Die Regenmacher
06. September 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Zwei Tage nach den drei Festnahmen im Zusammenhang mit angeblich geplanten Terroranschlägen in Deutschland haben die sicherheitspolitischen Hardliner um Schäuble und Beckstein Hochkonjunktur. Dabei verfallen sie in die altbekannte Klippschul-Logik, mit der in fernen Ländern schamanische Regenmacher ihren Erfolg und ihren Misserfolg erklären: Wenn es keine akute Bedrohung gibt, ist dies ein Zeichen dafür, wie gut die Behörden arbeiten – und das dies auch weiterhin gelingen kann, ist einzig und alleine davon abhängig, dass verschärfte Sicherheitsgesetzte umgesetzt werden dürfen. Wenn eine Ermittlung Erfolg hat, so ist auch dies ein Beleg dafür, wie hoch die Gefahr doch ist – dieser Gefahr kann man natürlich umso besser Herr werden, je schärfer die Sicherheitsgesetze sind. Sollte es in Zukunft doch einen erfolgreichen Terroranschlag auf deutschem Boden geben, so wäre dies natürlich ultimativ darauf zurückzuführen, dass den Behörden keine schärferen Sicherheitsgesetze zur Verfügung standen – darum müssen sie natürlich verschärft werden.
Wie man es auch dreht und wendet – in der Logik der hauptberuflichen Sicherheitsverteidiger hängt Wohl und Wehe des deutschen Glücks von der Einführung schärferer Sicherheitsgesetze ab, nur das ihre Argumente beim verängstigten Volk natürlich besser ankommen, wenn die virtuelle Gefahr konkretisiert werden kann. Nüchtern betrachtet hat der Ermittlungserfolg allerdings weder etwas mit der potentiellen Einführung der Online-Überwachung, noch mit anderen Gesetzesänderungen, die bereits von Schily oder Schäuble umgesetzt wurden oder umgesetzt werden sollen, zu tun. Wenn alle Tatumstände und Zusammenhänge, die von den Behörden bis dato veröffentlicht wurden, so stimmen, -wovon freilich nicht auszugehen ist- dann handelte es sich um einen klassischen Ermittlungsvorgang, bei dem polizeiliche und sicherheitsdienstliche Methoden angewandt wurden, die den Behörden seit langer Zeit zur Verfügung stehen.
“Fritzens Terrorzelle” hat, nach Angaben der SZ, über einen Webmailaccount kommuniziert – sie haben keine Mails verschickt, sondern ihre Nachrichten im „Entwürfe-Ordner“ hinterlassen, wo die Kommunikationspartner sie lesen konnten. Diese Form der Kommunikation ist mit hergebrachten Mitteln – eine richterliche Erlaubnis vorausgesetzt – recht einfach zu überwachen. Der Provider ist verpflichtet das Passwort an die Ermittlungsbehörden auszuhändigen, womit sie mitlesen und über die Logfiles problemlos die IP-Adressen der Kommunikationspartner und damit deren Standort in Erfahrung bringen können. Und all dies ohne Bundestrojaner.
Erstaunlicher ist es da schon, dass die komplette Medienwelt von einem riesigen Erfolg spricht – es gab 13 Verdächtige, von denen 10 auf freiem Fuß sind, im In- und im Ausland. Wenn die Behörden schon seit über einem halben Jahr “Fritzens Zelle“ observieren, so ist es keineswegs ein Erfolg, wenn man nur 3 Verdächtige festnimmt und anscheinend nicht mal konkret weiß, wo der Rest sich aufhält. Dies lässt zwei Schlüsse zu: Entweder die Behörden sind inkompetent oder der Rest von „Fritzens Terrorzelle“ ist gar nicht so gefährlich, wie es die Behörden suggerieren – sprich, man hat keine Anhaltspunkte, die für eine Anklage ausreichen, was verwundert, da sie ja direkt der „Zelle“ zugerechnet werden, was nach STGB gleichbedeutend mit der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation wäre.
