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  • Haiti – was tun mit dem Katastrophenstaat

    geschrieben am 19. Januar 2010 von Spiegelfechter

    Der Karibikstaat Haiti scheint seit seiner Gründung das Pech förmlich anzuziehen. Schon kleinere Naturkatastrophen, wie die regelmäßig auftretenden Tropenstürme, schaffen es immer wieder, Haiti aus der Bahn zu werfen. Das gewaltige Erdbeben, das vor einer knappen Woche die Inselrepublik verwüstete, hinterlässt nun ein Vakuum aus Tod und Zerstörung. Die spärlichen staatlichen Strukturen Haitis sind marginalisiert worden, und die eigentliche Macht im Staate, die UN-Mission MINUSTAH, ist durch das Erdbeben selbst führungslos geworden – der gesamte Führungsstab befand sich zur Unglückszeit bei einer Konferenz im Hauptquartier, welches beim Erdbeben einstürzte. Neben all dem menschlichen Leid droht Haiti in einen Zustand abzustürzen, den der Staatsphilosoph Thomas Hobbes einst als “Bellum omnium contra omnes” (auf Deutsch: ein Krieg aller gegen alle) bezeichnete. Dies ist die Stunde der Interventionisten. Die USA waren es, die in ihrem karibischen Hinterhof mit schier unglaublichem Einsatz die Nothilfe an sich rissen, was den dauerbeleidigten Franzosen gehörig missfiel. Doch die normative Kraft des Faktischen ist auf seiten der USA. Wer hilft, hat recht ? aber die dringend notwendige Hilfe kann nur der Auftakt internationaler Anstrengungen sein, das Schicksal Haitis zum Guten zu wenden. Für Obamas versprochenen Internationalismus ist Haiti die Nagelprobe.

    Totgeburt der Geschichte

    Die Geschichte des Karibikstaates Haiti ist eine Tragödie ohnegleichen. 1804 proklamierte der ehemalige Sklave Jean-Jacques Dessalines auf dem Gebiet des heutigen Haiti den “ersten freien Negerstaat”. Haiti ist damit nicht nur das Produkt des einzigen “erfolgreichen” Sklavenaufstands, sondern auch die erste postkoloniale Staatsgründung überhaupt. Doch was so hoffnungsvoll begann, stellte sich schnell als Totgeburt heraus. Jean-Jacques Dessalines krönte sich selbst zum Kaiser, herrschte mit äußerster Brutalität und wurde zwei Jahre später ermordet. Seine Diadochen konnten zwar Napoleons Frankreich besiegen, mussten dafür aber hohe Reparationszahlungen an die “Grande Nation” zahlen, die den Staat bereits kurz nach seiner Gründung ruinierten und in eine bis heute fortdauernde Schuldenspirale stürzten. Dessalines folgten über 60 “Präsidenten”, die sich vor allem durch Nepotismus, Korruption und Grausamkeit auszeichneten. Pro forma war die Sklaverei zwar seit der Staatsgründung verboten, de facto existierte sie aber fort.

    Äußerst ambivalent gestaltet sich vor allem die Beziehung Haitis zu den USA. Anfangs konnten die USA ihren südlichen Nachbarn zwar die Befreiung von der Kolonialmacht Frankreich verzeihen, nicht aber die Abschaffung der Sklaverei. Haiti war fortan isoliert, das Interesse der Amerikaner an einem karibischen Vorposten stieg allerdings in der Zeit nach dem Sezessionskrieg, als die USA ihre Rolle als Hegemonialmacht über Zentralamerika neu definierten. Zeitweise war Haiti ein amerikanisches Protektorat, doch geändert hat dies nichts ? Ausbeutung von Land und Menschen, Kleptokratie und Grausamkeit sind immer noch an der Tagesordnung.

    Spielzeug amerikanischer Interessen

    Zu Zeiten des Kalten Krieges stützten die USA auch die Diktatoren der Duvalier-Familie, die als Papa- und Baby-Doc das Land mit ihren “Tontons Macoutes” (Onkel Menschenfresser) ausbluten ließen. Es folgten eine Periode wechselnder Präsidenten und Zeiten von Anarchie, in der die USA die verschiedenen Parteien je nach Ausrichtung des Präsidenten in Washington mal unterstützten und dann wieder stürzten, mal einmarschierten und das Land dann wieder verließen. Bill Clinton brachte die haitianische Wirtschaft mit seinem “gut gemeinten” Handelsboykott, der die Demokratisierung stützen sollte, vollends zum Kollabieren, während er die Folgen durch USAID-Hilfslieferungen lindern wollte, die auch noch die lokale Landwirtschaft ruinierten. Der mit Clintons Hilfe ins Amt “gewählte” Populist Aristide wurde mit Bushs Hilfe schließlich 2004 von marodierenden Gangs gestürzt, und um das Machtvakuum zu schließen, übernahm dann die UNO die Macht. Seitdem ist Haiti de facto ein UN-Protektorat und macht langsam Fortschritte. Staatliche Strukturen hat das Land allerdings kaum. Eine Armee besitzt Haiti nicht, seitdem Ex-Präsident Aristide sie vor Angst eines Armeeputsches auflöste. Die staatliche Macht wird stattdessen durch rund 9.000 leicht bewaffnete Polizisten “gesichert” ? bei 10 Millionen Einwohnern eine Unmöglichkeit. Es mag den Historikern vorbehalten bleiben, darüber zu urteilen, ob Haiti je ein funktionierender Staat war ? vor dem Erdbeben war es jedenfalls ein höchst dysfunktionales, staatsähnliches Gebilde, das ohne die UN-Friedensmission wieder in die Anarchie abstürzen würde.

    Europäische Umnachtung

    Die EU ist keine Weltmacht ? und auch ihre lautstarken ehemaligen Weltmächte Großbritannien und Frankreich sind dies nicht. Diese simple Tatsache scheint jedoch immer noch nicht in den Köpfen einiger französischer Eliteschulabsolventen angekommen zu sein. Anders lässt sich der implizite Anspruch auf die Rolle Frankreichs als Koordinator der Hilfsmaßnahmen, die der französische Staatssekretär für Zusammenarbeit und Frankophonie äußert, kaum erklären. Frankreichs Anspruch leitet sich aus dem Umstand ab, dass Frankreich einmal Kolonialmacht war, Französisch Amtssprache in Haiti ist und rund 70.000 Haitianer in Frankreich leben. Dem ist jedoch gegenüberzuhalten, dass die Existenz Haitis lediglich der Vertreibung der Kolonialherren zu danken ist und alleine in New York doppelt so viele Haitianer leben wie in ganz Frankreich. Als Dominique de Villepin 2004 unter dem Schutz der UN nach Haiti reiste, war er der erste französische Amtsträger, der seit dem Sklavenaufstand vor 200 Jahren haitianischen Boden betrat. Die “Grande Nation” mag eng mit einigen ehemaligen Kolonien verbunden sein, Haiti gehört sicherlich nicht dazu.

    Sprücheklopfer


    Vier Stunden, nachdem die Ausmaße des Erdbebens bekannt waren, setzten die USA einen Flugzeugträger mit 19 Hubschraubern, ein Lazarettschiff und ein Landungsschiff mit 3.500 Marines und 1.000 Sanitätskräften in Marsch. Noch am gleichen Tag stellte Präsident Obama stolze 100 Millionen US$ für die Soforthilfe zur Verfügung. Zur gleichen Zeit drückte die neue EU-Außenministerin Baroness Ashton – wer kennt die Dame überhaupt? – ihr Bedauern aus, um kurz danach die Bereitstellung von drei Millionen Euro bekanntzugeben und den gelangweilten Journalisten zu erzählen, dass die EU nun ihren Repräsentanten in der Dominikanischen Republik nach Haiti schickt, von wo aus er einen Bericht verfassen soll, auf dessen Basis man weitere Maßnahmen diskutieren will.

    Ähnliches spielte sich bereits nach der Tsunami-Katastrophe zu Weihnachten 2004 ab. Während die EU zu einer dreiminütigen Schweigepause aufrief, drei Millionen Euro Soforthilfe bereitstellte und alles weitere auf einer Geberkonferenz besprechen wollte, die zwei Wochen später in Jakarta stattfinden sollte, setzten die USA gleich zwei Trägergruppen mit 20 Hilfsschiffen und 90 Hubschraubern in Marsch und starteten in Koordination mit Australien, Indien und Japan die Soforthilfen. Während die EU debattiert, sondiert und plant, sind die Amerikaner mit massivem Material bereits vor Ort. Egal, was man von den USA halten mag ? bei internationalen Großkatastrophen ist ihr Einsatz nun einmal alternativlos, zumal kein anderes Land über derlei Mittel verfügt. Wie stellt sich Frankreich eigentlich eine europäische Hilfsaktion für Haiti vor?

    Neben den Amerikanern und den NGOs sind ? worüber hierzulande nicht berichtet wird ? auch massiv Hilfskräfte aus den lateinamerikanischen Staaten im Einsatz. Kuba hat bereits 400 Ärzte vor Ort und will weitere 1.000 Ärzte auf die Nachbarinsel entsenden. Auch Venezuela will sich solidarisch zeigen und zwei “Hilfsbrigaden” entsenden ? dabei wird es spannend, ob die Amerikaner venezolanische Militärs an ihrer Seite dulden werden. Auch das bitterarme Bolivien hat bereits Hilfe angekündigt. Querschüsse kommen derweil vom nicaraguanischen Präsidenten Ortega, der von einem “manipulierten Drama” spricht, das dazu diene, “amerikanische Truppen” auf Haiti zu stationieren – Wasser auf die Mühlen der weltweiten Verschwörungstheoretiker.

    Wer hilft, hat recht?

    Selbstverständlich ist der bloße Umstand, dass die USA als erstes vor Ort sind und die Mittel haben, Hilfe zu leisten, kein Freibrief. Schließlich haben sie selbst beim Hurrikan Katrina ganz vortrefflich unter Beweis gestellt, dass auch die einzig verbliebene Supermacht bei Naturkatastrophen maßlos überfordert und ihr Katastrophenmanagement im wahrsten Sinne des Wortes katastrophal ist. Auch bei den Hilfsaktionen in Haiti verfolgen die USA eine Strategie, die nicht jedermann teilt. Priorität haben demnach nicht etwa medizinische Hilfslieferungen, sondern Wasser und Nahrung ? oberste Priorität indes hat für die USA das militärische Personal, das nötig ist, die Hilfsgüter zu verteilen und dabei Sicherheit zu gewährleisten. Ginge es nach den Europäern und einigen NGOs, würde man das Material über den von den Amerikanern kontrollierten Flughafen einfliegen und von dort aus ohne jeglichen Schutz und ohne besondere Maßnahmen an die Helfer vor Ort weiterverteilen. Hinter dieser pragmatischen Frage steht jedoch eine philosophische Frage ? ist der Mensch edel, hilfreich und gut oder ist er in Extremsituationen “des Menschen Wolf”?

    Die Geschichte Haitis mit all seinen Gangs und anarchischen Gewaltausbrüchen lässt hier Zweifel entstehen, ob das positive Menschenbild der Europäer der Notsituation angemessen ist. Es könnte den Helfern ergehen wie weiland dem amerikanischen Fallschirmspringer-Korps, das im Zweiten Weltkrieg irrtümlich und hinter der Frontlinie unter dem Jubel der Bevölkerung die Stadt Eindhoven “befreite”. Ohne eine wie auch immer gewährleistete Sicherheit werden die Helfer nur schwer die Hilfsbedürftigen erreichen. Schon heute werden Wasserflaschen auf den Straßen von Port-au-Prince von Gangmitglieder für 6 US$ verkauft. Wenn man will, dass auch Alte, Kinder, Frauen und Verletzte die Hilfsgüter bekommen, kann man sie nicht wahllos über dem Katastrophenbiet abwerfen. Doch die nötigen Strukturen, um eine ordentliche Verteilung der Hilfsgüter zu gewährleisten, können im momentanen Chaos nun einmal nur Soldaten sicherstellen ? und da die UN weder Strukturen vor Ort noch die nötigen Nachschubmöglichkeiten hat, müssen halt die Marines diese Aufgabe übernehmen. Es ist ja schön, wenn amerikanische Soldaten einmal etwas Sinnvolles tun.

    Nach der Hilfe ist vor der Hilfe

    In einigen Monaten wird die Soforthilfe abschlossen sein und dann wird sich zeigen, wie selbstlos die Hilfe der Amerikaner gewesen ist. Sobald die Lage es zulässt, muss die Verantwortung Schritt für Schritt an die UNO abgegeben werden. Der Wiederaufbau des Landes und der Aufbau staatlicher Strukturen sind UN-Sache und keine Aufgabe der Amerikaner. Die MINUSTAH hat hier bereits unter brasilianischer Federführung Erfahrungen sammeln können und ihre Sache summa summarum auch gut gemacht. Die Kernfrage, um die es auch heute schon geht, ist die, ob Obama es mit seinem Versprechen, amerikanische Außenpolitik stärker international einzubinden, ernst meint, oder ob er die Katastrophe von Haiti nutzt, um ganz nach der Methode, die Naomi Klein als “Schock-Strategie” beschrieben hat, sich ein neoliberales Paradies vor der Haustür zu formen. Die Amerikaner – und wahrscheinlich nur die Amerikaner – können eine adäquate Soforthilfe leisten. Danach muss Haiti jedoch wieder der internationalen Verantwortung übergeben werden.

