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  • Och – Uschi mach kein Quatsch

    geschrieben am 11. Januar 2010 von Jens Berger

    Es gibt Jobs, mit denen kann man auf der Beliebtheitsskala keinen Blumentopf gewinnen. Dazu gehört der ehrenwerte Beruf des Gerichtsvollziehers genauso, wie der der Politesse oder der des Arbeitsministers. Aber die Jobs müssen ja schließlich schließlich gemacht werden, sonst würde niemand mehr Rechnungen bezahlen oder Geld in die Parkuhr werfen und wer sollte denn bitteschön die “Zahlen aus Nürnberg” vorlesen, wenn es keinen Arbeitsminister gäbe? Doch das Anforderungssprofil eines Arbeitsministers geht weit über den Job der Lottofee für schlechte Nachrichten hinaus ? in Deutschland muss so ein Arbeitsminister auch die Arbeitsmarktpolitik der Regierung kommunizieren. Diese Aufgabe ist natürlich nicht vergnügungssteuerpflichtig, schließlich bedeutet Arbeitsmarktpolitik seit der Agenda 2010 nichts anderes, als die implizite Ausweitung des Niedriglohnsektors und so etwas ist beim gemeinen Bürger nicht sonderlich beliebt.

    Konnten die SPD-Arbeitsminister der Großen Koalition dank der boomenden Weltwirtschaft noch mit Zuckerbrot und Peitsche arbeiten, so hat sich in Krisenzeiten das Zuckerbrot verkrümelt. Wusste die allseits beliebte Allgemeinplätzchenbäckerin Ursula von der Leyen etwa nicht, dass ihr Aufstieg ins Arbeitsministerium sie zur peitschenschwingenden Domina machen würde? Offensichtlich nicht, die Ministerin gefällt sich immer noch in ihrer Laienrolle als Super-Nanny. Hätte die Union doch bloß an Franz Josef Jung festgehalten ? der bräsige Patexminister war eigentlich die Idealbesetzung für das Arbeitsministerium.

    Super-Uschi

    Wenn Ursula von der Leyen über Hartz IV-Empfänger spricht, gefällt sie sich in der Rolle der gütigen ? aber gestrengen ? Mutter. Eigentlich hat sie ja alle ihre Schäflein lieb, nur wenn das eine oder andere davon einmal über die Stränge schlägt, muss es auch einen Klaps bekommen ? man meint es ja auch nur gut und das soll das Schäflein gefälligst auch selbst erkennen. In einem Interview mit der vor allem bei bildungsfernen Schichten allseits beliebten BILD-Zeitung umreißt die frisch gebackene Arbeitsministerin messerscharf ihre pädagogische Linie ? man müsse doch bitte “genauer hingucken”, wenn man Leistungsmissbrauch verhindern will. Dass die BILD-Zeitung diese pädagogische Leitlinie in ihrer erfrischenden Art unter die Überschrift “Faule Arbeitslose härter anpacken!” setzt, war sicher nicht mit unserer lieben Frau Ministerin abgesprochen.

    Frau von und zu meint es doch eigentlich nur gut mit den faulen Arbeitslosen ? es ginge ja auch nicht darum, sich neue Sanktionen auszudenken, sondern nur um die konsequente Anwendung der vorhandenen Möglichkeiten. In einigen Kommunen würde das ja auch ganz gut funktionieren, so von der Leyen, in anderen Kommunen sieht sie allerdings Handlungsbedarf. Das ist nur allzu verständlich. Während in wirtschaftlich starken Regionen Hartz IV-Empfänger Exoten sind, stellen sie in anderen Regionen die Mehrheit der arbeitsfähigen Bevölkerung dar. Die Nachfrage nach “Hartzern” ist allerdings eher dürftig. Da fällt es im reichen Bad Homburg natürlich eher auf, wenn die lokalen “Hartzer” einmal das großzügige Arbeitsangebot des lokalen Discounters, der noch Kartonstapler für sechs Euro die Stunde sucht, ablehnen. In Berlin und vielen ostdeutschen Kommunen dringen solche Perlen am Arbeitsmarkt hingegen meist gar nicht zu den älteren oder gesundheitlich vorbelasteten “Hartzern” durch. Was sollen die Sachbearbeiter dann aber sanktionieren, wenn es gar keine tollen Angebote gibt, die der faule Arbeitsverweigerer ablehnen könnte? Doch Obacht ist geboten! Frau von der Leyen wird sich das alles einmal “genauer anschauen” ? na wenn das keine Drohung ist. Wo die chronisch überlasteten Ämter überhaupt die Zeit hernehmen sollen, sich das alles mal etwas genauer anzuschauen, bleibt natürlich Staatsgeheimnis.

    Die Allgemeinplätzchenbäckerin schlägt zu

    Wenn Ursula von der Leyen Satzfragmente aneinanderreiht, so kommen dabei meist Allgemeinplätze und schwammige Floskeln heraus. “Der Arbeitsmarkt ist im Wandel”, “Deutschland braucht Fachkräfte”, “Wenn der Aufschwung kommt, wird die Nachfrage wieder steigen” ? ach nein, welch kühne Thesen! Und was will Frau von der Leyen als Ministerin tun? “Genauer hinschauen”, “sich kümmern” und “alle Möglichkeiten ausschöpfen” ? wäre Frau von der Leyen nicht Tochter aus besserem Hause, sie hätte beste Berufschancen bei der Beschwerdehotline dilettierender Telekommunikationsunternehmen. Manchmal wirkt es so, als habe sie bei der Kanzlerin höchstpersönlich einen Rhetorikkurs belegt. Aber Uschi ist natürlich alleine ob ihres blonden Schopfes sympathischer als der sauertöpfische Hosenanzug aus der Uckermark. Auch wenn es emanzipierte Frauen nicht gerne hören werden ? als Mann wäre von der Leyen Provinzpolitiker geblieben. Man stelle sich nur einmal vor, Franz Josef Jung würde lächelnd solch halbgare Plattitüden von sich geben.

    Das Hinschauen und Prüfen ist von der Leyens Standardfloskel, wenn es um unangenehme Themen geht. Schlecker nutzt die Leiharbeit, um Dumpinglöhne zu zahlen? Da will die Ministerin mal genauer hinschauen. Und was verspricht sich Frau von und zu davon, sich den Leiharbeitssektor mal genauer anzuschauen? Die Praxis, reguläre Jobs durch Leiharbeit zu ersetzen ist gewollt ? hätte man andere Pläne, müsste man schließlich nur die Gesetzgebung unserer europäischen Nachbarn anschauen. Dort gibt es auch Leiharbeit, aber der Leiharbeiter bekommt genau so viel Geld ausgezahlt wie der reguläre Mitarbeiter. Das ist schließlich auch der Sinn von Leiharbeit. Wer flexibler am Markt agieren und reagieren will, muss Flexibilitätskosten zahlen. Wenn Leiharbeit nicht deutlich teurer als reguläre Arbeit ist, macht das ganze Instrument keinen Sinn und führt lediglich zu einer Verlagerung regulärer Arbeitsplätze.

    Natürlich ist unsere Uschi nicht dumm und weiß das nur allzu genau ? wie lange wird es dauern, bis die Medien sie fragen, was sie denn nun bei ihrem “genaueren Anschauen” vorgefunden hat? Wenn der Bankberater anruft und den Kunden darauf hinweist, dass das Girokonto sich bedenklich außerhalb des erlaubten Disporahmens bewege, so kann man ihn beim ersten Telefonat sicher noch mit der Floskel, “ich werde mir das mal genauer anschauen müssen”, “ich kümmere mich darum” und “werde alle Möglichkeiten ausschöpfen” ruhigstellen. Wenn sich die Finanzlage nach ein paar Wochen allerdings nicht verbessert hat, kommt der Kunde mit derlei Floskeln nicht mehr weiter. Sind Journalisten etwa treuherziger und naiver als Banker?

    Von Fortuna geküßt


    Floskeln und Allgemeinplätze haben eine geringe Halbwertszeit und spätestens dann, wenn die Krise auch in Deutschland den Arbeitsmarkt mit voller Wucht trifft, wird der Gegenwind für Frau von der Leyen stärker werden. Dann wird sich zeigen, ob sie sich als Überbringerin schlechter Nachrichten auch so gut verkaufen kann. In ihrer bisherigen Karriere hatte es Ursula von der Leyen denkbar einfach. Als gefühlte Supermutter einer ganzen Fußballmannschaft hat man in dem Ressort, das der alte Haudegen Gerhard Schröder einst nonchalant als “Ministerium für Frauen und das ganze andere Gedöns” beschrieben hat, natürlich Heimvorteil. Sich mit den kleinen Rackern ablichten zu lassen und Kita-Plätze und bessere Unterstützung für Familien zu versprechen, hat noch niemandem geschadet. Als Familienminister würde sicher sogar Franz Josef Jung eine gute Figur abgeben.

    Auch als in diesem Posten agierte Ursula von der Leyen jedoch nicht fehl- und tadellos. Auf ihrem Kreuzzug gegen die Kinderpornographie merkte sie offensichtlich nicht, dass das Thema Informationsfreiheit im Netz einen sehr hohen Stellenwert hat ? außerhalb der Netzöffentlichkeit wurde dieser Fauxpas jedoch kaum wahrgenommen. Gegen beharrliche Stimmen, ihre Familienpolitik sei eigentlich nur eine Subventionierung von Besserverdienenden, konnte von der Leyen sich jedoch dank des Dornröschenschlafs des kritischen Journalismus erfolgreich zur Wehr setzen.

    Raue See voran

    Auch wenn die Medien weiterhin in ihrem Schlaf der Gerechten verharren, so wird die Opposition der Ministerin sicherlich nicht den Gefallen tun und sie mit ihren Plattitüden durchkommen lassen. Auf dem Feld der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik kann man sich allerdings ohne eine Spur von fachlichem Hintergrundwissen nicht so leicht mit einem Lächeln aus der Affäre stehlen. Den Verdacht, sie verfüge auf diesen Gebieten zumindest über ein rudimentäres Basiswissen, konnte von der Leyen allerdings immer wieder erfolgreich zerstreuen. Vielleicht sollte Ursula von der Leyen sich überlegen, noch einmal in Erziehungsurlaub zu gehen. Unbeschadet wird sie ihren Posten als Arbeitsministerin sicher nicht überstehen.

    Jens Berger

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    509 Kommentare:

    1. Very Cool schrieb am 11. Januar 2010 um 18:01 - Permalink

      Absolut genialer Artikel.
      Für mich das Beste, was ich zu dem Thema in letzter Zeit gelesen habe.
      Diese widerliche Logik: entweder für einen Hungerlohn malochen, sonst kein Grundeinkommen, um sich was zu fressen zu kaufen ist nun mal eben so gewollt.
      Dass man dieser Laienpolitikerin schon wieder ein Amt gegeben hat liegt wohl daran, weil die nix besseres in ihren Reihen haben.
      Naja, am 9. Mai ist Zahltag.

      Herzlichen Dank für den Artikel.

    2. Dierk schrieb am 11. Januar 2010 um 18:06 - Permalink

      Wer flexibler am Markt agieren und reagieren will, muss Flexibilitätskosten zahlen.

      Glaubt Jens Berger auch an den Klapperstorch? Sinn, Ackermann, Henkel und Consorten haben doch recht deutlich gemacht, dass ein Unternehmen GEWINNE macht, von denen dann keine Steuern bezahlt werden. Eben weil diese Unternehmen ganz wichtig für den “Standort” Deutschland sind. Weil sie Arbeitplätze abschaffen, Subventionen vertilgen …

      Ein erfolgreicher Manager hat für möglichst geringe Kosten zu sorgen, dafür rennt er mit seinen Lobbyisten – z.B. dem INSM – zu den mittelmäßig Begabten, die überwiegend unsere Politikerkaste bilden, faselt denen mit Hilfe von Powerpoint irgendwas sinnfreies von ‘internationaler Wettbewerb’ vor, schiebt viel bunte Kurven, Zahlenkolonnen und Animationen ein. Am Ende hält sich der Kunde für viel klüger als den Snake-oil-Verkäufer, weil der Preis ja schon beinahe betrügerisch niedrig ist.

      Wettbewerbsvorteil, oder Ökonodeutsch ‘Assets’, kosten Geld, das aber in Deutschland nicht von demjenigen bezahlt wird, der den Nutzen hat, sondern von Steuerzahlern und echten Leistungsträgern, also von jenen, die tatsächlich arbeiten. Flexibilität ist ein solches Asset, genau wie Flugbenzin.

      Am besten haben die Finanzinstitute das Prinzip verstanden: Erst Scheiße zu Werten umwidmen, dann viel heiße Luft reinblasen und wenn der ganze Dreck uns um die Ohren fliegt, die verarschten Kunden [als Steuerzahler] nochmal um deren Geld bringen.

    3. Frank Schenk schrieb am 11. Januar 2010 um 18:20 - Permalink

      Ich warte schon auf die Änderung des GG.

      §1 (1) Die Würde des arbeitenden oder arbeitgebenden Menschen sowie aller Politiker, Millionäre und Milliardäre ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Der Pöbel kann bei Bedarf in geeignete Umerziehungslager verbracht werden, um dort zu einem der Allgemeinheit nützlichen Subjekt umgeschult zu werden.

      gruß

    4. W.B. schrieb am 11. Januar 2010 um 18:34 - Permalink

      Auch wenn die Medien weiterhin in ihrem Schlaf der Gerechten verharren …

      Dürfte wohl eher der ‘Schlaf der Selbstgerechten’ gemeint sein …

    5. Outlook schrieb am 11. Januar 2010 um 18:37 - Permalink

      Die acht Regeln für den völligen Stillstand von Unternehmen und Institutionen:

    6. Andreas schrieb am 11. Januar 2010 um 18:40 - Permalink

      Die von der Leyen meint es doch nur gut. Das hat sie gerade gestern bei Anne Will bewiesen. Weil, sie will, was Hartz4 und Leiharbeit angeht, jetzt ganz genau gucken. Und anschließend ganz genau hin gucken. Und dann mal schauen.
      Wer sich jetzt fragt, was der Quark mit dem “genau gucken” soll, der hat die Sendung gestern wohl verpasst. Wer sie gesehen hat, der weiß, was von dieser Frau zu erwarten ist.

    7. Herr Knecht schrieb am 11. Januar 2010 um 18:43 - Permalink

      Aber Uschi ist natürlich alleine ob ihres blonden Schopfes sympathischer als der sauertöpfische Hosenanzug aus der Uckermark.

      made my day ^^

    8. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 18:50 - Permalink

      Im Gegensatz zu anderen Ländern glauben die Menschen zu gerne, dass der Mensch gerne hilfreich und gut wäre, wenn man ihn nur ließe. Doch längst nicht alle haben den Song von Geier Sturzflug verinnerlicht, in die Hände zu spucken und etwas Sinnvolles mit dem eigenen Leben anzufangen.

      Zu gerne werden Behauptungen herangezogen, alle Arbeitslosen, in Deutschland so verdächtig rekordlang außerhalb des Arbeitslebens wie sonst nirgends, möchten schon arbeiten, allein, es mangele an Arbeit. Das ist die Lebenslüge der westdeutschen 68er. Tatsächlich geben bei repräsentativen Befragungen wie dem Panel des DIW knapp ein Drittel der Erwerbslosen offen zu, nicht direkt danach zu streben, in den nächsten Monaten wieder für das eigene Auskommen verantwortlich sein zu wollen. Und bei mehreren Überprüfungen durch die Arbeitsagenturen sahen sich je nach Qualifikation bis zur Hälfte der Arbeitslosen nicht in der Lage, an anberaumten Schulungen teilzunehmen. Lieber verzichteten sie auf das Arbeitslosengeld.

      Die Wahrheit ist: eine Reihe von Leuten lebt ganz gut mit der Knete vom Amt und nebenher etwas Schwarzarbeit. Kommen dann noch Kinder hinzu, ist es in einer wachsenden Zahl von Berufen schlichtweg wirtschaftlich uninteressant geworden, sich von morgens bis abends der Mühsal regelmäßiger Beschäftigung zu unterwerfen.

      Die Arbeitsmarktreformen der Schröder-Regierung und Hartz-IV haben Schluss gemacht mit diesen bequemen Legenden, nach denen die Arbeitslosenzahlen nach jeder Krise etwas höher waren, die Zahl der Erwerbstätigen etwas niedriger lag und die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zyklisch angehoben wurden. Der Großteil der heutigen Zeitarbeiter war zuvor ohne Beschäftigung und drei Viertel der Hartz-IVler, die nach langer Erwerbslosigkeit einen Job antreten, tun dies mit einem Lohn unter 10 EUR in der Stunde. Einem Lohn, für den sie zuvor nicht bereit waren zu arbeiten.

      Es ist der beschwerliche Weg heraus aus jahrelanger Lethargie. Aber es ist der einzige Weg, der Perspektiven eröffnet, jemals ohne Stütze vom Staat das eigene Leben bestreiten zu können.

    9. Diskussionsteilnehmer schrieb am 11. Januar 2010 um 18:59 - Permalink

      Das wichtigste, was Jens (ich sag jetzt mal einfach Jens) immer wiederholt ist das Versagen der vierten Gewalt. Armut und Ungerechtigkeit haben erst politische Konsequenzen, wenn sie kommuniziert werden. Dafür ist eigentlich die Presse da, aber irgendwie muss man kritische Medien extra raus suchen.

      Die große Schuld, die viele Bürger wirklich trifft ist Faulheit, was politische Partizipation angeht. Die fängt nämlich vor der Haustür an, indem man in einer Partei seiner Wahl mitmischt und schon vor Ort unangenehme Fragen stellt. Allein geht das natürlich nicht.

      Alle fühlen sich ohnmächtig, dabei kann man mit 20 Leuten schon einen Distrikt auseinander nehmen und die Delegierten vor sich her treiben. Einen Platz in der Bezirksversammlung kriegt man vielleicht auch dabei raus und wer weiß was sonst noch. Es ist ja auch egal wer den Sitz bekommt, Hauptsache nicht diejenigen, die vorher drauf saßen.

      Warum konnte Frau Doktor Köhler Familienministerin werden? Weil die Parteien nicht mehr von unten ihre Kandidaten wählen sondern von oben wie eine Bürokratie gesteuert den eigenen Mitgliedern Tatsachen vorsetzen können. Die machen das mit, weil sie selber gerne einen Posten haben und wissen, dass sie das vergessen könnten, wenn sie gegen die Kandidatenwünsche von oben funken würden.

      Es ist also gar nicht so entscheidend, dass man gegen “die da oben” nichts so einfach was ausrichten kann. Der Sumpf ist längst nach unten getropft und da könnte man auch zu vollsten persönlichen Zufriedenheit den ganzen Funktionärsnachwuchs zum Schwitzen bringen.

      Ich bin jetzt seit 94 in der SPD und obwohl das eigene Beispiel immer das schlechteste ist, muss ich doch sagen, dass es schockierend ist, wenn 19 Jährige Jura-Studentinnen bereits im Hosenanzug zu den Jusos kommen und von einer politschen Karriere sprechen, die ihnen XY ermöglichen soll, für den sie ja sooo gerne arbeiten. Für den stimmen sie dann auch ab. Vor 15 Jahren haben Leute wie XY regelmäßig bei uns angerufen um zu fragen, ob wir noch alle Tassen im Schrank haben wegen den letzten Pressemitteilungen und Aktionen “gegen die Linie”.

      Eigentlich wollte ich etwas mitreißendes schreiben, aber nach den vorigen Zeilen muss ich zugeben, dass ich einfach keinen Bock mehr auf die Fressen habe, auf das Stimmvieh und die unkritischen Klone, die aus Zukunftspanik schon als Teenager zur unkritischen Mitläufern werden. Ich habe schon lange keine Power mehr, mir das anzutun. Darum bin ich wohl genau so schuldig, was diesen Punkt angeht.

      Wenn jedoch keiner an dieser Stelle ansetzt, wird sich oben auch nichts ändern, weil alle Parteien, zwischen denen wir wählen, momentan nach dem gleichen Prinzip unfähige Verwalter als Politiker ausgeben und neu generieren.

    10. landbewohner schrieb am 11. Januar 2010 um 19:02 - Permalink

      musst du solche kommentare, wie diesen von jens, zulassen. den schwachsinn lesen und hören wir doch eh jeden tag in den medien.

    11. egghat schrieb am 11. Januar 2010 um 19:03 - Permalink

      “Allgemeinplätzchenbäckerin”

      Nachdem ich letztes Jahr in einem Akt der Anmaßung “Zensursula” zum Blog-Wort des Jahres gemacht habe (war gezwungen, weil keiner mitmachen wollte; http://egghat.blogspot.com/2009/12/blogwort-des-jahres-zensursula.html), begebe ich mich dieses Jahr natürlich wieder auf die Suche. Einen ersten Kandidaten habe ich, obwohl Allgemeinplätzchenbäckerei schon für 2006 einen ersten Treffer gibt. Egal, so streng will ich nicht sein,

      Ich schau dann auch im Laufe des Jahres genau hin und dann schau’n mer mal ;-)

    12. Beate schrieb am 11. Januar 2010 um 19:12 - Permalink

      Verängstigte Menschen konsumieren nicht.
      Die Sparquote ist hoch.

      “Schon eine einfache Gegenueberstellung von sinkender Lohnquote und steigender Arbeitslosenquote in weiten Teilen der achtziger und in den neunziger Jahren zeigt, dass der Zusammenhang so einfach nicht sein kann. Der Rueckgang des Anteils der Arbeitseinkommen am Volkseinkommen in Deutschland bedeutet, dass in dieser Zeit die Realloehne genau dem Muster gefolgt sind, das man jetzt fordert. Gleichwohl ist die Arbeitslosigkeit mit Ausnahme einer kurzen Phase des weltweit geldpolitisch induzierten Aufschwungs am Ende der achtziger Jahre und im Zuge des finanzpolitisch induzierten deutschen Einigungsbooms nicht gesunken. Noch gravierender ist das Auseinanderlaufen dieser Groessen in den meisten Laendern Europas; dort ist die Lohnquote ebenfalls kraeftig gesunken, die Arbeitslosigkeit aber fast durchgaengig gestiegen”

      Quelle:

      http://www.sustainableconomics.de/deutsch/97_01_2/30730.html#HDR9

      1999 – 2009 10 verlorene Jahre , dass ist bitter.

      Zwischen 1999 und 2009 ist nicht ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz zusätzlich entstanden.
      Was aber sicher ist der Verteilungsspielraum ist im selben Zeitraum um 270 Milliarden Euro jährlich gewachsen.
      Da die Löhne real im gleichen Zeitraum gesunken sind.
      Wo sind die 270 Milliarden Euro?
      Warum mussten Ansprüche zurückgeschraubt werden?
      Wer sollte seine Ansprüche zu Gunsten von wem reduzieren?
      Jetzt werden die Folgen spürbar werden, Produktionskapazitäten gehen für immer verloren.
      Es ist wirtschaftspolitischer Unsinn Menschen in Jobs zu zwingen, die 30% unter Tarif bezahlt werden.

      “Der Sozialstaat als solcher ist nicht instabil. Aber er kann, wie jedes System der Umverteilung, ueberfordert werden, wenn, wie im Zuge der deutschen Einigung geschehen, ihm zusaetzliche Leistungen abverlangt werden, fuer die von der Politik auf lange Frist die Solidaritaet der gesamten Gesellschaft haette eingefordert werden muessen. Zudem ist die Funktionsfaehigkeit des marktwirtschaftlichen Systems abhaengig von einer ausreichenden Dynamik der Entwicklung. Ist diese, wie vor allem in den neunziger Jahren in Westeuropa, nicht gegeben, kommt es unweigerlich zu Belastungen aus zunehmender Erwerbslosigkeit, die die staatlichen Kassen ebenso wie die Sozialversicherungen zu steigenden Abgaben zwingen. Doch der Sozialstaat ist nicht die Ursache der Arbeitslosigkeit. Loehne und Lohnnebenkosten sind in fast allen Laendern Europas in den gesamten achtziger Jahren weniger stark gestiegen als die Produktivitaet und die Preise, so dass sich die Gewinnsituation durchweg verbessert hat. Die Arbeitslosigkeit ist vielmehr die zentrale Ursache der Probleme des Sozialstaates. Die Arbeitslosigkeit wiederum ist aber die Folge eines ungeeigneten Politikansatzes, weil gesamtwirtschaftliches Denken an den Rand gedraengt wurde und die Wirtschaftspolitik in Europa in immer staerkerem Masse auf ungeeignete einzelwirtschaftliche Analogien baut.”

      Ersetze deutsche Einheit durch Finanzkrise.

      Westerwelle ist ein Extremist der gute Gelegenheiten natürlich zu nutzen weiss.
      Wann, wenn nicht jetzt lassen sich die Reste des Sozialstaates beseitigen, die Schröder, CLement und FIscher hinterlassen haben.

      Frau von der Leyen wird sich gar nicht gegen einen Norbert Walter , Zimmermann, Sinn behaupten können.
      Mir ist Frau von der Leyen sympathischer als Herr Jung.
      Das wird von vielen weiblichen Wählern genauso gesehen.

      Zimmermann sollte gehen.
      Damit das DIW wieder politisches und wissenschaftliches Gegengewicht zu IFO, ZEW, Sachverständigenrat werden kann.
      Frau von der Leyen sollte auf unabhängige Politikberatung bestehen.

      PS: Norbert Walters Prognosen sind so gut, weil er via deutsche Bank die Wirtschaftspolitik in Deutschland die letzten 20 Jahre bestimmt hat.
      Er muss es wissen.

    13. Thomas schrieb am 11. Januar 2010 um 19:37 - Permalink

      Leider nix Substantielles, aber trotzdem: danke für 5 Minuten Lesespaß. Schöner Artikel :)

    14. Spiegelfechter schrieb am 11. Januar 2010 um 19:46 - Permalink

      @StefanP

      Zu gerne werden Behauptungen herangezogen, alle Arbeitslosen, in Deutschland so verdächtig rekordlang außerhalb des Arbeitslebens wie sonst nirgends, möchten schon arbeiten, allein, es mangele an Arbeit. Das ist die Lebenslüge der westdeutschen 68er.

      Das ist eher eine Lebenslüge der Neoliberalen. Natürlich will a) nicht jeder arbeiten und vor allem gibt es b) auch nicht für jedermann einen Arbeitsplatz.

      Und bei mehreren Überprüfungen durch die Arbeitsagenturen sahen sich je nach Qualifikation bis zur Hälfte der Arbeitslosen nicht in der Lage, an anberaumten Schulungen teilzunehmen. Lieber verzichteten sie auf das Arbeitslosengeld.

      Natürlich – ich kenne aus dem näheren Familienkreis. Da wurde einer 58jährigen, die eigentlich nur noch zwei Jahre ALG kassieren wollte, bevor sie in Rente geht, eine Umschulung zur Bürofachkraft aufgenötigt. Da sie sich verständlicherweise weigerte, wurde sie “gesperrt. Lächerlich.

      Der Großteil der heutigen Zeitarbeiter war zuvor ohne Beschäftigung und drei Viertel der Hartz-IVler, die nach langer Erwerbslosigkeit einen Job antreten, tun dies mit einem Lohn unter 10 EUR in der Stunde. Einem Lohn, für den sie zuvor nicht bereit waren zu arbeiten.

      Natürlich – warum sollte ich als Arbeitgeber marktgerechte Löhne zahlen, wenn ich mit politischer Protektion auch Hungerlöhne zahlen kann?

    15. Spiegelfechter schrieb am 11. Januar 2010 um 19:48 - Permalink

      @egghead

      ?Allgemeinplätzchenbäckerin?

      ist nicht von mir, sondern vom – nicht nur sprachlich – genialen Peter Zudeik.

    16. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 20:04 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Natürlich will a) nicht jeder arbeiten und vor allem gibt es b) auch nicht für jedermann einen Arbeitsplatz.

      Ach so, die übliche Behauptung es gäbe nicht genügend Arbeitsstellen. Jährlich werden 5 Millionen neue Jobs vergeben, aber die Hälfte der Arbeitslosen schafft es jahrelang nicht, einen dieser oft gut bezahlten Stellen zu erlangen. Sie bleiben 3, 4, 5 Jahre und länger erwerbslos. Seit den Arbeitsmarktreformen hat sich das Verhältnis Erwerbslose zu offenen Stellen deutlich verbessert und diese Relation ist in jedem OECD-Land zu Lasten der Arbeitslosen. Der Punkt ist ja nicht, dass jemand in einer Marktwirtschaft arbeitslos werden kann. Das Problem in Deutschland ist, das manche es bleiben.

      Natürlich ? ich kenne aus dem näheren Familienkreis. Da wurde einer 58jährigen, die eigentlich nur noch zwei Jahre ALG kassieren wollte, bevor sie in Rente geht, eine Umschulung zur Bürofachkraft aufgenötigt.

      Warum nur bekennen sich so viele Erwerbslose zum Nichtstun? Etwas, worauf soziale Teddybären keine Antwort finden.

      Bitte, bitte? Welchen Marktwert hat wohl eine 30jährige zweifache Mutter, die während ihrer ersten Schwangerschaft im Alter von 17 Jahren die Schule abgebrochen hat und sich einfach ihrem Muttersein widmete? Welchen Marktwert ein 50jähriger Schlosser, der seit 1995 Sozialhilfe bezieht und sich mit gelegentlichen Schwarzarbeiten über Wasser hielt? Würden Sie für solche Leute bei der ersten Anstellung gut 2.000 EUR (inclusive Arbeitgeberanteil und sonstige Sozialleistungen wie bezahlte Krankentage) bezahlen? Never!

    17. Spiegelfechter schrieb am 11. Januar 2010 um 20:10 - Permalink

      @StefanP

      Ach so, die übliche Behauptung es gäbe nicht genügend Arbeitsstellen.

      Es wäre schlimm, wenn dem nicht so wäre.

      Für progressive Denker ist dies eine Rahmenbedingung, die man für eine intelligente Politik mit einbeziehen muss.

      Jährlich werden 5 Millionen neue Jobs vergeben

      Ach herrjeh. Du kennst Dich doch zumindest rudimentär mit den Wirtschaftswissenschaften aus. Wenn wir jedem Haushalt gestatten würden, eine Haushaltshilfe für 1 Cent pro Stunde einzustellen, hätten wir von heute auf morgen 40 Millionen Arbeitsstellen geschaffen.

    18. Geheimrätin schrieb am 11. Januar 2010 um 20:16 - Permalink

      “Haben Sie Herzprobleme?
      Warten Sie nicht bis zum Notfall. Nutzen Sie ein eigenes EKG.”

      Danke für diesen eingebauten Werbe-Rettungsanker im Text, Spiegelfechter. so ein ekg ist doch was feines, da kann man sich selbst mal seine pumpe etwas genauer ansehen und die herzverträglichkeit von uschis allegmeinplätzchen untersuchen.

    19. mephisto789 schrieb am 11. Januar 2010 um 20:18 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich denke, man muß garnicht so weit gehen. Was du bzgl. StefanP geschrieben hast, ist ja fast noch eine vernünftige Handlung der Arge. Meistens ist es eher so, dass da z.b. einem 52 Jahre alten, promovierten Ingenieur mit Leitungserfahrung Rhetorikseminare oder Computerkurse aufgedrückt werden, anstatt z.B. die Fortbildung für aktuelle CAD/CAM-Software zu finanzieren, die evtl. echte Chancen ermöglichen würde.
      Oder meine z.B. Nachbarin hat gerade ihren dritten Computerkurs hinter sich- und ist trotzdem nicht in der Lage, die E-Mails ihrer Enkelin ohne meine Hilfe abzurufen. Dafür ist sie jetzt absolut fit mit Excel 2003- kann aber z.B. mit der 2007er Version nichts anfangen… Was natürlich auch Bände über diese “Weiterbildungsmaßnahmen” spricht.

      Es sind stattdessen z.T. hoch- z.T. weniger gebildete Leute, die sich wehren, für 1,30 ?/Stunde an einer sog. Wiedereingliederungsmaßnahme teilzunehmen oder für 4,50 ?/h im Callcenter Versicherungen etc. zu verkaufen und sich dadurch sowenig zu verbessern, dass sie hinterher genau dem selben “Fordern” durch ARGE und Co ausgesetzt sind, wie vorher.

      In den Argen selbst sieht es oft nicht besser aus. Vor einigen Jahren wurden hunderte Arbeitslose in befristete Verhältnissen zu Arbeitsberatern ausgebildet, die wissen alle ganz genau, dass sie morgen wieder auf der Straße stehen, wenn sie die Vorgaben des Gruppenleiters nicht erfüllen (können). Z.B. in einem Monat 10% der bewilligten Summen zu kürzen.

      Der gemeine Springerverdummungsblattleser fühlt sich aber wohl in der kleinen Welt, in der es echte Leistungsträger gibt, Politiker die nur das beste für den kleinen Mann im Sinn haben und das arbeitsscheue Hartz-4-Gesindel…

    20. Der Schachspieler schrieb am 11. Januar 2010 um 20:26 - Permalink

      schickt doch die liebe frau mal zur Schulung:

      http://5Internationale.eu

      Der Marktwert einer “Arbeitsministerin” würd sich nach so einer Schulung deutlich heben.

    21. Geheimrätin schrieb am 11. Januar 2010 um 20:31 - Permalink

      +1.912% mit Irak-Öl-Aktie
      Dieses Unternehmen kann auch Sie über Nacht zum Millionär machen!

      auch klasse, nochmals danke jens für das aufpeppen deiner texte, die das zwar gar nicht nötig haben, aber so ein paar gute ratschläge querwerweise sind gerade für leistungsverweigerer ohne marktwert nicht zu verachten

    22. Spiegelfechter schrieb am 11. Januar 2010 um 20:35 - Permalink

      @Geheimrätin

      +1.912% mit Irak-Öl-Aktie
      Dieses Unternehmen kann auch Sie über Nacht zum Millionär machen!

      Cool! Kaufen!

      auch klasse, nochmals danke jens für das aufpeppen deiner texte, die das zwar gar nicht nötig haben, aber so ein paar gute ratschläge querwerweise sind gerade für leistungsverweigerer ohne marktwert nicht zu verachten

      Die Anzeigen sind speziell für StefanP – Google hat ja mitbekommen, dass ich auch von Leistungsträgern gelesen werde! Da kann man natürlich nicht für Dosenravioli oder KIK werben, das ist Ehrensache!

    23. Very Cool schrieb am 11. Januar 2010 um 20:39 - Permalink

      Ach da ist er ja wieder, unser ??Ich gehöre zu den oberen 10 Prozent Steuerzahlern dieses Landes. Mit zwei akademischen Abschlüssen zähle ich zu einem kleinen Bildungskreis. Ich habe eine Führungsfunktion in einem größeren Unternehmen.??

      Zu gerne werden Behauptungen herangezogen, alle Arbeitslosen, in Deutschland so verdächtig rekordlang außerhalb des Arbeitslebens wie sonst nirgends, möchten schon arbeiten, allein, es mangele an Arbeit.

      Ich habe eben mal nachgesehen im Portal der Arbeitsagentur:
      3.872.723 Bewerberprofile
      356.479 Stellen
      169.310 Ausbildungsstellen

      Das macht 10 Arbeitssuchende auf eine Stelle.
      Die Chancen, einen adäquaten Arbeitsplatz zu bekommen steht also bei 10:1
      Wenn man die 50 überschritten hat oder/und körperlich nicht mehr 100% fit ist, hat man NULL Chancen.

      Und bei mehreren Überprüfungen durch die Arbeitsagenturen sahen sich je nach Qualifikation bis zur Hälfte der Arbeitslosen nicht in der Lage, an anberaumten Schulungen teilzunehmen.

      Wenn ich das schon wieder höre.
      Komisch, wenn ich mal das Glück hatte, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden hieß es immer: “Für diesen Job sind sie überqualifiziert”.

      Die Wahrheit ist: eine Reihe von Leuten lebt ganz gut mit der Knete vom Amt und nebenher etwas Schwarzarbeit.

      Komisch, ich kenne niemanden in meinem Umfeld, der schwarz arbeitet.
      Außerdem kenne ich niemanden, der von 351 Euronen ganz gut lebt.

      Der Großteil der heutigen Zeitarbeiter war zuvor ohne Beschäftigung und drei Viertel der Hartz-IVler, die nach langer Erwerbslosigkeit einen Job antreten, tun dies mit einem Lohn unter 10 EUR in der Stunde.

      Weil sie durch die ARGEn gezwungen werden, zu Hungerlöhnen zu malochen. Das ganze hat doch System. Die Politik, hat doch alles so eingefädelt, damit Zeitsklavenverleiher viel Kohle machen mit der Arbeit, die andere machen.
      Ich habe mal bei einem großen Elektronikkonzern durch einen Verleiher gearbeitet.
      Ich habe später erfahren, dass er der Zeitsklavenfirma 50 Mark die Stunde für mich bezahlt hat.
      Davon habe ich ganze 12,50 DM bekommen. Klasse, nicht wahr?

      Seit den Arbeitsmarktreformen hat sich das Verhältnis Erwerbslose zu offenen Stellen deutlich verbessert…

      Jau, is klar. Siehe obige Zahlen der Arbeitsagentur.

      Welchen Marktwert ein 50jähriger Schlosser,…

      Marktwert? Ich dachte, es geht hier um Menschen?
      Aber schon klar, vor 10 Jahren meinte mal jemand zu mir, mit 40 wäre ich Schrottstufe 2.
      Ich mußte mich stark zusammennehmen, um ihm nicht meine Bewerbungsunterlagen in den Rachen zu stopfen und sie am Hintern wieder herauszuziehen. Heute wäre ich nicht mehr so zimperlich….
      Tun Sie mir und der Menschheit den Gefallen und bekommen sie eine unheilbare Krankheit, damit wir solche unsozialen Willys nicht länger ertragen müssen.

    24. Markus schrieb am 11. Januar 2010 um 20:48 - Permalink

      Frau von und zu meint es doch eigentlich nur gut mit den faulen Arbeitslosen ? es ginge ja auch nicht darum, sich neue Sanktionen auszudenken, sondern nur um die konsequente Anwendung der vorhandenen Möglichkeiten.

      Das schlimme ist ja, dass diese schon das zulassen, was das neoliberale Herz sich träumen lässt (z.B. die komplette Streichung aller Bezüge bei jungen Arbeitslosen).

      Man stelle sich nur einmal vor, Franz Josef Jung würde lächelnd solch halbgare Plattitüden von sich geben.

      Ach, was hat Franz Josef denn sonst gemacht? ;-)

      hätte man andere Pläne, müsste man schließlich nur die Gesetzgebung unserer europäischen Nachbarn anschauen. Dort gibt es auch Leiharbeit, aber der Leiharbeiter bekommt genau so viel Geld ausgezahlt wie der reguläre Mitarbeiter. Das ist schließlich auch der Sinn von Leiharbeit. Wer flexibler am Markt agieren und reagieren will, muss Flexibilitätskosten zahlen.

      In Frankreich bekommen Leiharbeiter ja sogar mehr als die in Normalarbeitsverhältnissen, und in keinem anderen Land sind die Lohnunterschiede zwischen regulärer und befristeter Beschäftigung so stark ausgeprägt wie in Deutschland. Mit dem Zusammenhang Flexibilität – Sicherheit hast du öllig Recht – dieser Gedanke liegt ja auch dem Flexicurit-Modell zugrunde (v.a. in Dänemark), wo Flexibilität der Arbeitsverhältnisse und eine sehr hohe soziale Sicherheit miteinander kombiniert sind.
      Und das Problem der ganzen Agenda-Reformen ist ja, dass sie Druck ausüben, ohne das Arbeitsplätze geschaffen werden. Aus neoliberaler Sicht würde man argumentieren, dass die Löhne, v.a. im Niedriglohnbereich zu hoch wären. Und dann ersetzt man aber noch dazu Normalarbeitsverhältnisse durch Niedriglohnarbeit oder prekäre Beschäftigungsformen (z.B. Leiharbeit), schafft also keine neue Beschäftigung und senkt zu allem Überfluss noch die Binnennachfrage, was die Arbeitslosigkeit steigen lässt.

      P.S.: Noch ein Klugscheißer Kommentar: Es müsste “keinen Quatsch” heißen ;-)

    25. superguppi schrieb am 11. Januar 2010 um 20:50 - Permalink

      Ein lesenswertes Interview mit dem US-Ökonom Jeremy Rifkin aus dem Jahr 2005:
      ?Langfristig wird die Arbeit verschwinden?

      Wie ich finde, immer noch aktuell. Jedes Jahr fallen rund 200.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze weg. Jeder Ein-Euro-Job vernichtet 2 reguläre Arbeitsplätze.

    26. Markus schrieb am 11. Januar 2010 um 21:08 - Permalink

      @ 2 Dierck:

      Du hast ja zum größten Teil Recht. Hat aber nicht wirklich viel mit dem angegebenen Zitat zu tun ;-)

      @ 6 Andreas:
      Noch schlimmer, wenn sie auf Leute wie Wolfgang Franz hört

      @ 8 StefanP

      Der Großteil der heutigen Zeitarbeiter war zuvor ohne Beschäftigung

      Falsch. Fast 80% aller Zeitarbeitnehmer sind in diese prekäre Beschäftigungsform von vorher regulärer Beschäftigung oder nur kurzer Arbeitslosigkeit gewechselt. Nur 21% der Zeitarbeitnehmer werden in reguläre Beschäftigung übernommen (12-15% direkt im Entleihbetrieb). 26% bleiben in der Zeitarbeit, 34% werden arbeitslos, 19% werden Nichterwerbspersonen (IAB-Betriebspanel).

      und drei Viertel der Hartz-IVler, die nach langer Erwerbslosigkeit einen Job antreten, tun dies mit einem Lohn unter 10 EUR in der Stunde. Einem Lohn, für den sie zuvor nicht bereit waren zu arbeiten.

      Toll. In Löhne, die unterhalb ihrer Produktivität liegen, die die Nachfrage schwächen und die teilweise staatlich bezuschusst sind, um den Privatunternehmen mehr Gewinne zu ermöglichen. Von den sozialen Folgen ganz zu schweigen. Aber die sind dir offensichtlich sowieso vollkommen egal.

    27. mephisto789 schrieb am 11. Januar 2010 um 21:09 - Permalink

      @24

      Ja, der größte Konstruktionsfehler in der deutschen Leiharbeit. Aber das war vermutlich Absicht. In diesem Bereich wurden ja ganz neue Wege eröffnet. Bestes Beispiel ist ja gerade aktuell Schlecker mit seinen XL-Märkten. Aber die Ursel wird es schon richten… ;-(

    28. Markus schrieb am 11. Januar 2010 um 21:11 - Permalink

      @ 27 mephisto789:

      Ich denke auch, dass das beabsichtigt war. Ich mein, schau dir nur an, wo Clement jetzt arbeitet …

    29. mephisto789 schrieb am 11. Januar 2010 um 21:21 - Permalink

      @28

      jap. genau. und solche “Fehler” ziehen sich durch die gesamte neuere Gesetzgebung in praktisch allen Gebieten, sei es Soziales, Bürgerrechte, Bildung etc.

      Ich meine es hat 150 Jahre, 2 Weltkriege und den Kommunismus gebraucht, dass sogar konservative Kräfte nicht an einem System wie der alten Bundesrepublik vorbeikamen. Nicht perfekt, keinesfalls, aber doch jahrelang mit den skandinavischen Staaten geradezu ein Leuchtturm.

      Das fällt jetzt jeden Tagen ein bisschen mehr zusammen- z.T. mit voller Absicht, z.T. aus purem Dilletantismus.

      Erstaunlicherweise tauchen dann leute wie Clement, Riester, Schröder etc.pp. fast unmittelbar – ohne Schamfrist- als Nutzniesser ausgerechnet dieser TINA-Reform auf.

      Und wundern sich dann, dass die Leute immer mehr den Gürtel enger schnallen, weniger Häuser kaufen, weniger Autos kaufen oder weniger Kinder zeugen. Dafür sind jetzt alle durchflexibilisiert und mobilisiert.

    30. Markus schrieb am 11. Januar 2010 um 21:24 - Permalink

      Zur Rolle der Medien: Spon macht mal gleich mit dem Märchen der Sozialdemokratisierung der Union weiter, geht sogar so weit, dass die Union ja viel sozialer sei als die Opposition: Arbeitsmarkt: Rote Ursula provoziert die SPD
      Nein, die “rote Ursula” geht sogar gegen Dumpinglöhne vor! Da müssen wir uns ja schon fast vorsehen, dass nicht der Kommunismus Einzug hält im Arbeitsministerium!

    31. mephisto789 schrieb am 11. Januar 2010 um 21:31 - Permalink

      @30

      Abgedroschen aber wahr: Nach der NRW-Wahl wird die “Rote Ursel” zur schwarzen Hexe des Westens die mit Schäuble die Kürzungen exekutiert.

    32. Markus schrieb am 11. Januar 2010 um 21:39 - Permalink

      @ 31 mephisto789 :
      Ich hab auch bisher keine “rote” oder “sozialdemokratische” Zensursula von der Leyen gesehen. Das gegen Lohndumping vorgegangen wird, würde wohl auch der härteste Marktradikale unterstützen, und die angeblichen “Veränderung” bei Hartz IV, die sie beabsichtigt, beschränken sich im Moment auf eine Verschärfung der Sanktionsanwendung. Aber es stimmt natürlich, anch der NRW-Wahl wird die Koalition erst ihrern wahren Koffer von Sozialabbaumaßnahmen auspacken.

    33. Andreas schrieb am 11. Januar 2010 um 21:44 - Permalink

      @StefanP:

      Du meinst also, “die Arbeitslosen” hängen lieber zuhause vor der Glotze herum, saufen ihr Bier und erfreuen sich ihres Daseins als H4-Empfänger mit 350 ? im Monat? Weil man damit so toll leben kann?

      Man, Typen wie dich habe ich langsam echt gefressen. Da wird dieser – sorry – Scheiß ein um’s andere mal wiederholt. Immer der gleiche reflexartige Dünnpfiff, verlässlich wie das Sabbern des pawlowschen Köters. Man muss wirklich nur mal ein wenig recherchieren um auf das krasse Missverhältnis von Erwerbslosen zu offenen Stellen zu kommen, um den Schwachsinn, den du hier von dir gibst, als blanke und blöde Hetzerei zu entlarven. Man muss sich nur ein wenig informieren, um zu begreifen, dass die Situation der meisten H4-Empfänger alles andere als ein annehmbares Leben bedeutet und für nicht wenige das Herumhängen ohne Aufgabe, ohne Anerkennung, mit sozialer Isolation und ohne einen geregelten Tagesablauf schließlich in der Depression endet.

      Das erwähnte Drittel, das angeblich gar nicht arbeiten will, ist eine Aussage von Schlarmann, dem Chef der CDU Mittelstandsvereinigung. Seine “Erkenntnisse” verdankt er angeblich Gesprächen mit Mitarbeitern aus den ARGEn. Na toll, was für eine seriöse Quelle*.

      Das Langzeitarbeitslose hierzulande kaum noch Chancen haben, liegt einerseits an der Stigmatisierung, die mit dem Etikett “Hartz4-Empfänger” einher geht. Andererseits hat man, wenn man erstmal eine Zeit lang aus dem Job raus ist, ohnehin keine Chance mehr. Und wer die 40 oder gar 45 überschritten hat, für den ist der Zug meist abgefahren.

      Das die erwähnten “Schulungen” der reinste Schwachsinn sind, wurde ja schon erwähnt. In unserer regionalen Tageszeitung gab es mal einen Aufruf, um Stoffreste und Wolle zu spenden. Der Grund: man brauchte das Zeug für eine berufliche(!) Weiterbildungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose. Dann war mal in den Zeitungen zu lesen, dass eine ARGE Langzeitarbeitslose zu Tanzkursen zu mongolischem Getrommel mit Kehlgesängen schickte, um, wie sie meinte, deren Selbstvertrauen zu stärken. Das ist KEIN Scherz.

      Wenn so etwas gemacht wird, oder wenn Akademiker zu Bewerbungstrainings auf Sonderschulniveau geschickt werden, dann geht es letztlich nur um eines: Erniedrigung. Den Betroffenen soll der Leistungsbezug so madig gemacht werden, wie es eben geht.

      Das ist das eigentlich Prinzip, das hinter Hartz4 steckt: Demütigung, Erniedrigung, herausdrängen aus dem Leistungsbezug mit allen Mitteln. Verbunden mit einem Regelsatz, dessen Höhe zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist. Insofern ist Schwarzarbeit als Notwehr anzusehen.

      Also, StefanP, es gilt das altbekannte Sprichtwort:

      Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.

      *) Heute 21:45 Monitor auf ARD: Unqualifiziert und überfordert: Warum Arge-Mitarbeiter so viele Fehler machen.

    34. mephisto789 schrieb am 11. Januar 2010 um 21:44 - Permalink

      Ich hab auch bisher keine ?rote? oder ?sozialdemokratische? Zensursula von der Leyen gesehen. Das gegen Lohndumping vorgegangen wird, würde wohl auch der härteste Marktradikale unterstützen, und die angeblichen ?Veränderung? bei Hartz IV, die sie beabsichtigt, beschränken sich im Moment auf eine Verschärfung der Sanktionsanwendung. Aber es stimmt natürlich, anch der NRW-Wahl wird die Koalition erst ihrern wahren Koffer von Sozialabbaumaßnahmen auspacken.

      Ja – das macht SPON und CoKG ja so lächerlich. Leider werden es einige Leute glauben. Wenn man heute mal in die Welt schaut, scheinen den CDU-Mitgliedern entweder die Nerven durchzugehen, dass Merkel evtl. wirklich nach links rutscht- was ich nicht glaube- oder einer angeblich sozialdemokratisierten CDU/CSU weitere neokonservative Zugeständnisse als “Ausgleich” abzuringen und der Öffentlichkeit zu verkaufen.

      Ein Skandal jedes mal, dass die Medien da mitmachen.

    35. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 21:52 - Permalink

      @Very Cool

      Schade, dass Sie sich nicht die Berichte der BfA angesehen haben. So werden Sie sehen, dass in 2007 über 8 (!) Millionen Menschen (Seite 47) eine neue Stelle aus der Arbeitslosigkeit bekommen haben. Das können schon rein rechnerisch nicht alles Niedriglöhner gewesen sein.

      Also noch mal: bei 8 Millionen neuen Jobs müsste rein rechnerisch jeder Erwerbslose binnen 5 Monaten eine neue Stelle haben. Nach den Gesetzen der Mathematik ist es nicht möglich, dass jemand mehrere Jahre ohne Beschäftigung ist. Wenn, ja wenn nicht der Grund in der Persönlichkeit oder der Qualifikation des Langzeitarbeitslosen liegt.

      Komisch, wenn ich mal das Glück hatte, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden hieß es immer: ?Für diesen Job sind sie überqualifiziert?.

      Kein Wunder, wenn Sie sich nicht überlegen, welche Stelle tatsächlich auf Ihre Qualifikation passt. Sie haben nur geringe Chancen wenn Sie deutlich zuviel oder zuwenig anzubieten haben. Sie kaufen schließlich auch keinen Super-Computer, wenn Sie nur ein bisschen Netzserven wollen.

      Komisch, ich kenne niemanden in meinem Umfeld, der schwarz arbeitet.

      Komisch, ich bin mein ganzes Leben immer wieder solchen Leuten ? und zwar ziemlich häufig ? begegnet.

      ->Seit den Arbeitsmarktreformen hat sich das Verhältnis Erwerbslose zu offenen Stellen deutlich verbessert?
      Jau, is klar. Siehe obige Zahlen der Arbeitsagentur.

      Oje, wenn Sie nicht mit Vergleichszahlen (!) umgehen können, wird?s wirklich schwer.

      Marktwert? Ich dachte, es geht hier um Menschen?

      Ob?s Ihnen gefällt oder nicht ? als jemand, der seine Arbeitskraft anbietet, hat jeder einen Marktwert. Schließlich werden Sie nicht als Freund, Partner, Vater oder was auch immer taxiert. Außerdem wollen Sie doch einen Lohn, oder? Wie kommen Sie denn zu Ihrer Lohnvorstellung? Etwa durch Selbsteinschätzung ihrer Fähigkeiten?

    36. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 22:08 - Permalink

      @Andreas

      Sie sollten wissen, dass ich (im Gegensatz zu vielen hier) nicht Meinungen von Politikern oder Interessenvertretern veröffentliche oder nachhänge. Ich habe Ihnen außerdem schon die Quelle genannt: das DIW. Dort werden kontinuierlich 24.000 Bundesbürger detailliert befragt. (Seite 682)

      ?Die Auswertungen der SOEP-Daten zeigen, dass in der Tat ein Drittel aller Arbeitslosen nicht als arbeitsmarktnah bezeichnet werden kann ? dass sie also kurzfristig für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zur Verfügung stehen oder nicht selbst nach einer Stelle suchen (Tabelle 1). Allerdings: Zwischen den Hartz IV-Arbeitslosen und den SGB III-Arbeitslosen gibt es in dieser Hinsicht keine signifikanten Unterschiede. In beiden Gruppen ? Hartz IV- und SGB IIIArbeitslose ? will nach deren eigenen Angaben reichlich ein Zehntel nie mehr erwerbstätig sein.

      Dabei handelt es sich meist um Ältere. Unter den SGB III-Arbeitslosen im Alter ab 55 Jahren trifft das für knapp die Hälfte zu, unter den Hartz IV-Arbeitslosen in dieser Altersgruppe ist es reichlich ein Drittel (Tabelle 2). Ein weiteres Achtel aller Arbeitslosen schließt zwar nicht aus, zu einer späteren Zeit erwerbstätig zu sein, würde aber eine angebotene Stelle kurzfristig nicht antreten. Besonders häufig finden sich solche Personen unter den SGB III-Arbeitslosen, und zwar insbesondere in Westdeutschland sowie in den mittleren Jahrgängen. Deutlich weniger Hartz IV-Arbeitslose würden einen angebotenen Job ausschlagen ? allerdings ist dieser Anteil unter den Jüngeren erheblich.?

      Also noch mal: was veranlasst Arbeitslose, von sich selbst zu behaupten, sie würden nicht direkt eine Stelle suchen oder alles unternehmen, eine zu bekommen, wenn dem nicht so ist? Und Ihr Argument bezüglich der älteren Arbeitslosen ist damit auch zerlegt. Übrigens ist im letzten Boom bei keiner Erwerbslosengruppe die Arbeitslosigkeit so schnell und gravierend zurück gegangen wie bei den über 50jährigen. Auch das radiert das Argument des ?Jugendwahns? aus.

      Dass Langzeitarbeitslose hierzulande kaum noch Chancen haben, liegt einerseits an der Stigmatisierung, die mit dem Etikett ?Hartz4-Empfänger? einher geht.

      Ach, und was war früher mit dem Etikett ?Sozialhilfeempfänger?? Und was ist in anderen Ländern mit dem gleichen Etikett? Offensichtlich ist das Schild ?Hartz-IV? für potentielle Arbeitgeber weniger abschreckend.

    37. GrooveX schrieb am 11. Januar 2010 um 22:11 - Permalink

      die alphamedien sind nicht lächerlich. sie sind brandgefährlich. in wirklichkeit machen die nirgendwo mit, sondern treiben die gesellschaftliche entwicklung forciert in die von ihnen gewünschte richtung. wenn also das merkel als links markiert wird, dann muss rechts von ihm ein platz zu besetzen sein. wer hat eigentlich diese werbebroschüre für den deutschen am broadway verkauft?

    38. Beate schrieb am 11. Januar 2010 um 22:13 - Permalink

      @StefanP

      Bitte keine Rosstäuschertricks.

      Die konjunkturellen Probleme sind dem Kapitalismus immanent:

      Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze

      1999 Juni 27.482.584
      September 27.943.495
      Dezember 27.756.492
      2000 März 27.632.809
      Juni 27.825.624
      September 28.285.045
      Dezember 27.979.593
      2001 März 27.710.166
      Juni 27.817.114
      September 28.205.155
      Dezember 27.864.091
      2002 März 27.548.488
      Juni 27.571.147
      September 27.853.391
      Dezember 27.360.497
      2003 März 26.991.541
      Juni 26.954.686
      September 27.204.384
      Dezember 26.746.384
      2004 März 26.427.917
      Juni 26.523.982
      September 26.916.694
      Dezember 26.381.842
      2005 März 25.999.500
      Juni 26.178.266
      September 26.565.925
      Dezember 26.205.969
      2006 März 25.937.677
      Juni 26.354.336
      September 26.869.603
      Dezember 26.636.361
      2007 März 26.603.411
      Juni 26.854.566
      September 27.426.740
      Dezember 27.224.084
      2008 März 27.224.677
      Juni 27.457.715
      September 27.995.661
      Dezember 27.632.286
      2009 März 27.337.349

      werden wir immer haben.

      8 Millionen neue nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze oder haben 1 Million Kellner acht mal im Jahr eine neue Stelle angetreten.

      Versuchen Sie herauszufinden, welche Rosstäuschertricks noch so gehen?

      Erinnert mich an die Kürzung des Regelsatzes für Asylbewerber auf 250 Euro im Monat.

      Politiker schätzen Menschen schon richtig ein.
      Rechtspopulismus, dass Aussperren von Gruppen mit bestimmten zuordnenbaren Merkmalen, rassistische Hetze , wie sie dieser Schlarmann von sich gibt, kommt gut an.

      So sind sie die Deutschen.

    39. Andreas schrieb am 11. Januar 2010 um 22:15 - Permalink

      Also noch mal: bei 8 Millionen neuen Jobs müsste rein rechnerisch jeder Erwerbslose binnen 5 Monaten eine neue Stelle haben.

      Der Studie ist aber folgendes zu entnehmen:

      Abgänge aus Arbeitslosigkeit: 8.239.000
      davon Erwebstätigkeit: 39%

    40. Fyyff schrieb am 11. Januar 2010 um 22:22 - Permalink

      Zu gerne werden Behauptungen herangezogen, alle Arbeitslosen, in Deutschland so verdächtig rekordlang außerhalb des Arbeitslebens wie sonst nirgends, möchten schon arbeiten, allein, es mangele an Arbeit.

      Putzig. Selbst dem unsäglichsten Schwätzer muß auffallen, daß diese Behauptung nicht stimmen KANN. Knapp 3,5-4 Millionen Arbeitslose und nur ungefähr 500.000 offene Stellen.

      3.500.000!=500.000. Einfacher gehts nun wirklich nimmer.

      Klar…mit irgendwelchen Tricks kann man da bestimmt schönrechnen. Sagen wir nur die Hälfte der offenen Stellen wird gemeldet und die Hälfte der Arbeitslosen ist zu dumm, alt, faul, gebrechlich um überhaupt für einen Job in Frage zu kommen. Oh Wunder, oh Wunder…nicht mal unter diesen extrem unrealistischen Bedingungen wäre für jeden Suchenden ein Job vorhanden.

      Zum Thema: Die Uschi wird diesen Job genauso machen wie den vorherigen. Inkompetent, publicitygeil und frei jeglichen Kontaktes mit der Realität.
      Warum auch ein Erfolgsgeheimnis ändern oder gar *schauder* aus Fehlern lernen und mal was richtig machen?. Macht die Madam im Kanzleramt ja auch nicht und von IM Erika lernen heißt siegen lernen, oder so.

    41. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 22:24 - Permalink

      @Beate

      Nun haben Sie sich aber selber wiederlegt. 1999 war ein Boomjahr, genauso wie 2008. Und Sie schreiben:

      Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze:
      Dezember 27.979.593
      Dezember 27.632.286

      Angesichts der erheblichen wirtschaftlichen Veränderungen, die inzwischen stattgefunden haben und dem Anstieg der Selbständigkeit in Deutschland von einem desaströs niedrigen Niveau aus sind das keine Zahlen, die die Behauptung stützen, sozialpflichtige Beschäftigung wäre in ungeahntem Ausmaß in Deutschland abgebaut worden.

    42. O. aus M. schrieb am 11. Januar 2010 um 22:27 - Permalink

      Ja, wat soll man da sagen? Danke für diesen Artikel!!!

      vdL ist und bleibt eine Karrieristin, wenn auch eine sehr authentische. Also nicht im Sinne der Karrieristin, sondern vielmehr als “ich will doch nur das alles gut wird”-Tante. Da kann man nur hoffen das die Prognose von Jens eintrifft, und sie auf diesem Posten mal so richtig Federn lassen muss. Damit es auch der Letzte erkennt.

      Und wie auch immer die Hartz-Reformen in ihrer Wirkung angedacht waren, so langsam müsste jedem klar sein, daß es mächtigen Korrekturbedarf gibt.

      Teil 1
      Teil 2
      Teil 3

      Einem zumindest kann ich eiskalte Berechnung unterstellen. Wolfgang “Mr. Zeitarbeit” Clement wusste schon ganz genau was er damals tat. Link

      ?Die Gewerkschaften werden Tarifverträgen für Zeit­arbeiter zustimmen, die 20 Prozent unter den Löhnen der Stammbelegschaft liegen?
      Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) am 27.11.02 auf einem Sympo­sium der Schweizer Firma Adecco in Berlin

      @Markus

      P.S.: Noch ein Klugscheißer Kommentar: Es müsste ?keinen Quatsch? heißen ;-)

      Das mag wohl stimmen, aber eigentlich stammt das wohl von hier

    43. Andreas schrieb am 11. Januar 2010 um 22:31 - Permalink

      Dabei handelt es sich meist um Ältere. Unter den SGB III-Arbeitslosen im Alter ab 55 Jahren trifft das für knapp die Hälfte zu, unter den Hartz IV-Arbeitslosen in dieser Altersgruppe ist es reichlich ein Drittel (Tabelle 2).

      Aha. Und schon sind es nicht mehr “die Hartz4-Empfänger”, sondern nur noch ältere. Wie nähern uns sukzessive der Wahrheit. Wenn man nun noch bedenkt, dass es für über 55jährige nahezu aussichtslos ist, eine neue Stelle zu finden, dann wundert einen die Resignation nicht mehr. Das mal als Antwort auf die Frage:

      Also noch mal: was veranlasst Arbeitslose, von sich selbst zu behaupten, sie würden nicht direkt eine Stelle suchen oder alles unternehmen, eine zu bekommen, wenn dem nicht so ist?

      Und Ihr Argument bezüglich der älteren Arbeitslosen ist damit auch zerlegt. Übrigens ist im letzten Boom bei keiner Erwerbslosengruppe die Arbeitslosigkeit so schnell und gravierend zurück gegangen wie bei den über 50jährigen. Auch das radiert das Argument des ?Jugendwahns? aus.

      Unsinn. Gar nichts ist “zerlegt” oder “radiert”. Man sollte sich schonmal die Mühe machen und nachschauen, wo denn die älteren, die aus der Statistik fallen, geblieben sind. Denn nicht wenige von denen wurden zwangsverrentet. In die Gruppe der über 50jährigen fallen nämlich auch die 60jährigen, die von dieser Zwangsverrentung betroffen waren. Der Rest wird in irgendwelchen Maßnahmen geparkt. Und sicher haben einige auch den Absprung in reguläre Arbeit geschafft. Ich vermute, das war eine Minderheit.

    44. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 22:32 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Schön, sich selbst zitieren ? da muss man nur noch aufpassen, sich nicht selbst zu widersprechen. ;-)

      Wir haben keine 20:80 Gesellschaft, dem steht schon die seit Jahrzehnten anhaltende Entwicklung zu mehr Erwerbstätigkeit entgegen ? in praktisch allen OECD-Ländern. Sind die alle so unterentwickelt, Menschen zu beschäftigen, die gar nicht benötigt werden?

      Ach herrjeh. Du kennst Dich doch zumindest rudimentär mit den Wirtschaftswissenschaften aus. Wenn wir jedem Haushalt gestatten würden, eine Haushaltshilfe für 1 Cent pro Stunde einzustellen, hätten wir von heute auf morgen 40 Millionen Arbeitsstellen geschaffen.

      Sie brauchen dazu nicht einen Cent. Schauen Sie sich mal bei Spiegel-Online um. Gut, der ist hier zwar ähnlich verhasst wie der Stürmer, aber da werden Jobs angeboten, da wollen tatsächlich Arbeitgeber freiwillig (!) 150.000 EUR und mehr pro Jahr für einen Arbeitnehmer zahlen! Sind die verrückt? Gibt doch so viel Arbeitslose!

    45. Beate schrieb am 11. Januar 2010 um 22:38 - Permalink

      @StefanP

      Amüsiere mich köstlich.

      Warum war die Wirtschaftspolitik so schlecht?

      Mit einem Spitzensteuersatz von 80% lassen sich 4 Millionen zusätzliche armutsfeste Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst schaffen.

    46. Diskussionsteilnehmer schrieb am 11. Januar 2010 um 22:39 - Permalink

      ut, der ist hier zwar ähnlich verhasst wie der Stürmer, aber da werden Jobs angeboten, da wollen tatsächlich Arbeitgeber freiwillig (!) 150.000 EUR und mehr pro Jahr für einen Arbeitnehmer zahlen! Sind die verrückt? Gibt doch so viel Arbeitslose!

      Und das lässt jetzt für die restlichen Menschen ohne Arbeit welchen Schluss zu? Es warten ja nicht Millionen von Leute mit nem Diplom von 1,5 und Berufserfahrung als Projektmanager auf Arbeit. Und wenn es so wäre, dann gäbe es das Angebot bestimmt nicht für 150.000? im Jahr….

    47. Herr Knecht schrieb am 11. Januar 2010 um 22:41 - Permalink

      Sie brauchen dazu nicht einen Cent. Schauen Sie sich mal bei Spiegel-Online um. Gut, der ist hier zwar ähnlich verhasst wie der Stürmer, aber da werden Jobs angeboten, da wollen tatsächlich Arbeitgeber freiwillig (!) 150.000 EUR und mehr pro Jahr für einen Arbeitnehmer zahlen! Sind die verrückt? Gibt doch so viel Arbeitslose!

      Im Internet werden Jobs angeboten?? Achso, na dann…ist die Diskussion hier ja…müßig. Man muss nur mit Scheuklappen ganz genau hingucken, dann sieht man die Jobs schon und vdL macht alles richtig.

    48. GrooveX schrieb am 11. Januar 2010 um 22:42 - Permalink

      @44 – wer den spiegel hasst, hat den stürmer nicht verstanden. aber dass ausgerechnet du so einen vergleich anbietest, hat ja auch was. die beiden trennen welten von nuancen oder so. aber der spiegel ist ja nicht das problem, genauso wenig wie die bild oder der stern. es ist die konzertierte aktion, die sorgen macht.

    49. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 22:45 - Permalink

      @Andreas

      Sie tricksen. Es geht nicht um Arbeitslose, die irgendwann aus der Statistik fallen würden, sondern um Menschen, die von sich behaupten, nicht ernsthaft nach einer neuen Beschäftigung zu suchen. Das hat mit der Statistik gar nichts zu tun.

      Sie reden die ganze Zeit von statistischen Tricks, dabei sagen nach der Panel-Erhebung im Schnitt ein Drittel ? und zwar auch im mittleren Altersbereich ? nicht direkt arbeiten zu wollen. Und wie ist es mit der Korrektur Ihres Vorwurfes?

    50. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 22:49 - Permalink

      @Diskussionsteilnehmer

      Es warten ja nicht Millionen von Leute mit nem Diplom von 1,5 und Berufserfahrung als Projektmanager auf Arbeit. Und wenn es so wäre, dann gäbe es das Angebot bestimmt nicht für 150.000? im Jahr?.

      Sie nähern sich dem Punkt? Offensichtlich sind Unternehmen bereit, sehr viel Geld in die Hand zu nehmen, wenn es um bestimmte Qualifikationen geht und wenig zu bezahlen, wenn es ein bestimmtes Können an jeder Straßenecke gibt.

    51. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 22:51 - Permalink

      @Beate

      Mit einem Spitzensteuersatz von 80% lassen sich 4 Millionen zusätzliche armutsfeste Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst schaffen.

      Tja, das glaubt die Linke. Knapp 90% der Deutschen glauben solchen Zauber nicht.

    52. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 22:55 - Permalink

      @Andreas #39

      Sie unterschlagen allerdings, das die gleichen Relationen in die bezahlte Erwerbslosigkeit zugewandert waren.

    53. Fyyff schrieb am 11. Januar 2010 um 22:55 - Permalink

      Vielleicht bin ich irgendwie zu blöd oder verstehe von Wirtschaft nix oder beides.
      Wie zum Henker kann irgendwer behaupten es gäbe “für jeden Arbeit der arbeiten will”, wenn den (eher viel zu knapp berechneten, mit Tricks bereinigten) 3,5 Millionen Arbeitslosen, ca. 0,5 Millionen offiziell gemeldete offene Stellen gegenüber stehen?

      Bitte erklär mir das wer.

      Gibt es soviele nichtgemeldete oder gar potentielle Stellen, die nur darauf warten das ein 58-jähriger mit Rückenproblemen sagt: “Jawoll! Ich schleppe Zentnersäcke für 50 Cent die Stunde!”, das man irgendwie alle 3,5 Mill. innerhalb von 4 Wochen in Lohn und (Zu)Brot stellen könnte, wenn ja wenn die faulen Hartzies nur wollten?

      Oder liegts nur daran das die depperten Arbeitslosen es nicht schaffen was neues zu lernen und in einer lustigen Fortbildungsmaßnahme den neuesten Managerquark inklusive 20 Jahre Berufserfahrung beigebracht zu bekommen?

      Na dann. Sind die faulen, lernunwilligen Säcke ja selber Schuld das sie keine 150.000 Euro geboten bekommen.

    54. Diskussionsteilnehmer schrieb am 11. Januar 2010 um 22:56 - Permalink

      @ StefanP Nr. 50

      Ja aber das heißt eben nicht, dass sich das Problem erledigt, wenn jetzt haufenweise Leute super qualifiziert werden. Das würde auch in dem Segment die Löhne drücken.

      Wenn hier über Probleme gesprochen wird, kommt man nicht umhin zu berücksichtigen, dass es auch “normale” Berufe gibt und Leute, die durchschnittliche Noten haben.

      Wir können ja nicht aufhören unser Land verbessern zu wollen, wenn alle Hochschulabsolventen gute Jobs haben.

    55. StefanP schrieb am 11. Januar 2010 um 23:08 - Permalink

      @Diskussionsteilnehmer

      Sie haben völlig recht. Nur können wir dann eben auch nicht so tun als wären alle gleich qualifiziert und die Langzeitarbeitslosen wären nur solche aufgrund eines schlimmen Schicksalsschlages. Von den 3,5 Millionen Arbeitslosen haben um die Hälfte binnen weniger Wochen / Monate wieder eine Anstellung, die sind nicht uns Problem. Problematisch ist der andere Part.

      Ich sage ja nicht, Arbeitslose sind in der Mehrzahl oder von Natur aus fauler als der gemeine Bürger. Das schreibt übrigens auch das DIW nicht. Aber ein 33jähriger Langzeitarbeitsloser mit Hauptschulabschluss und geschmissener Lehre, Vater zweier Kinder, hat kaum Aussicht, eine Stelle zu bekommen, die weit besser vergütet ist als das Zuhausesitzen und Transfers zu kassieren. Der braucht nämlich eine Stelle, wo er brutto vielleicht 3.000 EUR bekommt.

    56. Spiegelfechter schrieb am 11. Januar 2010 um 23:22 - Permalink

      @24 Markus

      -> Man stelle sich nur einmal vor, Franz Josef Jung würde lächelnd solch halbgare Plattitüden von sich geben.

      Ach, was hat Franz Josef denn sonst gemacht? ;-)

      Er hat halbgare Plattitüden mit einem Gesicht verkauft, als hätte er eine Banane im Hintern ;-)

      Lächeln geht anders

    57. Very Cool schrieb am 11. Januar 2010 um 23:24 - Permalink

      @Andreas am 11. Januar 2010 um 21:44 #33
      DANKE DANKE DANKE für diese ausgesprochene Wahrheit.

      @ StefanP
      Ich möchte mich nur für den letzten Satz entschuldigen. Da sind die Pferde mit mir durchgegangen.
      Ansonsten hat es absolut keinen Nährwert, sich mit Ihnen zu unterhalten.
      Sie leben auf einer völlig abgehoben Ebene. Ich gehe Leuten wie Ihnen lieber aus dem Weg…

      Muß doch mal das Script ausprobieren, das hier jemand vor ein paar Tagen vorgestellt hat.

    58. Spiegelfechter schrieb am 11. Januar 2010 um 23:34 - Permalink

      @StefanP

      Wir haben keine 20:80 Gesellschaft, dem steht schon die seit Jahrzehnten anhaltende Entwicklung zu mehr Erwerbstätigkeit entgegen ? in praktisch allen OECD-Ländern. Sind die alle so unterentwickelt, Menschen zu beschäftigen, die gar nicht benötigt werden?

      Richtig – viele Arbeitsplätze sind politisch gewollt und eigentlich unnötig. Außerdem besagt die 20:80 These, dass die 20% Vollzeit und wirtschaftlich sinnvoll tätig sind. Ich weiß nicht, wie viele Vollzeitstellen wir momentan im ersten Arbeitsmarkt haben – Du kannst mir da bestimmt helfen ;-) Bei 80 Mio. Deutschen schätze ich den Anteil mal auf rund 20 Millionen – zu 20:80 fehlt da nicht mehr viel.

      -> Ach herrjeh. Du kennst Dich doch zumindest rudimentär mit den Wirtschaftswissenschaften aus. Wenn wir jedem Haushalt gestatten würden, eine Haushaltshilfe für 1 Cent pro Stunde einzustellen, hätten wir von heute auf morgen 40 Millionen Arbeitsstellen geschaffen.

      Sie brauchen dazu nicht einen Cent. Schauen Sie sich mal bei Spiegel-Online um. Gut, der ist hier zwar ähnlich verhasst wie der Stürmer, aber da werden Jobs angeboten, da wollen tatsächlich Arbeitgeber freiwillig (!) 150.000 EUR und mehr pro Jahr für einen Arbeitnehmer zahlen! Sind die verrückt? Gibt doch so viel Arbeitslose!

      Nein! Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Hüstel, ist das jetzt ernst gemeint?

    59. Markus schrieb am 11. Januar 2010 um 23:35 - Permalink

      @ 56 Spiegelfechter:
      Achso. Ich dachte, es ginge um die Plattitüden :-D

    60. Spiegelfechter schrieb am 11. Januar 2010 um 23:40 - Permalink

      @StefanP

      Sie tricksen.

      Och nun beleidige die Kommentatoren mal nicht mit Phantasielosigkeit. Du bist doch nicht dumm und weißt ganz genau, dass die Umlage (8 Mio.) auf dem Arbeitsmarkt eine ziemlich irrelevante Zahl ist. Wenn ich den Erfolg eines Unternehmens am Umsatz, nicht aber an der Rendite, messen würde, würdest Du mich – vollkommen zu Recht – auch kritisieren. Also, lassen wir doch diese Taschenspielertricks, mit denen Du eh keinen Blumentopf gewinnen kannst.

    61. kenji schrieb am 11. Januar 2010 um 23:43 - Permalink

      StefanP = neoliberale attention whore!

      mehr braucht man zu ihm nicht zu sagen. Kassiert wahrscheinlich pro Post hier von der Bertelsmann Stiftung so viel, wie ein Bäckermeister in der Stunde verdient.

    62. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 00:04 - Permalink

      @Very Cool

      Ich möchte mich nur für den letzten Satz entschuldigen. Da sind die Pferde mit mir durchgegangen.

      Ist okay. Sehen Sie nicht alles so verbissen. Das Leben ist ernst genug, das brauche ich nicht auch noch in einer Debatte.

    63. devnull schrieb am 12. Januar 2010 um 00:11 - Permalink

      @44 Jo klar, kann man finden, wenn denn die Vorraussetzungen stimmen, Man findet aber auch (anderswo) solche: Wir erwarten daher von unseren zukünftigen Mitarbeitern nicht nur Eigeninitiative, selbstständiges und schnelles Arbeiten, sondern auch 100%ige Unterstützung für das Unternehmen. Dies bedeutet:
      - Arbeitszeiten Montag bis Freitag von 08:30 Uhr bis 19:00 Uhr,
      - samstags ist mindestens zweimal im Monat von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr zu arbeiten,
      - an 2 Feiertagen (Oktober, November) wird gearbeitet,
      - 20 Tage Urlaub im Jahr
      - 3 Karenztage.
      Dies stellt für Sie sicherlich kein Problem dar.
      Vielen Dank für die Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung, doch Sie werden sicher verstehen, dass wir vor allem auch auf Grund der momentanen Wirtschaftslage mit einer Vergütung von xxxxxxxxx E brutto monatlich, wie von Ihnen veranschlagt, leider nicht konform gehen können. Da es sich um eine Neueinstellung handelt, wir Ihre Vorkenntnisse nicht einschätzen können, es auch einiger Zeit der Einarbeitung bedarf, können wir Ihnen ein Gehalt von anfänglich 1.100,00 E brutto monatlich anbieten.
      Link Gepaart mit der aus meinem Bekanntenkreis erfahrenen Unfaehigkeit der Argen (Kam zufaellig heute was:Link und der Antwort des BMAS Link wuerde ich mal zu dem Schluss kommen: da reitet jemand ein totes Pferd und drischt wie wild darauf ein. ohne auch nur einen Zentimeter weiterzukommen… Warum auch immer Sie das verteidigen…

    64. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 00:24 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Richtig ? viele Arbeitsplätze sind politisch gewollt und eigentlich unnötig. Außerdem besagt die 20:80 These, dass die 20% Vollzeit und wirtschaftlich sinnvoll tätig sind. Ich weiß nicht, wie viele Vollzeitstellen wir momentan im ersten Arbeitsmarkt haben ? Du kannst mir da bestimmt helfen ;-) Bei 80 Mio. Deutschen schätze ich den Anteil mal auf rund 20 Millionen ? zu 20:80 fehlt da nicht mehr viel.

      Seit 15 Jahren bekennt die Politik ? nachdem sie zuvor anders suggeriert hat ? dass sie keine Arbeitsplätze schaffen kann. Nun behaupten Sie, die Politik könne Jobs schaffen, die eigentlich unnötig sind und mithin niemand für zahlen will. Dabei kann es sich doch nur um Stellen im Staatsdienst handeln, oder? ;-)

      Außerdem tricksen auch Sie. Der zentrale Punkt der 20:80-These ist, das heutzutage (!) alle Bedürfnisse mit 20% der Erwerbstätigen befriedigt werden könnten. Wir haben aber 20 Millionen Rentner und 16 Millionen Jungvolk, zwei Gruppen, die per Definition nicht zu den Erwerbsfähigen zählen können.

      Wir haben gut 40 Millionen Erwerbstätige, davon sind 35,8 Millionen Arbeitnehmer (gegenüber 2006 ein Zuwachs um 1,1 Millionen). Laut der Bertelsmann Stiftung sind heute jedoch nur noch 60% davon in einer Vollzeitstelle, das sind 21,5 Millionen (gute Schätzung!). 2001 waren es noch 22,8 Millionen, fürderhin 1,3 Millionen mehr und das Ganze bei rückläufiger Bevölkerungszahl. Die Erklärung für dieses Phänomen ist, dass wir seit anderthalb Jahrzehnten eine steigende Erwerbstätigkeit von Frauen haben, diese aber häufiger als Männer Teilzeitbeschäftigungen nachgehen. Übrigens liegt die Frauenerwerbsquote im internationalen Vergleich immer noch relativ niedrig.

    65. Geheimrätin schrieb am 12. Januar 2010 um 00:32 - Permalink

      also, gut, einen hab ich noch, sogar imm doppelpack

      also erstmal
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      gute nacht!

    66. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 00:33 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Du bist doch nicht dumm und weißt ganz genau, dass die Umlage (8 Mio.) auf dem Arbeitsmarkt eine ziemlich irrelevante Zahl ist. Wenn ich den Erfolg eines Unternehmens am Umsatz, nicht aber an der Rendite, messen würde, würdest Du mich ? vollkommen zu Recht ? auch kritisieren.

      Wohl kaum. Erstens ist schon mehr als relevant, ob jemand rein zufällig zu einem bestimmten Stichtag erwerbslos ist oder ob er beim nächsten immer noch dazugehört. Niemanden tun 2 Monate Arbeitslosigkeit in seinem Leben weh, mehrere Jahre schon. Also müssen wir auf die Stromgrößen schauen, um das Problem zu erkennen. Zweitens wäre auch die Zentralbank ziemlich aufgeschmissen, würde sie nur die reine Geldmenge, nicht aber die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes messen. Drittens verliert die Rendite als wichtige Kenngröße an Bedeutung. Da nähern wir uns der angelsächsischen Betrachtung an, in dem zunehmend der Cash Flow in den Vordergrund gerückt wird.

      Da haben wir Deutschen erheblichen Nachholbedarf. Bis vor Kurzem gehörte die Cash Flow-Betrachtung nicht mal zu den Bestandteilen eines typischen deutschen Abschlusses. Und viele Buchhalter können zwar wunderbar eine Bilanz aufstellen, aber wie ein Cash Flow-Statement aussieht?

    67. flatter schrieb am 12. Januar 2010 um 00:33 - Permalink

      Die Welt ist voller Hoffnung. Daß ausgerechnet die achso konservative Uschula sich in Beliebigkeit auflöst, ist so ein Indiz, und die “Zeitung”, deren Namen zu nennen ich mich weigere, wartete heute (also quasi gestern) mit einer Headline auf, die vorgab, Hartzern Tips für ihre Anträge zu geben.
      Das Wechselspiel von Beliebigkeit und Extremismus wird die CDU als nächstes genau so schrägen wie zuvor die SPD – Was ich *räusper* eben in meinem Blog mit Bezug auf Angelala beleuchtet habe.

    68. Spiegelfechter schrieb am 12. Januar 2010 um 00:41 - Permalink

      @StefanP

      Seit 15 Jahren bekennt die Politik ? nachdem sie zuvor anders suggeriert hat ? dass sie keine Arbeitsplätze schaffen kann. Nun behaupten Sie, die Politik könne Jobs schaffen, die eigentlich unnötig sind und mithin niemand für zahlen will. Dabei kann es sich doch nur um Stellen im Staatsdienst handeln, oder? ;-)

      Auch – aber vor allem spiele ich auf den Niedriglohnsektor an.

      Außerdem tricksen auch Sie. Der zentrale Punkt der 20:80-These ist, das heutzutage (!) alle Bedürfnisse mit 20% der Erwerbstätigen befriedigt werden könnten.

      Heutzutage? Das behauptet ja noch nicht einmal Rifkin. Es geht auch nicht um “Erwerbstätige” – das wäre ja auch komplett abstrus, sondern um Arbeitsfähige. Und gemäß der neoliberalen Auffassung ist ja so ziemlich jeder – vom teppichknüpfenden Kind bis zum greisen Zeitungsherausgeber – arbeitsfähig ;-)

    69. carlo schrieb am 12. Januar 2010 um 01:02 - Permalink

      @sf Guter Artikel, und genau auf den Punkt gebracht!
      Übrigens ich hab mir auch die Sendung von Anne Will angetan, und frage mich langsam warum diese Sendeformate noch mit Zwangsgebühren unterhalten werden sollen. Das war vom Niveau etwa reinstes RTL II.