Auf jeden Fall „retten“ die unbehelligten Verdächtigen die Behörden vor dem konkreten Abhandenkommen einer konkreten Bedrohung, die sich ja eigentlich gestern wieder „virtualisiert“ hatte. Was eine „konkrete“ Bedrohung und „konkrete“ Anhaltspunkte sind, weiß BKA-Chef Ziercke anscheinend selbst nicht so genau. In einem FAZ-Interview verneinte er zumindest gestern noch, konkrete Anhaltspunkte für Anschlagspläne zu haben. Eine sehr interessante Information, wenn man bedenkt, dass die heutigen Zeitungen voll von Fotos des Frankfurter Flughafens und diversen amerikanischen Militäreinrichtungen in Deutschland sind. Liest man zwischen den Zeilen, stellt man indes schnell fest, dass das Wissen ob dieser „Anschlagsziele“ keinesfalls von den deutschen, sondern von den amerikanischen Behörden stammt. Diese „wussten“ ja auch bereits im Mai, dass Anschläge auf US-Einrichtungen durch „Fritzens Terrorzelle“ unmittelbar bevorstehen sollten. Kann es sein, dass eine ebenso gewaltbereite wie dilettantische Gruppe von Homegrowns zu einer sinistren deutschen Al-Quaida hochstilisiert werden soll? Wie kann es sein, dass bereits im Mai Anschläge „unmittelbar“ bevorstehen sollten, wenn die Verdächtigen sich doch erst Monate später zum Chemikalienpanschen zusammengefunden haben?
Über diese Ungereimtheiten wird uns aber sicher das Orakel von Karlsruhe in Kürze aufklären – in der für Behörden typischen nebulösen Sprache, die wenig konkrete Schlüsse, dafür aber viel Spielraum für bedrohliche Interpretationen zulässt. Seit den Zeiten des „Deutschen Herbstes“ hat sich ein Paradigmenwechsel durchgesetzt. Haben die Terroristen der RAF noch in ihren Flugschriften selbst die Motivation und die politischen Absichten ihrer Terror-Taten verbreitet, so übernimmt diese Rolle nun das BKA, besser noch, der Innenminister selbst. Es ist schon erstaunlich, wenn der BKA-Chef mehr über die Intentionen, die psychischen Befindlichkeiten und die Anschlagsziele weiß, als die “Terroristen” selbst. Zwischen den Behörden scheint indes ein gewisses Kommunikationsdefizit zu herrschen. Sprach Verteidigungsminister Jung gestern noch von einer “unmittelbaren Bedrohung”, da die Vorbereitungen bereits sehr weit fortgeschritten waren, relativierte das BKA die Mittelbarkeit der Bedrohung auf eine “Anfangsphase”, während Fahnder vor Ort eher von Experimenten ausgehen, die noch weit entfernt von der Herstellung funktionierender Sprengkörper seien - all dies erinnert an die aufgeheizte Diskussion über virtuelle iranische Atomwaffen.
Glauben kann und sollte man den Behörden jedenfalls nichts – wie kann es sein, dass die Verfolgungs- und Ermittlungsbehörden in Zeiten, in denen ihre Kompetenzerweiterung ein Politikum erster Güte ist, das Informationsmonopol über sämtliche Details ihrer Ermittlungsarbeit haben. Dem Vorsitzenden des Geheimdienst-Kontrollausschusses Max Stadler merkt man in einem Interview, das er heute der SZ gegeben hat, förmlich an, dass er gerne mehr sagen würde, als er darf – zumindest versucht er die Lage zu beruhigen und den Ball flach zu halten. In einem Staat, der (verbal) so viel von Informations- und Meinungsfreiheit hält, ist dies allerdings zu wenig. Wo bleiben die Journalisten, die kritische Fragen stellen und der Sache auf den Grund gehen?
Da steh´n wir nun betroffen, der Vorhang zu und alle Fragen offen.
Jens Berger
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Bleibt irgendwie mal wieder alles am Prantl hängen.
Pax
@corax
Sieht ganz so aus :-(
Aber er hat ja “Schützenhilfe” vom Kollegen Leyendecker, der heute übrigens auch einen der wenigen besonnenen Kommentar geschrieben hat und ja sehr gute Quellen innerhalb der “Dienste” hat.
Same procedure as every year. Letzten Sommer die vermeintlichen Kofferbomber, diesmal die Bleichmittelbomber. Ich glaub, das wird eine jährliche Serie von gerade noch so verhinderten Terroranschlägen von Menschen, die sich dermaßen dilettantisch angestellt haben, dass die Anschläge auch ohne Eingreifen der Polizei nicht stattgefunden hätten.
