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  • Die Schweiz, das Geld und die Moral

    geschrieben am 04. Februar 2010 von Spiegelfechter

    Es ist schwerlich zu ertragen, mit welch blasierter Selbstgerechtigkeit Schweizer Politiker und Publizisten sich in ihrer selbstverliehenen Integrität suhlen. Wie eine Monstranz tragen sie ihr Bankgeheimnis vor sich her, als sei dieses Schweigegelübde für die Hochfinanz die größte zivilisatorische Errungenschaft, die die Menschheit in ihrer Geschichte je hervorgebracht hat. Doch die Geschichte zeigt ? Moral war und ist für den “Helvetischen Bankenbanditismus” (Jean Ziegler) ein Fremdwort. Die Schweiz hat schon immer mit jedem Kunden Geschäfte gemacht, der genug Geld mitbrachte. Bei der Wahl ihrer Kunden wahrlich neutral. Deutsche Steuerhinterzieher befinden sich in bester Gesellschaft mit blutrünstigen Diktatoren, der Mafia und der Weltelite der Wirtschaftskriminalität. Die Schweiz verdankt derlei Pragmatismus einen gehörigen Teil ihres Reichtums. Nicht nur die Banken, sondern auch das Land verdienen seit Jahrzehnten an geraubten Vermögen aus aller Welt. Da mutet es geradezu grotesk an, wenn der Staat “Hehlvetia” nun den deutschen Behörden Hehlerei vorwirft, nur weil sie sich auf grauen Wegen Beweisstücke beschaffen, mit denen millionenschwere Finanzstraftaten gegen den deutschen Staat aufgeklärt werden können, die durch Schweizer Banken und Schweizer Gesetze erst möglich werden.

    Das Bankgeheimnis

    Die Schweizer lieben Mythen. Schon in ihrem Rütlischwur sahen sich die Eidgenossen als tapfere und edle Underdogs im Befreiungskampf vor den “bösen Vögten” der Habsburger. Auch das 1934 kodifizierte Bankgeheimnis begleitet der Mythos, es sei als Akt der Freiheit gegen das faschistische Nachbarland Deutschland entstanden, um verfolgten Deutschen und ihren Ersparnissen Schutz zu gewähren. Dies ist jedoch nicht viel mehr als geschickte PR. Anfang der 1930er ging es den damals noch recht kleinen Schweizer Banken gar nicht gut. Die Wirtschaftskrise und der Umstand, dass die großen Nachbarn Deutschland und Frankreich bereits seit Beginn der Krise die Kapital- und Steuerflucht in die Schweiz teilweise rigoros unterbanden, machten den Schweizern arg zu schaffen. 1934 steigerte sich die Situation zu einer bedrohlichen Krise. Mehrere Privatbanken standen vor dem Aus und die Schweizer Nationalbank musste mit 100 Millionen Franken gerettet werden – das war damals ein Viertel des Schweizer Bundeshaushalts.

    Die Schweizer Banken waren schon immer verschwiegen und lebten von der kreativen “Steueroptimierung” ausländischer Kunden. Dieses zwielichtige Geschäftsmodell geriet jedoch im Jahre 1934 in Gefahr, als französische Behörden einen Schweizer Banker festnahmen und bei ihm eine Liste mit französischen Steuersündern konfiszierten. Der Zumwinkel von damals hieß Renault, ein Aufschrei der französischen Öffentlichkeit folgte und der Druck auf die Schweizer Banken, französische Steuerflüchtlinge zu melden, wuchs. Wie wenig sich die Zeiten doch ändern. In dieser existenzbedrohenden Situation entschied man sich, ein Bankgeheimnis einzuführen, das nicht nur jegliche “Indiskretion” von Bankern unter Strafe stellt, sondern auch die Schweizer Behörden vor den Begehrlichkeiten ihrer Nachbarn schützt. Der Ruf als diskreter Finanzplatz war gesichert und fortan florierte das Geschäft mit Schwarz- und Fluchtgeld.

    Hitlers Hehler

    Unsichere Zeiten können auch gut für das Geschäft sein, wenn man mit allen Konfliktparteien Geschäfte macht und die Gelder der Verlierer behält. Als die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen, brachten vor allem Juden und Regimegegner massenhaft Gelder in die Schweiz. Als Deutschland sich international isolierte, waren es die Schweizer, die sich als Retter in der Not anboten, um mit den Geldern der Opfer der Nationalsozialisten zinslose Clearingkredite an die Täter zu vergeben. Bei der Wahl ihrer Kunden waren die Schweizer damals recht kreativ. Während bis 1940 mit deutscher Kohle und deutschem Eisen Kanonen an die Gegner Deutschlands verkauft wurden, stellte man nach der Niederlage Frankreichs einfach die Lieferadresse um und versorgte die Achsenmächte mit Kanonen. Ein Bombengeschäft, die Deutschen kauften Schweizer Rüstungsgüter im Milliardenvolumen und zahlten diese Kredite später mit Raubgold zurück. Die letzten dieser Clearingkredite mussten noch 1952 von der damals noch jungen Bundesrepublik abbezahlt werden.

    Doch die Schweizer Banken waren für die Nationalsozialisten viel mehr als bloße Clearingstellen. Während des gesamten Zweiten Weltkriegs erfüllte der Finanzstandort Schweiz die Funktion von Hitlers Außenhandelsbank. Deutschland war durch die Sanktionen der Alliierten von den internationalen Märkten abgeschottet und ? was noch schwerer wog ? die Reichsmark galt außerhalb des Gebiets der Achsenmächte nicht als handelbare Währung. Die nötige Devisen beschaffte die Schweiz und erledigte die komplette Beschaffung von Importgütern gleich mit. Über die Schweiz wurde nicht nur Öl geordert und bezahlt, sondern auch die Rohstoffe Wolfram und Mangan, die für die Rüstungsindustrie lebenswichtig waren.

    Schweizer Kanonen für deutsches Raubgold

    Ein weiterer Schweizer Nationalmythos lautet, dass die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs nur deshalb nicht angegriffen wurde, weil sich schließlich 800.000 bewaffnete Eidgenossen in den Bergen verschanzt hätten. Deutschland hatte jedoch nie ein Interesse daran, die Schweiz anzugreifen, als willfähriger Marketender war sie für Deutschland überlebensnotwendig. Kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs meldete die Reichsbank Hitler, dass ihre Tresore leer wären. Die milliardenschweren Rüstungsprogramme samt der teuren Importe hatten das Gold und die Devisen der Reichsbank vollständig aufgezehrt. Ohne die Schweiz wäre eine Fortführung des gigantischen Rüstungsprogramms ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen. Es gab zwar viele willfährige Lieferanten für kriegsentscheidende Rohstoffe, aber noch nicht einmal Schweden akzeptierte die Reichsmark als Zahlungsmittel. Doch auf die Schweizer kann sich jeder Diktator verlassen, der einen Krieg vom Zaun brechen will.

    Mit Freuden akzeptierten die Schweizer das Gold, das nicht nur der tschechischen Nationalbank geraubt wurde, sondern auch bereits zu diesem Zeitpunkt aus den eingeschmolzenen Hinterlassenschaften jüdischer Regimeopfer bestand und stellte dafür ? mit gehörigem Aufpreis, versteht sich ? die begehrten Franken und Dollars zur Verfügung. Als Hitler das Benelux und Frankreich überfiel, landeten auch Teile der holländischen und die gesamten belgischen Goldreserven via Deutschland in den Tresoren der Schweizer Banken. Die Wege waren dabei teils abenteuerlich. Die belgischen Reserven sollten eigentlich mit einem britischen Kreuzer über den Atlantik in Sicherheit gebracht werden. Der Kreuzer war langsamer als die vorrückenden Deutschen, aber ein französisches Schiff konnte die Kisten, die immerhin 221 Tonnen Gold beinhalteten, bis in den Senegal transportieren. Auf Druck von Deutschland transportierte dann die Vichy-Regierung dieses Gold auf Kamelen bis zum Mittelmeer zurück, von wo aus es schließlich seinen Weg in die Schweizer Tresore fand. Selbstverständlich blieb derlei eidgenössische Kollaboration den Alliierten nicht verborgen. Massive Proteste tangierten aber auch schon damals die Schweizer nicht sonderlich ? Geschäft kennt keine Moral.


    Während des Zweiten Weltkriegs war die Schweiz nicht nur für die Opfer des Nationalsozialismus ein sicherer Hafen. Vor allem seit der Wende bei Stalingrad brachten auch sehr viele Täter ihre meist illegal erlangten Habseligkeiten in die Alpenrepublik. Es ändern sich nur die Uniformen, der Kunde bleibt Kunde. Als 1944 die Zeichen auf Niederlage standen, überlegte die Reichsbank, wie sie die Gelder der “Leistungsträger” des Systems in Sicherheit bringen kann, schließlich müsste Deutschland nach dem Krieg ja wieder aufgebaut werden und es wäre doch schön, wenn die alten Eliten auch die neuen Eliten würden. Nach Plänen von Ludwig Erhard wurde das Kapital der Eliten über die Schweiz weißgewaschen. Auch alte Seilschaften nutzten diese Netzwerke. Über Mercedes Benz Argentinia wurden mit tatkräftiger Hilfe Schweizer Banken die geraubten Gelder nach dem Krieg gewaschen, so dass einige clevere “Leistungsträger” aus SS, Wehrmacht und NSDAP einen wahrlich goldenen Neustart hinlegen konnten.

    Schätzungen einer internationalen Forschungsgruppe zufolge wanderten während des Zweiten Weltkriegs rund 15 Milliarden Reichsmark von Deutschland in die Schweiz. Nach dem Krieg willigte die Schweiz nach langem Zögern und massivem Druck der Amerikaner ein, die Hälfte der “Nazikonten” an die Alliierten auszuzahlen. Während die Alliierten Milliarden erwarteten, fanden die Schweizer in ihren Tresoren nach jahrelanger Suche nur noch 112,5 Millionen Franken ? ein schlechter Witz, der von den Eidgenossen selbstgerecht und stolz als Beihilfe zum Wiederaufbau Europas gefeiert wurde.

    Jüdische Vermächtnisse in Schweizer Tresoren

    Besondere Probleme hatten die Schweizer Banker auch beim Auffinden von Konten jüdischer Opfer des Nationalsozialismus. Manch ein Opfer, das sein Leben in Auschwitz oder Sobibor verlor, hatte vor seiner Verhaftung sein Geld in die Schweiz gebracht oder bringen lassen. Meldet sich binnen zehn Jahren der Besitzer eines Kontos nicht bei seiner Schweizer Bank, so wird dieses Konto dort als “nachrichtenlos” geführt. Dieses Geld gehört zwar nicht der Bank, aber sie arbeitet mit ihm und erzielt so ihre Gewinne. Der Umgang Schweizer Banken mit diesen “nachrichtenlosen Konten” ist eine moralische Bankrotterklärung. Bis Mitte der 1990er Jahre stellten sich die Eidgenossen blind, taub und stumm, wenn es darum ging, den Nachkommen der Holocaustopfer ihr Geld auszuzahlen. Erst als jüdische Organisationen, und vor allem der US-Senat, massivste Geschütze in Form von Klagen und Sanktionsandrohungen auffuhren, wurde man in der Schweiz langsam ein wenig unruhig, schaute noch einmal etwas genauer in den Archiven nach und wurde ? welch Wunder ? auch fündig.

    Inwieweit die 1,5 Milliarden Dollar, die Anfang dieses Jahrzehnts an die Hinterbliebenen der Opfer ausgezahlt wurden, der tatsächlichen Summe entsprechen, die auf diese Art und Weise “helvetisiert” wurde, ist schwer zu sagen. Sie decken jedoch nur einen Teil der großen Schuld, die Schweizer Banker während dieser düsteren Zeiten auf sich geladen haben. Schweizer Banken gaben dem Zyklon-B Hersteller IG Farben wichtige Kredite, managten deutsche Tochterunternehmen, die Zwangsarbeiter beschäftigten, halfen der deutschen Rüstungsindustrie beim Clearing und der Materialbeschaffung, bereicherten sich an Raubgold und dem Gold, das den Opfern der KZs aus dem Mund gebrochen wurde. Die Schuld für all diese grauenhaften Taten tragen Deutsche, Schweizer Banken halfen ihnen jedoch bereitwillig dabei. Von ihrer Mittäterschaft will die Schweiz jedoch bis heute nichts wissen.

    Eine ehrenwerte Gesellschaft

    Ihren Moralkodex änderte die Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg nicht. Geld stinkt nicht und wenn an ihm noch das Blut der Opfer klebt, schaut man halt nicht so genau hin. Es gab in der jüngeren Geschichte kaum einen Diktator oder Potentaten auf dieser Welt, der keine “geheimen Konten” in der Schweiz hatte. Auch das südafrikanische Apartheidsregime hätte die internationalen Sanktionen nie überlebt, wenn die Schweiz ihm nicht geholfen hätte. Wie bei Hitler, waren Schweizer Banken auch Südafrikas Außenhandelsbank. Sie erledigten das Clearing und die Kreditversorgung des Paria-Staats und finanzierten sogar seine Staatsanleihen, für die es weltweit keine Käufer gab.

    Die Liste der ehrenwerten Gesellschaft, die vom Schweizer Bankgeheimnis geschützt wird, ist lang. Doch der massive internationale Druck auf die Schweiz hatte bereits in der Vergangenheit Erfolg. Der nigerianische Ex-Diktator Abacha soll rund zwei Milliarden Dollar in die Schweiz transferiert haben. Nach massiven Protesten froren die Schweizer 700 Millionen davon ein und gaben es an den Staat Nigeria zurück. Was mit dem Rest geschehen ist, bleibt unklar. Wahrscheinlich “arbeitet” dieses Geld immer noch im Namen Schweizer Banken. Fast fünf Milliarden Dollar soll der ehemalige Präsident von Zaire, Mobuto Sese Seko, seinem Volk gestohlen haben. Schweizer Banker fanden stolze 7,7 Millionen Franken davon auf ihren Konten ? sicherlich haben sie wieder einmal sehr genau gesucht. Das Geld wurde zwar eingefroren, das kongolesische Volk hat davon jedoch noch kein Räppli zurückbekommen. Besser erging es den Philippinos. Nach massiven Interventionen der USA konfiszierten die Schweizer Konten des Ex-Diktators Ferdinand Marcos und gaben den Philippinen 683 Millionen Dollar zurück. Momentan streiten sich Schweizer Banken und Schweizer Gerichte, ob die eingefrorenen acht Millionen Dollar des haitianischen Ex-Diktators “Baby Doc” Duvalier , mit denen die UBS momentan Gewinne macht, an das haitianische Volk zurückgegeben werden sollen ? Duvalier hat zumindest nichts dagegen.

    Diese Namen sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Über drei Billionen Euro Privatvermögen werden in der Schweiz gebunkert. Schätzungen gehen davon aus, dass 50% bis 70% dieses Geldes illegaler Herkunft sind. Ein dreistelliger Milliardenbetrag stammt auch aus den Kassen deutscher Steuerflüchtlinge. Eine Studie der Bundesbank geht davon aus, dass 500 Milliarden Euro ohne Kenntnis des Fiskus im Ausland schlummern, ein Drittel davon in der Schweiz. Die Schulen und Kindergärten, die mit den entgangenen Steuern finanziert werden könnten, sind dabei nur ein kleiner Teil dessen, was der Helvetische Bankenbanditismus den Menschen in der ganzen Welt gestohlen hat. Die Schweiz hat Grund, stolz zu sein ? stolz auf ihre Demokratie, stolz auf ihren Humanismus, stolz auf ihr schönes Land und ihre sympathischen Bürger. Wenn die Schweiz sich jedoch für eine Sache schämen sollte, dann sind es ihre Banken. Die Zeit der Selbstgerechtigkeit ist vorbei.

    Jens Berger

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    1. Groo schrieb am 4. Februar 2010 at 20:38 - Permalink

      Naja,
      versteh’ schon, Jens,
      …stolz auf ihren Humanismus….

      wie schaut’s denn mit den Millionären aus, die die Schweiz mit niedrigen Steuern ins Land lockt:
      Finck, Albrecht-Brüder, Müller, Briefkastenfirmen.

      Was ist mit den Pharmakonzernen? Sind das humanistische Vereinigungen?
      Wie war das mit dem schwunghaften globalen Handel von Blutkonserven? (Schon einige Jährchen her.)

      Erst kommt der Wohlstand -woher auch immer- dann leistet man sich einen Pseudohumanismus.

      Abgesehen davon: Die Schweiz ist ein latenter Staatsbankrott-Kandidat, wenn man das Kreditvolumen der Schweizer Grossbanken ins Verhältnis zum Schweizer BSP setzt. (300%, wenn ich mich erinnere.)
      Stichwort Osteuropafinanzierung

      Und dahinter steht keine EU.

      Da ists schnell vorbei mit der Herrlichkeit und seinen Abfallprodukten.

      “What this world needs is a good two Dollar room and a good two Dollar broom” (Beefheart)

    2. Vogel schrieb am 4. Februar 2010 at 20:46 - Permalink

      Kein Pardon für die schweizer Verbrecher, an erster Stelle die Politniks und dann die Bänker. Ich hab’s mir genauso vorgestellt, wie Du’s beschrieben hast. Schweizer Gesetze: “Wir bescheissen die Welt und leisten (almosenpflichtige) Beiheilfe jedem, der wen wo auch immer bescheißt!” und dann mit dem Fingern zeigen und sich echauffieren, den Moralischen machen! Ich hab’ ja schon grundsätzlich ‘n Problem mit einssiebzig hochgestapelten Zellhaufen, aber wenn dann oben drauf noch die Schweizer Fahne flattert … könnt ich glatt irgend’nen Dschihad fördern.

      Bin ‘mal gespannt, was von der in vieler Hinsicht vielgepriesenen Schweiz noch übrig bleibt, wenn deren Geschäftsgrundlage (Finanzhehlerei im größtmöglichen Stil) nich mehr trägt!

      Danke für viele Hintergrundinfos!

      Allerbeste Grüße

    3. Groo schrieb am 4. Februar 2010 at 21:03 - Permalink

      Anteil der Superreichen (2008):

      Top 4:
      Schweiz: 24 von 1000
      Japan: 11 von 1000
      Deutschland: 10 von 1000
      USA: 8 von 1000

      http://www.jjahnke.net/rundbr58.html
      global news 1624 17-07-09

    4. Karl Heinrich schrieb am 4. Februar 2010 at 21:05 - Permalink

      Diese Namen sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Über drei Billionen Euro Privatvermögen werden in der Schweiz gebunkert. Schätzungen gehen davon aus, dass 50% bis 70% dieses Geldes illegaler Herkunft sind. Ein dreistelliger Milliardenbetrag stammt auch aus den Kassen deutscher Steuerflüchtlinge.

      Das Geld deutscher Steuerflüchtlinge möchtest du jetzt in einen Zusammenhang stellen mit “Gold, das den Opfern der KZs aus dem Mund gebrochen wurde”. Das ist vollkommen ungerechtfertigt und hat keinerlei sittlichen Nährwert.

      Das Geld der Steuerflüchtlinge ist – sicher mit Ausnahmen – legal verdient. Und woher weiss man, dass Herr Schäuble oder Herr Linssen es mit höherem volkswirtschaftlichen Effekt zu investieren wissen als die Credit Suisse? Jetzt meldet sich natürlich die “Ich will davon was abhaben!”-Volksseele. Die liegt immer falsch.

      Und bevor du jetzt mit Schulen etc. kommst – Deutschland hat genug Staatseinnahmen, um die gediegen zu finanzieren, und packt es doch nicht. Vielleicht sollte man sich in dieser Hinsicht gerade mal ein bisschen an der Schweiz orientieren.

    5. ul schrieb am 4. Februar 2010 at 21:22 - Permalink

      @ Karl Heinrich

      Das Geld der Steuerflüchtlinge ist ? sicher mit Ausnahmen ? legal verdient. Und woher weiss man, dass Herr Schäuble oder Herr Linssen es mit höherem volkswirtschaftlichen Effekt zu investieren wissen als die Credit Suisse?

      Ich verdiene mein Geld auch legal. Und ich bin mir sogar sicher, dass ich es mit höherem volkswirtschaftlichem Effekt zu investieren wüsste als Herr Schäuble.( oder die Credit Suisse ;-))

      Aber sicher wird das Finanzamt Ihrer Argumentation gern folgen. In Zukunft zahlen dann einfach nur noch diejenigen Steuern, die der Meinung sind, dass sie selbst schlechter mit ihrem Geld umgehen können als der Staat ?

      Und: Sagt die Volksseele nicht eher :”Wenn ich zahlen muß, warum nicht der ?”

      gruß, UL

    6. Groo schrieb am 4. Februar 2010 at 21:29 - Permalink

      @Karl Heinrich,

      Du sagst
      … Das Geld der Steuerflüchtlinge ist ? sicher mit Ausnahmen ? legal verdient …

      Kannst Du das mit Fakten belegen?

      Ich dreh das mal um:

      …Das Geld der Steuerflüchtlinge ist ? sicher mit Ausnahmen ? NICHT legal verdient

      Kanns ICH das mit Fakten belegen?

      Nein. aber mit Indzien unterlegen:
      Vgl Anwerbung von grossen Vermögen durch UBS in Miami vor ein paar Jahren.
      Der Vorgang AN SICH ist schon dubios, und in USA ein Straftatbestand.
      Hiter den Steuervermeidern steckt die FALSCHE Idee, dass legal erworbenes Vermögen ABGABENFREI ‘arbeiten’ kann, was nach kurzem Stapazieren einiger Gehirnzellen in den Bereich der Phantasie verwiesen werden kann.

      Leistungslose Vermögenszuwächse sollten IMMER zu 100% besteuert werden.

      Der Westen ist hier eher in einer Abwärtsspirale gegen NULL–
      Ideal: Reine Steueroasen.

      Nahe NULL: Schweiz. Darum gehts.

      Falls das nicht in Dein Weltbid passt, solltest Du dran arbeiten.
      Es ist nämlich falsch.

      Ansonsten tuts auch eine Serie von Einzelfällen, wie der typische Steuerflüchtling gestrickt ist:
      ZB
      Müller-Milch Müller (2003):

      ———-
      Sag beim Abschied leise grüezi

      Theo Müller richtet noch einmal das Wort an Deutschland, bevor er in die Schweiz abwandert. Dabei nennt er nicht nur die Summen, die ihn die deutsche Erbschaftsteuer andernfalls kosten würde. Er droht auch erstmals öffentlich damit, den Unternehmenssitz ins Ausland zu verlagern.
      …
      Nach Müllers Angaben müssten seine Erben derzeit rund 200 Millionen Euro Schenkungs- und Erbschaftssteuer auf das Betriebsvermögen zahlen. “Das ist extrem existenzgefährdend für ein Unternehmen, in dem eigentlich alles in Ordnung ist.” Müller zieht ab 15. November mit seiner Familie in ein Haus bei Zürich.

