Helikopter-Ben
geschrieben am 17. August 2007 von Spiegelfechter
Nach einer Reihe von verlustreichen Tagen an den Börsen der ganzen Welt hat Helikopter-Ben (Bernanke) ein deutliches Signal gesetzt, dass er alles tun wird, um die Kreditkrise an den Weltmärkten zu entschärfen. Den Spitznamen bekam er übrigens, nachdem er einmal sagte, im Falle einer Wirtschaftskrise würde er notfalls Geld vom Hubschrauber aus über die Volkswirtschaft regnen lassen – das tut er jetzt ja auch. Es ist anzunehmen, dass die heutige Senkung des Diskontsatzes um 50 Basispunkte nur die erste “Großtat“ zur Rettung des maroden Finanzsystems war. Folgt man der inneren Logik der Finanzpolitik der FED und den Implikationen, die sich daraus ergeben, so ist kaum ein anderer Schluss möglich.
Mit seiner Rettungsaktion widerspricht Bernanke übrigens diametral den Aussagen, die US-Finanzministers Paulson erst gestern machte. Dieser sagte, die Turbulenzen seien keinesfalls unerwartet – womit er auch recht hat – und eine Neubewertung sei unvermeidlich – auch dies ist zweifelsohne korrekt. Paulson forderte allerdings, dass nichts unternommen werden sollte, um Marktteilnehmer vor Verlusten zu schützen oder gar deren Risiken abzusichern. Diesen löblichen Vorsatz konterkarierte Bernanke heute in aller Deutlichkeit. Es ist weniger die Senkung des Diskontsatzes, der die Finanzhasardeure retten wird – diese war de facto schon seit Tagen in Kraft – sondern die seit heute eingeräumte Option, Asset-backed Commercial Papers (ABCP) als Sicherheit bei der FED zu hinterlegen.
Der ABCP-Markt für Kurzfrist-Anleihen hat ein Volumen von 2.200 Mrd. US$. Auf ihm werden Forderungen in gebündelten Paketen mit Laufzeiten von 30 bis 90 Tagen gehandelt. 1.200 Mrd. US$ davon sind laut New York Times durch Hypothekenkredite, Kreditkartenforderungen, Autokredite etc. gesichert. Ausgegeben werden diese Papiere von Großbanken wie Goldman Sachs und der Deutschen Bank. Die Forderungen stammen häufig von Hedge-Fonds und Private-Equity Fonds, die auf diese Art und Weise an neue Liquidität kommen wollen. Durch die Subprime-Krise sind diese Papiere unter Generalverdacht gekommen, da sie auch Forderungen aus Hypothekenkrediten enthalten, was aufgrund der Strukturierung aber für den Käufer nur schwer erkennbar ist.
Der ABCP-Markt ist seit der letzten Woche zusammengebrochen. Da niemand die Papiere kaufen will, gibt es auch keinen gültigen Marktpreis. Wie diese Papiere zu bewerten sind, und vor allem, was sie wert sind, ist vollkommen unbekannt. Die Emittenten haben diese Papiere teilweise zu Niedrigstpreisen von 50, 40 oder gar 20 Prozent des Ausgabepreises zurückgenommen – so groß war die Panik der Käufer, und so groß wird der Gewinn der Emittenten sein, wenn sich herausstellt, das ein Großteil der gebündelten Forderungen erfüllt wird. Ein großartiges Geschäft von Ackermann und Co. Die kleineren Banken mussten die Zeche zahlen. Wenn jetzt die FED ABCPs als Sicherheit für frisches Geld akzeptiert, werden diese momentan unhandelbaren Papiere wahrscheinlich gänzlich zur FED übertragen werden. Erst wenn die Papiere auslaufen, wird sich zeigen, wie groß der Schaden ist.
Tief durchatmen dürfen vor allem die Hedge-Fonds. ABCPs sind gerade für sie eine Hauptquelle ihrer Liquidität. Hedge-Fonds haben die unschöne Eigenschaft, für jeden Dollar ihrer Investoren sich rund 10 Dollar von Investmentbanken zu leihen. Kaum ein Finanzinstrument ist derart abhängig vom kurzfristigen Anleihen-Markt wie Hedge-Fonds. Experten schätzen die bislang angefallenen Verluste aus dem Subprime-Hypotheken und den mittlerweile geplatzten Near-Prime- und Prime-Hypotheken auf mindestens 100 Mrd. US$. Nur ein kleiner Teil dieser Summe ist bis jetzt bei den Geschäftsbanken aufgetaucht – es ist anzunehmen, dass die Hedge-Fonds, die aufgrund ihrer risikoaffinen Anlagestrategie für Papiere dieser Art prädestiniert sind, den Großteil der nunmehr wertlosen Papiere halten. Bei einem Hebel von 1100% (10 Teile geliehenes Fremdkapital auf einen Teil Eigenkapital) sind Verluste dieser Größenordnung ein Desaster für die Hedge-Fonds. Die gigantische Hedge-Fonds Blase, die mittlerweile 1.500 Mrd. US$ groß ist, drohte akut zu platzen. Wie im Subprime-Segment hätte ein Dominostein genügt, der durch nicht veräußerbare ANCPS in akute Liquiditätsnot und aufgrund des nicht tarierbaren Preises für diese Papiere in die Insolvenz geraten wäre, und der ganze Markt wäre ins Rutschen geraten
Hedge-Fonds sind eine Krankheit des Finanzsystems. Sie entziehen sich jeglicher staatlichen Kontrolle und setzen auf kurzfristige Gewinne, – nicht Jahre, sondern Tage, Stunden und sogar Minuten sind ihre Anlagehorizonte. Durch den riesigen Hebel und die extreme Verschuldung sind sie hochspekulativ. Wenn die Sonne scheint, erreichen sie Rekordrenditen, an denen die “reale” Wirtschaft sich messen lassen muss, was ihr aber nicht gelingen kann, wodurch der ungesunde Druck auf das Management, Kosten zu sparen und Menschen zu entlassen, generiert wird. Wenn es aber regnet, sind die Auswirkungen auf diese Instrumente unkalkulierbar. Daher stellen sie eine immense Gefahr für das Finanz- und Wirtschaftssystem dar.
