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  • Der Anachronist und die Talkshow

    geschrieben am 03. März 2010 von Spiegelfechter

    Politische Talkshows im Fernsehen gehorchen stets einem festen Regelwerk – eine adrette Dame, in Ausnahmefällen darf es auch mal ein adretter Herr sein, leitet freundlich eine gesittete Gesprächsrunde mit Gästen, die ihre Rolle kennen. Neben den üblichen Gesichtern aus der Politik trifft man stets auf die gleichen Stereotypen. Da ist der Wirtschaftslobbyist, der dem Publikum als neutraler Wissenschaftler vorgestellt wird, der Gewerkschafter, der brav die Position seiner Organisation vorträgt oder der smarte junge Unternehmer, der das sagt, was man von einem smarten jungen Unternehmer erwartet. Sprechpuppen allesamt, konturlos, berechenbar, leidlich unterhaltsam. Außenseitermeinungen werden dann auch von Figuren vorgebracht, die stets ins Klischee passen – Hartz-IV-Empfänger haben meist keine Ausbildung, sind unattraktiv und schlecht gekleidet, Blogger haben einen roten Irokesenschnitt und Kritiker unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems sind liebenswerte aber realitätsferne Traumtänzer. Es lebe der Meinungsmainstream, wer gegen den Strom schwimmt, ist ein Freak. Viel Spaß beim Vermehren der gewonnen Einsichten und nun zu den Nachrichten.

    Manchmal gelingt es jedoch, das feste Regelwerk deutscher Fernsehtalkshows zu durchbrechen. Eine solche Sternstunde wurde gestern Abend in der ARD zelebriert. In der Sendung “Maischberger” wollte man unter dem Motto “Ihr da oben, Ihr da unten – wer sind die wahren Asozialen?” auf der Westerwelle reiten. Das Grundkonstrukt war solide: Zwei Politiker, einer von der FDP, eine von der Linken, zwei Hartz-IV-Empfänger, einer arbeitswillig, einer arbeitsscheu, zwei Unternehmer, einer hipp und modern, einer schrullig und konservativ. Den schrulligen, konservativen Unternehmer durfte Wolfgang Grupp geben – und ihm ist es zu danken, dass die gestrige Sendung erfreulich unerfreulich ablief. Es wurde gebrüllt und polemisiert, was das Zeug hielt. Schon nach wenigen Minuten war klar, wer in dieser Republik die “wahren Asozialen” sind und FDP-Mann Lindner versank mucksmäuschenenstill in seinem Sessel. Der Meinungsmainstream ist Einiges gewohnt – mit harscher Kritik eines echten Leistungsträgers und Mitglieds der gesellschaftlichen Elite kann er allerdings nicht umgehen. Wäre Grupp ein Freak, so sähe dies freilich anders aus. Ein Freak ist der schwäbische Unternehmer allerdings nicht, er polarisiert, er polemisiert, er wirkt stets erfreulich anachronistisch – Grupp ist ein klassischer Patriarch wie aus dem Lehrbuch. Wenn man ihn so reden hört, könnte man denken, er sei einer Zeitmaschine entsprungen und wünscht sich mehr davon.

    Der König von Burladingen

    Wer ist eigentlich dieser seltsame Mann mit seinem maßgeschneiderten Dreireiher mit Einstecktüchlein und goldenen Manschettenknöpfen? Wolfgang Grupp ist Textilfabrikant, Besitzer des schwäbischen Trikotagenherstellers Trigema. Früher war die schwäbische Alb ein Mekka der Textilindustrie. Noch in den 70er Jahren gab es alleine im Dorf Burladingen 27 Textilfabrikanten – heute gibt es nur noch Trigema; nicht nur in Burladingen, auch nicht nur auf der Schwäbischen Alb, in ganz Deutschland gibt es nur noch einen einzigen größeren Textilfabrikanten, der im Lande produziert. Wolfgang Grupp ist schon früh gegen den Strom geschwommen. Trigema ist schuldenfrei und hat eine Eigenkapitalquote von 100%. Weder Banken noch Unternehmensberater kommen auch nur in die Nähe der Firmenzentrale. Von einer Produktionsverlagerung will Grupp genauso wenig wissen wie von fremdfinanziertem Wachstum oder innovativen Finanzgeschäften. Grupps Erfolg gibt ihm Recht. Sein Unternehmen macht Gewinn, während seine innovativen Konkurrenten mit all ihrem modernen McKinsey-Wissen längst von der Bildfläche verschwunden sind. Nur noch Namen erinnern an die Konkurrenz, die heimischen Arbeitsplätze sind für immer verloren.

    Grupp ist ein Patriarch alter Schule. Er kennt seine Mitarbeiter beim Namen, garantiert ihren Kindern einen Ausbildungsplatz mit Übernahmegarantie bei Trigema. Er ist zwar kein Mitglied des Tarifverbands, bezahlt seine Mitarbeiter aber nach Flächentarifvertrag. Grupp weiß, er kann nur dann erfolgreich in Deutschland produzieren, wenn er qualifizierte und motivierte Arbeitnehmer hat. Der Familienunternehmer ist im Betrieb des Großvaters aufgewachsen und hat eine Verbindung zur Basis – mehr noch, er weiß, dass er für sie verantwortlich ist. Ein Sozialist oder ein irgendwie “Linker” ist Grupp allerdings keinesfalls – er besitzt Flugzeug und Hubschrauber und beschäftigt in seiner Villa vor Ort einen Butler, der ihm und seiner Familie jeden Morgen das Frühstück mit weißen Handschuhen serviert. Was bei jedem Bonusbanker den Zorn der Allgemeinheit provozieren würde, ist Grupp gestattet – wer mit seinem Namen und seinem Eigentum als Sicherheit wirtschaftet, seine Angestellten “väterlich” behandelt und ordentlich bezahlt, darf auch die Früchte seines Wirtschaftens genießen. Grupp versteuert seine Gewinne schließlich auch ordnungsgemäß vor Ort, was heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

    Der Konservative und die Linke

    Fast scheint es so, als habe sich die Welt gedreht und Wolfgang Grupp ist stehengeblieben. Grupp hat nichts gegen einen Spitzensteuersatz von 54% wie zu Kohls Zeiten – aber nur dann, wenn der Staat mit diesem Geld ordentliche Verhältnisse schafft. Nicht die Banken, sondern die Menschen seien es, die den Standort Deutschland zu dem machten, was er ist. Grupp glaubt an den Standort Deutschland und verachtet die Banken. Ebenso verachtet er die moderne Wirtschaftspraxis – angestellte Manager, die Milliarden versenken, auf den Sharehoder-Value schielen und sich dann wieder vom Acker machen und bei einem neuen Unternehmen anheuern, sind ihm ein Graus. Dies ließ er gestern bei “Maischberger” auch seinen Sitznachbarn deutlich spüren. Der ehemalige Pleitier und heute gefeierte Immobilientycoon Thomas Kramer ist für einen Grupp ein “Hasardeur und Ausbeuter”. So bezeichnet der streitbare Textilfabrikant übrigens die halbe deutsche Wirtschaftselite. Wenn es denn eine Elite gibt, die diese Stellung auch verdient hat, so zählt Wolfgang Grupp sicher dazu.

    Mit welcher politischen Partei hat ein Wolfgang Grupp eigentlich Schnittmengen? Als Konservativer ist er selbstverständlich Stammwähler der CDU, seine Ansichten sind jedoch erstaunlicherweise eher im Lager der Linken zu verorten. Grupp fordert einen Mindestlohn, eine rigorose Kontrolle der Banken und eine Abkehr vom Turbokapitalismus. Dabei ist Grupp keinesfalls inkonsequent, er ist ein authentischer Konservativer, der einfach nicht in diese Zeit passt. Es ist vielmehr so, dass die politischen Positionen der Linken erstaunlich gut in den klassischen rheinischen Kapitalismus eines Wolfgang Grupp passen.


    Der Schulterschluss zwischen dem traditionellen Kapitalisten und den Kapitalismuskritikern der Linken gelang zumindest in der gestrigen Talkshow dann auch denkbar einfach. Die Frontlinien verlaufen heute woanders – nicht mehr zwischen konservativ und progressiv oder zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der gesellschaftliche Konflikt unserer Tage ist auch nicht entideologisiert, wie es aus den Reihen der Mainstreamideologen so gerne schallt. Im Gegenteil – der Konflikt ist hochideologisch. Auf der einen Seite stehen die Ideologen der alten Welt – Arbeitnehmer und Arbeitgeber Seit´ an Seit´, sie appellieren an die Verantwortung, die sich aus Eigentum ergibt, an Anstand und Moral. Auf der anderen Seite stehen die marktfundamentalistischen Ideologen, in deren Welt das Recht des Stärkeren zählt und Verantwortung eine Bürde ist, die anachronistisch wirkt. Als Vertreter dieser Mainstreamideologie stand der FDP-Mann Martin Lindner, der sonst lieber durch starke Sprüche auffällt, gestern bildlich gesprochen in der Eselsecke. Lindner war plötzlich nicht mehr Mainstream, er war das, was er auch ist – ein Fundamentalist, der gegen den gesunden Menschenverstand ankämpft. Der FDP-Mann als Bürgerschreck, welch ungewohntes Bild. Vielleicht sollten Progressive und Konservative den Schulterschluss suchen und gemeinsam gegen die Feinde unserer Gesellschaft ankämpfen.

    Es kann sinnvoll sein, aus den alten Rollenklischees auszubrechen. Es kommt immer auch darauf an, wer etwas sagt. Ein Gewerkschafter kann tausendmal den Mindestlohn fordern, er ist und bleibt der Gewerkschafter, der seine Rolle im öffentlichen Spiel um die Meinungshoheit in den Köpfen spielt. Kommt die Forderung nach progressiven Inhalten allerdings von einem erfolgreichen und tadellosen Unternehmer, so ist dies ein Bruch mit dem üblichen Wahrnehmungsschema. Ein solcher Bruch ist sehr begrüßenswert, geht er doch mit einem Hinterfragen der gewohnten Denkschemata einher. Danke Wolfgang Grupp, wir brauchen mehr Unternehmer ihrer Art.

    Jens Berger

    242 Kommentare Print This Post
    Politische Talkshows im Fernsehen gehorchen stets einem festen Regelwerk - eine adrette Dame, in Ausnahmefällen darf es auch mal ein adretter Herr sein, leitet freundlich eine gesittete Gesprächsrunde mit Gästen, die ihre Rolle kennen. Neben den üblichen Gesichtern aus der Politik trifft man stets auf die gleichen Stereotypen. Da ist der Wirtschaftslobbyist, der dem ...
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    10. Wer sind die wahren Asozialen? » Von Wolfgang Horn » Grupp, Verantwortung, Deutschland, Unternehmer, Trigema, Wenn » Wortgefecht
    11. “Unternehmer” vs “Manager”

    242 Kommentare:

    1. Gurkensalat schrieb am 3. März 2010 at 17:55 - Permalink

      Herrlich, habe es gesehen! Das erste Mal, dass ich mir solch eine Sendung bis zum Schluss angeguckt habe.
      Besonders köstlich empfand ich die Aufgeregtheit der Halbhirne Kramer und Lindner. Bar jeglicher geistiger Tiefe versprühten diese Herren den Duft des Bonsai-Intellektuellen und das Publikum konnte es live miterleben!

    2. Hope schrieb am 3. März 2010 at 18:10 - Permalink

      Die Idee eines solchen konservativ-progressiven Schulterschlusses gefällt mir irgendwie…

      Danke für diesen lesenwerten Hinweis :-)

    3. Chat Atkins schrieb am 3. März 2010 at 18:10 - Permalink

      Die gesellschaftliche Konfliktlinie verläuft heute nicht zwischen ‘Leistungsträgern’ und ‘Leistungsverweigerern’, sie verläuft zwischen ‘Verantwortungsträgern’ und ‘Verantwortungsverweigerern’, also zwischen Grupp und Ackermann, zwischen Geißler und Westerwelle, um das Ganze auch mal zu personifizieren.

    4. bridget schrieb am 3. März 2010 at 18:24 - Permalink

      ok, die politischen gaweste waren keine ueberraschung. das uebliche. unsaeglich aber fand ich die einladung des herrn kramer:
      siehe diverse links:
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499547.html

      http://www.marcfest.com/archives/berlinerzeitung/www.BerlinOnline.de/wissen/berliner_zeitung/archiv/1997/0611/nachrichten/0020/index.html.32.html

      http://www.berlinonline.de/berliner-http://www.marcfest.com/archives/berlinerzeitung/www.BerlinOnline.
      http://www.welt.de/print-welt/article243707/Ariane_Sommer_ist_frisch_verliebt_in_Multimillionaer_Thomas_Kramer.html

      http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0405/panorama/0012/index.html

      wurde sandra m. dafuer bezahlt? oder, noch schlimmer, sollte er ein vorbild sein wie man in diesem system “reich” wird?
      bridget

    5. Spiegelfechter schrieb am 3. März 2010 at 18:26 - Permalink

      @Chat Atkins

      Schön formuliert ;-)

    6. Passiveblogger schrieb am 3. März 2010 at 18:36 - Permalink

      Danke für den Hinweis auf die Sendung und einen weiteren herrlichen Beitrag! Ich werde mir die Sendung unbedingt noch ansehen.

    7. t.h.wolff schrieb am 3. März 2010 at 18:38 - Permalink

      Spätestens als Immobilien-Kramer, der eigentlich in der Rolle des gönnerhaften Onkels aus den USA debütieren wollte, der den Daheimgebliebenen die Leviten liest, sich echauffierte “man fliegt aus Miami hierher und dann sowas !”, war es Zeit sich eine gute Flasche Wein aufzuziehen. Ein ausnahmsweise wirklich erfrischender Fernsehabend voll perlender Süße.

    8. Schneemann schrieb am 3. März 2010 at 18:42 - Permalink

      Jens, da hat sich Dir ein temporärer Partiallapsus eingeschlichen: Burladingen ischt eine Stadt, kein Dorf. Und wenn der gute Grupp nicht so eine riesige Mauer um seinen Hauptsitz mitten im Ort hätte, wär er noch höher angesehen. ;)

      Trotzdem, prima Beitrag, grad auch für uns Fernseh-Lose.

    9. Very Cool schrieb am 3. März 2010 at 18:49 - Permalink

      Dat is’ ja ‘n Ding.
      Als ich das gestern hörte, sah ich meine Frau nur ungläubig an. Konnte gar nicht fassen, was da ein deutscher Unternehmer fast hinaus schrie. Solche Leute brauchen wir viel mehr. Und mit welcher Partei er sympathisiert, hatte ich mich auch gestern abend gefragt. ;-)

      Toller Artikel und sehr informativ.
      Klasse flott reagiert, SF!

    10. Dierk schrieb am 3. März 2010 at 18:58 - Permalink

      Weil ich es so gerne sage: Das ist der Unterschied zwischen Unternehmern, die etwas für sich, ihre Firma, ihre Mitarbeiter und damit die Gesellschaft tun, und Managern [bitte fies deutsch aussprechen], die nun ja, nichts unternehmen.

    11. uk schrieb am 3. März 2010 at 19:16 - Permalink

      Wo kann man die Sendung denn online ansehen ohne das sie gleich wieder gelöscht wird?

    12. edgar schrieb am 3. März 2010 at 19:25 - Permalink

      maischberger:
      http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3921678

    13. Yroc schrieb am 3. März 2010 at 19:29 - Permalink

      Bin beim zappen hängen geblieben und kann mich dem Artikel nur anschliessen.
      Mehr Grupp braucht das Land, dem gönne ich seinen Reichtum von Herzen.

    14. FlorianS schrieb am 3. März 2010 at 19:32 - Permalink

      Ich persönliche komme zufälligerweise aus dem genannten Dorf Burladingen und habe gerade erstmal gefeiert als ich gesehen habe dass unser “König” auf meinem Stammblog titelt :)
      Schöner Artikel und perfekt recherchiert. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

    15. W.B. schrieb am 3. März 2010 at 19:34 - Permalink

      Wunderbar auf den Punkt gebrachter Artikel* … besten Dank dafür.

      Wer’s verpasst hat, die ARD-Mediathek kann weiterhelfen:
      http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3921678
      edit: irgendeiner musste ja wieder schneller sein …

      *und von Google passenderweise mit Trigema-Werbung garniert

    16. Netzbummler schrieb am 3. März 2010 at 19:46 - Permalink

      Zwei Korrekturen an diesem ansonsten sehr schönen Artikel:

      “Sharehoder Value” -> “Shareholder Value”

      “Danke Wolfgang Grupp, wir brauchen mehr Unternehmer ihrer Art.”
      ->
      “Danke Wolfgang Grupp, wir brauchen mehr Unternehmer Ihrer Art.”

    17. rauskucker schrieb am 3. März 2010 at 20:05 - Permalink

      Wunderbar. Am schönsten fand ich die Stelle, wo der Herr Kramer sagt: “ich denk, wir sind hier wegen dem Thema Hartz4 !” (bei 21:16)
      Ich weiß nicht, ob der Mann als Unternehmer nun so schlimm ist, wie das die anderen meinten. (Er meinte ja, das wären alles Lügen.) Jedenfalls, als Diskussionsteilnehmer hat er sich sehr schön als das gezeigt, was Thema der Sendung war: ein wahrer Asozialer.

      Einen Zusammenschnitt der wirklich bedenkenswerten Ausführungen des Herrn Grupp findet sich bei YT beim “Medienscanner”.

    18. Leynad schrieb am 3. März 2010 at 20:31 - Permalink

      Maischberger ist immer für eine Überraschung gut und der Herr Grupp ja wohl der Hammer. Ich konnte eh nie verstehen, wie immer der Eindruck der Bevölkerung eingeimpft wird, dass Unternehmer gegen Mindestlöhne sind. Die Mehrheit der Unternehmen zahlt doch “noch” Löhne jenseits der Dumpinglöhne und muss sich gegen Billigkonkurrenz behaupten, die mit diesen löhnen die Preise drücken. Diese Unternehmer müssten doch den Mindestlohn mit Kusshand begrüßen um der Konkurrenz eins auszuwischen und dazu mehr Binnennachfrage zu bekommen.

      Mit China & Co. kann eh keiner konkurrieren und die Vorprodukte werden eh kaum in Deutschland produziert. Deutschland ist reich, weil die Bevölkerung reich ist und umgekehrt geht das natürlich auch. Wer in Deutschland gegen den Mindestlohn agitiert, will Deutschland arm machen und dient nur den Interessen weniger Kapitalisten, die unter diesen Bedingungen auch nur sehr kurzfristig profitieren können. So einfach ist das manchmal.

    19. schwitzig schrieb am 3. März 2010 at 20:31 - Permalink

      @Netzbummler

      Zwei Korrekturen an diesem ansonsten sehr schönen Artikel:

      ?Sharehoder Value? -> ?Shareholder Value?

      Noch besser bzw. passender fände ich “Sharehoden Value” oder “Scherhoden Value”. Ich werde mir die Sendung entgegen meiner Gewohnheiten wohl mal ansehen – bei Anne Will, Maischberger und ähnlicher Asozialenpropaganda muss ich sonst nur kotzen und tue es mir seit einer Weile nicht mehr an.

    20. Naphta schrieb am 3. März 2010 at 20:46 - Permalink

      Der Grupp ist ja sensationell. Spitzentyp, wenn er nochmal in einer Talkshow sitzt, gucke ich es mir wieder an. Ich wusste gar nicht, dass es so eine Art von Unternehmer noch gibt – ich habe befürchtet, dass die “Großen” auf Ausbeutung gepolt sind, aber das war ein Irrtum.

    21. debil schrieb am 3. März 2010 at 20:55 - Permalink

      Hallo Jens,

      vielen Dank für den Hinweis auf die Sendung. Ich habe diese mir gleich nach dem Lesen des Artikels angeschaut (nagut vorher gabs noch Volker Pispers in Neues aus der Anstalt). Wären mehr “Talkshows” wie diese, hätte ich nicht vor langer Zeit schon aufgegeben, mir überhaupt noch welche anzuschauen.

      Ein Pluspunkt in meinen Augen war der vergleichsweise geringe Anteil an Politikern. Es war sehr intressant zwei Unternehmer und zwei Hartz 4-Bezieher zuhören zu dürfen, die unterschiedliche Positionen vertreten. Wobei ich ironischerweise nicht den Eindruck hatte, dass Hr. Siegel mit den Äußerungen von Hr. Großmann große Probleme hätte.

      Vor Hr. Grupp habe ich längere Zeit großen Respekt, beweist er doch seit Jahren, dass wirtschaftlich profitables Produzieren auch im “Hochlohnland” Deutschland möglich ist. Mögen sich manche “Unternehmer” ein Beispiel an ihm nehmen.

      Ich könnte wohl noch längere Zeit über meine Eindrücke von der Sendung und meine persönlichen Ansichten schreiben. Ich hoffe nur, dass viele Menschen diese Sendung gesehen haben und sich ihre eigenen Gedanken gemacht haben (das mit den “eigenen Gedanken machen” hofft man ja grundsätzlich).

      Der eher unphotegene Hr. Lindner hat ja einige Ankündigungen in Sachen Steuervollzug und dem Heranziehen der Finanzbranche für die Kosten der Finanzkrise gemacht. Daran will ich ihn messen.

      Hr. Kramer wünsche ich einen guten Heimflug und keine weiteren Auftritte in Diskussionsrunden im deutschen Fernsehen. Das ist gut für seinen und meinen Blutdruck.

      Grüße
      debil

    22. kapiernix schrieb am 3. März 2010 at 21:02 - Permalink

      Es gibt doch noch Helden in Deutschland :D
      Hab Herrn Grupp schon voriges Jahr in einer Talkshow gesehen, in der es um die Insolvenz eine großen Handelskette (den Namen der Kette hab ich vergessen) ging. Seit dem wird er mir immer sympatischer…

    23. ZwischenSpeicher schrieb am 3. März 2010 at 21:06 - Permalink

      Dieser Maischberger-Talk war noch besser als der mit Nina-Hagen zum Thema: “Gibt es Außerirdische” :-)

      Wer leider ein bisschen untergangen ist in der Sendung: der junge Mann von der anarchistischen Pogo Partei Deutschland. Der hat nämlich etwas sehr wichtiges gesagt. Dass nämlich in Deutschland für Existenzgründer die Nebenkosten zu hoch sind. Dieser Umstand ließe sich leicht mildern. Denn es gibt für Selbständige einen Mindestbemessungsbeitrag bei den Krankenkassen und der liegt etwa bei 2000 Euro. Also auch, wenn jemand nur 1000 Euro am Anfang verdient muss er etwa 300 Euro Krankenkassenbeitrag bezahlen. Ein Arbeitnehmer mit dem gleichen Einkommen bezahlt nur 150 Euro (75 Euro davon übernimmt der Arbeitgeber). Man stelle sich also einen jungen Existenzgründer vor, der mit 900 Euro zunächst auskommen muss und schon 450 Euro davon für KK und Rente abgeben muss. Bleiben ihm noch 450 für Miete, Strom, Heizkosten, etc. Man sieht, rein mathematisch kann sich hierzulande gar keiner nicht mehr selbständig machen, ohne Altersarmut zu riskieren, es sei denn, man ist Arzt, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater. Ursache ist übrigens ein Urteil des Sozialgerichts, welches diese Praxis der KK für zulässig hält, weil Selbständige ja angeblich mehr Absetzmöglichkeiten haben. Das gilt aber in der Realität auch nur für Ärzte, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater. Hier könnte die Politik leicht Abhilfe schaffen, durch Senkung der Nebenkosten für Existenzgründer und kleine Selbständige. Aber auf sowas kommt einer wie der FDP-Lindner natürlich nicht.

    24. Sprotte schrieb am 3. März 2010 at 21:27 - Permalink

      Super Artikel . . . . . Danke.

      also Leute, kauft Trigema-T-Shirts, damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

      Von allem was Herr Grupp zurecht sagt, macht die FDP das Gegenteil. Ein besseres Beispiel, um die FDP-Ideologen ad absurdum zu führen gibt es gar nicht.
      Grupp ist ein Vorbild!

      Was würde sich mit solchen Unternehmern alles an Problemen lösen, dann würden hier aber, national beispielhaft, Gesetze für Banker & Co. durchgesetzt werden können. Die Kaste der Berater allerdings, die Millionen damit verdienen, indem sie Arbeitslose zu “Kunden ” machen, wären aus dem Tempel gefegt.
      Warum gründet der Grupp nicht eine Gegeninitiative zu der INSM- eine der anständigen vorbildlichen Unternehmer, falls es noch mehr so seltene Exemplare geben sollte.

      Danke für die interessanten Links zu den Kramer-Artikeln. Der Kramer ist ja ekelhaft und unhöflich- Frau Enkelmann war doch völlig vernünftig- was will dieser ungehobelte Typ eigentlich. Abert die Artikel über ihn sprechen für sich.

    25. Axel schrieb am 3. März 2010 at 21:45 - Permalink

      Ich schilderte ja mal den Fall eines Freundes, der aus leitender Position erwerbslos wurde. Er hat es nun mit 59 nach einem Jahr wieder geschafft. Irgendwie brachte ich mit ihm die Sprache auf den Stuss, daß ein Arbeitgeber Zuschüsse bekomme, wenn er einen Erwerbslosen einstelle. Wir unterhielten uns über all die sinnlosen “Maßnahmen” zur “Bekämpfung” der “Arbeits”losigkeit. Zuschüsse zu geben kann ja aus zweierlei Gründen nichts bringen:

      1. Ein Arbeitgeber stellt nur ein wenn er Absatz machen kann und dann den der qualifiziert ist.
      2. Wenn der Bezuschußte in etwa gleich qualifiziert ist wird er vielleicht eingestellt (weil er durch den Zuschuss stigmatisiert ist vielleicht wiederum auch nicht) aber dafür bleibt der “Reguläre” erwerbslos.

      Diese Maßnahme ist also i. w. Stuss, aber Clement konnte sie mal großartig verkünden, wie andere Werbemaßnahmen auch. Mal mit ner Bank zusammen einen überdimensionalen Scheck für irgendein Projekt für Ausbildungsplätze hochhalten usw.

      Mein Bekannter sagte: mein Arbeitgeber hätte auch Zuschuß für mich anfordern können, aber er wollte mich dadurch nicht beleidigen.

      Ich will ganz konkret sagen: Es ist nicht nur Schuld von Deppendorf, das wir in Deutschland kurz vor dem Ende stehen. (Ich hörte heute, das 55% der Schulabgänger nicht ausbildungsreif sind). Es ist auch die Schuld der Unternehmer, die keinen Widerstand geleistet haben gegen die Regierungspolitik seit 2002.

      Gegen jede einzlene Maßnahme hätte man Widerstand leisten können. Nirgendwo hätte man Billigjobber einstellen müssen. Nirgendwo hätte man reguläre Arbeitskräfte durch 1 Euro jobber verdrängen müssen. Nicht beim Putzunternehmer, nicht beim Staat nicht bei den Gewerkschaften nicht bei der Diakonie oder der Caritas nirgendwo. Man hätte zivilen Widerstand leisten können und die Deppen in Deppendorf wären vielleicht die Deppen gewesen. Was dann passiert wäre weiß ich nicht, aber es wäre den Versuch wert gewesen.

      Aber (fast) alle machen mit. (Fast) alle Arbeit wird immer billiger und in der U-Bahn werden nicht mehr genug Stützen eingebaut. Irgendwann werden auch diejenigen denen es noch gut geht von dieser Billigarbeit betroffen sein.Manchmal werden ja auch sie U-Bahn fahren, weil sie mal nicht dran denken.

      Vielleicht ist das ein bißchen einfach geschrieben. aber es kam gerade so über mich.

    26. Outlook schrieb am 3. März 2010 at 21:50 - Permalink

      Grupp vertritt diesen Schneid schon seit Jahren.
      Ein Mann der Praxis, der sich durch Tun und Fairness ein Image aufgebaut hat.

