MedienGAU Rostock [Update IX]

06. Juni 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Quis custodiet ipsos custodes?

Juvenal

Bevor der G8-Gipfel eigentlich beginnt, gibt es bereits den ersten Verlierer. Die klassischen Medien liefern ein erbärmliches Bild. Ihrer Rolle als vierte Gewalt, die die Staatsgewalt kontrolliert, werden sie nicht einmal im Ansatz gerecht. Wenn man die klassischen Medien tatsächlich als Kontrolleure der staatlichen Macht sieht, so muss man anlässlich der Fehler und Versäumnisse der klassischen Medien folgende Frage stellen: Quis custodiet ipsos custodes? Wer überwacht die Wächter? Hier haben sich die „alternativen Online-Medien“ und die Blogosphere als die wahren Wächter herausgestellt.

Doch zunächst zu den Fehlern der klassischen Medien:

Die Causa „Bello“

Die Nachrichtenagentur DPA veröffentlicht am Samstag eine grob fahrlässige Falschmeldung, die von den Redaktionen ungeprüft und anscheinend unreflektiert weitergegeben wird. Eine umfassende Chronologie dieses Mediendebakels hat Stefan Niggemeier in seinem Blog aufgezeichnet.

Aber wer denkt, dass die Gegendarstellung der DPA - zumindest in Betreff auf die Falschmeldung selbst - bei den Medien ein „Hallo wach“ ausgelöst haben könnte, der täuscht sich gründlich. Selbstgerechte und bornierte Nachrichtenmacher beleidigen den Leser und dessen Intelligenz mit einer unglaublichen Sturheit, wie der Pantoffelpunk in seinem Blog darlegt. Der Name der verantwortlichen Agentur ist in diesem Falle „Nachrichtenmanufaktur“ – Nomen est omen, vielleicht sollte man dort nicht Fakten machen, sondern über sie berichten.

Die Causa „Rebel Clown Army“

Die Konkurrenz vom Deutschen Depeschen Dienst - DDP - glänzte gestern darin, subjektive Einschätzungen der Polizei als Tatsachen darzustellen und angebliche Fakten nicht zu überprüfen. Stattdessen reicherte man den Artikel mit fragwürdigen Schnellschüssen an. So zimmert man aus der Eigenauskunft der „Rebel Clown Army“, man betreibe „kreativen Widerstand“ und sei mit „spöttischen Gelächter dort erfolgreich, wo Bomben ihr Ziel verfehlen“ Indizien, die für deren Gewaltbereitschaft sprechen sollen - Schnellrecherche per Google, wie es scheint, grotesk aus dem Zusammenhang gezogen um anscheinende Fakten aus dem Mund der Polizei zu untermauern.

Ein Anruf beim Sprecher der Clowns hätte genügt, um Zweifel an der Version zu hegen, ein Anruf bei den beiden Krankenhäusern der Stadt hätte die Version der Polizei schnell als Lüge enttarnt, wie SPON es herausfand. Allerdings war es auch SPON, das neben dem NDR ebenfalls die Falschmeldung verbreitet hatte – und dies sogar als Aussage und nicht als Zitat. Auch der NDR hat die Meldung mittlerweile verbessert, ein Fragezeichen hinter die Überschrift „Chemische Flüssigkeiten gegen Polizisten?“ gesetzt und Zitate aus dem SPON-Artikel eingebracht. Die DDP-Meldung wurde zum Glück von keinem Online-Medium veröffentlicht (nach meinen Informationen) - wie dies im Printbereich aussieht, ist unbekannt.

Die Causa „Verletztenzahlen“

Wie es Florian Rötzer vom Onlinemagazin Telepolis heute umfassend darlegt, wurde seit Samstag von den Medien mit falschen Verletztenzahlen operiert. So ist die Zahl von über 1000 Verletzten – darunter 433 Polizisten -, laut Focus, völlig aus der Luft gegriffen. Auch die 30 schwerverletzten Polizisten sind nicht zu verifizieren. Laut Angaben der Rostocker Klinken und des Katastrophenhilfsstabes gab es keinen einzigen Schwerverletzten – alle Patienten seien nach ambulanter Behandlung wieder entlassen wurden.

Wenn der Sprecher der Polizei scheinheilig einräumt, es gäbe keine Richtlinie für die Kategorisierung von Verletzungen und daher habe man es den Betroffenen selbst überlassen, die Schwere ihrer Verletzung zu bewerten, so kennt der gute Mann sein eigenes Handwerk nicht. Es gibt ein Straßenverkehrsunfallstatistikgesetz (StVUnfStatG), welches klar regelt, was eine „schwere Verletzung“ ist – und zwar sind dies Verletzte, die stationär behandelt werden müssen. Warum die Polizei diese Gesetze nicht kennen will? Die Antwort dürfte klar sein.

Der Fehler im System

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“

Hiram Johnson

Wenn man nur diese drei offen gelegten Fehler betrachtet, so zeichnet sich die Ohnmacht der klassischen Medien als systemimmanente Fehlfunktion ab. Presseagenturen haben das „Faktenmonopol“ und ihnen wird seitens der weiterverarbeitenden Medien blind geglaubt, selbst wenn Fehler in den Agenturberichten bereits bekannt sind. Hierbei ist man betriebsblind und hat Scheuklappen auf. Hinweise von Lesern oder aus der Welt des Bürgerjournalismus – der Blogosphere – werden als unseriös und faktenresistent abgebügelt.

Mit Meldungen, wie den genannten, wird Politik betrieben. Es sind Meldungen wie diese, die zu absurden Forderungen nach der GSG9 oder Gummigeschossen führen. Es sind Meldungen wie diese, die von den Paranoikern demnächst als Begründung für neue Sicherheitskataloge herangezogen werden. Es sind Meldungen wie diese, die die angespannte Lage in Heiligendamm eskalieren lassen können um neue Meldungen wie diese zu produzieren.

“Orgie der Gewalt”, “Gewaltexzesse” und “Chaoten, die den Krieg wollen” – das sind Schlagzeilen, die sich gut verkaufen. Aber haben sie einen wahren Kern oder sind sie Projektionen in den Hirnen von „Nachrichtenmachern“? Vorsicht ist geboten.

Wenn Nachrichtenagenturen und die Medien selbst Verlautbarungen von Pressesprechern der Polizei ungeprüft als Faktum darstellen, so versagen sie in ihrer Aufgabe als vierte Gewalt, die die Staatsmacht kontrollieren soll. Und paradoxerweise sind es die Bürger selbst, die mittels Blogs, Foren und anderen Plattformen die Medien kontrollieren. Dies ist die Gegenöffentlichkeit gegen das Meinungsmonopol, die ein Ideal von „Web 2.0“ ist. Wer überwacht die Wächter? Es sind wir!

Update: Der SPON-Ticker und DPA hauen auch heute wieder mächtig auf den Putz und verkaufen Pressemeldungen der Polizei als Realität, um sie kurze Zeit später zu widerrufen:

+++ Verletzte Polizisten mit Helikoptern ausgeflogen +++

[14:15] Mehrere verletzte Polizeibeamte sind mit Hubschraubern aus der Umgebung von Heiligendamm ausgeflogen worden. Ein Polizeisprecher bestätigte entsprechende dpa-Informationen. Über die Zahl der verletzten Beamten machte er keine Angaben. Beobachter vor Ort melden weiter, dass Polizisten zur Verstärkung der Kräfte vor Ort mit Hubschraubern eingeflogen werden.

+++ Polizei: Keine Verletzten ausgeflogen +++

[15:23] Die Polizei meldet, die Lage rund um Heiligendamm habe sich beruhigt. Polizeisprecher Axel Falkenberg wies auf die anhaltende Gesprächsbereitschaft gegenüber den Demonstranten hin. Beim Einsatz von Wasserwerfern sei zwar die Deeskalationsstrategie der Polizei kurzzeitig beendet worden. Es zeige sich aber auch, dass der Gesprächsfaden trotzdem nicht abgerissen sei. Die Polizei revidierte ihre Angaben, dass mehrere verletzte Polizisten mit Hubschraubern ausgeflogen worden seien. Es gebe acht verletzte Beamte. Diese würden vor Ort ambulant versorgt.

Update II: Einen lesenswerten Artikel über diese und weitere bedenklich stimmende Medienberichte und Bildunterschriften hat Somlus Welt im Artikel “Hase und Igel” aufgezeigt.

Update III: MaloXP vom Citronengras-Blog meint es gut mit uns und fordert zum SPONtanen Boykott auf - wobei er natürlich meine vollste Unterstützung hat. Hätte ich einen Arzt, würde mir das auch raten (Denken Sie an Ihren Blutdruck). Ich gelobe meine SPON-Besuche auf “medienwissenschaftliche Feldarbeit” zu beschränken ;-)

Update IV: Wie immer hart am Puls der Zeit ist die Titanic und führt einen Ticker ein, der dem von SPON in nichts nachsteht.

