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  • China, Iran und das Sanktionsmärchen

    geschrieben am 06. März 2010 von Jamas

    ein Gastbeitrag von Jamas*

    Der vor wenigen Tagen veröffentliche Iran-Bericht des neuen IAEA-Direktors Yukiya Amano ist Wasser auf den Mühlen der Hardliner in Washington, Paris und London. Schlägt der Japaner doch deutlich misstrauischere Töne gegenüber Teherans nuklearen Ambitionen an und äußert an den nicht-militärischen Absichten der iranischen Machthaber implizit Zweifel. Härtere Sanktionen, die bereits seit Wochen diskutiert werden, werden jedoch von der Volksrepublik China nun abgefedert und stark entschärft. Ein Grund zur Empörung?

    In Theorie und Praxis beabsichtigt ein Land – oder auch eine Gruppe von Ländern – mit der Auferlegung von Wirtschaftssanktionen die ökonomischen Interessen eines anderen Landes – oder auch mehrerer Länder – zu stören, um dieses Land für ein bestimmtes wirtschaftliches oder politisches Verhalten zu bestrafen. In den meisten Fällen geht es jedoch eher darum, das betroffene Land politisch gefügig zu machen. Im Falle Irans liegt die Tragik der Sanktionen darin, dass sie nicht nur größtenteils unwirksam sind, sondern (die wenigen wirksamen unter ihnen) direkt die Bevölkerung, nicht jedoch die Regierung treffen, die das offenkundige Ziel des Sanktionsregimes sind. Zwar funktionieren die Sanktionen beispielsweise im Luftfahrtsektor aus westlicher Sicht ganz gut, kommt Teheran doch nur schwerlich an notwendige Ersatzteile für seine teilweise über 30 Jahre alte Flotte an Passagierflugzeugen der Marken Boeing und Airbus und hat es bisher nur durch die Fähigkeiten iranischer Ingenieure und der Wartungskooperation mit internationalen Airlines wie der Lufthansa geschafft, größere zivile Katastrophen zu vermeiden. Jedoch sah sich das Land ob des Wachstums im zivilen Luftfahrtsektor in den vergangen Jahrzehnten dazu gezwungen, geringwertigere Flugzeuge russischer Herkunft zu erwerben, was schon tausende Iraner und europäische Ausländer das Leben gekostet hat. Hier hat also bis dato lediglich die qualitative Exklusivität europäischer Flugzeugproduktion den Sanktionen eine gewisse Wirksamkeit verliehen.

    Abgesehen vom Luftfahrtsektor sind Sanktionen gegenüber Iran in den meisten anderen Bereichen wirkungslos und werden alltäglich mit (etwas kostspieliger) Leichtigkeit unterlaufen – mitunter auch mit Hilfe amerikanischer und europäischer Investoren, die die Attraktivität des iranischen Marktes kennen und schätzen. Viele dieser Investoren haben Briefkastenfirmen oder Zweigstellen in Dubai oder Doha und wickeln ihren Handel über mehrere Mittelsmänner ab. So findet ein reger Austausch von Handelsgütern und Bargeld zwischen beiden Seiten des Persischen Golfs statt. Zwar werden die Waren für die Iraner durch die vielen Mittelsmänner teurer als auf den Weltmärkten üblich, jedoch ist der Konsumwille und das Kapital seitens der Iraner durchaus vorhanden.

    Es geht natürlich auch ganz offiziell: man kann seit einigen Jahren überall in Iran Getränke der Marken Coca Cola, Pepsi oder gar (alkoholfreies) Jever käuflich erwerben ? Franchising macht es möglich. Da diese Softdrinks in Teheran, Shiraz, Isfahan oder Kashan weggehen wie warme Semmeln, drücken die sanktionsbewussten Regierungsbeamten in Washington gerne mal ein Auge bei dieser Cash Cow zu und siehe da – der große Satan und der Hort des Bösen können auf einmal kooperieren.

    Bei der Umgehung dieser ökonomisch, ethisch und moralisch zweifelhaften Sanktionen ist China ein wichtiger Unterstützer der Iraner, der Teheran als Vetomacht im UN-Sicherheitsrat allzu heftigen Sanktionen schützt. Das mag in der Hofpresse in Westeuropa Empörungsgymnastik hervorrufen, ignoriert aber die Natur von Realpolitk, die eine lange Tradition hat.

    Die beiden Kulturnationen pflegen bereits seit mehr als 2.000 Jahren Beziehungen, wie aus den historischen Aufzeichnungen (Shiji) des chinesischen Historikers Sima Qian hervorgeht. Die damaligen Reiche der Parther und der Han waren vor allem durch ihre Handelsinteressen über die alte Seidenstraße miteinander verbunden. Diese Verbindungen sind bis heute nicht abgerissen. Auch wenn Iran unter den Pahlavi bis 1971 keine offiziellen Beziehungen mit Peking unterhielt und offiziell das jahrzehntelange sonderbare Spielchen der Anerkennung der Republik China in Taipeh als rechtmäßige Regierung (Gesamt-)Chinas mitspielte, enthielt sich Teheran auch unter dem letzten Schah bei Sanktionsverhandlungen stets eines Votums. Iran wurde damals in Festlandschina auch als OPEC-Mitbegründer und aufgrund seines propagierten eigenen Weges der Entwicklung als antiimperialistischer Frontstaat der Dritten Welt in einer Ausgabe des Regierungsorgans Xinhua 1974 euphorisch gefeiert. Die sino-iranischen Beziehungen haben sich seither, trotz kurzweiliger Spannungen während der Islamischen Revolution, stets verbessert. Dies konnte der wirtschaftlichem Entwicklung Chinas nur dienlich sein. Seitdem die liberalen Kräfte unter Deng Xiaoping nach Mao Zedongs Tod 1976 mit steigender Geschwindigkeit den Weg der Marktwirtschaft chinesischer Prägung eingeschlagen haben und die Förderung und Produktion von Öl den zunehmenden Rohstoffbedarf der wachsenden Industrie des Landes nicht mehr decken konnte, wurde aus China 1993 ein Importeur des schwarzen Goldes, das heute nach Kohle als der Motor der industriellen Entwicklung des ostasiatischen Landes betrachtet werden kann.

    Um die Entwicklung seiner Wirtschaft nicht zu blockieren, ist die Führung in Peking sehr darauf bedacht, den kontinuierlichen Zufluß an Öl sicherzustellen. Dies geht einher mit einer wirtschaftspolitisch durchdachten Diversifizierungsstrategie, die überaus deutlich von Pragmatismus geprägt ist. Die größten Rohöllieferanten der Volksrepublik sind dabei Saudi Arabien, Angola, das Sultanat Oman – und eben Iran. Wenn EU und USA nun über besonders schwere UN-Sanktionen nachdenken, die vor allem den Verkauf von Benzin nach Persien betreffen, so täuschen sie sich nicht nur ob der wirtschaftlichen Realitäten, die außen vor lassen, dass Iran einen Großteil seines importierten Benzins aus Russland, Malaysia, Kuwait, Indien und China bezieht, sondern auch hinsichtlich des Kooperationswillens der Vetomacht China.

    Zum einen sehen die Chinesen, wenn auch inoffiziell, in der iranischen Führung eher kühl kalkulierende denn durchgedrehte Strategen, die auch bei eventuellem Besitz von Atomwaffen keine besondere Bedrohung darstellen. Zum anderen hat China klugerweise, und im Gegensatz zu den sturen Amerikanern, den erkennbaren Status Teherans als Regionalmacht akzeptiert, und sichert sich damit vor den untätigen Augen des Westens nicht nur das begehrte iranisches Öl und Gas sowie einen weiteren strategischen Zugang zu den Energiereserven der Kaspischen Region, sondern vor allem auch einen großen Absatzmarkt. Wenn Hillary Clinton den Chinesen nun anbietet, dass man ihnen beim Abzug aus dem iranischen Markt eine Kompensation durch saudische Öllieferungen garantiert, so beleidigt das nicht nur die Intelligenz Peking, dessen führender Öllieferant die Saudis sind, sondern auch die kalkulierte Diversifikationsstrategie Chinas.

    Die Fabriken, Versicherungen und Banken, die unter Zähneknirschen westlicher Unternehmer von Brüssel und Washington aus dem südwestasiatischen Land aufgenötigt wurden, sind sukzessive durch chinesische, aber auch koreanische und japanische Firmen ersetzt worden und sichern somit Arbeitsplätze sowohl in Iran als auch in ihren Heimatländern. In Seoul und Peking mag man sich insgeheim ob der Dummheit der Westler wundern und nutzt diese berechtigterweise auch aus. Dass sich seit dem Kabinett Merkel I auch Berlin diesem Sanktionsregime angeschlossen hat, ist in Anbetracht der wirtschaftspolitischen Realitäten bedauerlich und hilft bei einer wie auch immer gearteten Demokratisierung Irans auch nicht wirklich weiter .

    Der Westen schneidet sich mit der Aberkennung von Irans Regionalmachtstatus und seinem einseitigen Sanktionsregime immer weiter von den Energiereserven der sogenannten Kaspischen Ellipse ab, provoziert mit ökonomisch wenig wirksamen Sanktionen die Geduld und Intelligenz der Iraner und macht sich mit seiner einseitigen Interessenpolitik immer mehr Feinde. Über den Stolz und den Willen nach einem eigenständigen Weg können auch die Analysen und Bilder von der Niederschlagung der Oppositionsbewegung in Iran, nicht hinwegtäuschen. Gerne möchte man im Westen dem Leser glauben machen, dass sich das iranische Volk nach einer Verwestlichung à la McDonalds und MTV sehne. Vielleicht sollte die Regierung Obama, anstatt die x-te Sanktion zu proklamieren, wirklich einmal ihren vielfach proklamierten ?Change? zu Herzen nehmen und Irans Regionalmachtstatus anerkennen und die sicherheitspolitischen Sorgen Teherans im vollen Umfang berücksichtigen. Schließlich motivieren und beflügeln diese Sorgen das Atomprogramm des Landes und verschulden nicht zuletzt die innenpolitische Härte des Regimes mit. Obama sollte sich zusammen mit London und Moskau für die interventionistischen Verbrechen der letzten 200 Jahre entschuldigen und Beziehungen mit Iran auf gleicher Augenhöhe in Betracht ziehen. Diese “Sanctio pragmatica” wäre mit Garantie wirksamer als der diplomatische Affenzirkus der letzten 30 Jahre.

    Jamas

    * Jamas ist Wirtschaftsanalytiker und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der politischen Ökonomie Asiens.

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    120 Kommentare:

    1. Axel schrieb am 6. März 2010 at 16:25 - Permalink

      Zum einen sehen die Chinesen, wenn auch inoffiziell, in der iranischen Führung eher kühl kalkulierende denn durchgedrehte Strategen, die auch bei eventuellem Besitz von Atomwaffen keine besondere Bedrohung darstellen

      Das Fettgedruckte sehe ich völlig anders. Wer und wie kann (man) mich vom Gegenteil überzeugen? Ich denke es wird nicht gehen, Trotzdem würden mich die Argumente interessieren. Sind die Äußerungen Ahmadinedjads eigentlich salonfähig?. Benimmt sich so der führende Politiker eines Landes. Unsere Politiker haben nichts drauf, aber außenpolitisch benehmen sie sich gesitteter.

      Ich habe keine Ahnung was China tun wird, wenn die iranische Bombe realer werden sollte. Wieso sollte Iran eigentlich die Bombe nicht zur Erpressung des Westens und zur unkalkulierbaren Bedrohung (ich will es nicht deutlicher ausdrücken) Israels verwenden? Über alles Andere kann man ja reden. Aber die Sache mit der Bombe muß aus der Welt.

      Durch das permanente Versteckspiel um den möglichen Bau der Bombe wird Iran mit Sicherheit nicht sicherer, es sei denn China oder die ehemalige UDSSR übernehmen mit ihren Atomwaffenarsenalen die Garantie. Rußland aber dürfte sich auch eher bedroht fühlen. Iran ist völlig sicher solange es selbst friedlich bleibt. Mit einem friedlichen Iran, wird sich auch der Westen sicher realpolitisch wieder besser arrangieren.

    2. Stefan K. schrieb am 6. März 2010 at 16:49 - Permalink

      Diese Unart von Sanktionen im zivilen Bereich sind das Äquivalent zur Bombadierung von Städten in der vollen und naiven Überzeugung, das Land so innenpolitisch destabilisieren zu können und so den Druck auf die jeweiligen Landesregierungen zu erhöhen.
      In der Regel ist das Gegenteil der Fall – wie auch historische Erfahrungen lehren.
      Wenn etwas nur oft genug wiederholt wird, stellt sich irgendwann auch einmal ein Erfolg, scheint das Kalkül zu sein.

      Allerdings könnte die Überlegung auch in die Richtung gehen, den selbst geschaffenen gordischen Knoten irgendwann zu zerschlagen, und alles was wir jetzt sehen ist die Vorbereitung auf einen mehr oder weniger beabsichtigten militärischen Schlag, der den Absatzmarkt Iran wieder näher an die westliche Welt heranführen soll.

      Wenn man bedenkt, dass nicht nur Idioten in den Regierungen der westlichen Staaten sitzen, ist die rationalere Variante wahrscheinlicher.

    3. Peleo schrieb am 6. März 2010 at 16:52 - Permalink

      Axel hat völlig recht. Kein Wort über die Drohungen gegenüber Israel. Mit historischen Vergleichen muss man (nach den Erfahrungen vom Nockherberg) ja vorsichtig sein, aber was ist, wenn dies nicht so dahergeredet ist? Kein Wort auch zu den Waffenlieferungen an Hisbollah und Hamas.

      Sonst wird doch vom und beim Spiegelfechter heftig gegen Kommerz und Exportsteigerungen um jeden Preis gewettert. Im Falle Irans spielt nun Politik, Moral und die deutsche Geschichte plötzlich keine Rolle mehr. Das verstehe wer will.

      Ob Sanktionen die Zivilisierung des Regimes in Teheran bringen werden, ist in der Tat fraglich. Aber sie einfach nur auf der Kommerz-Ebene abzuhandeln, ist mir unbegreiflich.

    4. Jamas schrieb am 6. März 2010 at 16:56 - Permalink

      Sind die Äußerungen Ahmadinedjads eigentlich salonfähig?

      Das kommt auf die Perspektive an. Während viele seiner Aussagen hier im Westen berechtigt als unerträglich und tw. verhetzend eingestuft werden, interessieren diese Perzeptionen weder einen Großteil der 1,3 Milliarden Chinesen, 1,1 Milliarden Inder, 200 Millionen Indonesier, 160 Millionen Bangladeschis etc. etc.. Die Hetzen gegen die Regierung in Tel Aviv haben historisch nur geringe Berührungspunkte mit den politischen Interessen und Geschichte der Länder jenseits des Ural.

      Unsere Politiker haben nichts drauf, aber außenpolitisch benehmen sie sich gesitteter.

      Inwiefern gesitteter? Hinsichtlich des Inhalts ihrer Aussagen oder dem Auftreten nach? Man sollte nicht vergessen, dass der iranische Präsident durchaus weiß, dass seine Spitzen gegen die westlichen Regierungen und außenpolitisch aggressiven Reaktionen als sehr mutig rezipiert werden… übrigens nicht nur in Iran, sondern auch in der arabischen Welt (-> Bevölkerung)

      Ich habe keine Ahnung was China tun wird, wenn die iranische Bombe realer werden sollte.

      Das weiß keiner, aber da sich China bewusst ist, dass die Bombe nicht gegen Peking eingesetzt wird (warum auch?) und ein Erstschlag Irans, wie Chirac es mal treffend formulierte, die Auslöschung Teherans zur Folge hätte, ist m.E. auch ein Iran mit Bombe kein Aggressor sondern nutzt dieses Mittel primär als a) Statussymbol zur Untermauerung des Regionalmachtstatus b) zur Abschreckung vor Angriffen c) Profilierung bei den nationalistisch eingestellten Iranern d) als Verhandlungsmasse

      Wieso sollte Iran eigentlich die Bombe nicht zur Erpressung des Westens und zur unkalkulierbaren Bedrohung (ich will es nicht deutlicher ausdrücken) Israels verwenden?

      Womit sollte Iran den Westen erpressen? Einer möglichen Handvoll iranischer Bomben stehen mehrere tausend britische, französische, us-amerikanische und israelische gegenüber. Es herrscht hier das simple Prinzip der Abschreckung, noch bekannt aus dem Kalten Krieg.

      Über alles Andere kann man ja reden. Aber die Sache mit der Bombe muß aus der Welt.

      Optimalerweise müssten alle Bomben aus der Welt, daher war Obamas Ansatz in dieser Richtung m.E. gut. Ich sehe aber, wie ich ausgeführt habe, in der iranischen Bombe ein Resultat der äußeren Bedrohung (regime change), der gescheiterten Bush-Politik in Nahost, die Iran erst so mächtig werden ließ und natürlich in dem ausgeprägten Selbstbewusstsein der Iraner, dass man zu den führenden Nationen der Welt gehört… daher auch diese medial mit Fanfaren gefeierten technologischen Fortschritte (Atomprogramm, Raumfahrtprogramm, Medizin etc. etc.). Iran ist eine Nation, die nach Anerkennung und Respekt giert

      Durch das permanente Versteckspiel um den möglichen Bau der Bombe wird Iran mit Sicherheit nicht sicherer, es sei denn China oder die ehemalige UDSSR übernehmen mit ihren Atomwaffenarsenalen die Garantie. Rußland aber dürfte sich auch eher bedroht fühlen. Iran ist völlig sicher solange es selbst friedlich bleibt.

      Warum sollte sich Iran auf andere Länder verlassen? Unter dem Schah hat man doch gesehen, wie schnell die “besten Freunde und Unterstützer” abspringen wenn es brenzlig wird (Guadeloupe-Konferrenz). In Teheran hat man die historische Lehre gezogen, dass Autarkie und Selbstverlass das Optimum sind. Auch die Russen haben seit dem 19. Jahrhundert in Iran schon nahezu kolonialistisch gewütet… dass sie jetzt von Teheran als Partner hochgehalten werden ist nur Mittel zum Zweck, mehr nicht.

    5. Outlook schrieb am 6. März 2010 at 16:58 - Permalink

      Der imperiale Größenwahn der USA – dem sich Andere nicht beugen

      5% der Weltbevölkerung wollen anderen den Zugang zum Weltall verweigern!
      http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=3080394,scheduleId=3054790.html

      Es wird höchste Zeit, dass Europa die Abhängigkeit von den USA zurückfährt.
      Bei diplomatischen Spannungen können die USA jederzeit das GPS für Europäer abschalten.
      Diese Abhängigkeit ist größer, als die Abhängigkeit vom russischen Gas, vor allem wenn man weiß, was damit alles vernetzt ist.
      Erschreckend.
      Über die Rhetorik der USA lässt sich auf alle Fälle auch diskutieren, vor allem, wenn man das Video gesehen hat.

      Für Europa ist eine Weltraumsouveränität aus meiner Sicht nur mit Russland möglich.
      Und da sind schon einige Dinge in der Pipeline:
      http://de.rian.ru/business/20100302/125316687.html

      Der Medwedew und der Putin haben wiederholt eine gemeinasme europäische Sicherheitsarchitektur angeboten.
      Der Weltall wir das bestimmende Zukunftsthema.

      Die Äußerungen von W. von Braun habe ich auch das erstemal so gehört.

    6. Goesser schrieb am 6. März 2010 at 16:59 - Permalink

      Atomwaffen sind reine Verteidigungswaffen. Wieso sollte sich China oder die Russen davor fürchten ob der Iran welche hat.. Atomwaffen im Besitz von Indien oder Pakistan stören ja offensichtlich auch niemanden.

      Für die arabischen Länder,Israel und für den Westen sieht das schon ganz anders aus.

      Jedenfalls würde ein Iran mit ATOMWAFFEN für den Westen unangreifbar und damit auch nicht mehr erpressbar sein.

    7. khadkh schrieb am 6. März 2010 at 17:05 - Permalink

      @Axel

      Was an den Äußerungen sind nicht salonfähig?
      Hast du die schon mal im original gelesen und nur was darüber erzählt wird gehört?
      “Unsere” Politiker benehmen sich gesitteter heißt nichts anderes wie daß sie sich besser verstellen
      und besser lügen können.
      Die Sache mit der Erpressung durch die Bombe;
      dienten die A-Bomben nicht immer diesem Ziel und wenn nicht, wozu denn dann?
      Besitzen die anderen Atommächte diese für humanitäre Zwecke?

      “Iran ist völlig sicher solange es selbst friedlich bleibt”.
      Wann hat Iran/Persien das letzte mal einen Angriffskrieg unternommen oder wenigstens geplant?
      Wird der Iran seit der Revolution nicht ständig provoziert und auch schon mal mit Krieg überzogen?
      Wäre ich Iraner, ich würde den “gesitteten Politikern” nicht über den Weg trauen

    8. Possimist schrieb am 6. März 2010 at 17:21 - Permalink

      Jedoch sah sich das Land ob des Wachstums im zivilen Luftfahrtsektor in den vergangen Jahrzehnten dazu gezwungen, geringwertigere Flugzeuge russischer Herkunft zu erwerben, was schon tausende Iraner und europäische Ausländer das Leben gekostet hat

      Selten soviel Stuss gelesen. Die fallen deswegen runter da die Wartung nicht ernst genommen wird. Passiert mit jedem Fluggerät das man nicht richtig wartet. Aber erstmal Klischees bedienen damit sich der normal dumme deutsche bestätigt fühlt das in Russland nur Untermenschen wohnen.

      Setzen 6

    9. Jamas schrieb am 6. März 2010 at 17:39 - Permalink

      Selten soviel Stuss gelesen. Die fallen deswegen runter da die Wartung nicht ernst genommen wird. Passiert mit jedem Fluggerät das man nicht richtig wartet.

      Na dann scheint es wohl eine Aufteilung innerhalb der iranischen Wartungsmannschaften zu geben, so dass die besten Ingenieure und Mechaniker sich exklusiv den über 35 Jahre alten Boeings und Airbus Maschinen widmen, während die Praktikanten die Aeroflots übernehmen?

      Wenn ich mir internationale Flugunfallstatistiken mit Toten anschaue, dann schneiden Iljushins, Tupolevs und wie sie alle heißen mögen deutlich schlechter ab als Produktionen von Boeing und Airbus.

      http://aviation-safety.net/database/operator/airline-country.php?id=EP

      Einfach die einzelnen Unfälle und deren Toten zusammenzählen und in einer Tabelle eintragen, dann vergleichen. Ist denke ich leicht zu bewerkstelligen mit ein wenig Klickarbeit.

      Aber hier die Highlights der zivilen Luftfahrtunfälle der letzten 20 Jahre:
      http://aviation-safety.net/database/record.php?id=19930208-0
      http://aviation-safety.net/database/record.php?id=20030219-0
      http://aviation-safety.net/database/record.php?id=20090715-0

      Aber erstmal Klischees bedienen damit sich der normal dumme deutsche bestätigt fühlt das in Russland nur Untermenschen wohnen.

      Mit diesem “Klischee” fühlen sich auch die Gemüter der meisten “dummen” Iraner bestätigt. Mit Klischee meine ich hier das mangelnde Vertrauen in russische Technik. Von Untermenschen hat niemand geredet, das haben Sie selbst jetzt ins Spiel gebracht.

    10. Linus schrieb am 6. März 2010 at 17:51 - Permalink

      Leider wenig Neues in diesem Artikel. Ich hätte mir Informationen über die tatsächlichen Beweggründe aller Beteiligten gewünscht.

    11. oldgod schrieb am 6. März 2010 at 18:06 - Permalink

      @Jamas
      Könnte es sein dass Du ein bisschen russophob bist?

    12. Jamas schrieb am 6. März 2010 at 18:29 - Permalink

      Könnte es sein dass Du ein bisschen russophob bist?

      Ganz und gar nicht. Ich weiß auch nicht wieso dieser Eindruck entsteht?

    13. Gideon schrieb am 6. März 2010 at 18:46 - Permalink

      ich gestehe, habe noch nicht den ganzen artikel gelsen. Aber das was ich gelesen habe gefällt mir! Sauber Jamas.

      Eine Öffnung Richtung China UND Iran ist politisch notwendig, die Außenpolitki von der EU und USA stagniert in diese Richtung und Fortschritte wird es so nicht geben.

      Nehmen wir an der Iran hat eine Atombombe und setzt sie ein! Was wären die Konsequenzen?

      1. Alle Atommächte greifen mit Atombomben den Iran an? Nein, ausgeschlossen!

      2.Alle schauen dumm zu und nichts passiert.

      3.Iran hat plötzlich die GANZE welt gegen sich und “man” maschiert mir nichts dir nichts ins Land ein.

      Der Einsatz einer Atombombe, bringt vor allem dem der Sie einsetzt Nachteile und einigt höchstens die Welt und gibt ihr EINEN EINZIGEN Feind. Momentan nenne ich es “die Muskeln spielen lassen”, so wie Nordkorea es schon seit Jahren macht und die setzen eine Atombombe zuerst ein bevor es der Iran tut. Noch eher würde ich es Terroristen zutrauen. Noch viel gefährlicher sind Biowaffen, wenn man hier mal über die aktuellen Sicherheitsmasnahmen diskutieren würde oder sich nur Gedanken mache würde, was passieren könnte wenn man so ein paar Viren auf die Menschheit loslassen würde, da ist die Atombombe dagegen reiner Kinderfasching.

    14. Outlook schrieb am 6. März 2010 at 19:00 - Permalink

      “Über den Stolz und den Willen nach einem eigenständigen Weg können auch die Analysen und Bilder von der Niederschlagung der Oppositionsbewegung in Iran, nicht hinwegtäuschen.”

      Wenn man sich die aktuellen Griechlandbilder anschaut, dann könnten noch ganz andere Knüppelorgien auf Europa zukommen.
      Das sind dann aber demokratische Knüppel die durch die EU-Verfassung gedeckt sind und keine Persische.

      Die EU wird immer vorbildlicher.

    15. Truvor schrieb am 6. März 2010 at 19:48 - Permalink

      @ Possimist #8

      Bin auch Deiner Meinung, volle Zustimmung meinerseits.

      @ Jamas

      Entweder Du hast keine Ahnung von den russischen Flugzeugen (was übrigens nicht so schlimm ist) oder Du bist ? tatsächlich ein Russophobe (mir kommt es zumindest so vor).

    16. Albert schrieb am 6. März 2010 at 20:15 - Permalink

      Mir ist dieser Beitrag zum Iran alles in allem zu einseitig. Nun kenn ich den Hintergrund des Autors nicht, außer dass er Wirtschaftsanalyst mit Schwerpunkt Asien ist, dennoch ist der Blickwinkel viel zu eng gewählt. Aber wenn in diesem Artikel allein die chinesisch-iranischen Beziehungen aus asiatischer Sicht gezeigt werden sollen, okay.
      Für uns “Westler” dagegen müssten folgende Themen in einer seriösen Analyse zum Iran angesprochen werden:

      1. Irans inakzeptable Rhetorik und damit die radikale Gesinnung dem Großteil der iranischen Führung. Wenn Staaten als ?kleiner Satan? und ?großer Satan? verunglimpft werden, dann ist das einfach nur inakzeptabel und lächerlich.
      2. Die bisherige Politik der USA gegenüber Iran war natürlich wenig vertrauenserweckend, doch gehören zu einer bilateralen Beziehung immer zwei. In dieser Hinsicht gehört auch die Rolle des Iran kritisch hinterfragt.
      3. Auch sollten die Ziele der neuen US Administration betrachtet werden. Wäre es denn für einen Barack Obama kein Erfolg, wenn er mit friedlichen Mitteln Irans Atomprogramm stoppen würde? In einem solchen Fall wäre eine ?Belohnung? für den Iran sicher. Niemand in der Welt hätte für Sanktionen oder gar einen Waffengang gegen Iran Verständnis. Selbst die USA wären erleichtert.
      4. Auch wenn es die beiden Ränder des politischen Spektrums nicht gern hören: Israel ist ein Land westlicher Prägung und dem sollte man sich auch ruhig solidarisch zeigen. Alles andere käme einem Kotau gegenüber den islamischen Hardlinern gleich und wäre eine Art Selbstverleugnung.
      5. Die kraftvollen und anhaltenden Demonstrationen iranischer Oppositioneller gegen das Regime. Die iranische Bevölkerung steht nicht wie ein Mann hinter der Politik Ahmadinedschads. Das könnte sich bei einer Zuspitzung des Konflikts als nützlich erweisen.
      6. Die Welt wird auf keinen Fall sicherer, wenn nicht endlich der Verbreitung von Atomwaffen Einhalt geboten wird. Wenn der Iran unter den Augen der Weltöffentlichkeit sich atomar bewaffnet, wäre dies ein fatales Signal. Weitere Staaten würden auf jeden Fall folgen.

      Natürlich gäbe es noch viel Weiteres zu erwähnen. Aber zumindest einige dieser Punkte hätten in einen ordentlichen Artikel zum Iran erscheinen müssen.
      Eine andere Möglichkeit wäre es den Irankonflikt zum Anlass zu nehmen Chinas Rolle in der Welt genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber das ist hier ja auch nicht geschehen.
      Über den genauen Inhalt des Textes von Jamas lasse ich mich jetzt erst einmal nicht aus. Sonst wird dieser Beitrag zu lang.

    17. GeroldG. schrieb am 6. März 2010 at 20:55 - Permalink

      Wollte der Autor hier die potentielle, nukleare Bedrohung der Welt durch den Iran “kleinschreiben”? Der Iran bzw. sein netter Präsident haben mehrfach gedroht, Israel “auszulöschen”. Kein Wort darüber im Artikel.

      Na ja, hauptsache man kann mal wieder etwas gegen “den Westen” hetzen, stimmt’s?
      Nee, nee. Ich werde diese Nestbeschmutzer nie verstehen…

    18. name schrieb am 6. März 2010 at 20:56 - Permalink

      Danke Jamas. Sehr guter Artikel – bis auf die Sache mit den russischen Flugzeugen, die abstrakt geschrieben so nicht stimmt.

      PS: Über Kommentatoren, die von “unserem westliches Land Israel” schwafeln, kann man sich getrost lachend zurücklehnen, es sei denn, man hält durchmilitarsierte Staaten wie Israel, die sich einen Dreck um internationale Konventionen scheren, und dessen international operierende Mordkommandos für konstituiv gelebte, humanistisch westliche Werte.

      Ach ja, bevor hier gleich wieder der “Antisemitenvorwurf” kommt: ich liebe Klemzer als Form der Musik, und die Vorstellungen der alten, linken jüdischen Sozialisten.

      http://www.myspace.com/thepaintedbird

    19. R_Winter schrieb am 6. März 2010 at 20:58 - Permalink

      Die Grundtendenz des Artikels teile ich nicht, obwohl alle relevanten Bereiche angerissen sind. Das Verniedlichen wesentlicher Probleme und Zusammenhänge erscheint mir nicht angemessen. Nach meiner Kenntnis besteht das Problem Iran aus drei Teilen.
      1. Machterhaltung des Regimes mit Unterdrückung der Opposition und der Minderheiten.
      2. Kampf gegen Israel mit aktiver Unterstützung jener Kreise, die Israel direkt angreifen.
      3. Öl- und Gasvorkommen-Verteilung.

      Die Feststellung des Autors ist richtig und doch nur ein sehr kleiner Teilaspekt:

      Um die Entwicklung seiner Wirtschaft nicht zu blockieren, ist die Führung in Peking sehr darauf bedacht, den kontinuierlichen Zufluß an Öl sicherzustellen. Dies geht einher mit einer wirtschaftspolitisch durchdachten Diversifizierungsstrategie, die überaus deutlich von Pragmatismus geprägt ist. Die größten Rohöllieferanten der Volksrepublik sind dabei Saudi Arabien, Angola, das Sultanat Oman ? und eben Iran.