      ———–
      http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,269587,00.html

      Die Erbschaftssteuer-Flüchtlinge sind eine typische Schweizer Klientel.

      Das mag sogar legal sein, aber richtig?

      Die Schweiz hat NULL dazu beigetragen, und gewährt einen grosszügigen Rabatt auf die sowieso geringe deutsche Erbschaftssteuer.

      Diese Form von Legalität nennt man ‘legalistisch’.

      Wenn Du das für richtig hältst.
      Naja.

    7. ChristianS schrieb am 4. Februar 2010 at 21:32 - Permalink

      Mal wieder ein super Artikel!
      Nach solchen neuen Hintergrundinformationen sieht man die Welt mal wieder ein bischen anders – ich wünschte die deutsche Printpresse würde mehr Artikel dieser Art haben, unsere Lokalzeitungen kann man leider in dieser Hinsicht vollkommen vergessen (der Begriff Bratwurstjournalismus ist da recht treffend, bei Wikipedia ist der Begriff leider wegen Irrelevanz rausgeflogen, mir gefällt er trotzdem).

      zum Thema:
      Ich hoffe wirklich, dass sich unsere Regierung mal außenpolitisch dazu durchringen kann, etwas gegen solche Finanzstandorte wie die Schweiz zu unternehmen – die bisherigen Bestrebungen sind ja offensichtlich noch nicht außreichend gewesen. Und der Artikel zeigt
      a) dass es schon länger so in der Schweiz zugeht
      und b) dass moralisch fragwürdige Finanzierungspraktiken durchaus Menschenleben kosten können (wobei das natürlich die Ausnahme ist, meistens leidet “nur” die Gerechtigkeit).
      Ich lasse mich ja gerne von Schwarz-Gelb mal positiv überraschen, aber ich glaube nicht daran, dass sich wirklich etwas ändert. Ich vermute die Pläne, diese “Daten-CD” zu kaufen sind hauptsächlich dem Wahlkampf geschuldet , demnächst ist doch wieder irgendeine wichtige Wahl wenn ich mich da recht entsinne …
      Naja, vielleicht irre ich mich auch, und der Kauf ist der Beginn diplomatischer Bestrebungen eine wichtige Steueroase der Welt zu beseitigen – es würde mich aber überraschen.

    8. Akkarin schrieb am 4. Februar 2010 at 21:35 - Permalink

      Ist es nicht völlig irrelevant ob das Geld mit legalen oder illegalen Methoden verdient wurde ? Hier muss ich KH @4 zustimmen: Steuersünder sind keine Nazis die Juden das Gold aus den Zähnen brechen.

      Es wird dem Staat Geld vorenthalten das ihm zusteht. Ob das Geld jetzt aus einem braven Unternehmen oder der Mafia kommt ist Irrelevant.

      edit: Ich stimme ihm nur in der Tatsache zu das man KZ Wächter nicht mit unseren Steuerhinterziehern vergleichen kann. Ansonsten richtet sich mein Post gegen ihn.

    9. DerFlaschengeist schrieb am 4. Februar 2010 at 21:36 - Permalink

      Der Artikel gefällt mir auch nicht wirklich. Auch hier fehlt mir etwas mehr Differenzierung. Erster Eindruck bei mir ist, dass massiv gegen die Schweiz gewettert wird, besonders, da dieses Thema ja gestern erst “dran” war. Irgendwie total untypisch für unseren Spiegelfechter.
      Wenn schon von Banken die Rede ist, dann vermisse ich Namen der Eigentümer der entsprechenden Banken, denn die sind es, die sich bereichern und nicht generell die Schweiz (natürlich verdient der Staat mit, keine Frage)…die duldet diese Handlungen zwar und ist damit sicherlich mitschuldig, aber von den eigentlichen Urhebern ist nicht die Rede.
      Die Grundfrage müsste doch eher heissen: wer steht denn eigentlich hinter den schweizer Banken? Wem gehören sie? Wer gibt die Anweisungen, wer beeinflusst die Politik um den Status Quo zu erhalten? Wem ist am meisten daran gelegen, dass das schweizer Bankenuhrwerk weiter so läuft, wie bisher. Wer verdient am meisten daran?
      Ich bin sicherlich kein Verschwörungstheoretiker, aber ich möchte wetten, dass bei Beantwortung dieser Fragen Namen aufkommen, die über drei Ecken möglicherweise zu Namen führen, die eben mal wieder zu den Puppenspielern der sogenannten “Grossfinanz” führen. Es sind immer wieder die selben üblichen Verdächtigen, die eben immer wieder ihre dreckigen Finger im dreckigen Geschäft haben.

    10. Ingo schrieb am 4. Februar 2010 at 21:46 - Permalink

      Der Jens wollte bestimmt nicht die heutigen Steuerflüchtlinge auf eine Stufe mit den Nazi-Verbrechern stellen. Ich denke, ihm ging´s eher um die Vollständigkeit der modernen schweizerischen Bankgeschichte!

    11. Groo schrieb am 4. Februar 2010 at 21:57 - Permalink

      @ DerFlaschengeist

      “…Wenn schon von Banken die Rede ist, dann vermisse ich Namen der Eigentümer der entsprechenden Banken, denn die sind es, die sich bereichern und nicht generell die Schweiz…

      Mann-o-Mann.

      Diese Namen (von Eigentümern) wirst Du nicht erfahren.

      Das sind Interessenskonglomerate, die fallweise Koalitionen bilden, und sich fallweise auch den Schädel einschlagen.

      Wie die ‘Schweiz’ ‘tickt’, kannst Du zB –selten genug– da sehen:

      “Rive-Reine: Die geheimste Konferenz der Schweiz”

      http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/RiveReine-Die-geheimste-Konferenz-der-Schweiz/story/11541353

      Der Tagesanzeiger ist nun nicht eben ein VT-Blatt.

    12. Spiegelfechter schrieb am 4. Februar 2010 at 22:09 - Permalink

      @Karl-Heinrich

      Das Geld deutscher Steuerflüchtlinge möchtest du jetzt in einen Zusammenhang stellen mit ?Gold, das den Opfern der KZs aus dem Mund gebrochen wurde?. Das ist vollkommen ungerechtfertigt und hat keinerlei sittlichen Nährwert.

      Nun ja, Deine Unterstellung, ich würde ich hier gleichsetzen, hat aber auch keinen sittlichen Nährwert. Wenn man sich jedoch anschaut, wo die moralische Messlatte Schweizer Banken liegt, dann kann man die deutschen Steuerstraftäter schon zu den harmloseren Kunden der Eidgenossen zählen.

      Das Geld der Steuerflüchtlinge ist ? sicher mit Ausnahmen ? legal verdient.

      … und wird in den seltensten Fällen versteuert, womit es illegal wird.

      Und woher weiss man, dass Herr Schäuble oder Herr Linssen es mit höherem volkswirtschaftlichen Effekt zu investieren wissen als die Credit Suisse? Jetzt meldet sich natürlich die ?Ich will davon was abhaben!?-Volksseele. Die liegt immer falsch.

      Oh, ich weiß auch nicht, ob ein Mafiosi seine illegal angehäuften Gelder volkswirtschaftlich sinnvoller agiert, als Herr Schäuble oder Herr Linssen. Käme aber – anders als Du – nicht auf die Idee, seine Taten aufgrund dieser Frage zu legitimieren.

    13. Sukram71 schrieb am 4. Februar 2010 at 22:10 - Permalink

      Ich finde den Artikel sehr gut. Alles was dort steht ist doch wahr.

      Und wenn man z. B. gestern Roger Köppel bei “Hart aber Fair” (Livestream) gesehen hat, da kann einem bei dieser selbstverliebten Heuchelei doch nur schlecht werden. Zum Kotzen.

      Gut, Roger Köppel ist wohl einer von den ganz besonders Konservativen dort, der in seiner Weltwoche («Und dann ist der Chef plötzlich ein Deutscher») offenbar auch heftig für das Minarett-Verbot getrommelt hat.

      Immerhin haben die Schweizer ein paar Menschen aus Guantanamo aufgenommen.
      Dafür war sich uns Schäuble zu fein.

      Und das man Steuerhinterzieher nicht mit jüdischem Beutegold vergleichen kann ist doch klar. Das tut der Artikel doch nicht. Er weißt nur darauf hin, dass jeder der bis 3 zählen kann, doch genau weiß, wozu das schweizer Bankgeheimnis schon immer da war und genutzt wurde.
      Und auch die Schweizer die sich so ekelhaft heuchlerisch empören, wissen das doch selber ganz genau.

    14. Spiegelfechter schrieb am 4. Februar 2010 at 22:10 - Permalink

      @Akkarin

      Ist es nicht völlig irrelevant ob das Geld mit legalen oder illegalen Methoden verdient wurde ?

      Nein, mit Sicherheit ist dies sehr relevant – rechtlich und moralisch.

    15. name schrieb am 4. Februar 2010 at 22:11 - Permalink

      Jens, Danke für den Artikel!

      Die Schweiz ist wie Mangnet, die alles Kapital, gleich welcher Herkunft täuschend anzieht. Ich hatte mich einmal zwangsweise mit den Kapitalströmen Italiens beschäftigen müssen, und immer war die Schweiz Mittel- und Anziehungspunkt für diese Form der kriminellen Ökonomie, die gegenseitig hin- und rückwirkt.

    16. Spiegelfechter schrieb am 4. Februar 2010 at 22:13 - Permalink

      @Der Flaschengeist

      Wenn schon von Banken die Rede ist, dann vermisse ich Namen der Eigentümer der entsprechenden Banken, denn die sind es, die sich bereichern und nicht generell die Schweiz (natürlich verdient der Staat mit, keine Frage)?die duldet diese Handlungen zwar und ist damit sicherlich mitschuldig, aber von den eigentlichen Urhebern ist nicht die Rede.

      Tja, wenn Du eine Lebensversicherung oder einen Fonds gezeichnet hast, bist Du vielleicht einer der Miteigentümer. Die allermeisten Großbanken sind fast komplett im Streubesitz.

      Ich bin sicherlich kein Verschwörungstheoretiker, aber ich möchte wetten, dass bei Beantwortung dieser Fragen Namen aufkommen, die über drei Ecken möglicherweise zu Namen führen, die eben mal wieder zu den Puppenspielern der sogenannten ?Grossfinanz? führen. Es sind immer wieder die selben üblichen Verdächtigen, die eben immer wieder ihre dreckigen Finger im dreckigen Geschäft haben.

      Vergiss es ;-)

      Du kannst Dir ja die Jahresberichte der Banken anschauen, Großaktionäre sind dort stets namentlich aufgeführt.

    17. Vogel schrieb am 4. Februar 2010 at 22:14 - Permalink

      Der Jens wollte bestimmt nicht die heutigen Steuerflüchtlinge auf eine Stufe mit den Nazi-Verbrechern stellen. Ich denke, ihm ging´s eher um die Vollständigkeit der modernen schweizerischen Bankgeschichte!

      Weißt Du das wirklich? Nee, wahrscheinlich auf die Stufe von Baby Doc und Mobutu Sese-Seko!! ;-) *lol*

      Köstlich, einfach köstlich!!

      Beste Grüße

    18. Spiegelfechter schrieb am 4. Februar 2010 at 22:15 - Permalink

      @Vogel

      Wie kommst Du darauf, Ingo könnte falsch liegen *wunder*

    19. Gebintit schrieb am 4. Februar 2010 at 22:17 - Permalink

      Ich sehe den “sittlichen Nährwert” für durchaus gegeben an, zeigt doch dieser Artikel sehr schön, dass hier versucht wurde, ein unmoralisches Geschäftsmodell mit der “Moralkeule” zu verteidigen. Es ist nun mal nicht sehr überzeugend, wenn einer schreit “So was tut man nicht!” und genau davon lebt, dass er etwas tut, was man nicht tuen sollte.
      Und bitte nicht diese Heucheleien: der Staat kann mit Geld nicht umgehen, darum muss ich es vor ihm verstecken. Jeder kennt doch das Motiv für das Verstecken von Reichtümern: man will nicht teilen! Darum geht es und um nichts anderes!

    20. Spiegelfechter schrieb am 4. Februar 2010 at 22:18 - Permalink

      @Sukram71

      Und wenn man z. B. gestern Roger Köppel bei ?Hart aber Fair? gesehen hat, da kann einem bei dieser selbstverliebten Heuchelei doch nur schlecht werden. Zum Kotzen

      Ganz genau, der Mann hat mich auch dazu verleitet, heute dieses Thema aufzugreifen. Eigentlich wollte ich nämlich was ganz anderes schreiben ;-)

    21. Groo schrieb am 4. Februar 2010 at 22:22 - Permalink

      Nochmal @DerFlaschengeist,

      “…Namen der Eigentümer der entsprechenden Banken…”

      Analysiere mal HSBC, wer denn die ‘Eigentümer’ sind, dann wird Dir schwindlig.

      Einstieg:
      http://en.wikipedia.org/wiki/HSBC

      dann
      http://www.shanghaidaily.com/sp/article/2009/200903/20090304/article_392996.htm

      …LI Ka-shing, Hong Kong’s richest man, and a group of fellow tycoons are underwriting about US$1.1 billion of HSBC Holdings Plc’s stock sale, lending support in a city that accounts for a third of the bank’s investor base.

      Li, Lee Shau-kee, Joseph Lau and Cheng Yu-tung, who between them have a combined wealth of US$33 billion according to Forbes magazine, will underwrite HSBC’s offer to sell shares to existing investors at 254 pence (US$3.58) apiece …

      OK?

      Dann kombiniere das mal damit, dass Hongkong die Welthauptstadt mafiöser Strukturen ist.

      HSBC sitzt u.a. eben auch in der Schweiz, mit einer lokaltypischen Chamäleon-Färbung, wobei interessanterweise die jeweiligen nationalen Garantien vollkommen unklar sind.

      Vgl Goldman Sachs, die Grosskrake, die aber zumindest in den US-Zuständigkeitsbereich gehört.

      Bei HSBC ist das ganz unklar.

      Ich gehe mal davon aus, dass die Schweiz zumindest für HSBC keine Garantien abgibt, wie für CS oder UBS.

      HSBC ist als globale Finanz-Struktur schon besonders interessant.

      Aber das wäre eine Sache für Jens, das mal weiter zu untersuchen.

      Dann wäre er ein zweiter Matt Taibbi, der die ‘giant vampire squid’ auf Korn genommen hat.

      Jens, mach mal!

    22. Sukram71 schrieb am 4. Februar 2010 at 22:28 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Und wenn man z. B. gestern Roger Köppel bei ?Hart aber Fair? gesehen hat, da kann einem bei dieser selbstverliebten Heuchelei doch nur schlecht werden. Zum Kotzen

      Ganz genau, der Mann hat mich auch dazu verleitet, heute dieses Thema aufzugreifen. Eigentlich wollte ich nämlich was ganz anderes schreiben ;-)

      Das hab ich mir sofort gedacht, als ich den Artikel gesehen habe.
      Das war mir sonnenklar. :-)

      (Und der Typ ist doch bestimmt hoch gebildet * und weiß das, was im Artikel steht, selber alles ganz genau bzw. kann es sich denken. Und ich kanns nicht fassen, was es für Leute gibt …)

      * = Studium politische Philosophie und Wirtschaftsgeschichte !!! ^^

    23. Fragender schrieb am 4. Februar 2010 at 22:46 - Permalink

      @Groo

      “Leistungslose Vermögenszuwächse sollten IMMER zu 100% besteuert werden.”

      Was ist denn das wieder für eine Ideologie?
      Kannst Du mal “leistungslos” definieren?

    24. Groo schrieb am 4. Februar 2010 at 22:47 - Permalink

      @ Sukram71

      “…(Und der Typ ist doch bestimmt hoch gebildet…”

      Darum geht es nicht.

      Lies mal
      The Problem of Denial –by William R. Catton, Jr.

      http://www.greatchange.org/ov-catton,denial.html

      und da das Kapitel

      MOTIVATION FOR DENIAL

      —————
      Köppel ist ein Narr auf seiner Intelligenzstufe.
      Jede IS hat ihre eigene Sorte von Narren.

      Entweder schlägst Du Dich auf die Meta-Ebene eines Catton, der versucht das zu erklären, oder Du wirst Fan/Gegner eines Dir (un)sympathischen Narren.

      Und auf dieser Ebene/Position bleibst Du dann hängen.
      Das ist die Gefahr.

    25. berti schrieb am 4. Februar 2010 at 22:50 - Permalink

      …einfach auch die Kapitalerträge an der dt. Quelle mit 42(+3)% pauschal besteuern .
      …Bankgeheimnis in Deutschland aufheben.
      …Ausfuhr von Bar-Geld auf max. 1.000 Euro begrenzen.
      …und sinnvoll bei Swift “Geldbewegungen” kontrollieren

    26. Spiegelfechter schrieb am 4. Februar 2010 at 22:54 - Permalink

      @Groo

      HSBC ist als globale Finanz-Struktur schon besonders interessant.

      Geht so, Ka-Shing ist ja nun kein Unbekannter.

      Aber das wäre eine Sache für Jens, das mal weiter zu untersuchen.

      Dann wäre er ein zweiter Matt Taibbi, der die ?giant vampire squid? auf Korn genommen hat.

      Lass mal ;-)

      Der Artikel war wirklich grottig, aber effekthaschend ;-)

    27. ppp schrieb am 4. Februar 2010 at 23:01 - Permalink

      Hä, der Köppel soll doch mal froh sein, der kann durch die Skandalisierung doch die Auflage seiner ollen Weltwoche hochtreiben…die Schweizer scheinen in letzter Zeit so ne Art Lagerkoller zu kriegen. Minarettverbot, Deutsche-nehmen-uns-die-Arbeitsplätze weg… und jetzt das.

    28. Groo schrieb am 5. Februar 2010 at 00:03 - Permalink

      @ Spiegelfechter ,

      klar, was Taibbi betrifft: Man kann es immer besser machen.

      Ich kenne die Einwände gegen Matt t. schon.

      Aber da ist ja das Problem:

      Matt hat den Presslufthammer angesetzt, um die Schale zu knacken, bzw erstmal ihre Gestalt sichtbar zu machen.

      Das Problem ist mE folgendes: Einem (hier: real existierenden) Gespenst muss man einen Umriss geben, damit es viele erkennen können.

      Es ist ja nicht im Interesse der -ähem- meisten Gespenster, erkannt zu werden.

      Konkret:
      Welche Rolle spielt HSBC im Schweizer Bankensystem?

      Wer ist der ‘Eigentümer’?
      Wer garantiert?

      Ein Taibbi mit deutschen Tugenden, das wär natürlich was!

      Kraus-Tucholsky-Spiegelfechter.
      (Leider war die Welt damals noch übersichtlicher, und die Arbeit eines SF ist entsprechend schwieriger. –Muss mal was spenden, solange ich es mir leisten kann, fällt mir grad ein.)

      Hab’ mich heute an HSBC festgebissen, was sicher ein dankbares Thema wäre.

      Dass Mafiafgelder wesentlich an der Rettung des Finanzsystems beteiligt waren, hört man ja
      allenthalben.

      Dass die Top-Executives der Grossbanken davon nichts wussten, halte ich entweder für den absoluten Beweis von Inkompetenz, oder der -ähem- ‘populistischen’ Leugng einer routinemässigen Kooperation dieser Kompagneros.

      Napoleoni anyone?

      Nur mal eine Schätzung:
      Die Mafiosi verfügen über flüssige Mittel von ca 3-10 Trillion$, die durch den Finanzmarkt flottieren.

      Das korrumpiert den Finanzsektor global.

      Ist es so ein grosses Geheimnis, dass Immobilien in Tirana, Sofia, Bukarest, Budapest, Prag, Dresden, bis Riga, … Waschanlagen on Mafiageldern waren?

      Dass die grossen europäischen und v.a. Schweizer Finanzinstitutionen das nicht wussten,
      ist ungefähr so glaubwürdig, wie wenn der Vogel sagt, dass er mangels Brille den Wurm nicht sah.

      The chances are 50:50 that I have something to say.
      (Zappa)

    29. TutnichtszurSache schrieb am 5. Februar 2010 at 00:14 - Permalink

      Sehr guter Artikel aber in Sachen “Steuerflucht” geht es noch weiter:

      Hier mal ein Beispiel an Russland:

      de.rian.ru/img/120515223_free.html

      2008 hat Luxemburg 34 Mrd. USD in Russland investiert. Das BIP Luxemburgs betrug 2006 satte $42,87 Mrd !!!

      2008 hat Zypern 59 Mrd USD in Russland investiert. Zypern ist DIE Steueroase in der EU und das ganz legal, weil man Geld innerhalb der EU frei bewegen darf. Ähnliches gilt für Malta.

      Gewinne aus Aktien und Dividende müssen hier kaum bzw. gar nicht versteuert werden. Der “wohlhabende Mann” gründet hier eine Minifirma oder beteiligt sich an einer und investiert es überall. Die Gewinne gehen am deutschen Fiskus vorbei.

      Wenn man also die Schweiz an den Pranger stellt, so sollte man auch weiter schauen und solch “legale Steuerhinziehungsmöglichkeiten” kritisieren!

      Am Ende ist jedenfalls wieder der “kleine Mann” der Dumme.

    30. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 00:16 - Permalink

      @Groo

      klar, was Taibbi betrifft: Man kann es immer besser machen.

      Ich kenne die Einwände gegen Matt t. schon.

      Aber da ist ja das Problem:

      Matt hat den Presslufthammer angesetzt, um die Schale zu knacken, bzw erstmal ihre Gestalt sichtbar zu machen.

      Ja gut, die grobe Gestalt hat er sichtbar gemacht, sich dabei aber so viele Schnitzer erlaubt, dass er leider sein eigentlich gutes Ansinnen reichlich diskrediert hat.

      Konkret:
      Welche Rolle spielt HSBC im Schweizer Bankensystem?

      Wer ist der ?Eigentümer??
      Wer garantiert?

      Müsste man mal nachschauen, ich würde die Rolle der HSBC bei der Sache aber eher ignorieren. Es sind die Credit Suisse und die UBS, die die Big Player im Schwarzgeldmarkt sind.

      Dass Mafiafgelder wesentlich an der Rettung des Finanzsystems beteiligt waren, hört man ja
      allenthalben.

      Yep, das ist wohl wahr.

      Dass die Top-Executives der Grossbanken davon nichts wussten, halte ich entweder für den absoluten Beweis von Inkompetenz, oder der -ähem- ?populistischen? Leugng einer routinemässigen Kooperation dieser Kompagneros.

      Ach watt, einige Banken schauen “nicht so genau hin”, andere – und da sind die Schweizer ganz vorn mit dabei, wissen ganz genau, wer ihre Kunden sind und woher diese Gelder stammen.

      Nur mal eine Schätzung:
      Die Mafiosi verfügen über flüssige Mittel von ca 3-10 Trillion$, die durch den Finanzmarkt flottieren.