  • 19.00: Fernsehzimmer: gemeinsames “Heute”-Gucken unter Aufsicht von Sicherheitskräften
  • 19.10: Bush verschlechtert erneut Klima (Stinkbombe), Einsatz von Gummigeschossen

Update V: Die KAVALA hat eine Pressemeldung herausgegeben, die besagt, dass Demonstranten nahe des Kontrollpunktes “Galloprennbahn” sich mit Molotow-Cocktails bewaffnen. DPA hat diese Meldung als Zitat weitergegeben. Nach Angabe von Indymedia und der Jungen Welt ist dies eine bewußt in die Welt gesetzte Falschmeldung. Die Deutsche Welle, Financial Times, N24 und andere geben diese Meldung unkommentiert wieder. Der Tagesspiegel gibt diese Meldung sogar als Tatsache wieder: “Als es dämmert rotten sich am Blockadepunkt Galopprennbahn vermummte Autonome zusammen. Sie haben Molotow-Cocktails dabei”.

Die Version der Jungen Welt:

In den Presseveröffentlichungen der Polizei wurde zum ersten Mal gegen 18 Uhr der Blockade an der Rennbahn unterstellt, Demonstranten würden sich u.a. mit Molotow-Coctails bewaffnen. Die Pressesprecher von »Block G 8« dementieren aufs Schärfste diese offensichtlich gezielt verbreitete Falschmeldung. »Bestätigt wird unsere Darstellung von diversen Journalisten, die vor Ort das Geschehen miterlebt haben«, so »Block G 8«. Richtig sei vielmehr, daß bei der Blockade an der Rennbahn am Osttor ein zeitweise vermummter Zivilbeamter enttarnt wurde, der Demonstranten vorher aufgefordert hatte, sowohl Steine zu werfen als auch den Zaun zu beschädigen. Weiterhin meldete die Polizei die Auflösung mehrerer Blockaden unter anderem in Börgerende. »Dies ist falsch«, so »Bock G 8«. Tatsächlich würden Teilnehmer von »Block G 8« seit 14 Uhr die Zugangsstraße nach Heiligendamm in Börgerende blockieren. »Dort sind zur Stunde noch immer 1.500 Blockierer auf der Straße.« Auch die Blockade an der Rennbahn beim Osttor ist seit 11.30 Uhr blockiert. Noch befinden sich etwa 2.000 Menschen dort auf der Straße und bereiten sich auf die Nacht vor. Die Kampagne »Block G 8« will morgen früh ausführlich auf der Pressekonferenz im Pressezelt Stadthafen über die Desinformation der Polizei informieren, appelliert aber schon jetzt: »Wir fordern alle Medien auf, sich nicht auf ungeprüfte Meldungen der Polizei zu verlassen.« (jW)

Die Polizei missbraucht die mangelnde Sorgfalt der Presse massiv für ihre Zwecke und DPA und einige Medien machen mit - ein trauriges Bild.

Update VI: So langsam scheint SPON aufzuwachen und etwas vorsichtiger zu sein. Nicht nur, dass (zumindest mE nach) heute kein grober Schnitzer im Ticker vorhanden war - nein, SPON schreibt auch einen kritischen Artikel über die Informationspolitik der beiden Seiten und das undurchschaubare Melungddickicht. Leider sind sie dabei keinesfalls selbstkritisch und erwähnen nichts von ihrer Rolle bei der Verteilung von Falschmeldungen - dies wäre ein Chance gewesen. Leider hat SPON sie nicht ergriffen und so wirkt der ansonsten löbliche Artikel nur wie eine Schuldzuweisung an Polizei und Sprecher der G8-Gegner.

Besonders interessant ist im erwähnten Artikel der zwischen den Zeilen stehende Verdacht, es seien Agents Provocateurs seitens der Behörden in die Demonstranten eingeschleust wurden, die dann auch für Gewaltaktionen mitverantwortlich wären.

“Tatsache ist, dass wir keinen Beamten vermissen, es handelt sich also um keinen Kavala-Polizisten”, sagt der Polizeisprecher. So etwas gehöre seiner Meinung nach auch “nicht in einen Rechtsstaat, das wäre inakzeptabel und unverhältnismäßig”. Allerdings, was beispielsweise der Verfassungsschutz tue, darüber sei er nicht informiert. Ein Dementi klingt anders

In diesem heiklen Fall, kann wohl nur ein Untersuchungsausschuss des Bundestages für Klarheit sorgen. Ströbele und die LINKEN werden dies sicher bei begründeter Verdachtslage initiieren.

Update VII: Am Freitag mittag hat die KAVALA doch zugegeben, dass sie zivile Beamte im Einsatz hat, die sich unter die Demonstranten mischten - warum man einen Tag vorher niemanden vermisst hat, weiß nur die KAVALA. Das anlässlich des “Dementis” vom Vortag, die Polizei damit bestätigt, daß sie inakzeptabel gegen den Rechtsstaat verstösst ist überfällig, da offensichtlich. Schäuble und Co müssen sich ernsthafte Fragen gefallen lassen, wie sie die nicht tolerablen Ausfälle der Behörden in Punkto Vorgehen und Informationspolitik rechtfertigen. Schäuble steht als Innenminister direkt in der Verantwortung für diese Missstände.

Danke an Zaphodia für den Hinweis!

Update VIII: Stefan Niggemeier hat in seinem Blog auch die Reaktion einiger deutschsprachiger Zeitungen dokumentiert. Leider lassen die meisten Zeitungen hier Ehrlichkeit, Transparenz und Selbstkritik vermissen.

Update IX: Ein besonders klägliches Bild gibt die “seriöse” NZZ ab. Anstatt die schon berüchtigte Falschmeldung der DPA, die einen ausführlichen Widerruf herausgegeben hat, zu korrigieren, kartet sie lieber gegen Blogger aus. Was für ein Armutszeugnis aus Zürich - dort bevorzugt man anscheinend die eigene Wahrheit anstatt der Realität.
Jens Berger

p.s.: Ich bekenne mich selbst schuldig, von den Falschmeldungen und tendenziösen Berichten manipuliert worden zu sein. Als direkt auf die unglaubliche Enttäuschung, dass die Gewalt bei den Demonstrationen den Feinden der Grundrechte in die Arme spielt, mit den hohen Verletztenzahlen operiert wurde, war ich beeinflusst durch die Medienberichte selbst zu unkritisch. Dies hat mich zum harschen Kommentar „Katerstimmung“ verleitet, den ich heute anders schreiben würde.

Bildnachweis: NDR, Carlsen Comics, Fox, IMDB

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Trackbacks:

  1. 1 · . segert.net weblog . am 6. Juni 2007 um 17:14

    Im Zweifel für Polizei und Hardliner…

    Heute Abend wollte ich meine Eindrücke über die Medienmanipulationen rund um Rostock aufgrund meiner Linksammlungen im Konsumblog zusammenfassend auf den Punkt bringen. Aber der Spiegelfechter ist mir zuvorgekommen und urteilt: MedienGAU Rost…


  2. [...] Der Spiegelfechter «MedienGAU Rostock» [...]


  3. [...] spiegelfec... (MedienGAU Rostock) [...]


  4. 4 · Hase und Igel « Somlus Welt am 6. Juni 2007 um 20:30

    [...] Nachtrag: Welch armselige Leistung die Medien bisher bei der Berichterstattung über die Ereignisse rund um Heilgendamm die Tage erbracht haben, kann man hier schön zusammengefasst nachlesen. One Reply [...]


  5. 5 · blog.50hz.de am 6. Juni 2007 um 22:05

    Das verdammte Ding ist einfach zu lang…

    Das, was wir alle bislang als größenwahnsinnig, bedrohlich oder schlicht verschwenderisch wahrgenommen haben, nämlich die schiere Länge des Zaunes, könnte sich als echter strategischer Fehler der Erbauer erweisen.
    Schon das umz…


  6. [...] Der Spiegelfechter - MedienGAU Rostock [...]


  7. 7 · filapper » Nix ist heilig auf dem Damm am 6. Juni 2007 um 23:39

    [...] Spieglein, Spieglein an der Wand…Den Blick in diesen sollten so manche Mitarbeiter von Siegel Online besser meiden. War Ihnen im Herbst 2006 die journalistische Sorgfaltspflicht schon abhanden gekommen (kann man ja noch gutwillig unter “dumm gelaufen” ablegen), profiliert sich SPON in Sachen Heiligendamm und G8-Gipfel als Vorreiter eines MedienGAUs der klassischen Medien. SPON zumindest sollte man, sofern keine gezielte Desinformation angestrebt wird, besser ignorieren. “Vielleicht macht ja jemand mit?” fragt maloXP von Citronengras. Aber nur zu gern! [...]


