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  • Hallelujah!

    geschrieben am 25. Februar 2010 von Spiegelfechter

    Man stelle sich einmal vor, die Polizei würde den schwer angetrunken Papst am Steuer eines profanen Automobils anhalten. In Hannover! Unvorstellbar! Nirgendwo sonst wird der Unterschied zwischen den beiden großen christlichen Kirchen offenbarer, als bei der Affäre um die zurückgetretene EKD-Vorsitzende Bischöfin Margot Käßmann. Auf der einen Seite der unfehlbare Papst ? ein greiser Mann, Bayer, konservativ, moralisch unantastbar. Auf der anderen Seite die Bischöfin ? Frau, progressiv, geschieden, moralisch angreifbar. Wenn es einen Gott nach dem Bild der Christen geben sollte und er Sinn für Humor hat, so würde er sich sicherlich himmlich amüsieren. Ein alter Mann in Rom, der den Fels gibt, auf dem die Christen ihre Kirche aufbauten und von sich behauptet, er sei Gottes Stellvertreter auf Erden, und eine Frau, die Wasser predigt, Wein trinkt und nun ? da ihre Verfehlungen ans Licht der Öffentlichkeit kamen ? sogar zurücktritt. Welch göttliches Spektakel!

    Rücktritt ? für einen Papst ist alleine der Gedanke an einen solchen Schritt pure Blasphemie. Päpste treten nicht zurück, sie fahren allerdings auch nicht betrunken Auto. Fahren Päpste überhaupt Auto? Für solch weltliche Nebensächlichkeiten haben die Männer in Weiß doch normalerweise ganze Heerscharen devoter Diener. So ein Papst hat auch eine ganze Armee junger Schweizer Hellebardiere, die ihn in allen Lebenslagen behüten und beschützen. Selbst wenn der Papst sich – vom Messwein angeheitert – an das Steuer seines Papamobils setzen würde, käme kein Schupo auch nur in die Nähe des Heiligen Vaters. So gut hat es Bischöfin Käßmann nicht. Sie hat weder ein Käsomobil noch einen Fahrer ? geschweige denn eine Schweizer Garde, die sie vor den Unwägbarkeiten des Lebens beschützt. Die protestantische Theologin wird so Opfer ihrer eigenen Progressivität. Sie stürzt über eine unangenehme Sache, die einem ?echten? christlichen Würdenträger so nie passieren könnte.

    Katholiken haben es besser!

    Katholiken sind authentischer als Protestanten. So stellt man sich als Agnostiker auch einen echten kirchlichen Würdenträger vor ? eingehüllt in edles, wallendes Tuch, beringt mit güldenen Kostbarkeiten, den leiblichen Genüssen nicht abgeneigt und lebensfroh. Luthers Kinder haben mit diesen Stereotypen freilich nichts zu tun. Sie sind in schlichtes Schwarz gekleidet, frei von irdischen Preziosen ? spartanisch auch im Geiste, den Freuden des Lebens abgeneigt. Wer es noch nicht weiß ? der Katholizismus ist Religion light, modern, mit der garantierten Instant-Glückseligkeit. Ein Katholik darf sündigen, bis die Schwarte kracht ? nun gut, er darf das streng genommen zwar nicht, aber mit der nächsten Beichte ist eh jede Sünde vergeben. Wem der Weg in die Kirche zu weit ist, für den richtet der Papst zweimal im Jahr eine TV-Generalabsolution aus ? man muss nur das Urbi et Orbi im Fernsehen betrachten und schon sind einem alle Sünden vergeben und man hat eine reine Seele wie ein Neugeborenes. Neugeborene kommen übrigens seit zwei Jahren auch bei den Katholiken in den Himmel ? der deutsche Papst hat nämlich kurzerhand die Vorhölle abgeschafft.

    Davon sollten sich die Protestanten ein Stück abschneiden. Kann ein protestantischer Bischof überhaupt die Vorhölle abschaffen? Wahrscheinlich nicht, das ist nun einmal der Nachteil, wenn man dem Papst den Rücken kehrt. Die Katholiken schaffen mir nix dir nix die Vorhölle ab und die armen Protestanten müssen ihr ganzes Leben lang gottesfürchtig und sündenfrei leben ? für Katholiken ein Ding der Unmöglichkeit, schlimmer noch als die nicht mehr existierende Vorhölle.

    Selbst schuld!

    Margot Käßmann ist so Opfer ihres eigenen Glaubens geworden. Von einem Katholiken erwartet niemand, dass er sündenfrei bleibt. Welch wahnwitzige Vorstellung, wofür haben denn die Katholiken die Beichte erfunden ? ein echter PR-Schlager. Protestanten haben aber einen hohen Anspruch an andere Protestanten und vor allem an sich selbst. Während ein Katholik seine Sünden wegbeichten kann, muss so ein echter Protestant mit ihnen bis zum Ende seines Lebens ? und aus theologischer Sicht sogar weitaus länger ? hadern. Ein Rücktritt, so unverständlich er einigen erscheinen mag, ist da nur konsequent. Wären die Protestanten ein wenig katholischer, hätte die Bischöfin ihre Sünde beichten können und alles wäre Friede, Freude, Eierkuchen. Nun gut, wären die Protestanten etwas katholischer, wäre Frau Käßmann bestenfalls Laienpredigerin und nicht geschieden. Ihr männliches, ungeschiedenes – da zölibatäres – Pendant, wäre ? wenn er denn keine Fahrer hätte ? aber sicherlich mit einer Verwarnung davongekommen. Trunkenheit am Steuer ist bei Katholiken nämlich ein Bagatelldelikt, da haben katholische Kleriker ganz andere Sünden auf dem Kerbholz. Aber darüber spricht man in der katholischen Kirche nicht öffentlich, sündige Hirten kriegen stattdessen eine neue Schafherde zugewiesen ? je unangenehmer die Sünde, desto weiter weg die neue Herde. Wer wirklich sündige Menschen sucht, der sollte sich einmal katholische Pfarreien auf Feuerland ansehen ? Halleluja!

    Darf eine Bischöfin betrunken Auto fahren? Welch dumme Frage! Darf ein König an der Ladenkasse Zigaretten klauen? Darf der Bundespräsident mit dem Schlüssel von Schloss Bellevue nächtens den Lack von Luxuslimousinen zerkratzen? Darf die Kanzlerin eine Kneipenschlägerei anzetteln? Natürlich darf auch eine Bischöfin nicht betrunken Auto fahren. Aber muss sie deshalb gleich zurücktreten? Natürlich muss sie nicht, sie sollte es aber, will sie sich nicht selbst unglaubwürdig machen. Man kann nun einmal nicht Wasser predigen und Wein trinken. Es wäre erfreulich, wenn andere Persönlichkeiten genauso konsequent auf eigene Fehler reagieren würden. Putzig wirkt es da, wenn berufsaufgeregte Publizistinnen wie Alice Schwarzer aus der Affäre der betrunkenen Bischöfin ein Exempel im Kampf des Feminismus machen wollen. Nein, Frau Schwarzer, wenn Frauen schon Bischöfin werden wollen, dann müssen sie auch mit den moralischen Anforderungen an diesen Beruf zurecht kommen. Das ist Gleichberechtigung ? eine Frau soll ruhig Bischöfin werden dürfen, sich scheiden lassen und saufen, bis die Leber schwillt. Nur sollte sie dann allerdings auch genauso gnadenlos der hungrigen Meute zum Fraß vorgeworfen werden, wenn sie einen derart dämlichen Fehler begeht. Wer das nicht will, soll Katholik oder Feminist werden.

    Jens Berger

    75 Kommentare Print This Post
    Man stelle sich einmal vor, die Polizei würde den schwer angetrunken Papst am Steuer eines profanen Automobils anhalten. In Hannover! Unvorstellbar! Nirgendwo sonst wird der Unterschied zwischen den beiden großen christlichen Kirchen offenbarer, als bei der Affäre um die zurückgetretene EKD-Vorsitzende Bischöfin Margot Käßmann. Auf der einen Seite der unfehlbare Papst ? ein greiser ...
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    1. alles Unsinn…ich bin müde » Blog Archiv » Der Rücktritt

    75 Kommentare:

    1. Web-Archiv schrieb am 25. Februar 2010 at 19:31 - Permalink

      Frau Käßmann hat(te) drei Probleme:

      1. Sie ist eine Frau
      2. Sie ist Protestantin
      3. Sie ist gegen den Afghanistaneinsatz.

      Dadurch haben sich die Damen und Herren Redakteure unserer “Qualitätsmedien” gestört gefühlt und sie als vogelfrei erklärt. Was Dich, Jens, dazu veranlasst hat, diesen Artikel zu schreiben, obwohl ich mit ihm oder einem ähnlich formulierten gerechnet habe, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Als betrunkener CDU Politiker, als Mann mit der “rechten” Gesinnung, hätte sie ABER Menschen totfahren können. Als normaler bayerischer CSU Politker auch. Als katholische Würdenträgerin hätte sie sich an Kindern vergreifen können. Bei allem hätten die gleichen Damen und Herren “Redakteure” ihr noch vor der Aufklärung des Falls die [absolute] Absolution erteilt. Und dann hätten sie erstmal gegen die Ankläger gewettert und diese beschimpft.

