wäre es als Anfang damit, dass Du einfach mal auf die Antworten eingehst – vielleicht wirst Du dann nicht in eine Schublade geschoben.
@ Cult #63
Ach Gott, noch so ein “Pragmatiker”.
Die getötete Zivilisten als Diebe zu bezeichnen, sowas kann offensichtlich nur so ein “Pragmatiker” wie du sich erlauben.
Die Tanklaster haben die Taliban ! gestohlen (und das ist der eigentliche Skandal ! Die BW-Führung soll uns bitte erklären, wie überhaupt sowas passieren konnte) und diese Zivilisten hat nur die pure Not zu den Lastern getrieben (ich weiß nicht, ob das Wort ARMUT einem “Pragmatiker” irgendetwas sagt).
Ich glaube sogar, daß die Taliban diese Zivilisten zu den Lastern (eher zwangsweise) geholt haben, um diese Laster aus dem Fluß rauszuziehen.
Und als es nicht geklappt hat, da hatten sie den Zivilisten erlaubt (auf diese Weise spielen die Taliban immer die “Gute Onkels”) das Benzin aus den Tanks zu holen.
Das ist die einzige Erklärung für den Aufenthalt der Zivilisten (darunter war auch Kinder) in der Nähe der Laster.
Du brauchst keine Angst zu haben, sie (Zivilisten) wollten bestimmt nicht ihre Porches oder BMWs auftanken, nur die Not, die pure Not hat sie dorthin getrieben.
“pragmatischen” Gruß dir !
Es gibt Dinge, die mag ich nicht. Dazu gehört eine allzu politisch korrekt ausgeschmückte Sprache.
Zum Krieg: Ich bin nicht Anhänger einer vermeintlichen “Mehrheitsmeinung”. Überhaupt, woher wollen Sie wissen, dass die Mehrheit diesen Krieg befürwortet? Das Gegenteil ist der Fall. Und hören Sie doch auf mit dem Wahlen-Argument. Ich wähle auch nicht die NPD, nur weil ich deren Meinung teile, dass es in Deutschland zuviele (bzw. eigentlich eher die falschen) Ausländer gibt. Genauso wenig, wie Kriegsgegner grundsätzlich die LINKE wählen, weil sie gegen den Krieg ist. Neonazi- und Sozialismus-Parteien wählt der anständige Durchschnittsbürger nicht. Um es mit Wowereit zu sagen: “Und das ist auch gut so!”.
Was Politically Incorrect angeht, ja, die kenne ich natürlich und lese ich auch. Genauso, wie ich den Spiegelfechter lese. Ich mag Meinungsvielfalt und bin der Überzeugung, dass sowohl SF als auch PI in einigen Punkten Recht haben, obwohl beide Seiten natürlich extrem verschieden sind. Viele, die SF lesen, kennen PI vermutlich nur vom hören-sagen oder 10 Sekunden Überschriften lesen und sind überzeugt, dass es eine ultra-böse “Naziseite” sein muss.
Jetzt werde ich hier bestimmt gesteinigt.
@Truvor
Diese Geschichte ist doch auch nur eine Mutmaßung: Lauter notleidende Zivilisten und darunter natürlich auch arme, hilflose Kinder – mir kommen die Tränen.
Wollten die das Benzin saufen?
Wir reden hier ja nicht von einem Lebensmitteltransport!
Falls die Taliban dort Zivilisten tatsächlich “missbraucht” hat, ist dies der eigentliche Skandal und nicht der BW-Angriff. Es zeigt, was für A….löcher diese Menschen sind, sogar ihre “Glaubensbrüder” in Gefahr zu bringen und zu opfern.
Sollten bei der BW taktische Fehler gemacht worden seien, sind diese natürlich trotzdem aufzuklären.
@ Cult #92
“Der Kampf gegen die Taliban und deren Helfer wäre theoretisch dank militärischer Stärke und Überlegenheit zu gewinnen”.
Dort herrscht ein Partisanenkrieg, hast du das vergessen (oder weißt du das nicht) ?
Du bist auch noch ein “Theoriker” ?
Antwort: “Theoretisch” kann man sogar aus Hundescheiße eine echte “Praline” herbeizaubern, aber wenn man das Ganze “pragmatisch” bedenkt, dann fragt man sich, wie soll das überhaupt gehen ? (Jens, entschuldige mich für die unglückliche Wortwahl, aber ich konnte keine andere Ausdrücke finden).
