Ich bin ein lustiger Astronaut und ich singe ein Lied
geschrieben am 30. Juli 2007 von Spiegelfechter
Muss die Geschichte neu geschrieben werden? Den SPIEGELFECHTER erreichten gestern Gerüchte, dass die A-Probe einer alten Blutkonserve von Lance Neil Armstrong positiv auf eine unerlaubte Substanz getestet wurde. Die Öffnung der B-Probe steht noch aus. Den Gerüchten zufolge, soll es sich bei der unerlaubten Substanz um Ethanol, auch bekannt als Alkohol, gehandelt haben. Wenn sich diese Gerüchte bewahrheiten sollten, müsste die NASA Armstrong aus der Siegerliste des ?Race to the moon? streichen und Buzz Aldrin würde als erster Mensch auf dem Mond in die Geschichte eingehen. Auch Aldrin steht allerdings unter dringendem Verdacht, gedopt zu haben. So ist auch sein Name auf der Liste des berüchtigten texanischen Schankwirts Jim Beam zu finden. Beide Astronauten sind erst zu einer Stellungnahme bereit, wenn sie nüchtern sind. ARD und ZDF haben derweil verkündet, dass sie so lange keine Raumstarts mehr übertragen werden, bis das Alkoholproblem gelöst ist.

Das Problem ?Alkohol in der Raumfahrt? ist zwar durch neue Meldungen aktueller denn je, allerdings waren Alkohol und Raumfahrt auch früher bereits ein unzertrennliches Paar. Die ersten Raketen, die in den USA gebaut wurden, nutzten noch ein Gemisch aus 75% Ethanol und 25% Wasser als Treibstoff. Für die bemannte Raumfahrt konnten diese Raketen nicht eingesetzt werden, da die Außenhülle in mehreren Fällen von Astronauten auf der Suche nach einem guten Drink aufgebohrt wurde.
Einen riesigen Imageschaden (genannt Sputnik-Schock) musste die NASA einstecken, als alle Astronauten des Mercury-Programms nach einem Umtrunk nicht mehr in der Lage waren zu fliegen. So kam es, dass der erste Amerikaner im Weltraum der putzige Schimpanse Ham war, der mit 0,7 Promille gerade noch flugtauglich war. Die Russen schickten kurze Zeit später Juri Gagarin ins All und der Image-GAU für die NASA war perfekt.
Wer erinnert sich nicht an den ersten gelallten Satz vom Mond? Wenn Armstrongs B-Probe ebenfalls positiv ist, wird allerdings auch dieser Satz aus den Annalen gestrichen und durch Aldrins ?Der Mond ist voll und ich bin es auch? ersetzt.
Zur Katastrophe wäre es fast gekommen, als die Astronauten von Apollo 13 einen Thermostat aus der Raumfähre ausbauten, um ihn zur Überwachung der Temperatur ihrer mitgebrachten Zapfanlage zu verwenden. Lovells ?Houston, we have a problem? bezog sich in Wirklichkeit auch auf das zu warme Bier, wie interne Dokumente der NASA belegen.
Nachdem erste Alkohol-Gerüchte publik wurden, musste auch die NASA endlich reagieren. Alkohol-Experten gehen jetzt in die Offensive und haben ein Vier-Punkte Programm verabschiedet, dass mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt:
- Der Duty Free-Shop auf dem Weltraumbahnhof Cape-Caneveral darf ab sofort nur noch eine Flasche Schnaps bzw. zwei Flaschen Likör pro Person verkaufen.
– Alkoholische Getränke werden von den Stewardessen im Space-Shuttle künftig erst nach dem Start ausgeschenkt.
- Der Zutritt zur Startrampe wird ab sofort von Türstehern geregelt, die alkoholisierte Astronauten wieder nach Hause schicken sollen.
- Wenn ein Astronaut zukünftig wiederholt betrunken fliegt, muss er zum Idiotentest.
Es bleibt abzuwarten, ob solch drakonische Maßnahmen wirklich helfen werden. Als letzte Alternative nannte die NASA eine Verlegung des Raumbahnhofs nach Utah und die Beschränkung auf mormonische und muslimische Astronauten. Werden die ersten Worte eines Menschen auf dem Mars ?Allahu akhbar? sein?
