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  • Maskirowka

    geschrieben am 12. Juni 2007 von Spiegelfechter

    Wofür brauchen die USA einen Raketenschild, der mit seinen zwei Kernkomponenten in Osteuropa stationiert ist?

    Wer auf diese Frage in der offiziellen Diktion der Befürworter eines solchen ABM-Systems argumentiert, die USA wolle Europa vor ballistischen Langstreckenraketen aus Schurkenstaaten, wie Iran oder Nordkorea, schützen, muss sich spätestens nach Putins ?überraschendem? Vorschlag am Rande des G8-Gipfels in Heiligendamm eine neue Argumentation zurechtlegen ? dies ist anscheinend ein komplexes Unterfangen, so dass man von den üblichen Verdächtigen bislang nur Ausflüchte und Hinhalteparolen in Form von lustlosen, vagen Interessensbekundungen vernimmt.

    Die einzig stringente Antwort auf die Frage nach dem Sinn des amerikanischen Raketenschildes in Osteuropa ist, dass die USA mit aller Macht versuchen, einen Keil zwischen die europäischen Staaten zu treiben und damit nebenbei die euro-russischen Beziehungen schwer belasten.

    Wenn Bush den Raketenschild zu einer Frage der ?Demokratie? macht, so ist dies an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Sowohl in Polen, als auch in Tschechien, ist eine klare Mehrheit der Bevölkerung gegen diesen Raketenschild ? die bedingungslos transatlantische Linie beider Regierungen gibt also mitnichten den Auftrag ihrer Wähler wieder, sondern handelt gegen deren Wunsch. Wenn der Raketenschild ein Prüfstein für die Demokratie der osteuropäischen Länder ist, so haben Polen und Tschechien die Prüfung nicht bestanden.

    Von Seiten der NATO und den EU-Verteidigungsministern sind in den letzten Tagen vermeintlich kritische Töne bezüglich eines amerikanisch-osteuropäischen Alleingangs zu hören. ?Wir wollen in der NATO eine gemeinsame Lösung finden und eine Spaltung Europas verhindern?, sagte gestern der deutsche Verteidigungsminister Jung nach einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Morin, “daher wolle man Russland mit einbeziehen”. Dies wäre ein löbliches Unterfangen und Frankreich nimmt man diese Position auch ab, aber ob gerade Franz-Josef Jung ein ehrlicher Makler für europäisch-russische Beziehungen ist, mag angezweifelt werden. Hat der überzeugte Transatlantiker Jung doch gegen den US-Raketenschild eigentlich nur einzuwenden, dass dieser doch besser im Rahmen der NATO errichtet werden sollte – was zwischen den Zeilen heißt, dass die NATO-Länder, die einem solchen System kritisch gegenüberstehen, doch bitte auf die US-Linie einschwenken sollten.

    Die eigentliche Bedeutung des Raketenschildes wurde indes in Berlin entweder nicht erkannt oder man spielt Maskirowka ? ein russischer Militärterminus für ein Täuschungsmanöver. Da man selbst bei Verteidigungsminister Jung – den man nicht unbedingt des Scharfsinns verdächtigen könnte – davon ausgehen muss, dass er Assistenten hat, die ihn grob über die Zusammenhänge in Kenntnis setzen, muss man wohl von letzterem ausgehen.

    Dies bestätigt Jung, indem er vor der Presse kundtut: ?[Angebot von Putin] Das bestätigt, dass auch Putin davon ausgeht, dass wir einen Schutzschild brauchen?.

    Nein Herr Jung, auch wenn deutsche Medien – wie der SPIEGEL – ihr Zitat unkommentiert wiedergeben ? Putin sieht das diametral anders, was ebenso wie Herr Jung übrigens auch der SPIEGEL weiß, war doch auch ein Vertreter dieses Blattes bei der 90minütigen Pressekonferenz, die Putin in Heiligendamm gegeben hat und in der er in aller Offenheit selbst unbequeme und beleidigende Fragen beantwortet hat. Anscheinend waren Putins Antworten allerdings zu besonnen, um von der westlichen Presse zitiert zu werden. In keiner größeren Zeitung wurde über diese ausführliche Pressekonferenz berichtet ? das Russlandbild westlicher Medien erlaubt wohl keine ausgewogene Berichterstattung.