Bernankes Rettungsaktion war genau das falsche Signal. Ein reinigendes Gewitter ist ausgeblieben, der Orkan wird allerdings folgen – in einer Stärke, die die Märkte schwer treffen wird. Die einzige Möglichkeit dies zu verhindern, ist es, billiges Geld nachzuschieben, und genau das wird die FED tun, – der Point of no return ist überschritten. Eine weitere Aufblähung der Geldmenge, die irreparable Schädigung des Dollars und eine Inflation werden die Folgen sein. Die Alternative wäre es gewesen, die auswuchernden Zellen absterben zu lassen. Bernanke sitzt an der Quelle und hat die Zahlen. Er wird erkannt haben, dass der Tumor bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine Operation keinen Erfolg mehr hätte. Jetzt verordnet er dem Markt den Morphium-Tropf.
Dieser Prozess wäre derzeit wohl noch umkehrbar: Wenn die FED im September nicht das erwartete Signal gibt und den Leitzins senkt, werden Wallstreet und die Weltbörsen zwar erbeben, und eine neue Konkurs-Welle wird das globale Finanzsystem überziehen, – das aber ist wohl als das kleinere Übel zu betrachten. Leider stehen die Zeichen jedoch auf Sturm…
Weiter Informationen zum Thema Hedge-Fonds hat Joachim Jahnke zusammengestellt (nach unten scrollen).
Jens Berger
| Tags: Ausland Wirtschaft | |
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Kommentare
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Anna Kurnikova, sehr witzig. ;-)
Pax
@corax
Wie meinen?
@ Spiegelfechter
4. Foto, Pokerrunde, As King, Spitzname “Anna Kurnikova” weil: sieht gut aus – aber gewinnt selten. ;-)
Ansonsten, guter Artikel, glaub ich. Hab da nicht so die Ahnung.
Ich werds wohl aussitzen, egal was passiert. Hat bei der dot-com-bubble auch geklappt, ich bin long, very-very-long.
Halts eher so mit Warren Buffet und Kostolany und den Ferengi. ;-)
Pax
@corax
AHHH! Daran habe ich jetzt gar nicht gedacht ;-)
Eine überzeugende Sicht.
Ich habe das Gefühl, die staatlichen Banken mit ihren Mrd-Interventionen betreiben vor allem Panikabwehr. Vielleicht haben sie Erfolg, eine “unnötige” Potenzierung der Verluste zu verhindern.
Aber die großen Zusammenbrüche werden kommen. Und ob es dann genügend Retter nach dem Muster IKB gibt, muß sich erst noch zeigen.
Ich hatte heute mein Aha-Erlebnis, als ich die “gute” Nachricht über die Zinssenkung hörte —> http://www.spiegelfechter.com/wordpress/19/wie-die-fed-die-kontrolle-uber-die-geldmenge-verloren-hat
:)
@5, kranich05
Ich schätze, “unsere” Kanzelbunzlerin hatte auch gute Vorsätze im Sinn, als sie ankündigte, Erdatmosphäre um 2°C zu senken. Zum Glück kann sie es nicht, im Gegensatz zu FED.
COPOKA.
Dazu übrigens was im ‘größeren Kontext’:
Parallelen zum Niedergang Roms
bzw. gleich das Original in der “Financial Times”:
Learn from the fall of Rome, US warned
Immer wieder interessant, wenn sich Leute dieses politischen/wirtschaftlichen Kalibers plötzlich als neue Kassandras erweisen ;-)
Gruß
Hannibal
Etwas unklar ist es schon, warum von sonstwo operierende, mit den wildesten Werkzeugen hantierende hedgefonds gerettet werden sollen. An den Verlusten der Truppe zeigt sich doch, daß die nicht im geringsten gehedgt waren. Die Inflation in den USA wird sich in Grenzen halten. Wenn die gehätschelten Verbraucher sich zu höheren Zinsen refinanzieren müssen, zahlreiche Zwangsvollstreckungen anstehen, die Kreditkartenlimits ausgereitzt sind, wird, wie in der Bundesrepublik dank der Politik der letzten 7 Jahre, Deflation real zutreffend sein. Bricht der Markt weg, das wird er ganz sicher, hat das globale Spiel sein finanzielles Desaster gefunden. Mit oder ohne hedgefonds.
Ich glaube ich habe entdeckt wo sich unsere Meinungen trennen:
Ich dagegen halte sie nur für ein Symptom.
Die Krankheit ist ein Perpetuum Mobile, das es schafft den “Energieausgleich” immer weiter in die Zukunft zu verschieben.
Wenn Schulden ohne Endpunkt im Kreis laufen werden sie zum Teil irrelevant. Nicht mehr der Ausgleich (Wert-Deckung) ist wichtig, sondern der Geld-Durchlauf (Validität aller Beteiligten).
Dieses System wirft bei jedem Durchlauf ungedeckten Profit ab.
