Die brennenden Autos von Berlin
geschrieben am 07. Januar 2010 von Spiegelfechter
Rund 300 Autos wurden im letzten Jahr in der Hauptstadt Opfer von Brandanschlägen. Es vergeht derweil kaum ein Tag, an dem die Chronisten auf brennendeautos.de kein neues Fähnchen in ihren virtuellen Berliner Brandatlas stecken müssen. Epizentren dieser Modeerscheinung sind dabei die Kieze von Kreuzberg und Friedrichshain mit zusätzlichen Ballungen in den ehemaligen Kiezbezirken Mitte und Prenzlauer Berg. Bürgerliche Stadtteile wie Grunewald und Dahlem sind von diesem Spuk ausgenommen. Meist brennen Luxuslimousinen der Marken Mercedes, BMW und Porsche, oft aber auch ältere Modelle von Herstellern mit einem gewöhnlicheren Image. Wer diese Anschläge verübt, ist weitestgehend unbekannt ? die Aufklärungsquote geht gegen null, im letzten Jahr konnte nur ein einziger Täter rechtskräftig verurteilt werden. Bei vielen der Anschläge wird ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen. Im Visier der Staatsschützer stehen dabei vor allem “linksextremistische” und “linksautonome” Kreise, die auf diese Art und Weise gegen die fortschreitende Gentrifizierung ihres Kiezes im Speziellen und den Kapitalismus im Allgemeinen protestieren.
Burn, Motherfucker! Burn!
Es gibt viele Arten, sinnlos seine Unzufriedenheit mit “dem System” auszudrücken ? der eine wählt FDP, der andere zündet Autos an, Intelligenz gehörte noch nie zu den deutschen Primärtugenden. Wer sich mit dem Geisteszustand “linksautonomer” Kreise ein wenig auskennt, wird sich über derlei Aktionen kaum wundern. Als ich vor Jahren einmal in Berlin lebte, wurde ich wegen meines fahrenden Untersatzes auch von szenenahen Gestalten des Öfteren als Bonze angepault. Dabei war mein Toyota nicht nur 15 Jahre alt, er hatte auch einen Marktwert, der ungefähr einer Warmmiete entsprach. Aber da darf man der Szene nicht gram sein, die bloße Vorstellung, ein Auto zu besitzen, gilt dort bereits als bourgeoise Dekadenz ? respektive als “faschistisch”, da “Linksautonome” es nicht so sehr mit Fremdwörtern haben.
Dabei sind die vermeintlichen Hintergründe, die die Brandstifter zu ihren Taten anregen, durchaus diskussionswürdig. Es ist nun einmal Fakt, dass in Großstädten wie Berlin oder Hamburg innenstädtische Bezirke, die vornehmlich von jungen, alternativ denkenden Menschen mit eher geringem Einkommen bewohnt werden, Stück für Stück “aufgewertet” werden. Ganze Wohnblöcke werden luxussaniert und an zahlungskräftige Neubewohner vermietet, die das soziale Gleichgewicht zum Kippen bringen. Dort, wo früher die Trinkhalle war, ist nun ein Straßencafé, in dem es so seltsame Sachen wie Frappucino koffeinfrei mit Sojamilch to go für 5 Euro gibt. Die verrauchte Kneipe um die Ecke ist einem schicken und sterilen makrobiotischen Restaurant gewichen und statt des Lidls gibt es nun einen sauteuren Ökoladen. Die Gentrifizierung hat bereits aus dem ehemaligen links-intellektuellen Szenebezirk Prenzlauer Berg eine Bionade-Republik mit Schwaben und Pornobrillen-Trägern gemacht. Schön ist das nicht, vor allem nicht für Kiezbewohner, egal ob “linksautonom” oder vernünftig.
Das Anzünden von Luxuslimousinen ist jedoch kein gangbarer Weg, diese Entwicklung aufzuhalten oder gar umzukehren. Wer aber noch nicht einmal ahnt, dass ein 15 Jahre alter Toyota kein Statussymbol der herrschenden Klasse ist, weiß natürlich auch nicht, dass fast alle Neuwagen der Marken Porsche, Mercedes oder BMW als Firmenwagen zugelassen und selbstverständlich vollkaskoversichert sind. Dem Fahrer, der ja meist noch nicht einmal der Besitzer dieser Autos ist, schert so ein Brand daher wenig. Im Gegenteil ? dann gibt es halt für ein paar Wochen einen Leihwagen auf Firmen- oder Versicherungskosten und dann steht schon die nächste Luxuslimousine mit neuen Extras und Gadgets vor der Tür. Wegen solch kleinerer Unannehmlichkeiten zieht man doch nicht in einen anderen Stadtteil ? im Gegenteil, beim Plausch unter Gleichgesinnten in der Cocktailbar hat man nun ein richtig schönes Thema, um sich wichtig zu machen. Die eigentlichen Opfer des Vandalismus sind da schon eher die Besitzer alter Kleinwagen und Fahrräder, die als “Kollateralschäden” mit beschädigt werden und die nicht gegen solche Schäden versichert sind. Aber wer weiß ? vielleicht gelten Kleinwagen, die zum Broterwerb genutzt werden müssen, ja auch als “faschistisch” oder “bürgerlich”, wie der Broterwerb an sich.
Es ist unmöglich zu sagen, wie viele dieser Brandanschläge von politisch motivierten Tätern verübt werden und wie viele von Trittbrettfahrern. Wahrscheinlich handelt es sich in einigen Fällen auch desillusionierte Bürschlein aus besserem Haus, die absinthsaufend auf Tour gehen, um ihrem verkorksten Leben durch ein wenig “Antikapitalismus” einen Kick zu geben. Auch dürften einige Brände schlichtweg Versicherungsbetrug sein. Die Anschläge des harten politischen Kerns könnten jedoch bei näherer Betrachtung noch ein echtes Problem werden. Eine antikapitalistische und staatsfeindliche Grundstimmung hat sich, quer durch alle sozialen Schichten, bis in die Mitte der Gesellschaft ausgebreitet. Der klammheimliche Beifall breiter Schichten ist den Brandstiftern zumindest sicher. Auch wenn die meisten Sympathisanten die Tat selbst nicht gutheißen können, so freuen sie sich doch, dass mal etwas passiert. Solange die grundlegenden Probleme hinter den Brandstiftungen nicht gelöst werden, wird weitergezündelt werden. Da aber niemand ernsthaft glauben kann, dass die Gentrifizierung sich stoppen ließe, stehen die Zeichen auf Kollision, da die Szene sich nun erst recht nicht mehr reibungslos in eine Trabantenstadt am Stadtrand umsiedeln lassen wird.
Schon die Entstehungsgeschichte der RAF zeigte, dass die Gewaltspirale nur durch Deeskalation gestoppt werden kann und jegliche Eskalation von Seiten der Staatsmacht aus das genaue Gegenteil erreicht. Es ist auch heute nicht auszuschließen, dass in den Kiezen Berlins und Hamburgs einst eine neue RAF keimen wird. Die Mittel, dies zu verhindern, hat nur der Staat. Wenn er repressiv und mit aller Macht gegen die “Chaoten” vorgeht, wird sich die Gewalt Stück für Stück weiter aufschaukeln und schon bald wird es den ersten “linksterroristischen” Anschlag geben. Regiert der Staat aber gelassen und deeskalierend, kann diese Entwicklung bereits im Keim erstickt werden. Was spricht eigentlich gegen einen runden Tisch, an dem die Interessen der Kiezbewohner zunächst einmal ausgelotet werden? Politik ist für alle da, nicht nur für die Porschefahrer.
Brennende Autos werden Berlin und Hamburg noch lange begleiten, vielleicht schaffen sie es sogar, eine Touristenattraktion zu werden, wie die Punks am Großen Stern, die gegen einen Euro die Scheiben der Luxuslimousinen waschen, die die “Linksautonomen” dann am Abend anzünden. Dann kann der Schwabe frappucinotrinkend beim makrobiotischen Menü ein Stück Szenekultur genießen und bekommt von seiner Versicherung auch noch ein neues Gefährt. Die Automobilhersteller wird es freuen ? gerade Porsche, Mercedes und BMW haben von der Abwrackprämie kaum profitiert, da wirken Friedrichshain und St. Georg eher wie ein unfreiwilliges Konjunkturpaket. Wer wissen will, wie man gelassen auf derlei Feuereifer reagiert, muss nur über die Grenze gucken. In Frankreich brennen jedes Jahr durchschnittlich 40.000 Autos – in der Neujahrsnacht waren es 1.137. Für den französischen Innenminister ist dies Grund genug, von einer “ruhigen Nacht” zu sprechen ? vor einem Jahr waren es nämlich noch 1.147 Autos, die abgefackelt wurden.
Jens Berger

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Wie jetzt? “Desillusionierte Bürschlein aus besserem Haus”? Sollte man nicht erst einmal nach den Motiven der Autoabfackler fragen, bevor man ihnen einen sozialen Hintergrund konstruiert, von dem man rein gar nichts wissen kann? Autos als Symbol für den abzulehnenden Unterdrückungsstaat zu sehen, finde ich gar nicht so weit hergeholt – und außerdem beeinträchtigt mich als Innenstadtbewohner der Individualverkehr ganz konkret in meiner Lebensqualität, tut mir leid. Ich finde, in Kreuzberg benötigt man keinen Privatwagen. Ob Abfackeln die richtige Gegenstrategie ist, darüber kann man gerne reden. Aber was nicht geht, ist, mit Diffamierungen um sich zu schmeißen. Finde ich.
Außerdem habe ich mir (aus Hamburger Perspektive) das Thema auchschon mal vorgenommen. Hier: http://bandschublade.twoday.net/stories/6082234/
@Zahnwart
Ich schrieb, dass einige Trittbrettfahrer in diese Kategorie einzuordnen sind.
Manchmal erübrigen sich solche Fragen, da die Antworten nicht überraschen.
Ich schon – und zwar verdammt weit.
Dann bist Du wohl einer dieser Kiez-Taliban und Wächterräte, die anderen Menschen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben?
Mich hätten ja schon ein paar mehr Hintergründe zum Thema interessiert. Du schneidest das Beispiel Prenzlauer Berg zwar an, solltest es allerdings mit konkreten Belegen unterstreichen.
Das mit deiner alten Kiste kann ich mir ja nun echt nicht vorstellen. Dann waren das sich nur “Halbtagslinke”, denn Echte würde dich wegen eines 15 Jahre alten Japanser nicht anmachen. ;)
@Zahnwart
Naja, sooo weit hergeholt ist das nun auch wieder nicht: Ich entsinne mich da an mehrere Kinder durchaus wohlhabender Eltern, die in meiner Jugend Telefonzellen abgefackelt haben (das ging ganz gut mit denen, weil damals auch noch Telefonbücher in den Zellen waren, quasi als Aufforderung) ? und auch sonst ging die ein oder andere Sachbeschädigung von Jungs aus den besseren Vierteln aus (von geklauten Mercedessternen über Baustellenlampen und Verkehrsschilder bis hin zur eingeworfenen Fensterscheibe). Einen Schraubenzieher hatte damals fast jeder in der Tasche, wenn er abends losging. Etwas weit hergeholt scheint mir eher die These des Antikapitalismus. Etliche der Kerle wohnen übrigens heute genau da, wo die Autos brennen ? aber natürlich in den (zum Teil vom eigenen Geld komplett) sanierten Häusern und mit eigenen Kindern inzwischen. Vielleicht sind’s ja die.
@robert
Wieso? Die Schilderungen (Schwaben, Café, Makrobiotik und Ökoladen) sind konkrete Beispiele vom Prenzlberg, wo ich einst “gehaust” hatte.
Ich würde diese Verstrahlten weder als links, halblinks noch linksextrem einordnen. Sie sind einfach so wie sie sind – seltsam, weltfremd und borniert.
Man muss aber kein Wächterrat oder Taliban sein, um Autos in der Innenstadt lästig zu finden. Das hat was mit Lebensqualität zu tun, nicht mit “anderen Menschen vorschreiben, wie sie zu leben haben”. Im Moment ist es doch so, dass die Luftverpester allen anderen ihren Willen aufzwingen. Hast Du mal gesehen, wieviel Platz die einnehmen und wieviel Krach die machen mit ihren Autos? Und zwar egal ob Luxusschlitten oder schrottreifer Toyota Marke “Atemnot”.
Ich wäre da für eine Umkehrung des derzeitigen grundsätzlichen Erlaubens hin zu grundsätzlichem Verbot mit ausnahmsweiser Erlaubnis.
Und dann muss Autofahren auch noch am Hindukusch verteidigt werden?
Also, für Abfackeln bin ich nicht, nur damit hier keine Missverständnisse aufkommen. Aber für deutliche Einschränkungen des Individualverkehrs in Grossstädten.
@ Robert Hase: Dankeschön, so hatte ich das gemeint. Und, nein, ich plädiere nicht für brennende Autos. Aber ich fühle mich von fahrenden Autos einfach mehr gestört als von, Verzeihung, brennenden.
Wobei ich mein persönliches Gestörtgefühl auch nicht zum Maß aller Dinge erheben möchte – ich glaube, das unterscheidet mich schon noch vom Taliban.
@Robert Hase
Na ja – zumindest in Berlin ist das doch gar nicht nötig, da vor allem in den Kiez-Bezirken das Angebot ann Parkplätzen ein “natürliches” Regulativ ist. Mein Auto war damals nur eine “Immobilie”, da ich “Angst hatte”, keinen Parkplatz in der Nähe meiner Wohnung zu finden, wenn ich mal eine Kiste Bier mit dem Auto kaufen fahre ;-)
@SF
Mal wieder ein richtig guter Artikel – Danke dafür. Ähnlich wie in dem Artikel angedeutet, denke ich, dass man die Taten nicht als Taten, sondern als Symptome interpretieren sollte, die aus einer Politik entstehen, in der die Ellbogengesellschaft immer mehr präferiert wird, Durchlässigkeit in den Milieus kontinuierlich abgebaut wird und Unzufriedenheit mit wachsender Repression beantwortet wird. Das führt direkt in eine Gewaltspirale und ist an Dummheit nicht zu überbieten, da es genügend Beispiele in der Geschichte gibt, wohin eine Repressions- und Ausgrenzungspolitik gepaart mit Kastenwesen führt.
Ich sehe übrigens auch keinen Unterschied zwischen linksautonomen Gewaltverbrechern und der FDP – beide gefährden in unverantwortlicher Weise den sozialen Frieden, mit dem Unterschied, dass FDP-Leute mit der juristischen Rafinesse bzw. Raffinesse eines gewieften Winkeladvokaten ohne Gewissen agieren. Das macht sie jedoch in meinen Augen keineswegs besser.
@Zahnwart
Natürlich tust Du das, wenn Du in Deinem Blog freimütig erklärst, das Du Dich über jedes brennende Auto freust, selbst aber “Schiss” hast, einmal eines anzuzünden.
@ SF: Naja, eigentlich plädiere ich eher für eine Gesellschaft, in der man überhaupt nicht auf die Idee kommt, Autos anzuzünden.
@Zahnwart
Wer tut das nicht?
Deine Darlegungen sind natürlich komplett richtig, finde aber, dass noch mehr Gesichtspunkte eine Rolle bei der Bewertung spielen:
Es wird Angst (vor Anarchie, Kommunismus, Unregierbarkeit, Gewalt etc.) erzeugt. Das könnte ein Ziel sein.
Letztendlich sollte man den Brandstiftern doch dankbar sein. Wie du richtig ausführst, entsteht überhaupt kein Schaden. Denn wie jeder weiß, bedeutet in unseren schönen System Schaden Wachstum. Der Wagen wird ersetzt (Wirtschaftswachstum!) und das bedeutet Arbeitsplätze und und .
Das System allerdings zu schlagen erfordert folglich natürlich etwas mehr Grips.
(Jetzt habe ich schon drei Versuche mit dem Kommentar auf der Uhr: die Rechenaufgabe scheint buggy)
Ich bin schon länger davon überzeugt, dass die ach so revolutionären Linksdeppen, die meinen, sie kämpften für die unterdrückten Massen im wesentlichen gelangweilte Bürgersöhne und -töchter sind. Bei den Rechtsdeppen sieht das vermutlich etwas anders aus, das sind oft echte Verlierer, die sich in eine verschwörungstheoretische Parallelwelt flüchten.
Bereits die RAF bestand nur zum kleinsten Teil aus armen Arbeitern, auch viele Selbstmordattentäter scheinen eher aus der gebildeten Mittelschicht denn aus der entrechteten Unterschicht zu stammen. Das ist natürlich auch kein Wunder, haben die armen Schweine schlicht Anderes zu tun, als irgendeine krude “Philosophie” zusammenzuphantasieren, mit der dann simples Kriegsspiel gerechtfertigt wird.
Der arme Afghane, Jemenite oder Indonesier kämpft jeden Tag ums Überleben – nicht gegen irgendwelche Konzerne oder andere Menschen, er sucht täglich einen Weg sich und seiner Familie Essen und Unterkunft zu verschaffen. Selbst der deutsche Arme, dessen Leben nicht dauernd durch mangelnde Unterkunft oder fehlendes Essen gefährdet ist, hat kein Interesse an brennenden Autos. Tatsächlich besteht sein Traum in eben jenem bürgerlichen Leben mit Häuschen, zwei Urlauben jährlich und einem bis zwei schönen Autos, dass die übersättigten Schwätzer und Zündler ablehnen.
Alles das ist nichts Neues, so manch ein Revoluzzer – gerade auch die RAF’ler – ärgerte sich immer wieder darüber, dass die Massen zu blöde sind, ihre Unterdrückung zu erkennen, den Freiheitskampf gutzuheißen.
Wer zu Gewalt greift, gibt doch nur ganz offen zu, dass er ein Schwächling ist. Er kann und will nicht weiter ‘verlieren’, ‘sich unterordnen’, ‘anderen das Feld überlassen’, er will jetzt ‘selber etwas tun’, ‘endlich machen, nicht nur reden’, ‘Action’. Natürlich findet er Frieden gut, aber nur zu seinen Bedingungen. Er findet Gewalt Mist – wenn die anderen stärker sind und siegen. Wenn die Mehrheit sich wehrt, wie es sich gehört im rechtsstaatlichen System mit Exekutive [konkreter Polizeieinsatz], Jurisdiktion [Überprüfung des Polizeieinsatzes] und womöglich Legislative [falls Gesetze überarbeitet werden müssen], schreit der Bully auf, sabbelt unzusammenhängend von Unterdrückung und Tierhaltung ['Bullenschweine', 'Schweinesystem'].
Der spezifische ideologische Überbau, den sich der Bully zurechtzimmert, spielt gar keine Rolle, er ist einfach nur ein feiger Schläger, manchmal in braunen Hemden, manchmal in schwarzen, oft mit Lederjacke. Und immer maskiert, wenn er nicht an der Macht ist.*
*Für die ahistorischen Leser: Ja, ich vergleiche hier die braunen Nazischlägertrupps der 1920er und 1930er mit den Pseudolinken Zündhölzern von heute.