    Putin: ?Finally, thirdly, how do they justify this? By the need to defend themselves against Iranian missiles. But there are no such missiles. Iran has no missiles with a range of 5,000 to 8,000 kilometres. In other words, we are being told that this missile defence system is there to defend against something that doesn?t exist. Do you not think that this is even a little bit funny??

    Jung hat den Witz zumindest nicht verstanden, ist der Raketenschirm doch weiterhin sein Ziel. Und Nato-Generalsekretär de Hoop Scheffer hat ebenfalls einen gewagten Spagat zwischen scheinbarer Uninformiertheit und gewollter Fehlinformation hingelegt, indem er Bedenken über den russischen Vorschlag äußert, da ?die aserbaidschanische Raketenbasis [möglicherweise] zu dicht am Iran [steht], gegen den sie Europa schützen soll?. Also selbst der NATO-Generalsekretär kennt den russischen Vorschlag nicht? Dieser hat nämlich eine Radarbasis im Südkaukasus zum Inhalt, die iranische Raketentests beobachtet. Von einem zukünftigen Ausbau des Abwehrsystems durch eine Raketenbasis ist in dem Vorschlag nur abstrakt die Rede ? und zwar für den Fall, dass Iran tatsächlich in ferner Zukunft über Raketen mit einer für Europa bedrohlichen Reichweite verfügen sollte. Dass diese allerdings in Aserbaidschan stehen soll, ist eine Falschaussage Hoop Scheffers ? ein Standort einer fakultativen Raketenbasis ist im Vorschlag Putins nicht genannt. Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich, dass die WELT de Hoop Scheffer falsch zitiert ? was keineswegs auszuschließen ist, wenn man die ?Kompetenz? dieses Blattes auf diesem Themenfeld betrachtet.

    Vielleicht hätte man auch der WELT-Redaktion ein Transkript von Putins Pressekonferenz geben sollen ? es wäre hilfreich, die Hintergründe zu verstehen:

    Putin: ?And, finally, the last thing. Again I would not want you to suffer from the illusion that we have fallen out of love with anyone. But I sometimes think to myself: why are they doing all this? Why are our American partners trying so obstinately to deploy a missile defence system in Europe when ? and this is perfectly obvious ? it is not needed to defend against Iranian or ? even more obvious ? North Korean missiles? (We all know where North Korea is and the kind of range these missiles would need to have to be able to reach Europe.) So it is clearly not against them and it is clearly not against us because it is obvious to everyone that Russia is not preparing to attack anybody. Then why? Is it perhaps to ensure that we carry out these retaliatory measures? And to prevent a further rapprochement between Russian and Europe? If this is the case (and I am not claiming so, but it is a possibility), then I believe that this would be yet another mistake because that is not the way to improve international peace and security.?

    Man sollte Herrn Jung fragen, was eigentlich genau seine Intentionen sind. So berechenbar die russischen Reaktionen auf die amerikanisch-europäischen Aktionen wären, so sicher wäre eine Abspaltung eines transatlantisch-orientierten Teils Europas, zu dem Merkeldeutschland gerne gehören würde, vom Rest und ein neuerliches Wettrüsten wäre die Folge. Kann es dies sein, was Jung will? Wäre es nicht an er Zeit sich aus der passiven Beobachterrolle zu verabschieden und in die Offensive zu gehen, indem man das Blatt des Handelns in die Hand nimmt? Wen man es ernst meinen würde mit einer gemeinsamen Lösung unter Einbeziehung Russlands wäre dies die Lösung – wenn man allerdings eben dies torpedieren will, würde man es wie Minister Jung machen und die Öffentlichkeit mittels Maskirowka in die Irre führen.
    Jens Berger