      Schlecker nutzt die Leiharbeit, um Dumpinglöhne zu zahlen? Da will die Ministerin mal genauer hinschauen.

      Dieser dümmlich hilflose Spruch hat ja den Vorzeigegewerkschaftler richtig wütend gemacht. Was ich nicht verstehe, warum steht der “gestandene” Mann nicht einfach auf, sagt trocken: so nicht mehr, poltert mal wortgewaltig lauter als Frau Will und Leyen und verläßt einfach das Affentheater. Wie konnte er sich nur so überschwafeln (und auch demütigen) lassen?

    70. Ralf-zwei.null schrieb am 12. Januar 2010 um 04:37 - Permalink

      Sehr guter Artikel, der vor allem eines provoziert: die immer wiederkehrenden, herrlich verqueren, eindimensionalen und lebensfremden Ergüsse dieses Bezahlschreiberlings StefanP… :-)

      Köstlich! Danke! Mein Tag ist gerettet!

      Übrigens, ich halte selbst auch nichts davon, meine wertvolle Lebenszeit mit Arbeit zu verplempern. Ich glaube auch nicht das intellektuelle Gefasel von der Selbstverwirklichung durch Arbeit, so ein Blödsinn. Ich selbstverwirkliche mich durch meine Familie, oder auch, in dem ich meinen Hobbies und Leidenschaften nachgehe.
      Ich könnte sogar ganz ohne Kohle existieren, wenn die Anderen nicht ständig welche von mir haben wollten. Und weil mein Bäcker und Metzger auch dazugehören, muss ich eben doch ran.

      Interessant ist, wie sich die Politik der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit hin zur Politik der Bekämpfung von Arbeitslosen (also Menschen) gewandelt hat. Das ist auch möglich, weil sozialrassistische Clacqueure vom Schlage eines StefanP von den Medien hirnverkleistert werden.

    71. knt schrieb am 12. Januar 2010 um 07:39 - Permalink

      ist es in einer wachsenden Zahl von Berufen schlichtweg wirtschaftlich uninteressant geworden, sich von morgens bis abends der Mühsal regelmäßiger Beschäftigung zu unterwerfen.

      Das ist die Wahrheit – nur die Konsequenz ist zweideutig. Sind die nun faul oder sind die Löhne in ihren Berufen zu niedrig?

    72. nass schrieb am 12. Januar 2010 um 07:57 - Permalink

      Bsp
      A ist ein TK-Unternehmen bringt eine Dienstleistung über das TK-Unternehmen B. mehr als 50 Prozent der Belegschaft von B Unternehmen ist durch TK-Unternehmen C zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen A weiss nicht mal, dass ein Unternehmen C existiert.
      Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag und bringe, wenn nicht mehr, die gleiche Leistung, die ein Eingestellter beim Unternehmen A bringt. Ich verdiene aber locker 50 Prozent weniger. Ich binge die gleiche Leistung, die ein Eingestellter bei Unternehmen B bringt. Ich verdiene aber 20 Prozent weniger.

      Das ist mittlerweile eine etablierte Praxis auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. Es wäre sehr naive zu meinen, dass das eine zufällige Entwicklung wäre. Alles hat natürlich ein System und schön gefördert und in die Wege geleitet.

      Ich empfinde nur Wut und nur verarchtung…….

    73. lebowski schrieb am 12. Januar 2010 um 07:58 - Permalink

      Was für eine schöne Bestätigung des Peter-Prinzips:
      ?In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.?

      Diese Stufe hat UvdL jetzt erreicht.

    74. Sven schrieb am 12. Januar 2010 um 08:06 - Permalink

      “Auch wenn die Medien weiterhin in ihrem Schlaf der Gerechten verharren, so wird die Opposition der Ministerin sicherlich nicht den Gefallen tun und sie mit ihren Plattitüden durchkommen lassen.”

      Opposition? Welche Opposition? Die Linken sind unfähig ihren Mann fürs PKG durchzukriegen oder mit den Grünen ne Mehrheit für ne Verfassungsklage in der Angelegenheit ZDF/Brender auf die Beine zu stellen. Scheinrote und Scheingrüne müßten erklären, was sie 7 Jahre lang falsch gemacht haben und warum mit dem gleichen Anscheinseliten nun aber alles anders wird.

      Entweder wir kriegen ne APO 2.0 hin, oder eben nicht. Aber von der Opposition erwarte in Nullkommatotalüberhauptnichts. Punkt.

    75. W. Buck schrieb am 12. Januar 2010 um 08:39 - Permalink

      Wir werden in den nächsten vier Jahren “von Leyen” regiert werden und die ehrenwerte Dame wird dabei gar nicht so schlecjt wegkommen.
      Warum?
      1. Es gibt nur noch einen rudimentär vorhandenen krititschen, investigativen Journalismus.

      2. sollte, Beispielsweise in Report Baden Baden oder Panorama oder der Financial Times Deutschland doch fundierte Kritik dargeboten werden, so ist dies innerhalb von drei Tagen wieder aus dem Bewusstsein der medial völlig überforderten Öffentlichkeit gelöscht. Schlecker wandelt billige Festanstellungen in noch billigere, betriebsratsichere Leiharbeitjobs? Das war vor zwei Monaten schon einmal ein großes Thema bei Report, glaube ich. Wer erinnert sich dran? Höchsten “wir”, die wir uns konkret für so etwas interessieren.

      3. Die Opposition wird politisch Druck machen? Welche Opposition? Die LINKE, die gerade ähnlich verstritten ist, wie die SPD und in den Medien als Monstergestallt des kollektiven Unterbewusstseins dargestellt wird? Die SPD oder die GRÜNEN, die Leiharbeit, so wie sie heute existiert erst möglich gemacht haben und noch “im Wesentlichen” zu “ihrer” Agenda 2010 stehen?

      Von der Leyen wird weiterhin blond lächelnd sich die Dinge anschauen und sowohl die Medien wie auch das “gemeine Wahlvolk” werden damit im Großen und Ganzen zu frieden sein.

      Alles andere sind Träumereien. Bis auf weiteres.

      Gruß von einem Pessimisten aus Erfahrung.

    76. gerhardq schrieb am 12. Januar 2010 um 08:52 - Permalink

      Die Interpretationen der Zahlen der BA durch StefanP sind schon sehr abenteuerlich, da erinnert mich fatal an Zensursula.

      Die BA hatte 2007 7,7Mio Zugänge und 8,2Mio Abgänge.

      Davon sind 40% aus der Erwerbstätigkeit gekommen und 39% wieder in die Erwerbstätigkeit gegangen. Allein diese Differenz sollte schon ein Signal sein, denn es wurden 1% weniger gewerbliche Jobs belegt ( die absoluten Zahlen sind besser!). Und daß im Jahre 2007, einem Jahr wo die Wirtschaft brummte!

      Den Erwerbslosen, die aus der Qualifizierung kommen (20%) stehen auf einmal 17% Erwerbslose gegenüber, die in eine Qualifizierung gehen. Auch das bedeutet einen Abbau von 3%!

      Interessant sind die letzten beiden Gruppen, d.h. die Menschen die aus einer Nichterwerbstätigkeit kommen oder die keine Angaben machten. Diese Gruppe hat sich von 40% auf 44% vergrößert!

      Was hier beschrieben wird sind die Fluktationen im Zu- und Abgang der BA. Die Grafik sagt aus, daß Menschen aus 3,1Mio Arbeitsplätzen entlassen wurde und daß Menschen in 3,2Mio Arbeitsplätzen neu eingestellt wurden. Insgesamt wurden 124.000 neue Stellen im Boomjahr geschaffen, wobei über die Qualität keine Aussagen gemacht werden können.

      Übrigens führt die BA nicht aus, ob z.B. die Arbeitslosen, die weniger als 12 Monate arbeitslos waren, nicht vielleicht mehrfach in kurze Arbeitsverhältnisse über ein Jahr gewechselt sind. Es soll Arbeitgeber geben, die die Probezeiten ausnutzen und zu deren Ende die Mitarbeiter wieder entsorgen.

      Das ist genau das Gleiche, wie das Argument, daß viele – vor allem ältere – Arbeitslose überhaupt nicht mehr arbeiten wollen. Hier kommt es auf die Frage an, die gestellt wurde. Wenn gefragt wurde, ob sich der ältere Arbeitslose die Aufnahme einer bezahlten Tätigkeit vorstellen könne und der darauf realistischerweise mit “Nein” antwortet, so zeigt daß nicht, ob er bereit ist zu arbeiten, sondern nur, daß er sich keine Illusionen mehr macht! Hätte die Frage aber fairerweise gelautet, ob er bereit wäre, für einen guten Lohn eine feste Anstellung anzunehmen, wäre die Antwort möglicherweise “Ja” gewesen.

      Ich hatte als Unternehmer gerade die o.g. Menschen immer gern eingestellt und in der Regel sehr gute Erfahrungen gemacht. Gerade die älteren Mitarbeiter waren bei uns (Elektronik und IT) oft um ein vielfaches engagierter und auch produktiver als das junge Gemüse. (Heute bin ich lieber Freiberufler und nicht mehr bereit, mich dem ganzen Aufwand und unnötigen bürokratischen Ärger mit Behörden und Institutionen auszusetzen). Meine Erfahrung ist, daß mich Menschen im Grunde immer positiv überrascht haben, wenn ich ihnen eine echte Chance gab. Für mich gilt der Titel des Buches von Sprenger: “Vertrauen führt”.

    77. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 09:23 - Permalink

      @Spiegelfechter

      ->Nun behaupten Sie, die Politik könne Jobs schaffen, die eigentlich unnötig sind und mithin niemand für zahlen will. Dabei kann es sich doch nur um Stellen im Staatsdienst handeln, oder? ;-)
      Auch ? aber vor allem spiele ich auf den Niedriglohnsektor an.

      Sie finden also den Job der Zeitungsausträger, Hilfskräfte in Supermärkten, Reinigungsleute seien unnötig? Na, das werde ich mir vormerken. ;-) Bliebe immer noch die Frage, warum jemand überhaupt Geld für Tätigkeiten ausgeben will, die niemand benötigt und niemand will.

      Und gemäß der neoliberalen Auffassung ist ja so ziemlich jeder ? vom teppichknüpfenden Kind bis zum greisen Zeitungsherausgeber ? arbeitsfähig ;-)

      Ah, tatsächlich? Ich habe Hayek gelesen und Milton Friedman gehört. Aber solche Thesen kommen bei den Vordenkern des modernen Neoliberalismus nicht vor. Habe ich da etwas überlesen?

    78. abc schrieb am 12. Januar 2010 um 09:31 - Permalink

      In welchen europ. Ländern erhält ein Zeitarbeiter genau das gleiche oder sogar mehr Gehalt?

    79. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 09:43 - Permalink

      @knt

      ?ist es in einer wachsenden Zahl von Berufen schlichtweg wirtschaftlich uninteressant geworden, sich von morgens bis abends der Mühsal regelmäßiger Beschäftigung zu unterwerfen.

      Das ist die Wahrheit ? nur die Konsequenz ist zweideutig. Sind die nun faul oder sind die Löhne in ihren Berufen zu niedrig?

      Ihre Frage zeigt die ganze Verlogenheit der Mindestlohndebatte. Eigentlich wollen die Befürworter damit die Armut (angeblich) bekämpfen. Doch das Argument lässt sich schon unter Betrachtung des SOEPs nicht halten. Wer?s nicht wissenschaftlich mag, kann selber rechnen.

      Der Mindestlohn der Linkspartei verschafft ? bleiben wir bei dem Beispiel ? dem zuvor arbeitslosen Schlosser einen Bruttoverdienst von 1 600 EUR. Unter Berücksichtigung von Lohnsteuer, Soli und KiSt blieben ihm unter dem Strich nach Sozialabgaben gut 1 000 EUR über. Nicht üppig und nicht weit über dem durchschnittlichen Hartz-IV-Satz (gut 800 EUR), aber es reicht.

      Nur, die meisten leben nicht als Single und arbeiten für andere mit. Nehmen wir also an, dieser gute Mann sei mit einer arbeitslosen Supermarktverkäuferin zusammen und habe mit ihr zwei Kinder. Dann würden sie als Hartzler inclusive Miete so 2 000 bis 2 100 EUR bekommen, bar auf die Kralle. Als Beschäftigter würde er weit schlechter abschneiden, nämlich (unverheiratet) bei besagten 1 000 EUR plus einen Haushaltsfreibetrag, der ihm vielleicht 50 EUR erbringt plus Kindergeld, macht zusammen gut 1 400 EUR. Selbst wenn seine Freundin auf 400 EUR Basis arbeitet, wären sie schlechter als bei Sozialtransfers gestellt.

      Sie können an dem Beispiel sehen, dass ein Mindestlohn, wie die Wissenschaftler sagen, nicht wirklich helfen würde. Und sollen wir jetzt Löhne nach den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers gestalten?

    80. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 09:54 - Permalink

      @gerhardq

      Es ging darum, dass binnen Jahresfrist Millionen Menschen einen neuen Job bekommen, so dass rechnerisch jeder Erwerbslose nicht länger als ein paar Monate in Beschäftigungslosigkeit verharren müsste. Das können Sie drehen und wenden wie Sie wollen, den Umgang mit den Zahlen der BfA (Sie hantieren nur mit Prozentwerten, die die tatsächlichen Gegebenheiten manchmal kaschieren) kritisieren, die Aussage wird dadurch nicht falsch.

      Nur finden einige innerhalb von Jahren halt keinen Job aus vielfältigen Gründen. Ich habe auch nirgends gesagt, gerade ältere wollten überhaupt nicht mehr arbeiten. Richtig ist, dass sich bis 2005 die Alterserwerbslosigkeit immer weiter aufgebaut hat (?Jugendwahn?), aber danach rapide abgebaut.

    81. BohEy schrieb am 12. Januar 2010 um 10:38 - Permalink

      @ abc

      “In welchen europ. Ländern erhält ein Zeitarbeiter genau das gleiche oder sogar mehr Gehalt”

      In den Niederlanden und Frankreich erhalten die Leiharbeiter mehr Gehalt als Festangestellte.

    82. Hilde schrieb am 12. Januar 2010 um 10:55 - Permalink

      @StefanP

      Nur, die meisten leben nicht als Single und arbeiten für andere mit. Nehmen wir also an, dieser gute Mann sei mit einer arbeitslosen Supermarktverkäuferin zusammen und habe mit ihr zwei Kinder. Dann würden sie als Hartzler inclusive Miete so 2 000 bis 2 100 EUR bekommen, bar auf die Kralle. Als Beschäftigter würde er weit schlechter abschneiden, nämlich (unverheiratet) bei besagten 1 000 EUR plus einen Haushaltsfreibetrag, der ihm vielleicht 50 EUR erbringt plus Kindergeld, macht zusammen gut 1 400 EUR. Selbst wenn seine Freundin auf 400 EUR Basis arbeitet, wären sie schlechter als bei Sozialtransfers gestellt.

      Wo lebt er denn und was rechnet er da für einen Stuss zusammen?

      Ihre vierköpfige Familie hätte unter diesen schwammigen Voraussetzungen entweder gar keinen oder nur einen verminderten Anspruch auf Leistungen nach SGB II. Auch bei einer Bedarfsgemeinschaft wird das jeweilige Einkommen (Lohn oder Gehalt, Kindergeld) immer voll angerechnet. Ferner müssen die KdU (Miete, Nebenkosten, Strom, usw.) zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Regelleistung bestritten werden.

    83. Diskussionsteilnehmer schrieb am 12. Januar 2010 um 11:25 - Permalink

      Nur, die meisten leben nicht als Single und arbeiten für andere mit. Nehmen wir also an, dieser gute Mann sei mit einer arbeitslosen Supermarktverkäuferin zusammen und habe mit ihr zwei Kinder. Dann würden sie als Hartzler inclusive Miete so 2 000 bis 2 100 EUR bekommen, bar auf die Kralle.

      Ihre vierköpfige Familie hätte unter diesen schwammigen Voraussetzungen entweder gar keinen oder nur einen verminderten Anspruch auf Leistungen nach SGB II. Auch bei einer Bedarfsgemeinschaft wird das jeweilige Einkommen (Lohn oder Gehalt, Kindergeld) immer voll angerechnet. Ferner müssen die KdU (Miete, Nebenkosten, Strom, usw.) zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Regelleistung bestritten werden.

      Was davon stimmt jetzt? Ich frage mich gerade, wozu ich eigentlich studiert habe :P

      Wenn die erste Rechnung stimmt kann ich ja ein Buch schreiben oder so. Wollte ich schon immer mal.

    84. Lutz Hausstein schrieb am 12. Januar 2010 um 11:42 - Permalink

      @ StefanP:

      Haben Sie irgendwelche belastbaren Beweise für Ihre diversen Behauptungen? Es ist ja kaum mehr zum Mitlesen!

      Aus Kenntnissen aus dem eigenen engsten Umfeld sowie jahrelanger Beschäftigung mit dieser Thematik bleibt mir gar nichts anderes übrig, als Ihren haltlosen Behauptungen zu “arbeitsunwilligen Arbeitslosen”, “millionenfache freie Arbeitsplätze” und sonstigen Schw… (freiwillige Selbstzensur) entgegenzutreten. Es gibt seriöse Studien, welche den Anteil der Arbeitswilligen an den Arbeitslosen mit 97-98 Prozent belegen. Diese Zahlen kann ich aus eigener Erfahrung ungefähr bestätigen.

      Ihre angeblich “5 Millionen neu vergebenen Jobs” vermag ich weder zu bestätigen noch zu dementieren. Über diese Zahl besitze ich keine Kenntnis. Selbst vorausgesetzt, diese Zahl entspricht den Realitäten, wie wäre es denn, wenn man sie um Zuge einer reinen Stellenumbesetzung (sprich: Arbeitsplatzinhaber wechselt auf einen anderen Arbeitsplatz innerhalb oder außerhalb des “alten” Unternehmens) interpretiert? Denn längst wurde auch schon von regierungsoffiziellen Stellen unverhohlen zugegeben, dass Arbeitslose bei der Neuvergabe von offenen Stellen von vornherein seitens der Personalabteilungen mit Vorurteilen belegt werden und kaum realistische Chancen besitzen, diese Stelle zu bekommen. Selbst wenn sie über die notwendigen fachlichen Voraussetzungen verfügen.

      Sie behaupten und behaupten in einem fort, ohne irgendetwas davon nachzuweisen. Insofern befinden Sie sich im illusteren Umfeld neoliberaler Meinungsmacher. Belegbare Beweise bleiben Sie allerdings, wie auch diese, völlig schuldig.

      Vielleicht erklären Sie mir, und allen Mitkommentatoren, warum urplötzlich aus “leistungsbereiten” Arbeitnehmern, die gerade noch bei Quelle, Karstadt, Schiesser u.ä. beschäftigt waren, über Nacht quasi “leistungsunwillige Sozialschmarotzer” geworden sein sollten! Wenn Ihnen dies glaubhaft gelingen sollte, schlage ich Sie höchstpersönlich für den Nobelpreis für Wirtschaft vor.

    85. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 11:56 - Permalink

      @Diskussionsteilnehmer

      Die Verwirrung hat ?Hilde? eingebracht. Wir wollten schließlich eine Vergleichsrechnung, die habe ich angestellt: Vollzeitbeschäftigter versus Hartzler. Wie wirtschaftlich ist eine erwerbsmäßige Betätigung, wenn man einen fiktiven Mindestlohn bezieht? Ergebnis: nicht sehr wirtschaftlich. Wer arbeitet und nicht zufällig Eremit ist, muss schon verdammt hoch im Einkommen liegen, um gut über die Runden zu kommen. Hilde hatte das als einen Fall verstanden und so kommentiert.

      Die Mindestlohnbefürworter führen ja ins Feld, dass mit ihrer Grenze ein Vollzeitbeschäftigter von seinem Lohn leben muss, um nicht auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen zu sein (und die bösen Unternehmer zu subventionieren). Mein Beispiel anhand eines Vollzeitbeschäftigten mit Linkspartei-Mindestlohn und familiären Anhang wird trotz des Mindestlohns nicht über die Runden kommen.

      Somit ist das Argument verlogen.

    86. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 12:13 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Haben Sie irgendwelche belastbaren Beweise für Ihre diversen Behauptungen?

      Jede Angabe (bis auf die Steuern) habe ich verlinkt mit Seitenangabe. Sie brauchten nur darauf zu klicken.

      Es gibt seriöse Studien, welche den Anteil der Arbeitswilligen an den Arbeitslosen mit 97-98 Prozent belegen.

      Keine einzige führen Sie an. Das SOEP dagegen befragt die Leute direkt und zwar nicht nur im Rahmen der Arbeitsbereitschaft. Klar, wenn mich jemand fragen würde, ob ich bereit wäre, für eine Million EUR Straße zu kehren, würde ich das auch bejahen.

      Ihre angeblich ?5 Millionen neu vergebenen Jobs? vermag ich weder zu bestätigen noch zu dementieren. Über diese Zahl besitze ich keine Kenntnis. Selbst vorausgesetzt, diese Zahl entspricht den Realitäten, wie wäre es denn, wenn man sie um Zuge einer reinen Stellenumbesetzung (sprich: Arbeitsplatzinhaber wechselt auf einen anderen Arbeitsplatz innerhalb oder außerhalb des ?alten? Unternehmens) interpretiert?

      Dann würden sie nicht über die Statistik der BfA laufen. 3-4 Millionen laufen allein über deren Konten, die meisten Arbeitnehmer wechseln aber noch immer aufgrund von Eigenkündigung die Stelle ohne einen Tag arbeitslos zu sein.

      Denn längst wurde auch schon von regierungsoffiziellen Stellen unverhohlen zugegeben, dass Arbeitslose bei der Neuvergabe von offenen Stellen von vornherein seitens der Personalabteilungen mit Vorurteilen belegt werden und kaum realistische Chancen besitzen, diese Stelle zu bekommen.

      Natürlich hat jemand, der sich aus der Arbeitslosigkeit bewirbt, schlechtere Karten. Aber doch nicht ohne Grund. Eine ziemlich brandaktuelle internationale Studie hat ergeben, dass selbst nach 2 Jahrzehnten ehemals Arbeitslose finanzielle Nachteile erleiden. Das ist kein deutsches Phänomen, also lässt es sich auch nicht als Begründung für deutsche Besonderheiten heranführen.

      Andere Länder mit vergleichbarer Arbeitslosenquote haben dennoch weit weniger Langzeitarbeitslose. Solange wir das als reinen Zufall oder böswilliges Unternehmerverhalten einordnen, werden wir uns dem Problem nicht nähern.

      Vielleicht erklären Sie mir, und allen Mitkommentatoren, warum urplötzlich aus ?leistungsbereiten? Arbeitnehmern, die gerade noch bei Quelle, Karstadt, Schiesser u.ä. beschäftigt waren, über Nacht quasi ?leistungsunwillige Sozialschmarotzer? geworden sein sollten!

      Da ich das nie behauptet habe, brauche ich es nicht zu unterlegen. Fakt ist, dass die Hälfte der entlassenen Nokiaarbeiter binnen 6 Monaten eine neue Stelle hatten. Langzeitarbeitslosigkeit lässt sich so nicht begründen.

    87. schwitzig schrieb am 12. Januar 2010 um 12:14 - Permalink

      @mephisto789

      Ein Skandal jedes mal, dass die Medien da mitmachen.

      he, he – kleine Anekdote am Rande: Ich habe in einem SPON-Forum zu einem derartigen Artikel mal geschrieben, dass es an der Zeit wird, sich die Namen der jeweiligen Reporter zu merken, damit sie bei einer eventuell anstehenden Aufarbeitung nicht vergessen werden (so, wie nach dem Dritten Reich unsere glorreiche Justiz). Ergebnis: Account für immer gesperrt :-)).

      Grundsätzlich sehe ich eine der größten Verantwortlichkeiten der Neolib-Verrottung unserer Gesellschaft in solchen Medien wie dem GEZ-Staatsfernsehen und im speziellen SPON/SPIEGEL und weniger gefährlich das FDP-Witzblatt “BILD”. Diese vierte Säule hat sich kaufen lassen und damit unser Gesellschaftssystem nachhaltig sabotiert.
      Unsere Politiker sind nur deswegen so Scheisse, weil sie es sein können.

    88. Helga Müller schrieb am 12. Januar 2010 um 12:24 - Permalink

      Ich habe das Gefühl, daß ein System hinter der Arbeitsverknappung steckt.
      Fakt ist, das viele ehemals redlichen Arbeitsplätze weg rationalisiert wurden.
      Die Idee mit der Grundsicherung wurde inun mmer wieder vertagt.
      warum?
      Es geht doch den ARGEN vornehmlich darum, Einzahler in die sogenannten Kranken-Und Pflegekassen zu bekommen.
      Warum hinterfragt man dieses Kassenwesen nicht?
      Warum nimmt man es als selbstverständlich hin?
      Müßte die Freiheit nicht auch darin bestehen, daß ich selber darüber entscheiden kann, ob ich in so ein Kassensystem einzahlen will?
      Warum kann man sich diesem bestehende Zwangssystem meist nicht verwehren?
      Wäre es möglich, Grippe-und Vorsorgekampagnen zu starten, wenn die meisten Menschen nicht zwangsversichert wären?
      Wäre es wirklich möglich, das die Pharmaindustrie so einen Einfluß auf die Politik haben könnte, wenn die Menschen aus gesundem Menschenverstand diese Produkte nicht nachfragen würden?
      Wissen Sie, daß vor 15 Jahren einen Apotheke monatlich schon 600 bis 110 Euro für zusätzliche Werbung ausgeben konnte? Glauben Sie wirklich, daß das Geld nicht wieder hereingekommen ist..
      Wissen Sie, daß es nicht wenige Menschen gibt oder gab, die einfach deshalb weil sie gut eingezahlt hatten mal zum Arzt oder zu einer Kur gingen?
      Ich weiß nicht, wie es jetzt ist-aber diese Verflechtung emfinde ich schon mafiös.

    89. schwitzig schrieb am 12. Januar 2010 um 12:33 - Permalink

      @StefanP
      Jetzt habe ich aus Versehen doch wieder Deinen Schmutz durchgelesen :-( – naja, ich werde mal nach diesem Script schauen.

      Zitat StefanP: Ah, tatsächlich? Ich habe Hayek gelesen und Milton Friedman gehört. Aber solche Thesen kommen bei den Vordenkern des modernen Neoliberalismus nicht vor. Habe ich da etwas überlesen?

      Nein, nicht überlesen. Nicht verstanden. Das ist ja Dein grundsätzliches Problem.

    90. Lutz Hausstein schrieb am 12. Januar 2010 um 12:37 - Permalink

      Ich empfehle, einfach mal auf den heutigen Nachdenkseiten unter Punkt 13.b. den Erlebnisbericht zu lesen, in dem der Schreiber sowohl als Arbeitsloser wie auch als Mitarbeiter der ARGE die Aussichtslosigkeit von Arbeitslosen beschrieben hat, einen neuem Job zu erhalten. Wenn man hierbei noch berücksichtigt, dass er in seiner Tätigkeit als Arbeitsvermittler ausschließlich für Akademiker, also Höherqualifizierte, zuständig war, dürfte auch dem Letzten aufgehen, um wieviel schwerer es “normalen” Facharbeitern fallen dürfte, einen Job zu erhalten. Und bitte jetzt keine Pseudo-Gegenargumente a la “zu hohes Anspruchsdenken” und “zu hohe Gehaltsvorstellungen”. Darin steht ebenfalls klar, dass auch diese sich auf weniger qualifizierte Tätigkeiten beworben hatten.

      Dieses Märchen von den ach-so-massenhaft-vorhandenen-Arbeitsplätzen ist und bleibt ein Märchen. Egal, wie häufig es wiederholt wird. Und damit fällt dann auch das Kartenhaus des “Forderns” in sich zusammen. Ich kann auch fordern, dass bei der nächsten Addition von 3 und 4 das Ergebnis 8 herauszukommen habe. Der Wahrheit und den Realitäten wird diese Forderung allerdings nicht gerecht.

    91. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 12:46 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Und Sie meinen bzw. behaupten, das wäre in anderen Ländern ganz anders? Und wie erklären Sie das stetige Anwachsen der Langzeitarbeitslosigkeit von 1975-2005 und der deutliche Rückgang seit 2006?

      Es gibt Länder, die sich weit weniger um die persönliche Betüttelung von Erwerbslosen kümmern, was ohnehin meist zu noch schlechteren Jobchancen führt und die weit weniger Langzeitarbeitslose haben. Solange Sie diese Zusammenhänge nicht nachvollziehbar erklären und anhand von objektiven und nachprüfbaren Statistiken belegen können, bleiben Sie ratlos vor dem Phänomen.

    92. Very Cool schrieb am 12. Januar 2010 um 12:50 - Permalink

      @StefanP 86

      Fakt ist, dass die Hälfte der entlassenen Nokiaarbeiter binnen 6 Monaten eine neue Stelle hatten.

      Eigentlich wollte ich auf den Unsinn, den Sie hier von sich geben nicht mehr antworten. Aber nun platzt mir der Kragen.
      Woher haben Sie diese Behauptung?
      Ich bin selber unmittelbar Betroffener von dieser Schweinefirma.
      Keiner meiner Kollegen (und ich habe nicht in der Produktion gearbeitet) hat bisher eine neue Anstellung gefunden. Nun bin ich ein Langzeitarbeitsloser, trotz jahrerlanger Berufstätigkeit dort.
      Die paar Leute, die einen Arbeitsplatz gefunden haben, sind nun im Billiglohnsektor beschäftigt und müssen Arbeitsbedingungen akzeptieren, die man vor 20 Jahren an den Pranger gestellt hätte.
      Nach unzähligen Bewerbungen bin ich jetzt soweit, dass ich mir sage: Ihr wollt mich also als Arbeitnehmer nicht? Okay, nun will ich euch als Arbeitgeber nicht mehr. Für ein Butterbrot gehe ich nicht arbeiten. Da schaukel ich mir lieber die … den ganzen Tag.
      Ich habe es so satt, mich abzumühen und nur dumme Sprüche wie von Ihnen zu bekommen.
      Meine Armut kotzt Sie an? Ihre Arroganz kotzt mich an!

      Klar, wenn mich jemand fragen würde, ob ich bereit wäre, für eine Million EUR Straße zu kehren, würde ich das auch bejahen.

      Wären Sie auch bereit, für 4,50 Euro die Straße zu kehren? Wie unrealistisch kann man eigentlich noch argumentieren? In welcher Welt leben Sie?
      2 Monate mal richtig an die Schüppe für ‘n Hungerlohn, dann wird auch bei Ihnen die Erkenntnis reifen.
      Aber Leute wie Sie, haben ja mit ihrem doppelten Bildungsabschluß die Weisheit mit Löffeln gefressen.
      Liegt das an ihrer miesen Erziehung, oder haben Ihnen beschmierte Professoren diesen Müll eingetrichtert? Vielleicht sollten Sie mal ‘n Jonas rauchen, das kann bei manchen Leuten auch zu realistischen Erkenntnissen führen.
      Mann is dat krank.

    93. Spiegelfechter schrieb am 12. Januar 2010 um 12:51 - Permalink

      @StefanP

      Sie finden also den Job der Zeitungsausträger, Hilfskräfte in Supermärkten, Reinigungsleute seien unnötig?

      Teilweise ja – wenn drei private Briefdienstleister nur deshalb mit 1/3 gefüllter Tasche dieselbe Straße bedienen, ist dies unnötig und nur deshalb möglich, da Niedriglöhne bezahlt werden. Mit einem ordentlichen Lohn würde diese Ineffizienz sich nicht rechnen und es gäbe wieder nur einen Briefträger, der mit voller Tasche die Straße bedient.

      Na, das werde ich mir vormerken. ;-) Bliebe immer noch die Frage, warum jemand überhaupt Geld für Tätigkeiten ausgeben will, die niemand benötigt und niemand will.

      Da kommen wir zum Markt – selbstverständlich gibt es Nachfrage nach Tätigkeiten, die nur deshalb existiert, weil im Niedriglohnsektor des Arbeitsmarktes keine marktgerechten Löhne bezahlt werden. Nehmen wir mein fiktives Putzfrauenbeispiel. Wenn die Putzfrau denn nur 1 Cent pro Stunde kosten würde, würde ich mir gleich zwei leisten – eine fürs Büro und eine für daheim. Nach Deiner “Logik” wäre diese Tätigkeit also sinnvoll, da sie nachgefraft wird. Nach dieser Milchmädchenrechnung würden wir ohne Probleme zur Vollbeschäftigung finden. Dies ginge aber nur über Zwang, da natürlich niemand sich freiwillig für 1 Cent pro Stunde beschäftigen lässt. Klickt es langsam bei Dir?

      Ah, tatsächlich? Ich habe Hayek gelesen und Milton Friedman gehört. Aber solche Thesen kommen bei den Vordenkern des modernen Neoliberalismus nicht vor. Habe ich da etwas überlesen?

      Offensichtlich, das wäre ja nicht das erste Mal.

    94. Spiegelfechter schrieb am 12. Januar 2010 um 12:55 - Permalink

      @Helga Müller

      Ich habe das Gefühl, daß ein System hinter der Arbeitsverknappung steckt.

      Das Gegenteil ist der Fall. System steckt hinter der künstlichen Arbeitsvermehrung.

      Fakt ist, das viele ehemals redlichen Arbeitsplätze weg rationalisiert wurden.

      Natürlich – und das ist ja auch gut so. Oder würdest Du 300 Euro für ein Paar handgenähter Schuhe made in Germany ausgeben?

    95. Unbequemer schrieb am 12. Januar 2010 um 13:05 - Permalink

      unbequemer:

      nachdem bekannt geworden ist, dass in Foren auch bezahlte Schreiber (Bundesbahn) ihre Webung absondern, bin ich bei einem gewissen Schreiber hier der Ansicht, da hat sich wieder einer geoutet.

      So naiv kann doch kein Mensch sein, zu glauben, seine Behauptung, Vollbeschäftigung sei möglich wenn alle arbeiten wollten, könne ernst genommen werden.

      Der Titel “Utopia” von Morus enthällt eine Lösung. Leider ist die nicht im Interesse der Ausbeuter. Gerecht wäre sie schon.

      Die Frage ist doch, wie wird gerecht verteilt. Alles. Also Arbeit, Gewinn, Kosten. Zu zweit ist es einfach. Derjenige, der teilt, bekommt das, was der Andere nicht nimmt. So wird dafür gesorgt das der Teilende möglichst gerecht teilt. Aber es funktioniert auch mit mehreren Teilnehmern. Der, der die Teile “bestimmt”, bekommt immer den letzten Teil, den kein Anderer genommen hat.

      Betrachten wir da einmal die Arbeit. Es wird zwar immer so getan, als seien viele nicht in der Lage gewissen Arbeiten zu verrichten, aber auch da zeigt Morus in seinem “Utopia” die Lösung.

      Zum angeblichen Problem, dass die Leute nicht arbeiten wollen: Diese Behauptung kann nur dann bewiesen werden, wenn es für ALLE einen Arbeitsplatz geben würde, der auch ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Wer arbeitet und zusätzlich auf Sozialleistungen angewiesen ist, führt eben kein selbstbestimmtes Leben.

      GG Artikel 20 (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

      (2) Ale Staatsgewalt geht vom Volke aus.

      GG Artikel 21 (1) Die Parteien ….. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen,

      GG Artikel 38 (1) Die Abgeordneten …..an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen

      Reicht das, um zu belegen das wir nicht mehr in einer Demokratie leben? Fast jede Abstimmung im Bundestag ist ein Verstoß gegen Artikel 38.

      Entsprechen Parteien demokratischen Grundsätzen, wenn nur EIN Kandidat aufgestellt wird? Wenn von Kampfabstimmung geredet wird, weil es ein weiterer Kandidat wagt seinen Hut in den Ring zu werfen?

      Geht die Staatsgewalt vom Volke aus, nur weil alle paar Jahre mal mit Wahl(lügen)versprechungen die Chanche besteht seine “Gewalt” auszuüben?

      Das Petitionsrecht ist doch auch nur ein Feigenblatt. Gerechtigkeit sieht anders aus:

    96. name schrieb am 12. Januar 2010 um 13:06 - Permalink

      Naja Jens, diese Form von Schuhen und Kleidung, Kleidern und Klimm Bimm werden mittlerweile in den südlichen Sklavenmärkten Italiens genau so per Hand für die großen Designerlabel so gefertigt.

    97. Lutz Hausstein schrieb am 12. Januar 2010 um 13:12 - Permalink

      @ StefanP:

      Erstens. Vielleicht beschäftigen Sie sich einmal mit den, von der Bundesanstalt in Nürnberg selbst zugegebenen, statistischen “Schönungen”, welche die Arbeitslosenbilanz immer weiter verfälschen. Die Kriterien, nach denen jemand plötzlich statistisch als “nicht mehr arbeitslos” aus der Statistik herausfällt, wurden seit Jahren immer mehr erweitert und ins Abstruse geführt. Beispiel gefällig? Wieso ist jemand, der einen privaten Arbeitsvermittler zur Jobsuche bemüht, nicht mehr arbeitslos? Sucht er plötzlich aufgrund dieser Tatsache keinen Job mehr?

      Zweitens. Wenn ein Vollzeitjob durch ein Unternehmen vernichtet wird und aus Gewinnmaximierungsgründen daraus zwei in der Summe billigere Teilzeitjobs entstehen, wird dies rein statistisch als die Entstehung eines zusätzlichen Jobs gewertet. Zwei Jobs, von denen nun zwei Menschen nicht leben können. Was ist daran, bitteschön, gut? Alles in Sog der Hart-IV-Gesetzgebung und der zunehmenden “Entbürokratisierung” für Teilzeitjobs. Reine Gewinmaximierung zugunsten der Unternehmen, vornehmlich der großen, zulasten der Arbeiter und Arbeitslosen.

    98. name schrieb am 12. Januar 2010 um 13:24 - Permalink

      @97

      Argumente helfen bei diesem Charakter leider gar nichts: Er beherrscht die Taschenspielertricks alle, gleichgültig ob es sich um die von ihm gepriesende eine Sponsuperarbeitsmarktanzeige bishin zu den sonstigen Formen “kreativer” Buchführung handelt.

      Sein neuster krisenbedingter Hinweis war hier, bei der Analyse der Bilanzen nicht mehr auf die Renditekennziffern abzustellen, sondern die monopolbedingten Umsatzkennziffern als das Maß aller Dinge zu preisen.

      Sprich: Hauptsache es wird im Überproduktionszirkus noch irgendwas umgesetzt, was nach Wachstum aussehen könnte, mit dem Ziel, diese Kennziffern irgendwie spekulativ verbriefen zu lassen, um im Irrenhaus weiter spekulieren zu können.

    99. Spiegelfechter schrieb am 12. Januar 2010 um 13:25 - Permalink

      @name

      Sicher – und die dort produzierten Schuhe kosten nun einmal 200 Euro aufwärts.

    100. name schrieb am 12. Januar 2010 um 13:40 - Permalink

      Ja Jens, genau so ist. Meist sogar allein mit dem entsprechenden Label gewaltig über der 200 Euro Grenzemarke, wobei die Näherinnen und Näher und die Schuhmacher und Schuhmacherinnen von diesem Betrag fast nichts erhalten.

      Das ist eigentlich auch der entscheidene Punkt der inneren Bewertung: die eigentliche handwerkliche Tätigkeit und die Kunst und Fähigkeit wird nicht mehr entsprechend honoriert.

    101. Diskussionsteilnehmer schrieb am 12. Januar 2010 um 13:42 - Permalink

      Ich empfehle, einfach mal auf den heutigen Nachdenkseiten unter Punkt 13.b. den Erlebnisbericht zu lesen, in dem der Schreiber sowohl als Arbeitsloser wie auch als Mitarbeiter der ARGE die Aussichtslosigkeit von Arbeitslosen beschrieben hat, einen neuem Job zu erhalten.

      @Lutz Hausstein Ich finde das nicht. Wo ist das genau?

    102. mäcky schrieb am 12. Januar 2010 um 13:42 - Permalink

      Wir Otto-Normalarbeitnehmer (und Arbeitsuchende) sehen ja ganz deutlich was abgeht…..In der Nachbarschaft,… im Freundeskreis,…in der Familie,…unter den Kollegen………
      SCHNAPPATMUNG!!!
      Wenn ich dann die Ursula höre…. ,oder den StefanP……..
      Irgendwie träume ich immer öfter von ,Bombebasteln’. Oder ,Schuhewerfen’?

    103. Spiegelfechter schrieb am 12. Januar 2010 um 13:52 - Permalink

      @name

      Das hat – anders als bei “Markenware” aus asiatischen Sweatshops – aber nicht nur etwas mit dem Label zu tun. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, stecken in einem hochwertig verarbeiteten, handgenähten Herrenschuh rund 20 Stunden Arbeit – und da ist die Arbeit für die Erstellung der Rohstoffe noch nicht einmal einkalkuliert. Wenn wir diese Arbeit nun einmal mit 10 Euro pro Stunde beziffern würden, so kämen wir schon auf 200 Euro Arbeitskosten pro Schuhpaar – und darin sind Steuern, Vertrieb, Logistik, Kapitaleinsatz und andere Faktoren noch nicht einmal enthalten. Das obendrauf noch die Marketingkosten (ne tolle Marke ist ja nur deshalb toll, weil für sie geworben wird) und Gewinne kommen, ist klar – aber ein Qualitätsschuh made in Europe kann nun einmal nicht zu Preisen angeboten werden, die sich Normalverdiener leisten können. Für die bleibt nun einmal nur der Schuh aus Massenproduktion – die ist auch in Europa möglich! Nur, dass für die Erstellung der Ware “Schuh” heute nur noch ein Bruchteil der Arbeitskräfte benötigt werden wie vor 50 Jahren – und dies sogar, wenn in China oder Kambodscha produziert wird. Gewöhnen wir uns daran – Volllbeschäftigung ist und bleibt unerreichbar – zum Glück.

    104. Rossi schrieb am 12. Januar 2010 um 14:03 - Permalink

      @Diskussionsteilnehmer: Etwas unterhalb von b bei http://www.nachdenkseiten.de/?p=4450#h13

    105. name schrieb am 12. Januar 2010 um 14:13 - Permalink

      Ja Jens, das stimmt natürlich. Ich habe da auch nichts gegen den entsprechenden Preis für die handwerkliche Kunst und die unglaubliche Arbeitsintensivität dieser Tätigkeiten, nur der entscheidene Punkt für mich ist, das selbst von diesem Preis, kaum etwas bei den direkten Produzenten ankommt.

      Das betrifft gerade den Bereich, wo große Label diese Schuhe oder diese Kleidung herstellen lassen.

    106. Lutz Hausstein schrieb am 12. Januar 2010 um 14:22 - Permalink

      @ spiegelfechter 103:

      Jens, da würde ich Dir widersprechen wollen.

      Auch heute wäre Vollbeschäftigung möglich. Nur eben zu völlig anderen Bedingungen als aktuell. Andererseits ist es doch aber gerade so dringend notwendig. Wie viele Arbeitnehmer beklagen sich, meist zurecht, über wahnwitzige Arbeitsbelastungen, sowohl intensiver als auch extensiver Natur. Sie werden mit Arbeitsaufgaben nur so überhäuft oder müssen zusätzlich unbezahlte Mehrarbeit vollbringen. Sie schuften, bis sie zuhause nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und apathisch auf ihre Familie und ihre Umwelt reagieren. Und auf der andern Seite stehen Millionen Menschen, die gern arbeiten wöllten, man lässt sie aber nicht. Die Lösung läge so nahe …

      Natürlich müsste man das gesamte System fundamental umkrempeln. Trotz geringerer Arbeitszeit müsste jeder Mensch soviel Geld erhalten, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Doch auch dies wäre unter diesen Umständen möglich. Nur könnte es dann halt passieren, dass ein Aktionär oder sonstwie gearteter “Weltenlenker” sich eben keine vierte Yacht mehr kaufen kann, sondern sich mit seinen bisherigen dreien “bescheiden” muss. Vielleicht hat er ja am Ende sogar nur noch zwei. ;-) Ich weiß es nicht so ganz genau.

      Es ist genug vorhanden, um es auf alle gut und vernünftig zu verteilen. Mehr als genug sogar. Nur müssten dann ein paar Personen von ihrem “immer-mehr-selbst-haben-wollen” zurückstecken. Manche würden es vermutlich sogar nicht einmal großartig merken.

    107. horatio schrieb am 12. Januar 2010 um 14:25 - Permalink

      @94

      “Oder würdest Du 300 Euro für ein Paar handgenähter Schuhe made in Germany ausgeben?”

      Das verstehe ich nicht. Ich lebe bescheiden, aber ich habe tatsächlich einmal im Leben die vernünftige Entscheidung getroffen, handgearbeitete Schuhe aus der Gegend zu kaufen. Ich habe kein Auto und gehe viel zu Fuß – konnte mir also langsam das Geld hierfür zusammensparen. Diese Schuhe trage ich heute noch, sie halten mindestens 10mal so lange wie all die günstigen Pöler von Deichmann oder so. Sie lassen sich problemlos reparieren. Sie sind ihr Geld wert! Letztlich habe ich also gespart! – und ein erhaltenswertes Handwerk mit fairem Lohn unterstützt.

    108. mäcky schrieb am 12. Januar 2010 um 14:26 - Permalink

      @Unbequemer
      Genau!!
      Demokratie ist das nicht.
      Als ,Ossi’ komme ich da vom Regen in die Traufe.
      Das Volk ist ohnmächtig.
      Wir werden von der Wirtschaft und ihren Handlangern (Politiker, Medien,Justiz,,Berater’ usw) auch noch verhöhnt.
      Diese Mischpoke wird immer schamloser.
      Weil sie nichts zu fürchten haben?
      Es ist egal ob ,oder wen wir wählen,diese Herrschaften bleiben in Amt und Würden.

    109. Schwabe schrieb am 12. Januar 2010 um 14:29 - Permalink

      @ Nr 90
      Der Kommentar auf den Nachdenkseiten hat eine Besonderheit: Er bezieht sich nur auf die Erlebnisse in Berlin. Berlin=Hartz4-Hochburg und war schon immer Zufluchtstätte von Möchtegernkünstlern, Möchtegernrevoluzern und anderen Arbeitsscheuen mit linkem Anstrich. In Süddeutschland sieht das ganz anders aus, seit der Krise ist dort nat. auch nicht mehr alles eitel Sonnenschein aber im Vergleich zu Berlin immer noch ‘paradiesisch’. Von den berliner Zuständen auf den Rest Deutschlands zu schliessen halte ich für sehr gewagt.

    110. Beate schrieb am 12. Januar 2010 um 14:30 - Permalink

      @StefanP

      Langzeitarbeitslosigkeit.

      Auch die Dänen haben Langzeitarbeitslose.

      Auch die Engländer haben Millionen Langzeitarbeitslose.

      ALLE STAATEN MANIPULIEREN DIE STATISTIK.

      Deutschland schickt seine Langzeitarbeitslosen einmal jährlich in ein Bewerbungstraining.

      Was mich ärgert.

      In 10 Jahren gab es 9 Einkommens- und Unternehmenssteuersenkungen.

      Wirkung für das Wachstum 0.

      Jetzt sollten wir mal was anderes probieren.

    111. mäcky schrieb am 12. Januar 2010 um 14:36 - Permalink

      !

    112. almabu schrieb am 12. Januar 2010 um 14:42 - Permalink

      @ 107

      Für in Deutschland handgefertigte rahmengenähte Schuhe wird man eher zwischen 500 und 1.000 ? ausgeben müssen als 300 ?! Insofern wäre ich an der Adresse des Lieferanten interessiert;-))

    113. Unbequemer schrieb am 12. Januar 2010 um 14:45 - Permalink

      unbequemer:

      Wie funktionieren Arbeitgeber?

      Ein Beispiel. Mein Schwager arbeitete bei einer Zeitarbeitsfirma. Seit vielen Jahren. Zwischendurch wechselt er nur die Zeitarbeitsfirma, um dann immer beim selben Entleiher tätig zu sein. So wird die Ausleihfrist umgangen.

      Dann benötigte er eine Qualifikation. Hier griffen die beteiligten Firmen zu einem Trick. Die Entleihfirma stellte ihn fest ein. Mit Probezeit, obwohl er ja Jahre dort tätig war. Dann wurde er in der Probezeit entlassen. Begründung, es seien nicht mehr genügend Aufträge vorhanden.

      Er ging zum Arbeitsamt und erklärte, mit einer bestimmten Qualifizierung könne er wieder bei einer anderen Zeitarbeitsfirma anfangen. Diese Qualifizierung wurde übernommen.

      Nach der Qualifikation fing er bei einer anderen Zeitarbeitsfirma an. Wäre wohl zu auffällig gewesen. Nun hat sein alter Arbeitgeber, der ihn entlassen hat, wieder angefordert. Jetzt hat er die benötigte Qualifizierung, verdient genau so wenig wie vorher, die Kosten der notwendigen Qualifizierung hat der Steuerzahler getragen.

      Gleichzeitig regt er sich über die Arbeitslosen auf, die seien ja zu faul zum arbeiten. Ein Vorwurf, den auch ich mir immer wieder einmal anhören kann.

    114. Very Cool schrieb am 12. Januar 2010 um 14:48 - Permalink

      @Schwabe am 12. Januar 2010 um 14:29

      In Süddeutschland sieht das ganz anders aus, seit der Krise ist dort nat. auch nicht mehr alles eitel Sonnenschein aber im Vergleich zu Berlin immer noch ?paradiesisch?.

      Soso, paradiesische Zustände.

      http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/arge_Stuttgart.html

      Einfach mal den Wohnort eingeben und dann die Bewertungen der entsprechenden ARGE durchlesen.

      Und was bitteschön sind “Arbeitsscheue mit linkem Anstrich”?

    115. Lutz Hausstein schrieb am 12. Januar 2010 um 14:51 - Permalink

      Och, nö! ;-) Jetzt kommt wieder der Nächste. :-)))

      @ Schwabe:

      “Möchtegernkünstler”, “Möchtegernrvoluzzer” und “andere Arbeitsscheue” ist auch wieder so eine Behauptung, die aus dem Nichts gegriffen wird. Im Osten ist die Arbeitslosenzahl ja auch im Durchschnitt deutlich höher als in den westlichen Bundesländern. Auch alles “Möchtegernkünstler” und “Möchtegernrevoluzzer”? Mensch, dann haben wir ja eigentlich sooo einen Haufen Revoluzzer! Da frage ich mich allerdings, warum die nicht das machen, was sie ja angeblich so gern täten! Nämlich Revolution. :-))) Wenn es schon soviele sind.

      Man, man. Kaum hat man dem Einen etwas unmissverständlich dargelegt, springt der Nächste auf die Null-Stellung zurück und das Spiel beginnt wieder ganz von vorn, als ob nie etwas erklärt und nachgewiesen wurde. Überall dasselbe Spielchen.

      Die Arbeitslosenzahlen sind in den wirtschaftlich stärkeren Ländern, wie z.B. BaWü oder Bayern, natürlich niedriger als in wirtschaftlich schwächeren. Nun könnte es natürlich dann bei einer ARGE in BaWü so sein, dass dort eben von den rund 300 zu “betreuenden” Arbeitslosen (pro Arbeitsvermittler) nicht 0 (Null) Arbeitslosen ein Job vermittelt werden konnte, sondern zehn oder zwanzig oder dreißig. Was sagt das aber über den Willen der anderen Betroffenen, die nicht vermittelt werden konnten, aus? Nichts oder eher gar nichts?Denn trotzdem fehlen immer noch eine Menge von Jobs, um all diejenigen damit zu “versorgen”, die es benötigen und auch wollen.

    116. horatio schrieb am 12. Januar 2010 um 14:56 - Permalink

      @112

      Raten Sie mal, was passiert ist! Der Schuhmacher (aus Dortmund) mußte seinen Beruf vor 1 1/2 Jahren aufgeben, weil einerseits Qualitätsbewußtsein durch Geiz verdrängt worden ist, andererseits Deutschland durch Täter und Gefolgsleute (wie u.v.a. Clement, um mal ein besonders widerwärtiges Beispiel zu nennen) zum Billiglohnland gemacht worden ist. Den Schröders, Fischers und Clements wollte er keine Schuhe verkaufen. Und Sie haben Recht, eher zwischen 500 und 1.000 ?; aber für Preis und Unterhalt eines Autos kann man sich viele gute Schuhe kaufen.

    117. Hilde schrieb am 12. Januar 2010 um 15:01 - Permalink

      @StefanP(erplex)

      Die Verwirrung hat ?Hilde? eingebracht.

      Macht nichts. Das Verständnis ist bei ?Männern? Deines Schlages nicht sonderlich ausgeprägt.

      Wir wollten schließlich eine Vergleichsrechnung, die habe ich angestellt: Vollzeitbeschäftigter versus Hartzler.

      Deine Vergleichsrechnung berücksichtigt nicht die so genannten Hartz-IV-Aufstocker, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen.

      Wie wirtschaftlich ist eine erwerbsmäßige Betätigung, wenn man einen fiktiven Mindestlohn bezieht? Ergebnis: nicht sehr wirtschaftlich.

      Eingliederungszuschüsse, Kurzarbeitergeld, Förderung der 1-Euro-Jobs, usw. haben Hartz IV umso unwirtschaftlicher gemacht.

      Wer arbeitet und nicht zufällig Eremit ist, muss schon verdammt hoch im Einkommen liegen, um gut über die Runden zu kommen.

      Oh, bitte. Ginge es nur nach Qualifikation und Leistung, wären wir alle Millionäre.

      Hilde hatte das als einen Fall verstanden und so kommentiert.

      Es gibt in ganz Deutschland keine einzige Bedarfsgemeinschaft, die über 2.000 Euro Sozialleistungen erhält. Das ist Unsinn.

    118. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 15:14 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Wenn drei private Briefdienstleister nur deshalb mit 1/3 gefüllter Tasche dieselbe Straße bedienen, ist dies unnötig und nur deshalb möglich, da Niedriglöhne bezahlt werden. Mit einem ordentlichen Lohn würde diese Ineffizienz sich nicht rechnen und es gäbe wieder nur einen Briefträger, der mit voller Tasche die Straße bedient.

      Das wäre das erste Mal, dass ein Monopol zu mehr Wohlstand führt. Die Vergangenheit mit der Post war doch so: zum einen wurde es trotz der höchsten Portopreise das teuerste Logistikdienstleister in der alten EG, zum anderen musste dennoch der Telefonkunde mit horrenden Preisen für die Briefbeförderung gerade stehen. Und die Briefe waren langsamer unterwegs. Das wird heute zur guten alten Zeit verklärt.

      Heute verschickt keiner mehr Briefe. Privat ohnehin nicht und im Geschäftsleben wird das Mailen von pdf-Anhängen auch immer populärer. Mit Ihrem Argument bräuchten wir auch nicht mehr als einen Fernsehsender, schließlich hängen so wenige vor der Glotze, das kann auch einer bedienen, der zumindest dann Geld verdienen würde.

      Nehmen wir mein fiktives Putzfrauenbeispiel. Wenn die Putzfrau denn nur 1 Cent pro Stunde kosten würde, würde ich mir gleich zwei leisten ? eine fürs Büro und eine für daheim.

      Nee, Sie würden 5-10 nehmen, da Sie für das Geld nur schlecht arbeitende Putzen bekämen. Müssten Sie dagegen 20 EUR die Stunde zahlen, würden Sie sich eher überlegen, einige Arbeiten selbst zu machen oder zu automatisieren. Das ist auch und gerade im Reinigungsgewerbe Gang und Gäbe.

      ->Habe ich da etwas überlesen?
      Offensichtlich, das wäre ja nicht das erste Mal.

      Gut, dann lese ich die beiden nochmal. Aber sagen Sie nicht, ich wäre wieder indoktriniert worden. ;-)

    119. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 15:20 - Permalink

      @Hilde

      Deine Vergleichsrechnung berücksichtigt nicht die so genannten Hartz-IV-Aufstocker, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen.

      Darum ging es nicht. Es ging darum, was hat jemand in der Tasche, der den Mindestlohn erhält. Ergebnis: er hat weniger als ein Hartzler und müsste eventuell aufstocken. Schöne Mindestlohnwelt!

      Oh, bitte. Ginge es nur nach Qualifikation und Leistung, wären wir alle Millionäre.

      Kaum. Manche würden schlichtweg verhungern.

      Es gibt in ganz Deutschland keine einzige Bedarfsgemeinschaft, die über 2.000 Euro Sozialleistungen erhält.

      Ach, tatsächlich? Dann bin ich wohl falsch informiert. Bitte klären Sie mich auf: wieviel erhält eine Bedarfsgemeinschaft mit zwei Erwachsenen und drei Kindern inclusive Wohnkosten sagen wir in Frankfurt-Bornheim, Berlin-Friedrichsdorf oder in München? Dann schauen wir mal, was Unsinn ist.

    120. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 15:25 - Permalink

      @Beate
      @Lutz Hausstein

      Ich nehme vorzugsweise die Werte der OECD und von EUROSTAT, dort sind die Zahlen standardisiert und die deutsche Quote liegt niedriger als die von der BfA. Und auch danach bleibt es dabei: Deutschland hat die höchste Langzeitarbeitslosigkeit, worauf übrigens zu einem anderen Thema der sicher nicht neoliberal ausgerichtete Momo hingewiesen hat. Also bleiben Sie die Antwort schuldig, warum ausgerechnet in Deutschland so viele Leute noch nach 1-4 Jahren keine Beschäftigung haben. Tipp: die Zeitarbeit ist es nicht, die ist im internationalen Vergleich immer noch unterrepräsentiert.

    121. Dierk schrieb am 12. Januar 2010 um 15:27 - Permalink

      Ihre Frage zeigt die ganze Verlogenheit der Mindestlohndebatte. Eigentlich wollen die Befürworter damit die Armut (angeblich) bekämpfen.

      Da gebe ich Ihnen, StefanP, vollkommen recht, das angeführte Argument, der Mindestlohn sei eine soziale Wohltat – ein Argument, das besonders gerne von den Anarcho-Liberalen angebracht wird -, ist natürlich Käse. Ebenso wie die Mär von der Arbeitsplatzvernichtung [oder dem Abwandern ins Ausland, aber das nur nebenbei].

      Der Mindestlohn ist ein finanzpolitisches Instrument. Er hilft, Sozialkassen und Bundeshaushalt vor Belastungen durch kalte Subventionen zu schützen. Durch Einführung eines Mindestlohns könnten Manager nicht mehr argumentieren, ‘ja, holen Sie sich doch Aufstockung von der ARGE/dem Sozialamt’. Es ist schon interessant, wie immer gerne geschimpft wird auf den sich einmischenden Staat, auf zu hohe Steuern [was immer das eigentlich heißen soll], aber gerne die Tasche des Steuerzahlers weiter belastet wird mit Kosten, die ihn so erst einmal nichts angehen.

      Unternehmen schaffen es nicht, innovative Produkte zu entwickeln und zu vermarkten? Kein Problem, senken wir die Kosten, schmeißen also Leute raus – sind sowieso alles faule Schweine. Dann gehen die Lobbyisten los und machen den Politikern weiß, der Staat muss Geld sparen, am besten durch Kürzung der Sozialausgaben. Außerdem müsse der Staat für Niedrigstlöhne sorgen, deren Empfänger dann wiederum vom Staat Zuschüsse bekommen müssen, ‘denn die Unternehmen sind wichtige Standortfaktoren’.

      Die Mediokrität unserer Politiker zeigt sich schon daran, die Fehler in der Logik nicht zu erkennen. Und daran, zu glauben, Subventionen seien i.O., wenn man sie nur anders nennt.

      PS: Es kotzt mich immer mehr an, wie diese dummdreisten Anarcho-Liberalen den guten Namen und die guten Ideen des Liberalismus zerstören.

    122. Diskussionsteilnehmer schrieb am 12. Januar 2010 um 15:36 - Permalink

      PS: Es kotzt mich immer mehr an, wie diese dummdreisten Anarcho-Liberalen den guten Namen und die guten Ideen des Liberalismus zerstören.

      Ich erinnere mich an ein Interview, in dem Günter Verheugen von einem FDP-Funktionär damit konfrontiert wurde, mal FDP-Mitglied gewesen zu sein.

      Seine Antwort: “Ja, denn damals war die FDP noch eine soziale und liberale Partei.”

      Eine solche Partei ist in Deutschland bisher nicht wieder aufgetaucht. Im Grunde müsste sich diese Lücke mal füllen, wenn es so weiter geht. Wenn nicht, dann wähle ich eben ab jetzt auch die Linkspartei. Was kann man sonst wählen…

    123. Lutz Hausstein schrieb am 12. Januar 2010 um 15:50 - Permalink

      Erstens. Ein Mindestlohn allein bringt nicht die Lösung aller Probleme und ist nicht das allein seeligmachende Mittelchen.

      Entweder werden die Einkommen, auch von Zusammenlebenden, Ehepaaren, Ehepaaren mit Kindern etc., separiert, man hört mit dieser “Sippenhaftung” auf und schafft eine ausreichende Einkommensbasis für jeden Menschen, unabhängig von seinem Familienstand bzw. Partnerschaftssituation. Hierzu gehört allerdings auch ein Mindestlohn, denn es ist durch nichts stichhaltig zu begründen, weshalb ein Mensch einer Arbeit nachgehen sollte, wenn der Erlös aus dieser Tätigkeit nicht einmal für sein Auskommen reicht.

      Oder man benötigt eine Kombination von Mindestlohn mit einer sozialen Sicherungsleistung, welche die höheren Kosten für eine größere Familie (sprich: mehrere Kinder) abfedert. Denn dass ein Mindestlohn nun mal nicht die (höheren) Kosten für eine vier-, fünf- oder sechsköpfige Familie sichern kann, ist nur natürlich. Dies kann vielleicht bei einigen “Besserverdienenden” noch gegeben sein. Bei Normal- und erst recht Niedrigverdienern ist es jedoch unter derzeitigen Umständen meist nicht so.

      Ich verstehe auch nicht, wieso der Absolutwert einer “kinderreichen” Familie, egal ob Hartz-IV oder sonstwas, immer in die Diskussion gebracht wird. Dem stehen doch auch höhere Kosten aufgrund der höheren Anzahl der Familienmitglieder entgegen! Man tut immer so, als wäre der Mehrbetrag für ein weiteres Kind zusätzliches Geld, mit dem man dann ein Luxusgut nach dem anderen kaufen könne. Dies ist einfach nur Humbug. Meist stehen dem höheren “Einkommen” sogar überproportional höhere Kosten gegenüber. Dies fällt jedoch regelmäßig unter den Tisch. Was bedeuten schon 2.000 Euro, wenn man davon 7 oder 8 Mäuler zu stopfen hat und, logischerweise, auch eine dementsprechend größere Wohnung benötigt? Das will einfach nicht in meinen Kopf hinein!

    124. Schwabe schrieb am 12. Januar 2010 um 15:51 - Permalink

      @114
      Es ging nicht um die Zustände in den Ämtern sondern um die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen.

      @115
      Solange die Zeitungen hier im Süden jede Woche immer noch randvoll mit Stellenanzeigen sind kann es nicht so schlecht sein. Notfalls heuert man eben in einer Zeitarbeitsbude an, ja ich weiss, das ist scheisse aber immer noch besser als Hartz4.
      Manch einer im Süden soll auch mal was für schlechte Zeiten zurückgelegt haben, damit kann man sich z.B. selbstständig machen. Hier im Schwabenland ist das sowieso die Regel, ich kenne keinen der nicht neben dem eigentlichen Job noch irgenwie rumkrautert. Notfalls hällt man sich damit über Wasser. Die berliner Spassgesellschaft kennt sowas nat. nicht, da muss z.B. jeder Trendschrott mitgemacht werden und dafür wird dann das Geld verballert, ausser die Kröten so schnell wie möglich rauszuhauen kennt man dort nix.

    125. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 15:54 - Permalink

      @Dierk

      Da gebe ich Ihnen, StefanP, vollkommen recht, das angeführte Argument, der Mindestlohn sei eine soziale Wohltat ? ein Argument, das besonders gerne von den Anarcho-Liberalen angebracht wird -, ist natürlich Käse. Ebenso wie die Mär von der Arbeitsplatzvernichtung [oder dem Abwandern ins Ausland, aber das nur nebenbei].

      Gut, wenn Sie das glauben, dann gehen Sie doch bitte den nächsten Schritt. Nachdem wir festgestellt haben, dass ein Mindestlohn nicht das erfüllt, was seine Protagonisten von ihm behaupten, stellt sich die Frage: Warum fordert zum Beispiel die Linkspartei nicht eine Mindestgrenze von 25 EUR, die sicherstellen würde, dass in jedem Fall jemand von seinem Lohn tatsächlich leben kann?

      Na? Um eine Antwort verlegen? Der Aufstand des Establishments kann es nicht sein, das hat die Postkommunisten noch nie gestört. Die Angst vor der Unglaubwürdigkeit bei den eigenen Wählern? Iwo, die wissen nicht mal, was 25 EUR im Portemonnaie bedeuten. Vielleicht, weil selbst solche Desperados zugestehen, dass irgendwo doch ein Zusammenhang zwischen Lohnhöhe und Arbeitsplatzangebot besteht? So zumindest hat sich der überzeugte Mindestlohnbefürworter und Ex-IG-Metall-Chef Jürgen Peters mal geäußert.

    126. horatio schrieb am 12. Januar 2010 um 16:03 - Permalink

      @118

      “…einige Arbeiten selbst zu machen oder zu automatisieren. Das ist auch und gerade im Reinigungsgewerbe Gang und Gäbe.”

      Wer? Wie? Was?

      Und wenn einer wie Sie abfällig von “schlecht arbeitende(n) Putze(n)” spricht, erklärt das natürlich Ihre sonstigen “Kommentare”. Woher Sie Ihren hochmütigen Dünkel nehmen, weiß ich nicht – ihr Stundenlohn für’s schlechte Astroturfing dürfte nämlich kaum höher liegen als 5 Euro.

    127. Possimist schrieb am 12. Januar 2010 um 16:03 - Permalink

      Hier in der Gegend wo ich wohne gibbet ne Firma, Name egal, die vom Mutterkonzern ausgelagert wurde um sich am Markt, was auch immer das ist, besser positionieren zu können. Das Ergebnis war das Neueinstellungen 1? weniger kriegen als die Stammbelegschaft (9,50? zu 8,50?). Das war immer noch zu viel. Jetzt werden nur noch Zeitarbeiter eingestellt die von ihrem Sklaventreiber 6,82? kriegen. Jetzt kommt der Hammer. Für solch einen Zeitarbeiter zahlt das Unternehmen bei 150 Std/Monat an den Sklaventreiber 2700?.

    128. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 16:04 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Sie bestätigen, was ich geschrieben habe: die Mindestlohnbefürworter agieren unehrlich. Sie gaukeln etwas vor, was der Mindestlohn nicht erfüllen kann. Sie schreiben:

      Oder man benötigt eine Kombination von Mindestlohn mit einer sozialen Sicherungsleistung, welche die höheren Kosten für eine größere Familie (sprich: mehrere Kinder) abfedert.

      Der Mindestlohn sollte doch gerade die Menschen davor bewahren, trotz Vollzeitarbeit noch zum Amt gehen zu müssen und finanziellen Striptease zu vollführen. Jetzt baggern Sie es selber wieder rein.

      Entweder werden die Einkommen, auch von Zusammenlebenden, Ehepaaren, Ehepaaren mit Kindern etc., separiert, man hört mit dieser ?Sippenhaftung? auf und schafft eine ausreichende Einkommensbasis für jeden Menschen, unabhängig von seinem Familienstand bzw. Partnerschaftssituation.

      Ach so. Vati geht arbeiten und Mutti beantragt Sozialhilfe für die Kinder. Soso. Kann das auch ein Einkommensmillionär? Natürlich bedeuten Kinder Kosten, dass es sich dabei um eine finanzielle Wohltat handelt, haben einige nur in Bezug auf den Kinderfreibetrag behauptet. Aber diese Kosten entstehen für jeden, der sich für Kinder entscheidet. Und ein Geringverdiener muss das eben aus seinem eigenen Erwerb bestreiten, während der Langzeitarbeitslose das vom Steuerzahler erhält. Die Frage war: wie attraktiv macht das das Arbeiten?

    129. name schrieb am 12. Januar 2010 um 16:06 - Permalink

      Wenigstens werden die Dummschaben jetzt von den Chinesen weggeballert, und die Landfraktion bekommt jenseits ihres Kleingeistes und ihrer sprachlichen Unfähigkeiten, die Welt mal zu sehen.

      Wie sagen die Schwaben über ihre eigenen Dörfer so schön: alles Inzest.

    130. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 16:07 - Permalink

      @horatio

      Und wenn einer wie Sie abfällig von ?schlecht arbeitende(n) Putze(n)? spricht, erklärt das natürlich Ihre sonstigen ?Kommentare?.

      Lesen Sie mal den obrigen Beitrag und den über die FDP und über zu Guttenberg. Dort kommen reihenweise abfällige Kommentare über hart arbeitende Politiker vor, ohne dass dies Ihren Zorn erzeugt hätte. Keinen Mumm in den Knochen, dagegen etwas zu sagen?

    131. Beate schrieb am 12. Januar 2010 um 16:23 - Permalink

      @StefanP

      Ich kann ihnen nicht folgen.
      In England dem Land des angewendeten Hayek ist die Langzeitarbeitslosigkeit viel höher.

      http://www.heise.de/tp/blogs/8/115044

      Langzeitarbeitslose 1975 150000
      Lohnquote 1975 75%
      Arbeitslosenhilfe 1975 58% des letzten Bruttoeinkommens

      Langzeitarbeitslose 2009 mehrere Millionen.
      Lohnquote 2009 61%.
      Arbeitslosenhilfe 2009 35% des letzten Bruttoeinkommens

      Da muss doch was gewesen sein?

    132. Peter schrieb am 12. Januar 2010 um 16:29 - Permalink

      Hallo,

      @StefanP,

      “Heute verschickt keiner mehr Briefe. Privat ohnehin nicht und im Geschäftsleben wird das Mailen von pdf-Anhängen auch immer populärer.”

      Ich habe es mir angetan, Ihre Statements bis hier zu lesen. Fazit: Akademiker, von der reinen Lehre überzeugt. Von der Realität unbeleckt. Da die Wirklichkeit nicht so ist, muss sie eben der Lehre angepasst werden.

      Interessant ist z. B. Ihr ständiges Abheben auf irgendwelche Staistiken. Besonders witzig: das Abheben auf Aussagen des DIW – das ist nämlich ein, wie der Name schon sagt, Institut der Wirttschaft und wird von Wirtschaftsverbänden finanziert – gibt, oh Wunder, genau die Absicht und Meinung ihrer Geldgeber wieder. Genau der Geldgeber, die via Schröder/SPD/Grüne H4 durchgesetzt haben.

      Ihr ganzes Geschreibsel ist für mich sehr aufschlussreich, ich war nämlich einer derer, die jahrelang solche Statistiken erstellt haben. Um es kurz zu sagen: Fälschen musste.

      Schwamm drüber. Sie wissen’s nicht besser und wollen es auch nicht besser wissen. Das ganze schöne von der Uni mit bekommene Lehrgebäude bräche zusammen. Aber das wird es sowieso – früher oder später.

      Nur noch eins, warum ich Ihre Aussage mit den Briefen zitiert habe: “Noch mal: Heute verschickt keiner mehr Briefe. Privat ohnehin nicht…” Das entlarvt Ihr völliges Unwissen besser als alles andere. Auch heute werden noch immer Millionen von Briefen TÄGLICH versandt. Privat und geschäftlich. Was glauben Sie eigentlich, was tausende von Zustellern täglich machen?

      Naja, lassen wir das. Auf dem gleichen Realitäts- und Wahrheitsniveau ist der Rest Ihrer Statements auch.

      Gruß

    133. Frank Schenk schrieb am 12. Januar 2010 um 16:32 - Permalink

      Welcher Bertelsmann-Laden zahlt denn die Absonderungen des “StefanP”? Wer war das nochmal? Aventus? Ich hab den Namen leider vergessen. Jedenfalls haben die Neofaschisten – sorry – Neoliberalisten kapiert, daß man seinen Dummfug nicht nur in Print und TV verbreiten muss, nein, man muss auch noch dafür sorgen, daß das verblendete Internetvolk endlich erhellt wird. Dabei will man doch nur Vollbeschäftigung. Arbeit für alle.

      Früher stand da halt “Arbeit macht frei” dran und drin waren Zwangsarbeiter.

      Heute heißt es “Hartz 4″, ist die moderne Sklavenhaltung und zwingt Menschen ihre Arbeitskraft gegen ihren Willen und unter ihrem Wert zu “verkaufen”.

      Irgendwann schreien dann alle “Hurra, Vollbeschäftigung” – oder es gibt wieder den einen oder anderen Prager Fenstersturz…

      Schöne, neue Welt.

      gruß, Frank

      P.S.: Wer schickt die Uschi an den Herd? Reicht doch, wenn sie ihre Familie bekocht, muss sie nicht noch dem Rest der Republik in die Suppe spucken.

    134. Lutz Hausstein schrieb am 12. Januar 2010 um 16:34 - Permalink

      Einmal werde ich jetzt noch antworten. Aber dann werde ich mich erstmal zurückziehen, es wird mir zu zeitaufwendig.

      @ Schwabe:

      Ach, auch im Osten sind die Zeitungen voll mit Stellenangeboten. Man muss sich bloß etwas genauer anschauen, was da wirklich drinsteckt. Call-Center-Mitarbeiter, die Telefonlisten hoch- und runterklappern müssen, um potentiellen Kunden Dinge aufzuschwatzen, die keiner braucht und will. Zu fast immer unsäglichen Arbeitsbedingungen. Junge Frauen werden gesucht für erotische Telefon-Hotlines. Junge hübsche Frauen für Erotik-Massagen (oder was das am Ende auch wirklich zu bedeuten hat – habe da keine praktische Erfahrung). Und was weiß ich nicht noch alles. Die wenigen “normalen” Jobs werden entweder so überrannt, dass, verständlicherweise auf eine freie “normale” Stelle 200 und mehr Bewerber kommen. 199 davon gehen gesichert leer aus. Oder es werden fachspezifische Kenntnisse benötigt (ist ja nachvollziehbar und in Ordnung). Aber nicht jeder Mensch kann nun mal in jeden Branche und in jedem Berufsbild Fachmann sein und dann zusätzlich noch jeweils über die geforderte langjährige, nicht allzulang zurückliegende, Berufserfahrung verfügen. Das sollte einem schon der reine Menschenverstand sagen.

      Was soll man sich selbstständig machen, wenn immer mehr Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben? Der Binnenmarkt wurde in den letzten Jahren drastisch kaputt gemacht. Da ist kaum mehr was zu holen. Arbeitslose und Geringverdiener können sich meist nur noch gerade das kaufen, was sie zum Überleben benötigen, nämlich das Essen. Soll man jetzt Aldi und Co. Konkurrenz machen wollen? Das dürfte wohl schlechterdings möglich sein, schon allein aufgrund deren Marktmacht. Die kaufen aufgrund ihrer Größe zu ganz anderen Preisen ein, als es irgendein kleiner Händler könnte. Solange der Binnenmarkt aufgrund der niedrigen Einkommen, aufgrund von Hartv-IV, Teilzeit, Zeitarbeit etc., so darnieder liegt, hat es auch jeder Kleinunternehmer, erst recht als Jungunternehmer, extrem schwer. Die Wahrscheinlichkeit, postwendend in die Insolvenz zu marschieren, ist riesig. Aber die Medien und die Kanzlerin freuen sich ja, weil Deutschland wenigstens noch Vize-Weltmeister beim Export ist. :-( Dass ein funktionierender Binnenmarkt unserer Wirtschaft (und auch den Menschen!) wirklich voranhelfen würde, wollen diese Neolibs nicht begreifen. Die Einkommen im unteren Bereich müssten steigen, um den Konsum wieder voranzubringen. Denn genau diese Personengruppe gibt ihr Geld auch vollständig wieder aus. Millionäre hingegen sparen es und befördern damit diverse Roulette-Spielchen, wo versucht wird, aus viel Geld ganz, ganz viel Geld zu machen. Und zwar ganz, ganz schnell.

      @ StefanP:

      Dass dieses Geschwurbel von “Lohnzurückhaltung” und “Arbeitsplatzsicherung” ein Ammenmärchen ist, haben doch nun die letzten Jahre mehr als hinreichend bewiesen. Immer, wenn sich die Arbeitnehmer von den Bitten oder Drohungen haben einschüchtern lassen, weil es angeblich um die Sicherung ihrer Arbeitsplätze ging, hat es sich früher oder später als Illusion herausgestellt. Die höheren Gewinne, die durch die Lohnzurückhaltung (schönes Wort übrigens – der Lohn wurde zurückge- oder behalten – mal drüber nachdenken) oder gar niedrigere Löhne erreicht wurden, fanden sich auf den Konten der Manager wieder, die ihrem Unternehmen ja ach so hervorragend zusätzliche Gewinne “erwirtschaftet” hatten und/oder auf den Konten der Aktionäre. Der Arbeitnehmer hatte in sogut wie keinem Fall irgendeinen Vorteil von seiner “Zurückhaltung”. Erst hatte er weniger (oder gleich viel) Lohn anstatt mehr. Und anschließend, als er dennoch seinen Job verlor, hatte er auch noch weniger Arbeitslosengeld. Weil er ja weniger eingezahlt hatte. Tolle Wurst. Am Ende war er doch der Dumme.

    135. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 16:37 - Permalink

      @Beate

      Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung beträgt laut Eurostat in Deutschland 3,8%, im Vereinigten Königreich dagegen 1,4%. Ihre Behauptung kann daher nicht stimmen. Lassen Sie sich nicht durch so viele Blogs verwirren, sondern gehen Sie an die Quelle. Da ist das Wasser immer am Besten.

      Denn 1975 lagen die Leistungen aus Arbeitslosenhilfe bei 60% des letzen Nettoeinkommens, während sie aktuell bei 35% des letzten Bruttoeinkommens liegen

      .

      Wie kommen Sie darauf? Rechnen wir mal: Ein Hartz-IVler bekommt laut BfA im Schnitt etwas über 800 EUR. Wären dies lediglich 35% des letzten Bruttoeinkommens, so hieße das, die Bezieher von Arbeitslosengeld 2 hätten in ihrem vorherigen Leben im Schnitt alle ein Durchschnittsgehalt bezogen. Das erscheint angesichts des durchschnittlichen Qualifikationsprofils nicht plausibel.

      Ich gehe davon aus, die 35% beziehen sich lediglich auf den Satz für den Lebensunterhalt von rund 350 EUR, der ist aber nicht vergleichbar mit der früheren Arbeitslosenhilfe.

    136. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 16:48 - Permalink

      @Peter

      Nun, wenn Sie jahrelang dafür gearbeitet haben, sollten Sie wissen, wie es sich finanziert. Also ich glaube, eins davon stimmt nicht, denn dann wüssten Sie, was das DIW selbst schreibt: ?Das DIW Berlin finanziert sich überwiegend aus öffentlichen Zuwendungen.? Die Grundfinanzierung kommt zu gleichen Teilen vom Bund und von den Ländern, also aus Steuergeldern.

      Und Sie wüssten, wie eines der bekanntesten Forschungsinstitute wirklich heißt:

      das Abheben auf Aussagen des DIW ? das ist nämlich ein, wie der Name schon sagt, Institut der Wirttschaft und wird von Wirtschaftsverbänden finanziert ? gibt, oh Wunder, genau die Absicht und Meinung ihrer Geldgeber wieder.

      Nein, nicht Institut der Wirtschaft, sondern Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung. Wer soviele Fehler bei den Formalien macht, kann dem ernsthaft abgenommen werden, in dem Bereich gearbeitet zu haben??

    137. Retans schrieb am 12. Januar 2010 um 16:51 - Permalink

      @Peter #132

      Das DIW erhält vom Bund und dem Land Berlin Zuschüsse in Höhe von jährlich 13 Millionen Euro.
      Gerade Marktapostel wußten Staatsknete schon immer sehr zu schätzen.

      http://www.welt.de/wirtschaft/article5799348/DIW-droht-die-Rueckzahlung-von-Zuschuessen.html

    138. Schwabe schrieb am 12. Januar 2010 um 16:52 - Permalink

      @134 StefanP
      Zitat:
      Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung beträgt laut Eurostat in Deutschland 3,8%, im Vereinigten Königreich dagegen 1,4%. Ihre Behauptung kann.
      Zitatende

      Solange die Daten nicht einheitlich erhoben werden sind, sind solche Vergleiche sinnlos.

    139. Herr Knecht schrieb am 12. Januar 2010 um 16:54 - Permalink

      @StefanP

      Lesen Sie mal den obrigen Beitrag und den über die FDP und über zu Guttenberg. Dort kommen reihenweise abfällige Kommentare über hart arbeitende Politiker vor, ohne dass dies Ihren Zorn erzeugt hätte. Keinen Mumm in den Knochen, dagegen etwas zu sagen?

      Der Unterschied ist, dass Politiker Personen der Zeitgeschichte sind, die ein öffentliches Amt und somit politische Verantwortung tragen und relative oder absolute Popularität genießen.

      Sauertöpfischer Hosenanzug aus der Uckermark -> Überspitze Formulierung, Satire; bezugnehmend auf einen durch Medien erlangten Bekanntheitsgrad und eben auf die Kleiderordnung unserer Kanzlerin.

      Putze -> abfällige Bezeichnung, zumindest für einen Gutmenschen.

      Beides in einen Topf zu schmeißen bekräftigt nur erneut ihren Argumentationsstil, ihren nicht vorhandenen Sinn für Humor oder Satire und ihre Einstellung gegenüber “Underperformern”.

    140. Schwabe schrieb am 12. Januar 2010 um 16:55 - Permalink

      @135, StefanP

      Der Name ist egal, wichtig ist wer dahintersteckt, sprich wer den Laden finanziert. Stellen sie sich nicht dumm, weil ihn keine Argumente mehr einfallen. Auf solche Diskussionsverzerrungstricks fällt hier keiner rein.

    141. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 17:04 - Permalink

      @Schwabe

      Moment, ?Peter? hat behauptet, in dem Bereich mal gearbeitet zu haben und damit daraus Glaubwürdigkeit zu ziehen, wie solche Statistiken zustande kommen und welchen Gönnern man verpflichtet ist. Und dann muss man feststellen, dass er über die Grundlagen überhaupt keine Ahnung hat ? weder über die richtigen Bezeichnungen noch die Finanzierung. Also hat er nicht in dem Bereich gearbeitet und da er offensichtlich gelogen hat, ist seine Glaubwürdigkeit bezüglich jeden Buchstabens in der Tonne.