      Aber sie ist nunmal eine Frau, eine Protestantin UND gegen den Afghanistaneinsatz.

    2. lana schrieb am 25. Februar 2010 at 19:40 - Permalink

      ein schmissiger artikel, doch leider trüben sachliche fehler den lesegenuss:

      - ein “sündenfreies leben” ist auch nach evangelischer auffassung für normalsterbliche nicht möglich und wird deshalb auch nicht verlangt – ohne dass man darunter eine aufforderung verstehen sollte, nun erst recht mist zu bauen.

      - beichte und buße gibt es auch bei den evangelischen (besonders bei den lutheranern wie frau kässmann), wenn auch nicht institutionalisiert wie bei der rkk.

      eine treffendere formulierung könnte darstellen, dass das protestantische über-ich wegen des lutherischen gewissensgedöns nicht so bequem auf einen priester externalisiert werden kann wie bei den papisten (stichwort: priestertum aller gläubigen).

    3. Spiegelfechter schrieb am 25. Februar 2010 at 19:42 - Permalink

      @Web-Archiv

      Frau Käßmann hat(te) drei Probleme:

      1. Sie ist eine Frau
      2. Sie ist Protestantin

      Seit wann ist diese ein Problem?

      3. Sie ist gegen den Afghanistaneinsatz.

      Da ist sie nicht allein.

      Dadurch haben sich die Damen und Herren Redakteure unserer ?Qualitätsmedien? gestört gefühlt und sie als vogelfrei erklärt.

      Quark – ich kann mich noch an die Lobeshymnen auf Frau Käßmann im SPIEGEL erinnern. Ist noch gar nicht lange her.

      Was Dich, Jens, dazu veranlasst hat, diesen Artikel zu schreiben, obwohl ich mit ihm oder einem ähnlich formulierten gerechnet habe, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Natürlich – ich weiß, dass meine Leser sich wünschen würden, ich würde hier positiv diskriminieren. Gleiche Regeln für alle! Egal, ob sie Frau oder Mann, Protestant oder Muslim, für oder gegen den Afghanistan-Einsatz sind.

      Stell Dir nur mal vor, uns Guido wäre besoffen Auto gefahren. Müsste ich das dann entschuldigen? Oder?

      Als betrunkener CDU Politiker, als Mann mit der ?rechten? Gesinnung, hätte sie ABER Menschen totfahren können.

      Ach sooo – und als betrunkene Bischöfin mit einer wieauchimmer Gesinnung hätte sie keine Meschen totfahren können.Liegt das an der Hand Gottes? Erklär mal ;-)

      Als normaler bayerischer CSU Politker auch. Als katholische Würdenträgerin hätte sie sich an Kindern vergreifen können. Bei allem hätten die gleichen Damen und Herren ?Redakteure? ihr noch vor der Aufklärung des Falls die [absolute] Absolution erteilt. Und dann hätten sie erstmal gegen die Ankläger gewettert und diese beschimpft.

      Blödsinn – kuck Dir alleine mal das aktuelle SPIEGEL-Cover an. Es wäre schön, wenn Du Deine Voruteile mal einem Realtiätscheck unterziehen würdest ;-) Nicht böse gemeint.

    4. Spiegelfechter schrieb am 25. Februar 2010 at 19:44 - Permalink

      @lana

      OK, ist ja auch “nur” eine Glosse. Da magst Du natürlich recht haben, ich suhle mich hier natürlich auch in halbgaren Vorurteilen. Auch bei den Katholiken ist das natürlich nicht alles 1:1 so, wie ich es “schmißig” schreibe ;-)

    5. HELLMOOD schrieb am 25. Februar 2010 at 19:44 - Permalink

      Bedenklich wäre es bei minderjährigem Wein , sogenannter Heuriger und der Frau Schwarzer das Recht auf einen rücktrittfreien Vollrausch!

    6. Axel schrieb am 25. Februar 2010 at 19:50 - Permalink

      Ich habe mit Religion nichts am Hut und muß Frau Käßmann von daher weder bedauern noch einen Extratadel aussprechen. Wegen mir hätte sie im Amt bleiben können. Aber ich hielt einen Rücktritt für wahrscheinlich. Das Sie wegen dieses Vorfalls nun hinrichtungsmäßig abgeschossen worden sein soll habe ich nicht mitbekommen. Aber vielleicht kann man mir ja Quellen nennen die etwas Anderes beweisen. Ich meine auch nicht, das sie sich dagegen nicht hätte zur Wehr setzen können. Ich hätte ihr jedenfalls beigestanden und verziehen.

    7. Fuzzy schrieb am 25. Februar 2010 at 19:57 - Permalink

      Alice Schwarzer hatte doch recht: Frau Kaessmann haette sich z.B. an Frau Erika Steinbach orientieren koennen. Dann haette sie vielleicht fuer den Ruecktritt wenigstens einen Kardinalsposten im Vatikan herausgehandelt.

    8. schwitzig schrieb am 25. Februar 2010 at 19:59 - Permalink

      @SF

      Aber muss sie deshalb gleich zurücktreten? [...]Es wäre erfreulich, wenn andere Persönlichkeiten genauso konsequent auf eigene Fehler reagieren würden.

      Mutig mutig,sich auf die totale Anarchie zu freuen. Deutschland ohne “Volksvertreter” …

      SCNR :-)

    9. Ichselbst schrieb am 25. Februar 2010 at 20:01 - Permalink

      “der unfehlbare Papst ? ein greiser Mann, Bayer, konservativ, moralisch unantastbar”

      ist das nun eine Reihe von … ja von was eigentlich?
      wie auch immer, ich als bayerische Protestantin plädiere dafür, endlich die Vorverurteilung der Menschen aus Bayern zu bekämpfen.
      Bayern ist nicht gleich greiser Mann, konservativ, …

      Vor allem, da ich davon überzeugt bin, dass nichts anders wäre, wenn der greise, konservative Mann aus Niedersachsen, Frankreich, oder von sonstwo her wäre.

      nix für ungut

      ichselbst

    10. egal schrieb am 25. Februar 2010 at 20:07 - Permalink

      Meine Meinung zum Rücktritt:

      Es gibt die Scheinheiligkeit der Pharisäer im Kirchendienst ? und es gibt die Scheinheiligkeit des kleinbürgerlichen Geiferers. Beide Scheinheiligkeiten befördern einander. Ohne den Wunsch des Pöbels nach Heiligen (mittlerweile säkular zurechtgestutzt) müsste der Heiligenschein nicht geschaffen werden. Umgekehrt hält der Nimbus der Perfektion die Perfektionserwartung aufrecht. Ich finds schade, dass Käßmann zurückgetreten ist. Sie hätte es auch aussitzen können. Eine Wasserpredigerin war sie nun wirklich nicht. Jetzt ist der Weg frei für einen neuen Hartz-IV-Huber. Super. EKD-Ratsmitglieder heißen Angriffskriege gut und Prügeln auf Arbeitslose ein ? zurück tritt nur der Trinker.

      PS: Dass die Oberhäupter der protestantischen Kirchen selber autofahren, verdanken wir 1918, und keinen religiösen Unterschieden. Insofern hinkt der Konfessionsvergleich.

    11. Andi schrieb am 25. Februar 2010 at 20:16 - Permalink

      Der Papst ist nicht pauschal unfehlbar.

      Der Papst behauptet nicht, Stellvertreter Gottes zu sein, sondern er ist Stellvertreter Christi auf Erden.

      Es sind schon mehrere Päpste zurückgetreten (ok, das letzten Mal war 1415 ;) ); es gibt sogar eine Regelung im Kirchenrecht dafür (Can. 332 §2).

      Außerdem wurde das Papst-Auto bei eBay verkauft, weiß doch jeder. :-D

    12. wollecarlos schrieb am 25. Februar 2010 at 20:17 - Permalink

      SPIEGELFECHTER schreibt

      originell,
      schmissig,
      erheiternd,
      amüsant,
      nachdenklich,
      nachdenklich machend,
      polemisch (in der guten Art!)
      sa-tierisch

      kurzum:
      endlich mal ein Artikel, den man auch als “Nicht-Linker” mit Genuß lesen kann.

    13. Gebintit schrieb am 25. Februar 2010 at 20:21 - Permalink

      Neugeborene kommen übrigens seit zwei Jahren auch bei den Katholiken in den Himmel ? der deutsche Papst hat nämlich kurzerhand die Vorhölle abgeschafft.

      Das habe ich gar nicht mitbekommen, vielleicht sollte ich dem Verein doch noch eine Chance geben. Immerhin entschuldigte sich auch Papst Johannes Paul II im Jahre 2001 für die Plünderung von Konstantinopel. (Die Eroberung und Plünderung geschah 1204.) Wenn das so weiter geht, wird schon im Jahre 2300 das Zölibat abgeschafft. Hallelujah!

