Katerstimmung
04. Juni 2007 von Spiegelfechter - Drucken
„Damit konnte niemand rechnen“ – so lautet der Erklärungsversuch der Verantwortlichen der Anti-G8 Demonstrationen. Wirklich nicht? Es gehört schon ein großer Teil Naivität dazu, zu denken, bei der vorher seitens Politik und Sicherheitsbehörden unnötig aufgeheizten Atmosphäre, würde eine Großdemonstration mit - je nach Quelle - 2000 bis 3000 Angehörigen des Schwarzen Blocks friedlich verlaufen. Es lag förmlich in der Luft, dass bei der ersten potentiellen „Provokation“ seitens der Polizei, die Lage massiv eskaliert, wobei es letztendlich unerheblich ist, ob eine Provokation vorlag und von wem diese ausging. Die Aktionen oder Reaktionen des militanten Teils des schwarzen Blocks sind unentschuldbar und haben der „gemeinsamen Sache“ einen Bärendienst erwiesen, wobei man bezweifeln muss, dass diese „gemeinsame Sache“ von den Gewalttätern überhaupt geteilt wird. Durch die Gewalt wurde jegliche Form des substantiellen und inhaltlichen Protestes diffamiert, konterkariert und unterminiert.

Einen Ford Focus Kombi auf einem Behindertenparkplatz, das Sinnbild einer „Bonzenkarre“ schlechthin, abzufackeln und zerbrochene Gehsteigplatten über die Köpfe friedlicher Demonstranten hinweg auf die Polizei zu werfen ist keine politische Willenserklärung – es ist simples Hooligan-Benehmen, das sich selbst den Schein revolutionären Handels verleiht, indem es „linke“ Symbolik missbraucht. Wäre es nicht so traurig, man könnte herzhaft darüber lachen, dass eine wild gewordene tumbe Rasselbande vorgibt, das „Schweinesystem“ zu bekämpfen und ihm genau damit den größten Gefallen tut.

Die Linke übt sich derweil in Selbstkritik, Verdrängung und dem Aufstellen von Verschwörungstheorien. Selbst wenn man der Polizei in vielen Punkten Vorwürfe machen muss, so sind Thesen wie „die Gewalt ging einzig von der Polizei aus“, „die gewalttätigen Autonomen waren in Wirklichkeit V-Männer der Polizei“ oder „Zivilpolizisten lösten die Krawalle aus“ absurd und unreif. Natürlich kann man diese Verdrängungen und Projektionen verstehen – die Enttäuschung sitzt tief und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird die Schuldfrage einfach umgedreht und sich anhand der durchaus vorhandenen Indizien für Fehler und Provokationen der Polizei eine subjektive Wahrheit gebildet, die allerdings der objektiven Prüfung nicht standhält.
Wenn man tatsächlich der Überzeugung ist, ein am Rande des Demonstrationszuges stehender Polizeiwagen sei eine unerträgliche Provokation, die dessen Zerstörung rechtfertigt, so sollte man ernsthaft den eigenen Geisteszustand überprüfen lassen. Derartige Erklärungen erinnern in ihrer innewohnenden „Logik“ an den Vergewaltiger, der die Frau in Minirock für sein Verbrechen verantwortlich macht. Sind denn die militanten Autonomen pawlowsche Hunde, die beim Anblick eines Polizeiwagens nichts anderes können, als instinktiv darauf einschlagen? Wenn dem so ist, haben sie keine Verteidigung verdient und solche Argumentationsmuster führen sich als Erklärungsversuche selbst ad absurdum.
Die Linke und die Protestbewegung werden um schwierige Fragen nicht herumkommen – ein Umdenkprozess muss einsetzen, wenn sie nicht wollen, dass künftige Veranstaltungen ihrer Sache mehr schaden denn nutzen. Die kommenden Tage kann man als Generalprobe für den guten Willen verstehen. Da die Gewalttäter von Rostock laut Polizeiangaben, auf den Campingplätzen der Gipfelgegner auf den nächsten Einsatz warten, ist leider von einer Neuauflage der Krawalle auszugehen, wenn nicht hinter den Kulissen massiv auf diejenigen eingewirkt wird, die beim militanten Block etwas zu sagen haben.

Der Gewinner des Wochenendes ist der Sicherheits- und Präventionsstaat, den Schäuble und seine Spießgesellen herbeisehnen – sie können mit tief betroffenen Gesicht in die Fernsehkameras heucheln, ihre Aktionen seien so im nachhinein gerechtfertig und anlässlich des medialen Begleitfeuerwerks wird es ihnen leicht fallen, den nächsten „Sicherheitskatalog“ zu rechtfertigen. Ob die Beugung des Rechtsstaats im Vorfeld in irgendeinem Zusammenhang mit den Ausschreitungen steht, fragt natürlich niemand. Man hätte die Paranoia der sicherheitspolitischen Hardliner in Rostock und Heiligendamm hervorragend in ihrer ganzen Lächerlichkeit bloßstellen können – friedliche, bunte Demonstrationen, schwer gepanzerte Polizisten im fröhlichen Gespräch mit Demonstranten. Welch naiver Gedanke.
Empfehlung: “Haut ab, ihr Ego-Typen!”