    In den USA gibt es jedoch bereits Begehrlichkeiten. Die neokonservative “Heritage-Foundation” gibt bereits die Losung aus, Haiti als Bollwerk gegen den modernen Sozialismus lateinamerikanischer Prägung auszubauen, während der neokonservative Vordenker William Kristol die Katastrophe ausnutzt, um Obama von der angedrohten Kürzung des Rüstungsbudgets abzubringen ? schließlich könnte man nur Flugzeugträger und Soldaten zur Hilfe entsenden, wenn man davon auch genügend hat. Aus dem Rahmen fallen lediglich die erzreaktionären Radio-Hosts Limbaugh und Robertson. Letzterer erklärte die Katastrophe zu einer gerechten Strafe Gottes für die Abschaffung der Sklaverei und den Aufstand gegen die Kolonialherren vor 200 Jahren.

    Ayiti pa fini!

    Was Haiti braucht, ist eine Art Marschallplan. Neben dem Schuldenerlass muss ein internationaler Aufbaufonds gegründet werden, der das Land komplett erneuern kann. Neben der Strom- und der Wasserversorgung müssen das komplette Gesundheits- und Bildungssystem und die gesamte staatliche Verwaltung, inklusive der Polizei, neu aufgebaut werden. Bei einem Land mit 10 Millionen Einwohnern ist dies ein sehr teures Unterfangen, das nur international gelöst werden kann. Kuba wäre sicher bereit, gegen einen kleinen Obolus Ärzte und Lehrer auszubilden, auch wenn es da eine kleine Sprachbarriere gibt ? mit solchen Fortbildungen hat Kuba jedenfalls Erfahrung. Für einen Aufbau der Polizei kämen auch deutsche Behörden in Frage ? man muss ja nicht in ein Land einmarschieren, um dessen Polizeikräfte zu schulen. Auch Deutschland hat diesbezüglich Know-how und die Mittel. Da Haiti noch nicht einmal die Gehälter für Krankenschwestern, Polizisten und Richter bezahlen kann, müsste der Aufbaufonds auch diese laufenden Kosten über viele Jahre tragen. Der Ökonom Jeffrey Sachs schätzt die Kosten für diese Maßnahmen auf rund zwei bis drei Milliarden Dollar pro Jahr. Mit einem bunten Spendenabend im ZDF ist es also nicht getan.

    Für den wirtschaftlichen (Wieder-)Aufbau kämen vor allem die Chinesen in Frage. Eine moderne Fertigung zu relativ günstigen Löhnen im Vorgarten der USA? Dass die Chinesen binnen kürzester Zeit ganze Fabriken – in Einzelteile zerlegt, mit Containern transportiert – in Entwicklungsländern aufbauen können, haben sie bereits in Liberia bewiesen. Nur wenn die Haitianer eine materielle Basis bekommen, können sie künftig einen echten Staat aufbauen. Dabei können auch die USA helfen, indem sie “illegalen” Haitianern in den USA eine Generalamnestie und eine Arbeitserlaubnis geben ? rund ein Viertel des nationalen Einkommens Haitis besteht aus Transferleistungen von Haitianern im Ausland. Wichtig wäre ferner ein Wiederaufbau des Agrarsektors ? es darf keine andauernden Lebensmittelhilfen geben, da dieses Ziel ansonsten nie erreicht werden kann. Alternativ könnte der Wiederaufbaufonds die Ernte der haitianischen Bauern zu einem angemessen Marktpreis aufkaufen und sie in sein Hilfsprogramm integrieren. Es gibt einiges zu tun ? die Welt darf ihren Blick nicht nach der Katastrophe erneut von Haiti abwenden. Tut sie es doch, wird die Insel sich nie von ihrem tragischen Schicksal befreien können.

    Jens Berger

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    121 Kommentare:

    1. Ingo schrieb am 19. Januar 2010 at 19:28 - Permalink

      Mir tun die Menschen dort leid, aber das Deutschland jetzt Millionen an Steuergelder reinpumpt, finde ich zum kotzen. Sollen da mal die Nachbarländer helfen! Hat eigentlich jemand den deutschen Michel gefragt, ob er dort helfen will? Würde mich auch nicht wundern, wenn demnächst einer unserer “Volksvertreter” auf den Trichter kommt, doch 50.000 Neger (nicht abwertend gemeint) bei uns zu alimentieren. Wir haben’s ja.

    2. Sukram71 schrieb am 19. Januar 2010 at 19:47 - Permalink

      @ Ingo

      Im Artikel steht ausführlich, wie sehr die Nachbarländer helfen. Selbst welche, die’s nicht haben, wie wir.
      Ansonsten finde ich deinen Kommentar schon relativ stark zum kotzen. Wir zahlen unsere kleine Mini-Hilfe wirklich aus der Portokasse bzw. Notfallfond. Dafür zahl ich meine Steuern gerne. Und keine Angst – es werden keine 50.000 “Neger” kommen. Da kannste sehr sicher sein. Wir nehmen ja nicht mal ne Hand voll Uriguren aus Guantanamo. Wie kann man überhaupt auf so ne Idee kommen?

    3. name (der falsche) schrieb am 19. Januar 2010 at 19:47 - Permalink

      Die Hilfe der USA beschränkt sich darauf, Soldaten ins Land zu schicken und den Flughafen zu besetzen, um Amerikaner ausfliegen zu lassen – den Haitianern wird dabei nicht geholfen. Die Hilfslieferungen, die sich seit Tagen stapeln oder erst gar nicht ins Land kommen, weil die Flugzeuge keine Landeerlaubnis erhalten, liegen schön in der Sonne rum; Hilfsorganisationen fordern, dass diese schnell und unbürokratisch verteilt werden. Das Ziel der USA/UN ist es jetzt jedoch ersteinmal “Bürokratie” zu installieren. Ein Verwaltungsapparat, den keiner braucht, keiner will. Solange verdursten und verhungern die Menschen dort. Und die Hilfsorganisationen können nichts tun.

      Und welchen Zweck hat es, die Insel mit Soldaten zu besetzen und Flugzeugträger dorthin schippern zu lassen? Die Schiffe brauchen Tage dorthin und sind, wie man nun sieht, zur Hilfe vollkommen nutzlos. Es wurde keine Nahrung und Wasser aus den USA geschickt. Stattdessen solarbetriebene Bibeln! Sollen die gegessen werden?

      Die USA hat nichts gelernt aus Katrina; es heißt immer noch “Blackwater before drinking water”.

    4. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 19:48 - Permalink

      @Ingo

      Auch wenn es Dir nicht passt, es gibt so etwas wie “internationale Verantwortung”, in der wir – vollkommen zu recht – stehen.

    5. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 19:56 - Permalink

      @3 name (der falsche)

      Die Hilfe der USA beschränkt sich darauf, Soldaten ins Land zu schicken und den Flughafen zu besetzen, um Amerikaner ausfliegen zu lassen ? den Haitianern wird dabei nicht geholfen.

      Da spricht anscheinend die komplette Verwirrtheit eines uninformierten – dafür aber stramm antiamerikanischen – Geistes aus Dir ;-)

      Die USA sind u.a. massiv mit der Fema vor Ort und verteilen auch bereits Hilfsmittel. Alles weitere steht im Text. Aber da ja nicht sein kann, was nicht sein darf, interessieren Dich derlei “Kleinigkeiten” ja sicher nicht.

      Die Hilfslieferungen, die sich seit Tagen stapeln oder erst gar nicht ins Land kommen, weil die Flugzeuge keine Landeerlaubnis erhalten, liegen schön in der Sonne rum; Hilfsorganisationen fordern, dass diese schnell und unbürokratisch verteilt werden

      Die liegen nicht nur in der Sonne rum, sondern werden zumeist über die Dominikanische Republik auf dem Landweg eingeführt. Bei begrenzten Kapazitäten müssen nun einmal Prioritäten gesetzt werden. Und “unbürokratisches” verteilen ist ja wohl eine Lachnummer.

      Und welchen Zweck hat es, die Insel mit Soldaten zu besetzen und Flugzeugträger dorthin schippern zu lassen?

      Lass mich raten – es hat etwas mit Imperialismus, Faschismus oder gar Neoliberalismus zu tun?

      ie Schiffe brauchen Tage dorthin und sind, wie man nun sieht, zur Hilfe vollkommen nutzlos.

      So so ;-)

      Dann sollten die Helfer wohl in die Telefonzelle gehen und *schwuppdiwupp* als kryptonitgestählte Supermänner nach Haiti fliegen.

      Es wurde keine Nahrung und Wasser aus den USA geschickt.

      Blödsinn, aber was anderes aber ich da von Dir auch nicht erwartet.

    6. P@trick schrieb am 19. Januar 2010 at 20:01 - Permalink

      Würde mich auch nicht wundern, wenn demnächst einer unserer ?Volksvertreter? auf den Trichter kommt, doch 50.000 Neger (nicht abwertend gemeint) bei uns zu alimentieren. Wir haben?s ja.

      Doch das ist abwertend gemeint. Als eines der reichsten Länder der Welt haben wir bei weitem die Mittel entsprechende Hilfe zu leisten auch wenn das bedeuten würde eine Steuersenkung für ein entsprechendes Klientel zu verschieben.

      Klasse Artikel, Jens! Wie immer halt…

    7. name schrieb am 19. Januar 2010 at 20:04 - Permalink

      NR 3 bin ich nicht Jens! Keine Ahnung, wer da in False Flag Manier mit meinem gewählten “nick” unterwegs ist.

    8. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 20:06 - Permalink

      @7 name (der richtige)

      Ooops – Sorry, da hat sich wohl wer einen Spaß erlaubt.

    9. name schrieb am 19. Januar 2010 at 20:17 - Permalink

      Ja, wer weiß, wer dieser Spaßvogel ist…naja… Ansonsten sehr guter Artikel, und ich war mehr als wütend und schockiert, als ich die Summen gehört habe, die die Bundesregierung ursprünglich als Soforthilfte zu Verfügung gestellt hat, und unsere Regierung es nicht einmal möglich machte, die Hilfte der deutschen NGOs mit BW Flugzeugen einfliegen zu lassen.

      Momentan haben eigentlich fast alle Staaten, vor allem die südamerikanischen Staaten und USA bis jetzt schnell und richtig reagiert. Was die Zuknuft von Haiti betrifft, so ist eine Einbindung in gleichberechtige Wirtschaftsstrukturen zwingend. China wäre eine Variante dieser Form der Einbindung.

    10. Vogel schrieb am 19. Januar 2010 at 20:44 - Permalink

      @Jens

      Wichtig wäre ferner ein Wiederaufbau des Agrarsektors ? es darf keine andauernden Lebensmittelhilfen geben, da dieses Ziel ansonsten nie erreicht werden kann. Alternativ könnte der Wiederaufbaufonds die Ernte der haitianischen Bauern zu einem angemessen Marktpreis aufkaufen und sie in sein Hilfsprogramm integrieren.

      Gute Idee – und Du glaubst wirklich, dass der Argra-Industrielle-Komplex das zu lässt? Vielleicht auch noch das europäische Pendant in Afrika und beide gemeinsam in der Welt?
      Jens, bei aller Liebe: Selber fressen macht fett!

      Beste Grüße

    11. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 20:47 - Permalink

      @Vogel

      Gute Idee ? und Du glaubst wirklich, dass der Argra-Industrielle-Komplex das zu lässt?

      Ehrliche Antwort? Nein. Aber das wäre doch einmal eine “Schock-Strategie” im Einsatz des Guten. Aber wo kämen wir hin, wenn man nicht mehr träumen würde ;-)

    12. Thomas schrieb am 19. Januar 2010 at 21:05 - Permalink

      Danke (einmal mehr) für die gesammelten Hintergrundinfos.

    13. THE SHORTHAIR schrieb am 19. Januar 2010 at 21:14 - Permalink

      @Spiegelfechter
      … ein guter Artikel wie ich finde. Über die USA kann, darf und sollte sich jeder, auch in diesem Zusammenhang, seine eigene Meinung bilden. Ansonsten entsetzt mich der Beitrag (Betrag) der eigenen Regierung ebenfalls und “… eine Spendengala” allein wird es nicht tun!
      Die kubanische Hilfe finde ich beachtlich.
      Beste Grüße
      SHORTHAIR

    14. salvo schrieb am 19. Januar 2010 at 21:20 - Permalink

      interessanter Artikel, der aber, was die Hilfsleistung der USA teilweise in Widerspruch mit der Sicht einiger kritischer US-Quelle steht, zB hier. Vielleicht kennst Du den schon

      “Is the Haiti Rescue Effort Failing?”

      http://www.alternet.org/story/145226/is_the_haiti_rescue_effort_failing

      auf democracynow gibt es laufend aktuelle Berichte aus dem Land, zB hier Amy Goodman aus Pro-au-Prince

      http://www.democracynow.org/2010/1/19/haiti_is_shaken_to_the_core

      Ich habe miitlerweile Dutzende von Berichten aus US-kritischen Quellen darüber gelesen (ich will nicht weiter verlinken, bin zu müde und muss ins Bett), viele US-Progressiven sehen die Rolle des Westens im Allgemeinen, der USA im Besonderen, sehr kritisch

    15. egghat schrieb am 19. Januar 2010 at 21:23 - Permalink

      Danke für den tollen Artikel, der so viel mehr erklärt, als das, was man in vielen Qualitätsmedien so liest.