Hallo,
ich finde schade das in diesem Artikel vollkommen ausgeblendet wird das es bei vielen der Aktionen einen anderen Hintergrund als nur “Hass gegen den Kapitalismus” gibt. So finde ich persönlich Brandanschläge auf Bundeswehr vollkommen gerechtfertigt. Deutschland darf kein Militär haben!
Bei Kleinwagen denke ich das die Zündler keine “linken” sind, da sie sich spätestens damit disqualifiziert haben.
Bei “Luxuskarren” denke ich, dass eine Brandanschlag auf einen Solchen Wagen nur dann geschehen darf, wenn sich vorher ausgiebig über den Besitzer informiert wurde.
Pressespiegel zum Thema:
http://directactionde.blogspot.com/
Interessant:
http://directactionde.blogspot.com/2009/11/brandanschlag-auf-bundeswehr-auto.html
http://directactionde.blogspot.com/2009/12/23-busse-der-firma-dr-richard-herrmann.html
Da die Straftaten kaum aufgeklärt werden, kann man auch nur schwer was fundiertes über die sozialen Milieus sagen. Ob soein antikapitalistischer liberal-sozialer Hedonist mit anarchistischen-nazi Großeltern überhaupt wählen geht, ist die Frage. Ich würde (unfundierter Weise) vermutet, dass, wenn überhaupt, eine Korrelation mit Linke-Wählern besteht. Schon alleine aus dem Grund, da sich der Alltagsanarcho mehr Bier von der Linken verspricht, als von den anderen. Besoffen zündelt es sich auch mit Sicherheit besser.
Genau das stört mich am meisten an diesen Aktionen. Diese Einzeller liefern ein gefundenes Fressen für Konservative und deren Presse, um linke Politik zu diffamieren. “Da wieder Autos am brennen, sind Linksextreme, beim Addi hätts das nicht gegeben. Scheiss Kommunisten.” Ich warte schon auf StephanP und seine Chewbacca-Argumente :).
Interessant ist das Stichwort einer neuen RAF, denn der Gedanke ist mir auch schon gekommen. Zumindest liefert die Regierung mehr und mehr Dünger für den Nährboden, welchen eine RAF zum Gedeihen braucht. Allerdings kann ich mir derlei Anarchos vor diesem Hintergrund nur als Trittbrettfahrer, nicht als Strippenzieher vorstellen.
Ich habe kein Problem mit brennden Bonzenkarren in Berlin. Berlin ist bettelarm, durchprivatisiert, pleite und das Yuppiepack bildet sich ein, sie könnten in dieser Armut umherlaufend kaufen, wie in einem Zirkus. Diese Charaktere sind Täter, und die Reaktion auf Ihr Verhalten ist blanke Notwehr.
Die staatliche Gewalt hat schon lange keinen Einfluß und kein Interesse mehr an der Gestaltung sozialer Wohngegenden und dem Ausgleich der sozialen Gegensätze. Der soziale Wohnungsbau ist tot und darüber reden, während die Anderen kaufend und spekuliernd vertreiben, kann derjenige, der zuviel Zeit und Naivität übrig hat.
Der militärtaktische Faktor der Erzeugung von Angst um die eigene Bonzenkarre ist die einzige Variante, die Denjenigen bleibt, die sonst genadenlos vertrieben werden.
In einer Welt in der man nur noch lebt
Damit man täglich roboten geht
Ist die größte Aufregung die es noch gibt
Das allabendliche Fernsehbild
Jeder Mensch lebt wie ein Uhrwerk
Wie ein Computer programmiert
Es gibt keinen der sich dagegen wehrt
Nur ein paar Jugendliche sind frustriert
Wenn am Himmel die Sonne untergeht
Beginnt für die Droogs der Tag
In kleinen Banden sammeln sie sich
Geh’n gemeinsam auf die Jagd
Hey, hier kommt Alex!
Vorhang auf – für seine Horrorschau
Hey, hier kommt Alex!
Vorhang auf – für ein kleines bißchen Horrorschau
Auf dem Kreuzzug gegen die Ordnung
Und die scheinbar heile Welt
Zelebrieren sie die Zerstörung
Gewalt und Brutalität
Erst wenn sie ihre Opfer leiden seh’n
Spüren sie Befriedigung
Es gibt nichts mehr was sie jetzt aufhält
In ihrer gnadenlosen Wut
Hey, hier kommt Alex!
Vorhang auf – für seine Horrorschau
Hey, hier kommt Alex!
Vorhang auf – für ein kleines bißchen Horrorschau
Zwanzig gegen einen
Bis das Blut zum Vorschein kommt
Ob mit Stöcken oder Steinen
Irgendwann platzt jeder Kopf
Das nächste Opfer ist schon dran
Wenn ihr den lieben Gott noch fragt:
Warum hast du nichts getan,
Nichts getan?
Hey, hier kommt Alex!
Vorhang auf – für seine Horrorschau
Hey, hier kommt Alex!
Vorhang auf – für ein kleines bißchen Horrorschau
Hey hey hey, hier kommt Alex!
Vorhang auf – für ein kleines bißchen Horrorschau
(Die toten Hosen – Hier kommt Alex)
Aktuell wie eh und je
SPIEGELFECHTER eins musst du mir noch erklären:
Schwaben gibt es überall in Deutschland. Warum brennen nur in Berlin die Autos??? Was für ein Problem mit Schwaben hast du eigentlich? Was für ein Trauma hast du erlitten, dass du die armen Schwaben MEHRFACH erwähnst? Oder geht es dir wie so vielen Nord(ost-)deutschen die Schwäbisch nicht von den anderen südwestdeutschen Dialekten (Badisch, Allemannisch, Pfälzerisch, Hessisch…) unterscheiden können?
Sind die ach so liberalen Berliner im Grunde nur verstockte Neidhammel, die ihren neuen “schwäbischen” multilingualen Mitbewohnern an das Auto wollen, weil sie nicht mit ihnen kommunizieren können ohne Untertitel? Würde es nur an den Schwaben liegen, müssten in Stuttgart und Umgebung die “Neig’schmeggde” Tag und Nacht zündeln gehen….
und an den Schwaben liegt es ganz sicher NICHT, dass da nur TEURE Bioläden und sterile Kaffebars aufmachen. DAS ist ein Widerspruch in sich. Oder deine in fremden Zungen redenden Nachbarn waren keine Schwaben ;-)))
Es gibt weit schlimmeres als Kehrwoche praktizierende Schwaben in der Nachbarschaft, das kann ich dir versichern. Deshalb zünde ich (selber Schwabe) noch lange keine Autos an!
@name
Warum wundert mich das jetzt nicht?
Klar, das sagte die SA bei den brennenden Synagogen auch
Was aber, wenn es den “Bonzen” total egal ist, ob ihre Autos brennen? Darüber habe ich ja geschrieben, auch wenn es Dir offensichtlich nicht aufgefallen ist.
@Ein Gast
Nein, die gibt es nur in B ;-)
Schwaben ist ein Synonym für Zugereiste mit einem etwas besserem Einkommen und bürgerlicher Ideologie. Das hat mit den Süddeutschen nix zu tun.
Und in HH – weil es dort eine relevante “linksautonome” Szene gibt?
s.o.
natürlich sind sie das
@ ein Gast
Das hat der SF leider öfters…weiß nicht, ob ihm irgendwann mal ein Schwabe über die Leber gelaufen ist, oder aber er bloß die Erwartungen einiger Leser erfüllen möchte (was ich aber für eher unwahrscheinlich halte). Persönlich geht mir (Schwabe) das ziemlich am Arsch vorbei.
Das die meisten Nordeutschen den Schwaben nicht vom Schweizer oder Gelbfuß trennen können, finde ich nicht so schlimm. Ich weiß ja auch nicht, was da so alles in Dunkeldeutschland oben haust…;- )
Klar, SA. Mit dieser Sichtweise bist ja schon prima angekommen Jens, die Frage ist nur wo eigentlich. ;)
Und der Faktor Angst, ist denen eben nicht egal, auch wenn Du gegenteiliges behauptetst. Der Yuppie will es nur schick oberflächlich, aber nicht so, daß er sich ernsthaft Sorgen machen müsste.
@name
Angekommen bin ich nicht – ich bleibt fest auf meinem Standpunkt, der Hass, Gewalt, Intoleranz und Totalitarismus in jeder Form ablehnt.
ja ja, der Yuppie, der Jude … Du bist mir so eine Nummer ;-)
@Max Krapp
Schwabe ist nur Synonym
Herrgottsäckle ;-)
Das Wichtigste ist doch, dass das Autoanzünderpack in Berlin bleibt und nicht nach Stuttgart kommt, damit mein 190er-Benz verschont und der Gehsteig sauber bleibt.
Schade dass die Mauer nicht mehr steht.
Noch tiefer kannst mit solchen Anworten fast nicht sinken Jens, und du bist es ja schließlich selbst, der oberflächlich die strukturelle Gewalt des Kaufs nicht wahrnehmen mag, aber dann die Reaktion auf diese solcher Gewalt bunt anmalen und von sozialen Gegebenheiten und Gegensätzen nichts wahrnehmen will. Das scheint auch eine besondere Form der Spiegelung der Verhältnisse zu sein, Doppelspiegel in deiner Ellipsenform, wie ? ;)
Weil wir schon einmal dabei sind
SynagogenAutos abfackeln (huch, wie niedlich und verharmlosend das klingt!) ist nur eine Äußerungsform, das Gewaltmonopol des Staates in die eigene Hände zu nehmen.Irgendwann werden wir bei der Lynch-Justiz angelangt sein und auch dafür wird es wohlwollende Begründer/Verteidiger geben.
Vielleicht hat ihm eine hübsche Schwabenfrau das Herz gebrochen…. oder seinen Toyota gedisst :-))
Ich denke Perspektivlosigkeit ist der Hauptgrund für die Jungs und Mädels mit dem Grillanzünder im Gepäck. Egal ob sie später einen Job haben oder nicht, das Elend ist schon vorgezeichnet. Niemand braucht sie mehr, ihr Leben ist sinnlos und deshalb wollen sich manche rächen. Dabei spielt es keine Rolle ob sie aus armen Familien kommen oder ob ihre Eltern reich sind. Selbst die wohlhabenden Kinder fühlen sich oft nur wie nutzlose Statussymbole die einen bestimmten Abschluss in BWL oder Jura erreichen müssen um dann dasselbe nutzlose Leben ihrer Eltern weiterzuleben…
Hab da mal ne schöne Doku im TV gesehen über Landwirtschaftsversuche in Afghanistan. Da wurden junge Männer von Stammesältesten dazu gebracht mitzuhelfen auf Bauernhöfen bei der Tierzucht und beim Ackerbau. Und abends saßen die Älteren am Feuer und meinten zu dem Reporter: “Man muss sie nur fordern und ihnen das Gefühl geben Erfolg zu haben. Wenn man sie richtig fordert, sind sie abends zu müde um Dummheiten zu machen und wenn sie sehen, was sie geleistet haben (Gebäude, Tiere, Pflanzen) dann bringt man sie nicht mehr dazu, das zu zerstören.”
Wenn ich könnte, ich würde allen Jugendlichen die sich nutzlos und perspektivlos fühlen eine Aufgabe geben. Einen Ort wo sie gebraucht werden und auch realistisch etwas erreichen können. Ob das jetzt ein Bauernhof mit Tieren ist oder ein Kartoffelacker ist nebensächlich. Man muss ihnen das Gefühl geben etwas wert zu sein, dann wäre schon viel erreicht. Leider ist für solche Überlegungen wie immer kein Geld da. Es wäre besser, wenn die Jugendlichen systemrelevant wie die Banken wären…
@name
Ach Name, Du bist mir so schon so ein rechter Sofa-Revoluzer. Wenn Du meinst, mit Auto-Abfackeln die Welt ändern zu können, ist eh Hopfen und Malz verloren.
@ SF
Leider nicht für jeden…aber manche Leute erfüllen dort ja auch jedes Klischee. Nur kam das mit dem Schwaben hier schon öfters…
Letztlich aber uninteressant, gerade in Bezug auf den Artikel.
Das die Verharmloser leider immer lauter rufen, kann man auch hier auf dem Heiseforum V2…äh in der Freitagscommunity sehen…
http://www.freitag.de/community/blogs/anne-roth/berlins-brennende-autos
Wer Gewalt rechtfertig, der hat sich m.E. aus einer sinnvollen Debatte selbst herausbefördert. Bei allem verständlichen Frust zeigt sich immer wieder, das sowas keine Lösung ist…
und nach meiner Erfahrung oft auch nicht so gemeint ist. Der Eventcharakter, der mir von den Schwarzblöcken immer wieder erzählen und den der SF hier auch anspricht dürfte wohl eines der Hauptargumente sein, warum Autos brennen oder Steine fliegen.
Letztlich ist es sowieso Heutzutage schwierig, zwischen “rechter” und “linker” Gewalt zu trennen. Aber warum auch die Mühe machen? Die Legitimation von Gewalt ist fast unmöglich, und hier sicher nicht gegeben.
Mal abgesehen davon, dass ich, ohne etwas verharmlosen zu wollen, das Problem nicht so dramatisch sehe. Ich bin davon nicht betroffen (Wer baut denn schon in Pforzheim?), aber dennoch wäre es doch hilfreich, wenn diejenigen, die von einem Problem sprechen, das auch mit Zahlen belegen könnten. Denn ansonsten würde ich vielleicht eher von einem lokalen oder sogar nur empfundenen Problem sprechen…
@29 Ein Gast
Sehr guter Kommentar! Außer die Spitze wegen des ollen Toyotas ;-)
“Vielleicht hat ihm eine hübsche Schwabenfrau das Herz gebrochen?. oder seinen Toyota gedisst :-)) ”
Naja, bei allem was recht ist, aber soviele hübsche Schwabenfrauen kenne ich nicht…und wenn die Dialekt schwätzet ist es eh aus… ;- )
@Max Krapp
Ja, mir ist dieser Artikel auch negativ aufgefallen, da in ihm immer der Unterton mitschwingt, “ich finde das ja eigentlich toll, man darf sich aber nicht trauen, das so zu sagen”. Aber das war ja schon immer so – auch in den 60ern und 70ern war ein signifikanter Teil der linken Intelligenz auf Seiten der Gewalt.
Beim Punkt, rechte und linke Gewalt nicht unterscheiden zu sollen, bin ich allerdings anderer Meinung. Linke Gewalt richtet sich meist gegen Objekte oder gegen die Staatsmacht, während rechte Gewalt sich gegen wehrlose Menschen richtet. Das ist nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch ein gewaltiger Unterschied. Dass ich jede Art von Gewalt unabhängig von der politischen Richtung ablehne, ist selbstverständlich.
Ich bin auch nicht der Meinung, dass Linksextreme und Linksautonome irgendetwas mit linker Politik zu tun hätten. Totalitarismus ist Totalitarismus, egal, ob er ein rotes oder ein braunes Mäntelchen trägt.
Moin,
auf den Gedanken, dass die Großstadt an sich das Problem darstellt, ist noch keiner gekommen? Und Berlin steht als Schuldenhauptstadt eben im Brennpunkt der Ereignisse. Wobei der Aufruhr gewollt ist, kann doch “der Staat” den steuerzahlenden Bürgern leicht weiss machen, es wäre noch mehr Kontrolle, Überwachung und Unterdrückung notwendig um die “Sicherheit” aufrecht zu halten.
Letztendlich lenken all diese “politischen” Ereignisse nur davon ab, dass das Zinseszinssystem sich dem Ende nähert und “der Staat”, also die Wirtschaftsleistung aller Bürger, die Schuldzinsen nicht mehr aufbringen kann. Und weil die wichtigste Parole in der BRD lautet: “Schulden müssen bedient werden”, bleibt eben nichts mehr übrig für die, die auf die Solidarität des Volkes angewiesen sind.
Aber in dieser Situation können Sicherheitsfirmen gutes Geld verdienen. Und wer in Zukunft noch über Einkommen verfügt, wird das wenige, was für ihn übrig bleibt, in seine persönliche Sicherheit investieren müssen, wie damals in Beirut und heute in Bagdad.
Schöne, neue Welt!
;)
@Max Krapp
Und ich soll schwabenfeindlich sein? ;-)
Autos werden abgefackelt?
Abwrackprämie reloaded hört sich deutlich gefälliger an.
Ich habe noch nie so richtig verstanden, was an der “Gentrifizierung” jetzt so schlimm sein soll. Dass Stadtteile durch den Zuzug “höherer” Schichten aufgewertet werden, ist für den überwiegenden Teil der Bewohner höchst sinnvoll und – nehme ich an – auch willkommen. Es ist richtig, dass einige Vermieter in so einem Umfeld die Chance sehen, die eigenen Mietgewinne zu steigern und deshalb die Miete erhöhen. Dann ist das aber immer noch nicht die Schuld von denjenigen, die in der Lage sind diese Miete zu bezahlen, sondern (wenn überhaupt) von den Vermietern. Es wird auch keine Trinkhalle von Szenekneipen “verdrängt”, und kein Lidl von einem Ökoladen.
Davon abgesehen finde ich es nicht faschistisch, den eigenen Wohnort frei zu wählen – ich finde es faschistisch, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wo sie hinziehen dürfen. Ich glaube, das meiste Gerede um die “Gentrifizierung” ist nichts anderes als versteckter Sozialneid…
Läufst wohl heute vor lauter Armut an Argumenten zur einfältigen Beleidungshochfrom Jens, weil sonst nichts mehr funktioniert im Kasten, hmm?
Erst SA, dann Jude, und jetzt abgewandelte Goebbelzital, nicht schlecht, aus welchen Kisten du dich heute bedienst. Das ist ja mehr als staatstragend, was aus deiner Ecke kommt.
Wer sich einbildet, er könnte sich mit der lautlosen Gewalt des Kaufens und scheinheilig auf dem Rücken der Spekulation einfältig Andere verdrängen, braucht sich nicht wundern, wenn er eben diese Gewalt als besondere Rechnung zurück präsentiert bekommt.
@name
Nun ja *hüstel*
Na Argumenten such ich bei Dir aber heute vergebens – ich habe zumindest einen Artikel geschrieben. Und in Sachen Beleidigung, Name, werde ich sicher nicht mit dem Großmeister himself anlegen wollen.
Was anders fällt mir bei derlei Schreibdurchfall auch nicht ein.
So so, na denn ;-)
39 name
Könntest Du das mal etwas erläutern? Übe ich morgens, wenn ich meine 2 Brötchen für das Frühstück kaufe,
aus?
Und was hat eine Verbesserung der Wohnqualität (Toiletten nicht mehr auf dem Zwischenflur, Thermopenscheiben, statt einfachem Glas…) mit dem
zu tun?