Bildnachweis: Indymedia.org
Jens Berger
Posted in Deutschland |
















































































was ich nicht verstehen kann, ist die fehlende selbstreflexion der linken. wieso kann man nicht einfach dazu stehen, das es wohl teile innerhalb des demonstrationszuges gab, die einfach geil auf randale und gewalt waren? wieso muss man da irgendwelche verschwörungstheorien von den bösen “zivilbullen” ausgraben?
es zeugt doch viel mehr von größe und der fähigkeit zum differenzieren, wenn man sich nicht in irgendwelche wirren thesen flüchtet. es hilft auch der glaubwürdigkeit.
@Kiesow
Das verstehe ich auch nicht wirklich. Ein Erklärungsansatz wäre vielleicht die mit der Erkenntnis verbundene Frage, ob und wie man bei zukünftigen Veranstaltungen gewaltbereite Demonstranten isoliert oder ausgrenzt.
Die linke Protestkultur ist nun mal aus den 67er Unruhen geboren und über die Anti-AKW Bewegung etc. großgeworden. Maßnahmen, wie ein Ordnerdienst, der mit den Behörden zusammenarbeitet sind den Veteranen von Brockdorf und Kalkar wahrlich schwer zu vermitteln.
Guter Artikel. Ich möchte nur einen Punkt einwerfen:
Verschwörungstheorien sind es sicherlich nicht, wenn einige davon ausgehen, der Schwarze Block arbeite mit der Polizei zusammen, bestehe zum Teil aus V-Männern oder werde gezielt von der Polizei begünstigt, um Ausschreitungen der Polizei zu rechtfertigen. Genau das ist in Genua seinerzeits passiert, dort haben alle Vorkehrungen ein Anreisen des Schwarzen Blocks nicht verhindert, dort ist die Polizei mehrfach bei Gewaltaten des Schwarzen Blocks nicht eingeschritten, obwohl sie mit deutlich überlegenen Kräften daneben stand und aus Genua gibt es Aufnahmen die zeigen, wie vermummte und bewaffnete Angehörige des Schwarzen Blocks bei der Polizei ein- und ausgehen, sich mit ihr beraten, ja ihr offenbar sogar Anweisungen geben.
Die Frage ist, ob das jetzt in Heiligendamm wieder so abgelaufen ist, oder ob Deutschland noch so viel Rechtsstaat ist, daß dies bei uns noch nicht bittere Realität ist. Es ist sicherlich schlimm, von den Sicherheitskräften soetwas mit einigem Recht annehmen zu können, aber es ist gewiß keine Verschwörungstheorie, den dafür ist es leider nicht weit genug hergeholt.
Nichtsdestotrotz sollte sich die Linke an dieser Stelle allmählich Gedanken darüber machen, wie sie Angehörigen des Schwarzen Blocks auf Demonstrationen und im Alltag begegnen und ihrem Wirken entgegentreten will. Vermutlich wird sie dann die bittere Pille schlucken müssen, daß ihr Feind (noch) nicht die grüne Uniform trägt. Der Schwarze Block scheint sich in Teilen aus Rechten zusammenzusetzen, die gezielt die friedlichen Demonstrationen der “Zecken” in Mißkredit bringen wollen und so letztlich den Überwachungs- und Willkürstaat begünstigen, den wir alle nicht wollen.
@Māhajīvana: seien wir doch mal ehrlich. die sicherheitskräfte würden fahrlässig handeln, wenn sie nicht versuchen würden v-männer oder verdeckte ermittler in den schwarzen block einzuschleusen.
das diese v-männer dann in einer demo auch mal zur seite treten, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, und ihren kollegen mitteilen, was als nächstes geplant ist, kann ich auch nachvollziehen. es muss nicht immer gleich auf dem level sein, wie wir das in genua erlebt haben.
erschreckend finde ich es nur, wenn argumente aufgefahren werden, wie ich das gestern in einem forum der linken gelesen habe. da stand dann sinngemäss: “da war eine gruppe von 20 mann, alle über 185cm groß, kurze haare und mit neuen, schwarzen klamotten. das waren natürlich die bullenschweine.”
gerade die tatsache, das es neue klamotten waren, wurde als der beweis schlechthin genommen. das vielleicht aber auch hätten rechte sein können, die die demo aufmischen wollten, darauf ist niemand gekommen.
Verschwörungstheorien…hm…naja…: In Genua ( video.goog... ) waren die Krawallen ja scheinbar auch irgendwie gewollt. Jedenfalls gab es dort laut der WDR-Reportage einige merkwürdige Vorkommnisse.
Aber selbst wenn es einige Agents Provokateurs gab, dann ist es natürlich nicht in Ordnung, dass sich andere davon mitreißen lassen. Vor allem weil es eben, wie schon erwähnt, am Ende ein Punkt für Schäuble und co. bedeutet.
@Kiesow
Deinem letzten Absatz stimme ich voll und ganz zu. Teile der Linke sympathisieren offensichtlich mit den “Schwarzen”, andere stilisieren sich (oder andere) zu “Veteranen”. – Was soll das sein? Kriegsrhetorik der Pazifisten? – Ist halt bequemer und hat einen Hauch von Heroismus, der Sache dient es jedoch nicht.
Den Einsatz von V-Männern sehe ich grundsätzlich problematisch. Die Rolle von V-Männern bei der Radikalisierung der Linken im deutschen Herbst und die Verstrickung von V-Männern in die Führungsebenen der NPD zeigen deutlich, wo da der Hund begraben ist.
