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  • Studiengebühren als Hinderungs- und Abbruchsgrund

    geschrieben am 17. Februar 2010 von Markus Rother

    ein Gastbeitrag von Markus Rother

    Befürworter von Studiengebühren behaupten oft, Studiengebühren wirkten weder sozial selektiv, noch würden sie Abiturienten vom Studieren abhalten. Schließlich stünde jedem im Bedarfsfall ein BAföG-finanziertes Studium offen. Diese Behauptungen sind sachlich unzutreffend, wie zahlreiche Studien belegen. Finanzielle Engpässe sind häufig Hindernis- und Abbruchsgrund eines Studiums. Dies ist schon seit längerem ein bekanntes und oft kritisiertes Problem, ebenso wie die kontinuierlich fallende Studierquote. Trotzdem sendet die Politik mit der Verteuerung des Hochschulstudiums ein vollkommen falsches Signal und übersieht dabei die kaum zu unterschätzenden gesamtwirtschaftlichen Kosten einer Abnahme der Anzahl der Hochschulabsolventen bei fehlenden staatlichen Investitionen in den Bildungssektor.

    Häufiger Studienverzicht aus finanziellen Gründen

    Eine im November 2009 veröffentlichte Vorabauswertung einer von der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) durchgeführten Befragung von 6.100 Abiturienten untersuchte die Ursachen, die Schulabgänger von der Aufnahme eines Studiums abhielten. ?Insgesamt wird deutlich, dass den finanziellen Studienverzichtsaspekten sehr häufig eine hohe Bedeutung zukommt,? heißt es in dem Projektbericht. Bei beachtlichen 77% der Studienberechtigten, die auf ein Studium verzichteten, sprachen die finanziellen Voraussetzungen ?stark? oder ?sehr stark? für diese Entscheidung. Auch Studiengebühren sprachen bei 69% gegen die Aufnahme eines Studiums (Mehrfachnennungen waren möglich). Unter den vier meistgenannten Gründen gegen einen Studienbeginn waren außerdem der Wunsch, sich nicht zu verschulden, sowie möglichst bald eigenes Geld zu verdienen. Finanzielle Erwägungen standen damit sehr deutlich an erster Stelle.

    Sinkende Studierquote seit 1980

    Zurecht bezeichnete die Zeitschrift ?Der Spiegel? die Ergebnisse bei Bekanntwerden der Studie als ?alarmierend? (Der Spiegel: ?Geldsorgen halten Abiturienten vom Studium ab? v. 04.12.2009), und es stellt sich unweigerlich die Frage, wie eine hochentwickelte, rohstoffarme Nation wie Deutschland es sich überhaupt leisten kann, ihre potentiellen Studenten abzuschrecken. Dabei hatte die HIS bereits im April 2008 in einer ähnlichen Erhebung festgestellt, dass Studiengebühren die Aufnahme eines Studiums weniger attraktiv machen. Umrahmt wird dies von dem Trend einer kontinuierlich fallenden Studierquote. Von 1980 bis 2004 ist der Anteil derer, die innerhalb von vier Jahren nach Erwerb ihrer Hochschulzugangsberechtigung kein Studium aufnahmen, von 13% auf 29% bei Männern und von 22% auf 34% bei Frauen angewachsen ? in der Tat alarmierend.

    Jeder fünfte Studienabbruch aufgrund von Geldsorgen

    Der Finanzierungsdruck betrifft aber nicht nur die potentiellen Studienanfänger, er stellt auch einen der Hauptgründe für den Studienabbruch dar, wie aus einer weiteren Studie der HIS hervorgeht. ?Etwa jeder fünfte Studienabbrecher gibt als entscheidenden Grund für das Verlassen der Hochschule Finanzierungsprobleme an?. In der hier zitierten Studie von 2009 wird mehrfach auf die schwierige Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Studienverpflichtungen hingewiesen. Diese trete insbesondere dann hervor, wenn in einer späteren Phase des Studiums etwa die Höchstförderdauer bei Bezug von Leistungen nach dem BAföG überschritten wird oder die Zinsen für Bildungskredite anwachsen und diese Ausfälle dann durch Jobs kompensiert werden müssen ? zu Lasten der Studienverpflichtungen. Besonders auffällig sind die finanziellen Schwierigkeiten der Studenten an Fachhochschulen. Deren Geldsorgen seien im Wesentlichen ?auf die soziale und demographische Zusammensetzung der dort Studierenden zurückzuführen?, da dort die Studenten öfter aus einkommenschwächeren und bildungsfernen Elternhäusern stammten.

    Während Absolventen der Universitäten und Fachhochschulen zu 49% vorwiegend durch Eltern finanziert werden, ist dies bei Studienabbrechern nur zu 38% der Fall. Der Anteil der eigenen Erwerbsarbeit an der Studienfinanzierung ist bei beiden Gruppen annähernd gleich groß. Die geringere elterliche Unterstützung wird im statistischen Mittel nicht durch Jobs kompensiert, wie man vermuten könnte, sondern durch den Bezug von Leistungen nach dem BAföG. Man könnte daraus folgern, das BAföG würde Studenten aus einkommensschwachen Familien erfolgreich auffangen, und tatsächlich spielen finanzielle Gründe unter den BAföG beziehenden Abbrechern eine eher untergeordnete Rolle.

    Was geschieht mit denen, die kein BAföG bekommen?

    Was die Studie jedoch nicht erfasst, ist, ob bei denjenigen Studenten, die einer Erwerbsarbeit zur Finanzierung ihres Studiums nachgehen, überhaupt ein Anspruch auf Leistungen nach dem BAföG besteht, also ob es sich bei ihrem Job um einen freiwilligen Zuverdienst handelt oder um eine existenzielle Notwendigkeit. Dabei ist naheliegend, dass der Konflikt zwischen Arbeit und Studium erst zu einem Abbruch führt, wenn die akute finanzielle Lebensgrundlage in Gefahr ist. Eine Kennzahl aus der HIS-Studie unterstützt diese Vermutung: Bei 38% der Studienabbrecher, deren hauptsächliche Finanzierungsquelle eine Erwerbsarbeit war, waren auch finanzielle Probleme ausschlaggebend für die Aufgabe des Studiums. Man kann davon ausgehen, dass so gut wie jeder Student den Bezug von BAföG dem vorzeitigen Studienabbruch vorziehen würde, wenn er denn Anspruch auf die staatlichen Leistungen hätte. Dann wäre der Grund vieler Studienabbrüche in einer unzureichenden Ausgestaltung des BAföG und einer zu hohen finanziellen Last für den Studenten zu suchen. Diesen Themenkomplex umgeht die Studie. Sollte es aber tatsächlich der Fall sein, dass bei vielen Studenten trotz studienkritischer finanzieller Probleme kein Rechtsanspruch auf ausreichende Leistungen nach dem BAföG besteht, erlischt unter den gegebenen Bedingungen aber auch die realistische Möglichkeit, den Anspruch auf ein Hochschulstudium als solchen zu verwirklichen.

    Neue Studienbedingungen als zusätzliche Erschwernis

    Die Bologna-Reform bereitet einem selbstfinanzierten Studium weitere Hindernisse. Anwesenheitspflichten, kürzere Regelstudienzeiten und höhere Leistungsanforderungen lassen immer weniger Zeit für einen Job neben dem Studium, bei einer erhöhten Gefahr, an den Prüfungsanforderungen zu scheitern. Auch die HIS stellt in ihrem Projektbericht fest, ?dass die neuen Studienanforderungen in diesen Studiengängen die Erwerbstätigkeit erschweren?. Beachtet man, dass erst seit dem Wintersemester 2009/10 vier Fünftel der Studiengänge einer neuen, Bologna-konformen Studienordnung unterliegen, sind die Aussichten düster.

    Ausfinanzierung vergeblich gefordert

    Aus einer längerfristigen, gesamtwirtschaftlichen Perspektive erscheint die gegenwärtige Bildungspolitik als vollkommen unverständlich. Dass von mehr und besser ausgebildeten Menschen auch die nationale Volkswirtschaft profitiert, könnte eine Bauernweisheit sein, aber die Forderungen nach einer staatlichen Ausfinanzierung der Schulen und Universitäten verhallen ungehört in der Arena der Realpolitik. ?Die zusätzlichen Studierenden, die Deutschland dringend braucht, müssen aus den hochschulfernen und einkommensschwächeren Schichten rekrutiert werden?, mahnte Prof. Dr. Rolf Dobischat, der Präsident des Deutschen Studentenwerks vor drei Jahren und forderte, die soziale Komponente neben Forschung und Lehre zu einer dritten Säule des universitären Bildungssystems zu erheben ? vergeblich.

    Die Rechenkünste der Minister

    Im Herbst 2008 kündigten Kanzlerin und Minister auf einem Bildungsgipfel in Dresden an, die Bildungsausgaben bis 2015 auf 10% des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Konkrete Aussagen zur Finanzierung wurden nicht gemacht. Ein Jahr später kam der bahnbrechende Vorschlag dazu von der Finanzministerkonferenz: Durch eine kreative Bilanzierung sollten Pensionen für Lehrer sowie gewisse Steuererleichterungen und sogar das Kindergeld für Volljährige fortan zu den Investitionen in Bildung gerechnet werden. Das zehn-Prozent-Ziel war ohne einen Euro Mehrausgaben damit über Nacht nicht nur erreicht, sondern übertroffen worden.

    Wie schlaue Bildungspolitik aussehen sollte, verdeutlicht dagegen u.a. die jüngste Studie der OECD, indem sie am Beispiel der PISA-Erhebung für Schulen zeigt, welche enormen volkswirtschaftlichen Gewinne nur wenige PISA-Punkte zusätzlich versprächen (OECD 2010: ?The High Cost of Low Educational Performance?, Vgl. auch: Bertelsmann Stiftung 2009: ?Was unzureichende Bildung kostet?). Genau hierin steckt aber ein Paradoxon, welches schließlich alle Facetten der Misere unserer Bildungspolitik erklärt: Bedauerlicherweise sind es gemäß der PISA-Studie ja gerade die Deutschen, die nicht rechnen können.

    Markus Rother

    Markus Rother schreibt für den Blog Gegenwartsanalye

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    123 Kommentare:

    1. blah schrieb am 17. Februar 2010 at 17:50 - Permalink

      Schöner Artikel (wie so oft)!

      Das BaFöG-Argument ist übrigens schon alleine deshalb hinfällig, weil es häufig rein technisch nicht möglich ist, das Studium in Regelstudienzeit abzuschließen. Durch die an manchen Hochschulen extrem schlampige Umstellung auf BSc./MSc. existieren Studiengänge, die einfach 90% des Diploms in 3 Jahre gestopft haben. Bei uns z.B. sind bis zum Bachelor 7 einsemestrige Laborpraktika zu absolvieren. In 6 Semestern…

    2. egal schrieb am 17. Februar 2010 at 18:53 - Permalink

      Moralische Gründe sprechen nicht gegen Studiengebühren. Die volkswirtschaftliche Nützlichkeit einer höheren Hochschulabsolventenquote kann ich nicht beurteilen, bin aber erstmal skeptisch.

      Es gibt eine gesellschaftliche Hierarchie. Je weiter oben man steht, desto angenehmer ist das Leben. Wäre das Hochschulsystem sozial weniger selektiv, würde die Position eines Individuums in der Hierarchie etwas weniger vom Zufall seiner Geburt abhängen (aber nur etwas, die soziale Selektion im Bildungswesen findet vor der Hochschule weitaus stärker statt).
      Aber, was soll?s. Der eigentliche Skandal ist doch das Bestehen der Hierarchie und der so unterschiedlichen Lebensqualität. Das Herumdoktoren an den Kriterien der Statuszuweisung erkennt das Bestehen der Hierarchie nicht nur (zunächst) an, statt sie zu bekämpfen ? es festigt sie auch noch.
      Denn wenn es nicht die Gnade der hohen Geburt ist, die einem Individuum einen Platz an der Sonne zuweist, was soll es denn dann sein? Der Sozialdemokrat muss hier keine Sekunde zögern und ruft: LEISTUNG! Das ist die dümmste und wirkungsvollste Apologie der bürgerlichen Gesellschaft. Eigentlich ist der Sozialdemokrat ja bereit zuzugeben, dass die Lohn- Status und Glücksunterschiede zwischen Arzt und Arzthelferin, Anwalt und Anwaltsgehilfen? nunja, etwas fragwürdig sind. Der Hochschulabsolvent hat im Regelfall den abwechsulungsreicheren Job etc , so dass ein zusätzlicher Anreiz zur Aufnahme eines Studiums eigentlich nicht gewährt werden muss (alle die dagegen argumentieren wollen, versucht euch mal nicht so anzuhören wie bonusverteidigende Banker). (Es ließen sich noch ausführliche Argumente dagegen finden, die gesellschaftliche Hierarchie als Leistungshierarchie zu begreifen ? weder faktisch noch normativ, aber das würde den Rahmen sprengen).
      Das ganze Leistungsgelaber wäre also höchst affirmativ. Vom Gerechtigkeitsstandpunkt aus gehen mir die Studiengebühren herzlich am Arsch vorbei. Mein Studium ist abgeschlossen.

      Aber könnte die deutsche Volkswirtschaft und damit auch ich vielleicht von einer höheren Absolventenquote profitieren?

      Ich habe meine Zweifel, ob die Akademikernachfrage wirklich so hoch ist. Ihre Arbeitslosenquote ist gering, aber nur weil sie Menschen ohne Studium von Arbeitsplätzen verdrängen, die eigentlich kein Studium brauchen. Viel wichtiger ist aber: Ein Abschluss allein steigert noch nicht den Wert einer Arbeitskraft. Die Qualität der universitären Ausbildung soll ja nicht unbedingt die höchste sein, gerade nach Bologna. Rechnungen, wie sie Bertelsmann aufmacht, sind daher immer sehr einem realitätsuntauglichen formalen Begriff von Bildung und Wert der Arbeitskraft verhaftet. Drei, vier Jahre Berufserfahrung können eine Arbeitskraft ohne Abschluss wertvoller machen als eine mit Abschluss und ohne aufgabenspezifische Vorerfahrung.
      Außerdem ? ich glaube Bertelsmann sowieso nichts. Du etwa?

    3. DerFlaschengeist schrieb am 17. Februar 2010 at 19:13 - Permalink

      Jup, interessanter Artikel, auch wenn ich nicht viel mit Studenten zu tun habe. Wenigstens erfährt man hier mal etwas mehr über dieses Thema.

      Ein paar nüchterne Zahlen für 2009 (vom Bundesfinanzministerium)
      Der Einfachheit halber gebe ich für Ausgaben, die mir besonders Erwähnenswert erscheinen, nur circa Werte an.
      Wers auf den Euro genau wissen will, der kann hier nachschaun.
      http://www.bundesfinanzministerium.de/bundeshaushalt2009/pdf/vsp_2.pdf

      Ausgaben für:

      Verteidigung: 31 Mrd.
      Bildung und Forschung: 10 Mrd.
      Bundesministerium des Inneren: 5 Mrd.
      Bundesministerium der Justiz: 0,5 Mrd.

      Nun, ich denke, das sagt einiges über die Prioritäten aus, die unsere Regierung so setzt.
      Sieht so aus, als wenn die Pflugscharen wieder zu Schwertern geschmiedet werden sollen.
      Ein dumme Bevölkerung, die Überwacht wird? Wenn ich das noch mit den nicht enden wollenden Angriffen gegen unser GG bezüglich Einsatz der Bundeswehr im Landesinneren kombiniere, habe ich da ein ganz dunkles Bild vor Augen.
      Nun ist diese Vermutung rein aufgrund ein paar Zahlen sicherlich schwer übertrieben und hat wohl eher etwas mit Glaskugel, als mit reellen Fakten zu tun. Nichts desto trotz bleibt ein mulmiges Gefühl.

    4. Der Schachspieler schrieb am 17. Februar 2010 at 19:19 - Permalink

      Tja,

      ist doch immer wieder ne schöne Tragödie wenn sich die “intelligenten” Nachwuchs-Sprösslinge ihre später hochnäsigen Jobs nicht leisten können.

      Zum Alltag gehört es ja nicht das die “dummen” bemitleidet werden, speziell im Internet nicht.

      Shalom

    5. Westerwellenreiter schrieb am 17. Februar 2010 at 20:00 - Permalink

      Was der DerFlaschengeist uns da an Zahlen anbietet, mag stimmen. Seine Schlussfolgerungen jedoch zeugen nicht von einer ausreichenden Studierfähigkeit.
      Er vergisst, die hohen Sozialausgaben im Bundeshaushalt zu erwähnen, ebenso den Schuldendienst. Vor allem aber sind die Bildungsausgaben in den Haushalten der Länder und Kommunen zu finden. Das sind weit mehr als zehn Milliarden.

    6. Jörg Reinhardt schrieb am 17. Februar 2010 at 20:15 - Permalink

      ich habe mein Medizinstudium abgebrochen, weil ich keinen Bafög Anspruch hatte. Der Anforderung das Physikum zu bestehen und 3 mal die Woche zu arbeiten um die Miete zu zahlen, war ich nicht gewachsen.

      Nach Abbruch des Studiums, sah ich mich in Ermangelung von Perspektiven und Geld gezwungen eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu machen.
      In dem Beruf arbeite ich jetzt für 10,-?/h Brutto (und das ist eher noch viel) in einer Zeitarbeitsfirma.

      Meine Wochenend und Nachtzuschläge werden wahrscheinlich demnächst besteuert, weil Freiberufler es auch manchmal schwer haben und lang arbeiten, oder so…(!?)

      Durch die verlorenen Studienjahre, habe ich keinerlei Rücklagen, quasi null Rentenanspruch und von meinen 1200,- ? Netto/Monat soll ich jetzt noch “Riestern”…

      Aus FDP Sicht ist das der Idealzustand: Ein Trottel mehr, der ein Leben Lang arbeitet, Steuern zahlt, die Sozialsysteme mitträgt, seine Privatvermögen unfreiwillig windigen Unternehmern zur Verfügung stellen muß, um sich dann mit 70, mit einem staatlichen Allmosen in einen, durch zuvorige schlechte medizinische Versorgung eher kurzen Lebensabend zurückzuziehen.

      Alles, damit sich die Leistung in den richtigen Familienverhältnissen geboren zu sein, wieder lohnen kann.

    7. HdP schrieb am 17. Februar 2010 at 20:55 - Permalink

      Von 1980 bis 2004 ist der Anteil derer, die innerhalb von vier Jahren nach Erwerb ihrer Hochschulzugangsberechtigung kein Studium aufnahmen, von 13% auf 29% bei Männern und von 22% auf 34% bei Frauen angewachsen

      Ich bin bestimmt nicht der einzige Leser, der sich hier gefragt hat, wie denn eigentlich die absoluten Zahlen aussehen.
      Studienberechtigte Schulabgänger
      1980: 220 541
      2004: 386 906 (Wachstum um 75%)
      Studienanfänger:
      1980: 191 923
      2004: 274 073 (Wachstum um 43%)

      Dabei ist auffällig, dass der Anteil von Leuten mit Schulabschluss “Fachhochschulreife” gestiegen ist, nämlich von 23.8% ( 52 581 ) anno 1980 zu 31.9% ( 123 397 ) in 2004. Hier ist auch der “Anteil derer, die innerhalb von 4 Jahren nach Erwerb *** kein Studium aufnahmen” viel deutlicher gestiegen: 28.3% ’80 –> 54.3% 2004.
      Quelle ist der Link im Text den ich zitiere, Abschnitt 13 (“Studienberechtigte Schulabgänger…”)

      Dabei ist zu beachten: Ab 1992 beinhalten die Zahlen auch Bildungsausländer, was die Anzahl der Studienanfänger natürlich in die Höhe treibt, und das ganze etwas verschönt (was ich aber für einen relativ geringen Effekt halte — wer hier mehr weiß, kann da gerne mal was zu sagen).
      Außerdem: Die Bevölkerung der unter 20-Jährigen ist in dieser Zeit gesunken (~ -20%), was natürlich nur ein ungefährer Indikator ist, aber doch zeigt, dass sowohl der Anteil der Bevölkerung (der dafür in Frage kommt) mit Hochschulberechtigung, als auch der Anteil der Bevölkerung, der tatsächlich studiert gestiegen ist.

      Es *kann* also sein, dass in Folge von z.B. Noten- und Schulabschlussinflation mittlerweile auch so einige Menschen studieren könnten, obwohl sie es gewissermaßen in einer anderen Zeit nicht getan hätten (und dies vielleicht auch nicht ihren Fähigkeiten entspricht). Das starke Wachstum an Fachhochschulreife wäre ein Indikator dafür.

      Diese Analyse ist natürlich insofern flach, dass man die Veränderung der Gesellschaft berücksichtigen müsste (etwa, wie sich die Lage in anderen Ländern entwickelt hat), aber es gibt den Trend etwas genauer wieder als der Artikel.

      P.S.: Wenn ich mich nicht irre, sind die “13% auf 29% bei Männern”-Zahlen eigentlich die Zahlen des Wachstums insgesamt (die Statistik gibt “Insgesamt” und “Frauen” jeweils getrennt an).

    8. Stefan K. schrieb am 17. Februar 2010 at 21:13 - Permalink

      @Jörg Reinhardt

      Diese Doppelbelastung kenne ich sehr gut, denn auch ich stand einmal kurz vor dem Abbruch, weil ich einnen Job verloren hatte und alle Rücklagen aufgezehrt waren.
      Studiengebühren hätte ich nicht finanzieren können.

      Es gibt zudem viele Studierwillige, deren Eltern das Studium finanzieren könnten, es aber aus welchen Gründen auch immer nicht wollen. Diese haben dann von vornherein keinen Anspruch auf Bafög und sind mit diesem Problem vom 1. Semester an konfrontiert.

      Mit zunehmender Arbeitslosigkeit und der Aufstockung von Niedriglöhnen vom Arbeitsamt verschärft sich das Problem für diese, denn der Konkurrenzdruck wird größer und die Löhne sinken, was zu einem höheren Zeitaufwand für die Existenzsicherung führt und weniger Zeit für das Studium übrig lässt, wenn sie nicht gerade eine gute Hiwi-Stelle ergattert haben.

      Zudem sind die rosigen Zeiten für abhängig beschäftigte Akademiker in vielen Bereichen schon lange vorbei, was auch die Zukunftsängste der Zugangsberechtigten nährt.

    9. Axel schrieb am 17. Februar 2010 at 21:26 - Permalink

      Ich bekam glücklicherweise volles Bafög und habe nur in den Semesterferien gearbeitet.

      Also ich meine, man muß ein Studium absolvieren können ohne nebenbei arbeiten zu müssen. Alles andere verstehe ich nicht. Wer nebenbei arbeiten will kann es ja tun.

      Also muß die Gesellschaft dafür sorgen, das das Studium ohne finanzielle Nöte absolviert werden kann.

      Basta!

      Notfalls durch Darlehen, obwohl ich Jedem wünschen würde, das er es formal so leicht hätte, wie ich es in dieser HInsicht hatte. Ich mußte nur einige 1000 DM zurückzahlen. Und das wußte ich bei Aufnahme des Studiums noch nicht,
      Natürlich müssen die Leistungsnachweise erbracht werden. Aber das gilt für Bafög oder Darlehen gleichermaßen.

      Wie ist das mit dem Anspruch auf ein Darlehen. Zurückgezahlt werden dürfte natürlich ebenfalls nur wenn man entsprechendes Einkommen hat.

    10. Stefan K. schrieb am 17. Februar 2010 at 21:34 - Permalink

      @Axel

      Wann hast Du denn studiert?

      Bei mir gab es keine Semesterferien, allenfalls eine vorlesungsfreie Zeit.

    11. Ranger schrieb am 17. Februar 2010 at 21:36 - Permalink

      Kann sich jemand noch an Schröder’s Zeiten erinnern? Damals hieß es dass sich die Studierenden gefälligst selbst zu finanzieren hätten. Denn sie haben ja was davon. Gleichzeitig wurde die geringe Hochschulabsolventenquote bemängelt.
      Also zum einen verdienen Akademiker in anderen Ländern deutlich besser, und es gibt vernünftig Kredite zur Finanzierung (mag dann ja schon fair sein), zum anderen wird ja gerade in den USA alles als Akademiker bezeichnet was gerade so auf dem State College war, auch z. B. Krankenschwestern und Automechaniker. Sollte inzwischen ja bekannt sein.

      Zum Trost für die nicht-Akademiker, vor allem für die die’s eigentlich werden wollten: die Masse an Akademikern gehört nicht zu den Großverdienern, gerade industrienahe Fächer gehören heute zu den großen Verlierern. Einzig mit dem “interessanteren” Job könnte man argumentieren, und interessant heißt meist stressige 50 h Woche mit maximaler Jobunsicherheit. Am besten ein solider Bankjob, da klappt’s mit dem Gehalt und dem Leben.

      @Axel:
      Sehe deinen Kommentar jetzt erst. Mir ging’s wie Stefan K., in meinem Studiengang hatte ich teilweise 2 Prüfungen pro Woche in der Vorlesungsfreien Zeit, meist bis in die letzte Woche vor Semesterbeginn. Es gibt mehr als einen Studiengang in dem nebenher arbeiten NICHT geht…

    12. noone schrieb am 17. Februar 2010 at 21:40 - Permalink

      Was in dem Zusammenhang auch zu erwähnen ist: der Studien-”Tourismus”.
      Studenten weichen den Studiengebühren aus und machen ihr Studium in entsprechenden Bundesländern.

      Leider hat das auch wieder negative Auswirkungen:
      Gerade in Berlin kann man dadurch eine erhebliche Verteuerung der 1-2 Raumwohnungen beobachten. Teilweise so dreist, dass der Vorteil der nicht gezahlten Studiengebühren schon wieder weg ist.
      Auch wenn der Mietspiegel hier bei ca. 50qm Wohnungen mit moderner Heizung qm-Preise von 4,50-5,50 kalt ausweist, hindert dies Abzocker nicht, auch für unmodernisierte, unsanierte Wohnungen mit Öfen 6-7 Euro/qm zu verlangen (und offenbar auch zu erzielen).