      Solche Leute sollten in den Bundestag und die Deutsche Mittelstandsvereinigung führen.
      Ein Lichtblick für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands.

      Den Götz Werner, Gründer von DM kann man hier auch mit einordnen:
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,386396,00.html
      Von 2005!!!!!

    27. Karl Heinrich schrieb am 3. März 2010 at 21:58 - Permalink

      Wie gut, dass der Einfluss dieses Mannes am Trigema-Frabriktor endet. Hab gestern abend ein paar Fetzen seines sozialnationalen, antiamerikanischen Gebrülls mitgekriegt und bin wirklich zusammengezuckt. Zum Fürchten, schnell ausgemacht.

      Ach ja, Mindestlohn-fordernde Unternehmer gibt es viele. Total verantwortungsvoll, natürlich ;-)

    28. Frank Powers schrieb am 3. März 2010 at 22:01 - Permalink

      @Karl Heinrich

      Ach Karl, Hauptsache die üblichen Schlagworte gebracht, was? Aber wenn man ein Hammer ist, hält man alles für ‘nen Nagel, nich?

    29. Elbarto schrieb am 3. März 2010 at 22:02 - Permalink

      Ich will ganz konkret sagen: Es ist nicht nur Schuld von Deppendorf, das wir in Deutschland kurz vor dem Ende stehen. (Ich hörte heute, das 55% der Schulabgänger nicht ausbildungsreif sind). Es ist auch die Schuld der Unternehmer, die keinen Widerstand geleistet haben gegen die Regierungspolitik seit 2002.

      Bildblog sieht das anders.

      http://www.bildblog.de/16782/die-reifepruefung/

    30. Andreas schrieb am 3. März 2010 at 22:04 - Permalink

      Doch die Vergangenheit ist nicht rosig – die Basis seines Reichtums ist jüdisches Eigentum gewesen …

    31. GeroldG. schrieb am 3. März 2010 at 22:12 - Permalink

      Andreas, na, dem Mann noch schnell einige Flecken auf die weisse Weste flicken? Bisschen Schmutz werfen?

    32. kricke schrieb am 3. März 2010 at 22:14 - Permalink

      @ Outlook

      Den Götz Werner, Gründer von DM kann man hier auch mit einordnen:
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,386396,00.html
      Von 2005!!!!!

      Naja, ob der Götz Werner das so aus altruistischen Motiven vertritt, ist doch eher zweifelhaft. Schließlich würde das Grundeinkommen quasi einen flächendeckenden Kombilohn darstellen, und Herr Werner könnte seinen Beschäftigten dann geringere Löhne “zumuten”. Finanzieren will er das über eine riesige Mehrwertsteuer, die an die Stelle des immerhin etwas umverteilenden progressiven Steuersystems treten soll – ziemlich unsozial also. Wo ist da der große Nutzen, außer dass Leute wie Herr Werner Steuern und Lohnkosten sparen?

    33. Sukram71 schrieb am 3. März 2010 at 22:27 - Permalink

      Ich guck das gerade …

      Also, wer sich soooo im Internet präsentiert, kann doch wohl nicht ganz sauber ticken … :D

      Oder sehe ich da was falsch? OMFG :)

    34. Cobra liberaleusis schrieb am 3. März 2010 at 22:34 - Permalink

      Das ist einer der besten Artikel, die ich jemals im SF gelesen habe. Dafür gibts eine Spende!

      (Schade dass ich die Sendung nicht gesehen habe.)

      Ich habe selbst ein sehr gespanntes Verhältnis zu Banken, (vor allem zu einer Bayerischen Großbank, die jetzt offensichtlich von der Mafia übernommen wurde…)

      Wolfgang Grupp hat ein ähnliches Verhältnis zu Banken. Seine Vorbehalte sind jedoch anderen Erfahrungen entsprungen. Er hat Recht! Was “den Bankern” fehlt ist die Verantwortung für das eigene Tun und Handeln.

      Übrigens: Wolfgang Grupp freut sich, wenn man seine Ansichten teilt und ihn lobt. Er beantwortet Briefe höchstpersönlich! Wer das nicht glaubt, kann das gerne ausprobieren. (Ich habe seine Antwort eingerahmt…)

      Die Welt ist schlecht! – Wie gut tut da ein Vorbild…

      Wolfgang Grupp for President!

    35. Sebastian schrieb am 3. März 2010 at 22:42 - Permalink

      Grupp ist mir schon mehrfach positiv aufgefallen.
      Wird wohl Zeit mal im Handel nach Trigema Artikeln zu suchen :-)

    36. Linus schrieb am 3. März 2010 at 22:55 - Permalink

      @Sukram71 #33: Interessant auch sein auf der Site beworbener “Haiti Redevelopment Plan” ;-)

    37. Elbarto schrieb am 3. März 2010 at 22:58 - Permalink

      Cobra liberaleusis am 3. März 2010 um 22:34 – - Permalink

      Das ist einer der besten Artikel, die ich jemals im SF gelesen habe. Dafür gibts eine Spende!

      (Schade dass ich die Sendung nicht gesehen habe.)

      Mediathek, die Sendung ist wirklich sehenswert.

      http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3516914?documentId=311210

    38. Joss Fritz schrieb am 3. März 2010 at 23:12 - Permalink

      War eine ungewöhnliche Sendung gestern, danke auch für den sehr guten Artikel.
      Ich möchte an dieser Stelle auf einen anderen Unternehmer aufmerksam machen.
      Der Mann heißt Joachim Fuhrländer und ist mehr als ein außergewöhnlicher Unternehmer.

      http://www.fuhrlaender.de/

      mfg

    39. R_Winter schrieb am 3. März 2010 at 23:14 - Permalink

      Der Artikel ist gut und beschreibt viele Probleme treffend.

      Allein der Satz

      Grupp weiß, er kann nur dann erfolgreich in Deutschland produzieren, wenn er qualifizierte und motivierte Arbeitnehmer hat.

      ist falsch. Es traf für sehr viele Betriebe der Bekleidungsindustrie zu. Das Problem ist der Absatz und Trigema ist hier ein Lückenunternehmen. Das Konzept ist kaum kopierbar.
      Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist auf Vorgabe der Politik durch die Banken platt gemacht wurden – zu 90% ja “nur” Frauenarbeitsplätze.

    40. Outlook schrieb am 3. März 2010 at 23:31 - Permalink

      @kricke32

      Ich denk, Dein Urteil über Götz Werner trifft nicht den Kern:

      http://www.initiative-grundeinkommen.ch/content/blog/2010/02/statement-von-gotz-werner-zum.html

      Ganz aktuell!!!!

    41. wollecarlos schrieb am 3. März 2010 at 23:32 - Permalink

      Schon interessant, was hier so geschrieben wird….

      Dabei ist die Maischberger-Sendung eine “Talk-Show.”
      Ins Deutsche übersetzt ungefähr: ein “Rede-Theater”.

      Man sollte sich davon -vor allem doch als kritischer Links-Intellektueller- nicht einen Gewinn an Information versprechen.

      Aber sympatisch war der Herr Trigema schon…

    42. Karl Heinrich schrieb am 3. März 2010 at 23:40 - Permalink

      @R_Winter #39

      Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist auf Vorgabe der Politik durch die Banken platt gemacht wurden ? zu 90% ja ?nur? Frauenarbeitsplätze.

      Das ist doch reine Verschwörungstheorie. Die Textilindustrie ist überall in Europa auf eine kleine Gruppe von Nischenunternehmen zusammengeschnurrt.

      Dafür hat Asien eine überragende Bedeutung in der Branche erreicht, wohin aus Deutschland oft die Maschinen geliefert werden. Und weswegen die Konsumenten heutzutage für ein Kleid nur ein Viertel der Zeit arbeiten müssen, gegenüber der Epoche, als die Textilindustrie hierzulande noch reichlich vertreten war. Ist doch prima!

    43. Sukram71 schrieb am 3. März 2010 at 23:41 - Permalink

      @ 36 Linus

      Der kann ja in Haiti hübsche Wolkenkratzer für die Leute bauen (wie auf dem Bild).
      Neben nem Luxus-Hafen. http://www.thomaskramer.com/

      (Aber man täusche sich nicht. Ich war ein paar mal in Brasilien und da stehen die Leute wirklich auf Eigentumswohnungen in 25-stöckigen Hochhäusern. Überall werden Wohn-Hochhäuser gebaut. Bei den Immobilienmaklern sind Werbe-Flyer mit kleinen Kindern, die am Strand keine Sandburgen sondern Wolkenkratzer aus Sand bauen. Diese Hochhaus-Flyer werden auch verteilt, wenn man mit dem Auto an der Ampel steht. Die Leute in Süd/Mittel-Amerika ticken teilweise schon was anders als hier. Vielleicht teilweise wie bei uns in den 70ern. Echt ein Kultur-Schock.) :)

    44. Tina Tiger schrieb am 3. März 2010 at 23:46 - Permalink

      Ein sehr guter Artikel!
      Und ganz genau:
      Es muß endlich einen Schulterschluss geben zwischen sozial denkenden Normalos (die heute per se als “Linke” gelten), der Partei “die Linke”, Gewerkschaften etc. und Wert – Konservativen wie Herrn Grupp von der Firma Trigema.
      Reiche, die eine Vermögenssteuer fordern, weil sie nicht wollen, dass die Gesellschaft/der Sozialstaat aus angeblichem Geldmangel immer weiter kaputt gemacht werden, müssen unbedingt auch mit ins Boot! Unkonventionelle Bündnisse sind gefragt, sonst werden die Neoliberalen.aller Couleur immer wieder gewinnen und sich den Staat – und am Ende uns alle – zur Beute machen.

      Siehe hier:
      http://www.appell-vermoegensabgabe.de/index.php5?show=hintergrund

      Ich habe diese erfrischend aus der Reihe tanzende Maischberger – Sendung auch gesehen. Mich hat vor allem beeindruckt wie der Unternehmer Herr Kramer Herrn Lindner von der FDP angeschrien hat. Herr Kramer forderte lautstark u.a. die Regierung solle endlich die Sozialabgaben in Deutschland senken. (Insgeheim natürlich zu Gunsten der Profitsteigerung der Arbeitgeber). Man hätte glatt den Eindruck gewinnen können, da fordere einer rabiat Gegenleistungen für eine Parteispende ein. Den Eindruck könnte man übrigens auch angesichts der aktuellen Regierungsschelte, die Wirtschaftsbosse und Arbeitgebervertreter über die Medien im Chor betreiben, gewinnen.

    45. Grossernarr schrieb am 3. März 2010 at 23:57 - Permalink

      Danke für den Artikel. Habe daraufhin seit vielen Jahren mal wieder in eine Talkshow reingeguckt, sie sind nicht besser geworden. Der Grupp ist schon heftig, wenngleich ich irgendwie froh bin, nicht sein Schwiegersohn zu sein.

      Interessant, lieber Spiegelfechter, finde ich Deine Analyse zu den neuen “Frontlinien”, zwischen Moral und Fundamentalismus. Ich notiere in der Tat ein gerüttelt Maß an sozialdarwinistischem Gedankengut, das seit Jahren zunehmend salonfähiger zu werden scheint.

      Schon krass, dass man sich angesichts einer solchen Entwicklung Seit an Seit mit einem stockkonservativen schwäbischen Unternehmer wiederfindet, den man keinesfalls als Schwiegervater am Küchentisch sitzen haben möchte…..

    46. Peace schrieb am 4. März 2010 at 00:27 - Permalink

      Wie wahr, so einige Ziele der Konservativen koennten heute aus den Parteiprogrammen von Sozialisten stammen. Die “End the FED”- und Tea-Party-Bewegung kommen aus konservativen Lagern, wirken aber heute ausserordentlich progressiv. Entweder sind aus den Konservativen Progressive geworden oder die Welt muss sich derart zurueckentwickelt haben dass heute die Konservativen lediglich progressiv wirken.

    47. GeroldG. schrieb am 4. März 2010 at 00:34 - Permalink

      Konservative klingt bei Euch fast wie ein Schimpfwort. Dabei sind “wir” es, die dazu beigetragen haben, dass Deutschland nicht zum Armenhaus Europas wird und in einer (noch) größeren Flut integrationsunwilliger Einwanderer aus Anatolien ertrinkt. Ja, ich bin rechts-konservativ – und das ist auch gut so!

    48. Tobias Fuentes schrieb am 4. März 2010 at 01:06 - Permalink

      Auf der anderen Seite stehen die marktfundamentalistischen Ideologen, in deren Welt das Recht des Stärkeren zählt und Verantwortung eine Bürde ist, die anachronistisch wirkt. Als Vertreter dieser Mainstreamideologie stand der FDP-Mann Martin Lindner, der sonst lieber durch starke Sprüche auffällt, gestern bildlich gesprochen in der Eselsecke

      Ich fühle mich hier schon wieder im falschen Film. Die Realität ist eine andere als die hier fantasierte. Das Bild, das hier gezeichnet wird, hat mit der Realität nichts zu tun. Weder mit Theorie noch Praxis. Haftung und Durchsetzbarkeit ist zwingend für ein Funktioneren einer freien Marktwirtschaft. Selbst im Anarcho-Kapitalismus. Es gibt keinen, den man hier als marktradikal bezeichnen würde, der das anders sieht. Lindner hat Grupp in diesem Punkt beigepflichtet. Sie vermischen Haftung und allgemeine soziale Verantwortung zu einem pauschalen Wirrwarr.

    49. Gideon schrieb am 4. März 2010 at 01:58 - Permalink

      Ja eine nette Talkshow, ich mag es auch wenn es mal hitzig zugeht.

      Nachdem man diese gesehen hat, muss man doch praktisch für den Mindestlohn sein, oder?

      Grausam wie schlecht die Politker abschneiden selbst gegen die Hartz-4-Bezieher, eine Armutzeugnis für die Politik. :-( Das gefällt mir gar nicht.

      Sehr schön ist auch die Gestik von Kramer und Grupp wie sie nebeneinander sitzen, der eine breitbeinig, prollig und seine Wampe präsentierend, der andere eitel, fast arrogant und total selbstsicher. Ich will jetzt nicht sagen typisch deutsch, typisch amerikanisch, aber die Gestik sagt hier sehr viel aus.

    50. unbequemer schrieb am 4. März 2010 at 02:06 - Permalink

      @ 39

      Als die Produktion ins Ausland eines mir bekannten Hersteller, der gerade erst Konkurs ging, verlagert wurde, durften die dort die Teile bis auf einen kleinen Rest “produzieren” werden, dann wurden sie wieder nach Deutschland verfrachtet, hier noch ein paar Applikationen und so “drangenäht” und bekamen das “Symbol”, Made in Deutschland.

      Dumm nur, das die Qualität nicht mehr den ursprünglichen Ansprüchen entsprach, vieles musste umgearbeitet werden. Jahre später, als die im Ausland bessere Ware lieferten, wollten die auch besser bezahlt werden. Dann machte er dort dicht und suchte sich ein neues Feld wo die Arbeitskräfte noch billiger waren.

      Folge – inzwischen gibt es weder die “Urfirma” noch die vielen Sub-Unternehmer, die aber alle am Tropf der Urfirma hingen. Sobald einer der Subunternehmer einen anderen Auftraggeber (psst – die waren auch als Zulieferer einer bekannten Firma für eine Saison tätig) mit Erfolg gewonnen hatte, wurde dem für die nächste Saison so viele Aufträge der “Mutter” übertragen, mit dem Hinweis, wenn er die nicht im vollen Umfang annehmen würdem gäbe es keine Aufträge mehr, das er dem neu gewonnenen Abnehmer wieder aufgeben musste. Im darauffolgenden Jahr kam dann von der “Mutter” nur noch geringe Aufträge, aber er konnte dann den verlorenen Auftraggeber nicht zurückgewinnen, der hatte sich einen Zulieferanten an anderer Stelle gesucht und gefunden.

      Ja, die Subunternehmer gingen der Reihe nach Pleite, die “Mutter” wurstelte noch weiter, ist aber auch im letzten Jahr dicht gemacht worden.

      Grund: Es war eben nicht mehr die bekannte und teure Markenqualitätsware die unter dem Label verkauft wurde.

      Billig ist eben nicht preiswert, und teuer nicht immer Qualität.

    51. chiasmus schrieb am 4. März 2010 at 02:21 - Permalink

      Das war wieder ein Abend, da wollte ich nur mal kurz schauen was der Herr SF schreibt, und schon sitze ich über 2 Stunden am Rechner und schaue mir eine Talk-Show an. Natürlich ist es mit der Sendung nicht getan, die Firmen von Grupp und Kram(er) werden recherchiert, nebenbei die Kommentare gelesen..
      Gott ist dieser Kramer ein Unsympath, da erübrigt sich jedes weitere Wort!
      Auch wenn mir an Herrn Grupp diese aufrechte, stramme Art etwas missfällt, inhaltlich bin ich ein Fan.

      Ich hab mir gerade die Trigema Polo-Shirts angeschaut, kann man die tragen? Ich denke ich geh mal shopen.. ;-)

      Danke an Jensfechter für diesen Artikel

    52. egalitarist schrieb am 4. März 2010 at 02:38 - Permalink

      Âuf den Kern-Knackpunkt sind sie meines Erachtens nicht gestoßen:
      WIESO gibt es zu wenige Arbeits-Plätze?!

      Ich denke nicht in erster Linie, weil es zu wenig Arbeit gibt, die es wert wäre, getan zu werden!
      Denn es steht jede Menge Arbeit – in der westlichen Welt genauso wie in den Entwicklungs-Ländern aus, die angegangen werden müßte!
      Arbeit, die unser ökologisches, soziales sowie unser kulturelles Leben bereichern würde!!

      Aber es scheint sich kein Arbeitgeber mehr hierfür zu finden, da diese Arbeit sich wohl nicht mehr auszahlt..! Weil im Turbo-Kapitalismus eben massenhaft andere Formen der Kapital-Vermehrung zur Verfügung stehen, die wesentlich einfacher und gewinnbringender zu beschreiten sind.

      So müssen die “einfachen” Arbeiten, die in der BRD und wohl auch sonst in kaum einem Land mehr ausreichend bezahlt werden – sprich ein Lebens-Einkommen sichern könnten, von Dumping-Lohn Agenturen und staatlich-genötigten Zwangs-Arbeitern, den HartzIV Empfängern, erledigt werden.

      Bei so Immobilien-Tycoons etc. wie Herr Kramer akkumulieren sich die Gewinne aus der staatlich reglementierten und insofern abgenickten NiedrigLohn-Wirtschaft, er ist im Grunde keinen Deut besser als korrupte Wirtschafts-Prüfer, Anwalts-Konglomerate oder Bankster / Fonds-Manager – Private Equity – Verwalter.

      Währenddessen Herr Grupp scheinbar so von “seiner” Unternehmer-Zunft überzeugt ist und hinter dieser steht, dass er die Schuld offensichtlich alleine bei den größenwahnsinnigen Unternehmern, die sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen, sieht.

      Sicher waren wohl die Häfte der Unternehmer – vllt ein Großteil – nicht so schlau wie die Bodenständigeren und haben ihre privat-betriebswirtschaftlichen Fehl-Griffe zu Lasten der AN bzw. Steuerzahler abgewälzt. Ein politischer (gewollter?) Fehler, der auf das Versäumnis die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend einzuschränken, zurückzuführen ist.

      Es rotiert alles in einer Abwärts-Spirale. In meinen Augen wurden schon Mitte der Achtziger Jahre und früher durch die Welthandelsorganisation / WTO, die Weltbank und den Internationalen Währungs-Fonds / IWF durch politische Fehlentscheidungen die Grundsteine für diverse neo-liberale Handels-Spielräume – die zur globalen Lohnarbeits-Ausbeute / Globalisierung führten, gesetzt.

      Und seitdem wird insbesondere in der westlichen Wertegemeinschaft keinen Millimeter von dieser Schiene abgewichen, egal welch inhumane und asoziale Ausmaße und Folgen dies für die Gesellschaft mit sich bringt – man könnte meinen, die Verrohung seie gewollt.
      Als große Ausnahme hierbei tritt der anglo-amerikanische Staatenverbund ALBA in Erscheinung.

    53. egalitarist schrieb am 4. März 2010 at 03:27 - Permalink

      Kramer ist deswegen keinen Deut besser – weil er genauso wie andere AN-Ausbeuter sein eigenes Einkommen mit Hilfe des hart erarbeiteten Mehrwerts der breiten Masse von unten nach oben umverteilt und diesen für sich und seine Partner akkumuliert und sichert.
      Da kann er noch so viel Charity-Engagement an den Tag legen, das ändert auch nichts ..

      Also – ums nochmal deutlich zu machen:
      Das ganze neo-liberale Ausbeuter-Klima, ohne soziale Verantwortung, Moral oder Ethik, ist vor über 20 Jahren über den Atlantik (nicht nur) nach Europa übergeschwappt, hat unsere Binnen-Wirtschaft infiziert und lässt infolge der eng-durchtriebenen Verknüpfungen von Wirtschaft und Politik die nationalen Länder-Regierungen angesteckt, die das Virus nicht mehr abzuschütteln in der Lage sind.

      Wenn wir – die darunter leidenden, hart arbeitenden Otto-Normal Bürger und sanktionierten “Sozial-Schmarotzer” – an diesen dystopischen Zuständen in absehbarer Zeit etwas ändern wollen, sollten wir uns nicht auf eine allmähliche Genesung der Politik verlassen.

      Wir sollten vielmehr zumindeßt von unserem im GrundGesetz verbrieftes Recht politisch zu streiken endlich Gebrauch machen!

      Hierzu aus “Der politische Streik – Materialien zu einem Tabu” von Veit Vilhelmy:

      Grundgesetz deren Auslegung und Interpretationen zum politischen (Demonstrations-) Streik
      Artikel 5 GG
      (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

      Auslegung: Ein politischer Demonstrationsstreik während der Arbeitszeit fällt unter den Schutz der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit.

      Artikel 8 GG
      (1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
      Auslegung: Ein politischer Demonstrationsstreik während der Arbeitszeit fällt unter den Schutz der grundgesetzlich garantierten VersammlungsFeiheit.

      Artikel 9 GG
      (3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig.

      Auslegung:Das Streikrecht beschränkt sich entgegen der (noch) herrschenden Rechtsmeinung nicht nur auf die Arbeitsbedingungen. Die (noch) herrschende Rechtsmeinung lässt das Wort Wirtschaftsbedingungen “stillschweigend” außer Acht. Das Streikrecht besteht auch für die Wirtschaftsbedingungen, die u.a. wesentlich von politischen Entscheidungen geprägt sind.
      Somit ist der Politische Demonstrationsstreik sowie … der politische Erzwingungs-Streik in Form eines generalstreiks von der Verfassung geschützt.

      Artikel 20 GG
      (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
      (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

      Auslegung: soziale Fragen, die u.a. wesentlich von politischen Entscheidungen geprägt werden, dürfen unter bestimmten Umständen und Voraussetzungen mit dem Widerstandsrecht beeinflusst oder korrigiert werden.
      Pol. Demonstrations-/Erzwingungsstreik sind hierfür zulässige Mittel.

      Artikel 21 GG
      (1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.

      Auslegung: Der Satz ist keine abschließende Aufzählung. Neben den Parteien sind somit auch andere gesellschaftliche Gruppen wie z.B.Gewerkschaften legitimiert in die politische Willensbildung einzuwirken. .. Die zwei sich ergänzenden wesentlichen Säulen der bundesdeutschen Demokratie sind zum einen die politische Demokratie nach Art. 21 GG und die wirtschaftliche Demokratie nach Art. 9 GG.

    54. GeroldG. schrieb am 4. März 2010 at 04:40 - Permalink

      Leute wie Kramer wird es immer geben. Die lachen über Eure “intellektuellen” Beiträge von linker Seite einmal kräftig und dann wird der nächste sündhaft teure Wein in der Nobelvilla angebrochen und eine hübsche Mieze krault denen die E…r dazu.

      Ein Umdenken in der Bevölkerungsmehrheit kann man nicht erwarten, dafür ist diese viel zu ungebildet und vor allem desinteressiert – man hat genug “eigene Probleme”.

    55. Ralf-zwei.null schrieb am 4. März 2010 at 05:08 - Permalink

      Ich denke, dass Grupp einer der ganz Wenigen der “Elite” ist, die den Satz “Eigentum verpflichtet.” tatsächlich verstanden haben und nach ihm leben.

    56. Thom schrieb am 4. März 2010 at 07:16 - Permalink

      Ja, wir brauchen einfach nur “gute Unternehmer”, den lieben Kapitalisten und unser rheinischer Kapitalismus ist ein wirkliches Zukunftsmodell. Unendlicher Wachstum und Weltmarktkonkurrenz werden nämlich besser, wenn die Schweine in Deutschland vernünftig gemästet werden. Vulgärökonom Berger verschiebt eben die systemische Verantwortung zum Individuum und wir feiern unser Helden, die auf dem Hudson River landen. Das Leben des Simplizissimus.

    57. Vivi schrieb am 4. März 2010 at 07:41 - Permalink

      Schreien bei Maischberger war diesmal wirklich interessant. Von wegen ausgekaute Debatte.
      Bei “Blogger haben einen roten Irokesenschnitt” musste ich übrigens kurz vor Gelächter pausieren.

    58. Teja552 schrieb am 4. März 2010 at 07:58 - Permalink

      Ein guter Mann dieser Herr Grupp, habe die Sendung gestern nicht gesehen, jedoch jeden Auftritt des Herrn Grupp den ich bisher sah,zeugte von Menschlichkeit und Anstand, wer seine Leute gut behandelt, bei dem fühlen sich die Leute auch wohl und gehen gern zur Arbeit und das kann ich mir bei Trigema durchaus vorstellen, gäbe es nur mehrere dieser Unternehmer und es sähe sicher besser auf den Arbeitsmarkt in Deutschland aus.

      Herr Grupp ist ein Beispiel wie es hier funktionieren könnte, danke für den Artikel!

    59. Teja552 schrieb am 4. März 2010 at 08:08 - Permalink

      Bringe das auch mal auf meinen Blog, ich denke dies ist es wert!

    60. Linus schrieb am 4. März 2010 at 08:46 - Permalink

      @Thom #56: Da ist was dran, auch wenn mir die polemische Art nicht gefällt, wie du’s vorträgst.

      @alle:
      Herr Grupp mag ja durchaus seine Vorzüge haben, jedoch unterscheidet sich der Hype, der hier plötzlich aufflammt, nicht von dem, wie er in den Mainstream-Medien tagtäglich stattfindet. Resultat: Eine echte Diskussion findet NICHT statt.

      Wie Thom sehr richtig ironisiert:

      Ja, wir brauchen einfach nur ?gute Unternehmer?, den lieben Kapitalisten und unser rheinischer Kapitalismus ist ein wirkliches Zukunftsmodell.

      Eben. So fair Herr Grupp auch sein mag, ich will dennoch nicht von “Gutmenschen” in ihm abhängig sein müssen. Von der “schlechten” in die “gute” Abhängigkeit ist keine Alternative.

      Ich will euch ja nicht den Spaß und die Freude an so einem Boxkampf verderben, aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

    61. Winne2 schrieb am 4. März 2010 at 08:52 - Permalink

      In den 70ern bin ich mit den Maoisten marschiert. In den frühen 80ern mit der APPD in Hannover (Hoch lebe das UJZ Kornstraße, der alte Schädelspalter und Hans A Plast ;o)) – dann mit Grüns und Ökos gegen Plastik und Atom. Heute selbst Unternehmer mit über 150 Mitarbeitern. In den 70ern hätte ich Grupp ins Arbeitslager schicken wollen und mit einem Mittdreissiger Liberalen kuscheln. Heute ist es genau umgekehrt. Naja, das Einstecktüchlein von Grupp find ich ja unterirdisch – aber sonst: Klarer Fall von Einheitsfront mit dem wahren Unternehmertum ist angesagt. Jens sehr treffend formuliert. Und: Trigema statt Adidias, Puma oder Nike!!!!