“Man müsste dort einfach “nur” brachial alles nieder machen und eine hohe Zahl toter Zivilisten einplanen”.
Nach solchen Worten sollst du dich nicht wundern, daß man dich hier in die Ecke zu den Nazis stellt.
PS. Eine Empfehlung von mir.
Morgen ist Sonntag, geh` mal zur Kirche, und bitte unseren Herrn um Vergebung, es ist noch nicht zu spät mit dir.
@ Cult #122
“Diese Geschichte ist doch auch nur eine Mutmaßung:….”
Nein, sie ist keine Mutmaßung, nur ein bißchen Wissen, was da drüben passiert, ist sie.
“- mir kommen die Tränen”
Das bezweifle ich.
Ich habe mich geiirt, du darfst nicht in die Kirche rein, sonst entweihst du sie auch noch.
“Wollten die das Benzin saufen?”
Mir fehlen die Worte, ehrlich.
Ich entschuldige mich für die Aussage mit den Zivilisten.
Ich gebe zu, dies war zu hart ausgedrückt und über’s Ziel hinaus.
Natürlich sind Menschenleben grundsätzlich zu schützen. Das Problem ist jedoch, dass man die Terroristen und deren Helfer nicht ganz lieb “totkuscheln” kann. Falls der BW-Angriff eine Fehlentscheidung war, sollte dies personelle Konsequenzen haben. Entschädigungszahlungen halte ich in einem Krieg jedoch nicht für angemessen, zumal das Geld -wie bereits erwähnt – höchstwahrscheinlich zu Teilen dem Feind (den Taliban) zugute käme.
Entweder die BW und wir als Volk sind bereit damit zu leben, dass es weiterhin auch tote Zivilisten geben wird, oder wir ziehen dort ab. Ein Dazwischen gibt es nicht. Ich bin ja sowieso für den Abzug, da wir dort meiner Meinung nach nichts verloren haben und ohne die entsprechende Härte auch keine reelle Chance auf einen Sieg haben.
@Cult
Es gehört nun mal leider zu den Lebebslügen mancher Linker, dass Sie sich lieber um PC und Spiegelfechterei kümmern als um konkrete UMSETZBARE Politik. Und so endet das wohlgemeinte Ansinnen, seit Karl Marx dann letztlich bei der Formel: “I red nur drüber”.
Aber immer mit Schaum vor dem Mund, dass andere die falschen Entscheidungen treffen.
Wer selbst nichts tut um die Entscheidungs-Gewalt zu erringen und immer nur jammert, dass alle Anderen alles falsch machen, muss sich nicht wundern, wenn er nicht als ernst zu nehmende politische Kraft anerkannt wird, sondern nur als Jammerlappen.
LG, FrankS
@Cult & FrankS
Ihr müßt ja echt geile Drogen haben.
Pekuniarisierung menschlichen Lebens
Das gehört in die Sparte Ökonomisierung aller Lebensbereiche, was als umfassendes Konzept oberuntauglich ist. Der Artikel wirft einen kritischen Blick auf Auswüchse dieser Entwicklungsrichtung, was wohl ebenso wichtig wie richtig ist.
Nicht nur die Vergleiche mit ‘Tarifen für das menschliche Leben’, die dem Bereich der Rechtsprechung entstammen, sondern auch aus der Versicherungswirtschaft oder andere Versuche, Geldmenge x = Menschenleben mal zu kalkulieren, sollten bei zeitkritischen Betrachtungen mit einbezogen werden. Man muß sich wundern, was sich so Alles berechnen läßt.
Insgesamt ein wertvoller Beitrag zur Zeitkritik, lieber Spiegelfechter. Daumen hoch!
Da gibt es eine Reihe von Büchern, die dienen als Blaupause für einen neuen Gesellschaftsentwurf.
ERSTES BUCH – Der Produktionsprozeß des Kapitals
ERSTER ABSCHNITT – Ware und Geld
Zweites Kapitel. Der Austauschprozeß
Drittes Kapitel. Das Geld oder die Warenzirkulation
ZWEITER ABSCHNITT – Die Verwandlung von Geld in Kapital
DRITTER ABSCHNITT – Die Produktion des absoluten Mehrwerts
VIERTER ABSCHNITT – Die Produktion des relativen Mehrwerts
FÜNFTER ABSCHNITT – Die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerts
Kein Wort von Menschen.
