Der Balken im Auge des Zentralrates [Update]
geschrieben am 22. Juni 2007 von Spiegelfechter
Wenn ein deutscher Politiker vom ungeschriebenen Gesetz abweicht, Israel im Nahost-Konflikt als reines Opfer zu sehen, das an der hoffnungslosen Situation in den Palästinensergebieten und an den Spannungen zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten nicht einmal eine Teilschuld trägt, so muss sich dieser Politiker auf eine geharnischte Breitseite des Zentralrates der Juden einstellen. Wer völkerrechtswidrige Handlungen als solche bezeichnet, muss damit rechnen, antiisraelische Reflexe und moralische und inhaltliche Defizite unterstellt zu bekommen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland vertritt stets eine Linie, die der Politik Israels gegenüber durch Nibelungentreue gekennzeichnet ist und sich jegliche fundierte Kritik von außen verbietet. Seine Beschuldigungen wirken oft inflationär undifferenziert.
Dass sie in der politischen Realität angekommen ist, musste nun auch die neugegründete LINKE erfahren. Lafontaines differenzierter Blick auf die Nahostproblematik stieß Dieter Graumann, Vizevorsitzender des Zentralrates, anscheinend derart bitter auf, dass er sich zu einem populistischem Gegenschlag inspiriert sah. “Populismus pur, ohne jedes Gefühl von Verantwortung”, dies ist es, was Graumann Lafontaine unterstellt – diesen Schuh sollte sich Graumann allerdings lieber selbst anziehen.
Graumann zieht in seiner Philippika über den vermeintlichen Antisemitismus der LINKEN alle Register des Rabulismus und bemüht sich vollends, jeglichen Anflug von Differenziertheit und Objektivität auszusparen. Laut Graumann betreibt Lafontaine “eine Politik, die gekennzeichnet ist von krankhafter Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Staat”. Damit meint er zum Beispiel Lafontaines Plan, Iran einen Besuch abzustatten (was außer Israel und den USA alle Staaten nicht grundsätzlich ablehnen) und seine unbeantwortete Grundsatzfrage, ob Iran nicht ebenso wie Israel Atomwaffen haben dürfe. Diese Frage muss erlaubt sein, auch wenn man zu unterschiedlichen Schlüssen kommen kann. Der ehemalige französische Präsident Chirac sieht diese Frage beispielsweise gänzlich unaufgeregt und beantwortet sie mit einem Schulterzucken – es wäre „nicht sehr gefährlich“, falls Iran eine oder zwei Atombomben hätte, sagte Chirac laut „International Herald Tribune“. Teheran werde nämlich zerstört, sollte der Iran ein anderes Land mit Atomwaffen angreifen. Ist Chirac damit auch ein Antisemit mit antiisraelischen Reflexen?
In dem Ansatz der LINKEN mit Vertretern der Hamas zu sprechen, meint Graumann “wieder die alte SED-Linie” zu erkennen, die “vom aktiven Kampf gegen Israel gekennzeichnet gewesen sei”, da “schon die DDR-Führung die blutigsten Israel-Feinde unter den Terroristen im Nahen Osten massiv unterstützt [habe]“. Die Unterstützung der PLO durch die Staaten des Warschauer Paktes im damaligen Stellvertreterkrieg gegen den US-Verbündeten Israel ist sicher kein Ruhmesblatt der DDR-Geschichte, dies aber mit dem Ansatz zu vergleichen, mit der gewählten(!) Hamas Gespräche zu führen, zeugt von einer zutiefst undemokratischen und engstirnigen Sichtweise.
Die Palästinenser haben in ordentlichen Wahlen eine Vertretung gewählt – egal, wie westliche Staaten zur Hamas stehen, so ist es ganz und gar nicht zweckdienlich, sowohl Hamas zu dämonisieren als auch die palästinensische Selbstverwaltung an der ausgestreckten Hand verhungern zu lassen, indem man die Zahlungen einstellt. Ist man in Israel oder beim Zentralrat so naiv, zu denken, die Palästinenser würden angesichts der eskalierenden Situation die Schuld der Hamas geben und zur Israel wohlgesonneneren Fatah umschwenken?
Dass man mit dieser Abstrafungspolitik nicht nur die Hamas sondern das ganze palästinensische Volk in die Arme vermeintlicher Schurkenstaaten treibt, ist wahrscheinlich. Wenn Israel, die EU und die USA – also die größten Zahler – ihre Zahlungen einstellen, muss Hamas sich die Gelder anderswo besorgen. Und das Iran und Syrien mit diesen Zahlungen Einfluss gewinnen, ist selbstverständlich. Über diesen gestiegenen Einfluss im Nachhinein Krokodilstränen zu vergießen ist bigott. Die harte Hand der israelischen Politik treibt Palästina in die Eskalation – das unschuldige Blut israelischer Terroropfer geht so in Teilen auch auf die Rechnung dieser kompromisslosen Politik.
Mit der Linie, die israelische Politik als “reine Lehre” zu vertreten, steht der Zentralrat der Juden indes ziemlich alleine dar. Die “Jüdische Stimme” – die deutsche Sektion der in zehn Nationen wirkenden “European Jews for a Just Peace – EJJP” – geht mit dem Staat Israel und seiner Politik wesentlich differenzierter um und kritisiert die Politik Israels dort, wo Kritik von Nöten ist, wenn man sich auch nur einen Hauch von Objektivität bewahren will. Die Aufgabe des Zentralrates ist es, die Stimme der Juden in Deutschland zu sein und nicht das Sprachrohr einer – selbst in Israel selbst stark kritisierten – israelischen Regierung. Mit einer solchen Linie konterkariert der Zentralrat die ernsthaften und kritischen Stimmen derjenigen, die er zu vertreten vorgibt.
Graumann betont, der Zentralrat sei “natürlich keine Außenstelle der israelischen Regierung”. Andererseits “seien die Juden in Deutschland, was das Schicksal Israels angehe, Partei” – “Wir wollen und wir werden nie wieder Opfer sein”. Das will niemand – natürlich will dies auch Lafontaine nicht. Nur sollte man aufpassen, das man in der nach außen getragenen Opferrolle nicht schnell zum (Mit-)Täter wird. Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, doch den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wenn Graumann der LINKEN unterstellt, sie habe “Blut an ihren Händen”, so hat die israelische Regierung anscheinend kein Blut an ihren Händen – wenn sie es denn hätte, Graumann wäre sicher der erste, der dann die israelische Regierung kritisieren würde.
p.s.: Zum Thema Opfer sollte einem folgendes Zitat von Henryk M. Broder zu denken geben:
„Es stimmt, Israel ist heute mehr Täter als Opfer. Das ist auch gut und richtig so, nachdem es die Juden fast 2000 Jahre lang mit der Rolle der ewigen Opfer versucht und dabei nur schlechte Erfahrungen gemacht haben. Täter haben meistens eine längere Lebenserwartung als Opfer und es macht mehr Spass, Täter als Opfer zu sein.“
Update: Im aktuellen Freitag erschien ein empfehlenswerter Artikel über die Verleihung des Börne-Preises an Henry M. Broder:Die Achse des Guten. Dem gleichen Thema nimmt sich auch der Politblog an.