Jens Berger
p.s.: Säße der Autor in einer Blechdose, umgeben von tausenden Tonnen hochexplosiver Flüssigkeiten, die gezündet werden sollen, würde er sich wohl auch erst mal ein Glas Scotch genehmigen.
Bildnachweis: Alle Montagen Spiegelfechter (CC) mit Material von NASA, ESA und Wikicommons

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Köstlich, einfach nur köstlich. =)
Keine Panik!
Bier und Erdnüsse helfen bekanntlich beim Teleportieren entspannt zu bleiben. Das vorzeitliches Reiten auf Flüssigsprengstoffrakten etwas härtere Dopings bedingt, um zu entspannen ist an sich keine Überraschung.
Überraschend ist die späte Aufklärung… ;-)
Weltklasse!
“ARD und ZDF haben derweil verkündet, dass sie so lange keine Raumstarts mehr übertragen werden, bis das Alkoholproblem gelöst ist.”
Genau! So ist es richtig!
Absolut gelungene Glosse.
P.S. Habe dem dass im Zitat ein “s” zusätzlich spendiert.
sehr gelungen!
kleine anmerkung zum wikipedia link: man möge sich den arkitel in der englichen wiki ansehen, dort wird der gute neil nämlich entlastet ;-)
Super!!!!
Ich hoffe die haben auch Chips dabei und Pokerkarten!!!
… hehe, sehr gelungen *g*. Man muß an dieser Stelle auch mal den Spiegelfechter dafür loben, daß er offensichtlich auch Spaß an der Arbeit mit Photoshop hat, um die Artikel zusätzlich durch eigene originelle Grafiken aufzuwerten. Bei den meisten anderen Bloggern ist man ja nach wie vor das übliche Copy+Paste gewohnt, wobei sich viele nicht mal die Mühe machen, einen Quellen-Hinweis beizufügen.
Gruß Ben
@Spiegelfechter
Sehr gelungen! :)
@Ben-99
Wenn “die meisten anderen Blogger” keine Bilder benutzen, ist logischerweise auch kein Bildnachweis nötig. Desweiteren ist dein “andere Blogger”-Bashing (das sich wahrscheinlich nur gegen einen ganz bestimmten Blogger richtet) wirklich langweilig. *gähn*
@ Hein
… häh? Ich kenne Dich und Deinen Blog zwar nicht, dafür aber den hinlänglich bekannten Spruch von den vor Schmerz aufjaulenden Hunden, wenn sie sich getroffen fühlen – selbst bei einem so harmlosen Anlaß ;-)
Gruß Ben
Ich habe kein Blog, also passt der Spruch mit den Hunden leider nicht.
Schade, das dieser hervorragende Beitrag für nicht themenbezogene Kommentare mißbraucht wird! ;-(
Ich kann mich #1 nur anschließen!
@ romanmoeller
… darf man hier nicht mal einen Blogger loben, weil er auch gelungene selbstgestaltete Fotomontagen veröffentlicht? Müssen sich gleich wieder irgendwelche Leute auf den Schlips getreten fühlen?
Ich habe den Beitrag spontan geschrieben, ohne dabei bestimmte andere Blogger im Auge zu haben. Und daß die meisten von ihnen Fotos nur abkupfern, ohne selbst kreativ tätig zu werden, ist nun mal eine Tatsache. Also, bitte, regt Euch nicht immer so schnell grundlos auf.
Gruß Ben
Klar darfst du ihn loben – ich schließe mich ausdrücklich an. Ich meinte das Blogger-Bashing …
@ romanmöller
… Zitat: “Ich meinte das Blogger-Bashing”.
Ja und? Wenn die Blogger-Szene allmählich im eigenen abgestandenen Saft schmort, weil viele nur noch sich selbst und ihre Konkurrenten in der ach so wichtigen “Blogosphäre” thematisieren, dann darf man gelegentlich auch die wenigen Blogger herausstellen, die sich diesem blödsinnigen Ego-Trip versagen und lieber nach wie vor auf Inhalte setzen.