Das nun der Einsatz von V-Leuten in Heiligendamm nicht auf dem Level ablaufen muß, wie das in Genua der Fall war, ist klar. Nach den letzen Wochen wundert mich indes nicht, daß die deutschen Sicherheitskräfte genau dessen verdächtig werden.
Das mit den Klamotten ist sicherlich kein objektiver Beweis und auch ein Stück weit Paranoia, aber trotzdem sollte man sich fragen woher diese Paranoia denn kommt und ob sie nicht vielleicht sogar gerechtfertigt ist. Das was da in Genau passiert ist bleibt in den Köpfen hängen und was im Vorfeld des diesjährigen Gipfels geschehen ist mit den Hausdurchsuchungen, Fahrradkontrollen, Grenzkontrollen usw. trägt eben auch nicht zu einer entspannten Situation bei.
@G
Eigentlich habe ich im Artikel ziemlich viele “Konjunktive” benutzt - eben weil auch ich das (sehr gute) Video des WDR kenne.
Die drei verlinkten “Artikel” weisen aber jede Schuld für die Krawalle seitens der Autonomen weit von sich. Hier werden die Vorkommnisse aus Genua 1:1 auf Rostock übertragen ohne dafür auch nur den Hauch eines Beweises vorzulegen - dafür wähle ich das Wort “VT”.
Ich bezweifele in keinem Punkt, dass möglicherweise Agents provocateurs im Spiel waren, dennoch ist dies eine Randnotiz, die sehr interessant als isolierte Diskussion wäre, aber keinesfalls die Schuldfrage umzudrehen vermag. Der erwachsene Mensch ist für sein Tun verantwortlich - aber das schreibst Du ja selbst ;-)
Auch wenn es schwer fällt, sollte man sich mit dem Gedanken vertraut machen, das es unterschiedliche Vorstellungen des zivilen Ungehorsams gibt. Wer mit der Idee liebäugelt den G8 zu verunmöglichen ist es entweder größenwahnsinnig oder er schließt Gewalt nicht aus. Mit buntem Protest alleine ist es dabei nicht getan, es sei denn, es gelingt nicht 50.000, sondern 500.000 zu mobilisieren.
Desweiteren sollten diejenigen, die sich jetzt empört über die Gewalt zeigen,sich fragen ob sie Gewalt immer und überall ablehnen und auch in der Vergangenheit abgelehnt hatten oder nicht zumindest zustimmend bei der Verhinderung etlicher NPD-Aufmärschen, die wegen polizeilichen Notstands abgeblasen werden mussten zu- bzw. weggeschaut haben.
Zwar ist eine Verbindung mit den Razzien und sonstigen repressiven Maßnahmen aus ideologischen und propagandistischen Günden naheliegend, beweist allerdings auch gewollte Realitätsferne.
Diejenigen, die am Samstag zum Kampf angetreten sind, haben sich seit vielen Monaten vollkommen unbeeindruckt auf diese Tage in Heiligendamm vorbereitet.
Alles darüber hinausgehende Erklärungsversuche sind reine Spekulation, die zwar ganz gut ankommt, aber mit der stattgefundenen Militanz nichts zu tun.
Deswegen sollte auch diese Verbindung nicht hergestellt werden, so verlockend sie auch ist, wenn im Nachgang gegen die Etablierung repressiver Maßnahmen vorgegangen werden muss.
@stroga
Du hast sicher recht mit Deinem Einwand, man müsse sich mit dem Gedanken vertraut machen und auch ich denke, daß die “harte Linie” im Vorfeld sicher nicht Auslöser, wohl aber Mobilisierungshilfe, war.
Nur welche Schlüsse soll man daraus ziehen?
Da die gewalttätigen und gewalttolerierenden Gruppen offensichtlich nicht die Ziele der gewaltablehnenden Gruppen teilen, ist für letztere ein Abgrenzung zwingend geboten - ansonsten ist man nur der Mohr, der seine Schuldigkeit tut, um letztendlich seine eigenen Ziele immer und immer wieder von der gewalttätigen Fraktion konterkariert zu sehen.
Die Impotenz der gewaltablehenden Fraktion wurde uns am Wochenende vor Augen geführt und wird es in dieser Woche sicher noch öfters. Wenn Attac und Co eine innergesellschaftliche Bewegung bleiben wollen, die im pluralistischen Zirkus mitspielt, so dürfte nach Heiligendamm eine Zäsur nötig sein.
Hallo,
Spiegelfechter - Zustimmung zu Deinem Artikel und Differenzierungen: Die mediale verbale Vorbereitung des “Gipfels” war ja schon ein Gipfel. Es wurde ein Popanz aufgebaut wonach alle nur darauf warteten, daß etwas in Form von außergewöhnlicher Action passiert.
Enttäuschung wäre auf beiden Seiten groß, wenn Schlachtgetümmel ausgeblieben wäre.
DEie Provokation war da - die sich provozieren lassenden auch. Die Medien standen schußbereit.
Der Gipfel hat seine Bilder und die “Autonomen”, “der schwarze Block” und das ganze Anti-Gesocks streiten sich die Mäuler fusselig.
So, der Gipfel ist gelaufen - auf zu neuen Schlagzeilen.
Nee - so einfach ist das aber nicht: Die Polizei provozierte seit Wochen - die Anti’s blieben relativ ruhig.
