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	<title>Kommentare zu: Systemverdrossenheit</title>
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		<title>Von: zenblé</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2675</link>
		<dc:creator>zenblé</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2007 18:45:45 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;strong&gt;Lust auf mehr - Politischer Blog-Karneval...&lt;/strong&gt;

Ich h&#228;tte nie gedacht, dass sich 56 Blogs am ersten politischen Blog-Karneval - organisiert vom onezblog - beteiligen. Die Beitr&#228;ge, jedenfalls alle die ich bisher gelesen habe, sind voller verschiedener Gesichtspunkte und Meinungen zum Thema...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lust auf mehr &#8211; Politischer Blog-Karneval&#8230;</strong></p>
<p>Ich h&#228;tte nie gedacht, dass sich 56 Blogs am ersten politischen Blog-Karneval &#8211; organisiert vom onezblog &#8211; beteiligen. Die Beitr&#228;ge, jedenfalls alle die ich bisher gelesen habe, sind voller verschiedener Gesichtspunkte und Meinungen zum Thema&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Nebenleben &#187; Blog Archiv &#187; Politischer Blog Karneval beendet</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2669</link>
		<dc:creator>Nebenleben &#187; Blog Archiv &#187; Politischer Blog Karneval beendet</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2007 13:31:58 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Systemverdrossenheit &#124; Spiegelfechter [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Systemverdrossenheit | Spiegelfechter [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Yoda&#8217;s Blog &#187; Blog Archive &#187; Der politische Blog-Karneval ist beendet</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2609</link>
		<dc:creator>Yoda&#8217;s Blog &#187; Blog Archive &#187; Der politische Blog-Karneval ist beendet</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jun 2007 10:33:45 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Systemverdrossenheit &#124; Spiegelfechter [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Systemverdrossenheit | Spiegelfechter [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: khh</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2528</link>
		<dc:creator>khh</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 06:57:38 +0000</pubDate>
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		<description>@ nurleute

Diesen Ausführungen hingegen kann ich nur zustimmen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ nurleute</p>
<p>Diesen Ausführungen hingegen kann ich nur zustimmen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Nurleute</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2527</link>
		<dc:creator>Nurleute</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 05:28:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit#comment-2527</guid>
		<description>@khh

Wenn Du Dritte-Welt-Länder meinst, darüber habe ich gerade erst geschrieben:
http://nurleute.blogspot.com/2007/06/subventionen-version-eu-teil-4.html

Um das klar zu sagen, ich habe nichts dagegen, dass die ihre Zölle anheben. Besonders weil die EU ihre Märkte ja auch mit Zöllen abschottet und zusätzlich Milliarden an Agrarsubventionen verteilt.

Denn die Bauern in Westafrika (z.B.) sind weit von einem fairen Wettbewerb entfernt. So kostet das europäische Milchpulver in den Läden in Burkina Faso nicht nur weniger als in Europa, sondern sogar weniger, als seine Herstellung gekostet hat. Trotz Transport, Zoll, etc.

Außerdem fehlt den Bauern in Westafrika der Zugang zum Kapitalmarkt. Frag mal einen Investor, warum er dort nicht investiert. Sind dort etwa keine interessanten Investitionsobjekte denkbar?

Das hat zum einen politische Gründe. Mohammad Yunus investiert mit seiner Grameen Bank nur in Länder in denen die juristischen Voraussetzungen gegeben sind. In anderen Ländern versucht er diese herzustellen.

Zum anderen hat das auch sicher mit Bildung zu tun. Man könnte also sagen, den Afrikanern fehlt der Zugang zu Bildung.

Das sind alles äußerst komplizierte Fragen. Solange man diese Dinge nicht langfristig lösen kann, werden viele kurzfristig angelegte Maßnahmen und die meiste Entwicklungshilfe wirkungslos verpuffen.

