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  • Was macht eigentlich die Schweinegrippe?

    geschrieben am 04. Januar 2010 von Spiegelfechter

    Die Schweinegrippe schwächelt ? bei der Wahl zum Unwort des Jahres belegte sie nur den dritten Platz und selbst im chronisch hysterischen Twitter-Netzwerk konnte sie als Hashtag nur den zweiten Platz in der Jahresbestenliste belegen. Für die Krankheit an sich interessiert sich derweil kein Schwein ? kommunale Schweinegrippe-Hotlines werden bereits mangels Nachfrage wieder eingestellt. Bei genauerer Betrachtung ist die Schweinegrippe sogar ein medizinischer Segen. Der relativ ungefährliche H1N1-Virus hat gefährlichere saisonale Influenzaviren verdrängt, wodurch die Zahl der Grippetoten in diesem Jahr wohl ein historisch niedriges Niveau erreichen wird. Wenn die horrenden Kosten für die Allgemeinheit nicht wären, könnte man dieses Medienphänomen wohl getrost unter der Kategorie “Hype des Jahres” abheften. Die eigentliche Krankheit ist nicht die Schweinegrippe, sondern die Schweinengrippenpanik ? sie hat zwar keine Menschenleben gefordert, aber dafür weltweit öffentliche Mittel in Richtung Pharmaindustrie umgelenkt. Der große Verlierer der Schweinegrippenpanik ist derweil die WHO. Wer einmal übertreibt, dem glaubt man nicht ? bei der nächsten Pandemie werden die professionellen Hysteriker aus Genf vielleicht nicht mehr ernst genommen.

    Wohin mit Pandemrix?

    Manchmal ist das Volk doch klüger, als es sein Wahlverhalten bei Bundestagswahlen vermuten lässt. Da konnten die Experten in schillerndsten Farben Katastrophenbilder entwerfen, Politiker mit Sorgenfalten auf der Stirn zum Impfen aufrufen und BILD-Redakteure zu menschlichen Pharmatestern mutieren ? das Volk blieb stur und die teuer bezahlten Impfstoffe stapeln sich nun in den Zentrallagern der Bundesländer. Nur fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung haben sich bis dato gegen die Schweinegrippe impfen lassen und es ist nicht anzunehmen, dass diese sich diese Zahl noch signifikant erhöhen wird. Warum auch? Schließlich haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch nur 15% der Ärzte impfen lassen ? und die kommen berufsbedingt ständig mit Grippeinfizierten in Kontakt.

    Der rationale Umgang mit dem adjuvantiengestärkten Zauberstoff Pandemrix droht nun jedoch für die Politik zu einem Desaster zu werden. In den Lagern der Länder stapeln sich bereits jetzt die Kartons mit dem Impfstoff und die Produktion bei Glaxo Smith Kline in Dresden läuft weiterhin auf vollen Touren. Schließlich haben die Länder und der Bund mit dem Pharmariesen einen Vertrag abgeschlossen, der die Abnahme von Impfrationen für die Hälfte der Bevölkerung vorsieht. Da man zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch davon ausgehen musste, dass zwei Impfungen pro Kopf nötig wären, stehen die Länder nun vor dem Problem, über 82 Millionen Impfdosen abnehmen und vor allem auch bezahlen zu müssen. Die Krankenkassen bezahlen nämlich nur die Impfdosen, die auch tatsächlich verabreicht wurden. Ende dieser Woche wollen die Länder nun in Verhandlungen mit Glaxo Smith Kline zumindest eine Halbierung der Abnahmemenge erreichen, da die klinischen Tests ja ergeben hätten, dass nur eine einzige Impfdosis pro Kopf ausreicht. Hier geht es immerhin um fast 300 Millionen Euro ? wahrscheinlich werden sich die Gerichte noch mit diesem Fall beschäftigen. Auch wenn Glaxo Smith Kline den Ländern entgegenkommen sollte, stehen diese immer noch vor dem Problem, fast 90% der Materialkosten aus eigener Tasche zahlen zu müssen. Man kann nur hoffen, dass dieses Fiasko der Politik eine Lehre sein wird.

    Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

    Als naheliegende Lösung käme nun ein Verkauf der überschüssigen Impfdosen in die Länder in Frage, die sich nicht Exklusivverträge mit den Pharmakonzernen erkauft haben. So steht der Bund denn auch bereits mit so zahlungskräftigen Staaten wie dem Kosovo, Moldawien, Mazedonien, Albanien, der Ukraine und der Mongolei in Verhandlung. Dass keiner dieser Staaten gewillt ist, den Lobbyistengedächtnispreis von sieben Euro pro Impfdosis zu zahlen, versteht sich von selbst. Der Markt für Schweinegrippeimpfstoffe zeichnet sich durch ein massives Überangebot aus, denn nicht nur die deutsche Politik ließ sich von der Pharmaindustrie ins Bockshorn jagen. Unser Nachbar Frankreich sitzt auf stolzen 70 Millionen Impfdosen, die nun zum freien Verkauf angeboten werden. Die großzügige Führung im Elysee-Palast hatte nämlich schwindelerregende 90 Millionen Dosen geordert, von denen sie nun maximal 20 Millionen benötigt. Dies ist aber kein Grund zur Schadenfreude ? wenn die Länder sich in den Nachverhandlungen mit Glaxo Smith Kline nicht durchsetzen können, sitzen sie auch auf rund 70 Millionen Dosen Pandemrix, für die niemand Geld ausgeben will. Es ist daher wesentlich wahrscheinlicher, dass Deutschland den unbegehrten Impfstoff verschenken wird ? wenn Staaten wie das Kosovo auch nur die Logistikkosten bezahlen würden, so wäre dies bereits ein Glücksfall.

    Der frisch gebackene Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel verdankt der Schweinegrippe zumindest sein erstes Erscheinen in den Medien. Niebel will afrikanischen Staaten 13 Millionen Euro Entwicklungshilfe für deren Schweinegrippeimpfprogramme zur Verfügung stellen. Gerade so, als ob es in Afrika keine dringlicheren Probleme und keine gefährlicheren Krankheiten als die Schweinegrippe gäbe. Man könnte von dem Geld ganze Landstriche gegen Diphterie, Tetanus oder Keuchhusten impfen. Einem geschenkten Gaul schaut man aber nicht ins Maul ? da kann man nur abwarten, wann Niebel endlich einen nationalen Hilfsplan zur Bekämpfung von Adipositas für Afrika südlich der Sahara aufstellt.

    Danke, liebe Schweinegrippe!

    Als erstes Zwischenfazit lässt sich feststellen, dass die Schweinegrippe tausende Menschenleben gerettet hat. Auch die Impfpanik, die von den üblich verdächtigen Verschwörungstheoretikern gesät wurde, hat sich als unbegründet herausgestellt. Die Schweinegrippe ist sogar ein Segen. Was auf den ersten Blick verwundert, lässt sich durch die geringen Mortalitätsziffern begründen. Die “normale” saisonale Grippe fordert hierzulande alljährlich zwischen 8.000 und 11.000 Todesopfer. Weltweit sind es zwischen 250.000 und 500.000. Die Basis dieser Zahlen ist jedoch problematisch, da die meisten Todesopfer nicht an der Grippe selbst, sondern an Sekundärkrankheiten sterben. Dies ist jedoch auch bei der Schweinegrippe nicht anders ? nur dass die Opferzahlen wesentlich geringer sind. In Deutschland sollen bislang 132 Menschen der Schweinegrippe zum Opfer gefallen sein ? und weltweit rund 20.000, wobei diese Zahl mit Vorsicht zu genießen ist, da die Hälfte aller Opfer aus den USA stammen, wo die Fallkriterien massiv aufgeweicht wurden. Die Schweinegrippe hat also eine wesentlich geringere Mortalität als die “normale” saisonale Grippe, und was für die Menschheit noch besser ist ? sie ist derart omnipräsent, dass sie andere Subtypen der Grippe in diesem Jahr fast vollständig verdrängt hat. Wer im Winter 2009/2010 eine Grippe bekommt, bekommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Schweinegrippe und darf sich über den meist milden Verlauf dieser Grippeform freuen.

    Doch eine Besonderheit hat die Schweinegrippe ? sie trifft nur sehr selten ältere Menschen, sondern eher Jugendliche. Im Median ist ein Schweinegrippeerkrankter in Deutschland gerade einmal 15 Jahre alt. Auch der Median beim schwereren Verlauf der Erkrankung liegt bei lediglich 16 Jahren. Die Rentner, die alljährlich von der normalen Grippe befallen werden, erfreuen sich hingegen bester Gesundheit, da sie oft sogar resistent gegen H1N1 sind. Für die Pharmaindustrie ist dies natürlich ein Glücksfall, da so ein ganz neuer Markt für die “normale” Grippeimpfung erschlossen wird, der bislang vornehmlich im Altersspektrum 65+ lag. Die Schweinegrippe wird nämlich nicht verschwinden und uns noch jahrelang erfreuen. Das Serum gegen die Schweinegrippe wird ab Herbst 2010 jedoch Bestandteil der normalen Grippeimpfung.