      Richtig, aber ein Großteil davon ist in absolut legalen Geschäften, nur dass die ursprüngliche Herkunft illegal ist.

      Ist es so ein grosses Geheimnis, dass Immobilien in Tirana, Sofia, Bukarest, Budapest, Prag, Dresden, bis Riga, ? Waschanlagen on Mafiageldern waren?

      Nö, genau so wie Yachten, Hubschrauber und Ferienhäuser an der östlichen Adria. Stoiber und Haider lassen grüßen ;-)

    31. flatter schrieb am 5. Februar 2010 at 00:36 - Permalink

      Hallo Jens,

      manche Artikel sind so genial, weil sie sie so einfach sind. Ich lese nichts Neues in diesem, mir fiel aber sofort auf, daß die Kunst, das Bekannte in Erinnerung zu rufen, womöglich die höchste ist. Ich selbst beherrsche sie nicht wirklich und bin voll des Respekts für deinen klaren Blick. Darüberhinaus stelle ich anhand der Kommentare fest, wie wichtig es ist, sein Wissen nicht zwischen Zynsimus und Depression in gebloggte Säurebäder zu tauchen, sondern es mit der Leserschaft zu teilen. Dieses Lob an dich als hervorragenden Journalisten ist zugleich (Selbst-)Kritik an denjenigen, die in ihrer Eitelkeit glauben, das Rad täglich neu erfinden zu müssen.
      Damit du nicht in Verlegenheit gerätst, weil sich hier jemand im Staub windet, noch ein Wort der Kritik:
      Daß die “Die Zeit der Selbstgerechtigkeit (…) vorbei” sei, kann ich nicht nachvollziehen. Die Schweizer Ferengi hatten, wie du ja selbst schreibst, noch nie ein Problem damit, fröhlich singend über Leichenberge zu wandern. Warum sollte sich das jetzt geändert haben?

    32. neuhier schrieb am 5. Februar 2010 at 00:37 - Permalink

      da fällt mir grad ein Witz ein……

      ein Deutscher fährt in die Schweiz um ein Schweizerbankkonto zu eröffnen und 3 Millionen Euro einzuzahlen, am Bankschalter wird er höfflich begrüsst und flüstert dann der Bankdame zu das er aus Deutschland kommt und ein Konto eröffnen und gleich 3 Millionen ? einzahlen möchte….. daraufhin antwortet im die Bankdame… Herr …. sie müssen nicht flüstern “Armut” ist in der Schweiz keine Schande :D

    33. Ralf-zwei.null schrieb am 5. Februar 2010 at 03:24 - Permalink

      Auch für die Schweizer gilt wohl:

      Wer im Glashaus sitzt, sollte zum Pinkeln in den Keller gehen!

      In diesem Sinne habe ich den Artikel verstanden.
      Im Übrigen eine sehr gut dosierte und übersichtliche Zusammenstellung geschichtlicher Fakten. Danke.

    34. pinkinson schrieb am 5. Februar 2010 at 09:02 - Permalink

      ?clevere ?Leistungsträger? aus SS, Wehrmacht und NSDAP?

      ROFL! You made my day?

    35. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 09:48 - Permalink

      @flatter

      Danke für das nette Lob – kommt ja nicht von “irgendjemanden” ;-)

      Daß die ?Die Zeit der Selbstgerechtigkeit (?) vorbei? sei, kann ich nicht nachvollziehen. Die Schweizer Ferengi hatten, wie du ja selbst schreibst, noch nie ein Problem damit, fröhlich singend über Leichenberge zu wandern. Warum sollte sich das jetzt geändert haben?

      Da hast Du leider reicht – ich habe das auch mehr als Ausrufezeichen gesetzt, wohl wissend, dass die Angesprochenen dies immer anders sehen werden.

    36. Heinzi schrieb am 5. Februar 2010 at 10:03 - Permalink

      Ein schöner Artikel, noch schöner sind Reaktionen, derer, die sich von den Nazis distanzieren wollen.

      KEINE CHANCE! IHR PARKT EUER GEKLAUTES GELD GENAUSO WIE MASSENMÖRDER UND SCHWERSTVERBRECHER! Ihr seid genauso schmutzig, egoistisch und verrottet. Genauso wie die Nazis, Mafiosis und der restliche Abschaum, der vor lauter Gier nicht willens ist seinen wirtschaftlichen Erfolg mit den Menschen und der Nation zu teilen, die ihm diesen Erfolg erst ermöglicht hat. Genau wie diese parkt ihr gestohlenes Geld in den Steueroasen dieser Welt.

      BTW… Reichtum ist auf eine Art immer gestohlenes Geld. Gestohlen von jenen, die auf der Strecke bleiben.

      EURE ABGRENZUNGSVERSUCHE taugen nichts. Ihr habt etwas mit dem größten Abschaum der Menschheit gemeinsam, da helfen euch auch keine Lügen.

      Eine Kränkung? Nein die reine Wahrheit über euch.

      MFG

    37. gerhardq schrieb am 5. Februar 2010 at 10:08 - Permalink

      Vielleicht wäre es sinnvoll, mafiöse Bankstrukturen von den Regionen zu trennen.
      Zur Zeit trifft es gerade (mal wieder) die Schweiz, aber auch die anderen Weltregionen haben ihre Leichen im Keller, man denke nur an Zypern, Delaware, Belize, Isle of Men, Hongkong, Singapur, Dubai, etc..
      Ich finde es immer interessant, wenn wir meinen, daß wir anderen Menschen, anderen Ländern unsere Sichtweise der Dinge aufzwingen wollen. Wenn die Schweiz ihr Bankgeheimnis behalten will, dann soll sie doch tun. Das ist eine ureigenen Angelegenheit der Schweizer. Und wenn es “Hundert von Milliarden” an deutschen Geldern in der Schweiz gibt, dann soll sich der deutsche Staat überlegen,
      - warum liegt das Geld in der Schweiz und nicht in Deutschland ,
      - wie kann er dieses Geld sinnvoll nutzen und
      - warum sind Amnestien relativ erfolglos?

      Mit blöden Bestrafungen erreicht man überhaupt nichts – selbst die Todesstrafe hat das Verbrechen nicht ausgerottet. Also sollte man versuchen, das Geld auf andere Weise zu nutzen. Jedes Gericht fragt nach der Motivation des Angeklagten, nur in Steuerangelegenheiten unterstellen die meisten, daß die Motivation bekannt ist. Aber ist das wirklich so einfach?

      Kann es nicht sein, daß die Bürger dem deutschen Staat mißtrauen?
      Kann es nicht sein, daß man vielleicht schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat?
      Kann es nicht sein, daß keinen Sinn darin sieht, Geld Leuten zu geben, die schon mehr als genug davon haben?
      Kann es nicht sein, daß man der Stabilität der Schweiz eher vertraut als der Deutschlands?

      Sicher ist es moralisch und ethisch aus unserer Sicht bedenklich, wenn z.B. in der Schweiz Geld aus illegalen Quellen verwaltet wird. Nur wer bestimmt die Ethik und Moral? Wenn beispielsweise Deutschland und Japan den II. Weltkrieg gewonnen hätten, hätten sie die moralischen Standards bestimmt. Dann hätte es vielleicht Verurteilungen amerikanischer und britischer Kriegsverbrecher gegeben. Was richtig oder falsch ist, wird von den Siegern, bzw. den Mächtigen bestimmt! Wir regen uns über die gebunkerten Gelder von Diktatoren auf, machen aber selbst mit diesen Kreaturen Geschäfte und spülen unser Geld in deren Kassen. Wir regen uns über die Menschenrechtsverletzungen in China auf, kaufen aber chinesische Produkte. Nur wenn es uns in den Kram paßt, holen wir die Moralkeule heraus. Da sind mir pragmatische Schweizer lieber, die sagen, wir machen mit jedem Geschäfte! Diese sind wenigstens ehrlich und heucheln uns nicht eine Ethik und Moral nach Kassenlage vor.

      Ich finde Steuerhinterziehung nicht in Ordnung, aber sie ist aus meiner Sicht kein Verbrechen. Ein Steuerhinterzieher nimmt nicht nichts weg, er weigert sich nur, etwas von abzugeben. Und das ist die uralte Kintergartendiskussion – “du gibst mir nichts ab, du bist gemein…”. Warum bestrafen wir eigentlich nicht die Menschen, die weniger Geld verdienen als sie könnten? Man kann es zum Beispiel auch so machen, daß man sich einfach verweigert, also weniger Geld verdient als man könnte, einen anderen Sinn im Leben sieht, nicht weiter als Lohnsklave arbeiten will. Soll man dann bestraft werden?

      Für mich ist Steuerhinterziehung eine Ordnungswidrigkeit, denn sie stört die staatliche Ordnung. Ein Verbrechen ist sie aber nur dann, wenn ich vorsätzlich jemanden betrüge, mich als unrechtmäßig bereichere. Einfache Steuerhinterziehung ist nur die Weigerung, mich entreichern zu lassen.

    38. Ingo schrieb am 5. Februar 2010 at 10:19 - Permalink

      @Vogel

      Der Name ist das Programm, nicht wahr?

      Sollten nicht lieber diejenigen attackiert werden, die das eben so sehen? (s.o.)

    39. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 10:29 - Permalink

      @gerhardq

      Zur Zeit trifft es gerade (mal wieder) die Schweiz, aber auch die anderen Weltregionen haben ihre Leichen im Keller, man denke nur an Zypern, Delaware, Belize, Isle of Men, Hongkong, Singapur, Dubai, etc..

      Das stimmt eingeschränkt. Zu einem spielen die genannten Regionen nicht die Rolle der Schweiz und zu anderem haben sie nicht diese historische Schuld auf sich geladen. Weiterhin muss man feststellen, dass alle diese Regionen (Delaware passt nicht, da es dort zwar ein “Steuerparadies” aber kein Bankgeheimnis gibt) mittlerweile fast tadellos mit der OECD zusammenarbeiten. Und was am wichtigsten ist – mir ist noch kein zypriotischer Publizist begegnet, der sich selbstgerecht als moralischen Übermenschen darstellt.

      Ich finde es immer interessant, wenn wir meinen, daß wir anderen Menschen, anderen Ländern unsere Sichtweise der Dinge aufzwingen wollen

      Ja, das ist schon “interessant”. Bei allen Fehlern unseres Systems, haben wir zumindest erkannt, dass Verbrechensbekämpfung eine internationale Angelegenheit ist und ein elementarer Teil der Verbrechensbekämpfung das Austrocknen der Finanzierungsstrukturen ist. Eigentlich ist dies Common Sense, umso erstaunlicher, wenn es immer wieder “Interessierte” gibt, die aus bloßem Egoismus heraus diese Zusammenhänge in Frage stellen.

      . Wenn die Schweiz ihr Bankgeheimnis behalten will, dann soll sie doch tun.

      Wenn das Bankgeheimnis nur die Schweiz schädigen würde, bitte – noch nicht einmal das tut es, da für Schweizer Bürger ja eine saftige Quellsteuer von 35% gilt, die automatisch abgeführt wird. Die Geschädigten sitzen aber im Ausland – und das reicht von den Bürgern ausgebeuteter afrikanischer Diktaturen bis zum deutschen Fiskus. Auch für das Zusammenleben von Nationen gibt es Regeln, die befolgt werden müssen.

      - warum liegt das Geld in der Schweiz und nicht in Deutschland ,
      - wie kann er dieses Geld sinnvoll nutzen und
      - warum sind Amnestien relativ erfolglos?

      Ganz einfach – weil die Gier und die kriminelle Energie einiger Bürger keine Grenzen kennt.

      Jedes Gericht fragt nach der Motivation des Angeklagten, nur in Steuerangelegenheiten unterstellen die meisten, daß die Motivation bekannt ist. Aber ist das wirklich so einfach?

      Jedes Gericht würde die Motivation der Steuerhinterzieher als “Gier” einstufen, also als niederes Motiv.

      Kann es nicht sein, daß die Bürger dem deutschen Staat mißtrauen?

      Das kann sein, ist aber kein Rechtfertigungsgrund für Straftaten. Ich könnte mir als mißtrauender Bürger auch ein Waffenarsenal anlegen, um mich und die meinen selbst zu beschützen. Das ist aus gutem Grund jedoch verboten.

      Kann es nicht sein, daß man vielleicht schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat?

      Der Steuerhinterzieher als Opfer? *hüstel*, welch abstruse Vorstellung.

      Kann es nicht sein, daß keinen Sinn darin sieht, Geld Leuten zu geben, die schon mehr als genug davon haben?

      Aha, die Transferleistungen des Staates erreichen also Leute, die schon mehr als genug Geld haben. Das ist ja mal interessant, darüber denke ich mal nach.

      Kann es nicht sein, daß man der Stabilität der Schweiz eher vertraut als der Deutschlands?

      Einjeder kann sein Geld in der Schweiz und in Franken anlegen. Es geht ja “nur” um die Versteuerung.

      Wenn beispielsweise Deutschland und Japan den II. Weltkrieg gewonnen hätten, hätten sie die moralischen Standards bestimmt.

      Das ist nun aber zum Glück nicht passiert. Du kannst auch nicht auf die Strasse gehen, einem Juden den Schädel einschlagen, und über die Relativität von Normen und Werten schwadronieren, die ganz anders aussähe, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte.

      Dann hätte es vielleicht Verurteilungen amerikanischer und britischer Kriegsverbrecher gegeben.

      Wahrscheinlich.

      Was richtig oder falsch ist, wird von den Siegern, bzw. den Mächtigen bestimmt!

      Sicher.

      ir regen uns über die gebunkerten Gelder von Diktatoren auf, machen aber selbst mit diesen Kreaturen Geschäfte und spülen unser Geld in deren Kassen

      Was kein Grund ist, die Finanziers dieser Diktatoren auch nur ein Jota zu entlasten.

      Nur wenn es uns in den Kram paßt, holen wir die Moralkeule heraus. Da sind mir pragmatische Schweizer lieber, die sagen, wir machen mit jedem Geschäfte! Diese sind wenigstens ehrlich und heucheln uns nicht eine Ethik und Moral nach Kassenlage vor.

      Dann werfen wir doch einfach alle moralischen und ethischen Kodizes über Bord und kehren zur Tyrannei zurück. Ob das für die Kassenlage so gut wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln.

      Ich finde Steuerhinterziehung nicht in Ordnung, aber sie ist aus meiner Sicht kein Verbrechen.

      Ist Diebstahl aus Deiner Sich ein Verbrechen? Was unterscheidet Diebstahl von Steuerhinterziehung?

      Ein Steuerhinterzieher nimmt nicht nichts weg, er weigert sich nur, etwas von abzugeben.

      Welch großer Unterschied! Was würdest Du denn sagen, wenn Dein Arbeitgeber Dir den Lohn nicht auszahlt und sich stattdessen ein neues Auto kauft? Das müsste dann doch ok sein, weil er sich ja nur weigert, etwas abzugeben.

      Warum bestrafen wir eigentlich nicht die Menschen, die weniger Geld verdienen als sie könnten?

      Diesen Satz muss ich erst einmal sacken lassen. Selten so einen Unfug gelesen. Und das will in diesem Blog etwas heißen!

    40. StefanP schrieb am 5. Februar 2010 at 11:06 - Permalink

      Im Gegensatz zu vielen Implikationen baut der Wohlstand der Schweiz nicht nur und nicht hauptsächlich auf den Banken auf. Die Schweiz ist selbst in Regionen reicher, die nicht durch die Bankenlandschaft geprägt sind. Reicher als die angrenzenden deutschen, aber auch italienischen und französischen Regionen.

      Die Schweizer haben sowohl ein höheres Einkommen als auch verfügbar mehr in der Tasche. Ersteres resultiert aus ihrer höheren Arbeitsbereitschaft, Leistungsfähigkeit, Unternehmertum und umfangreicheren Erwerbstätigkeit. Zweiteres ist das Ergebnis eines maßvollen Steuer- und Abgabensystems. Sicher, die Alpenrepublik profitierte davon, keine Kriege geführt zu haben. Doch wer hat in den letzten 200 Jahren die Franzosen, Deutschen, Italiener und Briten gezwungen Kriege zu führen? Zu früheren Zeiten war dies lukrativ (für den Sieger), doch ist es der Schweiz anzulasten, dass sich das Blatt gedreht hat?

      Nicht das Anlagebedürfnis von Diktatoren, Mafiosi und Steuersündern ist die Ursache. Würde die Mafia auf eine einzige Schutzgelderpressung verzichten, wenn es das Bankgeheimnis nicht mehr gäbe? ?Hallo, ich bin von der Mafia, hier mein Dienstausweis, und ich möchte gern 5 Millionen bei Ihnen anlegen?. Die Schweiz arbeitet mit allen OECD-Ländern in der Strafverfolgung zusammen, man kann sich in Tessin nicht verstecken.

      Mit richterlichem Beschluss kann schon heute Geldvermögen in der Schweiz beschlagnahmt oder um Mitteilung gebeten werden. Doch der deutsche Fiskus will weit mehr, nämlich die deutsche Rechtslage auf einen anderen Staat übertragen wissen: Kontrollmitteilungen und Quellensteuer.

      Gerhardq hat im Gegensatz zur Verlautbarung des Spiegelfechters keine unsinnige Frage gestellt, sie wird tatsächlich in wirtschaftswissenschaftlichen Seminaren erörtert. Müsste nicht genauso jemand belangt werden, der nicht gemäß seinen Möglichkeiten Einkommen erzielt? Wie ist jemand zu behandeln, der auf Kosten des Steuerzahlers 10 Jahre studiert und anschließend aus reiner Bequemlichkeit Teilzeit arbeitet mit einer Tätigkeit, die weit von seinen Möglichkeiten entfernt ist? Rein wirtschaftlich betrachtet schädigt so jemand seinen ?Investor?, die Gesellschaft. Schon längst unterstellt das Finanzamt in bestimmten Fällen eine ?Mindestverzinsung?, die unabhängig von den tatsächlichen Verhältnissen zur Besteuerung herangezogen wird. Im Familienrecht gilt nicht immer das Leistungsfähigkeitsprinzip, sondern es werden fiktive Einkommensmöglichkeiten berücksichtigt. Und im Arbeitsrecht gibt es Sanktionsmöglichkeiten, wenn jemand sich weit von schlechter als nach seinen Potentialen verhält.

      Was der Spiegelfechter als mit den größten ?Unfug? abtut, den er hier je gelesen hat, ist in einigen Bereichen unseres Lebens Normalität.

    41. katzenmama schrieb am 5. Februar 2010 at 11:09 - Permalink

      @gerhardq

      Kann es nicht sein, daß die Bürger dem deutschen Staat mißtrauen?
      Kann es nicht sein, daß man vielleicht schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat?
      Kann es nicht sein, daß keinen Sinn darin sieht, Geld Leuten zu geben, die schon mehr als genug davon haben?
      Kann es nicht sein, daß man der Stabilität der Schweiz eher vertraut als der Deutschlands?

      Für mich ist Steuerhinterziehung eine Ordnungswidrigkeit, denn sie stört die staatliche Ordnung. Ein Verbrechen ist sie aber nur dann, wenn ich vorsätzlich jemanden betrüge, mich als unrechtmäßig bereichere. Einfache Steuerhinterziehung ist nur die Weigerung, mich entreichern zu lassen.

      Die armen Reichen – der Staat hat sie so enttäuscht…mir kommen gleich die Tränen…
      Selbstverständlich kann man damit, wie der Staat mit dem Geld seiner Bürger umgeht, sehr geteilter Meinung sein. Ich bin damit auch nicht zufrieden. Wir erwarten jedoch vom Staat ganz selbstverständlich gewisse “Serviceleistungen” – den Schutz von Eigentum (!) , Leib und Leben durch die Polizei und Justiz beispielsweise, wovon gerade die “Elite” profitiert, die dann so knauserig ist, dass sie selbst das wenige, was auch ein trickreicher Steuerberater an Gewinn nicht wegrechnen kann, lieber ins Ausland bringt, als gesetzesgemäß zu versteuern.

      Warum bestrafen wir eigentlich nicht die Menschen, die weniger Geld verdienen als sie könnten? Man kann es zum Beispiel auch so machen, daß man sich einfach verweigert, also weniger Geld verdient als man könnte, einen anderen Sinn im Leben sieht, nicht weiter als Lohnsklave arbeiten will. Soll man dann bestraft werden?

      Hier kommen wir an eine ganz heiße Kiste – die Frage nämlich, was eigentlich Arbeit wert ist und ob der jeweils dafür erhaltene Lohn gerecht ist. Denn nur wer soviel Geld hat, dass er jenseits von Essen und Wohnen noch so viel übrig hat, dass er davon nennenswerte Ersparnisse bilden kann, hat überhaupt die Chance, Steuerhinterziehung im großen STil zu begehen. Da gab es neulich so eine englische Studie (kann den Link leider nicht mehr finden), die Arbeit nach dem Sinn für die Gesellschaft bewertet hat – Steuerberater kamen dabei übrigens ganz schlecht weg. Ganz primitiv: Ist die Arbeit einer Krankenschwester für die Gesellschaft tatsächlich soviel minderwertiger als die eines Rüstungsmanagers oder, ganz aktuell, die von Dirk Jens Nonnenmacher? Soll die Krankenschwester jetzt dafür bestaft werden, dass sie nicht Bankerin geworden ist??? Hat sie etwa einen weniger stressigen Beruf??? Gerade diejenigen, die tatsächlich “Lohnsklaven” sind, haben am allerwenigsten die Chance zum Betrug.

    42. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 11:30 - Permalink

      @StefanP

      Im Gegensatz zu vielen Implikationen baut der Wohlstand der Schweiz nicht nur und nicht hauptsächlich auf den Banken auf. Die Schweiz ist selbst in Regionen reicher, die nicht durch die Bankenlandschaft geprägt sind. Reicher als die angrenzenden deutschen, aber auch italienischen und französischen Regionen.

      Interessant, dass Du da die Querverbindung nicht siehst. Die Schweizer Banken zahlen nämlich Steuern, viele sogar. M.W. kommt jeder 10te Steuerfranken direkt von den Banken und durch die indirekten Effekte könnte man sicher davon ausgehen, dass rund jeder 4te Steuerfranken durch den Bankensektor generiert wird. Mit diesen Geldern kann man die Volkswirtschaft natürlich bestens pushen, keine Frage.

      Die Schweizer haben sowohl ein höheres Einkommen als auch verfügbar mehr in der Tasche.

      Richtig, weil die Steuern niedrig gehalten werden können, da man ja bereits ein kleines “Bearbeitungsgeld” für die Verwaltung der Raubbillionen aus aller Welt nimmt.

      Ersteres resultiert aus ihrer höheren Arbeitsbereitschaft, Leistungsfähigkeit, Unternehmertum und umfangreicheren Erwerbstätigkeit.