Mohammad Yunus ist weder neoliberal noch hat er zufällig eine gute Idee gehabt. Zum Thema Almosen sagte er:
&lt;blockquote&gt;
Wohltätigkeit, Almosen. Das führt dazu, dass man sich darin einnistet. Man verliert seine Initiative. Man kümmert sich einfach nicht mehr darum, nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Man verliert sozusagen wesentliche Kennzeichen des Menschseins. Und Kennzeichen des Menschseins ist es, dass man sich ständig um neue Möglichkeiten kümmert, dass man kämpft um neue Chancen. Jemand, der aber von den Wohltaten anderer lebt, verliert diese unternehmerische Grundhaltung. Deshalb sage ich, es ist besser Chancen zu eröffnen, statt die Leute einzulullen. Man muss sie dazu bringen, ihre Talente zu Nutze zu bringen.
&lt;/blockquote&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@khh</p>
<p>Wenn Du Dritte-Welt-Länder meinst, darüber habe ich gerade erst geschrieben:<br />
<a href="http://nurleute.blogspot.com/2007/06/subventionen-version-eu-teil-4.html" rel="nofollow"></a><a href='http://nurleute.blogspot.com/2007/06/subventionen-version-eu-teil-4.html'>http://nurleute.blogspot.com/2007/06/subventionen-version-eu-teil-4.html</a></p>
<p>Um das klar zu sagen, ich habe nichts dagegen, dass die ihre Zölle anheben. Besonders weil die EU ihre Märkte ja auch mit Zöllen abschottet und zusätzlich Milliarden an Agrarsubventionen verteilt.</p>
<p>Denn die Bauern in Westafrika (z.B.) sind weit von einem fairen Wettbewerb entfernt. So kostet das europäische Milchpulver in den Läden in Burkina Faso nicht nur weniger als in Europa, sondern sogar weniger, als seine Herstellung gekostet hat. Trotz Transport, Zoll, etc.</p>
<p>Außerdem fehlt den Bauern in Westafrika der Zugang zum Kapitalmarkt. Frag mal einen Investor, warum er dort nicht investiert. Sind dort etwa keine interessanten Investitionsobjekte denkbar?</p>
<p>Das hat zum einen politische Gründe. Mohammad Yunus investiert mit seiner Grameen Bank nur in Länder in denen die juristischen Voraussetzungen gegeben sind. In anderen Ländern versucht er diese herzustellen.</p>
<p>Zum anderen hat das auch sicher mit Bildung zu tun. Man könnte also sagen, den Afrikanern fehlt der Zugang zu Bildung.</p>
<p>Das sind alles äußerst komplizierte Fragen. Solange man diese Dinge nicht langfristig lösen kann, werden viele kurzfristig angelegte Maßnahmen und die meiste Entwicklungshilfe wirkungslos verpuffen.</p>
<p>Mohammad Yunus ist weder neoliberal noch hat er zufällig eine gute Idee gehabt. Zum Thema Almosen sagte er:</p>
<blockquote><p>
Wohltätigkeit, Almosen. Das führt dazu, dass man sich darin einnistet. Man verliert seine Initiative. Man kümmert sich einfach nicht mehr darum, nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Man verliert sozusagen wesentliche Kennzeichen des Menschseins. Und Kennzeichen des Menschseins ist es, dass man sich ständig um neue Möglichkeiten kümmert, dass man kämpft um neue Chancen. Jemand, der aber von den Wohltaten anderer lebt, verliert diese unternehmerische Grundhaltung. Deshalb sage ich, es ist besser Chancen zu eröffnen, statt die Leute einzulullen. Man muss sie dazu bringen, ihre Talente zu Nutze zu bringen.
</p></blockquote>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: khh</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2507</link>
		<dc:creator>khh</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 16:05:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit#comment-2507</guid>
		<description>@nurleute, 92

&gt; Je freier der MarktZUGANG (!), desto besser funktioniert der 
&gt; Wettbewerb.

Uijuijui! Da klingt mir ein bisschen zu sehr nach (neoliberalem) VWL-Lehrbuch. 

Wie die lokalen und regionalen Märkte (oder besser gesagt die eigene Produktion) in den frei zugänglichen sog. &quot;Drittländern&quot; zusammenkrachen, zeigt inzwischen schon das TV im Abendprogramm. Das Gleiche passiert derzeit in den neuen EU-Beitrittsstaaten.