  8. 8 · Madhouse at SoE in a new home am 7. Juni 2007 um 00:10

    [...] Bloggers against the old-fashioned media industry. The latter are obviously in desperate need of some journalists fluent in English (chronology or causality). Or they are not but then I don’t really want to take that into consideration. It literally hurts my brain. [...]


  9. 9 · Nerdcore — links for 2007-06-06 am 7. Juni 2007 um 01:24

    [...] MedienGAU Rostock - Der Spiegelfechter (tags: medien journalismus g8 demonstration) [...]


  10. 10 · pasQualle 3.0 » links for 2007-06-07 am 7. Juni 2007 um 02:42

    [...] MedienGAU Rostock - Der Spiegelfechter Tags: keine [...]


  11. [...] ich kann einfach nur dem spiegelfechter zustimmen: Bevor der G8-Gipfel eigentlich beginnt, gibt es bereits den ersten Verlierer. Die klassischen Medien liefern ein erbärmliches Bild. Ihrer Rolle als vierte Gewalt, die die Staatsgewalt kontrolliert, werden sie nicht einmal im Ansatz gerecht. Wenn man die klassischen Medien tatsächlich als Kontrolleure der staatlichen Macht sieht, so muss man anlässlich der Fehler und Versäumnisse der klassischen Medien folgende Frage stellen: Quis custodiet ipsos custodes? Wer überwacht die Wächter? Hier haben sich die „alternativen Online-Medien“ und die Blogosphere als die wahren Wächter herausgestellt. [...]


  12. [...] G8-Gipfel: Während die Bundeswehr und die DPA unbedingt den Krieg in die G8-Proteste tragen wollen, der Spiegel Molotov-Cocktails und chemische Waffen bei Clowns halluziniert und unter dafür boykottiert werden soll laut Blogosphäre freut sich sum1 über schöne und hässliche Bilder aus der ausgweiteten Kampfzone. Schickt sum1 die URLs zu den schönsten Bildern oder tragt sie gleich in den Kommentaren ein. [...]


  13. 13 · Konsumblog.de am 7. Juni 2007 um 13:37

    G8-Blog-Blick: Über Provokateure und Feldjäger…

    Ich möchte hier einen subjektiven Überblick über zwei wichtige Themen bieten, die zur Zeit in Weblogs disktuiert werden und die man als Korrektiv gegenüber eines Teils der etablierten Online-Presse betrachten kann, die bisher versagt hat und mit ih…


  14. Wer allzu voreilig nach Distanzierungen ruft……


  15. [...] In den Presseveröffentlichungen der Polizei wurde zum ersten Mal gegen 18 Uhr der Blockade an der Rennbahn unterstellt, Demonstranten würden sich u.a. mit Molotow-Coctails bewaffnen. Die Pressesprecher von »Block G 8« dementieren aufs Schärfste diese offensichtlich gezielt verbreitete Falschmeldung. »Bestätigt wird unsere Darstellung von diversen Journalisten, die vor Ort das Geschehen miterlebt haben«, so »Block G 8«. Richtig sei vielmehr, daß bei der Blockade an der Rennbahn am Osttor ein zeitweise vermummter Zivilbeamter enttarnt wurde, der Demonstranten vorher aufgefordert hatte, sowohl Steine zu werfen als auch den Zaun zu beschädigen. spiegelfechter [...]


  16. 16 · MedienGAU Rostock - Pax Aeterna am 7. Juni 2007 um 15:15

    [...] · tar, den 07.06.07 in Krise, Medien, Politik, Deutschland Quelle: spiegelfechter.com [...]


  17. 17 · blechBlog am 7. Juni 2007 um 15:44

    G8 Berichterstattung…

    Eine erschreckende Zwischenbilanz zur Berichterstattung über den G8-Gipfel gibt es beim Spiegelfechter.
    Ein sehr lesenswerter Artikel der offenbart, wie mit Falschmeldungen die öffentliche Meinung manipuliert werden kann.
    ……


  18. 18 · nerdpress.de-blog am 7. Juni 2007 um 18:17

    marionetten….

    Der Spiegelfechter hat die schlimmsten Fehltritte in der Berichterstattung zu den Protesten in Rostock zusammengefasst, die zudem mit zu Gewalttaten auffordernden Zivilpolizisten und bewusst verbreiteten Falschmeldungen ein denkbar schlechtes Licht auf…


  19. [...] … zum Geschehen rund um das G8-Gipfeltreffen in Heiligendamm gibt es hier. Woanders eher nicht. [...]


  20. 20 · Informationen zum G8-Gipfel « Tyrions Blog am 7. Juni 2007 um 20:08

    [...] Ich fange mit der Berichterstattung der Medien an. Beim Spiegelfechter gibt es Informationen über falsche Berichte, z.B. die Behauptung ein Redner hätte zur Gewalt aufgerufen, welche nur durch eine (wahrscheinlich absichtliche) Falschübersetzung entstand (der Kommentar von monoma bzw. Blogeintrag ist auch sehr informativ). Etienne Rheindahlen hat Zweifel an der Berichterstattung und hat einige Fragen. [...]


  21. [...] Konsumblog - alle Berichte in einer Kategorie “G8 2007″ Spiegelfechter - über den Medien-GAU Rostock Punktblog: Polizei mit Schuld an Protest-Gewalt? [...]


  22. [...] Update 8: Sowohl der Spiegelfechter als auch das Konsumblog stellen ebenfalls die verschiedenen Falschmeldungen und Gerüchteküchen übersichtlich zusammen. Insgesamt ergibt das ein Bild, das durchaus zu denken gibt — lag’s nur an der Unübersichtlichkeit der Lage, oder haben wir es hier tatsächlich mit „psychologischer Kriegsführung“ zu tun? [...]


  23. [...] Aber zum Glück gibts diese völlig unseriösen Internettagebücher, da kann man sich wenigstens informieren, was wirklich so los ist rund um G8. Und weiß meist schon Bescheid, wärend die “seriösen” noch teils Tage lang ihre Falschmeldungen voneinander abschreiben. [...]


  24. 24 · Auf den Punkt gebr8 « Eloquenz am 8. Juni 2007 um 08:24

    [...] den Punkt gebr8 Jump to Comments MedienGAURostock [...]


  25. 25 · Somlus Welt am 8. Juni 2007 um 08:58

    [...] Und sonst? Die Proteste gehen weiter, vermutlich sind Ausschreitungen von Seiten der Polizei provoziert worden. Menschen werden im Gewahrsam in Sammelstellen untergebracht und zu Nummern gemacht, deren Anblick erschreckenderweise an andere völkerrechtliche Verbrechen erinnert. Die Medien haben schon längst verloren auch wenn sie, nach Einschätzung einiger versuchen wieder einiges gut zu machen. 80.000 haben sich auf einem Konzert von dem üblichen hilflosen Versuch Aufmerksamkeit zu erringen berieseln lassen. [...]


  26. 26 · musiqua am 8. Juni 2007 um 11:05

    [...] Der Spiegelfechter hatte hier die fehlerhafte Berichterstattung in den Massenmedien zusammengefasst. Gruselig. [...]


  27. 27 · gelblog » Scheinheiligendamm-Links am 8. Juni 2007 um 12:02

    [...] Dieser berichtet über den “MedienGAU Rostock“: Sehr umfänglich zeigt er das Versagen diverser tradierter Medien. [...]


  28. [...] Mit Sicherheit waren es keine schönen Bilder die am Rande der Großkundgebung in Rostock am 2. Juni im Fernsehen, in den Zeitungen und im Internet zu sehen waren. Aber wie eine wild gewordene Meute hetzten die Medienleute jeder “hilfreichen” Meldung hinterher, um ein Bild der schieren Gewalt in Rostocks Straßen und wenig später vor dem Zaun in Heiligendamm zu schaffen. Dabei wurden allerdings offensichtlich schwerwiegende Fehler in der Überprüfung der Fakten begangen. Durch die zahlreichen Falschmeldungen ist mit Sicherheit keinem der Beteiligten geholfen, weder den friedlichen Demonstranten, noch der Polizei. Einzig der Bundesinnenminister wird sich am Abend des 2. Juni freudig die Hände gerieben haben. Eine kleine aber feine Zusammenfassung dieser medialen “Ausrutscher” gibt der Spiegelfechter in seinem Beitrag MedienGAU Rostock und verbleibt mit der Frage: Wer überwacht die Wächter? [...]


  29. 29 · Sammeljurium.de » G8 am 8. Juni 2007 um 22:55

    [...] Da man den konventionellen Medien nicht mehr trauen kann, der Polizei auch nicht, seien hier mal zwei Stücke Bürgerjournalismus empfohlen: [...]


