Vorhang auf für die BOBs
geschrieben am 09. Dezember 2009 von Spiegelfechter
Was sind die BOBs? BOB steht für “Best of the Blogs” und ist ein internationaler Medienpreis, der seit 2004 jährlich von der Deutschen Welle vergeben wird. Die BOBs sind der größte Online-Award weltweit und gelten als “Blog-Oscar”. Bei den BOBs werden internationale Blogs sowohl in den elf Wettbewerbssprachen, als auch in fünf Sonderkategorien ausgezeichnet. Die Wettbewerbssprachen sind Arabisch, Bengali, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Indonesisch, Farsi, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch – damit decken die BOBs einen Großteil der weltweiten Blogosphäre ab. Sinn und Zweck der Preisverleihung ist es, die verschiedenen Blogosphären miteinander bekannt zu machen und außergewöhnliche Projekte einem internationalen Publikum vorzustellen. BOB-Gewinner sollten daher nicht unbedingt die “üblichen Verdächtigen” aus den Blogcharts sein, sondern gerne auch innovative Projekte, die mit Herzblut und Verve betrieben werden und (noch) nicht zu den bekannten Blogs zählen.
Warum schreibt der SPIEGELFECHTER über die BOBs? Will auch er endlich mal einen Preis gewinnen? Nein, der SPIEGELFECHTER zählt zu den elf Blogs, die gar keinen Preis gewinnen können, da der Autor in der Jury sitzt. Jeder BOB wird doppelt vergeben – einmal als Publikumspreis, gewählt von der Online-Community, und einmal als Jurypreis, vergeben von einer elfköpfigen Jury, ein Repräsentant pro Sprache. In diesem Jahr habe ich die große Ehre, als Juror für die deutschsprachige Blogosphäre zu fungieren. Diese Ehre ist zugleich auch eine große Verantwortung, an der ich meine Leser gerne auch teilhaben lassen will.
In der ersten Phase nehmen die Veranstalter zunächst Eure Vorschläge entgegen. Jeder darf (beinahe) alles vorschlagen – solange der Blog in einer der elf Wettbewerbssprachen verfasst ist und keine Hetze oder Schmuddelkrams enthält, wird der Vorschlag auf eine lange Liste gesetzt. Am 14. Februar 2010 endet die Vorschlagsphase und dann beginnt die Arbeit der Juroren. Aus der Liste werden durch die Jury jeweils elf Blogs für jede Kategorie nominiert, aus denen die Online-Community dann den Publikumspreis kürt. Jeder Juror ist dabei für die Nominierungen seines Sprachraums verantwortlich. Die Juryapreise werden dann am 15. April 2010 im Rahmen der re:publica10 bestimmt und bekanntgegeben.
Was könnt Ihr machen? Zunächst einmal würde es mich freuen, wenn Ihr gute Blogs (vor allem deutschsprachige) vorschlagt. Wenn es an die Nominierung geht, baue ich dann hier auf Eure Teilnahme. Neben meinen (gesetzten) Nominierungen werde ich Euch eine erweiterte Gruppe tauglicher Kandidaten vorstellen, aus denen Ihr dann per Voting Eure Sieger bestimmen könnt. Natürlich beeinflusst das meine Entscheidung in der Jury nicht, dafür aber die Nominierungen für den Publikumspreis. Eure Stimme zählt!
Links: Der Imagefilm für die BOBs
Jens Berger
| Tags: Medien | |
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Kommentare
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Voraussehbar: Das läuft dann halt eben doch wieder auf die üblichen Verdächtigen hinaus.
> Voraussehbar: Das läuft dann halt eben doch wieder auf die üblichen Verdächtigen hinaus.
Jo, denke ich auch. Oder hat man explizit auch als unbekanntes/weniggelesenes Blog eine Chance auf Profit?
@Harry und Markus
Eben nicht – beim Online-Voting ist das idT voraussehbar. Aber nicht für den Jurypreis – oder denkt Ihr, mein Votum wäre voraussehbar? ;-)
Das Eintragsformular hat ein ganz typisches Problem, auf das ich in solchen Kontexten häufig stoße:
1. kann ein Blog nur eine Sprache haben (ich schreibe in Englisch und Deutsch)
2. kann ein Blog nur einer Kategorie zugeschlagen werden, doch viele Blogs schreiben eben nicht nur über ein Thema, fallen also aus der Kategorisierung heraus
Ich verstehe auch, dass das ein schwer zu lösendes Problem ist, trotzdem wäre da vielleicht eine weniger strenge Trennung besser.
Ich kann mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass selbst die am besten organisierte Jury der Welt bei einem dermaßen großen Angebot an guten, teilweise sehr kleinen Weblogs den Überblick behält und über einen kurzen, oberflächlichen Blick hinauskommt. Das soll keine schlechte Kritik an der Jury sein oder ähnliches; ich kann es mir nur wie gesagt nicht vorstellen. Bewerten nach stichprobenartigem Artikelquerlesen wäre meiner Meinung nach nur dann legitimiert, wenn man etwas à la „Kontinuität in der Qualität der Artikel“ als Bewertungskriterium aufnehmen würde. Steht aber nicht drin, so wie ich das sehe.
Das soll jetzt nicht den Eindruck erwecken, ich wäre dem ganzen Projekt grundsätzlich negativ gesinnt.
Warum kann man da nicht sehen, wer bereits vorgeschlagen wurde?
Von den deutschen Politikblogs ist das Blog von Michael Spreng sehr empfehlenswert.