    Apokalypse not now!


    Im Mai 2009 befürchtete die WHO, dass binnen weniger Monate bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung die Schweinegrippe bekommt und die Opferzahlen biblische Ausmaße annehmen würden. Nach dem Abklingen der ersten Grippewelle sieht die Zwischenbilanz jedoch ganz anders aus ? noch nicht einmal jeder Hundertste hat sich infiziert und die Sterberate liegt im Mikrobereich. Doch bereits im Mai legten die Zahlen nahe, dass die Schweinegrippe einen eher milden Verlauf hat. Ihre Karriere verdankt die Schweinegrippe einer gewissen Margaret Chang, die als Vorsitzende der WHO gleich nach Bekanntwerden der ersten Opfer in Mexiko und den USA die Kriterien für die Pandemiewarnstufen der WHO änderte. Seit Mai letzten Jahres zählt nur noch die Virulenz, nicht aber die Mortalität einer Krankheit für die Pandemieeinstufung durch die WHO. So gesehen wäre jede Grippe eine Pandemie ? wobei die meisten saisonalen Grippewellen deutlich gefährlicher wären, als die Schweinegrippe.

    Was Frau Chang zu derlei hysterischem Übermut bewog, ist unklar. Vor ihrer Karriere bei der WHO ist Chang eher als dilettantische Abwieglerin in Erscheinung getreten. Als Gesundheitsdirektorin der Hong Konger Regierung hatte sie sowohl beim Ausbruch der Vogelgrippe, als auch beim Ausbruch von SARS geradezu episch versagt. In beiden Fälle waren es Experten der WHO, die den Ernst der Lage erkannten und Changs Behörde zu überlegten Maßnahmen nötigten. Nun hat sich Chang vom Saulus zum Paulus gewandelt und verspielt Woche für Woche ihre letzte Glaubwürdigkeit durch neuen Alarmismus, den schon längst niemand mehr hören will. Das ist mehr als problematisch, denn die gesamte Autorität der WHO basiert auf ihrer Glaubwürdigkeit. Was sollen die Regierungen nun tun, wenn im nächsten Jahr im chinesischen Hinterland die nächste Seuche ausgebrütet wird? Sollen sie der WHO glauben und wieder das Wohl und Wehe der Bevölkerung in einer Milliardenorder bei der Pharmaindustrie suchen oder sollen sie erst einmal abwarten? So lange, bis es vielleicht zu spät ist? Es ist an der Zeit, sich über eine Neuordnung der WHO ernsthafte Gedanken zu machen.

    Jens Berger

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    10. alex13wetterau (alex13wetterau) sagt:
      2. September 2010 um 18:48

      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1529/was-macht-eigentlich-die-schweinegrippe (german) What about the swine flu? ;-)

    11. silke_ (silke) sagt:
      2. September 2010 um 18:48

      Was macht eigentlich die Schweinegrippe? http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1529/was-macht-eigentlich-die-schweinegrippe

    12. lo888ve (Nathan Ael) sagt:
      2. September 2010 um 18:48

      Was macht eigentlich die Schweinegrippe? http://bit.ly/8unmnX Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Wohin mit Pandemrix? Swine flu H1N1

    13. DrThomasJahn (Dr. Thomas Jahn ) sagt:
      2. September 2010 um 18:48

      Was macht eigentlich die Schweinegrippe gerade? http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1529/was-macht-eigentlich-die-schweinegrippe

    70 Kommentare:

    1. Max Krapp schrieb am 4. Januar 2010 at 19:37 - Permalink

      Willkommen zurück und frohes Neues.
      Schade, dass der Beitrag schon wieder mein Blut zum kochen bringt, wenn ich an das verschwendete Geld denke.
      Aber es hat auch was Gutes. Das Wort “Lobbyistengedächtnispreis” wird ab jetzt fester Bestandteil meines Wortschatzes sein ;- )

      Ach ja, ein schöner, wenn auch kurzer Beitrag hier:

      http://www.der-postillon.com/2010/01/die-who-ist-schuld-die-medien-nicht.html

      Da haben sich scheinbar zwei gefunden, Frau Chan und die Medien…

    2. Martin schrieb am 4. Januar 2010 at 20:12 - Permalink

      Kann ich von einer Regierung erwarten, dass sie sich informiert, bevor sie horrende Summen ausgibt?
      Ja. Deshalb ist es nur unglaublich und in höchstem Maße unverantwortlich, wie hier Panikmache ausgeübt wurde. Quer durch die Republik; durch alle Medien.

      Wie geht noch gleich der Amtseid eines Ministers? Irgendwas mit ….”Schaden abwenden”…
      Hat ja super geklappt.

    3. Perun schrieb am 4. Januar 2010 at 20:24 - Permalink

      Man könnte von dem Geld ganze Landstriche gegen Diphterie, Tetanus oder Keuchhusten impfen

      Und ich hatte schon befürchtet du bist zu den Imfgegnern gewechselt, die solche Krankheiten mit Honig, heilenden Steinen und Eigenurin behandeln wollen. Beruhigend.

    4. Spiegelfechter schrieb am 4. Januar 2010 at 20:42 - Permalink

      @Perun

      Und ich hatte schon befürchtet du bist zu den Imfgegnern gewechselt, die solche Krankheiten mit Honig, heilenden Steinen und Eigenurin behandeln wollen.

      Um Himmels Willen ;-)

    5. Pharma Lobby schrieb am 4. Januar 2010 at 21:37 - Permalink

      Lieber Herr Spiegelfechter,
      wir finden es sehr ergreifend, wie sehr Sie sich um das Wohlergehen unserer Schweinegrippe* sorgen.

      Ihr Pharma-Lobby…, äh Gesundheitsministerium

      *und weil es noch ziemlich viele Tiere gibt, nach denen man so eine Grippe benennen könnte, haben wir uns inzwischen für “neue Grippe” entschieden

    6. Dirk Moebius schrieb am 4. Januar 2010 at 21:52 - Permalink

      @Pharma Lobby:

      “und weil es noch ziemlich viele Tiere gibt [...]”

      Wusstest Du oder war das ein Schuss ins Blaue?

      Die naechste Grippewelle droht naemlich schon, nach Vogel- und Schweine- jetzt die Ziegengrippe.

      http://www.n-tv.de/panorama/Ziegengrippe-breitet-sich-aus-article645028.html

      Vermutlich werden wir auch daran alle sterben

      http://www.youtube.com/watch?v=U7-60tyLQhA

      ansonsten verschieben wir das bis zur Rattengrppe 2011 oder bis zur Marienkaefergrippe 2013.

    7. Pharma Lobby schrieb am 4. Januar 2010 at 21:57 - Permalink

      @ Dirk Moebius:

      Nur gut geraten.
      Was angesichts der bekannten Mechanismen in punkto PR, Propaganda, Lobbyismus, etc. nicht sooo schwer ist … ;-)

    8. ppp schrieb am 4. Januar 2010 at 22:06 - Permalink

      da kann man nur abwarten, wann Niebel endlich einen nationalen Hilfsplan zur Bekämpfung von Adipositas für Afrika südlich der Sahara aufstellt.

      Ich glaub zu unserem “Entwicklungsminister” wär wohl mal ein eigener Artikel notwendig …der hat ja in den letzten Tagen Sachen rausgehauen…

    9. Markus schrieb am 4. Januar 2010 at 22:12 - Permalink

      chronisch hysterischen Twitter-Netzwerk

      Ach was! :-P

      Was ich noch nicht ganz verstehe: wieso haben die Länder sogar mehr geordert, als sie im Extremfall an Impfdosen benötigt hätten? Für die Zukunft? Aber dann bestünde doch das Problem nicht, wohin mit den überschüssigen Impfdosen (diese wären dann ja nur aktuell nicht verwendbar).

    10. Truvor schrieb am 4. Januar 2010 at 22:15 - Permalink

      Die Lobbyisten bzw. Panikmacher haben (im Endergebnis) festgestellt, daß die Welt(bevölkerung) sie mit ihren (der Panikmacher) Lügen entlarvt hat.
      Und danach ist plötzlich still um die schweinische Grippe geworden.