      Übrigens habe ich in meiner lokalen Zeitung schon ein verletztes Kind im Arm eines Venzolaners gesehen, wobei ich nicht sagen kann, ob das ein Armeemitarbeiter war. Es kann natürlich auch sein, dass der im Rahmen der UN-Mission schon länger vor Ort ist. Trotzdem: Venezuela scheint schon in Haiti zu helfen. (Unwichtiges Detail, aber trotzdem).

    16. nichtderechtename schrieb am 19. Januar 2010 at 21:28 - Permalink

      sorry für den namensklau

      Meine Kritik hat nichts mit Antiamerikanismus zu tun. Aber was zur Hölle nützen die Kriegsschiffe, die nun vor der Küste liegen?

      Die Menschen brauchen sofort Hilfe; nicht unzählige Soldaten aus irgendeiner Nation oder die Besetzung von irgendeiner Nation.

      China hat es geschafft innerhalb von 48h Spürhunde nach Haiti zu schicken – die Amis schicken erstmal ihre Kriegsschiffe, die eben Tage dorthin brauchen. Da kannst du dir deine Polemik auch sparan; der blinde Aktionismus von Obama ist keine Hilfe!

      Selbst Honore kritisiert das:

      ?I thought we had learned that from Katrina, take food and water and start evacuating people,? Honoré says. ?I think this will get better over the next couple days, but I thought we could have had a faster start.?

    17. Vogel schrieb am 19. Januar 2010 at 21:28 - Permalink

      @Jens
      Lass uns träumen … bis morgen … dann wird’s wieder ernst.

      Beste Grüße

      PS.: Du wirst doch wohl nich zum Hobbesianer? ;-)

    18. Possimist schrieb am 19. Januar 2010 at 21:58 - Permalink

      Beim Seebeben vor Indonesien haben sich die USA nicht mit Ruhm bekleckert, da der Flugzeugträgerverband erst 5 Tage nach dem Beben in Marsch gesetzt wurde. Da hagelte es damals selbst aus den privaten Medienanstalten Kritik. Der Verband lag vor Hongkong.

    19. monrol schrieb am 19. Januar 2010 at 22:07 - Permalink

      Ich meine gelesen zu haben, NICHT die Amerikaner, sondern Hilfe aus ISLAND und CHINA sei weit früher vor Ort gewesen.

      Und noch etwas habe ich gelesen:
      Weil Frau Clinton ausgerechnet dort eine Stipvisite machte, bekamen die aus der Luft ankommenden Hilfslieferungen während mehrer Stunden keine Landeerlaubnis und mussten in Nachbarländer umgeleitet werden!

      Aber kein Zweifel: Die US-Hilfen sind im Vergleich mit EU oder Deutschland grosszügig, sowie weitreichend und für die praktische Hilfe “vor Ort” unverzichtbar! Auch wenn 10.000 GI`s vielleicht Ordnung schaffen, aber kaum Ärzte und Pflegekräfte ersetzen können!

    20. Karl Heinrich schrieb am 19. Januar 2010 at 22:08 - Permalink

      Beeindruckender Artikel vom ever brilliant Tyler Cowen: Haiti: what’s at stake. Er meint, Haiti wird zentrales Projekt der Obama-Präsidentschaft. Und das amerikanische Volk wird ihn dabei wahrscheinlich im Stich lassen.

    21. chapultepec schrieb am 19. Januar 2010 at 22:37 - Permalink

      Spiegelfechter (Blogger)
      “…Der mit Clintons Hilfe ins Amt ?gewählte? Populist Aristide wurde mit Bushs Hilfe schließlich 2004 von marodierenden Gangs gestürzt…”

      Amy Goodman (alternativer Nobelpreisträgerin 2008)
      “…AMY GOODMAN: Did he describe how he was taken out? We had heard reports in Haiti that he was taken out in handcuffs. Did he?

      MAXINE WATERS: No he did not say he was taken out in handcuffs. He simply said that they came led by Mr. Moreno followed by the marines and they said simply ?you have to go!? You have no choice, you must go and if you don?t you will be killed and many Haitians will be killed. We are planning with Mr. De filliped to come into Puerto Rico. He will not be alone he will come with American military and you will not survive, you will be killed. You?ve got to go now!…”
      http://i2.democracynow.org/2004/3/1/exclusive_breaking_news_br_president_aristide

      “…RANDALL ROBINSON: The president called me on a cell phone that was slipped to him by someone?he has no land line out to the world and no number at which he can be reached. He is being held in a room with his wife and his sister?s husband, who happened to be at the house at the time that the abduction occurred. The soldiers came in to the house and ordered them to use no phones and to come immediately. They were taken at gunpoint to the airport and put on a plane. His own security detachment was taken as well and put in a separate compartment of the plane. The president was kept with his wife with the soldiers with the shades of the plane down and when he asked where he was being taken, the soldiers told him they were under orders not to tell him that. He was flown first to Antigua, which he recognized, but then he was told to put the shades down again. They were on the ground there for two hours before they took off again and landed six hours later at another location again told to keep the shades down. At no time before they left the house and on the plane were they allowed to use a phone. Only when they landed the last time were they told that they were in the Central African Republic. (…). The president asked me to tell the world that it is a coup, that they have been kidnapped. That they have been abducted. I have put in calls to members of congress asking that they demand that the president be given an opportunity to speak, that he be given a press conference opportunity and that people be given an opportunity to reach him by phone so that they can hear directly from him how he is being treated. But the essential point is clear. He did not resign. He was taken by force from his residence in the middle of the night, forced on to a plane, and taken away without being told where he was going. He was kidnapped. There?s no question about it.

      AMY GOODMAN: How does he actually know, Randall Robinson, how does president Aristide know that he is in the Central African Republic?
      http://i2.democracynow.org/2004/3/1/randall_robinson_aristide_says_tell_the

      RANDALL ROBINSON: He was told that when he arrived. As a matter of fact there was some official reception of officials of that government at the airport when he arrived. But, you see, he still had and continues to have surrounding him American military…”

    22. Lago schrieb am 19. Januar 2010 at 22:58 - Permalink

      Ich meine gelesen zu haben, NICHT die Amerikaner, sondern Hilfe aus ISLAND und CHINA sei weit früher vor Ort gewesen.

      Wobei das bei beiden Ländern nur sehr wenige, dafür aber vor allem gut ausgebildete Erdbeben-Bergungspezialisten waren. In der Größenordnung, in der die USA Helfer entsendet haben, kann das Island aber nicht, und China fehlt – mal von der unmittelbaren Erdbebenfolgenbehebung abgesehen jegliche Erfahrung …

    23. Gebintit schrieb am 19. Januar 2010 at 23:07 - Permalink

      Dank an Salvo für die Links. Sehr zu empfehlen!
      (http://www.democracynow.org/2010/1/19/haiti_is_shaken_to_the_core)

    24. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 23:10 - Permalink

      @Salvo

      Der Widerspruch zu den progressiven US-Medien, die ich idT mehrheitlich in die “Recherche” einbezogen haben, ist gar nicht so groß. Außer Kritik an Details, geht es ihnen – summa summarum – auch vor allem darum, die Verantwortung beizeiten (!) an die UN abzugeben und daraus keine Obama-Show mit humanitären Protektorat zu machen, von der die Haitianer nicht viel haben.

    25. Sukram71 schrieb am 19. Januar 2010 at 23:10 - Permalink

      @ 16 nichtderechtename

      Meine Kritik hat nichts mit Antiamerikanismus zu tun. Aber was zur Hölle nützen die Kriegsschiffe, die nun vor der Küste liegen?

      Auf den Schiffen sind die Soldaten, die Hubschrauber und das Gerät, mit denen Hilfsgüter verteilt, Straßen geräumt, Lazarette eingerichtet werden können. Funkgeräte und mobile Technik, mit denen ein zerstörter Flughafen auf die Schnelle wieder in Betrieb genommen werden kann. Sowas hat eben nur das Militär mobil und in Masse.

      Die Menschen brauchen sofort Hilfe; nicht unzählige Soldaten aus irgendeiner Nation oder die Besetzung von irgendeiner Nation.

      Auch Soldaten können Trümmer wegräumen, Straßen freimachen, Hilfe verteilen, Verletzte versorgen. Sogar dort, wo das Zivilisten nicht mehr möglich ist. Weil sogar unter Beschuss. Das Militär ist darauf ausgelegt, auch noch unter Extremstumständen handlungsfähig zu sein, wo andere das nicht können. Vielleicht nicht so gut wie richtige Helfer, dafür haben die mehr Gerät und Mittel und bleiben auf Befehl auch, wenn es zu gefährlich wird.

      Jetzt ist schnelle Hilfe notwendig. Das ist ohne “besetzen” wohl kaum möglich.
      Das ist im Moment einfach völlig nachrangig.

    26. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 23:14 - Permalink

      @nichtdername

      Meine Kritik hat nichts mit Antiamerikanismus zu tun. Aber was zur Hölle nützen die Kriegsschiffe, die nun vor der Küste liegen?

      - Basis für Helikopter, mit denen Hilfsgüter etc. pp transportiert werden
      - logistische Planungzentrale
      - Lazaretts (v.a. die speziellen Lazarettschiffe sind hier zu nennen)
      - Koordination
      usw. usf.

      Die Menschen brauchen sofort Hilfe; nicht unzählige Soldaten aus irgendeiner Nation oder die Besetzung von irgendeiner Nation.

      Sicher – aber es kaum jemanden geholfen, die Hilfe planlos in die Meute zu schmeißen. Vor allem ist dies der sicherste Weg, dass die Hilfe eben nicht bei denen ankommt, die es am nötigsten haben.

    27. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 23:15 - Permalink

      @Vogel

      PS.: Du wirst doch wohl nich zum Hobbesianer? ;-)

      War ich doch schon immer, weißt Du doch ;-)

    28. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2010 at 23:20 - Permalink

      @monrol

      Ich meine gelesen zu haben, NICHT die Amerikaner, sondern Hilfe aus ISLAND und CHINA sei weit früher vor Ort gewesen.

      Oh – viele Länder haben sehr früh einzelne Hilfstrupps geschickt. Auch das THW war sehr schnell vor Ort.

      Es ist allerdings etwas anderes, eine Suchhundestaffel oder eine mobile Wasseraufbereitungsanlage in das Krisengebiet zu tranportieren, als schweres Räumgerät, ganze Lazarette oder Tausende Tonnen von Hilfsmitteln, die vor allem im Land noch sinnvoll weiterverteilt werden müssen.

      Weil Frau Clinton ausgerechnet dort eine Stipvisite machte, bekamen die aus der Luft ankommenden Hilfslieferungen während mehrer Stunden keine Landeerlaubnis und mussten in Nachbarländer umgeleitet werden!

      Das stimmt eingeschränkt – zumindest nach meinen Quellen. Über Stunden konnte niemand landen, weil sich auf dem Flughafen die Ladungen stapelten und nicht weitertransportiert werden konnten, da die Distributionswege noch nicht freigeräumt waren. Ein Fehler, klar – aber in diesem Chaos vielleicht entschuldbar.

      Aber kein Zweifel: Die US-Hilfen sind im Vergleich mit EU oder Deutschland grosszügig, sowie weitreichend und für die praktische Hilfe ?vor Ort? unverzichtbar! Auch wenn 10.000 GI`s vielleicht Ordnung schaffen, aber kaum Ärzte und Pflegekräfte ersetzen können!

      Richtig – nur dass Ärzte und vor allem die Hilfsmittelverteiler leider ohne Soldaten wohl ihren Dienst nicht machen können. Zumindest ist dies die beinahe einhellige Aussage der NGOs vor Ort.

    29. Sukram71 schrieb am 19. Januar 2010 at 23:29 - Permalink

      Hoffentlich endet das nicht, wie damals in Somalia.
      Aber das ist, glaub ich, nicht so ganz vergleichbar.
      (Außer dass Soldaten zum Lebensmittelverteilen gebraucht werden.)

      Übrigens: Klasse Artikel. n8

    30. Dumpfbacke schrieb am 19. Januar 2010 at 23:40 - Permalink

      Staaten sind keine Helfer im Sinne zwischenmenschlichen Einstehens füreinander. Es spielen IMMER Machtelemente in den Überlegungen eine Rolle.

      Wenn die USA 100 Millionen Hilfe versprechen, stellt sich die Frage wie abgerechnet wird. Sind zwei Flugzeugträger ohne Besatzung und sonstige Einsätze da mit drin? Dann sind das schon 20 – 30 Millonen Dollar in nur einem Monat.
      Rechnen wir noch das Personal dazu, einen Monat ca. 12.000 Marines, die Helikopter, Flugzeuge, Sicherungsanlagen, Verpflegung fürs Personal, medizinische Kosten blabla …

      Also ums klar zu sagen: Das sind Kosten, die den USA sowieso entstehen würden, weil sie dieses Material und die Männer sowieso schon haben. Kann man dann davon ausgehen das solche Rechenkünste diesen Hilffond aufplustern, oder nicht?