    13. Stefan K. schrieb am 17. Februar 2010 at 21:42 - Permalink

      @Ranger

      Einzig mit dem ?interessanteren? Job könnte man argumentieren, und interessant heißt meist stressige 50 h Woche mit maximaler Jobunsicherheit.

      50h Woche würde ich mittlerweile noch als human bezeichnen.

      “Das Sein bestiimt das Bewußstsein”, hat Brecht mal so sinnig gesagt.

    14. Stefan K. schrieb am 17. Februar 2010 at 21:51 - Permalink

      @noone

      Gerade in Berlin kann man dadurch eine erhebliche Verteuerung der 1-2 Raumwohnungen beobachten. Teilweise so dreist, dass der Vorteil der nicht gezahlten Studiengebühren schon wieder weg ist

      Die Bindung des Mietzins an den Mietspiegel ist für Neuvermietungen in Berlin schon lange aufgehoben – nicht umsonst ist der Begriff “Gentrifizierung” hier ein Kampfbegriff.
      Wobei auch viele Menschen nach Berlin ziehen, weil es so hipp ist und hier das himmliche Jerusalem erwarten – wer aus einer Kleinstadt mit wenig Perspektiven kommt, dem kann ich es auch nicht verdenken.

      Für viele hört sich der Mietzins von 6-7 ?/m² zudem gar nicht so hoch an, bis sie realisieren, dass der Verdienst hier entschieden geringer ist als westlich der Elbe.

    15. DerFlaschengeist schrieb am 17. Februar 2010 at 22:07 - Permalink

      @Wellenreiter

      Was der DerFlaschengeist uns da an Zahlen anbietet, mag stimmen. Seine Schlussfolgerungen jedoch zeugen nicht von einer ausreichenden Studierfähigkeit.
      Er vergisst, die hohen Sozialausgaben im Bundeshaushalt zu erwähnen, ebenso den Schuldendienst. Vor allem aber sind die Bildungsausgaben in den Haushalten der Länder und Kommunen zu finden. Das sind weit mehr als zehn Milliarden.

      Ja, da werden mal wieder Annahmen getroffen, die so einfach nicht richtig sind.
      Erstens: die Zahlen sind offiziell vom Bundesfinanzministerium. Quelle habe ich belegt.
      “mag stimmen” ist also wenig angebracht, soweit du nicht bessere Quellen hast, die diese Zahlen wiederlegen. Wenn ja, dann bitte hier den Link posten.
      Zweitens: Sozialausgaben und Schulden habe ich deswegen nicht extra erwähnt, weil sie nichts zum Thema beitragen.
      Ich darf mich selber zitieren: “…die mir besonders Erwähnenswert erscheinen…” Betonung auf “mir” (persönliche Meinungsäusserung)
      Und last not least…Bildungsausgaben mögen zusätzlich noch von Ländern und Kommunen finanziert werden…von denen bin ich aber überhaupt nicht ausgegangen…es ändert also nichts daran, wieviel der Bund insgesamt für Bildung ausgegeben hat.
      Interessant wäre aber trotzdem zu erfahren, wieviel denn die Länder und Kommunen zusätzlich noch zum Bildungsetat 2009 beigetragen haben. Sicherlich kannst du das aufgrund deiner Behauptung auch belegen.

    16. maerchenwelt schrieb am 17. Februar 2010 at 22:26 - Permalink

      @ Flaschengeist:

      Öffentliche Bildungsausgaben 2008: 92,6 Milliarden Euro . (ca. 3x Summe Verteidigungshaushalt)

      http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2008/12/PD08__458__218,templateId=renderPrint.psml

    17. Ranger schrieb am 17. Februar 2010 at 22:41 - Permalink

      Ein internationaler Vergleich unter allen OECD Ländern ergab, dass die öffentlichen Bildungsausgaben in der Bundesrepublik z. B. im Jahr 2002 mit 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im unteren Mittelfeld lagen, deutlich unter dem OECD-Länder-Durchschnitt (5,4 %) oder den entsprechenden Ausgaben in beispielsweise Österreich (5,7 %), der Schweiz (5,8 %), Finnland (6,4 %) oder Dänemark (8,5 %).

      Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliche_Bildungsausgaben

      Gibt auch ein Destatis-Papier dazu, aber bin zu faul das nun zu suchen. Eine kleine Differenzierung bezüglich “bildungsrelevanter” Personen (oder so) ist noch möglich, so dass die Zahlen nicht ganz so schlimm aussehen wie auf Wiki dargestellt, aber auch nicht gut und schon gar nicht besonders toll. Und es is mir eh schnurz wie die Zahlen gegen den Verteidigungshaushalt aussehen, weder viel höher noch viel niedriger hat für mich eine Bedeutung, die Summe der Bildungsausgaben kommt ja u. a. auch auf die Einwohnerzahl an.

      Ich zweifle auch am volkswirtschaftlichen Nutzen hoher Bildung der Bevölkerung, aber WAS soll man denn sonst machen?

    18. Axel schrieb am 17. Februar 2010 at 22:49 - Permalink

      @#10 Stefan K. am 17. Februar 2010 um 21:34

      Bei mir gab es keine Semesterferien, allenfalls eine vorlesungsfreie Zeit.

      Schon lange her seit ich studiert habe, in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts.

      Semesterferien ist doch richtig, so hieß das doch damals? Vorlesungsfreie Zeit muß ein Neusprech sein. Mein Gott hat sich das auch geändert?
      Wahrscheinlich war das eine Reform, für die sich jemand den Pensionsanspruch verdient hat.
      Also ich mußte insgesamt ungefähr 35 Prüfungen und Klausuren bis zum Diplom hinter mich bringen, aber doch nicht in den Semesterferien! Oder erinner ich das falsch. Mein Gedachtnis ist doch gut. Was ist das alles?

      Der Direx versuchte uns damals zur Leistung anzutreiben, indem er uns sagte wie herrlich das Studentenleben sei, auch wenn man arm sei,

      Also wenn ich das heute höre und sehe meine ich schon, das auch hier Alles schwieriger geworden ist.

      Dann muß ich immer an die Selbstgerechten denken, die davon faseln, das sie es damals auch nicht leicht hatten. Auch wenn ich es nicht so beobachtet habe, ich weiß sehr wohl, das es immer schwerer geworden ist, nach Abschluß des Studiums eine Arbeit zu bekommen. Auch für meinen Jahrgang war es bereits schwerer als für die Vorherigen. Ich weiß das damals meine Vernieterin, die einmal die Woche putzte mir mal erzählte das ein Vorgänger-Student mal auf Besuch war und meinte: Er habe Glück gehabt, das er einige Jahre früher dran gewesen sei und problemlos als Jurist untergekommen sei.

    19. noone schrieb am 17. Februar 2010 at 23:06 - Permalink

      @Stefan K

      Die Bindung des Mietzins an den Mietspiegel ist für Neuvermietungen in Berlin schon lange aufgehoben

      Stimmt, was für ein Witz. In der Praxis kommt es mitunter zu absurden Situationen.
      Die Wohnung wird zu Fantasiepreis vermietet, nach 1-2 Jahren wird die Gier noch größer und man versucht die Miete zu erhöhen, wenn man sich dann rechtlich dagegen wehrt, wird die Miete dann oft an den Mietspiegel angepasst (also weniger als bei Einzug). Das kann man als Mieter aber nur erreichen, wenn eine Mieterhöhung ansteht.

      nicht umsonst ist der Begriff ?Gentrifizierung? hier ein Kampfbegriff.

      Es ist hier in der Stadt von Andrej Holm auch ein wissenschaftlicher Begriff ;-)

      Für viele hört sich der Mietzins von 6-7 ?/m² zudem gar nicht so hoch an, bis sie realisieren, dass der Verdienst hier entschieden geringer ist als westlich der Elbe.

      Stimmt, mein Fehler. Ich als Berliner bin es leid, das Geblubber von allgemein billigem Wohnraum in Berlin anhören zu müssen, und das Vergleichen mit Stuttgart, München, Hamburg, Düsseldorf, London etc.
      Ich hätte den Verdienst hier umreißen sollen.
      Der Durchschnittsverdienst in Berlin lag vor 1-2 Jahren bei 1200 Euro netto. Das war vor der Krise, wahrscheinlich liegt er jetzt noch niedriger.
      Als normaler Berliner bekommt man übrigens bei Neuvermietung immer häufiger zu hören: tut mir leid, sie sollten schon das 3fache der Warmmiete verdienen, selbst bei Genossenschaften.
      Daraus ergibt sich, der Durchschnittsverdiener kann maximal 400 Euro warm bezahlen. Dafür bekommt man inzwischen nur noch 30-40 qm. 1-1,5 Räume.
      Wundert sich da noch jemand, dass immer mehr Alteingesessene die Stadt verlassen? In 10 Jahren heisst es dann hier nicht mehr “Icke dette kieke mal” und “Jib mir mal ne Currywurscht” sondern “Schaffe, schaffe Häusle baue” und “Einmal Spätzle bitte”.

    20. Ranger schrieb am 17. Februar 2010 at 23:11 - Permalink

      Unsere Professoren wiesen und darauf hin, dass es vorlesungsfreie Zeit heißt, mit dem Hinweise dass man eben nicht frei hat, AUCH NICHT ZUM ARBEITEN! Außerdem entschuldigte sich unser damaliger Dekan offen bei den Bafög-Empfängern, weil die Regelstudienzeit – aus politischen Gründen einstellig – nur 9 Semester betragen durfte, mit Diplomarbeit aber minimal 10 möglich waren, die Durchschnittliche aber tatsächlich bei 13,7 lag! D. h. durchschnittlich hatte ein Bafög-Empfänger 3,7 Semester lang kein Geld. Das fängt nicht mal die KFW ab.

      Prüfungen vor oder während der vorlesungsfreien Zeit ist abhängig von Uni und Studienfach, wobei im technischen Bereich Prüfungszahl und Aufwand etwas anderes als Prüfungsmarathon während dieser unmöglich macht. Hohn war eine Diskussionsrunde bei uns an der Uni, in welcher ein JOURNALIST die “überlangen Semesterferien” der Studenten, welche er nach eigener Aussage als Student selbst genoss (!) – bemängelte und zur Optimierung vorschlug, diese zu kürzen!

      Ich weiß nicht wie es “damals” war, ist bestimmt auch von Person zu Person unterschiedlich. Aber oft höre ich von älteren Kollegen wie ihnen nach Studienabschluss von mehreren Firmen angeboten wurde, doch einfach “anzufangen”, Gehalt sollten sie sich aussuchen…heute hat man meist 3 Vorstellungsrunden in der Bewerbung, oft plus Assessment-Center. Nie wählen Firmen unter weniger als ca. 10-20 Bewerbern pro Stelle (insgesamte Bewerberzahl pro Ausschreibung üblicherweise 3-stellig). Über Arbeitszeit und Gehalt rede ich jetzt gar nicht erst.

    21. COPOKA schrieb am 17. Februar 2010 at 23:20 - Permalink

      @Stefan K., #8

      Es gibt zudem viele Studierwillige, deren Eltern das Studium finanzieren könnten, es aber aus welchen Gründen auch immer nicht wollen. Diese haben dann von vornherein keinen Anspruch auf Bafög …

      Meines Wissens stimmt es so nicht. Für mich war es zwar eine Ehrensache meine Sprösslinge ordentlich zu unterstützen, ich kenne aber zwei Fälle, wo es – wie bei dir beschrieben – nicht der Fall war.
      In solchen Fällen wird bei BaföG-Berechnung davon Ausgegangen, dass die Eltern ihrer Unterhaltungspflicht exakt nach s.g. Düsseldorfer Tabelle und sehr aufwendiger Einkommensberechnung nachgehen. Was dabei lediglich nötig ist – eine schriftliche Erklärung von Eltern für das Amt. In einem von den beiden Fällen hat sogar das Amt die Sachklärung mit dem Adaptivvater übernommen, weil das Mädel jegliche Kontakte mit ihm abgebrochen hat. Seinem Einkommen nach dürfte sie kein Cent BAföG bekommen, bekam es aber in voller Höhe. In anderem Fall gestaltete es sich komplizierter – hängt wohl davon ab, an wen man im Amt geriet.

      Mit zunehmender Arbeitslosigkeit und der Aufstockung von Niedriglöhnen vom Arbeitsamt verschärft sich das Problem für diese, denn der Konkurrenzdruck wird größer und die Löhne sinken, was zu einem höheren Zeitaufwand für die Existenzsicherung führt und weniger Zeit für das Studium übrig lässt, …

      Absolut d’accord.
      Glücklicherweise habe ich meinem älteren noch in der Schule einiges an IT-Fertigkeiten beigebracht, sodass er sich damit sein Einkommen an der Uni aufstocken konnte. Bei dem Mädel war es aber nicht drin. Ohne Unterstützung hätte sie nur die Wahl, entweder das Studium aufzugeben oder mit den Aufstockern in der Stadt zu konkurrieren, was m.E. auf dasselbe hinauskäme. Ach ja, die dritte Möglichkeit wäre sich bis zu Oberlippe zu verschulden. Die vierte Möglichkeit, die sich alleine für Mädels anbietet, ziehe ich als liebender Vater gar nicht in Betracht.

    22. Ranger schrieb am 17. Februar 2010 at 23:27 - Permalink

      In solchen Fällen wird bei BaföG-Berechnung davon Ausgegangen, dass die Eltern ihrer Unterhaltungspflicht exakt nach s.g. Düsseldorfer Tabelle und sehr aufwendiger Einkommensberechnung nachgehen. Was dabei lediglich nötig ist ? eine schriftliche Erklärung von Eltern für das Amt. In einem von den beiden Fällen hat sogar das Amt die Sachklärung mit dem Adaptivvater übernommen, weil das Mädel jegliche Kontakte mit ihm abgebrochen hat. Seinem Einkommen nach dürfte sie kein Cent BAföG bekommen, bekam es aber in voller Höhe. In anderem Fall gestaltete es sich komplizierter ? hängt wohl davon ab, an wen man im Amt geriet.

      Aus eigener Erfahrung: sind die Eltern unterhaltspflichtig nach Tabelle, dann hat das Vorrang vor Bafög. D. h. viel Spaß beim Verklagen der Eltern. Trügt meine Erinnerung nicht dann übernimmt das Amt in Extremfällen die Klage (z. B. kein Kontakt gewünscht).
      In meinem Fall war – objektiv gesehen – das Zahlen des Unterhalts NICHT MÖGLICH, egal was die Tabelle sagt (die Eltern hatten Sonderausgaben, für die sich der Staat nicht interessiert die aber zum Erhalt ihrer Erwerbstätigkeit ABSOLUT notwendig waren). Hatte ich halt Pech und “Spass” mit gekürztem Bafög.

    23. Stefan K. schrieb am 17. Februar 2010 at 23:41 - Permalink

      @ COPOKA

      Die vierte Möglichkeit, die sich alleine für Mädels anbietet, ziehe ich als liebender Vater gar nicht in Betracht.

      Selbst das ist meiner Aufmerksamkeit nicht entgangen – obwohl in den seltesten Fällen jemand darüber spricht.

      @Ranger

      D. h. viel Spaß beim Verklagen der Eltern.

      Das ist ja das Absurde, wer verklagt schon seine Eltern bzw. lässt diese verklagen.

      Eine Bekannte von mir hatte genau dieses Problem – die Eltern waren nicht mit dem Studienwunsch einverstanden (Ingeniersstudiengang) und haben abgeblockt – der Vater ist immer noch begeisterter Sportflieger.

    24. Florian S schrieb am 18. Februar 2010 at 00:29 - Permalink

      Ich bin selber Student und kann die Kritik an den Studiengebühren nicht recht nachvollziehen. Meiner Ansicht nach ist es auch ohne reiche Eltern möglich einen Studienabschluss zu erreichen, selbst dann wenn man noch nichteinmal Bafög bekommt. Es wäre meiner Einschätzung nach für mich persönlich ohne weiteres möglich einem Wochenendjob nachzugehen ohne dass das einen besonders großen Einfluss auf meine Leistungsfähigkeit als Student hätte. Bei mir ist es jedenfalls Alltag dass die überwiegende Mehrheit meiner Komillitonen gerademal vor der Prüfungszeit zeitlich ausgelastet ist und das auch nur weil vorher wochenlang unermesslich gefaulenzt wurde. Zugegeben, das variiert natürlich von Studiengang zu Studiengang und es gibt sicher Bereiche in denen sich dies anders darstellt. Dann bleibt einem aber immernoch die Möglichkeit vorher 1-2 Jahre zu arbeiten und ein wenig Geld bei Seite zu legen. Ein Komillitone konnte sich so innerhalb von 12 Monaten durch Wochenendarbeit einen fünfstelligen Betrag ansparen.
      Wer sein Studium nicht ernst genug nimmt und es in der Regelstudienzeit nicht zu einem Abschluss bringt, der darf hinterher dann auch nicht meckern dass ihm die Kohle ausgeht. Die Schuld liegt am eigenen Versagen und nicht daran dass man keine Chance gehabt hätte.

    25. egalitarist schrieb am 18. Februar 2010 at 00:35 - Permalink

      “Am besten ein solider Bankjob, da klappt?s mit dem Gehalt und dem Leben.”

      @Ranger:
      Na sicher, nur leider auf Kosten anderer! Ich könnts nicht ertragen – wie ein Parasit andere Bürger als “Wirts-Tiere” zu mißbrauchen..
      Wer mir nicht folgen kann, der möge sich bitte unser monetatives System genauer betrachten.
      Geld-Rumschieberei wird zu 90% aus FremdArbeit – durch den Kredit-Zins – finanziert;
      Lobbyismus in Reinstform …je mehr du hast, desto gewinnbringender kann der Batzen Geld investiert werden, desto bessere Konditionen bekommst du – und desto höher ist die Ausbeuterei, durch die der finanzielle Mehrwert gedeckt werden sollte.

      Ich habe in den letzten Tagen verstärkt spam-mails mit Kredit-Angeboten erhalten – mir scheint, der große Banken-Run ist nicht mehr fern.
      Die, die genug haben, ziehen sich wieder mal aus den Märkten zurück und helfen so oder so nicht, die Derivaten-Schere zuschnappen zu lassen bzw. das exponentielle Schulden-Wachstum der (westlichen) Staaten zu decken und einige kleinere Neu-Schuldner, die vielleicht auf nen Marketing-Spruch der Geldinstitute hereinfallen & das Geld dringend brauchen, reisen das Ruder auch nicht rum^^

      “..sind die Eltern unterhaltspflichtig nach Tabelle, dann hat das Vorrang vor Bafög”

      Wo gibts die Tabelle bzw. wie heißt die genau?

      @Florian S:
      1. Was studierts du?
      2. Es hat bestimmt nicht jeder das Glück, sich mal eben einen akzeptabel bezahlten, Wochenend-(Teilzeit-) Job (in der Umgebung?) zu ergattern, der danach sucht..
      Wenn dies so einfach wäre und für jedermann ohne Beziehungen / Kontakte realisierbar, würde wohl nicht die Mehrzahlt der Studenten Bafög beantragen, wenn diese die Möglichkeit dazu bekommen bzw. ihr Studium gefährdet sehen oder abbrechen, falls sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

      Wenn man als Student nichts ansprechendes, praxisnahes vorzuweisen hat, ist man genauso gef***t wie jeder andere ArbeitsSuchende auch – meiner Erfahrung nach..

      Und die Situation wird sich die nächsten Jahre noch extrem verschärfen & selbst 2013 – nachdem des Angela definitv weg vom Fenster ist, seh ich da kaum eine Chance zur Besserung.. – der Zeitgeist lässt dies nicht zu.

    26. Grafield schrieb am 18. Februar 2010 at 00:47 - Permalink

      Die Studiengebühren sind in Deutschland ein Witz. In England oder den USA zahlt man wesentlich höhere Gebühren – und bekommt, zumindest im Fach Wirtschaft, deutlich bessere Leistung geboten wie z.B. bessere Professoren, kleinere Vorlesungsgruppen, hochmoderne Ausstattung und saubere Vorlesungssäle.

      Wie einige Kommentatoren hier bereits vor mir angemerkt haben, ist das Anspruchsdenken mancher Studierenden haltlos. Wer es nicht auf die Reihe bekommt, sich das Studium zu finanzieren bzw. das Studium durch Stipendien finanziert zu bekommen, ist möglicherweise für ein Studium auch nicht geeignet. Es kann nunmal nicht sein, dass alles immer umsonst angeboten wird. Leistung zu erbringen ist nunmal ein wichtiges Grundprinzip im Leben.

    27. Stefan K. schrieb am 18. Februar 2010 at 00:58 - Permalink

      @Florian S

      Wer sein Studium nicht ernst genug nimmt und es in der Regelstudienzeit nicht zu einem Abschluss bringt, der darf hinterher dann auch nicht meckern dass ihm die Kohle ausgeht.

      Gerade die, die nebenbei jobben müssen, nehmen ihr Studium besonders ernst – wer sonst sich würde diese Last auferlegen?!

      Die Regelstudienzeiten sind u.a. auch fiskalischen Gesichtspunkten festgelegt worden – siehe z.B. die Pratikaordnungen der Universitätsstudiengänge, die keinesfalls ausreichend sind, sondern nach Förderungshöchstdauerdauer bemessen wurden, i.d. Regel drei Monate, um diese in die Regelstudienzeit von 9 Semestern+Diplom einzupassen – was eine politische Entscheidung ist, aber nicht die Realtät widerspiegelt.

    28. egalitarist schrieb am 18. Februar 2010 at 01:01 - Permalink

      @25

      Die Schuld liegt am eigenen Versagen und nicht daran dass man keine Chance gehabt hätte.

      Sicher – weil ja auch alle Studenten aus dem gleichen sozialen Umfeld stammen^^
      Du – die haben alle nichts Besseres zu tun, keine Verpflichtungen – als faul auf der Haut zu liegen – ihre mobile Kontakt-Liste & ihr studivz Profil aktuell zu halten und zu twittern…

      Blos nicht davon ausgehen, dass es zich andere Belastungen geben kann, die hier mit rein spielen.
      So vielfältig & chaotisch, wie das Leben selbst.
      Ganz abgesehen davon, dass gewissen selbstreferentiellen Gemütern der feste Lehrplan -insbesondere der bach.-master systeme – auf den Keks geht & sie sich lieber in unabhängigen, alternativen Medien informieren.
      Auch auf die Gefahr hin, in einem Fach mehrmals zu versagen – was schnell zur Exmatrikulation führen kann…etwa, wenn man in den ersten 3 Semestern BMM von 30 notwendigen auch nur einen Fach Filter-Komplex nicht besteht..

    29. egalitarist schrieb am 18. Februar 2010 at 01:04 - Permalink

      Die Studiengebühren sind in Deutschland ein Witz. In England oder den USA zahlt man wesentlich höhere Gebühren ? und bekommt, zumindest im Fach Wirtschaft, deutlich bessere Leistung geboten wie z.B. bessere Professoren, kleinere Vorlesungsgruppen, hochmoderne Ausstattung und saubere Vorlesungssäle.

      Das hab ich aber anders erlebt, wenn über 400 BWL-Studenten sich in einen Vorlesungs-Saal drängen.. und abwechselnd von drei (Marketing-) Dozenten im selben Fachgebiet unterrichtet werden müssen^^

      Da bin ich richtig froh, dass medienmanagement imma ne recht überschaubare Gruppe von ca. 40 Leuten sind..

      p.s. man kann sich – ausreichende staatliche Förderung vorausgesetzt – mind. ebenso gute Studium-Qualität sichern, wie in den teuer privat-finanzierten Schulen USA oder England’s…
      Es fehlt nur der Wille bzw. mangelt es an der Umsetzung des Volks-Willens.
      Das Volk wird vom Staat / der Regierung für dumm verkauft – die Masse kann sich nur über die Regierungs-Propaganda informieren.. und die ziehen über “faule” Studenten annähernd genauso harsch her, wie über HartzIV Empfänger

      Pauschaulisieren die individuelle, förderungs-würdige Situation der schmarotzenden Arbeits-Verweigerers / Nicht-Leistungs-Trägers zu verwöhnten

    30. Stefan K. schrieb am 18. Februar 2010 at 01:12 - Permalink

      @Grafield

      Die Studiengebühren sind in Deutschland ein Witz. In England oder den USA zahlt man wesentlich höhere Gebühren ? und bekommt, zumindest im Fach Wirtschaft, deutlich bessere Leistung geboten wie z.B. bessere Professoren, kleinere Vorlesungsgruppen, hochmoderne Ausstattung und saubere Vorlesungssäle.

      Zumindest in den Staaten bekommt der Student, wenn er sich die Studiengebühren nicht leisten kann eine staatliche Unterstützung.

      Was heißt bessere Professoren?! Chicago school or what?

    31. COPOKA schrieb am 18. Februar 2010 at 01:33 - Permalink

      @Ranger, #22

      Aus eigener Erfahrung: sind die Eltern unterhaltspflichtig nach Tabelle, dann hat das Vorrang vor Bafög. D. h. viel Spaß beim Verklagen der Eltern. Trügt meine Erinnerung nicht dann übernimmt das Amt in Extremfällen die Klage (z. B. kein Kontakt gewünscht).

      Ja, so war es in 2. Fall gewesen. Da wollte der Vater nach der Scheidung nicht mal für seine leibliche Tochter etwas zahlen, geschweige schon für die Stieftochter.

      In meinem Fall war ? objektiv gesehen ? das Zahlen des Unterhalts NICHT MÖGLICH, egal was die Tabelle sagt …

      Ich kenne es anders. Der Trick dabei ist, dass das Berechnungsverfahren für BAföG und Unterhaltungsgeld nach Familienrecht (oder wie es noch korrekt heißt) verschieden sind. So hat der o.g. Vater ganze drei Lebensversicherungen abgeschlossen, ein Flugschein erworben, dicken Mercedes gekauft, dafür angeblich ein Kredit bei seiner Mutter aufgenommen und noch einige Ausgaben getätigt, die ihn “vor Gesetz” ganz arm und nicht zahlungsfähig machten. Sogar nach Gerichtsentscheid musste er für seine leibliche Tochter lediglich ca. 350 Euro zahlen, obwohl sein Netto mehrere Tsd. Euro hoch war.
      So könnte man theoretisch auch bei gegenseitigem Einvernehmen zw. studierenden Kindern und Eltern durchs Familiengericht regeln lassen, was meines Wissens in anderem Fall auch angestrebt war. Ist zugegebenermaßen nicht für schwache Nerven, unmöglich ist es jedoch nicht.
      ==========
      @Stefan K.