Provokationen auf den Anfahrtswegen, Provokationen mit dem Errichten eines Sperrzaunes, Provokationen mit “rechtsstaatlichen, demokratischen und freiheitlichen” Urteilen - und dann wieder anders herum, Provokationen in Talk-Shows, in den Nachrichten Stimmungsmache, Provokationen gegen Personen, Parteien, Vereine, Gruppen im Vorfeld ohne Ende.
Lest nur die Berichte vom “Spiegelfechter” hier im Blog!
Die Anti’s blieben immer noch ruhig.
Und dann flogen Richtung Polizei in Rostock drei Flaschen (PTE) und fünf Steine.
Augenzeugen berichten Schreckliches über Polizeiausschreitungen gegen Menschen.
Anti’s haben ein Auto angezündet. Und ein paar Polizisten verletzt.
Doch Polizisten wurden von niemanden gezwungen, Polizisten zu werden. Sie taten es freiwillig - im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte(?).
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Die Medien haben ihre Bilder.
Stark bleiben!
@D. Krüger: sorry, aber die argumentation “die sind freiwillig polizisten geworden” ist doch völlig daneben. man geht bestimmt nicht zur polizei, weil man dort demonstranten verprügeln darf, sondern eher weil man zur kripo oder streifenpolizei möchte. nur dummerweise müssen die meisten polizisten nach ihrer ausbildung für zwei jahre in eine hundertschaft und werden dann zu den demos gefahren.
aber weil die freiwillig zur polizei gegangen sind, darf man die mit flaschen und steinen bewerfen? also bitte.
das fragezeichen hinter “geistigen Kräfte” lässt vermuten, das du polizisten für geistig nicht sonderlich fit hälst. allerdings wird man heutzutage in vielen bundesländern nur noch mit (fach-)abi eingestellt. das sagt zwar nicht sonderlich viel über geistige fähigkeiten aus, sollte aber zeigen, das nicht jeder Depp eingestellt wird.
man kann die polizei genauso wenig über einen kamm scheren, wie man das mit den demonstranten machen kann. oder hälst du tatsächlich den streifenpolizisten von nebenan für einen brutalen schläger?
@kiesow: Ein Frage, woher diese Sicherheit, dass der Staat nicht eventuell mitprovoziert haben könnte, woher diese Sicherheit? Der “gewaltbereits Autonome” ist auch nicht mehr als eine Verschwörungstheorie, die den Hardlinern nützt.
@Spiegelfechter: Du schreibst: “Die linke Protestkultur ist nun mal aus den 67er Unruhen geboren und über die Anti-AKW Bewegung etc. großgeworden. Maßnahmen, wie ein Ordnerdienst, der mit den Behörden zusammenarbeitet sind den Veteranen von Brockdorf und Kalkar wahrlich schwer zu vermitteln. ”
Mit Verlaub, aber das ist doch Quatsch. Linke Protestkultur erlebe und fotografiere ich seit 2002 recht intensiv und ich kann genügend Beispiele für Kooperation und aktive Deeskalation anführen, und da waren auch oft “Schwarze Blöcke” dabei. Hier die Linken, die es nicht mehr gibt, über einen Kamm zu scheren, das wundert mich doch sehr stark.
@ralphs: die sicherheit habe ich gar nicht. im gegenteil, ich bin mir durchaus bewusst, das es auch in den reihen der polizei menschen gibt, die sich gerne prügeln und provoziert haben werden.
@ralphs
Das ist mein subjektiver Eindruck - gespeist durch Gespräche und Erfahrungen von früher. Wenn Dein Eindruck sich von meinem unterscheidet, nehme ich das wohlwollend zur Kenntnis. Ich wünsche mir sogar, daß Du im Recht bist.
Nein zum Versuch von Politik und Medien, friedliche Demonstranten für die Randale von Autonomen in die Pflicht zu nehmen und unter Rechtfertigungsdruck zu setzen!
Herrschaften, so nicht!
Ok, ich wollte nicht arrogant wirken. Aber die Frage, warum gerade jetzt, warum boomt plötzlich diese “linke” Gewalt? Jahrelang gab es zig Demos mit Hunderttausenden Menschen. Ich erinnere nur an die Anti-Bush-Demo 2002 in Berlin, drei Tage, Zehntausende auf den Beinen, Linke aller Couleur, mein Gott, da waren auch “schwarze Blöcke” dabei, da gab es auch am Rande an einem Tag etwas Gewalt, wahrscheinlich weil beide Seiten gewisse Rituale brauchen. Oder kleine Demos gegen Abschiebung, in Bremen z.B., als es darum ging, bis zum Veranstaltungsort der tagenden Innenminister vorzudringen und wo es eine Streit-Diskussionen zwischen Demoverantwortliche und Polizeieinsatzleiter gab mit dem Ergebnis, dass eine 2-Leute-Delegation eventuell durchgelassen werden könnte. Den Dialog gegen Polizieauflagen fördern, kann man das nennen. Oder nehmen wir den jahrelangen Widerstand der Menschen im Wendland gegen das Atommülllager Gorleben und die Castor-Transporte. Ich war 2005 auf der Auftaktdemo in Lüneburg und danach 2 Tage im Wendland selbst. Da gab es einige heikle Situationen, die aber nicht eskaliert sind, da gab es auch kleine, halb-vermummte Blöcke, aber es gab nicht diese Gewalt. Und im Wendland wird ein Höchstmaß an zivilem Ungehormsam gelebt, wenn das mancher Polizei-Gewerkschafts-Hardliner wüsste, der hätte schon längst Waffenensatz auf Demos angedroht. Aber haben wir in den ganzen Jahren irgendwas von Gewalteskalation im Wendland gehört?