      Solange die Daten nicht einheitlich erhoben werden sind, sind solche Vergleiche sinnlos.

      Wat denn nu?? ?Beate? hatte geschrieben, die Langzeitarbeitslosigkeit bei den Briten sei niedriger. Kein Einwand von sonst jemanden. Dann wird dargelegt, dass das eben im Vergleich gar nicht stimme und schon stehen Sie auf der Matte und rufen: ?aber das ist doch gar nicht vergleichbar!?. Klar.

    142. horatio schrieb am 12. Januar 2010 um 17:27 - Permalink

      @130

      “Lesen Sie mal den obrigen Beitrag und den über die FDP und über zu Guttenberg. Dort kommen reihenweise abfällige Kommentare über hart arbeitende Politiker vor, ohne dass dies Ihren Zorn erzeugt hätte. Keinen Mumm in den Knochen, dagegen etwas zu sagen?”

      Ich hätte mir wesentlich strengere Kommentare gewünscht.

      “Hart arbeitende Politiker” ; das scheint ja offenbar zu stimmen. Nur, woran sie so hart arbeiten – da sollte eigentlich Gott vor sein.

    143. Dierk schrieb am 12. Januar 2010 um 18:20 - Permalink

      Na? Um eine Antwort verlegen?

      Herr StefanP, lesen Sie wenigstens Ihren eigenen Stuss, die Postings anderer lesen Sie jedenfalls nicht. Ich habe ziemlich deutlich geschrieben, was der Mindestlohn ist, Ihnen explizit Recht gegeben bzgl. des ‘soziale Arguments’. Ah, ich vergaß, klappernde Eimer bauen sehr gerne Strohmänner auf, die dann genüßlich eingerissen werden können.

      Im Usenet nannten wir sowas ‘Troll’ – was ich wieder einmal für unfair den armen, missverstandenen Trollen gegenüber finde.

    144. name schrieb am 12. Januar 2010 um 18:23 - Permalink

      Heute verschickt niemand mehr Briefe,die Einschreiben in ihren Varianten oder den Kurzbrief per Kurier im Geschäfts- und Rechtsverkehr StefanP, niemand ja?

      So einen bezahlten, weltfremden Dauertroll hat wirklich die Welt selten sehen müssen.

    145. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 18:34 - Permalink

      @Dierk

      Nun, wenn Sie mir nicht glauben. Verdi schreibt zu einem gesetzlichen Mindestlohn (wohlgemerkt: 7,50 EUR):

      “Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von zunächst 7,50 Euro ist ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit. Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können. Schluss mit der Subventionierung von Armutslöhnen durch Steuergelder”, hat Franz-Josef Möllenberg, NGG-Vorsitzender, am 7. November 2008 vor Journalisten in Berlin gefordert.

      Also: der Grund für einen Mindestlohn sind ? das findet sich auch beim Deutschen Gewerkschaftsbund und der Linkspartei a) Menschen von ihrer Arbeit leben zu lassen und b) Armutslöhne nicht durch Steuergelder zu subventionieren.

      Wir haben aber gelernt ? und das blieb unwidersprochen ? dass selbst ein Mindestlohn von 10 EUR in vielen Fällen a) kein eigenständiges Leben ermöglicht und b) die Nutznießer weiterhin auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sein werden. Ergo: Die Argumente sind falsch.

      Und nirgends ist eine Antwort auf die Frage enthalten, warum Linkspartei und Gewerkschaften in Kenntnis dessen nicht eine Untergrenze von 25 EUR fordern. Sie wissen es auch nicht, wenn doch Löhne keinen Einfluss auf die Beschäftigung haben, oder?

    146. Hilde schrieb am 12. Januar 2010 um 20:07 - Permalink

      @StefanP(latzhirsch)

      Ach, tatsächlich? Dann bin ich wohl falsch informiert. Bitte klären Sie mich auf: wieviel erhält eine Bedarfsgemeinschaft mit zwei Erwachsenen und drei Kindern inclusive Wohnkosten sagen wir in Frankfurt-Bornheim, Berlin-Friedrichsdorf oder in München? Dann schauen wir mal, was Unsinn ist.

      Ach, Jungchen! Muss ich Dich in Deinem Alter etwa noch aufklären? Im übrigen hast Du der armen Familie noch ein Balg untergejubelt. Aber egal, ein Ehepaar mit zwei Kindern erhält durchschnittlich etwa 1.400,00 ?/Monat und mit drei Kindern etwa 1.600,00 ?/Monat (Quelle: BA). Für die Berechnung des Leistungsanspruches wird ausschließlich die Software ?A2LL? verwendet. ;-)

    147. Spiegelfechter schrieb am 12. Januar 2010 um 20:44 - Permalink

      @StefanP

      Das wäre das erste Mal, dass ein Monopol zu mehr Wohlstand führt.

      Ach was – so ein Unfug. Aber zum Glück weißt Du das ja auch.

      Die Vergangenheit mit der Post war doch so: zum einen wurde es trotz der höchsten Portopreise das teuerste Logistikdienstleister in der alten EG, zum anderen musste dennoch der Telefonkunde mit horrenden Preisen für die Briefbeförderung gerade stehen. Und die Briefe waren langsamer unterwegs. Das wird heute zur guten alten Zeit verklärt.

      Whatever – wir reden von der Gegenwart. Früher waren Briefträger auch noch Beamte.

      Mit Ihrem Argument bräuchten wir auch nicht mehr als einen Fernsehsender, schließlich hängen so wenige vor der Glotze, das kann auch einer bedienen, der zumindest dann Geld verdienen würde.

      Auch das ist mal wieder Blödsinn – aber auch hier weißt Du, dass dem so ist. Warum soll ich mir also die Mühe machen, darauf zu antworten?

      Nee, Sie würden 5-10 nehmen, da Sie für das Geld nur schlecht arbeitende Putzen bekämen. Müssten Sie dagegen 20 EUR die Stunde zahlen, würden Sie sich eher überlegen, einige Arbeiten selbst zu machen oder zu automatisieren. Das ist auch und gerade im Reinigungsgewerbe Gang und Gäbe.

      So so! Halten wir fest – für mieses Geld finden 5-10 Putzfrauen einen Job, für guten Lohn nur – maximal – eine. Da haben wir also die Vollbeschäftigung und die Instrumente, wie diese zu erreichen ist.

    148. Spiegelfechter schrieb am 12. Januar 2010 um 20:47 - Permalink

      @122 Diskussionsteilnehmer

      Eine solche Partei ist in Deutschland bisher nicht wieder aufgetaucht.

      Yep und ich wäre dann eines der ersten Mitglieder ;-)

    149. Unbequemer schrieb am 12. Januar 2010 um 21:18 - Permalink

      Unbequemer:

      Frage an StefanP.

      Wie wäre es denn damit – da jeder Mensch die gleichen Rechte hat, bekommen auch alle das gleiche “Gehalt”, als Exzistenzminimum. Oder nennen Sie es Bürgergeld oder sonst wie.

      Die Finanzierung? Einfach so: Den erzielten Gewinn aller Unternehmen bekommt zu 100 % der Staat. Davon wird dann alles was zum Erhalt der Gesellschaft (Infrastruktur, Schulen, Gesundheitswesen usw.) notwendig ist finanziert. Privateigentum (nach GG Artikel 14 (2)) wird im Fall einer Zuwiderhandlung ohne Entschädigung enteignet (selbst Schuld wenn ein Eigentümer gegen das GG verstößt). Keine buchungstechnischen Tricks mehr, mit denen die Kosten hier entstehen und die Gewinne in einer Steueroase transferiert werden können.

      Es ist doch wie in einer der alten Uhren. Jedes Teil des Ganzen hat seine Aufgabe. Ohne Unruh oder ohne Zeiger wäre die Uhr nutzlos. So ist es doch auch in einer Gesellschaft. Ohne Mütter, die nach dem GG Artikel 4 (4) Anspruch auf Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft haben, der aber schon mit Hartz IV gebrochen wird, da der Regelsatz nicht bedarfsdeckend berechnet wurde, somit kein ausreichender Schutz gewährt wird, kann eine Gesellschaft nicht überleben. Schon mal darüber nachgedacht? Ohne Ärzte, Lehrer, Polizei und sonst noch notwendige Tätigkeiten würde die Gemeinschaft ebenfalls zusammenbrechen.

      Somit hat jeder der Gemeinschaft seinen Platz in der Gesellschaft, aber damit ein paar Wenige ihr Vermögen anhäufen können, um damit Macht auszuüben, so lange werden eben andere Menschen in eine Armut gedrückt, in der keiner freiwillig leben will.

      Nicht die Erwerbslosen haben ihre Arbeitsplätze vernichtet. Nicht die Erwerbslosen haben Schuld daran, wenn Bankster mit “Spielgeld” zocken und verlieren. Das Geld ist nicht weg, es haben nur andere. Aber für die Schwarzgeldempfänger wie Kohl und Konsorten sind nun einmal die Geldgeber wichtiger. Nicht die Opfer ihrer Politik, die “Normalbürger”, und die werden sich noch umgucken, wenn sie an der Reihe sind in die Armut gedrückt zu werden.

      Wie sagte schon Martin Niemöller : …. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

      Ihre Beiträge erwecken den Eindruck, dass sie einer derer sind, die Abholen kommen werden, wenn es so weiter geht.

      Da hilft dann nur:

      http://www.bendecho.com/topic/683-feierabend-franz-josef-degenhardt-1#112904

      Ich halt sie noch
      im Fadenkreuz, die Wohnungstür.
      Diesmal, Lodenröcke,
      dieses Mal, da lauern wir.
      Wir sind diesmal Jäger.
      In die Falle tappt jetzt ihr.
      Ich blas? euch Halali,
      kommt, ist Feierabendzeit,
      und ich bin bereit.

    150. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 21:19 - Permalink

      @Hilde

      Einer der klagenden Parteien in Karlsruhe, eine fünfköpfige Familie, erhalten nach Auskunft des vertretenden Anwalts 1.363 EUR Unterhaltsleistungen, zusätzlich wird die Miete übernommen, damit sind wir deutlich über den diskutierten 2.000 EUR.

      Ihre Angabe lässt sich aus dem Bericht der BfA nicht nachvollziehen (Seite 95).

    151. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 21:26 - Permalink

      @Unbequemer

      Ich kann?s kurz machen:

      Wie wäre es denn damit ? da jeder Mensch die gleichen Rechte hat, bekommen auch alle das gleiche ?Gehalt?, als Existenzminimum.

      Woraus leiten Sie ein ?Recht? auf ein Gehalt ab? Dazu finden Sie nicht in der Menschenrechtskonvention, nichts im Grundgesetz oder sonst wo. Gehalt ist eine Geldleistung im Austausch für eine Arbeitsleistung. Wer nicht arbeitet, kann höchstens Anspruch auf Bedürftigkeitsleistungen haben, niemals kann er einer erwerbstätigen Person gleichgestellt werden. Nicht nach den Menschenrechten und nach keinem moralischen Prinzip. Das entspricht Ihrem ganz persönlichen Denken, kaum Gegenstand für eine politische Debatte.

      Die Finanzierung? Einfach so: Den erzielten Gewinn aller Unternehmen bekommt zu 100 % der Staat.

      Naive Frage: Warum sollte dann ein Unternehmen noch produzieren? Ein Teil der in Deutschland tätigen Unternehmen sind im ausländischen Besitz. Warum sollte sich ein internationaler Investor in den USA sich ausgerechnet mit dem Sesselwarmhalter in der Uckermark solidarisch erklären?

    152. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 21:41 - Permalink

      Aber ein 33jähriger Langzeitarbeitsloser mit Hauptschulabschluss und geschmissener Lehre, Vater zweier Kinder, hat kaum Aussicht, eine Stelle zu bekommen, die weit besser vergütet ist als das Zuhausesitzen und Transfers zu kassieren. Der braucht nämlich eine Stelle, wo er brutto vielleicht 3.000 EUR bekommt.

      Die 3000,– Euro braucht auch die/die Aldi-Angstellte, die Call-Center-Agents diverser Banken
      oder die Verkäufer/innen bei x & y. Kriegen die aber auch nicht: das Geld geht woandes hin. Wo?
      Das kann man ua. recht gut ablesen, wenn man sich die Entwicklung der Vermögen und Unternehmensgewinne anschaut.

    153. Rentner schrieb am 12. Januar 2010 um 21:43 - Permalink

      Die Glattzüngigkeit des StefanP erinnert mich an einen lange zurück liegenden Disput im privaten Kreis zwischen westdeutschen Studenten und Studenten des Marxismus-Leninismus. Erstere versuchten logisch und sachlich zu argumentieren und scheiterten hoffnungslos an der geschult perfekten Demagogie der letzteren, die auf alles und jedes eine “wissenschaftliche” Antwort parat hatten.

      Nur – was bezweckt StefanP? Dass seine Demagogie keinen hier überzeugt, sollte ihm klar sein. Testet er die Reaktionen und übt für größere Aufgaben?

    154. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 21:51 - Permalink

      @StefanP.

      Wer nicht arbeitet, kann höchstens Anspruch auf Bedürftigkeitsleistungen haben, niemals kann er einer erwerbstätigen Person gleichgestellt werden. Nicht nach den Menschenrechten und nach keinem moralischen Prinzip.

      Dann lassen wir doch den (Hilfe-!! Bedürftigen) verhungen oder erfrieren.
      nach Ihrer Auffasssung wäre das die logsiche Konsequenz.
      Sie sollten es dann auch explizit so schreiben.

      … Warum sollte sich ein internationaler Investor in den USA sich ausgerechnet mit dem Sesselwarmhalter in der Uckermark solidarisch erklären?

      Genau, warum schafft man den Gedanken der Solidarität und Humanität nicht einfach ab?

      Irgendwie hat es dann wohl einen Grund gehabt, das es z.B. 1789, 1917, 1989 Revolutionen gab.

    155. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 21:55 - Permalink

      @Rentner

      Man muss nicht unbedingt immer von Demagogie ausgehen. Es kann
      ja durchaus die Überzeugung sein, Recht zu haben. (Das ist für mich nicht dasselbe
      und auch kein Verbrechen).

    156. Eike Scholz schrieb am 12. Januar 2010 um 22:09 - Permalink

      @SF

      Sind Journalisten etwa treuherziger und naiver als Banker?

      Hm … Ja?

    157. Unbequemer schrieb am 12. Januar 2010 um 22:18 - Permalink

      Unbeqemer:

      Ich leite das Recht aus dem Grundgesetz ab. Und aus der Menschenrechtskonvention.

      So wie ich auch die Genfer Konventionen kenne und daraus ableite, dass deutsche Soldaten Kriegsverbrechen begangen haben. So begangen (und begehen wieder) Bankster und Spekulanten ebenfalls Unrecht.

      Denn mit welchem Recht wollen Sie den Bankstern und Spekulanten erlauben, das Eigentum zu verzocken und somit gegen das GG zu vertoßen? Denn es ist nicht zum Wohl der Allgemeinheit verspielt worden. Oder wollen Sie diese Taten etwa verharmlosen?

      Warum soll ein Bauer noch Getreide und andere Lebensmittel anbauen und ernten? Er kann das doch reduzieren und Selbstversorger werden. Hauptsache er und seine Familie können sich ernähren. Warum soll ein Lehrer noch Kinder unterrichten? Ein Arzt Kranke heilen? Ein Feuerwehrmann Brände löschen? Ein Polizist Verbrechen verhindern oder aufklären? Ein Unternehmer Waren produzieren?

      Die Antwort ist so einfach – wird Ihnen aber nicht gefallen: weil eine GEMEINSCHAFT nur dann funktionieren kann, wenn es für ALLE Gerecht zugeht. Wozu Unrecht führt, hat die französische Revolution gezeigt, und auch die “Auflösung” der DDR. Es dauert zwar eine Zeit, bis eines Tages, wenn die Mehrheit unterdrückt wird, diese sich erhebt. Aber für alle Zeiten funktioniert eine Unterdrückung nie. Auch die Unterdrückung durch die Macht des Geldes wird nicht auf Dauer aufrecht erhalten werden können.

      Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse. Mit welchem Recht wollen Sie Wasser predigen und zusehen wie andere (oder vermutlich selber) Wein trinken?

      Ohne Gerechtigkeit für Alle, ist alles Nichts. Aber das geht über Ihren Verstand, beziehungsweise, das dürfen sie nicht zugeben, da es Ihrem Auftraggeber nicht gefallen wird. So dumm können Sie nicht sein, dass Sie das, was Sie hier schreiben, wirklich glauben.

    158. PitPudel schrieb am 12. Januar 2010 um 22:22 - Permalink

      Wie gerne lese ich hier immer wieder mit, wie es eine Person alleine schafft, eine Diskussion durch ständige Verdrehungen und Rochaden am Leben zu halten. Das Generieren von “Word”-Flow entwickelt sich zur Lebensaufgabe, und so kommen zu den 15 minutes of fame jeden Tag ein paar weitere dazu. Wer aus dem “Word”-Flow seine Lebensaufgabe bezieht, der kann es natürlich auch nur befürworten, sollte man Unternehmen an ihrem Cash-Flow messen. Bitte niemals eine Bilanz ziehen, das wäre hier wie dort verheerend.

      Das Eindreschen auf den Mindestlohn fasziniert mich augenblicklich am meisten, dicht gefolgt von der schrittweisen, unauffälligen Abkehr einer niemals zutreffenden Behauptung über die Arbeitswilligkeit von Langzeitarbeitslosen.
      Aber egal, zurück zum Mindestlohn: ich entsinne mich noch sehr lebhaft über die Diskussion innerhalb der Gewerkschaft, der ich angehöre (ehrenamtlich übrigens), zum Thema “Einführung eines Mindestlohns”. Es gab eine Zeit, in der ausser der IG Metall keine Gewerkschaft einen Mindestlohn vereinbaren wollte. Es wurde argumentiert (für mich vollkommen nachvollziehbar), dass die Etablierung eines Mindestlohns ein Eingriff in die Tarifautonomie wäre. Man könne dann davon ausgehen, dass die Arbeitgeberseite nicht mehr so bereit wäre, Abschlüsse oberhalb des Mindestlohntarifs zu verhandeln. In den Jahren danach setzte die große Flucht aus den Tarifverträgen und dann das große Lohndumping ein. Angesichts der veränderten Bedingungen war ein Meinungswechsel dringend geboten. Die Einführung eines Mindestlohns hat in den betreffenden Sparten ein weiteres Lohndumping aufgehalten. Und ich entsinne mich noch lebhaft an das Gejaule in der Briefzustellerbranche, wie viele Arbeitsplätze dadurch verloren gehen würden. Tja nun, ist halt irgendwie nicht passiert.

      Lieber StefanP, der Mindestlohn ist nichts anderes, als das Wort ausdrückt: der mindeste Lohn, der einem Arbeiter bezahlt werden muss. Es ist weißgott nicht abwegig, anzunehmen, dass die AG in den Branchen, in denen der Mindestlohn eingeführt wurde, ohne den Mindestlohn heute ihren Leistungsträgern noch weniger bezahlen würden. Die Familie mit 3 Kindern ist nicht der Durchschnitt, sonst würde die von ihnen in anderen Zusammenhängen so gerne beschrieene Alterspyramide anders aussehen. Es steht jedem Arbeitgeber frei, seinen Leistungsträgern (mithin also seinen Arbeitern) mehr zu bezahlen, als der Mindestlohn fordert, so wie es jedem Arbeitgeber, der Mitglied einer Tarifpartei ist, freisteht, seinen Leistungsträgern mehr zu bezahlen, als es der geltende Tarifvertrag als Untergrenze festlegt. Aber warum macht das denn keiner? Laut ihrer Putzfrauen-Logik würden die Leute doch auch besser arbeiten, je mehr sie verdienen.

      Ich freue mich schon jetzt darauf, ihnen dabei zusehen zu dürfen, wie sie sich weiter ad absurdum führen. Und dafür gebe ich ihnen auch gerne das Gefühl, wichtig zu sein. Ich glaube, das nennt man eine “Win-Win-Situation” in ihren Kreisen.

    159. StefanP schrieb am 12. Januar 2010 um 22:25 - Permalink

      @Unbequemer

      Weder im Grundgesetz noch in der Menschenrechtskonvention steht etwas darüber, dass jeder das Gleiche bekommt. Wie gesagt, Sie können denken was Sie wollen, nur hat das so abgehoben keine Relevanz.

      weil eine GEMEINSCHAFT nur dann funktionieren kann, wenn es für ALLE Gerecht zugeht.

      Nun, Sie sehen ja schon, dass wir völlig unterschiedliche Vorstellungen von Gerechtigkeit haben. Da wünsche ich Ihnen viel Spaß, einen Gerechtigkeitsbegriff für 8 Milliarden Menschen zu entwerfen.

    160. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 22:27 - Permalink

      Aber warum macht das denn keiner? Laut ihrer Putzfrauen-Logik würden die Leute doch auch besser arbeiten, je mehr sie verdienen.

      Treffer;-)

    161. Karl Heinrich schrieb am 12. Januar 2010 um 22:40 - Permalink

      @Sf

      Das Hinschauen und Prüfen ist von der Leyens Standardfloskel, wenn es um unangenehme Themen geht. Schlecker nutzt die Leiharbeit, um Dumpinglöhne zu zahlen? Da will die Ministerin mal genauer hinschauen.

      Das haben die Konsumenten in den Händen. Sie werden natürlich in genügend großer Zahl die günstigen Preise von Schlecker nutzen.

      @Markus #24

      und in keinem anderen Land sind die Lohnunterschiede zwischen regulärer und befristeter Beschäftigung so stark ausgeprägt wie in Deutschland.

      Das liegt unter anderem am Kündigungsschutz. Die Gewerkschaften haben den mit aller Kraft verteidigt, und dafür die Leiharbeit bekommen. Damit geht ein Teil des Lohns in die Kassen der Verleihfirmen. Das ist der Preis, den die Gewerkschaften zur Verteidigung ihrer Altmitglieder zu zahlen bereit sind.

      Neben der Befristung kann für die Unternehmen aber auch der niedrigere Lohn für Leiharbeit interessant sein, siehe Schlecker. Das zeigt nichts anderes, als das der Lohn der bisherigen, direkt angestellten Arbeitnehmer weit über dem Marktlohn liegt. So bitter das auch für die Betroffenen sein mag.

    162. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 22:48 - Permalink

      @K.Heinrich

      Das liegt unter anderem am Kündigungsschutz.

      Und das belegen sie wie?

    163. Geheimrätin schrieb am 12. Januar 2010 um 22:50 - Permalink

      erst tats mir leid, weil jedesmal wenn ich in meinen Sf- kommentatoren feed schaue ein Herr S.P an oberster Stelle steht und mir dadurch die Lust am Lesen vergangen ist. Dann aber leuchtete es mir, ja ein helles Lichtleich ging mir auf: Das anti-christiliche Getrolle des Herren P. deutet darauf hin, dass der Messias nicht mehr fern ist. Der P. agiert hier eindeutig als Vorbote des Erlösers.

      Haltet also durch, Freunde, C is on his way und wird den P. bald ablösen, dann werden wir hier im SF eine neue Diskussionkultur erleben, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Der Geist der Menschenliebe und Brüderlichkeit wird unsere Herzen entflammen und es wird keine 3 Tage mehr dauern, bis auch der Letzte verstanden hat, dass er nicht übers Wasser gehen kann, ohne nass zu werden.

    164. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 22:56 - Permalink

      @StefanP

      Woraus leiten Sie ein ?Recht? auf ein Gehalt ab?

      So hat das “Unbequemer” nicht geschrieben und auch nicht gemeint.
      Es ging um ein Existenzminimum. Offenbar sehen Sie hierfür keine Notwendigkeit… ?

    165. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 23:07 - Permalink

      @K.Heinrich

      Neben der Befristung kann für die Unternehmen aber auch der niedrigere Lohn für Leiharbeit interessant sein, siehe Schlecker.

      Sie erwecken den Eindruck die Inanspruchnahme einer Leihfirma sei zwingend notwendig
      für eine Befristung. Das wäre allerding völlig falsch. Eine Befristung hat erst mal nichts mit
      Leihfirmen zu tun. Sie können bis auf 2 Jahre jemand befristen. Das weiß ich, weil ich die letzten
      9 Jahre fast auschließlich befristet beschäftigt gewesen bin. Fragen Sie mich mal, wie
      sich das u.a. !! darauf ausgewirkt hat, mich mit Familiengründung zu befassen.

    166. WieJetzt? schrieb am 12. Januar 2010 um 23:11 - Permalink

      Das zeigt nichts anderes, als das der Lohn der bisherigen, direkt angestellten Arbeitnehmer weit über dem Marktlohn liegt.

      Nein, das zeigt in erste Linie, das Schlecker (wie viele andere auch) den Hals nicht voll genug kriegen, es reicht ja nicht aufgrund notorischer “hässlicher” Betriebsregularien ins Gerede gekommen zu sein.

    167. PitPudel schrieb am 13. Januar 2010 um 00:22 - Permalink

      @ Karl Heinrich

      Das liegt unter anderem am Kündigungsschutz. Die Gewerkschaften haben den mit aller Kraft verteidigt, und dafür die Leiharbeit bekommen. Damit geht ein Teil des Lohns in die Kassen der Verleihfirmen. Das ist der Preis, den die Gewerkschaften zur Verteidigung ihrer Altmitglieder zu zahlen bereit sind.

      Verstehen Sie das bitte nicht falsch, aber genau die Art der Argumentation kenne ich von der Arbeit mit Suchtkranken: die Anderen sind für mein Verhalten schuld. Dieses Muster kommt eigentlich immer nur dann, wenn eine gewisse moralische Verwerflichkeit über dem Verhalten liegt. Das die Anderen (in Ihrem Fall: die Gewerkschaften) aber überhaupt irgendeine Form der Schuld träfe, stimmt auch hier wie da nicht.

      Und an dieser Stelle greife ich auch gerne auf Tolstoi zurück:

      Das Glück besteht nicht darin, daß du immer das tun kannst, was du willst, sondern darin, daß du immer willst, was du tust.

    168. Rentner schrieb am 13. Januar 2010 um 00:39 - Permalink

      @ 155. Es kann ja durchaus die Überzeugung sein, Recht zu haben.

      Bei einem Farbenblinden, der rot für grün hält, ja. Aber nicht bei einem, der sich blind stellt.

    169. dalb schrieb am 13. Januar 2010 um 00:48 - Permalink

      @ StefanP

      Wir haben aber gelernt ? und das blieb unwidersprochen ? dass selbst ein Mindestlohn von 10 ? in vielen Fällen a) kein eigenständiges Leben ermöglicht und b) die Nutznießer weiterhin auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sein werden. Ergo: Die Argumente sind falsch

      Lieber Stephan,
      ich will versuchen den Fehler in deiner Logik anhand einer Analogie aufzuzeigen:
      Das Hauptargument für Geschwindigkeitsbeschränkungen im Strassenverkehr ist das Folgende. Geschwindigkeitsbeschränkungen verhindern Unfälle. Nun kommt es aber trotz Geschwindigkeitsbeschränkungen immernoch zu Unfällen, Entsprechend deiner Logik müßte dieses Argument also falsch sein. Ist es aber nicht. Verstehst du warum? Denk mal in ruhe darüber nach. Wenn es dir trotzdem nicht einleuchtet, kann ich dir dass noch ausführlicher erklären. Dafür ist hier aber ein ganz schlechter Ort, denn die Leute fühlen sich bestimmt schon gestört. Es gibt ein Forum wo es speziell darum geht das Verstehen solcher Dinge zu erlernen. http://www.logisch-gedacht.de

      Warum wird kein Mindestlohn von 25? gefordert:
      Es gibt dafür eine ganze Reihe von Gründen. Dass auf diese Freage noch niemand geantwortet hat, liegt sicher daran, dass man sich hier durch solche Fragen etwas verarscht fühlt.
      Eine mögliche Erklärung wäre z.B. die Folgende: Einige Firmen zahlen Löhne weit unter Tarif. Dem soll durch einen Mindestlohn eine Untergrenze gegeben werden. 25? sind mehr als der Tariflohn bestimmter Branchen. Dies zu Fordern entspricht nicht der Idee einer Untergrenze. Mindestlohn -> Untergrenze nicht aber generelles anheben des Lohnniveaus. Ist dir der Unterschied jetzt klar geworden?

      Ich habe noch eine Frage, die eher etwas mit meinem privatem Interesse zu tun hat. irgendwo hier habe ich gelesen, dass du sicher einer bist, der zwei Universitätsabschlüsse hat. Hast du wirklich ein Studium abgeschossen? Wenn ja dann gib mir dazu doch bitte noch ein paar Informationen. (Studiengang/Land/Abschlussnote) Bitte verzeih meine Neugierde. Aber nach allem was ich hier gelesen habe interessiert mich das wirklich brennend.

      lg

    170. superguppi schrieb am 13. Januar 2010 um 00:54 - Permalink

      Ich finde es gut, dass sich hier die Faschisten outen. Leichter geht es nicht, diesen Leuten Argumente entgegenzubringen.

    171. caf schrieb am 13. Januar 2010 um 04:12 - Permalink

      Ach, so langsam glaub ich, in Wahrheit ist StephanP ja eigentlich voll links. Er verstellt sich blos und versucht ueber Reflexion und Argumentation seine linke Einstellung, als “die richtige” unter Beweis zu stellen.
      Ist dieser Beweis nun erbracht oder was ist sonst der Grund dafuer, dass auf #158 keine Erwiderung kam?

      Naja, hand aufs Herz, so richtig argumentativ und reflexiv ist sein verhalten nun doch nicht.

    172. Kronleuchter schrieb am 13. Januar 2010 um 05:04 - Permalink

      Jetzt habe ich mir doch tatsächlich alle 171 Kommentare angetan. Und dabei wollte ich heute mal früher ins Bett. Aber als ALG2-Langzeitgenießer kann ich ja zum Glück ausschlafen. Für Jobsuche habe ich morgen eh keine Zeit, ich muß schließlich noch zur Massage. StefanP hingegen scheint sich schon zur Ruhe gebettet zu haben, was ja auch logisch ist: Als Leistungsträger ist es schließlich seine ehrenvolle Aufgabe, mich zu alimentieren.

      Ich weiß nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll, daß sich ein offenbar halbwegs intelligenter Mensch sein Weltbild ausschließlich mit Daten von BfA und DIW zurecht zimmert. Aber wenn er sich darin wohl fühlt …

    173. schwitzig schrieb am 13. Januar 2010 um 05:43 - Permalink

      @Karl Heinrich
      Karl Heinrich am 12. Januar 2010 um 22:40 – - Permalink

      @Sf

      Das Hinschauen und Prüfen ist von der Leyens Standardfloskel, wenn es um unangenehme Themen geht. Schlecker nutzt die Leiharbeit, um Dumpinglöhne zu zahlen? Da will die Ministerin mal genauer hinschauen.

      Das haben die Konsumenten in den Händen. Sie werden natürlich in genügend großer Zahl die günstigen Preise von Schlecker nutzen.

      Schlecker ist bei den meisten Produkten 10% teurer als die Konkurrenz. Karl-Heinrich going the StefanP way? (ja, das soll durchaus aus Beleidigung verstanden werden).

      Nebenbei: Selbst FDP/BWL-enthirnte Witzfiguren sollten verstehen können, dass das “Geiz-ist-geil”-Argument eine irrelevante Nebelkerze ist, wenn im selbst im Lebensmitteleinzelhandel die Umsätze kontinuierlich wegbrechen.

    174. Schwabe schrieb am 13. Januar 2010 um 08:34 - Permalink

      Kann man hier vielleicht mal eine Threaddarstellung mit Einrückung einbauen, dieses lineare Darstellung wird schnell unübersichtlich, bei mehr als 170 Kommentaren ist man nur noch am scrollen. Gibt es da nichts entsprechendes für wordpress?

    175. Schwabe schrieb am 13. Januar 2010 um 08:34 - Permalink

      doppelpost gelöscht

    176. schwitzig schrieb am 13. Januar 2010 um 09:01 - Permalink

      @Schwabe

      Schwabe am 13. Januar 2010 um 08:34 – - Permalink

      Kann man hier vielleicht mal eine Threaddarstellung mit Einrückung einbauen, dieses lineare Darstellung wird schnell unübersichtlich, bei mehr als 170 Kommentaren ist man nur noch am scrollen. Gibt es da nichts entsprechendes für wordpress?

      Letztens hat hier jemand ein Filterscript für Firefox gepostet – damit könntest Du z.B. die StefanP-Klamotten ausblenden und dann sollte die Scrollorgie vorbei sein:

      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1470/morgen-kinder-wird´s-nichts-geben#comment-55737

    177. Diskussionsteilnehmer schrieb am 13. Januar 2010 um 09:16 - Permalink

      Letztens hat hier jemand ein Filterscript für Firefox gepostet ? damit könntest Du z.B. die StefanP-Klamotten ausblenden

      Dann hat der Thread aber seinen Reaktionsbeschleuniger oder sogar Treibstoff eingebüßt ^^. Es geht hier doch zum größten Teil schon darum ihm zu erklären, warum er eine unbrauchbare Perspektive hat.

      Und damit indirekt allen Leute, die hier mal rein gucken und noch kein eigenes Bild haben.

    178. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 09:45 - Permalink

      @PitPudel

      Eigentlich geht es hier nicht um den Mindestlohn, im Zusammenhang mit der Besteuerung wurde lediglich aufgezeigt, dass die Vorstellungen von Linksmotivierten nicht so recht zusammen passen.

      Ich denke, es dürfte außer Zweifel stehen, dass Deutschland die höchste Quote an Langzeitarbeitslosen hat. Bisher hat niemand aus Ihrem Kreis den Ansatz einer Antwort gefunden, warum das in Deutschland so besonders schlimm ist. Was ist bei uns schlechter als in den USA, Frankreich, Schweden, Spanien, Kanada? Meine Antwort darauf ist nicht die ?Faulheit? der Arbeitslosen, sondern die geringen Anreize, verursacht durch relativ üppige Sozialtransfers, die es für bestimmte Qualifikationsgruppen uninteressant machen, einer Haupterwerbstätigkeit nachzugehen. Das können Sie in der Einstellung schlimm finden, aber wenn es im Ansatz falsch wäre, hätte doch schnell jemand behände, weil, das sieht man daran, etc.

      Es gab eine Zeit, in der ausser der IG Metall keine Gewerkschaft einen Mindestlohn vereinbaren wollte.

      Aus gutem Grund. In den meisten Ländern, wo ein staatlich bestimmter Mindestlohn eingeführt wurde, tendierte anschließend die gewerkschaftliche Macht gegen ?kaum wahrnehmbar?. Gewerkschaften machen sich mit einem politisch verordneten Mindestlohn in Teilen obsolet, schließlich gehört das Aushandeln von Einkommensbedingungen zur Königsdisziplin.

      Gewerkschaften fordern daher vor allem in Branchen einen gesetzlichen Mindestlohn, wo sie selbst nicht stark vertreten sind, während sie ihre Hoheitsgebiete aussparen: Metall, öffentlicher Dienst, Chemie & Pharma, Bahn. Gerade die Debatte im den Postmindestlohn war doch der Offenbarungseid. Im Konzert mit dem eigenen Arbeitgeber wurden Arbeitsbedingungen für alle anderen Unternehmen festgezurrt mit dem Ziel, diese vom Markt fernzuhalten. Als dieses Ziel erreicht war, war die Liaison auch schon beendet, seit dem spricht man bei der Post von Verlagerungen, Lohneinbußen, Einsatz von Subunternehmern. Dieser Mindestlohn war ein Instrument, Wettbewerber fernzuhalten und es der Post und ihren Beschäftigten möglichst bequem zu machen.

      Lieber StefanP, der Mindestlohn ist nichts anderes, als das Wort ausdrückt: der mindeste Lohn, der einem Arbeiter bezahlt werden muss.

      Warum fordern dann Gewerkschaften wie z.B. Verdi oder Parteien wie Die Linke Mindestlöhne, die spürbar über den Tarifabschlüssen der Gewerkschaften liegen? Das passt doch nicht zusammen.

      Die Familie mit 3 Kindern ist nicht der Durchschnitt

      In der Einkommensunterschicht liegt die Fertilisationsquote nahe 2, mein ursprüngliches Beispiel mit dem arbeitslosen Schlosser und zwei Kindern ist nahe an der Realität.

      Ich glaube, das nennt man eine ?Win-Win-Situation? in ihren Kreisen.

      Ich habe eine tiefe Abneigung gegen diesen Ausdruck, er ist eine Floskel und wer ihn benützt hat selten Ahnung von dem Inhalt. Also, in meiner Gegenwart sollten Sie den Begriff nicht verwenden.

    179. Spiegelfechter schrieb am 13. Januar 2010 um 09:53 - Permalink

      @Karl-Heinrich

      Das haben die Konsumenten in den Händen. Sie werden natürlich in genügend großer Zahl die günstigen Preise von Schlecker nutzen.

      So günstig sind die Preise bei Schlecker ja noch nicht einmal – der Laden lebt eher von seinem Billig-Image. Drogerieketten wie DM, die ihre Mitarbeiter vorbildlich behandeln, bieten fast das gleiche Preisniveau. Dem Konsumenten ist das aber leider vollkommen wurscht.

    180. Spiegelfechter schrieb am 13. Januar 2010 um 10:01 - Permalink

      @174 Schwabe

      Kann man hier vielleicht mal eine Threaddarstellung mit Einrückung einbauen, dieses lineare Darstellung wird schnell unübersichtlich, bei mehr als 170 Kommentaren ist man nur noch am scrollen. Gibt es da nichts entsprechendes für wordpress?

      Gibt es – aber gerade bei kaskadierenden Kommentarfolgen wird es dann noch unübersichtlicher. Ich hatte das schon getestet. Eine komplette Threaddarstellung – so wie z.B. bei Heise – ist Forensoftware und nicht so ohne weiteres in ein Blog zu integrieren. Das ginge nur mit einer separaten Lösung, die dann aber nicht direkt unter dem Artikel steht.

    181. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 10:06 - Permalink

      @dalb

      Das Hauptargument für Geschwindigkeitsbeschränkungen im Straßenverkehr ist das Folgende. Geschwindigkeitsbeschränkungen verhindern Unfälle. Nun kommt es aber trotz Geschwindigkeitsbeschränkungen immer noch zu Unfällen, Entsprechend deiner Logik müsste dieses Argument also falsch sein. Ist es aber nicht. Verstehst du warum?

      Niemand behauptet, mit Geschwindigkeitsbegrenzungen den Großteil der Unfälle verhindern zu können oder zu wollen, sonst würde man für ein generelles Tempolimit von 8 km/h eintreten. Der negative Effekt einer solchen Limitierung wäre jedoch, dass wir praktisch jede Mobilität einbüßen würden.

      Die Mindestlohnbefürworter behaupten aber genau das: Armut verhindern, den angeblich demütigenden Gang zum Amt ausschließen und die angebliche Subventionierung von Billigarbeit vermeiden zu können. Gleichzeitig bestreitet man jeden negativen Effekt. Würde man jedoch wie bei der Geschwindigkeitsbegrenzung sagen, es ginge nur darum Mindestregeln zu setzen, verlöre das Instrument jeden Charme. Denn mit welchem Recht könnte man noch 10 EUR fordern, wenn Tarifpartner zu dem Ergebnis kommen, dass es auch weit weniger tut? Wie kann man glaubwürdig mit dem Argument antreten, ein Mindestlohn von 7,50 EUR verhindere den Gang zum Amt, wenn dies bereits ein Lohn von 6,50 EUR tut? Ließe man sich als Mindestlohnbefürworter auf diese Strategie ein, wäre man bald am Ende.

      Der Irrglaube ist: der Mindestlohn kann nicht ein bestimmtes Einkommensniveau setzen, sondern nur die Unterschreitung der festgestellten Marktbedingungen begrenzen. So geschieht es in den USA, so in GB, so in den meisten Mindestlohnländern, wo die Untergrenze bei 50% des Durchschnittslohnes liegt. Eine Markierung von 7,50 EUR oder gar 10 EUR hat damit gar nichts zu tun.

      Ich habe noch eine Frage, die eher etwas mit meinem privaten Interesse zu tun hat. irgendwo hier habe ich gelesen, dass du sicher einer bist, der zwei Universitätsabschlüsse hat. Hast du wirklich ein Studium abgeschossen?

      Aber hallo! Ansonsten kam das in einem Diskurs mit Momo in einem ganz bestimmten Zusammenhang auf. Momo hatte behauptet, ?unsere Eliten? hätten die Finanz- und Wirtschaftskrise verursacht und sollten nun für den Schaden gerade stehen. Ich wusste nicht, was er mit ?unseren Eliten? meinte, also habe ich angeführt, was möglicherweise darunter fallen könnte: zu den größten Einkommensteuerzahlern zu gehören, zum kleinen Kreis derer mit den höchsten Abschlüssen zu zählen, Leitungsfunktionen innezuhaben. Unter diesen Prämissen muss ich sagen: ich sehe mich nicht verantwortlich für die Finanz- und Wirtschaftskrise. Auf den Standpunkt, dass nur Investmentbanker zu ?unseren Eliten? zählen, möchte ich mich dagegen nicht stellen.

      So, damit hat es sein Bewenden und Ihr privates Interesse mag ich nicht weiter befriedigen. Nur nebenbei: ich habe zu einer Zeit studiert, wo Sie das entweder zu Ende gebracht haben oder gleich alle Karrierepläne in den Wind schreiben konnten. Mit dem Bachelor möchte man heute ja noch die Loser auffangen. ;-)

    182. Very Cool schrieb am 13. Januar 2010 um 10:13 - Permalink

      Bezüglich unseres
      “Mit zwei akademischen Abschlüssen zähle ich zu einem kleinen Bildungskreis. Ich habe eine Führungsfunktion in einem größeren Unternehmen.”

      habe ich mal nur für diesen Thread die Zeiten notiert, wann er diesen unsozialen, schwachköpfigen Blödsinn hier verzapft.
      StefanP am 11. Januar 2010 um 18:50
      StefanP am 11. Januar 2010 um 20:04
      StefanP am 11. Januar 2010 um 21:52
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:08
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:24
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:32
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:45
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:49
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:51
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:55
      StefanP am 11. Januar 2010 um 23:08
      StefanP am 12. Januar 2010 um 00:04
      StefanP am 12. Januar 2010 um 00:24
      StefanP am 12. Januar 2010 um 00:33
      StefanP am 12. Januar 2010 um 09:23
      StefanP am 12. Januar 2010 um 09:43
      StefanP am 12. Januar 2010 um 09:54
      StefanP am 12. Januar 2010 um 11:56
      StefanP am 12. Januar 2010 um 12:13
      StefanP am 12. Januar 2010 um 12:46
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:14
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:20
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:25
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:54
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:04
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:07
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:37
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:48
      StefanP am 12. Januar 2010 um 17:04
      StefanP am 12. Januar 2010 um 18:34
      StefanP am 12. Januar 2010 um 21:19
      StefanP am 12. Januar 2010 um 21:26
      StefanP am 12. Januar 2010 um 22:25
      StefanP am 13. Januar 2010 um 09:45

      Fragt sich für mich, wann er die “Führungsfunktion” für sein “größeres Unternehmen” ausübt.
      Als ich noch im Arbeitsprozess gesteckt habe, hätte ich sofort die rote Karte bekommen, wenn ich meine Arbeitszeit dazu benutzt hätte, mich in irgendwelchen Internetforen aufzublähen.
      Die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen hat für mich die Qualität eines Baron Münchhausen oder eines deutschen Politikers. Wirklich unfassbar dieser Typ.

    183. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 10:20 - Permalink

      @PitPudel

      Karl-Heinrich schrieb:

      Das liegt unter anderem am Kündigungsschutz. Die Gewerkschaften haben den mit aller Kraft verteidigt, und dafür die Leiharbeit bekommen. Damit geht ein Teil des Lohns in die Kassen der Verleihfirmen. Das ist der Preis, den die Gewerkschaften zur Verteidigung ihrer Altmitglieder zu zahlen bereit sind.

      Sie darauf:

      Verstehen Sie das bitte nicht falsch, aber genau die Art der Argumentation kenne ich von der Arbeit mit Suchtkranken: die Anderen sind für mein Verhalten schuld. Dieses Muster kommt eigentlich immer nur dann, wenn eine gewisse moralische Verwerflichkeit über dem Verhalten liegt.

      Wissen Sie, woran Sie empirisch messen können, dass Karl-Heinrich richtig liegt und Sie falsch? Am Öffentlichen Dienst. Bekanntermaßen bietet der Staat die am kündigungssichersten Arbeitsplätze. Wer vom Bürgermeister, dem Land oder dem Bund entlassen werden will, muss schon Kleptomane sein, beim Ertappen den Vorgesetzten anständig verprügeln und alle weiblichen Angestellten antatschen. Und er könnte nicht sicher sein, eventuell nur in eine andere Abteilung abgeschoben zu werden.

      Im Öffentlichen Dienst ist es weit häufiger als anderswo verbreitet, dass Mitarbeiter nur befristet eingestellt werden, es gibt ganze Horten von Erziehern beispielsweise, die nie in Gemeinden in einer Festanstellung waren. Der Staat hat sich dazu sogar ein eigenes Arbeitsrecht geschaffen, dass Behörden anders behandelt als private Unternehmen.

      Die Befristeten zahlen hier den Preis für die 100%-Arbeitsplatzgarantie der Festen, die 10 Jahre in Mutterschutz gehen, 15 Jahre vor der Rente oder Pensionierung leider krankheitsbedingt ausscheiden, aber ein Rückkehrrecht haben, und so weiter. Und wenn eine Gehaltsanpassung ? meist übrigens bei denen, die immer da sind, flexibel und leistungsbereit (was im ÖD nicht selbstverständlich ist) ? vergessen wurde: ups, dann wird das natürlich nicht nachgeholt, sondern dann muss man bis zum nächsten Budgetzyklus warten, Nachzahlung ausgeschlossen.

      Nein, je höher der Kündigungsschutz, desto notwendiger sind so Instrumente wie Zeitarbeit, Zeitkonten und befristete Beschäftigungsverhältnisse, um Produktions- und damit Beschäftigungsschwankungen auszugleichen.

    184. Spiegelfechter schrieb am 13. Januar 2010 um 10:22 - Permalink

      @StefanP

      Niemand behauptet, mit Geschwindigkeitsbegrenzungen den Großteil der Unfälle verhindern zu können oder zu wollen, sonst würde man für ein generelles Tempolimit von 8 km/h eintreten

      Blödsinn – natürlich sind Geschwindigkeitsbegrenzungen ein Kompromiss zwischen Mobilität und Sicherheit. Deine 8km/h wären ein Mindestlohn von 25 Euro – es ist nicht eben zweckdienlich, wenn Du die Diskussion durch derlei Kaspereien torpedierst.

      Die Mindestlohnbefürworter behaupten aber genau das: Armut verhindern, den angeblich demütigenden Gang zum Amt ausschließen und die angebliche Subventionierung von Billigarbeit vermeiden zu können.

      Auch das ist falsch – die Mindestlohnbefürworter sehen – ganz im Sinne der “klassischen” Neoliberalen – ein Marktversagen auf dem unteren Lohnsektor des Arbeitsmarktes, das durch staatliche Interventionen ausgeglichen werden muss.

      Würde man jedoch wie bei der Geschwindigkeitsbegrenzung sagen, es ginge nur darum Mindestregeln zu setzen, verlöre das Instrument jeden Charme. Denn mit welchem Recht könnte man noch 10 EUR fordern, wenn Tarifpartner zu dem Ergebnis kommen, dass es auch weit weniger tut? Wie kann man glaubwürdig mit dem Argument antreten, ein Mindestlohn von 7,50 EUR verhindere den Gang zum Amt, wenn dies bereits ein Lohn von 6,50 EUR tut? Ließe man sich als Mindestlohnbefürworter auf diese Strategie ein, wäre man bald am Ende.

      Ich gebe Dir mal den Tipp, Dich mit den angewandten internationalen Wirtschaftswissenschaften zu beschäftigen. Genau dieses Thema ist beispielsweise in den USA ein “Brenner” und Ökonomen wir Krugman haben dazu so einige kluge Sachen geschrieben.

      Um eine passende Metapher aus dem Hut zaubern: In den USA streiten sich die Wissenschaftler, ob die Erde einen Krümmungswinkel von 23,4° oder 24,2° hat, während ihre deutschen Kollegen immer noch der Meinung sind, die Erde sei flach und jede Krümmung würde ja dazu führen, dass man am anderen Ende der Kugel herunterfällt.

    185. schwitzig schrieb am 13. Januar 2010 um 10:25 - Permalink

      @SF

      Drogerieketten wie DM, die ihre Mitarbeiter vorbildlich behandeln, bieten fast das gleiche Preisniveau. Dem Konsumenten ist das aber leider vollkommen wurscht.

      Nein, das ist nicht richtig. Sowohl bei mir als auch in meinem Freundeskreis hat sich eine oft auch Mühebehaftete Boykottkultur etabliert. Auch der Siegeszug sogenannter “Bio”- & “Fair trade”-Produkte widerlegt Deine These.
      Darüber hinaus habe ich auch schon viele Unternehmen wie Lidl (Überwachungsskandale), Schlecker (viel, z.B. Unterbesetzung und in Folge Nummer 1 beu gewalttätigem Raub), MediaMarkt (z.B. Gewerkschaft Polen) per Post (!) angeschrieben und erklärt weshalb sie mich als Kunden verloren haben und was sie tun müßten, um mich zurück zu gewinnen.
      Bis auf MediaMarkt haben übrigens alle bisher geantwortet, überwiegend nicht mit Formbriefen, was vielleicht daran liegen mag, dass ich die kostenintensive und StefanP-inkompatible Briefpost wähle.

      Ein physischer Brief eines Kunden ist heutzutage etwas Besonderes, der im Gegensatz zu einer Mail nicht direkt in der Ablage Müll landet.

      Ich weiss, dass ich nicht alles Schlechte boykottieren kann, aber ich kann Schmerzen zufügen und damit Richtungen beeeinflussen. Dies kann sehr wohl Einbußen bei Unternehmen bewirken – wenn ich z.B. an diverse Spiegel-Abos denke, die aufgrund meiner Bemühungen erst gekündigt wurden, freue ich mich sehr über den Erfolg und über das Geld, welches diesem Unternehmen z.B. nur durch mein Engagement entgeht.
      Je mehr Leute wie ich agieren, um so mehr kann man diesen Strukturen schaden.

    186. Spiegelfechter schrieb am 13. Januar 2010 um 10:28 - Permalink

      @Schwitzig

      Das bringt mich mal wieder zu einer alten Idee – zusammen mit den Gewerkschaften einmal die weißen Schafe ermitteln und sie in einem Artikel lobend darstellen. DM scheint ja so ein Beispiel zu sein.

    187. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 10:41 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Natürlich sind Geschwindigkeitsbegrenzungen ein Kompromiss zwischen Mobilität und Sicherheit. Deine 8km/h wären ein Mindestlohn von 25 Euro ? es ist nicht eben zweckdienlich, wenn Du die Diskussion durch derlei Kaspereien torpedierst.

      Ich denke, es ist eher eine Kasperei, eine Verkehrsordnung mit einem Markt gleichzusetzen. Besagte 25 EUR sind eher ein weitgehendes Fahrverbot, 10 EUR sind ? wie am Beispiel von rückkehrenden Hartz-IVlern in den Arbeitsmarkt gezeigt, ebenfalls eher Fahrverbote für bestimmte Gruppen.

      Das international übliche Tempolimit sind 50-60% vom Durchschnittseinkommen, das wären weniger als die plakatierten 7,50 EUR. Vielleicht schauen wir einfach mal über den Tellerrand?

      Die Mindestlohnbefürworter sehen ? ganz im Sinne der ?klassischen? Neoliberalen ? ein Marktversagen auf dem unteren Lohnsektor des Arbeitsmarktes, das durch staatliche Interventionen ausgeglichen werden muss.

      Da liegt ein ganz heftiger Irrtum von Hobbyökonomen vor. Marktversagen ist nicht deswegen gegeben, weil einem ein bestimmtes Preisniveau oder die Marktbedingungen nicht gefallen. Marktversagen liegt vor, wenn sich erst kein Markt aufgrund ausbleibenden Angebots oder Nachfrage bildet. Gründe sind z.B. Trittbrettfahrertum (Bereich Sicherheit) oder weil Bürger von der Marktteilnahme abgehalten werden (z.B. früher im Bildungsbereich durch die Ernte). Ein unbefriedigender Preis für das eigene Produkt oder Arbeitskraft hat mit Marktversagen so wenig zu tun wie der Spiegelfechter mit einem objektiven Medium. ;-)

      P.S.: Krugman steht in der amerikanischen Ökonomenzunft inzwischen im Ruf, empirische Entwicklungen nicht mehr wahrzunehmen (siehe amerikanische Staatsverschuldung).

    188. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 10:57 - Permalink

      @supergruppi

      Den Faschismusvorwurf zu bringen , nur weiI einem jemand mit seiner Position
      auf den S… geht, finde ich total daneben (entspricht oft typisch pseudolinkem Gehabe).
      Kommen Sie lieber argumentieren.

      @very cool

      Mich erstaunts auch machmal, wie viel Zeit doch manch einer – sicher nicht mit 6.50 Euro /std
      abgspeisten Angestellten – im Netz verbringen können. Dennoch: ich kann auf Ihre minutiöse
      Aufstellung der Präsenzeite eis Users verzichten. Sind wir bei der Stasi oder den von
      superguppi erwähnten Faschisten oder was?

    189. Peleo schrieb am 13. Januar 2010 um 11:02 - Permalink

      @ SF 186

      Sehr gute Idee!

      Vielleicht auch noch eine Liste der Großverdiener, die freiwillig mehr Steuern zahlen wollen wie Herr Kramer (?) aus Hamburg. Das könnte das Weltbild der Steinzeit-Liberalen vielleicht etwas zurechtrücken.

    190. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 11:07 - Permalink

      @WieJetzt?

      Es ging um ein Existenzminimum. Offenbar sehen Sie hierfür keine Notwendigkeit? ?

      Kein zivilisierter Mensch bestreitet in Europa die Notwendigkeit der Sicherung des Existenzminimums. Ein Staat kann Menschen nicht verhungern lassen und selbst bei beharrlichen Arbeitsverweigerern bleiben nur begrenzte Sanktionsmöglichkeiten. Das ist aber etwas anderes als ein ?Bürgergeld?.

      Ansonsten danke für die Unterstützung. Was anscheinend nicht so auffällt: ich schreibe in vielen Zeiträumen nicht und ich gehöre sicher nicht zu den Menschen, die um 17:00 Uhr (oder 20:00 Uhr) ?Feierabend? rufen, wenn Ihnen das hilft.

    191. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 11:14 - Permalink

      @StefanP.

      Was ist bei uns schlechter als in den USA, Frankreich, Schweden, Spanien, Kanada? Meine Antwort darauf ist nicht die ?Faulheit? der Arbeitslosen, sondern die geringen Anreize, verursacht durch relativ üppige Sozialtransfers, die es für bestimmte Qualifikationsgruppen uninteressant machen, einer Haupterwerbstätigkeit nachzugehen.

      Das ist IHRE Auffassung, ob es auch so ist, wissen Sie letztlich auch nicht.
      Wie Sie selbst schreiben, ist der Anteil von Älteren bei den Langzeitarbeitslosen
      signifikant höher. Sie können ja mal das Expperiment amchen (sozusage eigene
      Empirie, kann sehr aufschlußreich sein) gehen druch “Ihre” Investmentbank
      und überschlagen grob für sich im Stillen, in welchem Altersbereich ihre Kollegen und
      Kolleginnen so liegen. Und dann fragen Sie mal Bekannte und Freunde wie das bei denen
      so aussieht mit “älteren” Kollegen, ich sach mal 45 plus. Sie werde erstaunt ein, welch
      einheitliches Bild sich da auf einmal zusammensetzt.
      So, und wenn Sie jetzt noch mögliche Gründe dafür wissen und sich nicht mit Ihren
      DIW-Befragunge zufrieden geben wollen, noch dazu das Glück haben einige Arbeitgeber persönlich zu kenne, dann fragen Sie die doch mal wie die zur Stellenvergabe an älteren Arbeitnehmer stehen:
      am besten nach 3, 4 Bier oder Wein, damit Sie auch die Wahrheit zu hören bekommen.

    192. Peleo schrieb am 13. Januar 2010 um 11:14 - Permalink

      @ verycool, 182

      Fragt sich für mich, wann er die ?Führungsfunktion? für sein ?größeres Unternehmen? ausübt.

      Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Und sie ist keineswegs irrelevant oder ein unzulässiger Eingriff in die Privatsphäre, denn: Wenn ein Diskussionsteilnehmer nicht aus eigenen journalistischem oder staatsbürgerlichen Antrieb hier unterwegs ist, dann heißt das doch: Der Lobbyismus dringt in die Blog-Sphäre ein – wie bei . den Verbraucher-Foren schon Realität.

    193. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 11:21 - Permalink

      Ansonsten danke für die Unterstützung. Was anscheinend nicht so auffällt: ich schreibe in vielen Zeiträumen nicht und ich gehöre sicher nicht zu den Menschen, die um 17:00 Uhr (oder 20:00 Uhr) ?Feierabend? rufen, wenn Ihnen das hilft.

      Das war sehr schwach und zynisch: Haben Sie in Ihrem Arbeitsvertag stehen, dass Sie während der Arbeitszeit in Blog posten sollen (Dann hätte Peleo recht) /DÜRFEN?

      In meinen Arbeitsvertägen stand manchmal explizit drinnen, dass dies ein Kündigungsgrund ist.

    194. Retans schrieb am 13. Januar 2010 um 11:24 - Permalink

      @ Spiegelfechter #184

      In den USA streiten sich die Wissenschaftler, ob die Erde einen Krümmungswinkel von 23,4° oder 24,2° hat, während ihre deutschen Kollegen immer noch der Meinung sind, die Erde sei flach und jede Krümmung würde ja dazu führen, dass man am anderen Ende der Kugel herunterfällt.

      Dem kann ich nur beipflichten. Solange hierzulande beispielsweise ein Professor Ahab vom Ufo-Institut als “klügster Professor” durch die Medien gereicht wird, wirft das ein besonderes Licht auf die Mainstream-Zunft. Aber was kann man auch erwarten von all den Kartoffelmarkt- und Basarökonomie-Gläubigen.

      Eine Analyse findet sich schon bei Alexander Rüstow, Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus, geschrieben 1945 in der “Diaspora” Instanbul

      http://www.metropolis-verlag.de/Das-Versagen-des-Wirtschaftsliberalismus/349/book.do

    195. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 11:27 - Permalink

      @StefanP

      Kein zivilisierter Mensch bestreitet in Europa die Notwendigkeit der Sicherung des Existenzminimums.

      Ok, gut zu wissen. Dann, wenn nach Ihrer eigenen Berechnung selbst 10 Euro nicht ausreichen,
      das Notwendige zu decken, plädieren wenigstens SIE für einen deutlich höheren Lohn?

    196. Spiegelfechter schrieb am 13. Januar 2010 um 11:40 - Permalink

      @StefanP

      Das international übliche Tempolimit sind 50-60% vom Durchschnittseinkommen, das wären weniger als die plakatierten 7,50 EUR. Vielleicht schauen wir einfach mal über den Tellerrand?

      2008 betrug der Durchschnittseinkommen m.W. rund 27.000 Euro p.a.. Bei rund 250 Arbeitstagen wären dies 108 Euro pro Tag. Nehmen wir nun einmal die “normale” Vollzeit von 8 Stunden, so kämen wir auf 13,50 Euro. 7,50 Euro entsprächen also fast den 50%.

      Diese Berechnung ist aber nicht korrekt, da im Durchschnittseinkommen auch die Minijobs und Niedriglohnjobs enthalten sind. Würde man hier die 7,50 Euro einführen, so würde das Durchschnittseinkommen im Folgejahr steigen, womit auch der Mindestlohn steigen müsste – ich würde da mal 8 – 8,50 Euro schätzen, womit wir im Bereich der 60% wären.

      Wo ist also Dein Problem?

      Marktversagen liegt vor, wenn sich erst kein Markt aufgrund ausbleibenden Angebots oder Nachfrage bildet.

      Richtig! Die Angebotsseite ist im Arbeitsmarkt im Niedriglohnsektor bekanntlich durch die Sanktionierungspraxis keinesfalls markgerecht. Daher handelt es sich hier um ein Marktversagen. Ob es dem Hobbyökonomen StefanP gefällt oder nicht.

      P.S.: Krugman steht in der amerikanischen Ökonomenzunft inzwischen im Ruf, empirische Entwicklungen nicht mehr wahrzunehmen (siehe amerikanische Staatsverschuldung).

      Ja klar ;-)

      Das würde ich auch sagen, wenn ich Du wäre. Kompletter Unfug ist es dennoch.

    197. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 11:59 - Permalink

      @StefanP

      Dieser Mindestlohn war ein Instrument, Wettbewerber fernzuhalten und es der Post und ihren Beschäftigten möglichst bequem zu machen.

      Bequem? Mein Postbote, der hat Glück, ist noch Beamter, rennt sich ziemlich die Hacken ab,
      um so mehr, da er seit einiger Zeit noch Massen von Werbesendungen (die ich gar nicht haben will, hab jetzt einen entsprechenden Kleber am Kasten dran) zur eigentlichen Briefpost einwerfen darf, gutes Geschäft für die “Postt”, sehr belastend für den “Briefträger”.

      Solche Tätigkeiten wollen Sie – der es doch hoffentlich warm und bequem vor dem Computer hat –
      sicher nicht für 6,7,– Euro machen, gehe ich mal davon aus.

      Und Ihre Darstellungen zur Kompensation der Kosten der Briefbeförderung durch
      angeblich sehr hohe Telefongebühren ist so nicht richtig: ich brauche meist nur Ortsgespräche,
      zur Bundespost-Zeiten kostete mich das 12, 13 Euro/Monat, nach der Privatisierung wurde das
      deutlich teurer. Und der Service miserabler. Aber zur Folge des Investmentbnkings haben sie
      ja schon Asche auf Ihr Haupt regnen lassen, auch wenn es da “nur” um Aber-Milliarden von Euros
      ging, die durch die Finanzwelt durch kriminelle Machenschaften vernichtet wurden.

      Sie haben ja VWL/BWL studiert: wäre interessant, sie rechnen aus , für wie lange man davon einen Mindestlohn von sagen wir 15 Euro zahlen könnte für die, die gegenwärtig darunter liegen, in DE.

      Angesprochen auf die Folge einer Privatisierung der Schweizer Bahn, sagte mal ein Mann:
      im Fernsehen: “Das würde teurer und die Qualität würde ganz sicher auch nicht besser, im Gegenteil.”
      Der Mann war bzw. ist übrigens Unternehmensberater.

    198. Very Cool schrieb am 13. Januar 2010 um 12:07 - Permalink

      @WieJetzt? am 13. Januar 2010 um 10:57 #188

      Dennoch: ich kann auf Ihre minutiöse
      Aufstellung der Präsenzeite eis Users verzichten. Sind wir bei der Stasi oder den von
      superguppi erwähnten Faschisten oder was?

      Naja, Peleo am 13. Januar 2010 um 11:14 #192
      hat das ja trefflich erklärt. Und in Kommentar 193 haben Sie sich das ja auch selber beantwortet.
      Wenn jemand wie dieser StefanP so auf die Kacke haut mit seinem gesellschaftlichen Stand und dann soviel Zeit hier investieren kann, dann frage ich mich einfach, wie das bei einer solchen Position die er angeblich inne hält möglich ist.
      Klar, habe ich, als ich noch im Arbeitsleben stand, auch ab und an in den Pausen mal im Netz gesurft.
      Aber soviel Zeit war mir bei meinen Aufgaben einfach nicht möglich zu investieren.
      Von daher habe ich mir einfach mal angesehen (und das NUR in diesem Thread, ob er gleichzeitig auch noch in anderen Threads hier was ausgekotzt hat, habe ich mir gar nicht angetan), wie das zustande kommen kann. Mir jedenfalls hat das gezeigt, dass mit seinen Behauptungen über seine Position etwas nicht stimmen kann. Mit Stasi hat das wohl nichts zu tun.
      Dass er keine Beweise für seine unrichtige Nokia Behauptung erwidert hat, zeigt mir auch seine Unglaubwürdigkeit. Er ist nur ein abgehobener “Pseudointellektueller”, der ebenso wie ich ohne Job ist und hier seinen Sozialneid breit tritt.
      Mit Blick auf die Uhr: Mahlzeit!

    199. Kaizen schrieb am 13. Januar 2010 um 12:12 - Permalink

      @StephanP #136

      Es ist richtig, das DIW wird zu gleichen Teilen durch das Land Berlin und den Bund finanziert. Das sind aber nur rd. 50% des Etats. Woher kommt der Rest? U.a. von der arbeitgebernahen INSM und weiteren Lobbyisten der Arbeitgeberverbände. Alt bekannt – wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!! Zumal das DIW in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen hat, wie tollpatschig es sachlich falsche Studien verfasst hat. Also mehr als Vorsicht von deren Aussagen und als Argumentationshilfe.
      Kleiner Tipp: U.a mal das Buch “Meinungsmache” von Albrecht Müller lesen. Oder öfter mal in die NDS schauen. Diehnt der Horizonterweiterung und das einem die Augen geöffnet werden!! Aber ich befürchte, leider vergebens!

    200. Duende schrieb am 13. Januar 2010 um 12:18 - Permalink

      Seit 2008 gibt es eine neue EU-Direktive (Temporary Agency Work Directive), die in drei Jahren in allen Mitgliedstaaten in Kraft treten und der Ausbeutung ein Ende machen wird. Link:

      Hier ein Ausszug:

      How will they benefit?

      Research into the working conditions of agency workers has found that temporary agency work is typically accompanied by inferior working conditions in terms of pay, holiday entitlement, training and career development opportunities. The legislation will bring an end to discrimination against temporary agency workers and ensure they have equal treatment with permanent workers from day one in terms of pay, maternity leave and leave entitlement.

      In addition, they will benefit from:

      * being informed about permanent employment opportunities in the user enterprise;
      * equal access to collective facilities (canteen, childcare facilities, transport service);
      * improved access to training and childcare facilities in periods between their assignments so to increase their employability.

      Bis dahin kann die Ursula noch ganz genau hinschauen.

      Sorry about the formatting.

    201. berti schrieb am 13. Januar 2010 um 12:24 - Permalink

      Hallo Lutz Hausstein ,
      (zu 123)
      “Oder man benötigt eine Kombination von Mindestlohn mit einer sozialen Sicherungsleistung, welche die höheren Kosten für eine größere Familie (sprich: mehrere Kinder) abfedert”
      ist bereits hinreichend gelöst, den im Beamtenrecht findet man die entsprechende staatl. Lösung unter
      “Beamtenbaby”.
      Ich bitte diese höchtstrichterliche Entscheidung nachzulesen!!!

    202. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 12:27 - Permalink

      @Spiegelfechter

      2008 betrug der Durchschnittseinkommen m.W. rund 27.000 Euro p.a.. Bei rund 250 Arbeitstagen wären dies 108 Euro pro Tag. Nehmen wir nun einmal die ?normale? Vollzeit von 8 Stunden, so kämen wir auf 13,50 Euro. 7,50 Euro entsprächen also fast den 50%.

      Das ist nicht richtig. Bei einer 40 Stundenwoche sind es 168 Arbeitsstunden pro Monat, was zu einem Stundenlohn von 13,40 EUR führt. Allerdings betrugen die geleisteten Arbeitsstunden nur 1.478 im Jahre 2006, was gerade mal 73% der angenommenen Tatsächlichen Arbeitszeit entspricht. Der Rest sind Fehlstunden aufgrund von Urlaub, Krankheit und sonstiges, was vom Stundenlohn der Effektivzeit abgezogen werden muss. Danach kämen wir auf einen Stundenlohn von knapp 5 EUR.

      Ob diese Rechnung richtig ist, können Sie durch Umkehrung testen. Ein Mindestlohnempfänger dürfte nämlich bei einer 40 Stundenwoche und unter Berücksichtigung von Urlaub etc. nur auf 13.500 EUR im Jahr kommen. Oder gibt es für Mindestlohnbezieher keinen Urlaub und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?

      Die Angebotsseite ist im Arbeitsmarkt im Niedriglohnsektor bekanntlich durch die Sanktionierungspraxis keinesfalls markgerecht.

      Man kann es auch andersherum sehen: durch die soziale Sicherung werden Arbeitskräfte dem Markt entzogen, die keine Chance haben, ein Lohnniveau in Höhe der Transferzahlungen zu erzielen. Ohne die soziale Sicherung wäre ausnahmslos jeder gezwungen zu arbeiten, was das Lohnniveau drücken würde. Damit wird der deutsche Arbeitsmarkt zu einem Markt mit beschränktem Zugang. Und angesichts des hohen Anteils an Langzeitarbeitslosen stellt sich die Frage, wie wirksam die von Ihnen angesprochenen Sanktionsmechanismen sind. Offensichtlich wird die Wirkung in der Theorie völlig überschätzt.

      Es gibt übrigens noch andere internationale Ökonomen als Krugman (den ich mit am meisten gelesen habe) und Stieglitz. Genauso wie es noch andere Informationsmedien als die Nachdenkseiten gibt.

    203. Duende schrieb am 13. Januar 2010 um 12:28 - Permalink

      PS
      Die Existenz dieser Direktive beweist auch, dass sich die deutsche Regierung der Probleme bewusst ist und eigentliche nicht mehr “genau hinschauen” muss. Verlogene Bande.

    204. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 12:36 - Permalink

      @very cool

      Wenn jemand wie dieser StefanP so auf die Kacke haut mit seinem gesellschaftlichen Stand und dann soviel Zeit hier investieren kann, dann frage ich mich einfach, wie das bei einer solchen Position die er angeblich inne hält möglich ist.

      Eben weil er genau in der Position ist;-)

      Aber die Auflistung war unnötig, sie hätten es auch einfach so in 1, 2 Sätzen anmerken können, auf mich wirkte das auch nicht grade sagen wir “Sympathiefördernd”.

      Man muss sich nicht auf das Niveau derer begeben, dass man bei anderen kritisiert – ob nun zu Recht oder nicht.

      Ich habe jetzt nicht viele Beiträge gelesen, in den sie sich die Mühe machten ihn argumentativ als Pseudintellektuellen zu entlarven. Aber der thread ist groß, ich mag was übersehen haben.
      Z.B. das mit Nokia, können sie mir die Beitragsnummer nennen oder mir ungefähr sagen ob Mitte, Anfang, Ende stehend?

      Es ist auch nicht alles falsch was er schreibt und nur deshalb weil Sie nicht konform gehen,
      kann ich die Formulierung “Auskotzen” nicht gutheißen.
      Das das ist mir einfach zu primitiv genauso wie Titulierungen wie “Faschist” (da gehört mehr dazu).

      Und primitiv ist StefanP nicht. Deshalb sollten wir uns schon mehr Mühe geben, da
      wo er nachweislich irrt und oder nur egoistisch oder unsozial argumentiert, dies auch
      überzeugend deutlich zu machen, mit Fakten u. der Beschreibung der Realität : dann erledigt sich auch vieles von selbst.

      Immerhin muss man ihm zugstehen dass er in einem nicht grade neoliberal geprägten
      Forum es wagt, sich längerfristig mit denen auseinanderzusetzen (auch in der Freizeit),
      die auf Neoliberale anders als gut zu sprechen sind. Sowas IST zeitintensiv und findet immer auch die
      Reaktionen , die ich als “primitiv” und nur beleidigend empfinde, das bringt niemanden weiter.

      Es wäre stinklangweilig, wir wären uns alle einig und die anderen halten sich woanders
      die Stange. Sowas hab ich zu oft erlebt.

    205. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 12:37 - Permalink

      @WieJetzt?

      Dann, wenn nach Ihrer eigenen Berechnung selbst 10 Euro nicht ausreichen, das Notwendige zu decken, plädieren wenigstens SIE für einen deutlich höheren Lohn?

      Nein, wieso? Es ist ja nicht Aufgabe einer bestimmten privaten Gruppe, hier des Arbeitgebers, für die Sicherung des Existenzminimums zu sorgen. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Daher werden in den meisten OECD-Staaten die Löhne von Geringverdienern aufgestockt. Hier jedoch gilt das als Frevel.

      Solche Tätigkeiten wollen Sie ? der es doch hoffentlich warm und bequem vor dem Computer hat ? sicher nicht für 6,7,? Euro machen, gehe ich mal davon aus.

      Sie irren. Ich habe in der Anfangszeit meiner Studentenzeit regelmäßig in den Semesterferien im Dienste der Post Briefe und Pakete ausgetragen bzw. ausgefahren. Und ich habe sicher einen Einblick, wie bequem noch in den 1990er Jahren der Job des Briefträgers war.

      Ansonsten, um das Privatthema abzuschließen: wer sagt denn, dass ich einen Arbeitsvertrag habe und Arbeitnehmer bin? Mag sein, aber selbst wenn steht bei mir mit Sicherheit nicht drin: Arbeitszeit von 9:00 Uhr ? 17:00 Uhr.

    206. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 12:46 - Permalink

      @StefanP

      Der Rest sind Fehlstunden aufgrund von Urlaub, Krankheit und sonstiges, was vom Stundenlohn der Effektivzeit abgezogen werden muss.

      Auf die Idee, das die Regeneration durch Urlaub die Effektivität steigert und umgekehrt
      , Krankheit in nicht unerheblichem Maße aus den Arbeitsbedingungen resultieren können,
      sind sie irgendwie nicht gekommen. Warum eigentlich nicht? Wollen Sie unbedingt auf die Werte kommen, die Ihnen passen?

    207. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 12:47 - Permalink

      #86

      Zur Schließung des Nokiawerkes: Im September 2008 waren wie in dem Interview erwähnt, bereits 20% der ehemaligen Beschäftigten wieder in Lohn und Brot, obwohl die Arbeitsbedingungen bei Nokia deutlich besser als marktüblich waren. Ein Jahr nach Schließung war immer noch die Hälfte arbeitslos, d.h. aber im Umkehrschluss, die Hälfte hatte wieder etwas.

    208. schwitzig schrieb am 13. Januar 2010 um 13:00 - Permalink

      Jetzt habe ich den Typen schon wieder aus Versehen gelesen :-((. Naja – den Müll kann man so nicht stehen lassen:

      Nein, wieso? Es ist ja nicht Aufgabe einer bestimmten privaten Gruppe, hier des Arbeitgebers, für die Sicherung des Existenzminimums zu sorgen.

      Doch, bedingt ist es das. Steht sogar im Grundgesetz. Ausserdem gibt es Sittenwidrigkeit. Es ist übrigens nicht die Aufgabe des Staates, Hungerlöhne aufzustocken.

      Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Daher werden in den meisten OECD-Staaten die Löhne von Geringverdienern aufgestockt. Hier jedoch gilt das als Frevel.

      Das ist keine gesellschaftliche Aufgabe, sondern eine versteckte Subvention, die eine Spirale ist, die ununterbrochen nach unten führt. Idiotenökonomie.

      Zu WieJetzt:

      StefanP ist sehr wohl ein Verfechter Wirtschaftsfaschistoider Methoden und Ansichten und ist daher durchaus dieser unappetitlichen Mischpoke zuzuordnen. Des weiteren liefert er nur Halbwahrheiten, wechselt das Thema, wenn er widerlegt wird, verdreht Kausalzusammenhänge, zitiert verfälschend aus dem Kontext und lebt in erster Linie von reinen Behauptungen, die obendrein oft sogar noch Behauptungen Dritter sind. Er ist entweder ein Troll, ein armer Wicht oder ein Agitator, der für seine Agitation bezahlt wird.
      Einiges spricht für das Letztere, was allerdings völlig egal ist, da es mit dem Modell StefanP niemals eine zielführende, fruchtbare Diskussion geben kann. Sicherlich its es nicht richtig, ihn als Person zu beleidigen, jedoch ist es angesichts seiner Widerlichkeit zumindest verständlich.

    209. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 13:08 - Permalink

      @StefanP

      Dann, wenn nach Ihrer eigenen Berechnung selbst 10 Euro nicht ausreichen, das Notwendige zu decken, plädieren wenigstens SIE für einen deutlich höheren Lohn?

      Nein, wieso? Es ist ja nicht Aufgabe einer bestimmten privaten Gruppe, hier des Arbeitgebers, für die Sicherung des Existenzminimums zu sorgen. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Daher werden in den meisten OECD-Staaten die Löhne von Geringverdienern aufgestockt. Hier jedoch gilt das als Frevel.

      Ich verstehe, der Arbeitgeber gehört nicht wirklich zur Gesellschaft. hatte eigntlich gedacht, Sie
      stellen sich vehememt bestimmetn Slogans und Termini der Hardcore-Kommunisten entgegen: wohl nicht in jedem Fall…

      In Deutschland ist es kein Frevel, das Löhne aufgestockt werden, das passiert bereits bei allen
      die arbeiten und wo das von Ihnen angemahnte Existenzminum bzw. das was in DE dafür gehalten wird, nicht reicht. Und kommen Sie mir
      bitte jetzt nicht damit, dass es nicht anders geht, da sonst die betreffenden Arbeitgeber alle pleite gingen.

      Ich habe in der Anfangszeit meiner Studentenzeit regelmäßig in den Semesterferien im Dienste der Post Briefe und Pakete ausgetragen bzw. ausgefahren. Und ich habe sicher einen Einblick, wie bequem noch in den 1990er Jahren der Job des Briefträgers war.

      Die meisten meiner Studenetenjobs habe ich auch als”bequem” empfunden, insoweit weil ich eben zu wissen glaubte, dass ich sie nur für eine bestimmte Zeit machen würde (in gewissem Sinne habe ich mich da sehr geirrt).
      Übrigens haben wir jetzt 2010. Wollen Sie mir ernsthaft erzählen, dass es in den letzten 20 Jahren in der Gesellscahft und bei den Arbeitsbedingungen (die von mir angesprochene Auseinanderentwicklung von Löhnen bzw. Vermögen und Unternehmsgewinne haben Sie natürlich ignoriert) nicht gewaltig verändertt haben? Dann lesen Sie mal andere Bücher als die von Friedmann, Krugmann, Hayek, etc.: Gebe Ihnen gerne Empfehlungen u. fange gleich mal an: Richard Sennett, auch US-Amerikaner: Der flexible Mensch. Äußerst lesenwert. Das wird Ihre auf Kosten-Nutzen- fokussierte Sichtweise eheblich erweitern, ob es auch zu einer Änderung der Haltung führt, das entscheiden Sie.

      dass ich einen Arbeitsvertrag habe und Arbeitnehmer bin? Mag sein, aber selbst wenn steht bei mir mit Sicherheit nicht drin: Arbeitszeit von 9:00 Uhr ? 17:00 Uhr.

      Selbst wenn, steht da sicher nicht drinnen: surfen und posten, u.a. auf Spiegelfechter.de, wird bezahlt.

    210. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 13:19 - Permalink

      Ein Jahr nach Schließung war immer noch die Hälfte arbeitslos, d.h. aber im Umkehrschluss, die Hälfte hatte wieder etwas.

      Klar, das Glas ist halbVOLL.. Für die anderen bedeutet das abgelaufene Jahr
      das sie langeitrabeitslos sind.

      Zur Schließung des Nokiawerkes: Im September 2008 waren wie in dem Interview erwähnt, bereits 20% der ehemaligen Beschäftigten wieder in Lohn und Brot, obwohl die Arbeitsbedingungen bei Nokia deutlich besser als marktüblich waren.

      Das findet ein Investmentbanker natürlich geil: arbeiten die entlassenen Leute dann ggfs. bei einer anderen AG zu deutlich niedrigeren Kosten und mit höherem Entlassungsrisiko , das ist gut für den Aktienkurs; und die Aktionäre, den Vorstand, deren Rendite steigt dann meist. Für Investmentbanker ist das natürlich auch gut.

    211. Very Cool schrieb am 13. Januar 2010 um 13:20 - Permalink

      @WieJetzt? am 13. Januar 2010 um 12:36 #204

      Es ist auch nicht alles falsch was er schreibt und nur deshalb weil Sie nicht konform gehen,
      kann ich die Formulierung ?Auskotzen? nicht gutheißen.
      Das das ist mir einfach zu primitiv genauso wie Titulierungen wie ?Faschist? (da gehört mehr dazu).

      Der war gut. Das Wort Faschist haben SIE in Beitrag 188 benutzt, nicht ich!
      Bzgl. Nokia:
      einfach mal ctrl-f bzw apfel-f eingeben – da werden Sie geholfen. ;-)

      @StefanP am 13. Januar 2010 um 12:47 #207

      Ein Jahr nach Schließung war immer noch die Hälfte arbeitslos, d.h. aber im Umkehrschluss, die Hälfte hatte wieder etwas.

      Mann, Mann, Mann.
      Die, die wieder Arbeit gefunden haben (jedenfalls mit denen aus der Produktion mit denen ich gesprochen habe) hatten einen absolut beschissenen Arbeitsvertrag bei Scanbull unterschrieben. Dort haben die 6,50 Euro verdient.
      Mittlerweile sind viele wieder arbeitslos, da es sich nur um befristete Verträge handelte.
      Ich weiß von Leuten, die sich dort den Arsch aufgerissen haben und nach der Probezeit wieder gehen durften, da die Arbeit ja getan war.
      Einer hat einen Arbeitsvertag bei einer anderen Firma unterschrieben: einen Halbjahresvertrag mit halbjähriger Probezeit. Was wird wohl mit ihm geschenen, wenn die Zeit abgelaufen ist?
      Und innerhalb der Probezeit kann der AG den AN jederzeit kurzfristig kündigen.
      Man reißt sich also den Hintern auf, um zu zeigen, was man leisten kann, geht auch knechten, wenn man krank ist und bekommt dann den Stuhl wieder vor die Tür gestellt.
      Ich kann es nur wiederholen: Gehen Sie mal für 6,50 Euronen malochen (immer mit der Angst, täglich entlassen zu werden) und dann werden Sie vielleicht eine realistische Sicht der Dinge haben.
      Sie werfen hier permanent irgendwelche Zahlen aus irgendwelchen Statistiken ein, anstatt sich mal mit den “kleinen Leuten” zu unterhalten um zu erfahren, wie es wirklich hier im Ländle aussieht.
      Besuchen Sie mal eine Arbeitsloseninitiaive in Ihrer Stadt und hören Sie sich die Sorgen und Nöte derer an, die liebend gerne wieder arbeiten würden und ein menschenwürdiges Leben führen wollen.
      Kommen Sie mal herunter von Ihrem hohen Ross.
      Sie erinnern mich an einen Typen, der, verheiratet und 2 Kinder, sich eine Putzhilfe gegönnt hat.
      Die Putzhilfe (eine Freundin von uns) hat dann berichtet, dass die Klos immer total verdreckt waren.
      Auf die Frage, warum er keine Klobürste benutze antwortete er: “Wieso denn, ich habe doch jetzt ‘ne Putze”.