      Manchmal mache ich mir doch ernsthaftere Sorgen um Deinen Gesiteszustand.

      Nicht das Anlagebedürfnis von Diktatoren, Mafiosi und Steuersündern ist die Ursache. Würde die Mafia auf eine einzige Schutzgelderpressung verzichten, wenn es das Bankgeheimnis nicht mehr gäbe?

      Sie könnte ihre Gelder nicht mehr so einfach waschen. Mach Dich einfach mal schlau und informiere Dich über die Zusammenhänge von Geldwäsche und Organisierter Kriminialität. Aber ich weiß, derlei Weißkragenkriminialität, die hinter den schmutzigen Delikten steht, genießt in Deinen Kreisen höchste Bewunderung.

    43. Michael W. schrieb am 5. Februar 2010 at 11:37 - Permalink

      @stefanP:
      neoliberal at it’s best ;)

      Im Gegensatz zu vielen Implikationen baut der Wohlstand der Schweiz nicht nur und nicht hauptsächlich auf den Banken auf. Die Schweiz ist selbst in Regionen reicher, die nicht durch die Bankenlandschaft geprägt sind. Reicher als die angrenzenden deutschen, aber auch italienischen und französischen Regionen.

      Die Schweizer haben sowohl ein höheres Einkommen als auch verfügbar mehr in der Tasche. Ersteres resultiert aus ihrer höheren Arbeitsbereitschaft, Leistungsfähigkeit, Unternehmertum und umfangreicheren Erwerbstätigkeit. Zweiteres ist das Ergebnis eines maßvollen Steuer- und Abgabensystems.

      Schwammiger und polemischer gehts ja kaum.
      1. Wodurch begründet sich denn der Reichtum, welcher nciht durch die Bankenlandschaft geprägt ist? Durch Industrie, Landwirtschaft…?
      2. höhere Arbeitsbereitschaft? Gibts darüber Studien? Wie misst man das bitte? Komm mir jetzt aber bitte nciht mit durchschnittlich mehr Arbeitsstunden/Woche. Z.B. du und ich sitzen gerade wohl auch auf der Arbeit ;)
      3. Maßvolles Steuer- und Abgabensystem? Ach ja, die FDP meint ja, Steuersenkung bringt mehr Volkswohlstand. Hat bisher jedes Mal, wo sie es versuchen durfte, auch super funktioniert ;)

      Nicht das Anlagebedürfnis von Diktatoren, Mafiosi und Steuersündern ist die Ursache. Würde die Mafia auf eine einzige Schutzgelderpressung verzichten, wenn es das Bankgeheimnis nicht mehr gäbe? ?Hallo, ich bin von der Mafia, hier mein Dienstausweis, und ich möchte gern 5 Millionen bei Ihnen anlegen?. Die Schweiz arbeitet mit allen OECD-Ländern in der Strafverfolgung zusammen, man kann sich in Tessin nicht verstecken.

      Mit richterlichem Beschluss kann schon heute Geldvermögen in der Schweiz beschlagnahmt oder um Mitteilung gebeten werden. Doch der deutsche Fiskus will weit mehr, nämlich die deutsche Rechtslage auf einen anderen Staat übertragen wissen: Kontrollmitteilungen und Quellensteuer.

      Wie gut die Schweiz z.B. bisher mit der BRD zusammengearbeitet hat, sieht man ja daran, dass jetzt von mittlerweile 400mio auf der cd gesprochen wird ;)

      Gerhardq hat im Gegensatz zur Verlautbarung des Spiegelfechters keine unsinnige Frage gestellt, sie wird tatsächlich in wirtschaftswissenschaftlichen Seminaren erörtert. Müsste nicht genauso jemand belangt werden, der nicht gemäß seinen Möglichkeiten Einkommen erzielt? Wie ist jemand zu behandeln, der auf Kosten des Steuerzahlers 10 Jahre studiert und anschließend aus reiner Bequemlichkeit Teilzeit arbeitet mit einer Tätigkeit, die weit von seinen Möglichkeiten entfernt ist? Rein wirtschaftlich betrachtet schädigt so jemand seinen ?Investor?, die Gesellschaft. Schon längst unterstellt das Finanzamt in bestimmten Fällen eine ?Mindestverzinsung?, die unabhängig von den tatsächlichen Verhältnissen zur Besteuerung herangezogen wird. Im Familienrecht gilt nicht immer das Leistungsfähigkeitsprinzip, sondern es werden fiktive Einkommensmöglichkeiten berücksichtigt. Und im Arbeitsrecht gibt es Sanktionsmöglichkeiten, wenn jemand sich weit von schlechter als nach seinen Potentialen verhält.

      Der Neo-Liberale tut immer so, als würde JEDER, der unter seinen Möglichkeiten arbeitet (zu kurz, nciht produktiv genug), faul sein. Welch ein Witz! Was ist mit Müttern, fehlenden Arbeitsplätzen/Vollzeitstellen, Pflege von Angehörigen etc.? Wie viele Menschen (in Zahlen!) arbeiten bitte tatsächlich so, wie du es formuliert hast, weil sie sich zu mehr nciht veranlasst sehen???

      Also früher waren deine Postings schwerer auseinanderzunehmen :(

    44. Sukram71 schrieb am 5. Februar 2010 at 11:40 - Permalink

      @ StefanP

      Im Gegensatz zu vielen Implikationen baut der Wohlstand der Schweiz nicht nur und nicht hauptsächlich auf den Banken auf. Die Schweiz ist selbst in Regionen reicher, die nicht durch die Bankenlandschaft geprägt sind. Reicher als die angrenzenden deutschen, aber auch italienischen und französischen Regionen.

      Und der jahrzehntelange Zufluss von illegalem Geld in Höhe von Hunderten von Milliarden hat rein gar nix damit zu tun … ? ^^

      Die Schweizer haben sowohl ein höheres Einkommen als auch verfügbar mehr in der Tasche. Ersteres resultiert aus ihrer höheren Arbeitsbereitschaft, Leistungsfähigkeit, Unternehmertum und umfangreicheren Erwerbstätigkeit.

      Und das ist bei den Deutschen entsprechend weniger ausgeprägt … ?

      Zweiteres ist das Ergebnis eines maßvollen Steuer- und Abgabensystems.

      Was nicht auch was mit den versteckten hohen Vermögen zu tun haben könnte, die dort auf schweizer Konten liegen und mit denen die Schweiz Geld verdient?

      Wenn man mit seinem Bankgeheimnis so viele Billionen illegales Schwarz-Geld anlockt, dann braucht man auch keine hohen Steuern erheben. Was dann wiederum noch mehr Geld anlockt und die eigene Wirtschaft pusht.

      Das ganze schweizer System inmitten Europas ist parasitär.
      Hoffentlich macht man dem jetzt endgültig ein Ende.

    45. Heinzi schrieb am 5. Februar 2010 at 11:56 - Permalink

      “Ein Steuerhinterzieher nimmt nicht nichts weg, er weigert sich nur, etwas von abzugeben.”

      gerhardq

      Ein freudscher ? :-D

      __

      Gerhardq hat im Gegensatz zur Verlautbarung des Spiegelfechters keine unsinnige Frage gestellt, sie wird tatsächlich in wirtschaftswissenschaftlichen Seminaren erörtert.

      Es wird dort viel erörtert, auch wie man mit Kriegswaffen und Kriegen richtig Absahnen kann. Wirtschaftswissenschaften haben auch darüber nachgedacht die Sklaverei einzuführen, Wirtschaft hat auch von KZs profitiert. Rein rechnerisch war es ein Geschäft- FÜR einige wenige Protagonisten.
      Wirtschaftspseudowissenschaften sind keine Erkenntnisswissenschaft, sondern ein Rechtfertigungsbetrieb für bestehende und den Ausbau von Besitzverhältnissen.

      Müsste nicht genauso jemand belangt werden, der nicht gemäß seinen Möglichkeiten Einkommen erzielt?

      Witzig. Ab sofort kassiert der Staat einfach von allen Unternehmen und Unternehmern 100% mehr Steuern, sind die verkommenen Unternehmer doch selbst schuld wenn sie ihr Handwerk nicht verstehen und sich ausboten lassen.
      Ach? Das gilt nur für Geringverdiener, die sich gegen solche Vorwürfe nicht wehren können? Ist klar ….

      Wie ist jemand zu behandeln, der auf Kosten des Steuerzahlers 10 Jahre studiert und anschließend aus reiner Bequemlichkeit Teilzeit arbeitet mit einer Tätigkeit, die weit von seinen Möglichkeiten entfernt ist?

      Familienfürsorge, Lebensqualität, Selbstverwirklichung und sekundärer z.b. ehrenamtlicher Dienst an der Gesellschaft ist ja auch einen Dreck wert. Nur Geld passt in das Raster solcher faschistoider Naziwissenschaftler sorry, “Wirtschaftswissenschaftler”.

      Rein wirtschaftlich betrachtet schädigt so jemand seinen ?Investor?, die Gesellschaft.

      Was die Banken bisher an Schaden angerichtet haben, was sogenannte Leistungsträger an Schäden anrichten, Was Steuerflüchtlinge an Schäden anrichten, das ist kaum noch zu beziffern. Es ist einfach nur eine ekelhafte verzerrte Wahrnehmung der Realität, der Sie sich hier befleissigen, die die eigene Handlungsweise zu Rechtfertigen versucht. Asozial und Abartig.

      Schon längst unterstellt das Finanzamt in bestimmten Fällen eine ?Mindestverzinsung?, die unabhängig von den tatsächlichen Verhältnissen zur Besteuerung herangezogen wird. Im Familienrecht gilt nicht immer das Leistungsfähigkeitsprinzip, sondern es werden fiktive Einkommensmöglichkeiten berücksichtigt. Und im Arbeitsrecht gibt es Sanktionsmöglichkeiten, wenn jemand sich weit von schlechter als nach seinen Potentialen verhält.

      Ich unterstelle hier einmal, daß sämtliche Ausführungen nur Behauptungen sind. Die von Ihnen argumentativ mißbrauchten Regelungen sind allesamt keine Strafen für Minderleistungen im Sinne eines schlechter als möglich Verdienstes, als das sie höchstwarscheinlich andere Grundlagen im Gedanken des Gesetzes haben.
      Alles so auslegen, wie es gerade am besten die eigenen Motive verschleiert bzw. die eigenen Wünsche am besten bedient. Realität ist etwas anderes, als das, was Wirtschaftsfaschisten träger sich zusammenreimen um ihre eigenen Standpunkte zu bedienen.

    46. StefanP schrieb am 5. Februar 2010 at 11:57 - Permalink

      @Spiegelfechter

      ->Ersteres resultiert aus ihrer höheren Arbeitsbereitschaft, Leistungsfähigkeit, Unternehmertum und umfangreicheren Erwerbstätigkeit.
      Manchmal mache ich mir doch ernsthaftere Sorgen um Deinen Geisteszustand.

      Vielen Dank für das Kompliment. Zu diesem Ergebnis kam die Wirtschaftsweise Professorin Dr. Beatrice Weder di Mauro vor einigen Jahren (2004-2006) in der FAZ unter der Rubrik ?Die Ordnung der Wirtschaft?. Eine außerordentlich taffe, intelligente Professorin und mit ihr den gleichen Geisteszustand zu haben ? danke.

      Interessant, dass Du da die Querverbindung nicht siehst. Die Schweizer Banken zahlen nämlich Steuern, viele sogar. M.W. kommt jeder 10te Steuerfranken direkt von den Banken und durch die indirekten Effekte könnte man sicher davon ausgehen, dass rund jeder 4te Steuerfranken durch den Bankensektor generiert wird. Mit diesen Geldern kann man die Volkswirtschaft natürlich bestens pushen, keine Frage.

      Soso, dann ist die Pharmaindustrie auch durch den Bankenbereich gepusht ? warum funktioniert das eigentlich nicht in Deutschland? Sie scheinen noch nie in der Schweiz gearbeitet zu haben, sonst würden Sie nicht so viele Dinge schreiben, die Sie sonst nur als ?Unfug? und ?Unsinn? abtun würden. Keine Frage, der Bankensektor ist in der Alpenrepublik außerordentlich groß ? so wie der Automobilsektor in Baden-Württemberg und der Steinkohlebergbau in Nordrhein-Westfalen.

      Nach der Unternehmenspolitik, die Sie präferieren, gäbe es kaum Arbeitsplätze, denn gegen fast jede Tätigkeit lässt sich etwas einwenden. So konsumiere ich gerade eine Tafel Lindt-Schokolade (eigentlich ziehe ich das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Cailler vor). Die Süßigkeitsindustrie fördert aber körperliche Abhängigkeiten, die Zerstörung des eigenen Kauwerkzeugs und ist im Grunde ein Zulieferer für den medizinisch-industriellen Komplex. Ach so, richtig, deswegen sind Pharma und Lindt so stark.

      Das ist kurz zusammengefasst die Argumentation von Ihnen.

      Richtig, weil die Steuern niedrig gehalten werden können, da man ja bereits ein kleines ?Bearbeitungsgeld? für die Verwaltung der Raubbillionen aus aller Welt nimmt.

      Nehmen Sie mal in Deutschland die außerordentlichen Aufwendungen für den Solidarpakt (4 Prozent des BIP), für den höheren Anteil von Rentnern, für den höheren Anteil von Erwerbslosen, für die geringere Erwerbstätigkeit und die Zinsen für die höhere Staatsverschuldung weg, dann könnten wir auch mit weit niedrigeren Steuern auskommen. Ganz ohne großen Bankensektor. Daran sehen Sie, dass Ihr Argument nicht stimmt.

    47. Sukram71 schrieb am 5. Februar 2010 at 12:07 - Permalink

      Ich glaube, das ist zwecklos. ^^

      Fest steht jedenfalls, dass das Bankgeheimnis in der Schweiz nicht so bleiben kann wie es ist. Schon alleine wegen dem, was in Europa evtl. noch auf uns zukommt. Siehe “Euroland ist abgebrannt”. Die EU scheint sich ja der Sache jetzt auch anzunehmen.
      Weil sonst zahlen die Bürger der EU die Zeche und die feinen Herrschaften setzen sich in die Schweiz ab. Deshalb wird das auch nicht so bleiben.

    48. Michael W. schrieb am 5. Februar 2010 at 12:09 - Permalink

      @StefanP:
      omg.
      Hat denn diese Professorin irgendwelche stichhaltigen Beweise für diese Behauptung geliefert? Sich hinter ihr zu verstecken bringt dir nix.

      Interessant, dass Du da die Querverbindung nicht siehst. Die Schweizer Banken zahlen nämlich Steuern, viele sogar. M.W. kommt jeder 10te Steuerfranken direkt von den Banken und durch die indirekten Effekte könnte man sicher davon ausgehen, dass rund jeder 4te Steuerfranken durch den Bankensektor generiert wird. Mit diesen Geldern kann man die Volkswirtschaft natürlich bestens pushen, keine Frage.

      Soso, dann ist die Pharmaindustrie auch durch den Bankenbereich gepusht ? warum funktioniert das eigentlich nicht in Deutschland? Sie scheinen noch nie in der Schweiz gearbeitet zu haben, sonst würden Sie nicht so viele Dinge schreiben, die Sie sonst nur als ?Unfug? und ?Unsinn? abtun würden. Keine Frage, der Bankensektor ist in der Alpenrepublik außerordentlich groß ? so wie der Automobilsektor in Baden-Württemberg und der Steinkohlebergbau in Nordrhein-Westfalen.

      Nach der Unternehmenspolitik, die Sie präferieren, gäbe es kaum Arbeitsplätze, denn gegen fast jede Tätigkeit lässt sich etwas einwenden. So konsumiere ich gerade eine Tafel Lindt-Schokolade (eigentlich ziehe ich das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Cailler vor). Die Süßigkeitsindustrie fördert aber körperliche Abhängigkeiten, die Zerstörung des eigenen Kauwerkzeugs und ist im Grunde ein Zulieferer für den medizinisch-industriellen Komplex. Ach so, richtig, deswegen sind Pharma und Lindt so stark.

      Mein ehemaliger Deutschlehrer in der 9. Klasse hätte zu Deiner Argumenation (inhaltlich) gesagt: “Am Thema vorbeiargumentiert. Äpfel mit Birnen…”
      Schreibe doch bitte zur Sache und nicht kontextfrei.
      Ich denke, Deine berufliche Tätigkeit und deine privaten Vorlieben haben sehr wenig mit Dingen wie Streitgespräche, angeregte Diskussionen, Vorträge etc. zu tun. Denn darin biste de facto ne absolute Null. Ist nciht böse gemeint, sondern eine nüchterne Feststellung.

    49. Mile schrieb am 5. Februar 2010 at 12:22 - Permalink

      @ Karl Heinrichl

      Nehmen wir mal statt “Joe the plumber” den selbstständigen Schreinermeister Karl, der in letzter Zeit einfach keine Aufträge mehr bekommt, weil in seiner Kleinstadt ein weiterer Schreinerbetrieb aufgemacht hat. Als er einen seiner Kunden fragt, warum er von ihm keine Aufträge mehr bekommt, sagt ihm diesr, dass es ihm leid tue, er aber nun mal 10% teurer ist als der Neue.
      Man weiss, dass die Frau des Neuen desöfteren ein verlängertes Wochenende in der Schweiz verbringt und munkelt zudem, dass da etwas nicht stimme, da sein angegebener Umsatz zu niedrig erscheint.

      Der Schreinermaster Karl setzt sich mit seinen Bücher noch einmal hin und kalkuliert seine Preise noch einmal durch. Aber soviel er auch rechnet, er ist schon am untersten Rand, wenn er alle Steuren und Abgaben hineinrechnet.

      Es bleibt nichts anderes übrig als den Laden zu schliessen und zu seinem Sohn zu ziehen, der aus der Stadt gezogen ist, weil er sein Sohn nicht auf die runtergekommene Schule schicken wollte.

    50. StefanP schrieb am 5. Februar 2010 at 12:35 - Permalink

      @Michael W.

      Seien Sie nicht enttäuscht ? die Antwort auf einige Ihrer Fragen habe ich in der Erwiderung an den Spiegelfechter bereits vorweggenommen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich neoliberal durchaus als Kompliment betrachte? Nicht?

      1. Wodurch begründet sich denn der Reichtum, welcher nciht durch die Bankenlandschaft geprägt ist? Durch Industrie, Landwirtschaft??

      Die Schweizer Wirtschaftslandschaft ist vielfältiger als Sie es sich vorzustellen scheinen. Sagt Ihnen beispielsweise Pharma etwas, Novatis und andere? Ich glaube es gibt nicht viele Staaten, die bezogen auf die Einwohnerzahl soviele große und profitable Unternehmen hervorgebracht haben.

      2. höhere Arbeitsbereitschaft? Gibt?s darüber Studien? Wie misst man das bitte? Komm mir jetzt aber bitte nicht mit durchschnittlich mehr Arbeitsstunden/Woche. Z.B. du und ich sitzen gerade wohl auch auf der Arbeit ;)

      Tatsächlich hat die Wirtschaftsweise Weder di Mauro die Arbeitsproduktivitäten von Deutschland und er Schweiz untersucht ? immerhin eine Kennerin, die in beiden Ländern gelebt hat. Die Schweizer sind zwar etwas weniger produktiv, dafür leisten sie mehr pro Kopf, da sie weit mehr Stunden arbeiten. Ein nicht völlig unbekannter Zusammenhang.

      3. Maßvolles Steuer- und Abgabensystem? Ach ja, die FDP meint ja, Steuersenkung bringt mehr Volkswohlstand. Hat bisher jedes Mal, wo sie es versuchen durfte, auch super funktioniert.

      Tja, das funktioniert tatsächlich. Zwar manchmal mit einigen unangenehmen Nebenwirkungen (wie in den USA unter Reagan), aber es funktioniert: in Kroatien, der Slowakei genauso wie in Großbritannien. Der Zusammenhang ist ziemlich unzweifelhaft.

      Was ist mit Müttern, fehlenden Arbeitsplätzen/Vollzeitstellen, Pflege von Angehörigen etc.? Wie viele Menschen (in Zahlen!) arbeiten bitte tatsächlich so, wie du es formuliert hast, weil sie sich zu mehr nicht veranlasst sehen???

      In den letzten 10 Jahren (?) ist der Zahl der Alleinerziehenden um 47 Prozent gestiegen. Sind die Verhütungsmittel ausgegangen, gibt?s zuwenig Prostituierte, zuviele Muttersöhnchen? Warum gibt es im Vergleich soviele Pflegebedürftige pro Kopf? Weil es zuwenig junge gibt? Wie viele tatsächlich so arbeiten? Ich kenne Leute, die suchen für 10 EUR die Stunde Willige, die den Rasen mähen und finden niemanden. Und der starke Trend zur Teilzeitarbeit und Arbeitszeitreduzierung ist ebenfalls ein starker Hinweis.

    51. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 12:36 - Permalink

      @StefanP

      Deine Versuche, die Diskussion wieder einmal durch eine Anhäufung neoliberaler Thesen in eine andere Richtung zu wenden, ist ja nett, aber durchschaubar.

      Äußere Dich doch lieber einmal zu den Themen, um die es in diesem Thread geht: Moral der Schweizer Banken und Moral der Steuerhinterzieher.

    52. StefanP schrieb am 5. Februar 2010 at 12:47 - Permalink

      @Michael W.

      Hat denn diese Professorin irgendwelche stichhaltigen Beweise für diese Behauptung geliefert?

      Ja, die offiziellen Zahlen, sind ja verfügbar. Sie können sich auch in die Uni-Bibliothek begeben und die Ausgaben der Jahre 2004-2006 durchblättern, damals erschien die Rubrik in der FAZ noch samstags. Leider publizieren die Herausgeber “Die Ordnung der Wirtschaft” nicht im Internet, sonst hätte ich das verlinkt.

      Aber halten Sie das wirklich für abwegig? Dafür verlinke ich Ihnen etwas anderes:

      SPIEGEL ONLINE: Aber man könnte sich bei einem guten Verdienst doch etwas mehr Freizeit gönnen.

      Huth: Das würde hier nicht gehen. Die Schweiz hat nämlich das umgekehrte Problem von Deutschland. An der Beschäftigungsquote von 79 Prozent und einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent zeigt sich, dass wir eher mehr als weniger Arbeitskräfte brauchen. Besonders im Dienstleistungssektor werden teils händeringend neue Mitarbeiter gesucht.

      SPIEGEL ONLINE: In der Schweiz wird knapp eine Woche weniger Urlaub gemacht als bei uns und im Schnitt 41,7 Stunden pro Woche gearbeitet. Wäre das ein Modell für Deutschland?

      Huth: Eine Anhebung der Arbeitszeit halte ich für notwendig, denn Deutschland hat einen Standortnachteil: Die Lohnkosten sind im internationalen Vergleich zu hoch. Hinzu kommen die derzeitige Wachstumsschwäche und die demografische Entwicklung.