    14. ppp schrieb am 25. Februar 2010 at 20:24 - Permalink

      Na, der Rücktritt vom Vorsitz war wohl unvermeidlich. Vom Bischöfinnenposten wäre ich aber nicht zurückgetreten.

      Äh, jedenfalls ist das Ganze aber schon etwas krude, wenn man bedenkt, wie der wievielte Missbrauchsskandal bei den Katholiken gehandhabt wird… die beschweren sich bei der Kanzlerin über Kritik….

    15. 2phunkey4u schrieb am 25. Februar 2010 at 20:28 - Permalink

      Ich finde es scheinheilig, wenn aus säkularem Hintergrund schreibende Autoren den Rücktritt irgendwie halb-theologisch untermauern wollen (und wenn nicht scheinheilig, dann doch zumindest sehr plump). Frau Käßmann hat nicht gesündigt (Meine Güte, wie in Dorfpfarreien früher gebechert wurde…ein wunderbarer Ausdruck der Menschlichkeit von Würdenträgern!), sondern bitteschön eine einfache Ordnungswidrigkeit begangen. Da gibt es erstens nichts zu beichten und zweitens brauchten in vielen Fällen, wie bereits gesagt, Amtsträger trotz weitaus schwerer Vergehen nicht zurücktreten. Das soll jetzt keine Rechtfertigung sein, aber ich halte den Rücktritt für unnötigen vorauseilenden Gehorsam vor den unter (10) genannten Erwartungen der Öffentlichkeit.

    16. Axel schrieb am 25. Februar 2010 at 20:35 - Permalink

      Sie hätte es auch aussitzen können.

      Wenn auch vielleicht das Richtige gemeint ist. Aussitzen konnte sie das nicht. Nein das hätte sie schon ganz offensiv und mutig angehen müssen. Aber sie hätte natürlich immer die Scheinheiligen und Selbstgerechten fürchten müssen.

    17. ul schrieb am 25. Februar 2010 at 20:37 - Permalink

      Ich kann mir nicht helfen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass diese ganze Posse eher mit den unbequemen Äußerungen der Dame in Sachen Afganistan zu tun hat. Keinerlei Belege, ich weiß. Aber ich kann mir einfach nicht helfen…

    18. Joss Fritz schrieb am 25. Februar 2010 at 20:48 - Permalink

      @ul 16

      War mein erster Gedanke……..

    19. Tammox schrieb am 25. Februar 2010 at 20:49 - Permalink

      Das war schon etwas eigenartig bei Frau Schwarzer – Feminismus à la tu quoque.
      Weil Männer auch betrunken Autofahren, sollte man bei der großen Margot mal alle fünfe grade sein lassen.

      Um mal kurz ernst zu werden – Käßmanns Problem war nicht, daß sie eine Frau oder eine Protestantin oder eine Bischöfin ist – das ist beispielsweise die Hamburgerin Maria Jepsen auch – und zwar schon länger.

      Bischöfin Jepsen ist aber eine Frau, die sich vor allem um ihre kirchlichen Angelegenheiten kümmert und nicht manisch jeder Kamera hinterherläuft und zu wirklich jedem Mist mit erhobenen, moralischen Zeigefinger ihre Urteile abgibt.

      Käßmann ist ein mediengeiles Plappermäulchen.

      http://tammox.blogspot.com/2009/12/plappermaulchen.html

      Eitel (Todsünde!) drängt sie sich immer in den Vordergrund und gibt beispielsweise zum Besten, daß Popsängerin Madonna ihre Bühnenshow ohne stilisiertes Kreuz abzuhalten habe, oder daß eine Bettina Schardt, 79, nicht selbstständig über ihr Lebensende befinden dürfe.

      Bei all dem Geweine um die EKD-Chefin, die nun als einfache Pastorin leben muß, kam mir in der Presse die windelweiche Rolle des Rates der EKD unter die Räder.

      Stefan Weigel hat das immerhin in der FTD aufgegriffen und knallhart formuliert:

      Was weniger Respekt verdient, ist allerdings die Haltung der evangelischen Kirche in diesem Fall. “In ungeteiltem Vertrauen überlässt der Rat seiner Vorsitzenden die Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden soll”, ließ der Rat der Evangelischen Kirche verlauten. Man stelle sich einmütig hinter Frau Käßmann. Einmütig? Hinter Frau Käßmann? Darf ich mal fragen, warum? Weil man da die Fahne nicht so riecht?


      http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kaessmanns-trunkenheitsfahrt-schluss-mit-dem-verstaendnis/50079975.html

      Recht hat er.

      LG
      Tammox

      PS: Nein, ein

      ?Käsomobil?

      hatte die Chefbischöfin nicht. Aber immerhin einen 400-PS-Phaeton mit einem Listenpreis über ? 150.000.
      Ist ja auc hnicht schlecht.
      Den wußte auch schon Jörg Haider zu schätzen.

    20. Spiegelfechter schrieb am 25. Februar 2010 at 21:00 - Permalink

      @2phunkey4u

      Ich finde es scheinheilig, wenn aus säkularem Hintergrund schreibende Autoren den Rücktritt irgendwie halb-theologisch untermauern wollen

      Woooos? Wußte ich gar nicht, dass ich das vorhatte ;-)

      Frau Käßmann hat nicht gesündigt

      Na na, heißt das 11. Gebot nicht “Du sollst nicht trunken Auto fahren”? Oder habe ich da was verwechselt?

      (Meine Güte, wie in Dorfpfarreien früher gebechert wurde?ein wunderbarer Ausdruck der Menschlichkeit von Würdenträgern!), sondern bitteschön eine einfache Ordnungswidrigkeit begangen.

      Falsch – eine Straftat. Das sagt zumindest das weltliche Gesetz.

    21. Spiegelfechter schrieb am 25. Februar 2010 at 21:02 - Permalink

      @Tammox

      Den wußte auch schon Jörg Haider zu schätzen.

      Offensichtlich …. nein, ich spar mir diesen Witz ;-)

    22. Tammox schrieb am 25. Februar 2010 at 21:17 - Permalink

      #10, egal

      PS: Dass die Oberhäupter der protestantischen Kirchen selber autofahren, verdanken wir 1918, und keinen religiösen Unterschieden. Insofern hinkt der Konfessionsvergleich.

      Da verstehe ich irgendwas nicht.

      Selbstverständlich hat Käßmann üblicherweise einen Fahrer. Deswegen machte es ja auch nichts, wenn sie ab und an in den Messwein fällt.

      Der Fahrer hatte nur gerade Urlaub und ihr Fehler war, daß sie mit 1,5 Promille meinte dann eben selbst zu fahren, statt sich einen Ersatzfahrer zu suchen, oder ein Taxi zu nehmen.

      Und da es hier einige Anspielungen auf Otto Wiesheu gab – nein, glücklicherweise hat Käßmann niemanden totgefahren.
      Aber mit 1,5 Promille durch Hannover zu heizen und dabei rote Ampeln zu übersehen, ist nicht ihr ganz persönliches Problem, wie es jetzt verschiedentlich kolportiert wird.
      Damit hat sie, verdammt noch mal, alle anderen auch gefährdet!
      Genau deswegen darf man ja auch nicht hacke am Steuer sitzen. Wenn immer nur die Gefahr bestünde sich selbst umzubringen, wäre das halb so wild.
      Aber – und dies zeigt der Fall Otto Wiesheu – volltrunkene Autofahrer bringen auch gerne mal unbeteiligte und unschuldige Personen um, die nichts getrunken haben.

      Es ist KEINE Petitesse, die sich Käßmann da geleistet hat.

      LGT

    23. Olyly schrieb am 25. Februar 2010 at 21:21 - Permalink

      Auch wenn der Einstieg in den Artikel noch so lustig ist: Korrekterweise hätte, wenn man die Unterschiede zwischen den beiden Kirchen verdeutlichen möchte, die Position der Käßmann der des Zollitsch gegenübergestellt werden müssen.

    24. moep schrieb am 25. Februar 2010 at 21:27 - Permalink

      Ich muß gestehen, ich habe den Artikel nicht bis ganz zum Ende gelesen, deshalb zielt mein Kommentar nur auf den Teil, den ich gelesen habe.