    212. Spiegelfechter schrieb am 13. Januar 2010 um 13:35 - Permalink

      @StefanP

      Spiegelfechter

      Das ist nicht richtig. Bei einer 40 Stundenwoche sind es 168 Arbeitsstunden pro Monat, was zu einem Stundenlohn von 13,40 EUR führt. Allerdings betrugen die geleisteten Arbeitsstunden nur 1.478 im Jahre 2006, was gerade mal 73% der angenommenen Tatsächlichen Arbeitszeit entspricht. Der Rest sind Fehlstunden aufgrund von Urlaub, Krankheit und sonstiges, was vom Stundenlohn der Effektivzeit abgezogen werden muss. Danach kämen wir auf einen Stundenlohn von knapp 5 EUR.

      Urlaub und Krankheit sind allerdings zum Glück immer noch bezahlt, weshalb es keinen Grund gibt, sie vom Durchschnittslohn abzuziehen.

      Wie Du auf 5 Euro kommst, ist und bleibt auch wohl Dein “süßes” Geheimnis.

      Außerdem führst doch doch immer Frankreich und Großbritannien an – in F liegt der Mindestlohn n.w. bei rund 8,50 Euro und in GB bei 7,50 Euro. Liegt das Durchschnittseinkommen in diesen Ländern etwa über 50% über dem deutschen?

    213. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 13:36 - Permalink

      StefanP ist sehr wohl ein Verfechter Wirtschaftsfaschistoider Methoden und Ansichten und ist daher durchaus dieser unappetitlichen Mischpoke zuzuordnen. Des weiteren liefert er nur Halbwahrheiten, wechselt das Thema, wenn er widerlegt wird, verdreht Kausalzusammenhänge, zitiert verfälschend aus dem Kontext und lebt in erster Linie von reinen Behauptungen, die obendrein oft sogar noch Behauptungen Dritter sind. Er ist entweder ein Troll, ein armer Wicht oder ein Agitator, der für seine Agitation bezahlt wird.
      Einiges spricht für das Letztere, was allerdings völlig egal ist, da es mit dem Modell StefanP niemals eine zielführende, fruchtbare Diskussion geben kann. Sicherlich its es nicht richtig, ihn als Person zu beleidigen, jedoch ist es angesichts seiner Widerlichkeit zumindest verständlich.

      Nun muss ich gestehen, dass ich den Block bzw. die Seite, gestern das erste mal gelesen habe, ggfs “kennen” sie sich alle schon länger u. natürlich bilden sich das Sympathien und Antipathien.

      Wenn sie allerdings bewusst das Wort “NUR” im 2. Satz benutzen, machen sich es sich zu einfach:. Seine Rechnung zu dem HARTZ IV Haushalt war insoweit korrekt (habs nachgeprüft) Die Aussage, das die Gewerkschaften Ihre Stammbelegschaft und Mitgleder auf Kosten anderer geschützt, haben ist auch nicht so von der Hand zu weisen, ein paar Beispiele. Das Problem ist, das er mit solchen Verweisen letztlich – nach einigen Stunde des Lesesn und Postens komme ich zu dem Schluß -
      von Misständen und negativen Entwicklungen rechtfertigen will, oder auch von ihnen ablenken, die
      ganz klar nicht von Arbeitslosen, Gewerkschaften, Linke etc. verschuldet sind.
      Und hierzu bedient er sich durchaus der Methoden, die sie angesprochen haben.

    214. Unbequemer schrieb am 13. Januar 2010 um 13:50 - Permalink

      Unbequemer:

      209 sagt:

      Selbst wenn, steht da sicher nicht drinnen: surfen und posten, u.a. auf Spiegelfechter.de, wird bezahlt.

      Meine Antwort: Eventuell doch. Wenn er einen Job in einer “Firma” hat, die in Foren Werbung für die INSM betreibt.

      Und eine Anmerkung – Ich bin ein erwerbsloser Organisationsprogrammierer. Ich möchte arbeiten, aber ich verlange auch eine gerechte Bezahlung. Mit dem Handikap durch Scheidung und Zwangsversteigerung verschuldet zu sein sowie einer Behinderung (Gleichstellung liegt vor). Meine letzte Tätigkeit, Praktium für 6 Monate im Rechenzentrum einer Versicherung. In der Zeit habe ich zwei Projekte selbständig und alleine vollendet. Ursprünglich sollten diese Projekte durch eine Fremdfirma erledigt werden, was aber Kosten in Höhe von über 25.000,- ? verursacht hätte. Ich hab es “umsonst” erledigt. Natürlich habe ich gehofft so eine Festanstellung zu erhalten.

      Seit dem 1.1.2005 im ALG-2-Bezug. Ohne auch nur ein einziges Angebot erhalten zu haben, ausser einem 1-?-Job. Das Angebot war rechtswidrig. Trozdem war ich bereit diesen Job zu machen um zu beweisen, dass ich in der Lage und auch bereit bin zu arbeiten. Der Träger hat mich abgelehnt, ich würde sicher Unruhe in den Betrieb bringen. Das, weil ich bei der Vorstellung erklärte, ich müsste einen Tag frei haben, da ich dann einen Termin beim Sozialgericht habe. Auf die Frage warum ich denn vor dem SG klage, habe ich auch den Grund genannt. Das reichte dem Träger um zu erkennen das ich eben kein Duckmäuser bin, den man herumschubsen kann. Der Träger beschäftigt ca 80 Erwerbslose, auf 1-?-Basis, die so aus der Statistik verschwinden.

      5 Jahre am Rande der Existenz zu leben, gönne ich keinem. Und wenn immer wieder vom Anspruchsdenken der Erwerbslosen geredet wird, das Anspruchsdenken geht von den Unternehmern aus, die nicht bereit sind für eine gute Arbeit auch eine anständigeVergütung zu zahlen.

    215. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 14:09 - Permalink

      @WieJetzt?

      Auf die Idee, das die Regeneration durch Urlaub die Effektivität steigert und umgekehrt
      , Krankheit in nicht unerheblichem Maße aus den Arbeitsbedingungen resultieren können,
      sind sie irgendwie nicht gekommen.

      Doch, nur darum geht es nicht. Nach der internationalen Konvention, das war der Ausgangspunkt, liegt der typische Mindestlohn bei 50-60 Prozent des Durchschnittseinkommens, das wären jährlich 13.500 EUR oder 1.125 EUR monatlich. Üblicherweise bricht man solche Monatsgehälter auf Stundenlöhne herunter, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen. Schließlich leisten manche Länder mehr, andere weniger Jahresarbeitsstunden. So, und auf der Basis ergäbe sich unter Berücksichtigung von Urlaub und Krankheitszeiten ein effektiver Mindestlohn von knapp 5 EUR. Nur damit wir wissen, wovon wir reden, wenn wir internationale Vergleiche heranziehen.

      Mir ist klar: als Mindestlohnbefürworter kann man mit einer solchen Forderung nicht antreten und deswegen tut das auch keiner. Dann passt die Decke aber an einer anderen Stelle (so viele Länder haben?) nicht.

      Ich verstehe, der Arbeitgeber gehört nicht wirklich zur Gesellschaft.

      Doch, natürlich tun sie das. Das heißt aber nicht, dass ein Arbeitgeber Löhne zahlen muss, die weit höher als das Marktübliche liegen. Manche kaufen auch Rindfleisch für 1 EUR pro 100g. Die kommen nicht auf die Idee, an der Kasse freiwillig 5 EUR draufzulegen, weil das anständig wäre.

      Außerdem zeigen die Zahlen des SOEP, dass in Westdeutschland größtenteils nur Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte weniger als 7,50 EUR in der Stunde verdienen. D.h., der Arbeitgeber kann nicht wissen, womit der Bewerber seinen gesamten Lebensunterhalt bestreitet. Ebenfalls anhand der SOEP-Zahlen lässt sich nachweisen, dass ein Mindestlohn kaum Einfluss auf die Haushaltssituation der Geringverdiener hätte. Erstaunlich, richtig?

      Die meisten meiner Studentenjobs habe ich auch als ?bequem? empfunden, insoweit weil ich eben zu wissen glaubte, dass ich sie nur für eine bestimmte Zeit machen würde (in gewissem Sinne habe ich mich da sehr geirrt).

      Ich hatte zeitweise den Job eines körperlich Behinderten übernommen, dessen Bezirk aufgrund der dokumentierten Behinderung verkleinert worden war. Natürlich war er nicht wirklich eingeschränkt, binnen einen halben Tages hatte er seinen Bezirk erledigt und konnte nach Hause. Dort hat er in der geschenkten Zeit nebenher ein Unternehmen für Wohnmobile aufgebaut und ist nach ein paar Jahren aus dem Dienst der Post ausgeschieden.

      Klar, das Glas ist halb voll. Für die anderen bedeutet das abgelaufene Jahr
      dass sie langzeitarbeitslos sind.

      Absolut, und das ist tragisch. Aber nach Ansicht der involvierten Beratungsfirma waren die Arbeitsbedingungen bei Nokia relativ gut, über dem Marktschnitt. Das kann ich nicht beurteilen, aber wenn das so war, verleitet es viele selbstverständlich zu warten, bis man etwas Vergleichbares angeboten bekommt. Das ist eine trügerische Falle, denn mit jedem Monat Arbeitslosigkeit sinkt der tatsächliche Marktwert, während die eigenen Erwartungen steigen. Schließlich muss es sich lohnen, lange zu warten. Nach mehr als einem Jahr ist der Zug jedoch abgefahren, realistisch betrachtet gilt das eigene Wissen als veraltet und die Erfahrung als wenig wert. Mit der Folge, dass die Arbeitsmarktchancen weiter stark fallen, während man noch selber glaubt, besonders begehrt sein zu müssen.

      Herzlos? Menschlich. Vielleicht haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis jemanden, der schon länger Single ist. Seien Sie ehrlich und taxieren Sie seine / ihre Chancen auf dem Partnermarkt. Stark fallend, sicher. Weil er / sie immer mehr Idealvorstellungen von seiner zukünftigen Partnerin entwickelt, während gleichzeitig potentielle Kandidaten ob der zunehmenden Schrulligkeit immer mehr abgeschreckt werden. So ungefähr ist es mit dem Wert der eigenen Arbeitskraft.

    216. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 14:10 - Permalink

      @Unbequemer:

      Meine Antwort: Eventuell doch. Wenn er einen Job in einer ?Firma? hat, die in Foren Werbung für die INSM betreibt.

      Ok, wenn das so wäre, verstehe ich die Wut diebszüglich gut. Aber man sollte das nicht leichtfertig unterstellen. Glauben Sie mir, ich wunder mich manchmal wieviele Leute während
      der Arbeitszeit posten, mailen, lang und wiederholt… . Die meisten werden aber
      nicht so gut bezahlt, wie das in der Investmentbranche üblich ist.

      Und eine Anmerkung ? Ich bin ein erwerbsloser Organisationsprogrammierer. Ich möchte arbeiten, aber ich verlange auch eine gerechte Bezahlung. …ursprünglich sollten diese Projekte durch eine Fremdfirma erledigt werden, was aber Kosten in Höhe von über 25.000,- ? verursacht hätte. Ich hab es ?umsonst? erledigt. Natürlich habe ich gehofft so eine Festanstellung zu erhalten.

      Ich kann Ihre Entäuschung und Ärger gut nachvollziehen, ich bin derzeit auch arbeitslos
      (erklärt meine Zeit fürs Posten tagsüber), und hane auch die erfahrung gemacht, das gute Arbeit,
      sich noch lange nicht lohnen muss: was Sie allerdings erlebt haben, was gar nicht so selten vorkommt ist, ist einfach eine Schweinerei.

      Seit dem 1.1.2005 im ALG-2-Bezug. Ohne auch nur ein einziges Angebot erhalten zu haben, ausser einem 1-?-Job.

      Über die Angebote, die ich bekommen habe, war ich allerdings so gut nie froh , weil die die
      meistens unter aller Sau waren.

      Der Träger beschäftigt ca 80 Erwerbslose, auf 1-?-Basis, die so aus der Statistik verschwinden.

      Das Problem hierbei ist vor allem das sich an der Grundsituation nichst ändert: es resultiert daraus so gut wie nie ein Arbeitsverhältnis, zu “normalen” Bedigungen, genauso wie es so gut wie keinen Klebeffekt in der Leihrabeit gibt u. letztere die Löhne drückt und in die Langzeitarmut führt. DAS sind Fakten.

    217. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 14:15 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Wie Du auf 5 Euro kommst, ist und bleibt auch wohl Dein ?süßes? Geheimnis.

      Mein süßes Geheimnis ist etwas anderes? ;-) Nehmen Sie einfach die errechneten 13,40 EUR mal 50% (6,70 EUR) mal 73%. Ergibt 4,90 EUR. Ansonsten gehen Sie meinetwegen den umgekehrten Weg und schauen, wie Sie auf ein Bruttomonatsgehalt von 1.125 EUR kommen. Das ist nämlich der Mindestlohn unter den genannten Bedingungen. Mit 7,50 EUR landen Sie unter Garantie weit drüber. In der Mathematik nennt man so etwas den Gegenbeweis.

      In GB sind nur 2-4% der Beschäftigten vom Mindestlohn betroffen. Das gilt für Deutschland nicht.

    218. salvo schrieb am 13. Januar 2010 um 14:21 - Permalink

      @WieJetzt

      ich vermute, dass nicht wenige Leser und Kommentatoren des Spiegelfechters diesen Blog ale Teil einer Gegenöffentlichkeit sehen, ungeachtet dessen wie Jens selbst dazu steht. Gegenöffentlichkeit entstehst nach Christoph Spehr

      “G beginnt mit der Erfahrung, sich mit seinem Anliegen in der vorfindlichen Öffentlichkeit nicht äußern zu können, nicht frei äußern zu können, oder mit seiner Stimme keinen Einfluß zu haben; sie besteht in der Konsequenz, die Regeln dieser Öffentlichkeit brechen zu müssen, um wahrgenommen zu werden oder sich austauschen zu können. G zielt immer auf eine kollektive Praxis. Sie schafft eine andere Öffentlichkeit, aber sie beansprucht gleichzeitig, gegen die Herrschaftswirkung der vorfindlichen Öffentlichkeit zu arbeiten. Es ist dieser Anspruch, der einer immer wieder zu erneuernden kritischen Überprüfung standzuhalten hat.”

      http://www.linksnet.de/de/artikel/18209

      Und es ist klar, dass ein solches Medium (wenn es seinem Anspruch ein Teil der Gegenöffentlichkeit sein will) Ziel von Angriffen von Seiten derjenigen wird, die auf grund ihrer finanziellen und strukturellen Ressourcen den öffentlichen Diskurs weitgehend kontrollieren. ‘Faschismus’ liegt sicher nicht vor, wenn einzelne Kommentatoren eines Blogs, welche die konkrete Erfahrung ihres Augeschlossenseins aus dem ver-öffentlichten Diskurs tagtäglich machen, sich darüber beschweren, dass ein offensichtlich gut ausgebildeter und mit großen zeitlichen Ressourcen ausgestatteter Propagandist versucht, den diskursiven Freiraum zu besetzen, den sie sich als Gegenöffentlichkeit (zumindest wenn er als solche konzipiert, wahrgenommen oder erstritten werden soll) zu schaffen suchen, denn so wird dieser Raum (aus ihrer Perspektive) dem totalitären Zugriff derer geöffnet, die den öffentlichen Diskurs ohnehin kontrollieren und sie davon ausschließen. In dieser Auseinanderstzung um Öffentlichkeit herrscht nun mal keine Waffengleichheit und die scheinbar liberale Forderung nach gleichem Zugang für alle (auch für die Funktionäre der Kräfte, die sonst die Öffentlichkeit kontrollieren) kommt der Selbstaufgabe dieses alternativen diskursiven Raums gleich.

      so, dafür hat meine Mittagspause ausgereicht, denn zu den Priviligierten gehöre ich leider nicht, die sich die ‘Freiheit’ leisten können, sich in ihrer Arbeitszeit in blogs herumzutreiben :-)

    219. Hilde schrieb am 13. Januar 2010 um 14:22 - Permalink

      @StefanP(lanwirtschaft)

      Einer der klagenden Parteien in Karlsruhe, eine fünfköpfige Familie, erhalten nach Auskunft des vertretenden Anwalts 1.363 EUR Unterhaltsleistungen, zusätzlich wird die Miete übernommen, damit sind wir deutlich über den diskutierten 2.000 EUR.

      Ihre Angabe lässt sich aus dem Bericht der BfA nicht nachvollziehen (Seite 95).

      Du drehst und windest Dich wie ein Aal. Zuerst hat Deine fiktive Familie zwei Kinder, dann sind es auf einmal drei. Am Anfang ist der Schlosser erwerbstätig, dann wieder nicht. Was jetzt? Du bist so damit beschäftigt, Deine Sichtweise ?flexibel? zu gestalten, legst sie unbeteiligten Personen in den Mund und übersiehst dabei völlig, dass Deine Zahlen längst widerlegt wurden. Debattenhoheit, ick hör dir trapsen!

      Also, streiche das Adjektiv ?zusätzlich? aus Deiner Behauptung, und Du bist der Realität ein gutes Stück nähergerückt. Die KdU werden nicht dazuaddiert, sondern sind ein Teil der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Damit liegen wir deutlich unter den diskutierten 2.000,00 ?.

    220. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 14:27 - Permalink

      @schwitzig

      Entweder das Script funktioniert nicht oder Sie tun nicht, was Sie zu tun vorgeben. Ersteres wäre ein Dokument von Dilettantismus des Programmierers, zweiteres würde sie als unehrlich dastehen lassen. Wofür entscheiden Sie sich?

    221. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 14:31 - Permalink

      @Hilde

      Der Schlosser war das Beispiel, seinen fiktiven Mindestlohn zu errechnen und dem seinen Hartz-IV-Anspruch gegenüber zustellen. Sie haben behauptet, niemand bekäme mehr als 2.000 EUR (würde sozusagen ?abgeriegelt?) und unterstellen beschwerdeführende Anwälte der Lüge vor einem Verfassungsorgan. Soviel Chuzpe muss man haben.

      P.S.: welchen Transferbezug erhält eigentlich eine Familie mit 5 Kindern? Ebenfalls weniger als 2.000 EUR?

    222. Spiegelfechter schrieb am 13. Januar 2010 um 14:38 - Permalink

      @StefanP

      In GB sind nur 2-4% der Beschäftigten vom Mindestlohn betroffen. Das gilt für Deutschland nicht.

      Aha ;-)

      How come?

      Sind die Briten nun fleißiger als die Hunnen? Oder kann es vielleicht doch sein, dass ein Mindestlohn Einfluss auf den Niedriglohnsektor hat? Wo es denn in GB angeblich auch keine Langzeitarbeitslosen gibt, wäre es doch ein prima Plan, dies durch die Einführung des Mindestlohns auch hierzulande zu adaptieren.

    223. Eike Scholz schrieb am 13. Januar 2010 um 14:40 - Permalink

      Vielleicht haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis jemanden, der schon länger Single ist. Seien Sie ehrlich und taxieren Sie seine / ihre Chancen auf dem Partnermarkt. Stark fallend, sicher. Weil er / sie immer mehr Idealvorstellungen von seiner zukünftigen Partnerin entwickelt, während gleichzeitig potentielle Kandidaten ob der zunehmenden Schrulligkeit immer mehr abgeschreckt werden. So ungefähr ist es mit dem Wert der eigenen Arbeitskraft.

      Hm, nun zugegeben, fühle ich mich angesprochen. Aber als männlicher Nerd habe ich eher den gegenteiligen Eindruck. Je älter ich werde und je weiter mein Status als Nerd wegen meines Fachwissens steigt, um so interessanter werde ich. Schrullig war ich in einem gewissen Gerade eh schon immer.
      Steigen meine Ansprüche? Nein. Ich bin ja auch nicht deshalb Single weil ich warte, sondern weil ich keine Zeit für eine Beziehung habe. Werden mehr Frauen abgeschreckt, nein ich bekomme eher als füher eine Email oder Tel.. Bin ich immer noch single? Ja, momentan habe ich immer noch zu wenig Zeit.

      Ich fürchte die Realität ist nicht ganz so einfach strukturiert wie sie es sich ausmalen. So ungefähr dürfte es auch mit dem Wert der eigenen Arbeitskraft sein.

    224. nescioquis schrieb am 13. Januar 2010 um 14:50 - Permalink

      @ SF
      Es adelt Deinen Blog nicht unbedingt, daß ‘StefanPee’ seit geraumer
      Zeit seine Apfelsinenkiste hier im Kommentarbereich aufstellt und
      sein Blech der Welt verkündet.
      ‘Plonkt’ man “Steffchen” jetzt mal weg und ‘knackt’ zusätzlich noch
      alle Kommentare raus in denen das Wort “StefanP” auch nur vorkommt,
      Heiliger BimBam! …von einstmal reger u. ansprechender Diskussion
      ist nur noch ein trauriges Häuflein übrig. Vom Artikel ganz oben
      und der ‘intentio auctoris’ bleibt spätestens nach aufschlagen
      vom “beliebten MetzgerBoy” lediglich “Steffchen’s tönende Propaganda Show” !
      Man spottet in anderen Blogs bereits darüber…
      Ob das im Sinne des Blogbetreibers ist¿
      Mein Beileid… [gilt auch den Abonnenten des Kommentar Feeds]!

      @182 Very Cool
      Wie man unschwer aus Deiner ‘Zeiterfassung’ erkennen kann,
      gibt’s immerhin ‘ne Mittagspause von “ViertelvorEins” bis
      “ViertelnachDrei”. Reicht doch heutzutage für eine
      “Führungsfunktion in einem größeren Unternehmen” die restliche
      Zeit wird den “akademischen Abschlüssen” gewidmet, z.B. hier
      auf «Spiegelfechter.com».

      …aus reiner Nostalgie werde ich jetzt mal “name’s gelbe Karten”
      vom letzten Jahr rauskramen und durchblättern ;-)

    225. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 14:56 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Vor 10 Jahren entsprach der britische Mindestlohn 3,60 Britische Pfund und liegt heute bei 5,80 Pfund (6,80 EUR!). Bezogen auf ein Monatseinkommen sind das aber lediglich 1.000 EUR (Seite 2), weniger als die von uns errechneten 1.125 EUR, oder?

      Und schaut man sich die Arbeitslosigkeit in Großbritannien an, so muss man konstatieren, dass es in 2008 noch nie so viele Erwerbslose gab wie seit Einführung des Mindestlohns. Nicht gerade ein Erfolgsnachweis, oder? Übrigens: das gilt auch für die Langzeitarbeitslosigkeit.

    226. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 15:01 - Permalink

      @StefanP

      Auf die Idee, das die Regeneration durch Urlaub die Effektivität steigert und umgekehrt
      , Krankheit in nicht unerheblichem Maße aus den Arbeitsbedingungen resultieren können,
      sind sie irgendwie nicht gekommen. Nach der internationalen Konvention… .

      Doch, nur darum geht es nicht.

      Nein, es geht darum, dass sie sich z.B in diesm Fall ganz persönlich eine
      Rechnung aufmachen, um auf ein Ergebnis zu kommen, und dabei einen Widerspruch
      selbst zugeben. Da muss ich einigen Kritikern Ihrer Person bzw. und Argumentatinsoweisen
      mehr und mehr recht geben, umso mehr, da sie Fragen und Aspekte, die nicht ihr Schema passen außen vor lassen. So gehts nicht.

      Dann passt die Decke aber an einer anderen Stelle (so viele Länder haben?) nicht.

      Das kommt darauf welche Decke Sie meinen. Das Argument, das der Mindetslohn nicht per se, das
      von Ihne angedeutete Existenzminmum garantiert, lasse ich gelten, Ihre Absicht, den Mindetslohn daher als unsinnig darzustellen nicht: mit den von Ihnen beispielhaft angesprochenen 10 Euro die Stunde wäre schon vielen Leuten geholfen u. zwar all den hundertausend oder Millionen, die (deutlich) drunter arbeiten, abgsehen von den entlastenden Effekten auf die Sozialkassen.

      Doch, natürlich tun sie das. Das heißt aber nicht, dass ein Arbeitgeber Löhne zahlen muss, die weit höher als das Marktübliche liegen. Manche kaufen auch Rindfleisch für 1 EUR pro 100g. Die kommen nicht auf die Idee, an der Kasse freiwillig 5 EUR draufzulegen, weil das anständig wäre.

      Stimmt von 6,58 oder 7,31 Euro (unterster Zeittarbeitslohn DGB) würd ich nicht das teure kaufen.
      Ich kanns mir dann nicht leisten. Aber der Aldi-Miilardär sicher. Erkärt möglicherweise auch , warum Leute mit niedrigeren Einkommen und schlechteren Arbeits-und Lebensbedingungen früher sterben
      und häufiger krank werden.

      D.h., der Arbeitgeber kann nicht wissen, womit der Bewerber seinen gesamten Lebensunterhalt bestreitet.

      Das muss er auch nicht, wenn er sich wenigstens die Mühe macht, auszurechnen und zu berücksichtigen, welches Gehalt eine akzeptable Situation für den Vollzeitbeschäftigen
      ermöglicht. es se den, er will mich für doof verkaufen oder eben ausbeuten, zu seinen Gunsten

      Ich hatte zeitweise den Job eines körperlich Behinderten übernommen, …

      Ich hab zeitweise das Gejammer von angeblich steuerlich so hochbelasten Leistungsträgern
      und Unternehmen ertragen. Fast immer stelte sich heraus, dass die “Betroffenen” in Verhältnissen leben, von der die Mehheit nur träumt. Meist gab es da einen direkten Zusammenhang, wenn sie verstehen was ich meine.

      … verleitet es viele selbstverständlich zu warten, bis man etwas Vergleichbares angeboten bekommt.

      Eine Frage: wenn sie da wo sie sind rausfliegen, fangen sie also ohne Murren bei
      7,31 an, selbst wenn Ihr ALG I bei sagen wir 2000 Euro liegt? Sie empfinden das auch nicht als ungerecht, wenn die Leihfirma, bei der sie dann arbeiten, das doppelte kassiert, also genau das, was sie wenigstens bräuchten? Verstehe ich das richtig, sie warten da nicht. Das Bsp ist bewusst übertrieben, aber es geht mir um Ihre prinziielle Einstellung?

      Schließlich muss es sich lohnen, lange zu warten.

      Und, lohnt es sich sofor anzufangen? Wer profitiert von den erhöhten Auflagen und Sanktoionsmechnismen durch ARGE und BA am meisten?

      Nach mehr als einem Jahr ist der Zug jedoch abgefahren, realistisch betrachtet gilt das eigene Wissen als veraltet und die Erfahrung als wenig wert. Mit der Folge, dass die Arbeitsmarktchancen weiter stark fallen, während man noch selber glaubt, besonders begehrt sein zu müssen. /blockquote>

      Das mit dem Glauben ist sicher falsch, der Rest nicht. Sie suggerieren allerdins fälschlicherweise
      das es ganz anders geht und haben das selbst schon mit dem Hinweis auf die 20 jahre bis zur Erreichung des alten Gehalts widerlegt. Also, wer profitiert von was?

      Weil er / sie immer mehr Idealvorstellungen von seiner zukünftigen Partnerin entwickelt, während gleichzeitig potentielle Kandidaten ob der zunehmenden Schrulligkeit immer mehr abgeschreckt werden.

      Oder weil man immer besser weiß, was Sinn macht und was nicht und sich deshlab nicht überstürzt in Abenteuer begibt, von dene man man schon sagen kann, das sie nicht einem lettluich meh Ärger bringen als sonstwas.
      Sorry, aber SIE haben den Vergleich gwählt, das man den auch anders bewerten kann, merken sie jetzt hoffentlich.

    227. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 15:16 - Permalink

      @salvo

      ich danke Ihnen für den Text (ehrlich)

      In dieser Auseinanderstzung um Öffentlichkeit herrscht nun mal keine Waffengleichheit und die scheinbar liberale Forderung nach gleichem Zugang für alle (auch für die Funktionäre der Kräfte, die sonst die Öffentlichkeit kontrollieren) kommt der Selbstaufgabe dieses alternativen diskursiven Raums gleich.

      Aber hier bin ich nicht ihrer Meinung, es liegt ja an uns, ob und vor allem WIE wie wir uns mit dem Text eines Einzelnen beschäftigen. Ich höre da die Forderung nach Rauschmiss, oder?

    228. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 15:19 - Permalink

      @StefanP

      Und schaut man sich die Arbeitslosigkeit in Großbritannien an, so muss man konstatieren, dass es in 2008 noch nie so viele Erwerbslose gab wie seit Einführung des Mindestlohns.

      …was natürlich auf den Mindestlohn zurückzuführen ist. Ist DAS die Form der (empirischen)
      Argumentation, die sie zu bieten haben? Schwach.

    229. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 15:22 - Permalink

      @salvo

      Faschismus? liegt sicher nicht vor, …

      Das hatte ich auch so nicht geschrieben.

    230. Beate schrieb am 13. Januar 2010 um 15:49 - Permalink

      @StefanP

      Je höher die Lohnquote, je höher das mediane Einkommen und je niedriger die Lohnspreizung, desto mehr Menschen werden sich einen Besuch beim Friseur mit einem Mindestlohn von 14 Euro leisten können.

      Ich sehe keinerlei Probleme auch bei einem Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde.

      Er hat den Effekt die Lohnspreizung zu senken.

      Was gewünscht ist, da sich so spielend wieder Wachstumsraten von 3% und mehr erreichen lassen.

      Ich liefere ihnen gerne Statistiken aus den Jahren 1960 bis 1980 , die genau dies zeigen.

    231. Ralf-zwei.null schrieb am 13. Januar 2010 um 15:56 - Permalink

      StefanP ist das lebendige und illustre Beispiel dafür, dass in diesem unseren Lande die totale Manipulation der Gedanken “aufgeklärter Bildungsbürger” möglich ist…

      Und das im Land der Dichter und Denker, ismirschlecht :-D

    232. Lutz Hausstein schrieb am 13. Januar 2010 um 16:15 - Permalink

      Hallelujah! Hier ist ja immer noch schwer was los. Und immer noch hat sich der Letzte nicht von Stefans Thesenvielfalt überreden lassen. Schämt euch! ;-)

      @ StefanP, Hilde und weitere:

      Ich würde empfehlen, sich einfach nochmal meinen Post 123, letzter Absatz, durchzulesen. Ein Hantieren mit absoluten Größen, ohne Berücksichtigung der individuellen Situation, ist nutzlos. Selbst der kleinste Handwerker käme nicht auf diesen abstrusen Gedanken, dass er, weil er im Jahr 2 doppelt soviel Umsatz wie im Jahr 1 gemacht, auch doppelt soviel Gewinn hat! Er wüsste nämlich, dass er erst einmal nachrechnen müsste, wieviel Ausgaben diesen Einnahmen in den jeweiligen Jahren gegenüberstanden. Erst dann könnte er errechnen, ob er ggf. überhaupt einen Gewinn erzielt hat. Man kann nämlich auch mit mehr Umsatz einen Verlust einfahren.

      Weshalb da nun ein in die Diskussion gebrachter fiktiver Betrag von 2.000 Euro eine besonders gute Situation darstellen soll, bleibt mir ein Rätsel.

      @ StefanP:

      Gut, nun haben “wir” also erstmal von der These der Arbeitsunwilligen etwas abgelassen. Dafür nun Mindestlohn. Fein. :-)

      Ein Mindestlohn ist für mich nicht mehr als ein Vehikel zu einer gerechteren Einkommensverteilung. Nicht mehr und nicht weniger. Er kann alleinstehend dieses Problem nicht lösen (ebenfalls Post 123). Das habe ich nämlich auch nie behauptet, weiß dies auch von Anderen nicht so. Aber es kann EIN Hilfskonstrukt sein, mithilfe dessen eine gerechtere Einkommensverteilung erwirkt werden kann. Nennen Sie mir ein anderes Instrument, welches ich akzeptieren kann, weil es die erwünschten Folgen nach sich zieht und ich setze mich dafür ein. Klar?

      Ich bin nicht deshalb für einen Mindestlohn, weil ich diesen “chic” finde. Ich sehe in ihm einen Teil von Mitteln zu einem bestimmten Zweck. Und dieser Zweck hat ein ebenso einfachen wie auch unverrückbaren Hintergrund: Humanismus. Jeder Mensch hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Aus nur einem einzigen Grund: Weil er ein Mensch ist. Keine Kosten-Nutzen-Rechnung, kein garnichts. Einfach nur deshalb. Punkt. Und über diesen Grund gedenke ich auch nicht zu diskutieren, er ist nämlich undiskutabel. Im positiven Sinne des Wortes.

    233. Hilde schrieb am 13. Januar 2010 um 16:23 - Permalink

      @StefanP(atzig)

      Der Schlosser war das Beispiel, seinen fiktiven Mindestlohn zu errechnen und dem seinen Hartz-IV-Anspruch gegenüber zustellen. Sie haben behauptet, niemand bekäme mehr als 2.000 EUR (würde sozusagen ?abgeriegelt?) und unterstellen beschwerdeführende Anwälte der Lüge vor einem Verfassungsorgan. Soviel Chuzpe muss man haben.

      P.S.: welchen Transferbezug erhält eigentlich eine Familie mit 5 Kindern? Ebenfalls weniger als 2.000 EUR?

      Je mehr Du addierst, umso größer werden die Probleme. Die Lebenssituation der Schlosserfamilie verbessert sich nicht, indem Du mehr Kinder aus dem Hut zauberst. Das ist weder ein vernünftiger Maßstab noch eine logische Argumentation. Wie ich schon sagte, liegt das durchschnittliche Hartz-IV-Niveau eines vierköpfigen Haushaltes bei 1.400,00 ?. Wenn zum Beispiel einer der beiden Elternteile berufstätig ist oder der Nachwuchs ein eigenes Einkommen erzielt oder der Wohnraum außerhalb der örtlichen Richtlinien liegt, dann sinkt der Leistungsanspruch. In dem Fall auf Null! Abgesehen davon tauchen Ein-Kind-Familien in Deutschland häufiger auf als Familien mit drei und mehr Kindern.

    234. Herr Knecht schrieb am 13. Januar 2010 um 16:45 - Permalink

      Bezüglich unseres
      ?Mit zwei akademischen Abschlüssen zähle ich zu einem kleinen Bildungskreis. Ich habe eine Führungsfunktion in einem größeren Unternehmen.?

      habe ich mal nur für diesen Thread die Zeiten notiert, wann er diesen unsozialen, schwachköpfigen Blödsinn hier verzapft.
      StefanP am 11. Januar 2010 um 18:50
      StefanP am 11. Januar 2010 um 20:04
      StefanP am 11. Januar 2010 um 21:52
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:08
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:24
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:32
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:45
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:49
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:51
      StefanP am 11. Januar 2010 um 22:55
      StefanP am 11. Januar 2010 um 23:08
      StefanP am 12. Januar 2010 um 00:04
      StefanP am 12. Januar 2010 um 00:24
      StefanP am 12. Januar 2010 um 00:33
      StefanP am 12. Januar 2010 um 09:23
      StefanP am 12. Januar 2010 um 09:43
      StefanP am 12. Januar 2010 um 09:54
      StefanP am 12. Januar 2010 um 11:56
      StefanP am 12. Januar 2010 um 12:13
      StefanP am 12. Januar 2010 um 12:46
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:14
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:20
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:25
      StefanP am 12. Januar 2010 um 15:54
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:04
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:07
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:37
      StefanP am 12. Januar 2010 um 16:48
      StefanP am 12. Januar 2010 um 17:04
      StefanP am 12. Januar 2010 um 18:34
      StefanP am 12. Januar 2010 um 21:19
      StefanP am 12. Januar 2010 um 21:26
      StefanP am 12. Januar 2010 um 22:25
      StefanP am 13. Januar 2010 um 09:45

      Fragt sich für mich, wann er die ?Führungsfunktion? für sein ?größeres Unternehmen? ausübt.
      Als ich noch im Arbeitsprozess gesteckt habe, hätte ich sofort die rote Karte bekommen, wenn ich meine Arbeitszeit dazu benutzt hätte, mich in irgendwelchen Internetforen aufzublähen.
      Die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen hat für mich die Qualität eines Baron Münchhausen oder eines deutschen Politikers. Wirklich unfassbar dieser Typ.

      Ja ich Frage mich auch wirklich wer dieser Typ ist, als was, und für wen er arbeitet. Es interessiert mich wirklich. Aber zurecht bleibt unser mit seiner Tochter Häagen-Dazs-Eis löffelnder Zahlenexperte, der auch den Frankfurter Würstchen-Senkrechtstarter kennt, zumindest einigermaßen inkognito. Ich würde es nicht anders machen. Gemäß dem Fall er wäre kein Münchhausen, würde das zumindest auch viel darüber sagen, was manche (nicht alle) Leistungsträger ausmacht. Es kommt zuweil nicht auf Kompetenz oder Talent an, sondern darauf wie man durch Wort- und Zahlenverdreherei eine Sache verkauft. Soft-Skills werden dabei so interpretiert, möglichst geschmeidig die Form einzunehmen, der es Bedarf, um bei Vorgesetzten zu buckeln und bei Untergebenen zu treten. Am Monatsende werden dann die Leistungen anderer uminterpretiert und als eigene nachhause getragen :). Vlt. wartet noch eine Karriere als Arbeitsminister, der Mann hat definitiv Potential!

    235. WieJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 16:46 - Permalink

      @Hausstein

      Ein Mindestlohn ist für mich nicht mehr als ein Vehikel zu einer gerechteren Einkommensverteilung. Nicht mehr und nicht weniger. Er kann alleinstehend dieses Problem nicht lösen (ebenfalls Post 123). Das habe ich nämlich auch nie behauptet, weiß dies auch von Anderen nicht so. Aber es kann EIN Hilfskonstrukt sein, mithilfe dessen eine gerechtere Einkommensverteilung erwirkt werden kann. Nennen Sie mir ein anderes Instrument, welches ich akzeptieren kann, weil es die erwünschten Folgen nach sich zieht und ich setze mich dafür ein. Klar?

      Ich bin nicht deshalb für einen Mindestlohn, weil ich diesen ?chic? finde. Ich sehe in ihm einen Teil von Mitteln zu einem bestimmten Zweck. Und dieser Zweck hat ein ebenso einfachen wie auch unverrückbaren Hintergrund: Humanismus. Jeder Mensch hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Aus nur einem einzigen Grund: Weil er ein Mensch ist. Keine Kosten-Nutzen-Rechnung, kein garnichts. Einfach nur deshalb. Punkt. Und über diesen Grund gedenke ich auch nicht zu diskutieren, er ist nämlich undiskutabel. Im positiven Sinne des Wortes.

      Das habe ich gerne zitiert, weil es gut zusammenfasst und auf den Punkt bringt, Danke.

      Jetzt warten wir noch auf die überzeugende Darlegung, das Mindestöhne für die “enorme Steigerung
      der Arbeitslosigkeit in GB verantwortich sind, vor allem aber auf die Beantwortung der von ihnen aufgworfenen Frage im o.a. zitieren Absatz 1 (vorletzter Satz). Mal schauen, ob er wenigstens die beantworten will.

    236. Bernhard schrieb am 13. Januar 2010 um 16:58 - Permalink

      @stefanp

      werter herr stefan, oder wer sie auch immer sein mögen. mir läuft es wirklich kalt den rücken runter bei ihren statements. ich wage nicht zu ende zu denken, wozu sie wohl unter anderen politischen umständen ihren mitmenschen anzutun in der lage wären.
      bitte verzeihen sie mir die rüde terminologie aber ich bin geneigt, sie als politischen brunnenvergifter allererster güte anzusehen. aus welcher politkanalisation sind sie hervorgekrochen?

    237. Very Cool schrieb am 13. Januar 2010 um 17:25 - Permalink

      @Herr Knecht am 13. Januar 2010 um 16:45 #234
      Danke für die “Rückenstärkung”.
      War jetzt ein bischen knatschig, weil jemand meine Ausführung in die Nähe von Faschisten und Stasitypen gebracht hat. Da reagiere ich gerne mit Trotz (bin aber kein Trotzkist ;-)).
      Ich habe (gottseidank) kein BWL studiert und kann den Argumenten der BWLer daher schlecht paroli bilden.
      Außerdem bin ich ein “Arbeiterkind” aus dem Ruhrpott (allerdings nicht ungebildet – mit drei Facharbeiterbriefen). Da ist meine Ausdrucksweise manchmal etwas grob.
      Aber ich lese hier gerne die Kommentare, weil sie meinen Horizont erweitern und ich ‘ne Menge lerne.
      Postings von Jens Berger, Hilde, Hausstein, Beate und einigen anderen sind megastark, fundiert und sympathisch mitmenschlich. Das brauche ich in dieser Zeit. Wenn sich meine Situation nicht bis Ende des Jahres ändert, werde ich wohl in die ARGE-Falle geraten. Das macht mir wirklich Angst.
      Nicht, weil sich unser Lebensstandard drastisch ändern wird, sondern wegen der Sanktionspraxis dieses widerlichen Systems.
      Ich befürchte, dass ich letztlich im Knast landen werde, weil ich mir die Frechheiten der ARGE sicherlich nicht gefallen lasse, sondern handgreiflich werde. Ich bin schon soweit, dass ich glaube, dass ich tot wertvoller bin als lebendig. Dann würde meine besere Hälfte wenigstens noch eine kleine Witwenrente bekommen. Ich kann nun mal wegen meines Gesundheitszustandes nicht jeden Job machen, und schon gar nicht die Jobs, zu der die ARGEn einen zwingen. Dass ich flexibel bin, habe ich in meinem Leben schon oft bewiesen. Das reicht aber offenbar immer noch nicht aus. Aber ein Nomadenleben, das mich zwingt, alle paar Jahre in eine andere Stadt zu ziehen, nur weil ich dort dann für einen befristeten Arbeitsvertrag einige Zeit arbeiten darf, kann und will ich mir mit über 50 nicht antun. Ich habe immer das gemacht, was das Arbeitsamt von mir verlangt hat. Aber auch Umschulung, Lehrgänge usw. haben mir keinen Arbeitsplatz eingebracht. Ich schaue täglich in die diversen Job Portale und bewerbe mich auch, wenn ich was Passendes finde. Aber ich bin nicht so mobil wie viele andere und ein Handyhasser. So passe ich irgendwie nicht in diese Zeit. Und von Politikern wie Zensursula kann ich nicht erwarten, dass sich die Zustände hier wesentlich ändern. “What shall’s”, wird schon irgendwie werden.
      Der Spiegelfechter ist jedenfalls für mich DIE Informationsquelle. Werde aber meine oft aus dem Bauch heraus getippten Ergüsse auf das Mindeste beschränken, um das Niveau hier nicht herunterzuziehen.
      Sorry also an alle, die sich über mein Geschreibsel geärgert haben.
      In diesem Sinne: “Glück auf!”

    238. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 17:35 - Permalink

      War jetzt ein bischen knatschig, weil jemand meine Ausführung in die Nähe von Faschisten und Stasitypen gebracht hat. Da reagiere ich gerne mit Trotz (bin aber kein Trotzkist ;-)).

      Ich hoffe sie hatten mitbekommen, dass ich Sie NICHT als Faschisten bezeichnet habe (hab ich niemanden hier). Die Aufzählung der Postingzeiten hatte ich kritsiert, auch wenn ich tatsächlich
      hier das Wort Stasi gebraucht habe, halte ich Sie nicht für jemand mit einem solchen Hintergrund.
      Nehme die Formulierung zurück. Ok?

    239. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 17:41 - Permalink

      @VeryCool

      Ich habe immer das gemacht, was das Arbeitsamt von mir verlangt hat. Aber auch Umschulung, Lehrgänge usw. haben mir keinen Arbeitsplatz eingebracht. Ich schaue täglich in die diversen Job Portale und bewerbe mich auch, wenn ich was Passendes finde.

      Ein weitere Beleg dafür, dass das Bild, das StefanP offensichtlich nachdrücklich
      erzeugen will, so nicht stimmt. Ich kenn viele weitere aähnluiche Beipsiele u. Schicksale.
      Fühle aufrichtig mit Ihnen u. hab Verständnis für Ihren Ärger.

    240. Very Cool schrieb am 13. Januar 2010 um 17:42 - Permalink

      @WasJetzt? am 13. Januar 2010 um 17:35
      Jau, Kollege, schon klar. Alles wieder paletti. ;-)

    241. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 17:47 - Permalink

      WasJetzt? am 13. Januar 2010 um 17:35
      Jau, Kollege, schon klar. Alles wieder paletti. ;-)

      Dann is ja jut;-)

    242. Lutz Hausstein schrieb am 13. Januar 2010 um 18:28 - Permalink

      @ Very Cool:

      Kein Mensch ist mehr oder weniger “wert” als ein anderer, nur weil er über einen höheren Bildungsabschluss, einen höher honorierten Job, einen größeren Bekanntheitsgrad oder was auch immer verfügt. Lassen Sie sich dies nicht von diesen selbsternannten “Eliten” oder angeblichen “Leistungsträgern” einreden. Das hätten diese ganz gern, um damit ihre exorbitanten Einkünfte (im Verhältnis zu “Nicht-Leistungsträgern”) und sonstigen Sonderstellungen zu rechtfertigen. Das ist aber nichts weiter als billige Propaganda. Dass diese Ansicht von einigen willigen Claqueuren, die selbst auf die eine oder andere Art davon profititeren, verteidigt und öffentlich auch mit pseudo-wissenschaftlichen Studien vermeintlich untermauert wird, ändert nichts an dieser Feststellung. Denn es gibt immer eine gewisse Anzahl von Personen, die von einem bestimmten System profitieren.

      Schauen Sie auf die Beiträge in diesem Blog und Sie können feststellen, dass zumindest hier die vernünftigen Menschen in der absoluten Mehrzahl sind. Und ich verspreche, es werden täglich immer mehr. Diejenigen, die merken, dass unzählige Lügen verbreitet werden, dass diese Art der Menschenverachtung immer mehr Leuten auffällt und sie nicht mehr bereit sind, dies unwidersprochen hinzunehmen. Es gibt immer mehr, welche eine zwischenmenschliche Solidarität nicht hinter persönlichen Vorteilen anstellen.

      Beteiligen Sie sich auch weiter an Diskussionen, denn auch Sie haben das gleiche Recht, Ihre Meinung zu äußern und auch gehört zu werden. Sie haben die Lebenserfahrung, solchen wahnwitzigen Behauptungen, wie auch hier in den Kommentaren verbreitet, entgegenzutreten. Ihre Meinung ist genauso wichtig wie jede andere.

    243. Centaurium schrieb am 13. Januar 2010 um 19:59 - Permalink

      Ich bin gerührt, wirklich!

    244. Herr Knecht schrieb am 13. Januar 2010 um 20:39 - Permalink

      @ Very Cool

      Danke für die ?Rückenstärkung?.

      Gern geschehen, lass Dich bloß nicht unterkriegen! Glück auf!

    245. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 21:22 - Permalink

      @WieJetzt?

      #226

      Nein, es geht darum, dass sie sich z.B in diesem Fall ganz persönlich eine Rechnung aufmachen, um auf ein Ergebnis zu kommen, und dabei einen Widerspruch selbst zugeben.

      50% des Durchschnittsverdienstes sind auch nach Ansicht des Spiegelfechters 13.500 EUR im Jahr, heruntergebrochen auf 12 Monate 1.125 EUR. Nach Ansicht des Spiegelfechters entspricht dies bei einer 40 Stunden-Woche einem Stundenlohn von knapp 7,50 EUR. Ich halte das für rechnerisch falsch und habe das erläutert. Nach meiner Ansicht kommt man nur mit einer durchschnittlichen Vergütung von 5,- EUR die Stunde zu dem Monatsverdienst.

      mit den von Ihnen beispielhaft angesprochenen 10 Euro die Stunde wäre schon vielen Leuten geholfen u. zwar all den hundertausend oder Millionen, die (deutlich) drunter arbeiten, abgesehen von den entlastenden Effekten auf die Sozialkassen.

      Das stimmt nicht. Bisher haben wir ja ausschließlich nur über die positiven Aspekte gesprochen und die sind schon nicht so grandios wie dargestellt. Wie das immer so im Leben ist, hat eine Sache zwei Seiten: die Risiken, da warnt die OECD ? und die muss es wissen, schließlich analysiert sie regelmäßig die Situation in jedem Mitgliedsland ? würden bei einem Mindestlohn Jobverluste einhergehen, je höher desto mehr. Das ist etwas, was die Befürworter immer negieren und deswegen sich der Abwägung verweigern. Das ist aber entweder naiv, abenteuerlich oder einfach dümmlich. Es entspricht nicht der Lebenserfahrung, dass Menschen nicht auf Veränderungen der Umweltbedingungen reagieren. Das gilt auch für Unternehmer.

      Erklärt möglicherweise auch , warum Leute mit niedrigeren Einkommen und schlechteren Arbeits- und Lebensbedingungen früher sterben und häufiger krank werden.

      Nein, aber das führt hier eindeutig zu weit. Am häufigsten sind übrigens Menschen krank, die gar nicht arbeiten ? quer durch alle Altersstufen.

      Eine Frage: wenn sie da wo sie sind rausfliegen, fangen sie also ohne Murren bei 7,31 an, selbst wenn Ihr ALG I bei sagen wir 2000 Euro liegt?

      Nein, aber wenn sich spätestens nach 3-4 Monaten nichts tut, muss ich gravierend etwas ändern. Und wenn 6 Monate vergangen sind ohne Veränderung, dann ist es höchste Zeit für eine Generalrevision der eigenen Bewerbungstaktik. Denn wenn ich nach einem halben Jahr mit sagen wir 150 Bewerbungen keinen Job ergattert habe, sind die Chancen nicht übermäßig, dass sich nach weiteren 6 Monaten und weiteren 150 Bewerbungen etwas ändert. Diese kritische eigene ?Selbstreflektion? geht vielen Arbeitslosen ab ? und das ist wissenschaftlich dokumentiert (übrigens von Professor Sinn ;-) ).

      Zu der von mir zitierten Studie: bereits wenn Sie sich arbeitslos melden, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, diese Delle im Lebenslauf bekommen sie finanziell und karrieremäßig nicht mehr weg.

      #228

      ->Und schaut man sich die Arbeitslosigkeit in Großbritannien an, so muss man konstatieren, dass es in 2008 noch nie so viele Erwerbslose gab wie seit Einführung des Mindestlohns.
      ?was natürlich auf den Mindestlohn zurückzuführen ist. Ist DAS die Form der (empirischen) Argumentation, die sie zu bieten haben? Schwach.

      Nein keineswegs. Der Spiegelfechter hatte nur (weil ich es zuvor angeführt hatte) dargelegt, dass in Großbritannien der Mindestlohn ja problemlos funktioniere. Aus den Zahlen ist das jedoch nicht so einfach ableitbar. Mehr nicht.

    246. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 21:44 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Gut, nun haben ?wir? also erstmal von der These der Arbeitsunwilligen etwas abgelassen.

      Es bleibt dabei: ein Drittel ist nach objektiven Befragungen nicht unmittelbar interessiert. Sie haben übrigens keine wissenschaftliche Studie (heise und nachdenkseiten fallen nicht darunter!) dagegen gehalten, obwohl es die doch massenweise gäbe. Das SOEP baut auf 24.000 Befragten und 18.000 Haushalten auf, die umfangreichste Erhebung, die es dazu in Deutschland gibt und qualitativ eine der besten in der OECD.

      Ein Mindestlohn ist für mich nicht mehr als ein Vehikel zu einer gerechteren Einkommensverteilung.

      Es geht nicht darum, was es für Sie ist. Für mich ist Job vor allem Spaß, für Sie auch? Also. Es geht darum, wie die Protagonisten, die dafür immerhin Mehrheiten werben müssen, das begründen und aus welchen Gründen die Mehrheit das Instrument will. Dummerweise wird da wie gezeigt mit Zitronen gehandelt. Und Sie halten nur dagegen, was es für Sie bedeutet.

      Aber es kann EIN Hilfskonstrukt sein, mithilfe dessen eine gerechtere Einkommensverteilung erwirkt werden kann.

      Und wenn nicht? Wenn alles ganz anders kommt und die pessimistischsten Prognosen sich bewahrheiten und Hunderttausende ihren Job verlieren und die wirtschaftliche Entwicklung gelähmt wird? Würden Sie dann zurückdrehen? Wenn Sie ehrlich sind: nein. Sie würden immer darauf beharren, auf dem richtigen Weg zu sein, notfalls wären es die bösen Unternehmer, die aus Profitinteressen Leute Rausschmeißen. Und natürlich die Ärmsten.

      Sie wollen die Einkommensspreizung verringern? Beste Methode ist eine Wirtschaftskrise, in 2008 sind die Einkommen wieder zusammengerückt und viele Reiche haben gravierende Einkommens- und Vermögensverluste erlitten. Und dabei reden wir nicht vorrangig von Bankern. Zweite, positive Möglichkeit: Sie sorgen dafür, dass gerade der Nachwuchs bildungsferner Schichten an Wissen und neue Technologien herangeführt wird. Und am besten greifen Sie zu einem Zeitpunkt ein, wo die Eltern die intellektuellen Potentiale ihrer Kleinen nicht schon beschränken können. Es gibt keine kurzfristigen Erfolge, denn die Fehler sind eben auch langwierig gemacht worden.

      Wenn Sie etwas älteren Datums sind, so haben Sie (tarif-) politisch noch die 80er Jahre miterlebt. IG-Metall, ÖTV und IG Chemie haben damals die ausgehandelten Lohnprozente dazu genutzt, die unteren Tarifgruppen stärker, die oberen geringer anzuheben. Das Ergebnis dieser Tarifpolitik war Anfang der 90er Jahre zu besichtigen: die unteren Lohngruppen waren geräumt, die Leute beim Arbeitsamt. Der Personalabbau in der Metall- und Elektroindustrie ging voll zu Lasten der Geringverdiener. Seit dieser Erfahrung sind die Gewerkschaften von dieser Strategie abgekommen, still und leise. Laut hätte gehießen, eigene Fehler einzugestehen.

      Auch bei einem Mindestlohn würde das so laufen, denn es gibt eine horizontale und vertikale Einkommensgerechtigkeit. Wer heute aus Marktgründen mehr als der andere verdient, will dies auch nach Anhebung unterer Einkommensgruppen. Entweder das gelingt, dann wird sich einfach das ganze Lohnniveau nach oben verschieben, der Einkommenssplit bleibt wie gehabt. Oder es wird nicht gelingen, dann werden höher Qualifizierte die Geringqualifizierten, die von einem Mindestlohn im ersten Schritt begünstigt wären, verdrängen.

      Sie denken absolut statisch. Sozialwissenschaften sind aber kompliziert und komplex, weil die Reaktionen von Millionen von Marktteilnehmern mit einkalkuliert werden müssen.

    247. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 22:10 - Permalink

      @Hilde

      Je mehr Du addierst, umso größer werden die Probleme. Die Lebenssituation der Schlosserfamilie verbessert sich nicht, indem Du mehr Kinder aus dem Hut zauberst. Das ist weder ein vernünftiger Maßstab noch eine logische Argumentation.

      Wie ich schon sagte, liegt das durchschnittliche Hartz-IV-Niveau eines vierköpfigen Haushaltes bei 1.400,00 ?.

      Tut es nicht. Der Durchschnittssatz für eine Bedarfsgemeinschaft liegt bei 840 EUR. Eine Bedarfsgemeinschaft besteht im Mittel aus 1,9 Personen. Mehr geben die Zahlen der BfA nicht her und daher wollen Sie ja erklärtermaßen Ihr Wissen haben. Rein rechnerisch lägen wir damit bei einer vierköpfigen Familie bei 1.768 EUR.

      Sie können aber wie gesagt selber rechnen: Unterhalt für zwei Erwachsene sind 700 EUR, zwei Kinder dazu sind 400 EUR. Dazu noch Wohnkosten warm ca. 500-800 EUR, ergibt im Mittel 1.800 EUR.

      Arbeitet der Schlosser zum Mindestlohn der Linkspartei, so kommt er auf ca. 1.600 EUR brutto, netto jedoch nur auf 1.000 EUR. Damit kann er alleine leben, eine Familie kann er nicht unterhalten. Jeder, außer Ihnen hat das verstanden. Was motiviert einen langzeitarbeitslosen Schlosser, einen Job anzunehmen, wo er im Gegensatz zu vorher 600-800 EUR weniger in der Tasche hat? Antwort: gar nichts.

      Abgesehen davon tauchen Ein-Kind-Familien in Deutschland häufiger auf als Familien mit drei und mehr Kindern.

      Da haben Sie sich aber die Zahlen der BfA (Seite 95) nicht genau angesehen. Die Bedarfsgemeinschaften bestehen zu

      55% aus einer Person (Durchschnitt Deutschland: 39%!)
      21% aus zwei Personen (34%)
      12% aus drei Personen (13%)
      7% aus vier Personen (10%)
      5% aus fünf und mehr Personen (4%)

      Merken Sie was? Normalbevölkerung und ALG-2-Empfänger unterscheiden sich wesentlich nur, ob sie allein oder zu zweit leben. Angabegemäß scheinen Hartzler weit öfter Single zu sein als der Normalsterbliche. Das ist nebenbei bemerkt das mögliche Betrugspersonal.

      Da Langzeitarbeitslose öfter alleinstehend sind, ist das Potential der Haushalte mit Kindern höher als in der Gesamtbevölkerung. Eher also ein Beleg für die These, das Hartzler fruchtbarer sind.

    248. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 22:25 - Permalink

      @Hilde

      Nachtrag: ich habe natürlich das Kindergeld und den Haushaltsfreibetrag vergessen. Also bekommt dieser Mindestlohnverdiener ca. 1.400 EUR pro Monat, als Hartzler jedoch deutlich darüber. Der (Nicht-) Anreizeffekt bleibt der Gleiche.

    249. Kaizen schrieb am 13. Januar 2010 um 22:26 - Permalink

      @StephanP #247

      …”Eher ein Beleg für die These, das Hartzler fruchbarer sind”.

      Thilo Sarrazin ick hör dir trapsen….

      Man stellt so ja so gern ins gesellschaftliche Abseits.

    250. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 22:50 - Permalink

      @StefanP

      Nach meiner Ansicht kommt man nur mit einer durchschnittlichen Vergütung von 5,- EUR die Stunde zu dem Monatsverdienst.

      Danke, darauf kam es mir an, dass es Ihre “Ansicht” sei, das ihre Rechung korrekt sei soll, die von Spiegelfechter angeblich nicht.

      Das stimmt nicht. Bisher haben wir ja ausschließlich nur über die positiven Aspekte gesprochen und die sind schon nicht so grandios wie dargestellt.

      Nein, zum wir gehören sie ja mindestens auch, und Sie haben doch selbt behauptet !, der Mindestohn hätte die Arbeitlosigeit in GB begründet, bar jeglichen Beleges.

      Bar jeglicher Belege ist übrigens auch die Behauptung “die OECD muss wissen…”.
      Die OECD weiß gar nichts in bezug auf Dinge die nicht versucht wurden, sie prognostizert nur
      letztlich nur, ein großer Unterschied.

      Was man allerdings belegen kan, ist das die Skandinavier- die Unterschiede0
      dort in den einzelnen Ländern jetzt mal außen vor – z.B alle deutlich höhere Staatsquoten haben und dennoch besser dastehen in vielen wichige Bereichen der Gesellschaft. Deshalb halte ich das pauschale Argument, ein “Mindestlohn macht die Wirtschaft kaputt” genauso wie die gern gemachte Behauptung “wir müssen nur von der Staasquote runter dann geht es uns besser/gut” für für “naiv, abennteuerlich, dümmlich.”

      Am häufigsten sind übrigens Menschen krank, die gar nicht arbeiten ? quer durch alle Altersstufen.

      Dass ist richtig, jetzt könnte man fragen woher die Erkrankung gekommen ist….
      Aber gut, machen wir das Fass nicht auf.

      Nein,

      Aha.

      aber wenn sich spätestens nach 3-4 Monaten nichts tut, muss ich gravierend etwas ändern. Und wenn 6 Monate vergangen sind ohne Veränderung, dann ist es höchste Zeit für eine Generalrevision der eigenen Bewerbungstaktik.

      Wie geht das, meien Sie ne Knarre nehmen und damit zum Arbeuitgber Ihrer Wahl und sagen: Job oder Beerdigung?

      Denn wenn ich nach einem halben Jahr mit sagen wir 150 Bewerbungen keinen Job ergattert habe, sind die Chancen nicht übermäßig, dass sich nach weiteren 6 Monaten und weiteren 150 Bewerbungen etwas ändert.

      Richtig, das liegt meistens daran, dass es die Jobs einfach nicht in ausreichnedre Zahl nicht gibt (Arbeit gibts ne Menge mehr), Sie zu alt sind oder der AG gerne jemand hätte der gleich loslegt, als wäre man schon 10 Jahre im Betrieb. Und da können Sie so viel reflektieren wie sie wollen, das ändert daran auch nichts.

      das ist wissenschaftlich dokumentiert (übrigens von Professor Sinn ;-) ).

      Wen das so unsinnig geschrieben ist, wie einiges was er sonst von sich gibt, dann
      erspare ich mir das. Ich gehe davon aus, der hat sich seit ca. 30 Jahren nicht mehr
      um einen Job hat bewerben müssen.

      Zu der von mir zitierten Studie: bereits wenn Sie sich arbeitslos melden, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, diese Delle im Lebenslauf bekommen sie finanziell und karrieremäßig nicht mehr weg.

      Na , sehen sie also, wie wenig die Menschen für ihren sozialen Absturz können…!
      Entlassungen hat es ja jede Menge gegeben

    251. Karl Heinrich schrieb am 13. Januar 2010 um 22:58 - Permalink

      @WieJetzt?

      Das zeigt nichts anderes, als das der Lohn der bisherigen, direkt angestellten Arbeitnehmer weit über dem Marktlohn liegt.

      Nein, das zeigt in erste Linie, das Schlecker (wie viele andere auch) den Hals nicht voll genug kriegen, es reicht ja nicht aufgrund notorischer ?hässlicher? Betriebsregularien ins Gerede gekommen zu sein.

      Schlecker kriegt den Hals nicht voll, will mehr Kunden haben. Die Arbeitnehmer(innen) kriegen den Hals nicht voll, wollen mehr Lohn haben. Bloß muss man sich ja irgendwo treffen. Und wenn die Frauen auch für die Hälfte arbeiten, dann sieht das nach einem beträchtlichen Abstand zwischen Real- und Marktlohn aus.

      Angesichts des großen Arbeitskräfteangebots in diesem Dienstleistungsbereich haben die Arbeitnehmerinnen nun mal keine besonders starke Verhandlungsposition. Immerhin ist es vielleicht doch besser als zu höheren Löhnen eine kleinere Anzahl von eingehegten Arbeitsplätze zu haben.

      Neben der Befristung kann für die Unternehmen aber auch der niedrigere Lohn für Leiharbeit interessant sein, siehe Schlecker.

      Sie erwecken den Eindruck die Inanspruchnahme einer Leihfirma sei zwingend notwendig
      für eine Befristung. Das wäre allerding völlig falsch. Eine Befristung hat erst mal nichts mit
      Leihfirmen zu tun. Sie können bis auf 2 Jahre jemand befristen.

      So ist das. Aber selbst das ist vielen Firmen schon zuviel, weswegen sie es mit Leiharbeitsauslagerungen und Neugründungen (Siemens) zu umgehen versuchen.

      Das weiß ich, weil ich die letzten
      9 Jahre fast auschließlich befristet beschäftigt gewesen bin. Fragen Sie mich mal, wie
      sich das u.a. !! darauf ausgewirkt hat, mich mit Familiengründung zu befassen.

      Glaub ich gerne. Aber das liegt halt auch an den höheren Ansprüchen, die wir im Vergleich mit anderen Ländern und mit anderen Zeiten haben. Wo Leute auch ohne Kündigungsschutzgesetz Kinder krieg(t)en.

      Wir sind da halt verwöhnt von den komfortablen Verhältnissen der 60er/70er Jahre, wo jeder leicht einen Arbeitsplatz fand. Der “Jeder” war meistens ein Mann, und er arbeitete mit den Händen in der Industrie. Vorbei.

    252. StefanP schrieb am 13. Januar 2010 um 23:18 - Permalink

      @WasJetzt

      Am Ende kommt es auf das Monatsgehalt an, auch das ist irreführend am Mindestlohn.

      Nein, zum wir gehören sie ja mindestens auch, und Sie haben doch selbst behauptet !, der Mindestlohn hätte die Arbeitslosigkeit in GB begründet, bar jeglichen Beleges.

      Bitte, woraus lesen Sie das? Ohne eigene Interpretation kommen Sie da nicht hin.

      Was man allerdings belegen kann, ist das die Skandinavier- die Unterschiede0
      dort in den einzelnen Ländern jetzt mal außen vor ? z.B. alle deutlich höhere Staatsquoten haben und dennoch besser dastehen in vielen wichtige Bereichen der Gesellschaft. Deshalb halte ich das pauschale Argument, ein ?Mindestlohn macht die Wirtschaft kaputt? genauso wie die gern gemachte Behauptung ?wir müssen nur von der Staatsquote runter dann geht es uns besser/gut? für? naiv, abenteuerlich, dümmlich.?

      Waren Sie mal in Skandinavien? Die Nordländer sind uns kulturell ebenso fern wie die Amerikaner. Nun gut, fast. Ein Beispiel, mit dem ich auch beruflich befasst bin, der Zahlungsmoral. Für Skandinavier ist es Ehrensache, seine Rechnungen pünktlich zu bezahlen, so vorbildlich ist, bis auf die Schweiz, kein anderes Land. In Deutschland lässt man je nach Branche und Region Mahnung über Mahnung verstreichen, bevor Rechnungen bezahlt werden. Deutschen ist längst das Gefühl abhanden gekommen, dass man ehrlich seine Rechnungen pünktlich zu bezahlen hat. Also vergleichen wir uns nicht zu oft mit einem Volk von 22 Millionen.

      Wie geht das, meinen Sie ne Knarre nehmen und damit zum Arbeitgeber Ihrer Wahl und sagen: Job oder Beerdigung?

      Sie wären ein verdammt schlechter Verkäufer. Ein schlechter Manager ohnehin. Wenn Sie nichts verkaufen, nur Verluste machen, würden Sie sagen: ja, soll ich die Kunden mit der Knarre in meinen Laden zwingen?

      Richtig, das liegt meistens daran, dass es die Jobs einfach nicht in ausreichende Zahl nicht gibt (Arbeit gibts ne Menge mehr),

      Quatsch. Ich habe gerade für eine mir sehr nahestehende Person zusammen mit ihr eine einzige Bewerbung aufgesetzt für einen Top-Job in ihrem Bereich. Heute hat sie den Job bekommen. Eine einzige Bewerbung, wenn Sie?s richtig anstellen, kann reichen. Aber wenn Sie nie Erfolg haben, machen Sie mit einer Garantie von 99,9% etwas falsch.

      ? Sie zu alt sind?

      Deswegen waren Alte in der letzten Boomphase so gefragt.

      Wen das so unsinnig geschrieben ist, wie einiges was er sonst von sich gibt, dann
      erspare ich mir das. Ich gehe davon aus, der hat sich seit ca. 30 Jahren nicht mehr
      um einen Job hat bewerben müssen.

      Sie irren. Er hat das damals heruntergekommene und unbedeutende ifo-Institut mit seinen Mitarbeitern wieder aufgebaut, eine Leistung, die Sie erst mal nachmachen sollten. Die Leistung anderer schlecht reden ist leicht. Selber machen!

    253. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 23:28 - Permalink

      @StefanP

      Es bleibt dabei: ein Drittel ist nach objektiven Befragungen nicht unmittelbar interessiert.

      Irrfeührende, tendenziöse Formulierung: nach dem Ergebnis sind 78 % bereit unmittelbar einen Job anzunehmen. Der Anteil derer die angeben keinen Job mehr zu wollen liegt bei etwas über 10 %.

      Das dabei die Quoten dann innerhalb der Altersgrupe bei den über 45 Jährigen und besonder über 55-Jährigen deutlch höher ausfällt, passt auch gut zu deren Erfahrung, wie sehr sie am Arbeitsmarkt gebraucht und gefragt sind. Diese Gedankenleistung geht Ihnen irgendwie ab. Ich gehe fest davon aus, dass Sie deutlich unter den 45 aber auf jeden Fall unter 55 sind.

      By the way: Wie war Ihr Ergebnis beim Zählen der älteren AN in Ihrer Firma?

    254. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 23:31 - Permalink

      Doppelpost.

    255. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 23:35 - Permalink

      @StefanP

      Es bleibt dabei: ein Drittel ist nach objektiven Befragungen nicht unmittelbar interessiert.

      Irrfeührende, tendenziöse Formulierung: nach dem Ergebnis sind 78 % bereit unmittelbar einen Job anzunehmen. Der Anteil derer die angeben keinen Job mehr zu wollen liegt bei etwas über 10 %.

      Das dabei die Quoten dann innerhalb der Altersgrupe bei den über 45 Jährigen und besonder über 55-Jährigen deutlch höher ausfällt, passt auch gut zu deren Erfahrung, wie sehr sie am Arbeitsmarkt gebraucht und gefragt sind. Diese Gedankenleistung geht Ihnen rgendwie ab. Ich gehe fest davon aus, dass Sie deutlich unter den 45 aber auf jeden Fall unter 55 sind.

      By the way: Wie war Ihr Ergebnis beim” Zählen” der älteren AN in Ihrer Firma?

    256. WasJetzt? schrieb am 13. Januar 2010 um 23:48 - Permalink

      Bitte, woraus lesen Sie das? Ohne eigene Interpretation kommen Sie da nicht hin

      Und schaut man sich die Arbeitslosigkeit in Großbritannien an, so muss man konstatieren, dass es in 2008 noch nie so viele Erwerbslose gab wie seit Einführung des Mindestlohns.

      Richtig, ich habe den Zusammenhnag ausformuliert, den sie suggeriert haben.

    257. WasJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 00:12 - Permalink

      @StefanP

      Am Ende kommt es auf das Monatsgehalt an, ….

      Sie sagen es.

      Waren Sie mal in Skandinavien?

      Ja, mehrfach.

      Die Nordländer sind uns kulturell ebenso fern wie die Amerikaner.

      Was den Willen betrifft Wirtschats und Sozialpolitik zu machen, die nicht nur bestimmten,
      vor allem oberen Einkommenschichten profitieren lässt, bestimmt.

      Also vergleichen wir uns nicht zu oft mit einem Volk von 22 Millionen.

      Warum nicht, wenn deren o.a. Politik bessere Ergebnissse zeigt, nicht nur bei der Zahlungsmoral?

      Sie wären ein verdammt schlechter Verkäufer. Ein schlechter Manager ohnehin. Wenn Sie nichts verkaufen, nur Verluste machen, würden Sie sagen: ja, soll ich die Kunden mit der Knarre in meinen Laden zwingen?

      Eben nicht.

      Quatsch. Ich habe gerade für eine mir sehr nahestehende Person zusammen mit ihr eine einzige Bewerbung aufgesetzt für einen Top-Job in ihrem Bereich. Heute hat sie den Job bekommen.

      Und ich kenne noch viel mehr Menschen als eine Person, die Absagen bekommen mit den Worten:
      “Aufgrund der Vielzahl der Bewerber… .”
      Überlegen Sie mal was Alltag ist: Ihre Geschichte oder meine?

      Eine einzige Bewerbung, wenn Sie?s richtig anstellen, kann reichen. Aber wenn Sie nie Erfolg haben, machen Sie mit einer Garantie von 99,9% etwas falsch.

      Von nie hab ich nicht gesprochen, “Nie” und “häufig” sind eben Unterschiede.
      Das hilft aber nicht weiter

      Deswegen waren Alte in der letzten Boomphase so gefragt.

      In der letzten, aha. Fragt sich nur im welchem Verhältnis zur übrigen arbeitsuchenden Bevölkerung.

      Sie irren. Er hat das damals heruntergekommene und unbedeutende ifo-Institut mit seinen Mitarbeitern wieder aufgebaut, eine Leistung, die Sie erst mal nachmachen sollten. Die Leistung anderer schlecht reden ist leicht. Selber machen!

      Ich habe seine Leistungen per se nicht schlecht geredet, ich hab zu Bedenken gegeben das einer der Professor ist, noch lange nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Für die Problematik der Mitnahmeffekte bei der von ihm favorisierten Lohnsubventionierung (da haben Sie es wohl her) hat er auch keine Lösung.
      Da es die Lohnsubventinierung schon gibt müsste er sich fragen, was es den Betreffenden Arbeitenden gebracht hat: Antwort: eine Dauerperspektive in Armut bei Beschäftigung.

    258. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 00:45 - Permalink

      @WasJetzt?

      ->Es bleibt dabei: ein Drittel ist nach objektiven Befragungen nicht unmittelbar interessiert.
      Irreführende, tendenziöse Formulierung: nach dem Ergebnis sind 78 % bereit unmittelbar einen Job anzunehmen. Der Anteil derer die angeben keinen Job mehr zu wollen liegt bei etwas über 10 %.

      Da wiederhole ich, was ich unter #36 geschrieben habe:
      Sie sollten wissen, dass ich (im Gegensatz zu vielen hier) nicht Meinungen von Politikern oder Interessenvertretern veröffentliche oder nachhänge. Ich habe Ihnen außerdem schon die Quelle genannt: das DIW. Dort werden kontinuierlich 24.000 Bundesbürger detailliert befragt. (Seite 682): ?Die Auswertungen der SOEP-Daten zeigen, dass in der Tat ein Drittel aller Arbeitslosen nicht als arbeitsmarktnah bezeichnet werden kann??

      Wie war Ihr Ergebnis beim? Zählen? der älteren AN in Ihrer Firma?

      Sehr unterschiedlich. Natürlich stellt kaum jemand einen 58jährigen so als Festangestellten ein, das hat jedoch Gründe. Das heißt nicht, dass man nicht mit qualifizierten Alten sogar gerne arbeitet. Im Gegenteil: ich habe es häufiger erlebt, dass man gute Alte über das Renteneintrittsalter hinaus zu einem guten bis sehr guten Entgelt beschäftigt hat.

      Richtig, ich habe den Zusammenhang ausformuliert, den sie suggeriert haben.

      Tun Sie mir einen Gefallen und denken Sie nicht für mich. Weder vor noch zurück. Ich tue das umgekehrt auch nicht. Wenn Sie meinen, etwas verstanden zu haben, was nicht da steht, fragen Sie nach. Aber benehmen Sie sich nicht wie eine Frau, die meint, alles interpretieren zu müssen.

      Warum nicht, wenn deren o.a. Politik bessere Ergebnisse zeigt, nicht nur bei der Zahlungsmoral?

      Auch die Amerikaner produzieren in vielen Bereichen bessere Ergebnisse als wir Europäer. Dennoch würden Sie es sich verbitten, mit den USA verglichen zu werden.

      Und ich kenne noch viel mehr Menschen als eine Person, die Absagen bekommen mit den Worten: ?Aufgrund der Vielzahl der Bewerber? .?

      Wann haben Sie zuletzt eine Märchengeschichte gehört? Niemand sagt Bewerbern ab, weil es so viele sind. Sie haben genau 10-30 Sekunden, um mit Ihrem Lebenslauf zu punkten. Gelingt Ihnen das nicht, landen Sie auf dem Stapel: ?Voraussichtlich absagen?. Manche formulieren es netter, andere mit dieser Standardformel.

      ->Deswegen waren Alte in der letzten Boomphase so gefragt.
      In der letzten, aha. Fragt sich nur im welchem Verhältnis zur übrigen arbeitsuchenden Bevölkerung.

      Von 2006-2008 sank die Erwerbslosigkeit der über 50jährigen so stark (in Prozent) wie bei keiner anderen Altersgruppe. Wenn Sie wollen, suche ich es Ihnen raus, aber das braucht etwas Zeit, und die investiere ich nicht gern.

      Professor Sinn hatte vor ca. 12 Jahren eine empirische Erhebung (durch Befragung) gemacht und untersucht, wie der Lohnanspruch eines gerade arbeitslos Gewordenen sich zu seinen Lohnvorstellungen nach einem Jahr Erwerbslosigkeit verhält. Der Artikel wurde damals in der Wissenschaftszeitschrift WiSt veröffentlicht. Hier wurde einfach nur mit Befragungen gearbeitet und das gegenüber gestellt. Ergebnis war: direkt zu Beginn der Arbeitslosigkeit erwartet der Erwerbslose einen Lohn von 8% über seinem letzten Gehalt. Nach einem Jahr ist dieser Lohnanspruch nicht etwa gefallen, sondern im Gegenteil auf 20% des letzten, vor mehr als einem Jahr gezahlten Lohns, gestiegen. Das Gap zwischen Erwartungshaltung und tatsächlichem Marktwert war eine der Ursachen für die hohe Langzeitarbeitslosigkeit. Durch die Arbeitsmarktreformen mögen die Werte heute etwas anders aussehen ? weswegen ja auch die Langzeitarbeitslosigkeit gesunken ist ? aber in der Tendenz dürfte das Problem noch immer vorhanden sein.

    259. Brettermeier schrieb am 14. Januar 2010 um 02:27 - Permalink

      Jetzt lese ich den Spiegelfechter seit ca. 2einhalb Jahren und hatte gelegentlich schon Lust, mal meinen Senf dazuzugeben, aber meist kein Bock aufs viele Tippen. Aber bei der Diskussion kann ich als angehender Volkswirt nich stillsitzen^^

      Zum Thema Mindestlohn:
      Das ist ein schönes Beispiel, wo der Mainstream der Wirtschaftswissenschaft in Deutschland (siehe StefanP) dem internationalen Diskurs meilenweit hinterher hinkt bzw. ideologisch verblendet ist. Denn das neoklassische Dogma “Mindestlöhne stören das Marktgleichgewicht , der zu hohe Lohn sorgt für Entlassungen” ist längst ins Wanken geraten. Die Zweifel an der These, dass Mindestlöhne die Beschäftigungschancen Geringqualifizierter senken, begannen mit Artikeln in renommierten amerikanischen Journals. So zeigten Card/Krueger, als Ökonomen aus Princeton und Berkeley sicherlich sozialismusunverdächtig, dass eine Erhöhung von Mindestlöhnen sogar zu einem Anstieg der Beschäftigung führen kann!
      Sie hatten 1994 untersucht, wie sich in zwei unterschiedlichen Bundesstaaten der USA die Beschäftigung in der Fast-Food-Branche entwickelte, nachdem in einem Staat der Mindestlohn angehoben wurde, im anderen konstant blieb. Das Ergebnis war, dass bei der Mindestlohnerhöhung die Beschäftigungsentwicklung deutlich besser war.
      Sie konnten ihre Ergebnisse zudem mit verbesserter Datengrundlage reproduzieren.
      Auch theoretisch ließe sich dieses Ergebnis begründen (führt hier jetzt allerdings zu weit).

      Die Argumente für einen Mindestlohn wurden übrigens auch durch das Beispiel Großbritanniens gestützt, wo der Mindestlohn 1999 eingeführt wurde. Eine Studie ergab bspw., das allenfalls sehr geringe Beschäftigungseinbußen im Niedriglohnsektor zu verzeichen waren. Allerdings sanken die Gewinne der britischen Arbeitgeber in diesem Bereich deutlich, gleichwohl waren keine erhöhten Marktaustritte zu beobachten. Das lässt zwei Schlüsse zu: Entweder war der Betrachtungszeitraum zu kurz, oder die Firmen ahben vorher einfach dank niedriger Löhne unanständig hohe Gewinne gemacht. Ich vermute mal eher letzteres^^

      Man darf zwar nciht unterschlagen, dass es Studien gibt, die je nach Methodik, Betrachtungszeitraum und Land zu negativen, positiven und neutralen Beschäftigungseffekten kommen. Die einseitige Darstellung des hiesigen Platzhirsches kann aber auf jeden Fall nicht als wirtschaftswissenschaftlicher Konsens bezeichnet werden. Zudem wird dieser neoklassische Vergleich eines Arbeitsmarktes mit dem Kartoffelmarkt, bei dem nur die Preise fallen müssen, damit “der Markt geräumt wird”, der Komplexität der Materie nicht annähernd gerecht (wie ja viele Annahmen der Neoklassik ziemlich weltfremd sind, man denke nur an den rationalen, nutzenmaximierenden homo oeconomicus). Und gegenüber der prekären Situation von Millionen Menschen ist diese Betrachtungsweise meines Erachtens einfach technokratisch kalt bis zynisch.

      Literaturnachweis:
      Card, David, and Alan B. Krueger (1994) “Minimum Wages and Employment: A Case Study of the Fast-Food Industry in New Jersey and Pennsylvania.” American Economic Review 84 (4), 772-793.

      Card, D., & Krueger, A. (2000) Minimum Wages and Employment: A Case Study of the Fast-Food Industry in New Jersey and Pennsylvania: Reply. American Economic Review, 90(5), 1397-1420

      Draca, Mirko, Steve Machin, and John Van Reenen. 2006. “Minimum Wages and Firm Profitability.”, IZA Discussion Paper Nr. 1913.

    260. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 08:19 - Permalink

      @Brettermeier

      Sie zitieren eine einzige Studie zum Mindestlohn, obwohl es inzwischen zahlreiche gibt. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Einführung einer Lohnuntergrenze haben wird. Wie sehr, darüber besteht Uneinigkeit.

      Die Argumente für einen Mindestlohn wurden übrigens auch durch das Beispiel Großbritanniens gestützt, wo der Mindestlohn 1999 eingeführt wurde. Eine Studie ergab bspw., das allenfalls sehr geringe Beschäftigungseinbußen im Niedriglohnsektor zu verzeichen waren.

      Kunststück. Wenn anfangs kaum einer davon betroffen ist, kann es auch kaum Beschäftigungseinbußen geben. Ich hatte ja die lange Reihe der Entwicklung der britischen Arbeitslosenquote und Langzeitarbeitslosigkeit eingestellt, die beide seit 1999 eine aufsteigende Tendenz zeigen. Nun gibt es immer mehrere Gründe, warum die Erwerbslosigkeit in einem Land steigt: rückläufiges Wirtschaftswachstum, allgemeine Lohnentwicklung, Lohnersatzhöhe, Produktivität. Aber nonchalant davon zu reden, Großbritannien zeige, dass die Einführung eines Mindestlohns keinen Einfluss auf Beschäftigung habe, ist schlichtweg unredlich.