Weshalb auch kein beteiligter Kreditgeber an der Tilgung
interessiret ist.
Das System ist auch für sie lukrativer als seine Zerstörung duch die Forderung nach Tilgung wäre.
Daher wird der Fehlbetrag statt bei einer Inflation einfach auf dem wachsenden Schuldenberg abgelegt.
Du sagtest richtig “kein Zwang zum Schuldenmachen”. Aber in einem derartigen System sind sie eben extrem lukrativ.
Der Preis ist eine wachsende Inflationsblase. Sie platzt aber erst dann, wenn der Gelddurchlauf ins Stocken gerät.
Das meine ich wenn ich sage: Erwartungen sind nicht mehr ein kleiner Teil vom Warenwert, sondern sind selbst zur Ware geworden.
160qm sind nicht 1 Mio. Dollar wert, sondern nur die Erwartung dass sie morgen noch mehr wert sind. Das Haus ist vollständig zum Träger dieser Erwartungen verkommen.
Und Hypotheken auf diese Art Handel sind eben nicht gedeckt.
@Papa Schlumpf
-> Dieses System wirft bei jedem Durchlauf ungedeckten Profit ab.
Das passiert nur, wenn das Geld geparkt wird. Nehme ich einen Kredit auf, um zum Beispiel mit einem produzierenden Unternehmen Werte zu erzeugen, so sind diese Wert die Deckung. Auch durch Spekulationen können echte Werte geschaffen werden, die allerdings so lange virtuell sind, bis sie realisiert werden.
Ansonsten schließe ich mein Deinen Kritikpunkten im Großen und Ganzen an.
“Auch durch Spekulationen können echte Werte geschaffen werden, die allerdings so lange virtuell sind, bis sie realisiert werden.”
Schrobst du nicht an anderer Stelle mE ganz richtig, dass das nur eine Umverteilung wäre? Die so lange virtuell bleibt, bis sie eben realisiert wurde? ‘Geschaffen’ aber wurde dadurch nichts – außer vielleicht Reichtum auf der einen und Armut auf der anderen Seite.
Helikopter-Ben…was es nicht alles gibt….
Das Eingreifen ist sicher damit begründet, dass diesmal es auch die großen Banken und Fonds getroffen hat bzw. drohte zu treffen.
Die haben ihren Einfluss gelten gemacht.
Die FED zeigt mit ihrer Entscheidung, dass sie eben die Interessen
der Hochspekulanten vertritt (wen überrascht’s?).
Der hochverschuldete amerikanische Häuslebauer wird seine Kredite dadurch nicht abbezahlen können.
Der richtig böse Crash wird nur herausgezögert.
Die USA verhalten sich hier wie im Irak, immer mehr reinstecken,
bloß nicht zurück – hauptsache der Schein wird gewahrt.
@Peinhart
Unter ideologischen Gesichtspunkten hast Du damit natürlich recht, aber isoliert betrachtet wird damit schon ein Wert geschaffen. Wenn ich ein Bild für 5.000 Euro kaufe (mit Geld, das vorher nicht im System war) habe ich das System mit 5.000 Euro Mehrwert versorgt. Wenn dieses Bild durch Spekulationen irgendwann einmal 100.000 Euro “wert” ist, hat sich idT erst einmal nichts geändert. Der Mehrwert ist virtuell. Wenn ich es aber verkaufe, schaffe ich (bzw. der Käufer) damit 95.000 Euro Mehrwert. Wo dieses Geld herkommt ist da eher eine ideologische Frage, wobei ich in der Interpretation mit Dir d´accord gehe.
Und wenn nicht, platzt die Spekulationsblase. Und zwar genau dann, wenn nach x Stationen jemand die Frage nach Realisierung stellt. Richtig ?
Würde sich jemals eine solche Spekulationskette schliessen, stellte sich die Realisierungsfrage nicht, solange nur das Spekulationsobjekt rotiert.
Stimmt das bis hierhin?
@Papa Schlumpf
Wenn die Spekulation außer Kontrolle gerät und beispielsweise eine Tulpe 40 Jahresgehälter “wert” sein soll, ist der Crash vorprogrammiert.
Natürlich hast Du recht.
“Die einzige Möglichkeit dies zu verhindern, ist es, billiges Geld nachzuschieben, und genau das wird die FED tun, – der Point of no return ist überschritten.”
wie lange kann dies die FED weiterbetreiben, bis dieser Orkan da mal durchbläßt? Jahre, Jahrzehnte?
Oder finden die womöglich noch eine Alternative, um diesen Orkan zu verhindern?
So, der Groschen ist endlich gefallen.
Auf http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/creutz/geldsyndrom/kap3.htm#50
steht:
Hier lag mein Denkfehler.
Aber auch:
Und hier glaube ich, man greift mehr und mehr einem zukünftigen Wachstum voraus, statt sich mit dem bestehenden zu begnügen.
Das, weil man nicht in Produktion sondern in immer neue Spekulationsblasen investiert.
Das fiktive Geld, das dabei eigentlich vernichtet werden müsste, bleibt zumindest teilweise bestehen.
Komm ich der Sache langsam nahe ?
@Papa Schumpf
Kurzfristige Schuldverschreibungen sind ein Teil der Geldmenge M3.
Das ein vergebener Kredit im Zinssatz über der Inflation liegen muss, ist logisch. Ansonsten würde niemand Geld verleihen, da dies immer ein Risiko darstellt und ja auch ansonsten eher negativ ist – wer hat nicht lieber sein Geld unter eigener Kontrolle?