      Der Papst ist nicht nur Geistlicher. Auch wenn Herr Ratzinger eigentlich deutscher Staatsbürger ist, so ist er als Papst Staatsoberhaupt des Vatikanstaates und genießt dadurch vor allem diplomatische Immunität, wenn er bei uns im Vollrausch eine rote Ampel mißachtet.
      Von allen Christen wird erwartet, daß sie möglichst sündenfrei leben. Das ist natürlich nicht möglich. Menschen sind fehlbar, deshalb werden ihre Sünden vergeben, nachdem sie vor Gott und anderen Christen bekannt wurden und Reue gezeigt wird (das ist keine Erfindung der Katholiken, das steht so in der Bibel). Wer trotzdem mit dem Hintergedanken daran, daß sowieso alle Sünden vergeben werden, munter weiter sündigt (also wer vorsätzlich sündigt), der wird am Ende von Gott dafür zur Rechenschadft gezogen.
      Der Unterschied, daß die protestantischen Geistlichen nicht in diesem Prunk leben, wie die katholischen, ist auch in der BIbel erklärt. Dort sagt Jesus nämlich, daß man keine irdischen Schätze anhäufen sollen, weil die nicht von Dauer sind. Stattdessen soll man durch ein Leben als Christ nach der Lehre Jesu seine Schatzkammer im Himmel füllen, weil die himmlischen Schätze Beständigkeit haben.
      Saufgelage bzw. übermäßiger Alkoholkonsum gerade bei Geistlichen gehen überhaupt nicht. Geistliche sind die spirituellen Lehrer der Gemeinde, die Vorbildfunktion haben und deshelb einen besonders tadelloses Leben führen müssen.
      Wenn man sich die Bibel (vor allem das Neue Testament) richtig durchliest, findet man unzählige Stellen, die im klaren Gegensatz zu gängigen Praktiken und Ritualen in beiden Kirchen stehen.
      Katholiken haben es nicht besser oder leichter als Protestanten. Jedenfalls nicht, wenn es um Gott geht.

    25. Schweigsam schrieb am 25. Februar 2010 at 21:27 - Permalink

      In diesen Artikel fehlt mir die Ernsthaftigkeit und damit die Glaubwürdikeit sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Mir als Hannoveraner tut Frau Käßmann nur Leid.

    26. Leynad schrieb am 25. Februar 2010 at 21:32 - Permalink

      Um Frau Käßmann muss man sich ja wirklich keine Sorgen machen, die verdient mit ihren vielen Büchern schon genug Geld: http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=K%E4%DFmann&x=0&y=0
      Hat da mal jemand duchgezählt? Kann ein Mensch mit so einem Output noch was anderes “sinnvolles” nebenbei machen?

      Ich hab ja wirklich laut lachen müssen, als ich das erfahren habe. Das ist Real-Satire pur, und dass zur Fastenzeit auch noch mit dem gleichen Auto wie Haider. Ich dachte nur, was hat die vorher gemacht? Swingerclub?

      Tja, mit Taxi oder auf´m Rad wäre wohl nichts passiert. Mit Rad darf man 1,6 Promille haben, aber weiß aus eigener Erfahrung, dass 1,54 auch schon reiner Alkoholismus bedeuten, wenn man sich damit in den Verkehr traut bzw. überhaupt noch hinter das Steuer kommt. Auch noch Innenstadt, wie mutig. Wie viele Alk-Fahrten hat die Frau hinter sich, bis sie erwischt wurde? Und dann noch die Sprüche, die die vorher verzapft hat. Zumindest der schnelle Rücktritt hatte Anstand, wenn ich ihr auch kein Wort glaube, wie es dazu kommen konnte.

      Naja, wahrscheinlich ist die Frau doch sympathischer als so ein Westerwelle. Heute Nachmittag einen interessanten Artikel gelesen, der einiges an Sprengstoff enthält und jetzt nur noch im Kleingedruckten zu finden ist: http://www.sueddeutsche.de/politik/9/504223/text/
      Das ist auch ein Skandal.

    27. winne2 schrieb am 25. Februar 2010 at 21:33 - Permalink

      Nein es ist keine Petitesse mit 1,5 Promille und ein einem Phaeton über rote Ampeln zu brettern. Aber der Rückschluss von Jens der Rücktritt sei deswegen berechtigt ist m.E. dennoch fehl am Platze. Die Bischöfin hat selbst schon viel scharfsinniger den wahren Grund erkannt (hätte ich ihr übrigens gar nicht zugetraut – durch die Begründung, nicht den Rücktritt, ist sie in meiner Hochachtung arg gestiegen):
      - Sie ist zurückgetreten, weil sie in Zukunft nicht mehr mit der notwendigen Autorität moralische Positionen vertreten kann. Und das liegt nicht an ihr oder ihrem “Fehler”. Sie hat erkannt, dass
      - ihr Publikum (Politik, Medien, Schäfchen und Spiegelfechter) nicht unterscheiden zwischen einer richtigen Position oder Meinung und einem Fehler den wir alle machen können, und eine richtige Position und Meinung durch einen Fehler woanders nicht falsch wird
      - Wenn ihr Publikum das könnte, dann könnte es nämlich unterscheiden zwischen dem Fehler einer Person (den Käsmann selbst zugegeben hat und inzwischen bin ich sicher, den sie in aller Schärfe und Gewicht erkennt und bereut – und zwar nicht wegen der Konsequenzen für ihr Amt!) und einer Position einer Amtsträgerin oder Organisation – dann müsste sie auch tatsächlich nicht zurücktreten.
      So war der Rücktritt der völlig richtige Schritt. Aber nicht, weil sie einen Fehler gemacht hat (der zu uns allen dazugehört…irgendwann, irgendwie, irgendwo), sondern weil der Rest der Welt überwiegend noch nicht in der Lage ist fehlertolerant aber konsequent zu (be)urteilen.
      Sie ist “unseretwegen” zurückgetreten!

      Die Frage von Fehler”toleranz” und Fehlerkorrektur ist überhaupt eine interessante des menschlichen Systems – von dem man weiß, dass es mit absoluter Sicherheit Fehler produziert. Einen guten Aussenminister, der einen schweren Fehler macht und diesen EHRLICH eingesteht und einsieht und nicht nur bereut, weil es ihn das Amt kosten würde – ja den Mann würde ich (gute Politik vorausgesetzt… ;o)) – gern behalten.
      Führt man eine solche Systematik nicht ein, dann endet man auf allen Ebenen dort wo wir heute einen grossen Teil der politischen (und sonstigen) Elite-Klasse verorten können.

    28. Tammox schrieb am 25. Februar 2010 at 22:04 - Permalink

      #25, Schweigsam :

      Mir als Hannoveraner tut Frau Käßmann nur Leid.

      Darf ich fragen warum?
      Hat sie es nicht selbst verdient an besonders strengen Maßstäben gemessen zu werden?
      Sie hätte es besser wissen können – schließlich hat sie sich doch längst als Exklusiv-Schreiberin für das menschenverachtende Hetzblatt BILD wissen müssen, wie mit Leuten, die sich einen Fehler leisten in der Springer?schen Boulevardpresse umgegangen wird. Statt die 25 Millionen Evangelen aufzufordern dieses Dreckblatt nicht zu lesen, hat sie lieber gemeinsame Sache mit den Schmierfinken gemacht, die eben noch Roche und Kekilli fertig gemacht hatten.

      Käßmann hat die BILD immer wieder als Lautsprecher genutzt und sich in den Dienst dieser rechten Drecksschleudern gestellt – da war es nur folgerichtig von ihr vorauszuahnen, daß sich ihr Herr Kai Diekmann in Zukunft nicht mit Anspielungen auf ihre Gemeingefährlichkeit im Straßenverkehr zurückhalten würde, wenn sie mal wieder was provokantes sagt.

      Käßmann hat selbst genauso ausgeteilt – ich fand es absolut menschenverachtend wie sie über Bettina Schardts Tod hergezogen ist. Statt sich zu schämen ist Käßmann aber geradezu manisch in jede Talkshow gezogen und hat sich persönlich darum bemüht, daß jeder Bundesbürger auch noch das kleinste Detail ihrer Beschwerden mit dem Klimakterium mitbekommt.

      Ich sage das vollkommen ohne Häme: Es ist klug von Käßmann zu wissen, daß sie nicht weiterhin so omnipräsent vom hohen Ross aus predigen könnte, wie sie es die letzten zehn Jahre getan hat.
      Sich bescheiden zurück zu halten, wie andere norddeutsche Bischöfinnen, liegt ihr aber offenbar nicht, als mußte sie zurück treten.
      Simple as that.

      LGT

    29. Linus schrieb am 25. Februar 2010 at 22:19 - Permalink

      @Gebintit #13:

      Neugeborene kommen übrigens seit zwei Jahren auch bei den Katholiken in den Himmel ? der deutsche Papst hat nämlich kurzerhand die Vorhölle abgeschafft.

      Das habe ich gar nicht mitbekommen, vielleicht sollte ich dem Verein doch noch eine Chance geben.

      Du bist bestimmt älter als zwei. Also hätt’s dir auch nichts genützt ;-)

    30. Robin schrieb am 25. Februar 2010 at 22:23 - Permalink

      Alice Schwarzers Kommentar zum Rücktritt von Frau Käßmann habe ich auch gelesen und nur den Kopf geschüttelt.
      Generell ist der lobhudelnde Abgesang auf Frau Käßmann fehl am platz, nicht nur aus feministischer Sicht. Sie bekleidete ein Amt, das wie kaum ein anderes mit Moral aufgeladen ist. Dieser moralischen Instanz kann sie nicht mehr gerecht werden, wenn sie betrunken Auto fährt und dabei das Leben anderer Menschen gefährdet.
      Ihr Rücktritt ist nur konsequent und ich hätte es genau so von einem Mann in diesem Amt erwartet.
      “Der Pfaffe denkt Gott lenkt” hörte ich gestern jemand zu dem Thema sagen. Wenn es nicht so traurig wär, könnte man drüber lachen.