    62. Axel schrieb am 4. März 2010 at 08:54 - Permalink

      Ob Grupp nun Deutschland das Heil noch bringen kann und ob Kramer (meinen Standards genügt er sicher nicht) nur böse ist, will ich dahingestellt sein lassen. Es war jedenfalls erfrischend Grupp zuzuhören.

      Aber ich meine auch der sog Arbeitsverweigerer hatte viel Interessantes zu sagen. Eins fand ich besonders bemerkenswert und es zeigt eigentlich die Armseligkeit und wieder einmal völlige Inadäquatheit der deutschen “Politik”. Es ist ja klar, das die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe mir der Sozialhilfe zu Hartz IV nur ein Ausweichmanöver war um Hartz IV als eine Reform hinstellen zu können.

      Es wurde immer wieder gesagt, und auch ich habe mich in einem anderen Thread mal unsinnigerweise dazu hinreißen lassen, in Hartz IV einen Vorteil für ehemalige Sozialhilfe-Empfänger darin bestehen zu lassen, das den Sozialhilfeempfängern nun die Teilnahme an “Eingliederunsgmaßnamen” zur Verfügung stehe. Aber das ist ja alles nur Augenwischerei.

      Der “Arbeitsverweigerer” sagte ja, das dies eher ein großer Fehler sei, da diese Leute so kaputt seien, das Eingliederung unsinnig ist, die hätten ganz andere Probleme. Das ist ja der Aberwitz, das zum Einen so getan wird, das die Arbeitsplätze da wären und das irrsinnigerweise auch noch Leute arbeiten sollen, die gar nicht können.

      Die Zukunft Deutschlands wird doch nicht davon abhängen, das “kaputte” Menschen in nicht existierende Arbeit gedrückt werden und dabei dann noch mit den Arbeitsfähigen konkurrieren.

      Die Arbeitsfähigen werden (möglicherweise) dazu noch mit “Kaputten” in sinnlose Maßnahmen gesteckt und “fertig gemacht”.

      Das ist doch alles, wenn es nur annähernd so ist (und es spricht Alles dafür, ich habe bereits viel dazu gesehen und gehört) , ein Aberwitz.

    63. arnulf hering schrieb am 4. März 2010 at 08:57 - Permalink

      was den grupp angeht, den finde ich ziemlich bedenklich. der hätte nämlich gerne den kapitalismus nach gutsherrenart aus der sendung gestern ganz gut hervor.
      und auf solch unternehmerisches pseudo-wohlwollen steh ich leider genausowenig wie auf den “ungezähmten” kapitalismus der sich durch das fehlen der persönlichen verantwortung von der guten marktwirtschaft rheinischer prägung unterscheiden soll.
      ich behaupte: so oder so, ist die marktwirtschaft eine wirtschaftsweise, die systemnotwendig für die meisten erhebliche nachteile mit sich bringt. da ist die “persönliche verantwortung” die unternehmer angeblich für soziales haben sollten, reines wunschdenken. diese verantwortung haben die nämlich nicht, beim besten willen. wer das behauptet soll halt mal darlegen aus was er diese gewünschte verantwortung ableitet. die sollen und müßen profit machen – nichts anderes. das ist ein sachzwang des kapitalismus. bei unternehmern ist die persönliche verantwortung auch das umlügen in, ganz banal, (geld)macht.

      was der grupp zum thema “lasst die spitzenkräften doch die millionen verdienen” meinte, halte ich für äusserst ablehnenswert, weil der leistungsmaßstab, der da als legitimation gilt völlig verkehrt ist: auch der tag eines spitzenmanagers hat nur 24h, er ist auch dem verdienst nach nicht 100mal (oder mehr) schlauer als sein schlecht bezahltester mitarbeiter. wo ist da also die äquivalente leistung wenn sich einer den ganzen profit einsacken kann, den die fleißigen arbeiter da zusammen produzieren? da kann mit diesem maßstab etwas nicht stimmen und den gibts auch gar nicht. der macht die millionen halt, weil ihm der laden gehört, basta.
      ich hätte auch keine lust den grupp reicher zu machen damit er dem hofstaat von arbeitern ein paar mehr bröckchen hinschmeißen kann. dafür soll ich so jemanden auch noch loben?
      es ist doch sowieso schon bezeichnend genug, daß die existenzsicherung der arbeiter allgemein sowieso nur als abfallprodukt zustande kommt und als solche auch immer nur kostet und dem profit unversöhnlich gegenübersteht.

    64. Spiegelfechter schrieb am 4. März 2010 at 08:57 - Permalink

      @46 Peace

      Nun ja, ich vermag in der Tea-Party-Bewegung so gar nichts progessives sehen.

    65. Spiegelfechter schrieb am 4. März 2010 at 09:17 - Permalink

      @60 Linus

      ch will euch ja nicht den Spaß und die Freude an so einem Boxkampf verderben, aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

      Sagen wir lieber – ein Schwabe macht noch keinen Sommer. Deine Kritik ist vollkommen richtig. Natürlich will sich niemand darauf verlassen, dass Anstand und Moral sich von alleine durchsetzen. Selbstverständlich muss dies politisch flankiert werden.

    66. Degnaphta schrieb am 4. März 2010 at 09:31 - Permalink

      Der Grupp ist mit Sicherheit ein harter Hund, was ihn mir nicht so unbedingt sympathisch macht. Doch ist tatsächlich mit ihm als Beispiel für den ‘idealtypischen Unternehmer’ mehr Staat zu machen, als mit dem Gelumpe auf dem Sofa neben ihm. Dem und der FDP-Fresse wünsche ich das Schicksal eines räudigen Hundes.
      Das Recht auf Arbeitslosigkeit geht in der Debatte leider immer leer aus. Darüber muß eigentlich gesprochen werden, wenn die Bedingungslosigkeit des Daseins, welches meiner Ansicht nach zu unseren Grundwerten/rechten zählt, auch tatsächlich Raum greifen soll.
      Dieses Recht auf Arbeitslosigkeit ist realistischerweise nicht universalisierbar, doch ist das Recht auf Arbeit, welches nicht als Grundrecht eingetragen ist, ja auch nicht für Jedermann zu haben. Als echte pluralistische Gesellschaft sollten Rahmenbedingungen herrschen, die jedes Lebensmodell möglich machen … und das nicht nur theoretisch. Dazu gehören vom Workoholic bis zum asketischen Meditationskünstler auch Alleinernäher oder Alleinerziehende und und und.
      Und das klappt nur mit dem richtigen Verhältnis von verfügbaren Einkommen und Preisen für Lebenshaltungskosten nebst Konsumgütern. Wie dieses Verhältnis auf Funktionstüchtigkeit getrimmt wird, ist letztendlich nachrangig. Wenn ein ‘freier Markt’ respektive ‘die Marktwirtschaft’ oder ‘der Kapitalismus’ sich als untauglich erweisen, dann muß man halt anderweitig mal schauen. Ist das nicht die berühmt berüchtigte Systemfrage?

      @ SF
      Knackig geschrieben, hat großen Lesespaß gebracht :-)

      Weder Banken noch Unternehmensberater kommen auch nur in die Nähe der Firmenzentrale.

      Dieses Detail fand ich ziemlich bezeichnend. Ich kenne einige ‘konservative Unternehmer’, die in einer Personengesellschaft also mit höchstmöglichem Risiko behaftet den unteren Rand der sogenannten mittelständischen Unternehmerschaft bilden, und die jammern, daß die besorgniserregenden Meldungen aus den Kreisen der Steuerberater kommt. Weil irgendwelche Unternehmenskennzahlen im Vergleich (mit was?) nicht so toll aussehen, obwohl ‘gefühlt’ eigentlich alles in Ordnung ist (Auftragsbuch voll, Kunden zahlen, Personal ist motiviert), werden Umstruktierungen oder Investitionen getätigt, die letztendlich als Wendepunkt wahrgenommen werden können, an dem ernste Gefahren für den Betrieb auftauchen. Das ist dann die retrospektive Aufarbeitung der Schicksale etlicher alteingessener Firmen hier in der Gegend.
      für die Untergegangenen sind jedoch keine ‘fitteren Mitbewerber’ neu entstanden, sondern die Arbeit wird jetzt von den ‘großen Übriggebliebenen’, bei denen die Marktanteile letztendlich landen.

    67. BoHey schrieb am 4. März 2010 at 09:36 - Permalink

      @ Karl-Heinrich #27

      “Wie gut, dass der Einfluss dieses Mannes am Trigema-Frabriktor endet.”

      Warum?

      Hat der gute Mann uns doch allen gezeigt, dass auch die Textilindustrie in Deutschland lebensfähig ist.
      Wie sagte er einmal so nett: Das T-Shirt , welches ein deutscher Sportartikelhersteller in Asien produziert und in Deutschland für 49,90 Euro verkauft wird , kann er in gleicher Qualität für 19,90 Euro anbieten.

      Gut , man kann natürlich sagen , wenn alle nur noch billig einkaufen, werden natürlich in Asien ein paar Arbeitsplätze weniger benötigt.

    68. Sandsturm schrieb am 4. März 2010 at 09:43 - Permalink

      Schon erstaunlich wie weit die “Linke” hier gekommen ist. Da wird mit einem Ausbeuter wie Grupp sympatisiert der die These vom “schaffenden” statt vom “raffenden” Kapital auspricht wie seit der Nazizeit keiner mehr.
      Der Typ beutet Menschen genauso aus wie jeder andere Kapitalist und daher kein Stück besser als sein Konkurrent aus den USA. Klar – er denkt langfristig und nicht wie der andere Spinner kurzfristig aber letztlich sind es die gleichen Typen. Das einzige was ihn stört, das hat er in einem Nebensatz erwähnt als die Kamera wegschwenkte – er findet es unfair das manche Staatshilfen in den Hintern geschoben bekommen und andere müssen ihr Geld so verdienen. Wenn man ihm welche anbieten würde dann wär das für ihn auch kein Grund “Nein” zu sagen. Deswegen ist er auch für nen Mindestlohn – er weiß schließlich dass wenn JEDER diesen zahlen müsste die Wettbewerbssituation genauso augeglichen wäre wie wenn jeder Sklaven halten dürfte. Bei solchen Dingen geht es um die relative Verteilung unter den verschiedenen Anbietern und nicht um die absolute. Leider wird das in der VWL heute eher nicht gelehrt, warum auch immer.

      Kleine Anmerkung, er ist auch ein Ausbeuter und es kann durchaus sein das er seine eigenen Gründe hat nicht in China zu produzieren. Es sind halt nicht nur die Produkte die schützenswert gegenüber der Konkurrenz sind es sind auch die Maschienen und Verfahrenstechnik welche das Know How eines Unternehmens ausmachen.

    69. Spiegelfechter schrieb am 4. März 2010 at 09:47 - Permalink

      @BoHey

      Absolut – zumal die Produkte im Endverbraucherpreis durchaus mit anderen Markenprodukten (z.B. die aus Herzogenaurach), die in Asien gefertigt werden, mithalten können. Von “Nobelmarken”, die ebenfalls in Asien gefertigt werden, will ich gar nicht erst anfangen.

    70. Diskussionsteilnehmer schrieb am 4. März 2010 at 09:53 - Permalink

      Es gab mal eine längere Doku über Trigema und den König. Er gefällt sich sehr in der Rolle des Patriarchen, dass konnte man da schon sehen. Rumgepoltert hat er auch die ganze Zeit, einschließlich diverser Kraftausdrücke, wenn ihm was nicht gepasst hat.

      Ansonsten geht es ihm vielleicht tatsächlich um Prestige. Geld hat er ja schon genug. Er als strahlender Unternehmer, der besser ist als all die anderen unanständigen Geldleiher, Verschwender und Standortflüchtlinge. Sicher kann man ihn als Geltungssüchtig bezeichnen. Das sind viele Manager allerdings auch.

      Der Trigema-König allerdings legt auch Wert auf sein Ansehen unter den Arbeitern und Angestellten und so ziemlich jedem Bürger, dem er begegnet. All jene, die uns jetzt Dumpinglöhne und Spekulationsblasen beschert haben sind entweder schon völlig ungeniert oder scheren sich nur um ihr Ansehen unter ihresgleichen.

      Dieser Unterschied reicht mir schon, um König Grupp seine Eitelkeit und polterige, rechthaberische Art nachzusehen. Wenn ihn das ganze auch noch berechenbar macht, um so besser. Für den würde ich jederzeit arbeiten und es wäre mir schnurz, wenn er den halben Tag stänkert.

      So haben das in der Doku auch die Leute gesehen, die jeden Tag mit ihm arbeiten durften. So isser halt!

    71. Axel schrieb am 4. März 2010 at 09:57 - Permalink

      Ich denke Alles in Allem, das man sich die Gruppschen Äußerungen mal genau ansehen müßte. So wie sie getätigt wurden sind sie ja Allgemeinplätze der anderen Art. Ob dahinter ein Konzept steckt??
      Die Äußerungen waren insofern erfrischend, als sie gegen den Mainstream gehen.

      Sicher ist es richtig das Haftungsprinzip für Manager unaufgeregt zu fordern.

      Aber was ich insgesamt so meine ist: Selbst wenn Einiges vollkommen richtig ist, spätestens die Frage nach der Umsetzung holt einen dann in Ernüchterung auf den Boden der Tatsachen zurück. Konkrete Handlungsanleitungen ersehe ich daraus nicht unbedingt.

      Es war einfach mal gegen den Mainstream und nicht nur, wie bei Sabine, Anne und Maybrit i. a. eine Runde von hochdotierten Laberköpfen und das war letztlich gut.

      Aber ich bleibe eher ernüchtert.

    72. Outlook schrieb am 4. März 2010 at 10:22 - Permalink

      Man sollte sich in seinen Überlegungen erst mal klar werden , ob man sich zu einem Grundkonsens einigen kann, was das Gesagte von Grupp betrifft.
      Er hat massiv das Grundübel angesprochen.
      Ins Ausland verlagern, mit Kredit Firmen ausschlachten, keine Haftung für Manager, Scheindebatten um Steueroasen etc.
      Das ist doch schon was. So massiv ist das bisher nicht mal von der SPD gekommen.
      Der Asmussen ist immer noch präsent.

      Bei einigen hier im Blogg wird es nie das “Maß” geben.
      Dann Frage ich mich, mit wem die was verändern wollen?

      Wieviel haben hier bei Grupp gearbeitet, die ihn als Ausbeuter bewerfen?

      Vor dem Ausbruch aus den traditionellen Bündnissen haben einige eine reflexartige Angst.

      Den Grupp wird man nun versuchen zu käßmannen.

    73. Jeeves schrieb am 4. März 2010 at 10:24 - Permalink

      Es war wunderbar zu beobachten, wie die Vertreterin der Linken den konservativen (& vorbildlichen & sympathischen) Unternehmer mit Einstecktuch – der Mann hat nicht nur Recht sondern eben auch Stil – an manchen Stellen begeistert anhimmelte. Zu Recht.

    74. Candy schrieb am 4. März 2010 at 10:27 - Permalink

      Hallo, toller Artikel über einen tollen Mann, Manager und Arbeitgeber.
      Das genaue Gegenteil findet man anderweitig:
      Siehe z.B. Theo Müller von Müller Milch (auch Weihenstephan) – der ist vor Jahren in die Schweiz übergesiedelt – er ist selbst bekennender Steuerflüchtling !!!
      Er hält 47% von IFR Capital (in Nikosia auf Zypern beheimatete Holding – Feinkostsalatehersteller Homann, Nadler, Nordsee)
      http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/milch-milliardaer-mueller-will-mit-nordsee-an-die-boerse-422813/
      Btw: Außerdem versucht Müller durch die neue Verpackungsordnung ordenlich Reibach auf Kosten der Verbraucher zu machen z.B.
      kostetm die Buttermilch statt vorher 89 Cent jetzt zwar nur noch rund 85 Cent, doch statt wie bisher 500 sind jetzt nur noch 400 Milliliter drin – eine Preiserhöhung von gut 19 Prozent.

    75. Sandsturm schrieb am 4. März 2010 at 11:09 - Permalink

      @Candy
      Sind Krupp und Ford auch Vorbilder von dir? Die haben auch so ähnlich wie Grupp gewirtschaftet und werden bis heute von manchen dafür gelobt – aber die “bösen” Seiten hat man dabei dann auch einfach ausgeblendet.

      Man kann sich das wie zwei Typen von Sklavenhaltern vorstellen – der eine gibt seinen Sklaven so wenig das sie fast verhungern und der andere gibt ihnen genug das sie ordentlich über sie Runden kommen aberSklaven sind es alle.
      Klar gibts dann diejenigen die dann sagen “There is no alternative” also besser gut essen und Sklave sein als schlecht essen und Sklave sein aber auch die Idee zu kommen, dass es Leute gibt die weder Sklave noch Halter sein wollen kommen offenbar viele hier nicht.

    76. Ringo schrieb am 4. März 2010 at 11:16 - Permalink

      Danke für den Hinweis auf die Sendung. Seitdem der Fernseher unter der Kellertreppe steht, komme ich nur noch selten in den Genuß solch’ abendlichen “Erkenntnisgewinns”.

      Besonders bemerkenswert fand ich des Fdpelings Lindners Bekenntnis, er kenne niemanden, der morgens nicht lieber im Bett bleiben würde, als an die Arbeit zu gehen. Ja, in solcher Gesellschaft, kann man ja nur so ein Menschenbild haben, wie er und seine Partei- bzw. Gesinnungsgenossen es derzeit offen zur Schau tragen.

    77. arnulf hering schrieb am 4. März 2010 at 11:19 - Permalink

      @ outlook

      Man sollte sich in seinen Überlegungen erst mal klar werden , ob man sich zu einem Grundkonsens einigen kann, was das Gesagte von Grupp betrifft.
      Er hat massiv das Grundübel angesprochen.
      Ins Ausland verlagern, mit Kredit Firmen ausschlachten, keine Haftung für Manager, Scheindebatten um Steueroasen etc.

      da verlangst du schon eine parteinahme für den kapitalismus ohne dir die argumente gegen diesen an zu sehen und die dann gegebenenfalls zu widerlegen, so sie denn falsch sind.

      meiner meinung und meiner kritik nach, soll man sich eben nicht auf einen grundkonsens einigen nur um des einigens wegen. viele kommentatoren hier haben auch gute argumente gegen einen gutmeinenden kapitlasimus gebracht, die auf eine abschaffung des kapitalsimus als praktische konsequenz hinaus laufen.
      dafür bin ich auch.
      nur muß man dann eher die gegensätze zwischen reform und systemüberwindung herausstreichen und nicht zwanghaft eine eingung fordern, die dann halt keine ist und aus der dann auch nichts praktisches folgen würde. da hat man dann halt ne differenz.

      auch das nationale argument, wenn der kapitalismus bloß auf den standort deutschland beschränkt wäre, würde nichts am sachzwang profit und konkurenz der produzenten untereinander ändern. die grundrechenart kapitalischtischer produktion bliebe dann genau die selbe. der lohn würde dann genauso dem profit als negativ begrenzende größe gegenüber stehen. da würde das spiel, wer seine arbeiter am besten verbilligen kann und möglichst viel arbeit aus denen herauspresst genauso laufen. da beißt die maus keinen faden ab.

    78. Bakunin schrieb am 4. März 2010 at 11:25 - Permalink

      Ich habe mir nach dem Durchlesen des Artikels und der Kommentare dazu ebenfalls diese Maischberger- Sendung in der ard-mediathek angeschaut.
      Nun ist Herr Wolfgang Grupp ja kein Unbekannter, man mag zu Unternehmern stehen wie man will, aber vieles von dem was er sagte war absolut richtig, sachlich.
      Für mich war einer seiner schönsten Sätze, dass es im Grunde eine Schande ist, heutzutage über Mindestlöhne überhaupt reden zu müssen.
      In der Tat, von wem hört man denn solche klaren vernünftigen Worte zum Thema Mindestlohn?
      Nicht ein mal von der SPD , den “Gewerkschaften”, ja nicht mal von der PDL!!
      Dass er auch die ganze Lohnsubventioniererei kritisierte war absolut folgerichtig.
      Seinen übrigen Ausführungen zum Thema Banken, “Hasadeuren” und Standortverlagerern in Billiglonländer mit Villen in deutschen Vorstädten wird wohl jeder hier zustimmen können.
      Das mag ja alles sehr “populistisch” klingen, besonders wenn es von einem “geschniegelten Kapitalisten” kommt, am Wahrheitsgehalt seiner Ausführungen ändert sein “Outfit” gar nichts.
      Die Wahrheit kann niemand exklusiv für sich pachten.
      Noch ein ganz und klar persönlicher Eindruck: Dieser FDP-Mann Lindner und ebenso der polternde Kramer wirkten mit ihren gestelzten neoliberalen Phrasen “ins Blaue hinein” gegenüber Herrn Grupp einfach nur dumm, inkompetent, lächerlich….

      mfg
      Bakunin

    79. Zahnwart schrieb am 4. März 2010 at 12:06 - Permalink

      Wolfgang Grupp, wir brauchen mehr Unternehmer ihrer Art

      Naja. Natürlich brauchen wir in einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft Unternehmer, die ihr Kapital auch als Verantwortng verstehen, allein, damit die grundsätzliche Organisation nicht in Frage gestellt wird – das rheinische Prinzip. Und das erfüllt Herr Grupp ganz gut,auch wenn mir der nationalistische Unterton seiner Aussagen immer wieder missfällt.

      Aber. Was macht Grupp eigentlich konkret?
      Er ist nicht im Tarifverband, zahlt aber nach Tarif. Das heißt: Die verhältnismäßig gute Bezahlung bei Trigema fußt nicht auf einem erkämpften Rechtsanspruch der Arbeitnehmer sondern einzig auf dem Wohlwollen des Arbeitgebers. Finde ich problematisch.
      Er garantiert den Kindern seiner Arbeitnehmer einen Ausbildungsplatz und eine Übernahme bei Trigema. Löblich, es ist gut, wenn der Arbeitgeber seinen Gewinn re-investiert, nicht nur zum Wohle der Arbeitnehmer, sondern auch zum Wohle der Folgegeneration. Aber: ein Arbeitsplatz bei Trigema? Kennen Sie Albkäffer wie Burladingen? Ich kenne sie, ich bin in der Ecke aufgewachsen: armseligste Orte, geprägt von übelstem Pietismus, Konservatismus, Lustfeindlichkeit. Ein Horizont, der nie weiter reicht als bis zum nächsten Hügel. Das Grupp-Prinzip fordert, dass man diese Welt nie hinter sich lässt. Und die eigenen Kinder, bitteschön, auch nicht.
      Und schließlich: Trigema produziert keine Schreibmaschinen, Trigema produziert Kleidung. Das aber hat etwas mit Individualität zu tun, mit Ästhetik, mit Kreativität – und da sind die Burladinger Produkte schlicht unterste Schublade. Es tut mir leid, ein Trigema-Poloshirt kann man nicht tragen. Und das ist jetzt nicht oberflächlich oder arrogant – es ist der Blick eines Menschen, der Ästhetik wichtig nimmt. Und der die Burladinger Lustfeindlichkeit eins zu eins in diesen Poloshirts umgesetzt sieht.

      Wir brauchen mehr Unternehmer, die denken wie Wolfgang Grupp, ja. Aber wir brauchen sicher weniger Menschen, die diesem Denken die Taten Wolfgang Grupps folgen lassen.

    80. Roland schrieb am 4. März 2010 at 12:33 - Permalink

      @ Sandsturm!

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Herr Grupp jemals einen Arbeiter gezwungen hat, bei sich zu arbeiten.
      Oder gibt es neuerdings einen Kündigungsschutz, der Unternehmen davor massiv schützt, dass Arbeitnehmer kündigen?

    81. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 12:33 - Permalink

      erfreulich unerfreulich

      ?

      Ehrlichgesagt sind mir die beiden Kampfhähne vom unternehmerischen Flügel derart auf den Keks gegangen, dass ich nach ungefähr der Hälfte der Zeit frustriert den Sender gewechselt hab. Dass ich erfreut gewesen bin, kann ich nicht behaupten ;)
      Herr Grupp kann – bei allen beipflichtungsfähigen Argumenten – ganz einfach nicht ruhig und sachlich diskutieren, sondern nur rumbrüllen, und dieses Kramer-Ungetüm machte aus einer Sendung über Hartz IV eine Bühne der Selbstdarstellung, des Selbstmitleides, der Selbstverteidigung und schnarrte schon nach 10 Minuten alle Anwesenden nur noch beleidigt an, verfiel ständig in seine selbstreinwaschenden Lamenti und fühlte sich permanent nur von allen angeriffen – U N M Ö G L I C H! Und das um kurz vor Mitternacht… einfach zu viel des Guten.

      Und diesen FDP-Schnösel von Lindner hab ich ohnehin gefressen, sind doch die 30% Senkung der Grundsicherung auf seinem Mist gewachsen.
      Und er ist ja nicht der Erste, der sich momentan in Verbalakrobatik versucht, um den unsäglichen Hetz-Populismus Westerwelles irgendwie in ein legitimes Licht zu rücken: angefangen bei “wenigstens spricht Deutschland jetzt mal über das Thema” (wobei vermutlich völlig egal ist, WIE man darüber spricht, Hauptsache, man spricht), bis hin zu “schießlich haben alle anderen plötzlich nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Sätze geschrien” (und? Ist das ein Grund, Hartz-IV-Empfänger als auf anderer Leute Kosten im Wohlstand lebende Drückeberger hinzustellen?).