Der “Erfolg” wurde dann grade in der Vorschau der Tagesschau ganz gut zusammengefasst:
(in etwa) “Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung würde einer Blitzumfrage zu Folge einer Beschneidung ihrer persöhnlichen Freiheiten zustimmen, falls dies zu mehr Sicherheit führt…”
Das lief gestern schon im Fernsehen. Im anderen Süddeutsche Artikel stand dann wieder, sie hätten ihre Verfolger mit wilden Verfolgungsjagden abgehängt und sich in offene W-Lans gehängt und im August, wo die “heiße” Phase anfing, tatsächlich auf einem(!) Rechner ein Verschlüsselungsprogramm installiert. Law & Order mit den deutschen Schreibtischhengsten…
Wenn diese Trottel einen Funken Verstand gehabt hätten, hätten sich nicht weiter gemacht, sondern erstmal ne ruhige Kugel geschoben, bis das BKA et al wieder abzieht. Oder jemand anders arbeiten lassen.
Ich könnte so kotzen bei jedem neuen Artikel der von der “Terrorgefahr” schreibt. Die guten Leute sind doch tot und nur noch Idioten übrig, die mit immer dem gleichen Sprengstoff, der eher beim Herstellen hochgeht als genau nach Plan, sich höchstens selber hochjagen.
Ob Du etwas zu verbergen hast, entscheidest nicht Du. Das entscheiden andere für Dich.
Gestern habe ich mal wieder im Radio einen der typischen Vertreter gehört: “_Ich_ habe nichts zu verbergen.”
Interessant finde ich, wie die Verblödungsmaschinerie mittlerweile entweder weite Teile der Bevölkerung erfasst hat oder wie im Umkehrschluss zumindest medial u.a. mittels “Umfragen” der Rückschluss erzeugt wird, dass weite Teile der Bevölkerung mit den sogenannten “Sicherheitspolitikern” konform gehen.
Wer überwacht die Überwacher?
Wer bestimmt, was legal und was illegal ist?
Diese beiden Fragen z.B. im Kontext Sachsen oder in Sachen “Kinderschutz”-Gesetze sind für sich alleine schon explosiv.
Thema “Kinderschutz” - wenn das neue Gesetz passiert, dürften mehr als 80 Prozent der deutschen Bevölkerung und 100% der Jugendlichen Kinderschänder sein:
Link : oraclesynd...
Und wenn man sich derartige Willkürgesetze betrachtet, dann von Becksteinschen “KKs” (Kleine Kommunen mit Kommunikationsverbot und Überwachung) hört, die “Datenpanne” bei der Bundeswehr, die “Datenpanne” bei dem sächsischen Verfassungsschutz, die Datenvernichtung durch die Polizei ohne Information der anlässlich des G8 Gipfels überwachten betrachtet, wenn man mal überlegt, was eigentlich ein sogenanntes “Terrorlager” sein soll, dessen Besuch zu einer Strafe führen soll. wenn man sich auf der Zunge zergehen läßt, dass Religionswechsel dazu führen soll, als “Topgefährder” totalüberwacht zu werden …
… usw. dann weiss man, dass man verdammt viel zu verbergen hat.
Wer sagt eigentlich, dass ein Staat vertrauenswürdig ist? Keine Gruppierung hat es jemals geschafft, soviele Menschen umzubringen, wie sie regelmäßig auch von sogenannten “demokratischen” Staaten umgebracht werden.
Alleine die ununterbrochenen Korruptionsskandale selbst bei “Sicherheits”- und Law&Order-Politikern wie 100.000DM-Schäuble mit “Erinnerungslücken”, Biometric-Aufsichsrat-Schily usw. sprechen eine komplett andere Sprache.
Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Die Frage ist, ob der restliche Körper noch gesund genug ist, die Krankheit zu kurieren.
Gruss
Die Klippschul-Logik erinnert mich an die Simpsons Folge mit der Bear Patrol. Lisa verkauft Homer einen Stein zum Tiger vertreiben. Hab leider nicht den genauen Wortlaut im Kopf.
@ Schwitzig
-> “_Ich_ habe nichts zu verbergen.”
Ja, das sagten auch viele, als das Bankeninformationsrecht (o.s.ä.) wegen des bösen Terrorismus´geändert wurde. “Mir ist das egal, ich bin ja kein Terrorist” - schön, die Finanzbehörden haben kurze Zeit später durchgesetzt, dass auch sie von diesem Recht Gebrauch machen dürfen … und zwar in Steuerrechtsfragen. Da hatten plötzlich doch ganz viele etwas zu verbergen. So schnell kann es gehen - und wer der Meinung ist ein erst mal vorhandenes unf funktionierendes Instrument würde wirklich nur im ursprünglich gedachten Sinn genutzt ist grundnaiv.