Jens Berger
Bildnachweis: Stern, Erklärung von Bern, Middle East Times, Bundesregierung
Kategorien: Ausland Deutschland
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Henryk M. Broder ist eine so peinliche Erscheinung, daß mir allein sein Name die Schamesröte (Fremdscham natürlich) ins Gesicht treibt. Er erinnert mich etwas an einen Hund – dieser Beissreflex gegen jeden der nicht seine Meinung teilt, das anpinkeln und ankläffen völlig Fremder und natürlich das zum-Anwalt-rennen (mit eingezogenem Schwanz) wenn ihm jemand mit seinen eigenen Mitteln antwortet.
Wie sich so jemand morgens im Spiegel (Achtung Wortspiel) ertragen kann… ist mir eigentlich völlig egal.
Aber falls es in Deutschland zu Pogromen gegen Muslime (bzw alles was dafür gehalten wird) kommt, dann wird HMB wohl in der ersten Reihe mit der Fackel in der Hand maschieren… es ist ja schöner Täter zu sein.
Ekelhaft dieses…
Hm, ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn sich jemand darüber äußert, was jemand anderes gesagt haben soll.
Gibt es irgendwo im Inet den Rede/Interviewtext von Lafontaine, indem die hier als “differenziertes Bild zur Nahostproblematik” bezeichneten Statements nachzulesen sind ?
Hm, irgendwie finde ich im Netz nichts gescheites.
Es wird zwar auf Zitate wie:
hingewiesen (was m.E. kaum einer differenzierten Sichtweise entsprechen würde), aber Belegstellen für diese Zitat z.B. fehlen.
Kann mir jemand weiterhelfen?
Was mich zunehmend stört, sind die beim Thema Nahost-Konflikt immer wieder herbeiphantasierten „ungeschriebenen Gesetze“, die es angeblich verhindern, dass Israel angemessen kritisiert wird. Wer sich die Presselandschaft vorurteilsfrei anschaut, wird genug kritischen Umgang mit Israel finden, insbesondere im SPIEGEL, aber ebenso in anderen großen meinungsbildenden Titeln. Der von Ihnen abgebildete Stern-Titel scheint mir da im Übrigen ein gutes Beispiel, denn „Was das Land so aggressiv macht“ mag vieles sein, aber bestimmt keine Darstellung Israels als „reines Opfer“ seiner Nachbarstaaten.
Auch über die „differenzierte Kritik“ Oskar Lafontaines kann man geteilter Meinung sein. Denn natürlich kann man einem Mann, der öffentlich auf Konferenzen von einer „World without Zionism“ träumt und den Holocaust in Frage stellt, mal einen „Besuch abstatten“. Die Frage ist nur: wozu eigentlich? Um bei einer Tasse Tee über die Endlösung 2.0 zu diskutieren, diesmal atomar? Mahmud würde das sicher gefallen, aber dass der Zentralrat da nicht in Applaus ausbricht, das kann ich schon verstehen. Und nur mal so am Rande: Wer kegelt, muss auch aufstellen – oder in anderen Worten: Wer so gern und so rabiat um sich keult wie Lafontaine, kann etwas gröberen Gegenwind gut vertragen.
Was die Hamas betrifft, so braucht man sie nicht zu dämonisieren, das tut sie nämlich ganz von alleine: mit ihrer konsequenten Weigerung Israel anzuerkennen genauso wie mit den unzähligen Attentaten und Toten, die sie mittlerweile auf dem Gewissen hat. Dass die Palästinenser auch noch dumm genug waren, ausgerechnet die Hamas zu wählen, ist schlimm, aber ein Grund für Gespräche ist es nicht. Hitler war auch gewählt, diskutieren hat bekanntermaßen nicht geholfen.
Mag sein, dass Israel Blut an seinen Händen hat, wahrscheinlich ist es so. Vieles ist falsch gemacht worden und manchmal war und ist wahrscheinlich ein Balken im Auge, aber am Ende steht für mich doch fest: Wenn die Hamas und ihre arabischen Brüder die Waffen niederlegen würden, wäre Frieden. Wenn Israel die Waffen niederlegen würde, gäbe es bald kein Israel mehr. Und so lange ich das glaube, kann Israel ruhig mehr Täter sein als Opfer.
@Limited
z.B.:
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Aussenpolitik/merkel-bt.html#3
oder:
http://suche.bundestag.de/searchSimple.do;jsessionid=2747F405217FB467430E1892230134FF
@Nr1
Bei dem “ungeschriebenen” Gesetz geht es nicht um die Medien, sondern um die offizielle Außenpolitik Deutschlands. Die Medien sind ein Thema für sich – ob einer der größten Verlage mit dem auflagenstärksten Blatt in seiner Betriebsverfassung die bedingungslose Solidarität mit Israel explizit erwähnen muss, ist auch eine Frage, die man stellen sollte.
-> Iran/Ahmadinedschad
Die sicherste Methode Ahmadinedschad und die fundamentalistischen Kräfte in Iran zu stärken, ist es mit bedingungsloser Härte vorzugehen, das Land zum Paria zu erklären und international zu isolieren. Wem es nicht um eine möglichst entspannte Lage im Nahen OSten geht, sondern darum, die “reine Lehre” zu vertreten und seine Ansicht mit allen Mitteln durchzudrücken, erreicht damit nur eine Strärkung der Kräfte in Iran, die man nicht haben will. Ahmadinedschad ist in Iran genau so unbeliebt, wie z.B. in Deutschland. Ihn in die internationale Verantwortung zu nehmen, ist die beste Methode, ihn zu zähmen. Der Hitler/Appeasement Vergleich ist ebenso dumm, wie unzutreffend.
-> Hamas
Das ist die typisch bigotte Einstellung zur Demokratie. Man tötet dafür, sie weltweit zu verbreiten und wenn die “dummen” Menschen von ihr anders Gebrauch machen, als “wir” und das so wünschen, werden sie entweder für “dumm”, “unreif” oder “fundamentalistisch” erklärt. Der Westen muss sich da schon entscheiden. Wenn es Ziel sein sollte, “unsere Hurensöhne” an die Macht zu bringen, so soll man das sagen und nicht von “Demokratie” palavern.
@ Spiegelfechter
Die verlinkten Texte sind doch etwas älter oder nicht wirklich einschlägig.
Ich bin halt etwas irritiert darüber, was der konkrete Anlass ist z.B. warum Graumann ( hier dessen Erklärung sich im Original) sich so vehement äußert.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/Kommentare;art141,2326037
Das Schlingern der Linken kann ich auch nicht so richtig verstehen, auch zu fordern, dass man ohne Vorbedingungen mit der Hamas verhandeln solle, ist m.E. wenig “differenziert”, sondern etwas weltfremd.