      @ Perun

      Du hast Dir einen coolen Nicknamen gewählt, ich beneide Dich, ehrlich ;-)

      Wieso bin ich nicht darauf gekommen ?

    11. kos schrieb am 4. Januar 2010 at 23:09 - Permalink

      Da war der Knoblauch stärker :)

    12. COPOKA schrieb am 4. Januar 2010 at 23:16 - Permalink

      @Truvor

      Sei nicht so traurig, es ist noch “Perdun” frei
      ** duckundwech ** :p

    13. Eastwood schrieb am 4. Januar 2010 at 23:17 - Permalink

      Sehr interessant fand ich den Kommentar von einem Mädel auf unserer Silvesterparty zum Thema. Sie hätte sich zwar schon Sorgen gemacht, sich aber am Ende gegen die Impfung entschieden, da Sie den (vermutlich zutreffenden) Eindruck hatte, das die Schweinegrippe immer wieder nur dann zum Thema wurde, wenn es sonst nichts zu berichten gab.

      Ansonsten frage ich mich, wo denn die oft beschworene “zweite Welle” bleibt? Sollte die nicht planmäßig im Dezember über uns herein brechen?

    14. Gebintit schrieb am 4. Januar 2010 at 23:36 - Permalink

      Ja, danke Scheinegrippe, dank dir haben wir wieder ein bisschen mehr über die Verfilzungen auf nationaler und globaler Ebene erfahren. Wir wissen nun noch besser, wie dämlich unsere Politiker auf die Pharmalobby hereinfallen und dass die WHO der EU in zwei Dingen sehr ähnlich ist, zum einen ist sie Entsorgungsstation von Versagern aus der Politik und zum anderen ein großes Lobbyisten-Bordell.
      Nun will man also den überflüssigen Impfstoff an die Entwicklungsländer weitergeben. Wie wäre es mit einem hübschen Paket: Entwicklungsländer die zwei Tonnen Elektronikschrott abnehmen, bekommen Tausend Impfdosen für den halben Preis! Die richtige Aufgabe für Niebel, von wegen man braucht kein Entwicklungsministerium mehr, suche nach Ländern, die noch dümmer sind als wir!

    15. Vadis schrieb am 4. Januar 2010 at 23:40 - Permalink

      die oft beschworene ?zweite Welle? wird schon noch kommen. Keine Sorge.
      Vielleicht heißt sie dann nicht mehr Schweinegrippe.
      Diese soll ja dann auch gefährlicher sein. Schau mer mal.

    16. Dominik schrieb am 5. Januar 2010 at 00:09 - Permalink

      Für mich ist “Schweinegrippe” definitiv das Unwort 2009. Frag ich mich wieso das auf Platz 3 erst kommt ;)

    17. Truvor schrieb am 5. Januar 2010 at 00:21 - Permalink

      @ COPOKA #12

      “Sei nicht so traurig, es ist noch “Perdun” frei”.

      Nein danke, dann lieber die Schweinegrippe. Ich hab` leider zu wenig Ehrgeiz für einen solchen Namen ;-)

    18. momen schrieb am 5. Januar 2010 at 01:53 - Permalink

      Alles schön und gut. Ich verstehe nicht, warum wir uns nicht freuen, dass es nicht so schlimm gekommen ist.
      Aber was wäre, wenn der schlimmste Fall eingetreten wäre und und die Politik wäre nicht vorbreitet?
      Die Folgen möchte ich mir gar nicht vorstellen. Die Gemüter wären nicht so leicht zu beruhigen denke ich.

      Die Regierung gibt doch unsummen für Lebensmittelreserven für Ernstfälle aus. Sind diese Maßnahmen auch Geldverschwendung?

      ps: Frohes neues :)

    19. Perun schrieb am 5. Januar 2010 at 03:23 - Permalink

      @momen,

      Aber was wäre, wenn der schlimmste Fall eingetreten wäre und und die Politik wäre nicht vorbreitet?

      die gleichen Leute die sich heute über den Kauf von der Impfung aufregen würden dann auf die Regierung schimpfen, warum keine Impfung gekauft wurde und die Pharma-Konzerne dafür verantwortlich machen, weil Sie die Impfung zurückhalten… ein Teufelskreis. :-)

    20. Perun schrieb am 5. Januar 2010 at 03:24 - Permalink

      @Tuvor,

      Du hast Dir einen coolen Nicknamen gewählt, ich beneide Dich, ehrlich ;-)

      Wieso bin ich nicht darauf gekommen ?

      aha und was an meinem Nicknamen gefällt dir so?

    21. Sawo schrieb am 5. Januar 2010 at 06:53 - Permalink

      Interessant ist die Verknüpfung des die Impfung dringend empfehlenden Robert-Koch-Institus mit der Pharmazeutischen Industrie. Siehe hierzu:

      http://bertjensen.ch/joerg-hacker-soll-jetzt-mal-die-klappe-halten/

    22. Glawen schrieb am 5. Januar 2010 at 09:03 - Permalink

      Frohes Neues und danke Jens, für ein Jahr mit vielen interessanten Artikeln.

      Interessant konnte es aber auch durchaus werden, wenn man sich impfen lassen wollte. Ich kenne zwar nur 5 Leute, die dies wollten, von denen haben es aber nur 2 geschafft. Der erste ist kurz nach Auslieferung des Impfstoffes zum Hausarzt gegangen. Natürlich war der Impfstoff noch nicht da, hat dann halt eine “normale” Grippeimpfung bekommen(RLP). Danach war die Lust auf impfen aber auch weg und er versuchte es nicht noch einmal. Die nächsten zwei sind ein Paar. Bei denen klappte es, die waren aber auch recht hartnäckig. Nach einigem telefonieren fanden sie einen Arzt in Bayern der sie impfte. Die anderen zwei, auch ein Paar, schaffte es nicht. Etwas mehr Elan als der Erste aber wohl nicht ganz so viel Einsatz wie die Anderen. Hausarzt war gegen Impfen, bestellte also noch nicht einmal den Impfstoff. Ein anderer Arzt, den sie fragten und von dem sie wussten, dass er impft, impfte nur eigene Patienten. Gesundheitsamt wusste auf Anruf von nichts und empfahl auf die Mitteilungen in der örtlichen Presse zu achten, da war allerdings schon der andere Arzt her, der nur eigene Patienten impfte. Ein Anruf bei der Krankenkasse brachte auch nicht viel. Dort wurden sie an eine Hotline in Berlin verwiesen, welche antwortetet, es könne bis Februar dauern(Hessen). Das war Ende November, mittlerweile ist der Wille sich noch gegen Schweinegrippe impfen zu lassen aber auch verflacht.
      Ich kenne mehr als 5 Leute und die weitaus meisten wollten sich von Anfang an nicht gegen Schweinegrippe impfen lassen, war ja durchaus das ein oder andere mal Gesprächsthema. Um so bezeichnender ist es halt das die paar Leute, die es versuchten, totale Probleme hatten. Finde ich irgendwie schwach.

    23. EO schrieb am 5. Januar 2010 at 09:20 - Permalink

      Das Robert Koch Institut ermittelt die Zahl der Grippetoten nach folgender Methode:

      Es ist ja bekannt, dass im Winter mehr alte Menschen sterben, als im Sommer. Es wird also die durchschnittliche Zahl der Gestorbenen im Sommer von der (höheren) durchschnittlichen Zahl der Gestorbenen im Winter abgezogen. Diese Differenz wird dann vom Robert Koch Institut als Grippetote gemeldet. Streng wissenschaftlich, nicht wahr?

      Unter folgendem Link findet sich eine Beschreibung, wie man sich an die tatsächlichen Zahlen der Grippetoten im statistischen Bundesamt “ranschleichen” kann:

      http://www.schweinegrippe-neuss.de/index.php/schweinegrippe-mainmenu-122/statistisches-bundesamt-robert-koch-institut-schweinegrippe-h1n1-todesfaelle-

      Die Zahlen der Grippetoten vom statistischen Bundesamt für 2003 bis 2007 lauten:

      2003: 300
      2004: 125
      2005: 301
      2006: 66
      2007: 99

      Auf der Basis dieser Zahlen läßt sich nicht Mal die Notwendigkeit für die “normale” Grippe begründen.

      Aber eins müssen wir immer beachten: Wirtschaftswissenschaftlich belegt wird von Firmen erwartet, dass sie ihre Gewinne maximieren und ihre Kosten Minimieren. Desweiteren wird die Nachfrage für neue Produkte durch “geeignete” Maßnahmen erzeugt und die Marktdominanz angestrebt. Global agierende Konzerne schalten keine Werbeanzeigen mehr, sie kaufen sich Medienkonzerne. Sie reagieren nicht auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien, sie finanzieren selbst Institute, die die gewünschten “wissenschaftlichen” Arbeiten anfertigen. Damit werden Politker dazu gebracht Verträge und Gesetze durchzusetzen, die dem Konzern die Marktdominanz sichert.