      Israel wird durch die Aktionen des Iran auf eine Wange gehauen und wird nicht die andere Wange hinhalten. Die Entwicklung der Landstrecken-Drohnen (Angriff Israels auch ohne Logistik-Unterstützung der Amerikaner) wird das Pulverfaß zum Bersten bringen, da die westlichen Regierungen durch China in jeder Hinsicht blockiert werden.

    20. GeroldG. schrieb am 6. März 2010 at 21:02 - Permalink

      Haha, geil wie jetzt wegen der Sachen mit den russischen Flugzeugen die ganzen Russen oder strammen Russenfans hier aus ihren Löchern kommen und dem Autor ‘ne Phobie unterstellen. Ist es politisch nicht korrekt, wenn man sagt, dass man russische Maschinen für “weniger sicher” hält? Mir egal. Ich würde in keine Russenmaschine einsteigen, egal, wie die gewartet wurde. Das in den Artikel von Jamas ansonsten auch eher scheiße finde, habe ich Euch ja bereits wissen lassen.

    21. Truvor schrieb am 6. März 2010 at 21:23 - Permalink

      @ GeroldG. #19

      Ich bin auch der Meinung, daß Du in die Russenmaschinen nicht einsteigen sollst, so werden sie vielleicht nicht so “oft” abstürzen :-)

    22. Axel schrieb am 6. März 2010 at 21:25 - Permalink

      Meine Ansicht zur Bombe ist wie folgt: (M. E. schreibe ich im Folgenden eigentlich nur Allgemeinplätze)

      Grundsätzlich sollte kein weiteres Land Atombomben bekommen. Es wird dadurch Alles nur komplizierter. Es wäre zu komplex und spekulativ um alle möglichen Verwicklungen und Wenn und Abers hier aufzuführen.

      Im Falle Iran oder Nordkorea ist es uninteressant, ob diese durch den Gegenschlag ausgelöscht werden können. In diesen beiden Fällen ist die Bombe außenpolitisch zunächst nur als Druckmittel interessant. Ich glaube auch nicht, das der Iran die Bombe gegen den Westen einsetzen würde. Da würde das Wissen um die eigene Vernichtung dagegenstehen. Andererseits weiß man nicht wie irrational Dschihadisten handeln.

      Aber man kann die Bombe immer erpresserisch störenfriedhaft verwenden. Schließlich weiß man nie. Das Problem ist nicht, das der Westen oder Asien gegen Nordkorea oder den Iran die Oberhand behalten würde, das Problem ist die ungeheure zu erwartenden Opferzahl auch nur durch eine einzige Bombe eines dieser Regime. Da es sich bei beiden Ländern um Diktaturen handelt muß man permanent Komplikationen fürchten. Diktaturen neigen dazu, innenpolitische Probleme nach außen zu tragen.

      Auch die pakistanische Bombe ist unerhört gefährlich, wohl die gefährlichste von Allen, wenn man bedenkt, das sich die Taliban bzw. die islamischen Extremisten im Lande ihrer bemächtigen können. Ich bin gar nicht sicher, ob das Alles und zu welchem Preis, unter Kontrolle zu halten sein wird.
      Die indische ist auch gefährlich. Man stelle sich vor, sie wird im indisch pakistanischen Konflikt eingesetzt.

      Aber das größte Problem ist, das Irans Präsident Israel mal von der Landkarte tilgen wollte oder will. Ich kenne den aktuellen Stand nicht. Das er das durch die ?Blume? ausdrückt interessiert mich nicht so sehr, die Äußerungen an sich sind ungeheuerlich, wenn sie auch in Indien und China nicht derart emotional aufgenommen werden.

      Man kann wieder argumentieren, dass die Bombe auch gegen Israel nicht zum Einsatz kommen wird, weil das den Untergang Teherans bedeuten würde. Aber man kann doch nicht ernsthaft verlangen, das Israel das angesichts des Nahostkonflikts, und solchen Äußerungen des iranischen Präsidenten, so nüchtern sehen kann. Ich will gar keine Szenarien durchspielen. Man kann doch Jemandem der mich von der Landkarte tilgen will nicht die Atombombe zugestehen, wenn ich es verhindern kann.

    23. Sandsturm schrieb am 6. März 2010 at 21:35 - Permalink

      @ Albert

      1. Irans inakzeptable Rhetorik und damit die radikale Gesinnung dem Großteil der iranischen Führung. Wenn Staaten als ?kleiner Satan? und ?großer Satan? verunglimpft werden, dann ist das einfach nur inakzeptabel und lächerlich.

      Und Achse des Bösen ist besser? Schurkenstaat vielleicht? Der Unterschied ist das der Iran einen religiösen Bezug nimmt, während der Westen als “aufgeklärte” Seite einen universellen Begriff nutzt. Abgesehen davon sind Worte Rauch und Schall. Von mir auch kann der Iran poltern was er will – solange es dabei bleibt kann das eigentlich JEDEM egal bleiben.

      3. Auch sollten die Ziele der neuen US Administration betrachtet werden. Wäre es denn für einen Barack Obama kein Erfolg, wenn er mit friedlichen Mitteln Irans Atomprogramm stoppen würde? In einem solchen Fall wäre eine ?Belohnung? für den Iran sicher. Niemand in der Welt hätte für Sanktionen oder gar einen Waffengang gegen Iran Verständnis. Selbst die USA wären erleichtert.

      In der gegenwärtigen Situation ist das Atomprogramm ein Prestigeobjekt. Das wird es bleiben solange die Industriestaaten der Atomkraft etwas fortschrittliches anhängen. In dem Moment wo die G8 die Atomkraft zur Steinzeittech erklären und selbst Taten folgen lassen ist auch das Atomprogamm des Irans für diesen nicht mehr von Belang – außer für eine eventuelle Bombe. Aber die kann man auch Ländern wie Deutschland und Japan unterstellen welche tausende Tonnen Plutonium auf Vorrat haben und wo manche Polterer die A-Bombe fordern.

      4. Auch wenn es die beiden Ränder des politischen Spektrums nicht gern hören: Israel ist ein Land westlicher Prägung und dem sollte man sich auch ruhig solidarisch zeigen. Alles andere käme einem Kotau gegenüber den islamischen Hardlinern gleich und wäre eine Art Selbstverleugnung.

      Ja das ist es – aber es hängt noch im 19. Jahrhundert fest. Die Zeiten des Kolonialismus sind vorbei – Südafrika hat dies gezeigt. Spätestens wenn die USA straucheln und China die verbleibende Supermacht wird liegen die Karten für Israel viel schlechter. Deswegen sollten sie Frieden schaffen solange die Karten gut liegen.

      5. Die kraftvollen und anhaltenden Demonstrationen iranischer Oppositioneller gegen das Regime. Die iranische Bevölkerung steht nicht wie ein Mann hinter der Politik Ahmadinedschads. Das könnte sich bei einer Zuspitzung des Konflikts als nützlich erweisen.

      Solange der Westen Druck ausübt ist die Opposition für viele Iraner die 5. Kolonne der USA. Sie werden keinen Erfolg haben solange Druck von außen herrscht. Das Ende des Kalten Krieges sollte da eine Lehre sein.

      6. Die Welt wird auf keinen Fall sicherer, wenn nicht endlich der Verbreitung von Atomwaffen Einhalt geboten wird. Wenn der Iran unter den Augen der Weltöffentlichkeit sich atomar bewaffnet, wäre dies ein fatales Signal. Weitere Staaten würden auf jeden Fall folgen.

      Warum nicht? Ich denke JEDER Staat sollte atomar bewaffnet sein. Entweder wir schaffen es zusammen unsere Probleme zu lösen und zwar OHNE Krieg oder wir gehen gemeinsam unter.

      @GeroldG

      Ich halte Israel für eine gute Demokratie und solche ?Agentengeschichten? gibt es leider weltweit, wobei ich einen solchen Auftragsmord natürlich verurteile.

      Schön – eine Meinung ist wie ein Arschloch, jeder hat eine, auch du – die interessiert hier nur leider kaum jemanden weil sie nämlich nicht durch Argumente gestützt wird. Du bist sicher auch der Meinung der Mond wär aus Käse – stimmts?

    24. Gideon schrieb am 6. März 2010 at 22:05 - Permalink

      also soviel stuss hab ich in kommentaren auf spiegelfechter selten gelesen, von konstruktiver kritik weit entfernt. Auch die Wortwahl lässt zu wünschen übrig. Da ist einem ja fast StefanP noch lieber gewesen, der hat nie jemand direkt persönlich angegriffen, aber hier hingegen geht es schon rund.

      Sehr schade eigentlich, dass hier keine sinnvolle Diskussion zustande kommt, das Thema an sich gibt nämlich viel her.

    25. Hiramas schrieb am 6. März 2010 at 22:22 - Permalink

      Herrlich wie die Kollegen mit den “MaxM.” Namen hier immer in die selbe Richtung poltern.
      Was ein Spaß. Die gehören zumindest zum selben Verein, wenns schon nicht die selbe Person ist.

      Ich halte das “Konfliktfeld” Iran für sehr kritisch. Damit meine ich jetzt nicht, das der Iran uns irgendwie bedrohen würde, sondern das wir da sehr leicht auf extreme Standpunkte abrutschen könnten.
      Ahmadinedschad und seine radikale und religiös-fundamentale Führungsrige sind menschlich gesehen natürlich zu verachten. Wie in diesem Land mit eigentlich friedlichen Protesten umgegangen wird ist ungeheuerlich (aber durchaus fast normal, wenn man sich mal ansieht wies in Russland oder China und viel zu vielen anderen Ländern aussieht) und dafür gehört ein Regime eigentlich geächtet.
      Das gleiche gilt grundsätzlich für die Hetze gegen Israel (so zu sprechen gehört sich einfach nicht, selbst wenn ein Land Krieg sucht wie manch einer Ostereier), wobei der Typ sich da durchaus nur einer gewissen Rhetorik anschließt.
      Wirtschaftlich und politisch sieht die Sache wieder ganz anders aus.
      Die Atombombe ist ein reines Druckmittel (neben dem Prestige Effekt), keine wirkliche Waffe. Sie ist ein politisches Werkzeug.
      Am besten wäre es ja, wenn sie keiner hätte, aber sie scheint ja wirklich die beste Versicherung gegen westliche Militärschläge zu sein. Vor allem wenn ein Land Öl hat.
      So verrückt der ahmadinedschad auch ist, einsetzen würde er sie nicht. Die einzige reale Gefahr besteht hier in einem Diebstahl.
      Iran ist als regionale Macht zu akzeptieren und natürlich wäre es ein gewisser Erfolg das Atomprogramm mit wirtschaftlichen Verträgen zu stoppen (die Taktik funktioniert ja ähnlich schon lange in Nordkorea).
      Nur solange sich der Westen mit allen Kräften als Feindbild etabliert, wird es da nie zu ruhigeren Beziehungen kommen.
      Sanktionen jedweder Art sind auf jeden Fall fehl am Platze. Sie verstärken nur noch die Ablehnung.

    26. Jamas schrieb am 6. März 2010 at 22:30 - Permalink

      Ich habe schon fest damit gerechnet, dass der Inhalt die empfindlichen Stereotype mancher bedient und freue mich über den (spannenden) Diskurs hier.

      Vll. sollte man sich nochmal vor Augen führen, dass es hier nur um EINEN SPEZIFISCHEN Aspekt geht, den ich als jemand beobachte, der lange in beiden Ländern gelebt und gearbeitet hat und mit ihnen somit (m.E.) sehr gut vertraut ist.
      Ich könnte natürlich noch hunderte weiterer Seiten über das Zusammenspiel von Hamas, Hezballah, Außenpolitik der IRI und die iranisch-amerikanischen Beziehungen in diesem Kontext schreiben und dabei historisch sehr weit ausholen.

      Zunächst beantworte ich gerne einige Punkte.

      @Albert:

      Mir ist dieser Beitrag zum Iran alles in allem zu einseitig. Nun kenn ich den Hintergrund des Autors nicht, außer dass er Wirtschaftsanalyst mit Schwerpunkt Asien ist, dennoch ist der Blickwinkel viel zu eng gewählt. Aber wenn in diesem Artikel allein die chinesisch-iranischen Beziehungen aus asiatischer Sicht gezeigt werden sollen, okay.

      Das sollte eigentlich aus dem Titel hervorgehen und zum nachdenken über einen möglichen Wechsel in der festgefahrenen Diplomatie gegenüber Teheran anregen.

      Natürlich gäbe es noch viel Weiteres zu erwähnen. Aber zumindest einige dieser Punkte hätten in einen ordentlichen Artikel zum Iran erscheinen müssen.

      Hier wird ja förmlich nach einer Monographie geschriehen, aber warum nicht? ;)

      Eine andere Möglichkeit wäre es den Irankonflikt zum Anlass zu nehmen Chinas Rolle in der Welt genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber das ist hier ja auch nicht geschehen.

      Weil es auch nicht Schwerpunkt des Artikels war.

      @ Truvor:

      Entweder Du hast keine Ahnung von den russischen Flugzeugen (was übrigens nicht so schlimm ist) oder Du bist ? tatsächlich ein Russophobe (mir kommt es zumindest so vor).

      Es hat nichts mit Russophobie zu tun, wenn man Ängste, Zweifel und mangelndes technisches Vertrauen der Iraner, aber auch vieler anderer gegenüber (in diesem Fall) russischen Maschinen beschreibt. Das hat nichts mit “Rationalität” zu tun, sondern sind medial und/ oder persönlich geprägte Ansichten. Wer sich die zivile Luftflotte Irans einmal anschaut kommt leider zum dem traurigen Resultat, dass die Flugzeuge aus russischen Beständen sich als technisch unzuverlässiger erwiesen haben im Vgl. zu den über 30 Jahre alten Boeings von z.B. Iran Air.

      @ R_Winter:

      Die Grundtendenz des Artikels teile ich nicht, obwohl alle relevanten Bereiche angerissen sind. Das Verniedlichen wesentlicher Probleme und Zusammenhänge erscheint mir nicht angemessen.

      Das ist Ihr legitimes Recht und ich erwarte nicht, dass meine Einschätzungen von jedem geteilt werden. Meine Frage wäre hier: wo wird denn etwas verniedlicht?

      Nach meiner Kenntnis besteht das Problem Iran aus drei Teilen.
      1. Machterhaltung des Regimes mit Unterdrückung der Opposition und der Minderheiten.
      2. Kampf gegen Israel mit aktiver Unterstützung jener Kreise, die Israel direkt angreifen.
      3. Öl- und Gasvorkommen-Verteilung.

      Kampf gegen Israel? Inwiefern? Sie meinen Kampf der Worte? Säbelrasseln zur außenpolitischen Abschreckung/ Profiliierung und innenpolitischer Zufriedenstellung der sepah-e pasdaran/ Nationalisten/ konservativer Kleriker?

      Das Problem mit der Regierung in Iran ist, dass sie, und das ist meine persönliche Einschätzung, eben nur durch vor allem außenpolitische Sachzwänge zu dem geworden ist, was sie ist.
      Die Versprechungen der Islamischen Revolutionen sind offensichtlich von dem entfernt, was man heute vorfindet. Aber 8 Jahre Krieg allein gegen einen von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Staat (ein Trauma bis heute, das gesellschaftlich nicht aufgearbeitet ist), die regime-change Drohkulisse seit 1980, die Sanktionen gegen Iran, Bush’s Rhetorik etc. etc. das sind viele Faktoren, die im Machtzirkel zu dem Eindruck beitragen “Jeder will uns Böse und wir müssen aufpassen”… daher auch die Brutalität, mit der die Regierung die Opposition niederschmettert, in einem Land, dessen Regierung Angst vor Spionen, Umstürzen, Balkanisierung des Landes etc. hat.

      An dieser Regierung hängen eben auch viele Menschen im Volk, gut verdienende Mittelständler, die in aller Welt arbeiten und studieren und eben keine 2. Revolution wollen. Dazu gehören ebenso Staatsbeamte, die gesellschaftlich niedrigen Schichten, die es durch die Revolution überhaupt nach oben gebracht haben. Dazu auch ein Teil des Klerus als in der jüngeren Geschichte des Landes etablierte Gruppe der “Bewahrer der Nation” (ich verweise hier auf die Tabakfatwa von Ayatallah Shirazi, die Konstitutionelle Revolution etc.) auch die Revolutionsgarden (sepah-e pasdaran), die einen Großteil der iranischen Ökonomie heute kontrollieren etc. etc.. In all diesen Gruppen gibt es viele Menschen, die vll. nicht alle zufrieden mit der Wirtschaft und Politik ihres Landes sind, jedoch ebensowenig eine neue Revolution mit ungewissen Ausgang wollen und die Situation für akzeptabel genug halten, um sich den anderen Demonstranen nicht anzuschließen.

      Je mehr Leuten es richtig schlecht geht und die Alternative zwischen “Umsturz” und “Status Quo beibehalten” zu ersterem tendiert, desto mehr Leute werden sich auf den Straßen finden, die das Regime richtig zum wackeln bringen. Offensichtlich sind es aber nicht genug Menschen, eben weil auch viele zufrieden sind. Es ist also ein “Dialog” innerhalb der zerrissenen Gesellschaft des Landes der gerade vonstatten geht, zwischen denjenigen, die bewahren wollen und denjenigen, die es nicht wollen. Hier Stellung zu beziehen und einseitig alle Anhänger der Regierung zu dämonisieren bei gleichzeitiger Lobpreisung aller Oppositioneller greift hier zu kurz und berücksichtigt eben nicht, dass die Interessen divers sind.

      Die Iran ist ein zu komplexes Land als das man es mit wenigen Stichwörtern erklären könnte, denn die Geschichte des Landes ist ein wichtiges Element, das in der Diplomatie immer wieder vergessen wird und dabei zu Missverständnis und schweren zueinander finden führt. Ein Beispiel? Gegenüber der Deutschen Botschaft in Teheran prangt demonstrativ ein Gedenkschild für die gefallenen Soldaten im Irak-Iran Krieg, die durch deutsches Giftgas zu Tode kamen und die deutsche Regierung verurteilt. Das mag sich hier für viele lustig und lächerlich anhören, ist jedoch in der Tat ein wichtiger Aspekt, der das Gemüt eines stolzen (!) Volkes schwer demütigt. Viele Iraner haben ein sehr ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein und in der Außenpolitik projeziert sich das teilweise. Intensive Bauchpinselei würde Wunder auf dem diplomatischen Parket bewirken, glaube ich.

      Israel wird durch die Aktionen des Iran auf eine Wange gehauen und wird nicht die andere Wange hinhalten.

      Iran versteht sich als Regionalmacht, was aufgrund der langen Geschichte des Landes und seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung in den letzten 2000 Jahren gerechtfertigt ist. Diesen Status will/ wollte man beispielsweise mit der Unterstützung für ein “unbesetztes” Palästina erhalten, denn dafür erntet Teheran in vielen Teilen der muslimischen Welt, und ich spreche von der Bevölkerung, Respekt und Anerkennung, von Algerien bis Malaysia und Indonesien. Das ist ein Faktor. Der andere ist, dass man diesen Status durch die Unterstützung shiitischer Gruppierung, z.B. Hezballah in Libanon demonstriert und zu erkennen gibt, das man regionalmachtpolitische Interessen hat.
      Verschärft wird das ganze durch die Präsenz der USA oder der EU in der Region, die nuneinmal nicht Amerika und Europa ist, sondern Westasien und somit das Territorium dieser Staaten.

      Die Entwicklung der Landstrecken-Drohnen (Angriff Israels auch ohne Logistik-Unterstützung der Amerikaner) wird das Pulverfaß zum Bersten bringen, da die westlichen Regierungen durch China in jeder Hinsicht blockiert werden.

      Das bleibt abzuwarten.

    27. Karl Heinrich schrieb am 6. März 2010 at 23:01 - Permalink

      Dies geht einher mit einer wirtschaftspolitisch durchdachten Diversifizierungsstrategie, die überaus deutlich von Pragmatismus geprägt ist.

      So kann man es auch nennen. Man kann es auch Skrupellosigkeit nennen. Jeder Halunke ist nach kurzer Zeit Pekings Halunke (Hanlunke, sozusagen), in Afrika, im Mittleren Osten, wo immer. Das muss der Westen zur Kenntnis nehmen. Aber als irgendeine Art von Vorbild kann er diese Strategie nicht auffassen.

      Gerne möchte man im Westen dem Leser glauben machen, dass sich das iranische Volk nach einer Verwestlichung à la McDonalds und MTV sehne.

      Jetzt fehlen nur noch die Disco-Miezen.

      Vielleicht sollte die Regierung Obama, anstatt die x-te Sanktion zu proklamieren, wirklich einmal ihren vielfach proklamierten ?Change? zu Herzen nehmen und Irans Regionalmachtstatus anerkennen und die sicherheitspolitischen Sorgen Teherans im vollen Umfang berücksichtigen.

      Ahmadinejad ist brandgefährlich, für Israel lebensgefährlich. Obama und Clinton haben Israel Carte blanche verweigert, mit dem Versprechen, auf anderem Wege – durch Sanktionsregimes – Sicherheit zu schaffen. Sie werden dabei ebenso scheitern wie vorher die Europäer mit ihren fruchtlosen Gesprächen, bei denen sie von den Iranern andauernd an der Nase herumgeführt wurden.

    28. Linus schrieb am 6. März 2010 at 23:06 - Permalink

      @nahezu alle anwesenden Kommentatoren:

      So zweifelhaft auch das iranische “Regime” und sein Präsident Ahmadinedschad sein mögen.

      Nur ein kleines Beispiel für die Desinformationskampagne, die die westliche Presse gegenüber dem Iran betreibt.

      Bitte erst lesen und sich dann eine Meinung bilden ;-)

      http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/09/24/wortlaut-der-rede-von-mahmud-ahmadinejad-bei-der-un-in-new-york/

      Ich stelle fest. Die westliche Mainstream-Presse hat Sie falsch informiert.
      In meinen Augen eine echte Schande für die Spiegelfechter-Leser.

      Im Übrigen werde ich mir weitere Kommentare hierzu ersparen.

    29. Truvor schrieb am 6. März 2010 at 23:27 - Permalink

      @ Jamas #26

      Du bist einbißchen falsch informiert.
      Mag sein, daß die Boeings komfortabler oder leiser sind als die Tupolews, Antonows, Iljuschins etc., aber in der Hauptdisziplin Zuverlässigkeit sind die Russen nicht zu toppen (das gilt übrigens nicht nur für ihre Flugzeuge).
      Wenn Du irgendetwas über die Zuverlässigkeit der russischen Technik erfahren willst, dann mußt Du Dich leider ins russische Internet begeben.
      Du mußt die beide Seiten der Medaille betrachten, dann wirst Du schon die Wahrheit finden.

    30. Axel schrieb am 6. März 2010 at 23:36 - Permalink

      @ #26 Jamas am 6. März 2010 um 22:30

      Kampf gegen Israel? Inwiefern? Sie meinen Kampf der Worte? Säbelrasseln zur außenpolitischen Abschreckung/ Profiliierung und innenpolitischer Zufriedenstellung der sepah-e pasdaran/ Nationalisten/ konservativer Kleriker?

      Gegen Jemand der dort gelebt hat fühle ich mich zunächst mal klein (was jetzt keineswegs als Koketterie mißverstanden werden sollte). Was kann ich dagegen letztlich schon an Informationen haben.

      Aber trotzdem der Nahost-Konflikt ist real und in dem stand ich, auch wenn für mich Kritik an Israel nie ein Tabu war, doch gegen Terroranschläge und Raketenbeschuß, auf Seiten Israels. Außerdem kann ich mir kein Leben in einem Land vorstellen, in dem die Politik und das gesellschaftliche Leben einer derart rigiden religiösen Macht untergeordnet ist.

      Den Inhalt des obigen Zitats könnte man ja zustimmen, wenn es sich um etwas wie ein Wortgefecht zwischen 2 Boxern vor einem Kampf handeln würde. Das ist auch teilweise primitiv, aber gehört halt zum Geschäft und ist deshalb auch wieder lustig.

      Aber dieser Kampf der Worte scheint mir doch ernsterer Natur zu sein. Wenn es nur ein Kampf der Worte wäre, so würden es doch Experten im Westen und auch in Israel als solchen erkennen und einordnen können. Dann könnte doch Alles viel Entspannter sein. Oder ist es das etwa?

      Dann noch was: ich habe erst nachträglich gemerkt, das ich so geschrieben hatte, als sei die Bombe schon Realität. Andererseits gehe ich davon aus, das es zum Konflikt kommen wird, falls Israel den Eindruck gewinnt, das die Sache ernst wird. Ich seh das nicht sonderlich entspannt.

    31. Jamas schrieb am 7. März 2010 at 00:01 - Permalink

      @Truvor:

      Ich bin erstmal überrascht, wie sehr diese kleine Anmerkung zu russischen Flugzeugen die Gemüter erhitzt und bin schon fast dem Verdacht auf einen ideologischen Grabenkampf zwischen Verfechtern russicsher und westlicher Technik aufgesessen.

      Du bist einbißchen falsch informiert.

      Wieso? Was ist an der Aussage, dass sich in Iran Flugzeuge aus russischen Beständen als unzuverlässig entwickelt haben den falsch? Was? Schauen Sie sich doch die Unfallstatistiken an! Das hat nichts mit schlechter Wartung zu tun, die Wartung in Iran, trotz Wartungsmithilfe anderer Fluggesellschaften, ist wirklich gut und angesichts der Sanktionen beeindruckend. Russische Maschinen werden unter Garantie nicht mit Absicht schlechter gewartet als die Boeings.

      Mag sein, daß die Boeings komfortabler oder leiser sind als die Tupolews, Antonows, Iljuschins etc., aber in der Hauptdisziplin Zuverlässigkeit sind die Russen nicht zu toppen (das gilt übrigens nicht nur für ihre Flugzeuge).

      Achja?
      http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/1581018.stm
      http://www.businessweek.com/globalbiz/blog/europeinsight/archives/2009/07/are_russian-mad.html

      Das sind jetzt nur zwei Artikel die ich nach 25 Sekunden Google-Recherche gefunden habe. Und ich wiederhole es nochmal: ich bin kein Technikexperte und mir ging es in dem Artikel nicht um einen ideologischen Kampf zwischen russischer und westlicher Technologie, das ist mir ehrlich gesagt auch egal. Ich schaue mir die Flugunfallstatistiken in IRAN (!) an und die daraus sich ergebende Perzeption von Iranern im Iran sowie auch Exiliranern in aller Welt über die Sicherheit von russischen Maschinen. Diese Perzeptionen sind eben Perzeptionen und keine Feststellungen über die technischen Fertigkeiten. Wenn ein Mensch 10 schwere Unfälle von japanischen Autos mitbekommen, dann tendiert er dazu, japanische Autos als qualitativ schlechter einzustufen.

      Mag vll. woanders zu treffen, aber für die IRANISCHE (!) Luftfahrt nunmal nicht.

      Ich spüre hier schon fast nationalistischer Vernarrt- und Vebortheit. Glauben Sie mir, ich lobe nicht alles aus meinem Heimatland in den Himmel und bin trotzdem glücklich und kann mein Gesicht wahren.

      Wenn Du irgendetwas über die Zuverlässigkeit der russischen Technik erfahren willst, dann mußt Du Dich leider ins russische Internet begeben.

      Die Frage bleibt, wie verlässlich die Quellen dort sind, die ich darüber hinaus auch aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht überprüfen kann.

      Du mußt die beide Seiten der Medaille betrachten, dann wirst Du schon die Wahrheit finden.

      Schön, ja, toll, aber dieser Beitrag geht nun zum wiederholten mal an meiner Aussage vorbei und zielt nur darauf ab mir Russophie zu unterstellen und/ oder russische Flugzeugtechnologie als das Nonplusultra auf der Welt darzustellen.

    32. Jamas schrieb am 7. März 2010 at 00:22 - Permalink

      @Axel#30:

      Gegen Jemand der dort gelebt hat fühle ich mich zunächst mal klein (was jetzt keineswegs als Koketterie mißverstanden werden sollte). Was kann ich dagegen letztlich schon an Informationen haben.

      Aber trotzdem der Nahost-Konflikt ist real und in dem stand ich, auch wenn für mich Kritik an Israel nie ein Tabu war, doch gegen Terroranschläge und Raketenbeschuß, auf Seiten Israels.

      Ich halte grundsätzlich auch nichts gegen Anschläge gegen Zivilisten, egal von welcher Seite sie verübt wurden. Ich habe ebenso für beide (?) Seiten und ihre Motive stellenweise Verständnis, stellenweise Unverständnis, und es ist schwer hier in 2 Sätzen sich zu dem Thema auszulassen.

      Außerdem kann ich mir kein Leben in einem Land vorstellen, in dem die Politik und das gesellschaftliche Leben einer derart rigiden religiösen Macht untergeordnet ist.

      Das verlangt auch niemand von Ihnen. Es ist jetzt aber nicht so dort, dass jeder tief religiös wäre, an Freitagsgebeten teilnehmt und marg bar amrika ruft. Auch muss man das öffentliche vom privaten Leben trennen. Es ist ein schönes Land mit einer reichen Kultur und einem größtenteils sehr gastfreundlichen und netten Volk, bietet aber eben nicht den gleichen liberalen Luxus wie z.B. Deutschland, ohne Zweifel. Man muss da eben abwägen, was man einem an “Luxus” wichtig ist.

      Den Inhalt des obigen Zitats könnte man ja zustimmen, wenn es sich um etwas wie ein Wortgefecht zwischen 2 Boxern vor einem Kampf handeln würde. Das ist auch teilweise primitiv, aber gehört halt zum Geschäft und ist deshalb auch wieder lustig.

      Aber dieser Kampf der Worte scheint mir doch ernsterer Natur zu sein. Wenn es nur ein Kampf der Worte wäre, so würden es doch Experten im Westen und auch in Israel als solchen erkennen und einordnen können. Dann könnte doch Alles viel Entspannter sein. Oder ist es das etwa?

      Diese Rhetorik ist m.E. einfach teil der außenpolitischen Tagespolitik und Agenda in Iran, in Washington in Tel Aviv etc. Daran hängen ganze Wirtschaftszweige und politische Interessen… übrigens bei allen Beteiligten.

      Dann noch was: ich habe erst nachträglich gemerkt, das ich so geschrieben hatte, als sei die Bombe schon Realität. Andererseits gehe ich davon aus, das es zum Konflikt kommen wird, falls Israel den Eindruck gewinnt, das die Sache ernst wird. Ich seh das nicht sonderlich entspannt.

      Ich halte auch die israelische Regierung für clever genug das nicht zu tun, zu dem sitzt sie auf einem Arsenal und baut auf so viel Rückendeckung, dass sie vll. nervös sein darf, aber keine Angst vor einem Angriff haben muss. Sollte es jemals eine iranische Atombombe geben, so wird mit dieser nie ein Angriff durchgeführt werden. Die Konsequenzen kennt Teheran ja…

    33. Truvor schrieb am 7. März 2010 at 00:50 - Permalink

      @ Jamas #31

      “Russische Maschinen werden unter Garantie nicht mit Absicht schlechter gewartet als die Boeings”.

      Na ja, wenn ein altes Flugzeug keine Originalersatzteile eingesetzt, sondern solche, die von irgendeinem Dorfschmied herbeigezaubert wurden, bekommt, dann kann man sicherlich nicht viel von einer solchen Maschine erwarten.
      Es gibt aber mehrere Gründe, die die russische Maschinen in letzter Zeit zum Absturz bringen.

      “…. ich bin kein Technikexperte …”.