@Limited
Jein – die Frage der Vorbedingungen läuft zwangsläufig auf die Anerkennung Israels durch die Hamas hinaus und dies ist ein heißes Eisen.
Die Palästinenser müssen Israels Existenzrecht anerkennen ohne dessen Grenzen zu kennen (Israel blockt das Oslo-Abkommen ja bis heute), während Israel das Existenzrecht eines palästinensischen Staates nicht anzuerkennen braucht? War nicht dies der Sinn der Verträge von Oslo?
Israel spielt bei dieser Frage übrigens va banque:
http://www.uri-avnery.de/magazin/drucken.php?artikel=357&type=2
Wie bei so vielen Dingen, ist die Antwort nicht gerade einfach.
btw.: In diesem Punkt vertrete ich persönlich eine gänzlich andere Meinung als Lafontaine oder die LINKE.
“Dass die Palästinenser auch noch dumm genug waren, ausgerechnet die Hamas zu wählen, ist schlimm”
Ich denke jeder von uns hätte genauso gewählt an ihrer Stelle. Wenn man die Wahl hat zwischen einem korrupten Haufen von Banditen, die sich auf Kosten ihren Volkes bereichern und ihre Rechte verschachern und einer Organisation die zu ihrem Wort steht, sich bedinglos für die Interessen der Bevölkerung einsetzt, absolut korruptionsfrei ist und (auch nach Meinung westlicher humamintärer Organisationen) tadellose Wohlfahrtsarbeit leistet, wen würde man wohl wählen?
Es ist natürlich lustig anzusehen (wenn das für die Leute nicht so todernst wäre), das jetzt die Fatah mit Geld vollgestopft wird (das ihre Funktionäre sicher zum Wohle des Volkes in neue S-, C-, E- und M-Klassen anlegen werden), während die korruptionsfrei Hamas kein Geld bekommt, weil sie es ja sicher zweckentfremden würde.
“Wenn die Hamas und ihre arabischen Brüder die Waffen niederlegen würden, wäre Frieden.”
Man kann ja unterschiedlicher Auffassung über die Erfolge des Widerstands gegen Israel sein, aber es wohl eine nicht zu leugnende Tatsache das, so zynisch es klingen mag, kein Mensch in im Westen überhaupt nur wüsste, das es Palästinenser gäbe, würden sie nicht regelmäßig sich oder Israelis in die Luft springen.
Wenn sich dort keiner gegen Israel wehren würde, würde man einfach sagen “ist ja alles super” und es würde nicht mal jemand über einen palästinensischen Staat nachdenken. Jetzt sind wir zumindest da, das das eines fernen Tages für möglich gehalten wird.
“Wenn Israel die Waffen niederlegen würde, gäbe es bald kein Israel mehr.”
Israel könnte sehr wohl seine Waffen niederlegen, nur müssten sie dazu mit ihren Nachbarn Frieden schließen. Die Araber haben (nicht ohne Grund) die Auffassung im Recht zu sein, nur können sie es militärisch nicht durchsetzen. Deshalb müsste Israel zumindest versuchen, ihnen den Verzicht auf ihr Recht schmackhaft zu machen, stattdessen sind für die Israelis bei Friedensverhandlungen die Araber nur Bittsteller, die froh sein können, wenn sie überhaupt etwas bekommen, man denke nur, als es noch Verhandlungen gab, an das Geschacher um jeden Quadratmeter Westjordanland. Obwohl kein Land der Welt Israel auch nur einen Zentimeter davon zugesteht ist Israel immer noch nicht bereit es vollständig an die Palästinenser zu übergeben.
Solang sich das nicht ändert muss man wohl davon ausgehen, das Israel sich lieber im Dauerkrieg befindet als Kompromisse für einen Frieden einzugehen.
@spiegefechter
=> Sie werden in fast jeder deutschen Partei Politiker finden, die durchaus auch Kritisches gegenüber Israel vorzutragen haben. Die von Ihnen beschriebenen Denkverbote gibt es nicht. Und mit der offiziellen Außenpolitik Deutschlands hat Lafontaine nichts zu tun. Und das ist, Verzeihung, gut so.
Der Springer-Verlag hat die von Ihnen angesprochene Solidarität tatsächlich in seinen Statuten. Das Wort bedingungslos muss ich allerdings überlesen haben. So oder so: Es bleibt jedem überlassen, von welchem Verlag er sich informieren lassen will.
=>Der Hitler-Vergleich bezog sich nicht auf Ahmadinedschad, sondern auf die Hamas. Er sollte veranschaulichen, dass ein gewählter Vertreter nicht besser als ein nicht gewählter sein muss. Das hat wohl kaum etwas mit Appeasement zu tun. Wenn Sie mich schon für dumm erklären, dann bitte aus den richtigen Gründen. Aber ich denke, da werden Ihnen sicher noch ein paar andere einfallen.
=>Ich persönlich finde es abstoßend, wenn ein deutsches Staatsoberhaupt oder sonstwer mit einem Holocaust-Leugner grinsend in die Kamera winkt. Wenn Sie meinen, dass sei nötig, um den Iran in die internationale Gemeinschaft zu integrieren, bittesehr. Aber ich brauche das nicht.
=>Zum Thema Demokratie habe ich eigentlich keine bigotte Einstellung. Jeder soll wählen, wen er möchte. Allerdings muss er dann auch mit den Konsequenzen leben. In diesem Fall heißt das eben: internationale Ächtung. Und womit? Mit Recht.
Ja, die Lage ist außerordentlich verworren.
Mit dafür verantwortlich ist m.E. auch die Einflußnahme von außen – auf beiden Seiten.
Daher bin ich der Ansicht, dass dies zu aller erst die Palästinenser mit den Israelis ausmachen müssen.
Wenn die israelische Regierung daher der Meinung ist, dass die Hamas kein Ansprechpartner ist, um in Verhandlungen gemeinsam ein wie auch immer geartete Zukunft zu gestalten, sollte man das m.E. respektieren.
Im “Untergrund” wird man ja dessen ungeachtet wohl Kommunikationskanäle pflegen.
Die Anerkennung von Existenzrechten – ist meiner Meinung nach auch eher etwas symbolisches – ein Ansatz Vertrauen zu schaffen. Eine große Geste, aber keine Festlegung für Staatsgrenzen u.ä..
@11 Nr1
-> Kritik an Israel in der Politik
Oh ja – es gibt einige wenige Politiker, die idT Kritik üben. So z.B. Frau Wieczorek-Zeul – ich muss wohl nicht erwähnen, wie so etwas ausgeht? Nur laut poltern, dann kommt die Schere im Kopf von ganz alleine.