      Wenn also von 100 Millionen erstmal solche Kosten abgerechnet werden müssten (das weiß ich nicht, ich vermute es aber) sollte darauf hingewiesen sein. 100 Millionen für Hilfsgüter wären eine andere Dimension als sich 40 Millionen fürs herumschippern in der Gegend arbeiten und sowieso anfallende Kosten dann als Hilfsfond zu deklarieren. Gehen wir in meinem Beispiel von 2 Monaten Einsatz aus, Kosten in Dimensionen von 80 Millionen nur für Mann Material und Betriebskosten des Rettungsgeschwaders! Dann wäre der Hilfsfond schon bedeutend kleiner …. aber mit der Zahl hätte es dann weniger Imagegewinn.

      Versteht mich nicht falsch, ich will das nicht behaupten, den Einsatz schmälern, sondern die Frage einfach mal in den Raum werfen, wie sich solche horrenden Zahlen denn zusammensetzen.
      Ich will auch darauf aufmerksam machen, das es hier um Dinge und Dimensionen, Motivationen geht, die nichts mit humaner Hilfeleistung zu tun haben. Wenn sich Staaten und Staatenlenker einsetzen, dann haben sie ihre Gründe dafür. Und diese haben mit Machtgewinn oder Machterhalt zu tun, bzw. dient einfach der Stärkung der eigenen Position.
      Darauf geht ja der Artikel schon ein, mir nur nicht deutlich genug.

      Ich kanns nicht leiden, wenn jemand sich als Helfer darstellt aber es ihm gar nicht darum geht zu helfen, sondern andere Ziele für sein Handeln ausschlaggebend sind.
      Den Geholfenen mag das einerlei sein, es geht genau nicht darum dies zu vergessen, sondern darum die Lobhudelei, einzudämmen und an die Verlogenheit von Staaten und Staatslenkern zu erinnern.

    31. vince schrieb am 19. Januar 2010 at 23:49 - Permalink

      Warten wir mal ab wieviel sich von Deinem Artikel dann tatsächlich bewahrheitet und ob man Mitte des Jahres erste Verbesserungen der humanitären Sitation und vor allem der Infrastruktur in Ansätzen erwarten darf.

    32. Sukram71 schrieb am 19. Januar 2010 at 23:51 - Permalink

      @ 30 Dumpfbacke

      Ich kanns nicht leiden, wenn jemand sich als Helfer darstellt aber es ihm gar nicht darum geht zu helfen, sondern andere Ziele für sein Handeln ausschlaggebend sind.

      Wer hilft verdient Respekt.

      Den Geholfenen mag das einerlei sein …

      Und zwar genau deshalb.

      Alles andere ist auch reine Auslegungssache. Wo könnte man einer Weltmacht wie den USA denn keine eigenen Interessen nachsagen? Auf dem Mond? Selbst da gibt es Rohstoffe und strategisches Interesse.

      Wenn sich Staaten und Staatenlenker einsetzen, dann haben sie ihre Gründe dafür. Und diese haben mit Machtgewinn oder Machterhalt zu tun, bzw. dient einfach der Stärkung der eigenen Position.

      Das sind völlige Selbstverständlichkeiten, die man akzeptieren oder sich in den ewigen Schmollwinkel zurückziehen kann. Das schwört sogar fast jeder Staatenlenker, wenn er ernannt wird, auf die Bibel.

    33. Martin schrieb am 20. Januar 2010 at 00:14 - Permalink

      Selbst aus venezolanischen Kreisen war sehr laute Kritik zu vernehmen, dass die Amerikaner in derart großer Zahl auf Haiti rumlaufen. Aber wen wundert das? Bei dem Verhältnis, was die beiden Länder haben. Dass sie ihr Möglichstes tun, unterstelle ich jetzt mal. Auch wenn mir die Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft bei den Amerikanern komisch vorkommt. Ist es nicht so, dass in New Orleans immer noch ganze Straßenzüge so aussehen, wie kurz nach dem Hurrikan “Katrina”?

      Zum Artikel: Ich bin mal so naiv und möchte sagen, dass es doch möglich sein muß, dass die Staatengemeinschaft ein recht überschaubares Land, mit nicht allzu viel Einwohnern, nach dieser Katastrophe insgesamt wieder auf die Füße bekommt. Aber ich kenne auch das Buch von Naomi Klein, und deswegen würde es mich nicht wundern, wenn dort in einigen Jahren touristische Paradiese entstehen, die von westlichen Hotelketten betrieben werden. Und die Landbevölkerung in die Röhre guckt.

    34. John Dean schrieb am 20. Januar 2010 at 01:30 - Permalink

      Spiegelfechter, der “bunte Spendenabend” im ZDF war doch gar nicht so übel. Rund 20 Mio Euro – an einem Abend. Wenn man sich nun insgesamt 7 solche Spendenabende vorstellen würde, dann wären damit immerhin schon 10 Prozent des jährlichen Bedarfes aufgetrieben.

      Und zwar von privaten Spendern eines einzigen (garnicht mal so übermäßig wohlhabenden) Landes – uns.

      Ich will damit einfach verdeutlichen, dass das garnicht mal so wenig ist, jedenfalls wenn man sich vorstellt, dass es derartige “bunten Spendenabende” rund um die Welt gibt, dazu noch andere Hilfs- und Spendenaufrufe und die nationalen und übernationalen Regierungen.

      Wie auch immer – mag ich ein Detail leicht anders bewerten, ich bedanke mich bei dir für deinen Artikel, Spiegelfechter! Vielleicht (Anregung!) schaffst du es, einen weiteren Artikel zur Hilfe Lateinamerikas zu verfassen.

      Ich würde mich sehr freuen!!

    35. Truvor schrieb am 20. Januar 2010 at 01:44 - Permalink

      http://www.eastwest-review.com/article/kto-nazhivaetsya-na-tragedii-v-gaiti

    36. Truvor schrieb am 20. Januar 2010 at 04:31 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Jens, sieh mal das http://www.inoforum.ru/inostrannaya_pressa/svoboda_kakoj_my_eyo_vidim/ an.

      Gratuliere !

    37. andreas_fecke schrieb am 20. Januar 2010 at 07:40 - Permalink

      Respekt. Der beste Artikel, den ich über Haiti gelesen habe, einer, der im Grunde genommen alle vorhirugen und kommenden erübrigt: umfassend, kompakt, kritisch, entschlossen, kompromißlos auf der Seite der Menschen, sogar wenn die USA mal auch Lob zu bekommen haben, unideologisch, wegweisend (auch für Blogartikel). Bravo!

    38. AK schrieb am 20. Januar 2010 at 07:46 - Permalink

      @Truvor(37): Kannst du auch vom Russischen ins Deutsche übersetzen? Das wäre echt klasse, denn deine Links sind sicher interessant, aber ohne Wörterbuch versteh ich nur die Hälfte..

    39. Sukram71 schrieb am 20. Januar 2010 at 08:35 - Permalink

      Wie kann man denn hier irrelevante Kommentare anzeigen lassen?

      Wenn ich drauf klicke, dann springt das Bild nur nach oben.
      Irgendwas scheint auch mit dem Link nicht zu stimmen.

      (Als “irrelevant markiert”, damit nur Leute antworten, die wissen wie es geht. :D)

    40. Joey schrieb am 20. Januar 2010 at 08:35 - Permalink

      da kann ich mich herrn fecke nur anschliessen! ????????????

    41. Sukram71 schrieb am 20. Januar 2010 at 08:44 - Permalink

      ???????????? = Dieser Artikel ist wirklich sehr interessant! (Google)

      Stimmt. kann mich auch nur anschließen. ?????????

    42. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 09:16 - Permalink

      @30 Dumpfbacke

      Das ist sicher eine gute Frage. Da wird man sicher noch einmal nachhaken müssen, für mich sieht die Sache aber anders aus:

      The $100 million investment will finance “lifesaving equipment, food, water and medicine that will be needed,” Obama said. “This investment will grow over the coming year as we embark on the long-term recovery from this unimaginable tragedy.”

    43. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 09:53 - Permalink

      @chapultepec

      Ich verstehe nicht so ganz, was Du eigentlich sagen willst. Ob Aristide “geflohen” ist, oder von amerikanischen Militärs ausgeflogen wurde, ist umstritten. Für erstere Variante sprechen die Schilderungen der Amerikaner, für letztere die Schilderungen Aristides – beide Quellen sind unglaubwürdig und ich maße mir gar nicht an, hier die “Wahrheit” kennen zu wollen. Aber darum geht es offensichtlich ja auch nicht, da ich mich um diese Bewertung im Text ja “gedrückt” habe. Ich schreibe lediglich, dass Aristide mit Bushs Hilfe von Gangs gestürzt wurde – daran gibt es m.W. auch keine Zweifel. Oder siehst Du das anders?

    44. Outlook schrieb am 20. Januar 2010 at 10:59 - Permalink

      Diese Meldungen verdichten sich:
      http://www.youtube.com/user/RussiaToday#p/u/3/k15b-jHbVoE

      Humanitäre Interventionen der USA sind nach dem Ost-West-Konflikt immer zu hinterfragen.
      Somalia, Kosovo, Irak, Afghanistan, Georgien, Ukraine, Gaza(?) etc.
      FullSpektrumDominace!!

      Warum soll den USA in Haiti etwas gelingen, was ihnen in Afghanistan nicht gelingt?
      Durch die räumliche Nähe?
      Warum haben die USA dann Haiti zum Armenhaus Lateinamerikas werden lassen?
      Das müssen sich Obama, Clinton und Bush fragen lassen.
      Warum diese PR-Show?
      Medizin und Krieg sind oftmals fließend. Die Geschichte hat genug Beispiele.

      Sicherlich müssen die Amerikaner ihren Militärapparat beschäftigen.
      Wenn sie dabei im Sinne des Völkerrechts handeln, ist das Klasse.

      Die US-Armee ist aber heute immer noch in Deutschland.

      Sollten die Amerikaner das Land tatsächlich besetzt halten, haben sie noch eine Baustelle mehr.
      Wie viel Baustellen verträgt der Dollar noch?

    45. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 11:41 - Permalink

      @Outlook

      Diese Meldungen verdichten sich:
      http://www.youtube.com/user/RussiaToday#p/u/3/k15b-jHbVoE

      Wieso verdichten? Das ist a) nicht neu und b) widerspricht der Aussage des Artikel in keinem Punkt.

      Humanitäre Interventionen der USA sind nach dem Ost-West-Konflikt immer zu hinterfragen.
      Somalia, Kosovo, Irak, Afghanistan, Georgien, Ukraine, Gaza(?) etc.
      FullSpektrumDominace!!

      Blödsinn – lediglich das Beispiel Somalia ist halbwegs vergleichbar. Der Rest ist blanker Unsinn.

      Warum soll den USA in Haiti etwas gelingen, was ihnen in Afghanistan nicht gelingt?

      Weil u.U. den Haitianern an dem Aufbau des Landes gelegen ist?

      Warum haben die USA dann Haiti zum Armenhaus Lateinamerikas werden lassen?

      Sicher – die lateinamerikanische Außen- und Wirtschaftspolitik der USA ist zu kritisieren. Aber was hat das mit der Nothilfe zu tun?

      Warum diese PR-Show?

      Tue Gutes und sprich darüber – ein uraltes US-Motto. Allerdings ist das weltweit nicht anders – Politiker halten nicht viel von Altruismus, dafür umso mehr von Utilitarismus.

      Die US-Armee ist aber heute immer noch in Deutschland.

      Auf Wunsch der deutschen Regierung. Die Niederlande, Großbritannien und Frankreich sind auch militärisch in Deutschland präsent und Belgien ist erst vor wenigen Jahren abgezogen.

      Wie viel Baustellen verträgt der Dollar noch?

      Einige – zumal das Geld ja auch wieder zurückfließt.

    46. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 11:54 - Permalink

      @Sukram71

      Yep – das Plugin hat leider einen Fehler. Es zeigt die Kommentare nur korrekt an, wenn man mit Admin-Rechten eingeloggt ist, weshalb ich das auch lange nicht gemerkt habe. Der Autor des Plugins hat angekündigt, in den nächsten Tagen eine neue Version zu veröffentlichen. Bis dahin warte ich noch ab. Sollten sich diese Fehler nicht beheben lassen, muss ich mir wohl eine Alternative ausdenken.

    47. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 11:59 - Permalink

      @John Dean

      Wie auch immer ? mag ich ein Detail leicht anders bewerten, ich bedanke mich bei dir für deinen Artikel, Spiegelfechter! Vielleicht (Anregung!) schaffst du es, einen weiteren Artikel zur Hilfe Lateinamerikas zu verfassen.

      Ich würde mich sehr freuen!!