      Ich auch nicht, aber wenn ich über irgendeine Technik irgendetwas erfahren will, dann wende ich mich an die (verschiedene, mit diversen Ansichten und Meinungen) Fachleute, die von dieser Technik mehr verstehen als ich.
      In den britischen Mainstreammedien sehe ich aber keine Fachmeinung, ehrlich nicht.
      Vergiß auch nicht, daß die Briten und Amis die ewige Konkurrenten der Russen sind.
      Wenn sogar die Russen den EWIGEN MOTOR erfinden würden, die würden nie im Leben ein Lob von den Briten bzw. Amis bekommen, N I E.

      PS. Mir geht übrigens auch diese Flugzeugthema an den Wecker. Ich hasse Flugzeuge :-)

    34. Albert schrieb am 7. März 2010 at 00:53 - Permalink

      @Jamas

      Vll. sollte man sich nochmal vor Augen führen, dass es hier nur um EINEN SPEZIFISCHEN Aspekt geht, den ich als jemand beobachte, der lange in beiden Ländern gelebt und gearbeitet hat und mit ihnen somit (m.E.) sehr gut vertraut ist.

      Sowas muss eigentlich vorher gesagt werden. Wirtschaftsanalyst mit Schwerpunkt Asien reicht da nicht aus. So wird dann auch einiges klar. Obwohl ich auch schon vermutet habe, dass Sie Verbindungen zu den genannten Ländern haben.

      Dummheit der Westler

      Das mag in der Hofpresse in Westeuropa Empörungsgymnastik hervorrufen

      Obama sollte sich zusammen mit London und Moskau für die interventionistischen Verbrechen der letzten 200 Jahre entschuldigen

      Wenn das die Stimmung aus Iran wiedergibt, sehe ich einen gewaltigen Abstand hin zu einer Einigung. Hier die Meinung der russischen (Hof)Presse.

      Jedoch sah sich das Land ob des Wachstums im zivilen Luftfahrtsektor in den vergangen Jahrzehnten dazu gezwungen, geringwertigere Flugzeuge russischer Herkunft zu erwerben, was schon tausende Iraner und europäische Ausländer das Leben gekostet hat

      Ich bin erstmal überrascht, wie sehr diese kleine Anmerkung zu russischen Flugzeugen die Gemüter erhitzt und bin schon fast dem Verdacht auf einen ideologischen Grabenkampf zwischen Verfechtern russicsher und westlicher Technik aufgesessen.

      Diese Bemerkung ist einfach sehr unglücklich formuliert. Das liest sich als ob Flugzeuge russischer Herkunft zwangsweise abstürzen. Todesurteil Tupolew sozusagen.
      Aber Ihnen ging es ja hierbei in erster Linie nicht darum etwas gegen Russland oder russische Technik zu sagen, sondern die amerikanisch-europäische Sanktionspolitik in einem übertrieben schlechten Licht dastehen zu lassen. Einige haben Ihre Intention offenbar nicht richtig verstanden.

    35. Albert schrieb am 7. März 2010 at 02:00 - Permalink

      @Sandsturm

      Und Achse des Bösen ist besser? Schurkenstaat vielleicht? Der Unterschied ist das der Iran einen religiösen Bezug nimmt, während der Westen als ?aufgeklärte? Seite einen universellen Begriff nutzt.

      Ohne jetzt darauf einzugehen, wer, wann angefangen hat. In letzter Zeit hat Amerika unter Obama einen sehr versöhnlichen Kurs in Bezug auf Iran eingeschlagen. Die iranische Führung hat diesen neuen versöhnlichen Ton nicht erwidert. Obama, der mit dem Wahlversprechen nach mehr effektive Diplomatie angetreten war, wurde durch die anhaltende scharfe Rhetorik Ahmadinedschads als Naivling bloßgestellt.

      Abgesehen davon sind Worte Rauch und Schall. Von mir auch kann der Iran poltern was er will ? solange es dabei bleibt kann das eigentlich JEDEM egal bleiben.

      Mag sein, dass Namen wie Schall und Rauch sind.
      Beleidigungen, Hass, Großmannssucht und aggressive Rhetorik haben schon unzählige Konflikte ausgelöst. Aber du hast es offenbar gerne einfach…

      In der gegenwärtigen Situation ist das Atomprogramm ein Prestigeobjekt.

      Wenn das allein aus Prestige geschieht, dann nimmt der Iran fürs Prestige aber sehr viele Opfer in Kauf. Sinn macht das nicht!

      Das wird es bleiben solange die Industriestaaten der Atomkraft etwas fortschrittliches anhängen. In dem Moment wo die G8 die Atomkraft zur Steinzeittech erklären und selbst Taten folgen lassen ist auch das Atomprogamm des Irans für diesen nicht mehr von Belang ? außer für eine eventuelle Bombe. Aber die kann man auch Ländern wie Deutschland und Japan unterstellen welche tausende Tonnen Plutonium auf Vorrat haben und wo manche Polterer die A-Bombe fordern.

      Das iranische Regime mit der Regierung Deutschlands oder Japans gleichzusetzen ist einfach vollkommen daneben.

      Ja das ist es ? aber es hängt noch im 19. Jahrhundert fest. Die Zeiten des Kolonialismus sind vorbei ? Südafrika hat dies gezeigt.

      Mir ist zwar nicht klar, wie du auf Kolonialismus kommst, aber wir sind da wahrscheinlich eh unterschiedlicher Meinung.

      Spätestens wenn die USA straucheln und China die verbleibende Supermacht wird liegen die Karten für Israel viel schlechter. Deswegen sollten sie Frieden schaffen solange die Karten gut liegen.

      Nicht nur in einigen Foren, mittlerweile wird fast überall erwartet, dass China die Vereinigten Staaten in einigen Jahrzehnten als führende Weltmacht ablösen wird. Wenn die USA ihren Übermut und das Weltherrschaftsstreben abstreifen, sehe ich sie weiterhin als Nummer 1.

      Was du hier über Israel sagst trifft, wenn man nach Fakten und nicht nach Wunschträumen geht, auf die Palästinenser zu. Hätten sich zumindest nach dem ersten Krieg sich mit Israel abgefunden wäre das heutige Israel bedeutend kleiner und der mögliche Palästinenserstaat bedeutend größer. Während die Palästinenser sich immer noch nicht mit Israel abfinden können, schaffen jüdische Siedler Fakten.

      Warum nicht? Ich denke JEDER Staat sollte atomar bewaffnet sein. Entweder wir schaffen es zusammen unsere Probleme zu lösen und zwar OHNE Krieg oder wir gehen gemeinsam unter.

      Na das ist ja mal eine Aussage! *kopfschüttel*

    36. COPOKA schrieb am 7. März 2010 at 02:32 - Permalink

      Da ich ab und an mit russischen Flugzeugen fliege, hat mich nun die Diskussion um russische Flugzeuge doch interessiert.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_der_Luftfahrtkatastrophen_ab_2001
      Aus 127 Flugzeugen, die aus verschiedenen Gründen seit 2001 verunglückt sind, waren darunter 30 russische Maschinen (bzw. russ. Bauart) involviert.
      Keine Ahnung wie groß der Anteil der russ. Flugzeuge in der Weltflotte ist, aber das Verhältnis wirkt auf mich nicht besonders bedrohlich ein.
      Nun zum Iran. Iranische Flugzeuge kommen in dieser Liste 9 Mal vor, 6 davon waren russischer Bauart. Ergo, entweder haben Iraner zu viel russische Flugzeuge oder einfach Pech damit.
      Auf jeden Fall würde ich nicht aus dem Anteil der im Iran verunglückten Flugzeuge russischer Bauart auf deren Zuverlässigkeit schließen. Möglicherweise besteht iranische Flugzeugflotte zu über 60% aus Maschinen russischer Bauart oder sie werden öfters eingesetzt. Dann ist es nur logisch, dass Maschinen dieser Bauart öfters verunglücken.

    37. River Tam schrieb am 7. März 2010 at 09:00 - Permalink

      @Jamas:

      Hochinteressanter und sehr informativer Beitrag! Ich bewundere die klugen, wohldurchdachten Strategien Chinas schon seit einiger Zeit (insbesondere im Vergleich mit der BRD).
      Was den Iran betrifft; ich betrachte die atomaren Bestrebungen zwar durchaus mit Sorge – insoweit kann ich mich dem Bombardement der Mainstreampresse nicht entziehen – kann mir aber durchaus vorstellen, dass Iran sich eine “A-Versicherung” (wie Pispers dass mal so treffend formuliert hat) wünscht bzw. als notwendig erachtet.

    38. Sandsturm schrieb am 7. März 2010 at 09:18 - Permalink

      @Albert,

      Ohne jetzt darauf einzugehen, wer, wann angefangen hat. In letzter Zeit hat Amerika unter Obama einen sehr versöhnlichen Kurs in Bezug auf Iran eingeschlagen. Die iranische Führung hat diesen neuen versöhnlichen Ton nicht erwidert. Obama, der mit dem Wahlversprechen nach mehr effektive Diplomatie angetreten war, wurde durch die anhaltende scharfe Rhetorik Ahmadinedschads als Naivling bloßgestellt.

      Falsch – Obama hat eine andere Rethorik verwendet, die Forderungen und Taten haben sich nicht verändert. Würdest du eine Partei wählen die eine Richtung vertrittst die du verabscheust wenn sie nur die Rethorik ändert? Vermutlich doch nicht, oder? Warum sollte dann der Iran dies tun?

      Mag sein, dass Namen wie Schall und Rauch sind.
      Beleidigungen, Hass, Großmannssucht und aggressive Rhetorik haben schon unzählige Konflikte ausgelöst. Aber du hast es offenbar gerne einfach?

      Das kommt vermutlich davon das ich mich in orientalischer Rethorik ein wenig besser auskenne als der Durchschnitt – Markige Sprüche sind immer schon das Markenzeichen der orienalischen Politik gewesen. Wer nicht verstehet das eine andere Kultur nicht nur eine andere Sprache spricht sondern auch eine andere Art hat zu sprechen der sollte besser zu Hause bleiben und seinem Ortsvorsitzenden zuhören – diesen versteht er wenigstens.

      Wenn das allein aus Prestige geschieht, dann nimmt der Iran fürs Prestige aber sehr viele Opfer in Kauf. Sinn macht das nicht!

      Das tut er – das Atomprogramm ist meines Wissens bei der Opposition genauso beliebt wie bei den Machthabern. Dein Problem ist, dass du dir das offenbar vorstellt wie hier in D – für den Iraner ist aber die Weigerung dieses Programm fahren zu dürfen wie der Zwang ewig ein Agrarland zu bleiben.

      Das iranische Regime mit der Regierung Deutschlands oder Japans gleichzusetzen ist einfach vollkommen daneben.

      Falsch, es ist genau richtig. Denn Regierungen haben immer den Hang Macht akkumiúlieren zu wollen. Das fängt in der BRD nicht erst mit Adenauer an der Starfighter bestellt hat statt Mirages weil die Amis ihm zugesichert haben, dass sie damit die Bombe transportieren wenn der Russki kommt und geht in Japan damit weiter, dass Nordkorea als Anlass genommen wird das man selber sich die Bombe zulegt.

      Mir ist zwar nicht klar, wie du auf Kolonialismus kommst, aber wir sind da wahrscheinlich eh unterschiedlicher Meinung.

      Du hast dich mit dem Thema offenbar nie beschäftigt, vielleicht solltest du das einfach mal machen.

      Nicht nur in einigen Foren, mittlerweile wird fast überall erwartet, dass China die Vereinigten Staaten in einigen Jahrzehnten als führende Weltmacht ablösen wird. Wenn die USA ihren Übermut und das Weltherrschaftsstreben abstreifen, sehe ich sie weiterhin als Nummer 1.

      Klappt nicht – gibt keinen Grund dafür. Den führenden Eliten ist es nämlich scheißegal ob sie in den USA oder in China ihr Geld machen.

      Was du hier über Israel sagst trifft, wenn man nach Fakten und nicht nach Wunschträumen geht, auf die Palästinenser zu.

      Das mag sein – aber es ist nun Vergangenheit. Israel kann HEUTE was ändern – tut es das nicht wird sich das irgendwann rächen. Die Eroberung Irlands von den Engländern ist über 700 Jahre her und trotzdem wollen es die Iren zurück – so was wird nicht vergessen.

    39. Outlook schrieb am 7. März 2010 at 10:01 - Permalink

      Was die russischen Flugzeuge betrifft, hat der Autor natürlich recht.
      Die Russen haben bist heute selbst große Probleme mit ihren alten Maschinen.
      Da stürzt jeden Monat etwas ab. Das hängt aber mit der Wirtschaftkrise seit 1989 zusammen.
      Das Positive: Besserung ist in Sicht.

      Ich kann diese aktuelle Doku wiederholt zum Thema empfehlen:
      http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=3080394,scheduleId=3054790.html

      Auch dazu schweigt gegenwärtig die Systempresse, analog wie zu den Risiken der Euro-Einführung oder den wahren Hintergründen der Finanz-Systemkrise.

      Übrigens es ist den Russen maßgeblich mit zuverdanken, dass der Iran bis heute nicht angegriffen wurde!!!
      Ich möchte nur erinnern, dass Putin nach seinem Besuch bei Merkel 2007 direkt zu Herrn Ahmadinedschad geflogen ist und den Westen sowie dem Empörungsrat vor die Füße gepinkelt hat.
      http://www.focus.de/politik/ausland/atomstreit_aid_136014.html

      Das war der entscheidende ocffizielle Beistand!!!

      Mit dem Benzinmangel hat sich auch bald geklärt, denn die Chinesen bauen im Iran eine große Raffinerie.

    40. Jamas schrieb am 7. März 2010 at 10:15 - Permalink

      @ Truvor#33:

      Na ja, wenn ein altes Flugzeug keine Originalersatzteile eingesetzt, sondern solche, die von irgendeinem Dorfschmied herbeigezaubert wurden, bekommt, dann kann man sicherlich nicht viel von einer solchen Maschine erwarten. Es gibt aber mehrere Gründe, die die russische Maschinen in letzter Zeit zum Absturz bringen.

      Ja, das ist ja der Punkt. Die Ersatzteile für Boeings und Airbus Maschinen kann Teheran kaum bekommen, ausser auf dem Schwarzmarkt oder wenn durch Wartungsabkommen mit europäischen Airlines irgendetwas entdeckt wird, was gleich gegen Gebühr repariert wird. Was russische Maschinen anbelangt, so sind die Ersatzteile für Iran ja zu bekommen, da sich Russland an diesen zweifelhaften Sanktionen ja nicht beteiligt und seine Maschinen trotzdem verkauft.

      Ich auch nicht, aber wenn ich über irgendeine Technik irgendetwas erfahren will, dann wende ich mich an die (verschiedene, mit diversen Ansichten und Meinungen) Fachleute, die von dieser Technik mehr verstehen als ich.

      Es ging ja auch nie um eine Fachmeinung sondern nur um eine Wahrnehmung, die nicht unbedingt das widerspiegeln muss, was die Technik wirklich leistet. Wenn Sie mal gezielt, meinetwegen auch in Deutschland lebende Iraner fragen, wie sie zu russischen Flugzeugen stehen, bekommen Sie auch Antworten dieser Kategorie, und die bauen Eben auf Emotionen und Wahrnehmungen, nicht auf Technikwissen.

      In den britischen Mainstreammedien sehe ich aber keine Fachmeinung, ehrlich nicht.
      Vergiß auch nicht, daß die Briten und Amis die ewige Konkurrenten der Russen sind.

      Das weiß ich auch. Es ging mir lediglich um die dortigen Daten, die sich ja nachprüfen ließen (was ich jetzt aber nicht gemacht habe aber sie für stichhaltig halte, da man mit einem Klick auf airsafety das ja schnell ermittellt).

      Wenn sogar die Russen den EWIGEN MOTOR erfinden würden, die würden nie im Leben ein Lob von den Briten bzw. Amis bekommen, N I E.

      Ja, da haben Sie recht. Das sind wirklich ideologische Grabenkämpfe die ich für Kindergarten halte. Wenn eine Technologie gut ist und besser als andere, soll sie eben auch marktführend sein, egal woher sie kommt.

      @ Albert#34:

      Wenn das die Stimmung aus Iran wiedergibt, sehe ich einen gewaltigen Abstand hin zu einer Einigung. Hier die Meinung der russischen (Hof)Presse.

      Nun, die Stimmung ist sicherlich nicht die, dass die Westler dumm sind o.ä., es ging mir eher um einen Ausdruck dessen, wie man bei den Regierungen anderer Länder, die die Lücker der Westler in Iran mit Hochgenuss füllen, das eben ansehen könnte und kann. Sie werden überrascht sein wie viele Chinesen, Russen, Japaner und sogar (Süd)Koreaner als Arbeiter, Studenten oder Experten in Iran tätig sind. Das sah ja vor Jahrzehnten anders aus.

      Mein persönlicher Eindruck ist aber, dass es schon einige Iraner gibt, die eine Entschuldigung für die Interventionen seitens der Briten und Russen in Iran seit der Ära der Qadscharen (und der Amerikaner seit den Pahlavi) begrüßen würden und das sind Menschen, die gleichzeitig gerne über Schüssel “Friends” oder “BBC” schauen.

      Diese Bemerkung ist einfach sehr unglücklich formuliert. Das liest sich als ob Flugzeuge russischer Herkunft zwangsweise abstürzen. Todesurteil Tupolew sozusagen.

      Ich hätte vll. noch dazuschreiben sollen, dass sich diese Aussage auf die Erfahrungen im zivilen iranischen Luftfahrtsektor bezieht und keine generelle Einschatzung über russische Technik ist.

      Aber Ihnen ging es ja hierbei in erster Linie nicht darum etwas gegen Russland oder russische Technik zu sagen, sondern die amerikanisch-europäische Sanktionspolitik in einem übertrieben schlechten Licht dastehen zu lassen. Einige haben Ihre Intention offenbar nicht richtig verstanden.

      Das ist korrekt. Ich halte einen anderen Kurs für das Gebot der Stunde, auch wenn es mittlerweile sehr schwer werden würde, da das Vertrauen bei allen so dermaßen erschüttert ist, dass schon sehr große Zugeständnisse gemacht werden müssten. In diesem Fall kämen die o.e. Anerkennung von Irans Status, Entschuldigungen, Sicherheitsgarantien etc. wirklich gut an, nicht nur beim Volk, sondern auch bei vielen Teilen der Regierung. Diese Art von Diplomatie gepaart mit umfassenden Wirtschaftskooperationen -. auf gleicher Augenhöhe – würden zwar den Westen ersteinmal das Gesicht kosten, aber sie würden eine große Wirkung entfalten: die äußere Bedrohung und somit ein innenpolitischer Stabilisierungsanker der Regierung fiele Weg, Zugang zu westlichen Konsumgütern und Kooperation würde in der iranischen Gesellschaft und Regierung viel ändern.

    41. Linus schrieb am 7. März 2010 at 10:27 - Permalink

      @Jamas:

      Es heute sehr schwierig, sich ein halbwegs der Realität entsprechendes Bild der politischen Situation im Iran zu machen. Das liegt auch an Sprach- und Kulturbarrieren, ganz wesentlich ist jedoch die schon erwähnte gigantische Desinformationskampagne, die in den westlichen Mainstream-Medien betrieben wird. Schon allein das in #28 angeführte Beispiel demonstriert hinreichend, wie komplett gleichgeschaltet die Presse UND Politik hier agieren und auch am hellichten Tage vor blanker Lüge nicht zurückscheuen.

      Sieht man sich nach alternativen Quellen um, so ist auch das nicht einfach. Ein großer Teil der in Frage kommenden deutsch- und englischsprachigen Blogs sind leider zu propangandistisch, ja sogar VT-mäßig angefärbt, als daß man der dort angebotenen Information vertrauen könnte. Immerhin sind sie nicht so gleichgeschaltet, sodaß man dort zumindest durch wechselseitigen Abgleich von ‘Behauptungen’ teilweise die Spreu vom Weizen trennen kann, wie gesagt teilweise.

      Daher wäre für mich persönlich eine Liste von neuen, halbwegs vertrauenswürdigen Quellen hilfreich (ob sie es dann in meinen Augen wirklich sind, muß ich natürlich selbst entscheiden).

      Zum zweiten fragt man sich, warum die Desinformationskampagne im Westen so systematisch und organisiert betrieben wird. Für mich unterscheidet sich die Art und Weise nicht von dem, wie seinerzeit der Irak-Krieg vorbereitet wurde.

      Daher auch mein Wunsch (#10) nach einer Einschätzung, welche wirklichen Interessen auf iranischer und insbesondere westlicher Seite dahinterstehen.

      Du hast dich dem Thema klugerweise von einer weniger ‘verfänglichen’ Richtung genähert und bist diesbezüglich ja wohl durchaus kompetent (ist ja dein Beruf).

      Trotzdem würde ich gerne meine beiden Fragen von dir beantwortet wissen. Ich bin mir darüber im Klaren, daß du dies wahrscheinlich nicht mit der gleichen Fundiertheit tun kannst wie im Artikel. Ich will jetzt aber auch keine bis ins Letzte fundierte Aussage, sondern eine Meinung von jemand, der persönlich betroffen ist ;-)

      (hoffentlich bringe ich dich jetzt nicht in Bedrängnis ;-)

      Edit: Ich sehe gerade, daß #40 schon ein wenig in die Richtung geht (wenn auch falsch formatiert ;-)

    42. Joerg_B schrieb am 7. März 2010 at 11:29 - Permalink

      Der Artikel präsentiert eine politisch durchdachte Sichtweise von der “asiatischen Seite” her, die mir (als Deutschem mit einer ideologisch nicht festgelegten Weltsicht) ohne weiteres einleuchtet. Was die teilweise sehr polemische Diskussion zutage bringt, scheint mir auf ein großes Problem hinzudeuten, das, unausgesprochen, im Hintergrund wirkt, für die weitere Entwicklung aber sehr viel wichtiger sein könnte als irgendwelche technischen Schreckgespenster. Die westlichen Staaten vermengen ökonomisches Interesse mit moralischem Führungsanspruch. Diese Haltung, die gern (aber fälschlicherweise) als “Gleichschaltung” tituliert wird, wurde durch die Ergebnisse des zweiten Weltkriegs institutionell festgeschrieben. Technischer Fortschritt, ökonomischer Wohlstand und die universalistische Moral der christlich-jüdischen Aufklärung haben sich zu einer Weltsicht verschmolzen, die angesichts des ökonomischen Aufstiegs Asiens immer brüchiger wird, ohne dass wir uns das eingestehen wollen. Das könnte man ohne weiteres als Realitätsblindheit bezeichnen, und diese spielt ohne dass “wir” das wollen, jenen Kräften in die Hände, die einfach nur pragmatische Interessenpolitik verfolgen, um ihren ökonomischen Aufstieg zu sichern.

      Ich kann nicht behaupten, dass mir das gefällt, aber einfach so weiterzumachen, wird die Verschiebung der Kräfte nicht aufhalten. Es könnte “uns” aber in der zu erwartenden Welt moralisch diskreditieren und um unsere Chancen bringen.

    43. Outlook schrieb am 7. März 2010 at 11:52 - Permalink

      @ River Tam
      ?Hochinteressanter und sehr informativer Beitrag! Ich bewundere die klugen, wohldurchdachten Strategien Chinas schon seit einiger Zeit (insbesondere im Vergleich mit der BRD).?

      Über die Zukunft Deutschlands und Europas wird geopoltisch entschieden.

      Da sind die Hartz IV-Debatten nur kleine Randerscheinungen, auch wenn es für den Betroffenen enorm wichtig ist.
      Deutschland ist unter Merkel dabei, geopoltisch zum Hartz IV-Empfänger zu werden und das wird in Deutschland zu noch mehr Umdrehungen führen.

      Nun fordert schon der Rühe dazu auf, Russland in die NATO aufzunehmen, damit Deutschland und der Westen überhaupt eine Chance gegenüber dem asiatischen Koloss haben.
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,682127,00.html#ref=rss

      Russland ist bereit, im Rahmen einer europäischen Sicherheitsarchitektur Verantwortung zu übernehmen, aber nicht in der NATO und das unter Führung des weltgrößten Schuldners und Hasardeurs.
      Eine grundlegende Verbesserung der russisch-iranischen Beziehungen scheint freilich nur durch aktive Einbeziehung der Islamischen Republik in existierende regionale Integrationsmechanismen möglich zu sein. Wie etwa in die 2001 von China, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadshikistan und Usbekistan gegründete Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Als Beobachter (neben Indien, der Mongolei und Pakistan) nutzt Iran seit Jahren diese Plattform, um den regionalen Integrationsdiskurs mit radikalen Vorschlägen zu beleben. Konkrete Vorschläge des iranischen Präsidenten umfassten z. B. die Einführung einer einheitlichen SCO-Währung und die Schaffung einer SCO-Bank.
      Russland ist auch ein muslimisches Land mit seinen 20 Millionen Muslimen.
      Das hat selbst Putin festgestellt.
      Es scheint so, als ob Russland z.Z. hinter seinen potentiellen Möglichkeiten bleibt, was den Iran betrifft.
      Was aber im Hintergrund läuft, ist oftmals schwer zu erkennen.

    44. Axel schrieb am 7. März 2010 at 12:16 - Permalink

      @ #28 Linus am 6. März 2010 um 23:06

      Ich habe mir den Link angesehen, aber (noch) nicht Alles gelesen, ist momentan einfach zu lang für mich.

      “Wie üblich sollen sich die Leser der ?Leuchttürme der freien Presse? kein eigenes Bild davon machen, was der beliebte iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad wirklich über den rassistischen Apartheidsstaat Israel und den mörderischen US-Imperialismus gesagt hat. Seinen beim letzten US-gesteuerten Versuch des Staatsstreiches …. ”

      Diese Einleitung vor Abdruck der Rede macht die Quelle für mich nicht gerade vertrauenerweckend, bzw. sympathisch. Ich würde diese Einleitung als primitive Hetze gegen Israel und die USA bezeichnen. Man kann ja seine eigene Meinung haben, aber sie auf diese Art und Weise zu äußern, ist inakzeptabel. Also Informationen von dieser Seite wird man mir nicht als seriös schmackhaft machen können.

      Die Opposition im Iran ist also nur von den USA gesteuert und riskiert dafür ihr Leben? Die üblichen Phrasen (wobei ich gar nicht ausschließen will, das der amerikanische Geheimdienst sich durchaus Gedanken macht, wie er die iranische Opposition für seine Interessen einspannen kann, ich bin ja nicht naiv) . Naja die Geschichte wird den Beweis sprechen. Keine Diktatur hält ewig.

      Aber egal ob die Quelle vertrauenerweckend ist, nehmen wir an, das die Rede Ahmadinedschads korrekt wiedergegeben ist.

      Ich kann, soweit ich die Rede gelesen habe keine Hetze erkennen (ich werde aber versuchen mich umfassender dazu kenntlich zu machen).

      Aber was soll ich zum Inhalt sagen? Die Aktionen Israels werden verurteilt bzw. einseitig propagandistisch dargestellt, ohne darauf einzugehen wodurch diese (manchmal wohl auch “unglücklichen”) Reaktionen Israels herausgefordert werden. Das kann man von Ahmadinedschad ja auch nicht anders verlangen, aber ich muß mich davon ja nicht lullen lassen.

      Was würde passieren, wenn Deutschland aus einem Nachbarland mit Raketen beschossen würde und mit der Vernichtung bedroht würde. Ich denke nicht einmal Deutschland würde sich so etwas gefallen lassen.
      Wenn die Raketenangriffe und der Waffenschmuggel aufhört und kein Terror ausgeübt wird, wird keine israelische Maschine mehr aufsteigen. Das mag sehr einfach klingen, aber wenn die Wahrheit einfach ist, muß man sie nicht verkomplizieren.

      An meiner grundsätzlichen Ansicht zur Thematik kann dieser Link nichts ändern.

      @Jamas

      “Außerdem kann ich mir kein Leben in einem Land vorstellen, in dem die Politik und das gesellschaftliche Leben einer derart rigiden religiösen Macht untergeordnet ist.”

      Ich habe mich hier unglücklich ausgedrückt. Ich wollte eigentlich sagen, das die “Dinge” dadurch, das die Politik und das gesellschaftliche Leben einer derart rigiden religiösen Macht untergeordnet sind, extrem erschwert werden.

    45. Outlook schrieb am 7. März 2010 at 12:24 - Permalink

      Nur heiße Luft? Russland, Katar und Iran bilden Gaskartell
      http://de.rian.ru/business/20081022/117889686.html

      Russland will kein Gaskartell nach Opec-Vorbild
      http://de.rian.ru/business/20081024/117935078.html

      Und heute das:
      Ägypten besiegelt Beitritt zur Gas-Opec
      http://de.rian.ru/business/20100307/125384459.html

      Was wird es nun werden?
      Grübel???

    46. Linus schrieb am 7. März 2010 at 14:34 - Permalink

      @Axel #44:

      Ich habe mich in #41 schon zum Problem der Beschaffung glaubwürdiger Informationen geäußert.
      Der zitierte Blog fällt genau unter die Kategorie alternativer Medien, denen ich auch nicht ungeprüft vertrauen würde.

      http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/09/24/wortlaut-der-rede-von-mahmud-ahmadinejad-bei-der-un-in-new-york/

      Auch stimmt, was du bzgl. der Sprache äußerst, die hier verwendet. Sie ist propangandistisch, tendenziös, unfair etc..

      Nichtsdestoweniger hat er in der Sache recht. Wie du selbst sagst, läßt sich in der Rede ‘beim besten Willen’ keine Hetze erkennen. Aber klicke doch mal bitte die Links im ersten Absatz durch, und du wirst erfahren, was z.B. ARD und Spiegel über diese Rede geschrieben haben. Das sind Fakten. Und nur zur Klarstellung: Die Rede ist korrekt widergegeben.

      http://www.youtube.com/watch?v=5EBgqgIWuoc

      Ich habe damals im September die Sache mitverfolgt, und es waren beleibe nicht nur ARD und Spiegel die im wahrsten Sinne des Wortes ‘gelogen haben wie gedruckt’. Die GESAMTE westliche Mainstream-Presse war voll davon. Das läßt bestimmt noch ergooglen.

      Soweit ich mich erinnern kann, haben damals die Vertreter sämtlicher EU-Staaten bis auf Österreich den Saal verlassen. Ich frage mich nur, warum?

      Diese Desinformation ist nun wahrlich kein Einzelfall. Vielmehr scheint hier bereits seit Jahren eine gezielte, sorgfältig inszenierten Kampagne zu laufen. Ich kann und will dies jetzt nicht im Detail auseinandernehmen und begründen. Sieh dich bitte selbst um.

      PS: Deine Äußerungen über den Raketenbeschuß auf Israel – den ich keineswegs in Abrede stellen will – zeugen davon, daß du auch da nicht umfänglich unterrichtet bist. Aber das ist ein anderes Thema.

    47. Jamas schrieb am 7. März 2010 at 15:04 - Permalink

      @Linus#41

      Es heute sehr schwierig, sich ein halbwegs der Realität entsprechendes Bild der politischen Situation im Iran zu machen. Das liegt auch an Sprach- und Kulturbarrieren, ganz wesentlich ist jedoch die schon erwähnte gigantische Desinformationskampagne, die in den westlichen Mainstream-Medien betrieben wird. Schon allein das in #28 angeführte Beispiel demonstriert hinreichend, wie komplett gleichgeschaltet die Presse UND Politik hier agieren und auch am hellichten Tage vor blanker Lüge nicht zurückscheuen.