Den Satz verstehe ich nicht. Wenn ein Unternehmen einen Kredit aufnimmt und ihn zurückzahlt, so tut es das, um die Erträge zu steigern, z.B. eine neue Produktionslinie aufzubauen oder das gemietete Bürogebäude zu kaufen, um den Mietzins zu sparen (in der “modernen” Wirtschaft wird allerdings eher das Gegenteil gemacht).
Das Entstehen von “Spekulationsblasen” ist also nicht systemimmanent, ein Anwachsen der Geldmenge und eine leichte Inflation indes schon.
@7Schläfer
So lange, bis das Vertrauen in das System kollabiert.
Es wäre zumindest möglich. Aber dies ginge nur über eine restriktive Hochzinspolitik, die (tödliches?) Gift für die US-Konjunktur wäre.
@Spiegelfechter
Also wenn alle das Vertrauen/Hoffnung in das System behalten, kann das (noch) gut gehen.
Menschen wie Herr Eichelburg (www.hartgeld.com) sehen diese Möglichkeit ja gar nicht; entweder weil sie es nicht sehen wollen, oder, so wie er behauptet, es gar keinen anderen Weg gibt, wobei monokauslistische Schlüsse generell mit grosser Vorsicht zu geniessen sind.
Wobei, wenn die Alternative in einer Hochzinspolitik läge, dann käme die Krise doch definitiv: wie sollen die ganzen Kredite zurückgezahlt werden, wenn die Zinsen astronomisch hoch werden? Und gerade die amerikanische Konsumgesellschaft, die quasi fast vollständig aus Krediten besteht: das würde doch einen noch wesentlich stärkeren Orkan/Erdbeben verursachen, wie Du ja schon angedeutet hast; zumal ja unser Wirtschaftssystem ja von einer funktionierenden US-Wirtschaft abhängig ist.
Oder habe ich da etwas wesentliches übersehen oder falsch verstanden?
Sollte ich also doch Eichelburgs Ratschlag befolgen und mein Geld in SFR, Gold und Silber anlegen?
Und: wie bekomme ich eigentlich diese Zitatzeichen hin?
@7Schläfer
Ich persönlich betrachte die Untergangspropheten mit Skepsis. Der Zusammenbruch wurde von ihnen schon x-mal prophezeit. Die Crashs, die bis dato eingetreten sind, waren aber allesamt logische Schlussfolgerungen, die allesamt vorher bekannt waren.
-> Hochzinspolitik: Du hast das vollkommen richtig verstanden. Ob es einen Zwischenweg geben könnte (z.B. eine maßvolle Geldverknappung), der erfolgversprechend wäre, kann ich Dir auch nicht sagen. Ich bezweifele es allerdings, da der politische Wille fehlt. Bittere Medizin ist nichts für Demokraten ;-)
Das sind die Sicherheitsanlagen der Vergangenheit. Wie der Goldpreis während der jetzigen Finanzkrise beweist, ist darauf kein Verlass mehr. Wenn Du den Zusammenbruch unmittelbar vor uns liegen siehst, wäre Gold in Barrenform eine überdenkenswerte Anlage. Ich persönlich sehe diesen Zeitpunkt aber noch nicht mal ansatzweise. Momentan scheinen festverzinsliche Papiere, von wirklich zuverlässigen Schuldnern (z.B. öffentliche Institutionen im Euroland) ein guter sicherer Hafen zu sein. Gold ist hochspekulativ, bei weiteren Finanzmarkt-, und v.a. Währungskrisen würde ich nicht darauf setzen, dass Zentralbanken kein Gold auf die Märkte schmeissen. Das würde den Goldpreis in den Keller treiben.
Das geht mit dem Blockquote-Tag
Es gibt schon richtige Untergangspropheten, die meisten lagen falsch, zum Glück.
Leider haben wir diesmal die Bushregierung in den USA und kein vernünftiger Mensch kann noch ruhig schlafen…
Das war wohl gestern ein bißchen zuviel an Information.
Ein bißchen Schlaf, Nachdenken und Kommunikation können ungemein helfen, dann klappst auch mit dem Schlafen wieder ;)
Gold und Silber in großem Ausmaß könnten eh nur ein Bruchteil der Menschen kaufen, nämlich die, die eh zuviel Geld haben; zusätzlich würde durch die Nachfrage der Preis nach oben getrieben werden. Profitieren würden diejenigen, die schon Gold/Silber-Bestände haben (anscheinend sind beide hochspekulative Handelswaren), und noch immer keine vernünftige Rendite erwirtschaftet haben.
Ich wüsste zudem auch nicht, wie ich mein Leben hier in bürgerkriegsartigen Zuständen (so sie denn kommen) mit SFR, Gold oder Silber bestreiten sollte. Da gibt es wohl eher wieder Tauschhandel.
ich werde einfach abwarten was passiert, und nicht überstürzt handeln, selbst wenn Bush es schaffen sollte irgendwie seine Amtszeit zu verlängern oder ein geistiges Ziehkind als Nachfolger zu platzieren.
@ 7schläfer,
gold und silber dienen nicht als tauschmittel in der krise, sondern zur vermögensrettung hinüber nach der krise. dabei sollte man allerdings splitten, also 1/3 bargeld, 1/3 gold & silber (wobei ich eher zu silber neige) und 1/3 tagegeld, so dass du im notfall schnell ran kannst.
um die krise zu überstehen, solltest du anderweitig vorsorgen. d.h. genügend unverderbliche lebensmittel, wasser, werkzeuge, evtl. verteidigungsmittel usw. kaufen und um auf tauschmittel zurückzukommen, bieten sich hier besonders genussmittel wie tabak, kaffee und alkohol an.
egal, wie hoch die zinsen sind (es sei denn 0%): schulden können gesamtwirtschaftlich NIEMALS zurückgezahlt werden. auf ein individuum betrachtet (minimiert), lastet dieser seine schulden nur jemand anderem auf. real bedeutet dieser umstand, dass du auf jedes produkt die schulden des produzenten mitträgst und da diese stetig (das systemimmante zinsproblem) steigen, wächst auch die last des allgemeinverbrauchers stetig an.