      Die Schweinegrippe ist nur eine aktuelle Kampagne in der sich genau dieses Konzernverhalten zeigt. Wichtig ist, der Konzern bekommt die Umsatzmaximierung, immer weitere Folgeaufträge und der Steuerzahler zahlt, ohne dass man sich dem Risiko von Angebot und Nachfrage unterwirft. Denn unter diesem Gesichtspunkt wäre der Impfstoff ein Ladenhüter und die Produktion hätte schon längst eingestellt werden müssen.

      So gesehen, hat die Schweinegrippe nichts damit zu tun die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern oder zu erhalten, nein, wir erleben den global agierenden Kapitalismus bei der Arbeit. Und die Art und Weise, wie agiert wird, wird eben als “wissenschaftlich” an den Wirtschaftsfakultäten gelehrt.

    24. Martin schrieb am 5. Januar 2010 at 09:56 - Permalink

      @momen:

      Alles schön und gut. Ich verstehe nicht, warum wir uns nicht freuen, dass es nicht so schlimm gekommen ist.
      Aber was wäre, wenn der schlimmste Fall eingetreten wäre und und die Politik wäre nicht vorbreitet?
      Die Folgen möchte ich mir gar nicht vorstellen. Die Gemüter wären nicht so leicht zu beruhigen denke ich.

      Mir ging das nach dem Lesen dieses Artikels auch durch den Kopf. Allerdings gab es zu Beginn der Hysteriewelle auch Fachleute, die den Nonsens eben dieser deutlich ausführten.
      Insofern dürfte den Experten erst recht ziemlich schnell klar gewesen sein, dass es nicht so schlimm kommt, wie am Anfang befürchtet. Und nebenbei bemerkt: Allein, wenn der Name Rumsfeld eine nicht unwesentliche Rolle spielt, sollten einige Lichter im “alten Europa” angehen… ;-)

    25. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 09:57 - Permalink

      @EO

      Das Robert Koch Institut ermittelt die Zahl der Grippetoten nach folgender Methode:

      Es ist ja bekannt, dass im Winter mehr alte Menschen sterben, als im Sommer. Es wird also die durchschnittliche Zahl der Gestorbenen im Sommer von der (höheren) durchschnittlichen Zahl der Gestorbenen im Winter abgezogen. Diese Differenz wird dann vom Robert Koch Institut als Grippetote gemeldet. Streng wissenschaftlich, nicht wahr?

      Die Zahlen basieren auf Schätzungen, das ist klar. Aber so einfach, wie Du es beschreibst, ist es auch nicht. Selbstverständlich werden bei dieser Ermittlung auch die Einträge im Todesschein und die ICD-10 Klassifikationen mit einbezogen. Die RKI-Zahlen zu den Influenzatoten sind also nicht gleichbedeutend mit der saisonalen Übersterblichkeit im Winter.

      Die Zahlen der Grippetoten vom statistischen Bundesamt für 2003 bis 2007 lauten:

      Blödsinn – dies sind die Zahlen, bei denen die Ärzte im Totenschein die Influenza als Todesgrund eingetragen haben. Die Grippe (und andere Krankheiten) haben aber den unangenehmen Nebeneffekt, dass man selten direkt an ihr stirbt, sondern meist an Sekundärkrankheiten, wie bakteriellen Infektionen, die durch die Grippe erst möglich und gefährlich werden.

      Das ist so wie mit dem Rauchen. Kaum jemand stirbt direkt an der Zigarette. Dennoch würdest Du sicher nicht behaupten, dass nur diejenigen, die im Bett verbrannt sind oder sich am Rauch tödlich verschluckt haben, Opfer des Rauchens sind.

    26. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 10:12 - Permalink

      @momen

      Aber was wäre, wenn der schlimmste Fall eingetreten wäre und und die Politik wäre nicht vorbreitet?

      Die Politik muss immer abwägen – eine optimale Prophylaxe ist nie möglich, auch ein optimaler Katastrophenschutz ist nicht möglich, da beides schlichtweg nicht bezahlbar ist. In jeder Stadt gibt es die theoretische Möglichkeit, dass sich irgendwann einmal ein Großbrand ereignen wird, bei dem über einhundert Verbrennungsopfer zu verzeichnen sind, die Spezialbetten für Brandopfer benötigen würden. Solche Betten sind allerdings sehr teuer und die Städte müssten für diese optimale Katastrophenvorsorge an anderer Stelle sparen. Soll ein Bürgermeister nun das Geld für Spezialbetten für den Notfall oder für Kindergärten ausgeben?

      Was die Schweinegrippe betrifft, ist der Fall idT komplizierter. Die Rahmenverträge wurden aufgrund der Einschätzungen über die Vogelgrippe getroffen. Die Vogelgrippe ist jedoch das Gegenteil zur Schweinegrippe – sie hat eine sehr hohe Mortalität, aber eine sehr geringe Virulenz. Damals spukte das Szenario, die Vogelgrippe könne sich durch eine Mutation zu einem virulenterem Virus wandeln, was u.U. eine echte Gefahr wäre. Es war sinnvoll, sich dagegen mit Rahmenverträgen mit Pharmakonzernen zu wappnen. Das Instrument war also vollkommen richtig – nur für Schweinegrippe war es das falsche Instrument. Von Anfang an stand fest, dass die Schweinegrippe vergleichsweise milde Verlaufsformen hat und sie nur dann zur Gefahr wird, wenn sie mutiert. Diese Mutation ist allerdings nicht eingetreten. Der Knackpunkt bei der Diskussion ist daher die Wahrscheinlichkeit einer Mutation. Diese Wahrscheinlichkeit wurde jedoch von den meisten neutralen Experten zu dem Zeitpunkt als Bund und Länder die Bestellung aufgaben als sehr(!) gering eingeschätzt. Und da sind wir dann beim Punkt der Steuergelderverschwendung. Da hätte man auch zehn regionale Spezialkliniken für Brandopfer … oder 100 Kindergärten … bauen können.

    27. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 10:15 - Permalink

      @Martin

      Allein, wenn der Name Rumsfeld eine nicht unwesentliche Rolle spielt, sollten einige Lichter im ?alten Europa? angehen? ;-)

      Der Name Rumsfeld spielt aber bei der Schweinegrippe – anders als bei der Vogelgrippe – keine Rolle. Die Zahl der Tamiflu-Abgaben dürfte durch die milde Schweinegrippe eher rückläufig sein.

    28. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 10:21 - Permalink

      @Glawen

      Das kann durchaus sein. Die Ärzte in meinem Bekanntenkreis haben sich alle gegen die Impfung ausgesprochen und sie auch nicht verabreicht. Grund dafür war – zumindest bei einem befreundeten Arzt – aber auch die mangelnde Nachfrage. Er hätte ja seine Patienten auf Wunsch geimpft, hätte dafür aber gleich eine Sammelpackung (k.A. wie viel Dosen das sind) bestellen müssen und sie innerhalb eines schmalen Zeitfensters verabreichen müssen. Da es zuwenig Interessenten gab und Einzeldosen nicht bestellt werden konnten, hat er die interessierten Patienten ans Gesundheitsamt verwiesen. Dort konnte man ihnen allerdings auch nicht weiterhelfen.

    29. EO schrieb am 5. Januar 2010 at 10:37 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Zitat EO:
      “Die Zahlen der Grippetoten vom statistischen Bundesamt für 2003 bis 2007 lauten: ”

      Antwort Spiegelfechter:
      Blödsinn ? dies sind die Zahlen, bei denen die Ärzte im Totenschein die Influenza als Todesgrund eingetragen haben. Die Grippe (und andere Krankheiten) haben aber den unangenehmen Nebeneffekt, dass man selten direkt an ihr stirbt, sondern meist an Sekundärkrankheiten, wie bakteriellen Infektionen, die durch die Grippe erst möglich und gefährlich werden.

      Zitate Ende

      Aha, “Die Grippe und andere Krankheiten…” – also kann auch die Grippe ihrerseits eine Nebeninfektion bei einem durch eine andere Krankheit geschwächten Menschen sein. So, wie alte, bettlägerige Menschen, nachdem sie irgendeinen Infekt durchgemacht haben, zum Schluß an Lungenentzündung sterben.