    82. arnulf hering schrieb am 4. März 2010 at 12:44 - Permalink

      @zahnwart

      Naja. Natürlich brauchen wir in einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft Unternehmer, die ihr Kapital auch als Verantwortng verstehen, allein, damit die grundsätzliche Organisation nicht in Frage gestellt wird ? das rheinische Prinzip. Und das erfüllt Herr Grupp ganz gut,auch wenn mir der nationalistische Unterton seiner Aussagen immer wieder missfällt.

      das an die unernehmer herangetragene ideal ist ja, mal nüchtern betrachtet, ein ziemlich willkürliches. weder sind in der VWL derartige konstrukte zu finden noch steht davon irgendwas im grundgesetz. der wunsch danach resultiert aber aus dem zu kenntnis nehmen einer schädlichen wirtschaftsweise unter abseheung einer gurndlegenden kritik daran.
      der “rheinische kapitalismus” schreibt sich ja als ideal aufs tapet, die systemimanenten härten zu lindern, woran man aber eben doch den grundlegenden widerspruch zwischen arbeit und kapital ablesen kann.
      wenn doch klar ist, daß der kapitalismus notwendigerweise schädliche auswirkung auf seine teilnehmer hat, warum dann diese lindern und nicht die maßstäbe abschaffen, die da zu grunde liegen?
      der rheinische kapitalismus besagt ja in erster linie, daß man die ganzen härten abmildern soll und die von den unternehmern nicht gebrauchten, überflüssigen arbeiter nicht vollends verrecken lasssen soll. damit ist aber doch herausgestellt, daß es für alle sowieso nicht reicht reicht, wenn man dem folgt.
      das weist m.e. ganz gut auf die falsche ideologie von marktwirtschaft hin, die behauptet: der kapitlaismus sei zur versorgung einer gesellschaft da und zur verteilung von knappen ressourcen das optimalste system.
      und das kann man eben angreifen, weil da ein permanenter mangel unterstellt wird, den es überhaupt nicht gibt.
      mangelt es wirklich an, wohlgemerkt, materiellem! reichtum in unserer gesellschaft?
      die maschinen laufen heute fast von alleine – arbeit wird immer unwichtiger und genau das ist der grund für die ganze armut hier zu lande und anderswo. ein merkwürdiges konstrukt.
      ein weiterer hinweis auf den verteilungsfehler liegt auch darin, daß in der VWL immer nur kaufkräftige bedürfnisse zum zuge kommen. naja, klar, wenn millionen arbeitern der lohn gekürzt wird dann haben die halt das geld nicht um alle bedürnisse zu befriedigen und offensichtlich ist das ja auch der grund warum der einzelhandel dann die fehlende binnenkaufkraft beklagt. kaufkraft an sich ziehen will halt jeder der etwas produziert – kaufkraft stiften geht dann nur wenn sich der lohn und der profit nicht zu sehr beißen.
      die finanzierung des sozialstaats dann ausgerechet den immer weniger werdenden arbeitern auf zu bürden, die von ihrem lohn ohnehin kaum leben können ist ein weiteres argument gegen den ach so tollen “rheinischen kapitlalismus”, womit ich nicht meine, daß man den jetzt streichen soll solange es noch kapitalismus gibt. aber kritik und abschaffungswürdig ist das allemal.

      naja, nationalistischer “unterton” ist da noch sehr wohlwollend formuliert ;)

    83. caf schrieb am 4. März 2010 at 13:05 - Permalink

      @ Sandsturm
      Ich finde Grupps Grundhaltung absolut vorbildlich. Wie er zu seinem Vermögen gekommen ist, weiss ich nicht, aber das was er in der Sendung ausgedrückt hat – da bin zu 100% hinter ihm. Deutschland strebt ganz offiziell eine soziale Marktwirtschaft an. Ein solches System braucht Unternehmer wie Grupp.
      Also praktisch verantwortliches Unternehmertum – das ist nämlich die Seite der Medallie, auf deren andere Seite sich die Würde des Menschen finden lässt. Wer das nicht versteht, dem kann ich das gern mal ausführlich erklären, wenn gewünscht.
      Wer die Fähigkeit hat Innovationen und Arbeitsplätze zu schaffen, ja warum soll er dann nicht auch einen “Buttler” haben, wenn er einen möchte? Im Prinzip ist jeder, der sich General Manager Assistant schimpft, auch nicht viel mehr als ein Buttler.
      Also seine Sicht, ist mE zumindest eine nationale Lösung!
      Was jedoch keine globale Lösung sein kann, ist, dass die Ausbeuter eine Welt voller Unterwürfiger erstellen, a la McDonalds(Gott wie ich diesen Drecksladen hasse…) und andere globale Fabrikbesitzer. Nix anderes ist nämlich dieser Drecksladen, der weltweit täglich hunderte gestandene Familienrestaurants in den Ruin treibt, weil die gegen das massive “Lustig”-Image des McDonalds einfach gar keine Chance haben. Es geht dadurch sehr viel Würde, Kultur und lecker lecker Essen verloren. Sorry, will nicht abschweifen…

      Grupp hat nicht unbedingt recht, wenn er sagt, dass die Billigware nach China und Bangladesh gehört, denn Billigware, die viel Müll produziert, ist moralisch verwerflich. Aber: Die Lösungen für die Probleme von Schwellen- und Entwicklungsländern sind weitaus komplizierter, als die unsrigen. Die Ursache dafür ist sicher in der Kolonialzeit und fatalen Versäumnissen unserer perversen Entwicklungspolitik (omg Niebel, bitte erschießt mich…). Man muss mit den Menschen Erkenntnisse und zumindest grobe Lösungsansätze teilen, um ihnen eine echte Chance zu geben. Deshalb verfluche ich auch diese strikten Patentrechte, die genauso eine Geissel der Menschheit sind wie die grenzenlosen Erb- und Kapitalzockrechte. Deshalb ist sehe ich Grupps Sichtweise zumindest kurzfristig, als moralisch nicht verwerflich.

    84. name schrieb am 4. März 2010 at 13:16 - Permalink

      Au ja, laßt uns alle den Vaterkomplex ausleben und die Patriarchen hochleben. Vielleicht sollte man Seminare wie “Ostelbisches Junkerleben für Alle” anbieten, und dabei nur nicht erwähnen, worin die eigentlichen Gegensätze und die gegensätzlichen Interessen zwischen Finanzkapitalisten, exportorientiere Industriekapitalisten und importorientierte Industriekapitalisten bestehen.

      Natürlich gibt es Kapitalisten wie Herr Grupp die auf einen funktionierenden Binnenmarkt angewiesen sind, da über ihnen ebenso das Schwert der Pauperisierung schwingt, wie über allen anderen Binnenmarktteilnehmern, die von diesem abhängig sind. Diejenigen fordern verständlicherweise einen starken Staat, der ihre Binnenmarktinteressen unterstützt.

      Diese Kapitalisten sind aber niemals Verbündete für eine “Linke”, die sich antikapitalistisch versteht, weil es diese Charaktere sein werden, die morgen auch prima Kriegsmaterial für den Staat produzieren werden, wenn das die Form der staatlichen Binnenmarktunterstützung sein sollte.

      Jeder sollte sich einmal die Frage stellen, wie dieses ökonomische System noch eine Nachfrage generieren könnte, wenn die Spekulation des Finanzkapitals als Nachfragemotor wegfallen würde.

      Wir hätten sofort einen Weltkrieg, auch mit diesen dummen Lackaffen aus dem finanzkapitalistischen Bereich, die diesen tiefen Grund ihrer Art der Produktion nicht einmal erfassen.

    85. marc use schrieb am 4. März 2010 at 13:28 - Permalink

      Ich finde Grupps Grundhaltung absolut vorbildlich. Wie er zu seinem Vermögen gekommen ist weiss ich nicht, aber das was er in der Sendung ausgedrückt hat ? da bin zu 100% hinter ihm. Deutschland strebt ganz offiziell eine soziale Marktwirtschaft an. Ein solches System braucht Unternehmer wie Grupp.

      ich weiß schon wie der zu seinem vermögen gekommen ist: der hat halt mal kapital vorgeschoßen und sich ne produktionsstätte gebaut und arbeiter eingestellt. die produzieren dann 100% der waren, die der verkauft und bekommen einen bruchteil des tauschwerts der waren der sich auf dem markt erzielen läßt an lohn. der lohn und die maschinen sind laufend kosten und müßen bezahlt werden. dann macht er noch eine kapitalakkumulation um evtl in modernere arbeitstätten zu investieren die wiederum kosten sparen und mehr warenwert aus material und arbeit herausholen. der rest wird zu seinem alleinigen privatvermögen. was ist da so schwer dran?

      woher weißt du was von deutschland angestrebt wird? deutschland ist doch kein kollektivsubjekt welches dann einen eigenen willen hat und ziele verfolgen kann. außerdem wird doch gerade heftigst um sozialstaatabbau gerungen zwecks standortvorteil.

      Also praktisch verantwortliches Unternehmertum ? das ist nämlich die Seite der Medallie, auf deren andere Seite sich die Würde des Menschen finden lässt. Wer das nicht versteht, dem kann ich das gern mal ausführlich erklären, wenn gewünscht.

      ja bitte! ich würde es sehr gerne erklärt bekommen, wenn du dir die mühe machst.

    86. Spiegelfechter schrieb am 4. März 2010 at 13:30 - Permalink

      @Sandsturm

      Schon erstaunlich wie weit die ?Linke? hier gekommen ist. Da wird mit einem Ausbeuter wie Grupp sympatisiert

      Den Arbeitgeber nicht a priori als “Ausbeuter” zu sehen, halte ich schon für eine erfreuliche Entwicklung.

      der die These vom ?schaffenden? statt vom ?raffenden? Kapital auspricht wie seit der Nazizeit keiner mehr.

      Nicht alles was ein Vergleich ist, hinkt. Was willst Du mit diesem Satz eigentlich sagen?
      a) Kapital ist per se abzulehnen?
      b) da die Nazis zwischen “schaffendem” und “raffendem” Kapital unterschieden (übrgiens nach abstrusen Kriterien) ist jegliche Kritik am Turbokapitalismus per se verboten?

      Der Typ beutet Menschen genauso aus wie jeder andere Kapitalist und daher kein Stück besser als sein Konkurrent aus den USA

      Die Sichtweise ist allerdings arg ideologisch geprägt. Ich sehe nicht, warum ein Unternehmer, der seinen Leuten einen fairen Lohn zahlt, ein Ausbeuter ist.

      Deswegen ist er auch für nen Mindestlohn ? er weiß schließlich dass wenn JEDER diesen zahlen müsste die Wettbewerbssituation genauso augeglichen wäre wie wenn jeder Sklaven halten dürfte.

      Natürlich ist es so, dass derjenige, der faire Löhne zahlt, durch Konkurrenten benachteiligt wird, die unfaire Löhne zahlen. Was ist aber an der Forderung nach einem Mindestlohn so verwerflich, dass Du ihn auf eine Stufe mit der Sklaverei stellst?

    87. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 13:32 - Permalink

      name:

      Auch die Linke müsste sich irgendwann die Kapitalisten ins Boot holen, würde sie einmal bundespolitisch ein Wörtchen auf Regierungsebene mitzureden haben. Oder was sollte man deiner Ansicht nach mit den Unternehmern machen? Alle enteignen? Nee, stimmt, dann wären wir ja wieder beim Totalitarismus angekommen. Also müsste man Kompromisse eingehen. Den Kapitalismus abschaffen geht ganz einfach nicht. Aber man kann dafür sorgen, dass er in sozialeres Fahrwasser gelangt und nicht mehr Staat und Gesellschaft dominiert.

      Und die Politik ist im Grunde unser geringstes Problem. Wie Richard-David Precht neulich völlig zu Recht anmerkte, ist der Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft völlig abhanden gekommen, das Gefühl, für meinen Nächsten mitverantwortlich zu sein, dass man irgendwo insgesamt im selben Boot sitzt und sich gegenseitig helfen sollte, statt die Schwachen über Bord zu werfen, wenn das Boot zu sinken droht, um die eigene Haut zu retten. Viel wichtiger als irgendeine Politik ist die kleine Kirche im Inneren eines jeden von uns, wo – völlig unabhängig von irgendeiner Religion – Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit gepredigt werden sollte, und vor allem sollte danach gelebt werden.
      Dies wäre eine unzerstörbare Basis, wirklich etwas zu verändern. Wenn man in der Schule lernt, dass es am wichtigsten ist, überall der Erste, Beste und Findigste zu sein, um etwas zu werden, dann lehrt man unseren Kindern im Prinzip von Beginn an das Leistungs- und das Ellenbogen-Prinzip. Da braucht es einen dann nicht zu wundern, wenn lauter verantwortungs- und skrupellose Unternehmer nachwachsen.

    88. Linus schrieb am 4. März 2010 at 13:33 - Permalink

      @name #84:

      Das mit dem Krieg vergeß ich mal, auch wenn’s stimmen könnte. Polemik hilft uns hier nicht weiter. Aber:

      Jeder sollte sich einmal die Frage stellen, wie dieses ökonomische System noch eine Nachfrage generieren könnte, wenn die Spekulation des Finanzkapitals als Nachfragemotor wegfallen würde.

      yep ;-)

    89. Spiegelfechter schrieb am 4. März 2010 at 13:33 - Permalink

      @marc use/arnulf hering

      Nutze doch bitte einen Nick – das gehört zur Netiquette. Danke.

    90. Spiegelfechter schrieb am 4. März 2010 at 13:37 - Permalink

      @name

      Hmmm, dieser Kommentar war von Dir zu erwarten. Was Du machst, ist nichts anderes als Sarrazin – nur von der anderen Seite aus. Du nimmst eine Gesellschaftsschicht in Sippenhaft. Das ist sicherlich nicht meine Position. Wenn Du mit einer solchen Denke ein neues Gesellschaftsbild aufbauen willst, dann graut es mir vor dieser Gesellschaft.

    91. wollecarlos schrieb am 4. März 2010 at 13:40 - Permalink

      Spiegelfechter schreibt:

      Unternehmer, der seinen Leuten einen fairen Lohn zahlt…

      und

      Natürlich ist es so, dass derjenige, der faire Löhne zahlt, …

      WER klärt mich mal auf, WAS “fairer Lohn” ist?

    92. *ch* schrieb am 4. März 2010 at 13:50 - Permalink

      Der alte Jesuitenzögling Grupp hat wenigstens noch gesellschaftliche Ideale.
      Eine wirklich interessante Arbeit zum Thema des ehrbaren Kaufmanns findet sich hier:

      http://www.der-ehrbare-kaufmann.de/files/der-ehrbare-kaufmann.pdf

      oder die Kurzvariante:

      http://www.der-ehrbare-kaufmann.de/fileadmin/Gemeinsame_Dateien/der-ehrbare-kaufmann.de/PDFs/klink-zfb-si0308.pdf

    93. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 13:51 - Permalink

      WER klärt mich mal auf, WAS ?fairer Lohn? ist?

      Ein fairer Lohn ist einer, der dem Arbeitsaufwand gerecht wird und in einem positiven Verhältnis zum durch die Arbeitskraft der Arbeitenden erwirtschafteten Unternehmensgewinn steht. Und vor allen Dingen erkennt man einen fairen Lohn mindestens daran, dass ein vollzeit Arbeitender davon halbwegs über die Runden kommt, ohne staatliche Zusatzleistungen in Anspruch nehmen zu müssen.

    94. Linus schrieb am 4. März 2010 at 13:53 - Permalink

      @lillywhite: Es geht in erster Linie nicht darum, irgendwelchen Unternehmern an Bein zu pinkeln, sondern die Wirkungsweise des Kapitalismus zu verstehen und sich entsprechende Maßnahmen einfallen zu lassen. name hat aber bewiesen, daß er was begriffen hat, wenn er schreibt:

      Jeder sollte sich einmal die Frage stellen, wie dieses ökonomische System noch eine Nachfrage generieren könnte, wenn die Spekulation des Finanzkapitals als Nachfragemotor wegfallen würde.

      So weit ist Herr Grupp meiner Einschätzung nach noch nicht. Also ist er auch (noch) der Falsche, um ihn ins Boot zu holen.

      Und die Politik ist im Grunde unser geringstes Problem. Wie Richard-David Precht neulich völlig zu Recht anmerkte, ist der Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft völlig abhanden gekommen …

      Ich bin im Gegenteil überzeugt davon, daß die Politik wesentlich dazu beigetragen hat, daß uns der Zusammenhalt verlorengegangen ist. Wie anders ist diese tägliche Hetze gegen die Schwächsten denn sonst zu verstehen, wie anders ist denn diese in Gesetz gegossene Verachtung ganzer Teile der Gesellschaft zu interpretieren ?

    95. Axel schrieb am 4. März 2010 at 13:53 - Permalink

      Wie Linus meine ich, daß Grupp und dann auch Kramer genau diskutiert werden müßten.

      Ich meine ja auch, daß Grupp seine Berechtigung hat. Aber vielleicht hat Kramer die auch. Egal was er für ein (fragwürdiger) Typ sein mag, worüber ich aber nicht wirklich etwas weiß..Es gibt nun mal Leute wie Kramer und die “schaffen” vielleicht tatsächlich auch Arbeitsplätze, die ohne ihn nicht da wären. Unsere Regierung jedenfalls schafft keine sinnvollen Arbeitsplätze.

      Ich habe die Sendung nicht im Kopf, ich hab mir auch nicht alles angehört und nicht die Zeit das nachzuholen. Aber Einiges hab ich aufgeschnappt.

      Zum Beispiel wurde nicht ausdiskutiert, ob und warum (und vielleicht um welchen Preis) es in den USA leichter ist ein Unternehmen zu gründen. Der Linkspartei traue ich genausowenig zu Industriearbeitsplätze zu schaffen, bzw. Bedingungen dafür zu schaffen, wie der Bundesregierung.

      Grupp meinte an einer Stelle, wenn man die gierigen Manager zur Rechenschaft ziehen würde oder gezogen habe, dann könne man von Hartz-Empfängern erwarten, das sie Gegenleistung erbringen. Das war erstens nicht nur der Hartz-Problematik völlig unangemessen, sondern auch keine Lösung. Wenn die Manager in HARTZ V sind, ist an der Hartz IV Problematik nichts gelöst.

      An einer Stelle wurde er “konkret” zur C-Klasse Auslagerung, was ja m.E. eine unglaubliche Katastrophe für die Bundesrepublik darstellt. Ein Produkt einer Schlüsselindustrie wo Deutschland führend ist, wird zur Produktion und dann noch in die USA ausgelagert. Eigentlich kann man doch nur sagen: Gute Nacht. Wie hat eigentlich Merkel bzw. unsere Politik darauf reagiert? Also ich war damals sprachlos.

      Ich weiß nicht was Grupp dazu gesagt hat. Hatte er eine Lösung für das C-Klasse Problem zu bieten?

      Sowas müßte man meine ich im Einzelnen diskutieren.

      Über Lindner muß man nicht reden. Der hat uns mal wieder erklärt, das man nur das verteilen kann was erarbeitet wurde. Aber wenn nun mal Einige nicht mitarbeiten können, was dann? Dann würden wir doch gerne wissen ob nicht vielleicht von den Anderen genug erarbeitet wird, insbesondere wenn von diesem Erarbeiteten etwas weniger an Lindner und Kollegen von deren Leistung ich nun gar nichts weiß ,umverteilt würde.

    96. name schrieb am 4. März 2010 at 13:53 - Permalink

      @lillywhite

      Eine “Linke”, die nicht antikapitalisch argumentiert, die nicht die inneren, produktionsbedingten Ursachen für den heutigen globalen Wahnsinns benennt, der sich überall zusammenbraut, steht morgen als staatkapitalistische Rechte da, die “Deutschland zuerst” und “Europa zuerst” brüllen wird, und die jegliche andere Schweinerei mitmachen wird.

      Man muß den Menschen die Wahrheit sagen, die Wahrheit darüber, woher ihr alter Reichtum stammte, und warum es diese Form der globalen Krise gibt, und warum die bösen “Banker” nicht die Hauptschuldnehmer sind.

    97. arnulf hering schrieb am 4. März 2010 at 13:55 - Permalink

      ok, die nettiquette wird befolgt…

      Die Sichtweise ist allerdings arg ideologisch geprägt. Ich sehe nicht, warum ein Unternehmer, der seinen Leuten einen fairen Lohn zahlt, ein Ausbeuter ist.

      naja, der ideologieforwurf ist schon eine art totschlagsargument und dient eigentlich ja nur des begründungsfreien nichtigmachens vorgebrachter kritik.
      viel eher ideologisch ist doch der maßstab “fairer lohn”. das man einen fairen lohn zahlt bzw. haben will unterschreibt doch jeder sofort, zweifelsohne.
      aber dann sag du halt doch mal deinen maßstab dafür. ab wann ist ein lohn denn fair und ab wann ausbeutung? möchtest du das mal machen, bitte?
      meiner ansicht nach liegt ein ausbeutungsverhältnis dann vor wenn ein arbeiter das produkt seiner tagesproduktion nicht zu hundert prozent mit nach hause nehmen kann, mal ganz vereinfacht und bildlich ausgedrückt.

      @ lillywhite:

      warum soll man den kapitalismus nicht abschaffen können? magst du dafür mal gründe nennen?
      mag sein, daß derzeit keine alternative im raum steht. das heißt aber doch noch lange nicht, daß man nur aus dem fehlen einer alternative dem kapitalismus recht geben muß nur weil er eben real ist und erfolg nach seinen kriterien hat.

    98. R_Winter schrieb am 4. März 2010 at 14:02 - Permalink

      @Karl Heinrich #42

      Dafür hat Asien eine überragende Bedeutung in der Branche erreicht, wohin aus Deutschland oft die Maschinen geliefert werden.

      Pfaff-Pleite
      Wiethüchter- Pleite
      Basler-Automaten-Pleite

      und…und. ander deutsche Lieferanten von eEpuipments für die Bekleidungsindustrie
      Dürkopp/Adler – einst Weltmarktführer, heute winzig und unbedeutend im Weltmarkt.

      Die deutschen Lieferanten waren mal Weltmarktführer.

      In den Betrieben in Fern Ost stehen ausschließlich Maschinen aus Fern Ost (99%).

      Die Entscheidung Politik/Banken ist schon 1980 gefallen, als im Mittelmeerraum produziert wurde und Fern Ost keinerlei Bedeutung hatte.

      Statt von Verschwörungstheorien zu schreiben, solltest Du Dich besser informieren.

    99. memoon schrieb am 4. März 2010 at 14:04 - Permalink

      Jetzt haben die Verfechter der sozialen Marktwirtschaft den ersten Unternehmer gefunden, der in ihr Weltbild passt. Gleich wird er auf ein Podest gehoben und alle wünschen sich, für Big Daddy arbeiten zu dürfen.

      Sowas kommt dabei raus, wenn “Linke” den Kapitalismus retten wollen….

    100. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 14:13 - Permalink

      arnulf:

      Es gibt einen Unterschied zwischen der sehr realistischen Einschätzung, dass eine einmal geschaffene kapitalistische Ordnung in einem Staat, der ausgerechnet auch noch tragender Teil einer ebenso kapitalistischen Weltordnung ist, in absehbarer Zeit abgeschafft werden kann und einem Bejahen bzw. Legitmieren der kapitalistischen Wirtschaftsweise.
      Ich bejahe den Kapitalismus nicht, wenn ich anerkenne, dass er allgegenwärtig ist und eine große Zahl an Anhängern hat, und stattdessen für seine Mäßigung plädiere.

    101. name schrieb am 4. März 2010 at 14:19 - Permalink

      @90

      Ach Jens, klar, ich bin schuld und schuldiger, und was es da sonst noch alles geben mag, aber nur, weil ich von Kapitalisten und Klassen, von gegensätzlichen ökonomischen Interessen und der Art der Produktion von Reichtum schreibe, stimmts?

      Ist das zu aufklärerisch, oder wie?

      Ich wette, auf solche Vorzeigeunternehmer wie Grupp würde das alte Göringzitat “Ihnen meine Herren, ist es doch völlig gleichgültig, ob sie Töpfe, oder Panzer produzieren” vollumfänglich zutreffen, solange es nur die “Anderen” trifft.

    102. wollecarlos schrieb am 4. März 2010 at 14:20 - Permalink

      93 lillywhite
      Danke, daß Du Dich so schnell um die Beantwortung meiner Frage gekümmert hast!
      Doch ?Undank ist der Welt Lohn- schon habe ich weiteren Erklärungsbedarf…

      Du schreibst

      Ein fairer Lohn ist einer, der dem Arbeitsaufwand gerecht wird …

      Hört sich verständlich an. Aber wie misst man den Arbeitsaufwand eines Fliesenlegers und den eines Creativdirektors in einer Werbeagentur?

      Dann fährst Du fort

      und in einem positiven Verhältnis zum durch die Arbeitskraft der Arbeitenden erwirtschafteten Unternehmensgewinn steht.

      Naja, ganz schön verschachtelt, aber so ungefähr kann ich mir vorstellen, was Du meinst:
      Wenn der Arbeitnehmer also KEINEN Unternehmensgewinn erwirtschaftet, bekommt er auch keinen Lohn!

      Finde ich sehr gerecht.

      Und dann schließt Du Deinen Beitrag

      Und vor allen Dingen erkennt man einen fairen Lohn mindestens daran, dass ein vollzeit Arbeitender davon halbwegs über die Runden kommt…

      Das ist ja nun glasklar. Oder doch nicht?

      Dann bekäme also ein Single bei gleicher Arbeit einen erheblich niedrigeren Lohn, als der Familienvater mit einer Frau und 4 Kindern.
      Denn der Single kommt ja auch mit wesentlich weniger Penuncen ?halbwegs über die Runden?.

      Finde ich sehr un- gerecht.

    103. Linus schrieb am 4. März 2010 at 14:22 - Permalink

      @lillywhite #100:

      Die Krise im Kapitalismus tritt dann auf, wenn das Kapital keine realen Investitionsmöglichkeiten mehr findet. An diesem Punkt sind wir JETZT!! Da hilft deine Mäßigung auch nicht mehr.

    104. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 14:24 - Permalink

      name:

      Man muß den Menschen die Wahrheit sagen, die Wahrheit darüber, woher ihr alter Reichtum stammte, und warum es diese Form der globalen Krise gibt, und warum die bösen ?Banker? nicht die Hauptschuldnehmer sind.

      Weißt du, Menschen, die in der Darstellung ihrer Positionen bevorzugt mit Worten wie “wahr” und “falsch” arbeiten, sind mir naturgemäß nicht geheuer.

      Antikapitalistische Positionen müssen nicht zwangsläufig auf die Beseitigung desselben abzielen. Eine antikapitalistische Argumentation erkennt zunächst einmal die negativen Auswirkungen und Begleiterscheinungen des Kapitalismus, alles Weitere kann nur primär auf die möglichst vollumfängliche Beseitigung dieser negativen Folgen ausgerichtet sein, nicht aber vorrangig auf die Beseitigung des Privateigentums und der Unternehmen als wesentliche Triebfedern des Kapitalismus – zumindest, wenn man sich als Verfechter demokratischer Grundsätze wie Grund- und Freiheitsrechte sieht. Das tut die Linke, wenn ich mich nicht irre.
      Den Kapitalismus abzuschaffen, hieße, das Privateigentum abzuschaffen. Den Kapitalismus zu zähmen und in soziale Bahnen zu leiten, hieße hingegen, z.B. einen Mindestlohn einzuführen oder der Belegschaft eines Unternehmens mehr Mitspracherechte zu garantieren und sie an den Produktionsmitteln zu beteiligen, statt utopische Manager-Gehälter zu zahlen.

    105. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 14:26 - Permalink

      LInus:

      Ich kann nicht erkennen, dass die Krise es Kapitalismus bislang zu seiner Abschaffung geführt hätte.

      “Ich bin im Gegenteil überzeugt davon, daß die Politik wesentlich dazu beigetragen hat, daß uns der Zusammenhalt verlorengegangen ist. Wie anders ist diese tägliche Hetze gegen die Schwächsten denn sonst zu verstehen, wie anders ist denn diese in Gesetz gegossene Verachtung ganzer Teile der Gesellschaft zu interpretieren ?”

      Linus, die schlimmste Hetze wäre doch wirkungslos, wenn sie nicht irgendwo auf fruchtbaren Boden fiele. Unsere Volksvertreter stammen letzten Endes auch bloß aus der Mitte unseres Volkes – sie haben zum Teil neben uns im Auditorium gesessen, als es um Marx und Weber ging.

      Wer die Elite vom Ganzen trennen will – egal ob von oben oder unten -, der ist schon mehr Spaltertum und Klassendenken erlegen, als er vielleicht wahrhaben möchte. Das trifft eben nicht nur auf die Westerwelles zu, die gerne die Leistungsträger von den Leistungsempfängern trennen wollen, sondern auch auf jene, die gerne alle Verantwortung auf die politische Elite schieben wollen und meinen, damit wäre’s getan.

    106. Linus schrieb am 4. März 2010 at 14:50 - Permalink

      @lillywhite #104:

      Ich kann nicht erkennen, dass die Krise es Kapitalismus bislang zu seiner Abschaffung geführt hätte.

      Was ist denn das? Beschwörst du jetzt die normative Kraft des Faktischen?

      Linus, die schlimmste Hetze wäre doch wirkungslos, wenn sie nicht irgendwo auf fruchtbaren Boden fiele.

      Wer hat denn diesen Boden bereitet?

      Tut mir leid, daß ich so kurz angebunden bin – ich muß mich jetzt um meinen Kinder kümmern, bin aber heute abend wieder dabei. Vielleicht kann ja name übernehmen ;-)

      Deswegen auch kurz zu name: Es macht wenig Sinn, irgendjemandem ‘den Kopf abschlagen zu wollen’ für einen Fehler, der eigentlich im System liegt. Der ‘Klassenkampf’ hat IMO die ehrliche Diskussion eher verhindert denn gefördert. Ansonsten bin ich (zumindest bisher) deiner Meinung ;-)

    107. Bela schrieb am 4. März 2010 at 14:50 - Permalink

      Um noch die Frage zu beantworten, wo Herr Grupp sein Kreuz macht:

      Ich bin immer ein CDU-Wähler gewesen

      sagt er im Gespräch mit Harald Schmidt im September 09: http://www.youtube.com/watch?v=xAbvqx5GlWg
      Ach ja, bei der Gelegenheit sagt er auch:

      Oskar Lafontaine hat sicherlich manche Dinge, die auch von mir unterstützt werden: Gerechtigkeit, Anstand. Das ist das, was er teilweise ja auch einfordert. Und da kann ich auch einem Oskar Lafontaine nicht widersprechen.