      Dem würde ich zustimmen. Der Unterschied ist natürlich, dass die Presse in Europa frei ist, aber es nicht sein will, während die Presse z.B. in Iran deutlich weniger frei ist, teilweise aber gerne freier wäre… um es mal so zu verklausulieren.

      Daher wäre für mich persönlich eine Liste von neuen, halbwegs vertrauenswürdigen Quellen hilfreich (ob sie es dann in meinen Augen wirklich sind, muß ich natürlich selbst entscheiden).

      Das ist nicht sehr leicht. Wenn sie in Iran sind, sind Sie grundsätzlich erst einmal mit einer Handvoll staatlicher TV-Sender konfrontiert, die u.a. Nachrichten natürlich aus Regierungssicht, Kindersendungen, religiöse Diskussionen, teilweise Dokumentationen, Kochsendungen oder sogar in Farsi synchronisierte us-amerikanische Filme (u.a.) zeigen. Das Internet ist ebenfalls sehr sperrig und Sie gelangen nicht ohne weiteres zu informationstechnischen Alternativen. Es findet viel politische Diskussion über die vielen vielen sich in Bewegung (damit meine ich z.B. URL-Wechsel) befindlichen Weblogs und mit qualitativem Abstand in der “Reformer”-Presse statt… zumindest war das bis vor kurzer Zeit so. Auch im Volk wird diskutiert, aber natürlich mit Vorsicht, verklausuliert, teilweise eingebettet in Poesie (!) um gezielt Signalwörter zu vermeiden (so auch am Telefon).

      Man bekommt das jedoch nur vor Ort in dem Maße mit und merkt dabei schnell, daß die Meinungen vielfältig sind. Die einen sind auf die “Turbanträger” (so werden sie oft genannt) nicht gut zu sprechen, andere wiederum sind normale gegenüber ausländischen Gästen aufgeschlossene Bürger, die zwar nicht alles in ihrem Land gut finden (wobei man oft sich auf das Thema Wirtschaft bezieht), die Regierung an sich aber gut finden, Akademiker sind und Ahmadinedschad wählen, weil er als jemand gesehen wird, der vor dem Ausland keinen Kotau macht und die Interessen des Landes verteidigt. Dann gibt es wiederum Jugendliche, die einfach nur einen Job wollen und nach ihrer Ausbildung genötigt durch die wirtschaftliche Lage emigrieren etc. etc. etc. Irans Gesellschaft ist also kein Monolith und auch nicht zweigeteilt… sie setzt sich aus Menschen unterschiedlicher “Klassen”, Bildungsstand, Einkommen, politischer Einstellung etc. zusammen, die meisten jedoch haben zumindest eine große Verbundenheit zu ihrem Land, Freundlichkeit und ausgeprägten Stolz als gemeinsame Eigenschaft.

      Was bietet sich daher als Informationsquelle an? Sie können Informationen und Nachrichten von staatlich geförderten Seiten wie IRIB und IRNA nehmen und den Inhalt bestimmter News mit verschiedenen westlichen/ chinesischen/ russischen/ indischen etc. Quellen vergleichen und irgendwo soetwas wie eine goldene Mitte der “Wahrheit” finden. Teheran hat zu den festgenommenen Personen in Italien z.B. eine ganz andere Position als die europäischen Nachrichtenseiten, aber was soll man da mehr machen können, wenn Positionen so konträr sind? Es ist zugegebenermaßen schwer.Ich persönlich finde die Online-Ausgabe von Asia Times und The Hindu und nicht schlecht und finde viele der dort geschriebenen Beiträge sind m.E. recht objektiv… das spiegelt natürlich nur meine Einstellung wider. Aber wie gesagt, es ist schwer verlässliche Informationen zu finden, da alle Seiten natürlich an der Propagierung ihrer Wahrheit interessiert sind, teilweise mit Tricks (Bilderfälschung, Falschinformationen etc.) arbeiten und es für den Rest, egal ob Iraner, Europäer oder Amerikaner, schwer ist das richtige herauszufiltern.

      Zum zweiten fragt man sich, warum die Desinformationskampagne im Westen so systematisch und organisiert betrieben wird.

      Es sind ja keine reinen Desinformationskampagnen. Dabei spielt auch viel Effektmacherei zur Erhöhung der Hits/ Klicks/ Auflagen eine große Rolle. Die Proteste in Iran fanden (und finden) ja tatsächlich statt und der Staat schlägt auch wirklich zu, man muss hier jedoch ehrlich genug sein und sehen, dass auch Berlin oder Madrid zuknüppeln, wenn Leute das System umkippen wollten (also z.B. velayat-e faqih abschaffen wollen).

      Ich sehe es so: die Regierung, in der mittlerweile die Pasdaran sehr viel zu sagen haben, kann sich nicht liberalisieren, denn dazu wird von außen zu viel Druck gemacht, der Probleme im Inland erzeugt:

      2 Beispielschemata:
      höhere Militärausgaben -> Machtdemonstration in der Region zur Abschreckung und Untermauerung des Status, z.T. auch durch Geldtransfer zur Hamas um zu zeigen: wir haben Einfluss und Macht, also wenn ihr uns Probleme macht, dann machen wir euch auch Probleme oder

      Zwang zu Import von Benzin wegen alter Raffinerien => Haushaltsbudget schrumpft => weniger Geld für wichtige Investitionen oder Investitionen in den Binnenmarkt => Arbeitslosigkeit => Unzufriedenheit => keine Perspektive => ausbleibende Lohnzahlungen => Proteste

      Käme von außen nicht so viel Druck, bzw. würde die IRI vollständig in ihrer regionalen Rolle anerkannt werden, würde auch die Beschwörung äußerer Feinde obsolet werden, die Paranoia vor einem Umsturz würde deutlich abnehmen und man könnte im Inland die Zügel lockern…

      Für mich unterscheidet sich die Art und Weise nicht von dem, wie seinerzeit der Irak-Krieg vorbereitet wurde.

      Möglich, aber Iran ist ein anderes Kaliber. Ich kenne kaum ein Volk das so stolz auf sein Land und seine Zivilisation ist dass es dafür sogar sterben würde und sich gegenüber anderen Völkern, auch wenn diese wirtschaftlich und militärisch im Vorsprung sind, kulturell und zivilisatorisch überlegen fühlt (und gleichzeitig sind sie dabei erstaunlich wenig arrogant, sondern sogar überaus gastfreundlich). Dazu kommt das seit Khomeini noch gewachsene Märtyrertum im Land, das Menschen durch Minenfelder laufen lässt… so wie ich das einschätze würde Teheran trotz seiner militärischen Unterlegenheit mit gewaltiger Wucht zurückschlagen, und zwar so dass sich die Menschheit sehr lange daran erinnern wird.

      Daher auch mein Wunsch (#10) nach einer Einschätzung, welche wirklichen Interessen auf iranischer und insbesondere westlicher Seite dahinterstehen.

      Irans Interessen sind relativ klar: Anerkennung des Regionalmachtstatus, Anerkennung der Legitimität der IRI auf gleicher Augenhöhe und eine Diplomatie ohne Carrot and Stick, Wirtschaftliche Kooperationen im vollen Umfang (inkl. WTO Zugang), Respekt, Entschuldigungen seitens Russlands, Englands, den USA etc. Ich denke die Zeiten, das Iran nochmal Herat bzw. die Territorialverluste im Kaukasus (danke Russland) wieder einkassieren möchte sind vorbei, sondern es geht hier einfach nur um eine Regierung, die nach Anerkennung und einem festen, regionalmächtigen Platz sucht. Je mehr Länder dabei mit dem Land kooperieren, desto besser, besonders wenn es so ein mächtiges Land wie China ist.

      Ich weiß natürlich auch, dass dies vielen Oppositionellen und Regimegegnern nicht schmecken würde, aber das Land besteht nunmal aus über 70 Millionen Menschen, die nicht alle oppositionell sind und auch ihre Vorstellungen und Wünsche haben. Das Volk muss also selbst mit sich aus machen, wohin das Land driftet, nicht der Westen oder China oder sonstwer. Aber diese ständige Blockadehaltung von außen schadet der Bevölkerung, während eine vollständige Legitimierung, Anerkennung des Status, Wirtschaftskooperation etc. definitiv viel mehr Veränderung in die positive (demokratische?) Richtung bringt wird – längerfristig gesehen. Man vergleiche hierbei nur das China unter Mao und das seit Nixon von den USA hofierte China seit 1971!

      Worum geht es den Westen? Ich denke die Seidenstraßenstrategie Washingtons ist schonmal ein deutliches Indiz. Es geht heute um Rohstoffe, Energie, die Sicherung von Einflussphären, und da kann man keinen bockigen Iran gebrauchen, der einen auf dicke Hose macht und den Europäern oder Nordamerikanern da in die Quere kommt, wenn er seine wirtschaftlichen oder regionalpolitischen Interessen gefährdet sieht. Der Shah war ja damals ein schöner Stützpfeiler am Persischen Golf, was heute eher die arabischen Staaten sind. Das Problem ist nur, Iran liegt eben so schön zwischen Asien und Europa, zwischen Persischem Golf, Zentralasien, Kaspischen Meer, hat eine Unmenge an Rohstoffvorkommen (nicht nur Öl und Erdgas) und will auch noch als Regionalmacht schalten und walten… da kann es doch nur zu einem Interessenskonflikt kommen, der entweder mit einer westlichen Regierung in Iran oder einem Aufgeben am Festhalten der geostrategischen Ambitionen des Westens in der Region aufgehoben werden kann.

    48. Axel schrieb am 7. März 2010 at 15:40 - Permalink

      @#45 Linus am 7. März 2010 um 14:34

      Also ich hab jetzt genauer die Punkte des Anstoßes mitbekommen. Israel wurde rassistisch genannt und soll eine neue Sklaverei aufbauen wollen. Also an meiner grundsätzlichen Parteinahme für Israel bleibt es.

      Es bleibt aber auch dabei: Ich halte die Äußerungen Ahmadinedjads in der Uno-.Rede für ungerechtfertigt, würde sie aber nicht als Hetze bezeichnen, vor allem wenn man bedenkt, das er in dem Konflikt ja Partei ist. Ich hätte sie lediglich als sachlich unkorrekt zurückgewiesen oder vielleicht von einem Versuch der Verunglimpfung gesprochen. Ich selbst würde die Äußerungen noch als polemisch bezeichnen. Also das muß man aushalten können und sich meinetwegen dagegen verwahren.

      Ob wir nun generell falsch informiert sind, will ich aber dahingestellt sein lassen. Auch glaube ich nicht das gewisse Fehlinterpretationen oder Falschmeldungen der Presse mich zu einer fehlerhaften Beurteilung der Gesamtsituation führen.

      Aber ich kenne das Problem mit fragwürdigen Informationen über den Nahen Osten sehr wohl. Ein Freund von mir befaßt sich ganz dezidiert mit dem Nahen Osten, hat im Gegensatz zu mir echte Hintergrundinformationen und sich sogar eine Datenbank zum Thema aufgebaut. Ich weiß, wenn mal was ist und ich ihm was schreibe, zu dem was ich in ersten Meldungen gelesen habe, berichtigt er mich oft ganz unaufgeregt. Aber er kennt eben auch die Lügen der Gegenseite sehr gut.

      Es ist schwierig mit den Informationen aus dem Gebiet.

    49. Kalle schrieb am 7. März 2010 at 15:42 - Permalink

      Man man man

      Die deutsche Hofpresse hat ja so einige Geister im Blog vollends gehirngewaschen!
      Iran ist einer der einzigen Länder im Nahen Osten der Aufrichtig ist.
      Der ganze internationale Terrorismus den man ja so gerne immer mit Al-Qaida umschreibt ist ein Produkt fanatischer SUNNITEN (Ich bin selber Sunnite). Der Schiitische Iran hat rein gar nichts mit Terror gegen europäische Staaten zu tun. Im Gegensatz ist besonders Saudi Arabien dieses Perverse Land mit seinem Saudi Familienbetrieb an der Macht, der rein gar nix mit Demokratie zu tun hat, der Verbündete des Westens. Wie dumm muss man sein, seine Seel für Öl zu verkaufen – das kann nur der Kapitalist!

      Auch dieses ganze geschwafel über Israel hier und da und dort ach Israel, Israel, Israel.
      Abgesehen davon das die Existenz Israels für mich keine Bedeutung hat, kann ich jedes gehirnlose westliche Schaf, was sich von der westlichen Hofpresse betrügen lassen hat beruhigen, das die Existenz Israels, auch im Falle einer potenziellen atomaren Großmacht Irans, NIEMALS in Gefahr wäre.

      Das ist doch wie 1+1. Ich denke die Menschen im Westen bilden sich ihre Meinung unabhängig und sind alle insgesamt freier als Orientalen!

      Für alle DUMMIES: Sollte der Iran eine Atombombe haben, (es gibt bis heute kein Beweis dafür das sie es wollen, beim Irak hat man auch gesagt er habe Massenvernichtungswaffen ;-) – alles LÜGEN

      Aber gehen wir mal theoretisch davon aus der Iran hat Atomwaffen. Was würde es denn bedeuten wenn der Iran sie einsetzt??? Es würde bedeuten das der Iran sein eigenes Grab gräbt! Denn dann würde der Iran von USA mit einem atomaren Gegenangriff rechnen müssen. Was heißt das ??? Wir hätten eine PATT Situation. Wie im Kalten Krieg!

      Des Weiteren sind das alles zionistische LÜGEN und die westlichen Hofpressen nehmen diese freiwillig auf den Iran als unberechenbar darzustellen. Das ist GELOGEN !!! Der Iran und Syrien sind aufrichtiger und berechenbarer als Saudi Arabien je sein wird. Diese Länder sind klug und weise. Sie wollen Palästina nicht zerstören sondern befreien und wenn sie Israel atomar angreifen würden, würden sie Palästina nicht befreien sondern zerstören und die ganze Region atomar verseuchen. Schiiten würden niemals das Heilige Land zerstören, eher würden es Zionisten und der Westen machen.

      Hier gehts um nichts anderes als darum das Sunniten (Saudi Arabien) und Zionisten eine unheilige Allianz eingegangen sind in dem sie der Gedanke, das Iran nicht angreifbar ist wild macht! Gleichzeitig wissen sie eigentlich ganz genau das der Iran niemals ein krieg anfangen würde – denn das wäre logischerweise Selbstmord. Dem Iran geht es nur darum seine eigene Existenz zu sichern, das was angeblich Israel auch für sich beansprucht!

      Man brauch sich nur die letzten Jahrzehnte anschauen und dann weiß man wer der Übeltäter im Nahen Osten ist. Und zwar Israel. Israel hat nur stress mit seinen Nachbarn und behandelt die Indigene Bevölkerung der Palästinenser wie Dreck. Sorry aber so ein Staat hat kein Existenzrecht. Warum war diese Einstellung im Fall Südafrikas total HIP und IN un COOL und ist es in diesem Fall nicht???

      Aus diesem Grund ist der Westen ein Heuchler und der Wolf im Schafsfell !!!

      Lang lebe die ISLAMISCHE REPUBLIK IRAN und die Stabilität und der Frieden den sie seit Jahrhunderten in seiner Region ausstrahlt, etwas an dem sich der Westen ein Vorbild nehmen könnte!

    50. Windhorst schrieb am 7. März 2010 at 16:24 - Permalink

      Sowohl Artikel als auch viele Kommentare enthalten für meinen Geschmack zu viel eurasische Karl-May-Romantik.
      Tatsächlich sind es die Russen und Chinesen, die strategisch kurzsichtig und profitorientiert handeln und der Westen agiert weitsichtig, in Bezug auf die Frage nach den Konsequenzen einer iranischen Atombombe.

      Wofür braucht Iran die Atombombe?
      Wie hier schon erwähnt, wird sie heutzutage von den Regierungen als Defensivwaffe angesehen, ihren Einsatz würde die IR Iran nicht überleben. Wäre Ahmadinedschad tatsächlich so opferbereit, dann wäre er im Iran-Irak-Krieg an der Spitze der Kinder zum Räumen der irakischen Minen gelaufen. Wenn man einigen Kommentaren hier und in der internationalen Presse Glauben schenken darf, dann entwickelt sich die Islamische Republik momentan eher zu einer Militärdiktatur von einer reinen Theokratie weg.

      Es gibt einen anderen Grund nämlich die erschütternde demographische Entwicklung des iranischen Bevölkerung.
      70% sind unter 25 Jahren, gleichzeitig ist die Geburtenrate in den letzten 20 Jahren von ca. 6-7 auf 1.7 gefallen, härter als jede andere bisherige Entwicklung. Das heißt, dass momentan Teheran “überkocht” getragen von der jungen stürmischen Bevölkerung, gegen 2050 aber die Wirtschaft vor der Implosion stehen wird, wenn innerhalb kürzester Zeit über 20% zu alt zum Arbeiten werden.

      Die eine Möglichkeit wäre jetzt gewesen (!) die gigantischen Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf zu nutzen um eine zukunftsfähige Wirtschaft aufzubauen. Haben sie nicht, stattdessen eine Verschleuderung der begrenzten Mittel für Aufrüstung, obwohl der projektierte Hauptgegner USA mit der Aufstände im Irak und Afghanistan stark am Keuchen war/ist. Die USA werden sicher nicht nochmal Soldaten in Brigadestärke opfern um die geopolitische Position um ein paar Jota zu verbessern.
      Die zweite Möglichkeit ist der Eroberung eines neuen “persischen Reiches” auf Kosten der Nachbarstaaten um mit ihren Bodenschätzen und Reichtum den gesellschaftlichen Kollaps in 40 Jahren zu verhindern.

      Die Atombombe würde als Schutz davor dienen, dass eine hyperaktive Groß- oder Supermacht sich dabei einmischt. Angesichts des Leides und der Unruhen, die so ein Feldzug mit sich bringen würde, sind die Kosten der Sanktionen gering und Russland vor allem China wären dumm aufgrund der paar Milliarden an Exporterlösen sich dem zu entziehen.

      PS: Zwei Anmerkungen
      Die Idee ist natürlich nicht von mir, sondern stammt von einem Artikel der AsiaTimes.
      http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/IK13Ak01.html
      Die demographischen Daten des Irans kann man auf der englischen Wiki einsehen.
      http://en.wikipedia.org/wiki/Demography_of_Iran

    51. Linus schrieb am 7. März 2010 at 16:47 - Permalink

      @Axel #47:

      Es ist nicht hinzunehmen, dass eine absolute Minderheit mit Hilfe eines raffinierten internationalen Netzwerkes und unmenschlicher Pläne über die Wirtschaft, Politik und Kultur wichtiger Teile der Welt herrscht, eine moderne Sklaverei beginnt und das gesamte Ansehen der Völker, selbst der europäischen Nationen und der US-Bevölkerung für ihre rassistischen Interessen opfert.

      Ist hier irgendwo von Israel die Rede? Ich meine vielmehr, daß er sich auf eine gewisse Polit-Clique in den USA bezogen hat. Nun, da mag man drüber streiten. Aber, wenn es strittig ist, dann bleib doch bitte genau.

      Damit es auch für die anderen, die jetzt nicht die ganze Rede lesen wollen, nachvollziehbar wird – hier die gesamte Passage im Wortlaut:

      Wie ist es möglich, dass die Verbrechen einiger Besatzer, die sie an wehrlosen Kindern und Frauen begehen und die Zerstörung von Häusern, Anbauflächen, Schulen und Krankenhäusern bedingungslose und vollständige Unterstützung einiger Regierungen erfahren, und die entrechteten Männer und Frauen wegen dem ?Vergehen? ihr Haus und ihre Heimat verteidigt zu haben, den schwersten Blockaden und Sanktionen in Bezug auf Nahrung, Wasser- und Arzneiversorgung ausgesetzt sind und eine Generationsausrottung an ihnen verübt wird? Wie ist es möglich, dass sogar der Wiederaufbau ihrer Anlagen , welche während des barbarischen 22-tägigen Angriffes der Zionisten zerstört wurden, auch noch kurz vor Einbruch des Winters weiter verhindert wird, während gleichzeitig die Aggressoren und ihre Unterstützer Parolen von der Verteidigung der Menschenrechte ausrufen und unter diesem Vorwand die anderen unter Druck setzen?!
      Es ist nicht hinzunehmen, dass eine absolute Minderheit mit Hilfe eines raffinierten internationalen Netzwerkes und unmenschlicher Pläne über die Wirtschaft, Politik und Kultur wichtiger Teile der Welt herrscht, eine moderne Sklaverei beginnt und das gesamte Ansehen der Völker, selbst der europäischen Nationen und der US-Bevölkerung für ihre rassistischen Interessen opfert. Es kann nicht akzeptiert werden, dass einige sich aus einer Entfernung von mehreren tausend Kilometern, im Nahen Osten militärisch einmischen und Mord, Krieg, Terror, Drohung und Übergriffe mitbringen, aber die Sensibilität der Völker in der Region hinsichtlich ihres Schicksals und der nationalen Sicherheit und ihr Protestruf hinsichtlich der Ungerechtigkeiten und der Angriffe und ihre Unterstützung für ihre Landsleute und ihre unterdrückten Glaubensbrüder als Anfeindung des Friedens und als Einmischung in die Angelegenheiten anderer betrachtet werden! Schauen Sie sich die Lage im Irak und Afghanistan an! Es geht nicht an, dass ein Land unter Heranziehung von Slogans über Terror- und Drogenbekämpfung militärisch beherrscht wird, während gleichzeitig die Drogenproduktion und das Ausmaß des Terrorismus um ein Vielfaches zunimmt und tausende Unschuldige unter der Bevölkerung getötet, verletzt oder obdachlos sowie infrastrukturelle Anlagen zerstört werden und die Sicherheit der Region in Gefahr gerät, die eigentlichen Urheber dieser ständigen Tragödien aber die anderen brandmarken. Es geht nicht, dass jemand Sprüche von Menschenliebe und Zusammenarbeit mit anderen Völkern von sich gibt, und gleichzeitig seine militärischen Stützpunkte in den verschiedenen Teilen der Welt, darunter in Lateinamerika ausbaut.

      Und so liest sich das in der ARD:

      Während seiner anti-semitischen Tiraden verließen viele Delegierte, unter anderem der USA und Deutschlands den Saal.
      Er beschuldigte das “zionistische Regime” Israel des Völkermords. “Es ist nicht hinnehmbar, dass eine kleine Minderheit durch ihre komplizierten Verstrickungen die Politik, Wirtschaft und Kultur in großen Teilen der Welt dominiert, eine neue Form der Sklaverei errichtet und den Ruf anderer Nationen schädigt”, sagte er.

      Das war’s dann aber auch schon.

      Und dies eine offizielle Stellungnahme aus dem Spiegel:

      Eine Sprecherin der deutschen Uno-Botschaft sagte, man habe die Israel-Passage als “inakzeptabel antisemitisch” empfunden und habe daher mit vielen anderen europäischen Kollegen den Saal verlassen. “Es ist enttäuschend, dass Herr Ahmadinedschad einmal mehr hasserfüllte, beleidigende und antisemitische Rhetorik gewählt hat”, erklärte der Sprecher der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen, Mark Kornblau.

      Bei aller streckenweise berechtigten Kritik an Ahmadinedschads Rhetorik. Es ist schon erstaunlich, wie sich das dann in den westlichen Medien liest.

    52. Axel schrieb am 7. März 2010 at 16:57 - Permalink

      Ich möchte jetzt mal ganz konkrete Fragen stellen. Ich will eigentlich hier diskutieren und in dieser Diskussion Informationen bekommen oder auch etwas lernen.

      Meine Frage: Ist es gerechtfertigt, das Israel mit Raketen beschossen wurde (ich weiß nicht wann zum Letzten Mal). Welchen Gegner hat Israel eigentlich? Befindet sich Israel dort in einer Auseinandersetzung mit einem anderen Staat?. Oder in einer Auseinandersetzung mit einer oder mehreren Terrororganisationen, die sich in Palästina bzw. Libanon eingenistet haben. Dann wäre der Beschuß Israels reiner Terror.

      Ich könnte einen Freund fragen, aber vielleicht kann man mir das hier ja auch ganz sachlich beantworten.

      In welcher Abfolge findet der Raketenbeschuß statt: Agression Israels und dann Beschuß oder Beschuß und dann “Vergeltungsmaßnahme” Israels? Was sind außer “Vergeltungsmaßnahmen” Agressionen Israels?

    53. unbequemer schrieb am 7. März 2010 at 17:42 - Permalink

      @ Axel

      Sie kennen Puppentheater, oder Marionettentheater? Der Spieler ist nicht zu sehen. Und im Normalfall ist es ein Spieler der Kasperle und das Krokodil steuert.

      Die kleinen Kinder nehmen das ernst. Wenn das Krokodil im Hintergrund auftaucht, Kasperle angeblich ja nichts bemerkt, dann rufen und warnen die Kinderlein das Kasperle.

      Wenn wir Erwachsenen dem Theater der “Puppen” Israel-Palästina zuschauen, rufen wir auch! Dabei sollten gerade wir Erwachsenen in der Lage sein, zu begreifen, dass egal wer einen Anschlag oder Gegenanschlag startet, die Lage an sich nicht verändert.

      Es ist auch immer wieder das Symbol “Spirale der Gewalt”, welches genutzt wird. Nein, Spirale ist für mich schon immer der falsche Begriff. Es ähnelt eher einer Doppelhelix. Die Verbindungen sind die Stufen, auf denen die Gewalt beider Seiten nach oben steigt. Denn das funktioniert nur gemeinsam. Einer alleine kann die Gewalt nicht immer weiter steigern. Denn dann fehlt eine Seite der Stütze, in der die Stufen ihren Halt finden können.

      Ein naheliegendes Beispiel. Sie sind verheiratet, ihre Ehe scheitert, Scheidung. Nun geht der “Krieg” los. Ihre Exfrau “schiesst” auf Sie, getroffen feuern Sie zurück. Jedesmal wenn eine Seite einen Treffer erzielt, jubelt sie. wenn sie getroffen wird, balllert sie wütend zurück. Wie dieses Situation entschärfen?

      Einfach, es geht. Auch wenn man zuerst noch ein paar Treffer einstecken muss. Man schiesst nicht mehr zurück. Man zeigt keine Wirkung mehr, wenn man getroffen wurde, Dann vergeht dem “Schützen” irgendwann der Spass. Noch besser ist es dann aber, wenn ein “neutraler Kommentator” dem Schützen sein Fehlverhalten kritisiert. Wenn die “moralische Bewertung” dann dem Opfer beisteht und dem Täter Grenzen setzt.

    54. Peleo schrieb am 7. März 2010 at 17:50 - Permalink

      @ Kalle, 49

      der Frieden den sie seit Jahrhunderten in seiner Region ausstrahlt, etwas an dem sich der Westen ein Vorbild nehmen könnte!

      Aha, deshalb auch die Waffenlieferungen nach Syrien, Libanon und Gaza. Frieden schaffen mit immer mehr Waffen? Leider nimmt sich der Westen daran ein Beispiel.

    55. Interessierter schrieb am 7. März 2010 at 17:54 - Permalink

      @Axel

      Noch ein paar Fragen:
      Welches Volk wurde doch eingemauert? Und mit Sanktionen bestraft? Und mit einem kurzen Krieg ueberzogen? Wieviele Tote gab es durch relativ primitive Raketen? Wieviele auf die Gegenreaktion der Israelis?

      Wer hatte doch gleich mit Atombomben 200.000 Menschen getoetet? Wer hat einen Krieg vom Zaun gebrochen, bei dem 60.000.000 Menschen getoetet wurden? Wer ist der wohl verlaesslichere Besitzer von atomaren Waffen? Wer baut an einem Raketenschild, dass potentiell den Erstschlag erlauben wuerde? Wer hat die beiden Nachbarn Irans, Afghanistan und Irak, besetzt?

      Wer liefert U-Boote die mit atomaren Waffen bestueckt werden koennen an Israel? Wer ist nicht dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten? Wer manipuliert staendig mit falschen Uebersetzungen und falschen Textpassagen aus DR. Ahmadinejads (soviel Zeit muss sein) Reden? Wer ist gewaehlter Praesident?

      Wer hat den Schah von Persien eingesetzt? Irak besetzt aufgrund von Massenvernichtungswaffen? Wer hat mit Agenten Morde begehen lassen?

      Hier ist billige Propaganda am Werk um schnell noch einen Krieg anzuzetteln. Und ich befuerchte es wird gelingen, wie man den Kommentaren hier entnehmen kann. Und diesmal wird die Koalition der Willigen wohl groesser sein, wie man nach den Auesserungen von Dr. Westerwelle befuerchten muss. Der Iran soll die A-Bombe haben, besser heute als morgen.

      [...] umgehende und vollständige Herstellung der Rechte des palästinensischen Volkes durch eine freie Volksbefragung und Schaffung der Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben der palästinensischen Muslime, Christen und Juden sowie Abbruch der Einmischungen in die internen Angelegenheiten Iraks und Afghanistans, der Bevölkerung in Afrika, Lateinamerika und Asien und Europa.

      Aus der besagten UN Summit Rede – der “Hassrede”

      Ich kann daran nichts verwerfliches finden.

    56. Truvor schrieb am 7. März 2010 at 18:03 - Permalink

      @ Jamas #40

      “Was russische Maschinen anbelangt, so sind die Ersatzteile für Iran ja zu bekommen …….”

      Bekommen können sie natürlich die Ersatzteile (die Russen halten sich nicht an die westliche Sanktionen, da hast Du recht), das tun sie aber bei weitem nicht immer.
      Letztes Jahr (das war glaube ich im Juli) habe ich ein paar (fachmännische) Artikel im russischen Internet zu diesem Thema gelesen.
      Dort wurde gerade das Problem der nachgebauten Ersatzteilen erwähnt, welches im Iran besonders oft anzutreffen ist.
      Mehrere afrikanische und asiatische Länder besitzen auch (noch ältere) russische Maschinen, aber die Iraner verlieren in den letzten 10 Jahren mehr russische Flugzeuge als all die andere Länder, ist das nicht komisch ???
      Ich kann natürlich auch die Sorgen der Iraner im Bezug auf russische Flugzeuge nachvollziehen, aber diese, in den letzten Jahren, öftere Abstütze haben überhaupt nichts mit der Zuverlässigkeit dieser Flugzeuge zu tun.
      Das eigentliche Problem liegt mit Sicherheit nicht an der Zuverlässigkeit der russischen Flugzeuge (wenn ich diese oder andere Artikel zu den nachgebauten Ersatzteilen wieder finde, dann werde ich sie natürlich sofort nachreichen. Nach dem nächsten Absturz (Gott weiß, den wünsche ich mir nicht) wird es (leider) weitere Artikel geben).

      PS. Wollte eigentlich einiges zu Deinem Artikel sagen, aber diese blöde Flugzeuggeschichte hindert mich irgendwie daran. Nicht umsonst hasse ich diese (Sch…)flugzeuge :-)

    57. Peleo schrieb am 7. März 2010 at 18:13 - Permalink

      @ Axel

      Es geht ja nicht nur um die Raketen, sondern um die vielen Bombenanschläge auf Supermärkte, Busstationen und Cafés in Israel selbst. Daher die “Mauer”, die allerdings auch Ungerechtigkeiten mit sich bringt, weil sie teilweise an den falschen Stellen gebaut wurde und wird.

      Den Palästinensern geschieht auch auf andere Weise Unrecht, durch Siedlungsbau, Zerstörung von landwirtschaftlichen Flächen, Checkpoints usw. Das sahen auch in Israel viele so, es gab ja eine “Friedensbewegung”. Heute sind es nur noch wenige. Die ständigen Anschläge und die aggressive Reaktion auf den Gaza-Abzug haben sie klein und “Bibi” groß gemacht.