@ spiegelfechter,
wir sind nachwievor gegenteiliger meinung über die auswüchse des systems durch die zinsproblematik, die reell das wirtschaftswachstum und die inflation übersteigen müssen (da exponentialer verlauf), so dass realwirtschaftlich die lasten der bevölkerung aufgrund der zinsschulden soweit anwachsen und weiter steigen, dass die mehrheit der menschen erhebliche probleme bekommt, wenn am ende des geldes noch soviel monat übrig ist. dass das zwangsläufig in einer implosion (oder nenne es crash) endet, ist nur die logische folge und hat nichts mit einer verkalkulierung sog. experten in den banken zu tun, da auch sie das system nicht ändern können, geschweige denn, versuchen zu ändern.
auch wenn M3 in irgendeiner, mir immer noch dubios erscheinenden art und weise gedeckt sein sollte, so gibt es eine systemimmanente umverteilung von arm zu reich, die immer stärker wird, je länger das system läuft. nicht ohne grund ist die geldverteilung in nahezu jeder nation 97:3, wobei jeder teil 50% hält. und die schere klafft weiter.
… und der Sachsen-Sumpf ist auch wieder prominent vertreten!
Werden die Verantwortlichen für ihre Fehlspekulation in Haftung genommen?
@tar
Das musst Du mir wohl mal etwas ausführlicher erklären. Wenn ich mit finanziellen Mitteln, die ich z.B. über Lohnarbeit erhalte, einen Kredit zurückzahle – in wie weit laste ich damit meine (ehmaligen) Schulden jemand anderem auf?
Warum sollen diese Schulden stetig anwachsen? Und warum soll dies ein systemimmanenter Zwang sein? Was ich als Kunde mitbezahle, sind irrige Renditeerwartungen des Produzenten – dort wo der Markt funktioniert kann ich mich allerdings verweigern und das Produkt eines Produzenten erwerben, der “gesunde” Renditevorstellungen hat.
Die Umverteilung ist natürlich existent, hat aber relativ wenig mit dem Zins als solchen, als mehr mit Gier zu tun. In den Zeiten, in denen die Schere kleiner wurde und man durchaus von einer gesunden Ökonomie sprechen konnte (z.B. während des New Deals und bis zu den Reaganomics in den USA), gab es schliesslich auch Zinsen – und zu Zeiten des “Ölschocks” nicht zu knappe.
hallo jens,
das ist zu kurz gedacht, denn über umwege wird jede schuld der der allgemeinheit aufgelastet.
du hattest mir ja letztens noch erklärt, dass jeglichem kredit eine sicherheit gegenübersteht. diese sicherheit ist allerdings nicht gegeben oder sagen wir besser (bevor wir uns wieder festbeißen): sie kann der stetig wachsenden geldmenge nicht nachkommen!
und genau da ist das problem. das geld ist mehr wert als die dienstleistung oder das produkt, da der geldgeber dafür, dass er das geld zur verfügung stellt, immer einen positiven zins verlangt, wächst der geldwert stets an, während aber das produkt stets an wert verliert und sei es noch so gut verarbeitet (bestes beispiel: autokauf) – auch die dienstleistung steht dem gelde nach (beispiele sollte sich erübrigen).
das bedeutet im großen und ganzen: während die geldmenge stets wächst, wird ein “wirtschaftswachstum” erzwungen, dass diesem geldmengenwachstum gegenübersteht und die sog. “sicherheit” bietet – schließlich wollen die geldgeber pünktlich ihre raten samt zinsen ;)
kommen wir auf das beispiel des lohnarbeiters, herrn A, zurück:
- herr A möchte sich eine auto kaufen und nimmt dazu eine finanzierung mit dem auto als sicherheit in kauf.
- herr A arbeitet zur bezahlung dieser finanzierung bei herrn B in einer tischlerei.
- herr B benötigt zur bezahlung von herrn A einen gewissen gewinn beim verkauf seiner möbel. hierfür schlägt er beim preis seiner möbel drauf, was er zur bezahlung von herrn A benötigt.
- herr C kauft nun die möbel bei herrn B, dieser bezahlt herr A seinen lohn und der kann nun seinen kredit abbezahlen.
wer hat nun die schulden des herrn A getilgt? wie wir sehen: herr C. woher hatte dieser das geld?
1) herr C arbeitet ebenfalls und wir müssen die kette weiter durchforsten, bis wir zum quell des geldes vorstoßen.