      Das ist ja das Absurde, wer verklagt schon seine Eltern bzw. lässt diese verklagen.

      Genau das ist das größte Problem dabei.
      So wie ich’s noch in Erinnerung habe – so wurde mir mal erklärt, müssen die Eltern nur schriftliche Erklärung abgeben, dass sie ihr Kind bei Studium nicht oder nur noch geringfügig unterstützen werden. Dann wäre für BAföG nicht das de facto Einkommen, sondern diese Erklärung als Grundlage genommen – mit folgender Gerichtsklärung für die Eltern von Amts wegen. Und vor Gericht kann man sich dann “arm rechnen” lassen, wenn man einen guten Anwalt kennt.

      Ich kenne allerdings auch einige Familien, in denen Kinder gar kein Studium angestrebt haben, weil ihre Eltern gleich nach dem Schulabschluss jede weitere fin. Unterstützung dafür gekündigt haben obwohl es an Mitteln gar nicht mangelte – einfache Berufsausbildung reicht’s auch, Basta!

    32. paul schrieb am 18. Februar 2010 at 01:35 - Permalink

      der vergleich mit amerika oder gb ist total hinfällig, aus dem einfachen grund, dass diese staaten mehr als genug akademiker haben.

      was in deutschland nicht der fall ist, denn hier sind forscher mangelware, gerade weil zu wenige studieren.

      viel zu viele machen eine eusbildung, und diese können dann nirgenswo eingestellt werden, ist doch käse, oder?

      naja, aus diesen slogans wie “sind doch blos zu weich, irgendwie gehts immer” fällt mir echt nix ein, das ist einfach zu bescheuert.

      ist das etwa ein argument dafür, studiengebühren vorzuziehen?
      he, wenn solche leute mit solchen aussagen studieren gehen, dann muss was verändert werden an der qualität der vorrausgehenden schulbildung, vornehmlich der humanistischen.

      übrigens gibt es in den usa zahlreiche dispute, weil manche schulen bildungskredite vergeben, und dann ihre studenten mit hinblick auf kapitalvermehrung mit unnötigen schwachsinn länger beschäftigen, damit die cashcow schön gemolken wird.

      da kannste deinen kredit 20 jahre lang abzahlen, echt mal

      und sagt das mal den arbeitslosen mit wochendendjobs ein jahr lang 5-stelliger betrag in der tasche, die sind ja dann schön aus dem schneider!!

      junge, wo lebst du denn? im käsekuchenland? manche von uns leben in sachen oder so, hier gibt es einen 400 euro-job für 5 euro die stunde, ende gelände.

      “der staat soll für alle herhalten”

      eh, sorry, wenn ich forschende steuerzahler will, dann brauch ich auch schulen, denn wo soll ich denn als staat sonst mich finanzieren?

      dass so eine ausbildung kostenlos ist, ist vollkommen legitim, sinnvoll und als investition zu verstehen.

      wer das nicht kapiert hat, ist zu dumm um zu studieren und soll es lassen.

      und beamtenforscher gibt es ebenfalls keine, weil die sind nämlich alle in der wirtschaft und veröffentlichen nicht, weil man hier als professor an der uni einfach nen scheissdreck an geld verdient. wenn jemand doch an der uni ist, dann wegen seines idealismus.

    33. Grafield schrieb am 18. Februar 2010 at 01:37 - Permalink

      @egalitarist: das ist ja genau das Problem: der Staat soll wieder für alle herhalten. Andere Staaten zeigen jedoch erfolgreich, dass Studiengebühren Sinn machen und funktionieren.

      @Stefan K.: In Deutschland gibt es auch zahlreiche Stipendien. Hier hat man sogar noch gute Chancen aus der Wirtschaft gefördert zu werden. So einen Luxus gibt es in anderen Ländern kaum.

      Im Bereich Wirtschaft werden die meisten Artikel in renomierten internationalen Journals von nicht deutschen Akademikern publiziert. In Deutschland gibt es leider nur eine Handvoll Wirtschaftsprofessoren die es schaffen, wie ihre ausländischen Kollegen, regelmäßig in internationalen Journals zu veröffentlichen. Auf internationalen Konferenzen lassen sich die hohen Herren und Damen aus Deutschland schon gar nicht blicken. Warum sollten sie auch? Mit Beamtenstatus sind sie ja auch unkündbar…

    34. Grafield schrieb am 18. Februar 2010 at 01:42 - Permalink

      @Paul: die Staaten haben genug Akadmiker, weil dort die Wissenschaft besser gefördert wird. Und zwar nicht mit kostenlosen Studiengängen, sondern mit einem guten System.

      In Deutschland wiederum können nur die wenigsten eine Dissertation schreiben und sind dann auch noch auf unbestimmte Zeit auf die Willkühr ihres Doktorvaters angewiesen, der sich möglicherweise nach mehr als Jahren dazu entschließt, den Doktortitel zu vergeben. Wer will sich auf so eine Willkür schon verlassen? Eben, kaum jemand.

    35. Stefan K. schrieb am 18. Februar 2010 at 01:46 - Permalink

      @Grafield

      In Deutschland gibt es auch zahlreiche Stipendien. Hier hat man sogar noch gute Chancen aus der Wirtschaft gefördert zu werden. So einen Luxus gibt es in anderen Ländern kaum Im Bereich Wirtschaft werden die meisten Artikel in renomierten internationalen Journals von nicht deutschen Akademikern publiziert. In Deutschland gibt es leider nur eine Handvoll Wirtschaftsprofessoren die es schaffen, wie ihre ausländischen Kollegen, regelmäßig in internationalen Journals zu veröffentlichen..

      Diese Argumentation ist hinfällig, zumindest wenn es nicht um wirtschaftliche Sudiengänge bzw. die Rechtswissenschaften geht.

      Letzteres liegt offensichtlich an dem deutschen Minderwertigkeitskomplex und an der permanenten Orientierung jenseits des Teiches, obwohl (behaupte ich einfach) es diese Kapazitäten gibt.

    36. paul schrieb am 18. Februar 2010 at 01:49 - Permalink

      @ garfield:

      das ist genau meine meinung, bloß sage ich dass es nicht an den unfähigen leuten liegt, sondern am system.

      da brauch sich niemand wundern, weshalb es so wenige freie professoren gibt, die doktorarbeiten betreuen und so fort..

      naja hgute nacht

    37. COPOKA schrieb am 18. Februar 2010 at 01:57 - Permalink

      @paul, #32

      … und sagt das mal den arbeitslosen mit wochendendjobs ein jahr lang 5-stelliger betrag in der tasche, die sind ja dann schön aus dem schneider!!

      Interessanterweise sind dessen Kinder beim Studium sogar besser dran als jene mit zahlungsfähigen aber nicht zahlungswilligen Eltern. Immerhin bekommen sie problemlos volles BAföG. Nicht so berauschend aber immerhin.
      Dass man davon nicht leben kann weiß ich allerdings.

    38. noone schrieb am 18. Februar 2010 at 02:18 - Permalink

      interessant, da ist StefanP offenbar nicht da, schon tauchen 2 neue merkwürdige Figuren auf.

      @24 Florian S

      Ein Komillitone konnte sich so innerhalb von 12 Monaten durch Wochenendarbeit einen fünfstelligen Betrag ansparen.

      Das ist Bullshit. Erstens soll sich ein Student auch erholen, vorzugsweise am Wochenende. Dann gibt es auch soziale Verpflichtungen, und dann kommt man vielleicht auf 40 Wochenenden a 2 Tage a 8 Stunden (was absolut ungesund wäre), macht 640 Stunden. Dann hat er also fast 20 Euro pro Stunde beiseite gelegt, um einen 5-stelligen Betrag zu ersparen? Je nachdem wo man wohnt, braucht man wohl 800-1000 Euro pro Monat (10000-12000 pro Jahr), um durchzukommen. Dann brauchte er also schon einen Stundenlohn von mindestens 35 Euro. Das mag in seltenen Einzelfällen so passieren, ist aber vom Normalfall weit entfernt und als Beispiel, wie es alle machen sollen völlig untauglich.

      Wer sein Studium nicht ernst genug nimmt und es in der Regelstudienzeit nicht zu einem Abschluss bringt, der darf hinterher dann auch nicht meckern dass ihm die Kohle ausgeht.

      Schon wieder Bullshit. Das nicht Einhalten der Regelstudienzeit hat überwiegend mit Überlastung durch schlechte Studienbedingungen und Doppelbelastung durch nebenbei Arbeiten (müssen) zu tun, als auch durch häufig verwaiste Lehrstühle, deren Abschlüsse man aber will oder sogar zwingend braucht. Die Regelstudienzeit wird an vielen Unis im Durchschnitt um 40-50% überschritten.

      Es wäre meiner Einschätzung nach für mich persönlich ohne weiteres möglich einem Wochenendjob nachzugehen ohne dass das einen besonders großen Einfluss auf meine Leistungsfähigkeit als Student hätte.

      Du musst also nicht nebenbei arbeiten. Wohneigentum? Reiche Eltern?
      Probiers mit nebenbei Arbeiten aus, dann reden wir weiter.

      Bei mir ist es jedenfalls Alltag dass die überwiegende Mehrheit meiner Komillitonen gerademal vor der Prüfungszeit zeitlich ausgelastet ist und das auch nur weil vorher wochenlang unermesslich gefaulenzt wurde.

      Ja genau, alle faul außer ich. Danke … geh weiter …

      Dann bleibt einem aber immernoch die Möglichkeit vorher 1-2 Jahre zu arbeiten und ein wenig Geld bei Seite zu legen.

      Ja sicher, nach dem Abitur erstmal 2 Jahre ungelernt arbeiten. Da kommt ja auch soviel über dem Existenzminimum zusammen, dass man danach 6-7 Jahre von Leben kann. Deine Märchen sind lächerlich. Dein Vortrag ist durchweg platt. Ich glaube auch nicht, dass Du Student bist (es sei denn sponsored by Daddy). Großen Realitätskontakt scheinst Du nicht zu haben. Liest sich eher wie INSM-Geschwurbel.

    39. noone schrieb am 18. Februar 2010 at 02:54 - Permalink

      @26 Grafield

      Die Studiengebühren sind in Deutschland ein Witz. In England oder den USA zahlt man wesentlich höhere Gebühren ? und bekommt, zumindest im Fach Wirtschaft, deutlich bessere Leistung geboten

      Studiengebühren sind kontraproduktiv und verteidigen nur den Status Quo der “Reichen”. Studienförderung ist eine gesellschaftliche Investition in die Zukunft. Durch (normalerweise) höheres Steueraufkommen der Akademiker rechnet sich das, es ist fast die beste Investitionsmöglichkeit einer Gesellschaft (ganz nackt mathematisch). Gute Studienbedingungen kann und muss man auch ohne Studiengebühren hinbekommen.

      Wie einige Kommentatoren hier bereits vor mir angemerkt haben, ist das Anspruchsdenken mancher Studierenden haltlos.

      Einige? Du meinst “Florian S”?
      Anspruchsdenken ist auch wieder so eine schöne Worthülse. Die 68er sind auf die Straße gegangen, weil die Inhalte des Studiums nicht mehr zeitgemäß waren und zu viele des Lehrpersonals braun waren. Deren BaFöG und “Überlebensfähigkeit” war gut.
      Heute reicht das BaFöG hinten und vorn nicht, immer weniger bekommen es und dann gibts noch Studiengebühren obendrauf. Hier von hohem Anspruchsdenken zu reden ist perfide.

      Wer es nicht auf die Reihe bekommt, sich das Studium zu finanzieren bzw. das Studium durch Stipendien finanziert zu bekommen, ist möglicherweise für ein Studium auch nicht geeignet.

      Es geht darum, das Studium noch NEBENBEI finanzieren zu müssen. Wenn Studium also eine locker flockige Halbtagsbeschäftigung ist, dann mag das klappen. Hat nur mit der Realität nichts zu tun.
      Und wieviele Studenten bekommen denn ein Stipendium? 2%? 5%? Sind die andern zu blöd? Liegen die Stipendien nur so auf der Straße rum? Hab ich was verpasst?

      Es kann nunmal nicht sein, dass alles immer umsonst angeboten wird. Leistung zu erbringen ist nunmal ein wichtiges Grundprinzip im Leben.

      unterirdisch … Klingt wie ein merkelscher Sinnspruch. Schade, dass Du nicht noch “Es gibt keine Alternative” untergebracht hast.

      @33 Grafield

      In Deutschland gibt es auch zahlreiche Stipendien. Hier hat man sogar noch gute Chancen aus der Wirtschaft gefördert zu werden. So einen Luxus gibt es in anderen Ländern kaum.

      Das Studium aus Gesellschaftssicht hat frei von der Wirtschaft zu sein. Exzesse, wo sich Großunternehmen ganze Fakultäten einverleiben und dort freie Wissenschaft verhindern, haben wir schon mehr als genug. Und wofür gibts denn Stipendien? Für wirtschaftlich nutzbare Lehrgänge. Sie wollen VWL an der Uni XY studieren? Ne das fördern wir nicht, die lehren ja Marx und Keynes …
      BWL? Jura .. gut hier unterschreiben.

      Im Bereich Wirtschaft werden die meisten Artikel in renomierten internationalen Journals von nicht deutschen Akademikern publiziert.

      Kann das daran liegen, dass unsere Wirtschaftslehre völlig korrumpiert ist? Wir dürfen uns anhören, dass die Krise über uns hereinbrach. Subventionsprogramme sind böse etc. Auf dem Gebiet sind wir international eine Lachnummer. Sinn, Raffelhüschen und Co. werden international nicht wahrgenommen, bzw. als das, was sie sind: bezahlte Clowns.
      Aber selbst wenn es nicht so wäre, lass ich das nicht gelten. Nehmen wir als Beispiel Musik und Film. Wieviele Nr.1 Hits hatten deutsche Interpreten in den USA? Ich glaube 1 (Nena). Andersrum haben wir hier wohl monatlich eine Nummer 1 aus den USA. Bei Filmen siehts nicht besser aus. Ist unsere Musik- und Filmindustrie so schlecht? Darauf sollte man nichts geben. Wir sind nunmal eine Kolonie der Hegemonialmacht USA und haben gar nicht die Chance, uns auf wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet so auszubreiten.

    40. gerhardq schrieb am 18. Februar 2010 at 09:28 - Permalink

      Wozu eigentlich studieren?
      Seit Gerhard Schröder die Hartz-Gesetze durchgesetzt hat, sollte eigentlich jedem in diesem Lande klar sein, daß die politische Zielrichtung “Vergrößerung des Niedriglohnsektors” heißt. Da kann man keine ausgebildeten Akademiker gebrauchen, schon gar nicht Studenten, die sich neben ihrem Studium noch mit politischen Dingen beschäftigen. Also werden an der Geldschraube gedrecht und die Studienbedingungen verschärft. Damit hat man schon eine sehr schöne Vorselektion. Als nächstes werden die Arbeitsbedingungen der Akademiker erschwert, also niedrige Löhne (paßt zum Niedriglohnsektor), hohe Arbeitsbelastungen und unsichere Arbeitsplätze.

      Für die herrschende “Elite” müssen Barrieren zur Erhaltung der aktuellen Situation aufgebaut werden. Sie wissen schließlich, daß Bildung auch in wirtschaftliche und soziale Umwälzungen münden kann und davor haben diese Leute Panik. Sie tun deshalb alles, um zum einen ihre Kreise zu erhalten und anderen den Zugang zu erschweren. Ich irgendwo gelesen, daß in Deutschland die höchsten sozialen Zugangsbarrieren herrschen. Wer hier einmal “Dreck gefressen” hat, der kommt kaum wieder aus diesem Loch heraus.

      Was aber alle Ewiggestrigen vergessen, ist die Tatsache, daß in den Schwellen- und Entwicklungländern Millionen Menschen nach einer Chance suchen, ihr Leben zu verbessern. Diese Menschen sind hungrig nach Wissen. Wenn wir also nicht langsam mal anfangen, die Investitionen in die Bildung zu machen, die nötig sind, um Deutschland nur am aktuellen Platz zu halten, werden wir in ein paar Jahren mit Lederhosen und Tirolerhut als Touristenattraktion für reiche Chinesen, Inder oder Südamerikaner herumlaufen. Deutschland wird dann die verlängerte Werkbank mit Billigarbeitskräften der Weltwirtschaft sein.

      Wir haben noch alle Möglichkeiten, fangen wir an wieder in Naturwissenschaft, Technik, Forschung und Entwicklung zu investieren. Das einzige wirkliche Kapital was wir Deutschen haben, liegt zwischen unseren Ohren!

    41. Grafield schrieb am 18. Februar 2010 at 09:30 - Permalink

      @noon: ich stimme zu, dass das Studium idealerweise ohne finanziellen Druck möglich sein sollte. Das ist aber in der heutigen Zeit, mit Blick auf die Studienqualität manch anderer Staaten, kaum noch machbar. Es wäre sinnvoll, Studierenden die Möglichkeit zu geben, einfacher an Studienkredite zu kommen.

      Dennoch kann man verlangen, dass Studenten Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester aufbringen können.

      Im Bereich Wirtschaft werden die meisten Artikel in renomierten internationalen Journals von nicht deutschen Akademikern publiziert.
      _________________
      Kann das daran liegen, dass unsere Wirtschaftslehre völlig korrumpiert ist? Wir dürfen uns anhören, dass die Krise über uns hereinbrach. Subventionsprogramme sind böse etc. Auf dem Gebiet sind wir international eine Lachnummer. Sinn, Raffelhüschen und Co. werden international nicht wahrgenommen, bzw. als das, was sie sind: bezahlte Clowns.
      Aber selbst wenn es nicht so wäre, lass ich das nicht gelten. Nehmen wir als Beispiel Musik und Film. Wieviele Nr.1 Hits hatten deutsche Interpreten in den USA? Ich glaube 1 (Nena). Andersrum haben wir hier wohl monatlich eine Nummer 1 aus den USA. Bei Filmen siehts nicht besser aus. Ist unsere Musik- und Filmindustrie so schlecht? Darauf sollte man nichts geben. Wir sind nunmal eine Kolonie der Hegemonialmacht USA und haben gar nicht die Chance, uns auf wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet so auszubreiten.

      Hier alle Wirtschaftsdozenten als korrupt zu bezeichnen ist jetzt auch wieder überzogen, aber es ist richtig, dass das System sehr schwach ist. Daher ist es gut, dass der BA und MSc in D eingeführt wurde. Nur so ist jetzt ein direkter Vergleich zu den Nachbarstaaten machbar und die Prozesse können dadurch langfristig optimiert werden.

      Allerdings ist der Vergleich mit Musik und Filmindustrie genauso hinfällig, wie der Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Musik und Film sind Geschmacksache, Forschung hingegen ist rational. Das wir “eine Kolonie der Hegemonialmacht USA” ist hirnverbrannt. Selbstverständlich kann man ohne weiteres in guten internationalen Journals veröffentlichen. Das Problem ist nur, dass die deutschen Wissenschaftler, zumindest im Wirtschaftsbereich, es nicht drauf haben. Ich glaube aber nicht weil sie dumm sind, sondern weil das System Spitzenleistung von Wissenschaftlern oftmals nicht ausreichend unterstützt.

    42. Fian schrieb am 18. Februar 2010 at 09:50 - Permalink

      Bildung ist unser wichtigstes Gut – Punkt.

      Nur verstehe ich die Aufregung hier nur eingeschränkt. Bildung beginnt ja nicht erst mit dem Studium. Auch vorschulische Bildung z. B. in Kindergärten prägt die soziale Kompetenz, sowie die spätere schulische Leistungsfähigkeit enorm. Aber auch Kindergartenplätze kosten leider Geld…

      Wünschenswert wäre es natürlich, wenn Bildung in jedem Alter kostenlos zur Verfügung stehen würde, doch leider ist dies nicht immer voll finanzierbar und mit unter geht dann der Wert der Sache unter. Getreu dem Motto: “Was nichts kostet, taugt auch nichts”. Ähnliches war teilweise auch im medizinischen Bereich zu sehen, wo Leute mit Schnupfen zum Facharzt gelaufen sind – “kostet ja nichts” (eben doch).

      Meine Frau fand ihr Studium (Bachelor bis 2008) sehr anstrengend, war jedoch außerordentlich fleißig und hat es in der Regelstudienzeit geschafft. Einige meiner studierenden Freunde und Bekannten regen sich zwar über die Regelstudienzeit auf, sind aber auch auf jeder Party, jedem Ausflug, jeder Tour vertreten und das jedes Wochenende. Das Auslandssemester ist bei vielen leider auch als Partysemester verkommen. Das kann nicht sein.

      Studiengebühren finde ich daher grundsätzlich finde komplett falsch, sofern sie zu einem besseren Studium und einem besseren Kostendenken der Studierenden führt. Natürlich sollten die Gebühren überschaubar und nicht oder nur zum Teil sofort fällig werden, so dass ein Studienabbruch aus finanziellen Gründen nicht nötig wird. Die Gebührenhöhe von der überschrittenen Regelstudienzeit abhängig zu machen macht natürlich auch Sinn. Ein Student, der 25 Semester für sein Studium gebraucht hat, wird auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schlechte Karten haben.

      Im Gegenzug das BAFöG zu erhöhen finde ich auch in Ordnung (und stellt auch kein Widerspruch dar, da es sich um ein Darlehn handelt).

      Illusorische Ausschweifung:
      Am besten wäre natürlich eine Welt, wo jeder Mensch von früh an nach seinen individuellen Bedürfnissen kostenlos gefördert wird und es genügend bildungsnahe Arbeitsplätze gibt. Dann gäbe es auch keine Kriege und wir könnten das Geld aus dem Verteidigungshaushalt wiederum in die Bildung fließen lassen… – wir könnten aber auch die Realität betrachten und versuchen das Beste daraus zu machen und uns nicht sinnlos den Kopf über eine Scheinwelt zerbrechen…

    43. egal schrieb am 18. Februar 2010 at 09:54 - Permalink

      @ 39, noone

      Detailkritik: 68 gab es noch kein BAFÖG (erst seit 71). Andere studiumsbezogene Sozialleistungen gab es auch nicht. 68 gab es dafür Studiengebühren (Hörergeld). Die soziale Zusammensetzung der Studierenden war viel homogener als heute;

      @ 6, Jörg Reinhardt

      Keine Frage: Zeitarbeit ist scheiße und muss weg. Stundenlöhne von 10 Euro sind scheiße und müssen weg. Das Krankenhaus (ich nehme an, du arbeitest im Krankenhaus) ist streng durchhierarchisiert und, so wird mir erzählt, man bekommt diese Hierarchie klar zu spüren. Unter dir kommt noch das Reinigungs- und Wachpersonal, bezogen auf die Angestellten mit medizinischen Aufgaben stehst du aber auf der niedrigsten Hierarchiestufe. Aber: deine Kollegen haben auch nicht Medizin studiert. Warum solltest du Medizin studieren dürfen und die nicht? Leistung? Die Gründe, die dich ein gutes Abitur machen ließen, und deine Kollegen nicht (oder gar keins), fallen doch nur zum kleinen Teil in deinen Verantwortungsbereich. Ein bildungsnahes Elternhaus, das Aufwachsen in einer Wohngegend mit guten Schulen, vielleicht noch eine genetisch bedingte überdurchschnittliche Intelligenz (falls die Natur da irgendeinen EInfluss haben sollte): das sind alles eindeutig Zufälle der Geburt; deine Schulkarierre verlief wahrscheinlich frei von Schicksalsschlägen, (Elternteil gestorben, Elternteil im Knast); das liegt teilweise auch an den Zufällen der Geburt (Elternteil im Knast); ansonsten ist es geburtsunabhängiges Glück. Ein kleiner Teil der Gründe, die dich ein gutes Abitur machen ließen, bleibt noch für deinen Verantwortungsbereich übrig;. wenn du es Leistung nennen willst, sage ich herzlichen Glückwunsch.

      Wichtig ist für die Gesellschaft, dass es genug Ärzte gibt. Betrachtet man den Bereich Ärzteausbildung, heißt das, dass die Universitäten jährlich eine bestimmte Zahl von Ärzten hervorbringen muss. Wie die Medizinstudenten ausgewählt werden, ist dabei egal. Ein Arzt aus armen Elternhaus ist kein besserer Arzt.

      Es gibt eine kleine Gruppe von Leuten, die in der Schule erfolgreich waren und aus finanziellen Gründen kein Studium abschliesen können. Die trommeln am lautesten gegen Gebühren. Sie akzeptieren die gesellschaftliche Hierarchie, wollen nur selber nicht unten stehen. Geht in Ordnung, wer will das schon. Aber, ein öffentliches Interesse, das staatliche Leistungen erforderlich machen würde, können sie nciht vorweisen.

      Die Pfleger können legitimerweise sagen: Wir möchten pro Stunde soviel verdienen wie Ärzte (Einnahmeausfall durch Studium eingerechnet). Dann hätten sie meine volle Unterstützung.
      Wenn aber ein Pfleger rumheult: Buah, ich hätte Geld vom Staat kriegen müssen, damit ich Medizin studieren kann und nicht in die Zeitarbeit muss, dann kann ich nur sagen: Halt die Fresse und wisch meinen Arsch weiter ab. Dafür wirst du bezahlt.

    44. schädlingsbote schrieb am 18. Februar 2010 at 11:35 - Permalink

      Studiengebühren finde ich daher grundsätzlich finde komplett falsch, sofern sie zu einem besseren Studium und einem besseren Kostendenken der Studierenden führt.