Mit “Bashing” hat das nichts zu tun. Oh, Gott, nun habe auch ich tatsächlich mal dieses bescheuerte Mode-Wort benutzt *g*. Aber kommen wir doch zurück zum Thema, das da lautet: Während viele Blogger schon trunken ob ihrer “Berühmtheit” und ihrer vermeintlich geilen Texte sind, müssen die armen Astronauten vor jedem Start offenbar auf herkömmliche Methoden zurückgreifen, um sich für ihren epochemachenden Auftritt zu benebeln ;-)
Gruß Ben
Mal was Nettes nach all den Öl-, Gas-, Polonium- und Fahrradgeschichten :)
Im Übrigen: die sowjetischen Kosmonauten wussten schon immer, wie man einen guten armenischen Weinbrand in die Rakete einschmuggeln und auf dem Orbit konsumieren kann. Einschmuggeln war ein kleieneres Problem, aber die begehrte Flüssigkeit in der Schwerelosigkeit sauber zu schlucken: da brauchte man viel Übung. Nur ein kräftiger Absprung von der Wand half den geschluckten Alkohol in den Magen zu befördern.
Hallo zusammen,
gratulation, wirklich herzlich gelacht!
Gut war auch die Überschrift in der SZ.
“Houston, wir haben ein Promille”
Gruß, Plechi
Hallo,
der Tag ist gerettet ;)
Spiegelfechter sei Dank.
Stark bleiben – mit Allohol!
Jetzt weiß ich wenigstens, warum die Raketen mit den Shuttles nie senkrecht hoch fliegen, sondern immer mit leichter Schräglage… so laufe ich nämlich auch wenn ich blau bin XD
und langsam verstehe ich auch die rotierenden Raumstationen in den Filmen… das ist die Gegenrotation zu “um mich dreht sich ja alles” nach nem Gelage. Allerdings haben sie es bei der ISS verbockt
“DAS SOLL EIN RING SEIN?!? SEID IHR BESOFF… oh… ok… macht weiter”
VG from Outer Space
Ifrit
Doktor Snuggles, bau ‘ne Rakete für uns *flöt*
Feiner Text, hat mir die erste kleine Kaffeepause des Tages versüßt :)
Wenn der Ben-99 erstmal loslegt, dann müssen sich einige Blogger warm anziehen. Aber er hat ja recht: Die Blogsphäre ist quasi wie das Rotlichtmilieu. An jeder Ecke treiben sich zwielichtige Gestalten rum, die ihre sündigen Texte an den Mann (oder die Frau) bringen wollen, wobei die Kommentatoren in wirklichkeit nur Claqueure sind, die die Blogger bei ihrem Ego-Trip unterstützen. Ein verlogenes Geschäft durch und durch. Das Schlimmste, was passieren könnte ist, wenn sich plötzlich die eigenen Kinder in solch einem Umfeld bewegen würden. Verstoßen und enterben wäre da die einzig richtige Maßnahme. Besonders schlimm sind auch jene Blogger, die keine Bilder und somit auch keine Bildnachweise benutzen (Skandal!) oder sogar (bitte alle hinsetzen, jetzt kommt der Hammer) von ihren Erlebnissen in einem Fernsehstudio berichten. Wow, unglaublich! Aber zum Glück gibt es ja Menschen wie Ben-99, die sich nicht zu schade sind diese Mißstände anzuprangern. Wir sollten ihm alle dankbar sein, denn schießlich weiß er als “Administrator” im Internet, wovon er spricht.
Sorry@Spiegelfechter für den Offtopic-Kommentar. Ich konnte nicht anders. 12:30 Uhr…es wird zeit für ein Bierchen. *prost*
Hein – vielleicht kannst Du ja darlegen inwiefern das, was Du hier in epischer Breite tust anders oder sinnvoller als das ist was Ben-99 in einen Satz gemacht hat?
naja, wenn schon in Atomkraftwerken gesoffen wird,
wieso nicht auch im All…ein Prost auf die Hochtechnologie!
*tralala* Ich bin der lustige Hein und singe überall das Lied vom bösen Ben *tralala*.
Na, dann Prost, lieber Hein. Und Dein Mittags-Bierchen sei Dir von Herzen gegönnt ;-)
Gruß Ben
@Spiegelfechter
Dein Blog als “Leit(d)medium des SPON ??
Fast hat es den Anschein, wenn man den folgen Artikel ansieht.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,497694,00.html
Ganz großes Kino! Äh..Bierchen. Oder so.
Die Alchimisten der Finanzwirtschaft machen aus Scheiße (drittklassigen Hypotheken) Gold (erstklassige Hypotheken, AAA).