    108. name schrieb am 4. März 2010 at 14:55 - Permalink

      @Lillywhite

      Mir sind Menschen ungeheuerlich, die einfach nicht Wahrheit sagen oder schreiben wollen, und sich faul im Kreis drehen, und dabei auf keinen konkreten Punkt kommen wollen.

      PS: Wenn die Verteidigung bürgerlicher Freiheitsrechte, und damit die Verteidigung der bürgerlichen Herrschaft dein Kriterium für “links” ist, dann wünsche ich Dir zweimal Gute Nacht.

      PPS: Du hast nur Schwein im Zentrum der ersten Welt zu leben, und deine Ansichten vom Ganzen Volkskollektiv sind bezeichnend.

      Das Volk war immer derjenige Teil, der ökonomisch Schwächsten, der Besitzlosen und niedrigen Klasse, und es war als Begriff, die Klassenbezeichnung und Klassenkenntzeichnung schlechthin.

      Und ja, eigentlich ging es immer und das Privateigentum an Produktionsmitteln (!) und nicht um abstrakte Ungenauigkeiten…aber ..egal egal…

    109. jo schrieb am 4. März 2010 at 14:56 - Permalink

      @ wollecarlos

      Es gibt keinen “fairen” Lohn, weil irgendwann das Risiko des Investors sich ausgezahlt hat, und ab diesem Punkt dürfte dieser keinen Anteil mehr an der Produktionswertschöpfung erhalten. Jedenfalls im produzierenden Gewerbe. Das ist zu Recht nicht durchsetzbar.
      So oder so ähnlich hat mir mal ein Prof. eine Anekdote erzählt über eine britische PR-Agentur die einer britischen Partei dringend davon abriet im Parteiprogramm einen fairen Lohn zu fordern.

      @ lillywhite
      Privateigentum an sich ist immer eine schwierige Sache, jeder will sie, aber keiner kann haben was der andere schon hat. Ich finde Privateigentum jedenfalls in der Theorie schwierig solange 5% der Bevölkerung 98% des Kapitals besitzen und die Erbschaftssteuer immer weiter gesenkt wird.

      Jeder Mensch wird gleich geboren, aber sofort danach ist bei einigen sicher das sie niemals arbeiten müssen. Darum muss entweder die Erbschaftssteuer hoch oder Kapitalertrag mit annähernd 100% besteuert werden :). Ansonsten haben wir doch ein Feudalsystem, der Hochadel muss nie arbeiten und das gilt auch für seine Kinder, mittlerer Adel wird selbst nie arbeiten müssen, jedoch nur einer erbt genug, und dann die welche den Kindern mit Nachhilfe, Musikunterricht, Privat-Schule ect. auch einen ausreichenden Status sichern können, und der ganze Rest :). Ich schweife ab.

      Du kannst nicht mit Grundrechten Argumentieren, das finde ich unfair. Grundrechte sind ja nur solche welche im Grundgesetz verankert sind, also muss man wieder auf den alten Konflikt zwischen Ost und West hinaus. Ich finde es schwer zu sagen welche Menschenrechte die wichtigsten sind, jedoch hat auch Deutschland den Pakt über die wirtschaftlichen Menschenrechte Ratifiziert. Somit stehen hier Menschenrecht gegen Menschenrecht. Hier ein Auszug:

      “Artikel 6
      (1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht auf Arbeit an, welches das Recht jedes einzelnen auf die Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt durch frei gewählte oder angenommene Arbeit zu verdienen, umfaßt, und unternehmen geeignete Schritte zum Schutz dieses Rechts. ”

      Und es gibt eindeutig nicht genug Arbeit. Auch hier schweife ich ein wenig ab, aber wer sich nur zu den Grundrechten bekennt vernachlässigt eben Automatisch die wirtschaftlichen Menschenrechte. Das mag ein schwer zu lösender Konflikt sein. Jedoch versteht sich der Schutz der Menschenrecht durchaus mit wirtschaftlichen und Kulturellen Menschenrechten.

      Der Konflikt besteht und bestand immer in dem Zusammenspiel von wirtschaftlichen Menschenrechten und freiheitlichen. Der Ostblock setzte bekanntlich auf die wirtschaftlichen der Westen auf die freiheitlichen.

      Es gibt wohl keinen Königsweg, aber ein grenzenloses Recht auf Privateigentum mag ich genauso wenig akzeptieren wie der völlige Verlust des selbigen. Aber für mich ist Kapitalismus eben nicht nur freier Markt sondern die Konzentration des Kapitals, und ich würde gerne nur den freien Markt behalten. Darum also doch eine wenigstens Teilweise (durch Steuern und Erbgesetze geregelte) Abschaffung von Privateigentum.

    110. arnulf hering schrieb am 4. März 2010 at 15:14 - Permalink

      Ein fairer Lohn ist einer, der dem Arbeitsaufwand gerecht wird und in einem positiven Verhältnis zum durch die Arbeitskraft der Arbeitenden erwirtschafteten Unternehmensgewinn steht. Und vor allen Dingen erkennt man einen fairen Lohn mindestens daran, dass ein vollzeit Arbeitender davon halbwegs über die Runden kommt, ohne staatliche Zusatzleistungen in Anspruch nehmen zu müssen.

      ok, da hast du gerade ein paradebeispiel dafür abgegeben, wie man sich dann um konkrete zahlen beim gerechten lohn hermudrückt und auf eine äußerst schwammige formulierung ausweicht. halbwegs davon leben – na, das haben wir ja jetzt schon, daß man nur halbwegs vom lohn leben kann.
      wie hoch ist denn das psoitive verhältnis zum unternehmensgewinn dann konkret?
      und wie bemißt man das dann in sparten die überhaupt keinen gewinn machen, wohlgleich aber gesellschaftlich von hohem nutzen sind wie z.b. krankenschwestern, kindergärtnerinnen, lehrern, uniprofessoren, zahnärtzten etc.etc.?
      da müßte man dann für jeden berufszweig ein konkretes verhältnis festlegen und dann nach einem starken staat verlangen, der das dann auch durchdrückt.
      mekrst du was? mit diesem willkürlichen ideal von gerechtem lohn bist du dann gedanklich näher bei der ddr als diejenigen denen du totalitarismus vorwirfst.

      vielleicht zum totalitatismus-argument und zum privateigentum nochmal ein paar gedanken:
      der vorwurf totalitarismus ist nur so ausgesprochen eigentlich ziemlich bezugslos, meint aber sehr wahrscheinlich daß du eben doch sehr viel von privateigentum hältst und dir eine alternative, die nicht kapitalistisch wirtschaftet gleich als stalinistisches regime denkst.
      privateigentum abschaffen? ja, sicher doch. warum denn nicht? das privateigentum gibts doch nicht deswegen, dir die lebensmittel zu sichern , die sowieso nur du essen kannst, dir die zahnbürste zu sichern, die sowieso nur du benutzen magst oder das häuschen das sowieso nur du mit deiner famillie bewohnst. wenn das nämliche für alle zu haben wäre, würde dir das auch mit sicherheit niemand streitig machen wollen, das nur mal nebenbei.
      privateigentum meint staatliche besitznahme von natürlichen ressourcen wie z.b. bodenschätzen und billigt einzelindividuen die ausschließliche verfügungsgewalt über gesellschaftlich notwendige produktionsmittel zu, sowie die inbeschlagnahme des daraus resultierenden reichtums.
      das bedeutet dann eben auch, daß ein unternehmer seinen produktionsapparat anzünden, verkaufen bunt anmalen, was auch immer damit machen kann, wenn kein profit mehr zu machen ist. da fällt dann halt die produktion möglicherweise notwendiger konsumgüter aus wenn es sich nicht mehr lohnt. und genau das ist das objektiv!!! schädliche verhältnis aus der herrschenden wirtschaftsweise.
      warum soll man da dem kapital dann nur zugeständnisse abverlangen und nicht die grundlage der schädigung beseitigen?

    111. name schrieb am 4. März 2010 at 15:23 - Permalink

      Naja Linus, ich will niemanden den Kopf abschlagen, aber ökonomische Gegensätze und Bedingungen einer alten Produktionsweise müssen auch so benannt und kenntlich gemacht werden, um sich dann zu fragen, wie lässt sich eine Produktion organisieren, an der global alle Menschen teilhaben können, ohne die 50.000 Dauertoten jeden Tag, ohne das Anbeten von Herrschaft, und ohne die heute absehbaren Folgen, die aus der Nichtbenennung Wirklichkeit werden.

    112. jo schrieb am 4. März 2010 at 15:36 - Permalink

      Naja das “fairer” Lohn auch von der Arbeit abhängt bestreitet doch keiner, und für mich ist fair wenn ich die Wertschöpfung die ich erwirtschafte auch bekomme :). Und ich hab mich ja hier aufgrund des Grupp Beispiels auf produzierendes Gewerbe beschränkt.

      Und in der Tat denke ich, dass man sich bei der Diskussion über Privateigentum nicht auf Produktionsmittel beschränken kann. Gerade bei Grundstücken und Häusern ist es doch schwierig, bis unmöglich eine ordentliche Trennung zu vollziehen. Hinzu kommt das die Sanierung bei Aufgabe des Standortes oft leider doch vom Staat übernommen werden muss, der Unternehmer also wirklich machen kann was er will.

      Nebenbei vermischen sie leider Eigentum und Besitz. Ich bin durchaus für Privatbesitz, den Vorteil bei Häusern und Wohnungen als Privateigentum muss mir jemand noch erklären.

      Wobei ich das wieder mein jugendliches Herzblut zeige und meine das der Staat eigentlich die Grundbedürfnisse regeln sollte. Also auch jedermann eine bezahlbare Wohnung ermöglichen sollte. Dies ist eben etwas schwerer bei Privateigentum. Nebenbei bin ich eben aber auch für Wasser, Strom und Gas vom Staat.

      Letztlich ist es eben schwer eine gerechte Welt zu bekommen ohne nicht erst einmal ein wenig zu enteignen wenn das System ausgeartet ist, was im Moment offenbar der Fall ist. Ein nahezu grenzenloses recht auf Privateigentum steht dem eben leider entgegen.
      (P.s.: Ich meine keine grenzenlose Enteignung sondern eher jeder der mehr als 100 Millionen liquide hat darf den Rest abgeben).

      Zugegeben ich vermisse eine Gerechtigkeit bei den Zukunftschancen für Neugeborene. Längeres gemeinsames lernen macht es eher schlimmer, ich bin leider auch hilflos.

      Wobei ich eigentlich keine Abkehr vom Privateigentum wollte sondern nur versachlicht darüber streiten wollte :).
      Ich streite vielleicht etwas zu gern für eine hohe Erbschaftssteuer :).

    113. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 15:38 - Permalink

      arnulf:

      Du hast danach gefragt, was ein fairer Lohn ist. Ich habe dir geanwortet. Dir gefällt meine Antwort nicht, weil du gerne konkrete Zahlen hören möchtest. Das ist dein gutes Recht, es zeigt aber, wie wenig du dich für die Zusammenhänge interessierst. Denn die sind immer wieder anders – somit kann man auch keine konkrete Zahl für einen fairen Lohn nennen, der sähe vielmehr fallabhängig völlig unterschiedlich aus.

      name/Linus:

      Mir gefällt euer ganzer Diskussionsstil nicht . Erinnert mich sehr an die Radikalinskis in den Telepolis-Foren.
      Mit euch kommt man von einem ins andere, ohne irgendein Thema eigentlich wirklich zu diskutieren, denn auf Aktion folgt Reaktion, auf Frage eine Gegenfrage und so weiter. Und immer mit einem giftigen Unterton garniert.

      Übrigens:

      um sich dann zu fragen, wie lässt sich eine Produktion organisieren, an der global alle Menschen teilhaben können, ohne die 50.000 Dauertoten jeden Tag, ohne das Anbeten von Herrschaft, und ohne die heute absehbaren Folgen, die aus der Nichtbenennung Wirklichkeit werden.

      Darüber haben sich schon Generationen von Antikapitalisten die Köpfe zerbrochen. Die Antwort darauf lautete zumeist Totalitarismus und Zwang. Und selbst diese waren nicht in der Lage, dem Menschen das Raubtier auszutreiben, das er nun einmal ist. Und aus genau diesem Grunde wird der Kapitalismus auch nicht abzuschaffen sein – eher reißt er die Menschheit in den Abgrund.

    114. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 15:46 - Permalink

      Vielleicht mal ganz allgemein:

      Niemand muss mir alten Linken die Funktionsweise des Kapitalismus erklären, oder seine schlimmen Auswirkungen, seine Ungerechtigkeit und seine Rücksichtslosigkeit. Das alles steht gar nicht zur Debatte, ist unbestritten.
      Es geht um die Frage, warum sich diese Form des Wirtschaftens und der Gesellschaft gebildet hat, und warum sie trotz Krisen und Kriegen so populär ist. Antwort: Weil der Mensch ein Nutzenmaximierer ist, weil er ein Bewusstsein hat und einen Verstand, die er dazu gebraucht, sich Vorteile und eine möglichst gute Position zu verschaffen. Der Mensch tendiert dazu, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Nur durch soziale Normen kann dieser Urinstinkt des sich Vordrängens abgemildert werden, durch Übereinkünfte, die für ALLE akzeptabel sind. Nur so ist ansatzweise so etwas wie Systemstabilität zu gewährleisten.
      Den Menschen Eigentum und Unternehmertum zu verbieten, endet erfahrungsgemäß in Revolution oder Krieg. Das ist eine unumstößliche empirische Tatsache, deren Ignorieren wissentlich Systeminstabilität in Kauf nimmt. Das kann nicht das Ziel sein – wohl aber auch nicht, dem Kapitalismus weiterhin quasi ungebremst das Ruder zu überlassen.

    115. wollecarlos schrieb am 4. März 2010 at 15:49 - Permalink

      Spiegelfechter: Es bringt nichts, wenn meine Beiträge erst freigeschaltet werden, wenn die Diskussion in die nächste Runde gegangen ist…!!!

      Darum hier nochmal mein Beitrag von 14:20 Uhr.

      93 lillywhite

      Danke, daß Du Dich so schnell um die Beantwortung meiner Frage gekümmert hast!
      Doch ?Undank ist der Welt Lohn- schon habe ich weiteren Erklärungsbedarf?

      Du schreibst

      Ein fairer Lohn ist einer, der dem Arbeitsaufwand gerecht wird ?

      Hört sich verständlich an. Aber wie misst man den Arbeitsaufwand eines Fliesenlegers und den eines Creativdirektors in einer Werbeagentur?

      Dann fährst Du fort

      und in einem positiven Verhältnis zum durch die Arbeitskraft der Arbeitenden erwirtschafteten Unternehmensgewinn steht.

      Naja, ganz schön verschachtelt, aber so ungefähr kann ich mir vorstellen, was Du meinst:
      Wenn der Arbeitnehmer also KEINEN Unternehmensgewinn erwirtschaftet, bekommt er auch keinen Lohn!

      Finde ich sehr gerecht.
      Und dann schließt Du Deinen Beitrag

      Und vor allen Dingen erkennt man einen fairen Lohn mindestens daran, dass ein vollzeit Arbeitender davon halbwegs über die Runden kommt?

      Das ist ja nun glasklar. Oder doch nicht?

      Dann bekäme also ein Single bei gleicher Arbeit einen erheblich niedrigeren Lohn, als der Familienvater mit einer Frau und 4 Kindern.
      Denn der Single kommt ja auch mit wesentlich weniger Penuncen ?halbwegs über die Runden?.

      Finde ich sehr un- gerecht.

    116. name schrieb am 4. März 2010 at 15:50 - Permalink

      @Lillywhite

      Du kritisierst einen Unterton, und wirfst als erste sichtbar unsichtbare Untertöne in das Räumchen, und mir fällt auf, wie ungenau die Art deiner Bezeichnungen, Kriterien und Anmerkungen sind. Da fliegt alles durcheinander: kreuz und quer, drunter und drüber.

      Ist Dir aufgefallen, daß die heutigen Bedingungen völlig andere sind, als jemals zuvor in der Geschichte und ist dir zusätzlich dabei aufgefallen, warum die alten Experimente wirklich gescheitert sind, und fällt dir auch auf, mit welchen Begrifflichkeiten Du spielst, wenn du vom Totalitarismus, der bürgerlichen Grundideologie und vom allgemeingültigen Raubtier schwafelst?

      Tut mir leid, aber auf dieser Basis, ist kein Austausch möglich.

    117. caf schrieb am 4. März 2010 at 16:07 - Permalink

      bzgl. fairer Lohn: Neben einem definierten Grundwert, würde ich den Lohn noch an den Unternehmensgewinn koppeln, dessen Anstieg aber mit ansteigendem Unternehmensgewinn abnimmt(ähnlich der Kondensatorkurve), damit dem Unternehmen sinnvolle Investitionsmöglichkeiten bleiben, wenn es außergewöhnlich gut läuft.

      @marc use #85

      woher weißt du was von deutschland angestrebt wird? deutschland ist doch kein kollektivsubjekt welches dann einen eigenen willen hat und ziele verfolgen kann.

      Du hast schon recht. Deshalb sprach ich ja auch von ganz offiziell. Unsere Politnix reden doch ständig davon [soziale Marktwirtschaft]… Worüber man sich natürlich echt totlachen kann – keine Frage.

      Verantwortliches Unternehmertum ist die Seite der Medaille, auf deren anderen Seite sich die Würde des Menschen finden lässt.
      Hab mir jetzt einige Gedanken dazu gemacht und finde es nicht einfach dafür momentan Worte zu finden. Letztlich wird es wohl nur ein Erklärungsversuch bleiben, obwohl ich das Gefühl habe, dies als absolute Tatsache greifen zu können.
      Vor allem bei dem Begriff Würde ist es schwierig. Deshalb möchte ich diesen Begriff ausklammern und voraussetzen, dass ihn jeder so versteht wie ich.

      Werds jetzt aber sein lassen und ein ander Mal hoffentlich klarer denken können und Worte finden.

      Also im Prinzip, muss der Satz sowieso stimmen, weil sich zumindest ein Teil von Menschenwürde finden lassen wird. :-)

    118. Limited schrieb am 4. März 2010 at 16:21 - Permalink

      @ SF

      Früher war die schwäbische Alb ein Mekka der Textilindustrie. Noch in den 70er Jahren gab es alleine im Dorf Burladingen 27 Textilfabrikanten ? heute gibt es nur noch Trigema; nicht nur in Burladingen, auch nicht nur auf der Schwäbischen Alb, in ganz Deutschland gibt es nur noch einen einzigen größeren Textilfabrikanten, der im Lande produziert.

      Weia, früher war alles besser oder so.

      Nichts gegen die These, dass es früher wesentlich mehr und wesentlich größere “Textilfabrikanten” (was das im Detail sein soll, ist auch unbekannt) gegeben hat, aber sowohl auf der Schwäbischen Alb wie auch deutschlandweit gibt es noch ein Fülle von “Textilfabrikanten”, Garnhändler, Spinnereien, Wirkereien, Herstellern von technischen Textilien u.v.m.

    119. lillywhite schrieb am 4. März 2010 at 16:33 - Permalink

      name:

      Du kritisierst einen Unterton, und wirfst als erste sichtbar unsichtbare Untertöne in das Räumchen, …

      auf dieser Basis, ist kein Austausch möglich.

      Dito.

      “und fällt dir auch auf, mit welchen Begrifflichkeiten Du spielst, wenn du vom Totalitarismus, der bürgerlichen Grundideologie und vom allgemeingültigen Raubtier schwafelst?”

      Womit sich erstens mein obiger Verdacht der “Untertöne” bestätigen würde und zweitens mein Eindruck, dass du mit der Natur des Menschen nicht wirklich vertraut bist.
      Dir schwebt ein Idealbild des Menschen vor, der entweder freiwillig zugunsten der Allgemeinheit auf Reichtum und eine exponierte Stellung verzichten, oder aber sich gewaltsam disziplinieren lassen würde. Das ist utopisch – so gerne ich es auch so hätte, es hat mit der Realität nichts zu tun.

      Woran machst du konkret fest, dass die Menschen reif für eine nicht-kapitalistische Welt wären, der Kapitalismus ergo abgeschafft werden kann? Und wie soll das stattfinden?

    120. Sukram71 schrieb am 4. März 2010 at 17:06 - Permalink

      @ 117 lillywhite

      Dir schwebt ein Idealbild des Menschen vor, der entweder freiwillig zugunsten der Allgemeinheit auf Reichtum und eine exponierte Stellung verzichten, oder aber sich gewaltsam disziplinieren lassen würde. Das ist utopisch ? so gerne ich es auch so hätte, es hat mit der Realität nichts zu tun.

      Nicht ganz utopisch. Siehe hier: http://nordkorea-info.de/

      “So ist die eigentliche Hauptattraktion Nordkoreas der dort selbst geschaffene, blühende Sozialismus eigener Prägung, der zukunftsorientierte Optimismus des koreanischen Volkes und die spürbare Freude über die aus eigener Kraft erreichten Fortschritte.”

      SCNR :)

    121. Sebastian schrieb am 4. März 2010 at 17:28 - Permalink

      Die Trigemaprodukte sind preislich ganz normal. Da kostet ein Poloshirt nicht gleich 70? sondern eher 25?. Was ich verwunderlich fand war, dass in den Trigemaläden alles nur die Hälfte des Katalogpreises kostet!

    122. Wat. schrieb am 4. März 2010 at 18:24 - Permalink

      Weil der Mensch ein Nutzenmaximierer ist, weil er ein Bewusstsein hat und einen Verstand, die er dazu gebraucht, sich Vorteile und eine möglichst gute Position zu verschaffen. Der Mensch tendiert dazu, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Nur durch soziale Normen kann dieser Urinstinkt des sich Vordrängens abgemildert werden, durch Übereinkünfte, die für ALLE akzeptabel sind.

      Das klingt mir nach argem Widerspruch.
      Wenn ‘der Mensch’ wirklich so ein Nutzenmaximierer ist, der sich Vorteile und eine möglichst gute Position verschafft, weshalb läßt er sich dann mit Stundenlöhnen abspeisen, weshalb arbeitet und produziert er für einen Stundenlohn und ein anderer ‘guckt’ vergleichsweise nur, ob er auch richtig arbeitet, ‘darf’ dafür aber das hergestellte Produkt bzw. den Gewinn daraus haben, der erheblich höher liegt?

      Der Mensch hat auch noch einen Urinstinkt, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen…

      Komisch, scheint wie gesagt ja nicht für den Menschen zu gelten. Vielleicht gilt es aber denn doch für die Menschen, das würde aber heißen, daß die Menschen immer nur in Gruppen erfolgreich waren…

      Woraus ist nun außerdem zu schließen, daß die Menschen dabei (von ‘Natur aus’) unterschiedliche Mengen eines Zugriffs für ihr Leben für für ALLE akzeptabel halten – daraus, daß ihnen so schnell nicht der Kragen platzt?

      Ich meine, hier wird Menschen (vielleicht gar ungewollt) etwas angedichtet, was so nicht stimmen kann, die Menschheit hätte es wohl nicht bis heute geschafft, wenn immer einer gegen den anderen gehandelt hätte.
      Es war wohl denn doch eher so, daß im Interesse der Gruppe ‘Abstriche’ gemacht wurden.
      Wo steht geschrieben/ woraus ist biologisch zu schließen, daß es sich bei ‘den Menschen’ um generell immer andere Gruppen mit unabwendbar anderen Interessen handelt?

      Jeder Mensch wird nackt geboren, was danach aus ihm wird, bestimmen ‘wir’ – niemand anderes. Wir bestimmen es, wir bestimmen es auch dadurch, daß wir es geschehen lassen, wie einige wenige meinen, daß es zu ‘unserem Nutzen’ ist.
      Das scheint mir das zu sein, was ‘uns’ nicht ‘bewußt’ ist, was auch aus unserem Bewußtsein weiter(!) verschwunden sein soll.

      Wir kennen ‘uns’ zu wenig, wir wissen vielleicht sogar ‘zu wenig’ von uns selbst – denn wie weit kommen ‘wir’ ohne den jeweils anderen neben uns?

      Btw. es gibt auch keinen ‘erträglicheren Kapitalismus’, wenn dieses (Selbst-)Bewußtsein nicht bei uns ‘ankommt’ – und wenn wir es denn eines Tages haben, wäre es (nett gesagt) Unfug, nur für einen ‘erträglicheren Kapitalismus’ zu sein…

    123. Phil schrieb am 4. März 2010 at 18:57 - Permalink

      Grupp 4 president!

      Leute wie Grupp müssten in die Politik und nicht so dekatente Typen wie Westerwelle, Koch, Sarrazin et al.

      Zahnwart:

      Es tut mir leid, ein Trigema-Poloshirt kann man nicht tragen.

      Doch, man kann es tragen, es sitzt auch gut.. Und die Qualität stimmt auch.

      lillywhite:

      ganz einfach nicht ruhig und sachlich diskutieren, sondern nur rumbrüllen,

      Nein, er hat nicht rumgeschrien, er hat sachlich aber mit Nachdruck geredet. Und die ruhige Zeit ist vorbei. Es wurde jahrelang mit ruhigem Ton es versucht, es hat nichts genützt. Insofern kann ich seinen fordernden Ton nachvollziehen.

      Und dann schauen wir uns doch mal die Gegenseite an: Verleumdungen, Volksverhetzungen und dergleichen sind an der Tagesordnung.

      Und da kann ich es sehr gut verstehen, dass Grupp, der letztlich Erhard verinnerlicht hat, die Hutschnur hochgeht.

    124. tar schrieb am 4. März 2010 at 19:04 - Permalink

      @ wollecarlos

      WER klärt mich mal auf, WAS ?fairer Lohn? ist?

      Der gerechte Durchschnittslohn liegt bei 5/8 = 0,625 vom produzierten (Netto-)Ertrag.
      Der soziale Mindestlohn liegt bei 3/8 = 0,375 vom produzierten (Netto-)Ertrag.

      Die graphische Darstellung entspricht dem ?Goldenen Schnitt?.

      Die Realität bestätigt diese Lohnverhältnisse, die seit den 60ern nahezu gleich blieben:

      Bereinigte Lohnquote 1960: 60,1%
      Bereinigte Lohnquote 1997: 60,3%

      Die optimale Lohnquote liegt also bei 2/3 des Volkseinkommens.

      Vgl. Helmedag (2003), Faire Löhne: Normen und Fakten
      Vgl. Helmedag (2005a), Möglichkeiten und Grenzen eines Beschäftigungspaktes
      Vgl. Helmedag (2005b), Gerechte Löhne und Arbeitslosengelder

      Gruß!

    125. Linus schrieb am 4. März 2010 at 19:05 - Permalink

      @lillywhite: Mir scheint, du gerätst zunehmend in eine Ecke, wo du nicht hingehörst.

      Zum Thema: Ich sehe zwei Möglichkeiten, dem Kapitalismus Herr zu werden.

      a.) Man schafft das Privat-Eigentum und damit den Kapitalismus ab:
      Ich bin mir sicher, wenn wir jetzt hier eine Umfrage starten würden, ob für oder gegen Privat-Eigentum, dann kämen die Befürworter auf über 90%, und das in diesem ‘linken’ Forum ;-). Schon deshalb fällt die Option aus.

      b.) Man nimmt den Satz ‘Eigentum verpflichtet’ ernst und zähmt damit den Kapitalismus :
      Wie kommen denn die Bürger dieses Staates ihren Pflichten nach? Sie arbeiten, sie zahlen Steuern auf ihre Einkünfte.
      Halt, einige arbeiten nicht. Sie lassen vielmehr ihr Geld für sich arbeiten und zahlen darauf Steuern. Sie kommen also ihren Pflichten nach, indem sie etwas weitergeben, was sie quasi umsonst erhalten haben. Ich denke, sowas kann man ‘sich freikaufen’ nennen. Eine Art moderner Ablaßhandel. Dem zufolge haben sie KEINE wirklichen Pflichten, es kostet sie nämlich nicht wirklich was, im Gegensatz zu den anderen.