      Die Palästinenser hätten die besten Voraussetzungen für einen gewaltfreien Widerstand nach dem Vorbild Gandhis gehabt: Ein moralisches Recht, ein dem Recht verpflichteter Gegner mit freien Medien und einer intakten Öffentlichkeit. (All das kann man von keinem der Nachbarn sagen”). Bedauerlich, dass sie diesen Weg nicht gewählt haben.

    58. Interessierter schrieb am 7. März 2010 at 18:21 - Permalink

      @Peleo

      Die Palästinenser hätten die besten Voraussetzungen für
      einen gewaltfreien Widerstand nach dem Vorbild Gandhis
      gehabt: Ein moralisches Recht, ein dem Recht verpflichteter
      Gegner mit freien Medien und einer intakten Öffentlichkeit.
      (All das kann man von keinem der Nachbarn sagen”).
      Bedauerlich, dass sie diesen Weg nicht gewählt haben.

      Welch wohlfeiler Vorschlag. Das moechte ich gerne sehen, wie andere friedlich auf die Besetzung ihres Landes, Siedlungsbau etc. reagieren wuerden. Sollte Frankreich beschliessen, dass Saarland wieder haben zu wollen und wir dann friedlich protestieren, natuerlich. Erstaunlich, dass man immer den Schwaechsten raet, doch eine gewaltfreie Strategie zu waehlen.

      “intakten Oeffentlichkeit” – laecherlich – Israel kann doch veranstalten, was es will. Hat das schon jemals irgendwelche Konsequenzen gehabt? In Berichterstattung oder sogar der UNO? Hat es jemals irgendetwas geaendert?

    59. Linus schrieb am 7. März 2010 at 18:25 - Permalink

      @Liebe ALLE

      BITTE laßt die Israel-Diskussion SOWEIT ALS MÖGLICH aus dem Spiel – das ist ein anderes Thema.
      Das soll gewiß kein Maulkorb sein, aber sonst fliegt uns hier der Laden auseinander!!

    60. PA schrieb am 7. März 2010 at 18:49 - Permalink

      @ Jamas #9

      Russische Flugzeuge

      Aber hier die Highlights der zivilen Luftfahrtunfälle der letzten 20 Jahre:
      http://aviation-safety.net/database/record.php?id=19930208-0
      http://aviation-safety.net/database/record.php?id=20030219-0
      http://aviation-safety.net/database/record.php?id=20090715-0

      also ich habe den ersten Link angeschaut und als Ursache ist da

      Narrative:
      Mid-air collision between a Tu-154 (departing from runway 29R) and an Iranian Air Force Sukhoi 22 (on VFR approach to runway 29L).

      Sieht nach einem Zusammenstoß aus. Hat wohl nichts mit Technik sondern mit Piloten zu tun.

    61. Axel schrieb am 7. März 2010 at 19:17 - Permalink

      @ Linus

      Ja als ich meine Raketenbeschußfrage abgeschickt hatte fiel mir auf, das ich eigentlich ein wenig off topic war.

      Aber das ergab sich zwangsläufig, denn:

      Dass sich seit dem Kabinett Merkel I auch Berlin diesem Sanktionsregime angeschlossen hat, ist in Anbetracht der wirtschaftspolitischen Realitäten bedauerlich und hilft bei einer wie auch immer gearteten Demokratisierung Irans auch nicht wirklich weiter .

      Wenn auch unsere Politiker nicht auf mich hören, innenpolitisch könnte ich ihnen viele Ratschläge geben. Aber gegenüber einem Regime, das ein Anderes von der Landkarte tilgen will und nach der Atombombe zu greifen droht, fällt mir für die Bundesregierung kein Rat ein. Das muß ich der Bundesregierung überlassen. Den Chinesen mag das egal sein und damit auch für die moralische Verfaßtheit der chinesischen Diktatur sprechen. Aber dem Westen kann das wegen Israel eben nicht egal sein. Da sind wir bei Israel.

      die sicherheitspolitischen Sorgen Teherans im vollen Umfang berücksichtigen. Schließlich motivieren und beflügeln diese Sorgen das Atomprogramm des Landes und verschulden nicht zuletzt die innenpolitische Härte des Regimes mit.

      Ohne das Atomprogramm gibt es für Teheran keine sicherheitspolitischen Sorgen und auch keine Veranlassung für Sanktionen, wobei ich jetzt nicht weiß, ob die Sanktionen nur wegen des Atomprogramms gefahren werden. Solange das Atomprogramm nicht mit Sicherheit die Möglichkeit der Erlangung der Bombe ausschließt (das soll ja ausgeschlossen werden, ein ziviles Atomprogramm will man dem Iran ja sogar zugestehen) ist Teheran allerdings in Gefahr. Und das wäre auch für den Rest der Welt wieder nicht angenehm.

      Vielleicht sagt mir jemand wer Iran noch angreifen will, wenn die Probleme mit dem Atomprogramm geklärt wären!

    62. Interessierter schrieb am 7. März 2010 at 19:25 - Permalink

      @Axel

      Aber gegenüber einem Regime, das ein Anderes von der Landkarte tilgen will und nach der Atombombe zu greifen droht, fällt mir für die Bundesregierung kein Rat ein.

      Das Zitat ist nachweislich falsch. “Das Besatzungsregime Isreals muss Geschichte werden” ist schon naeher dran. Ausdruecklicher Bezug auf das Regime, nicht das Land und auch kein Bezug auf die Religion der Juden, da Ahmadinejad wiederholt friedliches Zusammenleben von Christen, Muslimen und Juden gefordert hat. So zuletzt auch in der Rede auf der 64. Vollversammlung.

      Wikipedia

      Vielleicht sagt mir jemand wer Iran noch angreifen will, wenn die Probleme mit den Atomprogramm geklärt wären!

      Ach ja? Und Irak? Der hatte ja auch ganz viele Massenvernichtungswaffen.

      Wie soll man beweisen, dass man etwas nicht hat? Wie soll man beweisen, dass man etwas nicht will? Wer beurteilt denn, ob der Iran ein Atomwaffenprogramm hat?

    63. aquadraht schrieb am 7. März 2010 at 19:25 - Permalink

      52: Die “gezielten Tötungen” mit Bomben und Raketen sind Terrormorde. Egal, ob die von den USA, Israel oder anderen Mächten durchgeführt werden, es gibt keinerlei Rechtfertigung im Völkerrecht für die Ermordung von Zivilisten, auch nicht, wenn die einer nach irgendwelchen Gesetzen rechtswidrigen oder kriminellen Organisation angehören. In dem Falle greifen Auslieferungsabkommen – oder halt nicht.

      Durch israelische Terrormorde sind in den letzten Jahren mehr Menschen umgekommen, in Gaza, aber auch in anderen Nachbarstaaten, als durch die primitiven Raketen aus dem Gazastreifen.

      Zu den Prinzipien der Demokratie zählt auch, dass man gewählte Regierungen anerkennt. Das trifft auch Gaza so zu wie auf Iran. Das nicht zu tun und stattdessen solche Regierungen mit allen Mitteln zu bekämpfen, weist einmal mehr in die Richtung staatlichen Terrors.

      a^2

    64. aquadraht schrieb am 7. März 2010 at 19:32 - Permalink

      55: Die Vereinigten Staaten haben _nicht_ einen Krieg vom Zaum gebrochen, in dem 60 Millionen Menschen umkamen. Das waren die Nazis und die japanischen Militärfaschisten. Also bitte keine Geschichtsfälschung.

      a^2

    65. Interessierter schrieb am 7. März 2010 at 19:36 - Permalink

      63: @aquadrat

      Richtig. Wer sagt denn, dass die gesuchte Antwort USA heissen soll? Wo steht das dort? Deutschland wars. Also sollten wir uns vornehm zurueckhalten, wenn es um die Beurteilung geht, wer denn gewissenhaft mit einer Atombombe umgehen wuerde und wer nicht.

      Beim weiteren Lesen der Fragen wird sicherlich auffallen, dass die Antwort auch nicht nur USA und Dtl. ist.

    66. aquadraht schrieb am 7. März 2010 at 20:13 - Permalink

      Interessierter: Auf Deine Fragen lauten die zutreffenden Antworten: USA, Deutschland, ??, USA, USA. Das “??” bezieht sich auf die Frage nach dem verlässlichen Besitzer von Nuklearwaffen und würde im Kontext nach meinem Empfinden heissen müssen “nicht die USA”. Das heisst, von 5 Antworten bezogen sich 4 auf die USA, daher meine Annahme, Du wolltest den USA auch noch den 2. Weltkrieg in die Schuhe schieben (manche tun das über Pearl Harbour-VTs). Insofern danke für die Klarstellung.

      a^2

    67. COPOKA schrieb am 7. März 2010 at 20:31 - Permalink

      @James, #47

      … Respekt, Entschuldigungen seitens Russlands, Englands, den USA etc.

      Ich verstehe es nicht wie Du es mit Russland und gar England meinst, auch im Artikel. Ok, was die USA anbetrifft, so ist noch einiges ganz frisch im nationalen Gedächtnis, aber die letzten Auseinandersetzungen mit Russland liegen schon paar Hundert Jahre her. Ich fände es schon komisch, wenn sich z.B. Frankreich nun vor Russland dafür entschuldigen würde, dass Napoleon Moskau vor 200 Jahren in Brand gesteckt hatte. Es wäre g’rade mal lächerlich, wenn man bedenkt, was sich alles in letzten 100 oder gar 50 Jahren abgespielt hat.
      Sofern ich es weiß, waren die Beziehungen zw. SU/Russland und Iran zwar nicht ganz unproblematisch aber durchaus zivilisiert. So sind sie auch geblieben.

      Worum geht es den Westen? Ich denke die Seidenstraßenstrategie Washingtons ist schonmal ein deutliches Indiz. Es geht heute um Rohstoffe, Energie, die Sicherung von Einflussphären, …

      Na ja, es geht auf jeden Fall nicht um Wohlergehen des iranischen Volkes oder gar des Landes, was meines Erachtens auch die meisten Iraner sehr gut verstehen.

    68. Jamas schrieb am 7. März 2010 at 22:10 - Permalink

      @COPOKA:

      Die Beziehung zwischen dem Russischen Reich und Iran unter den Qadscharen, aber auch Pahlavi war alles andere als zivilisiert. Ein paar wenige Beispiele:
      Russland und England haben Iran viel Territorium gekostet (England in Afghanistan, Russland hat Iran nahezu den ganzen Kaukasus abgeluchst… ja, der war mal iranisch/ persisch), haben das Land wie eine Melone behandelt, wollten es gar aufteilen (1917), haben demokratische Initativen (die Russen 1911 bei der Rausnötigung von Shuster und in Concordia mit London mit der Aufdiktierung eines genehmen Parlaments => Ende der konstitutionellen Revolution) im Keim erstickt… das sind nur ein paar Stichworte, die mir jetzt einfallen. Es gibt dazu einen Haufen Literatur. Am besten Encyclopaedia Iranica ergoogeln und den Artikel zu den Qadscharen und Pahlavi lesen, die sind sehr fundiert und gewinnbringender als der Wikipedia-Mist. Anders als vll. im Westen spielt Geschichte und historische Erlebnisse in den Köpfen vieler, ich mag sie mal so nennen, Orientalen, eine wichtige Rolle und noch heute sind Russland, vor allem aber die Briten präsent in der Dämonologie vieler Iraner. Das sind rein persönliche Erfahrung, ich kann sie empirisch nur anhand der Menschen, die ich kennen, belegen und möchte dies auch nicht generalisieren, aber ich bin damit überraschend häufig konfrontiert worden.

      @all:
      Warum es beim Thema Iran immer wieder zu Israel und Co. kommen muss verstehe ich nicht so ganz, ist es denn so schwer das Land ohne Israel, Hamas, Hisbollah, Syrien, Irak etc. zu betrachten?

    69. Karl Heinrich schrieb am 7. März 2010 at 22:39 - Permalink

      @Jamas #67

      Warum es beim Thema Iran immer wieder zu Israel und Co. kommen muss verstehe ich nicht so ganz, ist es denn so schwer das Land ohne Israel, Hamas, Hisbollah, Syrien, Irak etc. zu betrachten?

      Oh, gerade auf diesem Zusammenhang besteht Ahmadinedjad aber. Und du ja auch. Indem du angemahnt hast, Iran als Regionalmacht zu achten. Das ist es unzweifelhaft durch Unterstützung von Hamas, Hisbollah und Anschlägen im Irak.

    70. Truvor schrieb am 8. März 2010 at 03:13 - Permalink

      Jetzt wird es leider noch mehr Flugzeugabstürze im Iran geben: http://www.gazeta.ru/politics/2010/03/06_a_3334703.shtml

    71. Linus schrieb am 8. März 2010 at 09:46 - Permalink

      @Jamas #47:

      Entschuldige die späte Antwort. Vorneweg würde ich dir gern die Hand schütteln für diesen ‘persönlichen’ Kommentar. Es ist erhellend, wie banal und gleichzeitig herzergreifend sich der Alltag der iranischen Bevölkerung darstellt, anders und trotzdem ähnlich dem Alltag des deutschen Otto-Normalverbrauchers. Deine kurze Schilderung am Anfang hilft echte Brücken zu bauen.

      Danke auch für die ‘Presse’-Tipps.

      Doch nun zur politischen Großwetterlage. Da schreibst du:

      Irans Interessen sind relativ klar: Anerkennung des Regionalmachtstatus …

      Und hier stutz’ ich schon.

      Frage 1. Was bedeutet das konkret?

      Frage 2. Ich werde das Gefühl nicht los, daß es hier auch um verdeckte Animositäten zwischen Persern und Arabern geht, oder auch zwischen Schiiten und Sunniten o.ä. (bitte korrigiere mich, ich kenne mich da nicht aus). Auch die aktuellen Ereignisse im Jemen tragen zu meiner Vermutung bei.

      Frage 3: Ich habe weiterhin den Verdacht, daß dieser verdeckte Konflikt bewußt von Dritten ausgenutzt und eingesetzt wird, um eigene Interessen durchzusetzen. Nun, das ist eigentlich keine Frage, davon ist auszugehen. Trotzdem wär’s interessant zu wissen, wie das im Großen und Ganzen wirkt und abläuft.

      Frage 4: Gesetzt dem Fall, daß dem so ist, wäre es dann nicht hilfreicher, erstmal das Problem im eigenen Lager aufzuräumen, statt sich immerzu mit Onkel Sam zu beschäftigen. Ich weiß, wo soll man bei so Ländern wie Saudi-Arabien ansetzen. Trotzdem: Wäre da vielleicht eine Perspektive?

      Kurz zusammengefaßt: Wenn es im Nahen Osten nur Araber, äh Perser gäbe, wäre das Problem vielleicht gar keins. Ich frage mich, ob eine einheitliche arabisch-persische – nein, muslimische(?) – nein, auch nicht – also ‘orientalische’ Position die Karten nicht völlig neu mischen würde?

      Worum geht es dem Westen?

      Nun, was die generelle Zielrichtung des Westens angeht, bin ich relativ ernüchtert und antworte mir selbst. Da hat sich eigentlich seit der ‘Eroberung’ Amerikas nicht viel geändert. Du schreibst ja auch: Es geht i.W. um Resourcen und den Erhalt von Einfluß. Man muß das hier nicht nochmal im Einzelnen wiederholen.

      Die gegenwärtige ‘Einmischung in innere Angelegenheiten’ – so hast du’s nicht gesagt ;-) – ist einer positiven Entwicklung des Iran eher wenig förderlich. Sie geschieht aber trotzdem, und bestimmt nicht aus Unwissenheit. Ich sehe sie in einer langen Tradition von Aktionen wie Installation des Schah, Beförderung des Iran/Irak-Krieges, Iran-Contra-Affäre etc.. Heute werden halt die Möglichkeiten geballter Propaganda besonders gerne eingesetzt (s.Irak-Krieg).

      Unter diesem Blickwinkel ist aber eine Aufgabe der Blockade

      Aber diese ständige Blockadehaltung von außen schadet der Bevölkerung, während eine vollständige Legitimierung, Anerkennung des Status, Wirtschaftskooperation etc. definitiv viel mehr Veränderung in die positive (demokratische?) Richtung bringt wird ? längerfristig gesehen.

      für den Westen schlicht keine Option. Vielmehr kann das Problem für den Westen nur

      entweder mit einer westlichen Regierung in Iran oder einem Aufgeben am Festhalten der geostrategischen Ambitionen des Westens in der Region aufgehoben werden.

      Über kurz oder lang wird wohl der Westen seine Position im nahen Osten nur mit Gewalt verteidigen können (schon seit geraumer Zeit am Laufen) und auch das nicht lange. Ich glaube sowieso, daß es auf Dauer eher um einen geordneten Rückzug geht. Aber das ist jetzt wirklich Kaffeesatz-Leserei. Trotzdem:

      Frage 5: Gesetzt dem Fall, der Westen würde tatsächlich an Einfluß verlieren und der Iran könnte seinen Status als Regionalmacht festigen. Wäre unter regionalen Gesichtspunkten eine “A-Versicherung” nicht eher kontraproduktiv? Und da eine Aussicht auf die Zukunft natürlich immer in der Gegenwart wirksam wird, jetzt konsequent “zurückgedacht”:
      Steht eine angestrebte(?) “A-Versicherung” einer ‘Verbrüderung’ der Länder des Orients nicht sogar aktuell im Wege?

    72. Namal schrieb am 8. März 2010 at 11:01 - Permalink

      “Jedoch sah sich das Land ob des Wachstums im zivilen Luftfahrtsektor in den vergangen Jahrzehnten dazu gezwungen, geringwertigere Flugzeuge russischer Herkunft zu erwerben, was schon tausende Iraner und europäische Ausländer das Leben gekostet hat. ”

      Tschuldigung? Aber wo haben Sie den Mist her? Es gibt mehr Unfälle mit russischen Flugzeugen, weil es einfach viel mehr russische Flugzeuge im Verkehr gibt!

    73. Namal schrieb am 8. März 2010 at 11:15 - Permalink

      Nochmal @Jamas:

      “Wenn ich mir internationale Flugunfallstatistiken mit Toten anschaue, dann schneiden Iljushins, Tupolevs und wie sie alle heißen mögen deutlich schlechter ab als Produktionen von Boeing und Airbus.”

      Es gibt einfach viel mehr russische flugzeuge am Himmel als westliche! Außerdem, wenn man die statiustik vergleicht:

      http://de.statista.com/statistik/daten/studie/150076/umfrage/unfallraten-von-im-westen-gebauten-flugzeugen-in-2008-und-2009/

      gibt es in den ländern 3tten welt und in GUS staten auch mit westlichen flugzeugen mehr unfälle als im Westen selbst. Es ist also nicht nur eine Frage der technik sondern auch der Sicherheit! Dass russische Flugzeuge unsicherer sin ist ein Mythos!

    74. Linus schrieb am 8. März 2010 at 12:11 - Permalink

      @Jamas #47:

      Noch eine Frage ;-)

      Zwang zu Import von Benzin wegen alter Raffinerien

      Was hindert den Iran, seine Raffinerien zu modernisieren und so die Energieversorgungen in wesentlichen Teilen autark zu machen? Hier wäre doch eine Kooperation mit z.B. Venezuela möglich.

      Edit: Ich hab’s grade selbst gefunden :-)

      http://islamicrevolutionservice.wordpress.com/2009/11/26/milliardendeal-chinesische-sinopec-baut-raffinerie-in-iran/

    75. Honk schrieb am 8. März 2010 at 12:34 - Permalink

      Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden Ahmadinedschad seit Jahren Äußerungen
      in den Mund gelegt, die er nie getätigt hat. Er wird (absichtlich?) falsch übersetzt, falsch zitiert.
      Wer dazu mehr erfahren möchte, gehe auf http://WWW.ARBEITERFOTOGRAFIE.COM ! Unter IRAN NEWS/
      ARCHIV 2006 findet man zum Beispiel den OFFENEN BRIEF AN DIE BUNDESZENTRALE FÜR
      POLITISCHE BILDUNG vom 17.1.2008, oder auch VON DER LANDKARTE TILGEN: DIE SPITZE
      EINES EISBERGS vom 29.7.2008…

    76. Linus schrieb am 8. März 2010 at 12:53 - Permalink

      @Linus #74:

      Uuuhps! Ich hätte lieber den Link nehmen sollen – tut mir leid :-((

      http://www.wirtschaftsblatt.at/home/399201/index.do

    77. Truvor schrieb am 8. März 2010 at 17:33 - Permalink

      @ Honk #75

      Was die falsche Übersetzungen anbetrifft, da muß ich Dir recht geben.
      Habe mehrmals unsere “heilige” Mainstreammedien bei den falsifizierten Übersetzungen erwischt.
      Und die wagen sich auch noch als offen, unabhängig und demokratisch zu bezeichnen.
      Eine Schande ist das.

    78. egal schrieb am 8. März 2010 at 19:31 - Permalink

      Zur Verteidigung der bürgerlichen Mainstreampresse muss gesagt werden, dass die Süddeutsche nach einigen Wochen auf die falsche Übersetzung Ahmadinedschads hinwies. Seit die SPD nicht mehr regiert, hat sie sich echt gefangen (ich werde für diese Behauptung nicht von der SZ bezahlt).

      Dann noch eine Sache, die mir am great game zunehmend aufällt: man merkt, dass sich das Zeitalter der amerikanischen Hegemonie zum Ende neigt. Wenn eine Großmacht absteigt, dann merkt man das daran, dass ihre realpolitischen Fähigkeiten für eine gewisse Zeit verkümmern, bis sie die Selbstwahnehmung ihrer eigenen Möglichkeiten angepasst hat. Siehe die plötzliche Unfähigkeit Roms, die germanischen Stämme gegeneinander auszuspielen, die diplomatische Niederlage GBs gegen die USA um eine Partnerschaft mit den Saudis, den Dilletantismus von GB/F in der Suezkrise (subjektiver Eindruck; könnte noch weitere Beispiele aufzählen, ohne damit wirklich etwas zu belegen)

      Es mehren sich Berichte wie dieser, nach denen die USA/ der Westen sich im Kampf um die Rohstoffe Zentralasiens sehr ungeschickt verhält. Ob sie stimmen, kann ich nicht beurteilen, würde aber in den Trend passen.

    79. Linus schrieb am 8. März 2010 at 21:35 - Permalink

      @egal #78: Interessante These das mit der nicht rechtzeitig adaptierten Wahrnehmung am Ende einer Hegemonie. Mehr davon :-)

    80. Peleo schrieb am 8. März 2010 at 22:10 - Permalink

      @ Jamas

      Betrachtet man die Äußerungen der führenden Männer im Iran, dann ist Israel das größte Problem ihres Landes. Deshalb kann man das Thema “Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran” nicht isoliert abhandeln:

      Ali Chamenei, der oberste geistliche Führer des Irans, nannte Israel ein ?Krebsgeschwür? und sieht die ?Lösung für das Nahostproblem? in der ?Zerstörung und Vernichtung des jüdischen Staates?. Der als moderat geltende Ex-Präsident Rafsandschani erklärte den Kampf gegen Israel zur Pflicht aller Muslime, und der reformorientierte Ex-Präsident Chatami verteidigte den französischen Holocaust-Leugner Garaudy und nannte Israel ?eine alte, nicht heilbare Wunde im Körper des Islam, die dämonisches, stinkendes und ansteckendes Blut besitzt?.

      Quelle:
      http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/art141,2655173:

      @ Honk, Truvor

      Sind das alles auch “Übersetzungsfehler”?

    81. Vince schrieb am 8. März 2010 at 22:27 - Permalink

      Schöner Beitrag der den Nagel auf den Kopf trifft. Die sog. Alliierten blicken in Ihrem metastasierenden Lügengebäude leider selbst nicht mehr durch und haben sich von der Realität verabschiedet. Sollte hier nicht bald eine geistig, moralische Stabilisierung bzw. Heilung erfolgen (Drogen helfen scheinbar nicht mehr) wird ein Waffengang immer wahrscheinlicher. Der Westen muss auf die Couch. Wir sollten jetzt das Geld in einen Guten Psychiater und Mediator investieren, bevor es richtig knallt.

    82. Truvor schrieb am 8. März 2010 at 23:39 - Permalink

      @ Peleo #80

      Welche Übersetzungsfehler ?
      Wenn in den Nachrichten ganze Sätze falsch übersetzt werden.
      So etwas kann nicht zufällig passieren.

    83. Ein Katzenfreund schrieb am 9. März 2010 at 04:25 - Permalink

      Erstmal Danke an den Autor. So einen nüchternen Beitrag findet man in der gedruckten Presse selten.

      @ Linus #41
      Acuh ich habe den Eindruck, dass einige Kreise einen Krieg gegen Iran beabsichtigen. Die Propaganda läuft seit vielen Jahren auf Hochtouren und die israelische Luftwaffe hat sogar schon entsprechende Manöver zur Betankung von Bombern geübt.

      @Jamas #47
      Der Meinung, dass der Iran ein anderes Kaliber ist, möchte ich beipflichten. Es sind insbesondere Militärstrategen der USA, die sich dagegen aussprechen, den Iran so wie Afghanistan oder den Irak anzugreifen. Sie wissen, we risikoreich das Unterfangen ist. Für die, die es interssiert, hier ist unsere Analyse zur militärischen Situation:

      Warum der Iran keine Atomwaffen braucht

      Ergebnis unserer Analyse: der Iran ist auch ohne Atomwaffen in der Lage sich gegen jedweden äußeren Angriff zu verteidigen. Das macht den Iran de facto zu einer Regionalmacht, ganz egal, ob das anderen Mächten gefällt oder nicht. Andere Mächte täten gut daran, den Status des Iran zu akzeptieren, denn es wäre auch in ihrem eigenen Interesse. Ein Wirtschaftsboykott des Westens gegen den Iran hilft in erster Linie China, das bereits zig Milliarden-Dollar-schwer im Iran engagiert ist und deshalb drückenden Sanktionen nie und nimmer zustimmen wird.

      Die ganze Politik des Boykotts ist grober Unfug, der auf der fixen Idee basiert, man könne den Iran mittels Boykot zum Paria-Stat machen und ihn danach militärisch angreifen und vermeintlich erobern wie den Irak. Dabei zeigt sich jetzt schon, dass der Iran aus dem Krieg der USA gegen den Irak als Sieger hervorgegangen ist. Die USA haben sich selbst beim Angriffskrieg gegen den verhältnismäßig kleinen Irak völlig verkalkuliert. Nie zuvor gab es im Irak eine derart iranfreundliche Regierung wie gegenwärtig.

      @ Peleo
      Stephan Grigat von der Kampagne “Stop the Bomb” möge bitte Belege für seine im Tagesspiegel geäußerten Behauptungen beibringen. Gern äußere ich mich dann zu dem Unfug nochmal.

      Das Ziel des Iran ist es den mir vorliegenden Informationen nach gerade nicht, den Iran militärisch anzugreifen, sondern die Bewegung einer einer friedlichen Revolution wie in Südafrika 1994 oder in Deutschland 1989 dafür zu unterstützen, die dafür sorgt, dass das, was der Iran als Apartheid sieht, beendet wird und eine Regierung entsteht, die alle Menschen gleich behandelt. Freunde Israels machen aus der Forderung, dass Israel kein jüdischer Staat, sondern ein sekulärer Staat sein sollte, in dem alle Menschen die gleichen Rechte haben sollten, jedoch gern mal die Behauptung, sie wollten “den jüdischen Staat” Israel vernichten. Insofern wäre da die Originalquelle sehr relevant.

      Gern erkenne ich an, dass der Iran in vergangenen Jahren, zum Teil ein sehr hässliches Regime hatte. Doch genau die von Stephan Grigat zitierten und vom Westen hofierten Rafsanjani und Chatami sind es, die den Fortschritt diesbezüglich im Iran verlangsamen. Das liegt insbesondere daran, dass der Westen zur Unterstützung dieser “Opposition” im Iran zahlreiche Propagandasender aufgefahren hat, wie VoA, BBC Persia und DW Persisch, die die Opposition offen unterstützen, und nicht einmal davor zurückschrecken, Terrorgruppen wie “Jundullah”, MKO oder bombenlegende Schahunterstützer zu hofieren.

      Um die Spannungen abzubauen, müssen solche westlichen Aktivitäten beendet werden.

      @Axel
      Um den Nahostkonflikt zu lösen, müsste Israel sich bloß an das Völkerrecht und die daraus reultierenden Resolutionen der UNO halten. Hier sind sie – leider unvollständig, rund Hundert dürften da fehlen – wiedergegeben

      http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_United_Nations_resolutions_concerning_Israel

      Im Prinzip besagen alle Forderungen nichts weiter, als das Israel alle mithilfe von Angriffskrieg eroberten Gebiete räumen muss und die anlässlich der Staatsgründung vertriebenen lang ansässgen Bewohner zurückkehren lassen muss. Dies rührt daher, weil die Forderung, keine ethnischen Säuberungen und Territorialgewinne per Eroberungskrieg durchführen zu dürfen, Grundprinzipien des Völkerrechtes sind. Leider ist Israel seit Gründung nicht bereit, das Völkerreccht einzuhalten, obwohl diese Bereitschaft Aufnahmevoraussetzung für die Aufnahme in die UNo ist und auch schon bei Aufnahme Israels war.

    84. Ein Katzenfreund schrieb am 9. März 2010 at 10:31 - Permalink

      >nach gerade nicht, den Iran militärisch anzugreifen
      Entschuldigung, kleiner Fehler. Ich verkaufe einmal die Worte “den Iran”, kaufe einmal “Israel”.

    85. Linus schrieb am 9. März 2010 at 11:36 - Permalink

      @Katzenfreund #83:

      Nein, nein, nein – da hast du mich falsch verstanden, ich hab’s auch zugegebenermaßen mißverständlich ausgedrückt :-((

      Zum zweiten fragt man sich, warum die Desinformationskampagne im Westen so systematisch und organisiert betrieben wird. Für mich unterscheidet sich die Art und Weise nicht von dem, wie seinerzeit der Irak-Krieg vorbereitet wurde.

      Was ich damit sagen wollte: Für mich ist die Art der Propaganda die selbe. Allerdings weiß ich nicht, ob auch die Motive in diesem Fall die selben sind.

      Die Motive für den Irak-Krieg liegen für mich auch heute noch etwas im Dunkeln. Viel dazu beigetragen haben wohl innenpolitische Gründe wie die Bedienung von Lobbies. Erwiesenermaßen war ja ein herausragender Lobbyist immerhin Vize-Präsident. Auch bestand ja nach 9/11 politischer Handlungsbedarf (egal, was man hinter 9/11 vermutet). Außenpolitisch hatte sich dagegen die Lage eigentlich nicht so dramatisch verändert, als daß sie einen Waffengang gefordert hätte.

      Immerhin sieht man daran, daß die Bedingungen für einen Krieg sehr vielfältig und wetterwendisch sein können.

      Die heutigen Motive liegen IMO etwas anders:
      Die gegenwärtige Kampagne soll natürlich einmal verhindern, daß sich der Iran aus seiner Situation der Erpreßbarkeit befreien könnte. Zum zweiten hält sie die Option auf einen Krieg offen. Zum dritten – so zumindest meine These – stabilisiert die Kampagne die gegenseitigen Ressentiments unter den regionalen Mächten (‘divide et impera’).

      Insgesamt scheint mir die gegenwärtige Situation relativ stabil:
      - Die USA haben im Moment genug anderen Ärger, als daß sie leichtfertig einen neuen überregionalen Konflikt vom Zaun brechen würden. Deshalb würden sie wohl auch Israel keinen Freibrief geben.
      - Ahmadinedschad ist in meinen Augen ein kühler Taktiker, der ziemlich genau begriffen hat, worum es geht.
      - Und, wie schon angesprochen, dem Iran öffnen sich zur Zeit mehr und mehr Optionen, um sich aus der Abhängigkeit des Westens befreien zu können (Stichwort: chinesische Raffinerien).