Lieber Degnaphta,
das Buch heißt “Das Kapital” und bildet die Grundlage für eine konsequente Entmenschlichung und purer Ökonomisierung der Gesellschaft.
Als umfassendes Konzept oberuntauglich!
Daumen hoch! Lieber Degnaphta!
LG, FrankS
@FrankS
Mal wieder völliger Blödsinn, was Du schreibst, denn das Buch bildet nicht die Grundlage, sondern eine Analyse der anzunehmenden volkswirtschaftlichen Effekte. Du solltest nicht den Boten töten.
Ein wirklich interessanter Artikel zur Legitimität des Afghanistan-Krieges:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31729/1.html
1. Habe ich noch nie getötet, weder den Boten noch den Kalle Marx.
2. Hat man dann wohl die Botschaft falsch entschlüsselt, den die Konsequenzen aus der Analyse waren und sind oberuntauglich!(c;
@FrankS
Du hast leider nicht verstanden, was Dir mit dieser Metapher gesagt werden sollte.
Was willst Du damit ausdrücken? Versuche doch mal eine Beweisführung. Was für “Botschaften” gibt es denn da zu “entschlüsseln”? Und inwiefern sind “Konsequenzen aus der Analyse oberuntauglich”?
@ schwitzig (127)
Bist du dir da sicher?
Ich tippe mittlerweile eher auf ‘Minderwertigkeitskomplexe’ gepaart mit ‘Narzisstischer Persönlichkeitsstörung’.
Vergleich mal: http://www.psychoprobleme.de/lexikon-psychische-krankheiten/narzisstische-persoenlichkeitsstoerung.htm
@schwitzig #133
Damit hast Du einen Neoliberalen wie FrankS überfordert. Er kann nur das nachbeten, was er von seinem Herr und Meister Oswald Metzger gelernt hat. M/L stand da nicht auf dem (Leer)plan und ?Das Kapital? war Teufelszeug.
Falls Du es noch nicht gelesen hast: Guckst Du hier
Lieber Schwitzig,
ich denke die Antwort ist denkbar einfach. Man hat einem 2 klassigen System wie dem Kapitalismus ein 3. klassiges System entgegen gestellt. Jetzt wäre es an der zeit mnach einem 3.Weg, einem solidarischen Individualismus (coopetiton) zu entwickeln. Beide Entwürfe haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie nicht funktionieren.
Mit überfordertem Gruß, FrankS
Lieber Cosmo,
na Du hast ja wohl Deine Psycho-Ausbildung beim Institut ?Copy & Paste? gemacht!?
Wenn Du nur einen Hauch von Kompetenz in diesem Segment hättest, dann würdest Du etwas leisere Töne zu diesem Thema anschlagen.
Ich bin da zwar auch kein Fachmann, habe aber in mehrjähriger Praxis und einer Coachingausbildung zu mindestens so viel gelernt. Dass man die Diagnose und Klassifizierung von Menschen nach ICD 10 (F 60.8; Narzisstische Persönlichkeitsstörung), Leuten überlassen sollte, die sich damit auskennen.
Gelbe Seiten! Für die anderen Unterstellungen empfehle ich Dir einen Spiegel!
Freundlichst, FrankS
PS: “Wir können uns aber gerne mal treffen, dann kannst Du sehen wie minderwertig ich mich fühle. “lacht”
http://www.nytimes.com/2010/01/12/opinion/12iht-edrogozin.html
http://rus.ruvr.ru/2010/01/10/3478704.html
Guten Tag,
ich habe gerade Ihren Artikel gelesen und bin etwas irritiert. Ich selbst werde mitte diesen Jahres zum Leutnant befördert und habe nichts gegen Fakten. Das der Autor recherchiert hat was ein Menschenleben kostet und das diskutiert finde ich inordnung. Und sicherlich ist das eine sehr “geschmacklose” Diskussion. Aber zum Beispiel das Kind auf dem Foto mit dem Titel “Danke Deutschland” finde ich absolut nicht fair. Das ist meiner Meinung nach total unangebracht, weil es die Tatsachen verdreht und Deutschland/Bundeswehr in ein falsches Licht darstellt. Ich möchte noch anmerken das wir in Afghanistan keinen Krieg haben. Wir kämpfen dort nicht gegen Afghanen, bzw. gegen den Staat, sondern leisten Hilfe im Aufbau und bekämpfen Taliban. Die Afghanische Armee ist auf unserer Seite.
Liebe Grüße