  30. [...] Bleibt also noch die Berichterstattung über die Berichterstattung. Eifrig diskutiert in der Blogosphäre wurde in den letzten Tagen die Frage, inwieweit die klassischen Medien überhaupt noch objektive und sorgfältige Kontrollinstanzen sind. Der Spiegelfechter zum Beispiel sieht die Medien als ersten großen G8-Verlierer, da die Journalisten schon im Vorfeld des Gipfels falsch und unzureichend informiert hätten. [...]


  31. [...] Außerdem wies Helmut Heinen darauf hin, dass guter Journalismus teuer sei und Geld koste für die Freiräume, die für die wirklich neuen Geschichten und für die investigativen Recherchen erforderlich sind. Damit hat Helmut Heinen freilich recht. Schade bloß, dass deutsche Zeitungen offenbar sogar zu geizig sind, ihren Journalisten Zeit für eine oberflächliche Recherche zu bezahlen. Würden sie das tun, hätten Zeitungen zwar noch nicht die Qualität der Unabhängigkeit von Blogs, aber immerhin ließe sich durch eine oberflächliche Gegenrecherche der von dpa in Umlauf gebrachten Texte wenigstens verhindern, dass zum Beispiel eine Falschmeldung durch zahlreiche Käseblätter verbreitet wird, auch nachdem sie in Blogs schon Tage zuvor als solche erkannt wurde. Auch bestünde dann die Chance, dass der eine oder andere Zeitungsredakteur sich weigert, die eine oder andere besonders platte Lüge oder groben Unfug abzuschreiben und an seine Leser durchzureichen. [Trackback URI]    [Permalink] [...]


  32. [...] Eine tolle Übersicht der Verfehlungen der Medien (inklusive der MEdienagentueren dpa, dpp) findet sich in dem Blog Spiegelfechter. Der Spiegel, der sich anfangs wenig mit Ruhm bekleckerte, hat im Laufe der Berichterstattung einen kritischen Artikel zur Informationslage im hohen Norden nachgeschoben, entschuldigt für deren falsche Berichterstattung hat sich bisher niemand. [...]


  33. 33 · Das Wort zum Sonntag XIX at hoi polloi am 10. Juni 2007 um 16:53

    [...] Aus der Ferne betrachtet sieht Deutschland dieser Tage sehr ruhig aus. Zugegeben, das offizielle Merkel-Fanzine bekommt dank findiger Blogger ordentlich sein Fett weg und irgendwo in einem Kaff bei Rostock tagen Mobs von geriatrischen Regierungschefs um über ihre, bereits vor Beginn ihrer Zusammenkunft, völlig überholten Vorstellungen der Zukunft zu beraten, während draussen ein nicht minder dementer Mob gegen ersteren anstürmt. Aber was davon kommt im großen globalisierten (gottseibeiuns) Kontext an? Nix. Die Spanischen Medien berichten zum beispiel lieber von Fußballergebnissen als nur mit einem Wort den kompletten G8 Gipfel zu erwähnen. Gut, Intellektuelle Miesepeter gibt es immer, aber was bleibt übrig von all dem Spektakel? [...]


  34. [...] …gibt sich ja gerade wieder größte Mühe, die einzige richtige Kritikerin in ihrer Runde konsequent abzuwürgen, und die wirklichen Schweinereien im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel nicht zur Sprache kommen zu lassen. [...]


  35. 35 · api.metasynapse.de » G8 Gipfel am 11. Juni 2007 um 16:13

    [...] Quelle: Der Spiegelfechter - MedienGAU Rostock [Update VII] Erstaunlich objektiv und aktuell berichtete die Welt Online Redaktion. Es klang aus dem Springer Hause durchaus kritisch, was so manch Journalist unter die Bilder schrieb. Von “Ein Polizist tritt einem Demonstranten in den Hintern, dass hätte er besser nicht in Anwesenheit von Fotografen getan” bis hin zu “Wer provoziert hier wen?” (Polizist prügelt auf Demonstrantin ein). Die Welt berichtete als erstes auf der Titelseite vom Agent Provocateur. [...]


  36. [...] Neben anderen Verfehlungen der Massenmedien während der G8-Sause war es besonders eine dpa-Meldung mit einer falschen Übersetzung, die zunächst auf SpOn und dann in nicht wenigen Zeitungen im deutschsprachigen Raum die Runde machte. [...]


  37. 37 · Konsumblog.de am 12. Juni 2007 um 03:39

    Re:g8: Dolchstoßdilettant…

    Münchens Polizei-Vizepräsident Jens Viering hat die tz vom 12.6.2007 als Forum gefunden, um im Stil eines Dolchstoßdilettanten über die Rebel Clown Army herzufallen (der Link führt direkt in ein terroristischen Ausbildungszentren dieser Armee), al…


  38. 38 · Freedom! Forever! am 12. Juni 2007 um 18:36

    Alkohol im Dienst…

    Nun konnte man nicht erwarten, dass beim G8-Gipfel etwas anderes als heiße Luft und Verschwendung von Steuergeldern herauskommt. Dass aber die Journalisten nach meinem Eindruck in der überwältigenden Mehrzahl reine Hofberichterstattung, Verlautbarun…


  39. 39 · [gehirnstürm] » Der Spiegelfechter am 26. Juni 2007 um 18:53

    [...] des G8-Gipfels hat sich Jens in mein Herz geschrieben, aber auch davor und danach gab es allerhand interessante, gut recherchierte, [...]


  40. [...] 7th, 2007 at 10:09 vormittags (Uncategorized) Extrem lesenswerter Artikel über das Versagen der Medien bei der G8-Berichterstattung beim [...]


  41. [...] Chefs dieser Kategorie sind meist sehr beliebt. Gerade Journalisten im Bereich „Nachrichten“ verlassen sich heutzutage leider all zu oft blind auf Agenturmeldungen – auch in den Redaktionen von [...]


Kommentare:

  1. · RichardConrad am 6. Juni 2007 um 16:59 - Permalink

    Angesichts der sich häufenden Falschmeldungen stellt sich mir die Frage mit welcher journalistischen Sorgfalt hier die Schreiberlinge noch zu Werke gehen. Offensichtlich hätte ein Teil der Fehler durch einfache Nachfragen und eigene Überprüfung der Fakten vermieden werden können.

    Die Erklärung, die mir dafür am sympatischsten waere, ist schlichte Faulheit (Wenn man wohlwollend argumentiert, kann man das auch Zeitdruck nennen). In einer Welt in der Nachrichten in Echtzeit durch den Äther rauschen und konsumiert werden, ist Geschwindigkeit Geld. Und da ist man offensichtlich gern mal der Erste mit einer Meldung, auch wenn das Ergebnis dann am Ende keine solide recherchierten Story mehr sein kann. Ein Armutszeugnis für den Journalisten.

    Die gefährlichste Erklärung dafür ist bewusste Falschinformation. Und dann sind in der Tat kritische Bürger gefragt, die eine Gegenöffentlichkeit schaffen, die zumindest andere Sichtweisen aufzeigen kann und gar nicht denkfaul Dinge richtigstellt.

    Quellenbewertung und kritische Würdigung von Meldungen wird immer wichtiger.


  2. · bernd am 6. Juni 2007 um 16:59 - Permalink

    früher hab ich mal den Spiegel gelesen und diverse tageszeitung. heute lese ich, ausser im internet, keine mehr.
    für diese lügenblode möchte ich keinen cent mehr hergeben.

    ich bin ein bisschen erschrocken - das gelogen wird war mir klar - aber das es so offentlich passiert, ist doch ein wenig fremd.


  3. · kiesow am 6. Juni 2007 um 17:06 - Permalink

    das online-seiten falschmeldungen übernehmen kann ich insofern noch verstehen, weil natürlich versuchen müssen möglichst die ersten zu sein. da bleibt oft kaum oder gar keine zeit entsprechenden meldungen zu überprüfen.
    viel trauriger ist es aber, wenn die ganzen fehlinformationen auch am montag noch in der print-presse erscheinen.


  4. · corax am 6. Juni 2007 um 17:12 - Permalink

    Hihi, das ZDF hat endlich reagiert.

    zdf.de/ZDF...

    MfG


  5. · Spiegelfechter am 6. Juni 2007 um 17:19 - Permalink

    @3 Kiesow

    Was die Online-Medien angeht, gebe ich Dir im Prinzip sogar recht. Die deutsche Sprache hat aber auch die Form der “indirekten Rede”. Wenn Informationen von einem Polizeisprecher kommen und man weiß, dass dort Fakten manipuliert werden, so kann man dies nicht als Faktum stehen lassen, sondern mit Fragezeichen oder in Zitatform eingringen. Bei den G8-Gegner geht das doch auch - da käme z.B. SPON nie auf die Idee, die Aussage des Sprecher der Interventionistischen Linken als Faktum zu veröffentlichen.