    17 Kommentare Print This Post
    Wofür brauchen die USA einen Raketenschild, der mit seinen zwei Kernkomponenten in Osteuropa stationiert ist? Wer auf diese Frage in der offiziellen Diktion der Befürworter eines solchen ABM-Systems argumentiert, die USA wolle Europa vor ballistischen Langstreckenraketen aus Schurkenstaaten, wie Iran oder Nordkorea, schützen, muss sich spätestens nach Putins ?überraschendem? Vorschlag am Rande des G8-Gipfels in ...
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    2. Derangierte Einsichten

    17 Kommentare:

    1. Markus Bender schrieb am 12. Juni 2007 at 18:46 - Permalink

      Jetzt stellt sich nur die Frage, in wie fern die deutsche Rüstungsindustrie von diesem Raketenschild profitiert…

    2. Spiegelfechter schrieb am 12. Juni 2007 at 18:56 - Permalink

      @Markus Bender

      … vom Raketenschild und vor allem (viel wichtiger) von den Folgeaufträgen, die durch ein Wettrüsten entstehen, welches uns (wie bedauerlich) natürlich vom bösen Russen aufgezwungen wurde – Sachzwänge halt.

    3. corax schrieb am 12. Juni 2007 at 19:18 - Permalink

      Kann mir mal einer ganz grob erklären wie die Dinger eigentlich funktionieren? Also wo steht die Radarstation mit welcher Reichweite, wo die Basen für die Abfangraketen? mit welcher Reichweite? und wo genau sollen dann die feindlichen Raketen getroffen werden?

      Weil ich glaub gehört zu haben, dass wenn es zu solch einem Fall kommen würde, dann würden die Trümmer halt auf Mitteleuropa plumpsen. Kann dazu jemand was sagen?

      Zu Putin in der Presse und TV.
      Ich versteh echt nicht was das soll.
      Jedesmal ist er der Buhmann, dabei handelt der doch aussenpolitisch völlig souverän und durchdacht und versucht zu deeskalieren,
      dass er wirtschaftliche Interessen Russlands gesichert sehen will ist doch verständlich, und innenpolitisch versucht er halt zu stabilisieren. Und Tschetschenien?
      Geht mir! ganz persönlich am A….. vorbei.

      Pax

    4. lilywhite schrieb am 12. Juni 2007 at 19:29 - Permalink

      “Die einzig stringente Antwort auf den Sinn des amerikanischen Raketenschildes in Osteuropa ist, dass die USA mit aller Macht versuchen einen Keil zwischen die europäischen Staaten zu schlagen und damit nebenbei die europäisch-russischen Beziehungen schwer belasten.”

      Dito. Das mit dem “Schutz vor Schurken-Raketen” ist totaler Quatsch. WENN wir einen Schutz dieser Art brauchten, dann gehörte er an der Atlantik-Küste Hollands und Frankreichs aufgestellt, denn die einzigen, die überhaupt momentan Krieg führen und Bomben schmeißen, sind die USA – NICHT Nordkorea, NICHT der Iran.

      Und überhaupt: seitwann werde ich, der nicht mal 100 km entfernt von diesem Schild leben wird, wenn es denn mal installiert ist, nicht mal gefragt, OB ich diesen “Schutz” überhaupt will und für nötig befinde? Stattdessen werden mir hoch technisierte Waffensysteme direkt vor die Haustüre gebaut, die ich dort gar nicht haben will! Es ist wirklich nur noch eine Frage der Zeit und ich kehre diesem Land den Rücken und werde Wahl-Schweizer. DORT hätte man mich wenigstens gefragt, ob ich atomfähige Waffen in meiner Nähe haben will oder nicht. Die Tschechen fragt keine Sau und uns hätte man genausowenig gefragt, hätten die Amis die Dinger nicht in Böhmen, sondern vor den Toren Dresdens aufstellen wollen.