Ein illustres Beispiel, wie solche Methoden auch die Existenz Unschuldiger zerstören können, ist das des TV-Moderators Andreas Türck: Eine ziemlich gestörte Frau mit Verbindungen ins
Drogenmilieu erzählte am Telefon einer Freundin, dass Türck sie
vergewaltigt habe. Der Anruf wurde wegen Drogenermittlungen abgehört. Türck wurde wegen Vergewaltigung angeklagt und verlor seinen Job und seinen “guten” Namen. Später stellte sich heraus, dass es nur ein freiwilliger Blowjob auf offener Straße war
und die Frau eine chronische Lügnerin mit schwersten psychischen
Problemen, die sich bei ihrer Freundin wichtig machen wollte. Natürlich wurde er freigesprochen, aber seine Karriere war dahin. So etwas nennt sich wohl “Kollaterlschaden” - aber mit dem Maß der Überwachung, nehmen auch die “Kollateralchäden” zu. Herr Türck hatte sicher vorher auch gesagt:”Ich habe doch nichts zu verbergen.
@4, pnowak
Ja, den durchschlagenden “Erfolg” war in der Tat ein Schildbürgerstreich per exellence. Es ist die Rede davon, dass mittlerweile mehr als die Hälfte für die unsägliche “online-Durchsuchung” sei, obwohl keiner davon eine klare Vorstellung hat, was es eigentlich ist oder seien sollte. Und bei subjektiver Wahrnehmung der Gefahren steht “Terrorismus” mittlerweile an der zweiten Stelle nach der Eoro-Inflation *LOL*
Nadenn, dann gute Nacht …
“Nur zwei Sachen sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum nicht sicher bin.” Albert Einstein.
Ein wenig Hoffnungg macht mir noch die Tatsache, dass von “den Terroristen” sich nur ca. 1/3 fürchtet. Noch paar solche Schildbürgerstreiche und das Verhältnis kippt sich um.
Danke für diesen tollen Artikel. Als ich am Mittwoch morgens kurz die Nachrichten(?) anschaltete und Livebilder vom Frankfurter Flughafen sah, dachte ich es wäre etwas schlimmes passiert. Wie sich hinterher ja glücklicherweise herausstellte wurden lediglich drei Angehörige einer mutmaßlichen Terrorzelle festgenommen. Ich bin kein Freund von Angstmacherei und mir fehlen eigentlich die Informationen um den Fall ordentlich zu bewerten. Es wäre aber naiv zu glauben die Drei hätten das ganze Wasserstoffperoxyd gekauft um einen Friseursalon zu eröffnen. Gerade aus diesem Grund wünsche ich mir eine ordentliche Berichterstattung in den Medien, die die tatsächliche Gefahr darstellt und die Panikmache der immer gleichen Volksvertreter, die vornehmlich (aber nicht nur) aus dem christlich demokratischen bzw. christlich sozialem Milieu stammen. Ich werde Herrn Becksteins Auftritt kurz nach dem 9/11 bei Christiansen nie vergessen. Da saß er auf seinen Stuhl und mahnte:”Mit nur einer Kaffeekanne voll Milzbranderreger kann man die ganze Bevölkerung Deutschlands töten…” Mag sein, dass die Kaffeekanne eine Teekanne und der Milzbranderreger irgendetwas anderes war. Ich will nicht sagen, dass ein Herr Bednarz oder vielleicht ein Friedrich Nowottny Herrn Beckstein nach so einer Aussage komplett auseinander genommen hätten, aber ein wenig vorgeführt hätten sie ihn auf jeden Fall. Leider sieht man sich heute einer Pressewelt ausgesetzt, die fast jede Meldung ungeprüft übernimmt und aus der kleinsten Mücke einen Elefanten macht. Wenn einstmals angesehene Zeitungen “Bildmeldungen” übernehmen, dann kann etwas mit dem aktuellem Journalismusgewerbe nicht mehr stimmen. Da wird aus der rein hypothetischen Feststellung eines Tierschützers zur artgerechten Haltung von Eisbären in Zoologischen Gärten von Deutschlands größter Boulevard(!) Zeitung ein “Tierschützer wollen Knut töten” gemacht und von Flensburg bis Konstanz wird die offensichtliche Falschmeldung abgeschrieben. Es sind nicht nur die Sicherheitsfanatiker in der Regierung, die die Angst schüren. Die Presse und Medienlandschaft läßt sich auch immer wieder als Brandbeschleuniger missbrauchen. Der Nachrichtenmarkt ist hart umkämpft, daher muß man Verständnis für Herausgeber und Chefredaktionen haben, die vor allem auf Auflage und Einschaltquote ein Auge werfen. Das zweite Auge muß aber der Verantwortung gegenüber den Lesern und Zuschauern gewidmet sein, dies scheint in den letzten Jahren aber oft nicht mehr der Fall zu sein.
der artikel ist mal wieder erste klasse. schade das sowas nur von leuten gelesen wird, die schon selber ihre schlussfolgerungen gezogen haben. aber so fühlt man sich wenigstens ein bisschen weniger allein.