      Also so geht’s wohl nicht. Vielleicht lohnt es sich ja, an dieser Ecke weiterzudenken.

    126. Wat. schrieb am 4. März 2010 at 19:12 - Permalink

      @ Linus

      Ich fände es besser, wenn von Privat-Eigentum an Produktionsmitteln gesprochen würde.
      Eigentum allein ist ja nicht das Problem, es wird ja erst dadurch eins, daß es investiert wird – also akkumulieren ‘kann’.

      Btw. damit wäre dann auch die persönliche Zahnbürste von weiter oben im Thread im Zusammenhang mit Eigentum geklärt ;-)

      Oder was spricht dagegen?

    127. Harry Tuttle schrieb am 4. März 2010 at 19:59 - Permalink

      Wer hat’s erfunden?

      http://www.sf.tv/sendungen/reporter/index.php?docid=20071017

    128. Linus schrieb am 4. März 2010 at 20:12 - Permalink

      @Harry Tuttle #126: Sag bloß, du bist Schweizer ;-)

    129. name schrieb am 4. März 2010 at 20:13 - Permalink

      @Lillywhite

      Den Menschen oder die menschliche Natur “an sich” gibt es nicht und gab es nie, und es gab auch nie dieses dämliche Wolfsbeispiel, was den Wolf als Tier ganz nebenbei erwähnt, auch noch in seiner Art völlig in sein Gegenteil entstellt. Wölfe sind soziale Tiere.

      Der Punkt, warum den Menschen in der ersten Welt zwingend die Folgen und dem “was ist” aufgezeigt werden muß ist der folgende:

      Die Dominanz des exportorientierten Kapitals wird noch zunehmen, und in noch extremerer Konkurrenz zu anderen national organisierten Exportkapitale treten, als das heute schon der Fall ist.

      Wenn China und Indien in den nächsten Jahren selbst Millionen Produkteinheiten aus dem Automobilbereich auf den Weltmarkt werfen werden, so wird die Lösung dieser Konkurrenzfrage aus kapitalistischer westlicher Sicht unweigerlich kriegerisch gegen die dann größten (!) staatlichen Konkurrenten und deren Produktkapazitäten sein müssen. Schon heute (!) ist die westliche staatliche Kriegsnachfrage in den “Kleinstkriegsgebieten” (neben der spekulativen Nachfrage) ein essentieller Faktor und essentielles Standbein für die kapitalistische Nachfrage in den Regionen der ersten Welt geworden, ohne die schon heute nichts mehr funktioniern würde.

      Wenn heute Teile des Kapitals fordern, die eigenen Regionen und deren Bewohner in der ersten Welt müssten per Teilhabe an dem global geraubten oder erspekuliertem Reichtum befriedet und “friedlich” unter einer neuen Ideologie des sozialen Darwinismus gehalten werden, so muß man den Menschen, die mit dieser Form “Wir hier” und “dort die Anderen” scheinbar leben könnten, klar vor Augen führen, was das eigentlich für diese letztlich am eigenen Leib wirklich bedeuten wird.

      Kurz und knapp, sie werden reif für eine grundsätzliche Änderung werden müssen, oder die Rolle des direkt totschlagenden oder totgeschlagenen Supermonsters spielen dürfen.

      Mehr Varianten bleiben nicht.

    130. wollecarlos schrieb am 4. März 2010 at 20:17 - Permalink

      124.tar auf die Frage von wollecarlos

      WER klärt mich mal auf, WAS ?fairer Lohn? ist?

      und schreibt

      Der gerechte Durchschnittslohn liegt bei 5/8 = 0,625 vom produzierten (Netto-)Ertrag.
      Der soziale Mindestlohn liegt bei 3/8 = 0,375 vom produzierten (Netto-)Ertrag.

      Das ist sicherlich richtig, aber was sagen OECD und IWF dazu, wenn von diesem Durchschnittlohn um 0,015 Zähler abgewichen wird und der Mindestlohn nicht 3/8, sondern 7/16 ausmacht?

      Aber sei es drum, ich stelle mir vor, wie bei der vorletzten Tarifrunde die Arbeitgeber (Gesamtmetall) den Arbeitnehmer-Vertretern (IG-Metall) nach einem Verhandlungsmarathon morgens um 04:27 Uhr diesen Vorschlag unterbreiten. Ob eine Hundertschaft Bereitschaftpolizei ausgereicht hätte?

      Doch Spaß beiseite:
      Nach all’ dem fragte ich ja gar nicht.
      Sondern nur nach einer Definition des hier immer wieder verwendeten Wortes “fairer Lohn”.

    131. Linus schrieb am 4. März 2010 at 20:19 - Permalink

      @Wat #125:

      Hmmm…

      Privat-Eigentum an Produktionsmitteln verpflichtet

      Nee, nich wirklich ;-)

    132. redsurfer schrieb am 4. März 2010 at 21:00 - Permalink

      Wenn man Ausbeutung mehr oder weniger für eine Charakterschwäche hält, dann entdeckt man natürlich umgekehrt im charakterfesten Patriarchen, der seine Untergebenen wie ein italientischer Patron behandelt, nichts Kritikables mehr. Insofern ist der Vorwurf von “name” daneben, der Mannschaft hier einen Verrat an antikapitalistischen Idealen vorzuwerfen. Antikapitalistisch ist hier keiner. Das mal zur Beendigung einer sinnlosen Debatte.

      Ansonsten ließe sich natürlich positiv sagen, was der gute Mann macht. Er kommandiert 1.200 Menschen, vor allem Frauen, die die Hälfte ihrer wachen Zeit dafür hergeben, diesem Mensch sein Eigentum zu mehren und ihr Leben nach den Betriebsnotwendigkeiten ausrichten: :”fleißige und ausgebildeter Mitarbeiter, die Zuverlässigkeit und größte Flexibilität bieten”. Das ist alles unterstellt, wenn man den merkwürdigen Lobgesang anstimmt, der Mann würde sich um “seine” Leute “kümmern”. Wer erarbeitet ihm denn die Mittel für seinen Großmut und seine Villa und seinen Butler und sein 600m2 Marmorgrab und seine Rolle als Patrone?

      Dafür achtet er sie und spendet ihren Kindern einen Arbeitsplatz (was viele offenbar für eine Art Geschenk halten, so als würde im Gegenzug keine Arbeit verrichtet werden). Warum auch nicht? Würde ich an seiner Stelle auch machen, Kapitalismus ist ja auch nichts Persönliches und wirft auch noch eine Art “moralische Rendite” ab: 1.200 Leute, die von mir abhängig sind, das ist schon ein geiles Gefühl von Macht. Jedenfalls für so einen.

    133. SwENSkE schrieb am 4. März 2010 at 21:05 - Permalink

      @ 113 / lillywhite

      Niemand muss mir alten Linken die Funktionsweise des Kapitalismus erklären, oder seine schlimmen Auswirkungen, seine Ungerechtigkeit und seine Rücksichtslosigkeit. Das alles steht gar nicht zur Debatte, ist unbestritten.
      Es geht um die Frage, warum sich diese Form des Wirtschaftens und der Gesellschaft gebildet hat, und warum sie trotz Krisen und Kriegen so populär ist. Antwort: Weil der Mensch ein Nutzenmaximierer ist, weil er ein Bewusstsein hat und einen Verstand, die er dazu gebraucht, sich Vorteile und eine möglichst gute Position zu verschaffen. Der Mensch tendiert dazu, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Nur durch soziale Normen kann dieser Urinstinkt des sich Vordrängens abgemildert werden, durch Übereinkünfte, die für ALLE akzeptabel sind. Nur so ist ansatzweise so etwas wie Systemstabilität zu gewährleisten.
      Den Menschen Eigentum und Unternehmertum zu verbieten, endet erfahrungsgemäß in Revolution oder Krieg. Das ist eine unumstößliche empirische Tatsache, deren Ignorieren wissentlich Systeminstabilität in Kauf nimmt. Das kann nicht das Ziel sein ? wohl aber auch nicht, dem Kapitalismus weiterhin quasi ungebremst das Ruder zu überlassen.

      Wie wahr, wie wahr.
      Etwas ähnliches wollte ich auch schreiben, aber besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können.
      Deswegen eben nochmal als Zitat ;).
      Die Vernunft des Menschen, die ihm dabei hilft, sich seinen Vorteil zu erarbeiten, kann auch dazu benutzt werden, die negativen Auswirkungen dieses Tuns zu beschränken oder gar zu vermeiden. Darauf sollten sich die Anstrengungen konzentrieren.
      Das ist meiner Meinung nach allemal besser als das Hinwirken auf ein neues Utopia, welches ohne den ‘neuen Menschen’ (aka Gehirnwäsche) sowieso nicht funktioniert und im Endeffekt nur andere Teile der Menschheit unterdrückt.

    134. redsurfer schrieb am 4. März 2010 at 21:14 - Permalink

      Zur anderen Debatte: Die Mehrheit will die Produktionsmittel der Gesellschaft in Kapitalistenhand. Na, und? Soll man deswegen dafür sein? Es haben sich schon für die verrücktesten Dinge Mehrheiten gefunden.

      Das mit der “kapitalistischen Menschennatur” glaub ich auch nicht. Die Menschen sind Jahrtausende auch ohne Kapitalismus schlecht oder recht zurecht gekommen. Wäre der Mensch ein Nutzenmaximierer würde er sich ein Leben für Trigema-Löhne und erst recht keines mit Hartz-IV oder fast nichts, wie in China, jedenfalls nicht bieten lassen. Außerdem ist es ja nicht so, dass wir in einem Naturzustand leben, wo die Natur das gesellschaftliche Leben diktiert. Das Leben ist vielmehr im Wesentlichen staatlich reguliert und vorstrukturiert, wenn man das Licht der Welt erblickt und man versucht halt damit zurecht zu kommen. Man kann davon halten, was man will, “natürlich” ist jedenfalls wenig daran.

    135. SwENSkE schrieb am 4. März 2010 at 21:20 - Permalink

      @ 130/redsurfer

      Würde ich an seiner Stelle auch machen, Kapitalismus ist ja auch nichts Persönliches und wirft auch noch eine Art ?moralische Rendite? ab: 1.200 Leute, die von mir abhängig sind, das ist schon ein geiles Gefühl von Macht. Jedenfalls für so einen.

      Warum machst Du es dann nicht?
      Ist Dir schon mal in den Sinn gekommen, daß das auch eine ziemliche Verantwortung ist? Jedenfalls wenn man seinen Job als Unternehmer ernst nimmt.
      Ich habe schon davor zurückgeschreckt auch nur EINEN Mitarbeiter einzustellen, weil ich die Verantwortung nicht tragen wollte.

      Die Menschen sind Jahrtausende auch ohne Kapitalismus schlecht oder recht zurecht gekommen.

      Möchtest Du gerne in die Zeit zurück?
      Ich nicht!
      Wobei die Behauptung an sich schon ziemlich fragwürdig ist.

    136. redsurfer schrieb am 4. März 2010 at 21:54 - Permalink

      Dass ich’s auch so machen würde, war natürlich Ironie. Ich finde Menschen, die Macht haben und/oder ihre Macht genießen, eher zum kotzen. Deshalb wäre ich weder ein guter Kanzler noch ein guter Unternehmer. Zum Glück! 1.200 Frauen sind einem zu diensten! Manche finden das sicher toll, ich find’s pervers. Auch wenn man es in “Verantwortung” umtaufen täte.

      Mit dem Verweis auf vorkapitalistische Zeiten wollte ich jene nicht loben, sondern nur die Vorstellung zurückweisen, die Menschheit hätte sowas wie ein Kapitalismus-Gen oder auch nur eins zum Eigennutz.

    137. arnulf hering schrieb am 4. März 2010 at 22:02 - Permalink

      Warum machst Du es dann nicht?
      Ist Dir schon mal in den Sinn gekommen, daß das auch eine ziemliche Verantwortung ist? Jedenfalls wenn man seinen Job als Unternehmer ernst nimmt.

      naja, verantwortung steckt in einem unternehmer halt allerhöchstens soviel und solange der profit durch seine arbeiter, die den ganzen reichtum produzieren, zustande kommt. fällt die bereicherung aus dann legt der unternehmer auch die verantwortung ganz schnell wieder ab weil er dann die bude schließt und mit der existenz der arbeiter ists dann wieder essig. und mit “jedenfalls wenn man seinen job…ernst nimmt” trägst du an den unternehmer einen idealistischen maßstab heran der relativ unbegründet und allenfalls erwünscht ist aber tatsächlich gar nicht vorliegt. es gibt ja auch die version eines solchen maßstabs der geht dann so:
      “um die restarbeitsplätze zu retten MUß man leute entlassen”.
      die haben eine verantwortung als unternehmer in allererster linie profit zu machen und zwar auch nicht einfach so, sondern resultierend aus dem sachzwang profit u.a. schon deshalb zu machen, um gegen den konkurenten zu bestehen und kaufkraft auf sich zu ziehen. und erst dann, wenn dieses funktioniert, gibts dann und wann mal einen der seinen arbeitern ein zückerchen gewährt. deshalb wird von arbeitern ja auch immer wieder, in eigenem interesse abverlangt einer verbilligung der arbeit zu zu stimmen.

      aber mal was anderes: glaubst du denn wirklich, daß jeder unternehmer wird oder werden kann, würde die armut beseitigen? sollen wirklich alle unternehmer werden und mal gucken ob die auf dem markt bestehen, im großen gegeneinander, anstatt gemeinschaftlich zu produzieren mit dem alleinigen zweck der bedürfnisbefriedigung?

    138. arnulf hering schrieb am 4. März 2010 at 22:14 - Permalink

      Das ist meiner Meinung nach allemal besser als das Hinwirken auf ein neues Utopia, welches ohne den ?neuen Menschen? (aka Gehirnwäsche) sowieso nicht funktioniert und im Endeffekt nur andere Teile der Menschheit unterdrückt.

      eine interessante aussage finde ich, daß du behauptest: wer kapitalismus ablehnt wegen der schädlichen auswirkungen, braucht dann ne gehirnwäsche um der “neue mensch” zu werden. der “neue mensch” ist er doch schon in dem moment, wo er den kapitalismus ablehnt. wie ist das denn bei dir persönlich? könnte bei dir eine hirnwäsche funktionieren oder bist du dagegen immun und dichtest das mal schnell “den anderen” an? du prüfst doch auch sachverhalte auf deren richtigkeit/falschheit und nimmst dann eine stellung dazu ein, oder?
      und bring doch mal ein argument warum du glaubst, daß ein andere produktionszweck den man möchte s.o. nicht funktionieren kann, vor allen dingen dann wenn man sich in einer gemeinschaft dazu entschließt zur reinen bedürfnisbefriedigung zu produzieren.
      keiner behauptet, glaube ich, daß das a. leicht zu erreichen ist, weil man eben viele braucht die daran mitarbeiten und b. hast du auch keine hellseherischen fähigkeiten.

    139. Peleo schrieb am 4. März 2010 at 22:57 - Permalink

      @ Ringo, 76

      Lindners Bekenntnis, er kenne niemanden, der morgens nicht lieber im Bett bleiben würde, als an die Arbeit zu gehen

      Danke für den Hinweis.

      Nicht nur das Menschenbild, auch das Verständnis von “Arbeit” spricht für sich. “Lieben und arbeiten” können sind nach Freud Kriterien seelischer Gesundheit. Diese Leute sind psychisch krank.

    140. Leynad schrieb am 4. März 2010 at 23:20 - Permalink

      Oh je, ich gucke gerade Maybrit Illner und was da abgeht, ist die reine Werbekampagne für die FDP bzw. Hetzkampagne gegen Hartz-IV-Empfänger. Der “Linkeste” scheint tatsächlich dieser Volltrottel namens Dressler zu sein, dieser Schwachkopf von Israel-Faschist, der anscheinend noch besoffen ist.

      Insgesamt kann man dieser Sendung pure neoliberale Propaganda unterstellen. Ich gehe noch weiter und sage: das ist Faschismus! Eine halbe Stunde darf Westerwelle erzählen, ohne unterbrochen zu werden!

      Dann noch so ein Dumping-Arbeitnehmer, der behauptet, er hätte für 200 Stelle in Berlin für angebliche 8,40 euro pro Stunde nur einen gefunden, der dafür arbeiten wollte. So eine dreiste Lüge! In Berlin gibt es genug Leute, die für 8,40 Stundenlohn locker ihren 5-Euro-Drecksjob an den Nagel hängen würden.

      Also da kann man nur noch sagen: Warum knallt die keiner ab?
      Manchmal wünschte ich mir liberalere Waffengesetze in diesem Land. Die tuen doch, was sie wollen, wenn da nichts passiert.

    141. jo schrieb am 4. März 2010 at 23:38 - Permalink

      Schau mal nach wer Dressler ist, bevor Du einen verdienten (der verdientesten?) Sozialdemokraten beschimpfst.

    142. Dexter schrieb am 4. März 2010 at 23:46 - Permalink

      @42 Karl Heinrich:

      Und weswegen die Konsumenten heutzutage für ein Kleid nur ein Viertel der Zeit arbeiten müssen, gegenüber der Epoche, als die Textilindustrie hierzulande noch reichlich vertreten war. Ist doch prima!

      Langweilig. Von dir kommt irgendwie immer die gleiche Leier. An welcher Trollschule hast du eigentlich gelernt, immer und immer wieder dieses seltsam flache Scheinargument zu nutzen?

      Zu deiner Aussage: Aus der Sicht des Einzelnen sieht das extrem eingeschränkt betrachtet tatsächlich wie ein Gewinn aus. Aus einer etwas weiteren Sicht betrachtet wird schnell klar, dass die Leute, die früher die teuren Kleider produziert haben, ja jetzt von der Allgemeinheit mit durchgefüttert werden müssen. Es ist also für eine Gesellschaft sehr wohl von Vorteil, wenn sie Ihre Kleider selbst produziert. Zumindest dann, wenn keine Vollbeschäftigung realisiert ist (aber davon scheinst du ja immer auszugehen).

      P.S. Soll ich vielleicht in Zukunft immer schon präventiv dein Scheinargument inkl. meines Aufklärungsteils hier bringen? Dann könntest zumindest du deinen Teil der Diskursarbeit hier einsparen und sinnvoll verwenden …

    143. Leynad schrieb am 4. März 2010 at 23:47 - Permalink

      Dressler? Der hätte ja gerne was gegen Westerwelle sagen können, ein paar Fakten auf den Tisch legen, hat er aber nicht. Bloß dummes Gelaber mit besoffenen Kopf hat man von diesem Arschloch da vernommen. Seit der Israel-Sendung bei Hart aber Fair kann ich dem Mann sowieso nichts mehr abgewinnen. Ist da dick in der Israel-Lobby am schwimmen und genau das gleiche hohle Gewinsel kam heute aus ihm raus. Was der Mann vor Jahren mal gemacht hat, interessiert mich nicht die Bohne. Heute hätte ich ihm am liebsten dem Kopf weggeblasen, wie allen da in der Sendung.

    144. Johannes schrieb am 4. März 2010 at 23:56 - Permalink

      Danke für diesen tollen Artikel. Auf diesen Tipp hin habe ich die Sendung gesehen, hat sich wirklich gelohnt.

    145. GeroldG. schrieb am 5. März 2010 at 01:29 - Permalink

      @lillywhite

      Der Mensch tendiert dazu, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Nur durch soziale Normen kann dieser Urinstinkt des sich Vordrängens abgemildert werden, durch Übereinkünfte, die für ALLE akzeptabel sind. Nur so ist ansatzweise so etwas wie Systemstabilität zu gewährleisten.

      Schön, dass dies auch manche Linke inzwischen kapiert haben. Hätten Leute wie “name” hierzulande das sagen, würde das Land bald in Chaos und Unruhen versinken.

      Denn: Der Sozialismus ist tot und das ist auch gut so!

      Der Kapitalismus hat eine Chance, wenn er in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Darauf sollten wir uns alle konzentrieren, statt sozialistischen oder kommunistischen Träumereien nachzuhängen.

    146. GeroldG. schrieb am 5. März 2010 at 01:33 - Permalink

      @Leynad

      Ist da dick in der Israel-Lobby am schwimmen und genau das gleiche hohle Gewinsel kam heute aus ihm raus.

      Aha, was hat der Mann denn gesagt? Sich etwa FÜR Israel eingesetzt? Oh, dieser böse Mann! Na ja, kann nicht jeder Antisemit Israelkritiker sein.

    147. caf schrieb am 5. März 2010 at 03:42 - Permalink

      Die Menschheit muss sich als eine Einheit betrachten. Nicht als Einheitsfront, wie das hier weiter oben jemand erwaehnte. Denn wir haben keine Feinde, die wir bekaempfen muessen, ausser die Unvernunft in uns selbst. Trotzdem bin ich aber gegen einen klassischen Kommunismus. Weil die Menschen auf natuerliche Weise viel zu unterschiedlich dafuer sind und somit der Begriff Freiheit zu kurz kaeme… Also ganz unabhaengig von Kultur, oder Hirnwaesche oder sonst was. Dazu kann man sich auch das Gleichnis von Kain und Abel in Erinnerung rufen. Ausserdem gibt es mE auch (noch) keine nachhaltige Loesung fuer das Problem des Ausartens in eine Diktatur. Dennoch moechte ich an dieser Stelle erwaehnen, dass ich einen klassischen Kommunismus einem klassischen Kapitalismus vorziehe, weil der reine Kapitalismus mE das Mitgefuehl und womoeglich auch die Vernunft zerstoert und wahrscheinlich in einer Art Monarchie endet. Dagegen foerdert der Kommunismus zumindest das Mitgefuehl. Und das ist etwas sehr Wichtiges, denn es hilft uns dabei, uns alle, als eine Einheit zu verstehen.
      Oder glaubt hier ernsthaft jemand daran, ein unabhaengiges Individuum zu sein?

    148. GeroldG. schrieb am 5. März 2010 at 04:42 - Permalink

      Jawohl, Hauptmann Caf.

    149. name schrieb am 5. März 2010 at 08:14 - Permalink

      Es darf auch Hohlspacken wie GeraldG geben, deren völlige Verblödung wenigstens im dunkeln leuchtet, und die das kapitalistische Chaos, welches von draußen überall in Deutschland angekommen ist, nicht mehr wahrnehmen und noch nie wahrgenommen haben.

      Keine Angst GeraldG, der Laden, den man Kapitalismus nennt, ist global am Ende seines Lateins.

    150. Fian schrieb am 5. März 2010 at 08:49 - Permalink

      @Sandsturm und name: Ich habe selten über so viel geballten Unsinn gelesen. Sensationell und sehr lustig ? da muss man erst mal drauf kommen! Oder meint ihr das etwa ernst? Wie ihr durch den Tag kommt ist mir rätselhaft…

      Ich drück euch jedenfalls die Daumen für eure bunte Welt ;-)

    151. Grossernarr schrieb am 5. März 2010 at 09:28 - Permalink

      Ach ja, ein Aspekt wurde angesichts der hier diskutierten, äh, Systemfrage noch nicht erwähnt:

      An einigen Kommentaren ist abzulesen, dass man in Zukunft Trigema-Produkten gegenüber zumindest aufgeschlossen sein wird. Ich nehme an, das gilt für viele Zuschauer der erwähnten Sendung.

      Der Mann ist garantiert nicht (nur?) aus rein altruistischen Motiven unterwegs, sondern macht schlicht und ergreifend Werbung. Im Gegensatz zu den üblichen lächendeln Businesskaspern und Grinsepuppen in den Fernsehspots und Anzeigen hat er aber einen Vorteil: Er wirkt authentisch. Man nimmt ihm ab, dass er wirklich so drauf ist wie er sich gibt.

      Da kann man doch wirklich mal über ein Trigema-T-Shirt nachdenken, oder?

    152. Peleo schrieb am 5. März 2010 at 09:55 - Permalink

      nicht aus rein altruistischen Motiven unterwegs

      wie alle, die arbeiten: Ärzte, Lehrer, Handwerker, Busfahrer und …. fast alle eben. Daran ist doch nichts Verwerfliches. Adam Smith lesen und richtig verstehen!

      Letztlich sagt Grupp doch nichts anderes als Gysi (!) über Lafontaine (!): Er darf ruhig reich sein mit Villa und Privatkoch, solange er seine Steuern zahlt. Und das tut Grupp -und Lafontaine hoffentlich auch ;-).

      Selbst DIE LINKE hat ein realistischeres Unternehmer-Bild als einige hier. Ich mag das nicht mehr lesen. Wann kommt endlich Jens´ versprochener Artikel über die Weißen (Unternehmer-) Schafe? Ein Anfang ist ja gemacht.

    153. arnulf hering schrieb am 5. März 2010 at 09:58 - Permalink

      Schön, dass dies auch manche Linke inzwischen kapiert haben. Hätten Leute wie ?name? hierzulande das sagen, würde das Land bald in Chaos und Unruhen versinken.

      Denn: Der Sozialismus ist tot und das ist auch gut so!

      Der Kapitalismus hat eine Chance, wenn er in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Darauf sollten wir uns alle konzentrieren, statt sozialistischen oder kommunistischen Träumereien nachzuhängen.

      schön, daß du so toll argumentieren ganz. das bringt dich in der diskussion ganz weit nach vorne.
      ich weiß jetzt beim besten willen nicht, wo du jetzt ein werben für den sozialismus rausgelesen hast. das sind wohl eher reflexartige wadenbeisserein deinerseits, wenn bloß mal einer unser tolles system kritisiert. aber gut…

      wenn du schon unterstellst, daß z.b. name sich für den sozialismus interessiert und meinst, daß da dann einer oder wenige “das sagen” haben hast du die idee vom sozialismus wohl falsch verstanden.
      und daß da dann chaos herrscht wenn, so wie du meinst, eine quasi sozialistische diktatur herrscht, entimmst du wohl einer jahrmarktwahrsagerei.
      bisher habe ich durchaus vernünftige argumente gelesen was mit DEM HIESIGEN SYSTEM nicht in ordnung geht und welche widersprüche die marktwirtschaft hat. aber daß du nu rumpöbelst geht in soweit in ordnung, daß du die kritiker der selbigen bisher nicht widerlegt hast. auch das spricht sehr “für dich”. das gleiche gilt für flan.
      warum muß man eigentlich immer gleich bei einer diskussion so dermaßen persönlich werden? auch wenn man keine argumente auf dem schirm hat, wenn doch systemkritik und sozialismus so out of date und tot sind, dann braucht man doch nicht so rumzuschreien. man kann doch durchaus mal nüchtern feststellen, daß man dann eine differenz hat und gut is.

    154. abc schrieb am 5. März 2010 at 10:23 - Permalink

      Die Sendung war einfach nur schlecht.
      Warum? Nix gegen Hartz4empfänger in der Sendung aber die beiden waren einfach fernsehuntauglich, Endloserklärungen wo man einschläft (Komm endlich zum Punkt!), der Schlosser mit Kosakenbart erinnerte mich an eine Parodie von Kalkoffe, das war doch Realsatire pur, Kindertatoos in Form von Kätzchen und Militäroutfit dazu das Berlinerisch, Sitzhaltung wie auf der Brüllschüssel und der bräsige Blick zum FDP-Mann – LOL. Dazu der Gaga-Kramer (“Universitätsabsolvierten”), der sich künstlich über Dinge aufregt die gar nicht interessieren um von sich abzulenken (Stichwort Frau Schmidt, da ist er explodiert). Bei dem Typen frage ich mich wie der zu so viel Geld kam und es halten konnte, wieder ein Beleg für meine These dass man im Finanzsektor eher einfach gestrickt sein muss, logisch denken funktioniert dort nicht.
      Schön zu sehen war allerdings dass solche Talkprofis wie der FDPler und die Linke-Frau völlig überfordert waren, mit ‘Normalen’, Durchgeknallten sind die nicht mehr gewohnt zu reden. Als der Grupp bei der ersten Frage losratterte wie ein Maschinengewehr hat es mich fast zerrissen. Mittendrinn im Geschrei, wo jeder ein anderes Kochrezept einwarf, die überforderte Maischberger, immer hoffnungslos bemüht mit ruhiger Stimme das Geplärr zu mildern. Was für eine Sendung!