    5. Spiegelfechter schrieb am 12. Juni 2007 at 19:50 - Permalink

      @corax

      Ich werde versuchen, Deine Fragen kurz zu beantworten:

      Kann mir mal einer ganz grob erklären wie die Dinger eigentlich funktionieren?

      Ballistische Flugkörper (d.h. Raketen, die in einer vorherberechenbaren Bahn fliegen) werden vom Radar beim Abschuss erfasst, die Flugbahn wird beobachtet und anhand dieser Flugbahn werden Abwehrraketen gezündet, die die Feindrakete treffen sollen. Dieses funktioniert momentan bei landgestützten Systemen “noch” nicht(!).

      Also wo steht die Radarstation mit welcher Reichweite …

      Die Reichweite ist seht groß! Die tschechische Radarstation kann bis zum Ural gucken, was auch der eigentliche Sinn ist. Nordkorea ist außerhalb der Reichweite.

      … wo die Basen für die Abfangraketen?

      Dort wo ein Abschuss Sinn macht ;-)
      Eine Stationierung in Polen schützt idT nur Europa – die ballistische Flugbahn aus Nordkorea oder Iran in Richtung USA geht nicht über Polen.

      Weil ich glaub gehört zu haben, dass wenn es zu solch einem Fall kommen würde, dann würden die Trümmer halt auf Mitteleuropa plumpsen. Kann dazu jemand was sagen?

      Das ist mW richtig!

      Mehr Infos gibt es in der Wikipedia.

    6. jsrn schrieb am 13. Juni 2007 at 00:12 - Permalink

      Wird eine (eventuelle) demokratische Bush-Nachfolgerregierung den Raketenschild eigentlich weiter aufbauen? Was spräche dafür, was dagegen? Denn im Prinzip ist das Ganze doch die etwas abgespeckte “Star-Wars”-Idee von Reagan (“Raketen-Ronny”), oder?

    7. Spiegelfechter schrieb am 13. Juni 2007 at 00:25 - Permalink

      @jsrn

      Dies ist eine interessante Frage. Der Raketenschild als solcher ist ein extrem teures, in der Wirkung höchst fragwürdiges Projekt, bei dem Lobbyisten aus dem MI-Komplex ganze Arbeit bei der Beeinflussung ganzer Politikergenerationen investiert haben. Ein Ende des Projektes ist daher unwahrscheinlich.

      Aber es ist absolut offen, wie eine neue US-Regierung mit der Frage umgehen wird, Komponenten des Systems in Osteuropa zu stationieren. Hier spielen auch bilaterale Beziehungen eine große Rolle – daher kann eine Antwort nur spekulativ sein. Wenn Kandidaten wie Obama ernst machen sollten, mit teuren Projekten im Inneren, so werden sie sicher keine Lust haben, sich auf eine teures Wettrüsten einzulassen. Daher schätze ich die Bereitschaft an Osteuropa festzuhalten tendenziell doch eher gering ein.

    8. Jochen Hoff schrieb am 13. Juni 2007 at 07:11 - Permalink

      Herr Jung hat keine Intentionen, der will nur gut bezahlt werden, wobei es ihm egal ist von wem.

      Aber den Russen, denen wird er nie trauen, gegen die hat er nämlich den Krieg verloren. Achtet mal auf seine Argumentation. Der wurde nicht befreit, der hat den Krieg verloren.