Die Aussage, dass ein Abgeordneter des Deutschen Bundestages nichts mit der offiziellen Politik zu tun hätte, lass ich an dieser Stelle mal lieber unkommentiert.
-> Internationale Ächtung
Wenn das Ihre Einstellung ist, so bleibt Ihnen das unbelassen. Aber bitte beschweren Sie Sich nicht, wenn der in die Ecke getriebene Hund auf einmal beißt. Die Politik-, Friedens- und Konfliktforschung hat da schon sehr genaue Vorstellungen, wie ein friedliches Zusammenleben möglich sein könnte. Wenn Sie die Eskalation bevorzugen, ist das Ihre Sache – sich dann über die Folgen zu beschweren, ist indes naiv.
@Limited
Prinzipiell stimme ich Dir zu – aber ich bin der Meinung, dass man kaum einen Friedensprozess starten kann, bei dem wichtige Stellen nicht am Tisch sitzen. Sowohl die USA als auch Iran und Saudi-Arabien müßten mit im Boot sitzen. Leider ist diese Vorstellung illusorisch – genau wie ein Frieden in Nahost. Leider :-(
Nachtrag zu 14:
Israel hat natürlich das Recht, seinerseits auf Sicherheitsgarantien zu bestehen – und dies ist mE auch der Knackpunkt an der harten Linie Israels.
Aber Israel muss einsehen, dass diese Sicherheitsgarantien nur am grünen Tisch erzielt werden können – und auch nur in einem friedlichen Dialog. Wenn man nicht mit Iran spricht und (s.Artikel) Gespräche mit Iran auch von anderen Akteuren vehement ablehnt, so ist man von gegenseitigen(!) Sicherheitsgarantien, die Grundlage ernster Gespräche und nachhaltiger Lösungen sind, Lichtjahre entfernt.
@ 4 Nr1
“Wer sich die Presselandschaft vorurteilsfrei anschaut, wird genug kritischen Umgang mit Israel finden, insbesondere im SPIEGEL, aber ebenso in anderen großen meinungsbildenden Titeln.”
Da muß ich Ihnen voll und ganz recht geben. Der Spiegel ist sehr objektiv, es wird regelmäßig thematisiert, dass Israel sich an keine Resolution hält, tausende Palästinänser ohne Anklage gefangen hält und eine Apartheidpolitik betreibt. Mit Freude stelle ich fest wie diese Sachen immer wieder angesprochen werden. Auch bezüglich des Mauerbaus in Israel (laut Int. Gerichtshof Völkerrechtswiedrig) gab es einen Aufschrei der wochenlang nicht enden wollte.
“Denn natürlich kann man einem Mann, der öffentlich auf Konferenzen von einer „World without Zionism“ träumt und den Holocaust in Frage stellt, mal einen „Besuch abstatten“. Die Frage ist nur: wozu eigentlich? Um bei einer Tasse Tee über die Endlösung 2.0 zu diskutieren, diesmal atomar?”
Auch hier muß ich Ihnen vollkommen recht geben. Haarspaltereien sind hier fehl am Platz. Wen interessiert eigentlich ob der Mann falsch übersetzt wurde. Wir wissen doch alle, dass der Spiegel Menschen beschäftigt, die besser Farsi sprechen, als jeder Iraner. Wie können sich die Iraner erdreisten, zu behaupten, die Übersetzungen der westlichen Presse wären falsch. Selbst ein Freund (Iraner) von mir meinte er wüßte es besser, ich habe ihn selbstverständlich sofort gemaßregelt.
Und da ist dann noch sie Atombombe, die Herr Ahmadinedjad gerne hätte. Ich wette, das die Beweise demnächst der UN vorgelegt werden (s. Powell, mobile Labors f. B-Waffen). Dann wird auch der letzte kappieren, warum der “Westen” den NPT gebrochen und unbegründet Sanktionen beschloßen hat. Ja, wir wären eigentlich verpflichtet dem Iran bei seinem zivilen Kernkraftprogramm zu helfen, dass ist aber hier unwichtig. Auch das der Iran Kontrollen zuläßt ist egal, wichtig sind hier die Vermutungen. Außerdem sind wir die wahren Demokraten und deswegen immer im Recht.
“Was die Hamas betrifft, so braucht man sie nicht zu dämonisieren, das tut sie nämlich ganz von alleine: mit ihrer konsequenten Weigerung Israel anzuerkennen genauso wie mit den unzähligen Attentaten und Toten, die sie mittlerweile auf dem Gewissen hat. Dass die Palästinenser auch noch dumm genug waren, ausgerechnet die Hamas zu wählen, ist schlimm, aber ein Grund für Gespräche ist es nicht. Hitler war auch gewählt, diskutieren hat bekanntermaßen nicht geholfen.”
Recht haben sie. Wieso sollte Israel eine gewählte Regierung anerkennen. Wen interessiert die Meinung der Palästinenser? Das die vertrieben wurden und in einer Art Freiluftgefängniss leben ist doch kein Grund Israel nicht anzuerkennen. Auch diese Hirngespinnst das 10 mal so viele Palästinenser durch Israelis sterben, wie umgekehrt halte ich für Blödsinn. Die Palästinenser sind die Agressoren und das sie sich der radikalen Hamas zuwenden ist nicht durch Armut, mangelnde Infrastruktur, mangelnde Bildung und Unterdrückung zu erklären sondern ein weiterer Beweis für deren Hass auf demokratische Staaten wie Israel. Es gibt doch sicher hunderte Studien, die belegen, dass Radikalisierung nichts mit den Lebensumständen und Bildung zu tun hat.
“Wenn die Hamas und ihre arabischen Brüder die Waffen niederlegen würden, wäre Frieden. Wenn Israel die Waffen niederlegen würde, gäbe es bald kein Israel mehr. Und so lange ich das glaube, kann Israel ruhig mehr Täter sein als Opfer.”
Ein großartiger Abatz. Wahnsinn. Hier bin ich selbst mit meinem Sarkasmus am Ende. Hier wird doch tatsächlich versucht, grausame Taten mit einer Annahme nicht etwa nur zu entschuldigen, sondern sogar ins Positive zu verkehren. Eine Mitschuld wird gar nicht erst in betracht gezogen.
Und da haben sie ihr Problem, sie wollen objektiv sein, können es aber nicht. Wie kann man sonst erklären, dass sie viele Punkte gegen die Kritiker, aber nicht einen für selbige anführen.
Im letzten Absatz zeigen sie dann ihr wahres Gesicht, geben sie uns doch indirekt zu verstehen, dass es alleine an der anderen Seite liegt diesen Konflikt zu beenden und nicht an Israel. Israels Unschuld an der Situation, wie sie sich darstellt, ist für sie Fakt.
Das sehe ich anders.
Die bisherigen Verhandlungen, bei der die jeweiligen Parteien am Tisch waren, haben ja nur geringen Erfolg gezeigt.