2) herr C ist jener, der einen überschuss an kapital besitzt, d.h. er ist geldgeber und gehört damit zu jenen 10-15% der bevölkerung, die vom rest getragen werden, denn:
wir alle zahlen auf jedes produkt einen teil der schulden, die ein unternehmer auf den preis seines produktes umgelegt hat. kaufst du bspw. einen tisch, so bezahlst du nicht nur den tisch und die arbeitszeit, sondern auch den kredit des tischlers ab, den dieser aufgenommen hat, um seine werkstatt aufzubauen. individuen schulden also ihre schulden stets um – und in 99% aller fälle auf die allgemeinheit, die im laufe der zeit immer mehr bezahlen muss.
gesamtwirtschaftlich betrachtet wächst die geldmenge ja aufgrund des stets positiven zinses auch stets an. damit steht den kapitalgebern ein immer größeres maß an kapital zu, welches sie verleihen können und mehr und mehr zins kassieren (man leiht ja nicht umsonst). die folge: kollaps!
die gesamtschulden wachsen, weil es keinen negativen zins gibt.
ein individuum mag, je nachdem wie skrupellos es ist oder wieviel glück es hat, seine schulden auf andere umlagern können (z.b. lottogewinn – der gewinner erhält hier eindeutig das geld von der allgemeinheit, also den mitspielern), aber die gesamten schulden wachsen systemimmanent.
die renditeerwartungen des mittelstandes sind keineswegs irrig, sondern werden vom system erzwungen. jemand, der seine schulden oder laufenden kosten (diese wachsen i.ü. auch stetig) nicht bedienen kann, steuert direkt in den konkurs.
wo “funktioniert” denn der markt? soll heißen: wo herrscht denn wirklich freie marktwirtschaft? da läuft hier eine schöne diskussion drüber: http://f28.parsimony.net/forum68339/messages/19765.htm
was derzeit herrscht, ist ein in (fast) allen bereichen vorhandener monopolismus, der durch die globalisierung noch verstärkt wird. und wenn man sich die billigere variante heraussucht (wie eben 80% der bevölkerung), unterstützt man damit die globalisierung, statt ihr entgegenzutreten und die heimischen, regionalen wirtschaftsträger zu unterstützen, die sich den preisk(r)ampf einfach nicht leisten können.
die umverteilung geschieht völlig automatisch und das IMMER von kreditnehmer zu kreditgeber. während des new deals wuchsen die gesamtschulden ebenso stetig an, wie sonstwann. ich hab jetzt auf die schnelle keine daten zu den 30ern finden können, aber diese kurven sollten auch ausreichen: http://www.zeitenwende.ch/page/index.cfm?SelNavID=378
es ist ja nicht so, dass unser wirtschaftssystem überhaupt nicht funktioniert – aber es ist menschenverachtend und erzwingt nach einer bestimmten zeit eine immense kapitalvernichtung (krieg), da die menschen einfach nicht mehr zum “wirtschaftswachstum” geschröpft werden können. hier mehr: http://www.freace.de/artikel/200703/210307a.html
für ein paar jahre mag alles rosig aussehen (deutschland: “wirtschaftswunder”), aber die kurve des exponentiellen zinses überholt irgendwann IMMER die des wirtschaftswachstums und führt zur verelendung der masse.
sehr zu empfehlen sind hannichs bücher zum thema: http://geldcrash.de/kurzinfo.htm
@tar
genau das ist unser (gegenwärtiges System). Das Problem mE ist aber nicht der Kapitalismus, sondern der Mensch. Ohne den Menschen, der Sachen einen Wert zuschreibt, bzw. der dieses System erfunden hat und am Leben erhält, wäre der Kapitalismus hinfällig, genauso wie alle anderen nicht materiellen Güter.
Das Problem am Menschen ist, dass er gierig ist, und dass er sich immer weiter individualisiert, d. h., dass ihm seine “Nächsten” zunehmend egal werden, außer er verspricht sich davon Profit. Das geht ja z. T. ja soweit, dass man sich nur mit Menschen umgibt, von denen man sich einen Vorteil verspricht. Und damit er Profit bekommen kann, ist er zwangsläufig auf Zinsen angewiesen.
Wir sind, ob wir wollen oder nicht, Teil dieses Systems, oder besser gesagt: Gefangene des von uns geschaffenen Systems, aus dem wir nicht ausbrechen können. Wenn alles, was Du gesagt, bzw. worauf Du verlinkt hast, richtig ist, dann wird sich dieses System irgendwann selber abschaffen, kollabieren, etc..
Die materiellen (Resourcen) Werte werden bleiben, die immateriellen (Geld) werden verschwinden. Was dann bleibt ist aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen… oder auch nicht.
Uns bleibt bis dahin eigentlich nichts anderes als abzuwarten.
hallo 7schläfer,
man kann auch aktiv sein. es gibt ja lösungsansätze, nur sind dies teillösungen, wie bspw. regio-initiativen.
es fehlt aber zunächst grundsätzlich am verständnis, dass geld nicht mehr wert zu sein hat, als die dinge, die man damit handelt – d.h. ein negativer zins, der das system stabilisiert und damit die preise stabil hält – es also zu keiner deflation und inflation kommen kann.
erzwungenermaßen ist dafür aber auch eine bodenreform nötig und versuch mal bitte, die ganzen grundstückseigner zu enteignen – viel spaß ;) sie werden nicht verstehen, dass alle davon profitieren und es als kommunistisches gewäsch mit blick auf die sowjetunion abtun. dabei wissen sie nichtmal, dass das realsozialismus und nicht kommunismus war. und so dreht sich die welt weiter… bis zum nächsten kollaps.
du sagst aber, es läge am menschen selbst, dass das system nicht funktioniert. das sehe ich anders. der mensch wird heutzutage aufgrund des systemzwangs mehr und mehr geschröpft und damit wird ein ellenbogensystem erst erzwungen – gewissermaßen ein überlebensdruck. diejenigen, die am skrupellosesten agieren, gelangen dann an die spitze des systems und wissen es natürlich nicht besser – werden demzufolge auch nichts am system ändern und so geht es weiter. es ist also auch ein gesellschaftliches problem an sich. schon in der schule wird dieses ellenbogenverhalten antrainiert. scheußlich.