    9. COPOKA schrieb am 13. Juni 2007 at 11:55 - Permalink

      @Spiegelfechter

      > Also selbst der NATO-Generalsekretär kennt den russischen
      > Vorschlag nicht? Dieser hat nämlich eine Radarbasis im
      > Südkaukasus zum Inhalt, die iranische Raketentests beobachtet.
      >
      Da bist du, wie ich schätze, einem Irrtum aufgesessen.
      Es war von vorne an die Rede von einer Radaranlage an Gabala, Aserbaidschan. Die Region gehört tatsächlich zu Südkaukasus:
      http://de.rian.ru/safety/20070607/66863690.html
      Ob es gut oder schlecht ist, dass die Anlage sich tatsächlich fast an der iranischen Grenze befindet, mag ich nicht zu beurteilen. Meines Wissens sind ballistische Flügkörper am einfachsten ausgerechnet beim Start abzuschiessen solange sie sich noch in Beschleunigungsphase befinden.

      Gruß,
      COPOKA

    10. Spiegelfechter schrieb am 13. Juni 2007 at 12:00 - Permalink

      @COPOKA

      Es geht darum, ob die Radaranlage oder/und eine Raketenabwehrbasis im Südkaukasus stehen sollen. Letzteres behauptet laut WELT de Hoop Scheffer. Dies ist aber nach mW Unfug, da über eine Raketenbasis seitens der Russen gar nichts gesagt wurde. Das lt. Vorschlag die Radaranlage in Gabala genutzt werden soll, ist klar.

    11. Der Unbequeme schrieb am 13. Juni 2007 at 14:49 - Permalink

      Danke für diesen ausführlichen Artikel. Es ist wirklich sehr erfreulich, dass es inmitten der allgemeinen Medienverdummung noch Menschen gibt, die Zusammenhänge durchschauen und ausgewogen denken!

      Vor allem möchte ich aber auf das folgende Zitat eingehen:

      “In keiner größeren Zeitung wurde über diese ausführliche Pressekonferenz berichtet ? das Russlandbild westlicher Medien erlaubt wohl keine ausgewogene Berichterstattung.”

      Früher habe ich immer gedacht, das in den meisten Fällen, wenn der Westen eine anti-russische Haltung einnimmt (bsp. beim Gas-Konflikt mit der Ukraine) dies im erheblichen auf die mangelhafte russische Öffentlichkeitsarbeit zurückzuführen ist. Dass die Russen es noch nicht verstehen, ihre Argumente und Beweggründe überzeugend und gezielt in Szene zu setzen.

      In der letzten Zeit muss ich jedoch für mich feststellen, dass das Ganze nicht an der russischen Öffentlichkeitsarbeit liegt. Es gibt einen englischsprachigen russischen globalen Sender “Russia Today”, es gibt offizielle Quellen im Internet, Putin hält unzählige Pressekonferenzen und gibt westlichen TV-Netzwerken häufige und umfassende Interviews. Dennoch scheint alles im Sand zu verlaufen, weil die wenigsten ein Interesse am wirklichen Zuhören haben. Noch so große Pressekonferenzen gehen anschließend einfach unter und ich frage mich, warum westliche Journalisten überhaupt anreisen. Um nächstes Mal die gleichen dummen Fragen zu stellen, auf die bereits zig mal geantwortet wurde, und um die Antworten wieder nicht abzudrucken oder durch aus dem Zusammenhang gerissene Fetzen zu banalisieren? Das ist echt ein erbärmliches Trauerspiel. Wie sich das russisch-westliche Verhältnis bei einer solchen Praxis je normalisieren soll, ist mir ein Rätsel. Wer hat ein Interesse an diesem Zustand?

    12. COPOKA schrieb am 13. Juni 2007 at 15:44 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Jetzt habe ich den Witz verstanden ;)

      Für mich war es auch irgendwie selbstverständlich, dass dem Vorschlag nach auch die FLA-Raketen dort stationiert werden müssten – wäre m.E. die beste Konstellation dafür.
      Ich bin zwar nicht auf dem Laufenden, aber vor 20 Jahren, als ich noch dabei war, galt es: die Chance den Sprengkopf nach Wiedereintritt noch zu zerstören ist um Faktor 10 niedriger als die Rakete in ihrer aktiven Startphase zu erwischen. Gilt allerdings nur für konventionelle Ballistik.
      Also würden die Abwehrraketen zu weit von den “Bösen” stationiert, so wäre die Radaranlage dort idT nicht sonderlich nützlich, weil sie dann Wiedereintrtt erfassen und begleiten sollte.
      Aber es war doch die ganze Zeit die Rede davon, dass die Anlage ausgerechnet Raketenstarts erfassen sollte.