    155. Albert schrieb am 5. März 2010 at 10:29 - Permalink

      @Sandsturm und name: Ich habe selten über so viel geballten Unsinn gelesen. Sensationell und sehr lustig ? da muss man erst mal drauf kommen!

      Dem kann ich mich nur anschließen.
      Die hasserfüllten Kommentare von Leynard dagegen sind noch nicht einmal lustig. Im Grunde ist der ein Fall für die geschlossene Psychatrie.

      Es ist im Allgemeinen schade, wenn durch einige wenige eine Diskussion, die interessant hätte werden können, gestört wird.

      @name und Sandsturm
      Zumindest Ihr seid euch hoffentlich darüber im Klaren, dass eure Positionen vollkommen neben der Spur sind. So wird eine geordnete Diskussion verhindert und es geht dann nur noch um Extremstandpunkte, die nichts mit der Realität gemein haben.

    156. Grossernarr schrieb am 5. März 2010 at 10:39 - Permalink

      wie alle, die arbeiten: Ärzte, Lehrer, Handwerker, Busfahrer und ?. fast alle eben. Daran ist doch nichts Verwerfliches. Adam Smith lesen und richtig verstehen!

      oh, da war mein Beitrag eventuell etwas missverständlich. Selbstverständlich ist da* nichts Verwerfliches dran. Ich wollte den Aspekt nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

      *am nicht rein altruistischen Handeln (Edit zum besseren Verständnis)

    157. Stefan K. schrieb am 5. März 2010 at 10:49 - Permalink

      Grupp hat m.E. nach insofern recht, als dass der Leistungsmißbrauch in viel größerem Ausmaß von Unternehmen begangen wird, die sich ihre Gewinne über Niedriglöhne vom Rest der Steuerzahler bzw. von den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung bezahlen lassen und somit die Konkurrenz zu ähnlichen Maßnahmen zwingen.
      Desweiteren profitieren die wie Pilze aus den Boden geschossenen Weiterbildungsinstitute überdurchschnittlich von der aktuellen Sozialpolitik und erbringen kaum verwertbare Gegenleistungen.

      Die Debatte geht in die vollkommen falsche Richtung.

      Die grundsätzliche Frage ist doch, ob wir den massiven Abbau und die Verlagerung von Arbeitsplätzen sowie den Transfer der daraus geschöpften Gewinne auf den Kapitalmarkt noch länger tatenlos zusehen wollen.
      Auch wenn Grupps nationalistische Argumente in eine Richtung gehen die ich so nicht mittragen würde, basiert die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft auf der Leistung Aller in unserer Gesellschaft und nicht nur einiger Weniger die von der FDP gerne als Leistungsträger ausgemacht werden.

      Die Differenzierung von Leistungserbringer und Leistungsverwerter spielt in der Betriebswirtschaft eine große Rolle – auf die Gesellschaft als Ganzes ist diese nicht übertragbar – jedenfalls nach meinem Verständnis von Gesellschaft.

      Womit ich auch mal klar stellen will, wie die Relation von “Arbeitgeber” und “Arbeitnehmer” in der Realität aussieht.
      Ich favorisiere in diesem Zusammenhang die Begriffe “Leistungserbringer” und “Leistungsverwerter”.

    158. Geheimrätin schrieb am 5. März 2010 at 11:45 - Permalink

      Sehr aufschlussreich, was man hier in den comments zu lesen kriegt. Neben der Spur ist also derjenige, der sich Gedanken über ein global sozial-verträgliche Gesellschaftsordnung und Produktionsweise macht. Vernünftig ist derjenige, der weiterhin an Privilegien der Priviligierten auf Kosten der Unterpriviligierten festhält.

      Nach dieser Logik sind also bspw. auch die Bolivianer allesamt neben der Spur?

      auf telepolis gibts heute ein schönes Interview mit Slavoj Zizek, das ich hiermit gerne allen denkenden Menschen ans Herz legen möchte

      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32157/1.html

      Mindestlohn und Arbeitszeitverkürzung sind m. E. selbstverständlich aktuell die Schritte die wir gehen müssen.Aber darüber hinaus müssen wir doch bitte weiter denken. Man stelle sich nur mal vor, dieser Kramer wäre im Land geblieben, würde faire Löhne zahlen und Arbeitslätze schaffen indem er hier noch mehr Hochhäuser und Glaspaläste hochzieht? Würde der dann auch zum Unternehmer des Jahres gewählt?!

    159. caf schrieb am 5. März 2010 at 11:45 - Permalink

      Ich finde es nicht richtig wie hier auf name eingeschlagen wird – denn es sollte klar sein, dass die Leute, die in Deutschland momentan brav ihre Steuern zahlen, entweder dumm/unwissend sind, oder ganz aufrichtig eine Klassengesellschaft oder evtl. Schlimmeres unterstützen. Wir schauen tatenlos zu, wie unser System ausblutet und reissen mit jedem gezahlten Steuereuro nochmal selbst die Wunden auf. Das ist echte Perversität meiner Meinung nach… names extreme Haltung finde ich gut.

    160. Dafoe schrieb am 5. März 2010 at 11:56 - Permalink

      Nach soviel Lobhudelei für Herrn Grupp, muß ich mal die Frage aufwerfen, wieso dieser Mann die CDU wählt!? Eine Partei, die genau das Gegenteil von dem vertritt, was er selber fordert.

      Grupp war mal zu Gast bei Harald Schmid. Der hat ihm genau diese Frage. Beantwortet hat er sie nicht!

    161. Duiveland schrieb am 5. März 2010 at 11:59 - Permalink

      Also den Artikel fand ich gut! Endlich gibt dem Kind mal einer einen Namen, viele eher konservativ eingestellte Leute können nämlich mit den sich heute in Deutschland “liberal” schimpfenden Personen, Ideen und Parteien tatsächlich nichts anfangen!
      Die Diskussion hier dagegen ist mittlerweile in eine Richtung gegangen, bei der sich mir die Nackenhaare genauso streuben wie wenn ich Diskussionen mit Hayekjüngern lese, naja…..

    162. caf schrieb am 5. März 2010 at 12:01 - Permalink

      Dafoe, in Ba-Wü wird man sofort zum Außenseiter, wenn man sich zu einer anderen Partei bekennt. Wenn Grupp verkündet, dass er die Linke wählt, dann kann er sein Geschäft auch gleich schließen. Das ist zumindest mal eine Erklärung. Eine andere wäre, dass er von zich CDU-Arschkriechern umschwirrt wird und gar nicht richtig den Blick dafür bekommen kann, wie es in der Wirklichkeit zugeht.

    163. schwitzig schrieb am 5. März 2010 at 12:17 - Permalink

      @GeroldG. am 5. März 2010 um 01:29 – - Permalink

      @lillywhite

      Der Mensch tendiert dazu, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Nur durch soziale Normen kann dieser Urinstinkt des sich Vordrängens abgemildert werden, durch Übereinkünfte, die für ALLE akzeptabel sind. Nur so ist ansatzweise so etwas wie Systemstabilität zu gewährleisten.

      Schön, dass dies auch manche Linke inzwischen kapiert haben. Hätten Leute wie ?name? hierzulande das sagen, würde das Land bald in Chaos und Unruhen versinken.

      Denn: Der Sozialismus ist tot und das ist auch gut so!

      Der Kapitalismus hat eine Chance, wenn er in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Darauf sollten wir uns alle konzentrieren, statt sozialistischen oder kommunistischen Träumereien nachzuhängen.

      Ich halte mich hier bisher lieber heraus, da ich Diskrepanzen zwischen dem derzeit real möglichen und dem notewendigen sehe – aber das ist ja wohl unterste Schublade:

      Denn: Der Sozialismus ist tot und das ist auch gut so!

      Der Mensch ist nur deswegen nicht ausgestorben, weil er sozialistische Elemente in seine Kultur eingebaut hat. Er ist ein Gemeinschaftswesen, weil in der Gemeinschaft sein Überleben gewährleistet werden kann.

      Wenn Leute wie Du das Sagen hätten, würden wir uns gegenseitig ausrotten: Denn die Vernichtung des anderen zum eigenen Vorteil ist das völlig asoziale Denkprinzip von Leuten, die wie Du die Religion Kapitalismus als Lebensprinzip erheben. Irgendwann bleiben dann nicht mehr viele übrig.

      Ekelerregend finde ich das – es ist die Ethik einer Amöbe.

      Der Kapitalismus ist nicht eine Chance, die gelenkt werden muss, sondern ein Krebsgeschwür, dass mit lenkenden Regeln einigermassen kontrolliert werden könnte. DAS wäre die richtige Formulierung.

      Schön, dass dies auch manche Linke inzwischen kapiert haben. Hätten Leute wie ?name? hierzulande das sagen, würde das Land bald in Chaos und Unruhen versinken.

      name ist sicherlich in mancher Beziehung radikal, aber noch schlimmer als die Pestilenz, die derzeit regiert, könnte er gar nicht agieren, denn im Gegensatz zu dem asozialen Abschaum der unsere Regierung mehrheitlich steuert und bevölkert, hat er ein Gewissen und würde mit Sicherheit die Notbremse ziehen, wenn es angebracht ist. Ich denke vielmehr, dass wir ganz besonders Leute wie Dich vermeiden sollten, da sie der Gemeinschaft irreversiblen Schaden zufügen. Sei es aus Borniertheit, Blödheit oder Asozialität.

    164. Dexter schrieb am 5. März 2010 at 12:18 - Permalink

      @154 abc:
      Sehe ich ganz genau so. Krawallshow ohne wirklichen Erkenntnisgewinn. Das einzig positive, was man dem Grupp anrechnen kann ist, dass er mit seiner gespielten ?Nachdrücklichkeit? in seinem ersten Redebeitrag die Runde dort (aus Versehen?) gleich zu Beginn in echte Aufregung versetzt hat. Kramer (was für ein Hohlkopf!) hat dieses rhetorische Mittel (wahrscheinlich konnte er in seiner Aufregung auch gar nicht anders?) dann notdürftig aufgegriffen und herrlich grottig eingesetzt. Dafür wird er am Ende von dem FDP-Spacken sogar als ?Idiot? bezeichnet. Geistiges Prekariat an der Arbeit!

      Aus so einem Talkshow-TV-Theater konnte ich noch nie irgendwas “mitnehmen” und das ganze irre Gepolter war auch nur begrenzt unterhaltsam. Hätte ich mir sparen können …

      Systembetrachtungen von Leuten, die wirklich was interessantes zu sagen haben, gibt es übrigens viel häufiger bei den “Sternstunden”, beispielsweise hier:

      http://videoportal.sf.tv/video?id=2a899547-362c-4840-829f-c491eeb58254

      http://videoportal.sf.tv/video?id=e9612e82-9850-4637-94ea-c15c02d4e0ec (so ab der 14.Minute wirds lustig)

    165. schwitzig schrieb am 5. März 2010 at 12:34 - Permalink

      @Albert

      Die hasserfüllten Kommentare von Leynard dagegen sind noch nicht einmal lustig. Im Grunde ist der ein Fall für die geschlossene Psychatrie.

      Ich verstehe gar nicht, warum sich die Kapitalismus-Boys immer so über die Leynads aufregen. Das sind doch genau die Charaktere, die die Kapitalismus-Boys mit ihrer unmenschlichen Religion zwangsläufig heranzüchten. Das Angenehme abschöpfen und sich über das Ergebnis aufregen? Wie scheinheilig.

    166. TOPCTEH schrieb am 5. März 2010 at 12:39 - Permalink

      Der Herr Grupp ist mir spätestens seit dem Tag (positiv) in Erinnerung, wo er sich mit der baden-württembergischen Landesregierung angelegt hat:

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31699531.html

    167. name schrieb am 5. März 2010 at 12:46 - Permalink

      Klar Albert, auch du verfällst in nervöse Zuckungen wie Freundchen Fian, wenn das er das Wort Sozialismus lesen muss, aber ich kann Dich beruhigen, auch wenn Du in der Deiner ersten Dauerdummwelt seit Jahren mit den Kühlschrank leerfrist, ist die Realität draußen eine Andere.

      Du hast Dich sicher die letzten 20 Jahre einen Dreck für ökonomische Fragen interessiert, aber hier rumzucken wollen.

      Hast du irgendwas zu der Grundfrage beigetragen, wie heute und in den letzten Jahren, die kapitalistische Nachfrage funktionierte, warum die Löhne durch Kredite ersetzt werden mussten, und warum weltweit in allen nationalen Staaten die staatliche Nachfrage nach Krieg und Militärgütern ins unermeßliche gestiegen ist?

      Laß mich raten, gleich kommt die Geschichte vom bärtigen Mann…

      Geistig auf dem Niveau von Dreijähigen bewegt sich hier vieles und hier wird anfangen zu jammern, wenn nur die Binse von der Klassengesellschaft erwähnt wird.

    168. Dafoe schrieb am 5. März 2010 at 13:09 - Permalink

      @caf

      Danke, wäre ja mal ne Erklärung. Da zeigt sich aber wie schizophren die Deutschen sind. Aber vieleicht hätte es ja Signalwirkung, wenn er sich entschließen/verkünden würde, daß er mal anders wählt!?
      Er könnte es ja mit “Protesthaltung” begründen. So muß sich niemand wundern, wenn sich nichts ändert!

    169. Martin schrieb am 5. März 2010 at 13:16 - Permalink

      Es gab in Gütersloh einmal einen -vor wenigen Jahren leider verstorbenen- Unternehmer, der auch jeden seiner Mitarbeiter mit Namen kannte. Mindestens einmal im Jahr ging er durch die Hallen, in denen Waschmaschinen und sonstige Haushaltsgroßgeräte produziert werden und erkundigte sich dabei bei seinen Leuten, ob “denn alles in Ordnung sei”. Die Firma florierte und floriert noch immer.
      Das Arbeitsklima war gut, egal wen man fragte.

      Der Herr Grupp, so ungern ich bei ihm arbeiten möchte (wer einmal das Porträt gesehen hat weiß warum;-) ), ist auch einer vom Typ des alten Unternehmers, der sich um seine Leute kümmert. Und das gereicht seiner Firma nicht zum Nachteil.

      Kann es sein, dass dies ein Problem in Deutschland ist, dass wir nur zu sehr auf Quartalszahlen und kurzfristigen Erfolg stieren, was zum Nachteil der abhängig Beschäftigten führen muß?

      Allein deshalb bewundere ich Herrn Grupp. Und im übrigen: Wer einen seiner Outlet-Läden in der Nähe hat, sollte diesen aufsuchen. Die Preise sind absolut top und die Qualität ist ebenfalls sehr gut.

    170. einer wie alle schrieb am 5. März 2010 at 13:56 - Permalink

      Ein Strauß Binsen zur Auflockerung:

      Mensch ist da, Gewohnheit wechselt.
      Eigensinn ist da, Notwendigkeit wechselt.
      Streit ist da, Brutalität wechselt.
      Besitz ist da, Konzentration wechselt.
      Markt ist da, Verfügbarkeit wechselt.
      Zeit ist da, Bewusstsein wechselt.
      Population ist da, Gleichgewicht wechselt.
      Sonne ist da, Sichtbarkeit wechselt.
      …

      Nehmt’s mit Humor, es ist absurd. :-)

    171. Peter schrieb am 5. März 2010 at 15:36 - Permalink

      Der Artikel ist klasse und ein progressiv-konservativer Schulterschluss hat was; nur ist es wirklich realistisch? Bis zur Annäherung Grün/Schwarz hat es Jahre gedauert; alles weitergehende dauert wegen entsprechender Paradigmen in unserer Gesellschaft noch viel länger. Warum? Weil es nicht um Inhalte geht. Ginge es nur um Inhalte, wären wir schon einen Schritt weiter.

    172. caf schrieb am 5. März 2010 at 18:26 - Permalink

      Sicher werden einige dabei sein, die dann erst später jammern werden, weil Panzer die Demonstrationen plattwalzen, aber vielen hier gehts auch um die Form der Diskussion, schätz ich mal…

    173. Phil schrieb am 6. März 2010 at 19:21 - Permalink

      @Martin:

      Kann es sein, dass dies ein Problem in Deutschland ist, dass wir nur zu sehr auf Quartalszahlen und kurzfristigen Erfolg stieren, was zum Nachteil der abhängig Beschäftigten führen muß?

      Ja, das ist ein Problem.

      Und im übrigen: Wer einen seiner Outlet-Läden in der Nähe hat, sollte diesen aufsuchen. Die Preise sind absolut top und die Qualität ist ebenfalls sehr gut.

      Und wer keinen solchen Laden in der Nähe hat:

      http://www.trigema.de/

      Btw. auch im Onlineshop finde ich die Preise in Ordnung. Der Service stimmt auch. Rücksendungen werden zurück erstattet. Ist zwar auch irgendwie eine Selbstverständlichkeit, aber ich habe auch schon Händler gesehen, die die Rücksendung, selbst wenn sie es selbst verschuldet haben, nicht erstatten wollen.

      Der Herr Grupp, so ungern ich bei ihm arbeiten möchte (wer einmal das Porträt gesehen hat weiß warum;-) )

      Magst darüber was erzählen?

    174. kos schrieb am 6. März 2010 at 19:48 - Permalink

      Was für eine Performance, danke für den Mediathektipp.

    175. GeroldG. schrieb am 6. März 2010 at 21:13 - Permalink

      Der Mensch ist nur deswegen nicht ausgestorben, weil er sozialistische Elemente in seine Kultur eingebaut hat. Er ist ein Gemeinschaftswesen, weil in der Gemeinschaft sein Überleben gewährleistet werden kann.

      Sehe ich anders. Heute gedeiht vor allem das Prekariat. Früher, als es noch keine Sozialhilfe und kostenlose Medizin für alle gab, lief das über die “natürliche Selektion” ;-)

    176. caf schrieb am 7. März 2010 at 06:36 - Permalink

      @ #175
      So etwas wie “das Prekariat” gibt es nicht. Das ist ein künstlich erzeugter Begriff für einfache Weltbilder – jedoch fernab der Realität.

    177. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 08:13 - Permalink

      Ok, früher sagte man dazu einfach “Asis” oder bei weniger gravierenden Fällen “sehr einfache Leute”.

    178. caf schrieb am 7. März 2010 at 09:17 - Permalink

      Heutzutage, und vielleicht schon immer, findet man aber mE den größten Anteil an “Asis” bzw. Asozialität bei den Reichen, siehe z.B. Kramer. Das hat also offensichtlich wenig bis nix mit Bildung und Einkommen zu tun.

    179. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 09:54 - Permalink

      Leute wie Kramer mögen in ihrem Bereich asozial handeln, sie sitzen aber nicht mit einem 29 Cent Bier vor’m TV und gucken “Richterin Salesch” oder so etwas in der Art, während der Nachwuchs auf der Straße gerade von anständingen Bürgern ein Handy “abzieht”.

      Laut Wikipedia erhält eine Großfamilie mit 6 Kindern (je drei Kindern über und unter 14 Jahren) stolze 2154 Euro, zzgl. Unterkunft und sonstige Ausgaben rund 2800 Euro – und das Monat für Monat! Keine Ahnung, ob da das Kindergeld schon drin ist… falls nicht, addieren Sie noch einige hundert Euro hinzu.

      Nun ist es kein Geheimnis, dass es vor allem viele “orientalische” Großfamilien gibt – diese Gruppen profitieren also besonders stark vom deutschen Sozialsystem! Führt man sich diese Zahlen vor Augen, kann ich jeden deutschen (arbeitenden) Familienvater verstehen, der nur noch kotzt…

    180. caf schrieb am 7. März 2010 at 10:02 - Permalink

      Der Staat macht sich die Leute, die er haben will. Abgestumpft und verblödet – genau das, was ein braver Soldat sein muss.

    181. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 10:03 - Permalink

      Diese Leutchen lassen sich doch gar nicht “rekrutieren”… oft nicht mal an die Wahlurne, um dort alle Jahre ein Kreuzchen zu machen.

    182. caf schrieb am 7. März 2010 at 10:04 - Permalink

      Sie können dafür aber konsumieren und die Fresse halten. Das ist auch schon ganz toll.

    183. aquadraht schrieb am 7. März 2010 at 10:19 - Permalink

      [wg. Beleidigung gelöscht/SF]

    184. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 10:28 - Permalink

      Aus Ihrem Mund empfinde ich die Bezeichnung “Arschloch” quasi als Auszeichnung.

    185. caf schrieb am 7. März 2010 at 10:38 - Permalink

      GeroldG., Du bist ein typisches Soldatchen. Gehorsam, manipulierbar und mit ganz ganz wenig Freiheit, eigentlich kaum noch ein Mensch, im Prinzip ein Zombie, ungefähr wie die aus dem Film I am legend – zu bemitleiden.

      Letztens benutzte Georg Schramm den Begriff “White Trash”, auch passend ^^.

    186. Linus schrieb am 7. März 2010 at 11:01 - Permalink

      @caf #185: Geht’s noch?

    187. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 11:03 - Permalink

      Oh, da täuschst Du Dich. Wäre ich ein Soldatchen, würde ich a) entweder – wie die erwähnten Personen – mit einem Bier vor dem TV sitzen oder b) aus Frust oder Langeweile bei der NPD oder AntiFa mitlaufen (quasi der selbe Scheiss).

      Nein, das tue ich nicht, stattdessen denke ich über die Zustände in unserem Land nach und erkenne, was hier schief läuft. Gutmenschliche Ideologie (“der Westen ist immer Schuld”) ist mir dabei genauso fremd, wie Fremdenhass oder der in linken Kreisen verbreitete Antisemitismus (gerne als “Israelkritik” getarnt). Ich bin kein Linker, ich bin kein Nazi. Bin auch nicht schwul, kein Moslem oder sonst irgendjemand, hinter dem irgendeine starke Lobby steht. Nein, ich bin ein rechtschaffender, grundgesetztreuer Bürger aus dem Mittelstand ohne jegliche Lobby und ich kotze, wenn ich sehe, wohin meine Steuergelder fließen.

      Nun ja, scheinbar macht es Leuten wie aquadraht und Dir Freude, anderen verbal vor die Füße zu rotzen um dann mit dem Finger zu zeigen und zu rufen “guckt mal den da an”. Kindisch, doch irgendwie amüsant.

    188. caf schrieb am 7. März 2010 at 11:08 - Permalink

      Linus ich hab schon weiss Gott wie oft versucht freundlich mit so Leuten zu reden. Da kommt immer der selbe unreflektierte einprogrammierte Müll. Der Zeitpunkt ist längst überschritten, an dem die Leute hätten anfangen sollen selbständig zu denken.

    189. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 11:17 - Permalink

      Vor einigen Jahren war ich auch eher noch so drauf wie Ihr, die Ihr Euch für “gerechte und soziale” Menschen haltet. Doch meine Lebenserfahrung und die Realität auf unseren Straßen hat mich gelehrt, dass der ganze Müll, an den Ihr glaubt, nur in der Theorie funktioniert.

      Es ist wie im Film “Die Matrix”: Man muss raus aus der geschaffenen Illusion, um die (unschöne) Wahrheit zu erkennen. Für manchen von Euch wird das noch ein verdammt harter Aufschlag in der Realität. Die anderen werden wohl immer in ihrer gutmenschlichen “Matrix” hängen bleiben, während da draußen Asis und in Hartz IV eingewanderte “südländische” Großfamilien das Sozialsystem leer saugen und für jene Menschen, die WIRKLICH Hilfe bräuchten, immer weniger übrig bleibt.

    190. redsurfer schrieb am 7. März 2010 at 11:18 - Permalink

      @GeroldG

      1. Du hast laut Gesetz gar nicht zu entscheiden, was mit “deinen” Steuergelder geschieht, die gehören nämlich gar nicht dir, sondern dem Staat. Warum beschwerst du dich dann eigentlich , als angeblich “gesetzestreuer” Bürger?

      2. Wenn das Leben mit H4 so schön wäre, warum kündigst du nicht und machst einen auf H4? Tausende Leute blöken rum “beim dem H4 hab ich kein Bock mehr zu arbeiten”. Dann sollen sie es halt lassen!

    191. carlo schrieb am 7. März 2010 at 11:19 - Permalink

      184@GeroldG
      Einen Orden haben Sie sich noch nicht verdient, aber der besagten Auszeichnung für Sie, wie der von aquadrat vorgeschlagenen, schließe ich mich an.
      Weiter so. Imaginieren Sie sich als Anführer einer Autoschlange und hören laut und deutlich die Rufe Ihres “Gefolges”.

    192. Linus schrieb am 7. März 2010 at 11:20 - Permalink

      @caf #188:

      Das glaub’ ich dir gern – ich versteh’ dich auch. Aber laß dich doch nicht hinreißen!
      (du willst doch morgen noch in den Spiegel schauen können, im Gegensatz zu GeroldG).

      Wenn der nichts hören will, dann mußt du auch nichts sagen – er disqualifiziert sich sowieso selbst.
      Also: Don’t feed the troll ;-)

    193. caf schrieb am 7. März 2010 at 11:22 - Permalink

      GeroldG., die Leute sind so, nicht weil sie das so gewollt haben!!! Außerdem haben unsere Banken in kürzester Zeit mehr Geld vernichtet, als Arbeitslose es jemals könnten! Auch sind die Arbeitslosen keine Ausbeuter. Im Gegensatz zu unseren “Eliten”.

    194. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 11:55 - Permalink

      Ja, ja, die bösen Eliten und die armen Arbeitslosen. Habt Ihr auch mal was anderes auf Lager?
      Was sagt Ihr dazu, dass unsere Krankenkassen für die Eltern(!) türkischer Einwanderer im Ausland zahlen? So blöd ist auch echt nur Deutschland.

    195. Janosch's Tigerente schrieb am 7. März 2010 at 12:10 - Permalink

      @cat, a^2 und name: Jungs, euren Frust auf die Gesellschaft verstehe ich voll und ganz. Dinge worrauf ihr teilweise verweist und sind auch voellig berechtigt. Das Problem ist wie ihr hier auftretet! Wer will denn noch mitdiskutieren, geschweige denn sich die Muehe machen die Kommentare zu lesen, wenn da nur noch gepoebelt wird und das besonders aus dem linken Lager? Ihr erreicht damit genau das Gegenteil von dem wohin ihr wollt – oder Ihr habt euch und die Welt schon voellig aufgegeben und es interessiert euch Recht wenig wie ihr von anderen wahrgenommen werdet.

      @GeroldG. Wenn dir 2800 Euro fuer einen acht-koepfigen Haushalt als ungerecht erscheint, wo jedoch garantiert ist, dass diese 2.800 Euro sofort in den Wirtschaftskreislauf zurueckfliessen. Da verstehe ich nicht, dass du als Steuerzahler nicht mit einem Wort erwaehnst das die sogennante Finanzkriese unseren Staat inzwischen Billionenbetraege gekostet hat.
      Daran besonders kritisch, – keine Tranzparenz wohin die Gelder geflossen sind oder wer die Schuldner waren. Mit Sicherheit nicht an Menschen oder Institutionen die am Existenzminimum leben. Die Diskussion von systemisch will ich hier gar nicht anfangen, natuerlich ist es systemisch, wir leben im Kapitalismus, da muss Konzentration bleiben wo sie ist um geschaffene Machtstrukturen zu erhalten – notwendig war eine Intervention in dieser Form nicht.
      Und dann zu deiner Antisemiten Darstellung. Die ‘Linke’ Bewegung wurde historisch von juedischen Interlektuellen getragen, entwickelt und vielerorts versucht zu etablieren. Der Linken ‘Antisemitismus’ zu unterstellen, weil diese sich kritisch zur Situation in Israel aeussert ist wahrlich dreist. Aus meinem persoenlichen Erfahrungen in Israel kann ich dir ein wenig auf den Weg geben, deine Position zu ueberdenken. Ich habe Israel erlebt vor und nach dem Mordanschlag auf Isaac Rabin. Der Mordanschlag kam aus dem rechten-orthodoxen Fluegel und dieser hat seit jener Zeit die Kontrolle in der Politik. Der Anschlag hat mich damals emotional sehr mitgenommen, da mir voellig klar war was dies fuer die Entwicklung dieses Landes und fuer dessen Zukunft bedeutete.