      Na da musst Du Dir ja keine Sorgen machen…
      Als damals an meiner Uni Studiengebühren eingeführt wurden, musste die Uni diese zwar auf eigene
      Kosten eintreiben und verwalten, durfte sie aber nicht behalten sondern musste sie ans Land überweisen.
      Der erhöhte Personalbedarf für die Verwaltung führte komischerweise nicht zu einer Verbesserung der Studienbedingungen, an Lehrstühlen an denen es im Jahr zuvor ein paar Wochen vor der Klausur nur so von Studenten wimmelte welche Fragen stellten und diese auch beantwortet bekamen erlaubten Fragen
      plötzlich nurnoch nach vorheriger Terminabsprache mit 3-Wöchiger Laufzeit.
      Ich hätte im Prinzip nichts gegen Gebühren (mit sozialem Ausgleich) gehabt, wenn man dafür auch mehr Betreuung bekommen hätte anstatt weniger.
      Ich weiss allerdings nicht ob sich an der Situation mittlerweile etwas geändert hat.
      Wenn man schon ständig über den großen Teich schielen muss, wieso schafft man es dann eigentlich nie die vernünftigen Sachen zu kopieren ? Das ist als würde man sich aus dem Rosinenbrötchen nur die
      (versehentlich ?) miteingebacken dicken Brummfliegen herauspicken.
      Soweit ich weiss zahlt man in den USA nicht einfach eine feste Gebühr pro Semester, sondern Gebühren pro Lehrveranstaltung, manchmal sogar nur für die Prüfung. Auf diese Weise kann sein Studium der eigenen finanziellen und möglicherweise interlektuellen Leistungsfähigkeit anpassen.
      Aber das wäre ja dann ja Eigenverantwortung…

    45. Axel schrieb am 18. Februar 2010 at 11:38 - Permalink

      Ich möchte doch mal was zu Regelstudienzeiten sagen. In dem Fach von dem ich rede war damals ein Dozent, der hatte es in 6 Semestern geschafft. Aber den hielten wir für genial. Es ging das Gerücht, wenn ders nicht schafft ein Problem zu knacken, dann schaffts keiner.

      Von den echten Spitzenleuten die im Studiengang waren haben die meisten 10 oder etwas mehr Semester benötigt, auch wenn sie anschließend sogar Prof. geworden sind.

      Also die Regelstudienzeit sehe ich mit gemischten Gefühlen. Es ist wie immer und überall zu starr. Es müßte eine Bandbreite geben. Aber ich bei dem Thema nicht so übermäßig emotionalisiert und vielleicht sehe ich das auch illusorisch. Ich dachte es gibt bei Bedarf grundsätzlich ein Darlehen, für das natürlich die entsprechenden Leistungen nachgewiesen werden müsse,

    46. Markus Rother schrieb am 18. Februar 2010 at 12:53 - Permalink

      Ich möchte hier kurz Stellung zu einigen Dingen beziehen, die in der Diskussion gesagt wurden. Dabei bitte ich zu entschuldigen, dass ich Eure Aussagen und Kommentare bei der Zusammenfassung nicht direkt zitiere.

      Kurz zur Entstehung meines Artikels:
      Ich selbst bin Wieder-Student nach Studienpause, nicht BaföG-berechtigt, kreditfinanziert und habe den gewünschten Masterstudienplatz nicht bekommen. Kurzum: Aus meiner persönlichen Sicht empfinde ich die Hürden zu einer Hochschulbildung als signifikant.

      Ich habe versucht, diese Intuition auf Allgemeingültigkeit, und in Bezug auf eine ?durchschnittliche? Studiensituation, zu prüfen und bin dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kosten eines Studiums, insb. Studiengebühren 1. soziale selektiv von einem Studium abhalten und 2. dies volkswirtschaftlich schädigend ist. Das habe ich versucht, in meinem Beitrag darzulegen.

      Bezüglich sozialer Selektion:
      Es wurde gesagt, dass die soziale Selektion sich nicht nur auf Hochschulbildung beschränkt. Das ist richtig. Am ?höchsten? Ausbildungsstand wird sie lediglich besonders deutlich. Eindrucksvoll kann man dies an der Sozialerhebung des Studentenwerks nachvollziehen (Sog. ?Bildungstrichter?).

      Neben dem in meinem Artikel Gesagten halte ich damit für ausreichend belegt, dass Chancengleichheit derzeit nicht allgemein gewährleistet ist.

      Ein System der Leistungsgerechtigkeit setzt aber – auch nach liberaler Denkart – Chancengleichheit voraus.

      Wer unter diesen Umständen ein ?Anspruchsdenken? der Studenten kritisiert, dem möchte ich die Frage stellen, wie er/sie es denn überhaupt mit der Chancengleichheit hält oder ob er/sie die von mir vorgelegten Fakten nicht anerkennt.

      Ich halte Chancengleichheit für einen Minimalkonsens! Daran schließt sich dann unweigerlich die Frage an, wie ein Bildungssystem aussehen muss, wenn es gleiche Chancen gewährleisten soll? Die Frage nach einer hierarchiefreien Gesellschaft stellt sich an dieser Stelle noch gar nicht.

      Bezüglich der Bildungsfinanzierung:
      Kaum jemand bezweifelt, dass Bildung Geld kostet. Mehr Geld in der Bildung, egal wo es herkommt, kann die ?Lehre verbessern?, fraglich ist nur, wie eine Umlage stattfinden soll.

      Es wurde gesagt, dass ausgebildete Akademiker im Berufsleben aufgrund ihres höheren Durchschnittseinkommens auch mehr Steuern zahlen und somit das Sozialsystem auch überproportional stützen. Wenn man verlangt, Studenten sollten für ihre Ausbildung bezahlen, dann ist das also im Nachhinein gewährleistet. Verteidigt man Studiengebühren, tut man dies als Fürsprecher derer, die auch ohne hohen Bildungsstand ein hohes Einkommen erzielen, also für Steuern aufkommen, ohne selbst eine Hochschulbildung genossen zu haben.

      Bezüglich Akademiker-Nachfrage:
      Ich kenne die Berechnungen der beiden zitierten Studien nicht im Detail. Wenn aber neben der OECD auch Bertelsmann eine neoliberale Politik kritisiert, dann steigert das die Glaubwürdigkeit doch ganz erheblich. Beide Studien sprechen fast überschwänglich vom Segen (also der Rendite) höherer Bildungsausgaben.

      Die Formel ?Bildungsausgaben als Investition in die Volkswirtschaft? ist ein mehrheitsfähiges Konzept. Wer dies bei einer gesicherten Faktenlage ablehnt, dem muss daran gelegen sein, eine gesellschaftliche Hierarchie, etwa durch ?Vergrößerung des Niedriglohnsektors? aufrechtzuerhalten ? zum Preis geringeren Wachstums und ggf. einer Abwanderung.

      Auch hier ist ein möglicher ideeller Wert der Bildung noch außen vor.

    47. Fian schrieb am 18. Februar 2010 at 14:19 - Permalink

      @Markus Rother:

      Nur um nicht missverstanden zu werden: Eine deutliche Erhöhung der Bildungsausgaben, sowie eine dringende Änderung der Studienbedingungen halte ich ebenfalls für unbedingt erforderlich! In meinem Bekanntenkreis habe ich von vielen völlig unhaltbaren Umständen gehört. Doch das würde ich unabhängig von den Studiengebühren betrachten. Selbst wenn die Staatsaugaben im Bildungssektor verdoppelt werden könnten, würde ich eine Gebühr dadurch nicht ausschließen. Denn das eine Universität oder Fachhochschule zuviel Geld hat und die Studienqualität nicht mehr verbesserbar ist kann doch wohl nahezu ausgeschlossen werden.

      Neben der Mehreinnahme (die natürlich für die Hochschule gedacht sein sollte) bleibt dann vor allem noch die psychologische Komponente: Jedem Studenten wird etwas deutlicher, dass Studienzeit Geld kostet. Natürlich braucht nicht jeder diesen Gedankenanstoß, dennoch sieht man in anderen Bereichen, dass es mehr oder weniger klappt. Die Praxisgebühr dient meines Erachtens in ähnlicher Art und Weise.

      Das überall unzählige Umsetzungsschwierigkeiten/-fehler vorhanden sind, wie sie z. B. schädlingsbote beschrieben hat ist klar! Welches große “Projekt” ist fehlerfrei? Gesundheitswesen, Hartz4, Steuerpolitik, etc.. Eine bessere Umsetzung wäre wünschenswert und ist absolut diskutabel, hat jedoch mit einer “Grundsatzdebatte über Studiengebühren” nur sekundär zu tun.

      Zu bedenken ist hierbei natürlich auch, dass ein kostenloses Studium nicht nur von dem später mehr Steuern zahlenden Studenten getragen wird (was auch nicht immer der Fall ist, bei den stark sinkenden Akademikergehältern), sondern auch von gut verdienenden ehemaligen Haupt- und Realschülern. Im Übrigen hat ein Freund von mir für seine Meisterausbildung (Elektronik) nach eigenen Angaben 30.000EUR bezahlt, da ist im Zweifel auch dem Studierenden ein kleines Darlehn zuzumuten.

    48. COPOKA schrieb am 18. Februar 2010 at 14:24 - Permalink

      @Florian S., #24

      Meiner Ansicht nach ist es auch ohne reiche Eltern möglich einen Studienabschluss zu erreichen, selbst dann wenn man noch nichteinmal Bafög bekommt.

      Ja, theoretisch gesehen kann sich auch jeder vom Tellerwäscher zum Millionär hochmausern, aber nur theoretisch. Praktisch endet es sich für gewöhnlich mit dem Knast, wenn man beim Unterfangen besonders hartnäckig ist.
      Ich kenne zwar paar Leute, die ohne “reiche” Eltern ein ordentliches Diplom-Studium absolviert haben, allerdings mit vollem BAföG-Satz. Ohne wären die Aussichten darauf für sie in etwa so hoch wie beim Tellerwäscher zum Millionär zu schaffen. Mit dem Bachelor/Master-Studium ist es noch aussichtsloser geworden, weil Gestaltungsmöglichkeiten dabei im Gegensatz zu einem Diplom-Studium gen Null tendieren.

      Es wäre meiner Einschätzung nach für mich persönlich ohne weiteres möglich einem Wochenendjob nachzugehen …

      Da merkt man, dass die Überlegung nur ein realitätsfernes Produkt deiner Phantasie ist.

      … ohne dass das einen besonders großen Einfluss auf meine Leistungsfähigkeit als Student hätte.

      Es kommt darauf an, was und wo du studierst. Vielleicht hast du mit deinem Studiengang nur Glück. Ich schätze jedoch, dass es nur deine jugendliche Übermut ist. Kurzfristig wäre es wohl kein großes Problem gewesen, aber 5 bis 7 Jahre ist es kaum zu überstehen ohne dauerhaften Schaden davon zu tragen, wenn es ein ordentliches Studium ist.

      Bei mir ist es jedenfalls Alltag dass die überwiegende Mehrheit meiner Komillitonen gerademal vor der Prüfungszeit zeitlich ausgelastet ist und das auch nur weil vorher wochenlang unermesslich gefaulenzt wurde.

      Hmm, was und wo studierst du denn so?
      Es kommt mir etwas seltsam vor.
      Dass Studenten zw. Prüfungszeiten auch etwas Spaß am Leben haben müssen, gehört nun mal in dem Alter dazu.

      Dann bleibt einem aber immernoch die Möglichkeit vorher 1-2 Jahre zu arbeiten und ein wenig Geld bei Seite zu legen.

      Dummerweise verspielt man dadurch seinen Anspruch auf BAföG. Es wäre nur dann sinnvoll gewesen, wenn man sowieso keinen Anspruch darauf hätte – gut betuchte Eltern und so. Dann hätte man ohne ordentliche Ausbildung auch bessere Aussicht auf einen gut bezahlten Job. Ansonsten viel Spaß beim Versuch, als Alleinstehender ohne ordentlichen Beruf 30 bis 50 Tsd. in paar Jahren beiseite zu legen.

      Ein Komillitone konnte sich so innerhalb von 12 Monaten durch Wochenendarbeit einen fünfstelligen Betrag ansparen.

      Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
      Ich hatte während meines Studiums auch einen recht bequemen Job auf unserem Rechnezentrum, hatte allerdings einen damals recht gefragten Beruf – eben eine Ausnahme unter Studenten. Es ist zwar keine Ehrensache auf Glücksfälle Anderer neidisch zu sein, es ist aber recht flegelhaft, von eigenem Sprungbrett aus abfällig auf die Anderen herunter zu schauen.

      Die Schuld liegt am eigenen Versagen und nicht daran dass man keine Chance gehabt hätte.

      Na du bist mir ja einer. Glaubst du etwa an besseres Leben im Jenseits oder traust du es nur den Anderen zu? Bist du schon ein FDP-Mitglied? Mit dem Mär wärst du bei dem Verein herzlich willkommen. Da sind fröhlich die Typen versammelt, die den Menschen, der die Mühsal des Lebens gefälligst zu ertragen hat, nur als Mittel zum Wirtschaftwachstum ansehen.

    49. Westerwellenreiter schrieb am 18. Februar 2010 at 14:32 - Permalink

      Studiengebühren sind ein Hinderungs- und Abbruchsgrund. Andere sind Dummheit und Faulheit.
      Aber auch Schlauheit kann dazu führen, dass man ein Studium abbricht, weil man einsieht, dass man auch auf andere Weise beruflich und privat weiterkommen kann.

    50. Stefan K. schrieb am 18. Februar 2010 at 14:52 - Permalink

      @egal

      Es gibt eine kleine Gruppe von Leuten, die in der Schule erfolgreich waren und aus finanziellen Gründen kein Studium abschliesen können. Die trommeln am lautesten gegen Gebühren. Sie akzeptieren die gesellschaftliche Hierarchie, wollen nur selber nicht unten stehen. Geht in Ordnung, wer will das schon. Aber, ein öffentliches Interesse, das staatliche Leistungen erforderlich machen würde, können sie nciht vorweisen.

      Dieses Hierarchiedenken ist wirklich eine leidige Sache.

      Es soll allerdings auch Menschen geben für die eine permanente berufliche Unterforderung einen hohen Mangel an Lebensqualität darstellen würde und welche sich aus diesem Grund (und natürlich dem Fachinteresse) zu einem Studium entscheiden.

      @Degnaphta

      Die Zahl der Hochschulabsolventen soll reduziert werden, sagt mir die Faktenlage.

      Genauso sehe ich es auch.

    51. Degnaphta schrieb am 18. Februar 2010 at 15:01 - Permalink

      Das Design eines Studiums nach der Bologna-Reform erzeugt eine 36Std-Woche, wenn man durchmacht. Bei einem Monat eingelegter Pause pro Semester wird eine 40Std-Woche draus. Wo soll da Raum für Erwerbstätigkeit sein?
      Diese steht dann noch unter Konkurrenzdruck durch Schüler, Hausfrauen mit freizeitfenstern, rüstigen Rentnern sowie h4er nebst Aufstockern.
      Die Zahl der Hochschulabsolventen soll reduziert werden, sagt mir die Faktenlage.
      In Dänemark hingegen, wo die Faulheit als Besiegt gilt, und auch neid und Gier anders bewältigt werden, erhalten Schüler und Studenten ihren Unterhalt vom Staat. Nicht nur, daß sie umsonst alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können, nein, ihnen wird tatsächlich Geld aufs Konto überwiesen … einfach so, weil sie halt Schüler respektive Studenten sind.
      Das ist auch eine Art der Kreditvergabe. Doch ist die dänische Methode wesentlich fortschrittlicher. Mit dem Ur-BAFöG waren wir mal dicht dran. Bimbeskanzler Kohl wußte dem ein Ende zu machen. “Zurück in die feudale Vergangenheit!” lautet die Parole seit der geistig-moralischen Wende leider.

    52. Hope schrieb am 18. Februar 2010 at 15:38 - Permalink

      Danke Copoka, das du FrankS anschaulich demonstriert hast wie der Ist-Zustand sich derzeit präsentiert, anscheinend hast du guten Kontakt zu der Generation. Was ich von vielen anderen Kommentatoren hier nicht behaupten kann. Deswegen ein kurzes Update zur Realität 2.0, ich hoffe das weckt auch alle Wellenreiter und FrankSe dieser Welt auf..

      Zum Thema: Studiengebühren haben nach meinen bisherigen (studentischen! Ich gehöre selbst zu diesem Stuenten-Volk) Erfahrungsstand 2 Folgen:

      1. Flucht aller Studenten in Bundesländer, in denen es diese Gebühren nicht gibt, daraus folgert eine Übermäßige Beanspruchung des Wohnplatzes an diesen Standorten (Ich lebe in Kiel, im letzten Wintersemester habe ich ein Zimmer gesucht, ich weiß wovon ich rede, 17-30 Bewerber auf EIN WG-Zimmer und 5-15 auf Ein-Zimmer Wohnungen, war normal. Ich betone NORMAL. Und ich halte mich hier wirklich fern von jeglicher Polemik. Die bloßen Fakten reichen völlig aus.), weiterhin hat diese Bildungsflucht zur Folge das die Hörsäle an manchen Unis überquellen (die schon erwähnten 400 pro Vorlesung sind ein guter Richtwert. Seminare mit an die 100 Leute zu Semesterstart sind auch normal), die Verwaltung der Unis kapituliert regelmäßig vor diesen Zahlen an Neuanfängern, alle öffentlichen Orte der Uni sind völlig überfüllt (Bibliotheken, Nahverkehr, Mensa) nirgendwo ist es möglich zu lernen, zu arbeiten oder auch nur kurz zu entspannen. Glücklich, wer ein Zimmer sein eigen nennt!

      2. Zusatzbelastung der Studenten um dieses Geld aufzubringen.
      Man muss sich plastisch vor Augen halten, was ein Student im Monat so aufbringen muss und wie sich das zeitmäßig realisieren lässt (ich spreche hier vom Bachelor). Da in jedem Semester auch die Semestergebühren und Bücher bezahlt werden müssen.

      Ein normaler Bachelorstudent in Kiel, hat eine wöchentliche Belastung von durchschnittlich 14-18 Veranstaltungsstunden. Diese muss er jeweils eine Stunde Nach- und Vorbereiten (was das absolute MINIMUM ist, darunter fallen Referate, Ausarbeitungen, Zusammenfassen von Texten, Bibliothekssessions, Lesen von Texten/Büchern zur Vorbereitung), damit kommt man auf eine Gesamtbelastung von 28-36 Stunden. Dazu kommen eventuelle Blockveranstaltungen am Wochenende und (Pflicht-)Exkursionen. Schlaf abziehen (8-10h pro tag sollten es schon sein). Unter der Woche im Semester ist man also 5-7 Stunden des Tages ausgelastet (5 tage-Woche) + Schlaf sind 13-17 Stunden. (sehr grob überschlagen., manche Studiengänge haben wesentlich mehr (Naturwissenschaftler vor allem), wenige haben weniger). Es bleiben also 11-7 Stunden übrig alles andere zu erledigen, ich rechne dafür mal 4 Stunden “Lebensverwaltung”…was ja schon ein bisschen optimistisch ist. dazu gehört: Was man eben so tut, Waschen, Einkaufen, Wohnung und Treppenhaus sauber halten, Finanzen regeln, BaföG-Amt, Kochen, Hiwistelle… sowas..

      Mal abgesehen von der Hiwistelle (die wirklich der sicherste und beste Weg für einen Studenten ist geld zu verdienen) ist das alles uneentgeltlich. Wo soll ich Arbeit unterbringen?

      Es ist durchaus möglich. Viele Freunde von mir machen das gezwungener Maßen, obwohl wir KEINE Studiengebühren haben. Hauptsächlich machen sie das in der Gastronomie wegen den flexiblen Arbeitszeiten. Aber wenn man das tut… Wann hat man dann frei?…

      Was und zur “Vorlesungefreien Zeit” bringt in der (zumindest ich für meinen Teil) noch viel mehr Stress habe und am rotieren bin als während des Semesters eh schon. Zuerst die 2 Klausurenwoche in denen viele Bachelorstudenten 5-12 Klausuren schreiben (auf 10 Prüfungstage!). Meine Fächer haben es da eher mit Hausarbeiten. Dieses Semester 5 Hausarbeiten 10-15 Seiten in 7 Wochen. Aber bitte gehaltvoll!
      Ich habe seit meinem Studienbeginn nur die Weihnachtszeit und 2 Wochen im letzten Sommer frei gehabt.

      Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen… und um ehrlich zu sein bin ich damit noch gut bedient. meine Fächer sind human im Umgang mit ihren Studenten (Archäologie und Philosophie).

      Studiengebühren wären bestimmt etwas gutes, wenn die Unis sie umsetzen würden um etwas für ihre Studenten zu tun, stattdessen müssen sie herhalten um vorhandene Haushaltslöcher zu stopfen, die gar nicht erst hätten entstehen dürfen. Wofür die Unis allerdings wenig können. Sie sind unterfinanziert. Schon seit Jahren.

      Zumindest hört man das mit den Haushalten aus den betroffenen Unis, von Verbesserungen hört man nichts. In Kiel wie gesagt keine Gebühren, dafür gibt es bei uns ein neues Prüfungsamt, das sich mit den belangne der “neuen” Bachelor befasst. 8 neue Angestellte. Finanzieller Mehraufwand, nicht gedeckt. Statt dessen werden der Uni Gelder vom Land gestrichen, weil Kiel insgesamt 25 Neustudenten zu wenig (!) aufgenommen hat (es waren 10 000 an allen Kieler Hochschulen insgesamt)

      Von den unglaublich realitätsfernen anschuldigungen Studenten seien generel faul und selber Schuld will ich gar nicht erst anfangen, ich glaube oben aufgelistete Fakten sprechen für sich.

      Zu den Folgen und den Abbrechern von Bachlor- und Masterstudiengängen möchte ich noch etwas sagen, also der systemmatischen Verkürzung und “Verwirtschaftlichung” des Studiums. (bei uns liebevoll “Bachelor of Arsch” und “Bachelor of Scheiß” getauft)

      In meinem Bekanntenkreis und bei mir kommt es durch die sehr hohe Belastung zu verschiedenen Auswirkungen auf ihr/mein Sozialleben.
      manche Kompensieren ihren Zeitmangel durch das Abschalten sozialer Kontakte, andere gehen an dem Stress völlig zugrunde. Bandscheibenvorfälle mit 23, Burn out syndrome teilweise früher, eine völlig überlastete psychologische Betreuung an unserer Uni (bezeichnender Weise seit die neuen Studiengänge eingeführt wurden) und mehrere Abbrüche wegen persönlichem Zusammenbruch konnte ich bis jetzt feststellen. Ich glaube zu Bemerken das der Hang zu Depressionen zunimmt.

      Zu den Folgen: Ein “Bachelor of Arsch” ist zur Zeit einen feuchten Dreck wert. Die meisten Unternehmen haben damit noch keine Erfahrungen, attestieren aber erstmal prophilaktisch eine größere Unfähigkeit, wegen der kürzeren Bildungsdauer.

      Ich studiere als 3-4 jahre meines lebens Berufsqualifizierend, ohne danach beruflich qualifiziert zu sein. Et Voilá le bonheur de ma generation. So klaut man unsere Zukunft..

      Ohne Master kommt keiner von uns weiter. Bei Lehrern ist er sogar Pflicht um das Referendariat machen zu können und der Zugang ist auch hier beschränkt auf eine Durrchschnittsnote von 2,5. [ironie] Bessere Noten machen ja bekanntlich die besten Lehrer aus. [/ironie] Die größte Ironie ist dabei aber, das lehramtsstudenten die eine 2,6 am Ende haben, gar nichts sind… Hilfslehrer im besten Fall. Ansonsten: 3 Jahre umsonst studiert, herzlichen Glückwunsch!

      ich glaube vorerst ist das genug Studentische Realität. Ich muss auch wieder an die Hausarbeit, die Uhr tickt…

    53. Fian schrieb am 18. Februar 2010 at 16:20 - Permalink

      @Hope:

      …da hast du (teilweise) jedoch versehentlich pro Studiengebühren argumentiert. Seminare oder Vorlesungen mit 100-400 Teilnehmern gehen natürlich gar nicht! Für mehr Lehrpersonal und Hörsäle sollten die Studiengebühren eigentlich sein – eigentlich. Es mangelt nur eben an der Umsetzung. Eine bessere Betreuung hätte sicherlich eine enorme Entlastung der Studierenden zur Folge. Ungerecht wirkt und ist sicherlich auch größtenteils die eben noch nicht optimal geschaffene Struktur.

      Manche Hochschulen sind überlaufen, bzw. manche Studiengänge und andere überhaupt nicht.

    54. Hope schrieb am 18. Februar 2010 at 16:37 - Permalink

      @ 53

      Das dafür argumentieren war Absicht.

      Wie du ja sagtest: würden sie (Studiengebühren) effizient zum Wohle der Studenten eingesetzt und die Studienstruktur verbessert werden (längere Regelstudienzeit, weniger Prüfungen, keine Anwesenheitspflicht in Vorlesungen) dann würde man damit ja irgendwie klarkommen und hätte davon Vorteile. Davon sind wir aber weit entfernt..

    55. Degnaphta schrieb am 18. Februar 2010 at 17:26 - Permalink

      @ Fian
      Das die-Kassen-sind-leer-Argument ist eins mit immer und ewig Anspruch. Es läßt sich immer und jeder Zeit so argumentieren.
      Wie voll aber letztendlich die Kassen tatsächlich sind, ist reine Abmachungssache. Da gibt es kein Naturgesetz. Weder der sozialdarwinistische Ansatz (Dumme, Pechvögel, Faulenzer, Lahme etc können verrecken. Ist halt ‘natürliche Auslese’) noch möchte-gern-ökonomische Argumente (“Ohne knackige Leistungsbelohnung rührt keiner mehr den Finger” –>> Ende der Menschheit) sind in der Lage, die Kassen wieder zu füllen.
      Dafür schwurbelt ein die Realwirtschaft um das bummelig Zehnfache übersteigedes Geldmonstrum um den Erdball und schreit nach Verzinsung. Dazu noch nach höherer Verzinsung als es das realwitschaftliche Wachstum nahelegt, sodaß schwer in Zweifel zu ziehen ist, daß das überhaupt funktioniert.
      Der finanzielle Druck letztendlich landet beim Bürger in Form von leeren Geldbeuteln. Aus dem soll er jetzt die Bildung (eigentlich Staatsaufgabe!) privat finanzieren. Das ist doch total blöde. Die Kassen bleiben leer. Die Studenten haben’s unnötig schwerer….und etliche Geldbeutel geben’s einfach nicht her.
      Studiengebühren sind ein Offenbarungseid des Gemeinwesens. Wer nicht einmal die Bildung aller seiner Kinder finanzieren kann, muß schon ein erbärmlicher Versagerstaat sein. Immerhin gilt bei einem Blick auf ein Entwicklungsland auch die Wahrnehmung eines Bildungswesens. Wenn es das nicht gibt, dann erteilen wir Minuspunkte. Aber den eigenen Kram unter fadenscheinigen Begründungen abspecken. Soweit kommt’s leider :-(

    56. timmi schrieb am 18. Februar 2010 at 17:53 - Permalink

      @Degnaphata:
      “Wer nicht einmal die Bildung aller seiner Kinder finanzieren kann, muß schon ein erbärmlicher Versagerstaat sein.”
      Da liegt Dein Denkfehler. Mitzwanziger sind keine Kinder mehr.