      Wenn du den Eintrag “Grippe” für die Todesursache im Totenschein nicht als aussagekräftig gelten lassen willst, und es Mehrfachinfektionen mit verschiedenen Krankheiten gleichzeitig gibt, wieso soll dann die Grippe die “gefährlichste” sein und warum soll eine Impfung dann einem so betroffenen Menschen helfen? Außerdem müßte man dann genauer dokumentieren in welchen Krankheitskombinationen Grippe “tödlich” wirken kann. Und wäre es dann nicht notwendig die “anderen” Krankheiten genauer zu untersuchen? Schließlich erleidet jeder Mal einen Infekt der Atemwege und im schlimmsten Fall eine Grippe. Daran stirbt man aber nicht. Daher halte ich die “geschätzten Zahlen” des Robert Koch Institut nur für ein Instrument einer erfolgreichen Marketingkampagne.

      Es gibt auch viele andere Wege sich die Gesundheit zu erhalten oder im Krankheitsfall die Heilung zu fördern, nur haben diese Verfahren einen Makel: “Die Pharma-Konzerne” verdienen nicht daran. Und, wie ich schon oben schrieb, es gibt die Pflicht zur Gewinnmaximierung und der Marktdominanz und zwar mit allen Mitteln! Für die verwendeten Methoden dies zu erreichen gibt es nur ein Kriterium ob sie richtig oder falsch sind: Es muß nur im nächsten Quartal der Gewinn wieder gestiegen sein, dann ist die verwendete Methode richtig, egal was der Bürger darüber denkt.

    30. Stephan schrieb am 5. Januar 2010 at 10:37 - Permalink

      Hallo Spiegelfechter,

      Danke für den Artikel, zu dem ich ein paar Punkte einwerfen möchte.

      Erst mal ein allgemeiner Hinweis:
      Das ganze Thema Schweinegrippe verdient unter dem Aspekt der Medien und von deren Rezeption besondere Beachtung.
      Es stellt geradezu (wie übrigens auch der Umgang mit den “systemrelevanten” Banken) ein Lehrstück für den “hergestellten Konsens” nach Noam Chomskys “Manufacturing Consent” dar.
      Als Stichworte mögen “Expertenwissen” (von keinesfalls unabhängigen “Wissenschaftlern”, denen Ethik als Voraussetzung wirklicher Wissenschaft offenbar nichts bedeutet) und TINA-Prinzip (“There is no alternative” – wir müssen halt der “Pandemie” wegen ganz schnell, teuer und unkontrolliert Geld ausgeben) genügen.
      Selten ist so anschaulich geworden, daß unsere *Demokratie* eine gelenkte ist, daß Macht nicht primär (wie von der Verfassung vorgesehen) in den Händen des Volkes liegt, sondern von einigen wenigen ausgeübt wird.

      Konkret möchte ich zum Artikel anmerken, daß neben Marget Chang ein zweiter Name wichtig scheint: ein ominöser holländischer “Experte”, Prof. Albert Osterhaus, der schon bei der Vogelgrippe sein Unwesen trieb. Quellen sind in Deutschland leider schwer zu finden, die Nachdenkseiten (www.nachdenkseiten.de) hatten immerhin gestern einen Artikel hierzu.

      Dort findet sich, glaube ich, auch ein Hinweis, der ans Grundproblem rührt: Die WHO bekomme weit mehr Geld von Pharmafirmen als von Regierungen. Sollte das stimmen (habe es nicht überprüfen können), wäre es eine – weitere – Ungeheuerlichkeit.

    31. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 10:45 - Permalink

      @EO

      Aha, ?Die Grippe und andere Krankheiten?? ? also kann auch die Grippe ihrerseits eine Nebeninfektion bei einem durch eine andere Krankheit geschwächten Menschen sein.

      Natürlich – so wie bei vielen anderen Krankheiten, ist dies eine Frage der Anfälligkeit.

      Wenn du den Eintrag ?Grippe? für die Todesursache im Totenschein nicht als aussagekräftig gelten lassen willst, und es Mehrfachinfektionen mit verschiedenen Krankheiten gleichzeitig gibt, wieso soll dann die Grippe die ?gefährlichste? sein und warum soll eine Impfung dann einem so betroffenen Menschen helfen?

      Ganz einfach – wer die Grippe nicht bekommt, bekommt in diesem Fall auch keine Grippefolgeerkrankungen, wie z.B. Lungenentzündung.

      Außerdem müßte man dann genauer dokumentieren in welchen Krankheitskombinationen Grippe ?tödlich? wirken kann. Und wäre es dann nicht notwendig die ?anderen? Krankheiten genauer zu untersuchen?

      Über bakterielle Infektionen weiß man schon sehr viel ;-)

      Schließlich erleidet jeder Mal einen Infekt der Atemwege und im schlimmsten Fall eine Grippe. Daran stirbt man aber nicht. Daher halte ich die ?geschätzten Zahlen? des Robert Koch Institut nur für ein Instrument einer erfolgreichen Marketingkampagne.

      Blödsinn – fast jeder Mensch meiner Generation hatte schon einmal die Masern. Einige (sehr wenige) sind daran gestorben.

      Es gibt auch viele andere Wege sich die Gesundheit zu erhalten oder im Krankheitsfall die Heilung zu fördern, nur haben diese Verfahren einen Makel: ?Die Pharma-Konzerne? verdienen nicht daran.

      Na klar, dann kannst Du bei Deiner nächsten bakteriellen Infektion auf die bösen Antibiotika verzichten und es mit Eigenurin probieren – viel Spaß ;-)

    32. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 10:48 - Permalink

      @Stefan

      ein ominöser holländischer ?Experte?, Prof. Albert Osterhaus, der schon bei der Vogelgrippe sein Unwesen trieb. Quellen sind in Deutschland leider schwer zu finden,

      Das hat auch seinen Grund. Ich habe kurz vor Weihnachten über ihn (mit Hilfe eines holländischen Kollegen) recherchiert. So viel Berichtenswertes gibt es in diesem Fall aber nicht, die Aussagen eines deutschen Blogartikels, die mich auf das Thema gebracht haben, sind maßlos übertrieben.

      Ein Problem sind solche Leute allerdings dennoch – keine Frage! Nur möchte ich wetten, dass es in der Stiko auch ein paar Osterhaus gibt.

    33. EO schrieb am 5. Januar 2010 at 11:04 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Zitat EO:

      Es gibt auch viele andere Wege sich die Gesundheit zu erhalten oder im Krankheitsfall die Heilung zu fördern, nur haben diese Verfahren einen Makel: ?Die Pharma-Konzerne? verdienen nicht daran.

      Antwort Spiegelfechter:

      Na klar, dann kannst Du bei Deiner nächsten bakteriellen Infektion auf die bösen Antibiotika verzichten und es mit Eigenurin probieren ? viel Spaß ;-)

      Zitate Ende

      Du argumentierst in die falsche Richtung.
      Es geht mir darum, dass Konzerne ihr monetäres Gewicht dazu einsetzen alternative Heilmethoden zu diffamieren um ihre Umsätze zu fördern und zu schützen. Aus diesem “Gesundheitssystem” ist keine Heilung zu erwarten, denn nur chronisch Kranke bringen kontinuierlich Geld in die Kasse.

      Ich bevorzuge im “Krankheitsfall” Vitamin C und wenn es schlimm kommt MMS und zur Vorbeugung regelmäßig eine Dosis LOLCats:

      http://icanhascheezburger.com/

      Gruß, EO

    34. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 11:34 - Permalink

      @EO

      Ich bevorzuge im ?Krankheitsfall? Vitamin C und wenn es schlimm kommt MMS und zur Vorbeugung regelmäßig eine Dosis LOLCats:

      Na da hast Du aber Glück, dass Du nicht krank wirst ;-)

    35. EO schrieb am 5. Januar 2010 at 11:35 - Permalink

      Ich sach nur “LOLCats”!

    36. Machu Picchu schrieb am 5. Januar 2010 at 12:31 - Permalink

      CDC-Direktorin übernimmt hohen Posten in der Pharmaindustrie

      >>> Die Chefin der staatlichen amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC (»Centers for Disease Control and Prevention«), der für Impfungen und die Bekämpfung von Pandemien zuständigen Behörde, ist 2009 zurückgetreten und übernimmt einen leitenden Posten beim führenden Pharmaunternehmen »Merck«. Sie wird Leiterin der Abteilung Impfstoffe. Dieser Schritt ist eine neuerliche Bestätigung für enge und korrupte Beziehungen zwischen der WHO, dem CDC und staatlichen Instituten wie dem Robert-Koch-Institut oder dem Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland und der gewinnorientierten Pharmaindustrie bestehen, die von der Politik der genannten Behörden und Einrichtungen profitiert. In Wirklichkeit bestätigt das Bild, das sich in den letzten Monaten herausgeschält hat, nämlich nachgewiesene Korruption von Beamten im staatlichen Gesundheitswesen, von angeblich objektiven Akademikern und Wissenschaftlern und der Big Pharma das, was ich als »Goldenes Dreieck« der Arzneimittel bezeichne ? staatliche Behörden und Dienststellen der UN, korrupte »Miet«-Wissenschaftler und Big Pharma. <<<

      http://tiny.cc/spFcr

      Ja, ja, ich weiß, alles nur eine "Verschwörungstheorie"…

      Allen ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2010!