@Humanist
Muss ich auch sagen – also dito. ;)
Hab vier Mal versucht, das alles korrekt auf der verlinkten BOB-Seite auszufüllen (bei manchem wusste ich nicht genau: was will man von mir?); hat offensichtlich nie richtig geklappt, weil sie nach meinem Okay-anklicken immer wieder kam. Hab’s dann aufgegeben und verzichtet.
Zumindest eine der Auswahl-Listen ist nicht sehr hilfreich: für ein Blog, dass z.B. Text UND Fotos beinhaltet, man muss sich für EINS davon entscheiden obwohl das Blog von BEIDEM lebt. Irgendwie nicht richtig überlegt, das ganze?
Et tu, Brute?
@Chris
Kann ja nicht jeder ein Blogfundamentalist sein, sonst müssten sich die Fundamentalisten ja was neues suchen ;-)
@Klaus
Ich bin Juror und nicht technischer Administrator ;-)
Ich möchte auf Harrys ersten Beitrag eingehen….dass es ja doch nur eben wieder auf die üblichen “Verdächtigen” hinausläuft.
Das ist imo eine sehr unsachliche Ansicht und viel zu kurz gedacht.
Was macht denn einen guten Blog aus ? Selbstverständlich der Inhalt, aber zählt nicht der Bekanntheitsgrad auch dazu ? Was hilft mir der beste Blog, wenn ich ihn nicht kenne und/oder ich ihn nicht per einfache Suche finde ?
Qualität setzt sich letzten Endes immer durch. Ein guter Blog wird früher, oder später bekannt…und sei es durch sogenannte “Mundpropaganda”.
Sicherlich gibt es viele viele andere Blogs, die in Bezug auf die Meinungsfreiheit sicherlich wertvoll sind.
Wenn sie aber (noch) nicht bekannt genug sind, erreicht ihr Inhalt die Masse noch nicht. Also wofür sollten Sie dann einen Preis bekommen ?
@DerFlaschengeist
Weil sie dann bekannter werden und größere Kreise erreichen. Ich sehe eh nicht ein, was die Reichweite mit der “Preiswürdigkeit” zu tun haben soll? Der Ausdruck Blog-Oscar ist da m.E. auch unglücklich – nennen “wir” es doch eher Sundance-Blog Festival ;-)
Ausgeblendeter Kommentar (anzeigen)
Ich schlage BILD vor.
Wer sind denn die üblichen Verdächtigen?
Schade, dass ich nicht den Spiegelfecher waehlen kann!
Fuer mich ist er konkurrenzlos gut und der erste Blog, den ich regelmaessig lese.
Es gefallen mir nicht alle Themen bzw. die Perspektive, von der sie betrachtet werden (Stichwort: Sozialpolitik), aber v.a. stilistisch sind alle Beitraege 1A geschrieben.
Weiter so!
Ich war mal so frei, ad sinistram von Roberto De Lapuente vorzuschlagen.
@SF Nr.13
Jetzt finde ich deine Einstellung für mich nochmals klarer – und angenehm.
@khad
s. deutsche blogcharts (die ersten elf und aus den nachfolgenden Nummern noch ein paar vereinzelte Dauergenannte)
Ich weiß es nicht ganz genau wie die Aufteilung untereinander tradiert ist und wie sich das herleitet: A-Blogger, B-Blogger, Journalisten als Blogger und solche Unterteilungen kursieren da wohl.
http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/12/10/deutsche-welle-bob-best-of-cia-propaganda
@Walter Hill
Ja ja, der Wirrkopf mal wieder – Schulterzucken und Grinsen ;-)
Ich erwarte einen geistreichen, argumentativen Zickenkrieg…nicht. ;-)
@Spiegelfechter
*pfff*
Was stört es die Eiche, wenn das Schwein sich an ihr reibt? Der Knabe ist unterhalb meiner Aufmerksamkeitsschwelle ;-)
@ Walter Hill, #19 + 21:
Da kannst Du lange warten ;-) Der Cheffe wird seine Zeit sicher nicht mit wildgewordenen Bloggern, die hinter allem wahlweise die Amis, die Russen, “die Juden” oder die Bilderberger vermuten, vergeuden. Derlei führt für gewöhnlich nicht zu einem Erkenntnisgewinn, sondern nur zu bösem Blut.
Mit “Kollegen”, die mit Unterstellungen und unbelegten Hypothesen operieren, ist keine vernünftige Diskussion möglich, wie ich erst letzte Woche selber wieder erfahren durfte.
Gruß
hannilein
Hallo Jens,
was ist mit den NachDenkSeiten?
http://www.thebobs.com/index.php?w=1157121569510946JEGZGQCJ
Grüße
SK
@SK
Gute Frage – ich schätze mal, die Nachdenkseiten gelten nicht als Blog, da sie keinen Kommentarbereich haben. Eine Einschätzung, die ich nachvollziehen kann, was natürlich nichts über die herausragende(!) Qualität der NDS sagt.
Hallo,
habe versucht, folgende Seite vorzuschlagen:
http://www.final-frontier.ch/
Klappt irgendwie nicht.
Vielleicht gefällt sie ja einem von euch, und er schlägt sie vor…
Grüße
SK
Soweit ich weiss haben auch viele Länder in Asien die allgemeine Menschenrechtserklärung der UNO unterzeichnet. Es geht also nicht nur um westliche Werte, wenn man die Einhaltung von grundlegensten Menschenrechten fordert.