Ich sehe Strategie der Deeskalation seitens der Polizei trotz mancher Schikane derselben als zivilisatorischen Fortschritt an. Und der wird jetzt in Frage gestellt, Nulltoleranz-Politik wird täglich gefordert, Gummigeschosse und Schusswaffeneinsatz sind heute im Gespräch. Zuvor gab es Razzien, Post wurde durchsucht. Wer ist denn so naiv, um hier nicht politischen Willen zu sehen. Und das hat nichts mit irgendeiner Verschwörungstheorie zu tun, wenn man darüber nachdenkt, welchen Interessen gedient wird, wenn man ein Feindbild namens “gewaltbereite Autonome” hochstilisiert.
Soweit einige Gedanken, die vielleicht deutlich machen, dass man die dummen Steinewerfer und ihre zum Teil ziemlich blöden Parolen veurteilen und kritisieren kann, aber sie zum alleinigen Sündenbock zu machen, wäre genau das, was meiner Meinung nach auf gewissen Etagen zum politischen Kalkül gehört. Jetzt sind sie dran.
Olla Spiegelfechter,
bin einer der stillen 2000, die hier ab und an reinschauen. Heute ists mal Zeit, Danke zu sagen. Dein Kommentar zu den Krawallen hat mir bei der “inneren Orientierung” geholfen und den Blickwinkel erweitert; der Meinungskompass bleibt in Bewegung, bekommt aber eine klare Richtung.
Oh. Und deine Reichweite ist leicht höher als deine Webstatistik. Das SPON-Zitat (”Wir müssen den Krieg…”) habe ich heute im Gespräch mit Kollegen mehrfach klargestellt. Es gab einige verdutzte Gesichter, die verwirrt akzeptieren mussten, dass ihr persönliches Online-Leitmedium diesmal leider kolossal gepatzt hatte.
So, jetzt reichts aber mit der Honigspur :P Gutgehen lassen.
Tach zusammen,
ich habe nur selektiv wahrgenommen, was da in Rostock abgelaufen ist, evtl. auch zu erwarten war, in jedem Fall aber journalistisch und von Staatsschutzseite vorbereitet wurde. Was ich mich frage, jenseits aller VT, gibt es Zusammenhänge, zwischen der RAF aka Christian Klar-Begnadigungsdiskussion, Benno Ohnesorg-Memorialartikeln. Wieso wird gerade im Jahr des G8-Gipfels in Heiligendamm, der deutsche Herbst beschworen wird, als gelte es Tote aufzuerwecken, die man durchaus nützlicher Verwendung zuzuführen weiß.
Kann mich ja täuschen.
Außerdem erinnert mich der Angriff der sog. Autonomen in Rostock an ein ähnliches Vorkommnis, vor den den Zäunen von Wackersdorf.
Dort stand auch ein einsamer Mannschaftstransportwagen rum, er ging nach dem Angriff der sog. Autonomen in Flammen auf, woraufhin die BGS-Hubschrauber einen trefflichen Anlass hatten, CS-Granaten zu schmeißen.
Ich denke, in Heiligendamm wird es noch schlimm enden. Sei dies meine persönliche Paranoia oder eben meine subjektive Sicht auf die Dinge, über die ich Informationen habe.
Gruß Diogenes
Schöner Artikel, Herr Spiegelfechter! Ich kauf mir das Teil trotzdem weiter, jede Woche, wie immer, seitdem ich das darf ;-)
hmm… das ND meint, das wären nur ein paar Dutzend gewesen?
ups… beim ND ist das ein Opel, immerhin…
Nicht nur SPON schreibt wohl manchmal Müll, sorry…
Aaaaaber:
Das allen “Deeskalation” schreienden ins Stammbuch. Danke.
Ach ja… irgendwo im Netz gibt es einen “Reisebericht” von so genannten Linken aus Leipzig. Die gehören als allererste zur Überprüfung.
Jupp. Mir aus dem Herzen, sozusagen. Und jenes Medium, aus dem DAS zitiert wird, gehört nun nicht zu meiner Stammlektüre.
@ju523m
Ich bin zwar alles andere als ein Autofachmann, aber für mich ist das ein Ford Focus.
Nach den heutigen Enten wäre ich mit der Formulierung 2000-3000 auch vorsichtiger. Aber es hieß ja auch “je nach Quelle” - das ich das Neue Deutschland vergessen habe, tut mir natürlich leid ;-)
Obgleich ich anlässlich der Phoenix-Bilder die Zahl von “Ein paar Dutzend” für falsch halte - vielleicht definiert das ND den “Schwarzen Block” halt anders?
Hallo,
@kiesow - warum wer zur Polizei, zur BuWe oder in den öffentlichen Dienst geht, ist unerheblich - er macht sich somit zum Büttel des jeweils herrschenden Regimes. Sollte ihm das nicht klar sein, scheint er etwas zu viel guten Gemütes zu sein.
Ich habe den Steine- und Flaschenwerfern keinen Freibrief ausgestellt - doch welche Möglichkeiten haben Menschen, wenn sie mit Wasserwerfern, Pistolen und Schlagstöcken nicht nur bedroht werden?