“Beim Punkt, rechte und linke Gewalt nicht unterscheiden zu sollen, bin ich allerdings anderer Meinung. Linke Gewalt richtet sich meist gegen Objekte oder gegen die Staatsmacht, während rechte Gewalt sich gegen wehrlose Menschen richtet. Das ist nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch ein gewaltiger Unterschied. Dass ich jede Art von Gewalt unabhängig von der politischen Richtung ablehne, ist selbstverständlich.”
Ganz so einfach ist das nicht, auch wenn ich die Bedenken, insbesondere im Hinblick auf den politischen Mißbrauch, der mit einer Gleichsetzung betrieben wird (Bild, Evil-Mastermind-Schäuble) durchaus verstehen kann.
Dennoch:
1. Wann ist es eine rechte, wann eine linke Straftat?
Das mag in einigen Fällen einfach sein, aber gerade dort, wo das Ganze verschwimmt (Antideutsche u.ä. Gesocks), da ist die Unterscheidung schwierig (und meist auch egal, die Motive, Menschenhass aus bestimmten Gründen) ähneln sich.
2. Gegen die Staatsmacht kann auch (und heißt auch oft) Gewalt gegen “Bullen” oder andere Vertreter der Staatsmacht sein.
3. Wenn man sich den “Zweiten Periodischer Sicherheitsbericht 2006″ ansieht (auf der Seite des BKA), dann kommt man nicht unbedingt zu diesem Schluss. Auch in anderen Quellen wird man durchaus feststellen, das der Unterschied nicht so groß ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Straftat
4. Ob es sich dabei um eine andere “Qualität” von Verbrechen handelt, kann ich nicht sagen. Sicher mag es Extremfälle geben, gerade auch Angriffe auf Asylbewerber, Menschen, die “fremd” aussehen und insbesondere Kinder sind intolerabel. Ob das die Regel ist, oder ob die Gewalt doch eher in den eigenen Milieus bleibt, was wünschenswert, wenn auch nicht ideal wäre, müsste eine genauere Untersuchung klären.
Dieser offene Rassimus ist auch weniger ein Problem der Massen, als vielmehr der Einzelpersonen, die konkret davon betroffen sind. Der “versteckte” Rassismus ist m.E. wesentlich gefährlicher, da er zu Entfremdungen und Spannungen im großen Rahmen führt.
5. Inwieweit eine Unterscheidung, außer zur Relativierung der Linken/Rechten Kriminalität seitens einiger Wirrköpfe, eigentlich notwendig ist, erschließt sich mir nicht. Wenn man zwanghaft unterscheidet, ist man doch letztlich nur das linke Spiegelbild eines Kai Diekmanns (halt ohne Scheißfrisur).
Fakt ist, das die Unterscheidung schwierig und m.E. auch unnötig ist. Die Probleme liegen anderswo, und ob es jetzt knapp doppelt soviele Körperverletzungsdelikte “Rechter” wie “Linker” gab, hilft nur bedingt. Vielmehr sollte man sich um die Ursachen der Gewalt, die nicht zwangsläufig nur politischer Natur sind, kümmern.
Eine Relativierung, welche man durch eine Gegenüberstellung der Gewalttaten fast zwangsläufig vornimmt versperrt doch nur den Blick aufs Wesentliche…
@ SF
Wo bitte ist den die Wahrheit “schwabenfeindlich”?
Im Übrigen:
Ich bin Schwabe, ich darf das!
“Ich bin auch nicht der Meinung, dass Linksextreme und Linksautonome irgendetwas mit linker Politik zu tun hätten. Totalitarismus ist Totalitarismus, egal, ob er ein rotes oder ein braunes Mäntelchen trägt.”
Jep, das unterschreib ich so!
“Ja, mir ist dieser Artikel auch negativ aufgefallen, da in ihm immer der Unterton mitschwingt, ?ich finde das ja eigentlich toll, man darf sich aber nicht trauen, das so zu sagen?. Aber das war ja schon immer so ? auch in den 60ern und 70ern war ein signifikanter Teil der linken Intelligenz auf Seiten der Gewalt.”
Betreibt die Dame (oder der Titelgebende Freund) nicht ein Blog betreffend Gentrifizierung?
@ name
Wow, habe ich was verpaßt?
So negativ sind sie mir bisher nicht wirklich aufgefallen…
Man hätte durchaus auf den SA-Vergleich verzichten können (weniger aus Unrichtigkeit, sondern mehr aus historischen und argumentationstechnischen Gründen), aber die Reaktion ist mehr als unangemessen…
Etwas anderes fällt Dir also nicht ein, als sich in der Form, der Sprache, den Vergleichen und Bildern, und bei den Zitaten bürgerlich deutscher Faschisten zu bedienen. Schön, schön, dann mal viel Spaß bei dieser Form der Aufklärung, und nicht vergessen, wir reden mal drüber. ;)
@name
Tadellose Argumentation – Chapeau! ;-)
“Rund 300 Autos wurden im letzten Jahr in der Hauptstadt Opfer von Brandanschlägen.”
Opfer … hmm.
SF schrieb:
Seh ich auch so. Das Anzünden von Autos als notwendigen, inhaltlichen Protest hinzustellen ist genauso krude und beschränkt, wie ein Minarettverbot als mutigen, progressive Tat für Menschenrechte und Freiheit zu verkaufen.
Aber:
38 Simon schrieb:
Ich wohne im Prenzelberg und man kann diesen Prozess, obwohl sich diese Dinge natürlich über Jahre entwickeln, schon recht plastisch beobachten. Dass kann eher sozial harmlos sein, z.B. mit den ganzen jungen Akademiker-Familien, die hier einziehen – diese stören vor allem durch ihre chronische Unfähigkeit zur Kindererziehung.
Schon schlimmer sind solche Sachen:
http://exportabel.wordpress.com/2009/09/24/bling-in-berlin/
Das sind die ersten Versuche exklusive halb-öffentliche Wohnenklaven für die Bessergestellten zu schaffen – und auf der Straße davor fährt der 200er-Bus für die normalen Massen vorbei.
So, normalerweise zieht das Kiez weiter, bis die höheren Schichten wieder nachfolgen, dann zieht das Kiez wieder weiter etc. etc.. Aber das geht inzwischen kaum mehr, weil eben irgendwann alle Bereiche abgeschottet sind. Entsprechend kumulieren sich die verdrängten Schichten in den letzten kleinen übrig geblieben Gebieten, wo sich dann natürlich besondere soziale Brennpunkte herausbilden.
So ist es ja im Fall der “Türken” im Bereich Neukölln/Tempelhof bereits.
Mit einem sozialen Wohnungsbau oder mit der Förderung lokaler Strukturen müsste man dann wieder gegensteuern. Aber solche politischen Konzepte kosten Geld, und werden sowieso gleich von den besseren Schichten abgelehnt, weil man damit ja nur die dummen Unterschichten verwöhne, die doch nur das “richtige” Leben verlernt hätten.
Du titulierst das Ganze ja auch einfach als Sozialneid ab.
Letztlich spaltet sich die Gesellschaft aber richtig räumlich auf – die Extreme sind in Frankreich (Vorstädte arm) oder umgekehrt in den USA (Vorstädte reich) mit allen Folgen zu beobachten. Dort sind brennende Autos tatsächlich ein Ausdruck von hilfloser Gewaltausübung von den “Unterschichten” einer kapitalistischen und auch rassistischen Gesellschaft. Die Gewalteruptionen dort sind zwar politisch in dem Sinne, dass sie auf die massiven sozialen Probleme hinweisen, aber sie sind zugleich unpolitisch, weil die randalierende Jugend dort von der Politik nichts mehr erwartet und daher keine politische Agenda hat, sondern mehr oder weniger nur ihren Frust abreagiert.
Wir sollten hier in Deutschland nicht warten bis es bei uns soweit ist, sondern lieber schon mal ein paar Gedanken machen.
Tja, man kann das als gesunde Marktentwicklung sehen, klar …
Aber dir ist sicherlich bekannt, dass die Sesshaftigkeit eine der entscheidenden Entwicklungen der Menschheit der letzten paar zigtausend Jahre war, die sich auch in der biologischen und kulturellen Evolution niedergeschlagen hat. Das Heim, die Heimat sind – im Gegensatz zur Freizügigkeit – praktisch natürliche Kategorien zahlreicher Ethnien.
Die “Vertreibung” aus dem Heim, die Zersplitterung der Sozialgemeinschaft ist trotz der heutigen Anforderung an den mobilen, isolierten Menschen immer noch eine relativ starke Traumatisierung und kann ziemlich starken Widerstand hervorrufen – unabhängig ob diese “Verbannung” nun durch staatliche Willkür, stadtplanerische Ratio oder marktwirtschaftliche Undurchsichtigkeit geschieht – dies ist den individuell betroffenen Menschen nämlich reichlich egal.
Im Bezug auf deinen Neid-Vorwurf: Dieser ist teilweise berechtigt. Allerdings scheint es sich mir etwa beim Prenzlberg nicht um Sozial- sondern um Klassenneid zu handeln. Sozialneid ist eher auf der anderen Seite zu suchen: Die “Schwaben”, die aus ihrem eigenen sozialen Umfeld geflohen sind, suchen in den kulturell offeneren berliner Wärmestuben eine neue Heimat – der dabei stattfindende Prozess des “kulturellen Völkermords” ist also durchaus Neid-basiert, der militante Terrorismus der angestammten Bevölkerung ein rein nationalistischer Abwehrprozess des Fremden, welches scheinbar die eigene Kultur unterhöhlt.
@29 EIN GAST …. zunächst wünsche ich einen guten Abend. Der Kommentar 29 findet auch meine Zustimmung. Ich hätte nur eine ganze Kleinigkeit anzumerken: Die Jugendlichen sollten nicht nur, sondern müssen “systemrelevanter” als die Banken sein. Aber vielleicht ist das ein “Wunschtraum” von mir …
“Wer Gewalt rechtfertig, der hat sich m.E. aus einer sinnvollen Debatte selbst herausbefördert. Bei allem verständlichen Frust zeigt sich immer wieder, das sowas keine Lösung ist?”
Gewalt ist gebilligt. Die vom Staat ist per se sein Hoheitsrecht, das ich gar nicht in Abrede stellen will. Ich bin genauso froh, daß der Staat nicht mit Wasserpistolen auf Verbrecher jagt macht, sondern dafür anständige Waffen parat hält, und damit schlimmere Tendenzen in Schach halten kann.
Der Staat billigt auch Gewalt von Eigentümern gegen andere Bürger. Wenn sich derweil die Sicherheitsdienste tummeln, muss statistisch mit Fehleinschätzungen und überflüssiger Gewalt gegen Bürger gerechnet werden.
In einzelnen Bezirken ist die Gewalt einkalkuliert, wie z.B. die Beseitigung Obdachloser aus stark genutzten Infrastrukturzonen wie Bahnhöfe oder in der Nähe hochstylisch polierter moderner Einkaufszentren. Da darf kein mittelloser Zuflucht suchen gegen die Winterkälte, da gibts schnell den Rauswurf.
Gewalt des Eigentums, richtet sich dementsprechend häufig gegen Mittellose.
Das ist definitiv Gewalt und die ist, im Rahmen, legal.
Es gibt auch eine fortschreitende Gewalteinwirkung auf Kinder und Jugendliche. Der staatlich geförderte herzlose Konkurrenzkampf, das viel zu frühe Aussortieren oft schon unter Grundschülern, ist Gewaltanwendung und stachelt zu Gewalt untereinander auf.
Die Frage, die sich hier stellt ist nicht ob Gewalt gerechtfertigt ist, sondern von Wem und Wann. Der Staat setzt die Rahmenbedingungen fest, er schreibt erlaubte Gewalt fest. Wenn es nun so ist, das ein Raubzug der Superreichen im Umverteilungssystem Deutschland durch Anzugträger nicht nur erlaubt, sondern vom Staat hofiert und forciert ist, in Gesetz gegossen und legitimiert wird, wenn der Staat zur Gewalt in Afghanistan aufruft, um seine politischen und wirtschaftlichen Ziele abzusichern, wenn das also Gewalt allgegenwärtig und alltäglich ist, darf nicht so heuchlerisch die Gewaltbereitschaft verneint werden.
Wenn nun Menschen an Gegenständen wegen erlittener Schmach rächen, ist sogar von Glück zu sprechen, daß es von Links nicht gegen Menschen geht, wie es Rechts weitaus üblicher zu sein scheint.
Die Frage ist: Wie kann diese Gewaltbereitschaft beendet werden?
Weiß ich auch nicht genau zu beantworten. Aber so zu tun, als sei es eine verwerfliche Handlung auch nur an Gewalt zu denken, ist heuchlerisch. Der Klassenkampf tobt, Wirtschaftskrieg läuft national und international, Krieg ist wieder legitim.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltenteilung
Mit Lügen ist den Lügen jedenfalls nicht beizukommen.
“seltsam, weltfremd und borniert” ist besonders auch der Artikel. Und wenn sich wirklich eine Mehrheit klammheimlich freuen sollte – was ich nicht glaube – so nur zu Recht.
Die Eskalation in puncto RAF wurde nur gestoppt weil Staaten sich nicht mehr von menschenverachtenden RAFkes erpressen lies. Nicht in Stockholm noch in Mogadishu, noch anderswo auf der Welt. Das gilt bis heute. Terroristen wollen mit Angst Politik machen. Sie scheiterten weltweit. Und das ist gut so.Sie hatten nie auch nur den Funken einer besseren Gesellschaft in ihrer Idee. Alles abstraktes Gerede.
Sozialneid? Sozialneid... Penisneid… Penisneid…!
Was für ein Unwort. Kritik am Vorgehen kapitalstarker Bürger? Dann ist sofort diese abgewrackte Vokabel am Werk, die als Totschlagsargument jeden Diskurs über das Recht oder Unrecht abwürgt. Das liegt wohl zum Teil an der entmenschlichten Gesellschaft, die für die Gefühle eines Ohnmächtigen sowieso nicht mehr als Verachtung übrig hat, wenn sie überhaupt in der Lage ist, diese nachzuempfinden. Da kommt also sofort die Frage auf:
Ich zahl doch und der Vermieter hat das Recht die Miete zu gestalten wie er will (nein, hat er nicht, da stehen Gesetze zum Schutz der Mieter dazwischen, immer noch)?
Was das für das Individuum an Leid und Problemen bedeutet, will der kapitale Bürger gar nicht wissen. Denn die Flucht in die dicken Portemonnaies als Trutzburg eigener Potenz und Strahlkraft gegen die Angriffe dieser Welt kommen ja nicht von ungefähr, sondern sublimieren das eigene Scheitern im Streben nach mehr Macht.
Gleiches Recht für alle? Unterdrückung durch Kapital versus Unterdrückung durch direkte Gewalt. Wer von beiden ist Unfair?
@Heinzi
Ich verstehe Deinen Beitrag nicht so wirklich. Du willst widerlegen, dass Gewalt ein Ausschlußkriterium für eine vernünftige Diskussion ist und nennst als Beispiel zig Fälle “legitimierter” nicht-staatlicher Gewalt, wobei Du die Beispiele durchaus mit einer negativen Konnotation versiehst. Nur weil “Andere” Gewalt anwenden – was niemand bestreitet – ist dies doch kein Grund, selbst zu diesem Mittel zu greifen. Oder siehst Du das anders? Wenn nein, warum ist Gewalt dann kein Ausschlußkriterium?
Gewalt erzeugt Gegengewalt. Daher sollte man die Aktion kritisieren, nicht die Reaktion. (Das tust Du, Jens, ja auch des öfteren.)
Und: “Linksautonome” sind per Definition Anarchisten bzw. Libertäre und als solche, ebenfalls per Definition, des Totalitarismus gänzlich unverdächtig.
Gewalt staatlich legitimiert ist, ist indirekt auch staatliche Gewalt. Das ist ein Punkt um den es geht.
Hieraus manifestieren sich massive Ungerechtigkeiten für das Individuum.
Wenn irgendwo in Afghanistan Soldaten im Staatsauftrag Autos sprengen, bombardieren und beschießen, ist die Gewalt in unseren Straßen von z.B. unzufriedenen gefrusteten Bürgern nicht als Gewaltakt zu verurteilen, weil nur der verurteilen könnte, der auch tatsächlich selbst keine Gewalt anwendet. Das tun wir aber alle, z.B. schon dann, wenn wir die staatliche Gewalt der Justiz anrufen um eine Klärung von Streitfällen herbeizuführen.
Indem gut Betuchte die Mieten in die Höhe treiben und Alteingesessene ausboten, begehen sie einen Vertreibungsakt, der ebenfalls ein Gewaltakt ist. Nur sie benutzen keine Waffe sondern ihre potentielle Kaufkraft dafür.
Alle Gruppen in der Gesellschaft benutzen Mittel der Gewalt, weil Gesellschaft immer ein Machtgefüge ist, in welchem sich die einzelnen Teilnehmer die Macht erkämpfen und dann benutzen um ihre Ziele zu verfolgen. Wenn das der Alltag ist, wie kann man dann die nicht staatlich legitimierte Gewalt moralisch verurteilen?
Nichtstaatlich legitimierte Gewalt ist ein Verbrechen, ja. Es kann wenn man den Täter erwischt verurteilt werden, ja. Die Täter sind möglicherweise sogar ziemlich doof und reagieren auf die falsche Weise, ja. Aber nicht anders als diejenigen, die ihnen Gewalt antun, indem sie sie durch ausboten vertreiben. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Vielleicht gelingt es deshalb unter anderem nicht die Gewalt im Staat zu eliminieren, weil dieser Staat selbst auf Gewalteinsatz fußt?
Nun ist, meine ich, einem linksradikalen Protestler schon viel Wind aus den Segeln genommen, wenn man aufhört heuchlerische Argumente vorzubringen. Diese durchschaut er in der Regel. Anders der rechte Extremist, der sich seine Illusionen durch diese Heuchelei erst erkauft.
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Ich weiß das es mir oft nicht gelingt meine Positionen bzw. Gedanken zu vermitteln, sry.
extra3: Autonomer Kollateralschaden – Erst überlegen, dann Molotow Cocktails werfen
@ Heinzi
“Gewalt ist gebilligt. Die vom Staat ist per se sein Hoheitsrecht, das ich gar nicht in Abrede stellen will. Ich bin genauso froh, daß der Staat nicht mit Wasserpistolen auf Verbrecher jagt macht, sondern dafür anständige Waffen parat hält, und damit schlimmere Tendenzen in Schach halten kann.”
Das ist, was man das Gewaltmonopol des Staates nennt. Dieses Gewaltmonopol existiert nicht ohne einen gewissen Grund. Es soll u.a. die willkürliche Anwendung von Gewalt einzelner Bürger oder bestimmter Gruppen einschränken. Denn dies würde auf kurz oder lang zum Recht des Stärkeren bzw. des besser Bewaffneten führen, ein Zustand, denn wir beide wahrscheinlich nicht erstrebenswert fänden.