Jaaa, kannst Du sagen, die sind eben nicht wettbewerbsfähig.
Stimmt genau. Aber was das an konkreten Härten für die bisher dort ansässige Industrie bedeutet, 

Da sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema: Darwinismus.
Will man den so hinnehmen? Oder ist Staat dazu da, um diesen eben nicht durchschlagen zu lassen. 

Auf die Gefahr hin, dass Dein Puls steigt, aber imho sind Schutzzölle
(über-) lebenswichtig.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@nurleute, 92</p>
<p>&gt; Je freier der MarktZUGANG (!), desto besser funktioniert der<br />
&gt; Wettbewerb.</p>
<p>Uijuijui! Da klingt mir ein bisschen zu sehr nach (neoliberalem) VWL-Lehrbuch. </p>
<p>Wie die lokalen und regionalen Märkte (oder besser gesagt die eigene Produktion) in den frei zugänglichen sog. &#8220;Drittländern&#8221; zusammenkrachen, zeigt inzwischen schon das TV im Abendprogramm. Das Gleiche passiert derzeit in den neuen EU-Beitrittsstaaten.</p>
<p>Jaaa, kannst Du sagen, die sind eben nicht wettbewerbsfähig.<br />
Stimmt genau. Aber was das an konkreten Härten für die bisher dort ansässige Industrie bedeutet, </p>
<p>Da sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema: Darwinismus.<br />
Will man den so hinnehmen? Oder ist Staat dazu da, um diesen eben nicht durchschlagen zu lassen. </p>
<p>Auf die Gefahr hin, dass Dein Puls steigt, aber imho sind Schutzzölle<br />
(über-) lebenswichtig.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Nurleute</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2504</link>
		<dc:creator>Nurleute</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 14:54:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit#comment-2504</guid>
		<description>@COPOKA

Beispiele für Alternativen sind:
http://www.kiva.org/
Kiva hat das Prinzip der Mikrokredite für alle zugänglich gemacht. Mohammad Yunus hat für die ursprüngliche Idee und erfolgreiche Umsetzung dieses Prinzips in Ländern der dritten Welt im letzten Jahr den Friendensnobelpreis bekommen. Yunus spricht sich dabei explizit gegen Almosen aus.

Nachahmer liessen nicht lange auf sich warten:
http://www.smava.de/index.html
http://www.elolly.de/

Es gibt aber auch weniger visionäre Ansätze. Ansätze, um den Kapitalmarkt zu deinstitutionalisieren und ihn so für den kleinen Mann transparenter zu machen. Beispiele dafür findest Du hier.
http://de.mini.wikia.com/wiki/Demokratie_2/Investment

Ich glaube, dass diese Dinge noch eine große Entwicklung vor sich haben. Die Frage ist, ob sich diese Entwicklungen auch gegen die Politik behaupten können.

Kapitalismus funktioniert wenn Wettbewerb funktioniert. Je freier der MarktZUGANG (!), desto besser funktioniert der Wettbewerb. Wettbewerb bedeutet, dass sich ein etablierter Anbieter immer wieder neu behaupten muss. Da der Erfolgreiche wächst, verliert er Risikobereitschaft (um seinen Umsatz nicht zu gefährden) und Innovationskraft und gerät mit der Zeit in einen Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Neueinsteiger (Innovator&#039;s Dilemmma). In gewissem Sinne ist das Theorie. Der Wettbewerb wird bei uns durch viele Faktoren und auf vielen Ebenen außer Kraft gesetzt.

Die technologische Entwicklung müsste eigentlich dafür sorgen, dass das Pendel immer mehr zugunsten von kleinen Firmen ausschlägt. Die Wertschöpfungskette wird zerlegt und bei zunehmender Transparenz und Verfügbarkeit von Informationen funktioniert die Koordination der Zusammenarbeit über Marktmechanismen besser als über Kommandohierarchien. Letzlich ist jeder Konzern ein planwirtschaftliches Konstrukt.