      Eine gute Idee, wie ich finde. Ich werde dem heute mal nachgehen. Allerdings sehe ich da gewisse Probleme, bei der Bewerung der Quellen. Mein Spanisch ist nicht existent und Lateinamerikaportale auf Englisch und Deutsch sind meist sehr subjektiv. Schaun mer mal ;-)

    48. heinzi schrieb am 20. Januar 2010 at 12:07 - Permalink

      Die Frage der Hilfe in Katastrophen hinterläßt die Frage, wieso nicht bei der alltäglichen Katastrophe des Kapitalismus geholfen wird?

      Täglich sterben Menschen weil sie keine Medikamente haben, kein Dach über dem Kopf, oder weil sie für die Rohstoffsicherung aus dem Weg bleiben müssen. Regionen sind verunsichert, weil die Stellvertreterkonflikte heute in Rohstoffzonen stattfinden und sich Staaten gegenseitig auszuboten versuchen.

      Humanitäre Hilfe für diese Welt wäre einzig die Abschaffung des Kapitalismus, dem es scheißegal ist wenn ein Mensch aus Geldmangel verreckt.

      Wer sich bei dieser Katastrophe jetzt auf vermeintlich menschliche Maßstäbe besinnt glaubt, der verkennt die realen Bedingungen unter denen die Welt funktioniert.
      Wer nur aus rationalen Machtpolitischen ÜBerlegungen an dem einen Orte hilft, der wird aus denselben Gründen an anderen Orten nicht helfen. So einfach ist das.
      Ruanda kann darüber ein Liedlein trällern.

      http://www.farberot.de/mp3/GegenStandpunkt_Haiti.mp3

    49. Sukram71 schrieb am 20. Januar 2010 at 12:09 - Permalink

      @ 46 Spiegelfechter

      Gibts hier überhaupt nen Plugin, das funktioniert? :)

      Im Ernst: Lass das mit dem irrelevantem Kommentar doch einfach weg.
      Wer braucht das denn? Entweder man kommentiert oder man kommentiert nicht.
      Oder man sendet halt ne Mail. :)

    50. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 12:44 - Permalink

      @Sukram71

      Gibts hier überhaupt nen Plugin, das funktioniert? :)

      Klar doch ;-)

      Im Ernst: Lass das mit dem irrelevantem Kommentar doch einfach weg.
      Wer braucht das denn? Entweder man kommentiert oder man kommentiert nicht.
      Oder man sendet halt ne Mail. :)

      Nöööö, das ist ja eigentlich auch nicht für die Kommentatoren, sondern für mich gedacht. Ich markiere Kommentare, die nix mit dem Thema zu tun haben oder “trollig” sind und die ernsthaften Leser werden nicht mehr dadurch gestört und ich sezte mich nicht des Zensurverdachts aus. So zumindest die Idee.

    51. Freedom Lemmy schrieb am 20. Januar 2010 at 12:48 - Permalink

      Zur Ehrenrettung des pädophilen nicaraguensischen Präsidenten Daniel Ortega möchte ich hinzufügen, dass er nicht der einzige Verschwörungstheoretiker ist. Der staatliche venezoelanische Fernsehkanal VTV meldete gestern, dass ein Bericht der russischen Nordmeerflotte deutliche Hinweise darauf enthält, dass das Erdbeben durch ein gescheitertes Experiment der US-Marines verursacht wurde
      (http://www.abc.es/20100119/internacional-/chavez-acusa-provocar-seismo-201001191332.html)
      Der “Bericht der russischen Nordmeerflotte” ist sicher ein fake.

      Brasilien möchte sich stärker aussenpolitisch engagieren. Sie besitzen dank der günstigen Wirtschaftsentwicklung auch deutlich potentere Mittel als die unter einer schweren und wohl dauerhaften Wirtschaftskrise leidenden Kuba und Venezuela. Chile hilft ebenfalls mit Experten, Nahrungsmitteln und Medikamenten.

      Der Hinweis auf Naomi Klein halte ich für mit Verlaub verfehlt. An lohngünstigen Standorten mangelt es in der Karibik und Mittelamerika nun wirklich nicht. Und die benötigen nicht diese kostspielige Rettungsaktion.

      Obama reagierte entschlossen und schnell. Etwas anderes blieb ihm gar nicht übrig.

    52. Sukram71 schrieb am 20. Januar 2010 at 12:58 - Permalink

      dass das Erdbeben durch ein gescheitertes Experiment der US-Marines verursacht wurde

      Klar wer sonst. Da haben Leute zu viel “The Core – Der innere Kern” geguckt?
      Wenn sich jetzt noch aufhört der Erdkern zu drehen, dann ist alles klar. xD

    53. Outlook schrieb am 20. Januar 2010 at 13:12 - Permalink

      Die ?Nothilfe? der USA hat vielen Staaten schon die Souveränität gekostet.
      Karsai wird auch gezwungen, die Stationierung der US-Truppen öffentlich zu predigen.
      Die Afghanen wollen sie mehrheitlich schon lange nicht.

      Der Dollar fließt zurück, das ist richtig.
      Sein Wert nimmt stetig ab.

      Ich halte es da schon mehr mit Ron Paul:

      ?Zerstörung und Verarmung im Namen der Menschlichkeit;
      Gewalt als Werkzeug des Wandels;
      Angriffskriege als Weg zu Frieden;
      Toleranz geschaffen aus den Gewehren der Regierung;
      reaktionäre Ansichten verkleidet als Fortschritt;
      ein Reich ersetzt die Republik;
      Sklaverei als Freiheit verkauft;

      Wir haben mit der Realität gebrochen – eine psychotische Nation.”
      mehr unter:
      http://www.youtube.com/watch?v=-vLV4jn8BMU&feature=player_embedded

      Ich kann keine Götterdämmerung in der US-Regierung erkennen.
      Deine Einlässe überzeugen mich hier nicht, SF.

      Die Zeit wird die Antwort geben.
      Vielleicht steigen morgen die ?Rosinenbomber? für den Gaza auf?

      Das alles macht nicht strittig, dass es auch in den USA ehrenhafte Solidarität und Nothilfe gibt.
      Auch unter den Soldaten, die in Haiti tätig sind.
      Das zu beweisen, war aber sicher nicht Deine Absicht?

    54. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 13:16 - Permalink

      @Outlook

      Die ?Nothilfe? der USA hat vielen Staaten schon die Souveränität gekostet.
      Karsai wird auch gezwungen, die Stationierung der US-Truppen öffentlich zu predigen.
      Die Afghanen wollen sie mehrheitlich schon lange nicht.

      Noch einmal – das ist Blödsinn. Afghanistan hat nichts, aber auch gar nichts, mit humanitären Interventionen zu tun.

      Ich halte es da schon mehr mit Ron Paul:

      Ich sicher nicht – Paul ist einer der radikalsten Libertären in den USA. Eine Art Westerwelle auf Crack ;-)

      Ich kann keine Götterdämmerung in der US-Regierung erkennen.
      Deine Einlässe überzeugen mich hier nicht, SF.

      Damit kann ich leben ;-)

      Das alles macht nicht strittig, dass es auch in den USA ehrenhafte Solidarität und Nothilfe gibt.
      Auch unter den Soldaten, die in Haiti tätig sind.
      Das zu beweisen, war aber sicher nicht Deine Absicht?

      Natürlich nicht, ich versuche “lediglich” objektiv und ideologiefrei an die Sache heranzugehen und dennoch kritisch zu bleiben.

    55. Sukram71 schrieb am 20. Januar 2010 at 13:41 - Permalink

      In der Überschrift fehlt ein Fragezeichen.

    56. Anna schrieb am 20. Januar 2010 at 13:50 - Permalink

      Der SPIEGELfechter ist endgültig zum kleinen SPIEGEL geworden…

      Die Besetzung eines notleidenden Landes zu feiern…
      Aristide als “Populisten” zu betiteln….
      Blackwater wird die Tonton Macoutes ersetzen…
      Super!

    57. Outlook schrieb am 20. Januar 2010 at 13:55 - Permalink

      “Noch einmal ? das ist Blödsinn. Afghanistan hat nichts, aber auch gar nichts, mit humanitären Interventionen zu tun.”

      Das hat aber die Bundesregierung bisher anders gesehen. Da gibt es keinen Krieg.
      Das ?New Great Game? der Aufbauhilfe.

      Wenn ich hier etwas verwechsele, dann habe bitte Nachsicht mit mir, SF.

      Das Ron Paul ein Libertäre ist, ist bekannt.
      Das was er sagt, ist allemal revolutionär für Amerika.
      Das sage ich auch ideologiefrei.

      Kommunisten oder Sozialisten haben die ja nicht im Kongress?
      Oder gibt es da einen Gewerkschafter, der mir unbekannt ist?

      Der Westerwelle ist nicht libertär.

      Der ist doch liberal?
      Ein liberaler Möwenpick.

    58. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 13:56 - Permalink

      @Annna

      Ach Anna, wie gerne wäre ich wie Du – dann wär´ die Welt erklärbar, das Leben einfach und ich müsste mir nicht mehr so viele Gedanken machen ;-)

    59. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 14:01 - Permalink

      @Outlook

      Das hat aber die Bundesregierung bisher anders gesehen. Da gibt es keinen Krieg.

      Wir reden hier aber von den USA. Erinnerst Du Dich? Man hat daraus sogar einen Verteidigungsfall nach dem NATO-Statut gemacht. Und uns Schröder war ganz vorne mit dabei.

      Wenn ich hier etwas verwechsele, dann habe bitte Nachsicht mit mir, SF.

      Du scheinst mir vor allem die PR, der deutschen Regierung, mit der offiziellen Version zu verwechseln – von den faktischen Vorgängen ganz zu schweigen ;-)

      Das Ron Paul ein Libertäre ist, ist bekannt.
      Das was er sagt, ist allemal revolutionär für Amerika.
      Das sage ich auch ideologiefrei.

      Sicher – was Hitler in Deutschland sagte, war auch allemal revolutionär. Das sage ich natürlich völlig ideologiefrei und wertneutral.

      Kommunisten oder Sozialisten haben die ja nicht im Kongress?

      Wenn man Paul und Konsorten glaubt, wäre sogar Merkel Kommunistin.

      Oder gibt es da einen Gewerkschafter, der mir unbekannt ist?

      Sicher – auch der Präsidentschaftskandidat Dennis Kucinich kommt einem europäischen “Linken” ziemlich nahe.

    60. Outlook schrieb am 20. Januar 2010 at 14:19 - Permalink

      Vielleicht sehe ich in Haiti schon ein neues Afghanistan, obwohl ich kein Hellseher bin.
      Das Corporate Identity wird bei den Amis nicht im Singular geschrieben.

      Ich will Dir auf keinem Fall die Hoffnung nehmen, SF.

      Realisten wollen wir doch alle sein.
      Und objektiv allemal.

    61. Freedom Lemmy schrieb am 20. Januar 2010 at 14:27 - Permalink

      Zur Ehrenrettung von Anna möchte ich hinzufügen, dass sie sich schon Gedanken macht. Ganze Gebäude an Gedanken sogar.
      Gewinn nur den Eindruck, dass sie sich eine permanente kritische Überprüfung dieser Gedanken gegenüber den wenig geordneten Nachrichten aus einer komplexen und oft widersprüchlichen empirischen Wirklichkeit spart.

    62. Freedom Lemmy schrieb am 20. Januar 2010 at 14:45 - Permalink

      Berührt haben mich diese Fotos einer belgischen Fotoreporterin:
      http://www.alicesmeets.com/documentary.html
      Fotos vor dem Beben.

      Im 19. Jahrhunderten war das Gebiet zwischen den Südstaaten der USA und Brasilien voller Sklaverei-Gesellschaften. Die Verteidiger dieser Gesellschaften führten Haiti stets als Schreckensbild einer Sklavenbefreiung an. Das ist in kubanischen, brasilianischen und US-Südstaaten Texten der Zeit sehr präsent.
      Jared Diamond schreibt in einem seiner Bücher, dass Haiti vor allem auch deshalb unter die Räder kam, weil die durch sehr intensive Subsistenzlandwirtschaft verursachte Übernutzung des Bodens zu langfristiger Verödung des Bodens durch Erosion/Versalzung führte.
      Nun war die Insel vor der Revolution durch die ausgeprägte Zucker-Exportwirtschaft Frankreichs im 18. Jhdt. vermutlich klar übervölkert. Und bei der folgenden politischen und ökologischen Katastrophe hatten die Haitianer geringe Chancen zur Auswanderung. Die Nachbarschaft war durch Farbigen-Sklaverei oder zumindest massiver Diskriminierung von Farbigen und noch schlimmer Haitianern geprägt.

    63. Sulukol schrieb am 20. Januar 2010 at 15:10 - Permalink

      Während der rein informative Teil des Artikels interessant ist, empfinde ich jegliche Bewertung des Hilfseinsatzes (positiv wie negativ) als zu verfrüht.

      Jeder Einsatz, der in echte Hilfe für die Betroffenen mündet, ist an sich schon lobenswert. Motive sind da egal. Aber Präsenz und tatsächliche Hilfe sind nicht dasselbe und bei dem Durcheinander in Haiti ist es aus meiner Sicht noch nicht feststellbar, welche Präsenz in echte Hilfe umgesetzt wird und welche nicht.