    37. Frank Schenk schrieb am 5. Januar 2010 at 12:37 - Permalink

      Ich hatte mir im November eine Grippe eingefangen. War beim Hausarzt. Und der meinte:

      Arzt: Grunzen Sie?
      Ich: Was?
      Arzt: Ah ok, keine Schweinegrippe, gackern Sie manchmal?
      Ich: Öhh nein!
      Arzt: Auch keine Vogelgrippe, gut!

      Ich lag dann schon lachend am Boden :)

      Also ich bin ja dafür, daß die Verantwortlichen für dieses Disaster jeden Tag 10 Impfungen bekommen – bis sie anfangen zu grunzen oder sich auflösen…

      Lobbyistengedächtnispreis – ein echter Brüller!

      Unglaublich, wieviele Milliarden in diesem Land sinnlos verbrannt werden, um ein paar Milliardären die Taschen noch voller zu machen.

      gruß

    38. Spiegelfechter schrieb am 5. Januar 2010 at 12:39 - Permalink

      @Machu Picchu

      Ja, ja, ich weiß, alles nur eine “Verschwörungstheorie”?

      Keinesfalls – so etwas ist leider die Regel und muss scharf kritisiert werden.

    39. Martin schrieb am 5. Januar 2010 at 13:05 - Permalink

      @Spiegelfechter:

      Du hast recht. Meine Anmerkung zu Herrn Rumsfeld hatte ich aus diversen Berichten, in denen bei nicht ausreichenden Impfreserven zur Abgabe von Tamiflu geraten wurde.

      In direktem Zusammenhang steht er nicht. Das möchte ich hiermit korrigieren.

    40. Machu Picchu schrieb am 5. Januar 2010 at 13:34 - Permalink

      >>> @Machu Picchu

      ‘Ja, ja, ich weiß, alles nur eine ?Verschwörungstheorie??’

      Keinesfalls ? so etwas ist leider die Regel und muss scharf kritisiert werden. <<<

      Spiegelfechter,

      mit "scharf kritisieren" werden wir aber nicht weiter kommen. Irgendwann sollte der Höhepunkt erreicht sein, an dem genug genug ist. Es war ja nicht nur die Pharmaindustrie, die das ganze Affentheater, pardon, Schweinetheater, konzertiert hat – Presse, Politiker, RKI, PEI, Stiko, "Experten", sie alle haben dazu beigetragen, ein ganzes Volk in die Irre zu führen, es zu betrügen, es in Angst un Panik zu versetzen.

      Ich bin wirklich gespannt, ob Dr. Wolfgang Wodargs Aktion ( http://www.wodarg.de/show/2965331.html ) im Europarat etwas bewegen wird/kann.

    41. Krittel schrieb am 5. Januar 2010 at 15:56 - Permalink

      “Schweinegrippe” ist nicht Platz drei beim Unwort des Jahres, sondern beim Wort des Jahres. Das Unwort des Jahres wird erst am 19. Januar gekürt.

    42. Eike Scholz schrieb am 5. Januar 2010 at 16:05 - Permalink

      Insgesamt ein sehr schöner Artikel.

      Nur habe ich einen kleinen Kritikpunkt: Weder die Saisonale Grippe noch die Schweine-Grippe sind ungefährliche Erkrankungen. Unter gar keinen Bedingungen wäre ich für eines von beidem Dankbar.
      Schon gar nicht wenn jetzt eher junge Menschen als alte Menschen dadurch erkranken. Wie stark hat sich denn die gesamte Überlebenschance der Alten Menschen dadurch verbessert?
      Nun, allerdings sollte gerade ich mich nicht über Sarkasmus beschweren ;-).

      Natürlich sind beide Grippen kein Grund zur Panik. Mal wieder ein Indiz, dass man als Wissenschaftler ganz strikt bei seinen Ergebnissen bleiben sollte. Aber das fällt ja auch manchem Klima-Forscher schwer.
      Allerdings selbst wenn man das tut ist noch folgendes zu bedenken:

      The Science News Cycle

    43. Freedom Lemmy schrieb am 5. Januar 2010 at 16:13 - Permalink

      Mir war schon im August in Chile klar, das dies mit der Schweinegrippe nicht so gefährlich sein kann.
      Grippen bereiten sich – aus welchen Gründen auch immer – Ende Herbst, Anfang Winter aus. In Südamerika gabs auch eine gewisse Panik. Die war aber im August (wie bei uns Februar) lange vorbei.
      Kaum jemand starb daran. Als für mich positive Nebenwirkung blieb, das viele brasilianische Urlauber ihren Ski-Urlaub gecancelt hatten und wir (ausser mir einheimische Gruppe von Leuten mit z.T. nicht so hohem Einkommen) uns in einer günstigen Verhandlungsposition gegenüber den Hüttenbesitzern für einen schönen 3 Tages Ausflug befanden.
      Hätte man sich auf der Südhalbkugel entsprechend informiert, hätte man vermutlich bereits Anfang Juli vertreten können, bei den Ausgaben für Impfstoffe auf die Bremse zu treten.

      In Folge der Finanzkrise gabs wohl – verständlicherweise – bei den Verantwortlichen eine überdurchschnittlich hohe Risiko-Aversion. Die Pharmakonzerne waren in der Lage das auszunutzen.

    44. PitPudel schrieb am 5. Januar 2010 at 19:50 - Permalink

      Einmal mehr ein gelungener Artikel, und vor allem ein erfrischender Gegenpart zum (beispielsweise) Kommentar auf SZ Online “Hinterher sind alle schlauer”. Nein, diesmal waren viele schon vorher schlauer. Nur leider musste man sich die Informationen jenseits der Panikmache in den Mainstreammedien mühsam zusammensuchen. Und es gab sie dennoch, klar und nüchtern: der Fakt, das die WHO ihre Kriterien für die Pandemiewarnstufen aufgeweicht hat, Studien aus dem Herbst des letzten Jahres, dass der Virus kaum bis gar kein Mutationspotential besitzt, sowie Erfahrungsberichte von der Südhalbkugel, die zum gleichen Ergebnis kommen.

      Das Ganze hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack: einerseits habe ich viel dazugelernt, andererseits mindestens genauso viel an Vertrauen eingebüßt. Dem RKI und PEI kann man nicht vorbehaltlos vertrauen, und dabei sind diese beiden Institute die Instanzen, wenn es um Infektionskrankheiten geht. Mir graut ein wenig davor, wenn uns tatsächlich einmal eine gefährliche Infektionswelle drohen sollte.

      Man darf auch noch gespannt sein, wie sich das Thema “Adjuvanzien” weiterentwickelt, schliesslich war Pandemrix auch ein Versuch, die Adjuvanzien salonfähig zu machen.

    45. Gebintit schrieb am 5. Januar 2010 at 21:02 - Permalink

      Von Anfang an stand fest, dass die Schweinegrippe vergleichsweise milde Verlaufsformen hat und sie nur dann zur Gefahr wird, wenn sie mutiert. Diese Mutation ist allerdings nicht eingetreten.

      Warum auch? Wenn so eine Mutation eingetreten ist, dann hat sie sich nicht weiter verbreitet und das ist auch logisch, wenn man mal darüber nachdenkt. Viren sind ja nicht bösartig, sie sind ja nicht mal richtig lebendig. Es gibt sie nur, weil es Wirte gibt, die sie vermehren und verbreiten.
      Welcher Virus wird sich also schneller verbreiten, der Virus der seinen Wirt (fast) umbringt, oder derjenige, der es seinem Wirt erlaubt, relativ ungestört unter die Mitmenschen zu gehen und dort die Viren weiterzuverbreiten? Natürlich siegt immer die harmlosere Virenvariante.
      Deshalb war es auch überhaupt nicht überraschend, dass das Schweinegrippevirus nicht zum pandemischen Killervirus mutierte!