      Generell zu diesem Artikel: Ich finde die Beweihreucherung von Grupp aus vielerlei Hinsicht problematisch. Eine detaillierte Einschaetzung folgt wenn ich mehr Zeit habe :)

    196. t.h.wolff schrieb am 7. März 2010 at 13:03 - Permalink

      H4 ist keine Hilfe für temporäre soziale Notsituationen, H4 ist ein Gesellschaftsmodell. Die Unternehmerlobbyisten handeln mit den Vertretern der sog. Volksparteien aus, wie billig Sie’s denn gern hätten und Vater Staat setzt als eine Art Treuhänder der Arbeit das prekäre Einkommen fest. Folge ist die Kündigung regulärer Arbeitsverhältnisse und die Rückführung der Betroffenen in das Sanktionsgesteuerte Arbeitsmarktsystem von H4. Durch diesen Mechanismus, unterstützt durch die krebsartig wachsende Zeitarbeitsbranche, wird das grundgesetzlich verbriefte Recht zur freien Vertretung der Arbeitnehmerinteressen natürlich konterkariert, da eine schleichende Erosion gewerkschaftlich vertetener Arbeitsverhältnisse die Folge ist. Es resultiert eine Abwärtsspirale bei Löhnen und Gehältern, die auch ein noch so ideologisierter Markt-Taliban nicht ableugnen kann. Ebensowenig wie die Wirtschaftskatastrophe, die durch explodierende Unternehmereinkommen und die folgende Fiktionalisierung der Kapital- und Anlagevermögen ausgelöst wurde.

    197. caf schrieb am 7. März 2010 at 14:01 - Permalink

      @Linus

      Ich sehe in den Spiegel und sehe, dass ich Teil einer Gesellschaft bin, die nicht Willens ist, eine ungeheure Gewaltspirale zu stoppen. Ich seh eigentlich nur noch Krieg. Naja, scheiss drauf. Immerhin hat Schalke gestern gewonnen.

    198. caf schrieb am 7. März 2010 at 14:20 - Permalink

      Wir sollten diese Regierung als geballte Faust aus dem Parlament schmettern, eigentlich.

    199. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 15:21 - Permalink

      @Janosch’s Tigerente
      Ich finde es auch sehr bedauerlich, dass sich a^2 & Co. zu derben Beleidigungen hinreissen lassen, aber da stehe ich drüber. Die dürfen mich gerne “Arschloch” nennen, ich weiß ja, von wem’s kommt…

      Seltsamerweise kommt “Stunk” fast immer aus linker Ecke, selbst bei NPD-Demos sind es gewöhnlich die AntiFa-Leutchen, die Gewaltbereitschaft zeigen, während die Glatzköpfe “nur” für ihre Sache demonstrieren. Damit macht man sich im bürgerlichen Lager garantiert keine Freunde (vor allem nicht, wenn dann noch Parolen wie “Deutschland verrecke” zu vernehmen sind).

      Zum Thema Israel: Den Auftragsmord fand ich auch sehr schlimm. Bedenkt man jedoch, dass jeder Geheimdienst irgendwelchen Dreck am Stecken hat (hatte z.B. Jörg Haider wirklich einen Unfall?), ist dies wohl kein Exklusivmerkmal der Israelis.

    200. Degnaphta schrieb am 7. März 2010 at 16:50 - Permalink

      Die GeroldGs dieses Landes dürfen offen ihre soziopathischen Parolen schwingen. So frei ist unser Land noch.
      Das ist doch auch ne Qualität.
      Auch wenn Neusprech&Doppeldenk bereits schweren Schaden angerichtet haben, gibt es noch Resterinnerungen an den Geist, der die Grundgesetz erdenkenden ‘Väter der Verfassung’ damals beflügelt hat. Ich baue darauf, daß diese Fortschritte der Entwicklung menschlicher Gemeinschaften nicht mehr gänzlich aus der Welt getrieben werden können. Da können die GerodGs noch so giften und toben. Irgendwann sind sie auch alt und tatterig und müssen den Hintern abgewischt kriegen. Ob sich dann dafür einer findet, wage ich zu bezweifeln, was dann die unangenehme Folge hat, daß sie in ihren eigenen Exkrementen vergammeln können.
      Möglicherweise kühlt eine solche Aussicht manch Mütchen eines Möchtegernnutzmenschenhalterknechts.

    201. dermitder schrieb am 7. März 2010 at 19:05 - Permalink

      Seltsamerweise kommt ?Stunk? fast immer aus linker Ecke, selbst bei NPD-Demos sind es gewöhnlich die AntiFa-Leutchen, die Gewaltbereitschaft zeigen, während die Glatzköpfe ?nur? für ihre Sache demonstrieren. Damit macht man sich im bürgerlichen Lager garantiert keine Freunde (vor allem nicht, wenn dann noch Parolen wie ?Deutschland verrecke? zu vernehmen sind).

      Die Bürger dann als Freunde der NPD? Toll, ich bin absolut sicher, wenn die regieren dürften würds keinen “Stunk” mehr geben. Deren Friedlichkeit ist durch historische Präzedenzfälle ausreichend belegt.

      (Achja der Bericht vom Verfassungsschutz schlägt was Gewalttaten angeht doch eher zu Ungunsten der Glatzköppe aus. Nicht das ich eine der beiden Formen von Gewalt gutheißen würde. Kenn ein paar Leute die Randale machen, das ist oft nichtmal politisch motiviert – so wie es bei Hooligans auch nicht um den Verein geht…)

    202. Castorp schrieb am 7. März 2010 at 22:00 - Permalink

      “Ein Sozialist oder ein irgendwie ?Linker? ist Grupp allerdings keinesfalls ? er besitzt Flugzeug und Hubschrauber und beschäftigt in seiner Villa vor Ort einen Butler, der ihm und seiner Familie jeden Morgen das Frühstück mit weißen Handschuhen serviert. Was bei jedem Bonusbanker den Zorn der Allgemeinheit provozieren würde, ist Grupp gestattet ? wer mit seinem Namen und seinem Eigentum als Sicherheit wirtschaftet, seine Angestellten ?väterlich? behandelt und ordentlich bezahlt, darf auch die Früchte seines Wirtschaftens genießen. Grupp versteuert seine Gewinne schließlich auch ordnungsgemäß vor Ort, was heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist.”

      Was für ein übles Schwarz-Weiß-Denken offenbarst du da eigentlich, Jens?! Ein Linker oder Sozialist darf also keine Villa haben und an einer langen Tafel speisen? Tut mir leid, das ist einfach so blöde, dass ich fast in den Tisch beißen muss. Du schreibst doch sonst nicht so einen Unsinn…

      Auch wenn Grupp sich vielleicht nicht so sieht, aber “links” handelt er auf alle Fälle. Weil er ge-recht und “vernünftig” und ausgleichend handelt!

    203. GeroldG. schrieb am 7. März 2010 at 22:37 - Permalink

      @Degnaphta

      Irgendwann sind sie auch alt und tatterig und müssen den Hintern abgewischt kriegen. Ob sich dann dafür einer findet, wage ich zu bezweifeln, was dann die unangenehme Folge hat, daß sie in ihren eigenen Exkrementen vergammeln können.

      Aha, sonst sind Sie aber noch ganz gesund, oder?

      @ dermitder

      Die Bürger dann als Freunde der NPD? Toll, ich bin absolut sicher, wenn die regieren dürften würds keinen ?Stunk? mehr geben. Deren Friedlichkeit ist durch historische Präzedenzfälle ausreichend belegt.

      Es ging hier um das Auftreten der verfeindeten Gruppen bei Demos, nicht um irgendeine Politikausrichtung. Im Gegensatz zu den AntiFa-Leutchen verhalten sich die Glatzen meiner Erfahrung nach bei “Gedenkveranstaltungen” zumindest friedlich. Ich finde trotzdem beide Seiten zum kotzen und stelle fest, dass die Linken bzw. wohl eher Linksextremisten nicht besser sind, als die Rechtsextremisten.

      @Castorp

      Auch wenn Grupp sich vielleicht nicht so sieht, aber ?links? handelt er auf alle Fälle. Weil er ge-recht und ?vernünftig? und ausgleichend handelt!

      Haha, nur Linke können gerecht und vernünftig handeln? Der war gut, ehrlich ;-)

    204. caf schrieb am 8. März 2010 at 02:04 - Permalink

      Die Linken streben nach Würde für jeden einzelnen Menschen, der Rest nicht. Folglich spinnen alle, die nicht links sind.

    205. Degnaphta schrieb am 8. März 2010 at 12:33 - Permalink

      @ GeroödG
      Eigentlich diskutiere ich nicht mit verbitterten Menschenverächtern. Doch wenn sie so wie du einen total jungen und unreifen Eindruck erwecken, (Ich schätze dich auf irgendwo zwischen 12ter Klasse und 2tem Semester) sollst du nicht ohne Gedankenanstoß bleiben.
      In Berlin sind inzwischen mehr als die Hälfte aller Beerdigungen anonym. Diese einsam Gestorbenen sind teilweise in ihren Exkrementen zumindest angegammelt je nach dem, wann sie gefunden wurden.
      Meine Prophezeiung ist also schrecklich realistisch, was wahrscheinlioch niemandem gefällt.

    206. GeroldG. schrieb am 8. März 2010 at 15:11 - Permalink

      @Degnaphta
      Was hat die großstädtische Isolation von Menschen mit dem Thema zu tun? Genau – nichts. Ihre Vermutung ist außerdem falsch, ich bin bereits Ende 30 und alles andere als verbittert oder ein “Menschenverächter”.

      Vielmehr bin ich meines Zeichens Realist. Ich sehe Dinge, die Sie aus ideologischen Gründen wahrscheinlich nie sehen werden und handel dementsprechend.

    207. GeroldG. schrieb am 8. März 2010 at 15:15 - Permalink

      @caf (glatt übersehen)

      Die Linken streben nach Würde für jeden einzelnen Menschen, der Rest nicht.

      So ein Unsinn. Jeder halbwegs anständige Mensch ist am allgemeinen Wohlergehen seiner Mitmenschen interessiert, dazu muss man nicht “links” sein. Der Unterschied zwischen linken Träumern und rechts-konservativer Realisten ist, dass Letztere ihre Ziele nicht um jeden Preis (= auf Kosten bestimmter Gruppen, z.B. der einheimischen Bevölkerung) durchsetzen wollen, sondern um vernünftige, praxisnahe Lösungen bemüht sind.

    208. dermitder schrieb am 8. März 2010 at 15:39 - Permalink

      kurz gesagt: Der Linke würde für das Wohlergehen seiner Mitmenschen Opfer erbringen, während der rechtskonservative ganz realistisch sagt, dass das Wohlergehen seiner Mitmenschen hinter dem Stern auf seinem Auto steht…

    209. dick u.doof schrieb am 8. März 2010 at 16:05 - Permalink

      …nun doch mal eine Frage an Gerold. Wer ausser den Rechtskonservativen hat denn dem allergrössten Führer aller grossartigen deutschen Realisten und Saubermänner in den Sattel geholfen? Für wen war dieser GRÖFAZ denn wichtig..? Meine Güte, soviel dummes Zeug auf einmal,Hartz=Asozial Südländer=Asozial Antifa=NPD. Das ist ein Fall für die Geschlossene, sorry.

    210. xpz schrieb am 8. März 2010 at 16:11 - Permalink

      @geroldG.
      Grupps Schimpfkanonaden stimme ich inhaltlich zu,auch wenn mir sein feudal geschniegeltes outfit und lebensweise gegen den Strich geht.

      Mit nur 25% der jährlich 100 mrd. Steuerhinterziehungen könnte man alle 7 mill. ALG2 Bezieher alimentieren!
      Der rechts konservative Unterschichtenhetzer Westerwelle soll ein Realist sein?
      Dann müsste er sich allerdings schleunigst, wie Grupp es tut, gegen die wahren Sozialschmarotzer einsetzen,statt wieder einmal eine billige Ablenkungskampagne zu inszenieren.

    211. GeroldG. schrieb am 8. März 2010 at 16:38 - Permalink

      @dermitder
      So lässt sich meine Aussage natürlich auch interpretieren, wenn man es will…

      @dick u.doof
      Dein Nickname ist offenbar Programm. Auf so einen schwachsinnigen Hitler-Vergleich antworte ich nicht näher. Da hat mal wieder Godwin zugeschlagen.

      @xpz
      Westerwelle würde ich nicht als rechtskonservativ bezeichnen, eher als liberalen Klientelpolitiker. Es gibt in der heutigen Politik eigentlich keine wirklich konservativen Männer mehr. Da war wohl Stoiber der Letzte.

    212. Degnaphta schrieb am 8. März 2010 at 17:28 - Permalink

      @ GeroldG

      Was hat die großstädtische Isolation von Menschen mit dem Thema zu tun? Genau ? nichts.

      Tja, damit outest du dich als entweder unreif und jung, oder aber äußerst unverständig, sollte deine Alterasangabe den Tatsachen entsprechen.
      Die im neoliberalen Modell geforderte Flexibilität erzeugt ein Zwangsnomadentum, daß dem Zusammenhalt der klassischen Familie diametral entgegensteht. Ebenso unterminiert die Lohndumperei über den Niedriglohnsektor Familiarität. Man muß sich eine Familie halt leisten können, oder sich als verantwortungslos beschimpfen lassen.
      Die Familie zählt allerdings zu den im GG festgeschriebenen Grundwerten, was das neoliberale Modell genauso über Bord zu schmeißen bereit ist, wie die Unversehrtheit des Lebens, die Würde und die Individualität aus Artikel 3.
      Und wer sowas über Bord schmeißt, ist für mich ein Menschenverächter.
      Einer, der die Herkunft eines Menschen über dessen Wohlergehen entscheiden lassen will, ist irgendwo bei den Rassisten/Faschisten oder ähnlichem Gelumpe einzuordnen. Der hat nämlich auch noch nicht das GG verstanden.

    213. Martin schrieb am 8. März 2010 at 21:22 - Permalink

      Geil. Einfach Geil.
      Morgen werden 3 Trigema-Hemden gekauft.

    214. Martin schrieb am 8. März 2010 at 21:37 - Permalink

      Die Maischberger hat auch mal wieder alles versucht, die Diskussion zu beeinflussen und in eine Pro-Neoklassismus-Richtung zu lenken.

      Unmöglich diese Frau.

    215. dick u.doof schrieb am 8. März 2010 at 21:50 - Permalink

      Gerold… der Scheiss stammt von Dir. Weisst nicht mehr, was Du einige Zeilen weiter oben gesabbert hast. Deck Dich mit Deiner Blödzeitung zu und träum weiter.

    216. Martin schrieb am 8. März 2010 at 22:00 - Permalink

      Es gibt in der heutigen Politik eigentlich keine wirklich konservativen Männer mehr. Da war wohl Stoiber der Letzte.

      Stoiber war nie konservativ.
      Konservativ ist etwas anderes.

    217. Martin schrieb am 8. März 2010 at 22:18 - Permalink

      Der Herr Kramer war aber auch geil. Wie er den FDP-bubi zum Schluss angefahren hat.

      Und wie er am Anfgang mit dem von der FDP gerne verbreiteten Märchen aufgeräumt hatte, dass die USA in Punkto ein soviel besseres Land als Deutschland seien.
      Und wie er über die Boni der Banker schimpfte.

      Das war mal eine richtig geile Sendung.

    218. corny schrieb am 9. März 2010 at 16:13 - Permalink

      Das Video läuft bei mit zwar gerade auch erst an, aber noch ein kleiner Hinweis:

      Über den Grupp läuft gerade eine Dokumentation auf den Digitalkanälen der ÖR. Wird bestimmt wie alles andere auch noch bis zum erbrechen wiederholt. Also Augen auf. Wer die Digitalkanäle nicht empfangen kann, kann sie sich (kostenlos) über zattoo.de anschauen

      Ich muss neidlos zugeben: der Typ hat es drauf. Er ist zwar auch ein bisschen eigen, aber sehr charakterstark, rational und mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn / Verantwortungsbereitschaft, gepaart mit etwas Lokalpatriotismus. Und sooo polemisch ist er gar nicht, nur konkret. Ich glaube, wir sind es gar nicht mehr gewohnt, dass in so einer Sendung überhaupt irgendwas konkret ist. Polemisch ist nur dieser andere Kunde. Den als selfmade-Millionär anzukündigen ist eine wahre Frechheit (siehe weiter unten).

      Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen sei ihm auch sein Reichtum gegönnt. Unternehmer, Manager, Berater und was da noch so alles kreucht und fleucht haben ihre hohen Gehälter nicht verdient, denn die eigentliche Wertschöpfung wird ja von den Angestellten geleistet, an denen sie sich geradezu parasitär halten. Gerade heute geht ja der Trend dahin, das Risiko auf die Angestellten abzuwälzen (letztes Kapital herausziehen und in Sicherheit bringen, Konkurs machen, die Arbeitnehmer auf den ausstehenden Lohnforderungen und den Staat auf Aufbaukrediten sitzen lassen, neue Firma aufmachen, natürlich mit möglichst viel Fremdkapital) und kostenintensive Arbeitnehmer (chronisch Kranke, Frauen mit Kindern, Behinderte) mit möglichst unfairen, geradezu perversen Methoden loszuwerden oder Arbeitsplätze gleich ins Ausland mit geringeren Kosten, weniger Arbeits- und Umweltschutzgesetzen zu verlagern.

      Die größten Schmarotzer der Menschheit sind jedoch jene, die ihren Gewinn rein aus Kapitalerträgen beziehen. Gegen das Verlustrisiko haben sie sich sowieso abgesichert oder wälzen es auf die kleinen Anleger (die in den meisten Fällen ihr Geld tatsächlich verdient – also erarbeitet – haben) ab. Und Scheiße fällt nun mal nach unten, das heißt wir wälzen unsere Verluste auf die dritte Welt ab und da unten verrecken die Leute. (das ist jetzt sehr verkürzt, aber ich wollte mich kurz fassen)

      Meister Grupp hingegen trägt das Investitions- und Kapitalrisiko jedoch vollständig selber aus seinem Privatvermögen (was ihn natürlich auch gegenüber den anderen privilegiert hat, aber das würde jetzt zu weit führen). Er zeigt Verantwortung für seine Mitarbeiter und betrachtet sie nicht nur als Melkkühe, die am Ende noch möglichst weit ausgeschlachtet werden. Ja, einige von denen “da oben” sind doch sehr wertvoll und erzeugen doch tatsächlich einen Mehrwert für die Gesellschaft anstatt sich nur an ihr zur laben. Da sei ihnen auch Luxus und Dekadenz gegönnt. Hauptsache sie halten sich möglichst aus der Politik heraus.

      Der APPD-Typ ist auch nicht gerade dumm.

      btw: der Spiegelfechter ist wieder bissiger geworden, gefällt mir, hattest ja zwischendurch mal etwas geschwächelt und eher rumgezickt fand ich, natürlich auf hohem Niveau, naja vielleicht war es ja nur die Wahlkampf-Nervosität ;)

    219. Tharben schrieb am 9. März 2010 at 16:44 - Permalink

      Ich bin sonst nur stiller Leser, wollte mich aber ganz herzlich für Ihren Text und den Hinweis auf die Sendung bedanken. Habe herzlichst gelacht. Köstlich, wie Lindner von Grupp zusammengefaltet wird.

    220. Griebiger Batzi schrieb am 9. März 2010 at 20:44 - Permalink

      Der Herr Grupp ist hervorragend.
      Dazu ist mir etwas in Auge gefallen, was dazu passen könnte:
      Betrachtungen zu der von Schumpeter geführten Unterscheidung zwischen Unternehmern und Kapitalisten:

      http://www.zeit.de/2004/07/Mannesmann-Prozess

      Der Herr Kramer war aber nicht so ganz unsymphatisch. Er hat endlich mal mit dem weit verbreiteten Märchen aufgeräumt, dass die Steuern in der USA im Gegensatz zur -vermeintlich vor Sozialneid triefenden- BRD so moderart für die oberen 1% -ähhhh selbsternannten “Leistungsträger”- wären.

    221. Very Cool schrieb am 11. März 2010 at 21:53 - Permalink

      #196 t.h.wolff

      H4 ist keine Hilfe für temporäre soziale Notsituationen, H4 ist ein Gesellschaftsmodell. Die Unternehmerlobbyisten handeln mit den Vertretern der sog. Volksparteien aus, wie billig Sie?s denn gern hätten und Vater Staat setzt als eine Art Treuhänder der Arbeit das prekäre Einkommen fest. Folge ist die Kündigung regulärer Arbeitsverhältnisse und die Rückführung der Betroffenen in das Sanktionsgesteuerte Arbeitsmarktsystem von H4. Durch diesen Mechanismus, unterstützt durch die krebsartig wachsende Zeitarbeitsbranche, wird das grundgesetzlich verbriefte Recht zur freien Vertretung der Arbeitnehmerinteressen natürlich konterkariert, da eine schleichende Erosion gewerkschaftlich vertetener Arbeitsverhältnisse die Folge ist. Es resultiert eine Abwärtsspirale bei Löhnen und Gehältern, die auch ein noch so ideologisierter Markt-Taliban nicht ableugnen kann. Ebensowenig wie die Wirtschaftskatastrophe, die durch explodierende Unternehmereinkommen und die folgende Fiktionalisierung der Kapital- und Anlagevermögen ausgelöst wurde.

      Absolut genial formuliert!
      Meine 100%ige Zustimmung.

    222. lemming schrieb am 11. März 2010 at 23:13 - Permalink

      100 sind zu wenig. Ich biete 150% Zustimmung!
      Es gibt keine Silbe mehr zu dem HIV-System zu sagen, und der Rest trifft den Punkt auch mitten in die Mitte!
      Mein einziges Vertrauen setze ich nur noch darein, dass nicht der Markt, sondern die Realität irgendwann letztlich bestimmt, was mach- und lebbar ist und was nicht. Wir sind am Ende von “nicht”. Unsere Eliten, einschliesslich der bloggenden Fraktion derselben, sollten das möglichst schnell kapieren, denn sonst werden sie womöglich ihre mangelnde Bodenhaftung am Laternenpfahl empirisch verifizieren.

    223. Linus schrieb am 11. März 2010 at 23:43 - Permalink

      @t.h.wolff #196: yep

    224. Dexter schrieb am 12. März 2010 at 11:27 - Permalink

      @t.h.wolff #196: Sehr richtig! Kompakter und noch mehr “auf den Punkt” hab ich das selten gelesen.

    225. heureka schrieb am 12. März 2010 at 14:52 - Permalink

      @ lemming,linus,dexter
      So genial finde ich diese “neue Erkenntnisse” gar nicht.Die webseiten NDS,Spiegelfechter u.a. versuchen seit jahren über diese destruktiven Mechanismen aufzuklären.
      Demzufolge wären dann unsere volksvertreter eine Bande von selbstschädigen Masochisten, die einerseits Staatseinnahmen bzw.Ausgaben mindern andererseits die Verschuldung stetig steigen lassen.

    226. Dexter schrieb am 13. März 2010 at 00:02 - Permalink

      @heureka:
      Wer sagt denn, dass das “neu” ist? Ich fand das nur in einer angenehmen Dichte zusammengefasst :)

    227. Peleo schrieb am 24. März 2010 at 09:04 - Permalink

      Falls hier im Archiv noch jemand nach einem “weißen Schaf” unter den Unternehmern sucht:

      Dietmar Hopp, SAP-Gründer, Milliardär und Stifter:

      “dass er als reichere Bürger die Verpflichtung empfinde, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, die ihm seinen Erfolg erst ermöglicht habe. Er wolle in dieser Hinsicht Vorbild sein für andere Reiche und diese motivieren, ebenfalls zu geben – “oder wenigstens das Minimal-Programm zu fahren und ihre Steuern in Deutschland zu bezahlen”".

      Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 24. März 2010

    228. Öconomicus schrieb am 2. April 2010 at 07:31 - Permalink

      Immer wenn ich was über Trigema lies fang ich an zu zittern…

      JEDES mal steht irgendwo so ein schrott von “100 % Eigenkapitalquote”

      Das ist ja ein toller Gag und eine gute Parole um den Grupp gut dastehen zu lassen, aber es ist schlichtweg falsch.

      Trigema hat in seiner Bilanz zum 31.12.2008 einen Eigenkapitalanteil von sehr schwachen 12,68 Prozent ausgewiesen – ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man da auf 100 % kommen soll? Bankkredite sind doch nicht die einzige Form von Fremdkapital!

      Immer das selbe… alles glauben, ohne Nachzufragen, oder?

      Grüße
      Öconomicus

    229. Daniel schrieb am 2. April 2010 at 10:47 - Permalink

      @ Peleo, 227

      Ich hatte als Zeitarbeiter im Rhein-Neckar-Kreis Gelegenheit, dem einen oder anderen Vorstandsmitglied von SAP, MLP ein teakholzverkleidetes Bad einzurichten.

      Eine Studienkollegin von mir arbeitet im Jachtbau, und sie erzählt, was für ein merkwürdiges Gefühl das ist, wenn man eine Lederbespannung für den Kajütengang bestellt, die soviel kostet wie ihr eigenes Jahresgehalt.

      Im Rundfunk wird die “Generation 50+” als Zielgruppe für “die Wirtschaft” angepriesen, weil die sog. 68er oft kinderlos und Doppelverdiener sind. Wo kann man sonst noch was abgreifen?

      Im Bereich “Küchenproduktion” sind Hochpreismarken wie Poggenpohl, Miele, SieMatic mit hohen Prozentzahlen für den (Übersee-)Export tätig. Einzig die Firma “nobilia” konnte über die letzten Jahrzehnte hinweg dank restriktiver Produktpolitik und immer höherem Automationsgrad einerseits die Mitarbeiterzahl, andererseits den Preis halten. Deren Export geht überwiegend ins europäische Ausland. (Stand 2006)

    230. Peleo schrieb am 2. April 2010 at 20:35 - Permalink

      @ Daniel, 229

      Wenn die anderen SAP-Vorstände so viel für Wissenschaft und Sport (für viele Menschen wichtig, für mich nicht) ausgeben, dürfen sie von mir aus ihre Bäder mit Teakholz verkleiden, wenn zertifiziert ;-) Soviel ich weiß, hat Hopp keine Jacht.

      Das mit der Lederbespannung ist natürlich krass, aber doch wohl eher für Kunden aus Russland oder den Ölstaaten typisch? Porsche-Arbeiter finden angeblich nichts dabei, Autos jenseits ihrer finanziellen Möglichkeiten herzustellen. Aber ich überlege mir oft, was sich die rumänischen Bauarbeiter denken, die hier bei uns Reihenhäuser bauen, die sie sich nie leisten könnten.

      Das Argument mit der Küchenproduktion verstehe ich nicht. Was willst Du damit sagen?

    231. Daniel schrieb am 3. April 2010 at 08:46 - Permalink

      @ Peleo, 230

      Die “weiße Weste” hat immer eine Innenseite. Das will ich sagen. Alle Welt kauft teure Küchen und teure Autos aus Deutschland, und die kleinen Leute hier kaufen billige Möbel aus China im Baumarkt und billige Autos aus Korea beim Händler um die Ecke. Scheint sowas wie der “Strom des Wissens” zu sein, oder so.

      edit: War in Deinem post ursprünglich ja von einem “weißen Schaf” die Rede, sehe ich gerade. Naja, auch der Wolf frisst Kreide, wenn er sich tarnen will.


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