über die berichterstattung der medien kann man eigentlich nur lachen. allerdings ist die frage ihrer unabhängigkeit weniger lustig als die präsentierte inkompetenz. das medien aufgrund von inseraten und werbung nicht mehr unabhängig seien können sollte jedem klar sein. ich frage mich allerdings ob der ganze prozess der panik- und meinungsmache eher chaotisch oder zielgerichtet abläuft.
grüße,
ehle
@Spiegelfechter, Nr 10
Ja - das Beispiel Andreas Türk ist mir geläufig. Es ist sogar noch eines der harmloseren, denn z.B. Aktionen wie diese hier:
Link:
können komplette Familien für immer zerstören. Das nennt man dann “Kollateralschaden”.
Im Falle dieses Menschen half ihm alleine sein Ordnungsgtrieb und viel Glück. Je mehr Daten jedoch gesammelt und miteinander verknüpft werden, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit von False Positives, deren Leben im schlimmsten Fall dann einfach ausgelöscht wird.
Darüber hinaus werden Daten, die erreichbar sind, missbraucht.
Immer!
Das ist so sicher, wie der Selbsterhaltungstrieb, wie wir z.B. bei Missbräuchen in der umgekehrten Richtung (z.B. die verschwundene Festplatte bei Max Strauss und der folgende Freispruch) oder bei der Bundeswehr, bzw. beim BND und Verfassungsschutz sehen.
Parallel dazu sind Datenerhebungen wie die verheimlichte Online Überwachung (fälschlicherweise Onlinedurchsuchung tituliert) in erster Linie dazu geeignet, die Masse der Bürger einzuschüchtern, Freidenker zu bedrohen und ggf. Kritiker oder “Topgefährder”, die ja nicht unbedingt gefährlich sein müssen, sondern vielleicht auch einfach nur einen Korruptionsskandal entdeckt haben, vorsorglich durch Hinterlassung z.B. von Kinderporno-Beweisen rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen. Es geht darum, kommende Bewegungen und Widerstände bei der kommenden Verschlechterung der Lebensbedingungen zu kontrollieren, zu steuern und im schlimmsten Fall zu bekämpfen. Dieser Schutz dient jedoch nur einer kleinen Elite und ist damit zutiefst antidemokratisch.
Terrorismus kann man nicht verhindern, indem man die Symptome überwacht. Solange es Ungerechtigkeit und Bildungsprobleme gibt, wird es Terroranschläge geben und egal durch welche Sicherheitsmassnahme - es wird nicht ein einziger vermieden werden. Für jeden verhinderten Anschlag wird sich die doppelte Menge gesamtgesellschaftlich Benachteiligter oder Ausgegrenzter berufen fühlen, das Werk fortzusetzen, denn die Ursachen werden nicht nur nicht bekämpft, sondern z.B. wie in Afghanistan erst noch geschaffen.
Ich behaupte, dass unsere Regierung sogar dringend Terroranschläge benötigt, um die Praxispolitik der letzten 20 Jahre konsequent zum Vorteil weniger und Nachteil vieler fortzuführen.
In diesem Lichte sollte man die “professionellen Terroristen” und die abgeleiteten Massnahmen betrachten, zumal wir als Fadenkreuzland immerhin schon genau 0 Opfer durch islamistischen Terror zu beklagen haben.
Gruß
Nachtrag - ich kriege das mit den Links nicht hin :-)
Hier ist er:
lawblog.de...
Wie pervers dieses System mittlerweile funktioniert.
Der Pavlovsche Beißreflex ist mittlerweile so ausgeBILDdet, man muß wirklich den Brechreiz der “Normalität” unterordnen, ansonsten wäre die nächste Flutkatastrophe eine zum Himmel stinkende.
Vom Klima mag ich gerade gar nicht reden. ähmmfaktor schreiben
Komisch irgendwie hab ich grade dieses Gefühl eine Quelle in einem Geschichtsbuch über den Vormärz gelesen zu haben. Ich mag nur nicht dran denken was am Ende dabei herrauskam.