      Aus meiner Sicht stellen sich für den Iran aktuell folgende Fragen:
      - Wie wollen wir unser politisches System gestalten?
      - Wie halten wir es mit unseren Nachbarn?
      - Wo finden wir wirtschaftliche Verbündete?
      Bisher wird wohl nur der letzte Punkt wirklich ernsthaft angegangen.

    86. Jamas schrieb am 9. März 2010 at 14:40 - Permalink

      @Karl Heinrich 69#:

      Oh, gerade auf diesem Zusammenhang besteht Ahmadinedjad aber.
      Und du ja auch.

      Erstmal kenne ich Sie nicht und Sietze Sie genauso wie jeden anderen hier… ein wenig Respekt bitte!

      Indem du angemahnt hast, Iran als Regionalmacht zu achten.

      Wie schön, das meine Mitmenschen anscheinend besser als ich selbst wissen, was ich denke.
      Aber ja, richtig, die Anerkennung als Regionalmacht ist soetwas wie ein Fundamentalziel, auf das ich mich hier beziehe. Hamas und Hezballah sind dabei Instrumente zur Erfüllung dieses Zwecks… ebenso gut können das aber auch ein eigenes Raumfahrtprogramm, technologische Kraftprotzerei durch Atomprogramm und Entwicklung von Raketen und anderem Militärgerät sein, ebenso aber auch die 2000 jährige Kulturgeschichte, Einberufung von internationalen Konferrenzen, Bauen von Türmen, (ehemals) protzigen Hotelanlagen auf Kish, teilweise Verhinderung des Gelangens von afghanischem Opium nach Europa und die Not in Brüssel und Washington doch mit Teheran wegen Afghanistan zu reden, die großen Rohstoffreserven (Öl, Gas, Gold etc.), die reichhaltige Literatur und Poesie der Persischen Sprache, die vielen Erfindungen in der Menschheitsgeschichte, die zuerst auf iranischem Boden stattfanden (Vorläufer der Kühlschränke, die erste monotheistische Religion, Menschenrechte, die Gitarre, Polizei – und Postwesen etc. etc.)… ach da gibt es viele Gründe warum man sich einbilden kann eine Großmacht zu sein und Sie sehen wie viele, mehr oder weniger wichtige und bedeutende Instrumente und Aspekte eine Rolle spielen, um das einfordern zu können.

      Das ist es unzweifelhaft durch Unterstützung von Hamas, Hisbollah und Anschlägen im Irak.

      Das kommt schon fast vorwurfsvoll rüber, zumal es sich ja heutzutage überhaupt nicht gehört, einem politisch genehme Gruppen zu unterstützen. Das wäre ja auch eine Frechheit, dieses Exklusivrecht hat nur der “Eliteclub”. Auch diese Gruppierungen haben ihre Ursprünge und Existenzgründe, ob man es glauben mag oder nicht.

      Aber Scherz beiseite, zumindest bei den Anschlägen im Irak bin ich skeptisch, ob da immer direkt Order aus Teheran kommt. Es wäre ziemlich dumm von den Machthabern, so viele Shiiten wegzubomben, die nunmal leider den Großteil der Opfer ausmachen (was bei einem mehrheitlichen Bevölkerungsanteil auch von der Proportion her nicht schwer ist)
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,635206,00.html
      http://relevant.at/politik/sonstige/13682/weitere-anschlaege-kurz-vor-wahlen-irak.story
      http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=2165066&

      und nicht zu vergessen: http://karlweiss.twoday.net/stories/3724914/

      Ich gebe Ihnen aber insofern recht, dass das Chaos im Irak den Iranern gelegen kommt auf dem internationalen diplomatischen Parkett.

      ich übernehme für keine der Quellen Gewähr sondern führe Sie hier exemplarisch auf.

      @ Peleo (80)#:

      Ali Chamenei, der oberste geistliche Führer des Irans, nannte Israel ein ?Krebsgeschwür? und sieht die ?Lösung für das Nahostproblem? in der ?Zerstörung und Vernichtung des jüdischen Staates?. Der als moderat geltende Ex-Präsident Rafsandschani erklärte den Kampf gegen Israel zur Pflicht aller Muslime, und der reformorientierte Ex-Präsident Chatami verteidigte den französischen Holocaust-Leugner Garaudy und nannte Israel ?eine alte, nicht heilbare Wunde im Körper des Islam, die dämonisches, stinkendes und ansteckendes Blut besitzt?.

      Ach, das ist das alte Säbelgerassel. Damit möchte man die Fanatiker/ Nationalisten/ radikale Gläubige/ Militärs (-> Pasdaran) etc. befriedigen. Aber das hat Khomeini auch schon immer gemacht, Ahmadinejad macht es auch, Rafsanjani machte es etc. Das gehört zur Tagespolitik. Wenn Sie im Iran den Fernseher anknippsen dann finden Sie irgendwo immer eine Rede/ Predigt/ Diskussion über das Thema… oder eine Doku über das “brutale Shah-Regime, das mit zig Millionen sich abgesetzt hat”…

      Wenn Sie mal auf einer Freitagspredigt gewesen sind dann, dann merken Sie was ich meine. Nachdem oder bevor alle schön gebetet haben schüttelt man sich die Hand oder unterhält sich nett, ein kurzes “Tod Israel, Tod Amerika, Tod etc. etc.” dann geht der Smalltalk weiter und man trinkt zusammen einen Tee… es ist für viele einfach nur eine Phrase, die zwar nicht hohl ist, aber auch nicht mit Innbrunst gesprochen und so gelebt wird.

    87. Peleo schrieb am 9. März 2010 at 16:04 - Permalink

      @ Katzenfreund

      Gern erkenne ich an, dass der Iran in vergangenen Jahren, zum Teil ein sehr hässliches Regime hatte.

      “…hatte” ? Was ist besser geworden?

      Doch genau die von Stephan Grigat zitierten und vom Westen hofierten Rafsanjani und Chatami sind es, die den Fortschritt diesbezüglich im Iran verlangsamen

      Wie sieht das “Hofieren” der beiden durch den Westen konkret aus? Ich habe davon nichts bemerkt. Würde mich wundern bei dieser Ausdrucksweise.

      Auf welche Weise “verlangsamen” sie den Fortschritt – und wer beschleunigt ihn?

      Ich kann natürlich kein Persisch (Farsi) und bin auf Übersetzungen angewiesen. Aber auch wenn man tagesschau.de weglässt und die englische Fassung nimmt (“will be wiped off the map”) klingt das nicht nach friedlich-demokratischem Wandel.

    88. Peleo schrieb am 9. März 2010 at 19:31 - Permalink

      @ Jamas, 86

      Ach, das ist das alte Säbelgerassel. Damit möchte man die Fanatiker/ Nationalisten/ radikale Gläubige/ Militärs (-> Pasdaran) etc. befriedigen. Aber das hat Khomeini auch schon immer gemacht, Ahmadinejad macht es auch, Rafsanjani machte es etc.

      Also sind diese Aussagen authentisch und es gibt in diesem Fall kein Übersetzungsproblem.

      Sie kennen das Land und die Sprache. Bitte erklären Sie mir: Warum machen die das?

    89. Ein Katzenfreund schrieb am 9. März 2010 at 22:16 - Permalink

      @Linus
      Motive für den Krieg der USA gegen Irak waren Empire-Building, Errichtung eines Israel-freundlichen Regimes und die Absicht der Ausbeutung der Ölresourcen. Selbstverständlich wurden diese Kräfte dabei unterstützt von der Rüstungsindustrie, für die Krieg immer gute Geschäfte verheißt. Die Ziele Empire-Building, Öl und Förderung der Rüstungsindustrie liegen so offen, dass sie hier nicht weiter erläutert werden sollen.

      Anders liegt der Fall beim Kriegsziel der Errichtung eines Israel-freundlichen Regimes im Irak. Obwohl die EInflussnahme der Lobby rechter israelischer Regierungskreise personell sehr deutlich ist, ist die dahinter stehende israelische Strategie immer noch vielen Menschen unbekannt. Ein besonders aufschussreiches frühes Schlüsseldokument zum Verständnis der israelischen Absichten hinter dem beabsichtigten Regime-Change im Irak trägt den Titel: A Clean Break: A New Strategy for Securing the Realm. Durch Regime Change im Irak sollte der nahe Osten “neu geordnet” und Syrien dabei eingekreist und die Achse Syrien-Iran damit in die Knie gezwungen werden.Die Strategen wären zum Zweck auch bereit gewesen, ein anderes Land anzugreifen, aber der Irak war durch vorhergehenden Sicherheitsratsbeschlüsse und Sanktionen am Besten für den Anfang zur “Neuordnung des nahen Ostens” nach den Vorstellungen der Strategen geeignet.

      Dass das nicht geklappt hat und die Politik des Irak heute proiranischer ist als je zuvor, liegt lediglich daran, dass die USA wichtige Schlachten am Boden gegen die proiranischen Kämpfer von Sadr und Badr ziemlich derb verloren haben. Selbst in der Welt kann man inzwischen nachlesen, dass der mit Syrien schon seit der Revolution eng verbündete Iran den Krieg der USA gegen den Irak gewonnen hat. Das Ziel, den nahen Osten proisraelisch neu zu ordnen, ist damit nur noch durch Regime Change im Iran per Destabilisierung und “Bunter Revolution” oder per Krieg selbst zu erreichen. Da ein Krieg von Militärs für zu riskoreich gehalten wird, arbeiten die USA heftig an einer “bunten Revolution”, wie man seit gut einem Dreivierteljahr anhand der zahlreiche euphorischen Medienberichten über die “Grüne Bewegung” sehen kann. Richard Haass, Präsident des einflussreichen CFR, nennt Regime Change inzwischen auch ganz offen politisches Ziel der USA.

      @ Peleo #87
      Im Inneren des Iran wird seit einiger Zeit mehr Geld für soziale Benage verwendet, was Ahmadinejad dann lustigerweise von deutschen Linken den Vorwurf eingebracht hat, er besteche die Wähler damit. Es gibt unter der Präsidentschaft von Ahmadinejad eine Reihe von Reformen in der Justiz, mit der beispielsweise die Anwendung der unmenschlichsten Strafen der Scharia zukünftig unterbunden werden soll, die letzten Wahlen wurden mit einer so breiten und kontroversen gesellschaftlichen Diskussion über die Zukunft des Iran abgehalten wie noch nie ahlen zuvor, die Gesellschaft wird dank der Wirtschaftsaktivitäten der revolutionären Garden durchläsiger für sozialen Aufstieg von Miniderprivilegierten und Frauen kommen unter der Präsidentschaft von Ahmadinejad in immer mehr führende Positionen. Ahmadinejad gehört da eher zu den Kräften, die diese Reformen vorantreiben und die Kleriker um Rafsanjani eher zu denjenigen, die sie behindern. Hinderlich für Refomen und die Abhaltung von Wahlen mit Kandidaten, die sehr konträre Meunungen vertreten, ist, dass westliche Mächte versuchen, den Wunsch der iranischen Führung nach gesellschaftlicher Veränderung dazu auszunutzen, um mit einer einseitigen Medienbrieselung dafür zu sorgen, dass die Menschen das ganze politische System abschaffen. Um keine Lücke zu bieten, mit denen es westlichen Strategen gelingen kann, eine “bunte Revolution” herbeizuführen, müssen die Reformen leider behutsamer angegangen werden, als sie das müssten, wenn es keine westlichen Aktivitäten zum “Regime Change” gäbe.

      Das Zitat ?will be wiped off the map? ist genauso falsch übersetzt wie das deutsche, und es entspricht auch nit der iranischen Politik in Bezug auf Israel. Ahmadinejad hat Chomeini zitiert, der mit den Worten seinen hoffnungsvollen Glauben daran, dass das Besatzerregime über Jerusalem irgendwann zusammenbrechen werde. Der Iran betrachtet den von den europäischen und amerikanischen Einwanderern der letzten 150 Jahre beherrschten Staat Israel als rassistisches Kolonialregime, dass die angestammte einheimische Bevölkerung vertreibt und unterdrückt. Der Iran betrachtet Israel und die von Israel besetzten Gebiete als Einheit und wünscht sich, dass es dort eine demokratische Regierung geben wird, die alle dort lebenden Menschen vertritt, die Menschenrechte einhält und die Vertriebenen zurück ins Land lässt. Manche Israelis halten das für ein Bestreben der Zerstörung von Israel, da Israel, wenn alle Menschen in den von Israel de facto kontrollierten Gebieten einschließlich der daraus vertriebenen Menschen ein gleiches Wahlrecht hätten, es in Israel keine “jüdische” Mehrheit mehr gäbe und der Staat Israel mit der Überführung in einen sekulären Staat, in dem alle Religionen gleich behandelt würden und wo es eine muslimische Bevölkerungsmehrheit gäbe, als jüdischer Staat zerstört wäre.

      Es geht dem Iran dabei aber eben nicht um einen militärischen Angriff auf Israel, der wegen der überlegenen Militärmacht Israels sowieso absurd ist, und auch nicht um die Vertreibung oder gar Ermordung der jüdischen Bevölkerung Israels, was auch nach islamischen Rechtsvorstellungen ein Verbrechen wäre, sondern darum, der nicht-jüdischen Bevölkerung von Israel und den besetzten Gebieten in ihrem Bestreben zu helfen, die gleichen Bürgerrechte zu bekommen wie sie die jüdische Bevöllkerung dort hat.

      Für die isrelische Regierung ist das jedoch ein permanenter Casus Belli, denn es sieht mit der Perspektive, ein sekulärer Staat zu werden, ihre Existenz und die des Staates Israel als jüdischer Staat bedroht.

    90. Jamas schrieb am 9. März 2010 at 23:14 - Permalink

      Sie kennen das Land und die Sprache. Bitte erklären Sie mir: Warum machen die das?

      Ich will versuchen mich sehr kurz zu fassen. Die modernen “Imperialisten”, für Offizielle des Regims also hauptsächlich USA und Großbritannien, auch gerne als der Sheitan-e bozorg (großer Teufel/ Satan) bezeichnet, die das Land “aussaugten” und mit ihm “spielten”. Übrigens möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Teufel/ Satan eine kulturell-religiöse andere Konnotation in Iran als bei uns im (christlischen) Westen hat, denn hier ist der Teufel ja soetwas wie das Böse aus der Hölle schlechthin im Gegensatz zu dem guten Gott ist, während im Islam der Teufel eher soetwas wie Täuscher und Verführer ist, der die Menschen zu Sünden verführt. Aus dieser Perspektive werden diese Länder eben als Täuscher und Spieler wahrgenommen, denen man nicht trauen kann.

      Die Interventionsgeschichte der USA, die natürlich aufgrund der geschichtlichen weitaus näher in den Köpfen der Menschen ist, hat zur Zeit der Revolution besonders viele junge Menschen und Intellektuelle, sowie auch geistliche erhitzt. Stichwortartig nenne ich einmal Operation Ajax, Unterstützung beim Aufbau des SAVAK, die Verwestlichung des Landes (von der nicht nur nicht alle profitierten, sondern in dem stellenweise doch sehr konservativen Land die Gemüter beunruhigte, wenn Bordelle neben Moscheen standen oder westliche Touris mit Sandalen, weißen Socken und Shorts durch die heiligen Gebäude wandelten, oder auch die Bindung des westlichen Shahs an Israel, das eben von einigen als Unterdrückerstaat par excellence angesehen wurde. Die Islamische Revolution ist ja nicht nur eine Revolution der Befreiung von der Shah-Diktatur und der Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen (und nicht nur einer technokratischen Elite), sondern auch eine ausgestreckte Hand an die Umma (die muslimische Glaubensgemeinschaft), die Unterdrückung abzuschütteln (und somit die westlich unterstützen Autokraten in Saudi Arabien, Ägypten etc.), sie ist also auch antiimperialistisch und, ich möchte es mal so formulieren, mit dem Motiv ausgestattet, allen Muslimen Recht und Wohlergehen zu bringen. Dabei stößt es vielen Klerikern sauer auf, dass ein Teil der Umma, in diesem Fall Palästina, seit 60+ Jahren “besetzt” ist und es gilt ihnen zu helfen. Iran sah sich dabei seit den ersten Revolutionsstunden als Retter Palästinas an und man wollte, zumindest nach Khomeinis Rhetorik, doch bis nach Qods (Jerusalem) ziehen (=> Besorgnis im Westen).

      Daher sieht man auch heute Khamene’i, Ahmadinejad und viele andere politische Figuren mit dem symbolträchtigen Palästinenserschal…dahinter steckt viel Politik, Rhetorik und nicht zuletzt Machtdemonstration. Denn diese iranische Politik des “sich Bemühens für den Islam, des Stirnbietens gegen die Imperialisten” wird von vielen Teilen der Bevölkerung muslimischen Welt, so in den arabischen Ländern, teilweise in Pakistan und Indien, aber vor allem auch in Malaysia, Indonesien etc etc. sehr bewundert und konfrontiert somit gleichzeitig eher gemäßigte, mit dem Westen kooperierende Regierungen, vor allem in den arabischen Ländern, schon ein wenig mit einer Legitimationsfrage, denn sie sollten ja ihren palästinensischen Brüdern helfen und sich auch mal gegen die Nahost-Interventionaktivitäten des Westens wehren…tun sie nicht, was natürlich politische und ökonomische Gründe hat und verärgert sie auch gleichzeitig, daher sind viele, inoffiziell, nicht gut auf Iran zu sprechen, mal abgesehen von (meine Einschätzung) wenigen Ausnahmen wie Sultan Qaboos von Oman, die Sheikhs in den VAE oder die alawitische (ein Abspaltung aus der 12er Shia, die in Iran die religiöse Staatsführung ausmacht) Führung in Damaskus.

      Um also jetzt zu resümieren, warum dieses Marg Bar Amrika/ Esrail, so denke ich, kann man nun 1+1 zusammenzählen. Es befriedigt die Revolutionäre, den konservativen Klerus, die Pasdaran (nicht unbedingt das normale Militär, also artesh) => militärische Machtspielchen, Aufrüstung, Prestigegewinn als Verteidiger von Iran, Revolution und Islam etc., und nicht zuletzt ist es auch ein wenig Außenpolitik. Nicht nur ggü. den “Fans” im Ausland, sondern auch den “Feinden”, denen man zeigen will, das man politisch nicht so vergesslich ist und das Land wachsam ist.

      Das heißt aber nicht, dass all diese Menschen von Grund auf böse sind oder Europäer/ Amerikaner etc. verachten. Die Menschen sind stolz auf ihre Kultur und ihre Gastfreundschaft und zeigen sie auch demonstrativ (das Höflichkeitswesen in Sprache und Kultur ist enorm ausgeprägt und diversifiziert, und natürlich auch stellenweise aufgesetzt – was aber Teil der Kultur ist) und auch wenn man anderer Ansicht ist, was man ja nicht gleich mit Arroganz oder Aggressivität vermitteln muss, wird man trotzdem zum Essen (sogar zu Hause) eingeladen, auch von tief religiösen Menschen, die wenig Einkommen haben, ihre Frauen daheim bedeckt herumlaufen und deren Kinder Computerspiele spielen (natürlich auch nicht selten mit Hintergedanken wie “ich habe einen ausländischen Freund obwohl ich arm bin” -> Aufwertung oder natürlich auch kriminellen im Sinne von Abzocke, sowas gibt es natürlich auch).

      Man kann genauso gut einen netten Schwatz mit einem Mollah oder einem Revolutionsgarden halten wie mit dem jungen gepiercten Rockmusikfan. Es kommt verhältnismäßig selten vor, dass man unfreundlich oder ablehnend behandelt wird.

      Ich hoffe meine Ausschweifungen konnten Ihre Frage beantworten

    91. Truvor schrieb am 10. März 2010 at 01:19 - Permalink

      @ Jamas #90

      Finde Deinen Kommentar #90 interessanter und informativer als den eigentlichen Artikel.

      Interessanter Beitrag zu diesem Thema: http://www.eastwest-review.com/article/rossiya-iran-i-s-300

    92. Dexter schrieb am 10. März 2010 at 03:56 - Permalink

      @Jamas: Danke für alle deine Ausführungen! Ich fände es wirklich gut, wenn du in Zukunft hier noch mehr schreiben könntest …

    93. Skythe schrieb am 10. März 2010 at 10:27 - Permalink

      Lieber Katzenfreund,

      Sie betreiben bekanntermaßen ein pro-iranische, anti-israelische Website, auf der Sie gegen Zionismus und “den Westen” agitieren und Imame zweifelhaften Rufs feiern.

      Das ist kaum eine Grundlage für die hier von Axel, Jamas oder Peleo bisher wirklich vorbildlich sachlich geführte Diskussion.

    94. Peleo schrieb am 10. März 2010 at 10:35 - Permalink

      @ Jamas, Katzenfreund

      Danke für die ausführlichen Antworten, die ich ausgedruckt habe mit einem iranischen Bekannten diskutieren werde, der wegen Widerstand gegen das Schah-Regime im Gefängnis war. Ein paar erste Gedanken:

      Um es mit Joschka Fischer zu sagen: I am not convinced.

      Beide Beiträge erwecken den Eindruck, es gehe Irans Führung nur um Gerechtigkeit und Bürgerrechte im Nahen Osten. Dazu passt einfach nicht die Unterstützung von Hisbollah und Hamas mit Waffen. Dass beide Israel mit Gewalt vernichten wollen, sagen sie selbst (wieder kein Übersetzungsproblem!) und Iran liefert Raketen mit einer Reichweite, die eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellen. Deshalb glaube ich einfach nicht, dass Begriffe wie “Krebsgeschwür” (Assoziation: heraussoperieren) nur “Säbelgerasse”l ohne realen Hintergrund sein soll.

      Und welchen Zweck hatte Ihrer/Deiner Meinung nach die sogenannte Holocaust-Konferenz in Teheran? Warum wird die antisemitische Hetzschrift der “Weisen von Zion” gerade im Iran neu aufgelegt?

      Die Aversion gegen die USA kann ich vor dem geschichtlichen Hintergrund schon verstehen (CIA/Mossadegh, Unterstützung des Schah, Unterstützung des Irak im Krieg gegen Iran). Aber vielleicht könnte man sich an D/F orientieren und alte Feindschaften überwinden statt sie immer wieder anzufachen.

      Auch dass die Menschen, die jetzt gegen das Mullah-Regime protestieren, nur von außen (USA) aufgehetzt und gesteuert sein sollen, ist doch absurd. Dazu sind die Menschen zu klug und zu gebildet. Vielleicht ist die Gesellschaft gespalten in pro- und anti-westlich?

      Ich assoziiere mit Iran wunderbare Filme aus diesem Land, die ich gesehen habe (z. B. “Das Haus meines Onkels”). Was für ein Reichtum an Kunst und Kultur, wenn man ihr freie Hand gäbe.

    95. Linus schrieb am 10. März 2010 at 11:20 - Permalink

      @Skythe #93:

      Lieber Katzenfreund,

      Sie betreiben bekanntermaßen ein pro-iranische, anti-israelische Website, auf der Sie gegen Zionismus und ?den Westen? agitieren und Imame zweifelhaften Rufs feiern.

      Das ist kaum eine Grundlage für die hier von Axel, Jamas oder Peleo bisher wirklich vorbildlich sachlich geführte Diskussion.

      Katzenfreund ist auch mir bekannt für seine ‘zweifelhafte’ Seite, ich habe sie sogar zitiert. Jedoch ist bei seinen Beiträgen auf DIESER Diskussion bisher keine offene Agitation erkennbar, im Gegenteil hat er einige interessante und sachliche Informationen hinzugefügt.

      Was Sie dagegen fordern, ist nichts anderes als ein Maulkorb.

      Ich frage mich einerseits, warum Sie das fordern?
      Und ich stelle andererseits (erleichtert) fest, daß nicht Sie über ein Redeverbot zu entscheiden haben.

    96. Skythe schrieb am 10. März 2010 at 14:30 - Permalink

      @Linus
      Ich fordere doch keinen “Maulkorb” – wo haben Sie das denn gelesen?
      Oder ahnen Sie, dass die Forderung nach “sachlicher Diskussion” für Katzenfreund einem Maulkorb gleichkommt?

    97. Linus schrieb am 10. März 2010 at 14:50 - Permalink

      @Skythe #97:

      Jedoch ist bei seinen Beiträgen auf DIESER Diskussion bisher keine offene Agitation erkennbar, im Gegenteil hat er einige interessante und sachliche Informationen hinzugefügt.

    98. Jamas schrieb am 10. März 2010 at 16:29 - Permalink

      Beide Beiträge erwecken den Eindruck, es gehe Irans Führung nur um Gerechtigkeit und Bürgerrechte im Nahen Osten.

      Sie erwecken vll. den Eindruck. Ich wurde gebeten, das zu erläutern, und das habe ich getan, nämlich meinen Eindruck darüber, wie die Politik in Teheran funktioniert.

      Dazu passt einfach nicht die Unterstützung von Hisbollah und Hamas mit Waffen.

      Warum nicht? Es ist ja nicht so, daß Hamas und Hezballah in Libanon und in der Palästinensischen Autonomiebehörde keine Anhänger hätten, im Gegenteil. Und wenn diese Gruppierungen/ Parteien viele Anhänger/ Wähler haben, dann gibt es dafür auch Gründe. Und die liegen nicht darin, daß ein Volk blutrünstig und gewalttätig ist und das andere durch friedfertige weiße Hoppelhäschen geprägt… ganz so einfach sieht es nunmal nicht aus.

      Dass beide Israel mit Gewalt vernichten wollen, sagen sie selbst (wieder kein Übersetzungsproblem!) und Iran liefert Raketen mit einer Reichweite, die eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellen

      Ich finde es fällt vielen Leuten schwer beide Seiten gleichberechtigt zu sehen und die meisten positionieren sich, je nach Stereotyp, und verteidigen ein Lager vehement, was ich nicht gut finde. Ich bin der Ansicht, der Staat Israel hat alles Recht der Welt sich zu verteidigen und gegen terroristische Anschläge durch Raketen auf seinem Territorium zu intervenieren, und gleichzeitig haben diese “Widerstandsgruppen” das Recht den Staat Israel darauf aufmerksam zu machen, dass man doch bitte mal einen eigenen Staat möchte, ökonomisch und politisch nicht isoliert oder gar ausgehungert werden möchte etc… was soll ich sagen, es ist eine Spirale der Gewalt und zu sagen “der hat aber angefangen” ist nach Jahrzehnten der falsche Ansatz.

      Nebenbei bemerkt: Israel hat auch die Kapazitäten sich zu verteidigen, seien es das wirklich professionelle Militär, die Flugzeuge, Raketen, Atomwaffen etc. und wenn man, auch wenn es ein kalter statistischer Vergleich ist, die Zahl der Toten auf “beiden Seiten” ansieht, dann merkt man schnell, wer der stärkere ist und wer sich mehr in seiner Existenz bedroht sehen muss.

      Man könnte in Region viel bewegen: einen zusammenhängen palästinensischen Staat neben einem israelischen unter Einschluß des Gewaltverzichts von Hezballah und Hamas und deren vollständige Politisierung sowie einen Marshallplan für die Palästinenser… ich denke das wäre für alle Seiten eine faire Lösung. Koexistenz ist immer noch eine bessere Option als Mehrexistenz + Minderexistenz, um es mal so zu formulieren.

      Deshalb glaube ich einfach nicht, dass Begriffe wie ?Krebsgeschwür? (Assoziation: heraussoperieren) nur ?Säbelgerasse?l ohne realen Hintergrund sein soll.

      Ich habe nie behauptet, dass es irreal ist. Ich habe gesagt, dass dahinter viel Politik steckt und man gerne mit dem Säbel rasselt. Teheran führt da Stellvertreterkonflikte, gegen die sich Israel locker und unverhältnismäßig wehren kann (Gaza Krieg, Libanonangeriff 2006 etc.).

      Und welchen Zweck hatte Ihrer/Deiner Meinung nach die sogenannte Holocaust-Konferenz in Teheran?

      Ganz einfach: Eindruck schinden bei den “Fans”, dem Westen die Stirn bieten und Empörungsgymnastik hervorrufen, inkl. Ablenkung vom Thema Atomprogramm… es gibt viele im Iran, die, ebenso wie der Shah, explizit jüdische Kartelle in den USA und deren Strippenziehung kritisieren, es gibt viele Leute in der arabischen Welt, die sich fragen, warum die Palästinenser für Verbrechen der Europäer ein Opfer bringen mussten, und es gibt manche, die werden beim Eiertanz um das Thema Holocaust eben skeptisch… was soll man diesen Menschen entgegnen wenn sie einem vorhalten, dass die Forschung zu einseitig sei und Menschen für andersweitige Analysen zu diesem überaus delikaten Thema verhaftet werden? Es macht eben stutzig, wenn bestimmte “Meinungen/ Erkenntnisse” juristisch manifestiert werden. Da hilft es auch leider nicht mehr den Leuten zu sagen, dass sie sich die KZs in Auschwitz oder Dachau ansehen sollten.
      Und zu guter letzt: es gab sehr viele Iraner im In- und Ausland, die ob dieser, Entschuldigung, erbärmlichen, Konferrenz, geschockt waren und sich für ihr Land schämten… das ganze Thema ist eben nicht so einseitig wie es scheint.

      Warum wird die antisemitische Hetzschrift der ?Weisen von Zion? gerade im Iran neu aufgelegt?

      s.o.

      Die Aversion gegen die USA kann ich vor dem geschichtlichen Hintergrund schon verstehen (CIA/Mossadegh, Unterstützung des Schah, Unterstützung des Irak im Krieg gegen Iran). Aber vielleicht könnte man sich an D/F orientieren und alte Feindschaften überwinden statt sie immer wieder anzufachen.

      Das fällt leider sehr schwer, wenn die alte Feindschaft stellenweise wie ein Bulldozer im Nahen Osten, Süd- und Zentralasien herumwildert und jahrelang von Regime Change gesprochen wird… man hat es hier noch nichtmal genutzt, die Präsidentschaft des “Reformers” Khatami, so schwach seine Position in der Regierung auch war, zu nutzen und damit eine mögliche Chance zum Diaolog mit Iran und Einlenken einzuleiten, sondern hat nach einer Trauerrede Khatamis über den WTC Anschlag das Land gleich in die Achse des Bösen eingereiht… da hat man sich keinen Gefallen getan und die Konservativen in Teheran sahen sich noch einmal mehr bestätigt… dazu noch Kriege in der Nachbarschaft und die Umzingelung des Landes, die das Land als Regionalmacht erst aufsteigen ließen… kurz: der Karren ist im Dreck und schwer herauszuziehen.

      Auch dass die Menschen, die jetzt gegen das Mullah-Regime protestieren, nur von außen (USA) aufgehetzt und gesteuert sein sollen, ist doch absurd.

      Ist es auch.

      Dazu sind die Menschen zu klug und zu gebildet. Vielleicht ist die Gesellschaft gespalten in pro- und anti-westlich?

      Ich habe weiter oben erwähnt, dass ich diese Spaltung in zwei Gruppen für falsch halte… es ist viel ausdifferenzierter als die meisten Menschen im Ausland es sich vorstellen können. Wie gesagt, es gibt auch vermögende, gut gebildete Akademiker, die streng gläubig und gastfreundlich sind, aber Ahmadinejad wählen, genauso wie armer Vorstädter, die für Moussawi stimmten (der während seinre Regierungszeit als Premier übrigens alles andere als humanistische und ggü. dem Ausland offene Politik betrieb -> daher misstrauen im einige Intellektuelle)

      Ich assoziiere mit Iran wunderbare Filme aus diesem Land, die ich gesehen habe (z. B. ?Das Haus meines Onkels?). Was für ein Reichtum an Kunst und Kultur, wenn man ihr freie Hand gäbe.