    31. landbewohner schrieb am 25. Februar 2010 at 22:38 - Permalink

      wunderbar, und gut erkannt.
      bin zwar heide, aber der katole hat eben echt die besere (praktischere) religion.
      und mal angemerkt : luther wars, der arbeit ohne lohn für gottgefällig erklärt hat.
      und wer sowas verbreitet, egal ob bischöfin oder pfaffe – der muss ja wohl mindestens makellos sein.
      und wenn nun frau kässmann die vorreiterin für frieden, soziale gerechtigkeit und ähnliches gewesen sein soll, dann hab ich wahrscheinlich ihre verlautbarungen immer nur falsch verstanden,
      zum schluß: wer ist alice schwarzer?? kenn nur eine nicht ernstzunehmende talkshowoma dieses namens – die meint man hier doch wohl nicht!?!?!?

    32. Fyyff schrieb am 25. Februar 2010 at 23:31 - Permalink

      Der Rücktritt ist volkommen in Ordnung. Betrunken autofahren (wer hat die Frau eigentlich fahren lassen?) ist kein Kavaliersdelikt. Das nix weiter passiert ist, ist reines Glück. Es war aber auch kein Kapitalverbrechen.
      Ansonsten ist das Vergehen auch nicht das furchtbare an dem Fall, sondern die Tatsache das eine Selbstverständlichkeit wie der erfolgte Rücktritt, inzwischen etwas eben nicht mehr selbstverständliches ist. Dazu noch die teils hämischen-dümmlichen Kommentare aus den interessierten Ecken, ob Bild-Wagner oder jetzt Frau Schwarzer.

      PS. In Bayern hätte sie ohne Probleme noch ein bißchen mehr bechern, einen totfahren und noch einen anderen schwer verletzen dürfen und wär trotzdem noch ohne Probleme qualifiziert für den Verkehrsministerposten und ein Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
      PPS. Sorry fürs Bayernbashing. :D

    33. clear schrieb am 25. Februar 2010 at 23:51 - Permalink

      Käsomobil – da muss ich jetzt beim Marktgang immer daran denken ;)

      Zu den Kommentaren:
      Da zieht eine Führungsperson einmal klare Konsequenzen und schon ists wieder nicht recht.
      Den Rücktritt in Frage zu stellen ist scheinheilig.
      Vergleiche machen die Sache nicht ungeschehen. Und den erhobenen Zeigefinger prophylaktisch auf alle zu richten und zu meinen “Wir sind schuld!” weil wir in Zukunft jeden Moralapell mit einem ” ja und selber …” parieren hilft auch nicht weiter. Im Gegenteil.
      Das ist doch das Problem dass so selten jemand Konsequenzen aus falschem Verhalten zieht. Augen zu und weiter wie gehabt – egal wo , ob in der Wirtschaft , Politik oder Kirche. Und die sollen jetzt Handlungsvorbilder sein ?

    34. egghat schrieb am 26. Februar 2010 at 00:04 - Permalink

      Käßmann war eine moralische Instanz oder wolte zumindest eine sein. Deshalb ist sie zurückgetreten,weil sie gemerkt hat, dass sie das nun nicht mehr sein kann. Das isr konsequent und dafür hat sie meinen vollen Respekt.

      Wenn jetzt Schwarzer fordert, dass Käßmann nie hätte zurücktreten sollen, weil ein Mann auch nicht zurückgetreten wäre, komme ich nicht mehr mit. Bedeutet Gleichberechtigung für Alice Schwarzer, dass sich Frauen genauso Sch****e verhalten sollen wie machtgeile Männer? Dann kann ich auf die Nummer mit dem Feminismus gerne verzichten. Ich hatte gehofft, dass die Welt *als ganzes* ein bisschen besser wird. Schwarzer aber wohl nur, dass der Feminismus die Welt nur für die Frauen besser macht. Naja, immerhin ist sie als Lobbyisten in eigener Sache konsequent …

    35. egal schrieb am 26. Februar 2010 at 00:06 - Permalink

      Käßmann hatte ein hohes öffentliches Amt inne. Dahin kommt man nicht, ohne sich schmutzig zu machen. Lafontaine hat auch seine Kinder für seine Außendarstellung instrumentalisiert und jahrelang für Bild geschrieben. Ich habe trotzdem Linkspartei gewählt. Urteile über die Innhaber öffentlicher Ämter müssen die Spielregeln mitberücksichtigen. Deshalb finde ich die Käßmannfundamentalkritik überzogen. Ich habe ihre Auftritte nicht aufmerksam verfolgt, aber es scheint mir, als habe sie dir Moralkeule moderat geschwungen und sich vor allem nicht so sehr von den Neoliberalen vereinnahmen lassen, die um jeden Prominenten und in der EKD-Führung ja zuhauf rumlaufen.

      @ 27, winnie

      du hast es besser ausgedrückt als ich

      @ 17, ul, et al

      Rücktritt wegen Afghanistan? Tappt ihr da nicht in die gleiche Falle wie Alice Schwarzer? Vorurteile sind ja schön und gut, sie können aber doch unmöglich immer bestätigt werden!

    36. Spiegelfechter schrieb am 26. Februar 2010 at 00:14 - Permalink

      @winnetou

      Nein es ist keine Petitesse mit 1,5 Promille und ein einem Phaeton über rote Ampeln zu brettern. Aber der Rückschluss von Jens der Rücktritt sei deswegen berechtigt ist m.E. dennoch fehl am Platze. Die Bischöfin hat selbst schon viel scharfsinniger den wahren Grund erkann

      Nun ja, ich habe es zwar nicht so “scharfsinnig” ausgedrückt, aber wenn ich schreibe …

      Aber muss sie deshalb gleich zurücktreten? Natürlich muss sie nicht, sie sollte es aber, will sie sich nicht selbst unglaubwürdig machen. Man kann nun einmal nicht Wasser predigen und Wein trinken.

      … ist das m.E. kein großer Unterschied zu ihrer eigenen Begründung. Oder?

      Sie ist ?unseretwegen? zurückgetreten!

      Wow! Das hat natürlich schon was. Ist nicht schon irgendwer “unseretwegen” am Kreuz gestorben? Aber ich weiß ja, Du meinst es eigentlich anders ;-)

    37. Sandsturm schrieb am 26. Februar 2010 at 00:18 - Permalink

      @ SF

      Eigentlich hat der Artikel eher was von einem Kommentar – aber das stört nicht. Manchmal sind die Kommentare besser als der Artikel – in diesem Fall auf jeden Fall.

      Also danke dafür.

    38. Spiegelfechter schrieb am 26. Februar 2010 at 00:39 - Permalink

      @Sandsturm

      Och, meine Artikel sind aber ziemlich häufig Kommentare ;-)

    39. Westerwellenreiter schrieb am 26. Februar 2010 at 00:48 - Permalink

      Haben Friedman seine Eskapaden auf Dauer geschadet? Auch Frau Käßmann wird sich nach einer Pause wieder medial bemerkbar machen. Die Verlage werden ihr hohe Vorschüsse für ungeschriebene Bücher anbieten.

    40. transwarp schrieb am 26. Februar 2010 at 01:02 - Permalink

      Man kann nun einmal nicht Wasser predigen und Wein trinken.

      jo deshalb ist sie zurückgetreten…..was denkst du wie oft sie diesen satz zu hoeren bekommen haette….das hat wenig mit unglaubwürdig zu tun…. da haben sämtliche katholischen vertreter eindeutig die nase vorn…. es geht um spott und hohn…. der wäre ihr auf alle zeit sicher gewesen… und kein mächtiger Kult oder ne diehard fanbase haette sie davor geschützt….

    41. Der Fleischermeister schrieb am 26. Februar 2010 at 02:17 - Permalink

      Der Artikel ist heiter und lustig verfasst.

      Frau Käßmann hat gegen Afghanistan gezogen. Nicht allein, sie hat Philosophen, Sozialpsychologoen, Politologen und Rechtsanwälte hinter sich.

      Hier haben wir erlebt, wie Kirche demontiert wurde, wie die Oberste Instanz den Schwanz einzog und wie wieder einmal klar wurde, das es keine Ökumene geben wird. Und, deutsche Dienste sind hoch aktiv und zur Stelle bereit.

      Ein deutsches Trauerspiel

      Russland schaut dabei zu und zieht Konsequenzen.

    42. caf schrieb am 26. Februar 2010 at 03:24 - Permalink

      Ein gelungener Kommentar, wie ich finde. Denn, man weiss einfach zu wenig, um es viel treffender formulieren zu koennen, als Jens hier getan hat.