Es ging und geht nicht um unsere Sicherheit, es geht einzig und alleine um die Sicherheit der Machthaber.
Die Sicherheit der Bürger, unsere Sicheheit, wird ganz konkret durch rechten Gewaltterror bedroht.
Ich hätte nie gedacht, dass die Rechten in Deutschland unter der Führung von Merkel Schäuble mal die Kasernen, die Truppenübungsplätze und Flugplätze der Bundeswehr und der US-Army als terroristische Camps qualifizieren würden und deren Angehörige als Terroristen strafrechtlich verfolgen werden.
Ich warte nur seit Stunden darauf ,dass diese Meldungen über die Newsticker laufen und in Rammstein die Verhaftungswelle läuft, die KSK aufgelöst und nach Karlsruhe geflogen wird, als Täter….Nur, irgendwie kommen davon keine News ???
Von der Webseite von Roth (großer Chemikalien- und Laborbedarfshändler):
Wir unterliegen, als Produzent und Lieferant von Chemikalien und Laborhilfsmitteln, bestimmten gesetzlichen Auflagen. Aus diesem Grund benötigen wir von Ihnen folgende Bescheinigungen:
o Einen Gewerbeschein, da wir nicht an Privatpersonen liefern dürfen.
o Eine Erklärung, dass die von Ihnen bestellten Chemikalien nur für legale Zwecke verwendet werden.
o Eine Erklärung, dass Sie die nötige Sachkenntnis im Umgang mit den von Ihnen bestellten Chemikalien
haben.
carl-roth....
Sigma-Aldrich handhabt das ähnlich und sicher auch alle anderen Firmen, die in Deutschland verkaufen. Wer hat denen das bloss verkauft in Hannover?
@25, SoE
> Wer hat denen das bloss verkauft in Hannover?
>
Guckst du hier -> cgi.ebay.d...
:)
Gibt’s auch andere wie auch Unkraut-Ex und sonstiges, womit sich einiges zusammenmischen lässt.
Das ist und bleibt das kleinste Problem.
COPOKA.
Ne, ehrlich gesagt kann man damit nicht viel anfangen.
Hinweis:
Zur Funktion des Oxydators benötigen Sie stabilisiertes Wasserstoffperoxyd (H2O2)(Bitte beachten: Es gibt auch nicht stabilisiertes und destabilisiertes Wasserstoffperoxyd. Diese Lösungen sind zur Verwendung im Oxydator nicht geeignet!).
Die meisten frei verkäuflichen Chemikalien sind so behandelt, dass man damit wenig ausrichten kann, bzw sie nicht gleich zerfallen. zooplus.de...
Wie kann man bitte chemisch reines H2O2 -> cgi.ebay.d...
so behandeln, dass es nicht zerfällt?
“Zu Aufbewahrung liegt ein grüner, gasdurchlässiger Verschluss bei.”
Wofür wohl?
MfG
C.
@27&28:
Hört sich nach typischem FUD an, damit man seine überteuerten Verbrauchsmaterialien an den Mann bringt.
Yihaaaaa, deren Webseite hat erstmal 5 Fehlermeldungen… Aber im Ernst, wenn man jeder Firma, die keine Sicherheitsdatenblätter neben ihren Chemikalien bereit stellt, mal das Gewerbeaufsichtsamt vorbeischicken würde, dann erledigt sich die Beschaffung auch bald.
Trotzdem haben die immer noch 730 kg und nicht nen Liter gekauft.
@29: Wieso FUD? Bei Begasung von Teichen will man die Reaktion von Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff ja kontrollieren und nicht drauf warten (oder überrascht werden) wann es zufällig passiert. Also stabilisiert man es erst und nutzt dann Katalysatoren um bei Bedarf Sauerstoff frei zu setzen.
Hallo SoE.
Auch wenn meine ebay-Links nicht ganz seriös gemeint waren, notwendige Ingridienten für x-beliebige Knalle sind immer zu beschaffen. Am einfachsten im naheliegenden Baumarkt. Ich verstehe sowieso nicht wieso alle so auf TATP ab sind. Das Zeug ist extrem aufwendig in Herstellung, besonders wenn es um 100-te kg geht, und sehr gefährlich in Handhabung. Würde Fritzchens Terrorzelle wirklich damit anfangen, so würden sie sich selbst schon bei Herstellung erstes Kilo in die Luft jagen.
Es gibt so viele gute und sichere Rezepte dafür. Meine Wahl wäre z.B. Pyroxilin - hatte früher sehr gute Erfahrung damit gemacht.