      Das ist sicher wahr, aber es liegt nicht in unserer Hand zu entscheiden, was aus Iran werden soll. Würde das Land endlich von äußeren Sachzwängen befreit sein, könnte es sein volles Potential ausschöpfen, und das ist zweifellos reichhaltiger als sich viele es vorstellen können. Geschichte, Literatur, Landesküche, Musik, die Landschaft etc. etc.

    99. Skythe schrieb am 12. März 2010 at 09:36 - Permalink

      So kann man eine Frage natürlich auch umgehen, Linus. ;)

    100. Axel schrieb am 13. März 2010 at 09:58 - Permalink

      @#88 Peleo am 9. März 2010 um 19:31

      Sie kennen das Land und die Sprache. Bitte erklären Sie mir: Warum machen die das?

      Ob Ahmadinedschad nun gesagt hat, man müsse das Besatzungsregime von den Landkarten tilgen, oder dieses Geschwür aus dem Nahen Osten entfernen oder was auch immer. Die viel gescholtenen westlichen “Mainstreammedien” haben ihn m. E. schon ganz richtig verstanden und das schon korrekt kommentiert. (wenn auch nicht wörtlich korrekt übersetzt)

      Der Inhalt der UNO-Rede ist gegenüber dem Westen und Israel völlig unangemessen. Die Rede ist so schwülstig und durchzogen von einer weltfremden Überheblichkeit, das es schwer ist sich dort überhaupt hindurchzulesen. Ich habe mehrfach angesetzt aber immer wieder aufgegeben.

      Es soll niemand in diesem Blog hier glauben, das ich den “Inhalt” und den idealistischen Schwulst dieser Rede gemessen am realen politischen Verhalten des Iran (der ja zudem noch eine Diktatur repräsentiert, die auch nach innen die Menschenrechte verletzt) in irgendeiner Form ernst nehme.

      Ich bin nicht naiv! Gegenüber keiner Partei.

    101. Peleo schrieb am 14. März 2010 at 18:41 - Permalink

      @ Axel

      Ich kann Dir nur zustimmen. Leider ist das nicht nur “idealistischer Schwulst”. Darauf ist auch schon Georg Schramm hereingefallen.

      Jörg Lau unter Einbeziehung einer Übersetzung der Rede durch die Bundeszentrale für politische Bildung:

      http://blog.zeit.de/joerglau/

      Das Palästina-Problem ist keine Frage in welcher man in einem Teil Kompromisse eingehen könnte.? Das ?Palästina-Problem? besteht in der Existenz Israels.
      - man muss den Satz schon komplett aus dem Kontext reissen, um suggerieren zu können, der iranische Präsident kritisiere hier bloss die Besatzung Jerusalems und der Westbank und fordere im Einklang mit UN-Resolutionen deren Ende

      - der ?unrechtmäßige Zustand?, den der iranische Präsident beenden will, ist nicht weniger als die Existenz Israels. Daran läßt seine Rede keine Zweifel. Das ?Regime, das Jerusalem besetzt hält?, ist der Staat Israel. Selbst nach einem Ende der Besatzung gäbe es in Achmadinedschads Logik für Israel ?weder Grund noch Zweck?

    102. Henning schrieb am 14. März 2010 at 22:21 - Permalink

      Ich habe den Artikel ehrlich gesagt erst überflogen, will mich also noch nicht zum Inhalt äußern. Ich finde allerdings die Präsentation des Autors dubios. Was macht James? Ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter ? Professor? Journalist? Was quantifiziert ihn zum Wirtschaftsanalytiker? Hat er ein Ökonomisches Studium? Was hält den mann davon ab mit seinem vollen Namen für das einzustehen was er hier veröffentlicht?

      Vielleicht bin ich ja ein blöder Spielverderber und Formalitäten Nazi, ich bin es allerdings als angehender Politologe, der gerade zufällig seine Magisterarbeit zum Iranischen Streben nach einer Führungsrolle in Nahost schreibt gewohnt,zu erfahren wer hinter Artikeln steckt. Zitirfähig ist der Artikel so jedenfalls nicht, was möglicherweise schade ist, den vielleicht ist er ja Brillant. Der Seriosität des Spiegelfechters der ja einen Journalistischen Anspruch zu haben scheint, nützt eine so dubiose Artiikelquelle im übrigen auch nicht wirklich

      In der Hoffnung auf Aufklärung des Mysteriums James

      Henning Schmid

    103. Griabiger Batzi schrieb am 14. März 2010 at 22:54 - Permalink

      Ich finde es sehr gut, dass der Artikel unter einen Pseudonym veröffentlicht wurde.

      Die Gründe, warum ein Pseudonym erforderlich und wünschenswert ist, sollte sich ein

      angehender Politologe, der gerade zufällig seine Magisterarbeit zum Iranischen Streben nach einer Führungsrolle in Nahost schreibt

      eigentlich denken können.

      Zitirfähig ist der Artikel so jedenfalls nicht, was möglicherweise schade ist, den vielleicht ist er ja Brillant

      Tja, Pech gehabt.

      PS: Dein Kommentar beinhaltet für einen angehenden Politologen auffallend viele Rechtschreibfehler. ;-)

    104. Henning schrieb am 14. März 2010 at 23:11 - Permalink

      Ja Tippfehler sind leider meine große Schwäche. Danke übrigens für den netten Smiley oft genug muss ich mich im Netz deshalb auch als Legastheniker beschimpfen lassen. OK James ist also Iraner ja? Da frage ich mich doch, warum man nicht einfach iranischer Wirtschaftsanalytiker der aus persönlichen Gründen nicht genannt werden will schreibt. Außerdem ist Kritik am System im Iran in gewissen Grenzen durchaus möglich.Ich habe schon Artikel aus der Universität Teheran gelesen die beispielsweise mit der Wirtschaftspolitik sehr hart in Gericht gehen. Das Interessante am Iran ist ja gerade das er einerseits zwar sehr repressiv ist, in vielen Bereichen aber freier ist als die meisten Staaten der MENA Region.

      Wie auch immer im Prinzip ist es ja auch völlig legitim anonym zu publizieren. Nur mit Journalismus und seriösen Ansprüchen hat das dann wenig zu tun .

    105. Griabiger Batzi schrieb am 14. März 2010 at 23:31 - Permalink

      OK James ist also Iraner ja?

      Ich weiß nicht, ob James Iraner ist.
      Ich weiß über ihn gar nichts.

      Wie auch immer im Prinzip ist es ja auch völlig legitim anonym zu publizieren. Nur mit Journalismus und seriösen Ansprüchen hat das dann wenig zu tun .

      Wenn ich eine Magisterarbeit über Chiapas schriebe, würde ich womöglich einigen Texten von Subcomandante Marcos mehr Glauben schenken als manchem “seriösen” akademischen Buch.

    106. Jamas schrieb am 15. März 2010 at 13:13 - Permalink

      @ Henning:

      Ich habe den Artikel ehrlich gesagt erst überflogen, will mich also noch nicht zum Inhalt äußern. Ich finde allerdings die Präsentation des Autors dubios. Was macht James? Ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter ? Professor? Journalist? Was quantifiziert ihn zum Wirtschaftsanalytiker? Hat er ein Ökonomisches Studium?

      Der Herr/ die Dame (?) hat ein ökonomisches Studium, somit konstatieren wir: der Herr/ die Dame (?) ist Akademiker/ in.

      Was hält den mann davon ab mit seinem vollen Namen für das einzustehen was er hier veröffentlicht?

      Mir geht es um den Austausch mit den Lesern und Kommentatoren hier, nicht darum mir “Lorbeeren” zu verdienen.

      Vielleicht bin ich ja ein blöder Spielverderber und Formalitäten Nazi

      Ich finde diese Begriffswahl für einen Studenten der Politikwissenschaften unglücklich gewählt.

      ich bin es allerdings als angehender Politologe, der gerade zufällig seine Magisterarbeit zum Iranischen Streben nach einer Führungsrolle in Nahost schreibt gewohnt,zu erfahren wer hinter Artikeln steckt.

      Sie erfahren es doch. Es wurde mit einer Bemerkung unterhalb des Artikels kenntlich gemacht. Ob ich ein Pseudonym, meinen realen Namen oder einen Künstlertitel wähle, ist hierbei doch völlig irrelevant, da sich an der Person nichts ändert.

      Sie können mir gerne jederzeit Fragen stellen und ich werde Ihnen für meine Aussagen Quellen von benamten Autoren liefern, das können auf Wunsch auch persischsprachige Quellen sein.

      Zitirfähig ist der Artikel so jedenfalls nicht

      Darüber müssen Sie entscheiden. Es ist natürlich nicht unüblich, auch Quellen “ohne Verfasser” zu nennen…

      was möglicherweise schade ist, den vielleicht ist er ja Brillant.

      Sie sollten ihn lesen und sich eine eigene Meinung bilden. Ich erhebe hier keinen Anspruch darauf, dass meine Ansicht oder gar meiner Aufforderung am Ende des Beitrages richtiger als die anderer Menschen ist.

      Ich behaupte von mir als unpolitischer Mensch eine Meinung zu (beispielsweise) dieser Thematik zu haben, die ich hier (wirtschafts)historisch und aus einem anderen Blickwinkel zu erörtern versuche und dabei meine persönlichen Erfahrung einfließen lasse.

      Der Seriosität des Spiegelfechters der ja einen Journalistischen Anspruch zu haben scheint, nützt eine so dubiose Artiikelquelle im übrigen auch nicht wirklich

      Ich schätze die Beiträge von Herrn Berger und habe nach seinem Aufruf zu Gastbeiträgen um dieses (spezielle?) Arrangement gebeten und er war damit einverstanden und bin ihm für diesen Freiraum dankbar, der es mir somit erlaubt, gänzlich ungefärbt mit verschiedenen Menschen zu diskutieren und somit auch von ihnen zu lernen – denn das ist doch die schönste Frucht einer Diskussion?

      Ja Tippfehler sind leider meine große Schwäche. Danke übrigens für den netten Smiley oft genug muss ich mich im Netz deshalb auch als Legastheniker beschimpfen lassen. OK James ist also Iraner ja?

      Das habe ich mit keiner Silbe behauptet. Ich habe es aber auch mit keiner Silbe verneint.

      Da frage ich mich doch, warum man nicht einfach iranischer Wirtschaftsanalytiker der aus persönlichen Gründen nicht genannt werden will schreibt.

      Ich bin süchtig nach geistigem Austausch, nicht nach Namenshausiererei, die im Diskurs vielleicht tumorartige Folgen haben kann.

      Ich gebe Ihnen ein Beispiel:

      Offensichtlich heißen Sie Henning Jakob Schmidt, wurden am 28. 09. 1980 in Mannheim geboren und studieren Politikwissenschaft, Neuere und Neuste Geschichte sowie Friedens-und Konfliktforschung in Marburg, sind Mitglied der Grünen, lesen taz und Freitag und waren 2mal in Iran. Sie sehen so aus (zeigt sie vor dem Hafezi in Shiraz):
      http://bp2.blogger.com/_G5bTeFbTczk/SGfO1j9nnTI/AAAAAAAAAzQ/_CHl6xxgw3s/s1600-h/100_1003.JPG
      Sie waren im Iran Ihren Aussagen nach betrunken, womit Sie für alle sichtbar Alkohol in Iran zu sich genommen haben. Außerdem haben Sie dort andere Menschen ohne Hejab und privat gefilm und fotografiert und die Bilder für alle Welt zugänglich gemacht, eventuell kann es je nachdem, was man sieht, leicht unschöne Nachwirkungen haben.

      Hier twittern Sie: twitter.com/henningswelt

      Und Ihre Adresse ist hier: http://www.opendi.de/hessen/marburg/S/schmidt/

      Gruselt es Ihnen ein wenig? Wenn ja, verstehen Sie mich ;)

      Außerdem ist Kritik am System im Iran in gewissen Grenzen durchaus möglich.

      Ja

      Ich habe schon Artikel aus der Universität Teheran gelesen die beispielsweise mit der Wirtschaftspolitik sehr hart in Gericht gehen.

      Um was für einen Artikel handelt es sich?

      Das Interessante am Iran ist ja gerade das er einerseits zwar sehr repressiv ist, in vielen Bereichen aber freier ist als die meisten Staaten der MENA Region.

      Ja

      Wie auch immer im Prinzip ist es ja auch völlig legitim anonym zu publizieren.

      Aleae iactae sunt

      Nur mit Journalismus und seriösen Ansprüchen hat das dann wenig zu tun .

      Wenn Sie Herrn Berger damit meinen, so muss ich Ihnen da entschieden in das Wort fallen! Ich halte Herrn Berger für einen intelligenten Menschen mit hohem ökonomischen Sachverstand, den er mit seinen Artikel hier regelmäßig unter Beweis stellt und das auch mit guten (!) Quellen zu untermauern weiß.

      Sie müssen also hier mich angreifen, und es steht Ihnen zu, sich darüber zu ärgern, dass ich hier nicht mehr preisgeben will, aber offensichtlich muss es doch Gründe dafür geben, nicht?!

      Bitte seien Sie darüber nicht bedrückt und haben Sie Verständnis. Ich verspreche Ihnen, Ihre Fragen hier zu beantworten und Ihnen so mit nützlichen Quellen für Ihre Magisterarbeit zu unterstützen.

    107. Peleo schrieb am 15. März 2010 at 21:56 - Permalink

      @ Henning, Axel, Jamas

      Ich habe die Antwort von Jamas auf meine Frage (“Sie kennen das Land….”) einem Exil-Iraner vorgelegt, den ich für sehr klug und integer halte.

      Sein Kommentar: Stimmt alles.

      In der Frage der Bombe ist er allerdings der Meinung, dass die jetzige Führung sie so schnell wie möglich haben will, um sich unangreifbar zu machen und an der Macht zu bleiben. Denn sie weiß, das die Bevölkerung nicht hinter ihr steht.

    108. Henning schrieb am 15. März 2010 at 22:25 - Permalink

      Hallo!

      Ich denke der Iran hat vor allem das Problem das er bedingt durch seine Halb Kolonialen Erfahrungen mit dem Westen seit der Revolution einen massiven Abgrenzungskurs gegen den Westen fährt. Man Strebt danach vom Westen als Gleichberechtigter Spieler in der Region anerkannt zu werden, und will insbesondere von den USA Sicherheitsgarantien. Wenn man nach der Bombe strebt, dann vor allem weil man aus dem Beispiel Nordkorea gelernt hat das die Bombe die beste Sicherheitsgarantie ist die man kriegen kann.

      Ich glaube aber nicht das der Iran die Bombe offensiv einsetzen würde. Die Führung weiß glaube ich recht genau das sie vernichtet wird wenn sie Israel angreift.Fliegt die Bombe Richtung Tel Aviv ist kurz danach auch Teheran Geschichte,.Das alles geht natürlich davon aus das die Iranische Staatsklasse rational handelt,Ahmadineschad also nicht der Irre aus Teheran ist für den ihn die Bild offenbar hält. Was die Bombe dem Regime für die Macht Behauptung im Innern bringen soll weiß ich nicht. Außer ein wenig nationalistischer Mobilisierung sehe ich da nix.

      Was das Regime dringend braucht ist ein Machtausgleich mit der Grünen Bewegung um die verlorene Legitimität zu reparieren. Die Bewegung ist dazu immer noch bereit, den sie will ja nur eine Reformierte Islamische Republik und keine Revolution. Der Montazeri Schüler Morzen Kadivar hat da schöne Vorschläge auf den Tisch gelegt, nachzulesen in meinem Blog, wenn ich mich unverschämter weise mal ganz selbst referenziell verhalten dürfte. http://henningswunderbarewebwelt.blogspot.com/2010/02/wo-die-grune-bewegung-hin-will.html

      Alles in allem habe ich Keine Angst vor dem Iran. Ich glaube die Kriegsrhetorik ist eher Israelischen Interessen geschuldet als durch reale Bedrohungen gedeckt, zumal das Iranische Militärpotenzial in einem eher traurigen Zustand ist. Zwar hat man nominell viele Menschen unter Waffen, die Ausrüstung ist aber gnadenlos veraltet und durcheinander gewürfelt.Der Dualismus zwischen Armee und Revolutionsgarden die jeweils eigene See und Landstreitkräfte haben erschwert effektive Kriegsführung zusätzlich. Ich denke man kann sich entspannen.

    109. Jamas schrieb am 16. März 2010 at 01:29 - Permalink

      @108#:

      Hallo!

      Ich denke der Iran hat vor allem das Problem das er bedingt durch seine Halb Kolonialen Erfahrungen mit dem Westen seit der Revolution einen massiven Abgrenzungskurs gegen den Westen fährt

      Das ist so nicht ganz korrekt, denn ein Abgrenzungskurs ist es nicht, sondern eher ein Kurs der Selbstbehauptung und des Stirnbietens. Unter Abgrenzung würde ich das Dichtmachen des Landes à la China in den 1950ern und 1960ern verstehen.

      Zunächst, die halbkolonialen Erfahrung setzten schon mit der interventionistischen Präsenz der Briten und Russen schon seit dem Ende der Zand ein, also mit der Machtergreifung der Qadscharen. Iran hat durch “Balkanisierung” viel Territorium verloren, sehr viel und Würde… die Qadscharen, die als schwach und unfähig angesehen wurden, das Land zu bewahren, wurden seitdem sukzessive in ihrer Legitimität in Frage gestellt. Das war der Anbeginn der Zeit, als der Klerus sich als echter Bewahrer der Integrität Irans bewiesen hat. Man erinnere sich an die Tabakfatwa von Ayatollah Shirazi, die sowohl dem klerus als auch den nicht Klerikalen zeigte, wie einflussreich die Geistlichen in der Gesellschaft sind und wie RESPEKTIERT sie wurden, weil sie den Ausverkauf ihres Landes anprangerten und sich wehrten… das setzte sich durch die s.g. jungpersische Revolution, die Machtergreifung von Reza Khan über die Islamische Revolution bis heute fort, jedoch seit der Revolution mit m.E. zumindest gesellschaftlich abnehmender Intensität.

      Velayat-e faqih heute hat sich von dem entfernt, was die Revolutionäre der erste Stunde vorhatten, inkl. Khomeini. Khamene’i, der nicht die gleiche religiöse Autorität wie Khomeini genießt, geschweige denn wie andere Kleriker, sah den Erhalt seiner Macht einzig und allein in eine starke Bindung an die Pasdaran, da sie im Gegensatz zum historisch stets neutralen artesh (normale Armee) dem Führer treu sind… das brachte die Pasdaran in die Ökonomie und Politik des Landes und somit begann die schleichende Unterwanderung der Islamischen Republik durch die Pasdaran.

      Wenn Clinton sagt, dass sich das Land zu einer Militärdiktatur entwickelt, dann macht sie da 3 Fehler:

      1. ist es keine Militärdiktatur, denn das reguläre Militär hält sich zurück, sondern es ist ein machtbesessener, mächtiger Teil der Pasdaran-Führung (und nicht per se alle Revolutionsgarden, die hier im Westen verteufelt und als böse eingestuft werden), der sich sukzessive dem Ölsektor, dem Bankensektor, dem Telekommunikationssektor bemächtigt => ökonomische Supermacht
      2. Clinton kommt mit dieser Analyse sehr sehr spät… Iran-Kenner beobachten diese Entwicklung schon seit den 1990ern.
      3. Ich wage zu bezweifeln, dass die Führung der Revolutionsgarden offen die Macht ergreifen werden, warum auch, sie haben sie ja schon quasi durch ihre militärische und politsche und ökonomische Macht. Sowas würde vll. in einen offenen Konflikt mit Artesh münden oder gar dem Volke, sogar dem tief religiösen Teil der Gesellschaft, der aus guten Gründen dem Prinzip von velayat-e faqih positiv gegenüber steht.
      => also kann man sagen, dass es eine Paramilitärische Autokratie im theokratischen Deckmantel und demokratischen Einsprengseln ist.

      Man Strebt danach vom Westen als Gleichberechtigter Spieler in der Region anerkannt zu werden,

      Ja, und das führt unweigerlich zum Konflikt mit dem Westen, weil die Iraner zu recht von dieser Forderung kein Iota zurückweichen, wofür Ahmadinedschad viele Bonuspunkte erntet.

      und will insbesondere von den USA Sicherheitsgarantien. Wenn man nach der Bombe strebt, dann vor allem weil man aus dem Beispiel Nordkorea gelernt hat das die Bombe die beste Sicherheitsgarantie ist die man kriegen kann.

      Nun, Nordkorea ist anders als Iran nicht so interessant und lukrativ es militärisch zu überennen. Außer der führung in Seoul, die natürlich auf einer vereinten koreanischen Halbinsel unter ihrer Führung endlich eine Kontinentalgrenze hätte und somit beispielsweise leichter russisches Gas und Öl importieren und sich so energiepolitisch unabhängiger machen könnte, ist das nicht für jeden lukrativ (für China z.B. nicht, da ein vereintes, mögl. westliches Korea unter amerikanischer Führung sich als regionaler Störenfried entpuppen könnte). Die Sicherheitsgarantien hat Nordkorea auch durch sein immenses stehendes Heer und die absolute Möglichkeit, Feuer in Nordostasien zu legen… die Bombe hat es ja nur verschärft und untermauert. Bei Iran und seinen langen langen Grenzen und seiner deutlichen Einkreisung durch amerikanische und britische Truppen ist der Fall natürlich anders, da lohnt eine Bombe als Drohmittel.

      Ich glaube aber nicht das der Iran die Bombe offensiv einsetzen würde. Die Führung weiß glaube ich recht genau das sie vernichtet wird wenn sie Israel angreift.

      Das ist auch meine Einschätzung, s.o.

      Fliegt die Bombe Richtung Tel Aviv ist kurz danach auch Teheran Geschichte,.Das alles geht natürlich davon aus das die Iranische Staatsklasse rational handelt,

      Ich wüßte auch nicht was man anders in ihr sehen kann? Wer ernsthaft auf das ganze Säbelgerassel reinfällt und die typisch iranische, poetische Rhetorik wörtlich nimmt, versteht iranische Kultur nicht. Eine irrationale Führung ist nicht imstande, eine relativ gefährliche Oppositionsbewegung so gut koordiniiert in Schach zu halten und durch das geschickte Verhaften und Freilassen und Nichtverhaften eine psychologisch durchdachte Mischung aus Angst und Gnade zu erzeugen.

      Ahmadineschad also nicht der Irre aus Teheran ist für den ihn die Bild offenbar hält.

      Er ist kein Irrer, sondern m.E. eher ein Demagoge, der m.E. gute Reden halten kann und mit vielen, was er sagt, seine Zuhörer einzufangen weiß. Er ist ein guter Rhetoriker und sagt auch vieles, was ich auch für nicht unbedingt so falsch halte. Ich halte ihn auch nicht für eine grundauf böse Person, sondern für jemanden, der religiös ist, an die Revolution und an Taschespielertricks durch die “Teufel” glaubt und gleichzeitig aber seine Förderer und Unterstützer, die ihr im Interesse Irans für integer hält, rahmenlos begünstigt, was ja letztlich nichts anderes als Korruption ist.

      Was die Bombe dem Regime für die Macht Behauptung im Innern bringen soll weiß ich nicht.Außer ein wenig nationalistischer Mobilisierung sehe ich da nix.

      Richtig, es schart doch eine Menge Anhänger der Regierung hinter dieser, wenn sie sieht, wie viel “Fortschritt” und “Sicherheit” und “Macht” sie dem Land bringt. Das ist ein gutes Faustpfand gegen die Oppositionellen, so kann man gut die Leute unter sich kämpfen lassen, natürlich in Maßen und die öffentliche Ordnung durch Sicherheitskräfte wahrend, und gleichzeitig sagen: “seht doch, die Leute stehen hinter uns”

      Was das Regime dringend braucht ist ein Machtausgleich mit der Grünen Bewegung um die verlorene Legitimität zu reparieren

      Der Zug ist denke ich schon abgefahren, denn wenn schon Leute den “Tod” vom Revolutionsführer oder gar dem System skandieren, stehen sich da diametrale Ansicht gegenüber. Es gibt viele Forderungen, deren Erfüllung die Macht bröckeln ließen, vor allem aber auch einen schleichenden ausländischen Einfluss brächten.

      Der Kopftuchzwang beispielsweise würde, wenn aufgehoben, eine riesige Masse an liberalen Aktivisten beflügeln und der Regierung die Möglichkeit nehmen, legitim auf den Straßen herumzustreifen und die Leute regelmäßig spüren zu lassen, dass man wachsam ist…

      Man soll aber nicht denken, dass die Regierung a) ein Monolith ist der b) kleptokratisch ist, sondern man ist durchaus an der Entwicklung Irans interessiert, womit ich vielen Regimekritikern widerspreche. Allerdings sind diese Entwicklungen (technologie, wirtschaft), die das Regime vornehmen will, teilweise schlecht oder mühselig oder gar stümperhaft ausgeführt und nicht unbedingt diejenigen, die viele iranische Nationalisten im Ausland sehen wollen (z.B. eine iranische Politik mit kunstvollen Rückgriff auf das jahrtausendelange kulturelle Erbe, das leider nicht sehr gut gepflegt wird wie es andere Länder mit ihrem Kulturschatz tun)

      Die Bewegung ist dazu immer noch bereit, den sie will ja nur eine Reformierte Islamische Republik und keine Revolution.

      Marg bar jomhuri-ye eslami und marg bar velayat-e faqih klingt für mich nicht so.

      Der Montazeri Schüler Morzen Kadivar hat da schöne Vorschläge auf den Tisch gelegt, nachzulesen in meinem Blog, wenn ich mich unverschämter weise mal ganz selbst referenziell verhalten dürfte. http://henningswunderbarewebwelt.blogspot.com/2010/02/wo-die-grune-bewegung-hin-will.html

      Halte ich angesichts der diametralen Positionen mehr für Wünsche

      Alles in allem habe ich Keine Angst vor dem Iran.

      Warum auch? Das ist ein zivilisiertes Kulturland mit Anerkennungsdurst

      Ich glaube die Kriegsrhetorik ist eher Israelischen Interessen geschuldet als durch reale Bedrohungen gedeckt,

      Sie kommt auch den militaristen in Teheran nicht unbedingt ungelegen…

      zumal das Iranische Militärpotenzial in einem eher traurigen Zustand ist

      .

      Vom Material her, ja, aber die hohe Mobilisierungsmasse ist ein grund zum fürchten, ganz zu schweigen von den schalthebeln der Macht im persischen golf, golf von oman, kaspisches meer, in den nachbarsgrenzen (zumindest den westlichen) und natürlich in Libanon und Israel/ Palästina…
      die militärische Macht Irans liegt nicht in der Technik, sondern in der Masse, dem weitreichenden Einfluss und Steuerungspotential sowie darin, dass viele Iran nicht verstehen und nicht richtig einschätzen können.

      Zwar hat man nominell viele Menschen unter Waffen, die Ausrüstung ist aber gnadenlos veraltet und durcheinander gewürfelt.

      Ja…man muss hier fairerweise sagen, dass man sich aber stark bemüht aufzuholen und da auch sehr autark produziert wird

      Der Dualismus zwischen Armee und Revolutionsgarden die jeweils eigene See und Landstreitkräfte haben erschwert effektive Kriegsführung zusätzlich.

      Ein wenig, aber Artesh sind ja keine Landesverräter. Im Ernstfall schlagen sie mit zurück.

    110. Griabiger Batzi schrieb am 16. März 2010 at 01:47 - Permalink

      @jamas

      2 Beispielschemata:
      höhere Militärausgaben -> Machtdemonstration in der Region zur Abschreckung und Untermauerung des Status, z.T. auch durch Geldtransfer zur Hamas um zu zeigen: wir haben Einfluss und Macht, also wenn ihr uns Probleme macht, dann machen wir euch auch Probleme oder

      Ich könnte natürlich noch hunderte weiterer Seiten über das Zusammenspiel von Hamas, Hezballah, Außenpolitik der IRI und die iranisch-amerikanischen Beziehungen in diesem Kontext schreiben und dabei historisch sehr weit ausholen.

      Hallo jamas,
      da ich auch ein Freund von Diskussion bin und denke, dass die wirklichen interessanten Informationen eher von einem Pseudonym als von einer -sich in irgendeinem Machtgefüge behauptenden- Person zu erhalten sind, freute ich, sollten Sie meine Fragen beantworten können.

      Mich verwundert, dass Sie von den engen Beziehungen der Hamas zum Iran reden.
      Meines Erachtens sind die Behauptungen, dass die Hamas und der Iran stark kooperieren, Teile einer wie auch immer gearteten Propaganda.
      Es ist unbestreitbar, dass der Iran und die Hisbollah sehr enge Verbindungen pflegen.
      Über die Verbindung Iran und Hamas, dachte ich, dass Sie zwar in irgendeiner Art besteht, aber keinesfalls als eng bezeichnet werden kann. Auch Sir Jeremy Greenstock kam zu diesem Schluss; sprich: Es gibt zwar Zahlungen, aber von engen politischen Beziehung ist in keiner Weise zu sprechen.

      Für die eher schwierige Beziehung Hamas Iran gibt es in meinen Augen folgende Gründe:

      1. Die Hamas ist sunnitisch; der Iran schiitisch. Ein Westeuropäer kann die teils irrationale (mehrheitlich irrationale?) Ablehnung zwischen Schiiten und Sunniten nicht nachvollziehen. Ich selbst tue mir immer noch schwer, da die Skepsis und die Antipathie eines Katholiken gegenüber einem Protestanten aus rein religiösen Gründen einem Westeuropäer sehr seltsam vorkäme. Unter den gläubigen sunnitischen Palästinensern spielt der Glaubensunterschied und die Unterschiede im Glauben dagegen eine sehr wichtige Rolle. Ein Beispiel für die Unterschiede im Glauben wäre, dass die sunnitischen Palästinenser dem schiitischen Glauben vorhalten, keine reine Buchreligion mehr zu sein. Daraus leiten Sie ab, dass der schiitische Glaube anfällig für politisch motivierte manipulierende Auslegungen des Korans sei.

      2. Die Hamas hatte zum Irak unter Saddam Hussein meines Wissens ziemlich gute Beziehungen. Man könnte die damaligen Beziehungen zwischen dem Irak und der Hamas in meinen Augen mit den jetzigen Beziehungen zwischen der Hisbollah und dem Iran vergleichen. Die Tatsache, dass der Iran und der Irak sehr verfeindet waren und die ehemals engen Beziehungen zwischen dem Irak und der Hamas beinträchtigen meines Wissens bis jetzt die Beziehungen der Hamas zum Iran.

      3. Die Hamas hat meines Wissen in arabischen Ländern wie den VAE nicht unerhebliche Machtbasen. Die Beziehungen zwischen dem Block der mehrheitlich sunnitischen Länder wie Saudi-Arabien, VAE usw. und dem Iran sind nicht die besten.

      Ich würde mich freuen, wenn Sie eine Einschätzung der Situation zwischen der Hamas und dem Iran geben könnten.