      Die wirklich bedürftigen sind zwischen 1 und 6 Jahre alt und da wird ganz selbstverständlich zur Kasse gebeten, wenn es um Bildung geht. 500 Euro in 6 Monaten kann ein 22 jähriger immer aufbringen, wenn er denn seine Priorität entsprechend setzt. Wer das als Argument für Studienabbruch oder den Verzicht von Aufnahme eines Studiums anführt lügt sich selbst in die Tasche.

      @Degnaphata:
      “Bei einem Monat eingelegter Pause pro Semester wird eine 40Std-Woche draus. Wo soll da Raum für Erwerbstätigkeit sein?”

      Ich schmeiß mich weg! Du machst jedes halbe Jahr einen Monat “Pause” und beschwerst Dich im selben Atemzug, dass Du zu viel zu tun hast? Mein Mitleid hält sich zumindest in Grenzen.

    57. kapiernix schrieb am 18. Februar 2010 at 18:34 - Permalink

      @timmi

      500 Euro in 6 Monaten kann ein 22 jähriger immer aufbringen, wenn er denn seine Priorität entsprechend setzt.

      Jo man könnte aufhören zu studieren und lieber arbeiten … dann könnte man sich 500 ? im Semester leisten

      Wer das als Argument für Studienabbruch oder den Verzicht von Aufnahme eines Studiums anführt lügt sich selbst in die Tasche.

      Also ich hätte kein Studium angefangen, wenn es hier damals Studiengebühren gegeben hätte …

      Ich schmeiß mich weg! Du machst jedes halbe Jahr einen Monat ?Pause? und beschwerst Dich im selben Atemzug, dass Du zu viel zu tun hast? Mein Mitleid hält sich zumindest in Grenzen.

      Er bezieht sich damit sicher nur auf die ‘Vorlesungspause’

    58. Hope schrieb am 18. Februar 2010 at 18:41 - Permalink

      @ 56

      73 euro im monat sind für jemanden ohne einkommen bzw. einem bafögsatz um 500 euro schon sehr viel geld. rechne 250? miete, 150 euro für Verpflegung (reines normales essen) dann bleiben 100 euro über von denen gelegentlich mensa, Klamotten, Bücher, sonstiger bedarf und kulturelle Ereignisse (Kino, Theater, eintritt für Party) bezahlt werden. wo sollen die 500 euro herkommen(bzw. 73 im monat)? Viel Blut spenden… oder man verzichtet für seine studienzeit eben auf alles außer miete und essen.

      Es fehlt ja derzeit die Möglichkeit nebenher “human” zu arbeiten wie ich erwähnte.

      zu deiner 2. aussage:
      wieviel urlaub hast du denn so? (reine neugier)

    59. Ranger schrieb am 18. Februar 2010 at 19:02 - Permalink

      Wenn ich solche Allgemeinplätze lese: “jeder kann sich 500 Euro leisten” oder “im Studium hat man genug Zeit um nebenher zu arbeiten” dann geht mir echt das Messer in der Tasche auf. Beides stimmte zu meiner Zeit nicht (lasst mich Flamen und sagen: außer für die Geisteswissenschaften), die Bolognaise-Reform wird’s nicht besser gemacht haben. Ich arbeite jetzt sehr viel aber das Studium war – dank Arbeit WÄHREND des Semesters – überstressig. Wünsche ich keinem Studenten, im Gegenteil, man sollte noch was vom Leben haben.

      Ich finde es OK wenn man das Studium selbst finanziert, von mir aus auf Kredit, der zu BAFÖG-Konditionen gewährt wird. Verdiene ich später sehr gut, zahle ich den zurück. Wenn nicht dann nicht. Denn wie gesagt, das Topgehalt ist auch mit Studium zunehmend nicht mehr gesichert (bzw. nur im Vergleich mit Gehältern des Niedriglohnsektors).

      Und wer von Stipendien redet der hat KEINE Ahnung. Erstens WIRD in “anderen” Ländern oft das Studium voll extern finanziert, von der Bank oder sogar vom Staat. Zweitens sind deutsche Stipendien kompletter Mist, und ich weiß das. Ich HÄTTE eines bekommen, für das ich so viel Zeit hätte investieren müssen das mein Studium glatt entglitten wäre. Da ist es besser bei Aldi an der Kasse zu sitzen, aber deutlich. Also wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…

      Quintessenz für mich: Deutsche Politik will keine Akademiker. IMHO sind diese auch nicht nötig, wo sollen die hin? Dienstleistungsgesellschaft funktioniert auch nur wenn irgendwo die Wertschöpfung stattfindet.

    60. Holger schrieb am 18. Februar 2010 at 19:40 - Permalink

      Man kann es ja den Kapitalismusfreunden auch so erklären: Wird die Ware Bildung verteuert, sinkt die Nachfrage. Ganz einfach und lernt man sogar schon in der Schule.

    61. timmi schrieb am 18. Februar 2010 at 19:51 - Permalink

      @57: Willst du mir also allen ernstes sagen, dass Dein Studium keine 500? Semestergebühr Wert gewesen ist? Nicht mal, wenn Du auf Deinen Lohnzettel schaust? Nicht mal, wenn Du Dich an die “schöne Zeit” erinnerst? Die ganze Freiheit? Nicht jeden Morgen um halb 8 in die Arbeit rennen musstest. Ein stückweit Dein eigener Herr warst?
      Und er bezog sich nicht auf die Vorlesungspause. Er argumentiert mit Bologna und Bologna rechnet mit Workloadzeiten im Semester.

      @58: Du meinst bestimmt 83?. 500 ? Einkommen wären wirklich knapp. BAFöG liegt ja mittlerweile schon bei 600?. Zzgl. natürlich Unterhaltsverpflichtungen der Eltern und dem Kindergeld kommt man damit auf einen Betrag, von dem mancher Hartz 4′ler nur träumt. Und das ohne Zwangsarbeit. Ist ja nicht so, dass ich die finanziellen Aspekte eines Studentendaseins nicht kennen würde. Lebe in München, was sicher kein billiges Pflaster ist. BAFöG ist leider auch nicht drin, da ich dem Bescheid, der meine kleine Schwester und meine Grossmutter, die in Pflege bei meinen Eltern lebte, zu unterhaltszahlern machen wollte, unmöglich zustimmen konnte. Daher bin ich auch auf Erwerbsarbeit angewiesen und muss ehrlich sagen, dass es ein Segen ist, bereits während des Studiums künftige Berufsfelder zu entdecken und das auch noch bezahlt.
      Zu meinem Urlaub: Während des Semesters nehm ich mir mal ein paar einzelne Tage. In den Semesterferien auch mal eine Woche. Das Bedürfnis nach 2 Monaten pro Jahr auszusteigen habe ich jedenfalls nicht. Wo ich ihm aber recht geben muss, mit einer 40 Stunden Woche kommt man in der Tat nicht hin, aber wer tut das schon? Ich höre zumindest meinen Müllmann nicht jeden Morgen weinen, wenn er um 6:30 schon das erste Drittel seiner Schicht hinter sich hat.

      @59: Wo list Du denn solche Sätze? Ich lese nur: “ein Mitzwanziger, in der Blüte seines Lebens, kann sie sich leisten”. Bin einfach der Meinung, dass es in unserer Gesellschaft schützenswertere Gattungen als Studenten gibt. Mit den Stipendien liegst Du aber goldrichtig. Wenn Du das Arbeiten als Belastung empfunden hast, ist das schade. Ich gehe gerne arbeiten und empfinde das als willkommene Abwechslung.

      Will auch gar nicht alle Studenten in Deutschland als Minderleister oder faul oder sonstwie diffamieren. Denke nur, dass es uns noch besser geht als viele nanderen und wenn ich mir so das ganze Elend anschaue, wenn ich morgens an der Grundschule vorbei laufe, wird mir ganz anders. Möchte gar nicht wissen, wie viele Kinder ohne Frühstück dort jeden Tag aufschlagen. Wie viele Kinder durchgefroren in die Schule flüchten, weil es keine neue Jacke gab, usw. usf.. Sehe also nicht, dass man die öffentlichen Gelder wirklich in die Hochschulen umleiten muss. Und zusätzliche Mittel nimmt man doch besser von denen, die im Anschluss davon profitieren. Die stark gestiegene Anzahl der Akademiker, die direkt nach ihrer Ausbildung ins Ausland verschwinden, so dem Staat Mittel entziehen und niemals etwas an die Gesellschaft zurück geben hat der Autor nicht genannt. Die leisten aber nur einen Beitrag, wenn Sie Gebühren bezahlen. Und für die Genannten sind die Studiengebühren kein Hindernis ein Studium zu beginnen. Die kommen gar nicht in die Verlegenheit darüber nach zu denken. Der Anteil an Personen, die pro Kohorte die Schule ohne Abschluss verlassen und drei bis vierfache Ehrenrunden in Übergangssystemen drehen steigt auch. Im Vergleich zu den obigen Daten sogar rasant.

    62. timmi schrieb am 18. Februar 2010 at 19:55 - Permalink

      @60 Holger: Man kann es den Spöttern auch so erklären: Der größte Anteil der Bildungsinvestition ist das entgangene Einkommen. Durch die Verkürzung der Studiendauer, das G8 und die standardisierte Ausbildung senkt man die Opportunitätskosten und somit den Preis für die Ware Bildung. Somit sollte die Nachfrage steigen. Außerdem wird das Angebot enorm ausgeweitet. Wie dies auf den Preis wirkt, weißt Du bestimmt aus der Schule.

    63. Sandsturm schrieb am 18. Februar 2010 at 19:59 - Permalink

      Was nützt ein Studium wenn es dem Nievau einer Ausbildung entspricht und die Leute danach keinen Job bekommen. Das Problem liegt doch ganz woanders. Die Studiengebürendiskussion lenkt vom eigentlichen Problem ab.
      Solange sich am Ökonomischen System nix ändert kennt die Spirale nur eine Richtung: Nach unten.
      Einige der 68iger hatten das erkannt – die heutigen Proteste sind im Gegensatz dazu nur ein Herumgedoktore an Problemen die sich nicht im Audimax lösen lassen. Solange sich Studentenproteste nur auf die Uni beschränken ändert sich gar nix – spätestens nach dem Studium ist dann für viele Schluss.

    64. kapiernix schrieb am 18. Februar 2010 at 20:09 - Permalink

      @61

      Willst du mir also allen ernstes sagen, dass Dein Studium keine 500? Semestergebühr Wert gewesen ist? Nicht mal, wenn Du auf Deinen Lohnzettel schaust? Nicht mal, wenn Du Dich an die ?schöne Zeit? erinnerst? Die ganze Freiheit? Nicht jeden Morgen um halb 8 in die Arbeit rennen musstest. Ein stückweit Dein eigener Herr warst?

      Ich weiß ja nicht, wo du lebst oder was du für Studenten kennst, aber ich bin jeden Morgen 7:30 Uhr in der Uni. Und wenn ich zu der Zeit nicht in der Uni bin, dann bin ich auf Arbeit und lasse dafür einige Vorlesungen ausfallen …

      BAFöG liegt ja mittlerweile schon bei 600?. Zzgl. natürlich Unterhaltsverpflichtungen der Eltern und dem Kindergeld kommt man damit auf einen Betrag, von dem mancher Hartz 4?ler nur träumt.

      Erstens bekommen nur ca. 20% der Studenten bafög und zweitens bekommen nicht alle automatisch den Höchstsatz (kenne jemanden, der eine Zeit lang ganze 5? monatlich bekam). Und wir waren auch schon bei der Tatsache, dass nicht jeder Student von seinen Eltern gestützt wird (und trotzdem nicht gleich vor Gericht geht) …

    65. Hope schrieb am 18. Februar 2010 at 20:14 - Permalink

      @ 61
      Du scheinst ja Zeit für Erwerbstätigkeit zu haben. Schön für dich und das meine ich durchaus ernst. ich habe nicht mal Zeit meine Wohnung/Zimmer fertig einzuräumen seit 2 Monaten. Die Studiengänge sind ja durchaus unterschiedlich umgesetzt worde und bei dir scheint es ja zu passen.

      Prinzipiell ist, wie ich ja sagt, nichts gegen Studiengebühren zu sagen, aber vielleicht guckt man eher darauf wer es sich leisten kann und wer nicht? Oder in welcher Höhe? Das es nämlich Leute gibt die es sich nicht leisten können und deswegen nicht studieren können steht außer Frage denke ich. Und darum geht es ja hier *verweist auf den Artikeltitel*. das darf nicht sein. Punkt.

      Was du über Grundschulen und Kindergärten sagst stimmt, auch hier besteht dringender Handlungsbedarf, aber nur weil jemand es noch dringender braucht heißt das nicht, das man seine Situation nicht anprangern darf.

      Die Studiensituation in Deutschland ist eben enorm verschlechtert worden durch diese Einführung der neuen Studiengänge und da muss was passieren. Es gibt nur niemanden in der Politik, den das alles interessiert.. Und die Frage ist: Warum?

    66. timmi schrieb am 18. Februar 2010 at 20:17 - Permalink

      @61: Schön, dann bist Du ja fleißig. Aber wir wollen nicht so tun, als ob alle Studenten um 7:30 den Tag an der Uni beginnen. Was ich vor allem nett finde, hier öffnen alle Hochschulen erst um 8. Kann ja aber an anderen Standorten anders sein…
      Wenn ein Student nicht gewillt ist gegenüber seinen Eltern, die es sich ja scheinbar Leisten könnten für sein Recht (Unterhalt) einzustehen, dann hat er auch das Recht verwirkt dies von der Gemeinschaft einzufordern. Ein Grund zu jammern ist dies jedoch definitiv nicht.

    67. timmi schrieb am 18. Februar 2010 at 20:29 - Permalink

      @ Hope:

      ” Prinzipiell ist, wie ich ja sagt, nichts gegen Studiengebühren zu sagen, aber vielleicht guckt man eher darauf wer es sich leisten kann und wer nicht? Oder in welcher Höhe? ”
      Ja, mein Vorschlag zu Studiengebühren: Höhe gemessen am Aufwand des Studiengangs (100%) als zinsfreies Darlehen, das nach dem Studium in Raten i.H.v. 2% des Bruttolohns bis zu einer maximalen Dauer von 10 Jahren oder erreichen der Darlehenssume ab zu zahlen ist.

      “Was du über Grundschulen und Kindergärten sagst stimmt, auch hier besteht dringender Handlungsbedarf, aber nur weil jemand es noch dringender braucht heißt das nicht, das man seine Situation nicht anprangern darf.”

      Stimmt. Nur Verständnis muss man für die Klagen auch nicht unbedingt aufbringen, oder?

      “Die Studiensituation in Deutschland ist eben enorm verschlechtert worden durch diese Einführung der neuen Studiengänge und da muss was passieren. Es gibt nur niemanden in der Politik, den das alles interessiert.”

      Bin ich etwas anderer Meinung. Habe dieses Semester an der Bachelorumstellung eines Studienganges mitgearbeitet und das Ding ist echt gut geworden. Liegt also nicht unbedingt an der Reform, sondern auch an der mangelhaften Umsetzung. Diese Umsetzung können aber die Studenten beeinflussen und tun dies nicht oder zu wenig. Bei der Fakultätsratssitzung musste z.B. leider ohne Studentenstimme abgestimmt werden, da die lieben gewählten Kommilitonen gerade beim Besetzen waren. Das die mangelhafte Umsetzung der Reform in den Fakultäten einen Politiker nicht interessiert, kannst Du ihm aber nur schwer vorwerfen. Wenn Du einen Backofen kaufst, willst du ja auch nicht die Verantwortung für den Kuchen tragen, den Deine Mutter gebacken hat, der aber Deiner Nachbarin nicht schmeckt. Der Politik würde ich derzeit vor allem den Blindflug in der Lehrerausbildung, insbesondere in der zweiten Phase vorwerfen. Schlechte Studiengänge sind aber Sache der Fakultät, nicht besetzte Lehrstühle, um ein Beispiel aus dem Artikel aufzugreifen, Sache des jeweiligen Rektorats.

      P.S.: Ich bin noch nicht “umgestellt” worden, nur um Missverständnisse zu vermeiden.

    68. kapiernix schrieb am 18. Februar 2010 at 20:32 - Permalink

      @66

      Wenn ein Student nicht gewillt ist gegenüber seinen Eltern, die es sich ja scheinbar Leisten könnten für sein Recht (Unterhalt) einzustehen, dann hat er auch das Recht verwirkt dies von der Gemeinschaft einzufordern.

      Hm klar, kann mir gut vorstellen wie der Student dann da steht und sich freut: ‘ Ja super, ich habs durchgesetzt, dass meine Eltern mich stützen. Ich werde mit meinen Eltern zwar nie wieder ein Wort reden können und Freunde und Studium hab ich über den ganzen Gerichtsstress auch vernachlässigt und … ach ne meine Eltern haben jetzt ja gar kein Geld mehr die müssen ja die Gerichtskosten tragen … *koppklatsch’

    69. timmi schrieb am 18. Februar 2010 at 20:34 - Permalink

      @kapiernix: Vielleicht sollte man in diesem Fall die Schuld bei den Eltern und nicht bei der Gesellschaft sehen. Oder würdest Du auch Michael Schumachers Balg unterstützen, wenn sich dieser weigert? Sorry, aber a bisserl Subsidarität bevor man nach Vati Staat schreit, ist auch nicht unangebracht.

    70. kapiernix schrieb am 18. Februar 2010 at 20:41 - Permalink

      @69
      Die Schuldfrage ist da eigentlich total irrelevant. Fakt ist, dass der Student in diesem Fall der absolute Verlierer ist, egal, wie er sich entscheidet. Und ich kann durchaus nachvollziehen, dass in solchen Situationen nicht viel Spaß aufkommt und so mancher nochmal nachdenkt, ob es nicht besser ist gleich zu arbeiten.

    71. Ranger schrieb am 18. Februar 2010 at 20:49 - Permalink

      @Holger: Treffend auf den Punkt gebracht!

      @timmi:

      Willst du mir also allen ernstes sagen, dass Dein Studium keine 500? Semestergebühr Wert gewesen ist? Nicht mal, wenn Du auf Deinen Lohnzettel schaust? Nicht mal, wenn Du Dich an die ?schöne Zeit? erinnerst? Die ganze Freiheit? Nicht jeden Morgen um halb 8 in die Arbeit rennen musstest. Ein stückweit Dein eigener Herr warst?
      Und er bezog sich nicht auf die Vorlesungspause. Er argumentiert mit Bologna und Bologna rechnet mit Workloadzeiten im Semester.

      Also ich kann dir gerne sagen dass ein Akademiker eben NICHT so viel besser verdient wie jemand der eine Ausbildung gemacht hat. Der hat dafür gut Geld verdient. Von meinen Praktika, in denen ich Akademiker neben Auszubildende gestellt wurde, und mir klar wurde dass wohl doch ein Unterschied besteht zwischen den beiden Leistungsklassen mal gar nicht zu reden. Kurz ich musste mich als böser böser Theoretiker nicht schämen. Schaue ich auf meinen Lohnzettel werde ich traurig, und das nicht weil’s den zweiten Porsche nicht reicht. Aber die Volksverdummung der Politiker funktioniert halt doch noch. “Irgendeiner muss ja gut verdienen im Land”.
      Ich kann dir außerdem sagen dass ein Ingenieurstudium keine schöne Zeit ist. Ähnliches höre ich von Medizin.
      Ich durfte jeden Morgen um 8 Uhr in der Vorlesung sitzen (heute fang’ ich um 9 an). Aber hatte natürlich die Freiheit dies nicht zu tun. Ich durfte sogar bis ca. 17 Uhr täglich in Vorlesungen sitzen, gelegentlich mit 1-2 h “Pause” zwischendurch. Danach durfte ich noch bis tief in die Nacht büffeln/Aufgaben Rechnen üblicherweise, aber nur wenn ich nicht arbeiten musste. Nicht jeden Tag so extrem, aber deutlich mehr als ein Angestellter!

      Ein Mittzwanziger, in der Blüte seines Lebens – und Student. Da lese ich das.
      Wenn ich böse wäre würde ich sagen: Zerspanungsmechaniker, so er noch einen Job bekommt in Deutschland, verdient seine 3500 ? Minimum, mit 19 Jahren nach der Ausbildung. Akademiker müssen gute 8 Jahre (3 Schule, 5 Studium) erst mal aufholen, und viele haben dann weniger, der Schnitt vielleicht gleich viel und wenige mehr. Also besser Zerspanen als Controllen!
      Das Arbeiten ist eine Belastung, wenn du gute 10 Stunden an der Uni warst und GELEISTET hast, denn Studium, wenn richtig betrieben, ist KEIN Vergnügen. So mancher intellektuell weniger begüterte kann das sicher nachvollziehen.
      Aber sage ja, ich zahle gern für das Studium, muss aber vorfinanziert werden. Und BAFÖG, wie ich es erlebt habe hilft nicht, inklusive die 6 Monate die ich auf die ERSTE ZAHLUNG warten musste!
      Warum spielst du hier jetzt Arme/Kinder/Familien gegen Studenten/Akademiker aus? Ich wünschte nicht nur Westerwave würde aufhören mit dem Finger auf die anderen zu zeigen. Und das “uns geht’s doch noch gut” Argument ist auch müßig, dazu könnte man Bücher schreiben. Kurz dazu: dass es uns gut und immer besser gehen muss ist nun mal Teil des Kapitalistischen Wirtschaftssystems, nennt sich Wachstum. Haben wir das nicht funktioniert das System nicht. Uns auf das Armutslevel Somalias zu bomben hilft wohl niemandem, oder?

      Und wer glaubt die Unterhaltstabelle wäre Gerecht der hat wohl auch’n Knall. Unternehmerkinder bekommen leichter BAFÖG als Durschnittsverdiener oder arme. Deshalb ist es lächerlich jemandem, der seine Eltern nicht verklagen will zu unterstellen er wolle auf Kosten der Gesellschaft leben.

      Himmel, ich hab einen Job und eigentlich einen guten, was schreibe ich hier eigentlich?
      Wenn’s timmi gefällt dann eben so:
      Minderleister-Familien mit Kindern und schlechter Bildung sollte man alles Geld kürzen, meine Steuern dafür senken, dann klappt’s auch mit dem Studium meiner Kinder – nicht auf Kosten der Gesellschaft. Besser?

    72. egal schrieb am 18. Februar 2010 at 21:18 - Permalink

      @ 50 Stefan K.

      “Dieses Hierarchiedenken ist wirklich eine leidige Sache.

      Es soll allerdings auch Menschen geben für die eine permanente berufliche Unterforderung einen hohen Mangel an Lebensqualität darstellen würde und welche sich aus diesem Grund (und natürlich dem Fachinteresse) zu einem Studium entscheiden.” (kann mir mal jemand sagen, wie ich Zitate so schön formatieren kann?

      Das schöne an einem Platz weiter oben ist nicht nur, auf andere herabschauen zu können, sondern eben auch, diese Möglichkeiten zu haben. Es gibt nicht genug Dumme für all die dummen Arbeitsplätze, intelektuelle Unterforderung und geringe Selbstverwirklichungsmöglichkeiten sind weit verbreitet.

      Die Putzfrau, die jahrelang die immer gleichen Büros putzt, und damit ein angenehmes intelektuelles Anforderungsprofil erreicht, ist doch die Ausnahme.

    73. Hope schrieb am 18. Februar 2010 at 21:30 - Permalink

      @ 67

      Sicher steht es dir frei kein Verständnis für diese Dinge zu haben (Kritik der eigenen Situation wenn es anderen auch schlecht geht). Ist ja ein freies Land. Aber wie mein Vorredner sagt: Über diese Frage lassen sich Bücher schreiben und der Vergleich der eigenen Situation mit den genannten Gruppen ist in diesem Fall nicht zielführend. Wie gesagt: Es steht außer Frage, dass auch dort viel mehr investiert werden muss.

      Bei uns hatten die Studenten keinerlei Mitbestimmungsrecht bei der Durchsetzung der Bolognareformen. Ich beschwere mich zurecht über einen Kuchen, der aus einem Backofen stammt den ich nie wollte um es mal aus deiner Metapher zu erklären. Die nachbarin hat damit gar nix zu tun. MIR schmeckt der Kuchen nicht und MIR schmeckt nicht, das ich nicht aussuchen durfte was für ein Backofen gekauft wurde oder welcher Kuchen gebacken wird. Obwohl ich der EINZIGE Kuchenesser bin!

      Zur Zeit verursacht der gängige Kuchen überall Brechreize und gescheiterte Bildungslaufbahnen. Das ist Fakt.

    74. kapiernix schrieb am 18. Februar 2010 at 21:44 - Permalink

      @72

      kann mir mal jemand sagen, wie ich Zitate so schön formatieren kann?

      Da gibts ne Formatierungsleiste über dem Inputfeld ;-)

      @73

      Ein sehr schöner Vergleich mit dem Kuchen :-)
      Und obwohl ich selbst noch Diplomstudent bin und auch keine Studiengebühr zahle stelt sich bei mir ein schlechtes Gefühl in der Magengegend ein … Sypathiekotzen sozusagen *g

    75. Peleo schrieb am 18. Februar 2010 at 22:18 - Permalink

      dass nicht jeder Student von seinen Eltern gestützt wird (und trotzdem nicht gleich vor Gericht geht) ?