Leider wird der Wettbewerb auch im Kapitalmarkt behindert. Durch die Art, wie unsere Finanzmärkte politisiert, institutionalisiert, anonymisiert und überkapitalisiert sind, haben sich die Machtinhaber gewissermaßen abgeschottet. Sie verfügen über sehr viel Kapital und somit über sehr viel Macht. Durch diese politisch verursachte Überkapitalisierung fühlt sich der kleine Mann auf der Strasse machtlos. Aber das ist falsch. Er ist nicht so machtlos, wie er denkt, denn auch er verfügt in der Summe über viel Kapital.

Aber er nutzt diese Macht nicht. Er trägt sein Geld zu einer Versicherung, Bank oder Fondsgesellschaft und verfestigt die bestehenden Machtstrukturen. Er vermutet in dieser komplexen, überinstitutionalisierten Finanzwelt keine andere Wahl zu haben. Zukunftsängste und Inflationspolitik tragen ihren Teil dazu bei.

Wenn der Kapitalismus die Demokratie des Marktes ist, dann hat der mit dem meisten Geld die meisten Stimmrechte. Das kann man kritisieren. Diese Kritik berücksichtigt aber nicht, dass es sich hier nicht um eine Konsenzdemokratie handelt. Es gibt keinen Zwang zum Konsens. Einer mit wenigen Stimmen muss sich nicht von dem mit vielen Stimmen dominieren lassen. 

Das Internet ist eine Deinstitutionalisierungsmaschine. Es hat nicht nur das Potential den Markt transparent zu machen, es kann auch Beteiligungsformen jenseits der Aktiengesellschaften finden und dem kleinen Mann zugänglich zu machen. Es geht nicht darum, den Kapitalmarkt von heute auf morgen umzukrempeln. Man kann Alternativen schaffen. Dazu gehört sicher auch, dem kleinen Mann seine Zukunftsängste zu nehmen (z.B. durch Einführung eines Grundeinkommens :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@COPOKA</p>
<p>Beispiele für Alternativen sind:<br />
<a href="http://www.kiva.org/" rel="nofollow"></a><a href='http://www.kiva.org/'>http://www.kiva.org/</a><br />
Kiva hat das Prinzip der Mikrokredite für alle zugänglich gemacht. Mohammad Yunus hat für die ursprüngliche Idee und erfolgreiche Umsetzung dieses Prinzips in Ländern der dritten Welt im letzten Jahr den Friendensnobelpreis bekommen. Yunus spricht sich dabei explizit gegen Almosen aus.</p>
<p>Nachahmer liessen nicht lange auf sich warten:<br />
<a href="http://www.smava.de/index.html" rel="nofollow"></a><a href='http://www.smava.de/index.html'>http://www.smava.de/index.html</a><br />
<a href="http://www.elolly.de/" rel="nofollow"></a><a href='http://www.elolly.de/'>http://www.elolly.de/</a></p>
<p>Es gibt aber auch weniger visionäre Ansätze. Ansätze, um den Kapitalmarkt zu deinstitutionalisieren und ihn so für den kleinen Mann transparenter zu machen. Beispiele dafür findest Du hier.<br />
<a href="http://de.mini.wikia.com/wiki/Demokratie_2/Investment" rel="nofollow"></a><a href='http://de.mini.wikia.com/wiki/Demokratie_2/Investment'>http://de.mini.wikia.com/wiki/Demokratie_2/Investment</a></p>
<p>Ich glaube, dass diese Dinge noch eine große Entwicklung vor sich haben. Die Frage ist, ob sich diese Entwicklungen auch gegen die Politik behaupten können.</p>