Kernproblem dabei war, dass irgendein mehr oder weniger gut gemeinter Kompromißvorschlag auf dem Tisch lag und Palästinenser und Israelis auf äußeren Druck hin dann zugestimmt haben.
Innenpolitisch ist es dann gescheitert, da die relevanten Einflussgruppen nicht einverstanden waren.
Jedes Abkommen, dass nicht von einer breiten Basis sowohl von Seiten der Israelis wie der Palästinenser getragen wird, ist zum Scheitern verurteilt.
Und diese Bereitschaft zum Kompromiss muss von innen kommen – nicht von aussen – aber bis dahin vergehen noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.
@17 Limited
Ich kann mich nicht erinnern, dass Iran, Syrien, Jordanien oder Saudi-Arabien an den Oslo-Gesprächen teilgenommen haben – auch in Wye, Scharm el-Sheikh oder Camp David waren diese Staaten nicht anwesend. Dafür schwebte über allem die USA als “ehrlicher Makler”. Ein grundfalscher Ansatz – wer soll Israel denn bitte Sicherheitsgarantien geben, wenn die Staaten, die für Israel potentiell bedrohlich sind, gar nicht mit am Tisch sitzen?
Es ist in allen wesentlichen deutschen Medien verboten, überhaupt nur den Begriff “Zentralrat der Juden” in einem Posting zu erwähnen, so im SPIEGEL-Forum, in der WELT, in der FAZ und auch in der SZ.
Der jüdische Professor Rolf Verleger hat einen offenen Brief an den Zentralrat geschrieben, in dessen Präsidium er damals noch Mitglied war:
http://www.sueddeutsche.de/imperia/md/content/pdf/deutschland/brief_von_rolf_verleger.pdf
Er wurde daraufhin als Vorsitzender der israelischen Kultusgemeinde von Schleswig-Holstein abgesetzt und aus dem Zentralrat ausgeschlossen. Herr Cramer und Frau Knobloch bezeichneten ihn öffentlich als “verwirrt”. Von Herrn Hamburger wurde er angeblich als “Volksschädling” bezeichnet:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/arno_hamburger_der_siegfried_von_nuernberg/
Aber auch die Süddeutsche mußte gleich alle Postings zu einem Artikel über den Zentralrat löschen, bei dem es um die angebliche Ausladung Frau Knoblochs zur Eröffnung des jüdischen Museums in München ging:
http://schweigenzuisrael.blogger.de/20070324/
Der Zentralrat der Juden ist eine vom deutschen Steuerzahler finanzierte Einrichtung, die eigentlich nur Hass schürt. Beispielsweise hat der Zentralrat auf seiner Webseite
http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/70.html?start=15
den Abbruch der diplomatischen Beziehungen Deutschlands zum Iran gefordert und wörtlich geschrieben:
“Freiheit und Frieden werden in Israel verteidigt.”
Frau Knobloch macht auch in Reden deutlich, daß Deutschland außer seiner Zahlfunktion für sie keinen Wert hat:
„Israel ist und bleibt unsere religiöse und geistige Heimat“,
http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/70.html?start=21
Es ist erfreulich, daß hier über den Zentralrat berichtet wird.
Die kurioseste Meldung über die Hetzereien des Zentralrates erschien jedoch in der befreundeten WELT und ist bis heute online.
“Zentralrat der Juden warnt vor Terror-Transrapid”, lautet der völlig verrückte Titel:
http://www.welt.de/wirtschaft/article903541/Zentralrat_der_Juden_warnt_vor_Terror-Transrapid.html
Wenn der Transrapid ein Terror-Transrapid ist, was ist dann ein Atom-U-Bott für Israel? Richtig, eine friedenserhaltende Verteidigungswaffe. Der Transrapid wird nämlich von linksliberalen, antisemitischen Terroristen direkt von Teheran nach Tel Aviv gelenkt, wo er dann explodieren soll.
Übrigens: Prof. Rolf Verleger ist Psychiater und im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie. Diese sollte sich des Zentralrates einmal aus humanitären Gründen annehmen.
@Jörg Sutter
Die kurioseste Meldung über die Hetzereien des Zentralrates erschien jedoch in der befreundeten WELT und ist bis heute online
Da habe ich doch schon längst was drüber geschrieben ;-)
BILD kämpft gegen die Mullahschwebebahn!
Das ist zwar “nur” eine Glosse – aber diese Artikelform erscheint mir des Themas auch absolut angemessen.
@ Spiegelfechter
Die Sicherheitsgarantie im Großen erfolgt ja durch die USA und auch die EU.
Iran, Syrien und auch andere Länder der Region sind aus überwiegend innenpolitischen Gründen (hat man ja ein schönes Feindbild, mit dem man von inneren Problemen ablenken kann), nicht daran interessiert, die Situation wirklich zu lösen.
Hier werden die Palästinenser von scheinbaren Freunden ziemlich instrumentalisiert.
Sollte in mittelbarer Zukunft jedoch zwischen Palästinensern und Israelis eine Vereinbarung getroffen werden, entfällt auch die angemasste Beschützerposition – eine weiter aufrecht erhaltene Bedrohung Israels wäre nicht mehr vertretbar.
Und meine Intention war es keineswegs Kritik, sowohl gegenüber der israelischen Regierung, wie der palästinensischen Seite zu verbieten.
Ich würde aber dafür plädieren, dies extremst sachlich zu formulieren um die jeweilige Wagenburgmentalität nicht noch zu schüren.
Und weiter auch die gemäßigten Gruppen auf beiden Seiten zu unterstützen, die extremen jedoch aussen vor lassen (auch die Fatah hat eine radikalen Flügel, der sich nur wenig von der Hamas unterscheidet, ebenso gibt es radikale durchgeknallte israelische Siedler, Politiker u.a..).
Der Zentralrat schießt mit seiner überbordenden Kritik hier deutlich über das Ziel hinaus.
Zum Thema Broder und Börne-Preis. Politblog:
H.M. Broder: Ein Hassprediger erhält den Börne-Preis
Wer diese Frage wirklich beantworten will muss das Thema vertiefen und genau dort beginnt die Feigheit der meisten Leut.
Ich mach das recht häufig und kann mit dem Widerspruch leben!
Es ist aber eine Ambivalenz zu diesem Land und den Einwohnern das ich kenne!
Hallo Jens,
noch vor kurzem hatte Michael Wolffsohn argumentiert, dass der Zentralrat der Juden tatsächlich ab und zu gegen offizielle israelische Politik antritt – das Beispiel, das er vorgebracht hat (~”deutsche Juden sollen nach Israel auswandern” soll Israel gefordert haben) hatte natürlich recht wenig mit dem Nahostkonflikt zu tun..
@Nr1 [#4]:
Einen Tag nach dem Feuilleton durch Wolffsohn kam das Feuilleton im Deutschlandradio von Alan Posener, der sich beschwert hatte, dass Israel keine Lobby in Deutschland hätte.. Dabei war an drei Tagen hintereinander im Deutschlandradio das Feuilleton von inoffiziellen Israel-Lobbyisten gefüllt!