  6. · Spiegelfechter am 6. Juni 2007 um 17:22 - Permalink

    @4 Corax

    Die öffentlich-rechtlichen Anstalten bestätigen mal wieder jedes Klischee. Aussitzen und Abwarten und wenn es gar nicht anders geht, eine Kommission einberufen.

    Ich möchte wetten, ohne den Bericht von S. Niggemeier wäre der Link nicht “freigegeben” worden.


  7. · corax am 6. Juni 2007 um 17:34 - Permalink

    @ Spiegelfechter

    Die Wette möchte ich leider nicht annehmen. ;)

    Aber sie bekommen auch schon woanders ihr “Fett weg”
    Mal schauen ob es was bringt. Kommentare unter der Rubrik “Diskussion” erst nach etlichen Stunden freizuschalten ist ja wohl ein Witz.

    blog.hande...

    MfG


  8. · Stroga am 6. Juni 2007 um 17:55 - Permalink

    Ich möchte trotzdem nochmals darauf hinweisen, dass der Übersetzer von Walden Bello ebenfalls geschludert hat:

    “Walden Bello: „Two years ago they said: Do not bring the war into the discussions. Just focus on poverty reduction. Well, we say: We have to bring the war right into this meeting. Because without peace there can be no justice.”

    “Der Übersetzer auf der Bühne: “Vor zwei Jahren hat es geheißen: Wir sollen den Krieg nicht in die Diskussion mit reinbringen. Wir sollen uns nur auf Armutsbekämpfung konzentrieren. Aber ich sage: Wir müssen den Krieg hier mit reinbringen. Denn ohne Frieden kann es auch keine Armutsbekämpfung geben”

    Der Bezug zu in this meeting war nicht eindeutig, auch nicht vor Ort. Allerdings hat das in keinster Weise einen Einfluss auf die bereitslaufenden “Kampfhandlungen” gehabt.”

    Ich würde auch justice anders als Armutsbekämpfung übersetzen.

    Zu den kostenlosen online-Medien wie SpOn wäre anzumerken, dass sie werbefinanziert sind und vor allem auf hohe Zugriffszahlen angewiesen sind. Das geht mit Sicherheit auf Kosten der Qualität, aber we wäre bereit für einen hochqualifizierten Nachrichtendienst zu bezahlen? Hier sind Blogger klar im Vorteil, vor allem wenn sei gut vernetzt sind, zweitausend Leser könne sich sehr schnell zu zweitausend Rechercheuren wandeln. Das ist bedeutend mehr als online-medien aufbringen können.

    Allerdings werden diese Netzwerke doch eine gewisse Schwerpunktsetzung betreiben müssen, was die Themen angeht und hier liegt die Gefahr ebenfalls manipulativ als Gegenmedium ins Geschehen einzugreifen verbunden mit Betriebsblindheit und abgeschottet gegen berechtigte Einwände.


  9. · Mucho am 6. Juni 2007 um 18:28 - Permalink

    Ich glaub schon lange nichts mehr, egal wer es sagt. Auch unter Bloggern gibt es schwarze Schafe.

    Bisher fühl ich mich hier beim Spiegelfechter allerdings noch äußerst sicher. Dafür mein Lob und Dank!

    Gruß Mucho


  10. · Spiegelfechter am 6. Juni 2007 um 19:03 - Permalink

    @11 Mucho

    Och, ich habe auch schon einen kapitalen Bock geschossen, indem ich einer proisraelischen Seite (die als solche nicht erkenntlich war) bei antisemitisunterstellenden Äußerungen über den russischen Ex-General Iwaschow, der beleibe kein unbeschriebenes Blatt ist, auf den Leim gegangen bin. Ich habe es versäumt dies anhand anderer Quellen zu verifizieren. Zum Glück hat mich mein Bekannter COPOKA schnell darauf hingewiesen und ich habe den Artikel erst mal zur Überarbeitung ein paar Stunden offline genommen.

    Nobody is perfect - dazu sollte man auch stehen.


  11. · Sebi am 6. Juni 2007 um 19:34 - Permalink

    SpOn meldet:
    +++ G-8-Gipfel ist eröffnet +++
    [19:18] Mit einem festlichen Abendessen hat am Abend der G8-Gipfel in Heiligendamm begonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfing die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands im Rittersaal auf Gut Hohen Luckow südlich von Heiligendamm.

    Um 19:30 Live Bilder auf n-tv: Merkel im Gespräch mit Angestellten. Kommentar: Die Gäste sind offensichtlich noch nicht eingetroffen.


  12. · Sebi am 6. Juni 2007 um 19:47 - Permalink

    19:49 Der US George trifft als letzter ein. Glaubt man dem Spiegel Ticker (s.o.), eine halbe Stunde zu spät. Setzen 6!


  13. · Spiegelfechter am 6. Juni 2007 um 20:04 - Permalink

    @Sebi

    Vielleicht wurde er von einer Kellnerblockade aufgehalten ;-)


  14. · somlu am 6. Juni 2007 um 20:35 - Permalink

    Dein Post Scriptum hat mir gut gefallen, mir ist am Sonntag schon die “voreilige” Distanzierung auf Grund von Medienberichterstattung aufgefallen und ich war ziemlich bedient davon, dass viele es so eilig hatten den Medien zu glauben. Wie in diesem Land berichterstattet wird, sollte sich doch schon lange rumgesprochen haben.


  15. · Ingo am 6. Juni 2007 um 20:48 - Permalink

    Ausgerechnet die “Time” demonstriert, dass es auch ganz anders geht.

    Die Schlagzeilen vom vereitelten “Terroranschlag unfassbaren Ausmasses” auf den Flughafen JFK sind sicher vielen noch in Erinnerung. Schon beim ersten Lesen fragte ich mich, wie man mit Jetfuel eine Pipeline hochjagen will - Kerosin kommt schliesslich Diesel am nächsten.

    The JFK Plot: Overstating the Case?
    time.com/t...

    Chapeau über den Teich!


  16. · somlu am 6. Juni 2007 um 21:39 - Permalink

    Da is er ja wieder :-)


  17. · bruce1337 am 6. Juni 2007 um 22:29 - Permalink

    Chapeau à votre PS!

    “Einen Fehler begehen und ihn nicht korrigieren, erst das ist ein Fehler” –Konfuzius

    Was mich an “Katerstimmung” am meisten gestört hat — und auch schon an früherer Stelle auffiel — ist eine reflexive, indifferenzierte Ablehnung von VTs — geradezu so, als seien Verschwörungen in etwa so absurd wie sprechender Pudding. Doch ein Blick in die Geschichte oder eine Kriminalstatistik genügen, Verschwörungen eindeutig im Reich des möglichen zu platzieren — auch monströse. 9/11 ist der zeitnächste Beweis — und wer das nicht glauben mag, der sollte mal nachsehen!

    Die Medien verzapfen nicht nur zu G8 geschlossen Falschinformation…


  18. · aufdienaseduclown am 6. Juni 2007 um 22:59 - Permalink

    Ich fand die Falschmeldung an sich eigentlich ganz gut …
    hätte man auch so stehen lassen können, jetzt ist es nurnoch ein satz, ein mittelmäßiger.

    Denn eigentlich sollten wir den Krieg überall hin tragen!
    Wenn denn erstmal jemand den Mut beweist ihn loszutreten …

    vieleicht morgen, gute nacht


  19. · Etienne Rheindahlen am 6. Juni 2007 um 23:01 - Permalink

    Gratuliere zum zutreffenden Beitrags-Titel. Vielleicht sollten einige Medien ihre Vignetten und Logos von “G 8″ auf “GAU 8″ modifizieren.

    Ich habe heute nachmittag längere Zeit die Berichterstattung auf “n-tv” verfolgt - mit Entsetzen und Unverständnis:
    etiennerhe...

    Die Aspekte Verletztenzahlen, Reizgas-Einsatz und “Fehler im System” im Bezug auf die Berichterstattung während und nach “Rostock” habe auch ich in den vergangenen Tagen hinterfragt:
    etiennerhe...

    Meiner Ansicht nach rasen die “Mainstream-Medien” immer schneller in einer Spirale aus Unprofessionalität, Unausgewogenheit, aus Quoten-Fetischismus und Belanglosigkeit in Richtung Irrelevanz und Verzichtbarkeit. Für die Medien-Unternehmen täte mir dies nicht leid - für eine demokratische Gesellschaft angesichts des Verlusts der “vierten Gewalt” (und des von der Gesellschaft übertragenen Wächteramts) wäre das allerdings bedauerlich.