    46. sweetspot schrieb am 5. Januar 2010 at 21:32 - Permalink

      Hi Jens,

      wende dich doch jetzt bitte mal der kommenden “Ziegengrippe” zu ! Eine echte neue Bedrohung der Menschheit (sofern uns nicht der “Klimawandel” vorher dahinrafft…)

      ;)

      Bernd

    47. kapiernix schrieb am 5. Januar 2010 at 22:46 - Permalink

      Mittlerweile könnte man wirklich Wetten annehmen, wie die nächste menschenausrottende Krankheit heißt, die sich WHO und Konsorten einfallen lassen… Wenn ich einen Tipp abgeben müsste wäre das ‘Pantoffeltierchenpest’, aber das ist vllt. zu weit hergeholt. Oder eine Art Bingo: wer alle Krankheiten hatte und überlebt bekommt eine Dosis Schweinegrippeimpfstoff gratis.

      Der vermutlich einzig wirksame Schutz gegensolche Pandemien wäre eine Besetzung der wichtigen Positionen der Politik und Wissenschaft mit kompetenten Leuten.
      .

    48. Alexander schrieb am 6. Januar 2010 at 00:32 - Permalink

      Die Schweinegrippe war der grösste Witz des Jahres 2009. Aber besser man warnt einmal zuviel als einmal zuwenig. Nur übertreiben sollte man es nicht, sonst geschieht das, was wir aus der Geschichte vom Schafhirten und dem Wolf kennen.

    49. Simon schrieb am 6. Januar 2010 at 10:24 - Permalink

      Erschreckend, dass auch hier das viel-bemühte Pharma- und WHO- bzw. Politik-Bashing auf derart fruchtbaren Boden fällt. Kaum eine kritische Überlegung dazu inwiefern die Analysen der WHO evtl. als Frühwarnsystem begriffen werden sollte und nicht – wie hier unterstellt – mit Handlungsimperativen gleich zu setzen ist.

      Ach ja, die Pharma-Lobby, die kommt ja immer dann gerade recht, wenn das gemeine Volk die wahren Ängste (die der Pandemie) erst einmal ausgestanden hat und sich einen frischen Sündenbock suchen muss.

      Gekrönt vom allgemeinen Tenor “man habe es ja immer schon gewusst, und könne nun klaren Verstandes die fiese Pharma-WHO-Politik-Verschwörung endlich beim Namen nennen”. In der Psychologie würde man sowas vermutlich als Hindsight-Effekt bezeichnet.

      Früher hätte man so etwas noch fleißig auf das “Ausgeliefertsein-an-eine-höhere-Macht” abgeschoben! Aber wo ist Gott, wenn man ihn wirklich braucht?

      Simon

    50. bornabas schrieb am 6. Januar 2010 at 14:24 - Permalink

      Was mich an dem ganzen WHO-Bashing stört ist, dass ich bisher noch keinen anständigen Beleg dafür gefunden habe, dass die WHO ihre Pandemiekriterien tatsächlich extra für die Schweinegrippe aufgeweicht hat und den Begriff “hohe Mortalität” herausgestrichen hat. Der einzige Hinweis findet sich von Tom Jefferson, der dem Spiegel ein Interview gegeben hat. Soweit ich weiß ist er zwar ein angesehener Forscher, steht Impfungen aber grundsätzlich kritisch gegenüber. Diese Pandemie-Kriterien-Aufweichung haben nicht nur viele deutsche, sondern auch zahlreiche ausländische Medien als Tatsache übernommen und berufen sich dabei auf den Spiegel. Mich würde es wirklich interessieren, ob das tatsächlich stimmt und ob es noch andere Quellen gibt. Hat die WHO ihre Pandemie-Kriterien wirklich aufgeweicht?

    51. Knilch schrieb am 7. Januar 2010 at 00:09 - Permalink

      Nun, habe einen Artikel hier gefunden und wenn man bei der WHO guckt, so steht da nirgendwo, daß es eine große Anzahl an Todesfällen oder überhaupt Todesfälle geben muß. Hieraus ein Zitat:

      A pandemic refers to how far across the globe the disease has spread, rather than its severity, and as such a pandemic can result in a low fatality count.

      Super! Wir basteln uns eine Pandemie.

      Ansonsten tendiere ich eher dazu, EO beizupflichten. Daß sowas gleich als Verschwörungstheorie und Eigenurin abgewatscht wird, spricht leider nicht gerade für Niveau.

    52. PitPudel schrieb am 7. Januar 2010 at 00:56 - Permalink

      Kaum eine kritische Überlegung dazu inwiefern die Analysen der WHO evtl. als Frühwarnsystem begriffen werden sollte und nicht ? wie hier unterstellt ? mit Handlungsimperativen gleich zu setzen ist.

      Wohin sollte bitte ein Frühwarnsystem denn sonst führen, insbesondere in seiner höchsten Warnstufe, als zum Anstossen von Gegenmassnahmen? Im “Pandemic Preparedness Guide” der WHO ist durchaus nachzulesen, dass die WHO in Zusammenarbeit mit den Ländern Handlungsimperative definiert hat. Insofern sollte den Verantwortlichen der WHO durchaus bewußt gewesen sein, was das Ausrufen der Pandemiewarnstufe 6 für Folgen hat.

      Ein kleines Zitat aus dem nationalen Pandemieplan der Bundesrepublik Deutschland:
      (erhältlich als PDF von der HP des Innenministeriums)
      “Eine Influenzapandemie (Phase 6 nach Einteilung der WHO) ist unter dem Aspekt des allgemeinen Krisenmanagements eine langanhaltende, länderübergreifende Großschadenslage. [...] Eine Influenzapandemie ist allerdings – wie andere Großschadenslagen auch – ein Schadensereignis, das einerseits durch eine Überforderung der initial zu seiner Bewältigung verfügbaren Infrastruktur gekennzeichnet ist, andererseits derart nachhaltige Schäden verursacht, dass die Lebensgrundlage zahlreicher Menschen gefährdet oder zerstört wird.”

      Was mich an dem ganzen WHO-Bashing stört ist, dass ich bisher noch keinen anständigen Beleg dafür gefunden habe, dass die WHO ihre Pandemiekriterien tatsächlich extra für die Schweinegrippe aufgeweicht hat und den Begriff ?hohe Mortalität? herausgestrichen hat.

      Hat sie wohl auch nicht. Im alten Pandemieplan waren lediglich die Phasen 3-6 missverständlich definiert, sie sind seit der Überarbeitung 2009 klarer. Beiden Versionen fehlt allerdings die Einschätzung, wie pathogen oder gar lethal ein Virus ist. Unausgesprochen basieren aber sowohl der WHO-eigene Pandemic Preparedness Guide sowie der deutsche nationale Pandemieplan genau auf der Annahme, dass ein Virus, das sich über die ganze Welt verbreitet, sehr stark krank macht, und viele Todesfälle nach sich zieht. Das sind Ungenauigkeiten, die man sich auf diesem Niveau einfach nicht leisten kann. Das ist berechtigte Kritik, kein Bashing.

    53. SteinMain schrieb am 7. Januar 2010 at 01:37 - Permalink

      Den eigentlich ultimativen Kommentar zur Pandemie hat Olli Dietrich abgegeben, und der perlt wirklich:

      Die Leute solllten heutzutage statt mit Hundchen mit einem Schweinchen an der Leine herumlaufen, das Grippevirus sucht sich dann sein natürliches Wirtstier aus und verschont den Menschen.

      Also, damit wäre die Sache doch irgendwie erledigt, oder ?

    54. bornabas schrieb am 7. Januar 2010 at 14:13 - Permalink

      @PitPudel
      Ok, ich stimme ja zu, dass die Pandemie-Kriterien der WHO viel zu ungenau sind und bestimmt zur Steigerung der Hysterie beigetragen haben. Ich glaube aber, dass

      Ihre Karriere verdankt die Schweinegrippe einer gewissen Margaret Chang, die als Vorsitzende der WHO gleich nach Bekanntwerden der ersten Opfer in Mexiko und den USA die Kriterien für die Pandemiewarnstufen der WHO änderte. Seit Mai letzten Jahres zählt nur noch die Virulenz, nicht aber die Mortalität einer Krankheit für die Pandemieeinstufung durch die WHO.

      nicht stimmt. Das ist die gute alte Methode der Quellenvermehrung. Ein einziger Forscher sagt das dem Spiegel und alle schreiben das so lange ab, bis es stimmt. Der Link von Knilch (# 51) zeigt glaub ich ganz gut, wo der Fehler liegt. Man hat im Mai überlegt, ob die Kriterien verschärft werden sollen, damit die Schweinegrippe nicht zur Pandemiestufe 6 aufgewertet wird. Da hätte wohl Frau Chang reagieren sollen und auf die verschieden Gesundheitsminister hören sollen, ihr aber vorzuwerfen, sie habe die Krieterien extra verändert, damit die Schweinegrippe zu Pandemie werden konnte, ist falsch.