    13. Spiegelfechter schrieb am 13. Juni 2007 at 15:55 - Permalink

      @COPOKA

      In der Tat – aus diesem Gesichtspunkt wäre eine Raketenbasis in der Nähe Irans sinnvoller … wenn ja wenn es denn überhaupt um Iran ginge ;-)

      Putins Gabala-Idee fußt ja auch auf der These, Iran habe keine solchen Raketen. Man könne daher von Gabala aus in aller Seelenruhe Iran überwachen und wenn Iran eine potentiell gefährliche Rakete testet, kriegt man das mit und hat (laut Erfahrungswerten) noch ca. 3 Jahre Zeit, bis diese Raketengeneration einsatzfähig ist. Diese 3 Jahre kann man dann nutzen, um konkret ABM-Maßnahmen einzuleiten. Ein Fuchs, der Vladimir Vladimirowitsch.

    14. Martin schrieb am 13. Juni 2007 at 16:06 - Permalink

      “In keiner größeren Zeitung wurde über diese ausführliche Pressekonferenz berichtet ? das Russlandbild westlicher Medien erlaubt wohl keine ausgewogene Berichterstattung.”

      Das ist so nicht ganz richtig , zumindest in Form des Putin Interviews im SPIEGEL letzter Woche wurden genau diese Aussagen wiedergegeben, ebenso Putins Vermutung – die sich mit der des Autors des spiegelfechters deckt – dass die Anstrengungen vorrangig dazu dienten die Deutsch-Russischen, bzw. Europäisch-Russischen Beziehungen zu belasten.

      Was sie ja zweifelsohne tun.

      Schade eigentlich.

    15. Sven schrieb am 15. Juni 2007 at 13:11 - Permalink

      Ich denke eigentlich ist klar was Amiland bezweckt:

      1. Ihr liegt alle richtig wenn ihr den Keil seht der zwischen Euroland und Russenreich getrieben werden soll.
      ( Der zwischen D-Land und Russenreich ist auch, für sich genommen, nicht zu verachten, aber der wächst ja eh schon seid der letzten Bundestagswahl)

      2. Und etwas das hier noch keiner erwähnt hat, aber man sollte das nicht ganz vergessen, die EU soll geschwächt werden.
      Vor nicht allzu langer Zeit gab es eine EU-erweiterung, seit dem funktioniert das System EU nicht mehr so richtig. Da ist; meiner Meinung nach, Ostseesand ins Getriebe geraten. Und wenn ich die mir zur verfügung stehenden Nachrichten richtig Deute gibt es zumindest EU-mäßig kein wirkliches interesse an einem Rak-schild; auf jedenfall keines das auf Amerikanischem alleingang baut.
      Wäre sich die EU einig würde sie eine ziemliche Machtpolitische gefahr für die Weltherrschaft Amerilands bedeuten. Das ist dann auch ganz bestimmt der Grund warum Boy George in Tschechien und Polen das ganze bauen will; die machen ja sowieso immer stunk inder EU und nutzen ihre Veto-macht wo immer sie können,getreu dem Motto ICH bin dafür das ICH dagegen bin, koste es was es wolle.

      Dann möchte ich hier aber noch etwas zu bedenken geben. Wenn man sich das hier so durchliest könnte man auf die idee kommen das man Putinland für etwas unschuldiges hält. Aber mit aller bescheidenheit das ist mit sicherheit nicht so, es sei nur erwähnt das Tschetchenien keine erfindung Westlicher Medien ist und mit der Demokratischen Meinungsfreiheit ist es im Zarenreich ganz bestimmt auch nocht so weit her.


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