      In den Siebzigern hatten die GRÜNEN mal ein Konzept für eine vom Elterneinkommen unabhängige Studienförderung, BAFF hieß das, wenn ich mich richtig erinnere. Vorbild war Australien. Rückzahlung nur bei entsprechendem Einkommen nach dem Studium.

      Damit wäre auch das Problem gelöst, dass Eltern mangels Einkommen nicht stützen können. Auch der ja nicht unberechtigte Vorwurf von Meistern, Krankengymnasten usw., die ihre Ausbildung selber finanzieren müssen, wäre vom Tisch. Man müsste nicht mehr spekulieren, ob das Geld durch Steuern auf höhere Akademikergehälter wieder reinkommt. Und außer der Anschubfinanzierung wäre noch nicht einmal die Staatskasse belastet.

      Warum wird das nicht einmal mehr diskutiert?

    76. Fian schrieb am 18. Februar 2010 at 22:22 - Permalink

      @Degnaphta und Hope:

      Habe leider wenig Zeit, daher mal kurz:

      Dem aufmerksamen leser dürfte aufgefallen sein, dass ich schonmal für eine deutliche Erhöhung der Bildungsauzsgaben des Staates bin. Was zusätzliche Studiengebühren nicht ausschließt!

      Dabei kann man schonmal eines lernen:

      DINGE KOSTEN GELD! Das ist nunmal so.

      Beispiele:
      -studierte Frau bekommt ein Baby und kömmert sich auch noch eine weile darum = ca. 200.000EUR
      -Arztbesuch (kostet nicht wirklich nur 10 EUR)
      -du hast studiert und möchtest einen sicheren Job im öffentlichen Dienst = ca. 240.000EUR (durch geringeren Verdienst im Vergleich zur Privatwirtschaft.

      Natürlich sollte mehr Geld für Bildung da sein und dieses sollte natürlich auch viel besser Umgesetzt werden (ich glaube ich wiederhole mich), aber auch der Student kann seinen Teil dazu beitragen…

    77. timmi schrieb am 19. Februar 2010 at 12:00 - Permalink

      @kapiernix:

      Die Schuldfrage ist da eigentlich total irrelevant.

      Seh ich anders. Aber nun gut. Wenn Du der Meinung bist, dass es in Ordnung ist, wenn Eltern ihre Kinder nicht in dem Maße unterstützen, wie sie könnten, kommen wir sowieso nicht zusammen.

      Fakt ist, dass der Student in diesem Fall der absolute Verlierer ist, egal, wie er sich entscheidet.

      Das ist natürlich richtig. Vielleicht aber doch ne Frage von Weltsicht, ob der Staat bei jeder Art von Pflichtverletzung einspringen sollte.

      @Ranger:

      Also ich kann dir gerne sagen dass ein Akademiker eben NICHT so viel besser verdient wie jemand der eine Ausbildung gemacht hat.

      Weiß ja nicht, was Du studiert hast, aber das Durchschnittseinkommen in meinem Studiengang und seinen Schwesterdisziplinen liegt im Raum München bei rund 36T?. Meine Schwester ist Gesellin und verdient die Hälfte. Mein Bruder ist beim Staat angestellt. Er muss ungefähr 15 Jahre dienen (ohne Zuschläge), um auf mein Einstiegsgehalt zu kommen, dass ich laut TVÖD bekäme. Scheint also doch ein gewisser Unterschied zu bestehen.

      Zerspanungsmechaniker, so er noch einen Job bekommt in Deutschland

      Guter Punkt. So er denn noch einen Job bekommt. Spricht doch auch für ein Studium, oder?

      Aber sage ja, ich zahle gern für das Studium, muss aber vorfinanziert werden. Und BAFÖG, wie ich es erlebt habe hilft nicht, inklusive die 6 Monate die ich auf die ERSTE ZAHLUNG warten musste!

      Das ist für Erstsemester tatsächlich eine unsägliche Praxis. Aber liegt das Problem da beim Studentenwerk oder der Politik? In der Bildungsdiskussion sind leider sehr oft die falschen Adressaten auf die Kritik geklebt. Bei den Folgeanträgen ist die durchgängige Zahlung allerdings unproblematisch, so meine Erfahrung.

      Unternehmerkinder bekommen leichter BAFÖG als Durschnittsverdiener oder arme.

      Das widerum halte ich für eine Mär. Alle Unternehmer(kinder) sind also reich. Und das mit den Armen ist doch nur eine Behauptung. Da freue ich mich auf einen Beleg. Die Anrechnung von Schuld und Vermögen bei der Bewilligung ist aber in der Tat skandalös. Mein Hausarzt hat sich extra eine Finka in Malle gekauft, damit das mit dem BAFöG für das Töchterlein was wird. Da gibt es noch reichlich Verbesserungspotential.

      Wenn?s timmi gefällt dann eben so:
      Minderleister-Familien mit Kindern und schlechter Bildung sollte man alles Geld kürzen, meine Steuern dafür senken, dann klappt?s auch mit dem Studium meiner Kinder ? nicht auf Kosten der Gesellschaft. Besser?

      Die scheiße kannst Du Dir sparen. Genau aus der anderen Richtung argumentiere ich. Weil eben so viele Verdienende staatliche Mittel für die Unterstützung ihrer Kinder einfordern, fallen die anderen “hinten runter”. Nicht jeder, der nicht Deiner Meinung ist und Dich für nicht für Dein grässliches Studium bedauert ist eine inverser Robin Hood.

      @Hope:

      Bei uns hatten die Studenten keinerlei Mitbestimmungsrecht bei der Durchsetzung der Bolognareformen.

      Bei der Durchsetzung sicherlich nicht. Bei der Umsetzung aber schon. Selbst in Bayern, das die verfasste Studierendenschaft abgeschafft hat, wurden diese formal einbezogen. Das das ein gewisses Engagement der Studierenden erfordert und man nicht extra eingeladen wird, versteht sich auch von selbst.

      oder welcher Kuchen gebacken wird

      Doch genau das darfst Du. Studienwahl steht immer noch frei.
      Schmeckst Du wirklich einen Unterschied bei Kuchen, je nach Backofen? Bei mir sind immer das Rezept und die Zutaten entscheidend. Und die darfst Du mit aussuchen.

      @Peleo: Gute Anregung mit dem BAFF. Da muss ich mich mal einlesen. Klingt nicht so schlecht.

    78. Axel schrieb am 19. Februar 2010 at 13:14 - Permalink

      @# 75 Peleo am 18. Februar 2010 um 22:18

      In den Siebzigern hatten die GRÜNEN mal ein Konzept für eine vom Elterneinkommen unabhängige Studienförderung, BAFF hieß das, wenn ich mich richtig erinnere. Vorbild war Australien. Rückzahlung nur bei entsprechendem Einkommen nach dem Studium.

      Als geistig gesunder Mensch bin ich davon ausgegangen, das es eigentlich so sein muß und ist. Ich frage mich ob man das Konzept nennen muß? Und dafür braucht man doch kein Vorbild. Gut, es wird einigen Aufwand machen das Geld zurückzubekommen. Da sollte man sich keine Illusionen machen, aber das müßte man ausprobieren. Ich kann mich noch erinnern , das es damals im WDR ein Interview über die schleppende Rückzahlung (von der ich ja auch bereits partiell betroffen war) gab und der zuständige Experte meinte mit ironischem Unterton: “Nun, es ist immer schwer an das Geld anderer Leute zu kommen.”

      Man könnte natürlich Angst haben, das zu viele scheitern und nicht zurückzahlen können.

      Aber eins ist doch klar: wenn man nur studieren kann indem man nebenbei arbeitet gibt es natürlich schon Abschreckung und keine echte Chancengleichheit mehr. Aber ich denke wir sind ja tatsächlich schon so weit, daß man sich offen gegen Chancengleichheit aussprechen kann, Das kann ich nicht nachvollziehen. Das lassen die Schaltkreise in meinem Gehirn nicht zu.

      Also ich kann mich nicht erinnern das zu meiner Zeit (70-er des vorigen Jahrhunderts) irgendjemand während des Semesters nebenher gearbeitet hat. Man muß doch nicht alles zerstören.

    79. Stefan K. schrieb am 19. Februar 2010 at 13:33 - Permalink

      @egal

      Eigenzitat:

      Dieses Hierarchiedenken ist wirklich eine leidige Sache.

      von Dir:

      Das schöne an einem Platz weiter oben ist nicht nur, auf andere herabschauen zu können, sondern eben auch, diese Möglichkeiten zu haben

      .

      Du hast es nicht verstanden.

    80. Hope schrieb am 19. Februar 2010 at 14:12 - Permalink

      @ 77

      Bei der Durchsetzung sicherlich nicht. Bei der Umsetzung aber schon. Selbst in Bayern, das die verfasste Studierendenschaft abgeschafft hat, wurden diese formal einbezogen. Das das ein gewisses Engagement der Studierenden erfordert und man nicht extra eingeladen wird, versteht sich auch von selbst.

      “formal einbezogen” ist ein schönes Schlagwort. Das heißt dann das keiner der Studenten anwesend war und man ihnen das als Eigenverschulden ausgelegt hat. Finde ich falsch. Bei uns waren WIRKLICH keine Studenten beteiligt. In welcher Weise auch immer…

      Doch genau das darfst Du. Studienwahl steht immer noch frei.
      Schmeckst Du wirklich einen Unterschied bei Kuchen, je nach Backofen? Bei mir sind immer das Rezept und die Zutaten entscheidend. Und die darfst Du mit aussuchen.

      also ich finde es besteht ein ganz gewaltiger Unterschied zwischen gasherd und Elektroherd. Wobei ich in diesem Fall nicht sicher bin, was was ist^^

      Mal ernsthaft: Das die beiden Systeme unterschiedliche Abschlüsse mit deutlich anderen Schwerpunkten ergeben kannst du nicht abstreiten. Dafür wurden “die neuen” ja entwickelt worden… Und ich finde es halt bedenklich zugunsten von zeitersparniss die einem im nachhinein keiner Zugute hält (eher im gegenteil!) Inhalte wegfallen zu lassen oder zu komprimieren.

      @ 76

      Ja und? hat ja niemand abgestritten das es was kostet sich zu bilden und ich für meinen Teil würde mich für eine Finanzierung wie von timmi Vorgeschlagen (Nachfinanzierung) zumindest erwärmen können. Das sage ich auch schon die ganze Zeit. Studiengebühren ja, aber mit Einschränkungen (s.o.). Kommentare LESEN hilft.

    81. timmi schrieb am 19. Februar 2010 at 14:33 - Permalink

      Und ich finde es halt bedenklich zugunsten von zeitersparniss die einem im nachhinein keiner Zugute hält (eher im gegenteil!) Inhalte wegfallen zu lassen oder zu komprimieren.

      Das ist doch der eigentlich Casus knaxus. Nimm einen Diplomstudiengang a 8 Semester und mach Bachelor+Master a 10 Semester daraus und verkauf es als Zeitersparnis. Man wird de facto länger und nicht kürzer studieren (müssen).
      Das sich Inhalte ändern, komprimieren, ausweiten oder ähnliches finde ich nicht per se schlimm. Die Lehre hat soll sich ja an aktueller Forschung orientieren. Ob sie einer Disziplin dann noch gerecht werden, muss im Einzelfall geprüft werden. Aber dies ist auch eine Aufgabe der Fakultäten (wer soll denn sonst die Inhalte abschätzen können, wenn nicht das ansässige Personal) und nicht der Politik.

      Das heißt dann das keiner der Studenten anwesend war und man ihnen das als Eigenverschulden ausgelegt hat.

      Wer hat denn das Fernbleiben sonst zu vertreten? Die Sitzungen müssen öffentlich angekündigt werden und der Zutritt steht den Studierendenvertretern (zumindest in Bayern) frei.

    82. Axel schrieb am 19. Februar 2010 at 15:06 - Permalink

      Ich habe mal eine rein formale Überlegung.

      Wonach wird Bafög berechnet?

      Ich las was von Studiengebühren von 500 Euro pro Semester, also ca. 83 Euro pro Monat. (Also früher war ein Semester ein Halbjahr). Muß ein Bafög-Empfänger auch Studiengebühren zahlen und sind die 83 Euro dann in den Bafög-Bedarf eingerechnet?

      Also natürlich hat der Staat kein Geld für die notwendige Förderung denn:

      Hier sollte jetzt Volker Pispers im Original zur Plünderung der Staatskassen kommen, aber unter dem damaligen Link ist sein neuester Ulk. Ob ich den Plünderungs-Gag noch finde weiß ich nicht. Erstmal schade.

      Ich habs doch noch geschafft: Habs als Text gefunden.

      Leider sind Pispers Beiträge im WDR immer nur für eine Woche verfügbar. Daher habe ich den Podcast des letzten Beitrages mal abgetippt. Ich finde, der verdient es ganz besonders, für die Nachwelt erhalten zu bleiben.)
      _________________________

      “Für alle Menschen, deren Gedächtnis mehr als sechs Wochen zurück reicht, wird das Leben mehr und mehr zu einer Endlosschleife. Kleiner Rückblick: Schwarz-Gelb hat 1990 die deutsche Wiedervereinigung auf Pump finanziert und die Renten- und Krankenversicherung im Vorbeigehen gleich mit ruiniert. Begründet wurde die Verschuldungsorgie mit der ebenso verblüffenden wie wahnsinnigen Prognose, dass durch die gigantischen Schulden in den neuen Bundesländern binnen kurzer Zeit blühende Landschaften mit einem sich selbst tragenden Aufschwung samt stabilem Wachstum entstehen würden. Mit den Erträgen aus diesem Wachstum würde man dann die Schulden zurück zahlen. Wie wir alle wissen, hat das super funktioniert.

      Damals entstand auch die originelle Idee, die neuen Schulden Sondervermögen des Bundes zu nennen. Von diesem Sondervermögen haben wir bis heute keinen Cent verloren. Es wird nur permanent umgeschichtet, so dass keiner genau weiß, wo es sich gerade befindet. Als der Scherbenhaufen nicht mehr zu übersehen war, durfte 1998 Rot-Grün zum Reinemachen ran.

      Schröder, Eichel und die grünen Nachhaltigkeits-Öko-Baxe hatten dann die großartige Idee, den Staatshaushalt dadurch zu sanieren, dass man die Einnahmen des Staates durch Steuersenkungen für Großkonzerne und Besserverdiener nachhaltig ruinierte. Begründung: Die Steuersenkungen würden einen sich selbst tragenden Aufschwung entfachen, dessen enormes Wachstum die Mindereinnahmen des Staates ausgleichen und die alten Schulden begleichen würde. Wie wir alle wissen, hat das super funktioniert.

      Und was Schwarz-Gelb jetzt plant, ist eine Art Kombination dieser beiden Erfolgskonzepte. Getreu dem Motto: “Wer einen Tritt in die Weichteile und einen Schlag auf’s Maul verkraftet, der verträgt auch beides gleichzeitig.” Finanzminister Schäuble hat die Finanz- und Wirtschaftskrise mit der Wiedervereinigung verglichen. Deshalb werden jetzt wieder gigantische neue Schulden gemacht, die diesmal wohl Extra- oder Spezialvermögen genannt werden. Gleichzeitig werden die Steuern gesenkt – sprich die Einnahmen des Staates weiter ruiniert – und die geniale Kombination aus höheren Schulden und Mindereinnahmen des Staates wird dann (Sie ahnen es schon!) einen nachhaltigen Aufschwung mit phantastischem Wachstum hervor bringen, das unseren Staatshaushalt aus- und die Schulden begleicht. Und wie wir alle wissen, wird das super funktionieren. Bis neulich!”

    83. Axel schrieb am 19. Februar 2010 at 15:30 - Permalink

      Also der Ordnung halber, nicht ich habe den Pispers Beitrag abgetippt. Zum Glück gibt es aber immer jemanden der es tut und zur Verfügung stellt. Das ist toll. Wenn alles so solidarisch wäre, wie das Internet selbstlos Informationen teilt, dieser Blog wäre überflüssig oder könnte sich nur aufs Konstruktive beschränken.

    84. Stefan K. schrieb am 19. Februar 2010 at 15:36 - Permalink

      @Axel

      Begründet wurde die Verschuldungsorgie mit der ebenso verblüffenden wie wahnsinnigen Prognose, dass durch die gigantischen Schulden in den neuen Bundesländern binnen kurzer Zeit blühende Landschaften mit einem sich selbst tragenden Aufschwung samt stabilem Wachstum entstehen würden.

      Das war die mittlerweile allseits bekannte tabula rasa strategie , welche auch in anderen Ländern nicht funktionierte (womit ich auch die Privatisierungsorgie meine) Vielen Dank an die Friedman Jünger.

    85. COPOKA schrieb am 19. Februar 2010 at 15:38 - Permalink

      Gute Ergänzung zum Thema:

      Die Studienreformen der letzten Jahre haben in den “Mint”-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) nicht etwa ? wie von der Politik versprochen ? mehr Absolventen, sondern mehr Abbrecher hervorgebracht. Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Untersuchungen des Hannoveraner Forschungsinstituts HIS (Hochschul-Informations-System) sowie des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF).

      Tja, warum wundert mich das kein Deut?

    86. Peleo schrieb am 19. Februar 2010 at 20:58 - Permalink

      @ Axel, 78

      Gut, es wird einigen Aufwand machen das Geld zurückzubekommen. Da sollte man sich keine Illusionen machen, aber das müßte man ausprobieren

      Darin sehe ich eigentlich kein Problem, denn zurückzahlen muss ja nur, wer gut verdient. Und da kann man notfalls den Gerichtsvollzieher schicken.

      P. S. Ich hatte seinerzeit beim Amt mal wegen einer Stundung meines Bafög-Darlehens angefragt. Ruppiger hätte eine Bank auch nicht geantwortet, und die Konditionen waren schlechter als bei der Bank.

    87. Ranger schrieb am 19. Februar 2010 at 21:31 - Permalink

      Weiß ja nicht, was Du studiert hast, aber das Durchschnittseinkommen in meinem Studiengang und seinen Schwesterdisziplinen liegt im Raum München bei rund 36T?. Meine Schwester ist Gesellin und verdient die Hälfte. Mein Bruder ist beim Staat angestellt. Er muss ungefähr 15 Jahre dienen (ohne Zuschläge), um auf mein Einstiegsgehalt zu kommen, dass ich laut TVÖD bekäme. Scheint also doch ein gewisser Unterschied zu bestehen.

      Ich bin ein ach so viel gesuchter MINT. Ein sehr guter, laut meinem Diplomzeugnis, nur um gegen solcherlei Argumentation schon mal vorzubeugen. Ist natürlich immer auch Zufall dabei, aber ich kann Dir spontan 10 Ausbildungsberufe nenne, die zumindest deine 36T? in einer guten Wirtschaftsregion mit Berufseinstieg erreichen. Tischler und Beamter niederen Diensts sind zugegeben nicht dabei, meine Argumentation war auch nicht das ein Akademiker Niedriglöhner ist, sondern dass auch unser Gehalt dank des Ausbaus dieses Sektors mit fällt, und sich das Delta verringert.

      In meiner Region (westlich von Euch) arbeiten ca. 60.000 MINTs in Ingenieurdienstleistern = Zeitarbeit. Dort verdient der Akademiker 7,30 ?/h. Der vielgesuchte MINT wohlgemerkt. Aber sind ja alle immer selber schuld…

      Guter Punkt. So er denn noch einen Job bekommt. Spricht doch auch für ein Studium, oder?

      Ein guter Zerspanungsmechaniker findet immer einen Job. Ein guter Ingenieur nicht mehr. Aber Diskussionen darüber sind müßig, ich sage Studium schützt sicher nicht (mehr) vor Arbeitslosigkeit. Seit Jahrzehnten fällt das Gehalt und steigt die Arbeitslosenquote und die Armutsgefahr auch für uns, ich beneide den 2010 MINT-Abgänger nicht.

      Das ist für Erstsemester tatsächlich eine unsägliche Praxis. Aber liegt das Problem da beim Studentenwerk oder der Politik? In der Bildungsdiskussion sind leider sehr oft die falschen Adressaten auf die Kritik geklebt. Bei den Folgeanträgen ist die durchgängige Zahlung allerdings unproblematisch, so meine Erfahrung.

      Bafög ist ein Bürokratischer Krampf, der mehr kostet als würde man ungeprüft Kredite vergeben. Und das scheint mir typisch, die Ausführende Stelle (=Studentenwerk) zu verdächtigen. Die Politik darf sich alles Erlauben, der Michel schreit nur gegen den der das Front-End macht. Super!

      Das widerum halte ich für eine Mär. Alle Unternehmer(kinder) sind also reich. Und das mit den Armen ist doch nur eine Behauptung. Da freue ich mich auf einen Beleg. Die Anrechnung von Schuld und Vermögen bei der Bewilligung ist aber in der Tat skandalös. Mein Hausarzt hat sich extra eine Finka in Malle gekauft, damit das mit dem BAFöG für das Töchterlein was wird. Da gibt es noch reichlich Verbesserungspotential.

      Na servus, ich will hier meine Erfahrung mit Unternehmersohn, seinem Steuerberater und dem deutschen miesen Steuerrecht schreiben und schwupps du nimmst es mir vorweg (es geht ja nur um Reiche, nur Unternehmer haben eben die Steuer auf ihrer Seite). Ich muss nicht verstehen, dass du im ersten Satz mir nicht glaubst, und in den nächsten beiden vom Beweis meiner Aussage schreibst? Heute wird übrigens das KINDERGELD als Einkommen gerechnet. Sehr gerecht für arme, nicht?

      Die scheiße kannst Du Dir sparen. Genau aus der anderen Richtung argumentiere ich. Weil eben so viele Verdienende staatliche Mittel für die Unterstützung ihrer Kinder einfordern, fallen die anderen ?hinten runter?. Nicht jeder, der nicht Deiner Meinung ist und Dich für nicht für Dein grässliches Studium bedauert ist eine inverser Robin Hood.

      Die Lösung ist arme Studenten – und genau die trifft’s – auszubluten? Das Volk gegeneinander ausspielen, wie ich oben schrieb? Die Logik entgeht mir. Jeder der Studiert ist reich?

      Sorry ich versteh’s nicht. Reiche sollen ihr Studium selber bezahlen, für den Rest sollte es eine Vernünftige Förderung geben würde ich sagen. Und nun?

    88. Stefan K. schrieb am 20. Februar 2010 at 08:35 - Permalink

      @Ranger

      Ich durfte jeden Morgen um 8 Uhr in der Vorlesung sitzen (heute fang? ich um 9 an). Aber hatte natürlich die Freiheit dies nicht zu tun. Ich durfte sogar bis ca. 17 Uhr täglich in Vorlesungen sitzen, gelegentlich mit 1-2 h ?Pause? zwischendurch. Danach durfte ich noch bis tief in die Nacht büffeln/Aufgaben Rechnen üblicherweise, aber nur wenn ich nicht arbeiten musste. Nicht jeden Tag so extrem, aber deutlich mehr als ein Angestellter!

      Das hört sich für mich sehr vertraut an.
      Bei mir begannen die Vorlesungen allerdings nicht vor 9 Uhr Morgens – dafür war die Nacharbeit Standard).

    89. timmi schrieb am 20. Februar 2010 at 12:09 - Permalink

      Ist natürlich immer auch Zufall dabei, aber ich kann Dir spontan 10 Ausbildungsberufe nenne, die zumindest deine 36T? in einer guten Wirtschaftsregion mit Berufseinstieg erreichen.

      Dann hau rein, da wäre ich ja beeindruckt. Oder wieder nur geblufft?

      Außerdem fällt es mir schwer der Argumentation zu folgen. Erst sagst Du

      Zerspanungsmechaniker, so er noch einen Job bekommt in Deutschland

      dann

      Ein guter Zerspanungsmechaniker findet immer einen Job. Ein guter Ingenieur nicht mehr.

      Was denn jetzt? In welchen Quantil liegt bei Dir ein “guter” Zerspannungsmechaniker und in welchem ein Ingenieur? Was macht was aus?

      Bafög ist ein Bürokratischer Krampf, der mehr kostet als würde man ungeprüft Kredite vergeben.

      Das bezweifle ich. Was selbst geprüfte Kredite kosten sieht man derzeit an der Finanzkrise.

      Ich muss nicht verstehen, dass du im ersten Satz mir nicht glaubst, und in den nächsten beiden vom Beweis meiner Aussage schreibst?

      Soso. Beispiel=Beweis. Eine sehr gute Freundin von mir ist Tochter eine Bauunternehmers. Unternehmerlohn kannst da vergessen. Die sind froh, wenn sie die Gehälter zahlen können. Jetzt hab ich doch glatt nen “Beweis” für beides. Die Mär ist, dass alle Unternehmerkinder reich sind. Dass Schindluder mit staatlicher Förderung betrieben wird, steht außer Frage. Nur noch mehr zu fördern, oder das Studium “kostenlos” anzubieten vielleicht sogar bezahlt, wie so manche Forderung am Rande der Besetzungen lautete (Stichwort: Studenteneinkommen), bekämpft aber weder Ursache noch Symptom.

      Heute wird übrigens das KINDERGELD als Einkommen gerechnet.

      Quelle?

      Ich durfte jeden Morgen um 8 Uhr in der Vorlesung sitzen (heute fang? ich um 9 an). Aber hatte natürlich die Freiheit dies nicht zu tun. Ich durfte sogar bis ca. 17 Uhr täglich in Vorlesungen sitzen, gelegentlich mit 1-2 h ?Pause? zwischendurch

      Und nur mal so: Das macht 9 Stunden Veranstaltung am Tag. Abzüglich 1 Stunde Pause = 8 Stunden. Mal 5 Tagen: 40 Stunden. Ein Prof. hat ein Lehrdeputat von ca. 8 Stunden in der Woche, ein Assi ca. 5. Davon geht die Hälfte in Sprechstunden, Diplomanden- und Doktorandenbetreuung. Bei 50% Vorlesungen und 50% Übungen und Seminaren einer Regelstudienzeit von 8 Semestern (die von allen eingehalten wird), benötigt man ca. 5*8+8*8= 104 Lehrende mit ganzen Stellen jedes Semester. Muss ja ne riesige Fakultät sein.