<p>Kapitalismus funktioniert wenn Wettbewerb funktioniert. Je freier der MarktZUGANG (!), desto besser funktioniert der Wettbewerb. Wettbewerb bedeutet, dass sich ein etablierter Anbieter immer wieder neu behaupten muss. Da der Erfolgreiche wächst, verliert er Risikobereitschaft (um seinen Umsatz nicht zu gefährden) und Innovationskraft und gerät mit der Zeit in einen Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Neueinsteiger (Innovator&#8217;s Dilemmma). In gewissem Sinne ist das Theorie. Der Wettbewerb wird bei uns durch viele Faktoren und auf vielen Ebenen außer Kraft gesetzt.</p>
<p>Die technologische Entwicklung müsste eigentlich dafür sorgen, dass das Pendel immer mehr zugunsten von kleinen Firmen ausschlägt. Die Wertschöpfungskette wird zerlegt und bei zunehmender Transparenz und Verfügbarkeit von Informationen funktioniert die Koordination der Zusammenarbeit über Marktmechanismen besser als über Kommandohierarchien. Letzlich ist jeder Konzern ein planwirtschaftliches Konstrukt.</p>
<p>Leider wird der Wettbewerb auch im Kapitalmarkt behindert. Durch die Art, wie unsere Finanzmärkte politisiert, institutionalisiert, anonymisiert und überkapitalisiert sind, haben sich die Machtinhaber gewissermaßen abgeschottet. Sie verfügen über sehr viel Kapital und somit über sehr viel Macht. Durch diese politisch verursachte Überkapitalisierung fühlt sich der kleine Mann auf der Strasse machtlos. Aber das ist falsch. Er ist nicht so machtlos, wie er denkt, denn auch er verfügt in der Summe über viel Kapital.</p>
<p>Aber er nutzt diese Macht nicht. Er trägt sein Geld zu einer Versicherung, Bank oder Fondsgesellschaft und verfestigt die bestehenden Machtstrukturen. Er vermutet in dieser komplexen, überinstitutionalisierten Finanzwelt keine andere Wahl zu haben. Zukunftsängste und Inflationspolitik tragen ihren Teil dazu bei.</p>
<p>Wenn der Kapitalismus die Demokratie des Marktes ist, dann hat der mit dem meisten Geld die meisten Stimmrechte. Das kann man kritisieren. Diese Kritik berücksichtigt aber nicht, dass es sich hier nicht um eine Konsenzdemokratie handelt. Es gibt keinen Zwang zum Konsens. Einer mit wenigen Stimmen muss sich nicht von dem mit vielen Stimmen dominieren lassen. </p>
<p>Das Internet ist eine Deinstitutionalisierungsmaschine. Es hat nicht nur das Potential den Markt transparent zu machen, es kann auch Beteiligungsformen jenseits der Aktiengesellschaften finden und dem kleinen Mann zugänglich zu machen. Es geht nicht darum, den Kapitalmarkt von heute auf morgen umzukrempeln. Man kann Alternativen schaffen. Dazu gehört sicher auch, dem kleinen Mann seine Zukunftsängste zu nehmen (z.B. durch Einführung eines Grundeinkommens :-)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: khh</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2495</link>
		<dc:creator>khh</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 10:33:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit#comment-2495</guid>
		<description>@ diebische Elster