      Richtig geil wäre es wohl geworden, wenn Sie die Kriterien tatsächlich verschärft hätte, keine Impfstoffe gekauft worden wären und die Schweinegrippe dann doch gefährlicher als gedacht gewesen wäre…

      Egal, die WHO hat falsch gehandelt, aber nicht so falsch wie es in den Medien (und auch hier) behauptet wird und Olli Dietrich hat immer recht.

    55. salvo schrieb am 12. Januar 2010 at 09:50 - Permalink

      wen es interessiert

      das gesamte Buch “Bird Flu, A Virus Of Our Own hatching” online zu lesen

      http://birdflubook.com/a.php?id=15

      siehe auch das Interview mit Michael Greger

      “The worst plague in human history was the 1918 flu pandemic triggered by a bird flu virus that went on to kill upwards of 50 million people. The crowded, stressful, unhygienic trench warfare conditions during World War I that led to the emergence of the 1918 virus are replicated today in nearly every industrial chicken shed and egg operation. Instead of millions of vulnerable hosts to evolve within back then, we now have billions of chickens intensively confined in factory farms, arguably the Perfect Storm environment for the emergence and spread of hypervirulent, so-called “predator-type” viruses like H5N1. The 1918 virus killed about 2.5% of the people it infected, 20 times deadlier than the seasonal flu. H5N1 is now killing 60% of infected people, 20 times deadlier than the 1918 virus. So if a virus like 1918 gained easy human transmissibility, it could make the 1918 pandemic–the deadliest plague ever–look like the regular flu.”

      http://www.alternet.org/healthwellness/144963/factory_farmed_meat_can_trigger_a_global_pandemic_that_wipes_out_60%25_of_those_infected?page=3

      so siehts aus, dass diese Gefahr, so wie alles im totalitären parasitären Kapitalismus zur Ware gemacht und verwertet wird, ist wohl ein anderes Problem, was jedoch nicht dazu verleiten sollte, sie zu verkennen

    56. Outlook schrieb am 12. Januar 2010 at 09:58 - Permalink

      Wird 2010 erneut ein Jahr der Emerging Markets?
      Findet fundamental eine Entkoppelung der Emerging Markets von den “Weltbörsen” auch in 2010 statt?

      http://www.emfis.de/no_cache/global/global/kolumnen/beitrag/id/Wird_2010_erneut_ein_Jahr_der_Emerging_Markets_ID83830.html

      Alles ist möglich. Der Markt lebt von seinen Widersprüchen.

      Volatil bleibt es alle mal.

    57. Darthdirk schrieb am 20. Januar 2010 at 14:13 - Permalink

      @spiegelfechter
      Erstmal kurz danke für deine Arbeit und diesen Blog… ich bin langjähriger stiller Leser und halte Seiten wie deine und die Nachdenkseiten (wie übrigens auch immer mehr Menschen in meinem Umfeld) für einige der wichtigsten Anlaufquellen im Web.

      Was mich allerdings schon mehrfach wunderte ist die Art mit der du beim Thema Gesundheit mit Gegenmeinungen umgehst. Ich verstehe deine Herangehensweise, da ich auch vieles aus dem alternativen Sektor für blanken Blödsinn und Religion halte. Dein Diskurs mit EO zeigt mit da aber wieder einen seltsamen Zynismus wo du anscheinend schnell die Klappe dichtmachst obwohl das nicht angebracht ist.

      1. Nicht nur EO sondern haufenweise andere Menschen sind inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, daß ein Arztbesuch im Fall einer Erkältung oder ähnlichen saisonalen Erkrankungen blankweg für den Arsch ist. Wenn diese Menschen erfolgreich ihre Symptome mit Vitamin C und Hausmitteln kurieren finde ich es vermessen so zu tun als seinen es Idioten. Ich habe jahrelang den Gewohnheitsgang zum Arzt gewählt und mich lange über die wilkürlichen Abläufe und “Diagnosen” gewundert, die mal eine Woche Krankschreibung und dann schöne Breitbandantibiotika ergaben.
      Seit ich mit einer “esoterischen Gesundheitstante” zusammenarbeitete bin ich nicht einmal beim Arzt gewesen, meine Krankheitszeiten haben sich deutlich verkürzt, Krankschreibungen waren meist nicht mehr nötig. Und ich war wenn ich krank war genauso krank wie vorher… insofern finde ich deinen Kommentar auf EOs Methoden mit Vitaminen einfach nur flach und Kommentare wie dieser sind mir inzwischen öfter aufgefallen. Darf ich fragen, ob du irgendwie schlechte Erfahrungen gemacht hast? Wir reden von Erkältungen, grippalen Infekten, Grippe etc…. nicht von Krebs. Das Todesrisiko eines normalgesunden Menschen geht gegen Null.

      2. Die Grippetotenzahlen des RKI sind sehr wohl auf Basis von EOs Argumenten kritisierbar.
      Die Diskrepanz zwischen den geschätzten Toten und den nachgewiesenen ist immens. Die Anzahl der nachgewiesenen Toten sinkt seit Jahren deutlich (siehe EOs Zahlen die jeder direkt nachprüfen kann), was für die Schätzungen nicht erkennbar ist, wohlgesagt obwohl die Impfquote stetig steigt.
      Virologen vom RKI haben sich jetzt wie auch schon vorher in den Medien dazu verstiegen die ICD-10 KLasse “Grippe- und Pneumonietote” einfach mal pauschal als Grippe-Opfer auszuweisen. Genau so kommt man dann auf 22.000 Grippetote, obwohl davon 95% Lungenentzündung haben (und davon 90% jenseits von Scheintot sind).
      Was das RKI da für die AGI abzieht ist einfach nur wischiwaschi und kollidiert mit allen Totenziffern. Auch wenn die Schätzmethode wirklich nicht ganz so simpel ist wie EO vereinfacht hat ist sie hochgradig fragwürdig. Wenn man mögliche Grippefolgekrankheiten aufaddierst und dir das Ergebnis mit den RKI Zahlen vergleichst muß doch schon auffallen wie absurd die Verhältnismässigkeit ist.

      Vor allem gibt es für mich da eine Frage die ich bisher nicht klären konnte…. Wenn die Grippe so ein immenses Problem ist, warum zum Teufel wird dann nicht mal bei Toten auf die Erreger geprüft. Es gibt kaum nachgewiesene Grippe bei Toten, siehe statistische Bundesamt-Daten. In allen belangen kollidieren bei Grippe die öffentliche Paranoia und die ergriffenen Maßnahmen. Das ist zum Beispiel in Punkto Hygiene und Desinfektion in deutschen Krankenhäusern für jeden eindrucksvoll zu erkennen, wo man Patienten Mundschutz verpasst aber nicht mal die geteilten Sanitäranlagen ordentlich reinigt geschweige denn desinfiziert (geht halt nix über 1Euro Putzkolonnen um Geld zu sparen)

      Was aber viel schwerer wiegt ist, wozu ich mich als Mensch unter 60 und ohne Prädispositionen (die man Eindrucksvoll auch bei 90% der Schweinegrippe-Opfer auf offizieller Seite ausgewiesen sehen kann) überhaupt impfen lassen soll. Das Risiko ist lächerlich und da nehme ich lieber Vitamine und trinke heissen Tee und schlafe viel, als das Versuchskaninchen für Nanotech-adjuvantierte Impfstoffe zu spielen. Die Schweinegrippe war klar der Gipfel des Schwachsinns aber die gleichen Fragen kann man zu jeder anderen Influenza-Welle auch stellen…
      Es ist schon der Gipfel der unwissenschaftlichkeit wenn RKI und Co. Grippetote sofort auf den Virus schieben auch wenn sie 65 mit Herzfehler und 200kg Lebendgewicht sind. Aber wenn nach Impfung Komplikationen oder Tot zum Thema werden kategorisch ein Zusammenhang ausgeschlossen wird und die Prädisposition verantwortlich gemacht wird. Da stimmt etwas ganz gehörig von vorne bis hinten nicht und das RKI arbeitet oftmals eher nach PR-Handbuch als nach wissenschaflichen Grundregeln.

      Ich muß kein vernagelter Impfgegner sein um in diesem Fall den Nutzen zu hinterfragen. Angesichts der absolut fehlgeleiteten Meldungen von RKI und Co ist für den Normalbürger eine angemessene Nutzen/Risiko Analyse überhaupt nicht möglich (und das ist auch die Absicht) und daher danke ich für Schweine/Vogelgrippe, die mit ihrer offensichtlichen Absurdität eine absolut berechtigte Diskussion in Gang gesetzt haben. Es scheint wie immer die Maßlosigkeit der kapitalistischen Logik zu sein, die sich selbst ein Bein stellt.


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