      Das ist ein schönes Beispiel, wo der Mainstream der Wirtschaftswissenschaft in Deutschland (siehe StefanP) dem internationalen Diskurs meilenweit hinterher hinkt bzw. ideologisch verblendet ist. Denn das neoklassische Dogma ?Mindestlöhne stören das Marktgleichgewicht , der zu hohe Lohn sorgt für Entlassungen? ist längst ins Wanken geraten.

      Wenn Sie durchscrollen, werden Sie feststellen, dass ich an keiner Stelle von sicheren Massenentlassungen gesprochen habe, sondern immer nur von ?Risiken?. Diese Risiken werden von Befürwortern einfach ausgeblendet und nur von den Vorteilen gesprochen (die so tolle nicht sind, wie festgestellt wurde). Fairness ist nicht gerade ein linker Begriff.

      Wenn Sie mitlesen, wissen Sie, dass ich selber den Vorschlag unterbreitet habe, zu testen, wie das seriöse Leute tun. Mit einem allgemeinen Mindestlohn von 5,50-6,00 EUR anfangen und zu schauen, was passiert. Dieser kann dann, soweit keine negativen Folgen auftreten, erhöht werden. Treten allerdings Beschäftigungseinbußen auf, werden die Karten neu gemischt. Es ist sehr bemerkenswert, dass niemand darauf eingestiegen ist, aber die Kaltherzigkeit des Neoliberalismus an die Wand gemalt wurde.

    261. Very Cool schrieb am 14. Januar 2010 um 08:26 - Permalink

      Da der Thread ja so gut wie beendet ist, möchte ich noch ein letztes Statement diesbezüglich abgeben.
      Hier mal die letzten Absagesprüche, die ich auf Bewerbungen bekommen habe.

      - Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns aufgrund der Vielzahl von Bewerbungen zwischenzeitlich anderweitig entschieden haben.
      - Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns zwischenzeitlich anderweitig entschieden haben.
      - Die schlechte Haushaltssituation zwingt die Stadt XXX zu erheblich finanziellen Einsparungen, die sich auch insbesondere auf den Personalbereich auswirken.
      - Leider zeichnet sich auch für absehbare Zeit keine Änderung dieser Situation ab. (Initiativbewerbung)
      - Leider konnte Ihre Bewerbung nicht berücksichtigt werden, da sich der Arbeitgeber für einen anderen Bewerber entschieden hat. Bitte betrachten Sie die Entscheidung nicht als Bewertung Ihrer persönlichen Qualifikation.
      - Zu meinem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass bei der Stadt XXX derzeit keine für Sie in Betracht kommende Stelle zu besetzen ist. (Initiativbewerbung)
      - Bedauerlicherweise müssen wir Ihnen mitteilen, dass die ausgeschriebene Stelle aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen anderweitig vergeben wurde.
      - Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben.
      - Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wie Sie in dem Auswahlverfahren nicht berücksichtigen konnten. Unter der Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen haben wir den für uns qualifiziertesten Bewerber ausgewählt.
      - Trotz der vielen Zuschriften sind die Bewerbungsunterlagen sorgfältig geprüft worden. Wir bedauern, Ihnen absagen zu müssen, da wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben.
      - Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben.
      - Die Auswahl unter den vielen Bewerbern ist uns sehr schwer gefallen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie für die ausgeschriebene Position nicht berücksichtigen konnten.
      - Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns mittlerweile für einen anderen Bewerber entschieden haben.
      - Leider können wir Ihnen zur Zeit keine Ihren Wünschen und Neigungen entsprechende Tätigkeit anbieten. (Initiativbewerbung)
      - Zu Ihrer Bewerbung muss ich Ihnen leider mitteilen, dass Sie bei der Besetzung der freien Stelle nicht berücksichtigt werden konnten.
      - Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihre Bewerbung bei der Besetzung der in Rede stehenden Stelle nicht berücksichtigen konnten.
      - Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass die Position, um die Sie sich beworben haben, zwischenzeitlich anderweitig besetzt wurde.
      - Als Anlage erhalten Sie die mir zugesandten Bewerbungsunterlagen zurück, da das o.g. Stellenangebot inzwischen anderweitig besetzt wurde.
      - Dennoch müssen wir Ihnen und vielen Ihrer Mitbewerber einen Absagebrief schreiben. Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht.
      - Ihre Bewerbung haben wir sorgfältig geprüft und in unsere Überlegungen einbezogen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben.
      - Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Stelle inzwischen besetzt wurde. Wir bitten um Ihr Verständnis.
      - Bei der hohen Anzahl an Bewerbungen glauben wir, den für unser haus am besten geeigneten Bewerber ausgesucht zu haben und konnten Ihre Bewerbung leider nicht berücksichtigen.
      - Inzwischen haben wir das Auswahlverfahren für die Besetzung der ausgeschriebenen Stelle abgeschlossen. Ihre Bewerbung konnte leider nicht berücksichtigt werden, obwohl Sie auch gute Voraussetzungen mitgebracht hätten.

      Das ist nur eine kleine Auswahl. Viele Arbeitgeber haben die Unterlagen gar nicht zurückgeschickt, da es inzwischen Usus ist, selbige entweder gleich zu entsorgen, oder, wie es letztens einmal herausgekommen ist, die leeren Bewerbungsmappen bei eBay zu verdicken (bei dem Fall der entdeckt wurde, haben die Idioten noch nicht einmal den Inhalt der Mappen vernichtet und der Ersteigerer hatte auf einmal die persönlichen Daten der Bewerber vor sich liegen).
      Meine erste Arbeitsvermittlerin hatte es einmal treffend formuliert: “Die Arbeitgeber warten solange, bis sie ihr blau/gelb gesteiftes Maiglöckchen gefunden haben.”
      Der größte Blödsinn sind Initiativbewerbungen. Da bekommt ein Arbeitgeber (der vielleicht eben in Überlegungen steckt, Mitarbeiter zu entlassen) eine Initiativbewerbung, die dann sofort in die Tonne gekloppt wird. Von den Arbeitsagenturen und ARGEn wird man aber gezwungen, diese sinnlosen Bewerbungen loszuschicken, ansonsten gibt es ‘ne Sperrzeit.

      Heutzutage wird erwartet, dass man bei einer Bewerbung “auf die Kacke haut” und sich in Formulierungen als absoluten Superstar anbietet.
      Ich bin aber nun mal kein “Blähboy”, sondern behaupte nur das zu können, was ich auch wirklich kann. Alles andere halte ich für unredlich. Aber das ist sicherlich auch eine Erziehungsache.
      Meine Erfahrungen im Arbeitsleben zeigen auch ganz klar, dass die “aufgeblähten” in der Praxis dann unter aller Kanone sind und vielleicht die Hälfte dessen leisten, was ich geleistet habe.
      Die dicke Knete haben aber die “Blähboys” verdient. Je höher die Position, je geringer war die Leistung. Das konnte ich besonders im öffentlichen Dienst beobachten, wo ich als “Zuarbeiter” für die Sachbearbeiter gearbeitet habe.
      Dort habe ich oft von der Stammbelegschaft gehört: “Mach’ nicht so schnell, sonst wollen die das immer so schnell haben”.
      Ist das eine verquere Welt geworden.

      Und da kommen so Leute wie StefanP und unterstellen den Arbeitssuchenden noch fehlende Motivation, oder dass sie sich nicht verkaufen können.
      Wenn aber, wie er sagt, eine Delle im Lebenslauf nicht mehr wegzubekommen ist, frage ich mich, was die Arbeitssuchenden dann noch machen sollen.
      Soll er doch Zyankali verteilen. Dann ist das Problem billig erledigt. Es werden die Unterhaltsleistungen eingespart und auch die Renten.
      Dann ist genug Knete da, um den Verbliebenen wie StefanP (Fett schwimmt bekanntlich immer oben) einen luxuriösen Lebensabend zu bescheren.

      Und da soll man nicht zum Terroristen werden. Wie sagte TSS noch vor 30 Jahren: “Macht kaputt, was Euch kaputt macht”.
      Ich befürchte, dass es bald dazu kommen wird. Was hat man auch für eine andere Wahl, wenn einem die Knarre vor’s Gesicht gehalten wird?
      Bald werden nicht mehr nur Autos, sondern die ARGEn abgefackelt, wenn die Politik nicht endlich zugibt, Scheiße gebaut zu haben. Nicht, dass ich das befürworte, dann würden die Schilys und Schäubles nur noch stärker den Überwachungshammer schwingen.
      Frau von der Leyen: Hauen Sie endlich ab. Leute wie Sie, die jetzt mal genauer hinschauen wollen sind einfach fehl am Platz. Da gibt es unter den Millionen Arbeitssuchenden mit 100%iger Sicherheit einen geeigneteren Kandidaten für Ihre Position. Schon als Zensursula haben Sie ja gezeigt, wieviel Sachverstand Sie besitzen.
      Kümmern Sie sich um Ihre Blagen, da haben Sie genug zu tun.
      Und nehmen Sie diesen Emporkömmling Rösler gleich mit, da er gerade dabei ist, für eine “natürliche Auslese” zu sorgen, indem er das Gesundheitswesen nur für die Besserverdienenden klar macht. Amerikanische Verhältnisse halt. Wer zahlen kann wird versorgt, wer nicht, verreckt.

    262. Centaurium schrieb am 14. Januar 2010 um 08:28 - Permalink

      @ Brettermeier

      Schön, dass Du doch Lust zum Tippen hattest !!!

      @ Very Cool

      Recht haste.

    263. Ralf-zwei.null schrieb am 14. Januar 2010 um 09:14 - Permalink

      Na, da hab’ ich auch noch einen für die Statistik:

      Meinen jetzigen “Job” (das ist nicht so recht das passende Wort, denn ich mache die Arbeit sehr gerne, es ist nicht nur ein “Job”) habe ich ganz ohne schriftliche Bewerbung bekommen. Mein Einkommen habe ich im Vergleich zum vorigen Job, den ich auch ohne schriftliche Bewerbung bekam, um das zweieinhalbfache steigern können
      Heißt das jetzt, dass ich noch ein wenig schlauer als StefanP bin? :-D

      Ansonsten freue ich mich schon auf die schöne neue Zeit, wenn die ganzen Prekarianer im Arbeitslager stecken und alles privatisiert ist und die Feuerwehr erst die Kreditkarte ausliest, bevor sie den Schlauch ausrollt…

    264. Sushirolle schrieb am 14. Januar 2010 um 09:19 - Permalink

      @Very Cool

      [...] “Die dicke Knete haben aber die ?Blähboys? verdient. Je höher die Position, je geringer war die Leistung. Das konnte ich besonders im öffentlichen Dienst beobachten, [...]

      Das ist nicht nur im ÖD so. Gerade in Großkonzernen gibt es jede Menge Abteilungen, welche nur als “Elefantenfriedhöfe” fungieren. Solche Abteilungen existieren einzig und allein, um den Status eines höheren Angestellten zu erhalten… (eigene Erfahrung)

      Und dann gibt es da auch immer wieder diese Seifenblasenschubser, von denen keiner weiß, was sie außer tollen bunten pps-files sonst so zum Unternehmenserfolg beitragen, dafür aber einen Haufen Geld kosten. Merke: je schwammiger und weniger aussagefähig die Stellenbezeichnung, desto höher das Gehalt… ;-) (ebenfalls eigene Erfahrung in längjähriger Tätigkeit in den Personalabteilungen zweier Großkonzerne)

      “Amerikanische Verhältnisse halt. Wer zahlen kann wird versorgt, wer nicht, verreckt.”

      Das ist doch endlich mal eine Methode, die Arbeitslosigkeit zu senken, statt sie nur zu verwalten. Lasst die FDP halt mehr ran, die wissen schon, wie’s geht…

    265. Sushirolle schrieb am 14. Januar 2010 um 09:28 - Permalink

      @Brettermeier

      Als angehender Volkswirt müssen einem doch die Statements der sog. “Experten”, die man fast täglich in den großen Tageszeitungen zu lesen bekommt, doch schon fast körperliche Schmerzen bereiten, oder?

      Mal erhrlich, VWL und BWL werden doch heutzutage von viel zu vielen Ahnungslosen und ahnungslosen Möchtegern-Experten verwischt und missbraucht. Und weil bei diesen beiden Wissenschaften ja auch noch jeder Depp mitreden kann – weil Soll und Haben kennt man ja, und auch von Steuern und Staatsausgaben hat man schon gehört – kommt ziemlich viel Müll über die Medien. Müll, der leider in viel zu vielen Ohren sehr plausibel klingt und zu wenig hinterfragt wird. Vom Leser nicht, und schon gar nicht von den Medien selbst.

    266. Sushirolle schrieb am 14. Januar 2010 um 09:32 - Permalink

      @StefanP

      Werden Sie eigentlich je Beitrag oder nach Stunde bezahlt?

      (Fallst das schon beantwortet wurde: Sorry, ich habe leider nicht alle 260+ Beiträge hier gelesen)

    267. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 09:47 - Permalink

      @Very Cool

      Sie sind das klassische Beispiel eines Frustmännchens. Gefrustet, was absolut verständlich ist. Enttäuscht, was menschlich nachvollziehbar ist. Die Welt für das eigene Schicksal anklagen, fragwürdig.

      Sie vergessen eins: es ist Ihr Leben und wenn Sie darauf warten, dass andere Sie glücklich machen, dann warten Sie auch auf den Weihnachtsmann. Oh nein, man bietet Ihnen keinen Job an. Oh nein, für den Lohn nicht. Oh nein, unter solchen Bedingungen doch gar nicht. Sie jammern über die Politik, sie habe bei Hartz-IV Sch? gebaut, warum eigentlich? Hätten Sie im Jahre 2004 bessere Möglichkeiten gehabt, einen neuen Job zu bekommen? Eher nein. Sie hätten ein paar Euro mehr in der Tasche fürs Eier?, sie wissen schon.

      Warum sind Sie so unehrlich? Weil?s besser kommt? Sie sind schlimmer als die von Ihnen ausgemachten ?Bläh-? was auch immer. Sagen Sie ehrlich worum es Ihnen geht: entweder Sie bekommen den Topjob mit gutem Gehalt, nettem Chef und mäßigen Arbeitsdruck ? oder man kann Sie mal. Und bitte, dann soll man Sie in Ruhe lassen und geduldig und anstandslos ein gutes Arbeitslosengeld zahlen, schließlich hat die Gesellschaft, der Staat, die Politik, ach Ihr Nachbar es nicht besser gewollt.

      Wie gesagt, es ist Ihr Leben. Wieviele haben Sie davon?

    268. Lutz Hausstein schrieb am 14. Januar 2010 um 10:00 - Permalink

      @ StefanP 267:

      Stop, mein Freund!

      Ich kenne die Art und Weise solcher Typen wie Sie inzwischen zur Genüge. Erst verlangen Sie Nachweise (auch anhand direkter Beispiele), um bestimmte Behauptungen zu belegen. Und wenn diese dann erfolgen, indem eine Person “die Hosen runterlässt”, ihr Innerstes preisgibt und sich outet, wird diese Kenntnis anschließend benutzt, um denjenigen persönlich anzugreifen und zu diffamieren. Genau aus diesem Grund wird ja die Angst der Betroffenen immer größer, sich öffentlich zu diesem Schicksal zu bekennen. Deshalb werden Betroffene öffentlich kaum wahrgenommen, weil sie (berechtigte) Angst davor haben, stigmatisiert und öffentlich beleidigt zu werden und sich aus diesem Grund aus der Öffentlichkeit zurückziehen.

      Dem werde ich jedoch nicht zusehen. Sie dürfen damit rechnen, dass ich Ihnen spätestens an dieser Stelle äußerst energisch entgegentrete. Wenn es sein muss, auch zukünftig mit deutlicheren Formulierungen.

    269. BohEy schrieb am 14. Januar 2010 um 10:08 - Permalink

      @ Very Cool 262

      “Und da kommen so Leute wie StefanP und unterstellen den Arbeitssuchenden noch fehlende Motivation, oder dass sie sich nicht verkaufen können.”

      Lieber Very Cool , von 2005 – 2008 hat StefanP schon das gleiche im Metzger und Krumrey Blog gepostet. Er kann nicht anders. Ich habe dort auch versucht mit ihm zu diskutieren , doch es ist zwecklos. Dort habe ich auf die Ungerechtigkeit hingewiesen , dass jemand nach jahrzehntelanger Tätigkeit sein Vermögen , bis auf einen kleinen Rest verwerten muss, um Anspruch auf das ALG II zu haben , während andere , die sich die Riesterrente leisten können , diese nicht verwerten müssen.
      Antwort von ihm: Es ist richtig , dass alles so umgesetzt wird, wie es im Vermittlungsausschuss beschlossen wurde.
      Heute sehen wir , dass die Politiker , ich glaube mittlerweile aller Parteien , es eingesehen haben , dass auch bezüglich des Schonvermögens geändert werden musste.
      Gestern habe ich gehört , dass man bei Hotelbewertungen vorsichtig sein sollte , die von eloquenten Schreiberlingen verfasst wurden , da sie oft gefakt seien.
      Genauso sehe ich es mittlerweile bei StefanP. Er hat immer Zeit zu bloggen Geht normalerweise gar nicht , wenn man einen ansruchsvollen Job bekleidet. So liegt doch der Verdacht nahe , gerade weil er sich zu diesem Thema viel häufiger äussert als zu anderen.
      Wenn ich daran denke wie noch vor Jahren auf die Langzeitarbeitslosen eingedroschen wurde , und dieses mit heute vergleiche , so stelle ich fest , dass doch der überwiegende Teil unserer Bevölkerung mittlerweile erkannt hat , dass das Leben mit ALG II nicht so prickelnd ist .wie es uns StefanP immer wieder auf’s Neue weissszumachen versucht.
      Von daher kratzt es mich heute auch nicht mehr was StefanP so von sich gibt. Er wird irgendwann der einzige sein der sich noch gegen Langzeitarbeitslose positioniert.

      Gruss

    270. Sushirolle schrieb am 14. Januar 2010 um 10:15 - Permalink

      Zum Thema Arbeitsfähig und Arbeitswillig will ich noch eines anmerken: bin ich denn nicht arbeitswillig, wenn ich mich weigere, für einen Hungerlohn zu schuften? Muss ich meine wertvolle Lebenszeit opfern, damit ein oder mehrere andere prächtig verdienen und ich mit dem was ich erarbeite, meine Familie nicht mal ernähren kann? Nur durch den Zwang durch das “Fordern” in Hartz IV sind diese Hungerlöhne doch erst möglich.

      Stichwort AÜG. Ich bezahle als Kunde einer solchen Firma doch einen Rattenschwanz an Leistungen, die ich nicht benötige. Und das alles auf dem Rücken der Leasingkraft. Der Geschäftsführer, der Angestellte der Leasingfirma, deren Werbung, deren Mieten und, und, und. Komische Welt… Marktwirtschaft ist schon was tolles. Nur, soooo frei ist der Wettbewerb dann doch wieder nicht. Denn ohne staatliche Intervention wären solche “Geschäftsmodelle” gar nicht erst möglich.

      An dieser Stelle höre ich lieber auf. AÜG und dieser “Superminister”, der auf diesem Gebiet schlicht und ergreifend Amtsmissbrauch betrieben hat, sind heute mein Reizthema…

    271. Retans schrieb am 14. Januar 2010 um 10:55 - Permalink

      @StefanP #252

      Ich habe gerade für eine mir sehr nahestehende Person zusammen mit ihr eine einzige Bewerbung aufgesetzt für einen Top-Job in ihrem Bereich. Heute hat sie den Job bekommen. Eine einzige Bewerbung, wenn Sie?s richtig anstellen, kann reichen. Aber wenn Sie nie Erfolg haben, machen Sie mit einer Garantie von 99,9% etwas falsch.

      Übersetzt man Ihr Credo, heißt das im Klartext: Ihr ewigen Loser müßt euch nur mehr anstrengen, ansonsten selber Schuld!
      By the way: Wir erleben ja gerade, welche Vollkasko-Mentalität eine ganze Branche von Hätschelkindern mit ihren Hilfe-Gegackere entfalten kann – mit Anspruch auf Milliarden-Bürgschaften und Liquiditätshilfen.

      Die Nordländer sind uns kulturell ebenso fern wie die Amerikaner. Nun gut, fast.

      Eine hanebüchenere Begründung ist Ihnen nicht eingefallen? Mit “uns” sollten Sie sich vielleicht selbst ansprechen, um das eigene Weltbild bewahren.

    272. schwitzig schrieb am 14. Januar 2010 um 11:10 - Permalink

      @271

      Eine hanebüchenere Begründung ist Ihnen nicht eingefallen? Mit ?uns? sollten Sie sich vielleicht selbst ansprechen, um das eigene Weltbild bewahren.

      Iiiiih – hat dieser Schmierfink tatsächlich “uns” gesagt? Erster Impuls: Gewalt ausüben, zweiter Impuls: Wegen Beleidigung verklagen, dritter Impuls: Dieser Typ ist so tiefstehend, dass er es nicht wert ist, dass ich mir über sein Gerülpse Gedanken mache.

      Ich denke, dass (3) sowohl in ethischer als auch in praktischer Hinsicht mit Abstand die beste Wahl ist.

    273. BohEy schrieb am 14. Januar 2010 um 11:12 - Permalink

      @ Lutz Hausstein 268

      “Erst verlangen Sie Nachweise (auch anhand direkter Beispiele), um bestimmte Behauptungen zu belegen. Und wenn diese dann erfolgen, indem eine Person ?die Hosen runterlässt?, ihr Innerstes preisgibt und sich outet, wird diese Kenntnis anschließend benutzt, um denjenigen persönlich anzugreifen und zu diffamieren.”

      Lieber Herr Hausstein,
      genauso hat er es mit mir im Metzger bzw. im Krumrey-Blog beim Focus getan. Ich habe mich dort am Anfang als ALG II Empfänger geoutet obwohl ich da noch im Bezug vom ALG I befand. Da konnte ich schon mal testen wie denn so die Mitblogger über die Hartz IV Empfänger denken. Und es kam genau wie Sie es sagen. Ich habe mich in der Weise geöffnet , dass ich sogar eine kurze Vita eingestellt habe. Damals war ich davon überzeugt , dass es sich für mich nicht nachteilig auswirkt.
      Im nachhinein betrachtet war es das dümmste was ich tun konnte. Nach 43 Jahren ununterbrocher Berufstätigkeit wurde mein Arbeitsplatz zum Mutterkonzern verlagert(von NRW nach Bayern) . Dadurch wurde ich mit 58 Jahren arbeitslos. Habe ab dem 14 Lebensjahr eine Lehre absolviert und nach einer Umschulung nach der Bundeswehrzeit von 1969 bis 2003 als Programmierer gearbeitet. Ich war von daher der Meinung , dass ich nicht gerade zu den sogenannten “Faulen” gehöre.
      Doch was machte StefanP daraus? Er erechnete dann , wieviel ich in meinem Leben an Steuern und Abgaben in etwa gezahlt habe und was ich jetzt der Allgemeinheit bis zur Rente koste.
      Sein Fazit war , dass ich im Prinzip für diesen Staat nicht viel geleistet habe.
      Verwerflich fand ich dabei auch , dass er wusste , dass ich zwei Söhne habe die zu der Zeit schon beide berufstätig waren und damit ja auch dazu beitrugen , dass die Eltern nicht verhungern.

      Lieber Herr Hausstein , ihre Worte haben mir gut getan und ich wünschte mir es würden alle so denken, denn Einer gegen Alle ist nur im Film erfolgreich aber nicht im Leben.

      Gruss

    274. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 11:46 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Erst verlangen Sie Nachweise (auch anhand direkter Beispiele), um bestimmte Behauptungen zu belegen.

      Bitte, an welcher Stelle? Ich habe von Ihnen ? da Sie es behauptet haben ? erwartet, dass Sie die von Ihnen genannten Studien vorlegen, wonach 98% der Arbeitslosen arbeitswillig sind. Kennen Sie nicht den Unterschied zwischen Studie und persönlichen Erlebnissen?

      Warum so larmoyant? Bekomme ich nicht jeden Tag in diesem Blog unzählige Male um die Ohren gehauen, was für eine Person ich bin? Hat gerade nicht Very Cool sich zigmal über die Niedertracht meiner Person ausgelassen, ohne dass ich ihn angesprochen hätte?

      Sorry, Sie sind alle groß im um sich schlagen, alles und jeden beleidigen, verachtensvoll auf jeden zu blicken, der nicht so denkt wie Sie. Doch kaum packt man Sie härter an, kommt das Weinerliche durch.

      Ich erwarte nicht, meine Glaubwürdigkeit aus meinem Lebenslauf beziehen zu dürfen. Das kann jeder glauben oder nicht. Das beste Beispiel für Glaubwürdigkeit aus dem eigenen Lebenslauf war dieser ?Peter?. Behauptet, mal für DIW und Konsorten gearbeitet zu haben, wusste aber nicht den richtigen Namen noch die Finanzierung des Instituts.

      Zurück zum Ausgangspunkt: ich habe eine Studie anhand empirischer Daten vorgelegt, wonach ein Drittel der Arbeitslosen nicht direkt arbeitssuchend ist. Sie haben behauptet, es gäbe massenweise Studien, die das Gegenteil belegen. Danach kam nichts mehr.

    275. Kronleuchter schrieb am 14. Januar 2010 um 11:49 - Permalink

      @StefanP(hrasendrescher)

      Die Bedarfsgemeinschaften bestehen zu

      55% aus einer Person (Durchschnitt Deutschland: 39%!)
      21% aus zwei Personen (34%)
      12% aus drei Personen (13%)
      7% aus vier Personen (10%)
      5% aus fünf und mehr Personen (4%)

      Mal davon ausgehend, daß Ihre Mindestlohntheorie stimmt und es sich für eine BG ab vier Personen aufwärts nicht rechnet, bedeutet das aber im Umkehrschluß, daß es für den Rest eine Vebesserung der Situation bedeuten würde.

      Oder in Zahlen ausgedrückt: 12% der BGen haben nichts von einem Mindestlohn und deshalb ist er Quatsch. Die restlichen 88% lassen sie ganz dezent unter den Tisch fallen.

      Danke, daß sie sich selbst ad absurdum führen. Sie sind für mich nicht mehr lese- und diskussionswürdig!

    276. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 11:50 - Permalink

      @Sushirolle

      Ich bedaure, wenn Sie ein niedriges Einkommen mit einem Hungerlohn gleichsetzen, eine Beleidigung für den Großteil der Menschheit.

      bin ich denn nicht arbeitswillig, wenn ich mich weigere, für einen Hungerlohn zu schuften?

      Nein, sind Sie nicht. Umgekehrte Frage: bin ich Steuerverweigerer, wenn ich nicht für Leute zahlen will, die nur deswegen lange arbeitslos sind, weil sie sich weigern, einen geringbezahlten Job anzunehmen? Sind solche Menschen bedürftig? Meine Antwort: eindeutig Nein!

    277. Hilde schrieb am 14. Januar 2010 um 11:51 - Permalink

      @StefanP(lump)

      Nachtrag: ich habe natürlich das Kindergeld und den Haushaltsfreibetrag vergessen. Also bekommt dieser Mindestlohnverdiener ca. 1.400 EUR pro Monat, als Hartzler jedoch deutlich darüber. (…)

      Den Nachtrag hättest Du Dir sparen können. Das Kindergeld zählt als Einkommen und der Haushaltsfreibetrag ist zum 1.1.2004 weggefallen.

      (…) Sie können aber wie gesagt selber rechnen: Unterhalt für zwei Erwachsene sind 700 EUR, zwei Kinder dazu sind 400 EUR. Dazu noch Wohnkosten warm ca. 500-800 EUR, ergibt im Mittel 1.800 EUR.

      Warum soll ich mit falschen Zahlen rechnen?

      (…) Was motiviert einen langzeitarbeitslosen Schlosser, einen Job anzunehmen, wo er im Gegensatz zu vorher 600-800 EUR weniger in der Tasche hat? Antwort: gar nichts.

      Für die Motivation sorgt unter anderem die EGV und die Anwendung des Sanktionsparagraphen. ;-)

      Da haben Sie sich aber die Zahlen der BfA (Seite 95) nicht genau angesehen. (…)

      Ein Single-Haushalt bildet keine Bedarfsgemeinschaft mit mehreren Personen. Wir diskutieren über die Schlosserfamilie.

      (…) Angabegemäß scheinen Hartzler weit öfter Single zu sein als der Normalsterbliche. (…)

      Logisch. Wer will sein Kind in Armut aufwachsen sehen?

      (…) Eher also ein Beleg für die These, das Hartzler fruchtbarer sind.

      Wohl kaum. Diese Aussage ist vielmehr der Beweis, dass sich Neoliberalismus und Nationalsozialismus gegenseitig bedingen.

    278. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 12:00 - Permalink

      @Retans

      Übersetzt man Ihr Credo, heißt das im Klartext: Ihr ewigen Loser müßt euch nur mehr anstrengen, ansonsten selber Schuld!

      Unsinn. Weder kann ich eine Garantie geben, dass jemand mit einem bestimmten Profil den Job auch bekommt noch dass das 100% passt. Aber: ich kann bei Anzeige und Bewerbungsunterlagen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit sagen, ob man eine gute Chance hat, zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Auf Stellenanzeigen zu antworten, wo man von vorherein Null Chancen hat, in den engeren Kreis zu kommen, ist pure Zeitverschwendung.

      ->Die Nordländer sind uns kulturell ebenso fern wie die Amerikaner. Nun gut, fast.
      Eine hanebüchenere Begründung ist Ihnen nicht eingefallen?

      Es gibt hier zwei Auffälligkeiten: die Nachdenkseiten wissen immer alles am besten und in Skandinavien ist alles besser. Die Mehrheit der Deutschen denkt und handelt anders als Skandinavier, das fängt beim Umgang mit Kindern an und hört bei der Ehrlichkeit keineswegs auf. Genauso wie es in Deutschland eine starke Minderheit gibt, die wie Amerikaner denken und fühlen, gibt es eine Minderheit, die das in Bezug auf Skandinavien tut. Mehrheitsfähig, und darauf kommt es in einer Gemeinschaft an, ist beides nicht. Das ist nicht hanebüchen, das ist Respekt vor demokratischen Entscheidungen und der Gesellschaft.

    279. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 12:04 - Permalink

      @Kronkorken

      Ein Hartz-IVler oder eine Bedarfsgemeinschaft haben nichts von einem Mindestlohn, denn sie beziehen keinen Lohn.

    280. Sushirolle schrieb am 14. Januar 2010 um 12:11 - Permalink

      @StefanP

      “Ich bedaure, wenn Sie ein niedriges Einkommen mit einem Hungerlohn gleichsetzen, eine Beleidigung für den Großteil der Menschheit.!”

      Ein Stundenlohn von unter 5? ist ein Hungerlohn und kein “niedriges Einkommen”. Und die Tatsache, dass Menschen in D dafür arbeiten gehen müssen, weil ihnen sonst Sanktionen drohen, zeigt doch, dass hier einiges nicht stimmt.

      Ich habe schon AG die mir ähnliche “Angebote” unterbreitet haben, offen ins Gesicht gelacht und ihnen empfohlen, doch keine Stellen auszuschreiben wenn sie nicht in der Lage sind, diese anständig zu bezahlen.

      Wenn es hier “gerecht” zugehen würde, dann müssten die AG von Hartz-IV-Aufstockern Besuch vom Amt bekommen oder eine Anzeigen wg. Sittenwidrigkeit.

    281. Kronleuchter schrieb am 14. Januar 2010 um 12:16 - Permalink

      @StefanP(hrasendrescher)

      Ein Hartz-IVler oder eine Bedarfsgemeinschaft haben nichts von einem Mindestlohn, denn sie beziehen keinen Lohn.

      Und warum dann Ihr Schlosser-Beispiel als Argument gegen den Mindestlohn?

    282. Peleo schrieb am 14. Januar 2010 um 12:20 - Permalink

      Noch so eine kulturelle Eigenart der Nordländer (Schweden): Die Einkommensteuererklärung im Internet, für jeden einsehbar.

      Das müsste doch allen gefallen, StefanP wegen der Markttransparenz und seinen Kritikern wegen der Offenlegung der Einkommensunterschiede.

    283. Unbequemer schrieb am 14. Januar 2010 um 12:24 - Permalink

      Unbequemer:

      An StefanP.

      Die Bankster danken es Ihnen sicherlich, dass sie bereit sind deren Bonis zu finanzieren, mit Ihren Steuern, die Sie zahlen.

      Wes Lied ich sing, des Brot ich ess. – So kann man Ihre Aussagen auch interpretieren.

      Wie ich schon geschrieben habe, so dumm können Sie nicht sein, und Demagogen sind für Menschen mit einem Gerechtigkeitssinn leicht zu erkennen.

      Die Finanzierung der Bankster ist ungerecht, die Unterstützung der Entlassenen dagegen, die keine Arbeit mehr bekommen, damit die Unterlasser (Unternehmer nenne ich die nicht mehr) ein Druckmittel gegen die noch abhängig Beschäftigten benutzen können, ist zwingend erforderlich, wenn wir unser Grundgesetz nicht in die Tonne kloppen wollen. Was Sie hier schreiben, steht im Gegensatz zum Grundgesetz.

      Warum gibt es kein Recht auf Arbeit, von deren Bezahlung man ein selbstbestimmtes Leben führen kann? Das müssten Sie wissen. Aber falls nicht: Die Väter des Grundgesetzes haben darum gestritten. Da sie aber erkennen mussten, dass sie nicht die Macht haben, das durchzusetzen, schufen sie die Absicherung für die Menschen, die keine Arbeit haben. Denn auch das sind Mitglieder unserer Gesellschaft. Wohin der Weg führt, wenn man Menschen in Armut und Unterdrückung hält, zeigt die Geschichte.

      Die Mitglieder der sogenannten christlichen Parteien sollten sich einen Satz in Erinnerung rufen:

      Wahrlich ich sage euch, was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!

      Auch wenn ich Agnostiker bin, so gibt es doch eine Regel, die alle Menschen beachten können:

      Kants kategorischer Imperativ.

      Ihr Verhalten, wenn es sich dann einmal gegen Sie richten würde, hat nur eine Antwort. Hochmut kommt vor dem Fall.

    284. BohEy schrieb am 14. Januar 2010 um 12:29 - Permalink

      @ Hilde

      StefanP
      Angabegemäß scheinen Hartzler weit öfter Single zu sein als der Normalsterbliche. (?)

      Sie
      Logisch. Wer will sein Kind in Armut aufwachsen sehen?

      Liebe Hilde,

      das wird der StefanP nie verstehen

      Es gibt aber noch weitere Gründe. Wenn ein Single Langzeitarbeitslos wird hat er keine andere Erwerbsquelle. Bei einem Ehepaar besteht immer noch die Möglichkeit ,dass der Ehepartner Geld ins Haus bringt.
      Sind beide arbeitslos ist die Wahrscheinlichkeit zudem auch grösser , dass wenigsten einer wieder einen Job ergattert.
      Berücksichtigen muss man auch , dass viele in jungen Jahren arbeitslos werden. Da heute immer später geheiratet wird, sind diese eben zumeist auch Singles.

      Gruss

    285. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 12:33 - Permalink

      @Kronkorken

      Und warum dann Ihr Schlosser-Beispiel als Argument gegen den Mindestlohn?

      Oh Gott, Ihr Erinnerungsvermögen trägt aber nicht weit. Die Frage war, lohnt es sich für einen langzeitarbeitslosen Schlosser mit Partnerin und zwei Kindern, eine Erwerbsarbeit zum Mindestlohn aufzunehmen. Begründung: der Mindestlohn solle ja ein menschenwürdiges Leben ohne Gang zum Amt ermöglichen.

      Interessant, wie oft man das hier wiederholen muss. Heerscharen von Lehrern wären daran verzweifelt?

    286. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 12:42 - Permalink

      @Unbequemer

      Vielleicht sollten Sie mal nachschauen, wer den Großteil der öffentlichen Gelder aus dem Bankenrettungs-Fonds SoFFin bekommen hat. Der Staatssektor musste seine eigenen Banken rausreißen, weil er als Staat Mist gebaut hat.

      Es ist ein Unterschied, ob ich einem Bedürftigen in einer Notlage helfe oder einem gesunden Menschen, der nur weil ihm das Gehalt nicht passt. In Deutschland verdient fast kaum jemand unter 5 Euro auf Vollzeitbasis ? und 5 EUR sind der Mindestlohn, der sich unter Anwendung internationaler Vergleichswerte ergäbe.

      Warum gibt es kein Recht auf Arbeit, von deren Bezahlung man ein selbstbestimmtes Leben führen kann?

      Vorschlag: Sie bieten mir mal einen solchen Job an und bezahlen mich für 3 Monate.

    287. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 12:52 - Permalink

      @Peleo

      Noch so eine kulturelle Eigenart der Nordländer (Schweden): Die Einkommensteuererklärung im Internet, für jeden einsehbar.

      Und das in einem Thread, wo sich jeder über eine ?Zensursula? aufregt? Das Gesetz stammt aus dem Jahre 1766 und man wehrt sich hier heftigst, in der Besteuerung auf die damaligen Zustände zurück zu gehen. Und: das Gesetz wird möglicherweise gekippt, da es, oh Wunder, dem Datenschutz widerspricht.

      Ich erwarte in Zukunft keine Einwände Ihrerseits gegenüber der Offenlegung der Lebensläufe und der Transfers an Hartz-IVler. Schließlich ist das unser Steuergeld und da gehört Transparenz hin.

    288. Lutz Hausstein schrieb am 14. Januar 2010 um 13:09 - Permalink

      Ich entschuldige mich mit allem Nachdruck dafür, die Quelle einer Studie, welche ich aufgrund einer ähnlich gelagerten Diskussion vor einem Dreivierteljahr in einem Link erhalten hatte, nicht mehr parat zu haben. Die Ergebnisse der Studie hingegen haben sich in meinem Gedächtnis aufgrund ihrer Nähe zu meinen eigenen empirischen Feststellungen eingeprägt. Denn dort war von 2 bis max. 3 Prozent die Rede.

      Mir ist sowieso schleierhaft, wieso diese ganzen Neolibs immer von “Leistung muss sich wieder lohnen” schwafeln und dabei glauben, sie bräuchten dies nur auf ihre sogenannten “Leistungsträger” beziehen. Wieso sollte sich “Leistung” denn nur lohnen, wenn ein “Leistungsträger” statt bisher 200.000 Euro p.a. nun lieber 300.000 Euro haben will? Warum sollte dies nicht auch für Diejenigen gelten, die bisher für 12.000 Euro p.a. ihre Knochen hinhalten? Zu, in der Regel, sogar viel schwereren körperlichen Bedingungen?

      Dieses Geschwurbel von “der Markt regelt das alles”, “den Preis bestimmt der Markt” ist doch absoluter Schwachsinn. Diese unbedingte Marktgläubigkeit, welche auf Theorien aufsetzt, die Idealbedingungen voraussetzen, die in der Praxis nie gegeben sein KÖNNEN und zusätzlich noch die täglichen Realitäten ausklammern.

      Stefan 246, wenn für Sie Arbeit “vor allem Spaß” ist, und Sie damit allen Anderen, vor allen den Arbeitslosen und Niedriglöhnern suggerieren wollen, diese müssten es dann auch aus Spaß machen wollen, dann fordere ich Sie hiermit auf, diesen Worten nun auch Taten folgen zu lassen. Geben Sie ihr Einkommen vollständig ab, spenden Sie es wohltätigen Organisationen oder führen Sie für sich selbst eine freiwillige einhundertprozentige Einkommenssteuer ein!

      Ich befürchte nur, diesen Worten werden dieselben Taten folgen, die auch den markigen Worten eines Thilo Sarrazin folgten, als er vor knapp 2 Jahren behauptete, er würde auch ohne Probleme für 5 Euro pro Stunde arbeiten gehen. Nun sitzt er bei der Bundesbank und bekommt jeden Monat fast 20.000 Euro (von “verdienen” möchte ich in diesem Fall nicht sprechen). Es ist leicht, den Genuss von Wasser für andere zu verlangen, wenn man sich selbst gerade die zweite Flasche Champagner geöffnet hat!

    289. Klinke schrieb am 14. Januar 2010 um 13:18 - Permalink

      @StefanP

      Ich hatte ja die lange Reihe der Entwicklung der britischen Arbeitslosenquote und Langzeitarbeitslosigkeit eingestellt, die beide seit 1999 eine aufsteigende Tendenz zeigen.

      Die Arbeits- wie auch die Langzeitarbeitslosenquote sind auch nach 1999 weiter gefallen und trotz des Anstiegs in späteren Jahren liegen die Quoten immer noch unter denen vor Einführung des Mindestlohnes.

    290. nisch midmir schrieb am 14. Januar 2010 um 13:33 - Permalink

      Gratulation an StefanP,

      wenn es sein Ziel ist diesen Blog zu beschädigen ist ihm/ihr das eindeutig gelungen.
      Wenn ich Lust auf solche oder ähnliche Meinungen habe, guck ich mich in FDP/CDU/CSU-Foren um und nicht in “linken” Blogs. Die hohe Beitragsfrequenz dieses Forenbesudlers ist mir echt zu viel. Dieses veranlasst mich dazu, die BEiträge in Zukunft zu ignorieren und mir nur noch die Artikel durchzulesen.

      Meinungen wie die eines StefanP führen zu den “Enkes” in unserer Gesellschaft und sind für mich nur noch schwerlich zu ertragen. Schlimm genug dass die Mainstream-Medien so viele mit der vereinfachten Version dieses Gedankenguts vergiften.

      Als jemand, der sich seit Jahren mit Depressionen herumplagt und in dieser Leistungsgesellschaft einfach nicht mehr so funktioniert, wie das die StefanP´s gerne hätten, verabschiede ich mich an dieser Stelle. Ich informiere mich gerne in “alternativen” Blogs aber ärgern tu ich mich gern an anderer Stelle !
      (und das leider ohnehin viel zu oft…)

      Nur mal so nebenbei:

      Würde mich nicht wundern wenn StefanP(oder doch Stefanie???) bekennender Christ/in ist…

    291. Karl Heinrich schrieb am 14. Januar 2010 um 13:45 - Permalink

      @Lutz Hausstein #288

      Mir ist sowieso schleierhaft, wieso diese ganzen Neolibs immer von ?Leistung muss sich wieder lohnen? schwafeln und dabei glauben, sie bräuchten dies nur auf ihre sogenannten ?Leistungsträger? beziehen. Wieso sollte sich ?Leistung? denn nur lohnen, wenn ein ?Leistungsträger? statt bisher 200.000 Euro p.a. nun lieber 300.000 Euro haben will? Warum sollte dies nicht auch für Diejenigen gelten, die bisher für 12.000 Euro p.a. ihre Knochen hinhalten? Zu, in der Regel, sogar viel schwereren körperlichen Bedingungen?

      Das soll doch so sein. Wer hätte sich dagegen ausgesprochen?

      Dieses Geschwurbel von ?der Markt regelt das alles?, ?den Preis bestimmt der Markt? ist doch absoluter Schwachsinn.

      Jetzt widersprichst du dir natürlich sofort. Entweder man findet auf freiwilliger Basis jemand anderen, der die eigene Leistung wertschätzt, oder man überlässt alles dem allwissenden Staat.

    292. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 13:50 - Permalink

      @Klinke

      Nachdem die Langzeitarbeitsllosigkeit lange bei 1,0 bzw. 1,1 lag, schnellte sie trotz des Boomjahres 2008 in einem längeren Trend seit 2005 auf 1,4 hoch. Die Gesamtarbeitslosigkeit bewegt sich mehrere Jahre ebenfalls bei 5 Prozent und darunter und stieg ebenfalls seit 2005 auf den 2008er Wert von 5,6 Prozent. Wie gesagt, der Vorteil von langen Reihen ist, dass man Entwicklungen ablesen kann und nicht auf ein einziges Jahr fokussiert ist. Das sagt einem nämlich im Zweifel gar nichts.

      Man könnte die Zahlen natürlich so interpretieren, dass der Mindestlohn anfangs so gering war, dass kaum jemand davon betroffen, mithin auch keine Arbeitsmarkteffekte zu erwarten waren. Weil die Anhebung in der vergangenen Dekade zu schnell erfolgte, könnte dies Einfluss auf die Arbeitslosigkeit gehabt haben. Könnte. Aber die Gegenthese, und auf die kam es ja einigen an, ist noch schwerer zu führen.

    293. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 13:56 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Schön, dass Sie sich jetzt mal über alles ausgekotzt haben, was Ihnen zuwider ist. Allerdings interpretiere ich den Thread nicht dahingehend.

      Wieso darf ich nicht für das bezahlt werden, was mir Spaß macht? Und warum nicht zu einem marktgerechten Preis? Soll /muss Arbeit Mühsal und Qual sein? Ein sehr antiquierter Begriff von Arbeit.

      Sie hatten geschrieben, es gäbe zahlreiche Studien, die die Arbeitswilligkeit belegen. Es sollte nicht so schwer sein, diese zu googeln, wenn sie so massenweise vorhanden sind. Ich wiederhole es gerne: Das SOEP erhebt durch Befragungen auf der breitestmöglichen Basis in Deutschland. Es dürfte äußerst schwer sein, mit diesem Datenpool, den OECD, Statistisches Bundesamt und Eurostat nutzen, glaubwürdig zu konkurrieren.

    294. Karl Heinrich schrieb am 14. Januar 2010 um 14:02 - Permalink

      @StefanP #292

      Weil die Anhebung in der vergangenen Dekade zu schnell erfolgte, könnte dies Einfluss auf die Arbeitslosigkeit gehabt haben.

      Das ist nämlich die größte Gefahr bei dieser Mindestlohn-Geschichte. Er steht permanent unter Erhöhungsdruck (Relevez le SMIC!). Spiegelfechters werden ja nicht durch die Einführung auf einmal zufriedene Malocher.

      Und der parteipolitische Wettlauf “Wer hat den größten Mindestlohn” ist ja jetzt bereits im Gange.

    295. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 14:02 - Permalink

      @BoyEy
      @Hilde

      Angabegemäß scheinen Hartzler weit öfter Single zu sein als der Normalsterbliche. (?)

      Hilde
      Logisch. Wer will sein Kind in Armut aufwachsen sehen?

      Offensichtlich trägt der Wille aber nicht so weit, jenseits der Zwei-Personen-Haushalte wieder normal mit mehreren Kindern ?in Armut? aufzuwachsen. Komisches Verständnis von Hartz-IVlern.

      Berücksichtigen muss man auch , dass viele in jungen Jahren arbeitslos werden. Da heute immer später geheiratet wird, sind diese eben zumeist auch Singles.

      Die größte Gruppen von Langzeitarbeitslosen sind Alleinerziehende, ältere Erwerbslose und Geringqualifizierte.

      Übrigens erstaunlich, wie sich sozial Engagierte für das Schonvermögen einsetzen. Darunter fallen 0,5% der Langzeitarbeitslosen. Sozusagen Lobby für Luxus-Hartzler.

    296. Kronleuchter schrieb am 14. Januar 2010 um 14:16 - Permalink

      @StefanP(lanlos)

      Oh Gott, Ihr Erinnerungsvermögen trägt aber nicht weit. Die Frage war, lohnt es sich für einen langzeitarbeitslosen Schlosser mit Partnerin und zwei Kindern, eine Erwerbsarbeit zum Mindestlohn aufzunehmen. Begründung: der Mindestlohn solle ja ein menschenwürdiges Leben ohne Gang zum Amt ermöglichen.

      Nein, für ihn lohnt es sich nicht – unter der Voraussetzung, Ihre Zahlen stimmen. Aber mir ist immer noch nicht klar, warum sie nur 12% der BGen als Beispiel heranziehen. Liegt es vielleicht daran, daß es sich für die restlichen 88% doch lohnen würde? Ok, das würde natürlich Ihre Argumentation zerstören.

      Das SOEP erhebt durch Befragungen auf der breitestmöglichen Basis in Deutschland.

      24.000 von weit über 4.000.000 Arbeitslosen. Eine wahnsinnig breite Basis!

    297. Klinke schrieb am 14. Januar 2010 um 14:20 - Permalink

      @StefanP

      Nachdem die Langzeitarbeitsllosigkeit lange bei 1,0 bzw. 1,1 lag, schnellte sie trotz des Boomjahres 2008 in einem längeren Trend seit 2005 auf 1,4 hoch. Die Gesamtarbeitslosigkeit bewegt sich mehrere Jahre ebenfalls bei 5 Prozent und darunter und stieg ebenfalls seit 2005 auf den 2008er Wert von 5,6 Prozent. Wie gesagt, der Vorteil von langen Reihen ist, dass man Entwicklungen ablesen kann und nicht auf ein einziges Jahr fokussiert ist. Das sagt einem nämlich im Zweifel gar nichts.

      Immerhin hast du schon von der Behauptung abgelassen, die Zahlen wären seit 1999 gestiegen. Dass 2008 ein Boomjahr war, würde ich bei einem Wirtschaftswachstum von 0,5% auch nicht behaupten. Zudem belegt eine lange Reihe, dass Mindestlöhne keine Arbeitsplatzkiller sind.

      Man könnte die Zahlen natürlich so interpretieren, dass der Mindestlohn anfangs so gering war, dass kaum jemand davon betroffen, mithin auch keine Arbeitsmarkteffekte zu erwarten waren. Weil die Anhebung in der vergangenen Dekade zu schnell erfolgte, könnte dies Einfluss auf die Arbeitslosigkeit gehabt haben. Könnte. Aber die Gegenthese, und auf die kam es ja einigen an, ist noch schwerer zu führen.

      Vielleicht solltest du einen konkreten Beweis bringen, dass es die Mindestlöhne waren, die für den Anstieg der (Langzeit-) Arbeitslosenquoten im Königreich verantwortlich waren. Bisher weist vieles auf sehr positive Effekte der Mindestlöhne hin, wie auch eine Studie der London School Of Economics zeigt.

    298. Lutz Hausstein schrieb am 14. Januar 2010 um 14:23 - Permalink

      Ich geb´s auf! Ich habe jetzt genug von Ihnen gelesen. Sie sprengen einfach mein zeitliches Budget.

      Außerdem habe ich keine Zeit, jemanden von etwas zu überzeugen, wenn er sich doch unter keinen Umständen überzeugen lassen möchte. Da ist es einfacher, jemandem Schnee zu erklären, der Schnee noch nie gesehen hat.

      Gehaben Sie sich wohl. Und den Kopf immer schön oben behalten. Es könnte sonst tragisch enden. Aber ich bin da zuversichtlich.

      Au revoir.

    299. Klinke schrieb am 14. Januar 2010 um 14:28 - Permalink

      StefanP

      Sie hatten geschrieben, es gäbe zahlreiche Studien, die die Arbeitswilligkeit belegen. Es sollte nicht so schwer sein, diese zu googeln, wenn sie so massenweise vorhanden sind. Ich wiederhole es gerne: Das SOEP erhebt durch Befragungen auf der breitestmöglichen Basis in Deutschland. Es dürfte äußerst schwer sein, mit diesem Datenpool, den OECD, Statistisches Bundesamt und Eurostat nutzen, glaubwürdig zu konkurrieren.

      Das “Problem” ist, dass jenseits aller Umfragen die Arbeitsunwilligkeit nur einer Phantomdebatte dient.

      Arbeitsunwilligkeit, das seltene Phänomen

      In der Diskussion um Leistungskürzungen für arbeitsunwillige Langzeitarbeitslose hat der Deutsche Landkreistag erstmals konkrete Zahlen vorgelegt. Die Daten zeigen, dass die Debatte eine ziemliche Spiegelfechterei ist: Bundesweit gibt es gerade ein paar tausend Fälle.

      handelsblatt

    300. WieJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 14:44 - Permalink

      @StefanP

      Ich will Ihnen bescheinigen, dass Sie eine Menge Fleiss an den Tag legen,
      in diesem (anscheinend auch in anderen Foren) Ihre Thesen und Behauptungen
      zu verbreiten und versuchen zu begründen. Aber viele mehr auch nicht.

      Ich gehe noch auf Ihr letztes Posting ein und begründe dann, warum ich die Diskussion
      mit Ihnen nicht weiterführe.

      Da wiederhole ich, was ich unter geschrieben habe:

      Das brauchen Sie nicht, ich habe mir die Quelle und inbesondere deren Formulierungen
      und Fussnoten offenbar genauer als Sie angesehen.
      Es ist erneut Ihre !! Interpretation bzw. die Bereitschaft Ergebnis-Formulierungen unreflektiert zu übernehmen. Das entäuscht, wo Sie sich doch so wisseschfatlich argumentierend geben, allerdings
      nur insoweit wo es für Ihre Haltung passt, also genau das was sie anderen TN hier vorwerfen.

      Wenn jemand in den letzten 4 Woche ( krank gewesen, schon viele Bewerbungen geschrieben,
      keine Stellen in dem Zeitraum vorhanden???) keine Stelle gesucht hat, dem Arbeitsmarkt
      aber kurfzristig zur Verfügung steht, warum schließen SIE ! denn daraus, das er kein
      unmittelbares Interesse an Beschäftigung hat?
      Und ruckzuck, kann man 13 % mehr zumindest kurzfristig Arbeitsunwillige draufschlagen,
      obwohl das eben so nicht bewiesen ist und die Zahlen auch nicht hergeben.
      30 % klingt eben viel besser als 20%, auch wenn da Unterstellungen die Zahlen hochtreibt,
      aber defacto kein wissenschaftlicher Beweis vorhanden ist..

      Wie war Ihr Ergebnis beim? Zählen? der älteren AN in Ihrer Firma?

      Sehr unterschiedlich. Natürlich stellt kaum jemand einen 58jährigen so als Festangestellten ein, das hat jedoch Gründe.

      Sehen Sie, es braucht eine Zeit, bis Sie Tatsachen zugestehen, auch wenn es in Ihre
      Argumentationskette und Wahrheitskonstruierung Löcher reisst. Es ist auch so, das
      man vieles (Nicht alles, klar) Wichtige erkennenn kann, wenn man nur mit offenen
      Auge und Ohren durch die Welt geht. Natürlich mussten Sie Ihre Erkentnis gleich wieder
      relativieren.

      Tun Sie mir einen Gefallen und denken Sie nicht für mich. … Aber benehmen Sie sich nicht wie eine Frau, die meint, alles interpretieren zu müssen.

      Das Denken nehme ich Ihnen ganz bestimmt nicht ab, dass müssen Sie schon selbst besorgen.
      Aber wenn Sie Formulierungen benutzen, die sich sehr wohl so lesen lassen (Viel mehr als alles andere) das bestimmtet Kausalitäten von Ihnen hergestellt werden, stehen Sie selbst in der Verantwortung.

      Das Sie auch noch zur Zuweisung geschlechstepezifsicher Stereotypen tendieren,
      ist übrigens sehr häufig bei Anhängren der neoliberalen Theorie anzutreffen

      Auch die Amerikaner produzieren in vielen Bereichen bessere Ergebnisse als wir Europäer. ..

      Welche würden sie gerne anführen wollen? Die tatkräftige Befeuerung der größten Weltwirtschaftskrise? Kriege auf Basis von Lügen? 40 Mio Menschen ohne Krankenversicherung, liberale Waffengesetze mit u.a. der Folge, dass bei Jugendlichen “erschossen werden” die häufigste Todesursache ist, das Schauspieler Gouverneuere oder Präsidenten werden können, das im Falle von Unwetter-Katatstrophen die Behörden und Institututionen aufgrund von Mangelfinanzierung und desaströser Organsisation erst mal völlig versagen, das Lehrer im staatlichen System miserabelst bezahlt werden, etc etc. …? Ich orientiere mich da doch lieber an den Skandinaviern wenn´s recht ist.
      Ganz sicher sicher haben Sie Ihre Gründe es anders zu tun, aber die wahren muss
      man bei Ihne sehr intensiv suchen oder zwischen den Zeilen lesen.

      Wann haben Sie zuletzt eine Märchengeschichte gehört?

      Gestern, da wollte mir einer unterjubeln, die signifikant höhere Arbeitslosigkeit der Älteren läge letztlich an denen selbst, dann machte er sich daran (immerhin) seine tief verwurzelte
      Überzeugung durch Anschaung zu überprüfen und siehe da: er ward geläutert, ein wenig
      zumindest.

      Niemand sagt Bewerbern ab, weil es so viele sind.

      Sie habe schon einige Böcke geschossen, (die Gefahr steigt natürlich auch deshalb, wenn man
      hier quasi rund um die Uhr die Rolle des einsamen Rufers in der “Wüste” spielen will.)
      aber das hier gehört zu den Highligts. Es spielt insofern keine Rolle, ob ich auf dem von Ihnen genannten Stapel nach 10 Sekunde oder 10 Wochen lande : wenn auf eine Stelle 200, 300, 400 Bewerbungen kommen, gehen 199, 299 oder 399 leer aus. In Mathe sind sie mir sicher grundsätzlich überlegen, aber soviel Arithmetik behersche ich auch, um zu wissen, das sie hier z.T. allergrößten Unsinn transportieren.

      Dahin gehört Ihre Behauptung Hartz IV Empfänger würden keinen Lohn beziehen: das ist Quatsch mit Soße, denn wenn jemand Stunden-Löhne bezieht (nicht nur bei Teilzeit) die Sie hier letztlich für zumutbar und sinnvoll deklarieren, kann es sehr wohl passieren, das er aufstockend Hartz IV bezieht und genau dass passiert auch in DE.

      Das ist auch der Moment wo ich sich meine Befassung mit Ihnen dem Ende neigt (das mit Sinn etc ist geschenkt, ich kenne meine eigene Biographie und stehe damit schon als Gegenbeispiel und nicht allein. Wie wie am Thema der ältere Arbeitnehmern/arbeitssuchenden gesehen haben, ist die Erklärung eines Phänomen durch eine Untersuchung noch lange nicht schlüssig/endgültig: die Realität ergänzt das vemeintliche Ergebnis und lässt es zuweilen auch in ganz anderem Licht erscheinen. Das dürfen Sie natürlich auch zu Ihren Gunsten verwenden.)

      Sie überzeugen nicht. Ich muss auch einigen Vorrednern Recht geben, dass Sie
      sich rech häufig der Argumentationsweisen bedienen, die bei Ihnen kritisch angemahnt wurden.
      Ich wollte mich da nicht sofort anschließen, mache mir gern mein eigens Bild.
      Aber ich komme zum Schluß, dass die o.a. Vorredner im Großen und Ganzen
      Recht haben.

      Statistiken “biegen” sie sich zweilen gern zurecht. Einzelfälle, die für Ihre Position sprechen
      bauschen Sie auf, verkaufen Sie als typisch, Gegenbeispiele sind für Sie natürlich nicht repräsentativ.
      Ich hab z.B. kein Problem damit, die erfolgreiche Bewerbung Ihrer Bekannten gleich beim 1. mal zu glauben,
      (hab ich in meinem Bekanntenkreis auch ein mal erlebt, nicht ganz, es waren 3,4 Bewerbungen), aber kommen sie mir nicht damit, dass das der übliche Fall ist oder sei kann, das ist schlichtweg Blödsinn und ich kenne zig Meschen die dafür stehen und das können Sie auch tausendmal im Netz nachlesesn.

      U.a dewegen nimmt Ihre Haltung und (Selbst-) Darstellung bisweilen auch zynische Züge an,
      das ist sicher keineswegs eine Eigenart, die Neoliberale gepachet haben, aber immer wenn ich mit
      Leuten aus dieser Richtung diskutiere, kommt irgendwan dieser Zug zum Vorschein.

      Ursprünglich hatte ich noch vor, das Thema Vermögensverteilung ( deren Wirkung/Entstehun etc) zu diskutieren, da Sie diesem Thema (wie auch weiteren Fragen wie z.B- wer von welchen politisch-wirtschaftlichen Entwicklungen und warum profitiert hat) weitgehed ausgewichen sind.
      Nachdem ich dann Ihre Aussage zur Angleichung der Verteilungsungerechtigkeit ( durch 1., Krise)
      gelesen habe, halte ich das allerdings für fruchtlos.

      Eine angenehme Woche noch, lassen Sie sich nicht beim Surfen und Posten hier
      und/anderswo erwischen, wenn Sie ihren Job, den sie ja mögen (auch nicht repäsentativ)
      behalten wollen: Die Langzeitwirkung eines nicht selbs gewünschten Jobwechsels ist
      finanziell in jedem Fall verheerend, das wenigstens, wissen Sie ja.

    301. Frank Schenk schrieb am 14. Januar 2010 um 14:45 - Permalink

      Manchmal ist halt einfach Fremdschämen angesagt…

      …aber obwohl, so ein von Bertelsmann und co. bezahlter Hansel, der Senf schreibt, ne, dafür braucht man sich nicht Fremdschämen. Wundern sowieso nicht. Willkommen in der Realität unserer Politiker. Empfehle dringend “Schwarzbuch Deutschland” zur Lektüre (Amazon).

      gruß

    302. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 14:45 - Permalink

      @Klinke

      Nun, was soll ich von dem indirekten Zitat einer Studie halten, wo die Basisangaben nicht stimmen?

      Nachdem er sieben Mal erhöht wurde, liegt er derzeit bei 7,94 Euro und gibt den Stundenverdienst für etwa 2 Millionen Arbeitnehmer vor.

      Der Mindestlohn liegt heute bei 5,80 Britische Pfund, man braucht nur einen Taschenrechner einfachster Sorte, um bei einem aktuellen Kurs von 0,89 zu einem Wert von 6,50 EUR zu kommen. Für Schulabgänger gilt ein Mindestlohn von 5 EUR (der unterschlagen wird).

      Ich habe mehrfach geschrieben, dass angesichts des in Deutschland bestehenden unübersichtlichen Netzes von Mindestvorgaben wir einen Mindestlohn von 5-6 EUR probieren können. Also worüber diskutieren wir? Sie debattieren darüber, dass Sie ? aus welchen Gründen auch immer ? gerne 7,50 ? 10 EUR hätten und begründen das mit den internationalen Erfahrungen. Das wiederum ist daneben, wie der relativ hohe britische Mindestlohn zeigt, den mancher noch deutlich toppen will.

      Ich habe immer gesagt, warum ich die lange Reihe eingestellt habe. Danach steigt die Arbeitslosigkeit in GB im längerfristigen Trend.

      Vielleicht solltest du einen konkreten Beweis bringen, dass es die Mindestlöhne waren, die für den Anstieg der (Langzeit-) Arbeitslosenquoten im Königreich verantwortlich waren.

      Nö, wieso? Ich habe das ja zu keinem Zeitpunkt behauptet. Nur ist aufgrund der Zahlen der Umkehrschluss noch schwer zu führen. Der Spiegelfechter (und nun Sie) waren in der Nachweispflicht, dass ein Mindestlohn unschädlich ist. Eine frühere Studie führt an, dass anfangs weniger als 1% vom gesetzlichen Mindestlohn betroffen waren ? zu wenig, um etwas über die Arbeitsmarktwirkungen zu sagen.

      P.S.: Ich warte immer noch auf die zahlreichen Studien zur Arbeitswilligkeit. Übrigens: Falls Sie die Zahlen des SOEP zur Arbeitswilligkeit nicht anerkennen mögen, muss ich Ihnen sagen: dann können Sie keinen der in Deutschland verbreiteten Werte zu Einkommens- und Vermögensverteilung glauben, denn die kommen alle aus dem gleichen Topf. Überlegen Sie sich, ob Sie das wirklich als nicht ausreichend repräsentativ ablehnen wollen.

    303. schwitzig schrieb am 14. Januar 2010 um 14:52 - Permalink

      Vorschlag @alle:

      Ich denke, es wäre zielführender, wenn man dem StefanP nicht mehr auf sein Geschwurbel antwortet, da das Forum durch ihn doch stark beschmutzt wird, wenn man auf ihn eingeht.
      Es reicht ja, der Type zu antworten, wenn er wider Erwarten mal irgendetwas ausrülpst, das nicht einfach nur behauptet, erfunden, verdreht oder erlogen ist und bei dem ersten StefanP-Schwenk zur Propaganda nicht mehr antwortet. Andernfalls scheisst der noch jeden thread mit seinem Müll zu – und das fände ich wirklich schade, da man sich dann tatsächlich nur noch die Artikel selbst durchlesen kann.

    304. Klinke schrieb am 14. Januar 2010 um 15:04 - Permalink

      @StefanP

      Nun, was soll ich von dem indirekten Zitat einer Studie halten, wo die Basisangaben nicht stimmen?

      Nachdem er sieben Mal erhöht wurde, liegt er derzeit bei 7,94 Euro und gibt den Stundenverdienst für etwa 2 Millionen Arbeitnehmer vor.

      Der Mindestlohn liegt heute bei 5,80 Britische Pfund, man braucht nur einen Taschenrechner einfachster Sorte, um bei einem aktuellen Kurs von 0,89 zu einem Wert von 6,50 EUR zu kommen. Für Schulabgänger gilt ein Mindestlohn von 5 EUR (der unterschlagen wird).

      Das war aber jetzt ganz schwach. In die im Artikel vorkommende Berechnung fließt natürlich nicht der aktuelle Kurs ein, sondern der Umrechnungskurs zum Zeitpunkt des Verfassens.

      Ich habe mehrfach geschrieben, dass angesichts des in Deutschland bestehenden unübersichtlichen Netzes von Mindestvorgaben wir einen Mindestlohn von 5-6 EUR probieren können. Also worüber diskutieren wir? Sie debattieren darüber, dass Sie ? aus welchen Gründen auch immer ? gerne 7,50 ? 10 EUR hätten und begründen das mit den internationalen Erfahrungen. Das wiederum ist daneben, wie der relativ hohe britische Mindestlohn zeigt, den mancher noch deutlich toppen will.

      Du hast nur eine völlig unsinnige Rechnung aufgestellt, mit der du dich zu den 5-6 ? hinzuwieseln versuchtest. Warum deine Rechnung von keinerlei Belang ist, wollte dir der Spiegelfechter näherbringen, wohl ist das aber an deiner Argumentationsresistenz gescheitert.

      Ich habe immer gesagt, warum ich die lange Reihe eingestellt habe. Danach steigt die Arbeitslosigkeit in GB im längerfristigen Trend.

      Vielleicht solltest du einen konkreten Beweis bringen, dass es die Mindestlöhne waren, die für den Anstieg der (Langzeit-) Arbeitslosenquoten im Königreich verantwortlich waren.

      Nö, wieso? Ich habe das ja zu keinem Zeitpunkt behauptet. Nur ist aufgrund der Zahlen der Umkehrschluss noch schwer zu führen. Der Spiegelfechter (und nun Sie) waren in der Nachweispflicht, dass ein Mindestlohn unschädlich ist. Eine frühere Studie führt an, dass anfangs weniger als 1% vom gesetzlichen Mindestlohn betroffen waren ? zu wenig, um etwas über die Arbeitsmarktwirkungen zu sagen.

      Wie schon erwähnt kannst du das neuerliche Ansteigen aber nicht mit dem Mindestlohn in Verbindung bringen und wie schon erwähnt zeigt die Studie der LSOE die positiven Auswirkungen des Mindestlohnes, auch wenn du dies wohl weiterhin leugnest.

    305. Klinke schrieb am 14. Januar 2010 um 15:10 - Permalink

      @StefanP

      P.S.: Ich warte immer noch auf die zahlreichen Studien zur Arbeitswilligkeit. Übrigens: Falls Sie die Zahlen des SOEP zur Arbeitswilligkeit nicht anerkennen mögen, muss ich Ihnen sagen: dann können Sie keinen der in Deutschland verbreiteten Werte zu Einkommens- und Vermögensverteilung glauben, denn die kommen alle aus dem gleichen Topf. Überlegen Sie sich, ob Sie das wirklich als nicht ausreichend repräsentativ ablehnen wollen.

      Du Zahlen mögen schon stimmen, die zweifle ich auch nicht an, nur die Auswertung ist fragwürdig. WasJetzt? hat dir doch schon eine andere, mindestens genauso gute, Interpretationsmöglichkeit der Daten geliefert. Dabei hat er sich strikt an deinen Vorschlag gehalten hat, sich der Daten der Primärquelle zu bedienen und eigene Schlüsse zu ziehen, während du nur wiederkäust, was das DIW schreibt. Damit machst du dich nur zum Sprachrohr Dritter und dies hast du doch auch schon mal angeprangert.

    306. Klinke schrieb am 14. Januar 2010 um 15:28 - Permalink

      schitzig

      Ich denke, es wäre zielführender, wenn man dem StefanP nicht mehr auf sein Geschwurbel antwortet, da das Forum durch ihn doch stark beschmutzt wird, wenn man auf ihn eingeht.

      Stimmt, zudem wird man ganz kirre, wenn man sich mit marktradikalen Dogmen befassen muss.

    307. WieJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 15:30 - Permalink

      Vorschlag @alle:

      Ich denke, es wäre zielführender, wenn man dem StefanP nicht mehr auf sein Geschwurbel antwortet, da das Forum durch ihn doch stark beschmutzt wird, wenn man auf ihn eingeht.
      Es reicht ja, der Type zu antworten, wenn er wider Erwarten mal irgendetwas ausrülpst, das nicht einfach… .

      Ich denke sowas sollte und kann man nicht mit einem Aurfuf regeln.
      Das erinnert mich auch an die neoliberal dominierten threads (User-Zahlengemäss),
      in den genau sowas gemacht wird: Aufrufe, Gruppenkeile, Sperre. .. .
      Not my style.

      Ich fand und finde es auch viel spannender mitverfolgen zu können,
      wenn die Maske fallen und hinter wissenschaftlicher, nichtwissenschfticher oder pseudowissensschaftlicher Argumentation getarnt die eigentliche Haltung gegenüber den
      Mitmenschen und die Überzeugung, was eine Gesellschaft eigentlch ausmacht und zusammenhält, zu Tage tritt.

      Und: man kann jederzeit aussteigen und/oder sich anderen zuwenden:-)

    308. WieJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 16:08 - Permalink

      @all:

      Das Verhältnis von Arbeitnehmereinkommen zu Unternehmens- und Vermögenseinkommen, hat sich die vergangenen 4 bis 5 Jahre deutlich auseinanderentwickelt: Der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen ist von 72 % auf weniger als 67 % gesunken (Stand 2006).
      Deutsche Löhne und Gehälter bewegen sich seit ca. 2000 preisbereinigt mit minus 3,4 % im Rückwärtsgang, ganz im Unterschied zu den Unternehmens- und Vermögenseinkommen mit plus 36 % (Zahlen bis Aprill 2008).
      Die finanziell-wirtschaftlichen Folgen Vermögender dürften angsichts der durch die Akteure und Verursacher der Finanzkrise ( das waren weder Abeitslose noch Niedriglöhner, Ältere oder Linke etc.), sich bei weitem nicht so auswirken wie für den Durchschnittsverdiener. oder Arbeitslosen.
      Wenn einer nur noch 8 Mrd statt 12 Mrd. hat oder 30 Milio. statt 50 hat, verkraftet der das sicher
      viel leichter, außerdem geht es für letztgenannte schon wieder deutlich nach oben.

      Welcher Normalverdiener, Geringverdiener oder Arbeitsloser kann das schon für sich behaupten, das Gegenteil ist der Fall.

    309. titus schrieb am 14. Januar 2010 um 16:39 - Permalink

      meine meinung:
      dieser stefanp muss ein sehr einsamer mensch sein…
      was ja eigentlich auch seine überproportionalen postingzeiten belegen.
      wer zum teufel würde sich freiwillig mit ihm, ob privat oder beruflich, abgeben…?
      nur in einem relativ kleinen, unwichtigen blog kann er seinen müll noch absondern, in allen anderen ist er wahrscheinlich schon rausgekickt…
      frage mich nur, wielange der hausherr dieses noch zulässt, ohne einen grossteil seiner leser zu verlieren…
      eindeutig rechtslastige kommentare sind, zurecht, ruckzuck verschwunden, aber dieses menschenverachtende,wirtschaftsfaschistoide geschwurbel bläht den thread auf, das das lesen keinen spass mehr macht…
      immer mehr merke ich an mir, das die hemmschwelle der puren gewaltanwendung solchen personen gegenüber fällt…
      ich glaub nicht, das dieser herr ein persönliches treffen überleben würde…

      ps: irgendetwas an den “irrelevanten”gekennzeichneten kommentare stimmt nicht. diese lassen sich trotz des “anzeigen” buttons nicht lesen.

    310. Retans schrieb am 14. Januar 2010 um 16:55 - Permalink

      @ WieJetzt? #308

      “(…)Verursacher der Finanzkrise ( das waren weder Abeitslose noch Niedriglöhner, Ältere oder Linke etc.) (…)”

      Eigentlich warte ich schon lange auf solche “Erklärungen” als Krisenursache, aber das kann ja noch werden.

      Die Steuerminderer und Steuerhinterzieher werden hoch respektiert und falls einmal dagegen angegangen wird, kommt umgehend die Nummer mit der “Neidkampagne”. Diejenigen, die keinen ordentlich bezahlten Job bekommen, gönnt man nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln, wobei ihnen haarklein vorgerechnet wird, welch’ ungeheuerliche Anspruchshaltung vorliegt, während sich die eigentlichen Nassauer unter Applaus der gehobenen Stände aus der Schusslinie bringen.

    311. Hilde schrieb am 14. Januar 2010 um 16:59 - Permalink

      @StefanP(oneros)

      Offensichtlich trägt der Wille aber nicht so weit, jenseits der Zwei-Personen-Haushalte wieder normal mit mehreren Kindern ?in Armut? aufzuwachsen. Komisches Verständnis von Hartz-IVlern.

      Menschenwürde ist Deiner Meinung nach also überflüssig? Komisches Verständnis von Demokratie.

      Die größte Gruppen von Langzeitarbeitslosen sind Alleinerziehende, ältere Erwerbslose und Geringqualifizierte.

      Dir muss es wirklich schlecht ergehen, sonst würdest Du diese Gruppen nicht ständig abwerten.

      Übrigens erstaunlich, wie sich sozial Engagierte für das Schonvermögen einsetzen. Darunter fallen 0,5% der Langzeitarbeitslosen. Sozusagen Lobby für Luxus-Hartzler.

      Von der Anhebung des Schonvermögens profitieren ausschließlich die Versicherungskonzerne. Ulkig, wie leicht Du auf diesen PR-Gag hereingefallen bist.

    312. name schrieb am 14. Januar 2010 um 17:02 - Permalink

      Titus, ich seh das genau so wie Du, aber haargenau, und man macht sich so seine Gedanken, was Ursache dafür sein könnte, daß ein Persönchen wie “StefanP” hier im Dauerrausch den bad cop spielen darf.

      Mit Musik lässt sich der Spinner aber ertragen http://www.myspace.com/ratatoeska und Auge in Auge, würde ich ihm nicht nur den Kopf waschen ;)

    313. Spiegelfechter schrieb am 14. Januar 2010 um 17:28 - Permalink

      Kinder, macht Euch doch nicht in die Hose, nur weil hier ein Vertreter der herrschenden Leere sein Unwissen zum Besten gibt. Da draußen wimmelt es nur so von “StefanPs”.

      Ich sehe es auch nicht ein, warum ich ihn sperren sollte. Nur weil jemand eine andere Meinung hat, heißt dies nicht, dass er sie nicht äußern darf. Das wäre Zensur und unglaubwürdig für ein Blog, das sich gegen Zensur wendet.

      *kopfschüttel*

    314. WieJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 17:40 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich sehe es auch nicht ein, warum ich ihn sperren sollte. Nur weil jemand eine andere Meinung hat, heißt dies nicht, dass er sie nicht äußern darf. Das wäre Zensur und unglaubwürdig für ein Blog, das sich gegen Zensur wendet.

      Das sehe ich grundsätzlich genauso (von strafrechtlich relevanten Äußerungen abgesehen), außerdem ist so ein Threa durchaus sehr lehrreich, auch durch oder wegen eines StefanP. Nur sicher nicht
      auf breiter Strecke in dem von ihm beabschtigten Sinne.

      Und: vieles regelt sich “von selbst.”.

    315. schwitzig schrieb am 14. Januar 2010 um 17:50 - Permalink

      @SF

      Ich sehe es auch nicht ein, warum ich ihn sperren sollte. Nur weil jemand eine andere Meinung hat, heißt dies nicht, dass er sie nicht äußern darf. Das wäre Zensur und unglaubwürdig für ein Blog, das sich gegen Zensur wendet.

      Korrekt. Abgesehen davon ist es sicherlich hilfreich, die Argumentationsstränge solcher Leute zu sehen, damit man nicht sprachlos ist, wenn einem so einer mal in der Realität begegnet.

      Besser wäre es, ihm nur zu antworten, wenn er beim Thema bleibt und nicht Halbwahrheiten und Behauptungen akkumuliert – denn er ist in erster Linie reaktiv und nicht aktiv, so dass durch diese Massnahme das StefanP-Rauschen in diesen Foren doch deutlich abnehmen würde.
      Man muss es ihm nicht nachweisen, wenn er Schwachsinn rülpst – er ist intelligent und weiss das selber.
      Abgesehen davon ist er in vernünftigen Maßen sicherlich eine Bereicherung, weil er eben nicht dem Mainstream in diesem Forum folgt, sondern als Kontrapunkt eine Art CDU/FDP/NPD-Wähler abbildet.
      Es kann eigentlich nicht verkehrt sein, sich mit der Gedankenwelt dieser leider im Moment oben schwimmenden Hampelmänner auseinanderzusetzen.

    316. Brettermeier schrieb am 14. Januar 2010 um 17:50 - Permalink

      @ StefanP # 260:

      Sie verzerren meine Aussagen.

      Sie zitieren eine einzige Studie zum Mindestlohn, obwohl es inzwischen zahlreiche gibt. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Einführung einer Lohnuntergrenze haben wird. Wie sehr, darüber besteht Uneinigkeit.

      Also ganz offensichtlich habe ich drei Studien zitiert. Bzgl. GB hat Klinke (#294) eine weitere Studie hinzugefügt. Außerdem schrieb ich selbst:

      Man darf zwar nciht unterschlagen, dass es Studien gibt, die je nach Methodik, Betrachtungszeitraum und Land zu negativen, positiven und neutralen Beschäftigungseffekten kommen. Die einseitige Darstellung des hiesigen Platzhirsches kann aber auf jeden Fall nicht als wirtschaftswissenschaftlicher Konsens bezeichnet werden.

      Darum ging es. Es ist aber schön zu sehen, wie Sie Ihre anfängliche Position immer weiter relativieren müssen…

      Wenn Sie durchscrollen, werden Sie feststellen, dass ich an keiner Stelle von sicheren Massenentlassungen gesprochen habe, sondern immer nur von ?Risiken?. Diese Risiken werden von Befürwortern einfach ausgeblendet und nur von den Vorteilen gesprochen (die so tolle nicht sind, wie festgestellt wurde). Fairness ist nicht gerade ein linker Begriff.

      Nun, ich habe Ihnen diese Formulierung gar nciht unterstellt, sondern nur von “Entlassungen” geredet. Wozu die Dramatisierung? Sie sprachen (#245) von “Risiken, da warnt die OECD ? und die muss es wissen, schließlich analysiert sie regelmäßig die Situation in jedem Mitgliedsland ? würden bei einem Mindestlohn Jobverluste einhergehen”. Das ist doch eindeutig, oder? Außerdem glaube ich nicht, dass Mindestlohnbefürworter die möglichen negativen Folgen ausblenden. Das ist vielmehr ein politischer Abwägungsprozess: Sie kommen zum Schluss, dass die negativen Konsequenzen überwiegen, andere Leute sehen positive Effekte überwiegen.

      Wenn Sie mitlesen, wissen Sie, dass ich selber den Vorschlag unterbreitet habe, zu testen, wie das seriöse Leute tun. Mit einem allgemeinen Mindestlohn von 5,50-6,00 EUR anfangen und zu schauen, was passiert.

      Aha. Ich habe gerade noch mal nach dieser Ihrer Aussage gesucht, sie aber nicht finden können. Ungefähre Angabe, wann und wo? Ich kann mich nur erinnern, dass SIe über die angemessene Höhe eines Mindestlohnes gestritten haben, aber nicht dass sie vorgeschlagen hätten, diesen testweise einzuführen. Das würde mich bei Ihrer anfänglichen scharfen Kritik an Mindestlöhnen auch wundern, denn einen einmal eingeführten Mindestlohn inclusive seiner Folgen wieder rückgängig machen zu können, wäre naiv zu glauben. Denn durch den Mindestlohn steigt der Reservationslohn, sodass dauerhafte Effekte entstehen. Dies konnte z.B. bei Experimenten mit künstlichen Arbeitsmärkten gezeigt werden. Dabei zeigte sich übrigens auch eine höhere Beschäftigung durch den Mindestlohn.
      Hier die zugehörige Studie:

      Falk, Armin, Ernst Fehr, and Christian Zehnder. 2006. “FAIRNESS PERCEPTIONS AND RESERVATION WAGES–THE BEHAVIORAL EFFECTS OF MINIMUM WAGE LAWS.” Quarterly Journal of Economics 121, no. 4: 1347-1381.

    317. titus schrieb am 14. Januar 2010 um 17:57 - Permalink

      schauts euch an,wohin die reise geht:
      von hier, weil solche schmierenblätter lese ich nicht…
      http://feynsinn.org/
      oder wer sich das original reinziehen will…
      http://www.welt.de/politik/deutschland/article5837470/Niedrigloehne-Hartz-IV-und-Zeitarbeit-sind-ein-Segen.html
      Arbeit macht Frei äh Glücklich

    318. Herr Knecht schrieb am 14. Januar 2010 um 18:01 - Permalink

      @SF

      auch wenn die kommentare von dir als irrelevant gekennzeichent sind. irgendwie kann ich sie, sofern ich sie lesen will, nciht mehr aufklappen. ein bug, oder liegt der fehler irgendwo bei mir?

    319. Spiegelfechter schrieb am 14. Januar 2010 um 18:03 - Permalink

      @Herr Knecht

      Habe ich auch festgestellt. Das Plugin ist wohl nicht 100% mit der aktuellen WP-Installation kompatibel. Wenn Du dich registrierst und einloggst, funktioniert es. Ich kann da momentan nur warten, bis das Plugin angepasst wird. Sorry.

    320. Zensuropfer schrieb am 14. Januar 2010 um 18:04 - Permalink

      Zitat SF:
      “Nur weil jemand eine andere Meinung hat, heißt dies nicht, dass er sie nicht äußern darf. Das wäre Zensur und unglaubwürdig für ein Blog, das sich gegen Zensur wendet.”

      Haha, seit wann das denn?

      Bei einem anderen Thema haben Sie es sich nicht nehmen lassen, alle kritischen Kommentare zum Thema Einwanderung und Integrationsprobleme zu löschen, Sie Heuchler! Und nein, diese Kommentare waren keineswegs “rechtsradikal”, sondern völlig legitim und belegbar.