Natürlich kann man Israel kritisieren, aber man erreicht ziemlich schnell die Grenze dessen, was Medien ausstrahlen und der Gegenwind ist nicht nur scharf, sondern auch verdammt kalt! Das hat letztes Jahr dazu geführt, dass man “abwarten und sehen möchte”, wie die Bombardierung Libanons ausgehen wird.. und hinterher sollten die Libanesen beschnitten werden, während auf israelischem Boden bis heute keine internationalen Beobachter untergebracht sind!!
Anlässlich der Gründung der Partei “Die Linke“, deren außenpolitischer Sprecher Norman Paech ist, lässt Michael Miersch, Co-Autor Hendryk Broders für die Webseite „Achse des Guten“ das geneigte Publikum an einer seiner Entdeckungen teilhaben. Paech, Professor Emeritus für öffentliches Recht an der Universität Hamburg, sagte in einem Interview mit der Netzeitung: “: «Die Frage des Existenzrechts kann nur am Ende eines Verhandlungsprozesses stehen, ebenso die Frage der Grenzziehung.» Es entspreche internationalen Gepflogenheiten, nur die Anerkennung der Existenz zu verlangen und nicht des Existenzrechts. Denn dies sei eine «verbale Überhöhung». http://www.netzeitung.de/deutschland/594331.html
Der Artikel, dem dieses Zitat entnommen wurde, stammt vom 24. März 2007. Michael Miersch wiederum scheint diesen Artikel erst am 16. Juni 2007 entdeckt zu haben und nutzt ihn zu dem Aufmacher:
„Das Existenzrecht Israels existiert nicht, sondern nur als verbale Überhöhung“
Zitat Norman Paech, Bundestagsabgeordneter und außenpolitischer Specher von „Die Linke“ (seit gestern die nach Mitgliederzahl drittgrößte Partei Deutschlands).
Ulrich Sahm von n-tv wiederum “meldet” das gleiche in seinem Verkündungsorgan für halbseidene Meldungen, dem Forum von n-tv:
http://n-tv.de/foren/nachrichten/ausland/FORUM100/msg514727.php
Sein Schluss:
Zitat:
bei Broder gefunden. Wohin soll ich meine Frau in Sicherheit bringen, die hat nur einen israelischen Pass. Meine Tochter hat auch einen deutschen Pass und ich selber bin halt nur Deutscher, also kein Problem. Aber wohin mit meiner Frau und noch 6 Millionen weiteren Israelis. Wenn selbst für die drittgrößte Partei Deutschlands Israels Recht auf pure Existenz nur eine “verbale Überhöhung ist”, dann wird hier wohl bald schluss sein.
Dann ist ja wohl ein weiterer Genozid an Juden nicht mehr ausgeschlossen. Denn der Begriff “Endlösung” war keineswegs nur eine “verbale Überhöhung”.
Zitat Ende
Die Stoßrichtung ist klar: Die Linke unterstützt den Genozid an “6 Millionen Juden” (assoziieren erwünscht).
Auf mehrmalige Nachfrage nach einer Quelle für das “Zitat” liefert er alles mögliche: Von der Netzeitung, “Broder” und PI bis zum SciFi-Forum und LizasWelt – alle, bis auf Broders Kamerad Miersch – zitieren völlig korrekt. Nicht mal PI fälscht das Zitat, wenngleich die Schlussfolgerungen natürlich ähnlich wie die von Sahm sind.
Das Zitat steht auch nachdem mehrere Teilnehmer und der Moderator des Forums auf die Fälschung aufmerksam gemacht haben, noch immer im Forum. Miersch hingegen hat seine Fälschung korrigiert, im Cache von Google ist das aber noch zu bewundern.
Sieht so aus, als habe sich der Zentralrat gemeinsam mit dem, was manche Israel-Lobby nennen, die Züchtigung der Linken auf die Fahnen geschrieben – ich bin gespannt, was noch alles folgt und ob die Medien sich schon wieder zu einer der hysterischen Kampagnen hinreißen lassen. Ist ja Sommer und es wurde lange kein angeblicher Antisemit durch Dorf getrieben – den Kampagneros muss langweilig sein.
Ach ja, die Denunziation der Linken geht natürlich noch weiter:
http://n-tv.de/foren/nachrichten/ausland/FORUM100/msg515406.php
Diesmal allerdings mit Quellenangabe “Focus”.
Einer der Teilnehmer liefert allerdings interessante Hintergründe zu diesem Vorgang:
http://n-tv.de/foren/nachrichten/ausland/FORUM100/msg515514.php
@Kati
Danke für die Infos.
Ich schätze einmal, je besser die “Umfragewerte” der LINKEN werden, desto ruchloser werden die Kampagnen. Un je konzilianter Teile der SPD auf die LINKEN zugehen, desto kälter wird der Wind aus der Ecke der “Kulturkämpfer”.
@Spiegelfechter
Nee, ich habe zu danken für die hervorragenden Berichte hier. Ich denke auch, dass die Aufgeregtheit mit zunehmenden Zustimmungszahlen ebenfalls steigen wird. Wenn jetzt allerdings schon mit 6 Millionen und Genozid argumentiert wird, frage ich mich, welche Steigerung da noch möglich sein soll.
PS: Ich habe aus Versehen die Email-Benachrichtigung nicht “enthakt” und nun bekommen ich die Meldung “You may not access this page without a valid key.” Könntest du das für mich abstellen?
mein gott, jetzt hat sich auch noch das Pofalla eingeschaltet…
hochgradig übelkeitserregend
http://www.cdu.de/index_20126.htm
kann jemand den bitte abstellen?
Man muss bspw. aber auch sehen, welche Leute sich drüben im Politblog beim Anblick von Broders Namen sogleich reflexhaft entleeren müssen.
Versuch einer Erklärung: Broder versucht stets maximale Distanz zum Braunkohl und zu den Toitschtümlern zu halten. Das hat sich zu einem wechselseitigen polemischen Prozess entwickelt – und so ist Broder auf viele seiner heutigen Positionen gelangt. Motto: Wenn der Nazi wie angestochen loskreischt, muss meine Position schon richtig sein. Ist ja auch teilweise was dran …
Wer die (durchaus kritikwürdigen) Stellungnahmen einiger Vertreter des Zentralrats angreifen will, der sollte tunlichst vermeiden antisemitische Sprachbilder wie das von der (jüdischen) “Rabulistik” (von Goebbels et al verwendet) zu verwenden und komplett indiskutable (so tief kann man nämlich nicht schiessen) blogs wie das politblog zu verlinken.
Das war ein ganz tiefer Griff in die Scheisse, mein Lieber.
@Felix Deutsch
-> “Rabulistik”
Wer einen Hammer in der Hand hält, sieht um sich herum eine Welt voller Nägel.