Wenn die Radikalen, links oder rechts oder wie auch immer, Gewalt anwenden, dann stellen sie dieses Gewaltmonopol in Frage. So auch jeder, der Gewalt durch nicht staatliche und legitimierte Akteure in irgendeiner Form gutheißt.
Es steht Ihnen frei, die Gewalt als akzeptable Notwehr zu sehen, das macht es aber nicht besser, noch legitimiert das irgendwas.
“Es gibt auch eine fortschreitende Gewalteinwirkung auf Kinder und Jugendliche. Der staatlich geförderte herzlose Konkurrenzkampf, das viel zu frühe Aussortieren oft schon unter Grundschülern, ist Gewaltanwendung und stachelt zu Gewalt untereinander auf.”
“Alle Gruppen in der Gesellschaft benutzen Mittel der Gewalt, weil Gesellschaft immer ein Machtgefüge ist, in welchem sich die einzelnen Teilnehmer die Macht erkämpfen und dann benutzen um ihre Ziele zu verfolgen. Wenn das der Alltag ist, wie kann man dann die nicht staatlich legitimierte Gewalt moralisch verurteilen?”
“Indem gut Betuchte die Mieten in die Höhe treiben und Alteingesessene ausboten, begehen sie einen Vertreibungsakt, der ebenfalls ein Gewaltakt ist. Nur sie benutzen keine Waffe sondern ihre potentielle Kaufkraft dafür.”
Willkürliche Ausweitung des Gewaltbegriffes. Die deutsche Sprache erlaubt das zwar durch die Undeutlichkeit des Wortes Gewalt. Das verhindert allerdings den Blick aufs Wesentliche:
Gewalt gegen Personen, die direkt oder indirekt, körperlich oder nicht körperlich ausgeübt ist ungesetzlich und unmoralisch. Sie wird auch nicht durch eine wie auch immer geartete Bedrohung seitens eines finanziell potenteren Akteurs legitimiert, der Grund wurde oben genannt.
Sie Vergleichen Äpfel (gesellschaftliche Verhältnisse) mit Birnen (individuelle Gewalt durch Einzelpersonen).
Zudem verkennen Sie die Natur des Notwehrrechts, auf das sie zweifellos anspielen. Das Recht auf Notwehr ist ein individuelles Recht, das dem Einzelnen gegen den Einzelnen zusteht, und auf ein konkrete Situation bezogen ist. Das ist hier definitiv nicht der Fall. Das Anzünden von Autos steht in keinem Zusammenhang mit den Problemen der Anzünder. Auch die Besitzer der Autos stehen in keinem Verhältnis das über den gleichen Wohnort hinausginge.
Ob die Motive der Anzünder zudem so hehr sind, wurde hier auch schon an verschiedener Stelle zurecht bezweifelt.
“Wenn es nun so ist, das ein Raubzug der Superreichen im Umverteilungssystem Deutschland durch Anzugträger nicht nur erlaubt, sondern vom Staat hofiert und forciert ist, in Gesetz gegossen und legitimiert wird, wenn der Staat zur Gewalt in Afghanistan aufruft, um seine politischen und wirtschaftlichen Ziele abzusichern, wenn das also Gewalt allgegenwärtig und alltäglich ist, darf nicht so heuchlerisch die Gewaltbereitschaft verneint werden.”
Auch hier ist keine Notwehr anzunehmen. Es steht Ihnen offen, diese Verhältnisse auf andere Weise zu ändern. Gewalt hat immer Ultima Ratio zu sein. Haben Sie oder die Anzünder wirklich schon jedes Mittel auf Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse ausgenützt? Oder wenden sie hier leichtfertig Gewalt an, obwohl andere Mittel davorkämen?
Im Übrigen läuft Ihre Argumentation doch darauf hinaus, das man “Gewalt” (oder was sie darunter verstehen) mit Gewalt beantworten muss. Andere Mittel haben Sie hier gar nicht in betracht gezogen…
“Vielleicht gelingt es deshalb unter anderem nicht die Gewalt im Staat zu eliminieren, weil dieser Staat selbst auf Gewalteinsatz fußt?”
Der Staat ist im allgemeinen recht zurückhaltend beim Einsatz realer Gewalt…
“Wenn nun Menschen an Gegenständen wegen erlittener Schmach rächen, ist sogar von Glück zu sprechen, daß es von Links nicht gegen Menschen geht, wie es Rechts weitaus üblicher zu sein scheint.”
Nicht gegen Menschen ist ein bisschen positiv eingedenk der Tatsachen, das mindestens 400 Gewalttaten dem Linken Spektrum letztes Jahr zugerechnet wurden…
“Nun ist, meine ich, einem linksradikalen Protestler schon viel Wind aus den Segeln genommen, wenn man aufhört heuchlerische Argumente vorzubringen. Diese durchschaut er in der Regel. Anders der rechte Extremist, der sich seine Illusionen durch diese Heuchelei erst erkauft.”
So wie sie reden hat er aber noch einen ganzen Haufen neue Argumente. Sie winden sich hier, denn eigentlich legitimieren sie hier Gewalt durch die “Richtigen” gegen die “Falschen” oder deren Besitz, wollen das so aber nicht sagen.
Zudem habe ich nicht verstanden, was an meiner oder ggf der Argumentation des SF so heuchlerisch sein soll.
“Mit Lügen ist den Lügen jedenfalls nicht beizukommen.”
Schlagen Sie doch einfach mal den Begriff “Lüge” nach, und dann denken Sie nochmal darüber nach. Ich gehe zu Ihren Gunsten davon aus, dass Sie “Irrtum” meinten.
“Ich weiß das es mir oft nicht gelingt meine Positionen bzw. Gedanken zu vermitteln, sry.”
Ich hoffe nicht…
Nein nicht willkürliche Ausweitung, sondern Betrachtung der Gewalt aus der menschlichen Perspektive.
Handlungen, die Sieger und Besiegte produzieren, und dem Besiegten den Willen des Siegers aufzwingen, sind Gewalttaten.
Nur weil es eine gängige Definition gibt, die manche solcher Handlungen als Gewalt ausschließt, sind sie nicht plötzlich verschwunden. Es gibt sie weiterhin, sie werden so nur aus der Wahrnehmung verdrängt.
Nein, ich winde mich nicht an meiner Aussage oder meinen Positionen, sondern winde mich diese Gedanken zu gebären, so das sie als lebendiges Mem fortpflanzungsfähig wird um sich in den Köpfen anderer vielleicht zu Erkenntniss fortzupflanzen :-)
?Mit Lügen ist den Lügen jedenfalls nicht beizukommen.?
Mit den Lügen der Heuchelei ist dem Lügner, der für sich die moralisch einwandfreie Position behauptet, nicht beizukommen. Wohl aber wenn der Heuchler seine Heuchelei zugibt, dem Lügner selbige Nachweist, wenn also ehrliche Übereinkunft beider Seiten stattfindet in diesem Punkt, hat man eine Ausgangsbasis für Verhandlungen. Wenn aber die moralische Verurteilung beider Parteien gegenseitig fortbesteht, bleibt auch der Konflikt bestehen.
Moin,
da ich weiß, daß der Spiegelfechter beim Thema VT so richtig ‘Plaque’ auf den Zähnen bekommt, hier meine Meinung. Ich denke, die meisten dieser ‘Brandanschläge’ gehen auf das Konto des Verfassungsschutzes – ein paar Trittbrettfahrer dürften wohl auch dabei sein. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, man benötigt mal wieder einen Feind im Inneren um von den wirklichen Problemen abzulenken. Die Islamgefahr scheint ja irgendwie nicht mehr so richtig zu ziehen, außerdem lässt sich das Besitzbürgertum durch linke ‘Gewalttaten’ wesentlich besser einschüchtern und auf Linie bringen, um z.B. die geplanten Überwachungsmaßnahmen abzunicken. Meine große Sorge ist, daß hier wirklich mal ein größerer Anschlag – von wem auch immer, spielt keine Rolle – stattfindet. Dann wird die Hatz auf die Linken beginnen, hatten wir ja alles schon mal.
Davon mal abgesehen, verglichen mit dem, was hier momentan so im Land abgeht, sind die paar brennenden Autos eine Petitesse.
“Nein nicht willkürliche Ausweitung, sondern Betrachtung der Gewalt aus der menschlichen Perspektive.
Handlungen, die Sieger und Besiegte produzieren, und dem Besiegten den Willen des Siegers aufzwingen, sind Gewalttaten.
Nur weil es eine gängige Definition gibt, die manche solcher Handlungen als Gewalt ausschließt, sind sie nicht plötzlich verschwunden. Es gibt sie weiterhin, sie werden so nur aus der Wahrnehmung verdrängt.”
Doch, willkürliche Ausweitung:
1. Das Wort “Gewalt” mag vielfältig sein, und sich durch zahllose Bedeutungen auszeichnen, aber es Ihre Definition wird dem nicht gerecht.
2. Und wenn sie es würde, dann wäre der Begriff zu offen, zu weit um noch gebräuchlich zu sein.
3. Und selbst wenn man ihre Definition benutzen würde, dann wären die Ergebnisse verheerend.
4. Im Übrigen bleiben alle anderen Argumente (Motive der Anzünder, Unvergleichbarkeit der Gewalt,uvm) mit bisher unwidersprochener Gültigkeit bestehen. Außer natürlich, das sind alles Lügen…
zu 1.:
Gewalt meint bei mir erst mal direkte Gewalt, welche körperlich oder verbal ist. Diese Gewalt beschädigt die Güter eines anderen (Leben, Gesundheit, Hab und Gut, Ehre,…). Sie ist zielgerichtet, sprich wird angewendet, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Diese ist im Fall der Autoanzünder gemeint.
Desweiteren gibt es noch indirekte Gewalt, welche auch die Güter eines anderen beschädigen kann, welche aber nicht das Mittel zum Zweck, sondern Nebenprodukt einer anderen Handlung ist. Diese Gewalt ist moralisch wie rechtlich nicht mit der anderen gleichzusetzen…
Gewalt kann auch die Ausübung von Herrschaft meinen, was die Beschädigung fremder Güter nicht zwangsläufig miteinschließt.
Weitere Facetten sind wohl hier unerheblich…
zu 2:
Sie hingegen verzichten auf eine Unterscheidung. So wie ich das herausgehört habe, ist für sie Gewalt jede Handlung, die einen Sieger und einen Verlierer produziert.
Ich weiß nicht, ob sie es schon wußten, aber Win-Win-Situationen sind eher selten im richtigen Leben. Nahezu jede Handlung produziert einen Sieger und einen Besiegten. Gewalt wäre also durch nahezu jede Handlung legitimiert. Und da sie die verschiedenen Facetten der Gewalt ja so munter nebeneinnander gestellt haben, kann auf indirekte, nichtkörperliche Gewalt ja auch gerne körperliche Gewalt folgen, so zumindest Ihre Argumentation.
zu 3.
Daraus folgt, das die Schwelle für die Gewaltanwendung (auch körperlich) praktisch nicht vorhanden ist. Ich streite mit meiner Freundin, rege mich auf und wende Gewalt an, um sie zur Räson zu bringen. Da Sie ja alle Gewaltarten unterschiedslos nebeneinander gestellt haben, suche ich mir mal die einfachste und sicherste aus, und verpasse ihr eine…
Wobei das in diesem Fall deshalb kein gutes Beispiel ist, weil ich die “Gegengewalt” ja direkt gegen den Verursacher ausübe. Das ist bei den Anzündern nicht der Fall. Sie greifen sich mehr oder weniger willkürlich Autos raus, üben also Gewalt gegen eigentlich Unbeteiligte aus. Außer natürlich, jeder der dort sein Auto hinstellt, gilt als Beteiligter.
Im konkreten Beispiel wäre das also so, als würde ich wutentbrannt rausstürmen, und einem beliebigen Passanten eine zentrieren.
Soviel zu Ihrer Gewalt.
zu 4.
Siehe die vorherigen Kommentare, insbesondere Anmerkungen zu den Motiven der Brandstifter und die Vergleichbarkeit von Gewalt.
“?Mit Lügen ist den Lügen jedenfalls nicht beizukommen.?
Mit den Lügen der Heuchelei ist dem Lügner, der für sich die moralisch einwandfreie Position behauptet, nicht beizukommen. Wohl aber wenn der Heuchler seine Heuchelei zugibt, dem Lügner selbige Nachweist, wenn also ehrliche Übereinkunft beider Seiten stattfindet in diesem Punkt, hat man eine Ausgangsbasis für Verhandlungen. Wenn aber die moralische Verurteilung beider Parteien gegenseitig fortbesteht, bleibt auch der Konflikt bestehen.”
Neben dem interessanten und sicherlich beabsichtigen Stilmittel des Selbstzitates kann ich in diesen Sätzen leider nicht viel Brauchbares entdecken, weshalb ich mir und allen Lesern einfach mal den Versuch einer Antwort erspare.
@50 Heinzi,
Das ist der wesentliche Punkt, in dem SF polemisch ungenau ist:
Das Abfackeln ist nicht als willkürliche Gewalt, sondern als Symptom einer verrohenden, schlecht regierten Gesellschaft zu sehen.
Es gäbe diese Gewalt nicht, wenn die Ursache nicht durch unsere korrupte Ökokratur gelegt worden wäre.
Da das Gewaltmonopol zu Recht beim Staat liegt, verwirkt das staatliche Gewaltmonopol in dem Moment seine Legalität, in dem immer mehr Gegengewalt durch Unzufriedenheit oder was auch immer entsteht, denn ganz offensichtlich hat dieser Staat seine gesellschaftliche Funktion als stabilisierender Faktor dann nicht mehr effektiv ausgeübt.
Der Umkehrschluss der Legitimität der “autonomen” Gewalt ist allerdings problematisch, da dies ebensowenig zu einer Stabilisation beiträgt, denn diese Gewalt ist nicht zielgerichtet und dient nicht der Verbesserung der Umstände, sondern ist rein destruktiv.
Im übrigen hat Autoabfackeln wohl nichts mit politischer Gesinnung zu tun.
Ohne jetzt in krude VT abzugleiten, ist es allerdings nach Betrachtung der Bananenstaatvorgänge um Andrej Holm und der BKA-Skandale bezüglich der “mg-Gruppe” leider auch nicht unwahrscheinlich, dass diese Autoabfackelungen zu einem nennenswerten Teil gar nicht mal von “Chaoten”, sondern von durch Steuergelder finanzierten Staatsbeamten durchgeführt werden. Zutrauen würde ich es diesen Figuren angesichts der unglaublichen Vorgänge beim BKA durchaus und Klamotten wie das Celler Loch, die Buback”schlamperei” und zig anderen Beispielen belegen ja, dass es durchaus kriminelle bis mafiöse Strukturen in der Staatsgewalt gibt.
Allerdings wird die “mg”-Klamotte wahrscheinlich erst in 50 Jahren “brutalstmöglich” aufgeklärt werden, wenn die Akten offengelegt werden müssen.
Obwohl – da gibt es seitens des Verfassungsschutzes, des BKA und des Innenministeriums mittlerweile Vorstösse, die Offenlegungspflicht abzuschaffen …
Yo,
danke an Triebfeder.
Mit Kommentar 61 ist er der erste, der’s schnallt – fürchte ich.
Indizien:
- Die Mollis damals gegen das Springer-Haus wurden freundlicherweise vom Verfassungsschutz zur Verfügung gestellt, wie inzwischen heraus kam.
- Dass mindestens die sogenannte “3.Generation” der RAF starken Manipulationen durch westliche Schlapphüte ausgesetzt war, ist inzwischen gesichert – möglicherweise (aber das ist noch unklar) ging das bis hin zur direkten Steuerung.
- Die “Sauerland-Bomber” erhielten ihre Zünder von Geheimdienstleuten.
- usw usf.
Da ist es eher unwahrscheinlich, dass ausgerechnet hier keine agent provocateurs mit von der Partie sind.
Und letztlich: Analysiert einfach mal alle direkten und indirekten Folgen der Zündelei:
Wem nützt das Abfackeln?
1. dem anti-Frust-und-Heldengefühl der Anzünder, bestenfalls für einige Tage oder Wochen,
2. der klammheimlichen Freude einiger Mutloser, aber auch diese Freude wird schnell schal,
3. der Autoindustrie, aber auch der nur im mini-mini-Promillebereich,
4. dem staatlichen Repressionsapparat, und das ganz massiv für Jahre oder Jahrzehnte.
Ob die – eine hohe Wahrscheinlich besitzende – Vermutung der staatlichen Beteiligung an der Zündelei nun stimmt oder nicht – diese Nutzenbetrachtung alleine ist m.E. schon ein zwingender Grund, gegen das derzeit betriebene Abfackeln von Autos zu sein.
Es ist in dieser Form und derzeit einfach taktisch grundfalsch und kontraproduktiv. Wer Autos abfackelt, ist entweder vom Staatsschutz oder genau so doof wie von SF beschrieben: Doof wie Hundekacke (Na ja, beides zusammen geht auch).
q.e.d.
Nu aber mal zur Gewaltdiskussion generell: Der eine definiert’s so, der andere anders. Ihr redet aneinander vorbei. Vorschlag zur Güte: Einigt Euch erstmal auf gemeinsame Begriffe, dann kommt ihr vielleicht sogar zusammen.
Meine 5 Cent dazu:
Ich verachte Leute, die beim Hören oder Lesen des Wortes “Gewalt” immer gleich Panikreflexe zeigen und “igittigitt” rufen.
Gewalt gegen Gewalt ausübende? Als Notwehr?
Ungern, aber wenn’s sein muss, dann o.k.
Sobald mir jemand glaubhaft aufzeigen kann, warum das im jeweils konkreten Fall wirklich nachhaltig nützt für eine freiere, glücklichere Welt. So Fälle gibt es oder kann es geben.
Und dann nehme ich allen Mut zusammen und mache sogar mit. Versprochen.
These: Gäbe es mehr Michael Kohlhaases (ihr kennt dem Roman nicht? Kleist. Besorgen! Lesen!!) auf der Welt , wäre sie alleine schon deswegen besser, weil sich die Herrschenden nicht alles erlauben könnten.
Apropos Herrschende: Diese (nein, ich meine definitiv nicht Angie&Co.!) möchten die letzten Reste von Rechtsstaatlichkeit, Solidarität und Demokratie in diesem Land schleifen. Wenn das nicht auf legalem Wege klappt, dann versuchen sie es eben mit Gewalt. Und mit Gewalt meine ich das volle Programm: Diebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Totschlag, Mord und nötigenfalls Massenmord (zur jeweiligen exakten Definition bitte das StGB zu Rate ziehen). Dagegen schützt uns unser Staat nicht, im Gegenteil – die meisten “Staatsdiener” werden denen dabei helfen, mit Stempel oder Pistole.
Mossadegh, Allende, und viele weniger bekannte Opfer bezeugen das – es ist ein überall bewährtes Verfahren.
Ich weiß noch nicht, wie dem gewaltfrei zu begegnen sein soll. Das Modell Ghandi scheint mir so leider nicht übertragbar, aber vielleicht irre ich da (ich wünschte es).