    321. Unbequemer schrieb am 14. Januar 2010 um 18:05 - Permalink

      Also dann rechnen wir mal: (Werte 2010)

      40 Stunden pro Woche * 52 Wochen * 5 ? / 12 Monate = 866.67 ?

      Das wäre ja Brutto! Bei Steuerklasse 3 ohne Kinder ohne Kirchensteuer in Niedersachsen

      KV 68,47 ? PV 10,62 ? RV 86,23 ? ALV. 12,13 ? = 177,45 ? Abzüge und 689,22 ? Netto.

      Selbst der sogenannte kleine Selbstbehalt geht von 770,- ? aus. Die Pfändungsfreigrenze liegt bei 989,99 ?.

      Dieser Betrag müsste mindestens Netto für einen Alleinstehenden herauskommen, wenn der Lohn/ das Gehalt ausreichend sein soll.

      Brutto wäre monatlich ca 1.244,- ? erforderlich. Rechnen wir rückwärts:

      1244 * 12 / 52 / 40 = 7,17 ? Stundenlohn ist erforderlich um die Pfändungsfreigrenze zu erreichen.

      Wer für weniger arbeitet, versklavt sich selbst.

    322. Spiegelfechter schrieb am 14. Januar 2010 um 18:06 - Permalink

      @Schwitzig

      Besser wäre es, ihm nur zu antworten, wenn er beim Thema bleibt und nicht

      Sehr richtig – daher gehe ich auch nur auf Sachen ein, die direkt etwas mit dem Thema zu tun haben. Sonst wird das eine fruchtlose Generaldebatte (die schon mehrfach geführt wurde), die sich auf 300 und mehr Kommentare erstreckt.

    323. Spiegelfechter schrieb am 14. Januar 2010 um 18:07 - Permalink

      @Zensuropfer

      Richtig – rechtsradikale Hetze lösche ich natürlich.

    324. Very Cool schrieb am 14. Januar 2010 um 18:18 - Permalink

      @Unbequemer am 14. Januar 2010 um 18:05 #321
      Sehr richtig.
      Zu berücksichtigen ist noch, dass man eigentlich nicht von einem Jahresgehalt ausgehen kann, da es heutzutage üblich ist, nur 1/2 Jahresverträge zu bekommen.
      Außerdem sieht das bei Steuerklasse IV bzw I oder sogar V noch viel schlimmer aus.
      Und 100 Euronen an Fahrtkosten, damit man überhaupt arbeiten kann, kommen etwa auch noch dazu.

      Dein Zitat leicht abgewandelt: Wer für so wenig arbeitet, versklavt sich selbst.

      Zusatz: 1400 DM netto habe ich mit meinem ersten Gesellenlohn verdient. 1977!
      Dass die Lebenshaltungskosten in den letzten 30 Jahren gestiegen sind, braucht man ja wohl niemanden vermitteln.

    325. WasJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 18:19 - Permalink

      @Brettermeier (wie oft aufschlussreich zu lesen, kenne Sie auch aus anderen Foren;-))

      Also ganz offensichtlich habe ich drei Studien zitiert. Bzgl. GB hat Klinke (#294) eine weitere Studie hinzugefügt. ..

      Verdammt, das wollte ich doch noch in meinem Beitrag 300 unterbringen.
      Was solls, letzlich ein weiteres Indiz für mein o.a. Fazit.

    326. Herr Knecht schrieb am 14. Januar 2010 um 18:33 - Permalink

      @SF

      @Herr Knecht

      Habe ich auch festgestellt. Das Plugin ist wohl nicht 100% mit der aktuellen WP-Installation kompatibel. Wenn Du dich registrierst und einloggst, funktioniert es. Ich kann da momentan nur warten, bis das Plugin angepasst wird. Sorry.

      Nope, trotz registrierung immer noch nicht. Nicht so wichtig, wollt es dich nur wissen lassen.

    327. titus schrieb am 14. Januar 2010 um 18:39 - Permalink

      Sehr richtig ? daher gehe ich auch nur auf Sachen ein, die direkt etwas mit dem Thema zu tun haben. Sonst wird das eine fruchtlose Generaldebatte (die schon mehrfach geführt wurde), die sich auf 300 und mehr Kommentare erstreckt.

      da frägt man sich dann aber, warum eindeutig menschenverachtender kommentar dieses herrn nicht als “irrelevant” markiert sind…
      oder freuts den hausherrn einen provokateur zu haben, der den kommentarbereich aufplustert, nach dem motto: ein klick – ein dollar…

      Korrekt. Abgesehen davon ist es sicherlich hilfreich, die Argumentationsstränge solcher Leute zu sehen, damit man nicht sprachlos ist, wenn einem so einer mal in der Realität begegnet.

      ich glaub nicht, das diese argumentationsstränge hilfreich sind, diese schüren nur hass und gewalt gegen ebensolche leute…

    328. StefanP schrieb am 14. Januar 2010 um 18:39 - Permalink

      @Brettermeier

      Ich hoffe doch nicht Ihre Aussagen zu verzerren, das wäre übrigens langweilig. Sie haben zwei Studien zu exakt dem gleichen Fall zitiert, dabei gibt es doch so viele. Und wenn Sie die Abhandlung über eine Seite der Böckler-Stiftung als Studie bezeichnen, so stehen Sie mit Sicherheit erst am Anfang Ihres Studiums.

      Eine umfangreiche Untersuchung aus neun Ländern kam zu divergierenden Studienergebnissen: In 24 Fällen ergab sich eine Unterstützung für das neoklassische Standardmodell, also Evidenz für negative Beschäftigungseffekte. Widersprüchliche Ergebnisse wurden bei sieben Studien konstatiert und unerwartete Ergebnisse, also entweder keine oder sogar positive Beschäftigungswirkungen, in 15 Fällen aufgezeigt.(Seite15). Oder Laroque und Salanié (2002), die einen signifikanten Einfluss des Mindestlohns auf die Höhe der Arbeitslosigkeit in Frankreich sahen. Wobei gerade Frankreich im Fokus steht und nach überwiegender Überzeugung der hohe Mindestlohn negative Beschäftigungseffekte generiert.

      Oder der Sachverständigenrat (401ff.), der zu dem nicht ganz überraschenden Ergebnis kommt, dass die Wirkungen in den USA und UK gering, in Frankreich jedoch sehr weitreichend sind. Oder ILO, wonach moderate Mindestlöhne zu keinen, hohe dagegen zu gravierenden Beschäftigungseinbußen führen.

      Das alles hätten Sie anführen können, wenn es Ihnen um Objektivität gegangen wäre. Für eine Seminararbeit reicht das nicht.

      Es ist aber schön zu sehen, wie Sie Ihre anfängliche Position immer weiter relativieren müssen?

      Wo bitte? Dann gehen wir an den Anfang und schauen, was da wirklich meine Position war. Und was Sie interpretiert haben.

      Außerdem glaube ich nicht, dass Mindestlohnbefürworter die möglichen negativen Folgen ausblenden. Das ist vielmehr ein politischer Abwägungsprozess.

      Warum lassen sie dann die Öffentlichkeit an diesem Abwägungsprozess nicht teilhaben, um die Entscheidung transparent zu machen? Weder von Politikern der Linkspartei noch von einseitig beleumundeten Öffentlichkeitsarbeitern habe ich je nur ein Wort gehört, dass ein Mindestlohn ggf. auch zu Arbeitsplatzverlusten führen kann.

      Den Vorschlag eines Mindestlohns von 5 EUR habe ich bereits vor zwei Jahren gemacht, ist also nicht so neu. Ich bin kein Ideologe, in vielen Branchen gibt es entweder einen gesetzlichen Mindestlohn oder über Tarifverträge eine De-facto-Untergrenze. Fatal ist dieses Gemisch. Deswegen ist es aus ökonomischer Sicht am sinnvollsten, die Regeln zu vereinheitlichen und mit einem Testballon zu beginnen. Nur das ist Theorie, dafür gibt es keine Mehrheiten. Eine solche Regelung scheitert nicht an der starren Haltung der Gegner, sondern der Befürworter, die auf Biegen und Brechen im ersten Gang eine hohe Untergrenze durchdrücken wollen. Dem hat hier übrigens niemand widersprochen.

    329. WasJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 18:43 - Permalink

      @very cool

      Dass die Lebenshaltungskosten in den letzten 30 Jahren gestiegen sind, braucht man ja wohl niemanden vermitteln.

      Nein, und wenn man z.B wissen will, wo der größte Teil der kontinuierlich gestiegen Stromkosten hingeht , braucht man nur die “Jubelberichte” über Milliardengwinne von z.B EON lesen.
      Der Aktionär freut sich auch hier.

    330. Brettermeier schrieb am 14. Januar 2010 um 19:56 - Permalink

      @ WasJetzt? (#325)

      Brettermeier (wie oft aufschlussreich zu lesen, kenne Sie auch aus anderen Foren;-))

      Das würde mich jetzt aber wundern, da ich eigentlich in keinen Foren mein Unwesen treibe… aber vllt. habe ich aus Versehen jemandem den Nick geklaut ;-)

      @ StefanP:

      Und wenn Sie die Abhandlung über eine Seite der Böckler-Stiftung als Studie bezeichnen, so stehen Sie mit Sicherheit erst am Anfang Ihres Studiums.

      ROFL. Über mein Studium machen Sie sich mal keine Gedanken. Wer lesen kann, ist jedenfalls klar im Vorteil. Am Ende der zitierten Seite finden Sie nämlich die Quelle (orangefarbener Kasten “Quellen und Bildnachweise”): David Metcalf: Why Has the British National Minimum Wage Had Little or No Impact on Employment? CEP Discussion Paper No. 781, April 2007

      Das alles hätten Sie anführen können, wenn es Ihnen um Objektivität gegangen wäre. Für eine Seminararbeit reicht das nicht.

      Hm. Vielleicht ist das hier auch keine Seminararbeit, sondern lediglich ein Meinungsaustausch in einem Blog? Aber danke für die Überblicksstudie. Die ist erstens interessant, und zweitens bestätigen Sie ja damit meine Kernaussage, dass die Schädlichkeit von Mindestlöhnen kein Konsens ist (24:7:15). Darum ging es. Wie gesagt, dass unterschiedliche Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, habe ich oben zweimal betont.

      Warum lassen sie dann die Öffentlichkeit an diesem Abwägungsprozess nicht teilhaben, um die Entscheidung transparent zu machen? Weder von Politikern der Linkspartei noch von einseitig beleumundeten Öffentlichkeitsarbeitern habe ich je nur ein Wort gehört, dass ein Mindestlohn ggf. auch zu Arbeitsplatzverlusten führen kann.

      “habe ich je nur ein Wort gehört” ist auch nicht gerade eine überprüfbare Behauptung. Ich würde aus meinem Gedächtnis heraus jedenfalls das Gegenteil behaupten, dass verschiedene Befürworter durchaus in Dikussionsrunden etc. mit dieser Befürchtung konfrontiert waren. Das Argument war dann, dass sicherlich Jobs wegfallen werden, aber auch neue entstehen. Und selbstverständlich gibt es abseits ökonomischer Theorie auch noch jede Menge Argumente pro Mindestlohn (kann man hier im Thread ja nachlesen).

      Den Vorschlag eines Mindestlohns von 5 EUR habe ich bereits vor zwei Jahren gemacht, ist also nicht so neu.

      Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich nicht jedes Detail der Diskussionen in diesem Blog von vor 2 Jahren im Gedächtnis habe, mein fotografisches Gedächtnis lässt mich doch sonst nie im Stich^^

      Eine solche Regelung scheitert nicht an der starren Haltung der Gegner, sondern der Befürworter, die auf Biegen und Brechen im ersten Gang eine hohe Untergrenze durchdrücken wollen.

      Wieder so eine Behauptung ohne Belege. Welche Gegner eines Mindestlohnes (sagen wir mal Arbeitgeberverbände oder die INSM z.B.) argumentieren denn bitte so wie Sie und konstatieren, dass ein Mindestlohn zwar ökonomisch theoretisch sinnvoll wäre, aber dass die Mindestlohngegner dies wegen zu hoher Ansprüche verhindern? Das ist nun wieder mir neu, ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.

    331. Kronleuchter schrieb am 14. Januar 2010 um 20:06 - Permalink

      @ Unbequemer (Posting 321)

      Sach ma’, was soll’n der Quatsch? Wie kommst Du dazu, hier Berechnungen für einen Single anzustellen? Wo wir doch mittlerweile alle wissen, daß es nur Schlosser mit Frau und zwei (oder auch mehr) Bälgern gibt!

      @StefanP(hrasendrescher)

      Bekomme ich noch eine Antwort auf meine Frage in Posting 296? Oder schweigt sich Ihr Neolib-Handbuch dazu aus?

    332. Unbequemer schrieb am 14. Januar 2010 um 21:22 - Permalink

      Unbequemer: Nun, dann eben für eine Familie mit 2 Kindern:

      4 Personen haben eine Pfändungsfreigrenze von 1.979,99 ?
      Kindergeld 368,- ? also 1.611,99 ? Nettoeinkommen notwendig.

      Erforderliches Bruttoeinkommen = 2.088,- ? (Netto 1.611,70 ?)

      Erforderlicher Stundenlohn12,05 ? bei einer 40-Stunden-Woche.

      Dann wäre das Existenzminimum für eine solche Familie zu erreichen.

    333. Peleo schrieb am 14. Januar 2010 um 22:01 - Permalink

      @ StefanP, 287

      Und das in einem Thread, wo sich jeder über eine ?Zensursula? aufregt

      Für Sie ist also Steuerehrlichkeit vergleichbar mit Kinder-Pornographie? Bemerkenswert.

      Und wo bleibt die Logik: v. d. Leyen wollte doch den Zugang zu Websites SPERREN, nicht ÖFFNEN.

      Dass es in Schweden Bestrebungen gibt, das Gesetz zu kippen, wundert mich nicht angesichts des Verhaltens von IKEA, Elektrolux/AEG und Vattenfall.

    334. WieJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 22:15 - Permalink

      @ Brettermeier

      Das würde mich jetzt aber wundern, da ich eigentlich in keinen Foren mein Unwesen treibe?

      Ist auch ein wenig her: ich glaube, es war ein Forum, das mit “C” (genauer will ich nicht werden),
      anfängt.;.) Ansonsten könnte Sie mit Nick-Klau Recht haben.;-)

    335. WasJetzt? schrieb am 14. Januar 2010 um 23:47 - Permalink

      @titus

      schauts euch an,wohin die reise geht:
      von hier, weil solche schmierenblätter lese ich nicht?
      http://feynsinn.org/
      oder wer sich das original reinziehen will?
      http://www.welt.de/politik/deutschland/article5837470/Niedrigloehne-Hartz-IV-und-Zeitarbeit-sind-ein-Segen.html
      Arbeit macht Frei äh Glücklich

      Ja, die Springer-Presse hat kein Problem sich zu drehen und zu wenden wie es grad passt.
      Und das nicht nur mit der B… Zeitung.

      Hier, noch vor gar nicht allzulanger Zeit hieß es in der Welt:

      Deutschlands Arbeitnehmer wurden in den vergangenen Jahren geschröpft wie nie zuvor.

      Von den Erträgen der deutschen Wirtschaft wurden laut DIW im vergangenen Jahr 61 Prozent als Lohn an die Arbeitnehmer ausgezahlt, so wenig wie niemals zuvor. Noch im Jahr 2000 hatte die Quote demnach bei 68 Prozent gelegen. Im Gegenzug seien die Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit und aus Kapitalvermögen in den vergangenen fünf Jahren besonders stark gestiegen. Zwar sei eine solche Entwicklung in Boomzeiten normal, sie verlief aber nun laut DIW ?rasant?.

      http://www.welt.de/wirtschaft/article4308092/Loehne-der-Arbeitnehmer-sinken-Abgaben-steigen.html

      Und dazu der Schluss in dem von Ihnen verlinkten Artikel der Welt:

      Deshalb war auch die Devise der Hartz-IV-Reform richtig: Jeder Job ist zumutbar. Wenn er zum Leben nicht reicht, stockt der Staat auf. Zumal es ja nicht für immer bei dem schlecht bezahlten Job bleiben muss. Wer einmal den Einstieg in den Arbeitsmarkt geschafft hat, kann sich an den Aufstieg machen.

      Da kann man nur noch staunend, eher fassungslos davorstehn. Und wenn man weiß wer hier den größten Einfluss über die Medien hat, dem wird losgischerweise sehr “unwohl.”

    336. effizienzcluster schrieb am 15. Januar 2010 um 02:49 - Permalink

      @ Peleo
      @all

      “Für Sie ist also Steuerehrlichkeit vergleichbar mit Kinder-Pornographie? Bemerkenswert. ”

      Wir stellen fest: StefanP ist ein schambefreiter unsympath der allerübelsten sorte.
      (Dir, StefanP, vor die Füße spuck…)

      man sollte ihm seinen gedanklichen dreck immer und immer wieder unter die nase reiben sobald er ins forum geschissen hat, bei katzen funktionierts…

    337. caf schrieb am 15. Januar 2010 um 04:21 - Permalink

      @StefanP

      Auf unserem Arbeitsmarkt ist der Anteil ungebildeter und wenig qualifizierter AN extrem gross. Deshalb kann es m.E. nach gar keinen richtigen Wettbewerb seitens der AG um die “Ware” Humankapital im Niedriglohnsektor geben. Deshalb ist die Debatte um den Mindestlohn in der heutigen Zeit, eine, die ueber das reine “Markt regelt alles – Denken” hinausgehen MUSS!

      Und was ist Ihre Meinung ggue. der Aussage, dass wir im Prinzip auf modernen Sklavenhandel zusteuern, bzw. ihn schon haben? Sehen Sie das denn nicht auch?

      Wenn ich mit einem Gut ueberschwemmt werde, das meinen Wuenschen kaum entspricht, z.B. weissen Bohnen, weil ich die nicht so mag, dann werde ich fuer diese Bohnen mit gutem Gewissen max. einige Cents zahlen. So aehnlich sehen das auch viele Neolibs und AG. Ja, viele Leute haben doch so eine Qualitaetsethik, nicht wahr?
      Nur, dummerweise gehts nicht um weisse Bohnen, sondern um Menschen. Menschen, die, nebenbei erwaehnt, bei Chancengleichheit zum Grossteil Top-Manager oder Schriftsteller oder sonst was werden koennten.

      An sonsten finde ich diese Diskussion doch sehr ermuedend, und traue sowieso keiner Statistik, die ich nicht selbst gefaelscht habe…

    338. salvo schrieb am 15. Januar 2010 um 09:06 - Permalink

      Richtig ? rechtsradikale Hetze lösche ich natürlich.

      was meiner Sicht nach inkonsequent ist, denn wenn man sich schon abstrakt auf den absoluten Standpunkt der sogenannten Meinungsfreiheit für alle setzt, sollte dieses Recht auch allen Vertretern verbrecherischer menschenverachtender Ideologien zukommen, nicht nur denen, die per jeweils geltenden Konsens ausgegrenzt werden. Wobei es durchaus zahlreiche Hinweise auf die Gemeinsamkeiten beider Ideologierichtungen gibt, denen, die unter dem Label Rechtsradikalismus fallen, und der unter dem Neoliberalismus zusammengefaßten. Wenn man sich die konkreten Ausprägungen des neuzeitlichen Faschismus (gerade in den südamerikanischen Staaten) anschaut, wird man feststellen, dass sie stes eine Verschmelzung beider Strömungen sind. Grundsätzlich ist es wohl richtig, wenn man sich offen mit beiden auseinandersetzt. Nun, wie ich in meinem obigen Beitrag angedeutet habe, setzt das aber ‘Waffengleichheit’ voraus, die nun mal nicht gegeben ist, wenn auf der anderen Seite mit großen zeilichen Ressourcen ausgestattete gut ausgebildete (und möglicherweise professionelle) Manipulatoren auftreten.
      Ich habe zb nicht die Zeit eine Auseinanderstzung rund um die Uhr zu leisten. Die Gefahr, dass aus dem freien ein manipulativer Raum wird, ist nun mal gegeben, wenn man nicht die Kraft und die Ressourcen hat, ihn zu verteidigen. Ein anderes Problem, das ich sehe ist, dass dieser Ansatz, der auf das Recht auf Meinungsaüßerung fokussiert ist, zwischen Opfer und Täter nicht unterscheidet. Man kann nun mal nicht jedem Opfer zumuten, den selben Raum, auch wenn es ein virtueller diskursiver ist, mit dem Täter zu teilen. So kann ich nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die sich das nicht auch noch hier antun wollen und sich zurückziehen. Und, ich gehe schon davon aus dass solche Vertreibung durchaus gewollt ist.

    339. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2010 um 09:47 - Permalink

      @Salvo

      Ja, vielleicht hat das auch etwas mit dem geltenden Konsens zu tun. Sagen wir es mal so – ich stelle mir eine Diskussion vor, die nicht nur gegenseitiges “Eierschaukeln” ist, sondern auch ein Abbild der aktuellen politischen Diskussion “da draußen” darstellt. Ob neoliberale oder markradikale Thesen nun menschenverachtend sind – in einigen Punkten sind sie das – ist natürlich ein interessanter Aspekt. Würde ich hier aber einschreiten, käme ich aus dem Löschen gar nicht mehr raus. Auch die Kommentare von einigen altbekannten “linken” Kommentatoren, wie beispielsweise “Name” sind oft menschenverachtend. Nur dass er – anders als “Rechte” oder “Neoliberale” nicht die “Schwachen”, sondern die vermeintlich “Starken” aufs Korn nimmt. Wenn ich ein solches Zensurregime einführe und mich wirklich bemühe “objektiv” zu sein, hättet ihr wenig Spaß am Diskutieren.Wenn ich indes subjektiv vor mich hinwurschtele und Gesinnungszensur betreibe, kann ich den Blog auch dicht machen – dann hätte ich meine Ideale über Bord geschmissen. So bleibe ich dabei, nur persönlich verletzende, rechtlich zu beanstandende und fremdenfeindlich Kommentare zu löschen, da diese drei Kategorien leicht “objektiv” abgrenzbar sind und m.E. nichts in einer gepflegten Diskussion zu tun haben.

    340. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 09:58 - Permalink

      @Brettermeier

      Hm. Vielleicht ist das hier auch keine Seminararbeit, sondern lediglich ein Meinungsaustausch in einem Blog? Aber danke für die Überblicksstudie. Die ist erstens interessant, und zweitens bestätigen Sie ja damit meine Kernaussage, dass die Schädlichkeit von Mindestlöhnen kein Konsens ist (24:7:15). Darum ging es. Wie gesagt, dass unterschiedliche Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, habe ich oben zweimal betont.

      Zur Fairness gehört das Bemühen um Objektivität. Muss man nicht in einem Blog, hilft aber. Das der Effekt von Mindestlöhnen strittig ist, gilt als unstrittig. Die Ergebnisse kann man wohl so zusammen fassen: es kommt auf die Höhe an. Und das ist das, was ich seit Wochen schreibe.

      Ich würde aus meinem Gedächtnis heraus jedenfalls das Gegenteil behaupten, dass verschiedene Befürworter durchaus in Diskussionsrunden etc. mit dieser Befürchtung konfrontiert waren.

      Kein einziger exponierter Politiker hat dies im Wahlkampf oder im Parlament getan. Kein Wort findet sich darüber in der Wahlprogrammen der Befürworter Linkspartei, SPD und Grünen. Die Aussagen sind: Ein Mindestlohn führt zu keinen Beschäftigungseinbußen. Zu einer ehrlichen Politik gehört das dazu, damit die Menschen, die wählen sollen, abwägen können.

      Welche Gegner eines Mindestlohnes (sagen wir mal Arbeitgeberverbände oder die INSM z.B.) argumentieren denn bitte so wie Sie und konstatieren, dass ein Mindestlohn zwar ökonomisch theoretisch sinnvoll wäre, aber dass die Mindestlohngegner dies wegen zu hoher Ansprüche verhindern?

      Prinzipiell bin ich gegen einen Mindestlohn. Aber wir sind nicht mehr im Stadium vor der unbefleckten Empfängnis. INSM und Arbeitgeberverbände haben keine politische Entscheidungsgewalt, sie sind Lobbyisten wie die Sozialverbände. Und Gesetze verantworten eben auch nicht Lobbygruppen. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Mehrheit der Liberalen und der Union bei meinem Vorschlag einschlagen würden. Ganz sicher jedoch nicht der linke Teil des politischen Spektrums. Das erkennen Sie daran, dass hier kein einziger auf die Idee eingegangen ist.

      Wer politisch etwas bewegen will, muss entgegen kommen. Es wird Zeit, sich zu bewegen.

    341. salvo schrieb am 15. Januar 2010 um 10:03 - Permalink

      @Jens

      Deine Position ist mir durchaus klar und nachvollziehbar, ich habe nur darüber nachgedacht und einige Widersprüche darin gesehen – womit wir möglicherweise leben müssen, eine bessere Lösung fällt mir jetzt auch nicht ein. Man sollte vielleicht aber versuchen, sich in die Lage derer einzuversetzen, welche durch den mE verlogenen ausgiebigen Gebrauch des Rechts auf Meinungsäußerung durch Vertreter der neoliberalen Ideologie verletzt werden. Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn diese die Kraft nicht aufbringen auch noch hier, sagen wir es mal so, verarscht zu werden.

    342. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 10:04 - Permalink

      @Peleo

      ->Und das in einem Thread, wo sich jeder über eine ?Zensursula? aufregt
      Für Sie ist also Steuerehrlichkeit vergleichbar mit Kinder-Pornographie? Bemerkenswert.
      Und wo bleibt die Logik: v. d. Leyen wollte doch den Zugang zu Websites SPERREN, nicht ÖFFNEN.

      Ich denke, Ihr Sarkasmus führt zu weit, wie Sie weiter unten gesehen haben. Sperren und Öffen sind beide ziemlich gleich, nämlich Eingriffe einer Obrigkeit. Nach meinem Staatsverständnis muss jeder staatliche Eingriff in persönliche Freiheitsrechte ? und dazu zählt die Vertraulichkeit des Einkommens ? sehr gut begründet sein. So etwas sehe ich tatsächlich eher bei Internetsperren wegen Kinderpornographie als beim Steuergeheimnis geboten.

      Das schwedische Gesetz war nie dazu bestimmt, dass Hinz und Kunz auf der Welt das Einkommen des Einzelnen im Internet nachschlagen kann. Deswegen steht es vor der Änderung.

    343. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 10:20 - Permalink

      @Kronkorken

      Sie denken tatsächlich, ich blogge den ganzen Tag. Tsts.

      Nein, für ihn lohnt es sich nicht ? unter der Voraussetzung, Ihre Zahlen stimmen. Aber mir ist immer noch nicht klar, warum sie nur 12% der BGen als Beispiel heranziehen. Liegt es vielleicht daran, daß es sich für die restlichen 88% doch lohnen würde?

      Wieso nur 12%? Bei der Gesamtbevölkerung sind knapp 40 Prozent Singles, bei ALG-2-Empfängern immerhin noch 53 Prozent. Das ist also die Gruppe, wo ein hoher Mindestlohn (fast) zweifellos zu einem ausreichenden Einkommen führen würde. Bliebe die andere Hälfte. Unter den Zwei-Personen-Haushalten ist ein wesentlicher Teil Alleinerziehender mit einem Kind. Woraus sich das ergibt? Aus zwei Überlegungen: Erstens gehört diese Gruppe, die überproportional auf Sozialtransfers angewiesen ist, irgendwo müssen die also statistisch auftauchen. Zweitens ist es für ein Paar ohne Kind wirtschaftlich wenig sinnvoll, als Arbeitslose zusammen zu ziehen ? zumindest offiziell. Beide Argumente passen zu den Zahlen.

      Die andere Frage ist, ob die anderen 50 Prozent (Singles) einen Job angeboten bekämen, der auf Mindestlohnniveau liegt. Zweifel sind angebracht. Als Single sind sie eigentlich zeitlich flexibler und mobiler als andere Gruppen, dennoch sind sie langzeitarbeitslos. Obwohl sie soweit attraktiver für den Arbeitsmarkt sind, haben sie es in der Boomphase 2006-2008 nicht vermocht, Beschäftigung zu finden.

      24.000 von weit über 4.000.000 Arbeitslosen. Eine wahnsinnig breite Basis!

      Die 24.000 sind nicht nur Arbeitslose, sondern ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung. Studien bauen meist auf hundert und weniger Personen auf, Umfragen auf 1.000-2.000 Befragten. Ja, das ist eine enorm breite Basis. Wie gesagt, Sie glauben das mit der Einkommensspreizung. Die Ermittlung dieser Werte kommt exakt aus diesem Personenkreis der 18.000 Haushalte. Entweder Sie glauben alles oder gar nichts. Gibt es nicht die teilweise Arbeitsunwilligkeit bestimmter Gruppen, gibt es auch keine Einkommensspreizung.

    344. Peleo schrieb am 15. Januar 2010 um 10:29 - Permalink

      “muss jeder staatliche Eingriff in persönliche Freiheitsrechte ? und dazu zählt die Vertraulichkeit des Einkommens ? sehr gut begründet sein”

      Warum eigentlich? Müssten nicht gerade die “Leistungsträger” ein Interesse daran haben, dass ihre Leistung (die sich nach Ihrer Meinung ja am Einkommen ablesen lässt) bekannt wird?

      Und müssten sie (die Leistungsträger) nicht ein Interesse daran haben, die exzessiven Beträge, die ihnen der Steuerstaat abpresst , öffentlich würden? Damit alle sehen, wie sehr sie belastet sind?

    345. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 10:35 - Permalink

      @caf

      Die Wissenschaft redet von ?Geringqualifizierten?, ich ziehe die Bezeichnung ebenfalls vor, da die anderen Begriffe eine subjektive Wertung beinhalten. Ich kann nicht wissen, ob ein Hauptschulabgänger tatsächlich ungebildet ist. In jedem Fall hat er einen niedrigen Bildungsabschluss.

      Ich stimme Ihnen zwar zu, dass der Anteil Geringqualifizierter in Deutschland relativ hoch ist, allerdings ist das kein Konsens in diesem Blog. Erstaunlicherweise ist der Anteil der einfachen Arbeiter an den Beschäftigten in Deutschland in der vergangenen Dekade konstant geblieben. Gleichzeitig sind die Einkommen der unteren 50 Prozent und insbesondere der unteren 20 Prozent gesunken. Je weiter unten in der Einkommenspyramide, umso stärker. Das könnte zu dem Schluss verleiten, die Beschäftigungschancen Geringqualifizierter sei durch Einkommensverluste erhalten worden.

      Wenn diese These stimmt, dann gilt sie allerdings auch umgekehrt und eine deutliche Lohnerhöhung würde zu Arbeitsplatzverlusten führen. Das Beispiel mit der Metall- und Elektroindustrie habe ich bereits eingeführt, wo in den 80er/ 90er Jahren so stark rationalisiert wurde wie in keiner anderen Branche. Die tarifvertraglich stärker angehobenen unteren Lohngruppen wurden dabei nicht mehr besetzt.

      Deshalb kann es m.E. nach gar keinen richtigen Wettbewerb seitens der AG um die ?Ware? Humankapital im Niedriglohnsektor geben.

      Das ist ja definitionsgemäß kein Wettbewerb um Humankapital, sondern um Arbeit. Im Gegensatz zu Ersterem ist Arbeit großzügig vorhanden, in Deutschland, im benachbarten Ausland, weltweit. Im Unterschied zu Humankapital sind die Relationen für einfache Arbeit deutlich verschlechtert, weshalb eben Geringqualifizierte weit schlechter auf dem Arbeitsmarkt abschneiden.

      Gerade wenn wir so argumentieren, wäre ein Mindestlohn das schlechteste Instrument, er würde die Aussichten auf Beschäftigung der Geringqualifizierten weiter verschlechtern. Deswegen bleibt es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, solchen Menschen, die keinen ausreichenden Lohn erzielen können, finanziell zu helfen.

    346. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 10:42 - Permalink

      @Peleo

      Warum eigentlich? Müssten nicht gerade die ?Leistungsträger? ein Interesse daran haben, dass ihre Leistung (die sich nach Ihrer Meinung ja am Einkommen ablesen lässt) bekannt wird?

      Ich habe diese Begründung noch nie benutzt. Im Gegenteil, ich habe vor kurzem in diesem Blog mal geschrieben, Leistungsträger haben Sie auf allen (wichtigen Ebenen) des Unternehmens. Diese machen zwischen 20 und 50 Prozent der Beschäftigten und werden meist gegenüber ihren vergleichbaren Kollegen besser bezahlt. Das heißt aber auch, dass ein Leistungsträger im Lager immer noch weniger verdient als ein Mitläufer im Vertrieb.

      Es steht jedem frei, sein Einkommen zu publizieren. Ich habe damit auch einen relativ lockeren Umgang, weil ich marktkonform vergütet werde. Es ist jedoch nicht Aufgabe des Staates, für diese Öffentlichkeit zu sorgen, dazu müsste die Gemeinschaft schon ein besonderes Interesse haben. Das haben Sie nicht spezifiziert und das ist nicht zu sehen.

    347. Ralf-zwei.null schrieb am 15. Januar 2010 um 11:14 - Permalink

      “…marktkonform vergütet…”

      Einfach herrlich, dieser verschwurbelte Neusprech! :-D
      Ich sage einfach “anständig bezahlt” dazu.

      Redest Du mit Deiner/m “Lebensabschnittsgefährten” nachts im Bett eigentlich auch so geschwollen?
      *schgönndmorbebissn*

      P.S.: Mir drängt sich gerade der Verdacht auf, dass ich einem fatalen Irrtum unterliegen könnte. “marktkonform” bedeutet vielleicht gar nicht “anständig”, sondern das Gegenteil… ;-)

    348. Shock schrieb am 15. Januar 2010 um 11:45 - Permalink

      Grüße aus Bad Homburg. ^^

    349. caf schrieb am 15. Januar 2010 um 11:58 - Permalink

      Die Wissenschaft redet von ?Geringqualifizierten?, ich ziehe die Bezeichnung ebenfalls vor, da die anderen Begriffe eine subjektive Wertung beinhalten. Ich kann nicht wissen, ob ein Hauptschulabgänger tatsächlich ungebildet ist. In jedem Fall hat er einen niedrigen Bildungsabschluss.

      Ich habe bewusst von Ungebildeten gesprochen, die zumindest einen Teil der Geringqualifizierten darstellen. Andernfalls kann ich mir nicht erklären, wer Deutschlands Topmoppel und den ganzen anderen Dreck guckt. Und Sie brauchen da auch gar nicht vom Hauptschulabschluss sprechen. Schauen Sie sich einfach mal an einer Hochschule um. Das ach so innovative Land der Dichter und Denker verdummt regelrecht. Aber das ist wohl ein anderes Thema…

      Ich stimme Ihnen zwar zu, dass der Anteil Geringqualifizierter in Deutschland relativ hoch ist, allerdings ist das kein Konsens in diesem Blog.

      Sie meinen mit dem Nebensatz also, die meisten in diesem Blog meinen, dass der Anteil Geringqualifizierter nicht hoch sei? Kann man das hier irgendwo nachlesen?

      Das könnte zu dem Schluss verleiten, die Beschäftigungschancen Geringqualifizierter sei durch Einkommensverluste erhalten worden.

      Das ist die These

      Wenn diese These stimmt, dann gilt sie allerdings auch umgekehrt und eine deutliche Lohnerhöhung würde zu Arbeitsplatzverlusten führen. Das Beispiel mit der Metall- und Elektroindustrie habe ich bereits eingeführt, wo in den 80er/ 90er Jahren so stark rationalisiert wurde wie in keiner anderen Branche. Die tarifvertraglich stärker angehobenen unteren Lohngruppen wurden dabei nicht mehr besetzt.

      Das ist dann die Thesesthese… wenn wenn wenn, so kann man doch nicht argumentieren?!

      Deshalb kann es m.E. nach gar keinen richtigen Wettbewerb seitens der AG um die ?Ware? Humankapital im Niedriglohnsektor geben.

      Das ist ja definitionsgemäß kein Wettbewerb um Humankapital, sondern um Arbeit. Im Gegensatz zu Ersterem ist Arbeit großzügig vorhanden, in Deutschland, im benachbarten Ausland, weltweit.

      Sie meinen damit, dass Arbeit im Gegensatz zu Humankapital großzügig vorhanden sei? Wow!
      Na da kommen wir doch schnurstracks auf das Thema Bildung zurück.

      Im Unterschied zu Humankapital sind die Relationen für einfache Arbeit deutlich verschlechtert, weshalb eben Geringqualifizierte weit schlechter auf dem Arbeitsmarkt abschneiden.

      Deshalb gibts doch auch, wie ich sagte, keinen Wettbewerb um Geringqualifizierte. Und deshalb entsteht praktisch Sklaverei.
      Eine Unternehmung braucht doch prinzipiell auch Geringqualifizierte im Betrieb. Wenn es auf dem Markt weit weniger Geringqualifizierte gäbe, dann müsste man ihnen ja automatisch mehr Lohn zahlen, weil andere Wettbewerber ja auch noch welche abhaben wollen. Spätestens an dieser Stelle frage ich mich, warum dieses System so viele “Geringqualifizierte” produziert. Jetzt könnte ich Ihnen mit einigen Thesen kommen. Zum Beispiel könnte sich die deutsche Elite so einiges von China abgeguckt haben. hehe

      Gerade wenn wir so argumentieren, wäre ein Mindestlohn das schlechteste Instrument, er würde die Aussichten auf Beschäftigung der Geringqualifizierten weiter verschlechtern. Deswegen bleibt es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, solchen Menschen, die keinen ausreichenden Lohn erzielen können, finanziell zu helfen.

      Das sehe ich nicht so. Ich verstehe nicht, warum ein, sagen wir mal Taxifahrer, einen Menschen unterstützen muss, der von einem anderen regelrecht ausgebeutet wird. Das wäre dem Taxifahrer ggü. unfair und bringt dem Ausbeuter große Vorteile.

    350. caf schrieb am 15. Januar 2010 um 12:20 - Permalink

      “Wenn diese These stimmt, dann gilt sie allerdings auch umgekehrt und eine deutliche Lohnerhöhung würde zu Arbeitsplatzverlusten führen. Das Beispiel mit der Metall- und Elektroindustrie habe ich bereits eingeführt, wo in den 80er/ 90er Jahren so stark rationalisiert wurde wie in keiner anderen Branche. Die tarifvertraglich stärker angehobenen unteren Lohngruppen wurden dabei nicht mehr besetzt.”

      Die Angestellten in der Metall- und Elektroindustrie bekommen meiner Ansicht nach ein anständiges Gehalt. Deshalb hat dieser Vergleich absolut rein gar nix mit ein-euro-jobbern zu tun.
      Ich will damit also sagen, dass ein Anstieg der Löhne in Bereichen über dem Existenzminimum durchaus zu Arbeitsplatzrationalisierungen führt, das aber definitv nicht – auf Niedrigstlöhne übertragbar ist.

    351. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 13:07 - Permalink

      @caf

      Sie meinen mit dem Nebensatz also, die meisten in diesem Blog meinen, dass der Anteil Geringqualifizierter nicht hoch sei? Kann man das hier irgendwo nachlesen?

      Nein, aber warten Sie, bis mir jemand wieder ins Gesicht springt, wenn ich davon schreibe, dass ein langzeitarbeitsloser Geringqualifizierter nun mal wenig Chancen hat, ein über dem postulierten Mindestlohn zu ergattern und dass der hohe Anteil Stellen im Niedriglohnsegment auch dem hohen Anteil Geringqualifizierter geschuldet ist.

      Das ist dann die Thesesthese? wenn wenn wenn, so kann man doch nicht argumentieren?!

      So funktioniert Theoriebildung. Es ist die Frage, können Sie die Schlußfolgerungen falsifizieren. Wenn nicht, erhärtet das die Wahrscheinlichkeit, dass die These der Realität entspricht.

      Sie meinen damit, dass Arbeit im Gegensatz zu Humankapital großzügig vorhanden sei? Wow!

      Jupp. Wir haben 17 Prozent Geringqualifizierte in diesem Land, Tendenz weiter steigend. Im OECD-Vergleich ist das ein hoher Wert und international ist der Trend gegenläufig. D.h. wir haben 17 Prozent Erwerbsfähige, die keine qualifizierte Arbeit anbieten können, Bedarf besteht aber nur (wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe) für 5-8 Prozent.

      Deshalb gibts doch auch, wie ich sagte, keinen Wettbewerb um Geringqualifizierte. Und deshalb entsteht praktisch Sklaverei.

      Vorsicht mit solchen Begriffen. Sklaverei ist, wenn jemand qua Entrechtung an eine andere Person gebunden ist und ohne diese keine Rechte besitzt. Schon nach diesem traditionellen Begriff gibt es keine Sklaverei. Manche bezeichnen nun bestimmte Arbeitsverhältnisse als Sklaverei, weil sie zum Dienst bei einem bestimmten Arbeitgeber zwingen. Doch aus das ist falsch. Wollte ich heute im Supermarkt Regale (einfache Arbeit) einräumen, hätte ich morgen einen Job. Passt mir der Arbeitgeber nicht, könnte ich übermorgen bei einem anderen Supermarkt antreten. Sicher, das Problem wäre damit immer noch die Vergütung.

      Wollen Sie Vertriebschef werden, sieht das ganz anders aus. Bis Sie eine entsprechende Stelle gefunden haben, vergehen 5-12 Monate. Aber Sie finden bei entsprechender Qualifikation eine. Nach Ihrer Diktion wäre das aber eher Sklaverei (=absurd), denn der Vertriebschef ist aufgrund der Marktbedingungen und vertraglicher Regelungen (Wettbewerbsverbot) an seinen derzeitigen Arbeitgeber gekettet.

      Eine Unternehmung braucht doch prinzipiell auch Geringqualifizierte im Betrieb.

      Nein. Interessanterweise habe ich in den letzten Jahren fast nur im Auftrag für Unternehmen gearbeitet, die überhaupt keine Geringqualifizierten beschäftigt hatten und keine entsprechenden Tätigkeiten anboten. Die wenigen Stellen, die dann doch vorhanden waren (Putzfrau), wurden gleich an das Lohnniveau im Unternehmen angepasst, so dass die Reinigungskraft auf ein Monatseinkommen von 2.300 EUR kam.

      Ich verstehe nicht, warum ein, sagen wir mal Taxifahrer, einen Menschen unterstützen muss, der von einem anderen regelrecht ausgebeutet wird. Das wäre dem Taxifahrer ggü. unfair und bringt dem Ausbeuter große Vorteile.

      Ach ja? In fast jedem Land außerhalb unserer Landesgrenzen gehören Taxifahrer zu den größten Betrügern. Gleichzeitig fahren viele davon auf eigene Rechnung.

      Die Angestellten in der Metall- und Elektroindustrie bekommen meiner Ansicht nach ein anständiges Gehalt..

      Absolut, nur sind die unteren Tarifstufen überhaupt nicht mehr besetzt. Stellt sich die Frage: wo sind die Leute hin, wo doch – wie Sie auch anmerken – die Löhne gut sind?

    352. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 13:54 - Permalink

      @very cool

      Beitrag 261

      das war ein anschaulicher, weil direkt aus dem wahren Leben gegriffener Beitrag:

      Ich glaube bei den Begründungen für Ihre Absagen war so ziemlich
      alles dabei, was ich auch in meine Absagen finden kann. Aber wie wir gelesen haben
      , lag es letztlich nur an uns, das wir die Jobs jeweils nicht bekommen haben.
      Vermutlich haben sie als Zuarbeiter in ÖD eine Menge Kohle verdient, auch das
      wurde hier genannt, auch wenn ich es mir kaum vorstelle kann: für Zuarbeiten
      im ÖD, werde keine hohen Gehälter gezahlt.

      Meine erste Arbeitsvermittlerin hatte es einmal treffend formuliert: ?Die Arbeitgeber warten solange, bis sie ihr blau/gelb gesteiftes Maiglöckchen gefunden haben.?.

      Das habe ich überwiegend auch so erfahren, da hilft es auch äußers selten, sich auf
      andere Tätigkeiten zu bewerben, die sehr fern von der eigenen Ausbildung oder dem bisherigen Berufsweg liegen: im Gegenteil, da ist logischerweise die Absage noch viel wahrscheinlicher
      und geht gegen Hundert Prozent. Das hat man davon wenn man “flexibel” ist.

      Wenn man wie ich bereit war und ist, sich weiterzubilden oder gar umschulen zu lassen,
      hilft das auch nicht weiter: In einer ca 2 monatigen Trainingsmaßnahme werden Sie nie soweit kommen, dass sie mit jemanden, der die entsprechende Ausbildung oder Berufserfahrung hat
      “gleichziehen” können. Und Umschulungen werden so gut wie nicht mehr angeboten.
      Ich habe in der Trainmigsmaßnahme (hier. SAP) viele Leute getroffen, mit wie ich sagen kann langer Berufserfahrung, überwiegend gut qualifiziert und sehr motiviert wieder in Arbeit zu kommen, einige traurige Schicksale gehört (nach langer Betriebszugehörigkeit gekündigt, wegrationlisiert etc.) trotzdem waren die Leute bereit für Neues: Sie haben trozdem für lange Zeit keine Chance bekommen, trotz x-Bewerbungen.

      SO sieht die Realität überwiegend aus. Alles andere widerspricht meinen Erfahrungen und den
      vielen Berichten, die man lesen kann.

      Der größte Blödsinn sind Initiativbewerbungen. Da bekommt ein Arbeitgeber (der vielleicht eben in Überlegungen steckt, Mitarbeiter zu entlassen) eine Initiativbewerbung, die dann sofort in die Tonne gekloppt wird. Von den Arbeitsagenturen und ARGEn wird man aber gezwungen, diese sinnlosen Bewerbungen loszuschicken, ansonsten gibt es ?ne Sperrzeit.

      Geht mir genauso: ich komme meist auch nicht auf die geforderte Zahl: Auf meine Anzeigen i den Internet-Jobbörsen, die ich mehrnals überarbeitet habe, bekam ich die letzten Wochen NULL halbwegs passende Angebote bzw. solche, dass ich denken muss, ja was haben die für eine Softaware. Die Stellen-Anzeigen in Tageszeitungen oder eben auch Jobbörsen geben so gut wie nichts her. Auf Stellen, die vor dem Antidiskriminierungsgesetz nur für Frauen ausgeschrieben wurde, brauche ich mich eigentlich auch nicht bewerben (tu`s meist , wenn es irgendwie passt trotzdem). Die sind ja jetzt gleichberchtigt ausgeschrieben; aber logisch, da wo vorher nur Frauen gesucht wurden, werde jetzt auf einmal nicht massenweis Männer eingestellt…. .

      Amerikanische Verhältnisse halt. Wer zahlen kann wird versorgt, wer nicht, verreckt.

      Motzen Sie nicht, Sie “Frustmännchen”: USA ist kulturell einfach vorbildhaft;-)

    353. Lutz Hausstein schrieb am 15. Januar 2010 um 13:57 - Permalink

      @ StefanP:

      Ich finde Ihre Argumentationen schon relativ beeindruckend, weil sie häufig in sich logisch sind. Und Logik mag ich nun mal. Dennoch weisen sie oftmals trotz ihrer Logik an manchen Stellen Fehlschlüsse auf, weil einzelne, aber entscheidende Einflussfaktoren unberücksichtigt blieben oder die Prämisse falsch gesetzt wurde, sodass die Kausalkette trotz aller Logik auf ungültigen Grundannahmen fusst.

      Ich nehme mal das Beispiel Mindestlohn. Welchem Zweck dient Arbeit? Ist sie, neben der Bestätigung des eigenen Könnens und der sozialen Zugehörigkeit, nicht auch die Grundlage dafür, den Lebensunterhalt zu erarbeiten? Wenn dieser Zweck, durch zu niedrige Löhne, untergraben wird, verliert dann die Arbeit an sich nicht ihre Hauptaufgabe? Wenn es sinnstiftend sein sollte, Arbeit nur um der Arbeit willen zu betreiben, wird es der Einzelhändler auch akzeptieren, wenn ich ihm eröffne, er solle sich doch freuen, wenn ich gerade zu IHM einkaufen komme, auch wenn er kein Geld von mir erhält? Er solle es doch als Anerkennung empfinden, dass ich gerade zu IHM komme, das müsse eigentlich reichen.

      Ich gehe diese Problematik auch gern noch von einer anderen Seite an. Wenn heute ein, sagen wir mal, Reinigungs-Großunternehmen einen großen Auftrag bekommen will, weiß es, dass dies fast immer nur über den Preis funktioniert. Also versucht es seine Konkurrenten zu unterbieten. Nach Auslaufen des (zeitlich befristeten) Vertrages versucht nun die Konkurrenz mir den Auftrag bei der neuen Ausschreibung wieder abzunehmen. Also drücken sie ihre Lohnkosten, um sich sich billiger anbieten zu können, ohne dass die Mitarbeiter schlechtere Leistungen erbracht hätten. Der aktuelle Auftragnehmer erfährt davon und drückt nun seinerseits den Lohn seine Arbeiter noch ein bisschen tiefer, um noch billiger sein können. So geht dies Zug um Zug. Nie tragen die Mitarbeiter eine Schuld daran, sind jedoch immer die Leidtragenden. Sie erbrachten immer ihre Leistungen, jedoch wurde diese Leistung immer schlechter gewürdigt. Denn eigentlich wurden sie gar nicht aufgrund ihrer Leistung hoch oder niedrig entlohnt, sondern nur aufgrund ihrer Verhandlungsmacht am “Poker-Tisch” Arbeitsvertrag. Was hat dies aber mit Leistung zu tun? Ein Lohndumping bei Arbeitskräften führt dazu (und dies müsste selbst “Marktradikale” auf die Palme bringen), dass ein eigentlich ineffektiveres Unternehmen nicht vom Markt verschwindet, wie es die Heilslehre der Marktgläubigen verheißt, sondern eventuell sogar das effektivere Unternehmen, welches sich sozialen Standards mehr verpflichtet fühlt.

      Und damit komme ich wieder zu meinem Anfangspunkt zurück. Wenn Arbeit zumindest soviel “einbringen” muss, dass jemand davon vernünftig leben kann, muss man unter den aktuellen Bedingungen einen klar definierten Warenkorb zur Erfüllung der im Grundgesetz als Mindeststandard festlegten Teilhaberechte (unter Berücksichtigung korrekter Mengen zu erzielbaren Preisen) entwickeln. Aus diesem wäre ein (wertmäßiger) Mindestlohn zu formulieren, um die genannten Bedingungen zu erfüllen. Denn nur mit diesem lassen sich die Grundrechte überhaupt erst in die Realität umsetzen.

      Dann wäre auch eine Aufstockung von Löhnen nicht notwendig. Es ist eigentlich sowieso für mich nicht nachvollziehbar, wieso all diese Marktgläubigen damit Unternehmen gestatten, weiterhin in ihrem so heiligen Markt zu verbleiben, wo sie doch offensichtlich gar nicht marktfähig sind. Oder, sind sind zwar marktfähig, könnten ihren Mitarbeitern also eigentlich höhere Löhne bezahlen, reichen diese Gelder aber lieber ihren Managern weiter und/oder ihren Aktionären. Dann ist ja ihre Kasse wieder leer und sie können wieder (wahrheitsgemäß) behaupten, dass es nichts zu “verteilen” gibt und die Löhne anschließend noch weiter senken.

      Sie sehen also, egal von welcher Seite ich komme, der sozialen oder der ökonomischen, ich lande immer wieder bei dieser Auffassung. Ein Mindestlohn ist nötig (neben anderen Festlegungen, aber das würde jetzt zu weit führen). Und dieser Mindestlohn muss auch so hoch sein, um dem Grundrecht Genüge zu tun. Und, nur so aus der Lamenge heraus, ich verspreche ihnen, 700 Euro (in der Tasche) dürften dafür mit Sicherheit nicht ausreichend sein. Wenn Sie dies behaupten sollten (wohlgemerkt: sollten), dann überprüfen Sie sich ehrlicherweise mal selbst und dabei werden Sie feststellen, dass dieser Betrag bei Ihnen ziemlich schnell aufgebraucht sein dürfte. Und dabei nicht vergessen: menschenwürdiges Leben. Also, nicht erklären, dass man ja einen Teebeutel ruhig auch dreimal auskochen könne. ;-)

    354. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 14:17 - Permalink

      @StefanP

      Nein, das ist keine Diskussionsfortführung mit Ihnen, aber hier greif ich ein:


      D.h. wir haben 17 Prozent Erwerbsfähige, die keine qualifizierte Arbeit anbieten können, Bedarf besteht aber nur (wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe) für 5-8 Prozent.

      Wollte ich heute im Supermarkt Regale (einfache Arbeit) einräumen, hätte ich morgen einen Job. Passt mir der Arbeitgeber nicht, könnte ich übermorgen bei einem anderen Supermarkt antreten

      Eine Unternehmung braucht doch prinzipiell auch Geringqualifizierte im Betrieb.

      Nein. Interessanterweise habe ich in den letzten Jahren fast nur im Auftrag für Unternehmen gearbeitet, die überhaupt keine Geringqualifizierten beschäftigt hatten und keine entsprechenden Tätigkeiten anboten.

      Die wenigen Stellen, die dann doch vorhanden waren (Putzfrau), wurden gleich an das Lohnniveau im Unternehmen angepasst, so dass die Reinigungskraft auf ein Monatseinkommen von 2.300 EUR kam.

      Ne, jetzt ist alles klar, aber wirklich: für Geringqualifizierte gibt es viel zu wenig Jobs, aber über Regale einräumen, kommen wir auf Vollbeschäftigung.

      Und die wenigen Stellen, die es in Unternehmen gibt, sind eigentlich doch für Putzfrauen (doch nicht Regaleinräumer/innen), für à 2300 Euro im Monat.

      Ich darf weiter zitieren:

      So funktioniert Theoriebildung. Es ist die Frage, können Sie die Schlußfolgerungen falsifizieren.

      Ja, kann ich: Gehen Sie zum Arzt.

    355. caf schrieb am 15. Januar 2010 um 14:24 - Permalink

      Ach ja? In fast jedem Land außerhalb unserer Landesgrenzen gehören Taxifahrer zu den größten Betrügern. Gleichzeitig fahren viele davon auf eigene Rechnung.

      Ok, am besten wir werden/sind alle Betrüger, damit die Einführung eines echten Mindestlohns nicht stattzufinden braucht und das Arbeitgeberbetrügersystem im Staate anerkannt wird.

      Sie sind übrigens Meister darin, sich die argumentativen Schwachpunkte Ihrer Gesprächspartner rauszupicken und an sonsten an einer für alle Teilnehmer fruchtbaren Diskussion, die ansatzweise Ihrer Meinung etgegen läuft, überhaupt nicht interessiert. Das erinnert mich stark an irgendwelche Oberzicken aus dem Debattierclub, und darauf hab ich in meiner Freizeit keine Lust…

      Schönen Tag noch, Herr Agitator Pee

    356. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 14:38 - Permalink

      @Lutz Hausstein, Text 353

      Sehr guter Beitrag

      Ein Lohndumping bei Arbeitskräften führt dazu (und dies müsste selbst ?Marktradikale? auf die Palme bringen), dass ein eigentlich ineffektiveres Unternehmen nicht vom Markt verschwindet, wie es die Heilslehre der Marktgläubigen verheißt, sondern eventuell sogar das effektivere Unternehmen, welches sich sozialen Standards mehr verpflichtet fühlt.

      Sie treffen einen wichtigen Kern, denn genau das passiert, z.B. bei den Putzkräften,
      die landen ganz sicher nicht ÜBERWIEGEND bei 2300,– Euro/Monat sonder,
      bekommen weit unter 10 Euro/Stunde.

      Analog geschieht dies z.B. auch im großen Stil im “Sicherheitsbereich” oder im
      Garten- /Landschaftspflegebreich.

    357. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 15:08 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Sehen Sie, erstaunlicherweise (oder gar nicht) haben wir die gleichen Grundeinstellungen, kommen aber zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Genauso wie Sie mir unterstellen, ein in sich geschlossenes Gebilde zu schaffen, tun Sie das auch.

      So schreiben Sie:

      Dennoch weisen sie oftmals trotz ihrer Logik an manchen Stellen Fehlschlüsse auf, weil einzelne, aber entscheidende Einflussfaktoren unberücksichtigt blieben oder die Prämisse falsch gesetzt wurde, sodass die Kausalkette trotz aller Logik auf ungültigen Grundannahmen fußt.

      An Ihrem Ausgangspunkt gibt?s nichts zu rütteln: ?Welchem Zweck dient Arbeit? Ist sie, neben der Bestätigung des eigenen Könnens und der sozialen Zugehörigkeit, nicht auch die Grundlage dafür, den Lebensunterhalt zu erarbeiten?? Absolut d?accor. Und weiter: ?Wenn dieser Zweck, durch zu niedrige Löhne, untergraben wird, verliert dann die Arbeit an sich nicht ihre Hauptaufgabe?? Im Kern, ja. Aber: das ist nur ein Aspekt.

      Das Problem ist: die meisten Güter unseres täglichen Bedarfs lassen sich nicht mit unseren Einkommenserwartungen herstellen. Jeder logisch denkende Mensch weiß, dass ein Hemd nicht für 10 EUR entwickelt, administriert und hergestellt werden kann. Zu vertretbaren Preisen von 100 EUR kauft nur eine kleine Schicht. Und so krebsen die meisten Konsumgüterhersteller, wenn sie nicht dem Luxussegment entstammen und nicht im Ausland einkaufen, mit dürren Margen dahin und werden irgendwann in die Insolvenz oder die Übernahme durch asiatische Billigproduzenten getrieben. Grundig, Phillips, Steinmann, selbst Escada, sind nur Beispiele einer mehr als umfangreichen Liste.

      Vielleicht haben wir in einem einzigen, aber wesentlichen Punkt den entscheidenden Dissens: Gewinn ist nicht die Restgröße, nice to have, wenn alle anderen Gruppen am Unternehmen befriedigt sind. Die Arbeitnehmer gute Löhne, die Kunden hervorragende und günstige Produkte, die Lieferanten zuverlässige Endabnehmer. Der Kapitaleigner hat mindestens gleichberechtigte, eher höherwertige Ansprüche.

      Weiter:

      Ich gehe diese Problematik auch gern noch von einer anderen Seite an. Wenn heute ein, sagen wir mal, Reinigungs-Großunternehmen einen großen Auftrag bekommen will, weiß es, dass dies fast immer nur über den Preis funktioniert.

      Vollkommen richtig und auch das Folgende. Aber: das ist nicht vollständig und erschöpfend. Ich will das an zwei Beispielen erläutern: Ich habe mal für einen großen Logistiker gearbeitet. Als solcher bekam er die Waren zum gleichen Preis wie seine Wettbewerber von der Industrie, die Produkte waren absolut identisch. Der Wettbewerb fand damit auf drei Ebenen statt: die Kundenbeziehung (Vertrieb), die Logistikleistung (Arbeitsdruck der Lageristen) und Preisstruktur. Natürlich bestand der Großteil der Kosten aus Personal und waren damit Gemeinkosten. Wenn aufgrund der Homogenität des Produktes die Wettbewerbsstrategie nicht funktionierte, gab es nur eins: Anpassung der Fixkosten durch Entlassungen und stagnierende Löhne.

      In anderen Fällen arbeiteten die Unternehmen in heterogenen Märkten, die Produkte sind zwar ähnlich, weisen aber doch unterschiedliche Charakteristika auf, wie z.B. Automobilindustrie oder IT. Hier gibt es mehr Möglichkeiten, einem einfachen Preiswettbewerb aus dem Wege zu gehen und in solchen Fällen sind die Löhne meist auch höher.

      Zum Reinigungsgewerbe: der Wettbewerb funktioniert eben nicht allein über den Preis, sondern auch über die Qualität. Muss so ein Unternehmen Preisreduzierungen hinnehmen, verringert es meist schleichend die Reinigungsleistung durch kürzere Zeiten für das Gebäude, längere Frequenzen für Sonderaktionen u.ä. Das war der Grund, weshalb ich meinte, bei einer 1-Cent-Kraft benötige ich fünf von deren Sorte.

      Solche Unternehmen sind marktfähig. Sie würden das ja nicht bestreiten, wenn Sie feststellen, dass es dem Einkauf gelänge, Rohstoffe plötzlich günstiger einzukaufen, ohne auf die Ertragssituation des Lieferanten zu achten. Ein Unternehmen kauft auch Arbeitskräfte ein zu marktkonformen Preisen. Sonst gehen die Mitarbeiter weg zu Unternehmen, die besser bezahlen.

      Die Managementvergütung für Vorstände beläuft sich normalerweise im Promillebereich der gesamten Personalkosten, die Ausschüttung an Anteilseigner ist meist niedriger als die Verzinsung einer Anleihe des Bundes. Das kann es kaum sein, weshalb es zu sinkenden Gehältern kommt.

    358. Very Cool schrieb am 15. Januar 2010 um 15:13 - Permalink

      @WasJetzt? am 15. Januar 2010 um 13:54 #352
      Habe eben mal nachgesehen.
      Februar 1992: Brutto 2608 DM – Netto (Steuerklasse I) 1665 DM beim Finanzamt Bürohilfe 37,5h/Woche
      August 1995: Brutto 3365 DM – Netto (Steuerklasse I) 2104 DM bei XY-Amt der Stadt Bürohilfe 36,5h/Woche
      Februar 1999: Brutto 2567 DM – Netto Steuerklasse V) 1293 DM bei großem Konzern Bürohilfe 35h/Woche

      Da ich (wie schon angemerkt) wegen gesundheitlicher Probleme meine 3(!) Facharbeiterbriefe im industriellen Metall/Elektro Bereich (Zeugnisnoten 2/4, 1/1, 1/2 theor./prakt.) an die Wand nageln kann, habe ich mich, da ich ja flexibel sein wollte, auf Bürohilfe konzentriert.
      Bei meinem letzten Job in der Stadtverwaltung habe ich dann den hochbezahlten Mitarbeitern in ihren EDV Problemen geholfen. Hatte mir in meiner unfreiwilligen Freizeit autodidaktisch die Bedienung von Standardsoftware angeeignet und betreibe seit 10 Jahren eine eigene WebSite mit über 3000 (!) Einzelseiten und bearbeiteten Bildern in der gleichen Zahl. Es war schon erschreckend, wie wenig manche Beamte und hochbezahlte Angestellte über das Umgehen mit einem PC wußten.
      Das war die beste Zeit meines Lebens und ich genoß es, ein gefragter Mann zu sein und konnte vielen helfen. War aber leider nur für 2 Jahre befristet.
      Da meine Frau durch die Steuerklasse III ein echt prima Nettogehalt bekam (für unsere bescheidenen Verhältnisse), bekam ich vom A-Amt keine Knete mehr und war auch nicht mehr krankenversichert durch den Verein. Ich flog also aus dem System und der Statistik heraus und mit Arbeitsvermittlung war dann auch schluss.
      In den 90ern machte ich noch eine Zusatzqualifikation und man meinte zu mir, ich sei nun der gesuchte Mann. Nur haben das wohl die Arbeitgeber nicht geschnallt, denn Jobs gab es keine (zumindest im Ruhrgebiet nicht). Heute werden Leute wie ich händeringend gesucht, aber ich bin nach 20 Jahren total aus der Materie raus und gesundheitlich ist es mir auch nicht mehr möglich z.B. als Schaltschrankverdrahter mich pro Schicht 400x zu bücken.
      Nach meiner ersten Metallerausbildung war im entsprechenden Bereich kein Platz für mich und da ich einer der letzten “Langhaarigen” war, wollte mich dort auch keiner. Einen anderen Arbeitgeber fand ich nicht, da ich noch die Bundeswehr vor mir hatte (die Schweine haben mich letztlich aber nicht gekriegt, he he). So nahm ich innerhalb der Firma (<600 Beschäftigte) einen Job an, wo ich pro Schicht 6t heben mußte (1 Teil wog 20kg, 3x mußte ich es anheben und 100 Stück mußte ich im Akkord herstellen). Da war mein Körper (damals 60kg bei 1,90cm) ein wenig überbeansprucht und ich mußte lt. meinem Hausarzt den Job kündigen. Das war der Anfang vom Übel. So kann`s gehen. Wer sollte mir da irgendwelche Vorwürfe machen, abgesehen von solchen Subjekten wie dieser Schwachkopf hier, dessen Pseudonym ich nicht einmal mehr erwähnen möchte. Diese Flachpfeife hätte ich gerne mal in unserer Truppe damals im Akkord gesehen. Der wäre heulend zu Mutti gekrochen. Egal, nix mehr zu oder über diesen Psychopathen.
      Was bleibt Leuten wie mir jetzt also noch? Mit 52 nochmal umschulen? Wozu – Null Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bin am Überlegen, ob ich mich nicht als Haushaltshilfe anbieten soll. Denn kochen kann ich ganz gut ;-) und würde gerne meine Zeit alten oder behinderten Menschen widmen, um ihnen Behördengänge abzunehmen, einkaufen gehen, Wohnung säubern, u.s.w.
      Aber nicht bei einem Sklavenverleiher, sondern selbstständig auf 400 Euro Basis.
      Eine echte Selbsständigkeit scheitert schon an den Kosten für die Krankenversicherung.
      Hat da jemand Erfahrung, wie man so was anstellt?

    359. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 15:14 - Permalink

      @WasJetzt?

      Wenn wir 17, 18 Prozent Geringqualifizierte haben und einen Bedarf von 8 Prozent, so sind das immer noch weit mehr Stellen als für besagte Toppositionen. Da es hierfür jedoch noch weniger geeignete Personen gibt uns Sie die schließlich aus dem Herr der Nichtgeeigneten herausfiltern müssen (und der dann noch wollen muss), dauert die Suche so lange. Was Ihnen wie ein Widerspruch erscheint, ist aus der Sicht keiner.

      Je höher Sie kommen, desto dünner wird die Luft und desto weniger Positionen gibt es. Für die Masse der Spezialisten, ja, für die oberste Leitungsebene, nein.

    360. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 15:40 - Permalink

      @StefanP.

      Je höher Sie kommen, desto dünner wird die Luft und desto weniger Positionen gibt es. Für die Masse der Spezialisten, ja, für die oberste Leitungsebene, nein.

      Ich schlussfolgere, ganz untheoretisch sondern logisch aus Ihren Ausführungen:

      Sich hoch zu qualifizieren macht keinen großen Sinn, Wahscheinlichkeit genommen zu werden, sehr gering

      Dann bleibt – auch nach Ihren Ausführungen – eigentlich nur noch die Putzfrauenvariante. Ich werde mich nun vermehrt nach den dafür , mit ca. 2300,– Euro dotierten Stellen, umschauen. Ich lasse Sie wissen, wenn ich eine gefunden habe, versprochen!

      Was Ihnen wie ein Widerspruch erscheint, ist aus der Sicht keiner.

      Nein, wie gehabt, aus IHRER Sicht keinesfalls.

      Merken Sie was?

      (Scheiße, jetzt hab ich doch mit Ihnen sowas wie eine Diskussion weiter geführt,
      bite um “Entschuldigung” für meinen Wortbruch)

    361. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 15:52 - Permalink

      @very cool.

      Danke dafür, dass sie Ihre Geschichte darstellen: ich denke da lernt man viel mehr über die Wirklichkeit, als über schwachbrüstige und wenig aussagekräftige “Befragungen” und Zahlenspielchen.

      Das wird mir immer häufiger deutlich.

      Ich bin grundsätzlich bereit für eine Umschulung, aber auch um einiges jünger, ob meine Chnacen daurch besser würden, da muss ich Zweifel haben, selbst mein Alter scheint mir nicht gefragt zu sein.
      Es gibt zu wenig Arbeitsstellen. Punkt.

      Meine Mutter hat eine Umschulung gemacht, aber oft zu spüren bekommen, selten direkt:
      Sie sind zu alt: dies wurde meistens von Leuten auf dem Arbeitsamt oder von Bewerbungs-Coaches so deutlich gesagt: die wussten schon warum.

    362. Very Cool schrieb am 15. Januar 2010 um 16:07 - Permalink

      @WasJetzt?
      Ja, das Alter ist echt ein Problem.
      Mit 40 sagte man mir, ich sei “Schrottstufe 2″. Achja, hatte ich ja schon mal gepostet.
      What shall`s, kann man nicht mehr ändern. Irgendwie werden wir schon überleben.
      Nur, wie auch schon mal von mir erwähnt, habe ich Angst vor der Sanktionspraxis. Da gibt’s Verletzte, da bin ich mir sicher…
      Hatte auch das Moratorium unterschrieben, und frage mich, wann es da eine Entscheidung gibt.
      http://www.sanktionsmoratorium.de/

      Eben entdeckt (Mannomann, Uschi muß weg!:
      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31864/1.html

    363. Hilde schrieb am 15. Januar 2010 um 16:58 - Permalink

      @WasJetzt?

      Sich hoch zu qualifizieren macht keinen großen Sinn, Wahscheinlichkeit genommen zu werden, sehr gering

      Ein höherer Bildungsgrad ist kein Garant für einen Arbeitsplatz. Das ist ein Ammenmärchen. Menschliche Versager und Nichtskönner gibt es auf der Führungsebene zur Genüge. Daran wird sich nichts ändern, so lange offene Posten untereinander (Vitamin-B) vergeben werden und nicht, weil sich ein Außenstehender durch Eigenverantwortung und besonderes Fachwissen auszeichnet.

      @Very Cool

      Nur, wie auch schon mal von mir erwähnt, habe ich Angst vor der Sanktionspraxis. Da gibt?s Verletzte, da bin ich mir sicher?

      Diktatoren brauchen einen funktionierenden Staatsapparat. ;-) Wenn die alte Litanei von ?Verschärfung? spricht, ist damit die Einhaltung bzw. Erhöhung der Sanktionsquoten gemeint. Diese Quoten sollen erbracht werden unabhängig davon, wie sich ein Hartz-IV-Empfänger verhält.

    364. Lutz Hausstein schrieb am 15. Januar 2010 um 17:03 - Permalink

      Gut, jetzt habe ich endlich auch die Zitat-Funktion erblickt. :-)

      … Natürlich bestand der Großteil der Kosten aus Personal und waren damit Gemeinkosten. Wenn aufgrund der Homogenität des Produktes die Wettbewerbsstrategie nicht funktionierte, gab es nur eins: Anpassung der Fixkosten durch Entlassungen und stagnierende Löhne.

      Nein, falscher Schluss. Wenn der Staat eine Haltelinie einführen würde, welche der Mindestlohn darstellt, wären alle Konkurrenten gezwungen, sich auch an diese zu halten. Keiner könnte sich einen Wettbewerbsvorteil aufgrund einer immer aggressiveren Ausbeutung seiner eigenen Mitarbeiter verschaffen. Kein Unternehmen würde bevor- oder benachteiligt. Ein Wettbewerbsvorteil würde nur noch über wirkliche Innovationen erlangbar. Gelingt dies nicht, ist man nicht marktfähig. Richtig, das Unternehmen muss schließen und entlassen. ABER: Die Arbeitsplätze gehen am Gesamtarbeitsmarkt ja nicht verloren. In der Firma muss ja auch weiterhin gereinigt werden. Die Arbeitsplätze entstehen also an andere Stelle wieder. Nämlich dort, wo er marktfähigeres Unternehmen agiert. Welches aber dennoch an die Mindestlohn-Sätze gebunden wäre.

      Zum Reinigungsgewerbe: der Wettbewerb funktioniert eben nicht allein über den Preis, sondern auch über die Qualität. Muss so ein Unternehmen Preisreduzierungen hinnehmen, verringert es meist schleichend die Reinigungsleistung durch kürzere Zeiten für das Gebäude, längere Frequenzen für Sonderaktionen u.ä. …

      Auch Widerspruch. Gerade in diesem Bereich läuft es nur über den Preis. In immer stärkeren Maße aber auch in anderen Branchen.

      Wenn ich als Auftraggeber einen Auftrag öffentlich ausschreibe, entscheide ich gerade hier ausschließlich nach dem Preis. Denn es gibt für mich nur eine Qualitätsstufe, und diese heißt: sauber. Nicht sauber wird sanktioniert, indem der Auftragnehmer entweder die Reinigung wiederholen (lassen) muss oder/und das Entgelt für die Reinigung einbehalten wird. Der Auftragnehmer wiederum sanktioniert seinen Mitarbeiter durch Wiederholung der Reinigung und/oder Einkommenskürzung.

      Inzwischen setzt es sich auch noch zusätzlich in vielen Bereichen durch, Mitarbeiter “leistungs”orientiert zu bezahlen. Dies bedeutet im Reinigungsgewerbe z.B., dass die Reinigungskräfte, zusätzlich zu ihrem erbärmlichen Stundenlohn von z.T. 3,50 oder 4,50 Euro/h, soviel Aufgaben aufgehalst bekommen, dass sie statt der vereinbarten 2 Stunden in der Realität 4 Stunden arbeiten müssen, um die Aufgabe zu bewältigen. Diese Zeit “dürfen” sie nach ihrer Arbeitszeit hinten dran hängen. Früher waren für dieselbe Arbeit aber eben diese 4 h offiziell angesetzt.

      … Ein Unternehmen kauft auch Arbeitskräfte ein zu marktkonformen Preisen. Sonst gehen die Mitarbeiter weg zu Unternehmen, die besser bezahlen.

      Ein Mitarbeiter kann nur dann das Unternehmen verlassen, wenn auch an anderer Stelle ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Ist dem nicht so, ist er gezwungen, jede “Kröte” zu schlucken, die ihm sein Arbeitgeber vorsetzt. Genauso, wie es in den letzten Jahren auf dem deutschen Arbeitsmarkt passiert ist. Die Hartz-IV-Gesetzgebung hat den Arbeitsmarkt mit billigen Arbeitskräften überschwämmt, welche teils aus aus ihrer Not heraus, teils aus Zwang durch Ein-Euro-Jobs herrühren und damit auch die noch in festen Arbeitsverhältnissen Befindlichen in eine extreme Druckposition gebracht. Deshalb stimmten sie gezwungenermaßen auch schlechteren Arbeitsverträgen, auch durch Änderungskündigungen, zu. Und nun haben wir in Deutschland einen Arbeitsmarkt im niederen Einkommensbereich, der völlig deformiert ist.

      Einhergehend mit dieser Entwicklung, bzw. besser: darauf fußend, wurde der Absatzmarkt kaputt gemacht. Denn ein Einkommensempfänger ist im selben Maße auch Konsument. Doch das verlangt eben halt das Switchen von betriebswirtschaftlichen Analysen auf eine makroökonomische. Diese jedoch allein sollte Maßgabe für Entscheidungen von Politikern sein, da diese dem Wohle des VOLKES verpflichtet sind. Verringert man die Einkommen der am stärksten konsumierenden Einkommensschicht, würgt man den Binnenmarkt ab. Dass darunter maßgeblich inländische Unternehmen leiden, ist der eigentliche Treppenwitz an dieser Sache. Sie zerstören sich ihre eigenen zukünftigen Umsätze und sind auch noch stolz darauf. Nur aufgrund eines schnellen, aber vorübergehenden Gewinnes.

      Die Managementvergütung für Vorstände beläuft sich normalerweise im Promillebereich der gesamten Personalkosten, die Ausschüttung an Anteilseigner ist meist niedriger als die Verzinsung einer Anleihe des Bundes. Das kann es kaum sein, weshalb es zu sinkenden Gehältern kommt.

      Hm. Wenn die Einkommen eines sechsköpfigen Vorstandes von Porsche im Jahr 2008 rund 150 Mio. Euro betragen haben, möchte ich jetzt nicht gerade von einer vernachlässigbaren Größe reden. Auch für Porsche nicht. Erst recht nicht, wenn man weiß, dass man im darauffolgenden Jahr einen Riesenverlust eingefahren hat und keiner von denen musste wenigstens seine Kohle wieder abgeben. Die Boni waren dann im Folgejahr nur niedriger. Trotzdem hätten sich immer noch 400 Hartz-IV-Empfänger dieses Einkommen teilen können (incl. Wohnkosten). Aber was sie hatten, das hatten sie. Das nahm ihnen auch keiner wieder weg.

    365. Ralf-zwei.null schrieb am 15. Januar 2010 um 18:12 - Permalink

      Ich bin dafür, die Zeichenanzahl für jeden Kommentar auf 140 zu begrenzen. Dann muss sich StefanP mal auf das Wesentliche beschränken und auf seine rhetorischen Winkelzüge verzichten… :-D

    366. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 18:13 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Nein, falscher Schluss. Wenn der Staat eine Haltelinie einführen würde, welche der Mindestlohn darstellt, wären alle Konkurrenten gezwungen, sich auch an diese zu halten.

      Erstens sind nicht alle Einkommen unter dem Mindestlohn angesiedelt. Der Druck auf die Löhne ist in einem homogenen Markt evident. Zweitens bliebe immer noch die Rationalisierung und zunehmender Arbeitsdruck. Beides ist empirisch belegt, klassisch für den ersten Fall die Metall- und Elektroindustrie. Da dachten die Tarifparteien in den 1980er Jahren, sie tun den Geringverdienern etwas Gutes, aber das hat nicht hingehauen.

      Auch im Reinigungsgewerbe können Sie rationalisieren, ein Bereich, der noch sehr wenig automatisiert ist. Und die Rationalisierung führt dann zu weniger Personal.

      Der Vorsprung durch Innovationen ist marginal geworden. Binnen weniger Monate ist dieser kompensiert durch Kopieren und gerade personalintensive Branchen mit einfachen Arbeiten sind nicht sehr innovativ.

      Ich habe selber häufig erlebt, wie Reinigungsfirmen bzw. ihre Mitarbeiter versucht haben, durch schluderiges Arbeiten die Nachteile durch niedrige Preise zu kompensieren. Natürlich können Sie dann Nacharbeit verlangen, aber wie sieht die aus? Wurde die Toilette am Donnerstag nicht gereinigt, macht es wenig Sinn, sie am Freitag doppelt zu putzen. Oder Fenster: die Säuberung wird einfach um ein paar Tage oder Wochen gestreckt ohne dass der Auftraggeber Grund zur Klage hätte.

      Die Hartz-IV-Gesetzgebung hat den Arbeitsmarkt mit billigen Arbeitskräften überschwemmt.

      Das ist zum Teil richtig. Diese Leute kamen meistenteils aus dem Bereich der Langzeitarbeitslosen und da diese im Schnitt schlechter qualifiziert waren als die Erwerbsbevölkerung, kam es zu einem zusätzlichen Angebot an billigen Arbeitskräften. Das war tatsächlich gewollt. Die Theorie dahinter ? und die befürworte ich: lieber arbeitet jemand einen Teil der Zeit und oder für einen relativ niedrigen Lohn, als vollständig von Arbeitslosenhilfe / Sozialhilfe abhängig zu sein.

      D

      enn ein Einkommensempfänger ist im selben Maße auch Konsument. Doch das verlangt eben halt das Switchen von betriebswirtschaftlichen Analysen auf eine makroökonomische.

      Wieso sollte ein Unternehmen ?switchen?? Nur weil Unternehmen A seine Reinigungskräfte besser bezahlt, werden seine Leistungen ja nicht stärker nachgefragt.

    367. Hans schrieb am 15. Januar 2010 um 18:26 - Permalink

      Ja und selbst Hartz4 wollen sie wieder abschaffen..
      @ Andreas..
      Daher sie dadurch auch fehler einsehn..
      aber warten wir mal ab was daraus wird..
      MFG Hans

    368. Herr Knecht schrieb am 15. Januar 2010 um 18:33 - Permalink

      @Lutz

      Einhergehend mit dieser Entwicklung, bzw. besser: darauf fußend, wurde der Absatzmarkt kaputt gemacht. Denn ein Einkommensempfänger ist im selben Maße auch Konsument. Doch das verlangt eben halt das Switchen von betriebswirtschaftlichen Analysen auf eine makroökonomische. Diese jedoch allein sollte Maßgabe für Entscheidungen von Politikern sein, da diese dem Wohle des VOLKES verpflichtet sind. Verringert man die Einkommen der am stärksten konsumierenden Einkommensschicht, würgt man den Binnenmarkt ab. Dass darunter maßgeblich inländische Unternehmen leiden, ist der eigentliche Treppenwitz an dieser Sache.

      Das unterschreibe ich absolut. Gerade weil dem nicht Rechnung getragen wird, leidet das exportorientierte Deutschland auch überdurchschnittlich unter der Weltwirtschaftskrise. Man könnte die Gerechtigkeitsfrage also sozialwissenschaftlich wie volkswirtschaftlich gleichermaßen beantworten, mit einem Mindestlohn. Mehr Binnennachfrage, mehr Krisenstabilität, mehr Gerechtigkeit.
      Statdessen wird das Wort “Globalisierung” und der damit einhergehende Wettbewerbsdruck vor den verunsicherten Arbeitsschafen wie ein Mantra heruntergebetet, die dann Schwarz-Gelb und ihr Wachstumsbeschleunigungsgesetz wählen. Bornierte Weiter-So-Denker wollen nur die Dosis erhöhen anstatt einen Strategie-Wechsel in Betracht zu ziehen. Warum? Vlt. aus falscher Überzeugung und mangelder Phantasie für ein besseres Morgen, mit Sicherheit aber aus Gier.

    369. schwitzig schrieb am 15. Januar 2010 um 18:47 - Permalink

      @ Knecht

      Bornierte Weiter-So-Denker wollen nur die Dosis erhöhen anstatt einen Strategie-Wechsel in Betracht zu ziehen. Warum? Vlt. aus Überzeugung, mit Sicherheit aber aus Gier.

      Da die sich die StefanP-SINNierer auf so vielen Ebenen selbst widersprechen, dass selbst ein völlig Unbedarfter angesichts ihrer Betonköpfigkeit nur noch den Kopf schütteln kann, glaube ich nicht, dass dies aus Gier oder reiner dummer Arroganz heraus stattfindet.
      Der Neoliberalismus hat alle Merkmale einer Fanatikerreligion und ich schätze, dass unsere Leistrungsträgerhampelmännchen einfach nur einer erfolgreichen Gehirnwäsche unterlegen sind, denn die StefanP-Boys sind auf lange Sicht mit ziemlicher Sicherheit auch nur Verlierer in diesem Spiel – halt nur etwas später und vielleicht nicht ganz so offensichtlich, weil ihr Leben einfach nicht so gut ist, wie es in einer Gesellschaft sein könnte, die nicht von dieser Sekte beherrscht wird.
      Zum Glück verhalten sich die meisten Sekten wie dumme Parasiten: Über kurz oder lang saugen sie ihren Wirt so aus, dass die Nahrungsgrundlage wegfällt oder sich die Lebensbedingungen verändern und sie sterben aus. Diesmal haben die StefanP-Priester fast 90 Jahre gebraucht, um die Welt wieder so zu ruinieren, wie sie es bis 1929 geschafft haben. Das nächste mal sind sie vielleicht völlig ausgerottet und wir sehen einer schönen Zukunft entgegen – I have a dream :-).