Bei Lichte betrachtet unterscheidet sich die Suche nach mathematischen Modellen zur möglichen Steuerung ganzer gesellschaftlicher (Sub-) Systeme in ihrer Tendenz nicht von dem Ansatz, den Leuten RFID-Chips einpflanzen zu wollen.

Denn wer darf denn dann bitte an welchen Rädchen drehen?

Der Vorwurf &quot;totalitär&quot; ist in beiden Fällen nicht von der Hand zu weisen - doch ohne wird es vermutlich wiederum auch nicht abgehen. 

Doch zeigen die Beispiele der französischen, russischen oder chnesischen Revolution, wohin das führt. Und genau deshalb graut mir vor alledem. Macht korrumpiert - immer. Das ist historisch nun wirklich eindeutig und hinreichend beschrieben.

Also Vorsicht mit den Omnipotenzanwandlungen!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ diebische Elster</p>
<p>Bei Lichte betrachtet unterscheidet sich die Suche nach mathematischen Modellen zur möglichen Steuerung ganzer gesellschaftlicher (Sub-) Systeme in ihrer Tendenz nicht von dem Ansatz, den Leuten RFID-Chips einpflanzen zu wollen.</p>
<p>Denn wer darf denn dann bitte an welchen Rädchen drehen?</p>
<p>Der Vorwurf &#8220;totalitär&#8221; ist in beiden Fällen nicht von der Hand zu weisen &#8211; doch ohne wird es vermutlich wiederum auch nicht abgehen. </p>
<p>Doch zeigen die Beispiele der französischen, russischen oder chnesischen Revolution, wohin das führt. Und genau deshalb graut mir vor alledem. Macht korrumpiert &#8211; immer. Das ist historisch nun wirklich eindeutig und hinreichend beschrieben.</p>
<p>Also Vorsicht mit den Omnipotenzanwandlungen!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: COPOKA</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2488</link>
		<dc:creator>COPOKA</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 22:48:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit#comment-2488</guid>
		<description>@Nurleute
&gt; ..
&gt; Man sollte Transparenz nicht nur als das Sichtbarmachen von 
&gt; Komplexität verstehen, sondern auch als Verhindern von Komplexität.
&gt;
Na ja, wo ich von verworrenen Macht&quot;schnittstellen&quot; schrieb, wollte ich eigentlich auch darauf hinaus, dass diese &quot;Schnittstellen&quot; klar und offen definiert werden sollen: wer tut wie und was und wie es zu kontrollieren ist, ob&#039;s wirklich das und nur das getan wird. 

&gt; Ich war lange Zeit gegen Volksabstimmungen, bis mir klar ...
&gt;
Ja, das beste daran ist, dass Leute unnötiges verhindern.

&gt; ...
&gt; Ich verstehe Dein Argument mit den sich selbst zementierenden
&gt; Machtstrukturen (glaube ich). 
Es ist noch keinem Staat gelungen etwas wirksames gegen Bürokratie zu unternehmen. Alle Kommissionen gegen Bürokratie schaffen idR noch mehr davon. Parkinson hat dieses Phänomen untersucht und sogar feste Gesetzmäßigkeiten  darin entdeckt. 

&gt; ...
&gt; Gibt es Wege, die Politik und den Kapitalismus zu demokratisieren? 
Na ja, früher hat sich die Kirche stark in die Politik eingemischt. Nachdem Staat und Kirche getrennt wurden, war Ruhe im Karton. So was muss wahrscheinlich auch mit Kapitalismus/Wirtschaft geschehen, damit der Staat (oder auch Staatengemeinschaft) sich endlich seinen primären Aufgaben zuwendet. Im Moment sind keine Anzeichen dafür zu sehen.

&gt; Ich glaube daran, dass das Internet die Spielregeln neu gestalten kann. 
Wie denn. Gut, in gewissem Umfang haben alle Medien die politischen Spielregeln beeinflusst, ob Zeitungen, Radio oder TV. Das tut auch INet, aber m.E. passiert hier nichts revolutionäres.

&gt; Wenn es 
&gt; echte Alternativen gibt, können sich die Dinge manchmal schnell ändern.
&gt; Wenn Du so willst, sind es Alternativen außerhalb dieses Systems, die nur
&gt; darauf warten, dass das System zusammenbricht :-)
&gt;
Wie meinst du das genau mit Alternativen. Was verstehst du darunter?