Und noch was: Im Jemen z.B. werden gerade ganze Stämme ausradiert – mit Mann, Frau und Kind. Und hier jammern wir über ein paar brennende Autos. Weia.
O.k. – das waren jetzt mehr als 5 Cent. Musste raus. Entschuldigung. Danke.
Oh – Schwitzig #63 war schneller. Auch dort hin Danke!
Gewagt, gewagt, SF. Der Platz auf der List derer, denen nach der Revolution eine Sonderbehandlung zuteil werden wird ist dir damit sicher.
Name wird schon für sorgen.
@ philipp, #66:
Das habe ich dem Cheffe beim Lektorat auch schon “prophezeit”, bevor wir beide in Lachen ausbrachen ;-) Wer soll denn hier bitte eine “Revolution” machen? Die Genossen vielleicht, die kaum ihren eigenen Namen schreiben können und mit einem adretten Kurzhaarschnitt und ausgetauschten Klischees auch gut in’s rechte Lager passen würden? Gott, mit DEM Kindergarten können wir locker weitere 100 Jahre warten, bis wir mal was Konstruktives in Gang bekommen! Das werden wohl “wir Alten” erledigen müssen …
Feuer und Flamme für diesen Staat? Bitte nicht mehr die ollen Parolen ;-)
hannilein
@ name, #div.:
Was grantelst Du hier eigentlich so rum? Jens beweist wenigstens Humor und einen Blick über den Suppentellerrand, wenn er auch nicht unnötiger Gewalt das Wort redet. Unüberlegte Genossen wie Du sind es doch letztendlich, denen die ernsthaften Kommunisten und Anarchisten ihren schlechen Ruf verdanken! Ihr macht munter Stimmung, auch schon mal “eine Aktion aus dem Dunklen” heraus, aber wenn es um “die letzte Barrikade” geht, haltet Ihr nicht stand :-( Lies mal was über die Ermordung von Landauer und Mühsam, bevor Du hier Deine kleine Agitation betreibst …
Mann, Mann, Mann!
h@nnilein
bei der gewaltätigkeit mit der dieser staat im in- und ausland auftritt – totgebombte in jugoslawien, afghanistan, erfrorene obdachlose und zum selbstmord getriebene hartz 4 ler, totgeschossene oder halbtot geprügelte kleinkriminelle oder auch nur verdächtige – finde ich es doch reichlich übertrieben sich über ein paar brennende autos aufzuregen. vor allem, wenn – wie du ja selbst richtig bemerkst – die besitzer noch nicht einmal einen materiellen schaden erleiden. müssen sie eben mal einen tag mit der ubahn fahren. und autos und synagogen – das ist ja wohl voll daneben.
was dann den täterkreis anbelangt, da sind die argumente von komm 61 nicht so leicht von der hand zu weisen.
Sag mal, im ernst, Jens, bist du in diesem neuen Jahr jetzt im Ernst fast genauso durchgeknallt wie ich ? sag mal, dieser eine arme Kerl, den sie nach deiner Aussage beim Abfackeln eines Autos erwischt haben, musss sich doch in der JVA genauso fühlen, (Brandstiftung ist sicher kein Marginaldelikt), wie etwa der Typ, also dieser arme Verwaltungsbeamte, den sie hier in Frankfurt/Main (siehe FR) vor nem halben Jahr wegen Hinterziehung von Steuergeldern in Höhe von so 500.000.- abgegriffen haben, und der sich wahrscheinlich im Staatsfernsehen angucken musste, das das Ackermannn-regierte Land einer popeligen Bank mal kurz 100 Milliarden hinterherschmeisst ?
Ok, ich hör jetzt wieder auf, hysterisch zu kichern.
… und prompt ging sie los, die pseudo-philosophische Entschuldigung. Da wird mal eben das Kaufen an sich zu einem Akt der Gewalt umdeklariert, der Staat sind nicht etwa alle, die hier leben, sondern irgendwelche Illuminaten an den Knöpfen der Macht. Sich selbst als links gebende Gewaltverbrecher stilisieren sich jetzt zu Libertären – und stellen sich damit in die Reihe der irren Waldbewohner, die Bomben legen oder der Montana Miliz beitreten – und gar Anarchisten, die ja alle überhaupt keinen Hang zum Totalitarismus haben.
Es ist schon schlimm genug, dass die heutige FDP und die selbst ernannten Neo-Liberalisten den an sich guten Klang des Wortes ‘liberal’ missbrauchen. Es waren nicht liberale Gedanken, die uns die Finanzkrise eingebrockt haben, sondern ein wildgewordener Anarcho-Kapitalismus, in dem die übelste Form des Soziallamarckismus fröhliche Urstände feiert. Der Stärkste überlebt, wer am besten bescheißen kann wird reich.
Und jetzt schließen sich die Pfeifen des ‘linken’ Spektrums an. Denn sie wissen ganz genau, was richtig und falsch ist, sie wissen, wer bestraft gehört, sie wissen, dass es in Kriegen der US Amerikaner keine Kollateralschäden geben darf, aber auf unseren Straßen halt auch mal Späne fallen müssen, damit die zu Befreienden begreifen, wie sehr sie von jener Entität ‘Staat’ ausgebeutet werden.
So wie Popper, mglw. Hayek, auf jeden Fall Ricardo, A. Smith, Malthus und B. Russell in ihren Gräbern ob ihrer selbst ernannten Enkel und Urenkel rotieren, so kotzt William Godwin in seiner letzten Ruhestätte darüber, wie eine freiheitliche Idee zu purem Straßenkrieg verkommen ist.
Anarchie mag ein schönes Wortspiel sein, angewandt auf das menschliche Zusammenleben ist es nichts anderes als Newspeak für Ellenbogengesellschaft.
@Der Symapthisant
Ich soll also die Brandanschläge kritisieren und nicht(!) die Polizeieinsätze? ;-)
Du hast Recht – Gewalt erzeugt Gegengewalt und daher sympathisiere ich auch nicht mit Gewalt.
Sicher ;-)
Ein etwas schwacher Artikel
Hier wird munter ins Blaue spekuliert (denn wer die Brandstifter sind wissen wir nicht)
und dann den (vermuteten) Tätern idiotische Beweggründe unterstellt um sie dann zu kritisieren .
Ohne die vermengung mit den Brandstiftereien hätte das ein schöner Artikel über Gentrifizierung werden können.
Zum schluss noch ein wenig Spekulation von meiner Seite :
Es ist ganz klar dass alle diese Autos von frustrierten Toyotafahrern angezündet werden . Die fahren da 50 mal um den Block , finden keinen Parkplatz und sehen dann da so ne vollversicherte Karre stehen die eigentlich nur eine Immobilie ist , weil der Besitzer sie seit Monaten da stehen hat . Natürlich zünden Sie sie an , und wenn der Schrott dann weggeschafft wurde haben sie endlich ihren Parkplatz.
@Triebfeder ToKatz und andere
Dann denken wir das doch mal zu Ende. Wenn die Feuerteufel Geheimdienstler sind, sind deren Verteidiger wohl auch Agents provocateurs – oder nicht? Wird mein Blog denn momentan von “den Diensten” gestürmt, ist “name” etwa ein Spitzel vom Staatsschutz? Man weiß so wenig ;-)
@Meh
Ja, diese Theorie überzeugt auch mich ;-)
Dann können wir den Sturm im Wasserglas ja wieder schließen, denn wer sympathisiert schon mit gewaltbereiten Toyotafahrern?
@Heinzi
Eigentlich hat Max Krapp ja schon alles gesagt, ich will nur noch mal zwei Aspekte näher aufgreifen:
Wer ist der Staat? Der Staat, das sind wir alle, auch wenn man mit der konkreten Politik des Staates keinesfalls einverstanden sein muss. Gewalt gegen den Staat ist somit keine grundsätzlich legitimierbare Notwehr, sondern eigentlich eine Ultima Ratio, die in bestimmten Ausnahmesituationen (GG 20.4) ja auch legitimiert ist. Nur – die Vorraussetzungen für diesen Notstand sind weder objektiv, noch subjektiv gegeben. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass diese Autos nicht(!) der Staat sind, sondern ein ziemlich schwammiges Symbol für ein System, das ideologisch abgelehnt wird. So wird jeder Mercedes- oder BMW-Fahrer in bester Wächterratmanier zum Feind erklärt – überflüssig zu erwähnen, dass viele Mercedes- und BMW-Fahrer ebenfalls mit der Politik des Staates nicht einverstanden sind.
Deine recht krude wirkende Herleitung eines Notstandes, muss auch davon ausgehen, dass der Akt der Notwehr bzw. Nothilfe geeignet ist, die Gefahr abzuwenden. Das ist in diesem Fall natürlich nicht gegeben, ebenso wenig, wie es unter Nothilfe fällt, wenn im Park ein Nazi einen Behinderten bedroht und ich – um dem Opfer zu helfen – wahllos einen anderen Parkbesucher vermöbele.
Kinder, seit doch kreativer. Schmiert die Autos mit Hundescheiße ein – das ist eklig, stösst den “bösen” Neubewohnern bitter auf, ist kein Versicherungsschaden und noch nicht einmal eine Straftat. Dafür fackelt es aber nicht so schön und eignet sich nicht zum Pseudorevoluzzerspiel ;-)
diese strikt legalistische legitimation von Gewalt – gewalt ist nur dann und per se zulässig, wenn sie der Staat ausübt, mag zwar theoretisch angemessen und notwendig sein, praktisch schließt sie aber die Realität einfach aus: Man braucht nur einen Blick auf die geschichte (nicht nur die deutsche) und auf die gegenwart zu werfen, um zu sehen, wofür staatliche gewalt verantwortlich ist. Ich sehe es mit Chomsky, obwohl seine Position sicher auch nicht unproblematisch ist: Eine abstrakte Verurteilung von Gewalt basiert auf einer absoluten moralischen Positionierung, die selbst unmoralisch ist, weil sie konkret jedem Opfer die moralische Legitimität der Gegenwehr abspricht, und das nicht nur im Falle der Notwehr, eines strikt juristischen Begriffs. In dieser abgehobenen sterilen Welt der absoluten selbstgerechten Moralität wäre sogar der Aufstand im Warschauer Ghetto immoralisch. Man darf die Realität nicht mit ihrer Theorie verwechseln. Dass Gewalt ein Privilieg udn Monopol des Staates sein sollte und muss, ist ein rechtsstaatliches Prinzip und wünschenswertes Ideal zugleich. Real ist es leider so, dass es dieses Gewaltmonopol nicht gibt, denn Gewalt gibt es strukturell in der Gesellschaft, gerade in einer auf Gewalt basierenden Wirtschaftsform wie die des Kapitalismus (diese Gewalt haben wir verinnerlicht, so tief, weil sie bereits in unserem Vernunfbegriff angelegt ist, der die Natur, das Andere zum bloßen Objekt des sie, es manipulierenden Verstandes, der utilitaristisch reduzierten Ratio macht, wie die Dialektik der Aufklärung herausstellt, man braucht sich heute nur in einem Schlachthaus umzusehen, heute, um zu zu erahnen, auf welcher unnötigen Gewalt und Gewaltbereitschaft unsere Gesellschaft aufgebaut ist) – und real ist anderseits, dass der Staat, auch wenn er faktisch über kein Gewaltmonopol verfügt, doch über große Gewaltmitteln verfügt, die er immer wieder einsetzt und einsetzen muss, was theoretisch grundsetzlich richtig ist, praktisch aber pervertiert wird: so wird Staatsgewalt zum Werkzeug derer, die den Staat beherrschen, wie nicht nur Chomsky an Beispiel der USA herausstellt und der zahllosen Verbrechen, die mit Hilfe dieser Gewalt verübt wurden und werden.
auf die im Artikel besprochene Gewalt bezogen, meine ich, dass sie sicher einerseits sinnlos ist, weil dieses Tun nichts an den Verhältnissen ändern wird (sofern es die Intention der Täter wirklich ist, diese zu ändern. (Nein, selbst das muss nicht stimmen, denn in der Logik der Gewaltspirale ist es eher wahrscheilich, dass sie mehr Gegengewalt provoziert, zumindest unwillentlich die ursprünglichere Gewalt legitimiert). Aber wahrscheilich ist es, dass diese Sinnlosigkeit den Tätern durchaus bewußt ist und der Sinn dieser Taten anderswo zu suchen ist. Es ist zwar nur ein Interpretationsversuch, aber phänomenologisch kann es wesentlich um den Symbolgehalt gehen, um den Ausdruck, mit dem, der, der Gewalt erleidet, sich dagegen wehrt. Streng objektiv ist sein Tun Gewalt, aber nur so objektiv wie die materiellen aüßerlichen Voraussetzungen für Kunst. Ja, eine gewagte Interpretation, aber wer weiß, was sich in den Köpfen von Menschen abspielt, die tag für Tag Gewalt erleiden. Zitiert Jens doch auch immer, dass der Satiriker alles darf, und Gewalt, auch wenn es in Sprache ist, übt der Satiriker doch aus. Es hat es nur leichter, nicht mit dem Gesetz der Herrschenden in Konflikt zu geraten, was nicht sein muss, wie viele Künstler immer wieder mit ihrem Leben erfahren mußten.
noch ein Wort zur Gleichsetzung solcher Gewalt mit der in Nazideutschland ausgeübten und erlittenen. Dann kann ich richtig böse werden. Ich sage es immer wieder: Die Tragik der westlichen Gesellschaften ist, dass sie allesamt, unüberwunden und gefährlich den Faschismus weiterhin in sich tragen, der historisch mehrmals ausbegrochen ist, in Deutschland am schlimmsten, was meiner Meinung, vielleicht Vorurteil nach, viel mit dem Wesen der Deutschen zu tun hat. Sorry. Und dieser Faschismus ist dabei, in immer größerer Deutlichkeit, wieder auszubrechen, in anderen Formen, aber immer noch als Äußerung der Gewalt, die die westlichen Gesellschaften konstituiert. Also, die Gewalt, ob sinnlos, legitim, verzweifelt, banal, sei dahingestellt, von wenigen ideologisch und gesellschaftlich isolierten und institutionell bekämpften Außernseitern mit der institutionell und gesellschaftlich breit getragenen und akzptierten systematischen Gewalt gegen eine Minderheit in Nazideutschland gleichzusetzen, ist schon allerhand.
nur einige Gedanken, die ich mir seit gestern gemacht habe
Der Hinweis auf die Abwrackprämie ist ein sehr guter Hinweis, denn er zeigt, daß die Autoabfackler lediglich dem Kapitalismus in die Hände spielen.
Das hat auch schon der Schwiegersohn von Karl Marx Paul Lafargue herausgefunden.
http://www.artfond.de/faulheit.htm
Die Kernthese komprimiert hier
http://www.artfond.de/streikundgeld.htm
Denn das Kapital ist lediglich ein Zustand des Mangels
http://www.geldseiten.info/index.php?menu=45&id=371
Die Grundfeste des Kapitalismus ist immer das Kapital, also das Geld.
Ergo: Die Grundfeste ist das Geldsystem, das den Kapitalismus begründet und erhält.
Wer also den Kapitalismus stärken möchte, fackelt Autos ab oder ruft zu Symptomlinderungen (braver runder Tisch) auf. Wer ihn überwinden möchte, benutzt das Geld der Elite nicht mehr, sondern ein besser konstruiertes, weil selbstgeschöpft.
Das machen mittlerweile schon viele ohne Laberrunden und ohne Gewalt, wie dieser Blog erzählt
http://rheingoldblog.wordpress.com
Jetzt auch noch die Freigeldler … wenn man denkt, es ginge nicht noch peinlicher, bringt die Evolution bessere Idioten hervor …
Aber du hast natürlich Recht, statt ihnen neue Autos zuzuzünden sollte man die Kapitalisten besser dafür bezahlen, selbst kein Geld mehr haben zu können …
@Salvo
Ich weiß nicht, ob Du auf mich, oder auf andere Kommentatoren abzielst. Egal, ich antworte einfach. Es stimmt ja nicht, dass Gewaltausübung in unserer Gesellschaft per se nur dem Staat vorbehalten ist. Die betreffenden Paragraphen für Notwehr und Nothilfe sind da eindeutig und sogar die Gewalt gegen den Staat ist unter bestimmten Bedingungen legal. Die Brandstifter machen eigentlich nichts anders, als dass sie diese Ausnahmen für sich in Anspruch nehmen. “Name” und andere machen das ja deutlich – um strukturelle Gewalt gegen sich und andere abzuwenden, sei eigene Gewaltanwendung als Notwehr/-hilfe legitim. An diesem Punkt setze ich mit meiner Kritik an, da ich die Grundlage für diese konstruierte Notwehrlage nicht sehe.
Natürlich – aber mir fehlt die Phantasie, in den Brandstiftern von Berlin eine Art moderner Resitance zu sehen.
Das ist die Frage, um die es geht, wenn man einen moralischen Anspruch konstruieren will. Wenn sich die Täter sowohl der Sinnlosigkeit als auch der Tatsache, dass ihr Handeln keine Ultima Ratio zur Verhinderung von Gewalt gegen sie oder ihre “Schutzbefohlenen” ist, bewusst sind, ist ihre Gewalt in keiner Form legitimiert.
Du solltest doch wissen, dass ein Vergleich nicht immer eine Gleichsetzung ist. Wenn ich aber den Kollegen “Name” lese, wie er brennende Autos als “gesunden Volkszorn” gegen eine raffgierige Clique interpretiert, so ist m.E. eine historische Parallele (nicht Gleichsetzung!) durchaus überdenkenswert.
@Spiegelfechter (72)
Natürlich nicht die – berechtigten! – Polizeieinsätze aufgrund der Brandanschläge. Aber beispielsweise die zahlreichen ungerechtfertigten Polizeiübergriffe, die autoritäre Gewalt der Sozialämter oder die ideologische Gewalt in den Schulen.
Das tut hoffentlich keiner hier. Aber ich sympathisiere in manchen Zuständen durchaus mit Gegengewalt. Ich halte es ja auch für gänzlich bescheuert, Autos anzuzünden (aus anderen Gründen als Du), aber kann die Beweggründe sehr gut verstehen – so die Täter überhaupt dem radikalen Spektrum zuzuordnen sind.
["Linksautonome" sind per Definition des Totalitarismus unverdächtig]
Sicher!
Wenn Du irgendwelche verwirrten Spinner meinst, die sich “linksautonom” nennen, dann nenn sie auch “verwirrte Spinner” und nicht “linksautonom”. Du nennst ja auch nicht irgendwelche verwirrten Spinner “Demokraten”, nur weil die NPD sich “demokratisch” nennt, oder?
SF hat zwar recht bzgl. der Nutzlosigkeit der brennenden Kisten und die Hundekot-Idee finde ich gut. Aber ich kann auch salvos Gedanken in 77 weitgehend nachvollziehen.