      In einigen Wochen oder Monaten wissen wir mehr. Dann können wir sagen, wer und was geholfen hat, wer und was nicht, und wer und was mehr oder weniger geholfen hat. Dann kann man die wirklichen Helfer, wer sie auch seien mögen, würdigen. Dann wissen wir, wer recht hat, weil er half. Nur schreiben wird es vermutlich kaum jemand. Und lesen wahrscheinlich auch.

    64. heinzi schrieb am 20. Januar 2010 at 15:10 - Permalink

      Ich möchte noch mal ein Zitat der Radiosendung Radio X ‘Forum – Gegenstandpunkte” wiedergeben, das mich besonders nachdenklich machte.

      Die Opferzahlen in Haiti bei diesem Beben hätten primär mehr mit der Armut zu tun, unter denen dort die Menschen zu leben haben, als mit den Folgen dieses Bebens an sich. In der Radiosendung wird eine Berechnung zitiert, die besagt, daß bei einem vergleichbaren Beben in den USA weniger als hundert Menschen umgekommen seien.

      Und noch ein Punkt:

      200 Jahre beutet man dieses Land aus.
      Jahrzehnte ist es politischer Spielball der Staaten, die sich heute als Helfer aufspielen
      alle paar Jahre eine neue Intervention gegen Präsidenten im Lande durch die USA
      Alle Armut, alle instabilität in diesem Lande ist kein Grund dort zu helfen. Nein, erst ein BEBEN das alle bestehenden Reste von Staatswesen und Sicherheit zerstört bringt die Staaten auf den Plan, das da ein Land liegt, dem man “helfen” könnte.

      Ich sehe die Hilfestellungen dort wirklich anders. Solche ein Ereignis ist nicht tragische Situation für die jetzigen Akteure, sondern es ist EINE WILLKOMMENE GELEGENHEIT!

      Das ist das wirklich ekelhafte an diesem Einsatz. Es wird eine Hilfssolidarität geheuchelt. Das ist das was stört. Das ist das was Gegenstandpunkt darlegen möchte. Das ist das, was das tiefe Mißtrauen der mehr oder weniger fachlich versierten Mitdiskutanten und / oder Verschwörungstheoretiker weckt. Das was sie nicht ausformulieren können aber was sie fühlen an dieser Sache.
      Die Heuchelei, die dem Aktionismus zu Grunde liegt und die wahren Motivationen der Akteure verschleiern sollen.

      Dann gehts noch zum Ablasshandel für den Spießbürger, der edle Spender darf sich dann ein bischen gerechter fühlen und seine Emotionen und Trauer bei den schlimmen Bildern präsentieren. Ein bischen geheuchelte Betroffenheit ein bischen Posen in der Sonne einer Spendengala. So sind Staaten und ihre besten Bürger gemeinsam vereint in ihrer Scheinheiligkeit.

      Wem mit TV Spendenaktionen und dem zusammengebrachten Geld letzten Endes wirklich geholfen wird, steht doch auf einem ganz anderen Blatt.

    65. alman schrieb am 20. Januar 2010 at 15:17 - Permalink

      Alternet und democracynow.org bestätigen eher die Vermutungen über die zweifelhaften Absichten der militärischen US Hilfe:

      1. http://www.alternet.org/world/145279/us_corporations%2C_private_mercenaries_and_the_imf_rush_in_to_profit_from_haiti%27s_crisis

      2. http://www.democracynow.org/2010/1/19/headlines#2

      3. http://www.democracynow.org/2010/1/19/haiti_is_shaken_to_the_core

      Amy Goodman berichtet, dass sie sich frei und ohne Sicherheitsrisiken im Land bewegen kann, aber immer noch ausreichende Hilfe auf sich warten lässt.

      Na ja wie auch immer, hoffen wir das Beste.

    66. Sulukol schrieb am 20. Januar 2010 at 15:22 - Permalink

      @ 64 heinzi

      Auch wenn man mit dir konform geht, ändert es doch nicht an der Tasache, dass die Opfer jetzt nun mal da sind und dringend elemetarste Dinge benötigen. Da ist es erstmal egal, wer und aus welchen Gründen die Wasserflasche reicht oder die Spritze setzt, Hauptsache es wird überhaupt getan. Das ist das, was der SF völlig richtig würdigt. Nur wer das tatsächlich macht (oder etwas dazu beiträgt, dass es gemacht wird) ist noch nicht mit Klarheit festzustellen.

      Die Motive können später noch, wenn die akute Not beseitigt ist, hinterfragt werden. Da schlägt SF finde ich eine gute Lösung vor, wobei wohl ihm selbst klar ist, dass eine viel weniger Gute wahrscheinlicher ist.

    67. heinzi schrieb am 20. Januar 2010 at 15:31 - Permalink

      Opfer sind täglich da. Jetzt in diesem einen Fall zu helfen ist nichts als Augenwischerei.

      Natürlich wird es diesem oder jenem das Leben retten. Dafür stirbt er morgen wenn der Trubel vorbei ist an Unterernährung … wie sozial von uns :o]

      Desto mehr ich darüber nachsinne umso weniger kann ich der Sache gute Aspekte abgewinnen.

    68. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 15:37 - Permalink

      @heinzi

      Ich möchte noch mal ein Zitat der Radiosendung Radio X ?Forum ? Gegenstandpunkte? wiedergeben, das mich besonders nachdenklich machte.

      Die Opferzahlen in Haiti bei diesem Beben hätten primär mehr mit der Armut zu tun, unter denen dort die Menschen zu leben haben, als mit den Folgen dieses Bebens an sich. In der Radiosendung wird eine Berechnung zitiert, die besagt, daß bei einem vergleichbaren Beben in den USA weniger als hundert Menschen umgekommen seien.

      Diese Berechnung halte ich für wenig glaubwürdig. Es kommt natürlich darauf an, wo dieses Beben stattfinden soll. Irgendwo in der Pampa der mittleren Westens mag dies so stimmen – in einer Südstaatenmetropole, wie beispielsweise Miami, mit all ihren Pappbuden, wäre da Schaden ebenfalls gewaltig. Das eine solche Katastrophe in einem Land ohne staatliche Strukturen und ohne nennenswertes Gesundheitssystem natürlich mehr Opfer verursacht, ist natürlich klar. Das hat auch etwas mit Armut zu tun, aber auch sehr viel mit dem fehlen staatlicher Strukturen.

      200 Jahre beutet man dieses Land aus.

      Ja ja, ist ja richtig. Wir wollen aber nicht vergessen, dass das Land sich auch selbst ausgebeutet hat. Die Konzerne aus dem Westen, die mit Haiti Geschäfte machen, sind eine Seite der Medallie – die Kleptokraten in Haiti eine andere.

      Ein einziger(!) Präsident wurde in der gesamten Geschichte Haitis abgewählt! Alle anderen wurden weggeputscht und verließen das Land, so sie denn noch am Leben waren. Natürlich verließen sie das Land nicht ohne Geld. Der Westen trägt sicher eine Teilschuld, aber beileibe nicht die gesamte Schuld für die desaströse Situation.

      Das ist das wirklich ekelhafte an diesem Einsatz.

      Geschenkt – vom warmen deutschen Sessel sieht das natürlich alles etwas ideologischer aus ;-)

    69. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 15:39 - Permalink

      @Sulukol

      Die Motive können später noch, wenn die akute Not beseitigt ist, hinterfragt werden. Da schlägt SF finde ich eine gute Lösung vor, wobei wohl ihm selbst klar ist, dass eine viel weniger Gute wahrscheinlicher ist.

      Selbstverständlich – da muss man dann nachhaken und kritisieren.

    70. Outlook schrieb am 20. Januar 2010 at 15:39 - Permalink

      Humanitäre Intervention:

      “Die Evolution einer gefährlichen Doktrin”

      “Humanitäre Intervention bleibt selten lange die dominante Rechtfertigung, und die Geopolitik wird schnell zum Hauptantrieb einer militärischen Kampagne.”

      http://www.friedenskooperative.de/ff/ff06/1-30.htm
      Lesenswert!!!!!

      Von Haiti 1994, über Kosovo bis in die Gegenwart.

      Die Notwendigkeit einer sofortigen medizinische Hilfe und Versorgung mit Lebensmitteln in Haiti, hat hier kein Blogger in Abrede gestellt. Das wird durch alle uneingeschränkt unterstützt.
      Mit Einschränkung @1 Ingo.

      Der militärische Übereifer der USA ist Gegenstand der Debatte.
      Und da gibt es geschichtliche Ansagen.

    71. salvo schrieb am 20. Januar 2010 at 15:54 - Permalink

      na ja, US kritische Quellen sprechen eine andere Sprache

      Journalist Kim Ives on How Western Domination Has Undermined Haiti?s Ability to Recover From Natural Devastation

      Shortly after Haiti was hit by a 6.1 aftershock earlier today, Amy Goodman and Kim Ives of Haiti Liberte report from the Port-au-Prince airport. Amy and Kim discuss how centuries of Western domination of Haiti has worsened the impact of the devastating earthquake, from the harsh reaction to Haiti?s independence as a republic of free slaves in 1804 to the U.S.-backed overthrow of President Jean Bertrand Aristide in 2004. Ives says: ?This quake was precipitated by a political earthquake?with an epicenter in Washington, D.C.?

      http://www.democracynow.org/2010/1/20/journalist_kim_ives_on_how_decades

      und die Titelseite aus der Online Ausgabe der Haiti Liberté selbst, also die Betroffenen selbst, die auch hier bislang nicht zur Wort gekommen sind

      “Haiti ruinée et occupée”

      http://www.haiti-liberte.com/

      aber das sind wohl alles antiwestliche Ideologen

    72. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 16:03 - Permalink

      @Outlook

      Aber mir geht es ja darum, dass die humanitäre Hilfe nur dann ankommt, wenn ein minimaler Sicherheitsrahmen gewährleistet ist. Darum geht es ja im Artikel.

    73. Outlook schrieb am 20. Januar 2010 at 16:28 - Permalink

      “minimaler Sicherheitsrahmen”

      Dagegen spricht ja auch nichts, wenn ehrliche Kräfte am Werk sind.

      Wir werden es weiter dekodieren.

    74. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 16:38 - Permalink

      @Salvo

      und die Titelseite aus der Online Ausgabe der Haiti Liberté selbst, also die Betroffenen selbst, die auch hier bislang nicht zur Wort gekommen sind

      Naja – wer sind denn die Betroffenen und wer “darf” für sie sprechen? Kim Ives? Der gute Mann ist doch selbst ziemlich in die Vorgänge verstrickt und als begeisterter Aristide-Unterstützer ganz sicher nicht neutral. “Haiti Liberte” ist übrigens ein Blatt, das von haitianischen Expats in Brookyln herausgegeben wird und dessen finanzielle Hintergründe ziemlich obskur sind.

      Verstehe mich nicht falsch – ich will keineswegs sagen, dass Ives und Co. nun in jedem Punkt Unrecht haben. Man sollte nur aufpassen, da sie sicherlich keine neutrale Quelle sind. Wenn ich über die Vorkommnisse in Iran schreibe, verlasse ich ich auch nicht auf die Äußerungen schahtreuer Expats in den USA – das Haiti Support Network scheint da durchaus vergleichbar, nur eben von der “anderen Seite”.

    75. chapultepec schrieb am 20. Januar 2010 at 17:34 - Permalink

      @spiegelfechter 43

      die Version von Aristide wird m.E. von den Berichten von Kevin Pina unterstützt, der bereits zw. den 30. Oct. bis 18. Dec. 2003 ausführlich über die Hintergründe berichtete

      Teil I – IV
      http://www.blackcommentator.com/62/62_haiti_1.html
      http://www.blackcommentator.com/63/63_haiti_2.html
      http://www.blackcommentator.com/67/67_pina.html
      http://www.blackcommentator.com/69/69_haiti.html

      z. Kevin Pina, s.:
      http://en.wikipedia.org/wiki/Kevin_Pina

      hier noch ein Artikel (aus der Wikipedia Seite)
      Kevin Pina, “The Untold Story of Aristide’s Departure from Haiti,”
      The Black Commentator, September 16, 2004.
      http://www.blackcommentator.com/105/105_pina.html

    76. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 17:35 - Permalink

      @alman

      Amy Goodman berichtet, dass sie sich frei und ohne Sicherheitsrisiken im Land bewegen kann

      Das sähe vielleicht anders aus, wenn sie im einen LKW mit Wasserflaschen säße ;-)

      Aber mal ernsthaft – es kommt ja nicht so häufig vor, aber da sind sich Amy Goodman und Robert Gates wohl einmal einig. Das Rote Kreuz und andere NGOs sind da skeptischer. Vom Schreibtisch aus Deutschland wird man sich da wohl keine Meinung bilden können.

      , aber immer noch ausreichende Hilfe auf sich warten lässt.

      Laut den Tickermeldungen soll die Hilfe heute “reibungslos” rollen, was selbst die “Kritiker” der USA einräumen.

      Na ja wie auch immer, hoffen wir das Beste.

      Absolut – und nur darum geht es.

    77. Thomas Wiegand schrieb am 20. Januar 2010 at 17:49 - Permalink

      In einigen Monaten wird die Soforthilfe abschlossen sein und dann wird sich zeigen, wie selbstlos die Hilfe der Amerikaner gewesen ist.