      Wer weiss, vielleicht ist das alles ja auch Teil einer riesigen Kriegspropaganda. Die Bischoefin wird von ein paar Schlipsis eingeladen, abgefuellt und nach Hause geschickt – vielleicht gabs ein Angebot, dass sie nicht ablehnen konnte? Ich mein, welcher normale Polizist laesst eine Frau Kaessmann blasen?!?
      Das wird im Endeffekt, wie der Untergang der Estonia, vielleicht noch irgendwelche Journalisten beschaeftigen, deren Recherchen spaeter dann, als Legenden enden. Ich hatte vor ~8-10 Jahren einige Berichte zum Fall Estonia gelesen, in denen es um russische Aktivisten ging, die den Schmuggel russischer Hochtechnologie verhindern wollten. Radioaktive Stoffe befanden sich angeblich auch auf dem Schiff. Leider ist es nicht in grossen Zeitungen erschienen und noch nicht ein mal angesprochen worden…

      Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Frau Kaessmann noch nie in ihren Aeusserungen frei war. Dass sie sozusagen, schon immer Teil des Herrschaftssystems war und sich auf einem sehr kleinen Feld bewegen durfte.

      Ich finde Deutschland braucht viel mehr Helden.

    43. werner-renrew schrieb am 26. Februar 2010 at 04:02 - Permalink

      sooooooo,ich hab mir jetzt das ganze mal durchgelesen…..ja, da kommt schon einiges an intelligenz durcheinander,pordon,zusammen,…aber…
      es geht hier wie auch schon einige andere bemerkt haben nur um ein eiziges wort bei frau käsmann:
      afganistan……
      und sonst nichts.alles andere ist nur ablenkung.
      und bei den katholiken,den kakis, bei ratzinger, zollic,wixer und co gehts um ganz was anderes.

    44. werner-renrew schrieb am 26. Februar 2010 at 04:33 - Permalink

      kleiner nachtrag:
      wenn ihr mal sehen wollt wie richtiges denken geht und was gute sprache ist,dann sollte die mehrzahl der hier postenden erstmal ein wenig das maul halten und bischen lernen z.b. da
      http://tammox.blogspot.com/2010/02/der-flop-des-tages-zollitsch.html

    45. caf schrieb am 26. Februar 2010 at 04:47 - Permalink

      @ Werner #44

      ich beziehe deine Kritik jetzt mal auch auf mich, weil es mich schon mal betroffen hat und moechte dir deshalb gleich antworten:
      “warum geht dann so wenig?” Warum werde ich das Gefuehl nicht los, von Arschloechern und Schwachkoepfen diktiert zu werden? Warum sollte ich mich, mit so einem Gefuehl, irgendwie stillschweigend engagieren??? Fakt ist: alles muss man selber machen!

    46. werner-renrew schrieb am 26. Februar 2010 at 04:58 - Permalink

      nun jammer nicht gleich,ratlos sind alle.
      lies ein wenig
      z.b. http://www.nebelkerzen.net/lexikon/wissenschaft/politische-ponerologie/
      http://quantumfuture.net/gn/ponerologie/autor.php

      ihre spiele durchschauen lernen, sich nicht mehr von ihnen verarschen, mitreisssen,ablenken lassen.

    47. caf schrieb am 26. Februar 2010 at 05:46 - Permalink

      @werner-renrew
      irgendwie funktioniert dein erster Link momentan bei mir nicht, und deinen zweiten Link finde ich nicht sonderlich interessant, weil ich das meiste da schon von den Nachdenkseiten kenne. Und eigentlich glaube ich eh ueberhaupt nichts mehr, was in grossen Blaettern, nur noch (meist braun) gefaerbt, berichtet wird, sondern informiere mich hauptsaechlich aus ansprechenden Texten von Privatpersonen …

      Wie du auf jammern kommst, verstehe ich nicht so ganz – vielleicht reden wir aneinander vorbei?
      Wie auch immer. Solange der SF mich nicht “bittet”, still zu sein oder sein Terrain zu verlassen, werde ich meine Meinung hier dazuposten, weil ichs fuer richtig halte – sonst wuerd ichs ja nicht machen, nicht wahr ^^ … wie die anderen natuerlich auch. Obwohl auch ich manchmal denke: “Hmm, das ist aber mal echt ein sinnloser Kommentar…”

    48. Heinzi schrieb am 26. Februar 2010 at 10:11 - Permalink

      @Tammox

      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2024/hallelujah#comment-61537

      Immer wieder erheiternd, wenn antireligiöse Pappkameraden sich über religiöse Verfehler hermachen. Umgekehrt ists ja selten möglich, da sich unter der Kappe des Atheisten nicht selten radikale Hedonisten einnisten. Wenn man sich ungeniert und ohne Rücksicht auf Verluste jedwedem Gelüst hingibt, dies auch noch als Überzeugung lebt, ja dann fällt es leicht auf jene schief zu guggen, die sich kläglich abmühen wenigstens ein bischen was richtiger zu machen und sich hehren Zielen unterwerfen. Aber da spricht der hähmische Geist des moralisch gescheiterten über die allzumenschlichen Verfehlungen derer, die einen Anspruch an sich (und andere) gestellt haben.

      Die Welt war scheiße als die institutionalisierte Religion das Zepter schwang. Die Welt ist genauso scheiße wie vorher, seit man es ihr entrissen hat. Heute werden wir von neureligiösen Marktanbetern und ihren Obermackerclans regiert, deren multiples Gottesreich aus Geld, Egoismus und Macht besteht. Was hat sich also geändert?

      Getreu Fromms Analyse, das jeder Mensch eine geheime Religion hat, in dem Sinne, das sie seine moralische Wurzel, der Urgrund seines Handelns ist. Davon kann sich niemand frei machen.

      Note: Ich spreche einem Hassprediger gegen [insert your Hateobject(s) here] eine sachliche Beurteilung seines Hassobjektes wegen Befangenheit ab. Das kann man in deinem Falle insbesondere an der Neidhaltung ihrer Rundumversorgung ablesen. Sollte dir sehr peinlich sein.

      PS: Davon abgesehen hätte ich gerne auf deinem Blog mehr gelesen, aber die Seite kann von einem älteren PC nicht mehr geladen werden O-o … Vielleicht kannst / magst du das ein wenig nachbessern?

      @Laynard

      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2024/hallelujah#comment-61551

      Aus welchem Grund muss sowas wie Swingerclub in den Raum geworfen werden? Was soll so eine Schmährede? Was genau regt sie an dieser Frau so auf? Welches Problem haben Sie mit dieser Frau? Ist sie etwa genauso scheinheilig wie Sie das Sie sich so streng von ihr distanzieren müssen bzw. sie jetzt mit Dreck bewerfen, um in Glanz und Glorie Schulterklopfen zu ernten?

      ___

      Was den Vorwurf des besoffen Fahrens angeht möchte ich eine Story erzählen. Ein Mann war am Karneval sowas von besoffen auf dem Parkplatz von Nachbarn angetroffen worden. Mehrere Nachbarn versuchten ihn vom Fahren abzuhalten mit mäßigem Erfolg, er stieg ein, fuhr los und knallte gleich mit zwei anderen Autos zusammen. Am nächsten Morgen war es mit Sicherheit kein schönes Erwachen, wenn er sich denn noch an die Ereignisse erinnern kann.

      Was ich sagen möchte, trotz allem sind Besoffene enthemmte Zeitgenossen. Was auch immer Käßmann bewogen haben mag soviel zu saufen, ich hab auch schon über den Durst gerade an den unmöglichsten Terminen getrunken und das kennt sicher jeder. Und jeder der ehrlich ist, wird auch einer sturzbesoffenen Person nicht vorhalten, daß sie im Vollsuff Mist gebaut hat.
      Der Vorwurf muss also lauten, wieso sie nicht frühzeitig ihre Schlüssel abgegeben hat, gerade weil besoffen Fahren kein Kavaliersdelikt ist, sondern ständig unsägliches Leid über die Menschen bringt.
      Darüber vorher nachzusinnen kann man von JEDEM erwarten. Da kann der Vorwurf auch nicht schwer genug wiegen.

      __

      An dem Verhalten der dümmlich dreisten A. Schwarzer kann man wunderbar ablesen, worum es den Feministinnen geht: Macht, reine pure Macht. Die Macht dem Manne entreißen und selbst die erste Geige spielen. Der Vorwurf an Käßmann ist offensichtlich: Wieso gibt sie die Macht ab, wenn sie sie schon mal hat?
      Ob Schwartzer jemals begreift, das sie längst zu dem geworden ist, was sie ihr Leben lang bekämpft?

    49. Jeeves schrieb am 26. Februar 2010 at 10:38 - Permalink

      Als gestern im Kulturradio (oder war’s das TV?) angekündigt wurde, dass man nun zu Frau A. Schwarzer schalte um deren Meinung zur Bischöfin zu hören… habe ich gaaanz fix um- resp. weggeschaltet.

    50. loewie schrieb am 26. Februar 2010 at 10:59 - Permalink

      @ul17
      eine geziehlte Zersetzungsmaßnahme? … schon denkbar!