Irgendwie erinnert mich das an die Selbstmordattentäter im Israel-Konflikt (wenn auch auf ganz anderem Niveau natürlich). Die meisten Menschen, mich eingeschlossen, verurteilen diese heimtückischen Morde. Dennoch stellt sich mir hier immer wieder die Frage, ob die Welt die ganze Sache nicht genauso ignorieren würde wie z.B. die sogar noch wesentlich schlimmeren Vorkommnisse in Ruanda, Somalia, Zimbabwe , wenn es diese schrecklichen Attentate auf die westliche Welt nicht gäbe. Wie sollten die betroffenen Leute handeln, was wäre besser und gleichzeitig wirksam? Hundekot funktioniert da eher nicht, fürchte ich. Aber der Zweck heiligt auch keinesfalls die Mittel, leider sehen das aber nicht alle Menschen so und wir tun uns von unserem Elfenbeinturm aus auch sehr leicht mit einem Urteil. Die Welt ist leider wirklich kompliziert und grausam…
Hallo Spiegelfechter,
Ich lese nun schon einige Zeit an diesem Artikel und den Kommentaren. Da tut sich einiges zwischen meinen Ohren ;-).
Gerade denke ich über das Bild nach, das Deine Posts schmückt und versuche einen Sinn darin zu finden. Das ist ja nun die Maske von “V” – Hast Du die willkürlich gewählt, weil es ´ne schicke Maske ist, oder findest Du einfach den Film unterhaltsam oder schieße ich grad völlig am Thema vorbei und mein Post ist das Papier nicht wert auf dem es gedruckt ist (würde man es drucken).
@SF74
name? Wohl kaum :-). Du kannst aber davon ausgehen, dass Deine Seite sehr wohl beurteilt wird und dass ggf. Dein Provider auf Herausgabe von Nutzerdaten gedrängt wird. Du wirst allerdings keine Beiträge von BKA oder Verfassungsschutzleuten haben, da das Provokationspotential auf Deinem Blog nicht hoch genug ist.
Andrej Holm z.B. hat herbe Probleme bekommen, als er in einer Publikation das Wort “Gentrifizierung” verwendete. Bezüglich der vielleicht tatsächlich existierenden oder vom BKA erfundenen “mg”-Gruppe, wurde dem BKA vor Gericht wissentliche Falschaussage und Beweisfälschung nachgewiesen.
Du solltest nicht auf die unbedingte Rechtsstaatlichkeit von unseren Polizei/Geheimdienstorganisationen spekulieren, denn genauso wenig wie die Verallgemeinerung stimmt, dass Linke prügelnde Chaoten sind, ist die Annahme richtig, dass Staatsorgane niemals mafiös organisiert sind.
Die BKA-Beweisfälschung ist übrigens gerade im Hinblick auf die Autoanzündungen sehr interessant, weil bis vor kurzem – also bis der Skandal unter den Teppich gekehrt wurde – vom BKA fast ausschließlich die sogenannte “mg” dafür verantwortlich gemacht wurde.
Im übrigen hat das BKA bezüglich des “mg”-Honeypots auch noch in anderer Hinsicht rechtsstaatlich tief in die Scheisse gegriffen:
Die Besucher der BKA-Seite (!) mit Informationen zu der “mg” wurden widerrechtlich getrackt. Und zwar hat sich das BKA von den Providern die IP adressen und in Folge die Addressdaten besorgt und “Überprüfungen” bei den Inhabern der Anschlüsse durchgeführt.
Es ist nicht alles eine VT, was nach VT klingt, denn manchmal ist es auch schon bewiesen und aktenkundig.
Sehr angenehmer Artikel, wie fast immer, danke.
Zum Thema:
http://exportabel.wordpress.com/category/gentrifizierung/
Am erschreckensten an der Geschichte ist, dass die meisten angeblichen Linken zu blöd sind, um ein wahrhaft teures Auto von einem fünfzehn Jahre alten Benz zu unterscheiden.
Ein anderer Aspekt der Gentrifizierungsdebatte kommt in dem Car-Loft-Projekt in der Reichenberger Straße in Kreuzberg zum Tragen. Hier kann man ganz gut erkennen, dass Widerstand gegen Gentrifizierung durchaus etwas bringen kann: Eine Luxusimmobilie mitten im Türkenkiez, bei der das eigene Auto per Fahrstuhl in die Wohnung mitgenommen wird: http://www.carloft.de/v0/htdocs/index.php
Nutzt allerdings auch nichts.
“Soziallamarckismus”, ist ja also, sasg mer mal,mmmm wennn der alte Friedrich Engels das jetzt mitgekriegt hätte, das so schlecht über seinen Kolllegen Marx geredet wird, ich mein wenn er nicht angefangen hätte, wild um sich zu schiessen, könnte ein junger “Soziallllamarxist” vieleicht beim Komitee seinen Humorpreis abholen, ich glaub, wir brauchen einfach einen neue Genaration von ganz jungen, rechtschschreibungsfesten Sozialisten. Odewr so.
Na schwitzig @9, dann dichten wir doch einfach mal den Satz vom Spiegelfechter um:
“…der eine wählt DIE LINKE, der andere (und vielleicht derselbe ;-) ) zündet Autos an, Intelligenz gehörte noch nie zu den deutschen Primärtugenden.”
Das passt ebenfalls wie die Faust aufs Auge.
Mir gefallen nämlich “linke Winkeladvokaten” genausowenig.
@63
Toll, schwitzig, Deine Verschwörungen die Du da aufdeckst.
Was hast Du Dir in den Kaffee geschüttet?
auch @61 Triebfeder scheint davon nicht verschont zu sein.
Ich habe gehört dass die Holländer jetzt vermehrt Deutschland benutzen um Canabis anzubauen…
Dierk @14
haarscharf und genau erkannt!
@SF
Mir scheints Dir geht es mehr darum, den sozialen Frieden gewaltsam aufrecht zu erhalten, als ihn durch die Veränderung der Verhältnisse herbeizuführen. Jedenfalls ist das die Konsequenz Deines Plädoyers. Die strukturelle Gewalt, die auf die Eigentumslosen und prekären Bewohner genannter Stadtbezirke ausgeübt wird, muss über kurz oder lang eine Reaktion hervorrufen.
Sie sind es, die am eigenen Leibe spüren, was den Unterschied zwischen einem Eigentumswohnungsbesitzers und einem So-Über-Sie-Runden-Kommenden ausmacht: der eine genießt die Freiheit, die ihm das BGB sichert, der andere merkt, dass das BGB eigentlich sein Feind ist, da es die rechtliche Grundlage für Zwangsräumungen, Pfändungen, etc ist.
Das typische Szenario: Ich habe 100k? über: bitte räume mal Deine Wohnung, denn die gehört nun mir und ich möchte sie gern als Altersabsicherung an jemanden vermieten, der mehr zahlen kann und will, als Du.
… Nur Tellerwäscher, die bald Millionäre sind, können das nicht als Gewalt empfinden.
Viel Hoffnungslosigkeit macht sich in diesem Satz breit. Interessen ausloten? Die Interessen sind klar: konstante Mieten und ein passendes soziales Umfeld. Beides sind Dinge, die den Interessen von Eigentümer von Wohneigentum diametral entgegenstehen. Eigentum soll Gewinn abwerfen. In der Konkurrenz mit anderen Anlageobjekten, entsteht die Notwendigkeit den Wert zu steigern. Das wird der Eigentümer mit den Waffen des BGB durchsetzen wollen.
So weit, so binsig. Warum schreibst Du sowas überhaupt? Könnte es sein, weil es in der Praxis nicht so ist?
Logisch ist sie für Dich konstruiert, weil Du keine Notwehrlage akzeptieren kannst, die nicht irgendwo in Deutschen Gesetzen niedergesschrieben ist. Indem Du Dich auf die Seite des BGB, des Staates als Gesetzgeber stellst, stellst Du Dich auch auf die Seite der Eigentümer der Immobilien. Wieder finde ich Deine Krokodilstränen schwer ertragbar, denn Du stützt mit diesem Artikel die Grundlage der Gewalt.
@Sympahtisant
Darum habe ich auch im Artikel die Gänsefüschen benutzt. Ich hatte früher (während des Studiums) mal “Kontakt” zur “linksautonomen” Szene, bzw. zur Antifa. Die ideologische Orientierung der meisten (nicht aller!) “Linksautonomen” (mit Gänsefüschen!) ist derart schwammig und indifferent, dass ich sie noch nicht einmal irgendwo einordnen würde, geschweige denn ihnen zugestehen würde, dass sie überhaut eine Ideologie haben. Einige (sorry) könnten wahrscheinlich nicht mal das Wort “Ideologie” buchstabieren.
@Schwitzig
Weiß ich – das war ja nur ein Seitenhieb ;-)
Mein Provider bin ich (seit ein paar Monaten) selbst und ich lösche diese Daten.
Die Methoden von BKA und Co. kenne ich leider.
@memoon
Nein, ich lehne nur jede Art von Gewalt ab, die sich nicht rechtlich und moralisch rechtfertigen ließe. Im konkreten Fall ist die Sache sogar noch eindeutiger, da die Brandanschläge nichts mit einer Veränderung der Verhältnisse zu tun haben.
Sicher – diese Problem nenne ich ja auch ganz explizit im Artikel, nur sehe ich im Autoanzünden keine adäquate Reaktion auf derlei faktisch vorhandene Probleme.
Genau deshalb schreibe ich diese Binse ;-)
Nein, ich würde da auch eine freiere Interpretation zulassen, wenn sie denn schlüssig wäre.
@genova
OMG! Sag mir bitte, dass das Satire ist
wow…
@SF: ich hätte nicht gedacht dass du ein gedankliches überbleibsel aus dem kalten krieg bist.
du vergleichst linke und rechte gewalt, setzt autos anzünden mit dem anzünden von menschen gleich, oder wie Dierk ein paar Idioten die Versicherungssschaden produzieren mit dem massenhaften Terror der SA. Totalitarismustheorie hält nunmal keiner empirischen Prüfung stand und wirkt eigentlich nur(und wird meistens auch genauso &deswegen eingesetzt) auf die Weise, als dass sie die rechte Szene verharmlost. Wenn du ernsthaft der Meinung links=rechts bist, solltest du vllt doch lieber zu der CDU und ihren schwarzbraunen-stammtischklüngeln gehen. Vielleicht schaffst du es dann sogar mal der Frau Köhler die Hand zu geben und mit ihr zusammen Gelder vom Kampf gegen Rechts zusammenzustreichen.
P.S.: Kieztalilban?!?! Come on… wurde sf.com nun vom Springer Verlag aufgekauft?
Und nun zu den Verkehrsmeldungen: Vollsperrung auf der A10. 20 Fahrzeuge sind durch menschliche Gewalt zerstört worden. Die Verursacher können nicht mehr zu Rechenschaft gezogen werden.
Um eines vorweg zu nehmen: ich lehne es ab, im Zusammenhang mit Sachen von Gewalt zu reden. Sachen brennen, gefrieren, korodieren, explodieren oder gehen einfach so kaputt. Manchmal ist die Natur verantwortlich, viel öfter der Mensch.
Die indirekte sprachliche Gleichsetzung von Gewalt gegen Sachen und Gewalt gegen Menschen kommt auch nicht von ungefähr und bringt nichts Gutes.
Brandanschläge? Du machst hier dasselbe, was die “großen” Medien tun: Bei der Verwendung emotional aufgeladener Worte, die mit Terrorismus und menschlichen Opfern assoziiert werden, spielst Du mit Gefühlen und mit Angst. Letztendlich spielst Du mit dem Feuer.
Zum eigentlichen Inhalt: ich hatte doch zumindest teilweise recht: du akzeptierst Gewalt, die rechtlich geregelt ist, damit akzeptierst Du auch die indirekte Gewalt, die die Bewohner erleiden. Warum diese Rechtsgläubigkeit? Gerade noch gibst Du zu bedenken, dass Politik eventuell die Porschefahrer bevorteilt. Und wenig später ist die Politik als Gesetzgeber wieder das Maß aller Dinge? Das verstehe ich nicht und da brauchen wir über Moral garnicht reden.
@Bobby
Na aber klar doch!
Nö
Nö
Die verhamlose ich sicher nicht.
bin ich nicht
Der Ausdruck ist eine Anspielung auf eine Aussage des Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzenden.
Ist aber schön, dass Du DIch so fein aufregen kannst, auch wenn das nichts mit meinem Artikel zu hast.
@memoon
Ach herrjeh – wie soll man den Umstand, dass einige Aktivisten Autos mit Brandsätzen in Brand setzen (welch tolle Wendung ;-)), denn sonst nennen? Warmsanierung? Ich bitte Dich.
Blödsinn *kopfschüttel*
Tu mir einen Gefallen und lese auch was ich geschrieben habe, sonst bringt die Diskussion nämlich so rein gar nichts.
@SF
ich habe jetzt nicht geguckt, wo Deine Seite gehostet ist, aber wenn Du meinst, dass die Logs nichts vorhanden sind, weil Du irgendwo einen Server gemietet hast, ist das falsch.
Darüber hinaus ist es auch kein Problem, den traffic zu tracen, auch wenn der hoster unkooperativ ist – man sucht sich einfach den letzten switch, router o. FW vor Deinem Server und snifft dort.
In der Praxis gehe ich davon aus, dass Deine Seite wahrscheinlich einfach nur sporadisch quasi geharvestert wird, um einem Prüfauftrag nachzukommen.
Ich persönlich denke, dass Dein Blog zu wenig radikal ist, um wirklich Interesse bei den falschen Leuten – nämlich den Staatsbediensteten, ohne Rechtsstaatliche Orientierung – zu wecken.
Darüber hinaus hast Du Dich ja von den “Linksautnomen” distanziert und bist daher in dem manchmal recht einfachen Weltbild einiger Staatsdiener ein “Guter” :-). Es sei denn, Du begehst den Fehler, Dich mit der Frau eines BND-Beamten einzulassen, wie das in Berlin geschehen ist und wo die Frau und ihr Geliebter in James Bond-Manier auf Steuerzahlerkosten überwacht wurden :-). Aber vielleicht ist es ja eine Schwäbin …
@Fragender 87
Dein Geschwätz ist mir zu dümmlich, als dass ich mir die Zeit nehmen würde, darauf einzugehen. Wenn Du in der Lage bist, z.B. Google aufzurufen, wirst Du recht schnell bezüglich einiger von mir genannter Vorgänge fündig. BKA und Andrej Holm, sowie “mg” sind keine “VT”, sondern vor einem offiziellen Gericht dokumentierte Vorgänge. Informiere Dich erst mal ein bißchen, bevor Du mich anprollst.
@SF
Pruuust :-). Ja, aber mit dem Firmenwagen-Vollkaskoargument passt das doch wieder :-).
Spiegelfechter,
für Auswärtige: Das Carloft ist hier ein Dauerthema, seit einer Weile steht die Polizei 24 Stunden täglich vor dem Kasten und passt auf, dass niemand Farbeutel auf die weiße Wand wirft. Die schon geworfenen Farbbeutel aber sorgen dafür, dass der Vermieter sein Objekt nicht komplett vermietet bekommt und dass andere Investoren wohl nicht mehr auf die Idee kommen, dort solche Lofts zu bauen. Insofern haben Farbbeutel hier einen sichtbar positiven Aspekt, denn solche Gebäude erzeugen innherhalb weniger Jahre eine komplette Umstrukturierung eines Viertels, das ist ja bekannt.
Die Gewaltfrage muss hier natürlich auch diskutiert werden. Es geht bei diesem Loft wohlgemerkt nicht um brennende Autos, sondern um Farbbeutel an einer Fassade.
@memoon
Aber natürlich ist das Gewalt: Wenn jemand mein Auto abfackelt, verliere ich auch persönliche Dinge, die mir etwas bedeuten. Da wird mir und nicht dem Auto Gewalt angetan, denn Gewalt ist nicht nur eine physische Verletzung.
Auch der Zeit/Geld/Nervenverlust bedeutet für mich Gewalt.
Und das ist eine Gewalt, die in keinster Weise dazu geeignet ist, etwas an den Rahmenbdingungen zu ändern, die ihre Ursache sind. Sie ist rein destruktiv und damit sinnlos und falsch.
@SF
Mir scheint es, Du tust nur so, als würdest Du Dich auf meine Argumente einlassen wollen.
zum Ersten: nur weil das Wort Brandanschlag inzwischen weit verbreitet ist, muss man es noch lange nicht übernehmen. Es besteht auch gar kein Zwang ein Substantiv zu finden. Sag einfach “das Anzünden von Autos”, o.s.ä.
zum Zweiten: warum ist das Blödsinn? Meinetwegen: es ist polemisch und dafür möchte ich mich auch entschuldigen, wenn das dazu führt, dass Du Dich mit meinem Argument zumindest auseinander setzt.
Wenn das Recht in Anspruch genommen wird, Wohneigentum zu erwerben und den Bewohner gegen seinen Willen hinaus zu werfen, dann ist das Anwendung von rechtlich abgesicherter Gewalt. Das kann man daran erkennen, dass der Akt im schlimmsten Fall durch die Staatsgewalt vollzogen wird. Wo ist mein Denkfehler?
Ich möchte Dir nicht unterstellen, dass Du das gut heißt. Aber mit der Akzeptanz des bürgelichen Rechts, muss man auch den oben beschriebenen Vorgang akzeptieren. Nun kann man daraus folgern, dass das Recht geändert werden muss. D’accord.
Nur muss der Fokus von Wahrung des Rechts (Verurteilung von Sachbeschädigung) auf Änderung des Rechts (mehr Mieterschutz, mehr politische Souveränität) verschoben werden.
Und das meinte ich mit Rechtsgläubigkeit: ich kann nur dann glaubhaft für eine Änderung der Rechte eintreten, wenn ich die alten Rechte als UNRECHT ansehe. Alles andere ist schizophren.
zum Dritten: Du warst auch schonmal dickhäutiger. Aber nocheinmal: Pardon!
Ich hab es mir die ganze Zeit verkniffen, aber jetzt muss ich Hakim Bey zitieren:
Man kann Protest auf die unterschiedlichste Weise kommunizieren, diese wäre weitaus amüsanter für mich als Leser und würde den Unmut gezielter auf gewisse Ideologien lenken :D.
Der Artikel würde dann folgendermaßen beginnen:
;)
@schwitzig
Du verwechselst das Leben mit einem Ponyhof.
Wozu haben wir die Sprache? Wenn wir das selbe Wort für zwei Dinge verwenden, dann setzen wir sie auf eine Stufe. Ich denke eben nicht, dass man Taten, die Schäden an Psyche oder Körper verursachen, mit Taten, die einen traurig, wütend, ängstlich machen, auf eine Stufe stellen sollte.
Der Verlust eines Gegenstandes aus Deinem Besitz wird Dich wohl kaum psychisch schädigen.