@tar
Du gehst davon, die Geldmenge würde direkt der Gütermenge enstprechen oder mit ihr korrelieren. Das stimmt nicht. Ich hatte oben schon einmal das Beispiel gebracht, wie Güter, die nicht in Geldmengenbilanz sind, durch Geschäfte in sie hineingelangen. So sind z.B. sämtliche Immobilien, die komplett abbezahlt sind, nicht in der Geldmengenbilanz.
Ein Produkt ist das wert, was der Käufer dafür zu bezahlen bereit ist – Zinsen hin, Zinsen her.
Sei mir nicht böse, aber dieser Argumentation kann ich als Volkswirt nicht folgen. Selbstverständlich zählen Investionen und Investitionsnebenkosten (wie Kredite) zu den Gesamtkosten, die sich auf den Preis auswirken. Aber letzendlich entscheidet der Käufer, welches Produkt er kauft und Investitionen sind auch irgendwann einmals abgeschrieben. Wenn Kredite nie getilgt würden, bzw. immer sofort durch neue ersetzt würden, wäre dies ein relevanter Faktor (das passiert beispielsweise bei den Staatsschulden). In der Privatwirtschaft ist dies aber nicht so. Das Unternehmen, in dem ich tätig bin, hat z.B. größere Mengen an stillen Reserven, die für geplante und ungeplante Reinvestitionen zurückgestellt wurden, um kein oder weniger Fremdkapital in Anspruch nehmen zu müssen.
Nein, das ist nicht systemimmanent! Wen der Schuldner seine Schulden zurückbezahlt ist er schuldenfrei. Es besteht kein systemimmanenter Zwang immer wieder neue Schulden zu machen. Ich glaube der Knackpunkt liegt an Deinem Verständnis, alles baue auf Schulden auf und somit würde das alte Sprichwort “a penny saved, is a penny earned” nicht mehr gelten, sondern der gesparte Penny würde auf der anderen Seite der Bilanz ein Schuldnerpenny eines anderen Individuum zu sein. Diese Vorstellung ist falsch.
Ein paar Literaturempfehlungen:
Kostenlos als PDF: Geld und Geldpolitik/BuBA
Grundlagen, relativ verständlich erklärt: Einführung in die Geldtheorie – Otmar Issing
Sehr gutes Standardwerk, “leider” aber recht anspruchsvoll (solltest Du wenig oder nichts mit VWL zu tun haben, lies liber den Issing):Theorie und Politik des Geldes – Hans-Joachim Jarchow
ich wollte darauf hinaus, dass das geld an sich mehr wert ist als jegliches produkt oder dienstleistung. es steht DARÜBER. produkte verfallen aber im wert. d.h. dass der bauer seine kartoffeln in einem gewissen zeitraum verkaufen muss, da diese sonst verfaulen – aber derjenige sein geld nicht in einem gewissen zeitraum im umlauf bringen muss, da dieses eben nicht verfällt. und komm mir jetzt nicht mit dem 2% inflationsgewäsch im jahr. das geld steht ebenso ÜBER der arbeit. darauf und nicht auf “was der käufer zu bezahlen bereit ist” wollte ich hinaus.
es geht darum, dass derjenige, der geld verleiht, für eben diese leistungslose (!) leihgabe GELD verlangt. und das stets (!).
du betrachtest das immer nur auf EIN individuum oder EIN unternehmen! aber das ist völlig falsch! du musst das gesamte konstrukt betrachten – vielleicht verstehst du dann, wieso alles nur umgeschuldet wird. das geld, was dein unternehmen zurückhält, fehlt jemandem! genauso, wie das geld, was ich in meiner brieftasche habe, irgendjemandem fehlt! wieso bin ich eigentlich, wie jeder andere deutsche, – ohne eigenes zutun – mit über 20.000 € verschuldet?
es ist auch falsch, daraus abzuleiten “alles baue auf schulden auf” – denn den schulden gegenüber steht ja ein dementsprechendes vermögen. dieses vermögen will aber wieder verliehen werden (soz. “investiert” werden) – natürlich gegen die bereits bekannte zinsgebühr. dadurch wächst das vermögen unentwegt an – und mit ihm die schulden. es ist ein zusammenspiel. und wenn du als volkswirt mal vom unternehmen und der privatperson gedanklich wegkommst, siehst du eindeutig eine schreckliche entwicklung:
- die schere von arm und reich klafft immer mehr auseinander
- immer weniger menschen besitzen immer mehr des gesamten vermögens
- immer mehr menschen versinken trotz gigantischer wirtschaftsleistung in armut, wobei doch soviel über bleiben müsste!
das sind alles folgen des derzeitigen zinssystems.
es fehlt einfach eine negative rückkopplung (z.b. umlaufgebühr aufs geld), d.h. niemand vernichtet sein geld freiwillig, deswegen muss ein krieg her, der kapital und güter immens vernichtet, um das system wieder von vorne zu starten und dann wieder zu sagen: “schaut her, wir haben einen gigantischen wirtschaftsaufschwung. das system funktioniert!” – wie in den 60ern in deutschland.
entschuldige, wenn ich nichts von “wirtschaftsweisen” halte ;)
=> http://www.sueddeutsche.de/,tt3m3/wirtschaft/bildstrecke/503/126309/p0/?img=4.0
=> http://www.nachdenkseiten.de/?p=2525
ach und weil du gerade die staatsschulden ansprichst – bei wem sind diese denn verschuldet? bei marsmenschen? wie kann es also sein, dass etwas locker flockig auf ewig schulden machen darf, während jede privatperson und jedes unternehmen bei gleicher bilanz schon längst im schuldenturm säße?
ich weiß nicht, welche gehirnwäsche bei der VWL und BWL betrieben wird, womöglich – und da bin ich mir sicher – funktionieren die unternehmenspraktiken, die man dort gelehrt bekommt, auch sehr gut für dieses system – aber auch new york sieht ja bekanntlich glänzend aus, wenn man nicht über die wall street hinaus schaut.