Gruß
COPOKA.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Nurleute<br />
&gt; ..<br />
&gt; Man sollte Transparenz nicht nur als das Sichtbarmachen von<br />
&gt; Komplexität verstehen, sondern auch als Verhindern von Komplexität.<br />
&gt;<br />
Na ja, wo ich von verworrenen Macht&#8221;schnittstellen&#8221; schrieb, wollte ich eigentlich auch darauf hinaus, dass diese &#8220;Schnittstellen&#8221; klar und offen definiert werden sollen: wer tut wie und was und wie es zu kontrollieren ist, ob&#8217;s wirklich das und nur das getan wird. </p>
<p>&gt; Ich war lange Zeit gegen Volksabstimmungen, bis mir klar &#8230;<br />
&gt;<br />
Ja, das beste daran ist, dass Leute unnötiges verhindern.</p>
<p>&gt; &#8230;<br />
&gt; Ich verstehe Dein Argument mit den sich selbst zementierenden<br />
&gt; Machtstrukturen (glaube ich).<br />
Es ist noch keinem Staat gelungen etwas wirksames gegen Bürokratie zu unternehmen. Alle Kommissionen gegen Bürokratie schaffen idR noch mehr davon. Parkinson hat dieses Phänomen untersucht und sogar feste Gesetzmäßigkeiten  darin entdeckt. </p>
<p>&gt; &#8230;<br />
&gt; Gibt es Wege, die Politik und den Kapitalismus zu demokratisieren?<br />
Na ja, früher hat sich die Kirche stark in die Politik eingemischt. Nachdem Staat und Kirche getrennt wurden, war Ruhe im Karton. So was muss wahrscheinlich auch mit Kapitalismus/Wirtschaft geschehen, damit der Staat (oder auch Staatengemeinschaft) sich endlich seinen primären Aufgaben zuwendet. Im Moment sind keine Anzeichen dafür zu sehen.</p>
<p>&gt; Ich glaube daran, dass das Internet die Spielregeln neu gestalten kann.<br />
Wie denn. Gut, in gewissem Umfang haben alle Medien die politischen Spielregeln beeinflusst, ob Zeitungen, Radio oder TV. Das tut auch INet, aber m.E. passiert hier nichts revolutionäres.</p>
<p>&gt; Wenn es<br />
&gt; echte Alternativen gibt, können sich die Dinge manchmal schnell ändern.<br />
&gt; Wenn Du so willst, sind es Alternativen außerhalb dieses Systems, die nur<br />
&gt; darauf warten, dass das System zusammenbricht :-)<br />
&gt;<br />
Wie meinst du das genau mit Alternativen. Was verstehst du darunter?</p>
<p>Gruß<br />
COPOKA.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Nurleute</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit/comment-page-2#comment-2469</link>
		<dc:creator>Nurleute</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 06:42:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/159/systemverdrossenheit#comment-2469</guid>
		<description>@COPOKA

Man sollte Transparenz nicht nur als das Sichtbarmachen von Komplexität verstehen, sondern auch als Verhindern von Komplexität.

Ich war lange Zeit gegen Volksabstimmungen, bis mir klar geworden ist, dass solche Formen der Bürgerbeteiligung auch viele positive Nebeneffekte haben können.

Zum Beispiel würde zwar auch dann kein normaler Mensch die Gesundheitsreform verstehen können. Aber genau das ist der Grund, warum sie in einer Volksabstimmung niemals verabschiedet worden wäre. Und das ist der beste Grund, der mir dazu einfällt. Die Regeln ändern sich gewissermaßen.

Ich verstehe Dein Argument mit den sich selbst zementierenden Machtstrukturen (glaube ich). Ich beobachte das auch. Aber solange die Demokratie noch nicht tot ist, lohnt es sich zu fragen:

Gibt es Wege, die Politik und den Kapitalismus zu demokratisieren? Ich glaube daran, dass das Internet die Spielregeln neu gestalten kann. Wenn es echte Alternativen gibt, können sich die Dinge manchmal schnell ändern. Wenn Du so willst, sind es Alternativen außerhalb dieses Systems, die nur darauf warten, dass das System zusammenbricht :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@COPOKA</p>
<p>Man sollte Transparenz nicht nur als das Sichtbarmachen von Komplexität verstehen, sondern auch als Verhindern von Komplexität.</p>
<p>Ich war lange Zeit gegen Volksabstimmungen, bis mir klar geworden ist, dass solche Formen der Bürgerbeteiligung auch viele positive Nebeneffekte haben können.</p>
<p>Zum Beispiel würde zwar auch dann kein normaler Mensch die Gesundheitsreform verstehen können. Aber genau das ist der Grund, warum sie in einer Volksabstimmung niemals verabschiedet worden wäre. Und das ist der beste Grund, der mir dazu einfällt. Die Regeln ändern sich gewissermaßen.</p>
<p>Ich verstehe Dein Argument mit den sich selbst zementierenden Machtstrukturen (glaube ich). Ich beobachte das auch. Aber solange die Demokratie noch nicht tot ist, lohnt es sich zu fragen:</p>
<p>Gibt es Wege, die Politik und den Kapitalismus zu demokratisieren? Ich glaube daran, dass das Internet die Spielregeln neu gestalten kann. Wenn es echte Alternativen gibt, können sich die Dinge manchmal schnell ändern. Wenn Du so willst, sind es Alternativen außerhalb dieses Systems, die nur darauf warten, dass das System zusammenbricht :-)</p>
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