    90. Peleo schrieb am 20. Februar 2010 at 12:42 - Permalink

      @ timmi, 89

      Heute wird übrigens das KINDERGELD als Einkommen gerechnet.

      Quelle?

      Zum Beispiel die Tabelle für die Kiga-Gebühren in unserer Stadt: “Zum Brutto-Einkommen zählt …. Kindergeld”. Das Kindergeld wird bei AlgII-Empfängern voll angerechnet, weshalb diese von der Erhöhung auch nichts hatten. Stand in allen Zeitungen und hat zu Recht für Empörung gesorgt.

      Die Kiga-Gebühren betragen übrigens pro “Semester” mehr als das Doppelte der Studiengebühren (1140 Euro). Und da gibt es nicht mal BaföG. Diese Baustelle halte ich für wesentlich dringlicher, denn hier greift weder ein Darlehensmodell noch kann man mit Quasi-Rückzahlungen aus der Steuerprogression rechnen.

    91. timmi schrieb am 20. Februar 2010 at 12:48 - Permalink

      Die Kiga-Gebühren betragen übrigens pro ?Semester? mehr als das Doppelte der Studiengebühren (1140 Euro). Und da gibt es nicht mal BaföG. Diese Baustelle halte ich für wesentlich dringlicher, denn hier greift weder ein Darlehensmodell noch kann man mit Quasi-Rückzahlungen aus der Steuerprogression rechnen.<

      Meine Rede. Was man auch nicht vergessen sollte: Ein Kindergartenkind hat nun wirklich keine Zuverdienstmöglichkeit. Das Geld müssen einzig die Eltern aufbringen und einkommensschwache Familien haben hierbei nicht die geringste Chance.

      Das das Kindergeld bei BAFöG als Einkommen angerechnet würde, wäre mir aber neu.

    92. Ranger schrieb am 20. Februar 2010 at 13:37 - Permalink

      Dann hau rein, da wäre ich ja beeindruckt. Oder wieder nur geblufft?

      Jeder 2te Industriekaufmann, jeder Makler, Schornsteinfeger. Bis vor ca. 10 Jahren (heute bin ich nicht sicher) auch jeder Handels-BWL AUSZUBILDENDE von DM, Lidl & Co.

      Was denn jetzt? In welchen Quantil liegt bei Dir ein ?guter? Zerspannungsmechaniker und in welchem ein Ingenieur? Was macht was aus?

      Jetzt das: Zerspanungsechaniker sind wohl die gefragten Facharbeiter auf dem Arbeitsmarkt. Gefragter als jeder MINT. Und ich maße mir nicht an, einzuschätzen wer gut ist oder nicht. Aber laut gängigem Maß hat’s was mit Noten & Gauss zu tun.

      Bafög ist ein Bürokratischer Krampf, der mehr kostet als würde man ungeprüft Kredite vergeben.

      Das bezweifle ich. Was selbst geprüfte Kredite kosten sieht man derzeit an der Finanzkrise.

      Mann Gottes. Streite mit mir über ALLES außer über BAFÖG & Gesetze, die du zu 100% nicht kennst. Allein darauf antworten zu müssen ist eine Beleidigung. Und weil Banker unfähige gierige Bastarde sind ist eine sinnvolle Kreditvergabe nicht möglich?

      Soso. Beispiel=Beweis. Eine sehr gute Freundin von mir ist Tochter eine Bauunternehmers. Unternehmerlohn kannst da vergessen. Die sind froh, wenn sie die Gehälter zahlen können. Jetzt hab ich doch glatt nen ?Beweis? für beides. Die Mär ist, dass alle Unternehmerkinder reich sind. Dass Schindluder mit staatlicher Förderung betrieben wird, steht außer Frage. Nur noch mehr zu fördern, oder das Studium ?kostenlos? anzubieten vielleicht sogar bezahlt, wie so manche Forderung am Rande der Besetzungen lautete (Stichwort: Studenteneinkommen), bekämpft aber weder Ursache noch Symptom.

      REICHE Unternehmerkinder bekommen EINFACHER BAFÖG als arme. Wo unterscheiden sich unsere Aussagen denn? Wir sind uns doch beide einig, dass REICHE keine Förderung bekommen sollten. Das könnten unsere Jura-Leistungsträger ruck-zuck ändern. WOLLEN sie aber nicht. Und wer sich das Studium eben NICHT leisten könnte, der sollte Förderung bekommen. Sorry was du sagst ist für mich Neocon: Finka/Arzt Problem: unschön. Banken bekommen 2 Billiarden um NOCH mehr Zinsen von uns abzuzocken: unschön, könnte man mal im Auge behalten. Ein Student will keine 500 Euro im Jahr zusätzlich bezahlen: SKANDAL UNSOZIAL SOZIALBETRUG, SOFORT STOPPEN. So argumentiert unsere WWelle auch.

      Heute wird übrigens das KINDERGELD als Einkommen gerechnet.

      Quelle?

      Hierzu siehe oben Antwort auf “BAFÖG als Bürokratischer Krampf”. 200% dass du kein BAFÖG brauchtest oder wenn, dass es bei dir so “nebenher” floss und Du genau in die von dir gescholtene Gruppe der “Studenten die’s nicht brauchen aber bezogen” gehörst. Jeder der BAFÖG bekam und benötigte kennt die Gesetzeslage, immerhin füllt man jedes Semester Tonnen an BS-Fomularen aus. Quelle ist mein Leben und die deutsche Gesetzgebung.

      Und nur mal so: Das macht 9 Stunden Veranstaltung am Tag. Abzüglich 1 Stunde Pause = 8 Stunden. Mal 5 Tagen: 40 Stunden. Ein Prof. hat ein Lehrdeputat von ca. 8 Stunden in der Woche, ein Assi ca. 5. Davon geht die Hälfte in Sprechstunden, Diplomanden- und Doktorandenbetreuung. Bei 50% Vorlesungen und 50% Übungen und Seminaren einer Regelstudienzeit von 8 Semestern (die von allen eingehalten wird), benötigt man ca. 5*8+8*8= 104 Lehrende mit ganzen Stellen jedes Semester. Muss ja ne riesige Fakultät sein.

      Mathe ist wie Logik oder BAFÖG-/Sozialrecht nicht deine Stärke. Deine Rechnung verstehe ich nicht, bei uns haben 10 Professoren plus jeweils 3 Lehr-Assis für die 40 h Woche gereicht. Natürlich war an unserer Ausbildung nicht nur die eigene Fakultät beteiligt, insgesamt gab es noch 4 zusätzliche, hauptsächlich im Vordiplom (Mathe, Maschinenbau, Physik, je nach Wahl Chemie/BWL/Informatik/…). Dazu kommen betreute Praktika, die jeweils einen Tag/Nachmittag dauerten. Und natürlich das Aufgaben für Scheine rechnen. Lernen ist noch nicht drin, laut Professoren (was wissen die schon?) soll man nochmals so viel Zeit für Lernen wie für die Vorlesungen planen.

      Aber ich verstehe warum dich die jammernden Bachelors so ankotzen: für 40 h Woche braucht’s laut deiner Rechnung 104 Vollstellen-Lehrende. Real sind’s aber nur z. B. 20, also 1/5. D. h. ein Student hat für dich also die 8 h Woche, <2 h pro Tag. Echte Jammerlappen, das.

      Deine Aussage über Assis ist zwar für alle Doktoranden eine Beleidigung und geht komplett an der Realität vorbei, aber ich lasse sie mal stehen. Vielleicht findet sich ja unter den anderen Kommentatoren mal jemand der gerade Promoviert und der was zu "Realität vs. Hochschulrecht" sagen will bezüglich Arbeitszeiten etc…

    93. dr. Fox schrieb am 20. Februar 2010 at 13:41 - Permalink

      1. Ich habe hier langsam das gefühl, dass einige wieder fleißig Strohmänner zermetzeln.
      Wie wärs, wenn wir einfach mal bei der Realität bleiben.

      Zu den Studiengebühren gibt es an meiner Universität noch Semestergebühren in höhe von 200?. Ich zahle für jedes Semester also 700?. Dementsprechend wundert mich jetzt, dass die ganze Zeit davon geredet wird, dass die Studenten ja “nur” 500?/Semester(=6 Monate) aufbringen müssten. Ist meine Uni da jetzt ein Sonderfall oder wird das bewusst von einigen hier ignoriert?

      2.

      BAFöG liegt ja mittlerweile schon bei 600?. Zzgl. natürlich Unterhaltsverpflichtungen der Eltern und dem Kindergeld kommt man damit auf einen Betrag, von dem mancher Hartz 4?ler nur träumt

      Ich kenne mich nicht wirklich mit dem bafög aus. Ich habe es einfach beantragt und es ist ein Anspruch von 584? herausgekommen. Davon müssen meine Eltern mir 237? überweisen und den Rest (347?) kriege ich vom Staat.

      Wie kommt man denn bitteschön auf 600? bafög + Unterhalt + Kindergeld ? Alleine mit 600? Bafög + Kindergeld würde ich ja auf ca 770? kommen O_o .
      Wurde ich da von meiner Bafögstelle verarscht? Was muss ich denn tuen damit ich 600? vom Staat bekomme und meine Eltern mir dann zusätlich noch was zustecken müssen ?!

      Also entwder ist das mit den 600? + Unterhalt + Kindergeld eine dreiste Lüge, ich verstehe das Bafögsystem nicht oder ich werde entweder von der Bafögstelle oder meinen Eltern verarscht.

      Ich bin bis jetzt immer davon ausgegangen, dass jedem ein bestimmter Bafögsatz zusteht und der Betrag den der Staat auszahlt abhängig ist vom Einkommen der Eltern.

      Mal als fiktives Beispiel:
      grundsätzlicher Bafögsatz: 600?

      1. Reiche Eltern: gar kein Bafög.
      2. Eltern sind beide Harz4 Empfänger: Staat bezahlt 600? ; Eltern gar nichts
      3. Die Eltern verdinen etwas, aber nicht besonders viel: Staat bezahlt 350? und die Eltern 250?.

      Alle würden somit auf 600? kommen. Der einzige Unterschied liegt darin wie viel Geld man vom Staat überwiesen bekommt.

      Wenn man sich jetzt meinen Baföganspruch (584?: 347? vom Staat + 237? von den Eltern) anschaut und hier liest, dass man 600? + Unterhalt + Kindergeld bekommt, dann kann entweder die obrige Behauptung mit den 600?+Kindergeld+Unterhalt nicht stimmen oder entweder die Bafögstelle oder meine Eltern verarschen mich, weil sie mir nur die 237? überweisen, obwohl sie oben drauf eigentlich noch Kindergeld und Unterhalt packen müssten.

      Kann mir das mal jemand erklären?

    94. timmi schrieb am 20. Februar 2010 at 14:27 - Permalink

      Jeder 2te Industriekaufmann

      gelogen:
      http://www.boeckler.de/wvw_berufsgruppen_popup.html?page=berufsgruppe_0558.xml

      Schornsteinfeger

      auch falsch:
      http://www.ulmato.de/schornsteinfeger.asp

      jeder Handels-BWL AUSZUBILDENDE von DM, Lidl & Co

      wohl auch nicht, wobei ich unter handelsbetriebswirtschaftslehre nix verstehe. Drogist ist zumindest das, was ein DM ausbildet.
      http://www.gehaltsvergleich.com/gehalt/Drogist-Drogistin.html

      Jetzt das: Zerspanungsechaniker sind wohl die gefragten Facharbeiter auf dem Arbeitsmarkt. Gefragter als jeder MINT.

      Was denn nu?

      Zerspanungsmechaniker, so er noch einen Job bekommt in Deutschland

      Und weil Banker unfähige gierige Bastarde sind ist eine sinnvolle Kreditvergabe nicht möglich?

      Nun ja, gegen eine sinnvole kann man ja nix haben. Dein Vorschlag war aber eine ungeprüfte.

      200% dass du kein BAFÖG brauchtest oder wenn, dass es bei dir so ?nebenher? floss und Du genau in die von dir gescholtene Gruppe der ?Studenten die?s nicht brauchen aber bezogen? gehörst.

      Nope. Das heißt gebracuht hab ich es tatsächlich nicht. Ich war der mit dem Job, wenn Du Dich erinnerst.

      Jeder der BAFÖG bekam und benötigte kennt die Gesetzeslage, immerhin füllt man jedes Semester Tonnen an BS-Fomularen aus.

      Und da Wette ich gegen. Würde sogar so weit gehen, dass 20% der Empfänger nicht wissen, wofür BAFöG steht. Von der Rechtslage ganz zu schweigen. Und Tonnen füllt man nur aus, wenn man nicht rechtzeitig verlängert. Das weiß nun wirklich jeder Empfänger.

      Deine Rechnung verstehe ich nicht

      Ist ja nicht mein Fehler. Dein Argument war, dass Du nicht arbeiten konntest, da Du von früh bis spät in Veranstaltungen sitzen musstest. Da hab ich einfach mal die Lehrverpflichtung aufsummiert, die für ein solches Angebot entstehen würde. Aber hast ja mittlerweile, wie schon so vieles, wieder relativiert.

      für 40 h Woche braucht?s laut deiner Rechnung 104 Vollstellen-Lehrende. Real sind?s aber nur z. B. 20, also 1/5. D. h. ein Student hat für dich also die 8 h Woche, <2 h pro Tag.

      Da Du davon ausgehst, dass ein Lehrender das fünffache seines Deputats unterrichtet, teilst Du die Anzahl der SWS der Studierenden durch 5? Und mir eine Matheschwäche vorwerfen.

      Gib doch einfach mal Butter bei die Fische. Außer Unterstellungen und Behauptungen kommt nicht viel.

      @Dr. Fox

      Zu den Studiengebühren gibt es an meiner Universität noch Semestergebühren in höhe von 200?.

      Ist das der Solidarbeitrag ans Studentenwerk? Und das Semesterticket? Zumindest in Bayern darf die Verwaltung nämlich keinen Beitrag mehr einfordern. Und bei den anderen Punkten erhältst Du entweder eine Gegenleistung oder sie werden dafür verwendet extrem armen oder benachteiligten z.B. vergünstigten Wohnraum zu Verfügung zu stellen (oder auch die Mensapreise zu drücken, oder die Rechtsberatung für Studierende zu bezahlen).

      meine Eltern verarschen mich, weil sie mir nur die 237? überweisen, obwohl sie oben drauf eigentlich noch Kindergeld und Unterhalt packen müssten.

      Würde ich zwar nicht so hart ausdrücken, aber je nach Deiner persönliche Situation (z.B. wo Du wohnst), wäre es möglich, dass Dir zusätzliche Leistungen (wie das Kindergeld) von Deinen Eltern zustehen.

    95. Axel schrieb am 20. Februar 2010 at 14:36 - Permalink

      @93 dr. Fox am 20. Februar 2010 um 13:41

      Also ich kann Dir das nicht erklären. Aber ich kann sagen wie es früher war: vor etwa 40 Jahren. Nach dem was Du schreibst muß ich auch erst mal nachgeholfen werden, wie sich das System heute darstellt.

      Aber früher wars wohl einfacher. Der Satz wurde nach dem Einkommen der Eltern berechnet und das Bafög wurde vom Amt überwiesen. Irgendeine verordnete Teilung zwischen Staat und Eltern gab es m. E. nicht. Ich bekam meine ich, so 500 DM Höchstsatz, ne Mietbeihilfe war auch noch dabei oder drin. Wenn jemand 300 bekam, so mußten halt die Eltern was dazuschießen oder ???
      Also von den 500 DM konnte man leben. Für einen Urlaub oder Extras mußte man allerdings in den Semesterferien im Kalksandsteinwerk oder aufe Zeche (Übertage) arbeiten.

      Also ich dachte immer, auch heute bekommt jemand dessen Eltern wenig verdienen (in regulärer Arbeit) das Bafög vom Staat. Das das nur noch für Hartz IV-Bezieher gelten soll wäre wieder eine Überraschung zu Früher. Aber 40 Jahre sind ja auch eine lange Zeit.

    96. kapiernix schrieb am 20. Februar 2010 at 15:30 - Permalink

      Also meines Wissens ist der generelle Höchstsatz 650? allerdings muss man dazu selbst Versicherung (Kranken- & Pflege…) zahlen und man muss in einer Wohnung (nicht die der Eltern) mit einer Miete > 220 ? wohnen. Der Bedarf wird demnach auch danach berechnet, wo man wohnt und was man für ausgaben hat. Wieviel man dann an bafög bekommt ist noch davon abhängig, wieviel die Eltern verdienen (und falls noch Geschwister im Haushalt der Eltern leben wie viel diese verdienen). Außerdem wird noch das gesamte Vermögen (Konten, Bausparverträge o.Ä.) des Antragstellers eingerechnet allres über 5200? wird anteilig vom bafög abgezogen.

      Das erstmal als grober Überblick.

    97. Ranger schrieb am 20. Februar 2010 at 16:06 - Permalink

      @dr. Fox:
      Stimmt schon, die “Semestergebühren” oder wie auch immer man die nennt gab’s schon immer. D. h. der Student Zahlt für’s Studium pro Semester sicher > 500 Euro, ohne Ausgaben für Prüfungs-/Labormaterial etc., was häufig noch dazu kommt. Fällt halt durch’s Raster, Realität – welche noch durch seine Gesetze geformt wird (!) – interessiert den Gesetzgeber doch nicht (s. oben meine Aussage zu Regelstudienzeiten!).

      Ich bin bis jetzt immer davon ausgegangen, dass jedem ein bestimmter Bafögsatz zusteht und der Betrag den der Staat auszahlt abhängig ist vom Einkommen der Eltern.

      Es existiert eben ein individueller, virtueller Höchstsatz, der sich in einem gewissen Rahmen nach Situation errechnet (s. Post kapiernix). Von diesem wird der Unterhaltsanspruch gegen die Eltern abgezogen, die Differenz bekommst Du ausbezahlt.

      (Axel)

      Aber früher wars wohl einfacher. Der Satz wurde nach dem Einkommen der Eltern berechnet und das Bafög wurde vom Amt überwiesen. Irgendeine verordnete Teilung zwischen Staat und Eltern gab es m. E. nicht. Ich bekam meine ich, so 500 DM Höchstsatz, ne Mietbeihilfe war auch noch dabei oder drin. Wenn jemand 300 bekam, so mußten halt die Eltern was dazuschießen oder ???

      @Axel:
      Ist jetzt nur eine Formale Sache in deiner Aussage, aber das Bafög ist das nachrangige “Ausfallsgeld”, d. h. die Eltern zahlen, der Staat schießt zu. Nicht umgekehrt!

    98. dr. Fox schrieb am 20. Februar 2010 at 16:34 - Permalink

      dankeschön für die erklärung.

      Das würde also bedeuten, dass ich mehr Geld kriegen würde, wenn ich mir jetzt ne große Wohnung suchen würde? Da ist man ja verrückt, wenn man das nicht ausnutzt. Mir stellen sich jetzt noch ein paar Fragen(z.B. ob es wie bei harz4 eine obergrenze des Wohnraums gibt und was passieren würde, wenn ich in einer 45qm luxuswohnung wohnen würden), aber ich glaube, dass is der falsche Ort um sich nun über bafög zu infomieren. Wenn ich mal zu viel zeit habe, dann werde ich mich mal drüber informieren.

    99. Ranger schrieb am 20. Februar 2010 at 16:46 - Permalink

      Naja, Bafög muss man ja zurückzahlen, heute wohl nicht mehr die “volle Hälfte” wie früher (sondern “nur” bis 20.000 Euro), aber das ist doch auch schon ein Grund nicht zu viel “abzuholen”.

      Das Gesetz ist (zumindest war) eher kompliziert, ja informiere dich aber erwarte nicht zu viel!

      Und ja, Harzler haben (theoretisch) harte Ausgabenbeschränkungen vor allem für Wohnraum. Wie die umgesetzt werden ist eine andere Sache. Weder Harz IV noch Bafög machen “Spaß”. Sollen sie nicht, tun sie nicht. Fall erledigt…

    100. kapiernix schrieb am 20. Februar 2010 at 18:04 - Permalink

      @98

      Es sind eigentlich ‘nur’ 10.000 ? die man maximal zurückzahlen muss, und je nach eigenen Leistungen kann das auch noch weniger werden als die hälfte.

    101. Ranger schrieb am 21. Februar 2010 at 01:26 - Permalink

      Oh tatsächlich. Galt leider nicht mehr für mich.

      Die ermäßigte Rückzahlung gab’s früher auch, und falls sich daran nichts geändert hat ist die auch so gut wie nicht zu erreichen. Sie ist nämlich u. a. an die Förderhöchstdauer gekoppelt. Die Note hatte ich erreicht (glaube man muss zu den 30% der besten des Jahrgangs gehören), aber die Zeitforderung war – u. a. wegen der von mir schon geschilderten Regelstudienzeit-Problematik – IMHO nicht realistisch einhaltbar.

    102. kapiernix schrieb am 21. Februar 2010 at 08:46 - Permalink

      Ja die Regel mit den 30% der Besten gibts:
      http://www.sozialleistungen.info/con/bafoeg/bafoeg-rueckzahlung.html

      Herrlich finde ich ja folgende Stelle:

      Pauschal wird hingegen ein Nachlass über besonders schnelle Studienleistungen gewährt.
      Schließt der Leistungsempfänger sein Studium mindestens vier Monate vor Ablauf der Förderungshöchstdauer ab, wird ihm ein Nachlass von 2560 Euro auf die Rückzahlung gewährt. Bei Abschluss des Studiums zwei Monate vor Ende der Förderungshöchstdauer wird ein Abschlag von 1025 Euro gewährt.

      Wieviele ppm der Studenten das wohl schaffen?

      Irgendwo hatte ich mal was gefunden, wo man genau sieht wieviel einem prozentual erlassen wird.

    103. Ranger schrieb am 21. Februar 2010 at 12:46 - Permalink

      Davon abgesehen sind die Ermäßigungen lächerlich. Naja, einem geschenkten Gaul…

      Das Schlimme finde ich an den Diskussionen hier, dass anscheinend eine Politik und Gesetzesgläubigkeit herrscht die mich wirklich an der Menschheit zweifel lässt. Natürlich ist alles, was unsere Politik in Gesetze packt wohl durchdacht und an der Realität ausgerichtet, z. B. wie lange ein Studium dauert und wie viel man zum leben benötigt. Dabei scheint es den leichtgläubigen nicht mehr aufzufallen, wenn solche Gesetzte in sich zusammenfallen – was sie regelmäßig tun!

      Witzig ist auch, dass ein Westerwelle und andere Gutscheine ausgeben will, weil das Volkpack ja nicht mit Geld umgehen kann. Hat die Regierung Geldsorgen wird aber die Steuer erhöht, uns sei’s durch Hintertürchen (Einkommenssteuer die Reiche trifft senken, Mehrwertsteuer für alle erhöhen).

      Und um bei der Uni zu bleiben: was könnte den Studenten denn mehr nutzen als der 100% effizienten Univerwaltung die Studiengebühren in die Hand zu drücken? Genau: ALLES!

      Unsere Politiker, zusammen mit hunderten externen Beratern schaffen es nicht ein Steuergesetz auf die Beine zu bringen, welches nicht genau DIE LÜCKE ENTHÄLT die es schließen soll. Von Internetsperrgesetz ganz abgesehen. Ich hab eine Idee: diese Heuler zum Schneeschippen, denn Leister sind das nicht!

    104. Denker schrieb am 22. Februar 2010 at 13:59 - Permalink

      Ich kann nur denjenigen, die sich hier völlig unkritisch für Studienkredite, Darlehen bzw. Bafög (auch ein Darlehen, Kinders!!! Vor Kohl war das noch anders! Denkt einfach mal noch und labert nicht so historisch inkompetentes Zeug) einsetzen, den Stinkefinger zeigen. In einem Land wie Deutschland müsste sich streng genommen niemand verschulden für sein Studium oder seine Ausbilundg! So weit sind wir schon gekommen, dass wir das einfach so hinnehmen…

      Das sage ich als jemand, der kein Bafög-Darlehen erhält, stolz darauf ist, später mal schuldenfrei ins Berufsleben zu starten und nebenher arbeiten geht, um sich das Studium zu finanzieren. Wer weiß, ob ich den BA nun in acht, zehn oder zwölf Semestern schaffe. Das spielt auch keine Rolle: denn ich kann nur in dem Tempo studieren, wie ich es mir selbst zumuten kann und selbst merke, dass sich (breite) Bildung auch oder gerade erst durch genügend Freizeit “setzen” kann und muss. Alles andere ist einfach inhuman und das kann jeder Psychologe wissenschaftlich durch kognitive Studien empirisch beweisen (auch wenn es einem der “gesunde Menschenverstand” ohnehin sagen müsste). Ein bisschen Geld bekomme ich von meinen Eltern, was nicht viel ist, aber auch das finde ich nicht verwerflich, denn wir leben schließlich in einem – auf dem Papier stehts noch – sozialen Bundesstaat, wo es ein solidarisches Netz gibt und niemand, nicht einmal diese miese kleine Fascho-Bazille namens Westerwelle, kann uns das kaputtmachen. Wenn nicht die Familie, die Keimzelle der Gesellschaft, für die (Aus)Bildung der Kinder sorgen kann (das könnten sie nämlich locker, wären die Reallöhne in den 90ern nicht konsequent zurückgegangen usw.), dann muss eben die Gesellschaft durch Steuererhöhungen bei den Einkommensstärkeren dafür sorgen. Beides wird mit Schwarz-Gelb nicht passieren. Ich wollte nur noch mal kurz die Zustände und meine studentische Sicht schildern.

    105. Denker schrieb am 22. Februar 2010 at 14:02 - Permalink

      Mir würde es z.B. noch besser gehen, wenn ich noch ein bis zwei Jahre Kindergeld beziehen dürfte, aber selbst das haben die verkackten Neoliberalen uns gestrichen.

      Das hat alles System…man muss bloß die Zusammenhänge erkennen.

    106. Jörg Reinhardt schrieb am 24. Februar 2010 at 17:15 - Permalink

      @egal es geht hier nicht um Sozialromantik, sondern um Vernunft…

      Wir haben nicht genug Ärzte, Ingenieure, Facharbeiter, etc… und die Studentenzahlen sinken weiter, Betriebe finden keine geeigneten Azubis.
      Unsere durch Nachhilfe und “Eliteschulen” herangepeppelten Eliten stellen sich im internationalen Vergleich häuffig als Pfeiffen heraus.