    53. Herr Knecht schrieb am 5. Februar 2010 at 13:13 - Permalink

      DIeser Artikel gefällt mir sehr gut. Genau darauf muss die Aufmerksamkeit in der aktuellen Debatte gelenkt werden. Ich bezweifel jedoch, dass die CD nach dem Wahlkampf wirklich ein Aufhänger sein wird, das Problem anzugehen.

      StefanP steht hier neoliberal-argumentativ mit dem Rücken an der Wand. Seine Abwehrreaktionen und Ablenkungsaktionen zeigen das. Normalerweise nerven mich seine Chewbacca-Verteidigungen. Hier amüsiere ich mich aber köstlich :). Schön für die gute Sache weiterkämpfen StefanPaladin, ich höre zu :D!

    54. DerFlaschengeist schrieb am 5. Februar 2010 at 13:16 - Permalink

      Danke für die vielen Hinweise.
      Werd mich am Wochenende mal ein wenig da rein graben…auch wenns vermutlich nicht lange dauern wird, bis ich verwirrt aufgeben werde ;-)

    55. Very Cool schrieb am 5. Februar 2010 at 13:24 - Permalink

      @Michael W. am 5. Februar 2010 um 11:37 #43

      Also früher waren deine Postings schwerer auseinanderzunehmen :(

      Vielleicht hat er jetzt einen Ghostwriter. :-))

    56. Michael W. schrieb am 5. Februar 2010 at 13:25 - Permalink

      @SF: Danke fürs als irrelevant markieren. Wobei “Thesen” eher sogar nett als objektiv formuliert ist. Denn wenn Thesen, Studien etc. objektiv betrachtet unwahr und nciht fundiert sind, spricht der Volksmund glaube ich von “Quatsch” ;)
      Einen Comment kann ich mir zum Zitat des Interviews mit Herrn Huth nciht verkneifen:

      SPIEGEL ONLINE: Aber man könnte sich bei einem guten Verdienst doch etwas mehr Freizeit gönnen.

      Huth: Das würde hier nicht gehen. Die Schweiz hat nämlich das umgekehrte Problem von Deutschland. An der Beschäftigungsquote von 79 Prozent und einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent zeigt sich, dass wir eher mehr als weniger Arbeitskräfte brauchen.

      Kann mir jemand die Logik dahinter erklären?

      @Topic: Ganz einfach, Steuerhinterzieher und Banken haben jeweils nciht nur eine, sondern 2 (=Doppelmoral). Da wohl jeder sie benennen kann, ist das Thema eigentlich gegessen ;)

    57. dr00 schrieb am 5. Februar 2010 at 13:27 - Permalink

      gibt es irgendwo eine Liste aller “irrelevanten Kommentare”? ich würde mir diesen Wirtschaftsnazi-kram gern mal durchlesen! ^^
      Oder waren das einfach nur wirtschftsliberale Schubladenbeleidigungen?

      …davon mal ganz abgesehen…
      Danke für diesen wichtigen Artikel!

      und @ Katzenmama:
      das kann ich so unterschreiben!

    58. Klinke schrieb am 5. Februar 2010 at 13:30 - Permalink

      @Spiegelfechter:

      Äußere Dich doch lieber einmal zu den Themen, um die es in diesem Thread geht: Moral der Schweizer Banken und Moral der Steuerhinterzieher.

      Aber genau das tut er doch die ganze Zeit. Moralisch vertretbar ist, was den eigenen Geldbeutel füllt und wenn alle nur an sich denken, ist schließlich jedem geholfen.

    59. StefanP schrieb am 5. Februar 2010 at 13:51 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Sie schreiben hier, die Schweizer verdanken einen Großteil ihres Reichtums illegalen Machenschaften. Dann müssen Sie schon die Replik ertragen und dies nicht mit “irrelevant” abtun. Ein Satz in Ihrem langen Artikel hätte genügt, dieses zumindest zu relativieren.

      Äußere Dich doch lieber einmal zu den Themen, um die es in diesem Thread geht: Moral der Schweizer Banken und Moral der Steuerhinterzieher.

      Welche Moral haben Steuersünder? Welche Moral haben Sozialbetrüger? Welche Moral haben Verkehrssünder? Was soll das ständige Abheben auf die moralische Ebene? Banken genauso wie Unternehmen im Allgemeinen haben nicht in erster oder zweiter Linie einen moralischen Impetus, wie das linken Gutmenschen gefallen würde. Darum gibt es darüber auch verdammt wenig zu schreiben. Die Aufgabe einer Bank ist, Geld treuhänderisch anzunehmen und zum Vorteil des Anlegers profitabel zu verleihen.

      Genauso wenig wie Sie hier einen Ausweis verlangen, damit hier keine Kriminellen schreiben, so wenig gehört es zu den Aufgaben einer Bank zu prüfen, ob ein Anleger die vereinnahmten Zinsen auch richtig versteuert. Das ist die Aufgabe der Finanzverwaltung, dafür bezahlen wir die Leute mit unseren Steuergeldern.

      Steuerhinterzieher sehen die Steuerbelastung als ungerecht an. So wie Schwarzarbeiter auch. Sie sind der Ansicht, bereits die Kapitalherkunft hoch besteuert zu haben, Zinsen sollten nach der Ansicht steuerfrei vereinnahmt werden können. Schauen Sie sich den Fall Zumwinkel an: über einen Zeitraum von 7 Jahren soll er knapp eine Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben, im gleichen Zeitraum hat er aber ca. 8,8 Millionen Euro allein an Lohnsteuer bezahlt. Er hat sich also um 11 Prozent entlastet, steuerlich und – wenn Sie so wollen – moralisch verwerflich, doch durchaus nachvollziehbar. Zumwinkel war sicher nicht einfach gierig, da reicht die Motivationsstruktur sicher tiefer.

    60. retlaw schrieb am 5. Februar 2010 at 13:51 - Permalink

      Ich lebe seit über sechs Jahren als Gastarbeiter in Zürich und habe, auch als kleiner Mann, immer von den besseren Arbeitbedingungen und Löhnen, bis jetzt nur profitiert. Ich glaubte eine Zeitlang, dass es in de Schweiz so gut funktioniert, weil der Dienstleistungsektor wesentlich besser bezahlt wird und damit die Binnenkonjunktur gut läuft. Meinen ersten Schock bekam ich in der Finanzkrise, als die Zeitungen berichteten, dass, wenn die UBS pleite geht, die Löhne in der Schweiz halbiert werden müssten. Seitdem quält mich die Frage: Hohe Löhne = gute Binnenkonjunktur, oder hängt mein Gehalt tatsächlich nur von den kriminellen Umtrieben der Schwiezer Banken ab. Ist jetzt übrigens ein sehr heikles Thema, bei den Eidgenossen, für deutsche Gastarbeiter. Es wurde ja in den letzten Monaten in den Medie sehr gegen den sogenannten deutschen Filz gehetzt.

    61. Hans Bambel schrieb am 5. Februar 2010 at 13:57 - Permalink

      Erst als jüdische Organisationen, und vor allem der US-Senat, massivste Geschütze in Form von Klagen und Sanktionsandrohungen auffuhren, wurde man in der Schweiz langsam ein wenig unruhig, schaute noch einmal etwas genauer in den Archiven nach und wurde ? welch Wunder ? auch fündig.

      Die Schweizer sind hier den deutschen Politikern wie Rösler, Fr. Koch etc. schon einen Schritt voraus. Sie finden nämlich auch etwas, wenn sie mal genauer hinschauen wollen.

      Aber zurück zum Thema.
      Was ist mit Krupp, Thyssen, Degussa und viele weitere? Sie alle kooperierten mit Hitler nur um zu Überleben. Und mit Sicherheit fanden sie auch Gefallen an einer faschistischen Staatsform. Was ich sagen möchte: In dieser Welt ist sich jeder selbst der nächste und auch die schweizerische Regierung hatte damals eine Verantwortung gegenüber ihren Bürgern. Wenn sie also die Not der Eliten erkannt haben, warum dann nicht daraus Kapital schlagen? Wenn sie es nicht gemacht hätten, dann eben ein anderes Land! Und die Leute/Familien/Dynastien, die das Bankgeheimnis damals mit unterstützt und freudig angenommen haben, haben auch heute noch in der Politik gehörig Einfluss. Für mich ist die ganze Diskussion einfach nur Opium für’s Volk – jetzt glauben sie wieder zu wissen, warum es ihnen so schlecht geht.

      PS: Und was ist Moral? Einfach ein Begriff der viele Interpretationen zulässt. Wer kennt die Wahrheit?

    62. Klinke schrieb am 5. Februar 2010 at 14:02 - Permalink

      @StefanP

      Er hat sich also um 11 Prozent entlastet, steuerlich und ? wenn Sie so wollen ? moralisch verwerflich, doch durchaus nachvollziehbar. Zumwinkel war sicher nicht einfach gierig, da reicht die Motivationsstruktur sicher tiefer.

      Was soll denn jetzt dieser verkommene neoliberale Neusprech? Er hat sich strafbar gemacht, nichts anderes.

    63. StefanP schrieb am 5. Februar 2010 at 14:02 - Permalink

      Frage mich, was die Beiträge 17, 34, 38, 48, 49, 55, 56 und 58 mit dem Thema zu tun haben, abgesehen von den anderen, die das auch nur am Rande streifen (z.B. 53). aber das ist wirklich irrelevant.

    64. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 14:11 - Permalink

      @StefanP

      Welche Moral haben Steuersünder? Welche Moral haben Sozialbetrüger? Welche Moral haben Verkehrssünder?

      Warum nimmst Du keine Straftäter, die vom Strafmaß her mit Steuerhinterziehern vergleichbar sind? Welche Moral haben Menschenhändler? Welche Moral haben Vergewaltiger?

      Was soll das ständige Abheben auf die moralische Ebene?

      Auch wenn es Dir nicht passt – diese Diskussion findet auf der moralischen Ebene statt. Warst Du es nicht, der vorgestern noch postulierte, dass der Zweck nicht die Mittel heilige? Heute, wenn es um die Moral der Täter geht, scheint das alles schon wieder ganz anders zu sein.

      Banken genauso wie Unternehmen im Allgemeinen haben nicht in erster oder zweiter Linie einen moralischen Impetus, wie das linken Gutmenschen gefallen würde.

      selbstverständlich nicht. Aber der Umstand, dass auch Banken und Unternehmen moralischen Normen unterstehen, sehen nicht nur “linke Gutmenschen” so.

      Darum gibt es darüber auch verdammt wenig zu schreiben.

      So so ;-)

      Die Aufgabe einer Bank ist, Geld treuhänderisch anzunehmen und zum Vorteil des Anlegers profitabel zu verleihen.

      Und all dies in einem moralischen Rahmenkonzept und innerhalb der Schranken internationaler Gesetze.

      Genauso wenig wie Sie hier einen Ausweis verlangen, damit hier keine Kriminellen schreiben, so wenig gehört es zu den Aufgaben einer Bank zu prüfen, ob ein Anleger die vereinnahmten Zinsen auch richtig versteuert. Das ist die Aufgabe der Finanzverwaltung, dafür bezahlen wir die Leute mit unseren Steuergeldern.

      Das ist schlichtweg eine Lüge. Banken müssen Gesetzen folgen und es gibt weltweit (auch in der Schweiz!) Gesetze gegen Geldwäsche, die Banken verpflichten(!), die Herkunft des Geldes zu überprüfen. Leider halten sich die Schweizer Banken meist nicht an diese Gesetze.

      Steuerhinterzieher sehen die Steuerbelastung als ungerecht an.

      Und Menschenhändler sehen die Abschaffung der Sklaverei als ungerecht an.

      Zinsen sollten nach der Ansicht steuerfrei vereinnahmt werden können.

      Und Sexsklavinen sollten nach Anschicht der Menschenhändler gehalten werden dürfen.

      Er hat sich also um 11 Prozent entlastet, steuerlich und ? wenn Sie so wollen ? moralisch verwerflich, doch durchaus nachvollziehbar. Zumwinkel war sicher nicht einfach gierig, da reicht die Motivationsstruktur sicher tiefer.

      Und das ist das Problem. Diese sittliche Verrohung kennt man auch aus anderen Milieus. Eigentlich hätte man Zumwinkel in die Erziehungsmaßregel nehmen müssen und ihm 100 Sozialstunden aufbrummen müssen, wie man es bei Jugendlichen tut, deren sittliche Reife nicht sonderlich ausgeprägt ist.

    65. Linus schrieb am 5. Februar 2010 at 14:14 - Permalink

      Ein paar oberflächliche Recherchen:

      Anteil des Finanzsektors am BIP:

      In Deutschland ist der Anteil der Finanzbranche am BIP geringer als im europäischen Durchschnitt. Nach den jüngsten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2007 sank er sogar leicht unter 5 Prozent, etwas weniger als in Frankreich, Italien oder Österreich. In Irland hingegen macht der Finanzsektor mehr als 10 Prozent der Gesamtwirtschaft aus, in der Schweiz ist der Anteil mit 13 Prozent noch etwas höher. In Luxemburg sitzt ein Großteil der europäischen Wertpapierfonds, die Milliardenwerte verwalten und dafür Gebühren kassieren. 27 Prozent des luxemburgischen BIP werden von der Finanzindustrie erwirtschaftet. Spitzenreiter ist in dieser Hinsicht in Europa das Fürstentum Liechtenstein, dessen BIP zu fast einem Drittel aus Geldgeschäften stammt.

      Pro-Kopf-Einkommen 2008 (*):
      Schweiz: ca.42.500 US$
      Deutschland: ca.35.500$
      (*): Es ist nicht klar, wie hier im Ausland generiertes Einkommen verrechnet wird.

      Vermögensverteilung:

      Deutschland
      Gini-Index: 67,1 (78)
      Vermögen/Erwachsener: 109.735 US$

      Schweiz:
      Gini-Index: 80,3
      Vermögen/Erwachsener: 222.641 US$

      Gini-Koeffizient der Netto-Einkommensverteilung (pdf! Schaubild 46, Seite 321):

      Schweiz: 0,29
      Deutschland: 0,30

      Zusammenfassung:
      - In der Schweiz liegt der Anteil des Finanzsektors am BIP fast dreimal so hoch wie in Deutschland.
      - Die Einkommensverteilung ist laut Gini-Index ähnlich. Allerdings ist dem nicht zu entnehmen, wie es
      um die untersten 10% bestellt ist.
      - Das Pro-Kopf-Einkommen in der Schweiz liegt deutlich höher.
      - Die Vermögen-”Ungleichverteilung” ist in der Schweiz wohl (deutlich?) höher, was aber nicht verwundert, wenn man bedenkt, daß viele ‘Reiche’ in die Schweiz übersiedeln.

      Aus den aufgeführten Daten ergibt sich kein klares Bild.

      Mein persönliches Gefühl dazu (ich lasse mich gerne korrigieren):
      - in der Schweiz gibt es keinen Niedriglohnsektor. Z.B. geht eine Reinigungskraft nicht mit unter 20 Franken/h nach Hause.
      - in der Schweiz ist es i.A. möglich, mit einem Gehalt eine 4-köpfige Familie zu ernähren.
      - das Verhältnis zw. Arbeitgeber und -nehmer ist in der Schweiz wesentlich besser (u.a. auch, weil die Schweizer an Nachhaltigkeit interessiert sind.
      Ein anderes ‘Herrschafts’-Verständnis spielt sicherlich auch eine Rolle).
      - es gibt verhältnismäßig weit mehr Mittel- und Kleinbetriebe.

      Mein(!) Fazit: Ein großer Teil der deutschen ‘Armut’ ist hausgemacht, wobei hier in erster Linie nicht die ‘Armen’ schuld sind.

    66. retlaw schrieb am 5. Februar 2010 at 14:27 - Permalink

      Er hat sich also um 11 Prozent entlastet, steuerlich und ? wenn Sie so wollen ? moralisch verwerflich, doch durchaus nachvollziehbar. Zumwinkel war sicher nicht einfach gierig, da reicht die Motivationsstruktur sicher tiefer.

      Sagen sie das mal einem Hartz 4 Bezieher.
      Wenn ich mehr habe, kann ich auch mehr abgeben. Ist doch einfach. Und selbst der reichste Mann braucht sein Putzfrau. Sonst würds bei ihm bald ganz schön stinken.
      Die selbsernannte neofeudale Elite kotzt mich an.

    67. Very Cool schrieb am 5. Februar 2010 at 14:28 - Permalink

      @Linus am 5. Februar 2010 um 14:14 #65
      Danke für die Zahlen. Für mich viel zu zeitaufwändig, sie zu recherchieren.
      Ich teile Dein Fazit zu 100%.

      Im Übrigen ist Jens Artikel saustark und bestätigt das, was ich oberflächlich über die Schweiz geahnt hatte.
      Kann die EU eigentlich da keinen Druck ausüben, wenn sie sich mal einig sein würden? Bei der Größe von Obst und Gemüse geht das doch auch…

    68. BoHey schrieb am 5. Februar 2010 at 14:33 - Permalink

      @ Katzenmama 41

      Bezüglich englischer Studie:

      Habe die Zahlen noch im Kopf.
      Eine Putzfrau im Krankenhaus schafft aus jedem Euro Verdienst 10 Euro für die Gemeinschaft.
      Mit jedem Euro den ein Steuerberater verdient . werden der Gemeinschaft 47 Euro entzogen.

      Was lerne ich daraus?
      Richtig.
      Das StefanP das anders sieht , sollte uns nicht weiter stören.

      Gruss

    69. lebowski schrieb am 5. Februar 2010 at 14:43 - Permalink

      Immer wieder lustig sind die passenden Google-Anzeigen zum Thema: Festgeld Schweiz 7,5 %, So retten Sie ihr Geld.
      Bei Islamkritik erscheint prompt eine Heiratsanzeigenseite für Muslimas und nimmt man Ghaddafi ins Visier hält Google mit Trekking-Reisen in Libyen dagegen;-)

    70. gerhardq schrieb am 5. Februar 2010 at 14:46 - Permalink

      @katzenmama:
      “Die armen Reichen ? der Staat hat sie so enttäuscht?mir kommen gleich die Tränen?”

      Es geht hier doch gar nicht mehr um die “Reichen”, sondern um alle Menschen, die ihr Vermögen an einen sicheren Ort bringen wollen. Das sind gut verdienende Angestellte, Selbständige oder Menschen mit Erbschaften. Die wirklich großen Vermögen haben es überhaupt nicht nötig, ihr Geld im Ausland zu verstecken. Für wirklich Reiche ist Deutschland ein Steuerparadies, wo das Geld ganz legal arbeiten kann. Ist eigentlich niemanden aufgefallen, daß es bei den Personen, die betroffen sein werden, nie um die wirklich reichen Leute gegangen ist?

      @spiegelfechter:
      Ich bestreite gar nicht, daß die Schweizer Banken eine manchmal merkwürde Rolle spielen. Aber bei mir werden automatische Reflexe wachgerufen, wenn jemand einseitig verurteilt wird. Der größte Profiteur des II WK war nicht etwa die Schweiz sondern die USA. Die haben es nämlich verstanden, auf beiden Seiten der Kriegsparteien richtig Geld zu machen (z.b. GM, GE)!

      “Warum bestrafen wir eigentlich nicht die Menschen, die weniger Geld verdienen als sie könnten?”
      Diesen Satz muss ich erst einmal sacken lassen. Selten so einen Unfug gelesen. Und das will in diesem Blog etwas heißen!

      Es schmeichelt, wenn Du das als Unfug bezeichnest. Denn das zeigt mir deutlich, das ich damit nicht ganz verkehrt liegen kann. Bestrafen wir beispielsweise nicht die Ärmsten der Armen, wenn sie weniger verdienen als sie könnten. In diesem Fall ist die Strafe nicht direkt aber indirekt. Wußtest Du, daß jemanden der überschuldet ist, die Kosten eines Finanzgerichtsverfahrens beispielsweise nicht erlassen werden können? Sobald jemand aber Vermögen besitzt, können diese Kosten erlassen werden, sofern die Vollstreckung seine Existenz bedrohen könnte ( ich kann Dir dazu ein Originalschreiben des niedersächsischen Finanzgerichtes dazu vorlegen, das ist nackte Realität in D! ). Auch bestrafen wir Menschen indirekt, weil sie kein Vermögen haben, z.B. dadurch, daß sie Kosten steuerlich nicht absetzen können.

    71. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 14:58 - Permalink

      @gerhardq

      Es geht hier doch gar nicht mehr um die ?Reichen?, sondern um alle Menschen, die ihr Vermögen an einen sicheren Ort bringen wollen

      Das sei jedem Menschen gegönnt – aber warum kann man die Konten an diesem sicheren Ort nicht in der Steuererklärung angeben?

      Das sind gut verdienende Angestellte, Selbständige oder Menschen mit Erbschaften. Die wirklich großen Vermögen haben es überhaupt nicht nötig, ihr Geld im Ausland zu verstecken.

      Na das sag mal den Menschen mit “wirklich großem Vermögen”

    72. caf schrieb am 5. Februar 2010 at 15:09 - Permalink

      aus http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenfiasko-griechenland-bettelt-um-vertrauen/50070352.html

      Im fernen Indien versucht Ministerpräsident Papandreou, die grassierende Angst vor einer Staatspleite einzudämmen – bisher vergeblich. Auch innenpolitisch fallen starke Worte: Der Vize-Regierungschef droht Steuerhinterziehern mit dem jüngsten Gericht.

      muss Deutschland auch erst völlig pleite gehen, bevor wir so weit sind? das dauert vielleicht nur noch ein Jahr oder zwei, hab ich gehört ^^

    73. Michael W. schrieb am 5. Februar 2010 at 15:10 - Permalink

      @gerhardq:
      und warum haben dann solch superreiche wie michael schuhmacher und bobbelsche becker ihren wohnsitz nciht in deutschland?

    74. Stefan K. schrieb am 5. Februar 2010 at 15:14 - Permalink

      @Klinke

      “Aber genau das tut er doch die ganze Zeit. Moralisch vertretbar ist, was den eigenen Geldbeutel füllt und wenn alle nur an sich denken, ist schließlich jedem geholfen.”

      Das Theorem hat schon Nash in den 40zigern erweitert und lautet sinngemäß: “Wenn jeder an sich selbst UND an die Gemeinschaft denkt, ist allen gedient.”.

    75. Klinke schrieb am 5. Februar 2010 at 15:26 - Permalink

      @Stefan K.

      Das Theorem hat schon Nash in den 40zigern erweitert und lautet sinngemäß: ?Wenn jeder an sich selbst UND an die Gemeinschaft denkt, ist allen gedient.?.

      Kann schon sein, ich hatte den Spruch irgendwie im Hinterkopf. Allerdings verbitte ich es mir, StefanP zu unterstellen, er würde an die Gemeinschaft denken. Denn dies wäre schließlich kommunistisch. ;-)

    76. nescioquis schrieb am 5. Februar 2010 at 15:34 - Permalink

      @gerhardq

      Warum bestrafen wir eigentlich nicht die Menschen, die
      weniger Geld verdienen als sie könnten?