Mit nur etwas gutem Willen kannst auch Du im Internet Berichte über Ausschreitungen der Polizei gegen die Demonstranten finden.
Stark bleiben!
@D.Krüger
Und denoch geht es hier um Proteste gegen den G8-Gipfel. Allerdings ist mir kein Polizist der Hundertschaft bekannt, der G8-Politik betreibt. Man weiß ja nicht einmal, ob nicht auch genug Polizisten dagegen sind. Aber für den radikal in sich verzahnten militanten Block, der sich im “heldenvollen Abwehrkampf gegen das Staatsystem” sieht weil er über eine ebenso ignorante wie auch kurzsichtige Art der selbstreferenziellen Denkens kaum hinauszukommen scheint, sind die Polizisten nicht nur Aggressoren sondern auch verbreiter der G8-Politik.
Hier genau irrt wer neutrale Staatspartei nicht von Politikerloge unterscheiden kann. Die Tätigkeit der Polizei liegt im Schutz der Unbeteiligten, aber auch der Beteiligten. So gilt es nicht nur zu verhindern, dass in Rostock intakte Pflastersteinegehwege zu den spärlichen Stadtraritäten und Sehnswürdigkeiten werden, sondern auch, dass die friedlichen Demonstranten und Passanten nicht Opfer eines Wurfgeschosses werden.
Nur schreibt sich das deutlich leichter als es ist, wenn der Brandsatzwerfer von ebenda in der friedvollen Masse untertaucht, die ihrerseits nun mitten in die Fronten gelangt.
Diese Partisaneneinstellung der Militanten ist erwünscht, wissen diese doch, dass ihr Bruch mit dem Rechtsstaat, Sachbeschädigung und versuchter Totschlag, schwere körperliche Verletzung, Reaktionen fordern MUSS. Dadurch wird die friedliche Masse, selbst unfähig, hoffentlich nicht unwillens, den schwarzen Block aus ihren Reihen zu treiben, unweigerlich ins Kreuzfeuer geraten und nun ebenfalls den Aggressor in der Polizei sehen.
Wo bitte finden sich im Youtube-link ‘durchaus vorhandenen Indizien für Fehler und Provokationen der Polizei’? Im Video hab ich die jetzt nicht gesehen und die Kommentare bestehen zu 95% aus Bullshit von (vermutlich) Minderjährigen oder Denkabstinenzlern.
Wo also die Provokation in diesem Video?
Ups… hab den Satz zum Link nochmal gelesen… mea culpa… das Alter
@D.Krüger. Ich weiß gar nicht, was es da zu diskutieren gibt? Die Dodeln die, die Pflastersteine auf die Menschen in Uniform geworfen haben, machen sich zu den Bütteln des herrschenden Regimes. Sie hindern z.B.: mich, auf diese Kundgebung gegen den Zynismus der Herrschenden, zu gehen. Es gibt in unseren Demokratien nahezu keinen Grund Gewalt als legitimes Mittel zu betrachten um etwas zu erreichen. Die Mitglieder des *schwarzen Blocks*, allein der Name ist lächerlich, sind geistig minderbemittelte oder sozial massiv Gestörte. Da sie die Zusammenhänge in der heutigen Welt nicht begreifen, reagieren sie mit Aggression. Dieses Verhalten kann man ja auch bei Babys beobachten. Ich habe Freunde bei der Polizei mit denen ich geraucht habe, viele Stunden über Gott und die Welt diskutiert habe. Würdest Du gerne in einem Statt ohne staatlichem Gewaltmonopol leben?, ohne Polizei. Wenn ein Staat nach deinen Idealen (so du welche hast) funktionieren würde, bräuchte es dann keine Polizei?
Ich bleibe dabei. Die Randalierer sind einfach dumm und gehören in Therapie.
Bei so einer Demo möchte ich kein Polizist sein, da kann man eigentlich alles nur falsch machen….
Wer aufhört Polizisten als Menschen zu sehen - ist kein Linker oder Rechter - er ist ein Drecksack!
Ein Krimineller! Ein Faschist - auch wenn er das Feigenblatt - anti - davorsetzt.
Das “Geheime” die Steuerung über solche Prozesse haben, ist eine gleiche Angelegenheit.
Die Bürger sollten wissen das solche Demonstrationen nur dem Gegner dienen - weil er die Antikräfte Bündelt und ihre Kraft bindet.
Wenn ihr friedlich Demonstrieren wollt dann meldet es nicht an und macht es dort wo ihr wollt - kommt die Polizei dann geht und macht es wo anders!
Die Orte besitzen die Intelligenz!
Ich stimme den Aussagen des Artikels voll zu.
Die linke Protestbewegung hat sich (wieder mal) selbst ins offene Messer der Schäuble-Fraktion geworfen. Bravo, kann man dann nur sagen, ganz toll gemacht!
Nun, was tun?
Wie Spiegelfechter schon schrieb: Abgrenzung tut not.
Die Gewalttrottel spielen als einfach zu verallgemeinerndes Feindbild gegen die Protestbewegung den Mächtigen in die Hände, und als genau muss man die Chaoten auch medial öffentlich darstellen.
Da unsere Blubbermedien das nicht von alleine tun werden,
müssen WIR (als Protestler) DAS SELBER TUN.