      Am unteren Ende der Gesellschaft haben wir einen unerschöpflichen Vorrat ungebildeter Vollassis, die gerade so lesen und schreiben können.

      Selbst wenn sich Westerwelle mit Seinen Wahnvorstellungen von Zwangsarbeit durchsetzt, werden Uns Diese Leute mehr Geld kosten, als Sie erwirtschaften können und die ganze “Die sind doch alle selber schuld” Debatte macht sich ja supi in der Bildzeitung, ändert aber nichts an den Tatsachen.

      Niedriglöhner wie ich werden im Alter auf Sozialhilfe angewiesen sein, obwohl ich eigentlich bereit wäre mehr zu leisten, wenn mich irgendwer ließe.

      Und diese Gesellschaftsform leisten wir Uns, damit man mit Warentermingeschäften, oder Computer basiertem Echtzeittraiding weiter unverschämt reich bleiben kann…

      Das ist schlicht und ergreifend unvernünftig.

      Es geht mir nicht um eine Umverteilung von Reich nach Arm, sondern um eine Investition in das einzige Gut das wir in Europa haben: Menschen. Und dazu gehört es auch, den “Selberschulden” ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, damit wenigstens Deren Kinder eine Möglichkeit haben wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu werden.

      Außerdem wäre mal eine Neubewertung von Produktion und Dienstleistung im Vergleich zu Finanzgeschäften angesagt, denn nur so kann sich Arbeiten wieder lohnen.

      Das würde bedeutet Gewinne aus Vermögen zu besteuern, Ganztagsschulen mit kleinen Klassen gerade in schwierigen Gegenden einzurichten, Bafög das zum Leben reicht, Mindestlöhne zu schaffen, Neuverteilung der Sozialabgaben auf Alle die ein Einkommen haben zu erreichen, eben alles Dinge die den Entscheidungsspielraum der von Uns gewählten Politiker (egal welche) schon seit langem übersteigen.

      Ich hätte eine Lücke in der mangelhaften Ärzteversorgung füllen, können, ob Du mir nun aus Deinem Geiz und Deiner Kleinkariertheit heraus ein Studium gönnst, oder nicht spielt in dem Zusammenhang eigentlich keine Rolle.
      Viel Spaß bei Deinem nächsten Aufenthalt im Krankenhaus, aber Du bist ja sicher privatversichert ;)

    107. Holger.Fahrens schrieb am 8. März 2010 at 21:01 - Permalink

      Meine Eltern sind relativ wohlhabend. Dennoch kommt es auch in wohlhabenden Familien zu Misshandlungen und zur Erpressungen, mit denen die Wahl des Studienfachs vorgeschrieben werden möchte.
      Ich habe ein Jahr in einen Studium verbracht, welches ich nie wollte. Dann hatte ich endlich ich meine Eltern nach vielen Streitereien, nach vielen Nächten in denen sie mich nicht schlafen ließen, nachdem sie mich des Öfteren bedroht und mir ins Gesicht gespuckt hatten, überzeugen können, dass ich dieses Fach nie studieren wollte.
      Jedoch hängt mein Studienerfolg ständig wegen meiner unberechenbaren Eltern am seidenen Faden.
      Oder ich finanziere mir eben alles selbst. Bei einem Ingenieurstudium auf Bachelor habe ich große Bedenken, dass ich mein Studium und die -das Studium voll finanzierende- Arbeit nicht unter einen Hut brächte.
      Das Mittel des Vorausleistungsantrags ist eine Farce. Sollte ich diesen Antrag stellen, würden mich meine Eltern wohl unverzüglich auf die Straße schmeißen.
      Wohin sollte ich dann? An meinen Hochschulort erhalten Bedürftige bevorzugt (eigentlich ausschließlich) einen Wohnheimplatz. Leider gelten ausschließlich Bafög-Empfänger als bedürftig.
      Desweiteren ist es bei der Stipendienvergabe der meisten Stiftungen eine Voraussetzung bedürftig zu sein. Wiederrum wird Bedürftigkeit mit Bafög-Berechtigung gleichgesetzt. Ich weiß von einigen Mitstudenten, dass sie erheblich schlechtere Leistungen als ich erzielen. Sie bekommen aber im Gegensatz zu mir ein Stipendium, während ich mich gar nicht bewerben brauche, da ich in den Augen der meisten Stiftungen nicht bedürftig sei.
      Mir bleibt die GEZ-Gebühr nicht erspart, Bafög-Empfängern schon. usw.

      Generell lässt sich sagen, dass ich mit der Zeit mal mehr oder weniger einen Hass auf Bafög-Empfänger entwickelt habe; obwohl sie ja eigentlich nichts dafür können. Bei denjenigen unter den Bafög-Empfänger, die sich ? obwohl sie ein durch den Staat finanziertes Studium erhalten- als Benachteiligte stilisieren, bemühe ich mich nicht mehr, gegen das Hassgefühl anzukämpfen.

    108. Peleo schrieb am 8. März 2010 at 22:21 - Permalink

      @ 107

      Ich kenne einen ähnlichen, wenn auch nicht ganz so drastischen Fall. Für Konservative sind Kinder Eigentum der Eltern, über das sie verfügen können. Und deren Parteien bilden dies in den Konzepten zur Studien-”Förderung” ab.

      Einzige Lösung: Elternunabhängige Förderung. Teilweise Rückzahlung bei entsprechendem Einkommen nach dem Studium.

    109. noname schrieb am 8. März 2010 at 23:18 - Permalink

      Auch wenn es natürlich keine schöne Geschichte ist und ich dir viel Glück mit deinen Eltern wünsche: Wie häufig hört man von solchen Geschichten, verglichen mit Situationen in die Menschen kommen, weil sie studieren möchten, aber nicht das Geld dafür haben?

      Gibt um ein vielfaches häufiger Leute die komplett auf ein Studium verzichten, weil sie sich einfach keins leisten können. Dabei geht es nicht nur um Studiengebühren, sondern um Personen die schon in jungem Alter (<20) bei den Eltern finanziell aushelfen müssen.

      Die stehen dann vor einer Scheinwahl:
      1. Studieren, Bafög im Studentenheim beziehen, einigermaßen damit zurechtkommen und zusehen wie die Eltern auf der Straße landen
      2. Studieren und nebenbei arbeiten um sich selbst und die Eltern teils zu finanzieren. Rosige Aussichten, bei Bachelorstudium und Studentenlohn, Chapeau demjenigen dessen Leistungen nicht ganz nach wenigen Monaten nicht mal mehr für Bafög reichen
      3. Das Studium komplett sein lassen

      Oft stehen solche Studenten dann auch vor dem Problem dass sie teilweise bis drei Stunden oder sogar mehr (eigene Erfahrung) von der Universität entfernt wohnen. Jeder "normale" Mensch würde bei einer solchen Situation umziehen, aber sag das mal einem Studenten/Ex-Hartz-IVler..

      Nicht falsch verstehen, ich denke Studenten in Situationen wie Deiner sollten Unterstützung vom Staat erhalten, andererseits hättest du ja zumindest "theoretisch" eine Chance deinen Unterhalt einzufordern. Immerhin könntest Du Deine Eltern ja von Deinem Studiengang überzeugen, auch wenn die Chance noch so klein ist, bei anderen ist diese Möglichkeit von vornherein nicht existent.

    110. Griabiger Batzi schrieb am 15. März 2010 at 17:28 - Permalink

      Mir ging es ähnlich wie Holger. Mein Studium war die Hölle. Ich meine damit nicht die fachlichen Schwierigkeiten. Die waren weniger das Problem

      @Ranger

      Naja, Bafög muss man ja zurückzahlen, heute wohl nicht mehr die ?volle Hälfte? wie früher (sondern ?nur? bis 20.000 Euro), aber das ist doch auch schon ein Grund nicht zu viel ?abzuholen?.

      Es sind 10000?.

      10000? sind verglichen mit den 40000?, die ein nicht Bafög berechtigter KFW-Kreditnehmer zurückzahlen muss und die mit 6 bis 8% verzinst werden, nichts.

      @weisgarnix

      Also meines Wissens ist der generelle Höchstsatz 650? allerdings muss man dazu selbst Versicherung (Kranken- & Pflege?) zahlen und man muss in einer Wohnung (nicht die der Eltern) mit einer Miete > 220 ? wohnen.

      Dafür hat ein Bafög-empfänger einige Ermäßigungen wie z.b. die von Holger.Fahrens erwähnte Befreiung von der GEZ usw.

      @StefanK

      Das ist ja das Absurde, wer verklagt schon seine Eltern bzw. lässt diese verklagen.

      Eine Bekannte von mir hatte genau dieses Problem ? die Eltern waren nicht mit dem Studienwunsch einverstanden (Ingeniersstudiengang) und haben abgeblockt ? der Vater ist immer noch begeisterter Sportflieger.

      Ich kenne einige solcher Fälle.

      @Copoka

      Interessanterweise sind dessen Kinder beim Studium sogar besser dran als jene mit zahlungsfähigen aber nicht zahlungswilligen Eltern. Immerhin bekommen sie problemlos volles BAföG. Nicht so berauschend aber immerhin.
      Dass man davon nicht leben kann weiß ich allerdings.

      Ich hätte meine Eltern (A16-Beamter/Beamtin und eher noch besser verdienender Ehefrau/Ehemann) aus diesem Grund sofort gegen Transferleistungsempfänger eingetauscht.
      Meiner Ansicht nach kann man sehr gut vom Bafög-Satz leben.

      In solchen Fällen wird bei BaföG-Berechnung davon Ausgegangen, dass die Eltern ihrer Unterhaltungspflicht exakt nach s.g. Düsseldorfer Tabelle und sehr aufwendiger Einkommensberechnung nachgehen. Was dabei lediglich nötig ist ? eine schriftliche Erklärung von Eltern für das Amt.

      Das stimmt nicht. Es bedarf eines sich ewig in Länge ziehenden Verfahrens -ganz sicher länger als die hier genannten 6-Monate-, Kräfte raubenden Verfahrens, in dem beide Seiten mehrmals angehört werden müssen. Ausserdem gilt die Düsseldorfer Tabelle meines Wissens nur bei Kinder, die noch im Elternhaus wohnen.

      @Holger.Fahrens

      Generell lässt sich sagen, dass ich mit der Zeit mal mehr oder weniger einen Hass auf Bafög-Empfänger entwickelt habe; obwohl sie ja eigentlich nichts dafür können. Bei denjenigen unter den Bafög-Empfänger, die sich ? obwohl sie ein durch den Staat finanziertes Studium erhalten- als Benachteiligte stilisieren, bemühe ich mich nicht mehr, gegen das Hassgefühl anzukämpfen.

      Geht mir genauso. Mit der Ausnahme, dass ich viele der Bafög-empfänger und die Parteien, die so eine miese Kacke zu verantworten haben, wirklich nicht leiden kann.

      Ich schließe aus, dass ich jemals die SPD oder Grünen wählen werden.

      Die CDU hat wenigstens das Mittel der KFW-Kredite geschaffen, auch wenn es eigentlich ein Witz ist. Die FDP hat jetzt immerhin eine Stipendienvergabe angeregt, die sich ausschließlich nach der Studienleistungen richtet. (Die für mich zu spät kommt, da ich das Studium bereits hinter mir habe.)

      Eigentlich ärgere ich mich, dass ich die FDP anlässlich der letzten Bundestagswahl nicht gewählt habe.
      Mich regt dieser Bafög-Mist wirklich extrem auf, auch wenn die Zeit eigentlich schon längst vorbei ist. Trotzdem ist es mies und brennt immer noch auf meiner Seele.
      Die einen kriegen ein durch den Staat vollfinanziertes Studium und die anderen kriegen nichts. Sie müssen sich dafür noch pausenlos von Bafög-Empfängern anhören, dass sie ja wegen ihrer reichen Eltern so privilegiert seien.

      Die SPD, die CDU und die Grünen werden meine Stimme aus Prinzip nie mehr bekommen.

      @Jörg Reinhardt

      Oh man, du tust mir Leid. Ich kann deine Geschichte vollends nachvollziehen.
      Das Bafög-System ist sowas von irrsinnig und menschenverachtend.
      Der Witz ist, dass Du mit deinen Steuern auch noch diesen Scheiß bezahlst. (Wenn auch -bei einem Einkommen von 1200?- nur zu einem geringen Teil).
      Bei mir ist es mehr. Und es regt mich gnadenlos auf.

      @egal

      @ 6, Jörg Reinhardt

      Keine Frage: Zeitarbeit ist scheiße und muss weg. Stundenlöhne von 10 Euro sind scheiße und müssen weg. Das Krankenhaus (ich nehme an, du arbeitest im Krankenhaus) ist streng durchhierarchisiert und, so wird mir erzählt, man bekommt diese Hierarchie klar zu spüren. Unter dir kommt noch das Reinigungs- und Wachpersonal, bezogen auf die Angestellten mit medizinischen Aufgaben stehst du aber auf der niedrigsten Hierarchiestufe. Aber: deine Kollegen haben auch nicht Medizin studiert. Warum solltest du Medizin studieren dürfen und die nicht? Leistung? Die Gründe, die dich ein gutes Abitur machen ließen, und deine Kollegen nicht (oder gar keins), fallen doch nur zum kleinen Teil in deinen Verantwortungsbereich. Ein bildungsnahes Elternhaus, das Aufwachsen in einer Wohngegend mit guten Schulen, vielleicht noch eine genetisch bedingte überdurchschnittliche Intelligenz (falls die Natur da irgendeinen EInfluss haben sollte): das sind alles eindeutig Zufälle der Geburt; deine Schulkarierre verlief wahrscheinlich frei von Schicksalsschlägen, (Elternteil gestorben, Elternteil im Knast); das liegt teilweise auch an den Zufällen der Geburt (Elternteil im Knast); ansonsten ist es geburtsunabhängiges Glück. Ein kleiner Teil der Gründe, die dich ein gutes Abitur machen ließen, bleibt noch für deinen Verantwortungsbereich übrig;. wenn du es Leistung nennen willst, sage ich herzlichen Glückwunsch.

      Wichtig ist für die Gesellschaft, dass es genug Ärzte gibt. Betrachtet man den Bereich Ärzteausbildung, heißt das, dass die Universitäten jährlich eine bestimmte Zahl von Ärzten hervorbringen muss. Wie die Medizinstudenten ausgewählt werden, ist dabei egal. Ein Arzt aus armen Elternhaus ist kein besserer Arzt.

      Es gibt eine kleine Gruppe von Leuten, die in der Schule erfolgreich waren und aus finanziellen Gründen kein Studium abschliesen können. Die trommeln am lautesten gegen Gebühren. Sie akzeptieren die gesellschaftliche Hierarchie, wollen nur selber nicht unten stehen. Geht in Ordnung, wer will das schon. Aber, ein öffentliches Interesse, das staatliche Leistungen erforderlich machen würde, können sie nciht vorweisen.

      Die Pfleger können legitimerweise sagen: Wir möchten pro Stunde soviel verdienen wie Ärzte (Einnahmeausfall durch Studium eingerechnet). Dann hätten sie meine volle Unterstützung.
      Wenn aber ein Pfleger rumheult: Buah, ich hätte Geld vom Staat kriegen müssen, damit ich Medizin studieren kann und nicht in die Zeitarbeit muss, dann kann ich nur sagen: Halt die Fresse und wisch meinen Arsch weiter ab. Dafür wirst du bezahlt.

      Halt Du deine Fresse.

      Die geistigen Fähigkeiten eines Menschen sind nachweislich größtenteils genetisch bedingt.
      Warum soll ich für jemand aufkommen, der solche Kommentare abgibt?
      Angesichts Deiner Kommentare bin ich froh, dass es Hierarchien und nicht unerhebliche Einkommensunterschiede gibt.

      @Peleo

      Einzige Lösung: Elternunabhängige Förderung. Teilweise Rückzahlung bei entsprechendem Einkommen nach dem Studium.

      Die Gründe, die gegen ein elternunabhängiges Bafög sprächen, habe ich auch nie verstanden. Jetzt ist es für mich zu spät. Eigentlich egal, da mir das Gemeinwohl in Deutschland vor meinen Studium viel bedeutete, jedoch nach meinen Studium so gut wie nichts mehr.
      Anscheinend ist es für die Politiker akzeptabel, wenn einige Menschen Probleme haben, sich mit diesen Staat zu identifizieren.

    111. Ranger schrieb am 15. März 2010 at 20:33 - Permalink

      @110 Griabiger Batzi
      Also, ich stimme voll zu bezüglich der elternunabhängiger Förderung, aber:
      Ich kann einen Hass auf Bafög-Empfänger – die wirklich arme Eltern haben – kann nicht verstehen. Ich finde: “Meine Eltern sind scheissereich aber mögen nicht was ich tue und geben mir kein Geld” ist ein Luxusproblem und macht MICH wütend. An sich ist die Unterhaltspflicht gut und richtig und hier kann ausnahmsweise das BAFÖG nix für: Unterhalt GEHT vor!
      An deiner und Holgers (mannomann!) stelle würde ich eben doch den Klageweg gehen. Bei mir – wie beschrieben – war es das Wissen dass die Eltern nicht bezahlen konnten! Eure Probleme scheinen “anderer” Natur.

      KFW-Kredit ist auch nicht vernünftig. Und heutzutage auch nicht billig. Uns fehlen definitiv Studentenkredite. Aber wie ich auch schon schrieb um ehrlich zu sein: auch gute Jobs für Akademiker, mit denen sie diese abbezahlen können. Denn sonst trägt sich das System nicht selbst. Und meine Meinung dazu ist: in Zukunft wird’s für die Akademikermasse NOCH übler werden, da lohnen sich 40000? für ein Studium nie und nimmer.

      Hier in Stuttgart konnte man vom BAFÖG nicht gut leben, das Kellerloch ist trotz wegen hoher Miete erhöhtem Bafög-Satz deutlich zu teuer. Und ja ich kenne die Klassiker-Antwort darauf: dann geh doch im Osten studieren. Übrigens noch so ein Indikator für das Krüppelgesetz-BAFÖG.

      Und armes Deutschland, wenn man die FDP als Heilbringer sieht. Ich kenne niemanden der die FDP aus Programmgründen wählt. Immer nur aus Inselthemengründen. Die in Wirklichkeit nichts als Luftblasen sind. Und zu Stipendien habe ich schon etwas geschrieben. Ich HÄTTE aufgrund von Leistung eines oder mehrere bekommen – und das wäre ökonomisch und studientechnisch völliger Quatsch gewesen. Stipendien sind elitärer Sondermüll. Wieder nichts für die Masse der Studenten. Wählen Sie die FDP und sie bekommen für ihre Kinder ein NOCH teureres Studium ohne jede Fördermöglichkeit. DAS ist die FDP.

    112. Griabiger Batzi schrieb am 16. März 2010 at 05:27 - Permalink

      @Ranger

      Und armes Deutschland, wenn man die FDP als Heilbringer sieht. Ich kenne niemanden der die FDP aus Programmgründen wählt. Immer nur aus Inselthemengründen. Die in Wirklichkeit nichts als Luftblasen sind

      Das Stipendienprogramm der FDP sind keine leere Luftblasen. Jeder der zu den besseren seines Studiengangs gehört bekommt bis zu 300? im Monat dazu. Es zählen nur fachliche Kritierien, sprich die Noten.
      Ich finde das sehr gut.
      Diese Bundestagswahl stand ich vor witzigen Entscheidung, ob ich die Linke oder die FDP wählen sollte. Beide hatten es in ihren Programmen zumindest als ein Ziel ausgegeben, das Bafög elternunabhängig zu machen.

      Im Gegensatz zu den Grünen und der SPD.
      Des weiteren hatten SPD/Grüne/CDU sehr viel Zeit, eine gerechtere Studienförderung einzuführen. Passiert ist nichts.
      Die SPD und Grünen haben definitiv bei mir für immer verschissen.

      Der Witz ist, dass eine elternunabhängige Förderung den Staat nicht so viel Kosten würde. Da wird in anderen Bereichen wesentlich mehr Geld aus dem Fenster geworfen.

      An deiner und Holgers (mannomann!) stelle würde ich eben doch den Klageweg gehen.

      Ich bin schon fertig mit dem Studieren. Es lässt sich immer leicht über etwas reden. Wenn man dann selbst in der Situation steckt, ist es wesentlich schwieriger.

      Die eltern verklagen?
      Vielleicht nie wieder ein Wort mit den Eltern reden?
      Warum könnten Menschen wie Jörg, Holger oder ich nicht beides haben -Eltern und eine Studienförderung?
      Kinder von Hartz-4 Empfängern können auch beides haben.
      Ausserdem ist das nicht so einfach. Dieses Verfahren zieht sich ewig in die Länge. Ich kann mir schon vorstellen, dass dann Problematiken auftreten, wie Holger sie beschrieb.
      Wo soll er während der Zeit, bis Antrag durch ist, wohnen?

      Gut das würde noch gehen. Vielleicht bei Freunden.
      Aber wovon soll er in dieser Zeit leben?
      Ein normaler Bafög-Antrag dauert manchmal schon 6 Monate. Eine Unterhaltsklage wird auf jeden Fall noch länger dauern.
      Das ist wirklich ein schlechter Witz.

      Holger sollte es sich jedoch vielleicht wirklich überlegen, ob er es nicht doch wagt, seine Eltern zu verklagen.
      Sonst ergeht es ihm vielleicht wie Jörg. Vielleicht weißt ausdrücklich im Bafög Amt auf seine Situation hin.

    113. noname schrieb am 16. März 2010 at 08:38 - Permalink

      Wie alt bist Du, 12? Du findest das sehr gut was die FDP da über Stipendien erzählt.. aber bist Du Dir auch sicher dass du bei einem Studium heute wieder unter den oberen 30% landest? Es geht hier, falls Du es nicht bemerkt hast, nicht um ein Belohnungssystem für gute Studenten, sondern darum es allen die studieren wollen zu ermöglichen, unter menschlichen Bedingungen zu lernen.
      Und erzähl mir bitte nichts von wegen Bafög würde sehr gut zum (Über-)leben reichen, wie willst Du das beurteilen? Es reicht also wenn man nichtmal 100? nach miete und fixkosten monatlich hat, und da noch nicht mal das Essen eingerechnet ist? Manche Leute hier sollten wirklich mal ihren Scheiß laut vor dem Spiegel vortragen bevor sie ihn hier reinsetzen.. allein wenn ich wieder sowas wie “vom Staat vollfinanziertes Studium” lesen darf..

    114. Peleo schrieb am 16. März 2010 at 11:22 - Permalink

      @ Bazi, 112

      Des weiteren hatten SPD/Grüne/CDU sehr viel Zeit, eine gerechtere Studienförderung einzuführen. Passiert ist nichts.

      Stimmt – leider. Aber muss nicht so bleiben. Der Tanker fängt ja gerade an, den Kurs zu korrigieren. Und vergiss nicht: Die von Dir zu Recht verurteilten CDUSPDGRÜNENn wurden getrieben von der Ideologie Deiner FDP.

      Aktuell: Warum ist es “vernünftig”, wenn Sohn oder Tochter aus gutem Hause (sagen wir: Chefarzt) mit gutem Verhältnis zu den Eltern und deren Unterstützung wegen guter Leistungen noch 300 Euro Stipendium bekommt? Das Geld wäre gerechter UND sehr viel vernünftiger bei denen eingesetzt, die nicht es nicht so leicht hatten.

    115. Griabiger Batzi schrieb am 22. März 2010 at 02:10 - Permalink

      @noname, 113

      Du bekommst also ein -auch durch mich- vollfinanziertes Studium. Vielen Dank, dass Du mich deswegen auch noch beleidigst. In Zeiten knapper Kassen halte ich es sinnvoll, die jetzige Form des Bafögs zu überdenken. Man könnte zum Beispiel das Bafög zugunsten der kfw-Kredite ganz abschaffen.

      Ich halte das für sehr sinnvoll und werde meinen bescheidenen Einfluss geltend machen, dass auch dies in Erwägung gezogen wird.

      Und erzähl mir bitte nichts von wegen Bafög würde sehr gut zum (Über-)leben reichen, wie willst Du das beurteilen? Es reicht also wenn man nichtmal 100? nach miete und fixkosten monatlich hat, und da noch nicht mal das Essen eingerechnet ist? Manche Leute hier sollten wirklich mal ihren Scheiß laut vor dem Spiegel vortragen bevor sie ihn hier reinsetzen..

      Deine erbärmlichen Beleidigungen lassen mich kalt.
      Wenn das -durch mich mitfinanzierte- Bafög deinen Luxusansprüchen nicht gerecht wird, dann nimm doch einfach einen kfw-kredit.
      Abgesehen davon, dass ich im Studium mit viel weniger als mit 100? auszukommen hatte. Ich musste mir nämlich alles selbst finanzieren. Ich bekam aufgrund meiner reichen Eltern nichts- weder von meinen Eltern noch vom Staat. Dessen ungeachtet war mein Abschluss ziemlich gut.
      Mein Eindruck ist, dass über das Bafög jungen Menschen zu einem Abschluss verholfen wird, die aufgrund ihrer mangelnden intellektuellen Fähigkeiten anderenfalls niemals in der Lage gewesen wären, ein Studium abzuschließen.
      Hätten Bafög-Empfänger wirkliches Potential, könnten sie genauso wie ich ihr Studium ausschließlich selbst finanzieren und müssten keine Hilfe vom Staat bekommen.

    116. Fabi schrieb am 26. März 2010 at 21:20 - Permalink

      Ja, ich finde, zu hohe Studiengebühren sorgen dafür, dass immer weniger studieren können. Diese Bildung ist nur einem gewissen Stand vergönnt, deswegen ärgert mich es etwas. Ich würde leider kein Bafög bekommen, da meine Eltern angeblich zu viel verdienen. Dass wir manchmal nur schwer über die Runden kommen, interessiert hier aber keinen. Wenn ich sehe, dass Studieren so teuer ist, ist es für mich ein Hindernis.


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