    51. MacMorri schrieb am 26. Februar 2010 at 11:27 - Permalink

      Ahja, was man da nicht alles hineininterpretieren kann. Unsere allseits bekannten “Enthüllungsreporter” der Klatschmedien (ganz vorneweg die Angestellten der Mogule Burda und Springer, die schon seit Jahrzehnten nichts mehr enthüllt haben / enthüllen durften, das den Interessen unserer Globalisierungslobby um die Herren Kissinger und Rockefeller auch nur ansatzweise zu nahe kam) stürzen sich sogleich und umgehend auf diesen “Fall”. Finger nach vorn und drauf zeigen. Dann noch schnell ein paar Aufnahmen der Familie, da stimmt es eh schon lange nicht mehr so recht. War sowieso alles abzusehen, so ist das halt in der Kirche – und daran sieht man dann auch gleich, dass man die Kritik am Afghanistan-Krieg (und in Bälde auch am Iran-Krieg, es sei denn, die Propaganda war bereits so effektiv, dass sich niemand mehr aufregt über ein weiteres Schlachtfeld der Amerikaner) aus dieser Richtung gar nicht ernst nehmen muss. Denn wer sich 1,54 Promille ansaufen kann, muss ja schon seit Jahren ein Alkoholproblem haben.

    52. Roland Schwarzer schrieb am 26. Februar 2010 at 12:40 - Permalink

      Na da sag ich doch mal Prost… äh… Amen! :D

    53. Ralf-zwei.null schrieb am 26. Februar 2010 at 12:42 - Permalink

      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2024/hallelujah#comment-61585

      Also ich habe Leute, die mir raten, wie ich zu denken und zu schreiben hätte, so richtig gern. Da könnte ich Dich glatt gruscheln ‘für… :-D
      Richtig knuffig!

      Im Übrigen beurteile ich den Rücktritt als richtig. Aufrichtig.

    54. SwENSkE schrieb am 26. Februar 2010 at 13:43 - Permalink

      @ 3. – SF/Jens

      Natürlich ? ich weiß, dass meine Leser sich wünschen würden, ich würde hier positiv diskriminieren. Gleiche Regeln für alle! Egal, ob sie Frau oder Mann, Protestant oder Muslim, für oder gegen den Afghanistan-Einsatz sind.

      Blödsinnige Verallgemeinerung.!
      Mag sein, daß es unter Deinen Lesern einige gibt, die immer noch vom ‘Frauen-sind-die-besseren-Menschen-Virus’ infiziert sind, ich jedenfalls gehöre nicht dazu.
      Ich finde die Entscheidung von Margot Käßmann absolut richtig und auch notwendig. Diese Konsequenz hätte ich mir von vielen anderen Personen des öffentlichen Lebens – sowohl männlich als auch weiblich – ebenfalls gewünscht.
      Noch mehr würde ich mir allerdings wünschen, daß Alice Schwarzer endlich die Klappe hält. Der Unsinn, den diese Frau von sich gibt, ist nicht mehr zu ertragen – und daß Du, lieber Jens, keine Artikel über solche Nebensächlichkeiten mehr schreibst :D.

      @ 48/Heinzi

      Ob Schwartzer jemals begreift, das sie längst zu dem geworden ist, was sie ihr Leben lang angeblich bekämpft hat?

      Fixed it for you ;)

    55. Fian schrieb am 26. Februar 2010 at 16:11 - Permalink

      @SF: Super Artikel! Habe mich köstich amüsiert! Schön das zwischendurch auch mal so ein heiterer Artikel erscheint, nach all den “politischen brisanteren” Themen. Weiter so…

    56. robert schrieb am 26. Februar 2010 at 16:28 - Permalink

      naja…der jens hat schon bessere texte zustandebekommen.
      es war im übrigen erstaunlich, wie die springer presse, welche bekanntlich für afghanistan gewesen ist, den tag vor dem rücktritt genau diesen herbeizuschreiben versucht hat.
      auch ein vermeintliches vorbild darf fehler machen, denn fehler machen menschlich.

    57. 3in3r schrieb am 26. Februar 2010 at 17:07 - Permalink

      naja der text ist doch ziemlich oberflächlich und unkorrekt,… irgendwie muss man ja auch mal einen skandAL DER PROTESTaNTISCHEN KIRCHE HOCHPUSCHEN

    58. reneè schrieb am 26. Februar 2010 at 18:13 - Permalink

      Lieber Jens,
      ich bin mir sicher, dass Frau Käßmann die Häme und die Schadenfreude, die in den Artikeln und Beiträgen und den Leserbriefen dazu, welche stimmungsmäßig die Medien dominieren, nicht verdient hat. Ausser ein paar Glas Wein hat sie sich aktuell nichts zu Schulden kommen lassen. Ich kann mir schlimmere moralische Verfehlungen vorstellen, als das. Soll ich anfangen aufzuzählen: Rüttgers, Westerwelle, Koch … Ich habe in meinem Blog versucht die Dinge -als Replik auf deine Glosse- darzustellen, wie ich sie sehe: http://rxrenee.wordpress.com/

      Grüße aus der Nachbarschaft Reneè

    59. eif schrieb am 26. Februar 2010 at 18:45 - Permalink

      Ein Artikel, der krampfhaft versucht, saririsch; zwar lustig ist aber leider keinesfalls erstzunehmen. Es fehlt an Hintergrundwissen und ist gegenüber den Kirchen sehr abwertend. Schlecht gemacht.

    60. waldemar schrieb am 26. Februar 2010 at 20:26 - Permalink

      , wenn Frauen schon Bischöfin werden wollen,

      eine Frau soll ruhig Bischöfin werden dürfen, sich scheiden lassen und saufen, bis die Leber schwillt.

      oh, danke…. soviel der Ehre…

      Nur sollte sie dann allerdings auch genauso gnadenlos der hungrigen Meute zum Fraß vorgeworfen werden,

      bei einem Mann wäre halt die Meute nicht hungrig gewesen, sondern nur – gelangweilt

    61. Mile schrieb am 26. Februar 2010 at 22:45 - Permalink

      Woher kommt eigentlich die Gewissheit, dass z.B. der allseits beliebte Kardinal Meisner unbeschadet davonkommen würde, wenn er betrunken eine rote Ampel überfahrend erwischt worden wäre?

    62. GrooveX schrieb am 26. Februar 2010 at 22:49 - Permalink

      ach waldemar, das kommt auf den mann an – und auf die meute. auf lafontaine sind sie schon losgegangen, nur weil er einen mann beschäftigt hatte, der in der vergangenheit mal etwas ‘unrechtes’ getan hatte. DAS WAR MEUTE!

      auf heinrich böll sind sie losgegangen, nur weil er ein buch geschrieben hatte. DAS WAR MEUTE!

      auf herbert frahm sind sie losgegangen, nur weil er willy brandt hieß. DAS WAR MEUTE!

      ich finde, da wird von allen, aber auch von allen, seiten viel schaum geschlagen. am ende bleibt wie immer nur eine schmutzige brühe übrig.

    63. Brohmfried schrieb am 27. Februar 2010 at 00:39 - Permalink

      “…wofür haben denn die Katholiken die Beichte erfunden…”

      Dazu fällt mir ein Witz des Komikers Emo Philips ein:

      “When I was a kid I used to pray every night for a new bicycle. Then I realised that the Lord doesn’t work that way so I stole one and asked Him to forgive me. “

    64. Alfons Huber schrieb am 27. Februar 2010 at 10:40 - Permalink

      Die Käßmann ist zunächst weg vom Fenster, vielleicht kommt sie mit einer Fernsehshow oder einem Abgeordnetenmandat der Grünen wieder zurück. Ein Berufsfahrer, der mit Alkohol am Steuer erwischt wird, der fliegt bei seinem Arbeitgeber raus oder darf den Hof fegen, wenn der gnädig ist. Das beschreibt auch die Homepage unseres Gesprächskreises zur Sache Käßmann http://www.runder-tisch-niederbayern.de .

      Gern verweise ich auch auf die “bitterbösen” Karikaturen von Wiedenroth, der allen Heuchlern an dieser Diskussionsfront drastisch den Spiegel vorhält.

      http://www.wiedenroth-karikatur.de/02_PolitKari100225_Kaessmann_Bischoefin_Moral_Alkohol_Auto_Trunkenheit_Steuer_Rotlicht_Gutmenschentum_Vergleich_Haider.html

      http://www.wiedenroth-karikatur.de/02_PolitKari100224_Kaessmann_Bischoefin_Moral_Alkohol_Auto_Trunkenheit_Steuer_Rotlicht.html

    65. DerOnkel schrieb am 27. Februar 2010 at 13:01 - Permalink

      Am Schönsten an der ganzen Geschichte finde ich noch die Aussage von Frau Käßmann:
      “Man kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand!”
      Wie geil ist das denn bitte?

    66. grub grab schrieb am 27. Februar 2010 at 17:54 - Permalink

      @ den Onkel
      “?Man kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand!?”
      “Wie geil ist das denn bitte?”

      nee Onkel, das ist nicht irgendwie geil, sondern einfach nur Gotteswahn-Symptom,
      danke ;-)

    67. grub grab schrieb am 27. Februar 2010 at 18:13 - Permalink

      Wer hat eigentlich die lustige Mär erfunden, die Ex-Bischöfin sei gegen Kriege – insbesondere den Afghanistankrieg – eingetreten, oder sie habe gegen Hartz4, Zwangsarbeit und Sozialabbau gewettert ?