      @Lutz Hausstein
      Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal darüber freue, dass so eine Figur wie StefanP sein Gedankengut derart masslos ausbreitet – aber Deine Antworten sind für mich sehr erfrischend und bieten schöne Gedankengänge, so dass ich im Grunde genommen von StefanPs Präsenz ganz angetan bin (auch wenn ich nur das lese, was Du von ihm zitierst). Danke für den spannenden Lesestoff!

    370. Lutz Hausstein schrieb am 15. Januar 2010 um 18:49 - Permalink

      Wir führen hier eine weltanschauliche Diskussion. Mir war von vornherein klar, dass ich Sie nicht mit meinen Argumenten überzeugen kann.Das lässt mich also auch nicht in Depressionen verfallen.

      Andererseits wollte ich Ihnen vor Augen führen, dass ich bzw. andere Diskutanten ihre Ansicht sehr wohl auch mit hieb- und stichfesten Argumenten, auch ökonomischen, was ja sehr gern abgesprochen wird, belegen können.

      @ Ralf: 422 Zeichen. Entschuldigung. :-)))))

    371. Axel schrieb am 15. Januar 2010 um 20:04 - Permalink

      @StefanP am 15. Januar 2010 um 18:13

      Ich dachte zunächst: Mindestlohn ist aus humanitären Gründen erforderlich, aber können nicht Arbeitsplätze verloren gehen aus Kostengründen?

      Dann kam die Sache mit den Briefträgern und ich dachte, die Briefe müssen doch zum Empfänger, also die Arbeit muß getan werden, man kann also nicht entlassen und muß sich mit dem MIndestlohn abfinden und zur Not muß halt der Kunde mehr zahlen. Er muß mehr zahlen, damit Andere auch menschenwürdig leben können (man verzeihe mir meine Ethik)

      Nochmal: Die Arbeit die wirklich getan werden muß wird nicht verschwinden, also bleibt die Arbeit trotz Mindestlohn wohl erhalten.

      Das man rationalisieren kann und Druck machen kann, daran dachte ich nicht.

      Ich würde aber dagegen vorbringen, das man den Druck nicht endlos erhöhen kann. Außerdem kann man Druck auch bei Löhnen unter Mindestlohn verstärken, denn in unserer Gesellschaft existiert derzeit keine Ethik mehr.

      Sollte ein Unternehmen hinschmeißen, weil die Mitarbeiter nicht mehr beliebig auspressbar sind, so werden diese Briefe von einem anderen Unternehmen übernommen (sie können ja nicht liegen bleiben!) bis sich alles neu eingependelt hat.

    372. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 20:13 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      In meinen Augen habe ich keine sonderlich überzeugenden Argumente bei Ihnen gesehen. Zumal Ihre Schilderung im Reinigungsgewerbe an der Realität vorbei geht. Finden Sie also nicht, dass Ihre jetzt wieder zum Schluss erhobenen Vorwürfe in mindestens dem gleichen Maße auf Sie zutrifft? Und dennoch mache ich Ihnen nicht derartige Vorhaltungen.

    373. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 20:23 - Permalink

      @Axel

      Ich dachte zunächst: Mindestlohn ist aus humanitären Gründen erforderlich

      Das ist zwar honorig, aber wieviel Prozent Ihrer Einkäufe tätigen Sie unter diesem Aspekt? Wann standen Sie zuletzt bei Aldi an der Kasse und haben gesagt: ?Ach, ich leg? noch nen 10er drauf für die Kassiererin in die Lageristen?

      Dann kam die Sache mit den Briefträgern und ich dachte, die Briefe müssen doch zum Empfänger, also die Arbeit muß getan werden, man kann also nicht entlassen und muß sich mit dem Mindestlohn abfinden und zur Not muss halt der Kunde mehr zahlen.

      90 Prozent der Kunden sind Unternehmen. Da schlagen 5 Cent pro Brief gewaltig ins Kontor. Ich hatte bereits angeführt, wie das funktioniert. Da wird der Dokumentenaustausch mit Partnern einfach weiter auf Internet und E-Mail verlegt, pdf-Dokument angehängt statt das Ganze auf den Postweg zu begeben. Und schon werden wieder 10 Prozent weniger Briefe befördert. Irgendwann kommt der Punkt, wo die Deutsche Post Bezirke wieder zusammen legen wird und ein paar Stellen werden frei. Tun wir doch nicht so, als gäbe es im Leben keine Dynamik. Wenn man nur lange darüber nachdenkt, gibt es für fast Alles Alternativen. Und die Summe der Menschen war stets erfindungsreicher als ein einzelner Blogger.

    374. Axel schrieb am 15. Januar 2010 um 21:07 - Permalink

      StefanP am 15. Januar 2010 um 20:23 .

      1. Ich habe in meinem Leben bisher ca 40000 Euro (oder mehrt?) einfach so verschenkt. ich habe z. B., jemandem bisher 13000 Euro gegeben, damit er eine Musikerkarriere starten kann. Zu einer Bank oder zum Arbeitsamt konnte er mit diesem Wunsch nicht gehen. Wahrscheinlich auch nicht zu Josef Ackermann. Ich habe bei Aldi darauf geachtet keine KZ-Eier zu kaufen. Erst als ich hörte das bei Freilandhaltung betrogen wird habe ich das aufgegeben. Das ich beschissen werde, dachte ich mir zuvor schon. So ist halt die Society. Warum tat ich das? Einmal weil ich es konnte, was übrigblieb reicht für mich immer noch. Allerdings kann ich nicht jedem etwas geben. Vor kurzem hörte ich auf WDR5 oder DLF ein Interview mit einem noch reicher Beschenkten (geerbt), der eine 10% Vermögensabgabe für Reiche forderte und selber sein Vermögen human einsetzt. Sie dürfen nicht davon ausgehen, daß alle Menschen “neoliberal” sind.

      2. Als meine Meinung abgeschickt war, fiel mir Ihre Argumentation mit der Verlagerung aufs Internet auch schon ein. Aber da kann ich nur sagen, die Unternehmen werden auch verlagern, wenn es keinen Mindestlohn gibt. Sollen wir jetzt ausrechnen, wieviel mehr verlagert wird, wenn der Mindestlohn eingeführt wird.

      3. Obwohl ich ein sehr human orientierter Mensch bin, konzediere ich, das die Forderung nach Humanität rationales Denken nicht verdrängen darf .
      Mir macht also große Sorge, das nichtqualifizierte Arbeit immer mehr prekarisiert werden wird oder verschwinden wird. Im Gegensatz zur “Linken” sehe ich dafür keine einfache Lösung. Ich denke nur Bildung wäre ein Ausweg, Fragt sich nur ob genügend Menschen bildungsfähig wären. Wenn nicht müssen wir uns alle noch warm anziehen.

    375. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 21:19 - Permalink

      @Axel

      Aber da kann ich nur sagen, die Unternehmen werden auch verlagern, wenn es keinen Mindestlohn gibt.

      Haben Sie doch schon getan. Das Argmunent, das man sonst
      keinen günstigen Produkte herstellenkann ist dabie in viele Fälen fadenscheinig:
      Geht man in einen Laden um sich z.B. eine Levis oder ander Marken-Jeans zu kaufen
      bezahlen Sie weit über 100 Euro. Schauen Sie auf das Ettiket, steht da : made in China.
      (vor einige Jahren ggfs noch Made in Spain, Slowakia …) Raten Sie mal wer die gigantsichen
      Margen macht? Man kan natürlich auf bestimmte Steine für die Fliessung der Terase kaufen, die werden von Kindern in Indien “vorbearbeitet”.

      Ob ich mir eine Jeans für über 100 Euro kaufe? Never. Ich lass mich doch nicht ver…. .

    376. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 21:52 - Permalink

      Zum Thema Leiharbeit eine neue Studie:

      Eine Studie im Auftrag der Otto Brenner Stiftung Frankfurt/Main, August 2009

      Auch wenn es nicht zu einer schweren Weltwirtschaftskrise mit zum Teil noch unbekannten und unabsehbaren Folgen gekommen wäre, hätte der Finanzmarkt-Kapitalismus der letzten Jahre dennoch tiefe Spuren in Arbeitswelt und Gesellschaft hinterlassen.
      Die auf kurzfristige Steigerung von Gewinn und Aktienkurs ausgerichteten Unternehmensstrategien haben Gewerkschaften, Arbeitnehmervertretungen und Beschäftige enorm unter Druck gesetzt, ihnen viel Flexibilität abverlangt und manche soziale Errungenschaft in Frage gestellt.

      Vielfältige Formen von prekärer Beschäftigung verstärkten die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, trugen zur Verunsicherung bei und erzeugten Abstiegsängste, die längst auch gut Ausgebildete und langjährig Beschäftigte erreicht haben.

      Die ?Prekarisierung? der Arbeit und die damit verbundenen betriebs-, tarif-, sozial- und gesellschaftspolitischen Folgen lassen sich besonders gut am Beispiel ?Leiharbeit? verdeutlichen.

      Für ?gleiche Arbeit? wird ein ?ungleicher Lohn? gezahlt, Belegschaften erster und zweiter Klasse entstehen, Tarifverträge werden unterlaufen, Mitbestimmung reduziert. ?Billigere? Leiharbeiter verunsichern und ?disziplinieren? als Druck- und Drohpotential Stammarbeitskräfte und Kernbelegschaften.
      Es ist ein großer Verdienst des Forscherteams um Prof. Dr. Klaus Dörre von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, mit dem von der Otto Brenner Stiftung geförderten Projekt ?Funktionswandel von Leiharbeit? nicht nur anhand eindringlicher Fallbeispiele diesen neuen Nutzungsstrategien nachgespürt zu haben, sondern auch den Blick darauf zu lenken, welche arbeits- und mitbestimmungspolitischen Folgen mit diesem Funktionswandel verbunden sind.

      Die Studie ist zu lesen unter:

      http://www.otto-brenner-stiftung.de/publikationen/obs-arbeitshefte/arbeitsmarktpolitik-beschaeftigungspolitik/produktdetail/149/backpid/137.html

    377. WasJetzt? schrieb am 15. Januar 2010 um 21:58 - Permalink

      Zahlen zur Entwicklung in der gewerblichen Wirtschaft : Vergleich Nov 08 mit Nov 09

      Beschäftigte ?4,6 %
      Arbeitsunden ?9 %
      Lohn und Gehaltssumme ?8 % (verbraucherpreisbereinigt)

      Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten nahm zwischen Juni 1999 und Juni 2008 um 1,4 Millionen bzw. sechs Prozent ab.
      Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg um 1,3 Millionen oder 36 Prozent auf fünf Millionen.
      Minijobs legen zu, sie stiegen innerhalb sechs Jahren um 29 Prozent auf über sieben Millionen.
      Die Zahl der Menschen mit zwei Jobs verdoppelte sich zwischen 2002 und 2007 auf 1,8 Millionen.

      (Angaben nach dem Statistischem Bundesamt)

    378. StefanP schrieb am 15. Januar 2010 um 22:52 - Permalink

      @Axel

      schön, wenn Sie Ihre Überzeugungen so konsequent leben. Ich denke auch, dass Reiche eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft haben. Neben der Steuer ist dies eine moralische. Doch dafür brauchen wir keine Vermögensabgabe, das ist ein typisch deutscher Reflex. Die meisten dieser Menschen sind durch gute Organisation, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit zu dem gekommen, was sie sind. Mit diesen Eigenschaften wissen sie am besten, wie man das eigene Vermögen zum Vorteil anderer einsetzen und den größten Effekt erzielen kann. Öffentliche Sachbearbeiter wissen das am wenigsten.

      Kein Wunder, wenn die 10%ige Vermögensabgabe jemand fordert ? es sind übrigens 5% – der seinen Reichtum nicht selbst erarbeitet, sondern großzügig geerbt hat. Es steht jedem in Deutschland frei, sein Einkommen und Vermögen zu spenden, da sind keine Grenzen gesetzt.

      An einem Punkt machen Sie sich die Argumentation ziemlich einfach: verlagert würde ohnehin, ob mit oder ohne Mindestlohn. Zweifellos ist das Wirtschaftsleben immer im Fluss und alle Marktparteien auf der Suche nach effizientem Einsatz. Wie bereits mehrfach erwähnt wirken deutliche Preisveränderungen wie eine Rationalisierungspeitsche und wir sollten nicht so tun, als hätten wir keine Erfahrung damit.

      Nochmal: warum sind die Gewerkschaften von der Strategie der 1980er und 1990er Jahre abgekommen, Tarifsteigerungen ungleich zu verteilen und untere Tarifgruppen überproportional zu begünstigen? Angesichts zunehmender Einkommensunterschiede wäre doch die Fortsetzung der Strategie geboten, um dem Auseinanderdriften entgegen zu wirken.

    379. Axel schrieb am 16. Januar 2010 um 03:19 - Permalink

      @StefanP am 15. Januar 2010 um 22:52

      “Öffentliche Sachbearbeiter wissen das am wenigsten.”

      Boris Becker meinte, wenn seine Steuern vernünftig verwandt würden (ich meine Müntefering hatte ihn und Andere populistisch angegriffen), so würde er sie hier in Deutschland zahlen (so ähnlich). Nun bin ich natürlich skeptisch, was B.B. unter vernünftig versteht, aber ansonsten teile ich seine Sorgen. Ich denke immer: ob in den USA mehr “freie” Mitmenschlichkeit existiert? Ehemalige spenden ja großzügig Ihren Universitäten meine ich. So etwas finde ich am Besten. Eine Verallgemeinerung solcher Hilfe würde auch ich Abgaben vorziehen.

      “An einem Punkt machen Sie sich die Argumentation ziemlich einfach … ”

      Richtig gesehen, es sollte halt etwas provokant sein und ich weiß, das ich keine Lösung biete. Ich hatte ja konzediert, das ich Ihnen das Druck-Argument nicht voll widerlegen kann. Ich bin in dieser Hinsicht auch gar kein Moralisierer. Man kann die Wirtschaft in dieser Hinsicht nicht kontrollieren. Selbst die Definition sittenwidriger Grenzen wäre schwierig, geschweige denn deren Kontrolle. Ein Mindestlohn wäre damit verglichen einfacher!

      Aber nochmal etwas anders: für wieviel mehr prekäre Arbeitsplätze “kämpft” man, wenn man den Mindestlohn ablehnt?

      Ich will meine Ansichten prüfen und Sie haben meine Überlegungen durch das Druck-Argument ins Wanken gebracht. Aber man gibt ja nicht immer sofort auf. Ich diskutierte das MIndestlohnproblem vor kurzem mit einem human engagierten Volkswirt und wir waren uns zuletzt in meinem Sinne einig. Ich werde dem Betreffenden Ihr “Rationalisierungsargument” vorlegen, mal sehen was er meint.

    380. Axel schrieb am 16. Januar 2010 um 08:44 - Permalink

      @StefanP.

      Ich habe die Diskussion noch nicht vollständig verfolgt und weiß daher nicht, was Sie behauptet haben.
      Ich weiß aber, das das Argument, man müsse Druck auf Arbeitslose machen i. a. ohne Einschränkungen benutzt wird. Ich habe dies z. B. von Meinhard Miegel erlebt, ohne das dem vom Moderator in diesem Moment widersprochen wurde.

      Das Druck-Argument muß aber in der Tat allgemein falsch sein. Wieso sollte jemand, der vielleicht 10, 15 20 Jahre gearbeitet hat nun mit 60% des Gehaltes freiwillig in die Hängematte gehen? Er benörtigt i. a. keinen Druck sich eine neue Stelle zu suchen, die Ächtung durch die Gesellschaft und seine existenziellen Nöte reichen als Druck sich neue Arbeit zu suchen sicher aus! Zusätzlichen Druck muß man ihm nicht machen.

      Es mag “Profi-Arbeitslose” (SozialJunkies) geben, die man anders betrachten muß, aber das muß´man dann auch so darstellen und nicht allgemein davon sprechen, daß man Arbeitslosen Druck machen müsse,

      Wenn diese Kritik auf Sie nicht zutreffen sollte, so trifft Sie zumindest auf das Hartz IV System! (die Hartz IV Gesellschaft) zu!

    381. Ralf-zwei.null schrieb am 16. Januar 2010 um 10:52 - Permalink

      Im Übrigen wollte ich nur anmerken, dass gerade “Wahlkampf” ist. Deshalb werde ich alles glauben, was jetzt so versprochen und diskutiert wird, wie z.B. die “Sozialdemokratisierung” der CDU oder die Rücknahme von Hartz IV…

      *kannmichgradenochzusammenreißenumnichtlauthalszulachen*

    382. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 11:02 - Permalink

      @StefanP

      Angesichts zunehmender Einkommensunterschiede wäre doch die Fortsetzung der Strategie geboten, um dem Auseinanderdriften entgegen zu wirken.

      Sie sagen es und niemand hat behauptet, das die Gewerkschaften immer richtig agiert haben.

    383. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 11:03 - Permalink

      @Axel

      Ich weiß aber, das das Argument, man müsse Druck auf Arbeitslose machen i. a. ohne Einschränkungen benutzt wird. Ich habe dies z. B. von Meinhard Miegel erlebt, ohne das dem vom Moderator in diesem Moment widersprochen wurde.

      Das Druck-Argument muß aber in der Tat allgemein falsch sein. Wieso sollte jemand, der vielleicht 10, 15 20 Jahre gearbeitet hat nun mit 60% des Gehaltes freiwillig in die Hängematte gehen? Er benörtigt i. a. keinen Druck sich eine neue Stelle zu suchen, die Ächtung durch die Gesellschaft und seine existenziellen Nöte reichen als Druck sich neue Arbeit zu suchen sicher aus! Zusätzlichen Druck muß man ihm nicht machen.

      Es mag ?Profi-Arbeitslose? (SozialJunkies) geben, die man anders betrachten muß, aber das muß´man dann auch so darstellen und nicht allgemein davon sprechen, daß man Arbeitslosen Druck machen müsse,

      Dem ist nichts hinzuzufügen. Volltreffer!

    384. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 11:24 - Permalink

      @StefanP

      …es sind übrigens 5% ? der seinen Reichtum nicht selbst erarbeitet, sondern großzügig geerbt hat.

      Wirklich? Es wäre nachzuprüfen, was “erarbeitet ” für Sie bedeutet. Wenn ich einen Betrieb erbe, den ich weiterführe oder weiterführen lasse, kann das nicht darunter fallen.

      In der ZEIT fand ich einen Artikel, der sich damit befasste, wie Vermögen/Reichtum zustande kommt.
      Leider finde ich ihn nicht mehr, werde es aber nochmal versuchen, ist einige Jahre her.
      Die Essenz aber, das weiß ich genau, war das Gegenteil von dem was Sie behaupten(!).
      Es widerspricht aber ohnhin einer historischen Betrachtung des Aspekts Reichtums-/Vermögensentwicklung.

    385. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 11:32 - Permalink

      @Axel

      Die Pflicht zur Steuerzahlung steht neben der moralischen, sich nach seinen Möglichkeiten für das Gemeinwesen einzusetzen. Wir können natürlich nicht die vollständige Finanzierung unseres Zusammenlebens der Freiwilligkeit anheimstellen, obwohl die Menschen meist freiwillig mehr zahlen als unter Zwang.

      Aber: will man den Willen, selbst noch mehr zu tun, nicht völlig untergraben, muss man als Staat eine klare Grenze ziehen, wo die Pflicht endet. Nach meiner Ansicht sollte der Fiskus sich ausgewogen finanzieren, aus Konsum-, Einkommen- und Vermögensteuern. Die Gesamtbelastung halte ich heute für weit ausreichend, die Ausgewogenheit fehlt, so dass ich es als sinnvoll erachte, die Steuerbelastung auf Einkommen über alle zu verringern und dafür eine administrativ effiziente Vermögensteuer hinzuzunehmen.

      Ich lehne einen Mindestlohn nicht generell ab, vor allem nicht aus pragmatischen Gründen. Der heutige Wirrwarr ist eher schädlich als nützlich. Die Frage ist die der angemessenen Höhe. Da die Wirkung von Mindestlöhnen auf Beschäftigung und Wirtschaftsentwicklung strittig und mit Risiken verbunden ist, würde ich die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns von 5-6 EUR befürworten, der schrittweise angehoben werden könnte, wenn keine negativen Wirkungen auftreten.

      Das Problem ist doch, wir wissen nicht, wen wir treffen. Nicht weil wir etwas gut meinen wird etwas gut. Beispielhaft können wir das anhand der Scheinselbständigkeit sehen, die 1999 der damalige Arbeitsminister Riester bekämpfen wollte. Auf einmal waren wohlhabende Selbständige von einem Gesetz betroffen, das ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet hätte statt der skizzierten armen Spediteure. Unterhalb von 7,50 EUR, das zeigen die Daten des SOEP, arbeiten viele Studenten, Schüler, Hausfrauen, Rentner, deren Job eben auch leicht wegfallen kann, wenn eine zu hohe Lohnuntergrenze eingeführt wird. Dann wäre das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet worden.

      Als intelligente Menschen müssen wir ständig unsere Position überprüfen, denn die entsteht ja schließlich aufgrund der Informationen, die wir haben. Neue Informationen bedingen eine neue Abwägung.

      Das Druck-Argument muss aber in der Tat allgemein falsch sein. Wieso sollte jemand, der vielleicht 10, 15 20 Jahre gearbeitet hat nun mit 60% des Gehaltes freiwillig in die Hängematte gehen?

      Absolut richtig, solche Menschen gibt es. Die Frage ist: wieviele der Langzeitarbeitslosen sind so? International hat sich folgender Zusammenhang durchgesetzt: entweder die Transfers sind existenzgefährdend niedrig, dann wird kaum Druck auf Arbeitslose benötigt, eine neue Beschäftigung aufzunehmen. Beispiele hierfür sind die angloamerikanisch geprägten Staaten. Oder, die Transfers sind gemessen am bisherigen Lebensstandard üppig, dann muss entsprechend hoher Druck aufgebaut werden. Klassisch hierfür ist Dänemark. Die meisten versuchen eine Kombination aus beidem. Deutschland ist jahrzehntelang einen eigenen Weg gegangen, relativ gute Versorgung und geringe Repressalien. Das Ergebnis war ? gerade gemessen an anderen Staaten alles andere als erfolgreich. Die Hartz-IV-Gesetzgebung hat versucht, sich an die internationalen Gepflogenheiten anzupassen mit der üblichen deutschen Vorliebe für Verwaltung und Perfektion.

      Die Zahlen zeigen, dass viele der heutigen Langzeitarbeitslosen seit vielen Jahren nicht mehr gearbeitet haben, ein wachsender Teil kennt überhaupt nicht das Erwerbsleben. Warum schaffen die es weder in Boomphasen noch im normalen Konjunkturzyklus in den Arbeitsmarkt? Darüber lässt sich philosophieren und zahlreiche Reportagen anstellen und jeder pickt sich heraus, was einen in der eigenen Ansicht unterstützt. Der eine den 50jährigen, der 30 Jahre lang hart gearbeitet hat, der andere den 30jährigen Hauptschulabbrecher ohne Lehre, der allen eine Nase dreht.

      Was ist richtig? Die OECD ? und die steht nur beispielhaft ? hat festgestellt, dass eine Überwindung der Armutssituation nur durch Erwerbsarbeit möglich ist. Und: dass den meisten Langzeitarbeitslosen die Rückkehr in ein normales Erwerbsleben nur über gering bezahlte Tätigkeiten gelingt.

    386. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 11:54 - Permalink

      @WieJetzt?

      So langsam komme ich auf den Trichter, warum Sie meine Argumentation als brüchig sehen. Sie vergessen immer den Kontext.

      ?es sind übrigens 5% ? der seinen Reichtum nicht selbst erarbeitet, sondern großzügig geerbt hat. Wirklich? Es wäre nachzuprüfen, was ?erarbeitet? für Sie bedeutet.

      Axel führte an, dass ein Vermögender eine 10%ige Vermögensabgabe vorgeschlagen hätte. Es war jedoch eine 5%ige Abgabe. Und dieser hat seinen Reichtum nicht selbst erarbeitet, sondern geerbt:

      Die Initiative wird teils von Erben großer Vermögen getragen. Zu ihr gehört neben Haas, der Geschäftsanteile an einer Firma erhalten hatte, auch Susann Haltermann, Tochter eines Hamburger Fabrikanten. Hinzu kommen Ärzte, Pädagogen und Privatiers. Prominente Namen sind auf dem öffentlichen Teil der Liste allerdings nicht zu finden.

      Ich habe Ihren ZEIT-Artikel gefunden, dort findet sich allerdings kein präziser Satz, wie die Vermögen entstanden sind. Jedoch: ?Weit größere Chancen auf Reichtum, sagt Imhoff genauso wie Hartmann, hätten Unternehmer, Selbstständige und Leute, die schon ein gewisses Vermögen mitbringen.?

      Weiter findet sich ein Artikel der Süddeutschen, dass fast alle chinesischen Milliardäre ihren Wohlstand selbst erarbeitet hätten, das gilt ungefähr auch weltweit, wie ich vor Jahren mal gelesen habe. Auf Anhieb fallen mir auch weit mehr Milliardäre ein, die selbst zu Wohlstand gekommen sind als dass sie es von den Eltern hinterlassen bekommen haben.

    387. Retans schrieb am 16. Januar 2010 um 12:04 - Permalink

      @ WieJetzt? #384

      Zeit-Artikel
      http://www.zeit.de/1994/34/Der-Billionen-Segen

    388. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 12:42 - Permalink

      @Retans

      :-) Interessante Beweisführung. Auf die These, dass 90 Prozent des Vermögens selbst erarbeitet und nicht geerbt sind, antworten Sie mit einem 16 Jahre alten Zeitungsartikel, der die Vererbung von Vermögen kritisiert. Das steht der These nur in nichts entgegen, zumal dauernd Vermögen aufgebaut, erarbeitet wird (siehe China).

    389. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 12:50 - Permalink

      @WieJetzt?

      So langsam komme ich auf den Trichter, warum Sie meine Argumentation als brüchig sehen. Sie vergessen immer den Kontext.

      Immer betrachte ich für unbwiesen.

      ?es sind übrigens 5% ? der seinen Reichtum nicht selbst erarbeitet, sondern großzügig geerbt hat. Wirklich? Es wäre nachzuprüfen, was ?erarbeitet? für Sie bedeutet.

      Axel führte an, dass ein Vermögender eine 10%ige Vermögensabgabe vorgeschlagen hätte. Es war jedoch eine 5%ige Abgabe. Und dieser hat seinen Reichtum nicht selbst erarbeitet, sondern geerbt:

      Ok, mea culpa, in diesem einen Fall, hab ich nicht richtig gelesen, mich geirrt!.
      Ich sehe diesbezüglich da einen wichtigen Unterschied zu Ihnen, der seine eigene,
      wiederholt nicht schlüssigen oder unausgegorenen Argumentationen oder eigensinnigen Interpretationen zu seinem Vorteil, auf die man ihn aufmerksam macht, NIE einräumt.

      Zudem ändert meine falsche Leasart nichts, an dem was Fakt ist. Den diesbezüglichen ZEIT Artikel haben Sie dankenswerterweise gefunden, ich habe noch einen anderen, aber mit ähnlichem Tenor (kommt noch).

      … dort findet sich allerdings kein präziser Satz, wie die Vermögen entstanden sind.

      Das sehe ich ganz anders, was ist für Sie präzise?

      Zum Beispiel:

      Nicht eigene Arbeit ist heute in Deutschland der erste Schritt zum Reichtum, sondern geerbtes Grundkapital: ein gesundes, zumindest mittelgroßes Unternehmen, ein paar Immobilien, ein gut gefülltes Wertpapierdepot. Das kleine Vermögen wird dann schnell zum großen.
      Künftig wird sie wohl noch schwieriger herzustellen sein. Bis zum Jahr 2010 wird in Deutschland ein Vermögen von zwei Billionen Euro.

      …Regierung und Opposition verkennen also die Realität, wenn sie betonen, es könne in Deutschland nicht mehr um Ergebnisgleichheit gehen, wichtig sei die Chancengleichheit. »Wo das Ergebnis, also Einkommen und Vermögen, sehr ungleich verteilt ist, ist Chancengleichheit unmöglich«, sagt Hartmann.

      Künftig wird sie wohl noch schwieriger herzustellen sein. Bis zum Jahr 2010 wird in Deutschland ein Vermögen von zwei Billionen Euro vererbt.

      Insofern ist gar nicht so abwegig, was radikal-liberale Ökonomen seit langem fordern: einerseits die Abschaffung der Einkommensteuer, aber andererseits eine Erbschaftsteuer von 100 Prozent. Jeder, so der Gedanke, soll behalten dürfen, was er erarbeitet. Aber er soll es selbst erarbeiten müssen.

      Weiter findet sich ein Artikel der Süddeutschen, dass fast alle chinesischen Milliardäre ihren Wohlstand selbst erarbeitet hätten, … .

      Selbst erarbeitet? Mich interssiert wie, unter welchen Voraussstezungem, darauf kommt es eben an. Könnte es sein, das Millionen von Wanderabeitern dafür 10-12 Stunden schuften mussten und in Massenunterkünften leben?

      Und in Russland waren es sicher auch ganz rechtschaffene Menschen (man nennt die wohl Apparatschiks) die nur die Ärmel hochgekrempelt haben und zu Milliardären wurden. Huihui, jetzt wird?s gruselig.

    390. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 12:51 - Permalink

      @WieJetzt?

      ->Angesichts zunehmender Einkommensunterschiede wäre doch die Fortsetzung der Strategie geboten, um dem Auseinanderdriften entgegen zu wirken.
      Sie sagen es und niemand hat behauptet, dass die Gewerkschaften immer richtig agiert haben.

      Entschuldigung, das ist jetzt aber ziemlich unlogisch. In den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre praktizieren die Gewerkschaften eine Tarifpolitik, die nach Ihrer und der Ansicht der Gewerkschaften der ungleichen Einkommensverteilung entgegen wirkt. Um diese Verhandlungsstrategie aufzugeben, nicht mehr dahin zurück zu kehren und gleichzeitig die zunehmende Ungleichverteilung zu kritisieren.

      Hat irgendjemand da bei Logik-Seminar gefehlt?

      Warum bemühen Sie sich nicht um eine Erklärung für dieses Verhalten? Könnte es sein, dass den Gewerkschaften auch aufgefallen ist, wie sehr die Methode ihren Zweck verfehlt und nur mehr Arbeitslose produziert, wenn Lohnempfänger auf ein Niveau angehoben werden, das ihre Arbeitsleistung als unwirtschaftlich erscheinen lässt. Womit Entlassungen provoziert werden. Und: Arbeitslose zahlen keine Gewerkschaftsbeiträge.

    391. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 13:02 - Permalink

      Hier der andere Artikel:

      Wie man in Deutschland reich wird

      Wer die Gnade der richtigen Geburt hat, sagt Michael Hartmann, profitiere oft gleich doppelt. Aus den Lebensläufen von Inhabern lukrativer Jobs ? Chefärzten, Geschäftsführern ? liest er ab, dass diese in der Regel aus Familien kommen, in denen schon der Vater Professor oder Vorstandsvorsitzender war. Der Filius bewegt sich von Kind an in den Kreisen, in die andere erst mühsam und oft vergeblich versuchen müssen aufzusteigen. Und als Startkapital für späteren Reichtum bekommt er Vaters Villa und das Wertpapierdepot.

      Dieser Batzen wird ungleich verteilt. Westdeutsche erben häufiger und größere Summen als Ostdeutsche, Hauptschüler erben seltener als Akademiker, und, natürlich, Kinder von Reichen kriegen am meisten. Und da man in den oberen Schichten auch bei der Partnerwahl gern unter sich bleibt, kommen auf einen Bessergestellten-Haushalt oft gleich zwei erkleckliche Erbschaften: Wer hat, der kriegt.

      http://www.zeit.de/2003/47/Reich_sein

    392. Lutz Hausstein schrieb am 16. Januar 2010 um 13:32 - Permalink

      @ StefanP:

      Eigentlich hatte ich mir ja schon zwei-, dreimal vorgenommen, die Diskussion mit Ihnen nicht weiterzuführen, weil sie fruchtlos ist. Wie ich oben schon schrieb: das Aufeinanderprallen zweier grundsätzlich entgegengesetzter Ansichten, ja Weltanschauungen. Trotzdem fesseln Sie mich, obwohl ich eigentlich nicht auf diese “Spielart” stehe. :-) Aber ich werde mich bemühen. Man sollte auch “loslassen” können …

      … Die meisten dieser Menschen sind durch gute Organisation, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit zu dem gekommen, was sie sind. Mit diesen Eigenschaften wissen sie am besten, wie man das eigene Vermögen zum Vorteil anderer einsetzen und den größten Effekt erzielen kann. …

      Meinten Sie jetzt damit die Banker? Nein, nicht? Warum denn nicht? Die gehören doch auch dazu. Kaum haben diese mit “ihrer guten Organisation, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit” Beträge von vielen, vielen Milliarden Euro in den Sand gesetzt (und sich einen Gutteil davon in die eigenen Taschen gesteckt), haben sie den Staat nach Hilfen angebettelt, ihn erpresst (Heh, ich bin systemrelevant!) ihre aberwitzigen Verluste durch die Allgemeinheit begleichen lassen, haben gerichtlich auf die Auszahlung ihrer Boni geklagt und pokern heute schon wieder munter und bekommen Unsummen an Boni ausgezahlt.

      Was? Banker explizit nicht? Meinetwegen. Dann schlage ich doch solche uneigennützigen Spitzenmanager wie Middelhoff, Mehdorn oder Zumwinkel vor. Gute Organisation, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. Gut im Organisieren, eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur kaputt zu sparen. Ehrgeizig genug, eine Warenhauskette durch dubiose Verkaufs- und Rückmietgeschäfte, unter direkter eigener Beteiligung am neuen Eigentümer, zu ruinieren. Zielstrebig genug, um eigenes Einkommen, trotz (oder gerade deshalb?) deren nichtgeringer Höhe illegal ins Ausland zu bringen und sich anschließend für einen Teilbetrag dessen vor dem Gericht freizukaufen?

      Bedauerliche Einzelfälle? Wie lang darf die Liste werden? Reicht eine Seite aus oder muss es mehr sein? Nicht mitgerechnet all Diejenigen, denen man bisher nichts nachweisen konnte.

      “Leistungsträger” verdienen zurecht ihr Geld? An welchen objektiven Maßstäben machen Sie dies fest? Gibt es einen akzeptierten überprüfbaren Maßstab, der nachweist, dass “Leistungsträger” wirklich die ihnen nachgesagte Leistung erbringen und diese auch im angemessenen Verhältnis zu den Einkommen von “Nicht-Leistungsträgern” steht? Wenn ich jetzt mal vorwegnehmen darf: Der Markt. ;-) Stimmt´s?

      Der Markt ist es auch, wenn Sohn von A bei dem Bekannten/Verwandten/Parteifreund/ehem. Kommilitonen B (beliebig erweiterbar) einen überdurchschnittlich entlohnten Job erhält. Aha! Der Markt ist es auch, wenn Politiker und Banker gemeinsam dubiose Kaufgeschäfte betreiben, schwarze Gelder erhalten, dafür hier und dort ein (gut dotierter) Job rausspringt und am Ende der ganze Laden den Bach runtergeht und am Ende wieder die Allgemeinheit die Ohren hinhalten muss? Leistungsträger. So, so.

      Und dies sind “die Vorteile Anderer”? *am Kopf kratz*

      Ich tu mir das nicht länger an. Schreiben Sie, was Sie wollen.

    393. Retans schrieb am 16. Januar 2010 um 13:37 - Permalink

      @ StefanP # 388

      Sie haben recht! Wollte eigentlich auch W. Uchatius verlinken, aber eine Tastatur-Schusseligkeit meinerseits…. Mea culpa, aber Sie waren ohnehin fixer. :)

    394. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 13:41 - Permalink

      @StefanP

      Hat irgendjemand da bei Logik-Seminar gefehlt?

      Irgendiwe muss man bei Ihnen für fast alles Seminare haben… .

      Da wo Ihre Logik ganz offensichtlich harkt, da schweigen Sie.
      So leicht mache ich es mir nicht.

      Entschuldigung, das ist jetzt aber ziemlich unlogisch. In den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre praktizieren die Gewerkschaften eine Tarifpolitik, die nach Ihrer und der Ansicht der Gewerkschaften der ungleichen Einkommensverteilung entgegen wirkt. Um diese Verhandlungsstrategie aufzugeben, nicht mehr dahin zurück zu kehren und gleichzeitig die zunehmende Ungleichverteilung zu kritisieren.

      Die o.a. Traifpolitik im geannten Zeitraum kenne ich nicht im Detail. Wenn es stimmt, dass die Gewerkschaften das so nicht weiterbetrieben haben, gibt es dafür sicher Gründe. Ich nehme allerdings nur eine Vermutung (oder Unterstellung ) Ihreseits dafür zur Kenntnis.

      Aber selbt wenn die Gewerkschaftsvernatwortlichen Ihre Begründung bejahen würde, warum sollte mein Einwand deswegen unlogisch sein?
      Am Beispiel der Zeitrabeit können Sie z.B sehen, wie sehr die Gewerkschft zu kämpfen hat, um Fehler wieder gut zu machen.

      Also schließ ich daraus, dass Sie u.a ins Logikseminar müssen und ich z.B. ins Seminar für Tarifgeschichte.

      Warum bemühen Sie sich nicht um eine Erklärung für dieses Verhalten? Könnte es sein, dass den Gewerkschaften auch aufgefallen ist, wie sehr die Methode ihren Zweck verfehlt und nur mehr Arbeitslose produziert, wenn Lohnempfänger auf ein Niveau angehoben werden, das ihre Arbeitsleistung als unwirtschaftlich erscheinen lässt. Womit Entlassungen provoziert werden. Und: Arbeitslose zahlen keine Gewerkschaftsbeiträge.

      Machen Sie sich keine Sorgen, das mit der Gewerkschaft schaue ich mir genauer an
      (sie sich das mal mit der Entstehung von Vermögen und Einfluss in der Gesellschaft, (Markt-) Macht sei es in USA, China oder BRD etc.)
      Aber wie sie selbst für sich mal in Anspruch nehmen, möchte ich meine Zeitressourcen auch nicht hier ausschließlich verbraten.

      Warum bemühen SIE sich nicht, auf Aspekte näher einzugehen oder sich näher damit zu befassen, die Ihnen nicht so sehr in die Argumentationslinie Linie passen? Warum reiten Sie lieber wiederholt auf Punkten rum, die Ihnen in den Kram passen während andere Diksussionsteilnehmer ihnen auch immer wieder Zugeständnisse gemacht haben?

      Das ist ein wesentliche Grund, warum man dann irgendwann sagt, keinen Bock mehr auf Diskussion mit Ihnen, sicher auch für einige verbalisierte, schärfere Animositäten.

      Im Kern wollen Sie anderen klar machen dass nur Sie Recht haben, die Realtät korrekt beschreiben, die einzig funktionierenden, sinnvollen Lösungen anbieten, die zutreffenden Analysen und Beweise bieten, die andern aber nicht. Deshalb werden Sie auf absehbarer Zeit ein einsamer Diskutant sein (ich weiß, ein Paradoxon, bewusst). Das wollen Sie eigentlich nicht, überhaupt nicht ich weiß es wohl und auch warum. Aber wundern Sie sich nicht, wenn es soweit kommtt. Dann müssen Sie sich ein anders Forum suchen (wo es eine Zeit lang dauert bis Sie weiterziehen müssen ), oder unter “Ihresgleichen” bleiben. Aber letzeres ist natürlich überhaupt nicht attraktiv für Sie, ist mir sonnenklar.

    395. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 13:49 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Eigentlich hatte ich mir ja schon zwei-, dreimal vorgenommen, die Diskussion mit Ihnen nicht weiterzuführen, weil sie fruchtlos ist. Wie ich oben schon schrieb: das Aufeinanderprallen zweier grundsätzlich entgegengesetzter Ansichten, ja Weltanschauungen. Trotzdem fesseln Sie mich, obwohl ich eigentlich nicht auf diese ?Spielart? stehe. :-) Aber ich werde mich bemühen. Man sollte auch ?loslassen? können ?

      Wie ähnlich man sich doch sein kann;-). Aber man räumt halt nicht so leicht das Feld, auch
      desalb nicht, weil man Unwahrheiten, implizite Kritik und Vorwürfe, z.B. an der eigenen
      Berufsbiografie und Lebenslage nicht so einfach stehen lassen kann. Nein das geht nicht.
      Aber das mit dem Loslassen, das stimmt, kommt irgendwann automatisch ;-)

    396. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 14:24 - Permalink

      @Lutz Hausstein

      Sie haben doch hier ein Heimspiel, wenn Sie nur die richtige Gesinnung haben, stimmt man Ihnen zu. Für die Gegenthesen gilt das überhaupt nicht. Eine Heimmannschaft muss mehr machen als der Gegner, während Sie sich?s bequem machen. In einem englischen Stadion würden Sie mit der Einstellung ausgepfiffen. ;-)

      Bisher haben Sie nur Argumente geliefert, die man so schon x-mal in den ?Mainstreammedien? lesen und hören konnte. Glauben Sie wirklich, mit solchen Angriffen überraschen zu können? Auf meine ?Ausweichtaktik?, einen niedrigen Mindestlohn anzubieten, antworten Sie schon gar nicht, bieten Ihrerseits nichts an (wer hat hier überhaupt schon mal eine begründete Hausnummer genannt?) und schmollen.

      Trotzdem fesseln Sie mich, obwohl ich eigentlich nicht auf diese ?Spielart? stehe. :-)

      Trösten Sie sich: wir Menschen stehen auf so manches, was uns im Grunde peinlich ist. ;-)

      Meinten Sie jetzt damit die Banker?

      Eigentlich hätten Sie sich die zwei, drei Absätze über Banker sparen können, wenn Sie einen einzigen, von mir zitierten Satz mitgenommen hätten: ?Weit größere Chancen auf Reichtum, sagt Imhoff genauso wie Hartmann, hätten Unternehmer, Selbstständige und Leute, die schon ein gewisses Vermögen mitbringen.? In diesem Kriterienkatalog findet sich kein angestellter Banker.

      ? haben sie den Staat nach Hilfen angebettelt?

      Nicht die angestellten Investmentbanker, sondern die die Gesamtverantwortung tragenden Vorstände. Übrigens meistenteils von staatseigenen Landesbanken, die ihre Banker relativ schlecht vergüten. Wenn in diesem Zusammenhang der relative Begriff natürlich manchem Bauchschmerzen verursacht.

      ?ihre aberwitzigen Verluste durch die Allgemeinheit begleichen lassen?

      Bisher stecken die Verluste in den Bankbilanzen. Der Staat hat mitnichten etwas beglichen. Doch um das zu erkennen, bedarf es etwas bilanzpolitischen Wissens, was man nicht einfach voraussetzen kann.

      Meinetwegen. Dann schlage ich doch solche uneigennützigen Spitzenmanager wie Middelhoff, Mehdorn oder Zumwinkel vor.

      Siehe oben. Ich muss Zeichen sparen.

      Bedauerliche Einzelfälle?

      Wie wär?s mal mit den SAP-Gründern? Dietmar Hopp, ein für das Allgemeinwohl sehr engagierter, bescheidener Mensch, wird regelmäßig auf Steckbriefe gesetzt, angepöbelt, belästigt, beleidigt. So gehen wir mit Leuten um, die sich sozial engagieren. Fremdschämen ist angesagt.

      ?Leistungsträger? verdienen zurecht ihr Geld? An welchen objektiven Maßstäben machen Sie dies fest?

      Daran, ob die Leistung des Unternehmens durch sie getragen wird und was wäre, wenn man sie rausnehmen würde. Sie sollten sich die Passage nochmal genau durchlesen, bevor Sie hier verbreiten, damit wären nur Gutverdiener gemeint. Der Grenzsteuersatz (nicht zu verwechseln mit dem Spitzensteuersatz) zeigt, wie sehr ein Staat honoriert.

      ? dass ?Leistungsträger? wirklich die ihnen nachgesagte Leistung erbringen und diese auch im angemessenen Verhältnis zu den Einkommen von ?Nicht-Leistungsträgern? steht?

      Mit Verlaub: Sie geht es nichts an, wer die Leistungsträger im Unternehmen XY sind.

    397. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 14:39 - Permalink

      @WieJetzt?

      Da wo Ihre Logik ganz offensichtlich harkt, da schweigen Sie.

      Dann würde ich mich doch an dem Punkt festnageln. Doch außer Schmollen und Vorwürfen ist da nichts. Sehen Sie, ich biete einen allgemeinen Mindestlohn in bestimmter Höhe an und keiner geht darauf ein. Stattdessen wird wiederholt gefragt: ?warum sind Sie gegen so eine Grenze, die hat doch nur Vorteile!?

      Aber selbst wenn die Gewerkschaftsverantwortlichen Ihre Begründung bejahen würde, warum sollte mein Einwand deswegen unlogisch sein?

      Weil es Gründe haben muss, dass die Tarifverhandler trotz der vorhandenen guten Absichten ihre Methode geändert haben. Nach diesen Gründen ist zu fragen statt mit Vorwürfen zu kontern, diese würden sich falsch verhalten. Ich bin ja nicht mehr taufrisch und mich hat Politik schon in jungen Jahren sehr interessiert. Übrigens fand ich die Tarifpolitik als junger Mensch richtig. Es verbietet sich jedoch nicht, nach den Ergebnissen von Verhaltensweisen zu fragen. Damals hat man explizit unterschiedliche prozentuale Tarifsteigerungen durchgesetzt. Heute spielen Einmalzahlungen und Mindestbeträge hauptsächlich die Rolle, die tarifpolitische Auswirkung für beide Seiten zu kaschieren. Die Arbeitgeber können ihren Mitgliedern niedrigere prozentuale Abschlüsse verkaufen, als tatsächlich verhandelt wurde, bei den Gewerkschaften gilt das umgekehrt. Das Argument, untere Lohngruppen besser zu stellen, ist fast vollständig verschwunden, ebenso unterschiedliche Prozentsteigerungen.

      Auch Gewerkschaften handeln rational. Die Arbeitgeber nehmen so eine Taktik gerne mit, bekommen sie doch besser qualifizierte Angestellte zu niedrigeren Löhnen als bei fairen Verhandlungen rausspringen würde (= weniger als der Marktpreis) und die unteren Verdiener werden mit der nächsten Automatisierung rausgekegelt.

      Ich habe keine Befürchtung, hier irgendwann allein zu diskutieren. Dazu schreibe ich zu pointiert, was den meisten Widerspruch anregt. ;-)

    398. Hilde schrieb am 16. Januar 2010 um 15:12 - Permalink

      Zu 385.

      Absolut richtig, solche Menschen gibt es. Die Frage ist: wieviele der Langzeitarbeitslosen sind so? (…)

      Da kann ich ihn verunsichern: kein Einziger.

      (…) entweder die Transfers sind existenzgefährdend niedrig, dann wird kaum Druck auf Arbeitslose benötigt, eine neue Beschäftigung aufzunehmen. (…)

      Darüber wird gerade vor dem BVG verhandelt. Zur Ermittlung des sozio-kulturellen Existenzminimums braucht es eben mehr als nur die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe.

      Die Hartz-IV-Gesetzgebung hat versucht, sich an die internationalen Gepflogenheiten anzupassen mit der üblichen deutschen Vorliebe für Verwaltung und Perfektion.

      Worüber beklagt er sich? Noch nie gab es so viele unterbezahlte Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Fachpersonal bei gleichzeitiger Gewinnmaximierung der Unternehmen. Plan erfüllt!

      (…) der andere den 30jährigen Hauptschulabbrecher ohne Lehre, der allen eine Nase dreht.

      Kinder von Hartz-IV-Empfängern müssen ab 15 Jahren dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Preisfrage: Wer dreht hier wem eine Nase?

      (…) eine Überwindung der Armutssituation nur durch Erwerbsarbeit möglich ist.

      Nur unter der Voraussetzung, daß Löhne und Gehälter nicht kontinuierlich sinken, während die Lebenshaltungskosten immer weiter ansteigen. Stichwort: PPP.

      Und: dass den meisten Langzeitarbeitslosen die Rückkehr in ein normales Erwerbsleben nur über gering bezahlte Tätigkeiten gelingt.

      Langzeitarbeitslose werden von Fallmanagern gerne an Zeitarbeitsunternehmen vermittelt. Diese kassieren pro Arbeitskraft zwischen 50 bis 70 Prozent Eingliederungszuschüsse vom Staat. Deshalb schießen konzerninterne Zeitarbeitsunternehmen wie Pilze aus dem Boden.

    399. Unbequemer schrieb am 16. Januar 2010 um 15:22 - Permalink

      Also dann noch einmal:

      Grundgesetz Artikel 6 (1) beachten und auch Artikel 14 (2)!

      Für Erwerbslose Menschen, die Alleinstehend sind, existiert ein “kleiner Selbstbehalt” von 770,- ?. Darin sind 360,- ? als Kosten der Unterkunft enthalten. Die Pfändungstabelle liegt bei 989,99 ?.

      770,- ? = 1000 % / 989,99 ? = 128,5 %! Somit ist ein sogenanntes Lohnabstandsgebot vorhanden. Das muss ja angeblich als Arbeitsanreiz vorhanden sein.

      Nehmen wir den Pfändungsfreibetrag als “Exzistenzminimum” für einen Erwerbstätigen. Um das als Netto zu verdienen, ist ein Brutto von 1.339,- ? notwendig. (StKl I – Netto 989,55 ?) Somit ein Stundenlohn von 7,725 ? (1339 * 12 / 52 / 40). Das müsste der Mindestlohn sein. Natürlich dürfen auch höhere Löhne gezahlt werden, aber dort sollte es auch eine Obergrenze geben. Sonst driftet die Gesellschaft zu sehr auseinander.

      Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Auch eine vernünftige Sache. Somit ist es nicht die Aufgabe eines Arbeitgebers den Familienstand zu bezahlen. Da aber für eine Familie das Existenzminimum auch an Hand der Pfändungstabelle abgelesen werden kann, müsste nun der Staat, also wir alle, im Bezug auf den genannten Artikel 6 den Betrag aufstocken. Es müsste also neben dem Kindergeld ein “Ehegattengeld” geschaffen werden.

      Um es dann einfach zu gestalten, wird der Pfändungsfreibetrag mit 128,5 % angesetzt. Wenn ein Erwerbstätiger in der Familie vorhanden ist, besteht ein Anspruch auf diesen Betrag, wenn nicht, wird 100 % des Betrages als Exzistenzminimum angesetzt.

      Die Finanzierung wäre auch einfach. Artikel 14 hilft dabei, die Zocker werden enteignet und dürfen dann mit dem ihnen zustehenden Exzistenzminimum spielen.

    400. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 15:46 - Permalink

      @StefanP.

      Das Argument, untere Lohngruppen besser zu stellen, ist fast vollständig verschwunden, ebenso unterschiedliche Prozentsteigerungen

      Was noch nicht heißen muss, das so zu verfahren richtig ist.

      Auf meine ?Ausweichtaktik?, einen niedrigen Mindestlohn anzubieten, antworten Sie schon gar nicht, bieten Ihrerseits nichts an (wer hat hier überhaupt schon mal eine begründete Hausnummer genannt?) und schmollen.

      Auf diesen ( und z.B. Langzeitarbeitslosigkeit) bewusst fokussierten (und bewusst anderen vernachlässigten) Aspekt haben Sie schon viele Reaktionen bekommen.

      Auf die sich aufstellende Frage, wie man dann auf das von Ihnen selbst angesprochen, aber komischerweise nie bezifferte Existenzminimum kommen soll, das nach Ihre eigenen Meinung offensichtlich deutlich über 1.600 Euro liegen soll, haben Sie auch keine Antwort gegeben.

      Ihre Berechung habe ich z.B in Frage gestelt, Ihre Gegenantwort darauf konnte nicht überzeugen, sie blieben bei der persönlich vorgenommen Berechnungsart: Zahlenbiegerei. Wenn ich z. B. wie schon von mir angesprochenen Mindestlohn von 10 Euro als Kompromiss favorisieren würde !, könnten Sie nicht beweisen, das die Arbeitslosigkeit deswegen! steigen würde. Das wird immer von den Gegnern des Mindestlohns behauptet, das Gegenteil ist aber nicht versucht worden.

      Mit 1.600 Euor wäre nicht allen geholfen, das schrieb ich bereits: Mischformen, andere Alternativen wären ins Auge zu fassen und diskutieren: höhere Beschäftgungsanteil im ÖD, siehe Skandinavien, aber ok, deren Kultur finden Sie nicht vorbildlich, da kann man nichts machen, funktioniert dort aber recht gut aber gut.

      Andererseits hatte die Ausweitung des Niedriglohnsektorsoffenbar keinen nennswerten Einfluss auf die Langzeitarbeitlosigkeit, wie Sie selbst zugeben müssen, Sie sehen dafür vorwiegend mangelden Sanktionswillen der Behörden als Grund.
      Die von Ihnen gern zitierte OECD erwähnt im Gegenzug aber z.B den Diskriminierungsfaktor: es fällt auf, das in DE vor allem Frauen, Migranten und Ältere weniger Chancen bekommen, Ihr eigener Arbeitgeber dient Ihnen als anschauliches Beispiel, mindestens in Hinsicht auf Ältere. Aber das ist Ihnen eine Vertiefung nicht wert bzw. läss sie nicht ins Grübeln kommen.

      Sie halten diese Vefahrenweise – ich wiederhole mich da, wie Sie merken – offensichtlich für angemessen und zielführennd, ich nicht. Sie beklagen, dass man an einzelen Punkten nicht auf Sie eingeht (was ich nicht wirklich stimmig finden kann), praktizieren dies aber nachweislich häufig.

      Dann würde ich mich doch an dem Punkt festnageln.

      Siehe oben. Ich kann und will niemanden zu zwingen zu antworen, Sie hatten mehrfach Ihre Chance gehabt. Irgendwann is auch mal gut.

      Ich habe keine Befürchtung, hier irgendwann allein zu diskutieren. Dazu schreibe ich zu pointiert, was den meisten Widerspruch anregt. ;-)

      Sie neigen eindeutig zur Selbstüberschätzung: Sie werden eines Besseren belehrt, da bin ich ganz sicher.
      Und zumindest in diesem Punkt werden Sie mir im nachhinein Recht geben müssen, warten Sie es ab. Vernantwortlich sind Sie dafür dann aber selbst.

      Falls Sie jemand sind, der auch noch auf jeden Fall das letzte Wort haben will, sagen sie es bitte doch gleich. Das verkürzt den Thread ungemein und erspart vor allem Neunakömmlingen viel Zeit.

      Danke.

    401. Lutz Hausstein schrieb am 16. Januar 2010 um 15:55 - Permalink

      Ich habe ja versprochen, nicht mehr zu reagieren. Also werde ich deshalb mal agieren. ;-)

      Link zu einem interessanten Beitrag, der im ARD am 13.01. lief (Ist ja blöd gemacht mit der Verlinkung. Musste es nochmal ändern).

      Allerdings wiedermal zu einer (Nacht-)Zeit, wo ihn sicherlich nicht allzu viele gesehen haben dürften. Ich denke, nicht ganz zufällig.

      Er zeigt das Schicksal von 5 verschiedenen Menschen, alle in Hartz-IV. Meiner Meinung nach auch mit einem repräsentativen Querschnitt. Ein Analphabet ohne Berufsabschluss, mehrere mit Berufsabschlüssen und auch eine Selbstständige. Normalerweise fehlt noch eine Person mit einem akademischen Abschluss, da auch diese nicht unwesentlich davon betroffen sind.

      Bezeichnend, zusätzlich zu den jeweiligen Verhaltensweisen der Ämter, auch die Reaktion der Person in der Tür des Kaufhauses auf eine Demonstration gegen Hartz-IV. Ignoranz, Verachtung und Diffamierung. Letzten Endes aber nur ein Spiegelbild der gesamtgesellschaftlichen Atmosphäre.

      http://programm.daserste.de/pages/programm/detailArch.aspx?id=uRajv%2b%2bsRlDaXDns10COqQ%3d%3d

    402. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 16:06 - Permalink

      @Hilde

      Zu 385.

      Absolut richtig, solche Menschen gibt es. Die Frage ist: wieviele der Langzeitarbeitslosen sind so? (?)

      Da kann ich ihn verunsichern: kein Einziger.

      Nun, das würde ich auch nicht behaupten wollen. Das Entscheidend ist, das es niemand genau weiß, StefanP auch nicht, daher sein Fragezeichen . Aber: Grundsätzlch gilt in DE die Unschuldsvermutung.

      Worüber beklagt er sich? Noch nie gab es so viele unterbezahlte Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Fachpersonal bei gleichzeitiger Gewinnmaximierung der Unternehmen. Plan erfüllt!

      Da bin ich bei Ihnen.

      Kinder von Hartz-IV-Empfängern müssen ab 15 Jahren dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. …

      Ich nehme aber an, die Schule dürfen sie zu Ende machen, danach aber, sicher.

      (?) eine Überwindung der Armutssituation nur durch Erwerbsarbeit möglich ist.

      Nur unter der Voraussetzung, daß Löhne und Gehälter nicht kontinuierlich sinken, während die Lebenshaltungskosten immer weiter ansteigen.

      Steigen müssen sie, steigen in diesem Bereich .

      Langzeitarbeitslose werden von Fallmanagern gerne an Zeitarbeitsunternehmen vermittelt. Diese kassieren pro Arbeitskraft zwischen 50 bis 70 Prozent Eingliederungszuschüsse vom Staat. Deshalb schießen konzerninterne Zeitarbeitsunternehmen wie Pilze aus dem Boden.

      Auch für ALG I Empfänger , also nicht Langzeitsarbeitslosigkeit, besteht ein Großteil der Angebote nur bei Leiharbeitsfirmen: Auch der sofort Arbeitstwilige und Arbeistaufnehende ist mit sehr großer Wahscheinlichkeit von finanziellem Absturz betroffen. Es sei denn, er ist schon unten, dann kommt er in aller Regel nicht mehr hoch, auf fast gar keinen Fall durch Leiharbeit. Das haben Schröder, die Arbeitgeber und die Berater wie Berger und Hartz sowie die Behörden samt Teile der Gewerkschaft zu verantworten.

    403. Hilde schrieb am 16. Januar 2010 um 17:38 - Permalink

      @WieJetzt?

      Nun, das würde ich auch nicht behaupten wollen. Das Entscheidend ist, das es niemand genau weiß, StefanP auch nicht, daher sein Fragezeichen . Aber: Grundsätzlch gilt in DE die Unschuldsvermutung.

      Es geht darum, Statistiken zu manipulieren und die Sanktionsquote zu erfüllen. Sogar unvollständige Unterlagen werden als ?Leistungsmißbrauch? gewertet.

      Ich nehme aber an, die Schule dürfen sie zu Ende machen, danach aber, sicher.

      Mir sind mehrere Fälle bekannt, wonach den Schülern (unter Androhung von Sanktionen) nahegelegt wurde, die Schule vorzeitig abzubrechen. Das sieht die Gesetzgebung auch tatsächlich so vor..

      (…) Es sei denn, er ist schon unten, dann kommt er in aller Regel nicht mehr hoch, auf fast gar keinen Fall durch Leiharbeit. (…)

      Stimmt. Die Chance, vom Auftraggeber der Zeitarbeitsfirma übernommen zu werden, ist in der Regel sehr gering. Das hat weniger mit der jeweiligen Qualifikation als vielmehr mit mangelnder sozialer Verantwortung der Unternehmen zu tun. Übrigens: im Fall einer Übernahme kassiert die Zeitarbeitsfirma neben den Eingliederungszuschüssen eine einmalige Ablösesumme in Höhe von drei Bruttoarbeitslöhnen.

    404. Retans schrieb am 16. Januar 2010 um 17:43 - Permalink

      @ StefanP #396

      Dietmar Hopp, ein für das Allgemeinwohl sehr engagierter, bescheidener Mensch, wird regelmäßig auf Steckbriefe gesetzt, angepöbelt, belästigt, beleidigt. So gehen wir mit Leuten um, die sich sozial engagieren. Fremdschämen ist angesagt.

      Herr Hopp wird nicht regelmäßig wo er gerade geht und steht angepöbelt und diffamiert, sondern – ausdrücklich: leider – in den panem et circensis-Arenen durch sog. Fußball-Anhänger. Dieses “Verhalten” ist bei diesen Herrschaften wahrlich nicht allein auf Herrn Hopp beschränkt.

    405. Karl Heinrich schrieb am 16. Januar 2010 um 17:45 - Permalink

      @Hilde #403

      Mir sind mehrere Fälle bekannt, wonach den Schülern (unter Androhung von Sanktionen) nahegelegt wurde, die Schule vorzeitig abzubrechen. Das sieht die Gesetzgebung auch tatsächlich so vor..

      Welche Gesetzgebung sieht vor, dass Schüler die Schule abbrechen müssen?

    406. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 18:37 - Permalink

      @Hilde

      Ich bin ja kein böser Mensch, aber Sie haben den Satz falsch verstanden:

      ->Absolut richtig, solche Menschen gibt es. Die Frage ist: wieviele der Langzeitarbeitslosen sind so? (?)
      Da kann ich ihn verunsichern: kein Einziger.

      Es ging um den ?Wieso sollte jemand, der vielleicht 10, 15 20 Jahre gearbeitet hat nun mit 60% des Gehaltes freiwillig in die Hängematte gehen??. Tipp: nicht so schnell lesen.

      (?) entweder die Transfers sind existenzgefährdend niedrig, dann wird kaum Druck auf Arbeitslose benötigt, eine neue Beschäftigung aufzunehmen. (?)
      Darüber wird gerade vor dem BVG verhandelt.

      Darüber wird nicht vor dem BVerfG verhandelt.

      Noch nie gab es so viele unterbezahlte Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Fachpersonal bei gleichzeitiger Gewinnmaximierung der Unternehmen.

      Unterbezahlte Arbeitsplätze? Was ist das? Wenn es wieder um Stellen geht, die unter 10 EUR Mindestlohn liegen, sollten wir an diesem Punkt enden, denn da drehen wir uns im Kreis. Fakt ist: es gab noch nie so viele offene und so hoch bezahlte Stellen für Spezialisten wie heute. Wer etwas Besonderes kann, kann morgen eine tolle Stelle mit Firmenwagen antreten. Das Problem: es gibt nicht so viele, die etwas besonders gut können.

      Kinder von Hartz-IV-Empfängern müssen ab 15 Jahren dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

      Da sollten Sie doch mal die Rechtsgrundlage nennen. Bevor solche Behauptungen einreißen.

      Langzeitarbeitslose werden von Fallmanagern gerne an Zeitarbeitsunternehmen vermittelt.

      Klar. Was machen Sie mit einem Auto, das fünf Jahre stillgelegt war? Sofort kaufen oder langsam testen ? selbstverständlich auf Kosten des Verkäufers?

    407. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 18:47 - Permalink

      @Unbequemer

      Also, ich glaube ich kenne das Grundgesetz ganz gut. Aber dort findet sich nichts zu irgendwelchen Einkommensgrenzen. Auch nicht: gleicher Lohn für gleich Arbeit.

      Um das als Netto zu verdienen, ist ein Brutto von 1.339,- ? notwendig. Somit ein Stundenlohn von 7,725 ?. Das müsste der Mindestlohn sein. Natürlich dürfen auch höhere Löhne gezahlt werden, aber dort sollte es auch eine Obergrenze geben.

      Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

      Da aber für eine Familie das Existenzminimum auch an Hand der Pfändungstabelle abgelesen werden kann, müsste nun der Staat, also wir alle, im Bezug auf den genannten Artikel 6 den Betrag aufstocken. Es müsste also neben dem Kindergeld ein ?Ehegattengeld? geschaffen werden.

      Um es dann einfach zu gestalten, wird der Pfändungsfreibetrag mit 128,5 % angesetzt. Wenn ein Erwerbstätiger in der Familie vorhanden ist, besteht ein Anspruch auf diesen Betrag, wenn nicht, wird 100 % des Betrages als Existenzminimum angesetzt.

      Also als Erstes beeindruckt mich Ihre Präzision, mit der Sie den Mindestlohn nicht nur auf den Cent genau, sondern noch dahinter genau berechnen und festlegen können. Zweitens, und da bin ich möglicherweise nicht der Einzige, stellt sich mir bei Ihrer Genauigkeit eine ganz andere Frage: Wenn Sie alles genau festlegen, Mindestlohn, Höchstlohn, Gehalt bei Einhaltung unter der Bedingung Freigrenze, Ehegattengeld, warum lassen machen Sie es so kompliziert? Warum zahlt nicht einfach der Staat die Gehälter und wir legen alle vier Jahre neben der Bundestagswahl die zu verdienenden Gehälter fest? Ist viel simpler und erfüllt den gleichen Zweck.

    408. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 19:16 - Permalink

      @WieJetzt?

      Ich hatte Sie freundlich aufgefordert, mitzudenken:

      Was noch nicht heißen muss, das so [Tarifstrategie] zu verfahren richtig ist.

      Das ist nicht die Frage, die Sie als Erstes interessieren müsste, sondern das Warum.

      Auf diesen ( und z.B. Langzeitarbeitslosigkeit) bewusst fokussierten (und bewusst anderen vernachlässigten) Aspekt haben Sie schon viele Reaktionen bekommen.

      Nein, keine einzige. Oder ich habe ein extrem schlechtes Gedächtnis. Weder, dass das zu niedrig noch dass es eine sinnvolle Lösung des Konflikts wäre.

      Auf die sich aufstellende Frage, wie man dann auf das von Ihnen selbst angesprochen, aber komischerweise nie bezifferte Existenzminimum kommen soll, das nach Ihre eigenen Meinung offensichtlich deutlich über 1.600 Euro liegen soll, haben Sie auch keine Antwort gegeben.

      Nein, falsch. Anscheinend besteht Bedarf, das immer zu wiederholen. Der Spiegelfechter selbst hat das Durchschnittseinkommen mit 27.000 EUR beziffert, das kommt hin. Nach internationalen Maßstäben liegt normalerweise der Mindestlohn bei 50-60% des Durchschnittseinkommens. Das wären 13.500 EUR. Können Sie mir soweit folgen? So, das wäre zum einen mehr als der britische Mindestlohn, der liegt bei umgerechnet 1.000 EUR. Nun können Sie es sich aussuchen, wie man daraus unter Berücksichtigung von Urlaub und anderen Fehlzeiten den rechnerisch richtigen Stundensatz errechnet. Wollen wir uns an internationale Normen halten ? und die müssen ja immer zur Begründung des Mindestlohns herhalten, so zahlen wir einer Vollzeitkraft 1.350 EUR im Monat.

      Wenn ich z. B. wie schon von mir angesprochenen Mindestlohn von 10 Euro als Kompromiss favorisieren würde !, könnten Sie nicht beweisen, das die Arbeitslosigkeit deswegen! steigen würde.

      Warum denken Sie Einbahnstraße? Sind wir uns soweit einig, dass bei einem hohen Mindestlohn wie er z.B. in Frankreich existiert (und dort auch für junge Erwachsene, wo erstaunlicherweise gleichzeitig die Jugendarbeitslosigkeit weit höher als in Deutschland liegt) ein gewisses Risiko der Arbeitslosigkeit besteht? Wenn nun in einer Testphase ein Mindestlohn von in Ihrem Beispiel 10 EUR eingeführt und binnen Jahresfrist die Zahl der Arbeitsplätze im Niedriglohnsegment reduziert würde, bestände wohl ein Zusammenhang. Die zweite Frage ist: normalerweise tastet sich ein Mensch, der unsicher über die Wirkung einer Maßnahme ist, langsam heran und probiert. Sie steigen gleich in die Vollen. Sind Sie sonst im Leben auch so risikoaffin?

      Andererseits hatte die Ausweitung des Niedriglohnsektors offenbar keinen nennenswerten Einfluss auf die Langzeitarbeitslosigkeit, wie Sie selbst zugeben müssen,

      Das stimmt doch nicht, ich habe völlig anderes geschrieben. Seit den Arbeitsmarktreformen ist die Langzeitarbeitslosigkeit deutlich gesunken, sicher, bei gleichzeitiger Ausweitung des Niedriglohnsektors. Was nicht verwundert, schließlich fangen ¾ mit Löhnen von unter 10 EUR an.

      Ihr eigener Arbeitgeber dient Ihnen als anschauliches Beispiel, mindestens in Hinsicht auf Ältere. Aber das ist Ihnen eine Vertiefung nicht wert bzw. lässt sie nicht ins Grübeln kommen.

      Ich bin schon erstaunt über Ihre Ableitungen. Sie haben wenig mit dem Geschriebenen zu tun. Sie können doch gar nicht wissen, von welchen Unternehmen ich rede. Sie haben nicht mal begriffen, dass ich gar nicht präzisiert habe, ob ich im Angestelltenverhältnis oder für Unternehmen arbeite. Wie kommen Sie darauf, dass jeder selbstverständlich angestellt ist? Das tut auch gar nichts zur Sache, schließlich sollte man sich hier mehr auf die Argumente als die persönlichen Verhältnisse der Mitdiskutanten konzentrieren.

      Sie neigen eindeutig zur Selbstüberschätzung.

      Tja, eine Grundcharakteristikum von mir. ;-)

      Einen hab? ich noch:

      Aber: Grundsätzlich gilt in DE die Unschuldsvermutung.

      Wir sind nicht im Straf-, sondern im Sozialrecht. Nur im Strafrecht gibt es die Unschuldsvermutung. Dagegen muss überall ein Bedürftiger beweisen, dass er bedürftig ist. Nicht der Staat muss beweisen, dass jemand nicht bedürftig ist. Dieses Prinzip ist in Deutschland ziemlich in Vergessenheit geraten, Zeichen der Verwirrung in den Köpfen. Es ist daher selbstverständlich, dass ein angeblich Bedürftiger seine Verhältnisse offen legt. Jemand, der kein Einkommen hat, aber nicht wirklich arbeiten will, kann definitionsgemäß nicht bedürftig sein.

    409. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 19:36 - Permalink

      @Retans

      Hopp ist ja nicht der einzige Mäzen, der regelmäßig angepöbelt wird. Auch der Kunstmäzen Reemtsma wurde ob seines Mäzenatentums von Linksgeistigen deswegen verbal attackiert. Hopp selbst wurde auf der Hauptversammlung des SV Waldhof Mannheim angepöbelt, trotzdem er dem Verein ein großzügiges Darlehen gewährt hatte.

      Reiche und Vermögende, die sich öffentlich engagieren und nicht gerade ihr Vermögen direkt an staatliche Stellen ausliefern, sondern selbst über die Verwendung bestimmen wollen, haben hierzulande keinen leichten Stand.

    410. Klinke schrieb am 16. Januar 2010 um 20:34 - Permalink

      StefanP

      Nein, falsch. Anscheinend besteht Bedarf, das immer zu wiederholen. Der Spiegelfechter selbst hat das Durchschnittseinkommen mit 27.000 EUR beziffert, das kommt hin. Nach internationalen Maßstäben liegt normalerweise der Mindestlohn bei 50-60% des Durchschnittseinkommens. Das wären 13.500 EUR. Können Sie mir soweit folgen? So, das wäre zum einen mehr als der britische Mindestlohn, der liegt bei umgerechnet 1.000 EUR. Nun können Sie es sich aussuchen, wie man daraus unter Berücksichtigung von Urlaub und anderen Fehlzeiten den rechnerisch richtigen Stundensatz errechnet. Wollen wir uns an internationale Normen halten ? und die müssen ja immer zur Begründung des Mindestlohns herhalten, so zahlen wir einer Vollzeitkraft 1.350 EUR im Monat.

      Eins muss ich noch loswerden:
      13.500 ? / 12 = 1125 ? und keine 1.350 ? wie du hier behauptest. Oder hast du der Einfachheit halber, das Jahr auf 10 Monate reduziert?

    411. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 20:44 - Permalink

      @Klinke

      ja sorry. Nachdem ich das ein paar Mal richtig geschrieben habe, habe ich selbst bei der Wiederholung nicht mehr nachgedacht. Natürlich reden wir über einen Monatsverdienst von 1.125 EUR.

    412. unbequemer schrieb am 16. Januar 2010 um 20:54 - Permalink

      Ich kann eben rechnen. Und bin auch noch für eine GERECHTE Gesellschaft. Standesdünkel von “Besserverdienenden” hat nichts mit Demokratie zu tun.

      Wenn ich die Fakten betrachte, müsste das BVerfG bei der jetzt vorliegenden Klage zum Regelsatz und dem Existenzminimum genau meine Berechnungen anstellen. Warten wir es ab.

      Es ist seit langer Zeit üblich, dass der sogenannte kleine Selbstbehalt (bei meiner Scheidung waren es noch 900,- DM) und die Pfändungsfreigrenzen angepasst werden. Daran muss sich ein Exzistenzminimum orientieren.

      Die Methode, das an den angeblichen Verbrauch der unteren 20 % dieser Gesellschaft zu koppeln, war von Anfang an Unrecht. Denn als die Politiker erkannten was für ein Satz dann gezahlt werden müsste wurde geschummelt und betrogen das sich die Balken biegen.

      Vernunftbegabte Menschen können das ohne Probleme erkennen. Agitatoren der Besserverdienenden ist natürlich nicht möglich das zu gestehen.

    413. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 21:06 - Permalink

      @StefanP.

      Tja, eine Grundcharakteristikum von mir. ;-)

      Ich werde das jetzt auf die Probe stellen.

      Ich beantworte die in Ihren letzten Beitrag an mich gestellten Fragen und breche die Diskussion nicht ab; WENN Sie den thread durchgehen und die versäumten Antworten auf zumindest meine (für andere kann und will ich so nicht sprechen) Fragen nachholen. (Das sind dann dazu mehr Chancen für Sie an einem Tag gewesen, als viele Arbeitslose in Monaten bekommen :-P).

      Wie entscheiden Sie? (Entäuschen Sie mich nicht!)

    414. Karl Heinrich schrieb am 16. Januar 2010 um 21:09 - Permalink

      @unbequemer #412

      Ich kann eben rechnen. Und bin auch noch für eine GERECHTE Gesellschaft.

      Leider weiß niemand allgemeingültig zu sagen, was das ist. Was du als gerecht ansiehst, finden andere furchtbar ungerecht.

      Standesdünkel von ?Besserverdienenden? hat nichts mit Demokratie zu tun.

      Demokratie trägt die Gefahr der Ausbeutung der tätigen Minderheit durch die untätige Mehrheit in sich. Damit müssen wir leben.

      Was ich für sinnvoll hielte, wäre eine Art Sozialbremse. Alle 10 Jahre werden die Sozialausgaben accross the board um 10 Prozent gekürzt. In den folgenden 10 Jahren werden die dann leicht wieder auf das vorherige Niveau hochgejammert worden sein.

    415. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 21:34 - Permalink

      @Heinrich

      Leider weiß niemand allgemeingültig zu sagen, was das ist. Was du als gerecht ansiehst, finden andere furchtbar ungerecht.

      Da haben Sie verdammt recht. Wenn ich bei einem Manager 15 Mio/Jahr zugrunde lege,
      und das vergleiche mit einem Lohn von 10 Euro / Stunde (den viel in DE nicht haben)
      dann ist das Einkommen vom Manager 757-fach höher. DAS finde ich ungerecht, stellen Sie sich mal vor.

      Aber es wird ja nach Leistung bezahlt, und da muss man schon davon ausgehen, dass so ein Manager das 757-fach leistet. So in etwa wird sich das ja auch sicher auch verhalten haben, bei Hypo Reale Estate, Porsche, Commerzbank , Citi Bank, Lehmann Brothers, Northern Rock …ach ich kann und will sie gar nicht alle aufzählen.
      .

    416. WieJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 21:36 - Permalink

      Demokratie trägt die Gefahr der Ausbeutung der tätigen Minderheit durch die untätige Mehrheit in sich. Damit müssen wir leben.

      Hier lernt man Sachen…Wahnsinn.

    417. Klinke schrieb am 16. Januar 2010 um 22:18 - Permalink

      @ StefanP
      Schon ok, kann sogar dem “Besten” passieren. Mir geistigem Minderleister mit nur einem Hochschulabschluss ist es zwar noch nicht widerfahren, dass ich ich dem Jahr 2 Monate geklaut habe, aber schließlich ist niemand perfekt.

      Bezüglich Hopp oder besser gesagt der TSG Hoffenheim: Der oder die wird auch abseits des von dir so verachteten “Pöbels” angegangen, z.B. von Hoeneß oder Watzke.

    418. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 22:44 - Permalink

      @WasJetzt?

      Wenn Sie den thread durchgehen und die versäumten Antworten auf zumindest meine (für andere kann und will ich so nicht sprechen) Fragen nachholen.

      Ich kann Ihnen nur versichern, jede Frage beantworten zu wollen, wobei ich natürlich ? wie jeder und auch der Spiegelfechter ? gewichte. Ich gehe davon aus ? wie ich das umgekehrt auch tue ? dass wenn etwas Entscheidendes übergangen wurde, dies zu wiederholen und ggf. eine Antwort einzufordern.

      Mir ist nicht erinnerlich, bei Ihnen etwas wesentliches übergangen zu haben, da ich mir gerade für Sie viel Zeit genommen habe.

      Sie werden zugestehen: ich habe mit Abstand die meisten Fragen und Repliken zu beantworten und ein bisschen muss ich auch auf mein Zeitbudget achten.

    419. StefanP schrieb am 16. Januar 2010 um 22:49 - Permalink

      @Klinke

      Ich lege Wert darauf, den Begriff ?Pöbel? normalerweise nicht zu verwenden. Allerdings könnte man eine Ausnahme machen bei solchen, die anderen aus niederen Instinkten die Pest an den Hals wünschen.

      Ich kenne Hopp nicht persönlich, aber Leute, die eng mit ihm zusammen gearbeitet haben. Er ist ein äußerst honoriger Mensch, jemand, von dem sich viele eine Scheibe abschneiden könnten. Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, muss einiges abkönnen, keine Frage. Ich lamentiere bei vielen Kommentaren auch nicht. Und ich kann mich hinter einem Pseudonym verstecken.

    420. WasJetzt? schrieb am 16. Januar 2010 um 23:48 - Permalink

      @stefanP.

      … und ein bisschen muss ich auch auf mein Zeitbudget achten.

      *Lächel*

      Ich auch.

    421. Heinzi schrieb am 17. Januar 2010 um 01:37 - Permalink

      “Warum nur bekennen sich so viele Erwerbslose zum Nichtstun? Etwas, worauf soziale Teddybären keine Antwort finden.” (von StefanP)

      Der Grund warum das viele Behaupten, ist ein psychologischer. Wer Hartz4 beantragt, fühlt sich als Verlierer. Daraus leitet sich Hilflosigkeit ab, die nur schwer zu ertragen ist. Die Meisten kämpfen dann gegen ihre Situation an, solange sie Hoffnung haben. Sobald diese aufgebraucht ist, sobald der Arbeitslose langsam merkt, das es keine Besserung mehr gibt, dann fängt so mancher an zu behaupten, er fühle sich wohl in seiner Rolle. Warum? Weil er so wieder die Handlung kontrolliert, weil er damit belegt das er nicht Hilflos ist, sondern selbst entschieden hat, jetzt keine Arbeit zu haben.
      Das ist die Grundlage für diese Aussagen, sofern sie nicht sowieso fingierte Aufnahmen der Lobbykameraden einer PR Agentur sind.
      Eine Verbesserung meint hier nicht einen Job als Aufstocker, sondern eine Berufsausübung mit Perspektive. Eine Möglichkeit sein Leben mit einer Chance auf eigene vier Wände, eigene Gestaltungsmöglichkeiten wahr zu nehmen. Es ist der Wunsch Leben zu gewinnen und nicht als Sklave irgendwo verheizt zu werden.

      Die Realität ist für viele Menschen eben nicht zu ertragen, darum bauen sie sich Lügen auf. Werber und andere PR Kameraden, die vom kommunizieren der Perspektiven des Auftraggebers sprechen, anstatt zuzugeben das sie berufsmäßige Lügner sind. Arbeitnehmer, die sich einreden sie seien unersetzlich weil sie mit der ständigen latenten Bedrohung durch Entlassung nicht klar kommen. Neoliberale Marktschreier, die sich hinter Realitätsverzerrungen und religiösen Wahngerüsten einen Märchen Markt zusammenfabulieren.
      Sie alle eint, dass sie die Welt nicht ertragen können wie sie ist und dann Zuflucht in Illusionen suchen.

      Man kann für alles eine Antwort finden. Sogar für Ihr Verhalten und Ihre Art die Dinge zu sehen.

    422. Klinke schrieb am 17. Januar 2010 um 05:57 - Permalink

      @StefanP

      Ich lege Wert darauf, den Begriff ?Pöbel? normalerweise nicht zu verwenden. Allerdings könnte man eine Ausnahme machen bei solchen, die anderen aus niederen Instinkten die Pest an den Hals wünschen.

      Du hast den Begriff nicht wörtlich benutzt, aber die Verachtung gegenüber den Normalsterblichen kann man aus deinen Beiträgen klar und deutlich herauslesen. Die niederen Instinke, sind übrigens bei dir, deutlich zu erkennen.

      Ich kenne Hopp nicht persönlich, aber Leute, die eng mit ihm zusammen gearbeitet haben. Er ist ein äußerst honoriger Mensch, jemand, von dem sich viele eine Scheibe abschneiden könnten. Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, muss einiges abkönnen, keine Frage. Ich lamentiere bei vielen Kommentaren auch nicht. Und ich kann mich hinter einem Pseudonym verstecken.

      Du hast nicht die geringste Ahnung von Fußball. Im Stadion geht es zuweilen äußerst ruppig zu. Die Aversionen ihm gegenüber bestehen nicht, weil er ein Mäzen sein sollte, sondern weil er einen Plastiklclub in die Bundesliga gedopt hat.

    423. Peleo schrieb am 17. Januar 2010 um 09:45 - Permalink

      Die SAP-Gründer (Hopp. aber auch Tschira und Plattner) finden sicher einen vorderen Platz auf Jens´ Liste der Weißen Schafe. Für sie trifft weitgehend zu, dass sie sich ihren Reichtum selbst erarbeitet haben. Es ist doch auffällig, dass gerade sie ihn auch gemeinnützig einsetzen, auch wenn Profi-Fußball vielleicht nicht unbedingt dazu gehört ;-)

      Andere Milliardäre brauchen da wohl etwas Nachhilfe. Deshalb verwundert es mich, dass hier seitenlang über den Mindestlohn gestritten wird, aber keiner eine Konkretisierung der Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 GG: “Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll … dem Wohl der Allgemeinheit dienen”) versucht?

    424. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 09:55 - Permalink

      @Heinzi?

      ->Warum nur bekennen sich so viele Erwerbslose zum Nichtstun? Etwas, worauf soziale Teddybären keine Antwort finden.?