      Jooo…, erkläre das gleich mal morgen früh Deinem
      Briefträger und als Strafe kann er täglich Deinen
      Müll mit rausnehmen. Irgendwie ein noch reichlich
      ausbaufähiger Gedanke!

      Für Dich und Deine Brüder im Geiste sollte man eigentlich
      so’ne Art ‘Honey Pot – Bank’ in der Schweiz gründen. Damit
      die Kohle auch garantiert sicher aufbewahrt wird – vor
      solchen lupenreinen Demokraten wie Dir z.B.

    77. Stefan K. schrieb am 5. Februar 2010 at 15:36 - Permalink

      @Klinke

      StefanP ist doch eine gute Reibefläche, um den eigenen Standpunkt zu präzisieren).

    78. gerhardq schrieb am 5. Februar 2010 at 15:38 - Permalink

      @71:

      Das sei jedem Menschen gegönnt ? aber warum kann man die Konten an diesem sicheren Ort nicht in der Steuererklärung angeben?

      Weil es dann nicht mehr sicher ist. Das ist einfach eine Vertrauensfrage und da hat die Schweiz das deutlich bessere Image als Deutschland.

      @73: Beide zähle ich nicht zu der Gruppe.
      Die Frage lautet andersrum, warum sind die Albrecht Brüder, Susanne Klatten, Michael Otto, Familie Reimann, Reinhold Würth noch in Deutschland? Unter richtig reich verstehe ich Vermögen ab 500 Millionen und vor allem die alten Vermögen.

    79. Michael W. schrieb am 5. Februar 2010 at 15:43 - Permalink

      @gerhardq:
      inwiefern hier nciht sicher? meinste, morgen kommt irgendeiner und klauts dir vom konto?

      ach solche superreichen meinst du. na menschen ab 500 mio. privatvermögen kann doch eh nix mehr schocken. ob die jetzt nen paaar mio. mehr oder weniger steuern zahlen müssen is für die ansich ja irrelevant.

    80. caf schrieb am 5. Februar 2010 at 15:51 - Permalink

      offtopic, aber sooo wichtig:

      [Link gelöscht/SF]

      @SF: kannste ruhig löschen oder was – wollts nur mal anmerken

      [Den Link kann ich natürlich nicht stehen lassen. Die Quelle reicht m.E. aber auch, um auf das Thema zu verlinken/SF]

    81. katzenmama schrieb am 5. Februar 2010 at 15:58 - Permalink

      @gerhardq

      Bestrafen wir beispielsweise nicht die Ärmsten der Armen, wenn sie weniger verdienen als sie könnten. In diesem Fall ist die Strafe nicht direkt aber indirekt. Wußtest Du, daß jemanden der überschuldet ist, die Kosten eines Finanzgerichtsverfahrens beispielsweise nicht erlassen werden können? Sobald jemand aber Vermögen besitzt, können diese Kosten erlassen werden, sofern die Vollstreckung seine Existenz bedrohen könnte (…) Auch bestrafen wir Menschen indirekt, weil sie kein Vermögen haben, z.B. dadurch, daß sie Kosten steuerlich nicht absetzen können.

      Die Liste lässt sich fortsetzen: Wer regelmäßiges Einkommen ab einer bestimmten Höhe hat (Postbank: 1250 Euro monatlich), bekommt die Kontogebühren erlassen, wer darunter liegt, darf sie blechen usw.

      Warum beschleicht mich der Eindruck, dass du das völlig korrekt findest?
      Mag sein, dass du dich als “Leistungsträger” fühlst, der es einfach verdient hat…aber sofern du nicht gerade als Einsiedler mit autarker Versorgung vor dich hinvegetierst (und deine Präsenz in diesem Forum spricht dagegen), so leisten deine Mitmenschen durchaus auch etwas für dich – nicht immer genauso gut entlohnt und ohne die Möglichkeiten, was “an einem sicheren Ort” beiseite zu schaffen. Und wer erbt, hat einfach Geld geschenkt bekommen, nichtmal selbst erarbeitet.
      Diese Gesellschaft begünstigt Reiche (wie auch immer du die jetzt definieren willst) ohnehin dank vieler kreativer Steuerspartricks. Das Mindeste, was die Gesellschaft deshalb von ihnen erwarten kann, ist, dass sie die existierende Steuergesetzgebung befolgen.

    82. StefanP schrieb am 5. Februar 2010 at 16:01 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Warum nimmst Du keine Straftäter, die vom Strafmaß her mit Steuerhinterziehern vergleichbar sind?

      Sozialbetrüger und Steuerhinterzieher stehen nicht gleich?

      Warst Du es nicht, der vorgestern noch postulierte, dass der Zweck nicht die Mittel heilige? Heute, wenn es um die Moral der Täter geht, scheint das alles schon wieder ganz anders zu sein.

      Moral ist eine persönliche Kategorie. Und Ihre Moral ist mit Sicherheit eine andere als meine. Welche darf zum Maßstab gemacht werden. Ich plädiere für meine. ;-)

      Aber der Umstand, dass auch Banken und Unternehmen moralischen Normen unterstehen, sehen nicht nur ?linke Gutmenschen? so.

      In den ethischen und Compliance-Katalogen stehen größtenteils Banalitäten drin: das Unternehmen und seine Mitarbeiter verpflichten sich, die Gesetze einzuhalten blablabla. Verdächtig sind gerade die Konzerne, deren Compliance-Richtlinien das Ausmaß einer Bibel haben.

      ->Genauso wenig wie Sie hier einen Ausweis verlangen, damit hier keine Kriminellen schreiben, so wenig gehört es zu den Aufgaben einer Bank zu prüfen, ob ein Anleger die vereinnahmten Zinsen auch richtig versteuert. Das ist die Aufgabe der Finanzverwaltung, dafür bezahlen wir die Leute mit unseren Steuergeldern.
      Das ist schlichtweg eine Lüge.

      Geldwäsche hat etwas mit der Herkunft des Kapitals zu tun, Verzinsung ist etwas anderes. Und so beziehen sich die internationalen Abkommen eben auf die Untersuchung der “Mittelherkunft” und nicht der “Mittelverwendung”.

      ->Steuerhinterzieher sehen die Steuerbelastung als ungerecht an.
      Und Menschenhändler sehen die Abschaffung der Sklaverei als ungerecht an.

      Unsinn. Menschenhändler machen es sich wirtschaftlich zunutze, dass der Handel verboten ist. Steuerhinterzieher machen sich aber nicht die Steuerbelastung anderer Länder zunutze.

    83. Spiegelfechter schrieb am 5. Februar 2010 at 16:06 - Permalink

      @StefanP

      Moral ist eine persönliche Kategorie

      Das kann nur jemand sagen, der unmoralisch ist ;-)

      Und Ihre Moral ist mit Sicherheit eine andere als meine.

      Das fasse ich durchaus als Ehre auf!

      Geldwäsche hat etwas mit der Herkunft des Kapitals zu tun, Verzinsung ist etwas anderes. Und so beziehen sich die internationalen Abkommen eben auf die Untersuchung der ?Mittelherkunft? und nicht der ?Mittelverwendung?.

      Richtig – und? Klingelt da was?

      Unsinn. Menschenhändler machen es sich wirtschaftlich zunutze, dass der Handel verboten ist. Steuerhinterzieher machen sich aber nicht die Steuerbelastung anderer Länder zunutze.

      Die Logik hinter dieser Riposte erschließt sich mir leider nicht.

    84. gerhardq schrieb am 5. Februar 2010 at 16:57 - Permalink

      @Katzenmama

      Warum beschleicht mich der Eindruck, dass du das völlig korrekt findest?
      Mag sein, dass du dich als ?Leistungsträger? fühlst, der es einfach verdient hat?aber sofern du nicht gerade als Einsiedler mit autarker Versorgung vor dich hinvegetierst (und deine Präsenz in diesem Forum spricht dagegen), so leisten deine Mitmenschen durchaus auch etwas für dich ? nicht immer genauso gut entlohnt und ohne die Möglichkeiten, was ?an einem sicheren Ort? beiseite zu schaffen.

      Sorry, aber da liegst Du weiter daneben als Du Dir vorstellen kannst.

      Ich bin der Meinung, jeder Mensch in Deutschland sollte seinen Steueranteil leisten. Ich bin für einen hohen Spitzensteuersatz bis zu 75% auf alle Arten von Einkommen, unterschiedlos nach Herkunft. Genauso bin ich für das bedingungslose Grundeinkommen, denn wir werden in Zukunft einen immer größeren Anteil an Menschen haben, die nicht einer gut bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen können. Ich bin für die gesetzliche Sozialversicherung nach dem Umlageverfahren und gegen jede Art von Kopfpauschale.

      Andererseits fordere ich von den Behörden aber, daß sie jeden Bürger respektieren und auch mit Respekt behandeln. Ich bin ein entschiedener Gegner behördlicher Willkür und der Meinung, daß unsere Behörden schon heute viel zu viel Macht haben, die sie oft genug auch mißbrauchen. Ich bin für mehr persönliche Verantwortlichkeit von Politikern, Beamten und Behördenmitarbeiter. Ich bin ein Freund eines einfachen, für jeden verständlichen Steuerrechts.

      Nur ist es für mich eine Heuchelei, einen riesigen Medienrummel wegen der Steuer-CD zu machen und als Argument zu behaupten, daß die fehlenden Beträge entscheidend fehlen würden. In Wirklichkeit verschleudern gerade die offentlich auftretenden Moralapostel aus der Politik Hunderte von Steuermilliarden ohne das sie dafür belangt werden. Nur weil man den Superreichen ihre Spekulationsgewinne zuschanzen will, werden die Leistungsträger dieser Gesellschaft, das sind die Arbeitnehmer und KMUs, regelrecht ausgeplündert. Und wenn diese sich dann sichere Oasen suchen, werden sie mit aller Macht verfolgt und geächtet. Das finde ich persönlich nicht in Ordnung.

      Außerdem stört mich Schwarz-Weiß-Denken ganz erheblich, sei es die Schweiz als Fluchtburg für kriminelle Gelder wie es Jens hier macht oder aber die einhellige Verurteilung von Steuersündern. Nichts ist leichter z.b. als Selbständiger sich im deutschen Steuergesetzgestrüpp zu verwickeln und – auch unbeabsichtigt – schuldig zu werden. Daher meine ich, daß die wirklichen Beweggründe, warum jemand sein Geld in der Schweiz oder anderen Ländern anlegt, genau untersucht werden sollen und das die Ursachen und nicht die Symptome behandelt werden sollen.

    85. O. aus M. schrieb am 5. Februar 2010 at 17:18 - Permalink

      @Moralverteidiger

      Daß die Schweiz die Moralkeule zuerst ausgepackt hat, stimmt doch, oder? Und darum gehts im Artikel. Da werden keine jetzigen Steuersünder mit Nazi-Größen und auch keine Verbrechen miteinander verglichen.
      Es werden nur mal wieder Fakten sortiert und aus unser aller gedanklichen Abstellkammer geholt.
      Wie flatter das schon schrieb, muss das von Zeit zu Zeit passieren.
      Hoffen wir nur, daß es nicht zur “ermüdeten Wahrheit” wird. Wie Horst Stern das mal nannte.

      @StefanP

      Gerhardq hat im Gegensatz zur Verlautbarung des Spiegelfechters keine unsinnige Frage gestellt, sie wird tatsächlich in wirtschaftswissenschaftlichen Seminaren erörtert. Müsste nicht genauso jemand belangt werden, der nicht gemäß seinen Möglichkeiten Einkommen erzielt? Wie ist jemand zu behandeln, der auf Kosten des Steuerzahlers 10 Jahre studiert und anschließend aus reiner Bequemlichkeit Teilzeit arbeitet mit einer Tätigkeit, die weit von seinen Möglichkeiten entfernt ist? Rein wirtschaftlich betrachtet schädigt so jemand seinen ?Investor?, die Gesellschaft. Schon längst unterstellt das Finanzamt in bestimmten Fällen eine ?Mindestverzinsung?, die unabhängig von den tatsächlichen Verhältnissen zur Besteuerung herangezogen wird. Im Familienrecht gilt nicht immer das Leistungsfähigkeitsprinzip, sondern es werden fiktive Einkommensmöglichkeiten berücksichtigt. Und im Arbeitsrecht gibt es Sanktionsmöglichkeiten, wenn jemand sich weit von schlechter als nach seinen Potentialen verhält.

      Das sollte man mal gedanklich weiterverfolgen!
      Da ergeben sich für jeden Hartz4ler in deiner Zukunft ganz neue Möglichkeiten.

      Der zwangsauferlegte Job stellt dich schlechter als dein eigentliches Potential hergibt? Und das sogar bewiesenermassen und nicht nur gefühlt?
      Verklag deinen Fallmanager, den gerade amtierenden Minister/in für Arbeit, Peter Hartz rückwirkend und überhaupt jeden der meinte, die Hartz-Reform sei das richtige Mittel (für was auch immer)! Hier ist organisierte Kriminalität am Werk!

      Da wird der Sachbearbeiter in der Arge ja zum Mittäter! Und wenn nicht das, dann greift doch sicherlich die Störerhaftung, oder? Das sind ja alles Unterstützer für die “Hartz4-Schädlinge” des “Investors”!
      Und wenn der “Hartz4-Schädling” sich weigert und damit argumentiert, er wolle schließlich seine “Mindestverzinsung gegenüber seinem Investor” erzielen – im Rahmen seines Potentials – dann wird er auch noch dafür abgestraft!
      Das ist ja empörend! Er will die Anstifter, die ihn zum “Potentialmindestverzinsungsdefizit” zwingen, anprangern, dem Treiben ein Ende setzen und wird materiell sowie gesellschaftlich hingerichtet!

      Aber, StefanP, es wird doch bestimmt eine “Lösung” geben, wie man auch dieses Problem der “Hartz4-Schädlinge”, zum “Ende” hin beseitigen kann, nicht wahr? Wird bestimmt auch schon in irgendwelchen Seminaren erörtert, oder?

      Was der Spiegelfechter als mit den größten ?Unfug? abtut, den er hier je gelesen hat, ist in einigen Bereichen unseres Lebens Normalität.

      Ja, was sagt mir das jetzt über unsere “Normalität”?

      Also ich will ja wirklich niemanden beleidigen, und die Vorlage von gerhardq war ja schon sowas von steil, aber du schiesst echt den Vogel ab!
      Entweder bist du bezahlt, hörst dich einfach nur gerne reden (oder eben schreiben), oder dir steht wirklich jeden Morgen der Türpfosten im Weg.
      Ich les weiterhin mit, irgendwann komm ich schon noch drauf.

    86. schwitzig schrieb am 5. Februar 2010 at 17:29 - Permalink

      @85

      Entweder bist du bezahlt, hörst dich einfach nur gerne reden (oder eben schreiben), oder dir steht wirklich jeden Morgen der Türpfosten im Weg.

      Lass das Entweder/oder weg, dann passt es. Leider besteht ein Großteil unserer Führungseliten aus ähnlich verkommenen, im Wortsinne asozialen Subjekten, was direkt dazu führt, dass die Lebensbedingungen fast aller Menschen kontinuierlich schlechter werden.

    87. PitPudel schrieb am 5. Februar 2010 at 17:42 - Permalink

      @ gerhardq

      Es geht hier doch gar nicht mehr um die ?Reichen?, sondern um alle Menschen, die ihr Vermögen an einen sicheren Ort bringen wollen. Das sind gut verdienende Angestellte, Selbständige oder Menschen mit Erbschaften.

      Unter richtig reich verstehe ich Vermögen ab 500 Millionen und vor allem die alten Vermögen.

      Wow, ich bin Angestellter, und ich würde auch gerne “gut” nach ihren Maßstäben “verdienen”. Wenn sie mir so eine Stelle vermitteln könnten, wo ich -ihre Relationen grob auf ein Lebensarbeitszeitgehalt über den Daumen gepeilt- 100000 Euro pro Monat verdiene (als “Angestellter” wohlgemerkt), ich würde mich dankbar zeigen, ganz gewiß.

      /edit: da ist mir doch aus blankem Mangel an Vorstellungskraft ein Fehler unterlaufen: das Monatsgehalt müsste genau um den Faktor 10 höher liegen. Das möchte ich auch umgehend korrigieren: eine Million Euro pro Monat im Angestelltenverhältnis, drunter mach’ ich es ab heute nicht mehr.

    88. caf schrieb am 5. Februar 2010 at 18:01 - Permalink

      @80

      wieso das denn? was stimmt nicht mit dem Link? Ich war übrigens nur durch Zufall vorhin auf die Seite gestoßen…

    89. memoon schrieb am 5. Februar 2010 at 19:05 - Permalink

      @SF: toller Artikel! Zeigt, dass moralische Kategorien in Zusammenhang mit Geld keine Rolle spielen.

      Ich möchte aber anfügen, dass die Moral auch auf Seiten der “internationalen Gemeinschaft” nur dann den Sieg davonträgt, wenn keine finanziellen Interessen im Weg sind. Ebenfalls ist die offizielle Empörung über die Steuerhinterziehung und der Hinweis auf die Illegalität (sowie die Existenz des Straftatbestandes an sich) nicht unter Moral zu verbuchen.

      Außerdem muss ich hier mal ne Lanze für StefanP brechen: im Gegensatz zu anderen Kommentatoren hat er eine solide ideologische Basis, die er auch anwenden kann. Was ist daran schlecht? Beschimpfungen fördern immer die Vermutung, dass der Schimpfende nicht in der Lage ist, sich anders auszudrücken.

      Das Problem scheint darin zu bestehen, dass StephanP dazu in der Lage ist, über wirtschaftliche Zusammenhänge unter Ausschluss jeglicher moralischer Kategorien zu reden. Damit tut er aber das einzig vernünftige. Sonst kommt man ja zu keiner Erkenntnis.

      Wie ist jemand zu behandeln, der auf Kosten des Steuerzahlers 10 Jahre studiert und anschließend aus reiner Bequemlichkeit Teilzeit arbeitet mit einer Tätigkeit, die weit von seinen Möglichkeiten entfernt ist? Rein wirtschaftlich betrachtet schädigt so jemand seinen ?Investor?, die Gesellschaft.

      Das ist doch völlig korrekt, rein wirtschaftlich betrachtet. Wenn man hinzunimmt, dass sich unsere Gesellschaft mit anderen Gesellschaften in wirtschaftlicher Konkurrenz befindet, ist es zwingend logisch, dass solche Überlegungen angestellt werden. Durch “Denkverbote” kann man die Realität nicht aussperren.

      Und dann kommt ein @schwitzig daher und nennt den Boten der schlechten Nachricht asozial, wobei er selber in einem anderen Thread darüber sinniert, wie man Gehälter auf 3000? per Besteuerung begrenzen kann. DAS nenne ich asozial! Gehälter sollten gesetzlich mindestens 3mio p.a. betragen! Alles andere ist kleinkariert und kann nur Kleingeistern einfallen.

    90. Ralf-zwei.null schrieb am 5. Februar 2010 at 19:35 - Permalink

      @StefanP

      Sozialbetrüger und Steuerhinterzieher stehen nicht gleich?

      Nein, diese Frage verwundert mich jetzt doch ein wenig. In (beinahe) jeder Zeitung kann man es nachlesen, in (beinahe) jeder Fernsehsendung ala “Annbritt Willner” kann man es hören, so man den will:

      Hartz-IV-Empfänger sind per se Kriminelle, weil sie den Staat betrügen. Betrug ist ein Straftatbestand. Klar?

      Steuerhinterzieher sind gewiefte Trickser, sind clevere Sünder, also keine Straftäter. Sie handeln aus edlen Motiven. Deren einzige Verfehlung besteht nur darin, dass sie sich erwischen ließen oder angstschlotternd zu Selbstanzeige schritten…
      Klar?

      Ich dachte nicht, dass man Dir sowas grundlegend Einleuchtendes noch erklären muss. Depp! Oder hast Du den akademischen Abschluss, mit dem Du hier so gerne prahlst, etwa bei der FDP gekauft? Dann natürlich wundert mich nichts… :-D

    91. schwitzig schrieb am 5. Februar 2010 at 19:46 - Permalink

      @memoon

      Und dann kommt ein @schwitzig daher und nennt den Boten der schlechten Nachricht asozial, wobei er selber in einem anderen Thread darüber sinniert, wie man Gehälter auf 3000? per Besteuerung begrenzen kann. DAS nenne ich asozial!

      Bitte höre auf, so einen Stuss zu behaupten – ich war dagegen! Der Vorschlag war von “name”.

      Und im übrigen läßt es tief blicken, wenn jemand wie Du einen menschlichen Lebenslauf in ökonomische “Werte” zu pressen versucht; garniert mit der üblichen TINA-Methode. Es gibt durchaus Menschen, die nicht so kleingeistig sind und die Freiheit des Zahnrades nicht mit der Freiheit des Marktes gleichsetzen.

      Zum Herumgehacke auf StefanP: Menschen wie er ekeln mich an. Es wird mir körperlich schlecht, wenn ich in deren verkommene Gedankenwelt eintauche – ein Grund, weshalb ich seine Postings nicht mehr lese.

    92. Ralf-zwei.null schrieb am 5. Februar 2010 at 19:47 - Permalink

      Die bösartige Variante meines Kommentars auf diesen Schwachfug des StefanP(roll) ist:

      Doch! Steuerhinterzieher sind Sozialbetrüger… :-P

    93. antikapimat schrieb am 5. Februar 2010 at 21:32 - Permalink

      Der Exkurs Spiegelfechters trifft genau zu und ich frage mich als Schweizer ernsthaft,weshalb bei uns alle politischen Kräfte unisono kuschen vor der Realität.Gut,Linke und Grüne haben halbherzig dann und wann etwas von sich gegeben,aber irgendwie wollen auch sie an diesem absurden Staatsmodell mit den Hehlerbanken als zentrale treibende Kraft der Wirtschaft festhalten.
      Nur ein bisschen da und dort was ändern(Datenaustausch,o.ä).Aber hier kommt es niemandem so richtig in den Sinn,dass man andere Wirtschaft-Modelle entwickeln könnte.
      Die Antwort für die Passivität der Schweizer kenne ich zumindest teilweise:eine Wirtschafts-und Politik-Elite,die sich an diesem Modell festgebissen hat,da es die Taschen so einfach füllt ,die geschürte Angst beim einfachen Volk und die unsäglichen Köppels mit ihrer intellektualistischen Demagogie. Der einzige Schweizer,der zeitlebens die jetzt an die Oberfläche geschwemmten Zustände gegeisselt hat,ist Jean Ziegler.Und der hatte seinen Lohn zeitlebens verpfändet für die Bussen,zu denen er in dem Prozessen gegen Banker verurteilt wurde.