Nehmt ein Foto von Radalierenden aus dem “schwarzen Block”
und schreibt “Schäulbe dankt euch ihr Idioten” drunter und erhebt
es zu einem Motto der Demos (okay, vielleicht ein bisschen subtiler)… aber so was in der Richtung.
Das Gleiche gilt für die Praxis bei den Demos. Das Fußball-Hooligan
Problem hat man dadurch halbwegs in den Griff bekommen,
dass die Polizei, wenn sich Gewalt zu entwickeln began, statt mit Wasserwerfern gezielt in kleinen Teams in die Menge ging und
die Rädelführer herausgeholt hat - und damit die Eskalationsdynamik frühzeitig beendete.
Aber solche Konzepte werden die deutschen “Einkesselungs”-Sicherheitsbehörden nicht von alleine anfangen,
da müssen die Organisatoren der Demos MAL SELBER AKTIV WERDEN, anstatt sich über abgestellte Polizeiwagen zu mokieren.
Bei solchen hochpolitischen Großdemos mit enormer Medienpräsens braucht man unbedingt ein durchorganisiertes Ordnersystem.
Wer Steine aufhebt wird sofort angesprochen,
wer dann trotzdem wirft, wird sofort rausgeholt. Wenn ganze Blöcke
gewalttätig werden, müssen die Organisatoren in der Lage sein, die übrigen friedlichen Demozüge davon wegzuleiten, damit die Polizei
die Randalierer abdrängen/auflösen kann. Auch brauchen die Demos mehr eigene, professionelle Pressearbeit, Kameras, Berichterstatter, um das Bildermonopol der Herrschenden
zu brechen…uws. .
Hier werden sicherlich einige aufstöhnen und meinen, durch
solche oder ähnliche Maßnahmen werde der Charakter der Demos zerstört oder ähnliches…..aber das ist eben leider der Preis, den
wir in unserer Mediendemokratie und eingespielten Eliten zahlen müssen, wenn wir auch mal Erfolg haben wollen. Wollen wir denn nicht, dass auch Familien mit ihren Kinder zu den Demos kommen?
Das erreicht man aber nur, wenn man den Chaoten keine Chance lässt.
sicherlich, die steinewerfer haben erreicht, dass eine breite protestbewegung diffamiert werden konnte. klar, verschwörungstheorien, die der polizei die schuld an den eskalationen zuweisen sind naiv. aber was auch immer der eigentliche auslöser gewesen sein mag, die strategie der polizei hätte erfolgversprechender zu einer befriedung der situation führen können. die ausschreitungen können doch von seiten der schäubles dieser welt nur gewollt sein, denn die bilder, die dabei entstanden sind (so selektiv sie auch größtenteils sein mögen), sind genau die bilder die benötigt werden um lauthals nach gummigeschossen zu schreien. ich möchte keinesfalls menschen in schutz nehmen, die gewalt als mittel der wahl zur durchsetzung ihrer ziele ausgewählt haben. ich habe aber auch kein verständnis für eine administrative, die eskalationen billigend in kauf nimmt um ihre politischen ziele salonfähig zu machen. die protestbewegung hat verloren, in all ihrer breite. stellt sich allerdings die frage, ob und wie dieser ausgang überhaupt vermeidbar gewesen wäre (schließlich greifen nicht nur diejenigen zu den steinen, die das von anfang an vorhatten), besonders nach den massiven emotional aufheizenden repressionen im vorfeld des gipfels.
ich war auch auf der demo in rostock und musste fassungslos mitansehen wie die sache von schwarzgewandeten kindern ruiniert wurde. die macho und mackerposen waren wirklich widerlich anzusehen.
aber es würde mich doch schon sehr wundern wenn das wirklich die “grössten ausschreitungen der letzen 20 jahre” gewesen sein sollten. der aufruhr war auf ein relativ kleines areal beschränkt (rund um das EINE brennende auto aus dem mittlerweile ein permanenter plural geworden ist). die polizei hatte die lage sichtlich nicht im griff und zum beispiel zeitweise keine einheit die mit schildern den steinwürfen begegnen konnte. einige kopflose rudel-greif-aktionen und ein wasserwerfereinsatz fast direkt vor der bühne haben dann auch noch hauptsächlich unbeteiligte erwischt (die schwarze möchtegern-guerilla-truppe zieht sich ja zuverlässig zurück wenn es wirklich ernst wird am liebsten hinter die “zivilisten” und blöden “moderaten”).
ich habe ja auch schon in einem anderen beitrag hier darauf hingewiesen, dass das auto NICHT auf einem behindertenparkplatz stand. das macht die sache keinesfalls besser (und schon gar nicht für den autobesitzer) aber es ist eben eines der vielen kleinen details (wie der auto plural) die dieser unschönen aktion noch mehr bedeutung geben als ihr gebührt.
hier sieht man den parkplatz und das auto vor dem brand.
athens.ind...
man kann dort vielleicht auch besser die marke erkennen.
Hallo,
@zrt @Alex -
bild.t-onl...
“BLÖD” Unterschrift:”Gar nicht lustig: Ein Polizist nimmt gestern in Rostock-Lichtenhagen einen als Clown verkleideten Demonstranten in den Nasen-Klemmgriff”
Stark bleiben!
@36
Der Clown ist auch ein sinistrer Bösewicht!
spiegelfec...