Das ist und bleibt das kleinste Problem.
Siehe dazu auch -> freace.de/...
MfG
COPOKA
PS. Vor einigen Jahren gab’s überall im Netz das Buch “Русская Кухня. Азбука домашнего терроризма” im DOC-Format.
D.h. “Russische Küche. ABC des Hausterrorismus”. Schon da lassen sich Dutzende durchaus brauchbare Rezepte finden. Das Buch ist immernoch im Netz zu finden, auch wenn etwas rarer geworden.
@33
Jau, in diesem Zusammenhang ist auch noch der Klassiker aus den 80ern zu erwähnen: “Forbidden Knowledge”, das immer noch überall zu finden ist, ist eine Sammlung aus mehr oder weniger nützlichen Tips nicht nur für Chemieexperimente, sondern auch aus dem taktischen Bereich.
Es ist schon wirklich auffällig, wie tumb die aufgeflogenen Möchtegern-Islamisten generell agieren. Ich behaupte, daß mit einigen team-erfahrenen und überzeugten Durchschnittsbürgern wesentlich “mehr” erreichbar wäre. Und ich hoffe inständig, daß es nicht notwendig wird, dies irgendwann aus Notwehr der eigenen Regierung gegenüber beweisen zu müssen.
Paul Watzlawick beschreibt in seinem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ im Kapitel „Die verscheuchten Elefanten“ die Geschichte von einem Mann, der alle zehn Sekunden in die Hände klatscht. Auf die Frage, was das denn solle, antwortet er: „Um die Elefanten zu verscheuchen.“, „Aber es gibt hier doch gar keine Elefanten.“ Darauf er: „Sehen Sie!“.
Und der Philosoph Karl Popper forderte in seinem Buch „Logik der Forschung“, dass jede Aussage, die prinzipiell überprüfbar sein soll, dann auch prinzipiell falsifizierbar sein muss, d.h. es muss möglich sein, eine überprüfbare Aussage prinzipiell zu widerlegen. Ist dies nicht der Fall, so ist die Aussage tautologisch, also immer wahr (im Sinne der Aussagenlogik), was aber keine Garantie dafür sein kann, das der Inhalt einer tautologischen Aussage in irgendeiner Weise mit der Realität verknüpft ist.
Watzlawick und Popper waren beides Österreicher, Schäuble ist Schwabe: vielleicht gibt es da einen versteckten Zusammenhang? ;)
Einst ging ich im Internetz so fuer mich hin
ein wenig rumzuposten kam mir in den Sinn.
Auch mich zu bedanken fuer manchen Gedanken
den ich hier gefunden zwischen den Zeilen.
Mir bleibt nur zu sagen man soll sich beeilen.
Weil Irrsinn zu stoppen bleibt sehr wenig Zeit,
denn am ersten Januar ist es soweit.
Von uns Kopf und Kragen in Dateien zu tragen
zu schnueffeln, zu rueffeln und zu verpetzen
muss Obrigkeit lauthals Worte nun wetzen.
Aufraffen, ab gehts und voll guter Dinge
dass uns, sprich dem Netzvolk, noch etwas gelinge.
Kommt nach! Geht vor! Zum Brandenburger Tor…
ab vierzehn Uhr dreisig September zweiundzwanzig
sonst werden die Daten auf der Festplatte wanzig.
drittes reich 2.0:
spiegel.de...
@40: Auweia. Cat Stevens unter Generalverdacht …
tja, jetzt kommt es doch raus…
tagesschau...
@david
Sehr interessant - ich bin ja mal auf die Sendung heute abend gespannt. Ist eigentlich mittlerweile schon irgendetwas über weitere Chemikalien berichtet wurden. Nur mit Wasserstoffperoxid kann man schliesslich keine Bombe bauen.
Nun ja, die beiden anderen Hauptchemikalien sollten auch nicht schwieriger als H2O2 zu beschaffen sein. Die Bastelanleitung ist im Netz ziemlich einfach zu finden …
@Zapp
Ja sicher - aber Du kannst Dich ja erinnern … “So nah die Gefahr!”. BKA und Innenministerien haben doch behauptet, das “Anmischen” des Sprengstoffes hätte unmittelbar bevorgestanden. Da würde ich doch - rein der Logik nach - erwarten, dass Fritzens Zelle schon alles beieinander hatte.