    94. unbequemer schrieb am 5. Februar 2010 at 22:14 - Permalink

      Geldwäsche-Paradies: OECD-Prüfbericht kritisiert Deutschland

      Schwere Vorwürfe werden der Bundesregierung wegen nachlässiger Geldwäsche-Bekämpfung gemacht!

      Die internationale Finanzarbeitsgruppe FATF bei der OECD legt am 17. Februar in Abu Dhabi einen Bericht vor. Im Entwurf, der BILD vorliegt, heißt es:

      ? Deutschland sei vom US-Außenministerium als ?großes Geldwäsche-Land? eingestuft worden.

      ? Bei 22 von 49 Prüfkriterien falle Deutschland durch. 17-mal erhalte Deutschland die Bewertung ?teilweise genügend? und 5-mal ?ungenügend?.

      ? Mehr als 100 Milliarden Euro verliere Deutschland durch Steuerhinterziehung und Steuerbetrug, listet der Bericht unter Berufung auf Ex-Finanzminister Peer Steinbrück auf.

      UND: Der Bericht prangert ?potenzielle Sicherheitslücken? bei der Geldwäscheabteilung des BKA an.

      Womit wir beim Thema Schweiz sind, STEUERHINTERZIEHUNG.

      Und auch hier meine Meinung:

      Auf dem Formular für Steuererklärungen wie auf Zigarettenschachteln eine Warnung:

      Steuerhinterzieher müssen nicht nur ihre Steuern nachzahlen, zusätzlich auch den mit diesem Geld erzielten Gewinn, sowie die Belohnung von 10 % der zu zahlenden Summe für den ?Wistelblower?, der so eine Straftat meldet.

    95. unbequemer schrieb am 5. Februar 2010 at 22:25 - Permalink

      Nun, noch eine Geldsache, ohne schweizer Beteiligung. Die CDU / CSU kann das auch.

      http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/schwarzes-loch-dsl-bank/

    96. Peleo schrieb am 5. Februar 2010 at 22:25 - Permalink

      @ antikapimat, 93

      Auch wenn Jean Ziegler real nicht viel erreicht hat, in Deutschland haben wir keinen wie ihn.

      Und welche Rolle spielt St. Gallen, das Institut für Wirtschaftsethik? Welchen Einfluss auf die öffentliche Meinung in der Schweiz haben Leute wie Ulrich, Binswanger, Flassbeck?

    97. Hugo Graf schrieb am 5. Februar 2010 at 23:19 - Permalink

      Ducken vor den USA aber Moralpredigten an unsere Nachbarländer

      Ich bin Schweizer, gemäss dem Bundesverwaltungsgericht haben die Schweizer Behörden (Finanzmarktaufsicht) bzw. Regierung zweimal für die Lieferung von Kundendaten an die USA gegen schweizerisches Recht verstossen. Vor den imperialistischen USA ist die Schweiz in die Knie gegangen, um der gehätschelten UBS nicht zu schaden. Warum sollen unsere Nachbarstaaten schlechter behandelt werden als die USA, siehe “Birkenfeld, Finanzmarktaufsicht, Bundesrat mit Amtshilfeverfahren Fall UBS und Mr. Datendieb“.

      Die deutsche Regierung muss sich überhaupt nicht vor der Schweiz rechtfertigen, sie können auf das Steuerdesaster der Schweiz mit den USA verweisen. Keine Auflehnung gegen die übergrossen USA, dafür unnötige Moralpredigten an die Adresse unsere Nachbarländer.

    98. Geheimrätin schrieb am 5. Februar 2010 at 23:36 - Permalink

      letzlich gehts doch darum, oder nicht?

      http://www.huffingtonpost.com/john-perkins/robber-barons-and-the-ban_b_418845.html

      In the new year, the looming question is: How can our economy recover and prosper in ways that will benefit not just the wealthiest, but all the people?

    99. neuer schrieb am 5. Februar 2010 at 23:43 - Permalink

      Hab die Diskussion nicht verfolgt. Wollte nur meine Meinung + Erfahrung als Deutscher, der 2 JAhre in der CH gelebt u. gearbeitet hat in Kürze anfügen (wahrscheinlich schon vor mir geschehen…):

      Der Deutsch-Schweizer (Helveticus gemanicus vulgaris) ist:
      - selbstgerecht
      - schnell eingeschnappt
      - xenophob bes. gg. Deutsche
      - Italo- u. francophil
      - trägt ein Minderwertigkeitskomplex mit sich rum (auch wenn er das nie zugeben würde)
      - arrogant
      - realitätsfremd
      - hat den schlechtesten Humor der Welt (eigentlich gar keinen)
      - ist deutscher als die Deutschen, was ihn am meisten wurmt
      - obrigkeitshörig und ohne Ende spießig
      - kann sich selbst nicht leiden
      - dekadent und verwöhnt

      NAtürlich gibt es viele Ausnahmen (die die Regel bestätigen)…

      so, und nun steinigt mich
      …

    100. booomups schrieb am 6. Februar 2010 at 01:05 - Permalink

      @spiegelfechter und stefanP Kritiker/Ignorierer

      dass ich den spiegelfechter und seine kommentare schon seit längerem und fast immer zustimmend lese, und mich als links liberal und BGE befürworter (schon vor spiegelfechters einlenken diesbezüglich) sehe, darf man mir mal einfach glauben …

      einerseits hoffe ich, dass der spiegelfechter steuerhinterzieher/betrüger moralisch nicht mit verGEWALTigern gleich oder auch schon nur ähnlich gesetzt hat…

      dass ich mit gerhardq’s schreiben übereinstimme überrascht mich nicht…

      aber dass ich die kommentare von stefanP (zu diesem Artikel) einfach als bestens geschrieben, korrekt und anständig argumentiert… empfinde…

      hat mich wirklich überrascht…

      also… auch wenn stefanP bei einigen auf der Ignorelieste steht oder zu automatischen trotzreaktionen führt… an seinen obigen kommentaren solls nicht liegen.

      direkt zum thema:

      inwiefern hat Deutschland gegenüber der Schweiz KEIN Bankgeheimnis?
      (Banken im Süden Deutschlands locken auch Schweizer mit vorteilhafter und für schweizer Behörden nicht einsichtbare/ schwer entdeckbare Konten… aus dem tagesanzeiger oder NZZ vor ein paar monaten, leider kein Link)

    101. J. Kraus schrieb am 6. Februar 2010 at 01:07 - Permalink

      “Die Schweiz, das Geld und die Moral”

      Deutschland, die Ermittlungen der Hinterziehung von Sozialabgaben und von Steuern und die Moral.

      Sehr geehrte Damen und Herren!

      Verträge sind einzuhalten – selbst im Befinden sittenwidriger Aufgabenzuweisungen.

      Vom Arbeitsamt missbraucht. Vom hiesigen SPD Abgeordneten R. Schwanitz gestützt. Mit der Prozedur einer Arbeitsgruppe des rechtschaffenen Parlamentes die mir aufgelasteten zum Eingriff verpflichtenden staatlichen Daueraufgaben in eine Ausnahme zur Regel des Funktionsvorbehaltes definiert und mich damit wohl zum Besten gehalten, da es zur Gewährleistung innerer Sicherheit und zur Kosteneinsparung einfach ideal so ist!

      Hat mich mein Arbeitgeber Arbeitsamt (hier als Verfolgungsbehörde) für eingriffsbefugte Aufgaben zur Bekämpfung illegaler Ausländerbeschäftigung vielleicht selbst illegal und sittenwidrig beschäftigt?

      Das/die Arbeitsamt/-agentur soll Maßnahmen durchführen um einen hohen Beschäftigungsstand zu erzielen, Strukturen verbessern um Arbeitslosigkeit zu senken, legale sozialversicherungspflichtige Arbeit vermitteln und durch Eingliederung in Arbeit Hilfebedürftigkeit beenden, um so mit Sozialleistungen Maß zu halten und das Steueraufkommen zu entlasten.

      Für diese Aufgaben stellt mich das Arbeitsamt aushilfsweise 2 Jahre b e f r i s t e t ein, überträgt mir im privaten Rechtsverhältnis ohne meine Zustimmung Befugnisse aus der Eingriffsverwaltung des öffentlichen Rechts (im Konnex OWIG/Strafgesetz) und schickt mich zu Arbeitgebern die illegal Ausländer für sich arbeiten lassen und diese möglichst noch an andere Subunternehmer weiter verleihen, um dem Staat Sozialabgaben und Steuern zu hinterziehen.

      Von den verbalen und versuchten tätlichen Angriffen, denen ich mich bei Kontrollmaßnahmen auf Baustellen, in Gaststätten, etc. auszusetzen hatte mal abgesehen, freuen sich die vielen betroffenen und von mir auch ohne Verdacht zu prüfenden Arbeitgeber natürlich nicht über mein unangekündigtes Erscheinen und meine präventiven und repressiven Kontrollaufgaben in ihren Betriebsbereichen.

      Nach Ende meiner Befristungen und den von mir korrekt ausgeführten Diensten für das Arbeitsamt, bekomme ich diese Aufgaben der Verfolgung illegaler Ausländerbeschäftigung durch Einzel- und Gruppenermittlungen als wohlwollende Förderung meines weiteren beruflichen Weges schriftlich bestätigt. Nun darf, will und muss ich mich ebenfalls bei den von mir geprüften und angezeigten Arbeitgebern neu um Jobs bewerben, um meinen Lebensunterhalt weiter verdienen zu können und mein persönliches Fortkommen zu realisieren. Verständlicherweise stellt mich jetzt kein Arbeitgeber mehr ein und behält mich, mein Gesicht und meine vom Arbeitsamt für zukünftige Bewerbungsinitiativen bestätigten Ermittlungsaktionen gegen Arbeitgeber in missfälliger Erinnerung.

      Durch diesen Missbrauch des Arbeitsamtes für teils unbegleitete leitende Betriebsprüfungen bin ich jetzt auf Dauer arbeitslos geworden und belaste so nun meinerseits zwanghaft auch wieder die Sozialkassen und Steuerzahler, für deren Entlastung ich doch einst vom Arbeitsamt eingesetzt und mit dieser staatlichen Daueraufgabe beauftragt bzw. ausgestattet wurde.

      Also Aufgaben und Befugnisse wie etwa:
      Für eine mittelbare Staatsdienststelle/Bundesverwaltung u.a. Vorinformationen über Wirtschaftsstraftaten zwecks öffentlicher Anklage zur Strafverhängung, aushilfsweise auf privatrechtlicher Grundlage, befristet zu beschaffen und zu sichern.
      Wer hat hier diese Einschränkung verfassungsmäßiger Grundrechte zu verantworten?

      Warum um Gottes Willen müssen solche eingriffsbedingte Aufgaben der Ermittlung unternehmerischer Straftaten von in privatrechtlich befristeten Verhältnissen stehenden Aushilfsangestellten durchgeführt werden, die nach ihrer Befristung auf diesen Arbeitsmarkt wieder angewiesen sind?

      Eine widersinnige schmutzige Abfolge der Ausübung staatlicher Gewalt in XL-Strukturen.
      Und übrigens, vergangene Jahre über dieses Problem können nicht heilen, erhärten indes diese deliktbehaftete Situation.

      Viele Grüße
      J. Kraus E-Mail: abtat@web.de

    102. antikapimat schrieb am 6. Februar 2010 at 02:00 - Permalink

      @neuer 99

      Von mir jedenfalls wirst du nicht gesteingt….Ich habe dieselbe Perzeption der Eigenschaften meiner Landsleute und hielt es im zarten Alter von 19 Jahren wegen all der aufgezählten Tugenden in der Deutschschweiz nicht mehr aus.Zum Glück haben wir die Möglichkeit,innerhalb unseres Landes in andere Kulturkreise zu wechseln.
      Dies ändert natürlich nichts an dem,was die bornierten,realitätsfremden Spiesser anrichten, aber zumindest wird meine Lebensqualität von dieser Mentalität nicht täglich getrübt ;-)
      Je länger ich mich mit meinen Landsleuten beschäftige – im Moment zum Beispiel mit der Lektüre des Werkes des Historikers Edgar Bonjour “Geschichte der Schweizerischen Neutralität” – komme ich zum Schluss,dass es ein Rätsel ist,wie ein Land seine “historische Lebenslüge” so lange überdauern kann.
      Und jetzt möchte ich auch noch ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern:ich habe aufgrund meines Berufes mit vielen Menschen Kontakt .Dabei wurde ich,obwohl meine Tätigkeit keinerlei Beziehung zur Finanzwelt hat,öfters angefragt,Geldsummen ins Ausland zu bringen.Es ging denen offenbar dabei darum,unverdächtige und unbescholtene Leute für ihre Dreckgeschäfte zu benutzen.Ich lehnte diese Angebote immer ab,weil mir Freiheit und Familie immer mehr bedeutete als schnell verdientes,schmutziges Geld.Doch weiss ich ,dass es diese Helfershelfer in rauhen Mengen gibt.Anders könnte das System gar nicht funktionieren.
      Ich bin allerdings auch einverstanden,dass es zum Glück viele Ausnahmen unter unseren lieben Mitbürgern gibt,auf die es aufzubauen gilt.

    103. Götterfunken schrieb am 6. Februar 2010 at 08:21 - Permalink

      Na, dann ist ja noch nicht alles verloren.

    104. Wolpert schrieb am 6. Februar 2010 at 11:02 - Permalink

      Zum Thema Moral und Schweiz, gibt es noch genug weitere Themen die derzeit, lokal eingeschränkt, diskutiert werden:

      - Bauern kaufen/pachten Landwirtschaftsflächen in D-Land und verkaufen subventioniert durch die EU Ihre darauf produzierten Produkte.

      - Der Luftverkehr wird möglichst weit weg gehalten von der Goldküste und ebenfalls im Nachbarland geparkt.

      - Schweizer kommen vorzugsweise zum Rasen nach Deutschland, weil es zu Hause strengstens Verboten ist.

      - Und der Ober-Doppel-Moral-Apostel Christoph Blocher sorgt ebenfalls für reichlich Themen: Einerseits die Isolation der Schweiz fordern und andererseits mit seiner eigenen Unternehmensgruppe Produktionsstandorte im EU-Raum schaffen, um so den Kostendruck auf die eigenen Schweizer Standorte zu erhöhen um dort die Arbeiter “gefügig” zu machen.

      Ich komme direkt von der Grenze und da sich die Leute hüben wie drüben zu 99% ähnlich sind (selber Sprachraum, selbe “Tugenden”, alles gleich bis auf die Staatszugehörigkeit) versteht man sich. Aber Streitereien mit der Schweiz laufen immer auf der Ebene der “Moral” ab. Da muss man nur mal die einschlägigen Lokalblätter auf beiden Seiten zu den obigen Themen lesen *SCHAUDER*

    105. wollecarlos schrieb am 6. Februar 2010 at 22:11 - Permalink

      Nach all’ dem Schweiz-Bashing mal eine andere -und warum nicht genauso gewichtige- Stimme:

      Auch dieses Jahr werden voraussichtlich ca. dreißigtausend hochqualifizierte und motivierte Deutsche in die Schweiz übersiedeln. Nicht, weil sie ihrem Schwarzgeld nahe sein wollen, sondern, weil sie dort ihre Zukunft sehen. Zu recht, denn die eidgenössische Staatsform ist auf Dauer allen europäischen haushoch überlegen.

      Der Ganze Artikel ist lesenswert (natürlich nur für intellektuell offene, nicht festgelegte Mitglieder dieses Blogs) und erschien im CICERO

    106. Sukram71 schrieb am 6. Februar 2010 at 22:30 - Permalink

      @ 24 Groo

      Köppel ist ein Narr auf seiner Intelligenzstufe.
      Jede IS hat ihre eigene Sorte von Narren.

      Narr ist treffend. Der hat doch tatsächlich öffentlich gefordert: “Im Ernstfall sollte der Bundesrat die deutsche Regierung verklagen wegen Anstiftung zu Industriespionage und illegalen Handlungen. Alle deutschen Minister, welche die Schweizer Grenze überschreiten, wären zu verhaften.” :-D
      Aber so ist im Moment die halbe Schweiz drauf. So ne Lebenslüge zu überwinden ist für viele Leute sicher nicht einfach.

      Entweder schlägst Du Dich auf die Meta-Ebene eines Catton, der versucht das zu erklären, oder Du wirst Fan/Gegner eines Dir (un)sympathischen Narren.
      Und auf dieser Ebene/Position bleibst Du dann hängen.
      Das ist die Gefahr.

      Zusammendfassend würde ich das so ausdrücken:
      Diskutiere nicht mit Idioten. Weil erst ziehen sie dich auf ihr Niveau
      und dann schlagen sie dich dort mit ihrer Erfahrung.
      :-)

    107. Michael W. schrieb am 7. Februar 2010 at 14:03 - Permalink

      @wollecarlos: ob die schweiz nach dem entzug des schwargeldes aus ihrer vwl noch so attraktiv für dise 30000 ist, bleibt abzuwarten!

    108. wollecarlos schrieb am 7. Februar 2010 at 15:35 - Permalink

      Lieber Michael W. (107)

      Du meintest statt “vwl” sicherlich nur “vw”, richtig?

      Und den Rest müssen wir beide abwarten, da hast Du recht.

      Aber dennoch: wie sollte Schwarzgeld die Chancen dieser (angenommenen) 30.000 Pipels schmälern? Einen Zusammenhang kann ich nicht erkennen.

      Gibst Du Nachhilfe?

    109. Bakunin schrieb am 7. Februar 2010 at 19:15 - Permalink

      Ein sehr informativer Artike!
      Dem Schluß des Artikels, dass nämlich der “Helvetische Bankenbanditismus” den Menschen in der ganzen Welt so viel Geld “gestohlen” habe, kann ich leider so nicht zustimmen.
      Dieses Geld haben zunächst mal die ausbeutenden “Eliten” vieler Staaten den dortigen Leuten entzogen, einfach durch ganz normale kapitalistische Ausbeuterei, d.h. ganz “normale” gemachte Profite(hemmungslose Ausbeutung der Lohnarbeit weltweit, etc..), ebenso natürlich durch Pacht- Miet- oder Zinserträge……, den in der bürgerlichen Gesellschaft ganz und gar LEGALEN und teils auch illegalen ABZOCKEREIEN aller Art…….
      Der größte Teil dieser Gelder sind leistungslose “Einkommen”, an deren Zustandekommen selbst die fiesesten Schweizer Banken – oder die anderer “Steuerparadiese” – zunächst einmal völlig unschuldig sind!
      Aber natürlich möchten alle diese (Steuerparadies)”Geldhäuser” bzw. deren Inhaber/Aktionäre samt deren Vorständen von diesen ergaunerten Milliarden- “Gewinnen” ganz und gar “marktwirtschaftlich” MITPROFITIEREN.
      Wäre es nicht viel sinnvoller und ergiebiger, allen diesen Abzockern, Betrügern, “tüchtigen Geschäfttsleuten” ihre QUELLEN in deren Herkunftsländern ein wenig trockener zu legen als bei jeder Gelegenheit auf die Schweiz, Lichtenstein oder sonst einem “Sack” einzudreschen?
      Nur mal so eine Gedanke!

      mfg Bakunin

    110. Oskar (ein Helveticus gemanicus vulgaris)) schrieb am 8. Februar 2010 at 01:05 - Permalink

      (Ich habe die Kommentare lediglich überflogen und hoffe nicht bereits x-fach gekaute Themen anzuschneiden.)

      Leider teile ich den Eindruck eines gut recherchierten und sachlich geschriebenen Artikels nicht. Auf mich wirkt er mehr wie eine wütend emotionale Reaktion – Töne für einen Stammtisch, keinen Blog. Damit stösst Der Spiegelfechter in ein ähnliches Horn wie ‘unser’ famoser Roger Köppel (der, um dies hier mit Nachdruck festzuhalten, in der Schweiz, besonders in gebildeten Kreisen, mehr als umstritten ist): raus mit der Meinung, klar und deutlich, für die Aussagekraft darf auch ruhig die Präzision leiden.

      Wies der Kommentar n°67 ausdrückt: [Der Artikel] “bestätigt das, was ich oberflächlich über die Schweiz geahnt hatte.” Mit Verlaub, weit über kühne Ahnungen kommt in meinen Augen auch der Autor nicht, so prägnant ausgedrückt sie sein mögen.

      Etwas was scheinbar kaum bis nicht wahrgenommen wird in Deutschland, ist das seltsame Verhältnis das Schweizer selber zu ihrem Bankgeheimnis pflegen.
      Einerseits wirds sehr stark mit der eigenen Identität verknüpft: Ich bin Schweizer, und als solcher stehe ich für Schokolade, Taschenmesser, schöne Berge und sichere Banken [implizit: mit einem starken Bank(kunden)geheimnis]. Jeder Angriff auf das Geheimnis, ist ein Angriff auf die Schweizer Seele. Dass mit dem Bankgeheimnis nicht nur Tugenden sondern auch Probleme verbunden sind, wird ausgeblendet: ihr würdet staunen wie viele Schweizer mit der tiefsten Überzeugung glauben, dass das Bankgeheimnis fast existenziell wichtig ist – nicht für den Profit, sondern für die Freiheit. Was den Amerikanern ihr Recht Waffen zu tragen, ist den Schweizern ihr Bankgeheimnis.

      Daneben gibt es in der Schweiz viele wache Köpfe die frei von romantischen Freiheitsideen die negativen Konsequenzen dieses Mythos durchaus begreifen und damit alles andere als einverstanden sind. Aufklärung tut Not, ist aber alles andere als einfach.

      Für diese Leute sind Artikel wie dieser ein Schlag ins Gesicht: auf absehbare Zeit ist in der Schweiz jegliche sachliche Diskussion über das Thema unmöglich, stattdessen klettert Köppel auf jede ihm gebotene Bühne um Gift und Galle zu speien – herzlichen Dank auch, Jens! Das Aufräumen der Flurschäden des populistischen Getrampels von beiden Seiten wird wie immer in keinem Verhältnis stehen zum Auslöser des Herdentriebs.

      (@Wolpert: Hast du gute Quellen zum Ober-Doppel-Moral-Apostel? Das würde mich interessieren.)

      Liebe Grüsse

    111. Heinzi schrieb am 8. Februar 2010 at 10:44 - Permalink

      Moral ist eine persönliche Kategorie. Und Ihre Moral ist mit Sicherheit eine andere als meine. Welche darf zum Maßstab gemacht werden. Ich plädiere für meine. ;-)

      von Stefan P

      “Egoismus ist nicht bloß ein Aspekt meines Verhaltens, sondern meines Charakters. Er bedeutet, daß ich alles für mich haben möchte; daß ich nicht Teilen, sondern Besitzen mir Vergnügen bereitet; daß ich immer habgieriger werden muss, denn wenn Haben mein Ziel ist, bin ich um so mehr, je mehr ich habe; daß ich allen anderen gegenüber feindselig bin – meinen Kunden gegnüber, die ich betrügen, meinen Konkurrenten, die ich ruinieren, meinen Arbeitern, die ich ausbeuten möchte. Ich kann nie zufrieden sein, denn meine Wünsche sind endlos. Ich muss jene beneiden, die mehr haben als ich, und mich vor jenen fürchten, die weniger haben. Aber alle diese Gefühle muß ich verdrängen, um (vor den anderen und vor mir selbst) der lächelnde, vernünftige, ehrliche, freundliche Mensch zu sein, als der sich jedermann ausgibt.