Die Kommentare im Politblog sind teilweise komplett daneben. Die Blogger dort sollten mal über ihre großzügige Kommentarpolitik nachdenken, würde ich auch sagen. Sogar Broder hat ja nachgedacht und seine innige Verbindung zum braunen Ausländer-Raus-Blog PI etwas gelockert, indem er den Link entfernt hat.
Es ist ja auch zu peinlich, so ein Blog zu verlinken. Angesichts der langen Zeit, die Broder diesen Leuten die Stange gehalten hat, halte ich die Behauptung, dass Broder da auf Distanz achtet, jedoch für stark übertrieben. Solange es gegen Moslems geht, haben da weder Broder, noch Sahm noch Posener Berührungsängste. Alles drei “Freunde Israels”, die Werbung für PI gemacht haben und machen. Was soll man davon halten?
Sahm zum Beispiel hier: http://www.n-tv.de/631590.html
Das Blog, von dem die Rede ist, war PI. Der Link wurde dann aber doch lieber entfernt. PI war damals seeehr enttäuscht, vor allem, weil diese Verlinkung auf einer der größeren Seiten im www so schön viele Zugriffzahlen generiert hat… Wenn ich mich richtig erinnere, hat Herre damals von Zugriffszahlen weit über dem üblichen Bereich geschwärmt, weil sie erstmals die 1000 oder 10000er Grenze durchstoßen hatten. Jedenfalls eine runde Zahl, ich glaube, 1000. Voller Erfolg also.
Posener hat diese Brownies erst vor kurzem als Kollegen bezeichnet – ich würde mich ja schämen, mich mit sowas auf eine Stufe zu stellen, aber jeder, wie er kann: http://debatte.welt.de/weblogs/148/apocalypso/23699/warum+wir+fuer+israel+sind?page=1&print=1
Langsam wird das ganze jedoch wirklich zu entblößend und nachdem man für ordentlich Zulauf bei diesen Rassisten gesorgt hat, zieht man sich “unauffällig” zurück. Nicht, dass man mit diesem Dreck in Verbindung gebracht wird. Für mich sieht es so aus, als brauchte Broder sich nicht zu wundern, dass er nicht mehr ernst genommen wird.
Broder bekommt einen Preis – von Herrn Markwort.
Nun, dass passt wwirklich vorzüglich zueinander.
Broder würde ich aber nicht als Einzelphänomen seheh.
Das ist ein Alt 68er Ding. Viele derjeinigen, die in dieser Zeit sozialisiert wurden oder sich engagierten, haben im Laufe ihres Lebens einen radikalen Kurswechsel vollzogen.
Horst Mahler wurde Nazi, Broder islamophob und Bushsänger, Schröder raucht im Brionianzug Coibas, Clement räsoniert über Sozialschmarotzer.
Einige Merkmale sind dabei sehr ähnlich. Unfähigkeit zur Selbstkritik, apodiktisches Urteilen, Zynismus und rhetorisch verpackte Menschenverachtung.
Man kann nur hoffen, dass sich das “rauswächst”.
Hier noch ein Nachtrag zum Posting #19 von Jörg Sutter,
Berliner Erklärung “Schalom 5767″ gefunden in – Blätter für deutsche und internationale Politik 2′07 ( http://www.blaetter.de ) – Petition von Jüdinnen und Juden aus Deutschland für eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes (Wortlaut)
“Der Libanonkrieg des vergangenen Jahres löste eine Debatte über das besondere Verhältnis zu Israel aus. Auch innerhalb des Zentralrates der Juden in Deutschland kam es zu Diskussionen, nachdem dessen Präsidium zur Solidarität mit Israel und dessen militärischen Vorgehen aufgerufen hatte. Mit dem Lübecker Professor für Neurophysiologie Rolf Verleger, dem Landesvorsitzenden der jüdischen Gemeinschaft in Schleswig-Holstein, kritisierte auch ein Mitglied des Direktoriums die Haltung des Zentralrats. In einem Brief an die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, warf Verleger dem Präsidium vor, in seinen öffentlichen Stellungnahmen die dunkle Seite der israelischen Politik im Libanon und gegenüber den Palästinensern zu verschweigen. Der jüdische Staat diskriminiere und bestrafe andere Menschen kollektiv, praktiziere Tötungen ohne Gerichtsverfahren und lasse ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legen. Er wurde daraufhin von seiner Lübecker Gemeinde als Vorsitzender der jüdischen Gemeinschaft in Schleswig-Holstein abberufen. Am 15. November 2006 veröffentlichte die – Frankfurter Rundschau – auf ihrer Dokumentationsseite das – Manifest der 25 – , eine ausführliche Stellungnahme renomierter deutscher und österreichischer Friedensforscher und Nahostexperten zu den – besonderen Beziehungen – zwischen Deutschland und Israel ( http://www.fr-online.de/doku/?em_cnt=1009679 ). Darin fordern sie eine Haltung der Freundschaft gegenüber Israel, die aber stets auch Kritik erfordere.
Bereits Ende September 2006, zu Beginn des neuen jüdischen Jahres 5767, hatten sich auf Initiative von Rolf Verleger – jüdische Menschen aus Deutschland – , so die Presseerklärung, in Berlin getroffen, um eine Berliner – Erklärung – zu verfassen. Ihr Ziel ist es, die deutsche Bundesregierung zu einer Politik zu bewegen, die eine friedliche und gerechte Lösung für die beiden verfeindeten Länder, Israel und Palästina, anstrebt – damit das Jahr 5767 ein Jahr des Friedens wird -. Erstunterzeichner dieser Erklärung sind 60 jüdische Bürgerinnen und Bürger, darunter der Ehrenvorsitzende des Internationalen Auschwitz-Komitees, Kurt Goldstein, die Historikerin Hanna Behrend, der Philosoph Ernst Tugendhat sowie der Soziologe Michael Bodemann.”
http://www.schalom5767.de
P.S. vielen Dank an den Spiegelfechter für seine sachlich-kritischen Beiträge, weiter so
Obwohl ich nicht alle Standpunkte des Artikels teile, so muß ich gestehen, daß hier natürlich ein sensibler Punkt angesprochen ist. Die Rolle des Zentralrats ist phasenweise problematisch, wenn auch seine Aufgabe und Funktion unersetzbar ist. Allerdings hatte sich gerade letztes Jahr auch Frau Knobloch mehrmals im Ton vergriffen und Polemik nutzt im Grunde niemandem etwas.
Lafontaines neue Einlassungen kann ich nicht beurteilen. Wenn sie tatsächlich “differenziert” sind, so ist das Kopfschütteln ob der reflexhaften Gegenwehr natürlich angebracht. Gleichzeitig sollte man berücksichtigen, daß Lafontane zuweilen auch schon populistisch-nationalistische Töne angeschlagen hatte. Vielleicht erklärt sich die Reaktion auch daher?