    Vielleicht aber auch eine Chance für professionell wahrgenommenen und demokratisierten, konzentrationsfreien, dezentralen Bürger-Journalismus.


  20. · D. Krüger am 6. Juni 2007 um 23:02 - Permalink

    Hallo,
    @Spiegelfechter - heute nur Zustimmung.
    In der gegenwärtigen gleichgeschalteten “freiheitlichen, demokratischen und rechtsstaatlichen” Medienpolitik ist der “Spiegelfechter” ein wichtiges Info-Instrument.
    Im Gegensatz zur gleichgeschalteten Medieninfo (wie zu Faschisten-Zeiten; Adenauer-Zeiten; Erhardt-Zeiten; Kiesinger-Zeiten; Brandt-Zeiten; Schmidt-Zeiten; Kohl-Zeiten; Schröder-Zeiten; Merkel-Zeiten) ist Spiegelfechter in der Lage, tiefgründige Analysen zu betreiben und sachlich zu belegen.
    Auch wenn ich nicht immer mit Spiegelfechter einer Meinung bin - es tut gut, mit Spiegelfechter zu argumentieren.
    Stark bleiben!


  21. · ab am 7. Juni 2007 um 00:05 - Permalink

    Hier auch ein interessanter Artikel zum Streuen von Falschmeldungen durch die Polizei:

    de.indymed...


  22. · Sebi am 7. Juni 2007 um 00:20 - Permalink

    Trauriger Tiefpunkt auch beim Stern:

    Zähe Gespräche, heftige Randale
    Abermals haben sich Autonome und Polizei heftige Auseinandersetzungen geliefert. Ein massives Polizeiaufgebot drängte tausende Demonstranten vom Zaun zurück, der den G8-Tagungsort Heiligendamm schützen soll, und löste Blockaden auf. Steine flogen, die Polizei schlug mit Gummiknüppeln zurück. Mehrere Menschen wurden verletzt, die Beamten nahmen 141 Personen fest und weitere 24 in Gewahrsam.

    Beim Blick in die Fotostrecke: Polizisten mit Gummiknüppeln, Wasserwerfer, friedliche Demonstanten. Kein einziger Steinewerfer.

    Die Polizei wird bei SpOn übrigens folgendermaßen zitiert:
    Die Lage sei friedlich, erklärte eine Sprecherin der Sondereinheit Kavala. Zuvor hatte es seitens der Polizei geheißen, in der Gruppe befänden sich Autonome, die mit Molotow-Cocktails und Steinen bewaffnet wären.

    Der einzige belegte Angriff von Demonstranten heute (beide SpOn):

    Am Abend war an diesem Kontrollpunkt eine Person von mehr als einem Dutzend vermummter Demonstranten angegriffen worden. Möglicherweise handelte es sich um einen Polizisten, der in der Autonomen-Kleidung unter den Blockierern war. Der Mann wurde von Kräften des anwaltlichen Notdienstes der Demonstranten aus der Notlage befreit und zur Linie der Polizisten gebracht, die ihn in ihre Reihen zogen. Wie ein Sprecher des Notdienstes bestätigte, hatten mehrere Demonstranten den Mann als Polizisten erkannt.

    [21:37] Der Anwaltliche Notdienst der Demonstranten erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Demnach sollen während der Blockadeaktion vor dem Zaun in Heiligendamm vermummte Zivilpolizisten in die Demonstrantenmenge eingeschleust worden sein. Augenzeugenberichten zufolge fiel am Abend eine Gruppe von vier bis fünf schwarz gekleideten jungen Männern auf, die sich außergewöhnlich aggressiv gegenüber der Polizei verhielten. Als Protestler die Männer nach ihrer Herkunft und Identität befragt hätten, seien diese geflohen. Einer sei jedoch festgehalten und als Zivilpolizist erkannt worden.

    Nachdem ich mir gerade Gipfelstürmer angesehen habe, kommen mir doch Zweifel ob die nach Rostock verschiedentlich geäußerten Verschwörungstheorien nicht doch ihre Berechtigung haben.

    Heute hat zumindest überwiegend die Polizei eskalierend gewirkt.


  23. · Etienne Rheindahlen am 7. Juni 2007 um 00:27 - Permalink

    Gratulation zur Titelzeile dieses Beitrags.
    Vielleicht sollten sich doch einige “Art Directors” (früher hiess das mal: Chef-Layouter) der Mainstream-Medien neue Vignetten bzw. Logos überlegen: statt “G 8 - Gipfel in Heiligendamm” “GAU 9 - Gipfellosigkeit der Scheinheiligkeit”

    Die Aspekte Verletztenzahlen, Reizgas-Angriffe und “Fehler im System” haben auch mich in den letzten Tagen beschäftigt:
    etiennerhe...

    Und mein Entsetzen über die Art der G 8-Berichterstattung auf “n-tv” nötigte mich heute nachmittag zu diversen Anmerkungen:
    etiennerhe...

    Die etablierten bzw. “Mainstream”-Medien befinden sich mit ihrer - nicht erst im Vorfeld zu G 8 notorischen - Kampagnen- und Krawall-Berichterstattung im freien Fall. Es geht rasant abwärts in einer sich enger drehenden Spirale aus Inkompetenz, Unprofessionalität, Ignoranz, Boulevardisierung und Isolation zur in Zielgruppen fragmentierten Bevölkerung. Ganz unten am Ende der Spirale wartet das traurige Ende namens “Belanglosigkeit”.

    Das Schicksal der Medienunternehmen rührt mich keineswegs - aber gerade im Fall der Berichterstattung zu “Rostock” und dem G 8-Treffen lässt sich konstatieren, daß sich unsere Gesellschaft von der “vierten Macht” (im Sinne des für demokratische Gesellschaften unverzichtbaren Wächteramts) verabschieden muss - oder es bereits getan hat. Die wenigen noch verbliebenen unabhängig berichtenden und recherchierenden Medien wenden sich zusehends isolierter an eine begrenzte Bildungs- und Intelligenz-Elite.

    Vielleicht ist der sich abzeichnende Niedergang der traditionellen Medien eine Chance für einen professionell wahrgenommenen, verantwortungs- und demokratiebewussten Bürger-Journalismus.


  24. · Sebi am 7. Juni 2007 um 00:42 - Permalink

    Nachtrag:
    Gleiches Bild auch bei anderen wie FAZ oder n-tv:

    Die Überschriften enthalten Eskalation und Krawalle und berichten von neuen Ausschreitungen am Abend. Konkret wird aber nur berichtet, dass die Polizei Wasserwerfer eingesetzt hat, um das Abendessen der G8ler von Demontsranten freizuhalten. Auch die Fotostrecken zeigen lediglich Gewalt von Polizisten.

    Zeitgleich berichtet Indymedia von Misshandlungen durch die Polizei. Diese passen auch zu den im Tagesverlauf gezeigten Bildern und in Videos.


  25. · otti am 7. Juni 2007 um 02:00 - Permalink

    Sowohl die klassischen Medien als auch die öffentlich rechtlichen sind in erster Linie die Diener ihrer jeweiligen Herren, sei das nun das internationale Finanzkapital oder die Politik. Mit Glaubwürdigkeit haben beide Institutionen nichts zu tun.


  26. · Armin am 7. Juni 2007 um 03:44 - Permalink

    Wenn ich das hier so alles lese muss ich ja doch noch mal auf einen alten Eintrag zurueckkommen: Hier wird naemlich auch mit gefaelschten Bildern manipuliert.

    Ja, am Ende (nicht am Anfang wie der Spiegel das bei der Zitatgeschichte macht) wird darauf hingewiesen dass die Bilder nicht so ganz der Wahrheit entsprechen. Nur: Bis dahin muss der Leser erst einmal kommen. Und Bild hat nie behauptet dass dies das Schoenheitsideal ist. Die Bilder werden sogar ganz bewusst in dem Eintrag gelassen, weil sie ja angeblich das Problem illustrieren. Einer Meinung der ich nicht zustimme, aber das nur am Rande.

    Des weiteren: Der Beitrag hat dort geschaetzte (anhand der Kommentaruhrzeiten) 24 Stunden unkorrigiert so gestanden. Die ersten Blogs fingen schon an die Bilder mit der Fehlinformation weiterzuverbreiten. Wie weit haette sich das noch verbreiten koennen?

    Vielleicht so weit? Chronologie einer Falschmeldung II

    Sorry, Ich traue Blogs kein Stueck weiter als den “etablierten” Medien.


  27. · senfmann am 7. Juni 2007 um 03:54 - Permalink

    “Die Tatsache, dass Menschen, die kiloschwere Steine auf andere Menschen werfen, zu recht für Empörung sorgen, dürfte also von der Einsatzleitung ausgenutzt worden sein, um auf Kosten der Polizisten, der Feuerwehrleute und der friedlichen Demonstranten die Hoheit über die öffentliche Meinung zu gewinnen.