      (E. Fromm, Habern oder Sein)

      Wenn ich solche Lügengeneratoren der Wirtschaft lese, muss ich ständig an diese Passage denken. Das einzige was diese Klientel ala gerhardq oder Stefan P zuwege bringen, ist eine Rechtfertigungstirade wider die Menschlichkeit und gegen jeglichen Gemeinsinn. In ihrer quasireligiösen Hingabe an Glaubenskonstrukte des angeborenen Egoismus übersehen Sie mit vorliebe, daß dieser Quatsch schon längst widerlegt worden ist. Nicht nur Fromm, sondern jeder einzelne Mensch gebliebene, kann diese Scheinheiligkeit bloßstellen.

      Was bleibt ist das Mitgefühl und Mitleid für Leute, deren einziger Daseinszweck die Anhäufung von Mehr ist. Die keinen Frieden finden können, wie es in der Bibel schön formuliert wurde: “Es gibt keinen Frieden für die Bösen”. Sie sind ruhelos, rastlos, leer und unvollständig. Ihnen fehlt der menschliche Konsens, die Bindung an den Nächsten, weil sie kein Selbst besitzen, keinen Zugang zu eigenem Selbst haben. Hinzu kommen die Schuldgefühle, die nicht abzuschalten sind, sondern nur tief vergraben sind im Hinterkopf, tiefsten Unbewußten. Schuldgefühle und der eigene Schmerz, die Angst und das Minderwertigkeitsempfinden, welches sie dazu brachte, überhaupt so zu werden, wie sie heute sind.
      So ist insbesondere zu beobachten, daß Menschen dieses Schlages zumeist selbst aus der Scheinheiligenszenerie des gehobenen Mittelstandes stammen, in dem der Schein von Sein schon seit ihrer Geburt mehr gegolten hat, als die eigenen Wünsche.
      Sie beherrscht die Angst, es könnte jemand den wahren Charakter sehen, den sie, so gut es geht hinter gestriegelter Oberfläche, tadellosem Aüßeren und gebohnertem Garten versteckt halten.

    112. ChP schrieb am 8. Februar 2010 at 13:59 - Permalink

      Sehr schön auch die Google-Anzeige im Artikel:

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      Deutscher-Wirtschaftsbrief.de/W

      Das hat mir heut doch glatt wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. *g*

    113. Michael W. schrieb am 8. Februar 2010 at 14:25 - Permalink

      @wolloecalros: ups, ja, vw meinte ich. naja, warum ist die schweiz für diese 30000 attrkativ? u.a. doch wegen niedrigerer steuern? und wenn eben die vw empfindlich getroffen wird, dürften doch die steuerforderungen steigen bzw. der staat mehr einfordern?

    114. Herr Knecht schrieb am 8. Februar 2010 at 15:28 - Permalink

      @heinzi 111:

      sehr gut beschrieben. Ich frage mich allerdings was solche Leute dazu bewegt, Blogs wie diesen hier so regelmäßig zu besuchen und intensiv mitzudiskutieren.

      Natürlich besteht eine lebendige Streitkultur auch aus unterschiedlichen Positionen und es wäre langweilig nur unter “Gleichgesinnten” die eigene Meinung abzunicken. Aber eigentlich könnte man doch vermuten, dass es sehr unangenehm ist, ständig Dinge zu lesen, die unvereinbar mit den eigenen Vorstellungen sind.

      Die Horizonterweiterung kann ich mir bei den teils reflexartigen Abwehrreaktionen kaum als Motiv vorstellen. Ist es Missionarsarbeit die sich auf fanatische Weise verselbstständigt hat, um die Richtigkeit des eigenen Handelns zu bestätigen? Wird gegen die eigenen Schuldgefühle argumentiert, um diese nicht zu Wort kommen zu lassen? Es bleibt mir ein Rätsel.

    115. Axel schrieb am 8. Februar 2010 at 16:42 - Permalink

      Momentan streiten sich Schweizer Banken und Schweizer Gerichte, ob die eingefrorenen acht Millionen Dollar des haitianischen Ex-Diktators ?Baby Doc? Duvalier , mit denen die UBS momentan Gewinne macht, an das haitianische Volk zurückgegeben werden sollen

      Ich schrieb vor Kurzem einem Bekannten, es sei ja bekannt, das die Schweiz (schon immer) das Geld von Diktatoren und Menschenschlächtern verwaltet habe. Ich selbst hatte u a. dabei an Haiti und Baby Doc, Idi Amin usw. gedacht. Ich hatte nie Detailkenntnisse, aber man bekommt das ja nebenbei so mit, das Haiti das ärmste Land der Welt war und ist. Und das solche Länder halt von den Papa und Baby Docs geplündert werden. Das gilt sicher für alle Diktaturen gleichermaßen. Aber wie gesagt ich bekam das so mit, ohne mich damit näher zu befassen. Ich kann das rein moralisch betrachten und bin nicht geschäftlich und juristisch damit befaßt.

      Wären (könnten) Staaten und Banken auch alle rein ethisch orientiert (sein), so hätten die Baby Docs nie ihr Geld irgendwie beiseite schaffen und waschen können. Oft ist Kontrolle darüber ganz einfach: Wenn z. B. die USA sich bedroht fühlen, so frieren sie einfach Geld das im Ausland liegt ein, bzw. versuchen den Geldfluß zu kontrollieren bzw. zu überwachen. Im Notfall geht das also anscheinend zunächst problemlos.

      I.a. ist es aber anscheinend ein juristisches Problem, den Fall zu beurteilen. Wie gesagt die USA z. B. entscheiden einfach im Notfall spontan. Aber wie soll das allgemein gehen, wenn die Banken und der Staat sich nicht einig sind, sich (ethisch) in einem solchen Notfall zu befinden (wer soll sie dazu zwingen?). Dann muß eventuell sogar festgestellt werden, in welchem Sinne das Geld entwendet wurde.

      Einfach so zu sagen, in Diktaturen ist es entwendet greift auch zu kurz, denn in der Demokratie wird der “goldene Spazierstock” für Politiker (und nicht nur für Solche) zwar durch Gesetze abgesichert vergeben, aber entwendet (im ethischen Sinne) sind diese Mehrfacheinkünfte die aus der Bekleidung politischer Ämter resultieren auch.

      Also die Schweizer Banken hinsichtlich unrechtmäßig erworbenen Geldes nur unter dem Aspekt der Moral zu betrachten reicht nicht aus. Außerdem würde diese Moral mit zweierlei Maß messen oder würde sehr weitreichende Konsequenzen haben.

    116. wollecarlos schrieb am 8. Februar 2010 at 16:56 - Permalink

      113.Michael W. am 8. Februar 2010

      Wat für’n Walros? Lustiger Vertipper!

      warum ist die schweiz für diese 30000 attrkativ? u.a. doch wegen niedrigerer steuern?

      Na, was daran stimmt, könnte höchstens das

      u.a.

      sein.

      Aber ich habe noch von keinem gehört, daß er wegen ein paar Prozent weniger Einkommenssteuer weit weg, sogar ins Ausland, zieht. Das waren gaaaaanz andere Gründe. Vermute ich mal einfach so.

      Die Frage wäre: WARUM ist die Steuer (sind die Steuern) in der Schweiz niedriger?

      Ist die Staatsführung soviel beser?
      Ist das Volk soviel genügsamer?
      Ist die Infrastruktur soviel schlechter?

      Bevor Du nun schreibst, daß dies an den großen, kriminellen, wirtschaftsfaschistoiden (klingt immer wieder gut und wird von manchen hier gerne mal benutzt) Schwarzgeldbunkern liegt, denke darüber nach, was “der schweizer Staat” davon hat.

      Und warum es in Deutschland noch immer lohnabhängig Beschäftigte gibt, die eben nicht in die Schweiz ausgewandert sind…
      Da muss doch noch ganz was anderes der Grund sein! Meinst Du nicht auch?

    117. PinkPoodle schrieb am 8. Februar 2010 at 18:11 - Permalink

      Vielen Dank für den ausgesprochen informativen Artikel, lieber Spiegelfechter!

      Ich bin eigentlich eine der stillen Leser und folge still schweigend, meist nickend und manchmal auch mit nem Birchen in der Hand die Artikel und Diskussionen…

      Dieses Thema allerdings irritiert und verwirrt mich ehrlich gesagt maßlos, was wohl auch daran liegt, dass Finanzen und co nicht so wirklich meine Forte sind.

      Mir klingelt bei dem Thema immer wieder dieses schöne “Doppeltes Unrecht schafft kein Recht” in den Ohren, denn: Natürlich ist es aus meinem Empfinden heraus Unrecht, aus Gier den Staat um seinen Anteil zu bringen den wir alle leisten müssen, damit unsere Gesellschaft funktioniert. Andererseits! Wer sind wir, anderen Ländern vorschreiben zu wollen wie sie ihre Gesetze zu machen haben? Oder, um das Ganze sneaky zu machen, von dubiosen Gestalten Daten-CDs zu kaufen? Kann ja sein, dass uns nicht passt, was die Schweiz da veranstaltet und dass ihr Verhalten in höchstem Grade unmoralisch ist- aber ich PERSÖNLICH halte es auch für fragwürdig, wenn mit Moral argumentiert wird und man sich selbst anmaßt, anderen Ländern die eigenen Normen aufdrängen zu wollen (nochmals: es mag uns nerven, ist aber im Endeffekt nicht unser Bier!) oder sich selbst so halb auf das Niveau herabzulassen indem man sich in gesetzlichen Grauzonen bewegt (besagte CDs).

      Wie gesagt, ich komme bei diesem Thema nicht wirklich weiter und wünsche mir ein wenig Licht ins Dunkel ;).

      Liebe Grüße, PinkPoodle

    118. Heinzi schrieb am 8. Februar 2010 at 18:53 - Permalink

      @ Herr Knecht http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1809/die-schweiz-das-geld-und-die-moral#comment-59065

      Dazu muss man wohl die individuelle Situation betrachten.

      Möglich ist, daß es einige gibt, die diese Illusionen aufrecht erhalten können, weil sie entsprechende vermeintlich bestätigende Erfahrungen gemacht haben. Diese werden vermutlich überzeugen wollen.

      Andere, die die Illusionen nicht mehr glauben, sind durchaus eher gewillt, die anderen zu überzeugen um sie auf den eigenen niederen Bewußtseinsstand zu holen. So wie minderwertig fühlende Menschen versuchen andere nieder zu machen, da sie die Gegenwart eines besseren Menschen nicht ertragen können. So beschimpft die gemeinte Klientel diese und entweder schimpfen die Beschimpften zurück, womit das Ziel erreicht wurde, oder sie unterwerfen sich indem sie die vermeintliche Stärke des anderen akzeptieren und seine “Hoheit” anerkennen. In diesem Sinne ist es von mir gemeint. Sie haben sich Selbst verraten, weil sie in ihrem Konstrukt die Menschlichkeit verraten haben. Sie müssen um noch existieren zu können, beweisen, daß alle Menschen solche “Schweine” sind.

      Einen anderen Grund haben Sie selbst schon genannt. Das sich selbst beweisen müssen, auf der “richtigen Seite” zu sein. Bei diesen Betroffenen handelt es sich wohl am ehesten um einen Selbstdialog, in dem sie die Argumente der anderen Seite widerlegen, damit sie sich selbst ihre Lügen glauben können und warscheinlich wollen sie wirklich damit eine innere Stimme zum verstummen bringen, ein Gewissen das sich meldet, oder ein unklares Gefühl von Schuld.

    119. wollecarlos schrieb am 8. Februar 2010 at 19:50 - Permalink

      Herr Knecht und Heinzi,

      Ihr habt da eine interessante Frage aufgeworfen, die immer wieder mal -im Abstand von Jahren- aus den Tiefen des Internetzes hochkommt und bislang noch niemals -jedenfalls soweit ich es weiß- zufriedenstellend beantwortet wurde.

      Auch Eure Einlassungen stellen ja nur einen Teil -vielleicht die Hälfte- der Wahrheit dar. Möglicherweise sogar weniger, als die Hälfte!

      Es wäre doch -auch für Euch- mal interessant, die Münze umzudrehen und alle Euren Argumente mal GEGEN Euch gelten zu lassen.

      Was bleibt dann von missionarischem Eifer, was bleibt dann von “Gewissen” oder dem “unklarem Gefühl von Schuld”?

    120. Herr Knecht schrieb am 8. Februar 2010 at 21:30 - Permalink

      @heinzi

      studierst Du Psychologie :)? Auf jedenfall interessante Thesen von Dir, müsste mal untersucht werden, bzw. wurd es bestimmt schon in irgendeiner Art.

      @wollecarlos 119

      Es wäre doch -auch für Euch- mal interessant, die Münze umzudrehen und alle Euren Argumente mal GEGEN Euch gelten zu lassen.

      Was bleibt dann von missionarischem Eifer, was bleibt dann von ?Gewissen? oder dem ?unklarem Gefühl von Schuld??

      Meinst Du wir wollen uns selbst bestätigen, dass unsere Werte und Einstellungen die richtigen sind? Das mag ich garnicht abstreiten. Schließlich komme ich hierher, weil mir die Artikel und die Diskussionen sehr gefallen. Der Spiegelfechter und die meißten Teilnehmer der Diskussion schreiben einfach nach meinem Geschmack und lassen den Inhalt des Artikels ganz dynamisch weiterwachsen.

      Genau wie ich auch Musik nach meinem Geschmack höre, bzw. fröhliche Musik, wenn ich gut drauf bin, und schlechte Musik, wenn ich schlecht drauf bin.

      Umgekehrt würde ich mich aber nicht in einem Blog rumtreiben, der mir inhaltlich völlig zuwider ist. Das würde mir einfach keinen Spass bereiten. Von daher würde ich mir zumindest an dieser Stelle kein missionarisches Motiv unterstellen. Das bleibt eher persönlichen Freunden vorbehalten, die ich als Menschen kenne und manchmal überzeugen will.

      Falls ich Dich missverstanden hab, kannst Du es mir gerne nochmal erklären, bzw. die Argumente konkret gegen mich verwenden, ich höre ;).

    121. Herr Knecht schrieb am 8. Februar 2010 at 22:14 - Permalink

      Fehler, kann gelöscht/ignoriert werden

    122. Heinzi schrieb am 8. Februar 2010 at 22:23 - Permalink

      @wollecarlos http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1809/die-schweiz-das-geld-und-die-moral#comment-59094

      Die Art der Argumentation könnte man auch umdrehen. Z. B. macht Arno Gruen das in einem gewissen Sinne, indem er radikal Linke und radikal Rechte als zwei Seiten einer Medailie klassifiziert. Ein Gedanke, der auch vielen Beobachtern beider Szenen ohne Kenntniss seiner Schrift immer wieder aufkeimt, sich oft geradezu aufdrängt.
      Genauso kann ein Mensch, der sich hier als Antineoliberaler aufspielt natürlich genauso in ähnlichen Kategorien verhaftet sein, wie meine Thesen es über den Neoliberalen darstellen.

      @Herr Knecht

      Ich studiere mangels Möglichkeit leider nicht an der Uni. Der Weg über Literatur und Reflektion steht trotzdem offen.

    123. Peleo schrieb am 9. Februar 2010 at 12:48 - Permalink

      @ Heinzi, 122

      ” Les extremes se touchent – die äußersten Gegensätze berühren sich.
      Jean de La Bruyère , französischer Schriftsteller (1645 – 1696)

    124. salvo schrieb am 9. Februar 2010 at 13:14 - Permalink

      “Les extremes ne se touchent pas” – Martin Jay

    125. Whistleblower schrieb am 9. Februar 2010 at 13:17 - Permalink

      Lieber Spiegelfechter,

      Dass das amerikanische Parlament auf Druck jüdisch-nationalistischer Organisation ihre Geschütze ausgefahren hat und auf die Schweiz zielt sollte schon etwas misstrauisch stimmen. Die Schweizer Banken sind sicherlich keine Wohltäter, aber sie in diesem Punkt auch teilweise Opfer von falschen Anschuldigungen, um Geld für jüdisch-nationalistische Organisationen zu bekommen. Das wurde zum großen Teil von Norman Finkelstein aufgedeckt und von dem renommiertesten Holocaustforscher Raul Hilberg bestätigt.

      Die Schweizer Banken wurden auf Kosten des Holocaust und seiner Würde finanziell erpresst. Das Geld floss nicht an die Opfer des Holocausts, sondern ist in den jüdisch-nationalistischen Organisationen
      versickert, die mehr Interesse darin haben, ihre Verbrechen im Nahen Osten zu kachieren.

      Hier eine Empfehlung:
      http://www.normanfinkelstein.com/category/the-holocaust-industry/

    126. wollecarlos schrieb am 9. Februar 2010 at 13:58 - Permalink

      125 Whistleblower am 9. Februar 2010

      es ist ja noch viel schlimmer, als Du hast schreiben lassen!

      Nicht nur daß das amerikanische Parlament (Du meinst ja sicherlich das panamerikanische Ober- Unter- und Mittelhaus!!) -wie Du schreibst- seine Geschütze ausgefahren hat, nein, es hat auch die Panzertruppe in Alarmbereitschaft gesetzt und sogar DROHNEN (!)gestartet !

      Nun laufen die Drähte heiß zwischen den imperial-kolonistischen Drahtziehern in Klein-Kleckersdorf und den neofaschistischen kommunistisch-angehauchten Illuminaten, denen selbst ein Herr Finkelfelsen nicht gewachsen ist. Weil er -wie Du ja sicherlich richtig schreibst- eben kein Geld von den “jüdisch-nationalistischen Organisationen” bekommt.

      Und darüberhinaus wird Deine aufrüttelnde, investigative Aufdeckung ja “von dem renommiertesten Holocaustforscher Raul Hilberg bestätigt.”. (Nebenbei: Wer ist das eigentlich??).

      Und wirklich schllimm ist es, daß die schweizer Banken ja nicht nur finanziell erpresst wurden, sondern das Geld bei “jüdisch-nationalistischen Organisationen” haben versickern lassen.

      Was müssen wir dem Hergott doch dankbar sein, daß er solche Menschen, wie Dich, geschaffen hat, die uns dumme Cretis und Pletis auf den richtigen Weg führen.

      Wann endlich dürfen wir wieder singen: “Führer Whistleblower befiel, wir folgen Dir!”

    127. pha schrieb am 9. Februar 2010 at 19:37 - Permalink

      @Linus (nr.65)

      Mein persönliches Gefühl dazu (ich lasse mich gerne korrigieren):
      - in der Schweiz gibt es keinen Niedriglohnsektor. Z.B. geht eine Reinigungskraft nicht mit unter 20 Franken/h nach Hause.

      Das liegt vielleicht daran, dass der gesetzliche Mindestlohn 3000 SFr./Monat beträgt. (ca. 2000 Euro). Auf 160 Arbeitsstunden/Monat ergibt dies 18.75/h. In einzelnen Branchen wird bis zu 180 Stunden pro Monat gearbeitet, das ergibt 16.7 SFr./h.

      - in der Schweiz ist es i.A. möglich, mit einem Gehalt eine 4-köpfige Familie zu ernähren.

      Jein. Mit obengenannten 3000 SFr./Monat auf jeden Fall nicht. Das Leben in der Schweiz ist nicht gerade billig.

    128. Whistleblower schrieb am 10. Februar 2010 at 03:11 - Permalink

      @Wollecarlos

      Mit Parlament meine ich den im Text angesprochenen Senat. Tut mir leid dass ich ein bischen ungenau war und eine semantische Kategorie zu hoch griff. Du hast ja in deinem Beitrag bewiesen wie klug du bist und sie ausdifferenziert.

      Wer die Augen verschließen will und nicht glaubt, dass die USA einen sehr stark pro-israelische Politik führt der soll das tun. Ich für meinen Teil bin nicht politisch naiv und denke schon dass wenn die USA mehr als die restliche Welt zusammen in militärische Aufrüstung steckt und hunderte von militärische Außenposten unterhält dieses nicht aus humanitären Gründen tut. Die uneingeschränkte amerikanische Unterstützung Israels selbst bei offenen Kriegsverbrechen liegt an seinem geostrategischen Wert – nicht weil Juden das Land leiten, oder Illuminati, oder irgendwas anderes was du auf mich projezierst. Tut mir leid, ich gehöre nicht in die Verschwörungsecke.

      Wiki:” Raul Hilberg war ein jüdischer, amerikanischer Historiker und Holocaustforscher österreichischer Herkunft. Mit der mehrfach aktualisierten Fassung seiner Dissertation ?The Destruction of the European Jews? (?Die Vernichtung der europäischen Juden?) schrieb er das Standardwerk zur Geschichte des Holocausts.” – Schon eine bedeutende Persönlichkeit. Und er sagt genau das: Das die Anschuldigungen gegen die Schweizer Banken größenteils falsch sind und auf Erpressung der jüdisch-nationalistischen Organisationen beruhen. Man beachte vorallem das “nationalistisch”.

      Ich denke es werden die Leute – außer vllt. pathologische Variationen – mir zustimmen dass wenn Betrüger sich als Holocaustopfer ausgeben und dann schweizerische Banken erpressen dies schon verwerflich genug ist – vorallem weil die wirklichen Holocaustopfer weniger oder gar nichts bekommen haben. Wenn dieses Geld noch dazu genutzt wird in nationalistischen Think-tanks zu laden, um Verbrecher der illegalen Besatzungsmacht zu unterstützen – yepp, das finde ich pervers.

      Nenn mich nicht “Führer”, bin kein Nazi, nenn mich “Lehrer”. Ich ernenne dich nämlich zum Schüler: Bis zum nächsten Mal folgende Lektionen lernen: 1) nicht projezieren 2) Argumente einbauen 3) genau lesen.

      Whistleblower

    129. Truvor schrieb am 12. Februar 2010 at 21:51 - Permalink

      @ SF

      Mich läßt das blöde Gefühl nicht los, daß wir allesamt veräppelt werden.
      Existiert überhaupt diese CD ?

    130. wollecarlos schrieb am 13. Februar 2010 at 21:39 - Permalink

      Na, Leute, eigentlich wird es erst jetzt spannend, oder? AFP meldet:

      Zwischen Deutschland und der Schweiz schwelt weiter der Streit um den Kauf einer CD mit Daten mutmaßlicher Steuersünder: Der Schweizer Nationalrat Alfred Heer drohte in der “Bild”-Zeitung mit der Veröffentlichung von Kontendaten deutscher Politiker.


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