      Amiland und selbslose Hilfe!? Seit ich denken kann..hat die USA immer in einer Art Eigennutzen agiert und reagiert….. in ALLEM was Sie tat…oder kann mich jemand vom Gegenteil überzeugen!?

      In diesem Sinne

    78. carlo schrieb am 20. Januar 2010 at 18:09 - Permalink

      …ohne mich anbiedern zu wollen: Das ist ein spitze Artikel, fundiert logisch und auch erklärend. Warum kann man sowas als zahlender Teilnehmer nicht mehr aus den öffentlich rechtlichen Medien erfahren?
      Ich kann nur sagen, verlinkt diesen Artikel weiter, vor allen dorthin, zu den sogenannten Qualitätsmedien, wo tradtionsmäßig wenig gedacht und gar nicht logisch geschlußfolgert (sorry, schönes Wort!) wird.
      Dieser Text verdient es von mehr als nur den “üblichen Verdächtigen” gelesen zu werden.

    79. heinzi schrieb am 20. Januar 2010 at 18:09 - Permalink

      Der eine lebt seine Illusionen der andere sucht im depressiven Pessimismus die Realität.

      Objektivismus dazwischen ist schwer und mir scheint der Spiegelfechter versucht sich daran.
      Die Frage ist schon eine Ideologische: Welche Realität und welche Ideologie beherrscht den Betrachter?

      Da ziehe ich die Herren Marxisten vor, die eine klare Linie haben, berechenbar und bei jedem Thema nachvollziehbar bleiben.

      __

      Ich rette heute eine Familie, weil ich aus seinem Garten einen Parkplatz machen will. Denn ohne den Notfall hätte ich dort keinen Zugang gehabt. Jetzt komme ich hinein, lege meinen Grenzzaun, baue eine Hundehütte und lasse den beißwütigen Pitbull “Rambo” dort zur Wache stehen. Ab sofort parke ich meine Wagen als im nicht mir gehörenden Vorgarten des Nachbarn.
      Dann bring ich einen Sklavenhändler dort hin, verkaufe diese Familie an diesen. Dieser aber ernährt die Familie so schlecht das die Familie verhungert.
      Währenddessen lebt mein Hund Rambo im Fleischparadies.

      Ich kann solche Lügen nicht durch die kurzfristige zeitweise Rettung als akzeptabel hinnehmen. Muss jeder selbst entscheiden ob er unter Realismus die der Macht eigenen rechtfertigenden Lügengebilde hinnimmt und gar anfängt, diesen Lügen Wahrhaftigkeit zuzusprechen. Dies nur, weil sie als Handlungsmuster alltäglich ist.

    80. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 18:09 - Permalink

      @chapaualtec

      Interessante Artikel – schönen Dank!

    81. Kaizen schrieb am 20. Januar 2010 at 18:10 - Permalink

      Oh, oh, oh mal ein Thema, zu dem StephanP noch nicht seinen “Senf” dazu gegeben hat!!
      Oder zu früh gefreut??

    82. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 18:18 - Permalink

      @heinzi

      Ja ja, blabla – ein weiteres Beispiel, das Menschen, die von sich behaupten, Marxisten zu sein, oft gewaltige humanitäre Defizite haben.

    83. Outlook schrieb am 20. Januar 2010 at 18:21 - Permalink

      Haiti vor neuer US-Besatzung?

      In der Tat werden die Anzeichen für eine verdeckte politische Agenda immer deutlicher.

      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31938/1.html

    84. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 18:31 - Permalink

      @Outlook

      *seufz* ;-)

      Was heißt “immer deutlicher”? Hat der Kollege Neuber da irgendetwas “neues” ausgegraben? Dass Chavez; Ortega und Co. nun meckern, sagt eigentlich gar nichts aus – oder? Mal ganz ehrlich – hättest Du etwas anderes erwartet?

    85. Ootlook schrieb am 20. Januar 2010 at 19:00 - Permalink

      “hättest Du etwas anderes erwartet?”
      Nein.
      Die Zweckgemeinschaften entwickeln sich.
      Die “Spiegelfechterei” wird an Fahrt gewinnen.

      Bei dern Europäern ist mir das aber noch nicht so ganz klar.
      Ob sie zum “Wolf” oder zu “Rotkäppchen” gehöhren wollen.

      Deshalb auch die Zögerlichkeit?

    86. Sukram71 schrieb am 20. Januar 2010 at 21:42 - Permalink

      Was wäre denn daran so schlimm, wenn die USA ihre “Hilfe” ausnutzen, dort dauerhaft Soldaten zu stationieren und sogar dauerhaften Einfluss auf die haitianische Politik zu nehmen? Sehr viel schlechter als bisher kann es doch eigentlich gar nicht werden.
      US-Imperalismus hin oder her … Frag ich jetzt einfach mal. :-)

    87. heinzi schrieb am 20. Januar 2010 at 21:56 - Permalink

      “Ja ja, blabla ? ein weiteres Beispiel, das Menschen, die von sich behaupten, Marxisten zu sein, oft gewaltige humanitäre Defizite haben.”

      Welche Defizite? Sie analysieren über die Sentimentalitäten hinweg jede Lage. Ist das automatisch ein Defizit wenn man einen rationalen Zugang zu Themen hat und sich von der Tränendrüse nicht gleich einlullen läßt?
      Sicher sind gerade rationale Charaktere oft sehr verkrampfte Zeitgenossen und dies mag auf sogenannte Marxisten im Schnitt durchaus häufiger zutreffen.
      Macht das ihre Analysen schlechter? Ich denke nein, deutlich besser mit einem guten Blick für wesentliche Zusammenhänge.

      Eventuell reden wir auch aneinander vorbei.

      MFG

    88. Truvor schrieb am 20. Januar 2010 at 22:32 - Permalink

      http://www.segodnia.ru/index.php?spos=1&spor=1&rst=0&srch=&srchtp=0&pgid=2&cldday=&srv=www.segodnia.ru&partid=5&newsid=10719&snewsid=0&gallery_id=0&imgnum=1

    89. Spiegelfechter schrieb am 20. Januar 2010 at 22:50 - Permalink

      @heinzi

      Nein, sich selbst zum Richter über Menschenleben zu machen und die Chuzpe zu besitzen, urteilen zu wollen, ob ein sofortiger Tod oder ein Weiterleben in einem armen Land denn nun vorteilhafter sei, ist schlichtweg menschenverachtend und anmaßend. Das hat mit “Rationalität” nichts – aber auch gar nichts – zu tun.

    90. Truvor schrieb am 20. Januar 2010 at 23:54 - Permalink

      Es scheint ein interessanter Artikel http://www.apn-spb.ru/publications/article6794.htm zu sein.
      Ich hatte zwar keine Zeit ihn (wie auch den vorherigen #88) zu lesen, aber er ist bestimmt wissenswert :-)

    91. Chris W. schrieb am 21. Januar 2010 at 00:33 - Permalink

      Selbstverständlich ist der bloße Umstand, dass die USA als erstes vor Ort sind und die Mittel haben, Hilfe zu leisten, kein Freibrief.
      Also ich hab jetzt nicht alle post durchgelesen und evtl.. wurde dieses Thema bereits erwähnt: aber das ist natürlich ein riessen Schmarrn.

      Bevor die Amerikaner ankamen waren dort bereits am nächsten Tag spanische, kubanische und brasilianische Hilfstruppen vor Ort mit Ärzten, Suchtrupps und medizinischem Material. Erst nach Tagen erschienen die Amerikaner mit ihren Soldaten um das “Ding” zu organisieren und seitdem geht gar nichts mehr. Frag mal Ärzte ohne Grenzen z.B…..andererseits platzt der Flughafen von Puerto Principe von Hilfsgütern, aber sie kommen nicht bei denen an für die sie gedacht sind.

      Wie will ein mit hi-tech vollgepackter GI denn den Opfern helfen? Ja klar, Ordnung schaffen. So ein Blödsinn. HELFEN sollte er dann gäb es auch eine Plünderungen ( und übrigens, bei Einbruch der Dunkelheit verziehen sich sogar diese Herren in ihr sicheres Quartier – was dann passiert ist ihnen eh wurscht).

      http://www.aerzte-ohne-grenzen.at/presse/pressemitteilungen/details/haiti-frachtflugzeug-von-aerzte-ohne-grenzen-wiederholt-von-landung-abgehalten/

      “Doch die normative Kraft des Faktischen ist auf seiten der USA”. Wer hilft, hat recht….Ich glaub ich spinnt……wo haben sie denn bisher geholfen, sie konnte ya damals nach dem Hurrikan Katrin sich nicht mal selbst helfen ? ¿konntenen oder wollten, wer weiss das schon?.

    92. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2010 at 01:19 - Permalink

      @Chris W.

      Bevor die Amerikaner ankamen waren dort bereits am nächsten Tag spanische, kubanische und brasilianische Hilfstruppen vor Ort mit Ärzten, Suchtrupps und medizinischem Material

      Nun ja – die Kubaner, Brasilianer und Spanier, die schon am nächsten Tag da waren, waren auch schon vor dem Beben im Land. Die ersten Helfer kamen aus der Dominikanischen Republik. Die ersten Helfer von außerhalb der Insel kamen m.W. aus Argentinien und Island. Aber sei es drum – mittlerweile haben unzählige Staaten und unzählige NGOs ihre Teams entsandt. Dies zu koordinieren ist nicht vergüngungssteuerpflichtig und alle Staaten außer den USA und Kanada haben dankend abgelehnt (auch Brasilien und Frankreich!), da sie dazu nicht die Mittel haben … und wahrscheinlich auch nicht die Lust.

      Erst nach Tagen erschienen die Amerikaner mit ihren Soldaten um das ?Ding? zu organisieren

      Auch das ist schlichtweg falsch – Coast Guard, FEMA und andere staatliche Helfer waren bereits am 13. 1. vor Ort. Nur die Marineverbände konnten erst am 15. 1. da sein. Merke: Auch Flugzeugträger können nicht fliegen.

    93. Chris W. schrieb am 21. Januar 2010 at 03:07 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Da muss ich dir widersprechen, denn ich war selbst mit einem Trupp der spanischen “Bomberos” vor Ort (und nicht erst vorher..was ist dass denn für eine falsche Polemik?) und glaub mir, ich weiß wovon ich rede und das sind Fakten.

      Dass Coast Guard, FEMA und andere staatliche US-Helfer bereits am 13. 1. vor Ort waren musst du mir erstmal beweisen, denn es ist einfach falsch.

    94. T.S. schrieb am 21. Januar 2010 at 08:32 - Permalink

      Sukram71

      Was “so schlimm” wäre, wenn die USA auf Haiti dauerhaft Truppen stationieren, da es schlimmer nicht mehr werden könne?

      Zum einen: Die schlimme Lage Haitis VOR dem Erdbeben ist auch (nicht nur, aber auch) eine Folge der imperialen US-Politik der vergangenen Jahrzehnte. Ich empfehle den Beitrag Noam Chomskys: “Die USA und Haiti”.

      http://zmag.de/artikel/Die-USA-und-Haiti

      Zum anderen: Nach dem Verlust der “strategischen Mehrheit” im Senat kann es durchaus passieren, daß der Einfluss der Neokonservativen auf Obamas Politik (weiter) zunimmt. Diese möchten Haiti am liebsten in ein Exerzierfeld imperial-neoliberaler US-Politik umfunktionieren (das würde wahrscheinlich auf die von Naomi Klein beschriebene “Schock-Strategie” hinauslaufen).

      Greg Palast sieht die nach dem Erdbeben einsetzende US-Hilfe (oder zumindest teilweise: US-”Hilfe”?) sehr kritisch: “Der rechte Hoden der Hölle: Geschichte eines haitianischen Völkermords –
      Blackwater vor Trinkwasser”).

      http://zmag.de/artikel/der-rechte-hoden-der-hoelle-geschichte-eines-haitianischen-voelkermords

    95. Heinzi schrieb am 21. Januar 2010 at 09:41 - Permalink

      “@heinzi

      Nein, sich selbst zum Richter über Menschenleben zu machen und die Chuzpe zu besitzen, urteilen zu wollen, ob ein sofortiger Tod oder ein Weiterleben in einem armen Land denn nun vorteilhafter sei, ist schlichtweg menschenverachtend und anmaßend. Das hat mit ?Rationalität? nichts ? aber auch gar nichts ? zu tun.”

      Das genau das ist doch die Tätigkeit einer Gesellschaft, die mir nichts dir nichts hundettausende an der einen Front ermordet, oder den Eigentumsverhältnissen einer aus dem Ruder laufenden Kapitalen Wirtschaft nicht nur opfert sondern diese Verhältnisse überall auf der Welt aktiv und massiv zementiert!
      Einige tausend werden mit medialem Getöse an einer anderen Front angeblich gerettet. In Wirklichkeit aber passiert nichts aanderes, als das die ureigenen Interessen vor Ort abgesichert werden, weil gerade eine Krise jeden Widerstand auf Null reduziert hat.
      Wenn dabei dann welche gerettet werden, ok, ist ja nicht schlecht. Aber diese Willkür, die mir hier vorgeworfen wird, bzw. dem Marxisten, ist doch das Programm, das überall läuft!