    Diese Strategie ist zynisch und menschenverachtend, aber sie hat funktioniert.”

    so das Fazit eines Artikels auf indymedia

    de.indymed...


  28. · Freigeist666 am 7. Juni 2007 um 05:33 - Permalink

    Zitat:

    “Jens Berger

    p.s.: Ich bekenne mich selbst schuldig, von den Falschmeldungen und tendenziösen Berichten manipuliert worden zu sein. Als direkt auf die unglaubliche Enttäuschung, dass die Gewalt bei den Demonstrationen den Feinden der Grundrechte in die Arme spielt, mit den hohen Verletztenzahlen operiert wurde, war ich beeinflusst durch die Medienberichte selbst zu unkritisch.”

    Ging mir Anfangs auch nicht anders. Ich war darüber frustriert dass trotz aller Diskussionen im Vorfeld, es trotzdem zu Gewalt gekommen war. Im nachhinein stellt sich die Situation ganz anders dar und anhand einiger Berichte, bin ich über den Mut und Sensibilität der Demonstranten erstaunt, wie sie gegen eingeschleuste Agent Provocateurs vorgegangen sind. Es gibt einige Berichte darüber dass so ein vermummte Zivilpolizist seinen Kollegen übergeben worden ist. Wichtig ist vorher solche kriminelle im staatliche Auftrag zu entmummen und sie zu fotografieren, damit man später strafrechtlich gegen sie vorgehen kann.

    Gruß

    Freigeist


  29. · AC am 7. Juni 2007 um 06:04 - Permalink

    @39:

    So ‘n Foto etwa: oraclesynd... ?


  30. · Freigeist666 am 7. Juni 2007 um 07:15 - Permalink

    @40

    Ich meine diesen Kerl:

    de.indymed...

    Weder auf den Fotos noch auf dem Video wird sein Gesicht gezeigt und als einer der Beteiligten versucht seine Kapuze runter zu ziehen wird er sofort von einem anderen Mit Tritten und Faustschlag traktiert.

    Besser wäre es gewesen sein Gesicht zu filmen und zu fotografieren bevor er seinen Kollegen übergeben wird.

    Ist er etwa identisch mit dem Mann aus deinem Link?


  31. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 09:26 - Permalink

    @40/41 AC und Freigeist

    Wie der Kommentator bei Indymedia richtig anmerkt, ist dies bislang nur eine *Vermutung* - Man sollte sich hüten, dies als gesicherte Tatsache zu sehen. Nur weil einige Demonstranten der Meinung waren, der Knabe sei eine Ratte, muß das nicht unbedingt stimmen.

    Hier sollte man von den Medien erwarten, daß sie der Sache auf den Grund gehen.

    @39 Freigeist

    Auch wenn Agents provocateurs in Rostock im Spiele waren, ist dies keine Absolution für die Auschreitungen - es wäre aber sehr wichtig dies zu verifizieren um Schäuble und Co den Wind aus den Segeln zu nehmen, Rostock politisch zu instrumentalisieren.


  32. · Freigeist666 am 7. Juni 2007 um 09:54 - Permalink

    @Jens

    Ja im Moment sind es Vermutungen. Allerdings soll dieser Mensch andere zu Gewalt angestachelt haben und da rund herum viele Menschen das bezeugt haben, gilt zumindest dieser Fakt als sicher.

    Letztendlich macht es Mut dass sie gegen Gewalt vorgegangen sind, ob es sich um einen Zivilpolizisten handelt, wird sich rausstellen.

    Es gibt nie eine Absolution für Ausschreitungen. In dem Punkt sind wir uns einig.
    Es muss dennoch abgewartet werden wer tatsächlich für diese Ausschreitungen verantwortlich war.


  33. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 10:03 - Permalink

    @Freigeist666

    Volle Zustimmung meinerseits.


  34. · ralphs am 7. Juni 2007 um 11:22 - Permalink

    Also bleiben 2 Möglichkeiten: Ein Zivilpolizist oder ein extrem dummer Idiot.


  35. · Nick Abbe am 7. Juni 2007 um 11:36 - Permalink

    @ 30 Sebi

    Zitat:
    “Nachdem ich mir gerade Gipfelstürmer angesehen habe, kommen mir doch Zweifel ob die nach Rostock verschiedentlich geäußerten Verschwörungstheorien nicht doch ihre Berechtigung haben.

    Heute hat zumindest überwiegend die Polizei eskalierend gewirkt.”

    Hier, eine weitere “VT” bzgl. Agents Provocateurs, die sich als wahr erwiesen hat:

    de.wikiped...

    Trotzdem, oder gerade deswegen, müssen “echte” Demonstranten sich von Provokateuren, die der Sache nur schaden, eindeutig distanzieren. Wobei das natürlich schwierig ist, wenn es sich, wie in Genua, um Hunderte oder Tausende unidentifizierbare Vermummte handelt…

    MfG,
    A.N.


  36. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 12:03 - Permalink

    @45

    Sehe ich ähnlich. Wobei der dumme Idiot z.B. ein Rechter, ein “spaßorientierter” Teenager oder ein Hooligan sein könnte - da gäbe es schon Möglichkeiten. Autonome wittern sehr schnell “verdeckte Ermittler” ;-)


  37. · AC am 7. Juni 2007 um 13:33 - Permalink

    @Freigeist666:

    Fotos von seinem Gesicht gibt es auch (mit Balken): de.indymed...

    Allerdings sieht er nicht wie der junge Mann aus @40 aus. Viele Berichte sprechen aber von einer Truppe von 4-5 Mann, die versucht haetten die Stimmung anzuheizen, von denen die Person dann festgehalten wurde.

    Interessant waere es zu schauen, ob die Person oder die Person aus @40 beim Entglasen des Polizeifahrzeugs in Rostock dabei war.


  38. · kiesow am 7. Juni 2007 um 14:03 - Permalink

    man muss sich schon fragen, ob die journalisten bei SpOn augen im kopf haben. es sind zwar nur details, aber trotzdem sollten journalisten sorgfältiger arbeiten.
    und zwar steht unter spiegel.de... im teaser, das die boote von der marine abgedrängt wurden. nun, das hat man zwar auch bei n-tv dauernd behauptet als man die live-bilder kommentiert hat, allerdings war der aufdruck “polizei” selber für einen kurzsichtigen kaum zu übersehen.
    zweites detail im gleichen artikel: der wird erwähnt, das ein schlauchboot der polizei über das schlauchboot von greenpeace gedonnert wäre. schaut man sich allerdings die bilder an, dann war das eine kollision(?) zwischen dem schlauchboot und dem fetten schnellboot der polizei. den unterschied zwischen einem schlauch- und einem schnellboot erkennt man aber auch ohne ahnung von booten zu haben …
    wie gesagt, es sind nur kleinigkeiten, aber trotzdem typisch.


  39. · Freigeist666 am 7. Juni 2007 um 14:04 - Permalink

    @49

    Danke für den Link.

    Henning Obens von der Blockadegruppe Block G8 sagt nun dass Demonstrationsteilnehmern aus Bremen diesen Vermummten als Bremer Polizisten identifiziert hätten.

    Obens kündigte daraufhin an, Fotos von dem Mann zu veröffentlichen, falls die Polizei den Vorfall nicht bestätige.

    jungewelt....

    Ich kann den Demonstranten zu dieser gelungen Enttarnungsaktion nur beglückwünschen.

    Wir sollten an der Sachen dran bleiben und der Staatsmacht ein für alle mal klar machen dass sich das Volk nicht für dumm verkaufen lässt.


  40. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 14:20 - Permalink

    @Kiesow

    Richtig, ist mir als Marineveteranen *hüstel* auch aufgefallen. Die Vorstellung, wie ein Schnellboot der Marine die Gummiboote “abgedrängt” haben sollte, ist absurd. Nebenbei bemerkt, ist ein Greenpeace-Schlauchboot um etliches schneller (und wendiger) als ein Marineschnellboot.
    Just for info - ein Schnellboot der Marie sieht so aus:

    Und nicht so:


  41. · AC am 7. Juni 2007 um 14:45 - Permalink

    Witzigerweise wurde der mutmassliche AP an dem Ort enttarnt, von dem aus schon den ganzen Nachmittag lang Falschmeldungen ueber eine bevorstehende Randale von vermummten, mit Molotovcocktails bewaffneten Personen von der Polizei lanciert wurden. Auch noch zu einer Zeit, zu der es die Randale, sofern sie stattgefunden haette, prima als Aufmacher in die Abendnachrichten gepasst haette.