Ich meine, das ist schon fast ein lehrbuchmässiges Beispiel dafür,
wie selbst der kritischste und reflektierteste Mensch durch geschickt inszenierte Medienkampagnen, einseitige Berichterstattung und Desinformationsstrategien manipulierbar wird.
Dass heute am Zaun - ich gratuliere den Demonstranten übrigens
hiermit zum nahezu gewaltlosen Durchbruch an den Zaun - ein,
oder nach anderen Berichten eine ganze Gruppe,
agent provocateur(s) enttarnt worden sein soll, ist vielleicht ein
Hinweis darauf, dass auch bei den Linken und Autonomen einige
oder gar viele in der Gewaltfrage sensibilisiert wurden.
Insofern haben die Ereignisse von Rostock dann vielleicht sogar
etwas “gutes” indem sie u.U. eine m.E. schon länger überfällige
Entwicklung angestossen haben.
politblog....
@41 tar
Moment einmal!
a) Die Möglichkeit, daß es Agents Provocateurs gegeben hat, räume ich im Text sogar ein: “Es lag förmlich in der Luft, dass bei der ersten potentiellen „Provokation“ seitens der Polizei, die Lage massiv eskaliert, wobei es letztendlich unerheblich ist, ob eine Provokation vorlag und von wem diese ausging”
b) Selbst wenn einzelne Agents Provocateurs dabei waren, so ist Deine keine Absolution für den Rest der Hooligans.
c) Selbst wenn sich die Person(en), die an der Rennbahn übergeben wurden, als Polizisten herausstellen, so heißt dies nicht automatisch, daß sie für Rostock “verantwortlich” waren.
d) Bislang stützt sich der Vorwurf gegen den vermeintlichen AP nur auf einen Verdacht der Demonstranten. Das ist kein Beweis!
Siehe dazu auch den Ticker der JW
e) Ich habe im p.s. des Mediengau-Artikels schon erwähnt, dass ich diesen Artikel mit dem Wissen von heute anders schreiben würde. Das betrifft vor allem das von Dir gewählte Zitat. Man lernt halt nie aus - das Wort “absurd” würde ich in diesem Zusammenhang nicht mehr verwenden.
Beste Grüße
SF
@tar: Verkauft bitte keine Vermutung als Tatsache.
Im Mittelalter zeigten Hundert Leute auf eine rothaarige Frau und riefen “Hexe”. Der Mob ersäufte sie.
Auf einer Wiese bei Heiligendamm zeigen Demonstranten auf einen Vermummten, der sich recht aggressiv verhält und rufen “Spitzel!”. Daraufhin heizt sich die Stimmung auf und der Mann wird sicherheitshalber zur Polizei eskortiert. Das ist alles, was bislang gesichert dokumentiert ist. Punkt. Selbst die Demo-Veranstalter vom G8 Block warnen vor voreiligen Schlüssen und bitten Augenzeugen um mehr Hinweise.
ich akzeptiere jens’ halbherzige entschuldigung.
@aude: nicht ich - die verlinkten seiten stellen etwas als fakt dar :)
ja, es ist nicht einwandfrei erwiesen, allerdings ist es nicht absurd und auch nicht unreif, von dieser möglichkeit auszugehen. insbesondere in undemokratischen zeiten wie heute.
wie schon an anderer stelle erwähnt, ist es keineswegs absurd, dass, wenn die NPD schon “unterwandert” ist, diese keineswegs ohne die unterwanderten auf demos marschiert. warum sollte das bei linken gruppierungen anders sein?
desweiteren stellte es für die 16.000 polizisten keinerlei probleme dar, eine “kleine” gruppe abzukommandieren und einzuschleusen - demzufolge ist alles möglich.
ebenfalls vom JW-Ticker
@tar: Entschuldige, da haste Recht - mein handwerklicher Fehler :p
Und natürlich ist der Einsatz von APs nicht unmöglich oder undenkbar. Nur sollten die Belege dann mehr als Vermutungen sein. Natürlich ist das schwer, klar. Meine Sorge: Aus der aufgebrodelten Gerüchteküche werden gefühlte Fakten; die gefühlte Ohnmacht der Demonstranten steigt. Und das spielt Aufwieglern direkt in die Hand. Paranoia entstehen, Missverständnisse, Frust, die Stimmung heizt sich auf; plötzlich fliegen Steine, vermeintliche Zivilpolizisten werden verprügelt. Nicht gut. So eine Frontenbildung würde das Engagement und die Professionalität aller friedlichen Teilnehmer diskreditieren.
Die eindrucksvollsten Bilder dieser Tage sind die von friedlichen Aktivisten, die mit kreativem Charme demonstieren. Der Kontrast zwischen dem friedlichen Protest und den martialisch bis bedrohlich wirkenden Polizeitruppen sind das beste Argument gegen eine wildgewordene Innenpolitik, die jeden Bürger zum potentiellen Täter stilisiert. Und das kann jeder Bürger sehen.
Ich bin ehrllich beeindruckt von der Disziplin, Vernetzung und Organisation der G8 Block-Leute - zumindestens von dem, was ich zu sehen bekomme.
Ups. Ich schweife ab :p
@tar und Aude
Sogar SPON hat Zweifel:
Ich denke, dies ist ein Fall über den nur ein Untersuchungsausschuß des Bundestages Klarheit bringen kann. Ströbele oder die LINKEN werden dies sicher tun.
Sers Spiegelfechter
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Ich würde mal sagen: ntm
@Diogenes
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