@Schwitzig
Ich weiß – aber laut AGB speichtert Strato, bei denen der SF über einen gemieteten Server von den Freunden vom Ciez gehostet ist, nicht. Ob das stimmt? Ich kann es Dir auch nicht sagen.
Kann man machen – aber so “staatszersetzend” bin ich dann wohl doch nicht ;-)
Denke ich auch
Ich bin ja auch “Verfassungspatriot” ;-)
Da könnte sich das politische Berlin wohl eine Scheibe abschneiden ;-)
Lass mal, ich bin mit meiner Niedersächsin sehr zufrieden ;-)
@memoon
Da besteht kein Denkfehler – natürlich ist das Gewalt, aber das bestreite ich doch auch nirgends. Ich bestreite lediglich, dass das Anzünden von Autos (ich habe gelernt ;-)) eine adäquate Reaktion auf derlei rechtlich abgesicherte Gewalt ist.
Das ist richtig – Das Recht ist nicht immer moralisch richtig, aber das wäre eine lange Diskussion, die hier m.E. auch nicht zielführend wäre. Der Umkehrschluss, dass Unrecht (das Anzünden von Autos) moralisch richtig oder falsch sei, ist hier das Thema.
Jo mei – aber “Ihr” seit doch auch keine Kinder von Traurigkeit ;-)
@schwitzig
Wird nichts ändern: Zustimmung. In diesem Zusammenhang auch sinnlos und falsch.
Das liegt aber meiner Meinung nach an der fehlenden Fundierung der Kritik (wurde hier auch schon erwähnt). Zum einen betrachten sich viele Menschen, die so etwas tun, nicht als Teil der Gesellschaft, können sie auch nicht ändern. Zum anderen sieht man in dieser Diskussion ganz schön, dass diese Form von Protest, oder was es auch immer genau sei, nicht mal verstanden wird. Ein politischer Blindgänger.
@memoon
Öh -nö :-). Ich war lange als Musiker unterwegs und bin auch heute noch aktiv – das ist alles, aber mit sicherheit kein Ponyhof :-).
Moment … (wedel wie ein Erstklässler mit dem Arm, wedel, wedel …), ich hab’s! Damit wir keine Autos anzünden müssen?
Nein.
Also “traurig, wütend, ängstlich” ist kein Schaden an der Psyche? Abgesehen davon ist Gewalt keine digitale 0 oder 1-Klamotte, sondern mitunter eine sehr subjektive in viele Abstufungen zerfallende Erfahrung.
Doch, tut er. Und das ist ja auch die Absicht, die hinter dem Abbrennen eines autos steckt. Oder wollten die Zündler sich nur mal aufwärmen?
Ich muss sagen, dass ich mich an einigen Stellen des Artikels ertappt gefühlt habe, denn wie es der Zufall so will, komme ich aus gutem Hause und ich bin so ehrlich zu sagen, dass ich es genau wie es der SF beschrieben hat, gut finde, dass in Deutschland etwas passiert. Ich hätte es wohl mit genau diesen Worten ausgedrückt. Unnötig zu sagen, dass ich Gewalt ablehne und selbst niemals so etwas tun würde.
Durch puren Zufall habe ich auch mal gesehen, wie ein Auto demoliert worden ist, als ich meinen Freund, der im Osten studiert besucht habe. Ich habe lange überlegt, warum mein Rechtsempfinden durch diesen Vorfall nicht gestört war.
Hier meine, für mich selbst unbequeme erklärung:
Ich bin zufällig durch meinen Freundeskreis links geprägt. Informiere mich auf linken Blogs und lese globalisierungskritische Bücher. Gleichzeitig erinnert mich meine durch und durch bürgerliche Familie auch ständig daran, wie schön die Vorzüge unserer Gesellschaft sind, wenn man auf der Sonnenseite der selbigen lebt. Ich stehe also in einem inneren Konflikt zwischen meiner Moral und meinem Egoismus. Ich denke mir das man eigentlich etwas tun sollte, weil der jetzige Zustand nicht gerecht ist. Und ich sehe auch (wohl wie jeder Mensch der die Gesellschaft in irgendeine Richtung verändern will) das es sehr sehr aussichtslos scheint. Ich lebe also so vor mich hin und gebe, getrieben von meinem schlechten Gewissen, dem Obdachlosen am Bahnhof morgens einen Euro oder eine Kippe. Lebe allerdings mit dem schlechten Gewissen, auf Kosten anderer reich zu sein, bin andererseits auch nicht konsequent genug darauf zu verzichten. Hätte ich meinen bürgerlichen Hintergrund nicht wäre es durchaus möglich das ich mich anders verhalten würde.
Wenn jetzt Autos brennen, lindern sie damit mein schlechtes Gewissen und nehmen mir gleichzeitig die Aufgabe etwas zu tun. Es beruhigt quasi mein linkes Gewissen. Ich weiß nicht ob es anderen genauso geht, wenn sie genau darüber nachdenken.
Objektiv betrachtet weiß ich das Gewalt zu verurteilen ist . Deswegen stimme ich dem Artikel des SF auch wenn es mir widerstrebt in seiner Aussage zu, weil diese absolut richtig ist. Der Alternativweg mit rundem Tisch, etc. ist zwar wenig befriedigend und auch der Ton des Artikels gefällt mir nicht, was allerdings nichts daran ändert das der SF recht hat.
@schwitzig
Warum antwortest Du dann?
Dein Weltbild scheint ganz einfach gestrickt zu sein:
Weil es einen “Fall Zumwinkel” gab sind alle anderen ebenfalls “Zumwinkels”.
Schade, ein sehr, sehr schlechter Beitrag. Der schlechteste, den ich bislang von Herrn Berger gelesen habe. Sonst lese ich viele seiner Beiträge gern.
Das Thema der “Autoverbrenner” mal vernünftig anzugehen, wäre es wert gewesen. Hat bislang noch keineR. Leider sind Affekte und Reflexe, die sich gegen den Geisteszustand ?linksautonomer? Kreise richten, hierzulande bedauerlicher Standard und so augenscheinlich auch bei dem Herrn Berger. Infolgedessen findet eine Auseinandersetzung mit dem Thema gar nicht wirklich statt und lässt ein solches Gesinnungspamphlet ausreichen:
Schließlich ist man selbst schon einmal auf der Straße – als man vor Jahren einmal in Berlin lebte – von szenenahen Gestalten wegen seines Vehikels – des Öfteren sogar!- als Bonze angepault worden. Und das, obwohl der fahrbare Untersatz (Toyota) nicht nur 15 Jahre alt, sondern lediglich einen Marktwert einer Warmmiete entsprechend besaß. Wenngleich man sehr wohl von diesen ominösen szenenahen Bübchen in der Berliner Wohnstraße des jungen Herrn Berger auf die gesamte, ausgesprochen hetereogene linksradikale und -autonome Szene Deutschlands schließen dürfe, dürfe man der Szene deswegen aber noch lange nicht gram sein, denn herrsche dort bei allen, jeder/m und sowieso die bloße Vorstellung, ein Auto zu besitzen, entspräche bourgeoiser Dekadenz oder sei gar ?faschistisch?. Denn im Gegensatz zum dem eigenen Befinden nach offenbar hochintelligenten Autor – das scheint er sich selbst durch den vorliegenden (tatsächlich wenig reflektierten, fakten und – gedankenarmen, eher meinungsschwangeren) Beitrag bewiesen zu haben -, ?Linksautonome? haben es nicht so sehr mit den Fremdwörtern.
Danken wir nicht dem Herrgott, sondern irgendwem anders: es gibt sie ja noch, jenseits des Linksradikalen, woanders, diese Intelligenzia, bspw. beim Spiegelfechter, wo Herr Berger von oben alles so schön beleuchten mag und sich bei dieser Schreibe gar nicht komisch vorkommt.
@ 66/67
Wir werden mal sehen, wer sich dann am falschen Ende der Gewehre wiederfinden wird ;- )
Hi Frank im Übrigen
@ diverse
Lustig, wie einige Leute hier munter “Gewalt” umdefinieren, um sich ihr Weltbild zurechtzuzimmern.
Es ist ja nicht so, dass mir die Typen in ihren “Bonzenkarren” besonders sympathisch wären. Aber ich gestehe jedem Menschen die gleichen Rechte zu. Darunter fällt auch das Recht darauf, dass die eigenen Güter nicht aus Rache einer durch Fremde an Fremden verübten “Gewalttat” zerstört werden.
Das mag als Ventil zum Frust ablassen geeignet sein, letztlich stabilisiert es aber doch das von euch kritisierte “System”.
Und das einige im Staate es mit der Rechtsstaatlichkeit nicht immer so genau nehmen, da gebe ich u.a. schwitzig gerne recht. Das die Anschläge größtenteils vom Staat verübt worden sein sollen, diese Behauptung harrt hingegen noch eines Beweises. Und nein, was bis jetzt hier kam ist nicht mal eine Entschuldigung für einen Beweis.
@ SF
Den Notstand habe ich bewußt mal rausgelassen. Einige Leute scheinen die pure Existenz eines Rechts auf Notwehr gegen staatliche Aktionen sehr weit zu fassen. Und selbst wenn, dann würde das, wie schon von Dir erwähnt, einfach nicht in die Anschläge passen.
So, und jetzt gehe ich Essen (Kässpätzle)
Mahlzeit
Intelligenz ist jedem Menschen gegeben!
Wenn aber Systeme derart korrupt werden, dass wie in den Menschenrechten festgelegtes keine Gültigkeit mehr besitzt, Überwachungswahn… derart überhand nimmt, Chemtrailer Tag und Nacht uns besprühen…. Wenn Bankster durch TerrorStaaten wie die USA etc die Welt unterjochen. Satanisten ihre giftige Genpflanzen Saat über die Welt bringen. Wenn das alles so ist, braucht sich keiner mehr wundern, wenn durch UNWISSEN der HASS die GIER bekämpft.
Autos als kleine MAHNFackeln für den Tatbestand dass hier unseren Kindern die Zukunft genommen wird. DAS IST EIN VERBRECHEN!
@Max Krapp
Das habe ich auch nicht behauptet. Ich will mich nicht auf Prozentzahlen festlegen, aber die “mg”-Story stinkt schon ganz schön und eine Let-it-happen-Strategie wurde in Deutschland schon öfters praktiziert.
Genau wie bei 9/11 sind die Aktionen und die Ausführenden dieser in meinen Augen eher unwichtig – wichtig, ist, wie sie verwertet werden.
Geht man davon aus, dass die Vandalismusfälle in erster Linie von Privatpersonen ausgeführt wurden, ist die Steigerungsrate ein eindeutiges Indiz, dass unsere “Demokratie” versagt und der Staat seine Aufgaben nicht mehr zufriedenstellend erfüllt – andernfalls gäbe es nicht so viele Unzufriedene.
Die Brandstiftungen sind ein Symptom, nicht die Ursache!
Repression, stärkere Strafen, Hasspredigten gegen “linksautonome Chaoten” stehen analog zu Aspirin bei Krebs. Sie lindern vielleicht kurzzeitig die Symptome, aber schlimmer wird es dennoch. Und in Deutschland scheint die einzig präferierte Methode nur noch Verstärkung der Repression, stärkere Strafen und Verteufelung der “linksautonomen Szene” zu sein, während hingegen rechte Gruppierungen weitestgehend unbehelligt agieren dürfen.
Wenn man in den Wald hineinruft, kriegt man meistens eine Antwort. Wenn die nicht gefällt, hat man vielleicht das Falsche in den Wald gerufen.
mir sympathische gesellschaftliche Veränderungen gehen halt nicht von diesen Berufs-Protestlern aus.
Hab festgestellt, das aussergewöhnlich intelligente Unternehmen Fahradständer haben. Bin irgendwie seit meiner Kindheit leider kein Freund von Radfahren. Geh aber öfters zu Fuß zur Arbeit. Kundentermine nehme ich meist mit Bahn / ÖNVP wahr. Ein Firmenwagen könnt ich einfordern. Allerdings verliere ich wg. Selbstbeteiligung dadurch eher Geld als wenn ich weiter meinem grundsoliden Toyota nutze.
Als ich mir letztens im Parkhaus eine Beule in den Kotflügel gefahen hab, ärgerte ich mich zunächst… Dann erinnerte ich mich daran, dass der VW Käfer meiner Eltern Anfang der 70er voller Beulen war. So schnell rostet das Blech nicht. Im Selbstversuch ist das auch nach 6 Monaten nicht durch.
Brauch das Auto aber noch, um a) ins Fitnesstudio zu kommen und b) für Transporte. Als Familie mit Kindern sieht das natürlich anders aus.
Wenn ich dann mal 1 mal im Monat bei der Tanke vorbeifahre, bekomme ich Magengrimmen wegen dem Geld das da wieder mir unsympathischen Regimes zufließt.
Am besten wär ein 70 km schnelles Elektro-Gefährt.
?Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein?
(by Filbinger)
pisswetter
Ach, wirklich? Dir auch?
Schade das einfach niemand aus der Geschichte lernen will.
Der Artikel hat einige der Kernaspekte der “linken Gewaltbereitschaft” trotzdem sehr treffend beleuchtet.
Und warum so viele Menschen so viel Spaß am Erbsenzählen haben versteh ich auch nicht.
Ich weiss nur das SS-kaliert wenn man nicht aufpasst, und das gilt für beide Seiten.
113 schwitzig
“…ist die Steigerungsrate ein eindeutiges Indiz, dass unsere ?Demokratie? versagt und der Staat seine Aufgaben nicht mehr zufriedenstellend erfüllt ? andernfalls gäbe es nicht so viele Unzufriedene.”
Na, diese Beweisführung ist doch ziemlich flach. Wenn es denn so wäre, wäre es ja so, daß der Staat in Nordkorea seine Aufgaben zufriedenstellend erfüllt….
Oder hat man von dort schon was über abgefackelte Autos gehört?
wollecarlos
Was hat eine Steigerungsrate der Gewalt- und Vandalismusverbrechen in Berlin bitte mit Nordkorea zu tun? Nichts, richtig.
@ schwitzig
Sorry, mein Fehler. Mir ist klar, dass Sie sowas nicht behauptet haben. Meinte auch andere damit. Ansonsten kann ich den Rest von 113 getrost unterschreiben.
Der letzte Absatz ist aber doppeldeutig. Auch die Demonstranten rufen ja in den Wald rein. Entsprechende Reaktionen lassen auch nicht auf sich warten.
@ alle, die Gewalt hier ja scheinbar akzeptabel finden:
Habt Ihr wirklich schon alle anderen Mittel zur Änderung der Verhältnisse ausprobiert?
Oder ist nicht die Änderung der Verhältnisse sondern die Gewalt an sich das Ziel der ausgeübten Gewalttätigkeiten.
@ Pisswetter
Die Chemtrails sind bei Ihnen scheinbar recht häufig…
Oder kriegen Sie auch Soße fürs Gehirn?
@Max Krapp 120
Selbstverständlich ist eine Gewaltspirale eine bidirektionale Sache. Ich will es mal so ausdrücken: Die Bediensteten in einem Staatsgebilde sollten die Ausbildung dazu haben, eben nicht bei Gewaltspiralen mitzuwirken, sondern deeskalierend steuernd zu arbeiten.
Ein gutes Beispiel sind z.B. Demonstrationen: Gerade die Berliner Schlägertruppe der Polizei hat auch bei vielen anderen Polizisten einen denkbar schlechten Ruf als Schläger und Eskalationstruppe. Andere Städte geben da bedeutend bessere Beispiele mit bedeutend besseren Ergebnissen ab und das, obwohl sie nicht annähernd so brutal wie die Berliner Schlägertruppe vorgehen.
Zusammenfassung: Staatskräfte müssen über Fehden stehen und den Rechtsstaat verteidigen.
“Zusammenfassung: Staatskräfte müssen über Fehden stehen und den Rechtsstaat verteidigen.”
Das wäre wünschenswert, ist aber leider unwahrscheinlich. Die Berliner- Prügeleinheit hat, wie andere solche Einheiten, eine lange Tradition und, gerade dadurch, dass sie sich am rechtlichen Rand und auch darüber bewegen, einen starken Korpsgeist.
Natürlich sind hohe Anforderungen an die Ausbildung der Ausübenden staatlicher Gewalt zu stellen (Eine der Bedingungen für das staatliche Gewaltmonopol).
Dennoch sollten sich die Anzünder fragen, inwieweit es vertretbar ist, auf Gesetzen/Polizisten herumzutrampeln, nur um dann bei den zu erwarteten Polizeibrutalitäten plötzlich Opfer sein zu wollen.
Diese Gewalttätigkeit gewisser Einheiten kommt nicht von alleine und auch nicht von Heute auf Morgen. Es ist ein Versagen der Verantwortlichen Leiter, wie auch die Schuld der Extremisten.
Polizeigewalt, kann, wenn sie unangemessen und unangebracht ist, nicht gerechtfertigt werden.
Wer aber selber Gewalt zur Durchsetzung seiner “politischen Ziele” (oder zum Streßabbau) verwendet, der muss sich nicht wundern, wenn er seine Gegner wie auch das gesellschaftliche Klima brutalisiert.
Wer mit dem Schwerte lebt, wird durch das Schwerte umkommen. Ich finde es immer wieder lustig, wie gerade manche Linke mehr oder weniger offen zur Gewalt aufrufen, Gewalt durch Polizisten (oder durch die Gesellschaft, wenn man das Gewalt nennen will) anprangern.
Das eine gibts nicht ohne das andere. Die Prügeltruppen und die Aufhetzer im Hintergrund bei beiden Seiten bedingen sich gegenseitig. Sie sind ein in sich geschlossenes System.
Von mir aus können die Leute auch gerne ihre Hormone so abbauen. Leider werden immer wieder Aussenstehende mitreingezogen. Von der Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas will ich gar nicht reden.
Zusammenfassung:
Wer austeilt, muss auch einstecken. Selbstgerechtigkeit ist kein angemessene Argumentation.
intressante diskussion…
bin irgendwie hin und hergerissen, einerseits verabscheue ich gewalt, andererseits kann man dieses land nicht mehr rechtstaatlich nennen…
und es ist nun mal ein naturgesetz, das gewalt gegengewalt erzeugt, ob gerechtfertigt oder nicht…
daher danke für die vielen kommentare, besonders
29 ein gast und 112 pisswetter und
108 freshd hat den nagel auf den kopf getroffen…
ps: und das alles ohne den blogtroll, da wird mir warm ums herzele…
schwitzig, Du bist ja -nicht nur in diesem Blog- als streng logisch und wissenschaftlich denkender Mensch bekannt. Und nun das! Du verkaufst Dich unter Wert!
Dabei weißt Du ganz genau, daß man Thesen, die man aufstellt erst durch Diskussion erhärten kann und erst, wenn alle möglichen Szenen mit einer These stimmig durchgespielt sind, kann man sich beruhigt zurücklehnen!
So schreibst Du
Darauf meine Rückfrage:
Deine “Replik”:
“Was hat eine Steigerungsrate der Gewalt- und Vandalismusverbrechen in Berlin bitte mit Nordkorea zu tun?”