  42. · alexandra bader am 7. Juni 2007 um 15:08 - Permalink

    ich denke (und das hab ich auch in meinem blog geschrieben, alexdailyn... “gipfel-desinformationen”), dass medienvertreterInnen meist hierarchisch vorgehen und sich dort recherche und den verzicht auf klischees ersparen, wo es keine konsequenzen hat.

    niemandem würde einfallen, falsche funktionsbezeichnungen für die innerhalb des zaunes zu verwenden oder beschlüsse und protokoll falsch wiederzugeben. es handelt sich um mächtige, bei denen nachlässigkeit in der berichterstattung undenkbar ist.

    außerhalb des zaunes sind weniger mächtige, die nur in der masse gehör finden (und zur masse gehören nun mal “ganz normale menschen”, darunter auch sog. “krawallmacher”, neben polizeiprovokateuren….), und bei denen journalistische sorgfalt zu viel aufwand wäre. dies würde bedeuten, sie gleichberechtigt den mächtigen wahrzunehmen und sich selber mehr arbeit aufzuhalsen.

    es ist anscheinend kaum ein berichtender vertraut mit der zivilgesellschaftlichen szene, was in der kritiklosen übernahme von falschmeldungen deutlich wird.

    ich hab mich zuerst gewundert, wie jemand “1000 verletzte” ungeprüft übernehmen kann - aber wer von denen in den redaktionen hat demo-erfahrung (und wenn, dann wird es stark verdrängt)? oder, dass walden bello zu gewalt aufgerufen haben soll. allein der zusatz “träger alternativer nobelpreis” lässt dies irreal erscheinen - ja, wenn man mit der szene vertraut ist, was auch durch recherchen möglich ist.

    immerhin gehört ja auch niemand von den medienleuten zur szene innerhalb des zaunes, aber da wird eben recherchiert und versucht, sich ohne vorschnelles urteil ein eigenes bild zu machen….


  43. · kiesow am 7. Juni 2007 um 15:26 - Permalink

    ich muss mich revidieren, den zwischenfall schlauchboot über schlauchboot gab es tatsächlich. shame on me.


  44. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 15:44 - Permalink

    @57 Alexandra

    Du hast mit Deinem Einwurf 100% recht - nur eine kleine Anmerkung:

    “allein der zusatz “träger alternativer nobelpreis” lässt dies irreal erscheinen”

    Da musste ich schmunzeln, wenn man bedenkt, daß Theodore Roosevelt, Henry Kissinger, Jassir Arafat, Schimon Peres und Jitzhak Rabin allesamt Träger des Friedensnobelpreises sind ;-)


  45. · AC am 7. Juni 2007 um 15:46 - Permalink

    @Freigeist666:

    Koennte es in @49 der Zivilpolizist vom Samstag von der gespielten Festnahme sein?

    media.de.i...


  46. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 15:54 - Permalink

    @62

    Auf keinen Fall - der Mann hat Haare


  47. · AC am 7. Juni 2007 um 16:32 - Permalink

    @Spiegelfechter: Danke fuer die Korrektur. Man sieht den Haaransatz im zweiten Foto.


  48. · Freigeist666 am 7. Juni 2007 um 16:41 - Permalink

    @62 AC

    Das ist schwer anhand der Bilder nachzuprüfen.
    Ich hoffe nur dass sich das rausstellen wird und Henning Obens von der Blockadegruppe Block G8 seine Drohung wahr macht, Die Bilder freizugeben falls die Polizei den Vorgang nicht bestätigt.

    Dass die Polizei nicht im Traum daran denkt diesen Vorgang zu bestätigen, zeigte das heutige Interview mit dem Polizeisprecher
    Falkenberg. Er dementierte jegliche Aktivitäten und erwiderte, mit den Vorwürfen der Provokation konfrontiert, im Ernst ob die Demonstranten den Namen dieses Vermummten kennen würden.
    Sinngemäß wollte er damit ausdrücken dass es keinerlei Beweise gegen die Polizei gibt.

    Also merke wenn ihr den Namen nicht kennt, könnt ihr auch nichts beweisen ihr linken Zecken.

    In einem Interview mit PHOENIX sagte der selbe Polizeisprecher am 2.06.2007, Zitat: “Die Eskalationsstrategie von uns ist aufgegangen…”.

    Tja manchmal sagen die doch die Wahrheit.

    Eigentlich sollte man davon ausgehen dass die Polizei, die Personalien dieser Person ermittelt hat, wenn sie ihn doch vom “Legal Team” in Empfang genommen hat.

    Hier sollte schnell gehandelt bevor der G8-Gipfel zu Ende geht und das ganze in in Vergessenheit geraten sollte.
    Wenn die Polizei gegen Gewalttäter nicht vorgeht und sogar ihre Identität schützt, muss der Bürger aktiv werden.

    Es gibt die Klarbilder dieser Person und als erstes sollte man damit in Bremen recherchieren. Einige Demonstranten aus Bremen sollen den Mann identifiziert haben. Mit deren Hilfe kann man schnell herausfinden wo er normalerweise arbeitet und es werden sich auch bestimmt Personen finden lassen die dessen Namen kennen.

    Mag sein dass dann der Staatsschutz aktiv wird um das Publizieren dieser Information zu unterbinden aber die werden wohl schwer tausende von Blogs schliessen können, wenn alle synchron diese Information verbreiten.

    Apropos Zecken:

    Polizeioberkommissar und Zugführer Ingolf Boldt (POK), 34, stammt aus Schwerin und dessen G8-Tagebuch wird täglich auf Stern aktualisiert.

    stern.de/p...

    Kostprobe:

    Nach einer Streife durch einen Waldabschnitt sind wir von oben bis unten mit Zecken übersäht. Angeblich sollen die Mecklenburger Zecken völlig ungefährlich sein. Aber wer traut diesem kleinen Viehzeug schon zu, dass sie sich an diese Abmachung halten?!

    Da denke ich mir einfach mein Teil…

    Insgesamt muss ich feststellen dass die Polizei jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat. Nachrichten die auf Polizei-Aussagen beruhen sind prinzipiell mit Skepsis zu betrachten.
    Ohne Bestätigung oder handfeste Beweise, sollte davon ausgegangen werden, das die Polizeisprecher in Heiligendamm nur Lügen und Desinformation verbreiten.


  49. · stefan am 7. Juni 2007 um 16:43 - Permalink

    “MedienGAU” bringt es auf den Punkt.
    Beim heute-journal-gucken kam mir gestern ein ähnlicher Gedanke. Fragt der Studiokerl doch die Reporterin vor Ort in Bezug auf die vermutlich mageren Ergebnisse des Gipfels: “…oder werden letztendlich die von den Politikern engagierten PR-Agenturen gewinnen?”.

    “DU IDIOT!” möchte man ihm entgegen brüllen. Es ist doch die Aufgabe der Medien, sich eben NICHT von den PR-Agenturen an der Nase rumführen zu lassen.
    Aber das merkt der Sprecher nicht.

    Dafür zahlen wir GEZ?


  50. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 16:46 - Permalink

    @all

    Bitte beachtet “Update VI”


  51. · Spiegelfechter am 7. Juni 2007 um 16:52 - Permalink

    @65 Freigeist666

    Das der KAVALA-Sprecher (einer der 60, wie ich gerade eben gelesen habe ;-)) darauf keine Antwort geben kann, ist klar.

    Eingeschleuste “Staatsdiener” sind in einem solchen Fall sicher nicht im Auftrag der KAVALA unterwegs, sondern von irgendwelchen Saatsschutzdienststellen, wie dem Verfassungsschutz und dessen Länderdependenzen.

    Hier wird auch der KAVLA-Sprecher keine Informationen bekommen und die Presse erst recht nicht.

    Da muß ein Untersuchungsausschuß her, wenn sich diese Verdachtsmomente in der Sache als begründet herausstellen sollten.


  52. · Freigeist666 am 7. Juni 2007 um 17:24 - Permalink

    @Jens

    Deine Einschätzung SPON sei jetzt vorsichtiger geworden kann ich nicht teilen. Es ist die klassische Vorgehensweise etwas zuzugeben dass sich nicht mehr verheimlichen lässt und im gleichen Atemzug die Gegenseite Propaganda und Desinformation zu vorzuwerfen.

    Dieses Zitat zeigt eindeutig welche Gesinnung SPON-Journalisten haben:

    Autonomenpropaganda, linke Spinnereien, Verfolgungswahn? Es ist eine dieser Geschichten, die auf Demonstrationen immer wieder erzählt werden. Die so sehr nach Verschwörung klingen, dass man sie nicht glauben mag. Doch diese Szene bringt selbst die staatstreuesten Kollegen ins Zweifeln.

    Staatstreu also, ein