@Marc:
“Die Rolle des Zentralrats ist phasenweise problematisch, wenn auch seine Aufgabe und Funktion unersetzbar ist.”
Seine Aufgabe wäre eigentlich die Repräsentierung der in Deutschland lebenden Juden und nicht das unbedingte Verteidigen jedweder israelischer Likud-Politik.
Indem der Zentralrat das aber tut und zB eine Wieczorek-Zeul anpflaumt wenn sie die israelischen Clusterbomben im letzten Libanonkrieg anspricht, dann delegitimiert er sich, weil er damit nicht die Meinung aller deutschen Juden vertritt.
In anderen Ländern gibt es bereits jüdische Organisationen wie die Independent Jewish Voices in UK und Australien, die sich durch ihre jeweiligen “Repräsentanten” nicht vertreten fühlen und zeigen wollen dass die Israellobby nicht für alle Juden spricht.
Anders gesagt gäbe es also eine Alternative zum Zentralrat, wenn nämlich die Juden in Deutschland eine ähnliche Alternativgruppe gründen würden, die nicht mehr bedingungslos Israel verteidigt sondern sich wieder der eigentlichen Aufgabe zuwendet.
@DaRockWilda: Wenig anderes war mit meinem kurzen Hinweis gemeint; die oftmals wie konditioniert (Pawlow?!) erscheinenden Reaktionen sind häufig mehr als kontroproduktiv und schaden dem eigenen Renommee des Zentralrats. Deshalb: Vertretung der in Deutschland lebenden Juden unabdingbar, Art und Weise, wie diese Aufgabe wahrgenommen wird, stellenweise problematisch.
@Marc:
Okay, war auch mehr als allgemeiner Kommentar gedacht und nicht unbedingt Wort für Wort auschließlich auf dich gemünzt.
Es stellt sich dann die Frage wie man das Problem löst. Entweder durch Änderung des Zentralrats von innen oder durch Gründung entsprechender Alternativorganisationen.
Falls jemand solche bereits in Deutschland existierende jüdische Organisationen kennt, wäre hier vielleicht eine Nennung und Link hilfreich.
Es gibt die European Jews for a Just Peace auch in Deutschland:
http://www.juedische-stimme.de/
Grüße!
Nachdem hier so offen und unverkrampft über „Denkverbote“ nachgedacht wurde, die jüdische Lobbyisten der politischen Öffentlichkeit im Allgemeinen und Oskar Lafontaine im Besonderen auferlegt haben, möchte ich denjenigen, die jetzt noch unsicher sind, ob Sie aus Solidarität der Neuen Linken beitreten, eine echte politische Alternative aufzeigen, die in diesem Punkt (und vielen anderen) voll auf Oskars Linie ist: “http://www.n-tv.de/817545.html”
Des Weiteren vielleicht noch ein Kommentar, der hier (zu Recht) gelöscht wurde, mir aber dennoch per Email zuging:
[EDIT (SPIEGELFECHTER): DER KOMMENTAR GEHT AUCH NICHT ALS ZITAT DURCH].
Lechts und rinks liegt eben doch oft näher, als man denkt. Zumindest in Sachen Weltverschwörung des Judentums ist man sich dann doch schnell einig. Zumindest aber ist denen, die „mutig“ die Dinge beim Namen nennen, der Applaus der jeweils anderen Seite sicher. Dieses Phänomen einmal beim Namen genannt zu haben, das ist sicher ein Verdient des diesjährigen Börne-Preisträgers – wie man auch sonst immer zu ihm stehen mag.
@Nr1:
Du hast ein klares Verständnisproblem bei dem Thema. Du schreibst:
“„Denkverbote“ (…), die jüdische Lobbyisten der politischen Öffentlichkeit im Allgemeinen und Oskar Lafontaine im Besonderen auferlegt haben”
Ich wills dir erklären. Das, was man gemeinhin Israellobby nennt und was versucht solche Denk-/Sprechverbote auszusprechen, das besteht nicht nur aus “jüdischen Lobbyisten”. Ebenso beteiligt sind christliche Zionisten und generell Kulturkämpfer jeglicher Herkunft, die meinen sie müssten den judeochristlichen Kreuzzug gegen den Islam anstacheln und rechtfertigen.
Wenn man dann noch bedenkt dass allein schon deine Vorrednerin (auf meine Anregung hin) aufgezeigt hat dass es auch jüdische Lobbygruppen gibt die einen ganz anderen Weg einschlagen, dann ist deine Implikation, wir würden hier von einer “jüdischen Weltverschwörung” reden, absolut unangebracht.
Hör auf die Diskussion durch so plumpe Anschuldigungen und Vereinfachungen zu diskreditieren.
@DaRockwilda
Das Thema des Spiegelfechter-Postings ist die Reaktion des Zentralrats der Juden auf die Äußerungen Lafontaines bezüglich des Iran. Es ist dort von „ungeschriebenen Gesetzen“ die Rede, die es einzuhalten gelte, wenn man nicht eine „geharnischte Breitseite“ des Zentralrates kassieren möchte. Mit anderen Worten: Eine jüdische Lobby (Zentralrat) verhindert eine angemessene Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt. Ich denke, da gibt es nicht viel zu deuteln.
Ansonsten habe ich nur festgestellt, wo es bei dieser Meinung Schnittmengen im politischen Raum gibt.
@Nr.1:
So, es geht also um “Eine jüdische Lobby (Zentralrat)”, sprich ein einziges jüdisches Organ. Wie kommst du dann dazu hier “Weltverschwörung des Judentums” anzukreiden?
Im Übrigen, willst du etwa bestreiten dass diverse jüdische (und nichtjüdische) Lobbys versuchen eine angemessene Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt zu verhindern?
Deine Schnittmengen sagen gar nichts. Ist genau so aussagekräftig wie zu sagen “Feministinnen haben Schnittmengen mit Hitler, weil der auch die Frauen lobte”.
Ein Argument wird nicht dadurch schlechter dass es unter Anderem auch von subjektiv abzulehnenden Menschen vorgetragen wird.
Naja, eine Schnittmenge haben auch ProKöln und Giordano…
*kopfschüttel*
frieden… wer im nahen Osten will den eigentlich?
der kleine mann auf der straße? sicherlich!
der kleine beamte ? klar!
der mullah/rabbiner? nicht ganz so sicher
der politiker? nicht umbedingt
der firmenchef dessen firma waffen herstellt oder öl fördert? ähhh nein!
und für uns ist frieden auch nicht umbedingt das praktischte!
wer kauft unsere waffen wen im nahen osten afrika und latein amerika die menschen plötzlich frieden haben? bevor man über die versuche von menschen frieden zu schaffen nach denkt sollte man nicht umbedingt die hintergrüde aussen vor lassen! wen israel den arabern die hand gibt sind 10000 von israelis arbeitslos, außerdem wer braucht noch das mobilste heer der welt wen die nachbarn alles gute freunde sind?