Da hast du natürlich recht, darüber, dass die beiden anderen Chemikalien gefunden wurde, habe ich auch nirgends was gelesen. Aber bei der Qualität unserer Medien muss das ja nicht unbedingt was heissen. Ich wäre jetzt naiv einfach davon ausgegangen, dass das nur nicht berichtet wurde. Aber man könnte da sicherlich mal nachhaken.
Als ich heute über die “neuen” Erkenntnisse zur IJU las, habe ich übrigens auch sofort an deinen alten Artikel zum Thema gedacht. ;-)
@Zapp
Vielleicht liest Benno Köpfer ja auch den Spiegelfechter ;-)
@ Zapp, Cheffe,
Die Bastelanleitung ist zwar einfach zu finden, aber hat die mal jemand gelesen? Wenn die tatsächlich mit der Mischerei angefangen hätten, wären die selber in die Luft geflogen wie man beim fefe hier nachlesen kann.
Pax
Wer weiß, wer weiß, vielleicht brauchte das BKA auf dringender, fast erzwungender Anweisung zum Jahrestag ganz ganz schnell ein Bekennerschreiben, und das “V-Schutzkompetenzzentrum” für “Islamisten” in BaWü hatte einfach keine passendes parat.
Im Link von David klingt es leise an, als ob es da Zank zwischen den Bundesbehörden und Landesbehörden gegeben hätte, und/oder erstere haben einfach schnell schnell selbst gehandelt haben.
Mal mir was, aber schnell: das ein Bekennnerschreiben in türkisch vom Fritzchen für usbekischen IJU dabei rauskam, konnte ja keiner erahnen und wurde einfach übersehen ;)
Vielleicht sieht die Risikobewertung von angehenden Selbstmordattentätern ohne wirklich clevere Hintermänner ja anders aus, als die von Hobby-Sprengmeistern?
Ach, Hintermännchen und Hinterfrauchen wird es schon gegeben haben, nachdem man Fritzchen und Co fast ein Jahr an der langen Leine und Dauerbeobachtung geführt worden sind. Scheint nur so, als ob die mediale Deadline 11.09 unbedingt eingehalten werden musste.
Fritzchen war ja die ganze Zeit nicht allein: er hatte ja objektiv sowohl Rundumversorgung aus den Staaten und vom BKA. Das wird Fritzchen nur nicht recht bewusst gewesen sein, der er zum Schauspieler mutieren durfte und musste ;)
Ja aber was warens denn nun für welche? Nen Haufen Idioten die zwar die Bastelanleitung nicht aber die Warnhinweise im Netz finden?
Oder ne hochgefährliche Terrorrzelle von der noch etliche Mitglieder auf der Flucht sind? Und die vielleicht noch einen Chemiker mit Profilabor an der Hand hatten? Oder Typen die ein Loch in eine JVA sprengen wollten?
Es passt halt nix zusammen, es ergibt keinerlei Sinn.
Pax
Nun ja, genügend Selbstbewusstsein wäre natürlich auch noch ein möglicher Grund, Warnhinweise zu ignorieren.
Der Prozess dürfte tatsächlich interessant werden.
Mhhh, jeder, der eigentlich nach Pakistan ein- und ausreist steht ab diesem Zeitpunkt objektiv auf der großen Nachrichtendienstliste des ISI, und damit eigentlich auch auf der Liste der CIA. So eine Reise ist wie ein unfreiwilliger Betritt zu einem Theater, dessen Spielregeln, Rollen und Akte einem nicht erklärt werden.
An überstrotzendes Selbstbewusstsein mag ich nicht glauben, eher schon daran, dass Ihnen klar gemacht wurde, sie wären absolut sicher, und bräuchten sich über nichts Gedanken machen.
Wer weiß, wer weiß…
Hallo Spiegelfechter,
ich hatte eben beim Monitor-Gucken auch das Gefühl, dass mir das alles irgendwie bekannt vorkommt. Und bin dann gleich hier gelandet. Allerdings glaube ich mich zu erinnern, dass Benno Köpfer auch schon vor einem Monat gesagt hat, die IJU würde es nur auf dem Papier/im Internet geben. Nur warum hat sich niemand für die Meinung des Verfassungsschutz im Ländle interessiert, obwohl die doch besonders kompetent sein sollen?
Ach die Medien werden doch eh alle von den Behörden bzw. Geheimdiensten beeinflusst->Stichwort “Operation Mockingbird”
Link-> freenet.de...
Nur so kann ich mir die ganze Desinformationen in den Medien erklären.
@Spiegelfechter wäre sicher mal auch für dich ein interessantes Thema für einen Artikel…