      Sie Beschreiben doch genau die Haltung, die die beteiligten Staaten einnehmen! Nicht ich, sondern diese Staaten handeln so! Ich habe nur diese Erkenntniss aus Beobachtungen und ihrem Artikel hervorgeholt. Wollen sie mich für die Botschaft hängen?

      Oder sind sie erbost, weil ihre Illusion einer Chance auf bessere gerechte Zustände/Motivationen in meiner Perspektive zusammenbricht?

      MFG

    96. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2010 at 10:22 - Permalink

      @heinzi

      Das genau das ist doch die Tätigkeit einer Gesellschaft, die mir nichts dir nichts hundettausende an der einen Front ermordet, oder den Eigentumsverhältnissen einer aus dem Ruder laufenden Kapitalen Wirtschaft nicht nur opfert sondern diese Verhältnisse überall auf der Welt aktiv und massiv zementiert!

      Klar – und das kritisiere ich ja auch permanent.

      Sie Beschreiben doch genau die Haltung, die die beteiligten Staaten einnehmen! Nicht ich, sondern diese Staaten handeln so! Ich habe nur diese Erkenntniss aus Beobachtungen und ihrem Artikel hervorgeholt. Wollen sie mich für die Botschaft hängen?

      Nicht für Botschaft, sondern für den Schluss, den Du aus dieser Botschaft ziehst. Das eine Art antiimperialistische Euthanasie – Du wirst eh keine Chance auf ein würdiges Leben haben, da Du ausgebeutet wirst, dann braucht auch niemand Dein Leben zu erhalten.

      Oder sind sie erbost, weil ihre Illusion einer Chance auf bessere gerechte Zustände/Motivationen in meiner Perspektive zusammenbricht?

      Ach iwo ;-)

      Ich bin doch schon desillusioniert genug.

    97. Freedom Lemmy schrieb am 21. Januar 2010 at 10:27 - Permalink

      Es sollte wirklich um die Menschen in Haiti gehen.

      Venezoealanische Staatssender als unglaublich unerbittlich, rational und jenseits der Tränendrüse “aufdeckende” Journalisten suchen nach Erklärungen für das Erdbeben.
      So meldete der Staatssender Vive gestern, die Russische Nordmeerflotte hätte berichtet, das Beben wäre durch einen fehlgeschlagenen Versuch der US-Marine verursacht worden.
      http://www.abc.es/20100119/internacional-/chavez-acusa-provocar-seismo-201001191332.html

      Die russische Nordmeerflotte hat inzwischen dementiert.
      http://www.allvoices.com/contributed-news/5078215-relationship-and-the-earthquake-in-haiti-the-us-tests-weapons-seismic

      Ein venezoelanisches Staatsradio berichtet derweil im Kontext der humanitären Katastrophe in Haiti von einem geheimen Haarp Projekt der USA, mit dem Naturkatastrophen künstlich erzeugt werden können.
      http://www.rnv.gov.ve/noticias/?act=ST&f=15&t=117754

      Gleichzeitig berichten diese Sender, dass Haiti von den USA besetzt sei, ohne zu erwähnen, dass die US-Truppen vom haitianischen Präsidenten explizit angefordert wurden.

      Man betont eigene Hilfe oder die befreundeter Staaten. Die substantielle Hilfe anderer lateinamerikanischer, europäischer, nordamerikanische und asiatischer Staaten wird dagegen todgeschwiegen.

    98. heinzi schrieb am 21. Januar 2010 at 10:42 - Permalink

      Dann kommen wir ja doch noch in der Betrachtung auf einen Nenner.

      Sie hoffen noch auf Entwicklung aus der verlogenen Haltung heraus, ich habs schon aufgegeben daß es unter diesen Rahmenbedingungen noch einmal anders weitergehen kann.

      :-)

      Danke für den Austausch

      MFG

    99. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2010 at 11:01 - Permalink

      @Chris W

      Dass Coast Guard, FEMA und andere staatliche US-Helfer bereits am 13. 1. vor Ort waren musst du mir erstmal beweisen, denn es ist einfach falsch.

      Bei der FEMA ist es tatsächlich falsch – sorry. Es handelte sich um USAID. Die Coastguard und auch die Marines waren jedoch am 13. 1. vor Ort:

      http://www.southcom.mil/AppsSC/news.php?storyId=2019
      http://www.usaid.gov/helphaiti/documents/01.13.10-USAID-DCHAHaitiEarthquakeFactSheet01.pdf
      http://northshorejournal.org/u-s-quickly-responds-to-haiti-quake
      http://northshorejournal.org/u-s-coast-guard-on-location-in-haiti-right-nowhttp://northshorejournal.org/marines-ready-to-assist-haiti-after-earthquake
      http://northshorejournal.org/fema-report-on-haiti-relief-efforts-for-january-15

      Sogar die Medien hatten übrigens arge Probleme ins Land zu kommen:

      http://www.google.com/hostednews/canadianpress/article/ALeqM5jZL404ljNy1p1BzQ8njvwDuGfEoA

    100. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2010 at 11:06 - Permalink

      @Freedom Lemmy

      Das überrascht nicht – Irans Press TV berichtet bereits, die israelischen Helfer seien nur vor Ort, um die Organe von toten Kindern auszuschlachten. Widerlich.

    101. salvo schrieb am 21. Januar 2010 at 12:50 - Permalink

      über die Militarisierung der ‘humanitären Hilfe’ berichten ja nicht nur kritische US-Medien

      “US Mercenaries Set Sights on Haiti”

      http://www.thenation.com/doc/20100201/scahill

      sondern inzwischen sogar die ‘neutralen’ westlichen Mainstream-Medien

      “US-Söldner sind Gewinner der Haiti-Katastrophe”

      http://www.welt.de/politik/ausland/article5918409/US-Soeldner-sind-Gewinner-der-Haiti-Katastrophe.html

    102. salvo schrieb am 21. Januar 2010 at 12:58 - Permalink

      Es sollte wirklich um die Menschen in Haiti gehen.

      diese Hypokrisie ist wirklich unerträglich, so ich klinke mich jetzt aus

    103. Outlook schrieb am 21. Januar 2010 at 13:51 - Permalink

      Der Pantokrator nistet sich ein

      Haiti: US-Militär vertreibt Presse vom Flughafen – Bolivien spricht von Okkupation

      “Am Vortag hatte Boliviens Präsident Evo Morales mitgeteilt, seine Regierung werde eine Dringlichkeitssitzung in der UNO verlangen, um “die militärische Okkupation Haitis durch die US-Streitkräfte” zu verurteilen.”

      http://de.rian.ru/world/20100121/124780679.html

      Die Franzosen wollen auch einen Schluck aus der Bulle.

    104. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2010 at 14:44 - Permalink

      @101 Salvo

      Sehr interessante Links, zumal ich gerade an diesem Thema sitze. Danke. Aber ich verstehe Deinen Einwand mit den “US-kritischen” Medien nicht. Wenn ich die Artikel richtig lese, ist es ja nicht die US-Regierung, die diese Söldner anheuert, sondern private Hilfsorganisationen und wohl auch wohlhabende Haitianer. Dies ist doch eigentlich eher ein Grund, die soldatischen Sicherheitsbemühungen von USA und UN zu unterstützten, so dass keine Söldner benötigt werden. Oder wo liegt mein Denkfehler?

    105. Freedom Lemmy schrieb am 21. Januar 2010 at 14:52 - Permalink

      Der haitianische Präsident hat die US Marines ins Land gerufen.
      Er sagte, dass er keinerlei ideologische Probleme damit hätte die Hilfe von denen zu empfangen, die über die Kapazitäten verfügen, dieses auch zu liefern und Haiti helfen möchten.
      http://www.elpais.com/articulo/internacional/Ejercito/EE/UU/expulsa/periodistas/aeropuerto/Haiti/elpepuintlat/20100121elpepuint_2/Tes
      Daraus in der aktuellen Situation zu konstruieren, die USA zielt eigentlich darauf ab
      - einen weiteren Luftwaffenstützpunkt zu errichten
      - bisher unbekannte Bodenschätze in Haiti auszubeuten
      - ein weiteres Tourismuszentrum in der Karibik zu errichten
      - auf den kahlen Hügeln von Haiti Reichtümer als Ananaspflanzer zu verdienen.

      Ich hab da so meine Zweifel…

    106. Stalin schrieb am 21. Januar 2010 at 15:07 - Permalink


      Da spricht anscheinend die komplette Verwirrtheit eines uninformierten ? dafür aber stramm antiamerikanischen ? Geistes aus Dir ;-)

      Die USA sind u.a. massiv mit der Fema vor Ort und verteilen auch bereits Hilfsmittel.

      ich lachte. Die Realität sieht freilich anders aus:

      http://www.youtube.com/watch?v=wcFwBuQHlVQ

      Dieser verlogene Artikel selbst und die USA lobpreisenden Kommentare des Autors sind ein einziges Armutszeugnis.

    107. milly schrieb am 22. Januar 2010 at 00:42 - Permalink

      Bin Stolz auf die Schweizer:))) In 18 Stunden haben wir 20. Milionen Franken gesamelt von privat Personen. Deitsche müssen nech jammern sonder froh sein das es euch gut geht. Bin Gastarbeiterin in der Schweiz und besere Menschen als die Schweizer kenne ich nicht. Nich mekern, helfen.

    108. Bobby schrieb am 22. Januar 2010 at 09:59 - Permalink

      Ganz netter artikel, ABER: wenn du anomie meinst, dann sag auch anomie, sonst kann ich auch zum spiegel gehen ;D

    109. Spiegelfechter schrieb am 22. Januar 2010 at 10:23 - Permalink

      @Bobby

      Na Du kennst Fremdwörter, da erblasse ich ja vor Neid ;-)

    110. Kangal schrieb am 23. Januar 2010 at 13:59 - Permalink


      Bin Stolz auf die Schweizer:))) In 18 Stunden haben wir 20. Milionen Franken gesamelt von privat Personen. Deitsche müssen nech jammern sonder froh sein das es euch gut geht. Bin Gastarbeiterin in der Schweiz und besere Menschen als die Schweizer kenne ich nicht. Nich mekern, helfen.

      türlich hirn offline, so kennen wir die spießer. Bloss nix überlegen, nix mitdenken aber allen, die irgendwo etwas kritisieren direkt mit der eigenen Heuchelei erdrücken.

      Wenn die NPD einen dicken Hilfsfond eingerichtet hätte, wärest du also richtig hip, danke setzen sechs.

      Mancher Aussagen sind plumpe Beleidigung für jeden, der versucht sein bisschen Verstand zu benutzen.

      Dann schon lieber Verschwörungsspinner, die probierens wenigstens noch

    111. Spiegelfechter schrieb am 23. Januar 2010 at 16:13 - Permalink

      @Sukram und andere

      -> Irrelevante Kommentare

      Mit dem Update funktioniert nun alles ;-)

    112. Sukram71 schrieb am 24. Januar 2010 at 02:05 - Permalink

      @ 111 Spiegelfechter

      @Sukram und andere

      -> Irrelevante Kommentare

      Mit dem Update funktioniert nun alles ;-)

      Ahhh! Klasse! – Es geschehen noch Zeichen und Wunder … :)

      n8

      (P.S. In der Überschrift fehlt immer noch ein Fragezeichen.)

    113. basti schrieb am 25. Januar 2010 at 03:11 - Permalink

      hey

      auch wenn ich hiermit in eine breite und tiefe kerbe schlage, sollte man das engagement der usa nicht so naiv betrachten. hier stehen vorallem auch zukünftige interessen auf dem spiel: zum einen die ölvorkommen auf haiti zu sichern (sicherlich sind schon etliche vertreter von standardoil etc. vor ort um möglicherweise ölquellen abzugreifen) und zum anderen die allgemeinen rohstoffressourcen (uran,granit …) in diesem land.
      mein gedanke geht auch in richtung monsanto: dieses unternehmen wird sich schon wieder die finger danach lecken, ihre kranken generzeugnisse zu verbreiten und die künftige agrarindustrie in diesem land von ihrem saatgut abhängig zu machen.

      vielleicht bin ich auch etwas zu verschwörerisch angehaucht, aber das übertriebene soldatenaufkommen der usa lässt in meinen augen nur auf den aufbau einer langjährigen “besetzungsmacht” schließen, um letztendlich heimischen unternehmen weitere vorteile zu beschaffen. natürlich ist dies nicht das primäre ziel aber dennoch eine willkommene/geplante sekundäre begleiterscheinung der iniative.

      bevor ich hier in der luft zerpflückt werde, möchte ich noch zum ausdruck bringen, dass ich die hilfe der usa nicht gänzlich verurteile – ihr schnelles eingreifen war für das hilflose volk dennoch ein segen und ein grundstein für die langfristige hilfe!

      grüße

      ps: rohstoffkarte haiti (roten kreise sind die großen ölfelder) http://3.bp.blogspot.com/_MAIDScDNy6I/S1koNTZeRrI/AAAAAAAAFCQ/YOI813ylhi0/s1600-h/HaitiMineralien.JPG


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