@tar
würde aber ein totaler crash, totaler blablabla, nicht all die Voraussetzungen schaffen, damit man etwas Neues anfangen kann? Sagt nicht auch Marx sinngemäß, dass der Kapitalismus erst voll durchlebt werden muss? Dass hieße doch in der Konsequenz, dass wir nicht gegen diesen arbeiten, sondern für ihn arbeiten müssen, um den Kollaps schneller herbeizuführen.
Ich persönlich finde ja, dass das Hauptproblem das Geld und seine Akkumulierung ist; vielleicht sollte man Geld komplett abschaffen, und ohne es weitermachen.
hallo 7schläfer,
geld ganz abschaffen wäre sicher eine möglichkeit, aber dann: adieu globalisierung, hallo regionalwirtschaft.
es würde wohl schon reichen, die fehler des derzeitigen geldes auszumerzen:
- das geld schuldenfrei zu kreiieren (wie beim rheingold)
- einen negativzins zu ermöglichen bzw. zu erzwingen (z.b. Umlaufgebühr), wodurch ein leistungsloses einkommen (zinseszinseffekt) behindert wird
- eine deckung durch den boden (deswegen bodenreform) zu gewährleisten
nochwas zu marx:
marx teilt dem boden, frei nach adam smith, ebenso wie dem kapital und der arbeit die rolle des produktionsfaktors zu. der boden ist aber produktionsmittel und nicht produktionsfaktor. ebenso erbringt auch das kapital keinerlei produktionsleistung.
=> http://www.detlef-ouart.de/Die_Lehre_von_den_drei_Produktionsfaktoren.htm
hallo tar,
mit dem Abschaffen der Globalisierung hätte ich kein Problem, zumal der Grund dafür ja ausschliesslich auf Kostenfaktoren zurückzuführen ist; wenn es nun kein Geld gibt, und der Mensch Anspruch auf Güter hat, nur weil er existent ist, dann spielen ja Kosten keine Rolle mehr. Dies würde natürlich auch erfordern, dass die Gemeinschaftsmitglieder ihren Beitrag für die Gemeinschaft leisten.
Diejenigen, die sich an der Gemeinschaft nicht beteiligen wollen, müssten dann alleine über die Runden kommen.
Von den Kapitalarten ökonomisches, kulturelles und symbolisches Kapital das ökonomische abzuschaffen, würde den Menschen wieder in den Mittelpunkt rücken, um den es ja in erster Linie gehen sollte.
“UP TO 7 million Americans could lose their homes in the next few years as a result of taking out mortgages they can no longer afford. It raises the spectre of more turmoil on the US financial markets and a massive loss of jobs on Wall Street.
As the markets brace for today’s opening, the question on everyone’s lips is whether the US Federal Reserve’s attempt to inject more liquidity into the system by cutting the discount rate and terms at which banks borrow from them will be sufficient to stabilise financial markets.
According to the influential financial analyst James Cramer, of TheStreet.com, up to 7 million people in the US will default in the next two to three years.
Alan Fishbein, the director of housing and credit policy at the Consumer Federation of America, puts the figure at 2 million to 3 million. But he says the worst is yet to come, with a big bulge of subprime loans due to move off honeymoon rates next month.”
http://www.theage.com.au/articles/2007/08/19/1187462082111.html
siehe auch hier
http://www.leap2020.eu/Im-Februar-2007,-LEAP-vorhergesagt-Rekordzunahme-an-Immobilienzwangsvollstreckungen-in-den-USA-10-Millionen-Amerikaner_a873.html
siehe auch hier
“In a warped sense, one has to admire the cool way that Americans – who save nothing, in aggregate – tapped into the vast savings pool of thrifty Germans to finance their speculative excesses, and then left the creditors holding a chunk of the subprime losses.”
“I am endebted to Randall W.Forsyth from Barron’s for this delicious quote from a hedge-fund operator, recounting with disgust what happened this time in a letter to clients.
‘Real money’ (U.S. insurance companies, pension funds, etc.) accounts had stopped purchasing mezzanine tranches of U.S. subprime debt in late 2003 and [Wall Street] needed a mechanism that could enable them to ‘mark up’ these loans, package them opaquely, and EXPORT THE NEWLY PACKAGED RISK TO UNWITTING BUYERS IN ASIA AND CENTRAL EUROPE!!!!
“These CDOs were the only way to get rid of the riskiest tranches of subprime debt. Interestingly enough, these buyers (mainland Chinese banks, the Chinese Government, Taiwanese banks, Korean banks, German banks, French banks, U.K. banks) possess the ‘excess’ pools of liquidity around the globe. These pools are basically derived from two sources: 1) massive trade surpluses with the U.S. in U.S. dollars, 2) petrodollar recyclers. These two pools of excess capital are U.S. dollar-denominated and have had a virtually insatiable demand for U.S. dollar-denominated debt . . . until now.”
http://blogs.telegraph.co.uk/business/ambrosevanspritchard/august07/marketmayhem.htm