Und das funktioniert halt nur auf dem Papier und eine gewisse Zeit in der Realität, bis es zum Stress-Test kommt, der selbstredend nicht bestanden werden konnte.
Da hilft auch kein Nobelpreisträger (s. LTCM).
Gier frisst Verstand.
Da zeigt sich wiedermal der Unterschied zu den Russen! Die fliegen einfach mal so eben hoch und jeder weiss eigentlich, nüchterne Russen – höchstens in einem anderen Sonnensystem.
Die NASA – Leute können anscheinend nicht so richtig mit Alkohol umgehen, sind viel zu redselig. Vielleicht nochmal einen Nachhilfekurs bei den Russen nehmen.
Aber über das “Durst” Foto hab ich sehr gelacht! Vorallendingen Durst auf Deutsch! Deutsch ist zwar nicht Weltsprache, aber ALL-Sprache! Einfach herlich . . .
“Der 14. Oktober war ein Dienstag. Am Sonntagabend, dem 12. Oktober, schaute Chuck Yeager mit seiner Frau bei Pancho?s rein. Sie war eine brünette Schönheit namens Glennis, die er während seiner Ausbildungszeit in Kalifornien kennengelernt hatte, ein so steiler Zahn, so attraktiv, daß er die Aufschrift »Glamorous Glennis« an der Nase seiner P-51 in Europa und, vor ein paar Wochen, auch hier auf seiner X-1 angebracht hatte. Yeager ging nicht zu Pancho?s, um ein paar hinter die Binde zu gießen, weil in zwei Tagen der große Test fällig war. Er goß auch nicht ein paar hinter die Binde, weil es Wochenende war. Nein, er goß ein paar hinter die Binde, weil der Tag sich neigte und er Pilot in Muroc war. Im Einklang mit der militärischen Tradition des Fliegens & Trinkens machte man das eben so, und aus keinem anderen Grunde, als daß die Sonne untergegangen war. Man ging zu Pancho?s und goß einen hinter die Binde, lauschte auf das Knallen der Schwingtüren und hörte zu, wie andere Flugzeugführer das Klavier mit dem Repertoire der Lieblingsstücke der Nation quälten, während einsame, farblose Fremde durch die knallenden Schwingtüren hereintappten und Pancho die ganze Bande als alte Drecksäcke und elendes Bauernpack klassifizierte. Das also tat man, wenn man Pilot in Muroc war und die Sonne hinter dem Horizont verschwand.
So gegen elf Uhr kam Yeager auf die Idee, daß es ein Mordsspaß sein würde, wenn er und Glennis sich zwei von Pancho?s Mietpferden sattelten und zu einem Geländeritt, einer kleinen wilden Jagd im Mondschein starteten. …”
—> Tom Wolfe – Die Helden der Nation, http://www.amazon.de/Die-Helden-Nation-Reportage-Roman/dp/3426601567/ref=sr_1_7/303-9733842-5332214?ie=UTF8&s=books&qid=1193847463&sr=1-7
Diese Tradition gibt es übrigens auch bei den Segelfliegern …
@Me
Das Buch habe ich leider nie gelesen, obwohl ich Wolfe sehr mag (“Fegefeuer der Eitelkeiten” und “Ein ganzer Kerl” sind sehr gute Bücher). Das Buch “The right stuff”, aus dem Du zitierst, wurde übrigens auch unter dem Titel “Der Stoff aus dem die Helden sind” erfolgreich verfilmt. Ob die Anspielungen im englischen Originaltitel und im deutschen Filmtitel zum Thema dieses Artikels gewollt sind? ;-)
Wenn ich mich recht an den Film erinnere, waren nicht nur Flieger wie Yeager, sondern auch die Mercury-Astronauten keine Kostverächter und haben sich am Tag vor dem Flug gehörig einen “hinter die Binse gekippt”.
… das Thema “Drogen im Krieg” wird sowieso viel zu sehr vernachlässigt. Manche ahnen zwar, daß damals in Vietnam oder heute im Irak Massaker unter Einwirkung von Drogen geschahen, aber daß den Soldaten im 2. Weltkrieg zum Beispiel das Aufputschmittel “Pervetin” von den Nazis gezielt in hohen Dosen verfügbar gemacht wurde, ist in der Öffentlichkeit bis heute kaum bekannt.
Gruß Ben