      Der Grund warum das viele Behaupten, ist ein psychologischer. Wer Hartz4 beantragt, fühlt sich als Verlierer. Daraus leitet sich Hilflosigkeit ab, die nur schwer zu ertragen ist. Die Meisten kämpfen dann gegen ihre Situation an, solange sie Hoffnung haben. Sobald diese aufgebraucht ist, sobald der Arbeitslose langsam merkt, das es keine Besserung mehr gibt, dann fängt so mancher an zu behaupten, er fühle sich wohl in seiner Rolle.

      Soweit so logisch und nachvollziehbar. Doch Ihre These fällt bei der ersten Überprüfung wie ein Schneemann in der Sonne zusammen. Bereits die Überschrift des Artikels, der positiv formuliert ist, macht das deutlich: ?Arbeitslose Hartz IV-Empfänger: Oftmals gering qualifiziert, aber nicht weniger arbeitswillig?

      Man könnte einwenden, jeder der arbeitslos würde, wäre erst mal deprimiert und versuche die Situation zu verdrängen. Doch das ist nicht Ihre These. Sie behaupten, ein Langzeitarbeitsloser habe die Hoffnung aufgegeben. Warum sollte das ein Arbeitsloser tun, der gerade seinen Job verloren hat?

      Die zweite Falsifizierung liegt in der Fragestellung. So würden 20 Prozent nicht aktiv nach einer Stelle suchen, sie aber annehmen, wenn sie ihnen denn angeboten würde. Diese Passivität ist bei Ost-Deutschen noch stärker ausgeprägt, was ebenfalls gegen die These der psychologischen Beeinträchtigung spricht. 11 Prozent wollen gar net mehr, so viele wie bei den Kurzzeitarbeitslosen auch.

      Ergebnis: Ihre These passt überhaupt nicht.

    425. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 10:21 - Permalink

      @Klinke
      @Peleo

      Ich habe es geahnt. Bevor ein Reicher die höchste Weihe ?ordentlicher Mensch? bekommt, muss er eindeutig nachweisen, seinen Wohlstand moralisch einwandfrei erreicht zu haben und sich politically correct zu äußern. Seit dem ich hier lese, hat sich außer dem üblichen Verdächtigen niemand positiv über Leute geäußert, die über dem Median verdienen, während viele jeden unterhalb dieses Medians eine ordentliche Einstellung bescheinigen. Da scheint ein psychologischer Defekt vorzuliegen.

      Die SAP-Gründer haben viele Arbeitsplätze geschaffen. Fast ausschließlich für Akademiker und gut Gebildete. Geringqualifizierte haben höchstens Chancen als Pförtner. Sieht so die gewünschte Arbeitswelt aus?

      Hopp hat sich eben nicht für den Profisport engagiert, sondern den Breitensport in der Region. Seine Investitionen gingen größtenteils ein sportliche Einrichtungen, nicht Vertragsspieler. Und er ist über den Sport hinaus ein Förderer universitärer und von Gesundheitseinrichtungen. Leider ist das in der Öffentlichkeit wenig bekannt. So wenig, wie die gemeinschaftlichen und ehrenamtlichen Betätigungen vieler Wohlhabender. Die meisten suchen nicht die Öffentlichkeit, weshalb der Öffentlichkeit ihr Wirken wenig bekannt ist.

      Die Spieler übrigens, die Hoffenheim verpflichtet hat und die so spektakulär spielen, hätte die Mehrzahl der Bundesligisten holen können.

      Deshalb verwundert es mich, dass hier seitenlang über den Mindestlohn gestritten wird, aber keiner eine Konkretisierung der Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 GG: ?Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll ? dem Wohl der Allgemeinheit dienen?) versucht?

      Wo sehen Sie die nicht erfüllt? Jemand, der eine Million im Jahr verdient, zahlt darauf rund 460.000 EUR Einkommensteuer. Hinzu kommt die zu zahlende Grundsteuer. Wer ein Haus im Wert von 1 Million EUR (Einheitswert) besitzt, zahlt darauf zwischen 12.000 und 20.000 EUR Grundsteuer jährlich.

      Und was bezeichnen Sie eigentlich als Eigentum? Wie sieht es mit Ihrem Auto aus, der Eigentumswohnung oder nur Ihrem Fernseher? Darf das jeder zu gleichen Teilen nutzen?

    426. Peleo schrieb am 17. Januar 2010 um 12:49 - Permalink

      @ StefanP

      Im den GG-Artikel heißt es zum Eigentum : “…sein Gebrauch….” Das ist mit der Einkommensteuer (falls sie so bezahlt würde wie Sie schreiben, eben NICHT abgedeckt. Die Grundsteuer dient den Gemeinden zur Finanzierung ihrer Aufgaben. Ich habe vor Jahren einem Amerikaner aus Kalifornien beim Kauf einer ETW geholfen – er hat über die deutschen Grundsteuersätze nur gelacht!

      Und was bezeichnen Sie eigentlich als Eigentum? Wie sieht es mit Ihrem Auto aus, der Eigentumswohnung oder nur Ihrem Fernseher? Darf das jeder zu gleichen Teilen nutzen?

      In Ihrem neoliberalen Pawlow-Reflex haben Sie schlicht übersehen, was ich angeregt habe: eine Diskussion über die Auslegung des Art 14.2. Wenn die Enteignung von Grundbesitz z. B. für den Bau von Straßen und Atommüll-Lagern für die Interessen der Allgemeinheit mit der Sozialpflichtigkeit des Eigentums begründet wird – warum dann nicht die Herstellung gleicher Bildungschancen, die Beseitigung krasser Armut bei Krankheit usw.? Die Unternehmens-Mitbestimmung wurde so begründet – warum dann nicht die Herrschaft von (inzwischen weniger als 200) reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.

      Das Engagement von Dietmar Hopp in Wissenschaft, Vereinswesen usw. kenne ich (ich wohne in der Gegend) und es beeindruckt mich wirklich – er müsste das ja nicht tun. Sie versuchen dies ins Gegenteil zur verdrehen. Ich beginne zu verstehen, warum einige hier eine Diskussion mit Ihnen für sinnlos halten.

    427. Klinke schrieb am 17. Januar 2010 um 13:06 - Permalink

      @StefanP

      Hopp könnte auch Mutter Theresa sein, nur ist es hier in diesem Fall völlig egal. Was zählt, ist, wie schon erwähnt, das Hochdopen eines Plastikclubs. Hätte er Geld in einen Traditionsverein gepumpt, sähe dies Sache schon wieder anders aus.

      Die Spieler übrigens, die Hoffenheim verpflichtet hat und die so spektakulär spielen, hätte die Mehrzahl der Bundesligisten holen können.

      So spektakulär spielen Rangnicks Schützlinge schon seit Beginn der letztjährigen Rückrunde nicht mehr ;-).

    428. Hilde schrieb am 17. Januar 2010 um 13:33 - Permalink

      @StefanP(sywar)

      Ich bin ja kein böser Mensch, aber Sie haben den Satz falsch verstanden:

      Wirst Du nach Zeilen oder nach Inhalt bezahlt?

      Es ging um den ?Wieso sollte jemand, der vielleicht 10, 15 20 Jahre gearbeitet hat nun mit 60% des Gehaltes freiwillig in die Hängematte gehen??. Tipp: nicht so schnell lesen.

      Niemand begibt sich freiwillig in den sozialen Abstieg. Tipp: nicht so langsam denken.

      Darüber wird nicht vor dem BVerfG verhandelt.

      Ihr Neoliberalen glaubt mittlerweile euren eigenen Lügen. Es geht um die Höhe der Regelsätze. Die Regelsätze basieren auf der EVS. Die EVS ist als Berechnungsgrundlage unzureichend.

      Unterbezahlte Arbeitsplätze? Was ist das? Wenn es wieder um Stellen geht, die unter 10 EUR Mindestlohn liegen, sollten wir an diesem Punkt enden, denn da drehen wir uns im Kreis. (…)

      Es gibt keine gesetzlichen Mindestlöhne in Deutschland. Das ist ja der Grund, warum sich Leute wie Du ständig um die eigene Achse drehen, gleichzeitig ihren Dünnblubb verspritzen und schamlos Menschen ausbeuten, die einen wesentlich höheren IQ und EQ besitzen.

      Fakt ist: es gab noch nie so viele offene und so hoch bezahlte Stellen für Spezialisten wie heute. Wer etwas Besonderes kann, kann morgen eine tolle Stelle mit Firmenwagen antreten. Das Problem: es gibt nicht so viele, die etwas besonders gut können.

      Laß mich raten: zum Beispiel in Blogs wie diesen den Meinungsterrorismus betreiben und (unbeabsichtigt) kostenlose Artikel-Ideen für die nächsten zehn Jahre liefern?

      Da sollten Sie doch mal die Rechtsgrundlage nennen. Bevor solche Behauptungen einreißen.

      Och, hat Dich Tante Hilde nervös gemacht? Steht alles im SGB. Bitte nicht Rechtmäßigkeit mit Zweckmäßigkeit verwechseln.

      Klar. Was machen Sie mit einem Auto, das fünf Jahre stillgelegt war? Sofort kaufen oder langsam testen ? selbstverständlich auf Kosten des Verkäufer

      Auto = Mensch. Betrachtest Du Deine Familie auch als Dein Eigentum?

    429. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 13:35 - Permalink

      Hopp könnte auch Mutter Theresa sein, nur ist es hier in diesem Fall völlig egal. Was zählt, ist, wie schon erwähnt, das Hochdopen eines Plastikclubs. Hätte er Geld in einen Traditionsverein gepumpt, sähe dies Sache schon wieder anders aus

      Letztlich ist das auch nur eine Scheindebatte, die funktional ausgedehnt werden soll.

      Also ist Hopp ein vermögender guter Mensch mit caritativem Zug…(?).

      Vieleicht sollte man jetzt mal über die nachgewiesene (und zu vermutende Dunkelziffer) Anzahl von Schwarzkonten im Ausland reden und über den Re-Schwenk der Budesregierung bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung, die mit Verlaubt nicht von der Kassiererin um die Ecke praktiziert wird. Das scheint mir repräsentativer zu sein.

    430. Klinke schrieb am 17. Januar 2010 um 13:55 - Permalink

      @WieJetzt?

      Der gute Stefan will halt nicht einsehen, dass Fußball eine höchst emotionale Angelegenheit ist. Würde man hier rational und logisch vorgehen, dann hätte Schalke keinen einzigen Anhänger ;-).

    431. Karl Heinrich schrieb am 17. Januar 2010 um 14:06 - Permalink

      @Hilde #428

      [Zur These, dass das Gesetz vorzeitigen Schulabbruch vorsehe.]

      Da sollten Sie doch mal die Rechtsgrundlage nennen. Bevor solche Behauptungen einreißen.

      Och, hat Dich Tante Hilde nervös gemacht? Steht alles im SGB. Bitte nicht Rechtmäßigkeit mit Zweckmäßigkeit verwechseln.

      Schade, jetzt hast du es uns immer noch nicht verraten. Wo steht es denn im SGB?

    432. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 14:13 - Permalink

      @Peleo

      Beim Gebrauch von Eigentum entsteht üblicherweise Einkommen, oder? Da Sie Ihre eigene, persönliche Nutzung ausklammern, gilt das sicher auch für die Millionärsvilla.

      Ich habe vor Jahren einem Amerikaner aus Kalifornien beim Kauf einer ETW geholfen ? er hat über die deutschen Grundsteuersätze nur gelacht!

      Über die deutschen Abgaben auf Einkommen schüttelt die Welt den Kopf. Außerdem, ich hatte es schon mal geschrieben, werden durch die Grundsteuer in anderen Ländern zusätzliche Gemeindeleistungen abgedeckt. Müssten Sie wissen. Wir zahlen dafür noch Müllabraumbeseitigung, Anschlusskosten etc. Übrigens: der kalifornische Staat ist pleite und der Gouverneur kann die Bürger nicht bewegen, entweder auf staatliche Leistungen zu verzichten oder höhere Steuern zu zahlen.

      Wenn die Enteignung von Grundbesitz z. B. für den Bau von Straßen und Atommüll-Lagern für die Interessen der Allgemeinheit mit der Sozialpflichtigkeit des Eigentums begründet wird ? warum dann nicht die Herstellung gleicher Bildungschancen, die Beseitigung krasser Armut bei Krankheit usw.?

      Zur Interpretation von Artikel 14 lesen Sie sich bitte mal die Urteile des BVerfG durch, die Hürden sind enorm hoch. So hatte die Kohl-Regierung (sic!) in ihrer Anfangszeit mal eine Sonderabgabe von Vermögenden erhoben, die sofort wieder von Karlsruhe einkassiert wurde. Sie brauchen hier nicht über die Interpretation von Grundgesetzartikeln zu debattieren, darüber befindet die 16 Richter und Grundgesetzkommentatoren. Wenn Sie als Bürger, als Diskutant etwas ändern wollen, sind Sie auf die Änderung und Einführung von einfachen Gesetzen beschränkt. Deswegen beende ich an diesem Punkt immer eine Debatte. Das sind die Rahmen und wir kümmern uns nur, wie wir damit klarkommen.

    433. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 14:14 - Permalink

      @Klinke

      Würde ich nur rational und logisch vorgehen, würde ich nicht mit Geißböcken sympathisieren. ;-)

    434. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 14:39 - Permalink

      @StefanP am 16. Januar 2010 um 11:32 – - Permalink

      “Die Frage ist: wieviele der Langzeitarbeitslosen sind so?”, also wieviele wollen gar nicht arbeiten?.

      1. Ich denke es sind so wenig, das man sie vernachlässigen kann.

      2. Da man nicht weiß wie viele es sind sollte man diese Verunglimpfung (ich würde es durchaus bereits als Hetze bezeichnen, womit ich jetzt nicht Sie meine!), die permanent ohne Einschränkungen ausgesprochen wird, sein lassen, um es nicht noch schärfer auszudrücken.

      3. ich hatte vor Kurzem eine Idee, wie man feststellen kann ob die Langzeitarbeitslosen arbeitswillig sind.

      Um die Arbeitslosigkeit zu “bekämpfen” (ich denke eher, in Hartz IV werden die Arbeitslosen bekämpft!, Kennen Sie Reportagen über Hartz IV ? z. B. “Ein Fall für Dietrich Schoch” ) denken sich hochbezahlte Leute z. B, den Stuss von Zuschüssen für den Arbeitgeber aus. Also wenn ich Arbeitgeber wäre, so würde ich den geeignetsten Mann (Frau) und nicht den Bezuschußten einstellen. Außerdem, wenn der Bezuschußte eingestellt wird, wo bleibt der regulär Arbeit Suchende? Gebracht hat das nie was und es wird nie was bringen, außer ein hohes Einkommen für den jeweiligen überflüssigen Wirtschaftsminister.

      Also für den Unternehmer ist Geld da. Machen wir doch mal Folgendes.

      Statt das Geld dem Unternehmer anzubieten, bieten wir doch dem Langzeitarbeitslosen eine Prämie wenn er eine Arbeit annimmt, gekoppelt an eine mehrjährige Tätigkeit, zahlbar in Raten pro Jahr im Nachhinein.

      Warum muß man den Langzeitarbeitslosen immer nur quälen sanktionieren und verunglimpfen?

      Arbeitsplätze gibt es doch genug?

      Wenn die also jetzt eine Zusatzprämie (hoher Anreiz) bekommen, so können wir jedenfalls feststellen, Wieviele arbeiten wollen und Wieviele nicht. Wäre das nicht ein lohnender Feldversuch? Das Geld für den Versuch wäre sicher da.

      Und dann hätten wir die Leute in Arbeit, sie könnten konsumieren (so käme das Geld zurück) und wir wüßten Wieviele nicht wollen.

    435. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 15:12 - Permalink

      @Heinrich

      Zur These, dass das Gesetz vorzeitigen Schulabbruch vorsehe

      Nein tut es nicht. Hilde ist hier auf der Basis des SGB II über das Ziel hinausgeschossen.

      Es ist aber so, dass man mit dem vollendeten 15 Lj., als Hilfeempfänger automatsich
      dem Rechtskreis des SGB II angehört, und damit zum Kreis der Erwerbsfähigen, ob da jemand noch 1- 2 Jahre bis zum (ersten!!) Schulabschluss hat oder nicht. . Übrigens könnte da auch ein wichtiger Grund liegen, das die Statistik für DE erhöhte Langzeitarbeitslose auffweist , das habe ich noch nicht überprüft, wie die OECD das für internationale Vergleiche berechnet, will mich also nicht vorzeitig aus dem Fenster legen.

      Aber für die deutsche Statistik hat es bedeutet, das die Arbeitslosigkeit in DE nach der Einführung
      des SGB II sprunghaft anstieg: die Ursache hat die Opposition natürlich beim großen Geschrei darauf außen vor gelassen.

      Bei vorliegendem Schulabschluss und der Absicht noch einen höheren dranzuhängen kann es aber sein, das die ARGE die Unterstützung versagt!! Das tut Sie auch immer wieder.

    436. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 15:15 - Permalink

      @StefanP

      Aber eigentlich an Alle, insbesondere an Alle, die vorwiegend das bestehenden System verbessern wollen. (Also sowas akzeptiere ich auch, aber nur unter der Bedingung das parallel das unmenschliche Hartz IV verschwindet!)

      Ich hatte noch eine weitere Idee, wie man die Bereitschaft zur Aufnahme einer Arbeit fördern kann. Dies ist ein ganz handfestes Problem, denn durch die bestehende Regelung wird bereits für ALG I Bezieher die Aufnahme einer Arbeit zu einem existenzgefährdenden Problem und dafür möchte ich Abhilfe schaffen.

      Wenn jemand arbeitslos wird will er natürlich sofort wieder arbeiten. Alles andere sind Sonderfälle, Einen schildere ich jetzt und wie man Abhilfe schaffen kann! Das Problem kann der neue Verdienst sein. Angenommen jemand kommt mit dem AL-Geld und der Unterstützung von Eltern usw. gerade damit hin, das Haus noch zu halten, sonst wär es bereits weg.

      Nun werden ihm verschiedene, auch hochwertige Tätigkeiten angeboten.
      Die, die unter ALG I liegen kann er nicht annehmen, dann begeht er Selbstmord. Ich denke das kann man nicht verlangen, man muß ihn also verstehen. Er wird versuchen, zu überleben solange es geht.

      Nun kommt ein Angebot, da hat er einiges mehr als ALG I, obwohl weniger als vorher.

      Aber das kann er doch nun annehmen, oder? Weit gefehlt! Vielleicht wissen viele jetzt schon wo der Haken ist. Ja genau: wenn er nun nochmal arbeitslos wird, bekommt er niedrigeres ALG I. Damit wäre
      er platt!

      Mein Abhilfe, man zahlt immer das höhere ALG I, dann ist das Problem vom Tisch.
      (Warum immer nur strafen, warum nicht mitfühlend an die Dinge herangehen)
      Er nimmt die “mittlere” Stelle an, arbeitet, hat mehr als in Alg I und bei neuer Arbeitslosigkeit ist seine Existenz nicht unmittelbar gefährdet.

      Das wäre doch eine Lösung im System. Einige Stellen würden so mehr besetzt,
      Ich will natürlich ein anderes, humanes System (weg mit Hartz ohne wenn und aber) , ohne das ich momentan mehr “reguläre” (also der Staat könnte schon hochwertige schaffen, kostet aber was!) Arbeit anzubieten habe, aber zusätzlich kann man ja systemimmanent was tun.

    437. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 15:35 - Permalink

      @Axel

      Aber das kann er doch nun annehmen, oder? Weit gefehlt! Vielleicht wissen viele jetzt schon wo der Haken ist. Ja genau: wenn er nun nochmal arbeitslos wird, bekommt er niedrigeres ALG I. Damit wäre
      er platt!

      Mein Abhilfe, man zahlt immer das höhere ALG I, dann ist das Problem vom Tisch.
      (Warum immer nur strafen, warum nicht mitfühlend an die Dinge herangehen)
      Er nimmt die ?mittlere? Stelle an, arbeitet, hat mehr als in Alg I und bei neuer Arbeitslosigkeit ist seine Existenz nicht unmittelbar gefährdet.

      Das Beispiel hinkt etwas: Für eine gewisse Zeit bleibt der Altanspruch auf das höhere, aber noch nicht verbrauchte ALG I erhalten. Ich glaube 3 oder 4 Jahre sind es, müsste noch mal die Details klären
      (Mein Gott, in DE gibt es diesbezüglich soviel zu klären, die Gesetzte sind beschissen formuliert, wie brauchen 2 Sozialgesetzbücher um das zu regeln. Im Grunde müsste man überall hin seinen Anwalt mitnehmen… Wahnsinn)

    438. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 15:39 - Permalink

      @Axel

      weg mit Hartz ohne wenn und aber

      Die Ausführungen und weitgende einseitige Auslegung zu Lasten der Arbeitslosen
      ist das Problem, so groß, das einige sinnvolle Ansätze nicht mehr auffallen. Die gibst
      nämlich auch.

    439. Karl Heinrich schrieb am 17. Januar 2010 um 16:21 - Permalink

      @Wie jetzt? #437

      O.k., das würde bedeuten: Wenn ein Jugendlicher aus einer Hartz IV-Familie einen Real- oder Hauptschulabschluss gemacht hat, dann kann er trotz Eignung nicht auf die gymnasiale Oberstufe wechseln, um das Abitur zu erreichen. Stattdessen muss er der ARGE zu Verfügung stehen.

      Das wäre in der Tat eine bescheuerte Regelung; total kontraproduktiv. Die man mal als erste abschaffen sollte, wenn Frau von der Leyen jetzt eine Revision machen will.

      Was es ja gibt, ist Schüler-BAföG, aber das ist natürlich normalerweile bei Wohnen zuhause nicht drin.

    440. Retans schrieb am 17. Januar 2010 um 16:30 - Permalink

      @ StefanP #432

      Übrigens: der kalifornische Staat ist pleite und der Gouverneur kann die Bürger nicht bewegen, entweder auf staatliche Leistungen zu verzichten oder höhere Steuern zu zahlen.

      In Kalifornien müssen seit 1978 Steuererhöhungen mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen werden, so daß die Repubikaner im von den Demokraten beherrschten Parlament von Sacramento eine Sperrminorität innehaben. Die Republikaner lehnen natürlich Steuererhöhungen ab. Also werden auch staatlichen Leistungen gekappt. Der Terminator kann schon bewegen. Ein Fall für die Revolution der gebenden Hand a la Sloterdijk.

    441. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 16:57 - Permalink

      @Hilde

      Die Klage vor der Bundesverfassungsgericht ist nicht mit Artikel 1 Absatz 1 GG (Würde des Menschen) begründet. Eine solche Klage würde sich tatsächlich mit der angemessenen Höhe der Sozialsätze befassen. Doch ob Hartz-IV in der Höhe angemessen ist, ist eine politische, keine rechtliche Frage. Die Beschwerdeführer klagen daher wegen Artikel 3 (Gleichheitsgrundsatz). Nach ihrer Ansicht entspricht die Ermittlung der Zuschläge für Kinder nicht dem Gleichheitsgrundsatz und sei willkürlich. Ob das Bundesverfassungsgericht die Betrachtung ausweitet auf Artikel 1 GG steht in den Sternen, ist aber eher unwahrscheinlich.

      Nachdem Sie mehrmals die Gelegenheit zur Klarstellung versäumt haben, inwieweit Kinder zur Erwerbsarbeit herangezogen werden können, denke ich können wir diesen Punkt als Blödsinn von Ihnen abhaken.

      §7 SGB II regelt die Anspruchsvoraussetzung für das Arbeitslosengeld II. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Ausbildung, die das 25. Lebensjahr nicht vollendet haben, können nicht zur Erwerbsarbeit herangezogen werden.

      Ich gehe davon aus, dass Sie für den Rest keine Antwort erwarten.

    442. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 17:00 - Permalink

      @Retans

      Demokratische Regeln kennen keine Parteien, sondern nur der Mehrheitswille der Bürger. Nach den Regeln können sich die Bürger nicht einigen. Der Punkt war ja, dass trotz der Besteuerung von Vermögen der kalifornische Staat pleite ist. Übrigens kann der Gouverneur eben auch nicht einfach Leistungsgesetze kürzen, sonst würde Kalifornien ja nicht auf den Bankrott zusteuern.

    443. Brettermeier schrieb am 17. Januar 2010 um 17:02 - Permalink

      zum Thema Arbeitsunwilligkeit:

      Dazu hatte ich mir gestern Abend noch mal die Untersuchung des DIW genauer angesehen. Nun sehe ich, dass StefanP inzwischen selbst noch einmal genauere Zahlen daraus zitiert hat. Ich komme jedoch zu einer anderen Interpretation als er in Post #36 (und späteren Äußerungen). Dort wird aus der DIW-Studie zitiert, allerdings recht selektiv, denn im Original steht:

      Vermutungen, dass sich Arbeitslose mit Hartz IV-Bezug in besonders starkem Maße in ihrer sozialen Grundsicherung eingerichtet haben und zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht bereit sind, werden durch die vorliegende Studie nicht gestützt. [jetzt folgt der in #36 zitierte Block]
      Auffallend ist, dass viele Hartz IV-Arbeitslose zwar eine angebotene Beschäftigung annehmen würden, sich aber durch eigene Suche nicht um eine Anstellung bemühen. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass diesen Arbeitslosen gar nicht an einer Erwerbstätigkeit gelegen ist. Weil aber das Phänomen besonders in Ostdeutschland verbreitet ist, scheint es wahrscheinlicher zu sein, dass mancher Arbeitslose die Stellensuche aufgegeben hat, weil er angesichts der dort hohen Unterbeschäftigung ? wohl realistischerweise ? wenig Erfolgschancen sieht.

      Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Hartz IV-Arbeitslosen nicht weniger arbeitsmarktnah sind als die SGB III-Arbeitslosen. Dabei ist zu bedenken, dass ein großer Teil der SGB III-Arbeitslosen einen sehr großen Anreiz hat, in eine Beschäftigung zu kommen, da sie ? im Gegensatz zu den Hartz IV-Arbeitslosen ? überhaupt keine Unterstützungsleistungen erhalten. [...] Dass Hartz IV-Arbeitslose nicht weniger arbeitsmarktnah sind als die Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III, zeigt sich auch daran, dass sie laut SOEP-Erhebung noch weniger als jene auf eine bestimmte berufliche Tätigkeit fixiert sind. So bestand lediglich ein Fünftel darauf, nur dann eine Stelle anzunehmen, wenn sie den beruflichen Fähigkeiten entspricht (Abbildung 8). Unter den SGB III-Arbeitslosen war ein Viertel dieser Ansicht. Generell lässt sich damit feststellen, dass die meisten Arbeitslosen nicht wählerisch sind, wenn es darum geht, in einen Job zu kommen. Das gilt jedenfalls für diejenigen, die eine Berufsausbildung vorweisen können.

      Man kann also die 39% der nicht “arbeitsmarktnahen” Hartz-IV-Arbeitslosen aufschlüsseln: 20% würden zwar kurzfristig einen Job annehmen, haben aber überwiegend (aus realistischer Erwartung) die Hoffnung aufgegeben. Weitere 8% haben ebenfalls nicht aktiv gesucht, würden einen Job aber nicht kurzfristig antreten können, wenn er ihnen angeboten würde. Über die Gründe kann man nur spekulieren, denn es gibt im Fragebogen dazu keine Nachfrage (Frage 26). Nun bleibt die Gruppe derjenigen (11%), die gar nicht einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollen. Auch wieder keine Abfragung von Gründen im Fragebogen. Die DIW-Untersuchung besagt, dass es sich hauptsächlich um Ältere handelt, die verständlichen Gründe für deren Ablehnung wurden im Thread bereits diskutiert. Bleiben von diesen 11% also vllt. einige wenige Prozent an Leuten, die tatsächlich “zu faul” sind, wie ja auch der Handelsblatt-Artikel belegt, der bereits zitiert wurde. Und für diese (ebenso wie für die realistischerweise Resignierten) passt die psychologische These von Heinzi (#421) meine Erachtens recht gut.

      Was ist bei uns schlechter als in den USA, Frankreich, Schweden, Spanien, Kanada? Meine Antwort darauf ist nicht die ?Faulheit? der Arbeitslosen, sondern die geringen Anreize, verursacht durch relativ üppige Sozialtransfers, die es für bestimmte Qualifikationsgruppen uninteressant machen, einer Haupterwerbstätigkeit nachzugehen.

      Dazu halte ich mit den Aussagen der DIW-Untersuchung fest: Der Großteil der Hartz-IV-Arbeitslosen ist nciht weniger arbeitsmarktnah als die SGBIII-Arbeitslosen, obwohl letztere stärkere Arbeitsanreize haben. Außerdem sind die meisten Arbeitslosen nicht wählerisch, was ihren potentiellen Job angeht. Zudem kann bei abgelehnter zumutbarer Arbeit drastisch sanktioniert werden. Welche weiteren Anreize verlangen Sie also? Noch schärfere Sanktionen? Eine Absenkung der Leistungen? Immer mehr vom gleichen Rezept? (Sorry, wenn ich ihren Vorschlag diesbezüglich überlesen hab bzw. mich nicht erinnern kann.)

    444. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 17:10 - Permalink

      @Heinrich? 439

      O.k., das würde bedeuten: Wenn ein Jugendlicher aus einer Hartz IV-Familie einen Real- oder Hauptschulabschluss gemacht hat, dann kann er trotz Eignung nicht auf die gymnasiale Oberstufe wechseln, um das Abitur zu erreichen. Stattdessen muss er der ARGE zu Verfügung stehen.

      Wie gesagt, es gibt unterschiedliche Einzelfälle, die meisten wollen von der Realschule auf die Fachoberschule wechseln, wer da zu Hause wohnt, erhält wie Sie richtig feststellen,
      grundsätzlich kein Schüler-BAföG. Dann ist es am Sachbearbeiter, wie er die Gesetze auslegt
      und dem “Kandidaten” Hilfe gwährt oder ihn schlicht in den Arbeitsmarkt oder in andere SGB II- Massnahmen drückt…

      Verlangt dann noch die ARGE-Leitung: wie müssen 5,7,10 % einsparen, egal wie,
      wird das wohl entsprechende Folgen haben.

      Ich kenne auch umgekerte Fälle, z.B. da durfte jemand sein Studium bei Fortgewährung der
      SGB-II Transfers zu Ende durchführen. Sowas nimmt er ARGE-Sb dann meist mit Risiko auf die Kappe. Sowas sind auch eher Einzelfälle

      Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, woher die Leute mit den größten Aussichten auf eine höhere Bildung und damit in der Regel auf höhere Einkommen kommen.
      Die ärmeren Leute sind es jedenfalls nicht.

    445. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 17:21 - Permalink

      @Axel

      ->Die Frage ist: wieviele der Langzeitarbeitslosen sind so??, also wieviele wollen gar nicht arbeiten?.
      Ich denke es sind so wenig, das man sie vernachlässigen kann.

      Wie gesagt, das wissen wir nicht. Die Indizien sprechen nicht gerade dafür, dass es besonders wenige sind. Da ist die Befragung des SOEP, ausführlich diskutiert. Da sind die statistischen Proben der Argen, die bestimmte Berufsgruppen zu Schulungen eingeladen haben und die geladenen Arbeitslosen lieber sich aus der Erwerbslosigkeit abgemeldet haben als an der Schulung teilzunehmen. Da sind die gewaltigen Kostensteigerungen bei Hartz-IV trotz Wirtschaftsboom von 2006-2008. Und da ist die Diskussion um das Schonvermögen, das als ein wesentlicher Punkt zur Herstellung von Gerechtigkeit genannt wurde. Als jetzt das Gesetzesvorhaben des Bundes konkret wurde, stellte sich heraus, dass lediglich 0,5 Prozent der Langzeitarbeitslosen über Vermögen verfügen, was zur Leistungsverweigerung führen würde. Anders ausgedrückt: 99,5 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger konnten während ihrer gesamten Erwerbsbiographie nichts zurück legen. Das entspricht nicht dem Bild eines langjährigen Durchschnittsverdieners, der nach 30 Jahren unverschuldet arbeitslos geworden ist.

      Statt das Geld dem Unternehmer anzubieten, bieten wir doch dem Langzeitarbeitslosen eine Prämie wenn er eine Arbeit annimmt, gekoppelt an eine mehrjährige Tätigkeit, zahlbar in Raten pro Jahr im Nachhinein.

      Keine schlechte Idee, ein modifizierter Kombilohn, nur dass er direkt an die Erwerbslosen ausgezahlt würde. Was übrigens Arbeitsmarktforscher empfehlen. Der Ansatz hat hier jedoch nicht viel Sympathie, da immer noch das Geld vom Amt kommt.

      Nun werden ihm verschiedene, auch hochwertige Tätigkeiten angeboten. Die, die unter ALG I liegen kann er nicht annehmen

      Das Problem sind nicht die Kurzzeitarbeitslosen, bei denen der Druck sehr moderat ist. Ein Kurzzeitarbeitsloser hat etwas Zeit, eine adäquate Stelle zu finden. Es geht um die, die länger als 1 oder 1 ½ Jahre nichts gefunden haben.

    446. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 17:31 - Permalink

      @StefanP

      Noch eine Bemerkung zu Ihrer Frage, warum viele Langzeitarbeitslose solange arbeitslos sind. Ich kann es Ihnen natürlich nicht definitiv beantworten, aber ich möchte doch gegen die in dieser Frage implizit mitschwingende Vermutung argumentieren, daß die nicht arbeiten wollen.

      Ich sah im “Ein Fall für Dietrich Schoch” (auf YouTube noch zu finden!) folgenden Fall: Ein Informatiker, seit 2002 arbeitslos beklagte sich (einen extrem verunsicherten Eindruck machend, vielleicht war er durch das System entsprechend fertig gemacht worden!?) darüber, das er, obwohl nur noch “Grundsicherung” beziehend, zusätzlich ständig mit dem Entzug dieser Sicherung bedroht würde.

      Exkurs:

      Überlegen Sie was das formal bedeutet: Grundsicherung ist formal Existenzminimum. Das, droht man ihm zu entziehen (wieso eigentlich!?) Das ist im Prinzip grundgesetzwidrig. (Menschenwürde und Sozialstaatsgebot) Ja und das, das ist Hartz IV, keine Jobmaschine wie die Medienmanipulation uns zum Jubilee glauben machen will)

      Weiter: Der Betreffende hatte mal 4600 bis 5000 Euro Brutto verdient.

      Wieso gibt er sich jetzt seit 7 Jahren mit immer weniger und jetzt mit Grundsicherung zufrieden?
      Wieso läßt er sich von “Arge-Kapos” mit dem Entzug der Grundsicherung bedrohen?

      Man würde dieser Hölle doch entfliehen, wenn man könnte.

      Ich habe keine Ahnung, ob man ihm angeboten hat, 30 Stunden die Woche Bäumchen zu umwickeln, wie dem Ingenieur, der die Klage dagegen verloren hat. Ich weiß nicht ob man ihn wie einen Ingenieur und Reserveoffizier der Bundeswehr mit einem Besen in der Hand vor ein Hallenbad stellte (der Betreffende gab seinen Reserveoffizier zurück, weil er einem solchen Staat nicht mehr dienen könne).

      Vielleicht tat man das, und er sah es nicht als Alternative für sich. ich weiß es nicht, aber eins weiß ich, ohne dabei gewesen zu sein.. Man hat ihm sicher keine (für einen Informatiker) auch nur halbwegs menschenwürdige Arbeit geboten, in er der wesentlich mehr als Grundsicherung hat.

      Denn wer gibt sich mit Grundsicherung zufrieden, wenn er das siebenfache haben könnte wenn er arbeitet. Er hat doch auch vorher gearbeitet! Der ist doch nicht freiwillig in seiner Situation, das überhaupt in Erwägung (wenn auch nur ideologisch indirekt verbrämt) zu ziehen, ist doch absurd!

      Die gegenwärtige Politik, die Hartz IV Gesellschaft tut dies aber Was soll ich dazu noch sagen? Vielleicht in einem nächsten Beitrag mehr.

    447. unbequemer schrieb am 17. Januar 2010 um 17:36 - Permalink

      Ich bin Langzeitarbeitslos! Habs schon irgendwo mal geschrieben, umsonst durfte ich schon als Praktikant arbeiten.

      Noch eine Wiederholung, – Dissonanzreduktion – ist der Fachbegriff für das Verhalten vieler Erwerbsloser, Raucher kennen das auch, und wer gerne einen Ferari fahren würde, sich aber nur einen VW-Käfer oder ähnliches leisten kann, findet auch seine Gründe sich nicht ständig vor Wut darüber, keinen Ferari zu haben, in den Allerwertesten zu beissen. Da sah ich einmal einen lustigen Aufkleber vor vielen Jahren auf einer Schrottkiste: Ich wollte eigentlich einen Lamborghini bestellen, wusste aber nicht wie das geschrieben wird.

      Wie war denn meine Reaktion, als ich noch mitten im Berufsleben stand und meine Bewertung der RV mein Einkommen mit dem Faktor 1,1818 angegeben wurde. Inzwischen, dank Hartz IV, liegt dieser Faktor bei 0,0818! Mit 59 Jahren sehe ich auch keine Chanche mehr einen gut bezahlten Arbeitsplatz, der meiner Qualifikation entsprechen würde, zu bekommen.

      Habe ich nun Schuld daran? Oder die Arbeitgeber? Oder die Politiker, die wissen, dass es keine Vollbeschäftigung in naher Zukunft mehr geben wird?

      Ich arbeite deswegen Ehrenamtlich. Ohne Aufwandsentschädigung. Trotz ALG-2. Ich EXISTIERE noch, weil es zum sterben NOCH ein klein wenig zu viel ist. Aber daran wird schon gearbeitet, diesen Satz als zu hoch zu bezeichnen und den Erwerbsliosen ein zu hohes Anspruchsdenken zu unterstellen.

      Das ist die Schande in einer reichen Gesellschaft, das den ausgesonderten Menschen nur noch ein viel zu geringes Existenzminimum gewährt, während den Zockern die Milliarden in den Allerwertesten geblasen werden. Ich denke, der Bericht über die Spende an die FDP von Finck ist inzwischen bekannt! Dafür wurde dann die Mehrwertsteuer für Übernachtungen gesenkt.

      Hier nun meine Ansicht zur Arbeitslosigkeit: (Diesen Beitrag hatte ich, auf Wunsch, für den örtlichen Diakoniebrief (zum 1. Mai) geschrieben, er wurde aber nicht veröffentlicht – kein Wunder für mich)

      Wie viele Vorurteile verbinden sich mit diesem Begriff. Auch ich hatte früher, als ich noch erwerbstätig war, eine Menge Floskeln für Arbeitslose übrig. Als ich dann wegrationalisiert wurde, dachte ich, da ich arbeiten wollte, es sei kein Problem, eine neue Arbeit zu finden. Als ich dann als Langzeitar-beitsloser bezeichnet wurde, erkannte ich langsam, daß ich durch meine Erfahrung mit der eigenen Arbeitslosigkeit meine ursprünglichen Vorurteile, die im Grunde genommen nichts als Fehlurteile, hervorgerufen durch falsche Behauptungen von Arbeitgebern und Politikern, waren, nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Ich bemerkte immer deutlicher, daß ich von in Beschäftigung stehenden Bekannten mit genau den Vorurteilen belegt wurde, die auch ich früher auf andere Arbeitslose angewandt hatte. – Die wollen doch gar nicht arbeiten denen geht es doch viel zu gut – und noch mehr solcher pauschalen Abwertungen bekam ich sogar auf dem Arbeitsamt von dem für mich zuständigen Vermittler zu hören. Auch – wer wirklich arbeiten will, der findet auch Arbeit – mußte ich mir von Bekannten sagen lassen.

      Wenn ich jetzt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit betrachte, muß ich immer wieder daran denken, daß die Zahl der Arbeitslosenstatistik nur die Spitze des Eisberges darstellen. Die tatsächlichen Zahlen sind viel höher.

      Nun wird immer wieder der Versuch unternommen, den Arbeitslosen ein zu hohes Anspruchsdenken anzuhängen. Zur gleichen Zeit werden Arbeitsplätze massenhaft in kostengünstigere Gegenden verlegt, in Firmen werden Beschäftigte erpreßt, einige Stunden zusätzlich kostenlos zu arbeiten, oder die Produktion wird ins Ausland verlegt. Die Beschäftigten haben für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze gestimmt und sind darauf eingegangen, weil sie nicht arbeitslos werden wollten. Ich verstehe diese Menschen, wenn sie ihre Arbeit nicht verlieren wollen, nur, unsere Väter und Großväter haben sich ihre Rechte hart erkämpfen müssen, freiwillig gibt ein Unternehmer nichts ab. Das Kapital wird mit Hilfe von Banken heimlich in das Ausland verschoben, Steuern zahlen anscheinend nur noch die Dummen. So kann sich unsere Gesellschaft, der wir alle angehören, nicht aus der Krise befreien.

      Auch ich möchte wieder arbeiten. Wenn aber keine Vollzeitarbeit für alle mehr möglich ist, muß die zur Verfügung stehende Arbeit unter allen Menschen, auch den zur Zeit von der Arbeit ausgegrenzten, aufgeteilt werden. Arbeitslos zu sein, ist kein persönliches Problem der einzelnen Arbeitslosen, sondern ein gesellschaftliches Fehlverhalten. Wenn wir es nicht schaffen, eine gerechte und solidarische Gesellschaftsform zu erhalten, werden auch die Menschen, die heute noch erwerbstätig sind, vermutlich eines Tages selber die Erfahrung machen, daß ihre Vorurteile gegenüber den Arbeitslosen Fehlurteile waren.

      Ein Zitat von H. E. Richter – Flüchten oder Standhalten, 1976, S 131 f: “Es besteht immer noch eine sich negativ selbstverstärkende Wechselbeziehung zwischen zwei Tatbeständen: Der Anblick der Unbarmherzigkeit der Gesellschaft gegenüber den geschädigten Randgruppen verleitet dazu, sich selbst unbarmherzig zu verhalten. Denn die Angst vor dem Schicksal der Isolierten stimuliert dazu, aus deren Nähe zu flüchten und damit zu deren weiterer Gettoisierung indirekt beizutragen. – In der hochindustrialisierten Wettbewerbsgesellschaft fühlt sich das Individuum nur dann gesichert, wenn es möglichst jugendlich, fit, genau kontrolliert, zugleich unauffällig wie durchsetzungsfähig ist. Aus Angst vor körperlicher, seelischer oder sozialer Dekompensation erhofft sich jeder ein ewiges Andauern seiner aktiven Erfüllung der Normen der Stress-Gesellschaft. Mit dieser Hoffnung verbindet sich die Illusion, dass man selbst nicht dem Elend entgegengehe, dem andere in der Umgebung anheimfallen. Man will sich einreden: Deren Versagen liegt weitab von mir. Ich habe mit denen nichts zu tun, die da ausflippen, verrückt werden oder kaputtgehen. Ich kann mich in diesem Negativ-Menschen in keiner Weise wiedererkennen. Und weil sie nicht meinesgleichen sind bzw. sein dürfen, vermag ich mich mit ihnen auch nicht solidarisch zu fühlen oder gar aktiv kooperativ einzulassen.

      Also: Aus Angst, diesen Merkmalen der Brüchigkeit und Verlorenheit sehr nahe zu sein, erwächst die Energie, diese Züge durch Verdrängung bzw. Verleugnung maximal weit von sich abzurücken. Und damit wird zugleich unbewusst wiederum die Tendenz verstärkt, die soziale Isolierung dieser Anders-Seienden zu verstärken. Wenn man nicht sehen will, wie gefährdet man selbst stets ist auf seiner Gratwanderung zwischen psychischer Gesundheit und Krankheit, zwischen sozialer Anerkennung und sozialer Ächtung, zwischen Fitness und Zusammenbruch, klammert man sich an die Phantasie einer unendlichen und unüberbrückbaren Entfernung zu den Repräsentanten des vermeintlich Abnormen, der Schwäche und des Abstiegs. So fordert die panische Furcht vor dem Verlust der eigenen sozialen Integration indirekt die soziale Ausschließung der anderen – so als könnte diese Strategie den einzelnen vor der eines Tages unausbleiblichen eigenen Verbannung und Zerstörung bewahren. In dieser Weise präpariert im Grunde jeder, der zunächst aus Angst an der Strategie der sozialen Ausschließung der Schwachen, Kranken und Unangepassten indirekt aktiv teilnimmt, die eigene spätere Verzweiflung, wenn er einmal das Schicksal dieser Unglücklichen teilen muss?.

      Zusatz:

      Auch die Studie über die Arbeitslosen von Marienthal dürfte einigen hier bekannt sein!

      http://www.google.de/search?hl=de&q=arbeitslosen+von+marienthal&meta=&aq=0&oq=arbeitslosen+vo

    448. Hilde schrieb am 17. Januar 2010 um 17:46 - Permalink

      @Karl Heinrich

      [Zur These, dass das Gesetz vorzeitigen Schulabbruch vorsehe.]

      Immer auf der Suche nach einem Alibi. Wessen und welche These?

      Schade, jetzt hast du es uns immer noch nicht verraten. Wo steht es denn im SGB?

      Wenn ein über 15-jähriges Kind in einer BG lebt, das nicht für dessen Unterhalt aufkommen kann, ist es bedürftig und darf Hartz IV beantragen. Bedingung: es muss dem Arbeitsmarkt für jede Tätigkeit zur Verfügung stehen. Einzige Ausnahme: es geht zur Schule oder macht eine Lehre.

      Aber: Lebt es im gemeinsamen Haushalt der Eltern, sind diese unterhaltspflichtig. Umgekehrt verhält es sich genauso (Sippenhaft). Es existiert kein Recht auf eine Ausbildung oder freie Berufswahl. Wer Angebote ablehnt oder abbricht, wird sanktioniert.

      @StefanP(apperlappap)

      Die Klage vor der Bundesverfassungsgericht ist nicht mit Artikel 1 Absatz 1 GG (Würde des Menschen) begründet. (…)

      Billige Desinformationspolitik. In diesem Verfahren geht es explizit um die Festlegung und Höhe des Regelsatzes für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

      (…) können wir diesen Punkt als Blödsinn von Ihnen abhaken.

      §7 SGB II regelt die Anspruchsvoraussetzung für das Arbeitslosengeld II. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Ausbildung, die das 25. Lebensjahr nicht vollendet haben, können nicht zur Erwerbsarbeit herangezogen werden.

      Über 90.000 eingereichte Klagen vor dem Berliner Sozialgericht (z.B. wegen behördlicher Fehlentscheidungen) beweisen das Gegenteil und lassen sich nicht so einfach abhaken. Es sei denn, Du möchtest gerne als ehrenamtlicher Richter arbeiten.

      Selbständiges Denken und Handeln war noch nie eine Stärke der Marktkatechisten. Deshalb muss man stets ihren Dreck wegwischen, den sie auf dem edlen Marmor hinterlassen haben.

    449. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 17:55 - Permalink

      @unbequemer am 17. Januar 2010 um 17:36

      Ganz kurz als Reaktion auf diesen Beitrag aus erster Hand:

      Bis auf weiteres sehe ich Arbeitslosigkeit,

      - weniger diffamierend übrigens Erwerbslosigkeit (Arbeitslos ist bereits eine Abwertung) denn der Unbequeme arbeitet ja, er hat nur kein Erwerbseinkommen (Vielleicht arbeitet er sogar sinnvoller als unsere Politiker und viele Banker) -

      nicht als ökonomisches, sondern als ethisches Problem. Der angebliche ökonomische “Kampf gegen die Arbeitslosigkeit” ist nur ein Feigenblatt um sich vor der ethischen Dimension zu “drücken”!

    450. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 18:02 - Permalink

      @Hilde

      Mit Ihnen kann man schon verzweifeln. Sie behaupten, ein Klage führender Anwalt würde vor einem Verfassungsorgan die Unwahrheit sagen. Sie behaupten, Hartz-IV würde bei 2.000 EUR abgeriegelt. Sie behaupten, die Klageschrift der Kläger wäre falsch. Ehrlich gesagt, auf die Art begeben Sie sich auf gefährliches Glatteis. Glaubwürdigkeit hat etwas damit zu tun, nicht völlig abgehoben von der Realität zu debattieren.

      Einzige Ausnahme: es geht zur Schule oder macht eine Lehre.

      Ja, skandalös, dass ein 15jähriges Kind entweder weiter zur Schule gehen muss oder eine Lehre beginnen. Und das nach 9 Jahren Schulzeit!

      Der Großteil der Klagen vor dem BVerfG enden pro Verwaltung. Missbrauch der Hartz-IV-Empfänger?

    451. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 18:09 - Permalink

      @Brettermeier

      Ehrlich gesagt sehe ich nicht was Sie kritisieren. Von Beitrag #8 (?Tatsächlich geben bei repräsentativen Befragungen wie dem Panel des DIW knapp ein Drittel der Erwerbslosen offen zu, nicht direkt danach zu streben, in den nächsten Monaten wieder für das eigene Auskommen verantwortlich sein zu wollen.?) bis nun #451 vertrete ich die Position, dass ein nennenswerter Teil der Arbeitslosen nicht direkt auf der Suche ist. Dabei habe ich auch darauf verwiesen, dass zwischen Kurzzeit- und Langzeitarbeitslosen hinsichtlich der Motivation kaum ein Unterschied besteht, wohl aber bei der Qualifikation. Die Gegenposition ist ausschließlich Absolutismus, gipfelnd in der These, eigentlich wären alle Arbeitslosen arbeitswillig. Zwischen dieser Maximalposition und dem von mir Vertretenen liege ich wohl am nächsten an der Realität.

      Welche weiteren Anreize verlangen Sie also?

      Habe ich geschrieben, ich wollte noch mehr Druck? Nein. Auch hier ist die Gegenposition, der Druck sei viel zu hoch. Ich stehe damit nicht in der Rechtfertigung.

    452. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 18:16 - Permalink

      @unbequemer am 17. Januar 2010 um 17:36

      Ein weiterer schlagender Aspekt in diesem Beitrag ist das freimütige Bekenntnis des Betroffenen, er habe früher dieselben Vorurteile gehabt, wie sie heute im Umlauf sind. (ich nenne diese Ideologien die durchschnittlichen Umlaufideologien, in Anlehnung an die Umlaufrendite).

      Immer mehr Menschen sind Hartz gefährdet, aber solange sie Arbeit haben teilen sie aus, wissen die gar nicht, das sie Morgen selbst reif sein können?

      Studien stellen fest, wie man es erwarten kann, das ausgerechnet diejenigen, die Hartz IV am nächsten sind, am ehesten dazu neigen, man solle solche Versager (ja so wird das ausgedrückt) sich selbst überlassen.

      Die Vorurteile gegen Arbeitslose waren schon immer dieselben, schon in den 70-er Wahlkämpfen war das ähnlich wie heute, aber damals war zwar nicht mehr, aber noch leichter zu verteilen, so das Arbeitslose noch kaum terrorisiert wurden.

      Ich hatte diese Vorurteile nie, denn ich dachte immer logisch und dann ist klar, das man i.a. nicht vorsätzlich arbeitslos ist, weil man dann ja zu wenig zum Leben hat. Das erträumt man doch i. a. nicht vorsätzlich. Ein andermal gebe ich vielleicht meine psychopathologische (es muß ja pathologisch sein, da logische Überlegungen ja zu einem anderen Ergebnis führen) Theorie dazu zum Besten, warum mindestens 66% der Bevölkerung das Thema ideologisch statt logisch sehen.

    453. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 18:16 - Permalink

      @Axel

      Ja, ich kenne solche Fälle. Ich kenne zum Beispiel einen ITler, der 2000/2001 super verdient hat. Als Folge gönnte er sich eine einjährige Auszeit, kündigte und reiste um die Welt. Nach einem Jahr wollte er wieder einsteigen, heute ist er langzeitarbeitslos.

      Auch in dem von Ihnen angeführten Fall fehlt eine wichtige Erklärung. Was war in den ersten 12 Monaten nach dem Arbeitsplatzverlust? Gut qualifiziert mit Ausbildung und Berufserfahrung, die prinzipiell gefragt sind, blieb er erwerbslos. Warum? Hat er zulange gewartet, bis das geeignete Angebot auf den Tisch kam. Wir wissen: unser Wissen und Können veraltet rapide, natürlich gilt jemand, der immerhin acht Jahre eine bestimmte Tätigkeit nicht ausgeübt hat, als unqualifiziert.

      Manche Arbeitslose ? und das zeigen auch die Zahlen des SOEP ? denken, sie haben nach der Kündigung lange Zeit. Völlig falsch. Die Uhr tickt, zwölf Monate, wo man ganz gute Chancen bei entsprechender Ausbildung hat, den Rettungsanker zu finden. Dann schlägt nicht nur Hartz-IV zu, dann hat man den Großteil seiner Chancen eingebüßt. Was wiederum nichts mit dem Sozialtransfer zu tun hat.

    454. Brettermeier schrieb am 17. Januar 2010 um 18:48 - Permalink

      @ StefanP:

      ??? Natürlich stehen Sie in der Rechtfertigung!
      Sie schreiben, dass die Arbeitsanreize zu gering sind (wegen zu üppiger Sozialtransfers). So. Nun würde ich gerne Ihre Konsequenz aus dieser Annahme (die ich nicht für stichhaltig halte, wie ich beschrieben habe) erfahren. Ist das zuviel verlangt? Wie ist ihr Plan, um die Arbeitsanreize zu erhöhen? Ich hab dafür lediglich einige plausible Schlussfolgerungen angeboten, aber eben ausdrücklich nicht behauptet, Sie hätten diese geäußert.

      Ehrlich gesagt sehe ich nicht was Sie kritisieren.

      Das wundert mich nicht. Könnte es vllt. sein, dass zwischen “arbeitsunwillig” und “nicht auf der Suche” ein Unterschied besteht? Dass Menschen also schon arbeiten würden (also “arbeitswillig” sind), aber realistischerweise resigniert haben? Mögliche Gründe wurden ausführlich diskutiert. Sie haben keine Erklärungen zu den Zahlen (1/3 nicht arbeitsmarktnahe Personen) geliefert. Das habe ich nachgeholt, u.a. mit der von Ihnen zitierten DIW-Studie. Wenn man das nicht macht, schwingt (unabsichtlich?) immer der Vorwurf der Faulheit mit… insbesondere bei Formulierungen wie “[...] geben …. zu, nicht direkt danach zu streben, in den nächsten Monaten wieder für das eigene Auskommen verantwortlich sein zu wollen.”

      Die Gegenposition ist ausschließlich Absolutismus, gipfelnd in der These, eigentlich wären alle Arbeitslosen arbeitswillig.

      Unwahr. Mehrere Leute haben das Vorhandensein einer Gruppe “Arbeitsunwilliger” (Ehrlich gesagt stellen sich mir die Nackenhaare bei einer solchen Technokratenformulierung auf. Da ist es bis “arbeitsscheu” nicht mehr ein weiter Weg.) eingeräumt. Nur wurde jetzt erschöpfend dargelegt, warum diese Gruppe marginale Bedeutung besitzt. Ihre Bedeutung liegt meines Erachtens vielmehr beim Aufstacheln bestimmer Bevölkerungsschichten nach dem Grundsatz “Teile und Herrsche” durch gewisse Interessensgruppen. Man erinnere sich nur an die elendig aufgebauschten Geschichten über Florida-Rolf oder die im Privatfernsehen (bes. in den 90ern) ständig hoch und runter gekaute Propaganda in Talkshows zum Thema.

      Die von Ihnen angeführte Größe von 1/3 “Arbeitsunwilliger” ist auf jeden Fall zu hoch angesetzt.

    455. Lutz Hausstein schrieb am 17. Januar 2010 um 18:50 - Permalink

      Offener Brief des Klägers an Christoph Butterwegge bzgl. der Angabe, die Klage vorm BVerG beträfe ausschließlich die Höhe des Regelsatzes für Kinder:

      http://www.hartz4-plattform.de/images/OffBriefButterwegge_9_10_09.pdf

    456. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 18:59 - Permalink

      @Brettermeier

      Sie schreiben, dass die Arbeitsanreize zu gering sind

      Nein, weder in der langen Debatte mit Momo noch hier habe ich das ein einziges Mal geschrieben. Ich verwahre mich nur dagegen, alle Arbeitslosen automatisch als arbeitswillig einzustufen. An der Motivation ändert sich durch Druck ohnehin wenig, aber am Ergebnis (Leute in Arbeit zu bringen). Dass Langzeitarbeitslose so wenig von konjunkturellen Höhenflügen profitieren, liegt an ihrer Qualifikation. Steht auch in dem Artikel.

      Könnte es vllt. sein, dass zwischen ?arbeitsunwillig? und ?nicht auf der Suche? ein Unterschied besteht

      ?

      In der Motivation? Nein. Wer nicht auf der Suche ist, will nicht arbeiten. Aus welchen Gründen auch immer.

      Dass Menschen also schon arbeiten würden (also ?arbeitswillig? sind), aber realistischerweise resigniert haben?

      Das ist nicht die Begründung für den empirischen Befund. Das hatten wir heute morgen schon abgehakt. Da gibt es kaum etwas zu ergänzen.

      Sie haben keine Erklärungen zu den Zahlen (1/3 nicht arbeitsmarktnahe Personen) geliefert.

      Welche Erklärung? Das nicht arbeitssuchend nicht nicht arbeitssuchend bedeutet? So haben Sie es dargestellt.

      …insbesondere bei Formulierungen wie ?[...] geben ?. zu, nicht direkt danach zu streben, in den nächsten Monaten wieder für das eigene Auskommen verantwortlich sein zu wollen.?

      Wie bezeichnen Sie es denn, wenn jemand, der gerade von Sozialtransfers abhängt, sagt, im Moment sucht er nicht aktiv eine Arbeit (keine Chance, keine Lust, ganz zufrieden).

      Mehrere Leute haben das Vorhandensein einer Gruppe ?Arbeitsunwilliger?

      Ja. Zahlenmäßig wurden maximal 2% Arbeitsunwillige zugestanden. Das halte ich für eine Maximalposition.

    457. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 19:10 - Permalink

      Korrektur zur Befriedung:

      Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts: ?Nachdem Widerspruch und Klage beim Sozialgericht erfolglos waren, legte der 6. Senat des Hessischen Landessozialgerichts dem Bundesverfassungsgericht die Frage zur Entscheidung vor, ob die Höhe der gesetzlichen Regelleistung für die Kläger des Ausgangsverfahrens verfassungsgemäß ist. Der Staat sei verpflichtet, einen am Existenzminimum orientierten Bedarf zu ermitteln und dessen Deckung zu gewährleisten.

      Dies zielt auf Artikel 1 GG.

      Außerdem verstoße die Regelung gegen den Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG). Zwischen älteren und Kleinkindern werde trotz unterschiedlichen Bedarfs kein Unterschied bei der Höhe der Regelleistung gemacht. Zudem würden gleichaltrige Kinder, deren Eltern Sozialhilfe beziehen, ohne nachvollziehbare Begründung trotz vergleichbarer Bedürfnisse teilweise besser gestellt. (..)

      Die Verfassungsmäßigkeit der Norm sei auch im Hinblick auf Art 3 Abs 1 GG fraglich, weil das Sozialgeld für Kinder nach dem SGB II abschließend und bedarfsdeckend sein soll, während Kindern von Sozialhilfeempfängern einen davon abweichenden Bedarf geltend machen können.

    458. Lutz Hausstein schrieb am 17. Januar 2010 um 19:15 - Permalink

      Man erinnere sich nur an die elendig aufgebauschten Geschichten über Florida-Rolf oder die im Privatfernsehen (bes. in den 90ern) ständig hoch und runter gekaute Propaganda in Talkshows zum Thema.

      Inzwischen gibt es ein paar Recherchen, die in einigen Fällen nachweisen, dass die in diversen Nachmittag-Talkshows verwursteten “faulen Arbeitslosen” gekaufte Personen sind, die mit wechselnden Identitäten in größeren Abständen in den verschiedensten Medien das gewünschte Bild des “arbeitsfaulen, überalimentierten, alle-auslachenden Arbeitslosen” bedienen.

      Ebenso ist dies bei den inzwischen verbreiteten reality-tv-Sendungen. Dort werden gern die Familienverhältnisse arbeitsloser Familien gezeigt, verwahrloste Wohnungen und vernachlässigte Kinder. Anfangs gab es überhaupt keine Hinweise im Verlaufe der Sendungen, auch am Ende nicht, dass dies konstruierte Fälle sind. Inzwischen gibt es nach umfangreichen Protesten wohl einen kurzen Hinweis darauf am Ende. Dies wird wohl aber von kaum einen Seher wahrgenommen. Die meisten glauben nach wie vor, dass es sich um reale Fälle aus dem täglichen Leben handelt.

    459. Peleo schrieb am 17. Januar 2010 um 19:17 - Permalink

      @ StefanP

      Sie brauchen hier nicht über die Interpretation von Grundgesetzartikeln zu debattieren, darüber befindet die 16 Richter und Grundgesetzkommentatoren

      Zum Beispiel Theodor Maunz:

      “Der maßgebliche Grundgesetzkommentator, der Hunderttausende Juristen prägte”, so der von ihm mitgeprägte Dr. Frey, schrieb zugleich auch für dessen Neonaziblatt. 1974 attackierte Maunz als Anonymus der Nationalzeitung den Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Günter Nollau, wegen einer – so Maunz – “einseitigen Ausrichtung dieses Geheimdienstes zum Kampf gegen die freiheitliche Rechte”. Freiheitliche Rechte – das ist die Bezeichnung, die vor allem von den Neonazis und Antisemiten im Gefolge der Nationalzeitung und der DVU in Anspruch genommen wird.http://www.freitag.de/2005/05/05050301.php

      Wie wär´s mit Selberdenken?

    460. Heinzi schrieb am 17. Januar 2010 um 19:23 - Permalink

      “Ergebnis: Ihre These passt überhaupt nicht.” von StefanP

      Ihnen vielleicht nicht, aber es ist Kernfragment bezogen auf die Behauptung von Arbeitslosen, in ihrer Situation mehr oder minder zufrieden zu sein.

      Diese These passt sehr wohl, nur vielleicht Ihnen nicht in den Kram?
      Das Problem ist, daß Erkenntnisse, die Positionen einer ideologisch belasteten Person zuwieder laufen, grundsätzlich keine Chance auf Anerkennung haben, da diese sich die Welt so zurechtbiegen, wie sie sie gerne sehen wollen.

      Das gilt insbesondere für bezahlte Schreiberlinge, die keinerlei eigene Position vertreten sondern nur ein Positionsgeflecht Dritter.
      Ebenso trifft dies auch für Menschen zu, welche glauben eigene Positionen zu vertreten, aber tatsächlich nur die Positionen vertreten, die ihre Lebensanschauung als moralisch unanfechtbar darstellen.
      Personen, die niemals eigene Positionen vertreten sondern immer die gerade herrschende Diktatur der vorherrschenden Gedanken verfolgen sind genauso betroffen.

      Zu welchen zählen Sie sich?

    461. Brettermeier schrieb am 17. Januar 2010 um 19:36 - Permalink

      @ StefanP:

      Nein, weder in der langen Debatte mit Momo noch hier habe ich das ein einziges Mal geschrieben.

      Wenn ich Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen dürfte, ich hatte es vor einigen Stunden bereits zitiert (Post #178):

      Was ist bei uns schlechter als in den USA, Frankreich, Schweden, Spanien, Kanada? Meine Antwort darauf ist nicht die ?Faulheit? der Arbeitslosen, sondern die geringen Anreize, verursacht durch relativ üppige Sozialtransfers, die es für bestimmte Qualifikationsgruppen uninteressant machen, einer Haupterwerbstätigkeit nachzugehen.

      Nehmen Sie diese Behauptung also zurück, oder antworten Sie auf meine Frage, was Sie daraus schlussfolgern?

      Wie bezeichnen Sie es denn, wenn jemand, der gerade von Sozialtransfers abhängt, sagt, im Moment sucht er nicht aktiv eine Arbeit (keine Chance, keine Lust, ganz zufrieden).

      Im Falle von “keine Chance” sehe ich das als realistisch und rational an. So wie mensch im neoklassischen Weltbild doch sein sollte^^ “keine Lust” und “ganz zufrieden” halte ich für marginal und für psychologisch nachvollziehbar (siehe #421).

      Zahlenmäßig wurden maximal 2% Arbeitsunwillige zugestanden. Das halte ich für eine Maximalposition.

      Dann sind die Zahlen des Deutschen Landkreistages (hab trotz einiger Recherche leider nicht die Primärquelle gefunden, hat die jemand parat?) also eine Maximalposition. Über die genaue Größe kann man nur mutmaßen. Tendenziell wird sie nach meinem derzeitigen Kenntnisstand eher im niedrigen einstelligen Bereich liegen.

    462. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 19:42 - Permalink

      @Peleo

      Sie haben keinerlei Einfluss auf die Rechtssprechung. Sie haben keine Rechtskenntnis. Worüber sollen wir reden? Dass die Urteile des Bundesverfassungsgerichts falsch sind, dass die Richter unter bestimmten Umständen ja anders entscheiden könnten. Das halte ich für äußerst albern, anmaßend und respektlos.

      Wenn Sie eine Rechtsänderung wollen, müssen Sie für eine gesetzliche Klarstellung Mehrheiten organisieren. Das ist immer noch vielversprechender.

      Kohl scheiterte 1984 mit einer Sonderabgabe für Vermögende, die Begründungen ähneln sich.

    463. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 19:47 - Permalink

      @Brettermeier

      Und für Sie ist Druck das Gleiche wie Anreize? Für mich nicht. Zumal wir länger darüber debattiert haben, wie wenig wirtschaftlich interessant es für viele Langzeitarbeitslose ist, eine reguläre Beschäftigung aufzunehmen. Das hat mitnichten etwas mit Druck der Verwaltung zu tun.

      Geht übrigens alles aus Ihrem Zitat hervor. Es sei denn, man geht mit einer gewissen Voreinstellung heran.

    464. Brettermeier schrieb am 17. Januar 2010 um 20:00 - Permalink

      @ StefanP:
      Sie winden sich. Dass ihr Satz in die Richtung geht, dass es sich finanziell nicht lohnt, ist schon klar. Da steht aber auch explizit ” verursacht durch zu üppige Sozialtransfers”. Also bitte Ihre Schlussfolgerung daraus. Mehr Druck war nur eine der angebotenen Schlussfolgerungen. Die andere war (generelle) “Leistungsabsenkung”. Vllt. war das nicht klar genug formuliert. Nun warte ich endlich auf eine Positionierung Ihrerseits. Was fordern Sie?

    465. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 20:00 - Permalink

      StefanP am 17. Januar 2010 um 17:21

      Also ich habe vielleicht viele Defizite, aber Sie haben vermutlich ein gravierendes Defizit (das soll nur ein HInweis sein), Sie kennen zu wenig die Interna von Hartz IV. Sie müssen sich damit mal intensiv befassen. Ich weiß das ist schwer, denn das liegt nicht so auf der Schiene dessen, was Sie interessiert.

      Was Sie als

      Schulung

      bezeichnen ist folgender absurder Terror. Ich las 2002 noch vor Hartz IV einen Bericht über den Arbeitsamtsbezirk Marburg, wo man den Teilnehmern an solchen Schulungen damit Mut machte, das Tina Turner auch aus dem Nichts heraus etwas geworden sei. Wer eine solche Schulung verpaßte hatte eine Sperrzeit. Es ging nur darum, die Erwerbslosen zu quälen.

      Ein Redakteur der Ruhr Nachrichten meinte um dieselbe Zeit ganz allgemein, das zu hoffen sei, das die Erwerbslosen bei Trainingsmaßnahmen darauf vorbereitet würden, erfolgreich am Erwerbsleben teilzunehmen. Vielleicht ahnte er ja etwas über deren verlotterte Absurdität, ohne sich freilich mit diesen Maßnahmen auseinanderzusetzen. Ich wollte ihm erst den Artikel, 20/30 Seiten gespickt mir reiner Absurdität schicken.

      Lange befaßte ich mich nicht mehr damit. Aber vor einigen Monaten las ich.

      “Helge Welker will nicht Nordic walken”.

      Dahinter verbarg sich folgendes: Welker ist Mathematiker und seit Jahren arbeitslos. Er protestierte nun mit einigen Leidensgenossen gegen die Unsinnigkeit von Trainingsmaßnahmen, wahrscheinlich was sie Schulung nennen..

      Welker nahm an folgenden Maßnahmen Teil:

      Er sollte die Anzahl der Flöhe in einem Hundehintergrund zählen, Es waren, so meinte er drei gewesen. Nun sollte er Nordic Walken, um einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen.
      Vermutlich war er in einer Maßnahme, in der vielleicht neben ihm sogar “Junkies” waren, es wird alles zusammengeworfen. Hochgebildete müssen denselben “Sch…” machen wie Junkies!

      Er hielt diese Maßnahmen für ihn für ungeeignet, zum Einstieg in eine neue Arbeit. Deshalb protestierte er. Wahrscheinlich mußte er sich das reiflich überlegen, denn er riskierte dadurch prinzipiell die Sperrzeit.

      Aber er kam wohl daran vorbei, weil es ein Protest mit Kollegen war und die Arge zur Diskussion erschien.

      Sehen Sie, man sollte sich nicht nur mit den Arbeitslosen auseinandersetzen, sondern auch mit dem lächerlichen System, das den Hartz IV-Empfängern nur diesen Schwachsinn zu bieten hat, um sie in Sperrzeiten zu zwingen.

      Ich weiß nicht, warum die, die Sie angeben nicht zur “Schulung” gehen. Es lohnt sich jedenfalls nicht, hinzugehen. Der einzige Grund hinzugehen, wäre die Vermeidung der Sperrzeit. Was sagt das über das System?

    466. Heinzi schrieb am 17. Januar 2010 um 20:06 - Permalink

      “relativ üppige Sozialtransfers, die es für bestimmte Qualifikationsgruppen uninteressant machen, einer Haupterwerbstätigkeit nachzugehen.” von StefanP

      Das ist so ein lächerlicher Dreck, den nur hirnamputierte Trottel erzählen können.

      von den Transfers leben hauptsächlich Vermieter.
      Danach Stromgesellschaften
      Dann sind im Informationszeitalter noch Telfon/Internetgebühren fällig
      von dem was dann noch übrig ist, wird der Einzelhandel bedient: Kleidung, Nahrungsmittel, Hygieneartikel. Bei Kindern siehts noch enger aus. Eltern wollen ihre Kinder auch am Konsum teilhaben lassen, dafür werden die paar Kröten auch noch reduziert.

      bleiben zuletzt für einen Hartz4 Empfänger gerade einmal 150 Euro+- 50 Euro (das sind Erfahrungswerte keine universitären Statistiken)

      Dem Hartz4 Empfänger bleibt ausser am Leben zu sein nichts davon.

      Es ist lachhaft wenn hier noch von üppigen Sozialtransfers fabuliert wird.

      Das was heute die Probleme ausmacht im Sozialwesen ist das massive und systematische Ausmerzen von Versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und ihre Umwandlung in prekäre Beschäftigungsverhältnisse ohne nennenswerte Beiträge für die Sozialversicherungen.

      Jede Senkung von Hartz4 ist und ein künftiges Nachfragedefizit im Einzelhandel und gefährdet somit Arbeitsplätze. Es wird dringend Zeit die Binnenkonjunktur mit einem Hartz4 Aufstocken auf 500 Euro zu stärken und Mindestlöhne jenseits von 10 Euro verpflichtend einzuführen.

      http://www.jjahnke.net/index_files/04054.gif

      Da ist genug Geld selbst nach der Kriese in der Spitze um höhere Löhne zu zahlen.
      Der Unternehmer, der das nicht organisieren kann, daß Mitarbeiter ausreichend bezahlt werden, der ist ein schlechter Unternehmer und gehört zum Arbeitsamt geschickt und sollte stempeln.

      Polemisch? Ja, aber nicht von der Hand zu weisen.

    467. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 20:23 - Permalink

      @Brettermeier

      Ihre Artikel ist schon sehr veraltet. Die Leistungskürzungen steigen jährlich, was an der zunehmenden Zahl der Prüfungen liegt. Die Gemeinden können nur die entdeckten Fälle erfassen, geprüft wird aber nicht jeder. Sonst würde das ja im Umkehrschluss bedeuten, der Leistungsmißbrauch würde ständig zunehmen.

      Eine Quote ließe sich ermitteln, wenn man die Mißbrauchsfälle in Bezug zu den Prüfungen setzt und diesen Wert hochrechnet. Was allerdings auch nicht zu einem korrekten Ergebnis führen würde, da die Außendienstarbeiter der Argen sich vorrangig verdächtige Fälle vornimmt. Bleibt die Erhebung des SOEP, wo die Begründung mit Resignation ja nicht zieht, wenn die Bedingungen für Kurzzeitarbeitslose gleich sind.

    468. Brettermeier schrieb am 17. Januar 2010 um 20:23 - Permalink

      @ StefanP

      Gleich hinterher noch ein paar Anmerkungen zum Nimbus der “Objektivität”, dem Sie sich zuschreiben bzw. zu den “gewissen Voreinstellungen”, die Sie anderen attestieren. Es wäre unseriös zu behaupten, man argumentiere ohne Voreinstellungen.
      Da Sie vermutlich in irgendeiner Form Ökonomie (BWL, VWL, IBA, …) studiert haben, gilt das für Sie (und mich) ganz besonders. Denn unpolitische Menschen werden selten Ökonomen. Im Gegenteil: Ihr Rat ist gefärbt, überdurchschnittlich häufig sind sie konsumorientiert, machtbewusst und ehrgeizig. DIe Studie dazu habe ich schon vor einiger Zeit gelesen, könnte ich bei Bedarf raussuchen. In diesem Kontext betrachte ich auch ihre Äußerung im Post #36:

      Sie sollten wissen, dass ich (im Gegensatz zu vielen hier) nicht Meinungen von Politikern oder Interessenvertretern veröffentliche oder nachhänge. Ich habe Ihnen außerdem schon die Quelle genannt: das DIW.

      Als wenn die objektiv wären. Gerade das DIW schwimmt ja seit dem Rausschmiss Gustav Horns (2003 glaub ich war das) stärker im neoklassischen Mainstream. Ich hatte letztes Jahr bei dessen Nachfolger in der Konjunkturabteilung eine Vorlesung. Glauben Sie mir, das war sehr einseitig, wie der argumentiert hat. Und über die Finanzierung des DIW (“wes Brot ich ess…”) hatte ja schon mal jemand was geschrieben weiter oben.

      Im übrigen versuche ich Ihnen mit größtmöglicher Fairness zu begegnen und stelle nciht, wie hier ja von diversen Teilnehmern bereits mehrfach geschehen, auf persönliche Angriffe ab. Die Auseinandersetzung in der Sache ist für die Argumentation “draußen” viel hilfreicher.

    469. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 20:33 - Permalink

      @ StefanP:
      Sie winden sich.

      *Grins*

    470. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 20:38 - Permalink

      @Brettermeier

      Bitte formulieren Sie mal zurückhaltend. Sie haben ? warum auch immer ? verstanden, ich wollte mehr Druck auf Arbeitslose fordern, wenn ich von relativ üppigen Sozialtransfers spreche, die es für viele wirtschaftlich machen, einer Beschäftigung nachzugehen. Ihr Missverständnis, was heißt der Fehler liegt bei Ihnen, drehen Sie um als Winden meinerseits. Wie wäre es einfach höflich zu fragen, wie ich etwas gemeint habe ? wenn Sie es schon als missverständlich empfinden?

      Mehr Druck war nur eine der angebotenen Schlussfolgerungen.

      Die kaum nachvollziehbare.

      Die andere war (generelle) ?Leistungsabsenkung?.

      Das kann man so sehen, ja. Deutschland ist z.B. eines der wenigen Länder, wo bei den Sozialtransfers unterschieden wird nach Unterhaltsleistung und Wohnmittel. Warum muss der Steuerzahler aber mehr aufbringen, wenn jemand in München wohnt? Das ist doch eine persönliche Entscheidung. Also Pauschalierung in einer Summe. Sowohl der Sachverständigenrat in seinem Gutachten 2007 als auch verschiedene Forschungseinrichtungen als auch auf politischer Ebene die FDP haben dazu Vorschläge unterbreitet. Pauschal 600 EUR pro Erwachsenen halte ich für eine vernünftige Größenordnung.

    471. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 20:38 - Permalink

      @WieJetzt? am 17. Januar 2010 um 15:35

      “Zum Anspruch auf das Arbeitslosengeld nach Erstjobverlust.”

      Da ist es also passiert, ein kleiner Flop, aber zu meiner Ehrenrettung muß ich sagen, bevor ich den Kommentar abschickte dachte ich einen kurzen Moment vielleicht gibts da eine Frist. Mein Bekannter ging mit 58 in Alg I. Er sagte mir das damals aber so, das er im “Schadensfall” sofort das niedrigere Alg-Geld bekommt und das kann er sich nicht leisten. Vielleicht sollte ich ihm das mal mitteilen. Danke für den Hinweis.

      Grundsätzlich bleibt mein Vorschlag bestehen. Es wollte ja bis 65 (jetzt 67) arbeiten vielleicht länger (scherzhaft meinte er mal; er müsse bis 70 arbeiten und wolle das auch, soviel zu den faulen Arbeitslosen!) und dann hätte es ihn noch treffen können. Also da kommt man schon ins Rechnen.

      Er wird übrigens zwar zu qualifizierten Stellen eingeladen, aber er bekommt sie natürlich nicht, mit jetzt fast 59. Alles nur Show! Das sollte StefanP vielleicht auch mal erwägen

    472. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 20:39 - Permalink

      @Axel

      Sie werden es kaum glauben, aber es gibt noch etwas anderes als sich mit Langzeitarbeitslosen zu beschäftigen. Die Höhe von Hartz-IV ist nicht das Kardinalproblem des Landes. Ich bin einigermaßen rechtssicher, ich kenne einige Transferempfänger und ich habe grundsätzliche politische Vorstellungen. Das reicht zu einer eigenen politischen Bewertung.

    473. StefanP schrieb am 17. Januar 2010 um 20:47 - Permalink

      @Brettermeier

      Danke für die Psychoanalyse. Heute argumentieren schon führende Naturwissenschaftler politisch, wo soll das hinführen?

      Das DIW ist international anerkannt, übrigens auch von Ihnen. Die meisten berufen sich auf seine Zahlen, wenn es um Einkommens- und Vermögensverteilungen geht, um Niedriglohnsektor und Verbreitung geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse. Tun Sie also bitte nicht so, dass DIW wäre unseriös.

      Das sind eher die Nachdenkseiten, Jahnke, Freitag und Gegen-Hartz-IV-Foren. Und die werden hier als glaubwürdige Quellen eingestellt.

      Im übrigen versuche ich Ihnen mit größtmöglicher Fairness zu begegnen und stelle nciht, wie hier ja von diversen Teilnehmern bereits mehrfach geschehen, auf persönliche Angriffe ab.

      Dann wäre die Debatte von meiner Seite auch schnell beendet.

    474. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 21:07 - Permalink

      @Axel

      Da ist es also passiert, ein kleiner Flop,

      Kein Problem, die Gesetze plus ! Ausführungsbestimmungen (den Arbeitssuchenden
      fast nie bekannt, aber relevant) kann kein normaler Mensch mehr überblicken, sie werden
      ihm auch nicht in den Bescheiden erläutert. Mühsam es zu erfahren. Es herrscht
      “Waffenungleichheitt, ganz klar.”

      Mein Bekannter ging mit 58 in Alg I. Er sagte mir das damals aber so, das er im ?Schadensfall? sofort das niedrigere Alg-Geld bekommt und das kann er sich nicht leisten. Vielleicht sollte ich ihm das mal mitteilen. Danke für den Hinweis.

      Wie gesagt, wenn er grade in ALg I kam und einen schlechter bezahlten Job annehmen würde und z.B nach 16 Monate gekündigt wird, müsste er seinen alten Anspruch wieder aufleben lassen können. Grundsätzlich entsteht zwar ein neuer Anspruch nach 12 Monaten, aber soweit ich eben das richtig verstanden habe , gibt es eine Frist, in der der alte bessere Anspruch auflebt. Ich will Ihnen nichts falsches sagen, daher bitte unter Vorbehalt, was die genauen Zahlen u. Bedingungen betrifft..
      Ichn suche noch eine besser Quelle, der Gesetzestext ist scheiße, sagte ich bereits;-)

      Er wird übrigens zwar zu qualifizierten Stellen eingeladen, aber er bekommt sie natürlich nicht, mit jetzt fast 59….

      So ist eben die Realität beim überwiegenden Teil der ältere Arbeitssuchende und das ist auch
      ein wesentlicher Grund, warum der Anteil der älteren im Langzeitarbeitslosebreich so hoch ist.
      Siehe dazu dann auch die Erläuterungen oben von Brettereier zu den DIW-Ergebnissen.

      Zahlen allein sagen eben noch nichts über Ursachen und Wirkungsmechanismen
      Das versteht halt nicht jeder;-)

    475. Axel schrieb am 17. Januar 2010 um 21:20 - Permalink

      StefanP am 17. Januar 2010 um 20:39

      Also mit solch einer Antwort hatte ich nicht gerechnet. Ich dachte sie wären an einer vollständigen Sachdiskussion interessiert.

      Über die Höhe von Hartz IV habe ich soweit ich weiß bisher nichts geschrieben. Ich habe keine Beträge genannt. Das entspricht gar nicht meinem Naturell. Die Leute verrecken ja noch gar nicht an Hunger, dagegen reicht der Satz ja meistens und über 16 Grad heizen können die hoffentlich auch noch.

      Mir geht es um die menschenunwürdige und die sachlich unangemessene Behandlung der Arbeitslosen durch die Gesellschaft, ja die Gesellschaft,nicht nur die Politik! Um das zu beurteilen muß man Hartz IV nicht kennen, aber es kann hilfreich sein!

      Denken Sie, das die geschilderte Trainingsmaßnahme Helge Welker in Arbeit bringen wird? Und wenn er nach Abschluß dieser Maßnahme tatsächlich Arbeit haben sollte, meinen Sie, das dies dann in einem Kausalzusammenhang dazu steht, das er Nordic gewalkt hat und Flöhe in einem Hundehintergrund identifiziert hat.

      Ich könnte Ihnen hier ganze Bücher voll schreiben über den verlotterten Irrsinn der “Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland”, aber ich muß annehmen, das Sie das nicht interessiert.

      Meine Hobbys sind übrigens Philosophie (nicht Geschwafel, sondern Philosophie als Vorstufe zur exakten Wissenschaft und als Metawissenschaft) und Physik.

      Aber zur Gesellschaft äußere ich mich auch gern. Das liegt vielleicht daran, das ich auch hier ein Diplom habe, mit dem ich allerdings nie was anfangen konnte. Die neue Familienministerin Köhler und andere haben den “besseren” Seilschaftsweg gewählt. Mir ging es immer um Wahrhaftigkeit.

    476. WieJetzt? schrieb am 17. Januar 2010 um 21:26 -