Damit hast Du Dich (Deine “Intellektualität”) verraten. Wer so etwas antwortet, kann nicht ernst genommen werden. Der will nur Radau machen und sich selbst beweihräuchern. Aber das kennt man ja hinreichend. Von Dir.
Während ich so las dachte ich mir ich könnte ach mal meinen Senf dazugeben. Doch dann kam freshd(108).
Das hätte mein Kommentar sein können. Ich sehe das in allen Punkten gleich.
Ich wohne in einem eher gehobenen Stadtteil von Berlin. Auf der einen Seite denke ich ich hätte etwas gutes für die Welt getan wenn ich einem Obdachlosen eine Hand voll Kleingelt gebe oder den “Strassenfeger” in der S-bahn kaufe.
Aber trotzdem sehe ich mich in der Pflicht etwas zu tun. Und wenn irgendwo ein Porsche brennt lindert dies mein schlechtes Gewissen selber eine relativ große Wohnung für mich alleine zu besitzen, einen guten Arbeitsplatz zu haben. Aber es treibt ich auch an. Ich sehe: dort draußen gibt es welche die bereit sind mehr als eine Petition zu unterschreiben.
Eigentlich bin ich hin und her gerissen. Mein Umfeld spricht bei linken sofort von Chaoten die besoffen Autos anzünden und auch einige aus dem Linken Spektrum kritisieren die Zündler scharf.
Ich finde man sollte das so sehen: Solange keine Menschen in Gefahr sind, ist es zwar höchst illegal Autos anzuzünden, dies hat einen aber wenig zu interessieren, denn man will ja ein anderes System und in den meisten Fällen gibt es in diesem System kein recht auf Eigentum. Wer also für sein System kämpft tut dieses selbstverständlich nach seinen Regeln und die sind bei linken u.a. dass keine Menschen in Gefahr seinen dürfen.
Warum wird nicht über z.B. Unfälle berichtet? Ich kenne keine Zahlen aber ich bin mir sicher in Deutschland sind um ein vielfaches mehr Autos verschrottet worden weil die Fahrer betrunken waren und Unfälle bauten. Die Antwort ist: Weil der Staat weiter an der macht bleiben möchte und so Gründe sucht gegen seine Gegner zu hetzen.
125 thortuna
Du hast einen Buchstaben vergessen, als Du schriebst
Du wolltest sicherlich schreiben
Oder geht Deine Leidensfähigkeit nicht soweit?
ach wollecarlos, du lebst wohl auch in einer scheinwelt bzw. vertrittst den blogtroll…
genau solche kommentare, nur um einiges länger, hätte ich von diesem stefanp erwartet.
alle verschwörungstheorien sind dummfug, nur weil einige deiner hirnsynapsen nicht richtig funktionieren…
will nicht mehr alles zuvor gesagte wiederholen, aber erkläre mal das mit der schweinegrippe oder nun mit dem angeblichen terroristen, der sowas von aber passend und dilettantisch daherkam…
oder nun, das es plötzlich keine steueroasen mehr giebt…
viel glück in deiner schönen heilen welt, aber ich gehe inzwischen von allem und jedem, was die herrschende klasse veranstaltet, von einer vt aus…
127 titus
So’n nettes und kluges Kerlchen, wie Du, wird mir ja erklären können, was ein/eine “vt” ist.
Sei doch so nett.
Ich revanchiere mich damit, daß ich Dir erkläre, “gibt” wir giebt. Aber das macht nichts, das passiert eben, wenn die dafür zuständigen Synapsen nicht mehr richtig arbeiten. Denn für einen einfachen Tippfehler liegen die Buch-Staben “i” und “e” zuweit auseinander.
Und: Vielen Dank für Deine netten Wünsche im letzten Absatz!
hehe, VT steht doch bekanntermaßen für VorenTroll! titus geht allerdings von einer vt, also einer weiblichen Vorentrollin aus. Dabei ist das hier garkein Vorum sondern ein Plog.
@SF: Wohl zu Viel BILD und B.Z. gelesen, wa?
Eigentlich bestechen deine Artikel ja oftmals durch gute Hintergrundrecherche…. aber diesmal…. Würde wirklich gerne wissen, welche Quellen du außer den oben genannten Zeitungungen (die es anscheinend geschafft haben, dich mit ihren Pseudoterror-Gequasel und den platten “Analysen” anzustecken) und einen kleinen taz-artikel (das zugegebenermaßen nicht sehr bestechende Interview mit einem angelblichen zündler) du herangezogen hast?
…. es sinkt: das niveau…. aber bis ins bodenlose (sehr schade)
125 thortuna
Du hast einen Buchstaben vergessen, als Du schriebst
Du wolltest sicherlich schreiben
Oder geht Deine Leidensfähigkeit nicht soweit?
@Jens http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1554/die-brennenden-autos-von-berlin#comment-56192
Leider gelingt es mir nicht mit meinen Erläuterungen zu Gewalteinsatz, Machtverhältnissen im Gesamtgesellschaftlichen Sinne den Spagat zu Folgen für die Konfliktenpotentiale im Individualpsychologischen Rahmen zu schaffen.
Ich rede nicht von einer berechtigten Notwehr, sondern eher von Reaktionen der Ohnmächtigen auf (Macht)Verhältnisse und erlittenes Leid, durch potentere Zeitgenossen. Einer Reaktion die, die erfolgen wird, früher oder später immer wenn der vermeintliche Leidensdruck der Verlierer steigt.
Dabei stelle ich die Frage der moralischen Legitimation der Gewalt auf beiden Seiten. Wenn der Staat das Gewaltmonopol hat, dann ist Anwender von Gewalt. Das heißt: Er kann nicht ohne zu heucheln die Gewalt verurteilen, die “Aufständische” anwenden, das wird aber immer wieder getan. Auch der spießige Bürger, der sich meilenweit von jeder Gewaltanwendung distanzieren will, verzichtet nicht auf sie. Er verzichtet i.d.R. nur auf direkte körperliche Gewalt, alle anderen Formen werden hierzulande nur zu gerne genommen und bereits in der Jugend zwangsweise erlernt.
Mein Ansinnen war die moralische Verurteilung von Gewaltanwendung zu hinterfragen und anhand von Beispielen zu erläutern wieso ich dies so anführe.
Der zweite Punkt erklärte wieso dies sogar eine Provokation darstellt, und warum die Gewalt eben von beiden Seiten ausgeht und eigentlich keiner ein moralisches! Recht für sich in Anspruch nehmen kann, den anderen für seine Gewaltanwendung zu verurteilen. Rechtlich gesehen liegt der Fall anders. Rechtssprechung hat nichts mit Moral zu tun.
Der Meinungsaustausch per Kommentarfunktion funktioniert für mich wohl nicht gut :-( Werde mich wohl wieder auf Kritik zum Artikel beschränken, danke für den Austausch
MFG
Danke für diesen Artikel, dem ich voll zustimme. Ich bin neulich eher zufällig auf der Webseite von taz.de gelandet und fand dort gleich zwei ‘Artikel’, die quasi für Verständnis für das Anzünden von Autos warben. Derartig flachen, peinlichen Klienteljournalismus hätte ich dort so nicht erwartet. Der Horizont zwischen den Zeilen bewegte sich auf dem Niveau von ‘Auto gleich Geld gleich Fascho gleich darf-man-plattmachen gleich ist-aktive-politische-Kritik gleich so-wird-das-System-besser’. Schlichtdenker gibt es links wie rechts.
In den Zeiten, wo der bürgerliche Staat einseitig auf der Linie der Kapitaleliten steht, wo durch PPP Projekte und der vollständigen Privatisierung der Wohnungsgesellschaften keine soziale Wohnungspolitik mehr möglich ist, ist jedes öffentlich bekannte Krisengebietsimage und jede abgebrannte Bonzenkarre eine andere Form aktiver sozialer Wohnungspolitik für die schwächsten der Schwächsten, die eine Aufwertung und eine Vertreibung aus den Wohnbezirken behindert und verhindert.
Die Versicherungen taxieren dieses Krisengebietsimage auch finanziell, und die Vollkaskoversicherung der Autos deckt, entgegen der Behauptung von SF diese Form der Versicherungsschäden durch Vanadalismus eben nicht vollständig ab.
Eigentlich dachte ich, die “Wagensportliga” hätte sich Anfang der neunziger verabschiedet, ich bin immer wieder überascht, zum Teil jedoch.
Die Linke ist an sich so dermaßen mit Diskussionen beschäftigt, seit Mitte der Neunziger, das es mich überascht, dass die noch etwas gebacken kriegen. Ich denke eher an Einzeltäter ohne großartigen Hintergrund – in den Diskussionen des linken Sprekrums wird sich schon lange gegen Gewaltexzessen ausgesprochen, meine ich, und das fing nach den Hakenkralle gegen die DB an.
RAF hat sich erledigt und wird auch nicht mehr kommen in den Diskussionen der Rad* war ganz klar eine Stellung zu erkennen, das sich die RAF klar erledigt hat. Die RZ dürften auch langsam im Ruhestand gehen.
Es gilt: Zu gut ist die Linke Szene vom VS unterwandert, seit Ende der Achziger, und die Schlagkraft der Linken lang vereitelt, zu dem auch die Studenten/Innen kaum noch Zeit für solche Spielereien haben dürften. Gut 70% der Linken waren gewiss Töchter und Söhne der Bourgeoise, auch wenn nicht darüber gesprochen wurde.
Ich schätze, dass die Brandanschläge eher ein Mittel sind, um der Menschen in den mittleren und leicht gehobenen Geschellschaftsschichten Angst zu machen, um weitere Demokratische Grundrechte abzubauen, was jedoch von mir nicht mit Beweisen unterlegt werden kann, leider. Bewiese dafür zu sammeln, tja, wer hat schon Lust und Zeit für solche spinnerten Ideen? Da muss dann lieber das linke Spektrum herhalten, dem glaubt eh keiner mehr.
Freundschaft!
@ Max Krapp, #111:
“Hi” zurück :-) Wolltest Du mir nicht seit Sommer eine Antwortmail senden? Jedenfalls scheinst Du so schlaflos wie eh und je …
Meine Mailaddy hast Du jedenfalls ;-)
BG
Frank
@ Martin, #135:
Dein Gruß zum Schluß gefällt mir ausnehmend gut!
Nun, was die diskussionsbehaftete organisierte(!) Linke anbetrifft, hast Du leider wohl recht, aber ich treffe zunehmend auf eine neue, undogmatische Linke, die durchaus “aktionsfreudig” ist, womit nicht irgendeine Form gewaltsamer Aktion gemeint ist! Wir haben es nur alle langsam satt und versuchen, uns zu organisieren und kreativ dagegen anzugehen. Schreiben und Aktionen im Netz sind eines, Aktionen auf der Straße werden hoffentlich bald folgen. Es gibt viel zu tun …
BG
Frank
@ name, #134:
Die Diskussion finde ich müssig, da das Anzünden von Autos nichts bringt – zumindest in diesem Kontext. Da wäre es imo besser, Du und Deinesgleichen bringen sich ernsthaft in die entstehende Debatte ein und arbeiten konstruktiv mit. Wir wollen was verändern, weil es uns eben längst klar ist, daß eine Veränderung notwendig ist und wir benötigen dafür alle Kräfte. Drei Dekaden Thatcherismus sind einfach genug!
Und für alle, die sich noch ihren Sinn für Humor und Musik bewahrt haben, ein Edelstein aus den Frühtagen des Punkrocks:
BG
Frank
“statt des Lidls gibt es nun einen sauteuren Ökoladen”
Erstaunlich! Also Stasi-Ausbeuter-Discounter sind jetzt auch schon Gentrifizierungsopfer? Schlimm, schlimm das Ganze.
eigentlich ist der artikel als solcher meiner meinung nach keinen kommentar wert, aber anscheinend beschäftigt das thema mehr leute als gedacht und ich bin gerade gut drauf also:
@spiegelfechter: was geht dich das ganze thema eigentlich an? kriegste geld dafür solche artikel und kommentare zu schreiben? könnte man meinen.
ich kann jedenfalls kotzen wenn zum xten in irgendein deutscher (a, b, c)-blogger, neben kontextbasierter werbung für toyota-kleinwagen und körperfettreduktion (bauchweg in drei tagen) über das autoabfackel-syndrom schwadroniert, dabei vergleiche von linksextremismus mit sa-horden zieht und pseudo-philosophisches in die tastatur klimpert. zum gewaltbegriff könnt ihr toyotafahrer und künstlichen aufreger allesamt nachsitzen, den begriff mal ordentlich nachschlagen, über eure kommentare lesen und euch ein paar gedanken machen, warum sätze wie “ich lehne jede form von gewalt ab” gewäsch sind.
meine ganz persönliche meinung ist übrigens folgende: autos anzünden legitimiert sich schon allein durch langeweile, da muss mensch nicht drüber diskutieren und schon gar nicht mit “bloggern” die mit wagenknecht-büchern werben, gewaltfreiheit/dialog predigen und das leben anderer als “verkorkst” bezeichnen (erzähl mir bitte nix von deiner vorstellung von eines nicht verkorksten lebens, danke!).
Interessant: Einige Leute scheinen auf einen Angriff auf ihr Hobby ähnlich stinkig zu reagieren wie der Spiegelfechter auf einen Angriff auf das Rauchen. Naja, hat ja beides mit Feuer und Schädigung des Volkskörpers zu tun …
@Björn
Es handelt sich um Gentrifizierung, darauf können wir uns doch sicher einigen, oder? Dass alle “Opfer” ebendieser frei von jeglicher Schuld seien bzw. die G. als solche per se und in jeder Hinsicht schlimm, hat niemand, oder zumindest der SF nicht behauptet, soweit ich weiß.
@SF
Offenbar musst du etwas eindimensionaler denken und schreiben. Du verwendest zu viele Zwischentöne.
@Lago
Ach lass mal – solche Kommentare bestätigen meine Meinung nur ;-)
Verdammt, spät zur Party, aber dennoch:
Schwacher, dümmlicher Artikel, Spiegelfechter. Weil du schwadronierst und bei deinen Erklärungen nicht weiterkommst als die heimelige Geschichte von Ali Autoanzünder und den 12 Linken. Deinen Toyota natürlich nicht zu vergessen, den dir irgendwelche Kreuzberger Kinder madig machen wollten. Schröcklich! Gut, dass es das in Niedersachsen nicht gibt. Außer Traktoren und plattem Land gibt’s dort eh nicht viel, was man anzünden könnte, aber immerhin.
Gentrifizierung ist ein reales Thema und zwar nicht nur für irgendwelche Töchter und Söhne aus besserem Hause, die von Schwabistan insch coole Berlin gezogen sind, um dort Soziologie zu studieren und dann gegen den neuen Hausbesitzer aus Stuttgart zu protestieren. Berlin kämpft heute gegen das, was in Städten wie München, Stuttgart, Hamburg schon vor Jahrzehnten passiert ist. Ob man dazu Autos anzünden muss, ist in der Tat fragwürdig. Den Weg, den du dir brav staatsbürgerlich vorstellst, mit Eingaben, Petitionen, runden Tischen (!) ist jedoch nicht mal mehr naiv zu nennen. Eine gute Bekannte von mir aus München hat sich gerade ein 20-Parteien Mietshaus in Berlin gekauft, in dem heute arme Menschen leben. Jetzt darfst du raten, was mit denjenigen passiert und wie viele runde Tische mit Kaffee und Kuchen wohl benötigt werden, damit nicht die ganze Belegschaft achtkantig rausfliegt. Das ist die Realität.
Bis auf den latenten Anti-Schwaben-Rassismus (alles nur Neid) finde ich den Artikel ganz gut. Warum immer gleich so hitzköpfig, nur weil man keinen Molli gegen das Blog werfen kann? Anarchie ist letztlich Faustrecht, welcher zivilisierte Mensch will das? Die die sich einbilden, dann mehr Macht zu haben als im Moment? Alle sollten froh sein, dass wir noch keine französischen Verhältnisse haben.
Bei Wikipedia findet man zum Thema Gentrifizierung diese Beschreibung:
Auch das sollte bedacht werden, die die da jetzt mit Gewalt ihr Revier verteidigen, hatten meist auch ihre Vorgänger und diese hatten womöglich noch einen anderen Lebensstil.
@Ein Gast :
Das was der gemeine Berliner mit “Schwabe” meint als multilingual zu bezeichnen, ist schon vermessen. Dieses “Gesocks” kann i.A. nicht mal richtig Deutsch ;-)
Mit “Schwabe” meint der Berliner die Mutti- und Papi finanzierten 20-40 jährigen durchgestylten Landpomeranzen und ihre männlichen Begleiterscheinungen, die voll hip in Berlin angekommen sind und sich über die lauten Nachbarn, den Straßenverkehr und die pösen Fahrradfahrer aufregen. Insofern ist “Schwabe” weniger von der Herkunft abhängig :-D
Im Grunde ist Berlin doch immer noch ein Dorf, mit eben den Begleiterscheinungen eines Dorfes, vor allem Abneigung gegen Zugereiste ;-)
Unwichtig zu erwähnen, dass ich als Urberliner diese Abneigung natürlich aus tiefstem Herzen teile :-P
Hallo Jens,
unabhängig von den 146 Kommentaren bis hier her (Ich habe sie natürlich nicht alle gelesen), wollte ich eigentlich nur zu einem Punkt ganz am Anfang Stellung nehmen. Ich finde die Aussage, nach welcher Suchmaschinenbenutzer kein erstrebenswertes Publikum sind, zu allgemein. Ich lese deinen Blog seit Jahren und habe ihn sogar Verwandten empfohlen, bin allerdings auch meist zu faul die gesamte Internetadresse einzugeben und gelange somit auf deinen Blog fast aussließlich über Google. Ich bin kein Freund ellenlanger Lesezeichenleisten und somit ist eine Suchmaschine oft einfach der schnellste Weg. Dies soll aber kein Parteinahme pro Suchmaschinen sein (Der Ironie hier eine Google-Mail Adresse angegeben zu haben, bin ich mir durchaus bewusst).
Ich weiß natürlich auch, dass es in diesem Artikel nicht primär darum ging und kann da auch mit einem Lächeln drüber hinweg sehen, wollte aber nur anmerken, dass hinter manch Ungeliebten, durchaus positives stecken kann.
Mit freundlichen Grüßen
Robert
Beispiel: Brennendes SUV und drei weitere Familien-Autos
townhouses.wordpress.com … tiefgarage-pluspunkt-der-townhouses-in-berlin-mitte/
Weitere Auswirkungen sind natürlich auch steigende Preise für das Mieten der Tiefgarage oder gar den Kauf. Steigende Preise können sich vielleicht dann nur Besitzer von Mercedes & Co. leisten.
Zum Schluss sind dann nur noch alte “Familienkutschen” zum Abfackeln da. Dann steigen Versicherungsgebühren in diesen Klassen für Berlin.