    68. Bakunin schrieb am 27. Februar 2010 at 18:38 - Permalink

      Sicherlich hat sich diese Bischöfin bisher kaum als Gegenerin weltweiter Naton-Kriege zu erkennen gegeben.
      Dies gilt auch für diese kapitalhörige asoziale Hartz 4 Gesetzgebung.
      Da aber dieser Bischöfin der große Unmut breier Kreise der Bevölkerung gerade wegen dieses Afghanistankrieges auch zu Ohren gekommen sein muss, fühlte sie sich wohl als Christin ein wenig verpflichtet, dieser Kritik verbal(!) ein wenig Unterstützung zu Teil werden zu lassen.
      Da aber praktisch die gesamte deutsche Politik mit Ausnahmne der PDL diesen Krieg wie auch alle anderen unterstützt, setzte sie sich mit ihren zaghaften Versuchen einer Kritik an diesen Nato-Kriegen natürlich sofort in die Nesseln.
      Was konnte allen diesen Kriegsunterstützern genehmer sein als dass diese Bischöfin nun mit Alkohol am Steuer erwischt wurde?
      Nun können alle Kriegsbegeisterten von CDU/CSU/SPD/FDP und vielen OLIV- “GRÜNEN” natürlich jubeln, und indirekt gibt diese Bischöfin mit ihrem zahmen katzebuckelnden Rücktritt allen diesen Nato-Kriegern irgendwie auch noch Recht.
      Eine große, gar nachahmenswerte Figur hat diese Dame in dieser Situation wahrlich nicht gemacht, leider!

    69. researchernet schrieb am 27. Februar 2010 at 19:51 - Permalink

      Ein schwieriger Fall. Wenn man (frau) Alkohol trinkt, sollte kein Gedanke mehr ans Autofahren aufkommen. Wenn es doch passiert, sollte nicht gleich der Job draufgehen.
      Aber hier: Frau Käßmann hatte die Rechtschaffenheit für sich gepachtet, sie hätte nie wieder einen Fuss auf die Erde bekommen. Das ist, als wenn man Alice Schwarzer mit einem Mann erwischt hätte. Nichts geht mehr, insofern hat sie richtig reagiert, Respekt.

    70. Opa Horst schrieb am 28. Februar 2010 at 09:12 - Permalink

      Die wichtige Frage ist doch:

      Hätte man die ganze Geschichte nicht wesentlich diskreter abwickeln können?

      In einer Samstag Nacht wird eine Bischöfin von der Polizei angehalten und SOFORT bringt es die BILD. Also muss jemand die Bild informiert haben. Die sind zwar dreist, aber selbst ihre Reichweite ist eingeschränkt und sie können nicht bei jedem Verkehrsdelikt dabei sein.

      Wäre der Polizist, der wusste, wen er vor sich hat, mehr auf Diskretion aus gewesen (wie es bei uns normalsterblichen normal ist) dann wäre die Sache ihren geregelten Gang gegangen. Sie hätte auf lange Zeit keinen Führerschein mehr, was gar nicht auffallen würde, da auch sie einen Chauffeur hat, sie hätte eine hohe Geldstrafe zahlen müssen und Nachschulung und ggf. Sozialstunden ableisten müssen. Da sie geständig ist und nichts abstreitet, wäre das alles schnell über die Bühne gegangen.

      Aber jemand WOLLTE, dass das rauskommt. Die Frage ist: wer ist das? Bekommen die Polizisten einen “Judaslohn” von Bild oder der katholischen Kirche oder Politikern? Von WEM?

      DAS sollte eine Aufgabe für Journalisten sein. Denn im Grunde ist die Geschichte doch viel zu gut um wahr zu sein. Ausgerechnet Frau Käßmann! Betrunken am Steuer mit 1,54 Promille! Gerade jetzt, wo sie die Politik aufgemischt hat durch ihre “Nichts ist gut in Afghanistan” Rede.

      Besser hätten es alle ihre Gegner nicht hinbekommen, wenn sie es geplant hätten.

    71. lillywhite schrieb am 28. Februar 2010 at 14:17 - Permalink

      Ich bin der Ansicht, dass Frau Käßmanns Rücktritt sicherlich in erster Linie ganz persönliche Gründe hatte – um hier mal mit Glorifizierungen der Marke “sie ist für uns zurückgetreten” aufzuäumen.

      Wäre sie nicht zurückgetreten und hätte sie jemals wieder versucht, ihren Einfluss als Oberste der EKD in politischen, vor allem auch moralischen Debatten geltend zu machen, wie sie das ja sehr erfolgreich in der Afghanistan-Debatte tat, sie wäre von ihren Gegnern heillos in der Luft zerrissen worden – und das kann letztlich auch für die Wahrnehmung des Themas in Politik und Gesellschaft nicht von Nutzen sein, sondern eher von großem Schaden.
      Frau Käßmann wollte sich in erster Linie diese persönliche Niederlage ersparen, den Spott, die Häme, die Witze, weil sie das als humanistisch, sozial und politisch aufrichtig engagierter Mensch tiefer nicht würde treffen können.
      Letztlich nutzt ihr Rücktritt so aber auch der Afghanistan-Debatte, von der so weitgehend Unsachlichkeiten ala “Fantasien einer Trunkenboldin” ferngehalten werden können.

    72. Degnaphta schrieb am 28. Februar 2010 at 16:13 - Permalink

      @ winne2 #27
      Das hast du gut dargelegt. Auch ich hätte mir ein Szenario vorstellen können, in dem sie nicht zurücktritt.

      Ich habe zufällig am Dienstag viel Zeit in Radionähe (NDR-(des)info) verbracht. Mindestens stündlich ging der Käßmann-Kram über den Äther, sodaß ich mich schon wunderte, wieso so viel Aufhebens um die Geschichte gemacht wurde. Nachts bei RTL und VOX haben sie auch ellenlange Berichte über diese ‘Untat’ gebracht.
      Das war ganz klar ne gezielte Hetzkampagne.
      Ihre Rücktrittsansprache hatte wirklich Format. Gefiel sie mir bereits bei ihrer Ernennungs zur ‘obersten Protestantin’, wurde ich nach ihrem Afghanistan-Spruch fast schon zum Fan :-)
      Leider ist sie unmittelbar danach zurückgerudert, und die blöde Schreierei “Wie politisch darf die Kirche sein?” ging wieder los.
      Ich würde die Frage eher so stellen:”Wie politisch muß die Kirche sein?” Als Christ müßte man nämlich in vollem Umfang den ganzen Einsatz in Frage stellen und ablehnen. Daß mit Käßmanns Vorstoß da endlich mal christliche Regungen in die Öffentlichkeit drangen, fand ich ziemlich gut.
      Naja, die orthodoxen Russen wird das unrühmliche Ende einer kurzen Einmischung wohl eher freuen.

    73. datamorgana schrieb am 1. März 2010 at 10:42 - Permalink

      also, erstens ist sie nicht Papst so wie wir, und zweitens sind 1,5 Promille ein Haufen Zeug, da verwechselt man schon mal den eigenen Wagen mit einem Taxi…..

    74. jo schrieb am 4. März 2010 at 14:21 - Permalink

      Also ich denke das die Alkoholfahrt an sich schon zeigt das sie wohl nicht mit einem solchen (beruflichen) Kraftakt gerechnet hat. Ich vermute mal das ihr das eher selbst Angst gemacht hat und daher aus persönlichen Gründen der Rückritt erfolgte.

      Aber ich denke das der gleich mit der Politik hinkt. Ihr Posten ist ja nun gerade mit der Moralisch hervorgehobenen Position verbunden. Es ist ja quasi ihr Beruf in moralischen Fragen den Finger in die Wunde zu legen. Daher wäre es für mich schon unerträglich wenn die im Amt geblieben wäre. Klar darf man auch sündigen als Bischöfin, aber ich bitte darum das sie dabei nicht das Leben anderer gefährdet. Mal davon abgesehen würde es sicherlich viele Protestanten stören die jemanden kannten der bei einer solchen Fahrt sein Leben verlor. Und davon gibt es sicherlich viele.

      Nebenbei: Mein Vater erzählte das er das ganze Thema in Südafrika in der Zeitung, (also keine deutsche) verfolgen konnte.

      Ach ja NDR Info hat doch alle 30 Minuten Nachrichten, also ist Käßmann nur in jeder zweiten Nachrichten-Sendung vorgekommen. Das ist doch ok :)

      Ja Straftat aber wie Unterlassene Hilfeleistung grenzt es eher an ein Kavaliersdelikt.

      § 316
      Trunkenheit im Verkehr

      (1) Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315d) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c mit Strafe bedroht ist.
      [...]
      § 56
      Strafaussetzung

      (1) Bei der Verurteilung zu Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr setzt das Gericht die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung aus, wenn zu erwarten ist, daß der Verurteilte sich schon die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Straftaten mehr begehen wird. [...]

      (obwohl wenn ein Auto kaputt ging könnte natürlich bis 5 Jahre Strafe geben nach 315c :))


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