      Abschließend möchte ich noch eine Frage zu inneriranischen Situation stellen:
      Ist die iranische Führung wirklich so unbeliebt, wie es die westlichen Medien suggerieren?
      Sie ist sicherlich nicht die beliebteste, das ist klar, aber man zweifelt doch an manchem Medienbericht.
      Auch über eine Beantwortung dieser Frage, freute ich mich.
      Mit freundlichen Grüßen

      Griabiger Batzi

    111. Henning schrieb am 16. März 2010 at 02:21 - Permalink

      Schön jetzt kommen wir nach meinen im Rückblick etwas albernen Anwürfen in Sachen anonymes Publizieren auf eine inhaltliche Ebene. Zunächst habe ich missverständlich formuliert, den ich meinte natürlich die Halb Kolonialen Erfahrungen unter den Kadscharen Russen und Briten und keine solchen Erfahrungen die man erst nach 1979 abwehrt

      Was das Regime dringend braucht ist ein Machtausgleich mit der Grünen Bewegung um die verlorene Legitimität zu reparieren

      Der Zug ist denke ich schon abgefahren, denn wenn schon Leute den ?Tod? vom Revolutionsführer oder gar dem System skandieren, stehen sich da diametrale Ansicht gegenüber<

      Da wäre ich skeptischer. Natürlich brodelt es im Land, aber nur weil einige Jugendliche Straßenkämpfer in Teheran Iranische Republik und Tod Khamnei skandieren heißt das doch noch lange nicht das es in der Protestbewegung einen breiten antisystemischen Konsens gibt. Wäre dem so konnte Mussawi doch theoretisch alles auf eine Karte setzen und zur Revolution blasen oder? Genau dies tut er aber nicht, sondern fordert lediglich Neuwahlen Meinungsfreiheit, Freilassung der politischen Gefangenen und andere Reformen innerhalb der bestehenden Verfassung. Dies geschieht für mich deshalb weil Mussawi weiß das seine breite Bewegung zersplittert wenn man sich nicht auf bestimmte Minimal Forderungen einigt. Auch darf man nicht vergessen das trotz aller Proteste das Regime immer noch über willige Kohorten verfügt. Ich kenne Analyse von Bahman Nirumand, oder der Stiftung Wissenschaft und Politik die von etwa 30% Anhängerschaft ausgehen. Der Protest wird doch primär von gut gebildeten neuen Mittelschichten getragen, aber eben nicht von der oft tief religiösen armen Landbevölkerung, mal ganz abgesehen,dass sich die Revolutionsgarden ja auch aus einer gebildeten frommen Schicht rekrutieren.
      Deshalb halte ich es eben doch nach wie vor für Möglich das die Krise durch ein Modell wie es Kadivar vorschlägt lösbar ist.

      Vom Material her, ja, aber die hohe Mobilisierungsmasse ist ein grund zum fürchten, ganz zu schweigen von den schalthebeln der Macht im persischen golf, golf von oman, kaspisches meer, in den nachbarsgrenzen (zumindest den westlichen) und natürlich in Libanon und Israel/ Palästina?
      die militärische Macht Irans liegt nicht in der Technik, sondern in der Masse, dem weitreichenden Einfluss und Steuerungspotential sowie darin, dass viele Iran nicht verstehen und nicht richtig einschätzen können.

      Man soll aber nicht denken, dass die Regierung a) ein Monolith ist der b) kleptokratisch ist, sondern man ist durchaus an der Entwicklung Irans interessiert, womit ich vielen Regimekritikern widerspreche. Allerdings sind diese Entwicklungen (technologie, wirtschaft), die das Regime vornehmen will, teilweise schlecht oder mühselig oder gar stümperhaft ausgeführt und nicht unbedingt diejenigen, die viele iranische Nationalisten im Ausland sehen wollen (z.B. eine iranische Politik mit kunstvollen Rückgriff auf das jahrtausendelange kulturelle Erbe, das leider nicht sehr gut gepflegt wird wie es andere Länder mit ihrem Kulturschatz tun)

      Sehe ich ähnlich, das technologische Entwicklung wichtig ist zeigt ja auchg die 20-Jahres Vision der Regierung.

      Das Viele Iran nicht verstehen ist ein Problem, aber werden heute Kriege tatsächlich noch über schiere Menschenmasse gewonnen? Ohne Kriegsexperte zu sein habe ich doch den Eindruck,dass wir uns längst in einer Ära befinden in der Kriege mit Hightech Ausrüstung wie Drohnen geführt werden, und der Einsatz an Menschenmaterial, wenn man mir diesen unschönen Begriff gestattet zurückgeht.. Folgt man dieser These sieht es für den Iran eben doch düster aus.Nebenbei haben sie vielleicht aktuelle Zahlen zum Thema Iranisches Militärpotenzial? Das würde mir für meine Magisterarbeit sehr helfen.

      Soweit so gut freue mich auf ihre Erwiderung.

    112. Griabiger Batzi schrieb am 16. März 2010 at 02:25 - Permalink

      Ist die iranische Führung wirklich so unbeliebt, wie es die westlichen Medien suggerieren?
      Sie ist sicherlich nicht die beliebteste, das ist klar, aber man zweifelt doch an manchem Medienbericht.

      Meine Frage ist unglücklich formuliert. Ich formulieren sie um.

      Sind Khamenei, Ahmadinejad und Jafari innerhalb des Irans wirklich so unbeliebt, wie es die westlichen Medien suggerieren?
      Ist wirklich das gesamte Volk gegen oben genannte Herren?

      Ich könnte mir vorstellen, dass sie durchaus noch einige überzeugte Anhänger haben.

      Dürfte noch eine weitere Frage anhängen:

      Wer ist die Person ganz rechts im folgenden Bild?

      http://diepresse.com/images/uploads/7/2/1/538401/Ahmadinejad_iran_uran20100209123504.jpg

      Es gibt ein besseres Bild, auf dem das Gesicht der Herrn ganz zu sehen ist. Seltsamerweise erlaubt die australische Seite das Verlinken auf das Bild nicht.

      Vielen Dank

      Griabiger Batzi

    113. Griabiger Batzi schrieb am 16. März 2010 at 02:41 - Permalink

      Ich poste einfach mal den link zur der Seite, auf den das “bessere” Bild eingebettet ist.


      http://www.smh.com.au/world/iran-defies-west-and-cranks-up-uranium-work-20100209-npst.html

    114. Albert schrieb am 16. März 2010 at 07:40 - Permalink

      Hmm, eine sehr informative Diskussion läuft hier gerade. Da will auch ich ein paar Punkte herausgreifen und meinen Senf dazu geben.

      @Jamas

      man hat es hier noch nichtmal genutzt, die Präsidentschaft des ?Reformers? Khatami, so schwach seine Position in der Regierung auch war, zu nutzen und damit eine mögliche Chance zum Diaolog mit Iran und Einlenken einzuleiten, sondern hat nach einer Trauerrede Khatamis über den WTC Anschlag das Land gleich in die Achse des Bösen eingereiht? da hat man sich keinen Gefallen getan und die Konservativen in Teheran sahen sich noch einmal mehr bestätigt? dazu noch Kriege in der Nachbarschaft und die Umzingelung des Landes, die das Land als Regionalmacht erst aufsteigen ließen? kurz: der Karren ist im Dreck und schwer herauszuziehen.

      Sie haben die Situation im Iran schlüssig beschrieben. Ich will hier kurz Amerikas Lage ins Gedächtnis rufen:
      Nach dem Fall der Sowjetunion war Amerikas Außenpolitik ein reines Desaster. Um das Jahr 2000 herum wurden die USA gar Hypermacht genannt – Supermacht hat vielen Beobachtern nicht mehr gereicht.
      Heute ist die Situation eine vollkommen andere. Die Schwellenländer erstarken, Amerikas Reputation ist schlecht, durch kurzsichtige Wirtschaftspolitik befindet sich die Wirtschaft in einer Strukturkrise und außerdem zehren Irak und Afghanistan an den Kräften der amerikanischen Armee.
      Gerade jetzt wäre es günstig mit den USA zu verhandeln. “Iran-Fans” in Obamas Umgebung wie Brzezinski sind daher früh in den Iran aufgebrochen. http://www.youtube.com/watch?v=vka1ClEc8wM&feature=related

      Ich habe den Eindruck, dass ähnlich wie vorhin die gemäßigten Iraner durch ein aggressives Amerika verschreckt wurden, es nun den iranfreundlichen Stimmen in Obamas Umgebung ergeht. Ich weiß nicht, wer Obama in strategischen Fragen gerade berät, aber Brzezinski dürfte nach dem neuerlichen Reinfall erledigt sein.
      Den anfänglich freundlichen Ton haben die USA abgelegt, wie Ihr Zitat von Frau Clinton beweist.
      Um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, erwartet Amerika ein Nachgeben der Iraner.

      Fraglich ist nun, wer hier blufft. Wäre Obama wirklich bereit einen neuen Krieg zu beginnen? Und würde die iranische Führung ihr Atomprogramm angesichts US-amerikanischer Mobilmachung beibehalten?

      Man Strebt danach vom Westen als Gleichberechtigter Spieler in der Region anerkannt zu werden,

      Ja, und das führt unweigerlich zum Konflikt mit dem Westen, weil die Iraner zu recht von dieser Forderung kein Iota zurückweichen, wofür Ahmadinedschad viele Bonuspunkte erntet.

      Ich hab den Eindruck, dem Iran fehlt im Moment die Einsicht, dass man auch durch eine starke Wirtschaft und kulturelle Entwicklung es zu einer respektablen Macht bringen kann. Mir ist natürlich klar, dass dieser Missstand vom Westen mit verursacht wurde.

      Nun, Nordkorea ist anders als Iran nicht so interessant und lukrativ es militärisch zu überennen.

      Im Vorfeld der Irakinvasion haben viele Beobachter auch geschwärmt, wie lukrativ das sei – sie sind eines Besseren belehrt worden. Die USA haben nicht nur mit Blut und Dollars den Irakkrieg bezahlt, sondern auch mit dem guten Ruf. Ich bin mir sicher, dass es ihnen jetzt wirklich um Massenvernichtungswaffen geht.
      Deshalb bin ich skeptisch, ob ein “Überrennen” wirklich die Taktik der Wahl ist.

      Fliegt die Bombe Richtung Tel Aviv ist kurz danach auch Teheran Geschichte

      Ist alles nicht so einfach. Eine Atombombe kann auf vielerlei Wegen an ihr Ziel gelangen.

      Ich wüßte auch nicht was man anders in ihr sehen kann? Wer ernsthaft auf das ganze Säbelgerassel reinfällt und die typisch iranische, poetische Rhetorik wörtlich nimmt, versteht iranische Kultur nicht

      Meiner Meinung nach ist das kein gutes Argument. Auch hier in Deutschland hatten wir vor exakt 100 Jahren einen rhetorisch nicht unbegabten Kaiser an der Macht. Leider stand der Inhalt seiner Reden denen Achmadinedschads in nichts nach. “Viel Feind, viel Ehr!”, war noch einer der harmlosen Sprüche. Letztlich wurde nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa ins Verderben gestürzt. Nicht die Welt der Diplomatie muss sich auf Iran einstellen, sondern umgekehrt.

      zumal das Iranische Militärpotenzial in einem eher traurigen Zustand ist

      Verglichen mit den Vereinigten Staaten trifft das auch auf jedes andere Land zu.

      Ganz gleich, welchen Umfang eine mögliche amerikanische Militäroperation hätte, es wird auf jeden Fall auf die Luftabwehr ankommen, wenn man die USA ärgern will. Solide Bunkeranlagen könnten das US-Militär zu Bodeneinsätzen zwingen. Auch würde Irans Topografie den Verteidigern in die Hände spielen.
      So könnte der Iran ein sehr unbequemer Gegner werden.

    115. Peleo schrieb am 16. März 2010 at 11:03 - Permalink

      Wie rational oder irrational ist bzw. handelt die iranische Führung?

      Es wurde hier nachvollziehbar argumentiert, sie sei viel rationaler als im Westen angenommen. Ich hoffe, das stimmt. Rationales Denken hat verhindert, dass der Kalte Krieg zu einem heißen wurde (“gesicherte gegenseitige Zerstörung” oder “Zweitschlagskapazität”). Dann hätte die Aussage über Tel Aviv und Teheran einen Gehalt und wir -und die Israelis- bräuchten sich nicht zu fürchten. Aber kann man sich darauf verlassen?

      Auf der anderen Seite wird hier aber auch auf die Irrationalität jeder Religion hingewiesen. Und in dem Zusammenhang erinnere ich mich (ohne Quellen angeben zu können) an Aussagen von iranischen Geistlichen über ein “Armageddon”, nach dem trotz großer Opfer eben viele Gläubige noch da wären, der “kleine Satan” aber vernichtet sei. Israelische Stimmen weisen darauf hin, dass es Israel nach einem einzigen verlorenen Krieg nicht mehr geben würde, anders als den Iran.

      Mir wäre erheblich wohler, wenn die iranische Führung hier Klarheit schaffen würde. Dazu würde auch gehören, trotz aller verständlicher Aversionen gegen die USA Obamas Angebote nicht einfach zurückzuweisen.

    116. Jamas schrieb am 16. März 2010 at 12:28 - Permalink

      @Griabiger110#:

      Mich verwundert, dass Sie von den engen Beziehungen der Hamas zum Iran reden.
      Meines Erachtens sind die Behauptungen, dass die Hamas und der Iran stark kooperieren, Teile einer wie auch immer gearteten Propaganda.

      Ich habe von Zusammenspiel geredet. Hamas-Vertreter sind auf jeden Fall keine seltenen Gäste in Teheran.

      Es ist unbestreitbar, dass der Iran und die Hisbollah sehr enge Verbindungen pflegen.
      Über die Verbindung Iran und Hamas, dachte ich, dass Sie zwar in irgendeiner Art besteht, aber keinesfalls als eng bezeichnet werden kann.

      Nun, ich kann hier auch nur spekulieren, aber zumindest gibt es einen finanziellen Support seitens der Iraner für die Hamas. Warum? Weil diese nicht so wie die Fatah so nachgiebig sind und glaubwürdigerere Verterter für die Interessen Palästinas sind (auch innerhalb der Bevölkerungsmehrheit) als Onkel Abbas.

      Auch Sir Jeremy Greenstock kam zu diesem Schluss; sprich: Es gibt zwar Zahlungen, aber von engen politischen Beziehung ist in keiner Weise zu sprechen.

      Das bleibt Spekulation und Murmelleserei, aber ja, Zahlungen gibt es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit.

      Für die eher schwierige Beziehung Hamas Iran gibt es in meinen Augen folgende Gründe:

      1. Die Hamas ist sunnitisch; der Iran schiitisch. Ein Westeuropäer kann die teils irrationale (mehrheitlich irrationale?)

      Hmmm, das kommt darauf an, wie Sie die Ereignisse der Nachfolgeregelung des Propheten am Teich von Chumm interpretieren und lesen, die ja eben zu diesem Shisma letztlich führte. Dass sich Sunniten und Shiiten hassen halte ich für eine zu simple schwarz-weiß Darstellung, die auch dabei völlig außer Acht lässt, dass dieses Shisma heute weniger religiös denn politisch, wirtschaftlich und kulturell geprägt ist (Benachteiligung der Shiiten unter Saddam; Iran als shiitischer NICHT-ARABISCHER Staat; das Bündniswechselspiel des Westens zwischen Iran und den arabischen Staaten in den letzten 60 Jahren etc.)

      Ablehnung zwischen Schiiten und Sunniten nicht nachvollziehen. Ich selbst tue mir immer noch schwer, da die Skepsis und die Antipathie eines Katholiken gegenüber einem Protestanten aus rein religiösen Gründen einem Westeuropäer sehr seltsam vorkäme. Unter den gläubigen sunnitischen Palästinensern spielt der Glaubensunterschied und die Unterschiede im Glauben dagegen eine sehr wichtige Rolle. Ein Beispiel für die Unterschiede im Glauben wäre, dass die sunnitischen Palästinenser dem schiitischen Glauben vorhalten, keine reine Buchreligion mehr zu sein. Daraus leiten Sie ab, dass der schiitische Glaube anfällig für politisch motivierte manipulierende Auslegungen des Korans sei.

      Wenn ich mir eine Einschätzung erlauben darf, geht es vielen Moslems so, dass diese Darstellung des Shismas in dieser Härte nicht ganz nachvollziehbar ist. Diese ganze hervorbeschworene Spaltung ist eher politisch gewollte Absicht.

      2. Die Hamas hatte zum Irak unter Saddam Hussein meines Wissens ziemlich gute Beziehungen. Man könnte die damaligen Beziehungen zwischen dem Irak und der Hamas in meinen Augen mit den jetzigen Beziehungen zwischen der Hisbollah und dem Iran vergleichen. Die Tatsache, dass der Iran und der Irak sehr verfeindet waren und die ehemals engen Beziehungen zwischen dem Irak und der Hamas beinträchtigen meines Wissens bis jetzt die Beziehungen der Hamas zum Iran.

      Inwiefern Ihrer Einschätzung nach?

      3. Die Hamas hat meines Wissen in arabischen Ländern wie den VAE nicht unerhebliche Machtbasen. Die Beziehungen zwischen dem Block der mehrheitlich sunnitischen Länder wie Saudi-Arabien, VAE usw. und dem Iran sind nicht die besten.

      Ja, aber das ist weniger eine Sache des Glaubens als der Politik, und das habe ich ja schon oben erläutert, weil Iran den arabischen Staaten z.B. mit seiner Regionalmachtspolitik und seiner Hilfspolitik ggü. Palästina den arabischen Führern die Show stiehlt…

      Ich würde mich freuen, wenn Sie eine Einschätzung der Situation zwischen der Hamas und dem Iran geben könnten.

      Kurz: m.E. sind die Hamas gern gesehene Gäste in Teheran, werden finanziell unterstützt und dienen der Führung als willkommene Untermauerung ihrer Help-Palestine-Außenpolitik, zumal die Hamas auch die Wahlen 2006 ja mit einer überwältigenden Menge gewonnen hat und damit vom Volk legitimiert wurde. Ich habe aber leider keine Ahnung, was da sonst noch läuft. Ob es Waffenverkäufe/ Lieferungen gibt oder Hamas-Leute in Iran beim Demonstrantenverkloppen mithelfen? Ob Teheran wirklich auf Knopfdruck in Palästina mit Hilfe der Hamas Ärger machen kann => all das ist Spekulation und entbehrt jeder Empirie.

      Abschließend möchte ich noch eine Frage zu inneriranischen Situation stellen:
      Ist die iranische Führung wirklich so unbeliebt, wie es die westlichen Medien suggerieren?

      Sie werden in Iran eine Menge Leute treffen, die Witze über die Regierung machen oder sich über die Turbanträger beschweren, ja. Vielen geht es aber auch am Hintern vorbei und sind eher mit ihren Alltagsproblemen beschäftigt (essen, arbeiten, geld verdienen, Partner/in finden etc.). Stereotype passen dabei auch überhaupt nicht: junge gut gekleidete und gegelte Männer können genauso Ahmadinejad-Fans sein wie gebildete Akademiker mit hohen Einkommen und großen Besitztum; es gibt Leute, die zwar nicht alles an der Regierung gut finden, aber auch nicht alles schlecht; es gibt Mollahs, die die Regierung ebenso nicht mögen wie Revolutionsgarden, es gibt von denen wiederum welche, und zwar die meisten (also Mollahs), die sich um Politik nicht scheren. Die allerwenigsten Geistlichen in Iran sind politisch aktiv, verabscheuen die Einmischung ihrer “Kollegen” in so weltliche Dinge wie Politik und leiden ganz ehrlich unter dem Ansichtsverlust des Klerus durch die Verfehlungen einer Minderheit… wie Sie sehen: die iranische Gesellschaft ist äußerst pluralistisch und weder ein Monolith, noch dualistisch (Regierungsgegner gegen Regierungsbefürworter)

      Sie ist sicherlich nicht die beliebteste, das ist klar, aber man zweifelt doch an manchem Medienbericht.
      Auch über eine Beantwortung dieser Frage, freute ich mich.
      Mit freundlichen Grüßen

      Griabiger Batzi

      Khahesh mikonam ;) Ich hoffe meine Antworten können Sie zufriedenstellen.

      @ Henning 111#:

      Schön jetzt kommen wir nach meinen im Rückblick etwas albernen Anwürfen in Sachen anonymes Publizieren auf eine inhaltliche Ebene. Zunächst habe ich missverständlich formuliert, den ich meinte natürlich die Halb Kolonialen Erfahrungen unter den Kadscharen Russen und Briten und keine solchen Erfahrungen die man erst nach 1979 abwehrt

      Was das Regime dringend braucht ist ein Machtausgleich mit der Grünen Bewegung um die verlorene Legitimität zu reparieren

      Ja, das braucht das Regime. Aber dieser “Ausgleich” wird nicht geschehen, also ich meine hier den Ausgleich zwischen DENJENIGEN, deren Positionen und Forderungen unvereinbar sind und Kompromisse nur auf schwere Kosten des anderen zulassen.

      Da wäre ich skeptischer. Natürlich brodelt es im Land, aber nur weil einige Jugendliche Straßenkämpfer in Teheran Iranische Republik und Tod Khamnei skandieren heißt das doch noch lange nicht das es in der Protestbewegung einen breiten antisystemischen Konsens gibt.

      Den gibt es nicht, aber eines steht fest. Die vielen, die auf die Straße gehen, eint mehr oder weniger folgendes Forderungsbündel: Verbesserung der Lebenssituation (wirtschaftlich wie politisch, also weniger repressiv)… aber von dieser nicht quantifizierbaren Zahl an Aktivisten (mindestens mehr als 3 Millionen) schätze ich mal ist eine Mehrheit für eine Republik mit deutlich demokratischeren Strukturen.

      Wäre dem so konnte Mussawi doch theoretisch alles auf eine Karte setzen und zur Revolution blasen oder?

      Das kann er nicht, weil er weiß, dass ihm viele misstrauen ob seiner politischen Vergangenheit, außerdem ist er Mitbegründer der IRI und Unterstützer des Systems und dient letztlich nur als repräsentativer, symbolischer Bauer auf diesem Schachfeld… oder vll. gar Läuer… aber der König ist er nicht…

      Genau dies tut er aber nicht, sondern fordert lediglich Neuwahlen Meinungsfreiheit, Freilassung der politischen Gefangenen und andere Reformen innerhalb der bestehenden Verfassung.

      Das kann er auch in diesem Rahmen machen, alles andere würde den Apparat nur noch aggressiver machen, auch wenn sie ihn nicht töten, weil es dann erst richtig rappelt.

      Dies geschieht für mich deshalb weil Mussawi weiß das seine breite Bewegung zersplittert wenn man sich nicht auf bestimmte Minimal Forderungen einigt.

      s.o.

      Auch darf man nicht vergessen das trotz aller Proteste das Regime immer noch über willige Kohorten verfügt. Ich kenne Analyse von Bahman Nirumand, oder der Stiftung Wissenschaft und Politik die von etwa 30% Anhängerschaft ausgehen.

      Ich kenne diese spezifische Analyse von Herrn Nirumand nicht, aber auch Herrn Nirumand sollte man mit Vorsicht genießen.

      Der Protest wird doch primär von gut gebildeten neuen Mittelschichten getragen

      Nicht unbedingt, auch wirtschaftlich marode Familien, enttäuschte Bazaris (!) oder gar Kleriker erheben hier Hand und Wort.

      aber eben nicht von der oft tief religiösen armen Landbevölkerung

      ,

      das mit der tief religiösen armen Landbevölkerung ist zu einfach.. es gibt ja auch vermögende Bauern und Gutsbesitzer in den ländlichen Gegenden und auch einige nicht tief religiöse Menschen, die auch nicht unbedingt alle auf Meinungshöhe mit Teheran sind… oder nehmen Sie Rey, wo jeder dachte man würde Ahmadinejad wählen… nein nein, so leicht ist das mit Iran nicht, ich sagte ja bereits: das Land ist kompliziert!

      mal ganz abgesehen,dass sich die Revolutionsgarden ja auch aus einer gebildeten frommen Schicht rekrutieren.

      Alle? Nein nein.

      Deshalb halte ich es eben doch nach wie vor für Möglich das die Krise durch ein Modell wie es Kadivar vorschlägt lösbar ist.

      Ich komme aufgrund meiner Einschätzung nicht zu dem Schluß, will Herrn Kadivar aber auch nicht seine Kompetenz absprechen.

      Das Viele Iran nicht verstehen ist ein Problem, aber werden heute Kriege tatsächlich noch über schiere Menschenmasse gewonnen? Ohne Kriegsexperte zu sein habe ich doch den Eindruck,dass wir uns längst in einer Ära befinden in der Kriege mit Hightech Ausrüstung wie Drohnen geführt werden, und der Einsatz an Menschenmaterial, wenn man mir diesen unschönen Begriff gestattet zurückgeht.

      Das denke ich auch, kriege werden technologieintensiv.

      .

      Folgt man dieser These sieht es für den Iran eben doch düster aus.

      Nicht, wenn das Land genügend Unruhe stiften kann, die Kriegsbefürworter ein Vermögen kosten würden…

      Nebenbei haben sie vielleicht aktuelle Zahlen zum Thema Iranisches Militärpotenzial? Das würde mir für meine Magisterarbeit sehr helfen.

      Was genau wollen Sie denn wissen? Anzahl Panzer etc. oder stehendes Heer? Struktur von Artesh oder Pasdaran? Wie bei allen Zahlen ist es auch hier so, dass es Zahlen aus offiziellen Angaben ebenso gibt wie aus Analysen… exaktes Material bekommen sie nur schwerlich.

      @Albert 114#:

      Heute ist die Situation eine vollkommen andere. Die Schwellenländer erstarken, Amerikas Reputation ist schlecht, durch kurzsichtige Wirtschaftspolitik befindet sich die Wirtschaft in einer Strukturkrise und außerdem zehren Irak und Afghanistan an den Kräften der amerikanischen Armee. Gerade jetzt wäre es günstig mit den USA zu verhandeln. ?Iran-Fans? in Obamas Umgebung wie Brzezinski sind daher früh in den Iran aufgebrochen. http://www.youtube.com/watch?v=vka1ClEc8wM&feature=related

      Es hätte den USA außenpolitisch schon gut getan, die wirklich kleine, rosenzarte Öffnung Khatamis zu nutzen und mit einem Riesenpaket an Zugeständnissen und Geschenken das Land für sich zu gewinnen, anstatt in Zentral- und Westasien ein Schachspiel zu spielen, das auch die militärische Supermacht, geschweige denn NATO nicht werden gewinnen können.

      Ich habe den Eindruck, dass ähnlich wie vorhin die gemäßigten Iraner durch ein aggressives Amerika verschreckt wurden, es nun den iranfreundlichen Stimmen in Obamas Umgebung ergeht. Ich weiß nicht, wer Obama in strategischen Fragen gerade berät, aber Brzezinski dürfte nach dem neuerlichen Reinfall erledigt sein.

      Ja, und das meinte ich mit Karrem im Dreck, da haben beide Seiten Fehler gemacht und sehen sich nun in Positionen, in denen man nicht nachgeben will. Der eine, weil er Angst hat seine Reputation und außenpolitischen Muskeln zu verlieren, der andere, weil er mit jedem Nachgeben nur noch draufzahlt und gelernt hat, dass sich Sturheit anscheinend lohnt.

      Den anfänglich freundlichen Ton haben die USA abgelegt, wie Ihr Zitat von Frau Clinton beweist. Um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, erwartet Amerika ein Nachgeben der Iraner.

      Was meiner Prognose nach nicht passieren wird, es sei denn man findet ein Ventil, das Regime in die Enge zu treiben. Ventile könnten eine extrem große Demonstrantenmasse sein, so dass sich der Druck im Inland so sehr erhöht, dass er nicht mehr niedergeknüppelt werden kann und man den Druck von Außen mit leichtem Nachgeben abfedert. Oder eine totale ökonomische Isolation des Landes (der Pasdaran), aber das, habe ich ja schon im Artikel erläutet, halte ich für Wunschdenken und nur durchfürbar, wenn die gesamte (!) Welt da mitmacht. Eine 3. Ebene wäre die nach dem Ableben von Khamenei, wenn es um die Nachfolge geht… das kann Veränderungen und einen brodelnden Kassel hervorbringen, muss es aber nicht. In Iran sitzen intelligente Technokraten/ Paramilitärs/ Kleriker an den Schalthebeln der Macht, die es seit über 30 Jahre verstehen, den großen Dampfer Iran durch allerlei Trubel zu lavieren.

      Fraglich ist nun, wer hier blufft. Wäre Obama wirklich bereit einen neuen Krieg zu beginnen?

      Das wird nicht passieren, dafür sind die militärischen Kapazitäten der USA zu sehr ausgeschöpft und der Respekt vor Teheran doch zu groß. Außerdem müssen Sie sich mal eine Frage stellen: will man in Washington vielleicht noch nicht mal einen Systemwechsel bzw. einen demokratischen Iran, sondern eine IRI light? Mit autokratisch geprägten Systemen haben die USA doch immer gut kooperieren können, sofern sie ihnen gelegen waren…

      Und würde die iranische Führung ihr Atomprogramm angesichts US-amerikanischer Mobilmachung beibehalten?

      Absolut, das wird sie, dafür wäre im anderen Fall der Gesichtsverlust zu stark. Das ist ein Prestigeprojekt, das sogar auf dem höchstwertigen Geldschein (5000 Toman) gedruckt wird, und somit symbolisiert: das Atomprogramm gehört zum Land.

      Ich hab den Eindruck, dem Iran fehlt im Moment die Einsicht, dass man auch durch eine starke Wirtschaft und kulturelle Entwicklung es zu einer respektablen Macht bringen kann.

      Die Einsicht fehlt meiner Einschätzung nicht, man bemüht sich ja um wirtschaftliche Kooperation, fördert den Tourismus, will Investoren anwerben (schaltet dafür sogar Werbung) etc. aber man ist auch realistisch in Teheran und sieht ja, wie westliche Staaten versuchen das Land in die Knie zu zwingen, da fallen solch wirtschaftspolitische Vorhaben nicht leicht. Zudem ist da noch viel Günstlingswirtschaft, die die ganze Volkswirtschaft durchlöchert, aber das ist ja ein anderes Thema

      Mir ist natürlich klar, dass dieser Missstand vom Westen mit verursacht wurde.

      Ja, ebenso aber auch wie von korrupten Eliten. Man kann ja noch nicht mal behaupten, es läge an den Strukturen des Landes, dass die Wirtschaft hinter ihrem Potential ist, denn mal abgesehen von den Bodenschätzen ist das Bildungssystem in Iran ausgesprochen gut, besonders im Bereich Technologien, Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, dann diese perfekte geographische Lage, das Tourismuspotential etc. Wenn Sie mal länger im Iran sind merken Sie, wie viel Möglichkeiten das gesamte Land theoretisch doch hat.

      Im Vorfeld der Irakinvasion haben viele Beobachter auch geschwärmt, wie lukrativ das sei ? sie sind eines Besseren belehrt worden. Die USA haben nicht nur mit Blut und Dollars den Irakkrieg bezahlt, sondern auch mit dem guten Ruf. Ich bin mir sicher, dass es ihnen jetzt wirklich um Massenvernichtungswaffen geht.
      Deshalb bin ich skeptisch, ob ein ?Überrennen? wirklich die Taktik der Wahl ist.

      Irak hat aber in der Theorie mehr zu bieten als Nordkorea. In Nordkorea gibt es kaum Bodenschätze, die Ausbildung und Qualifikation der Masse ist unterdurchschnittlich, es ist strategisch für die USA nur als Einkreisungspunkt Chinas und Russlands interessant und bietet außer einer teilweise abgeholzten maroden Landschaft und einigen touristischen Highlights nichts, was Washington dazu bringen könnte, sich dort groß zum eigenen Vorteil zu bemühen.

      Meiner Meinung nach ist das kein gutes Argument. Auch hier in Deutschland hatten wir vor exakt 100 Jahren einen rhetorisch nicht unbegabten Kaiser an der Macht. Leider stand der Inhalt seiner Reden denen Achmadinedschads in nichts nach. ?Viel Feind, viel Ehr!?, war noch einer der harmlosen Sprüche. Letztlich wurde nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa ins Verderben gestürzt. Nicht die Welt der Diplomatie muss sich auf Iran einstellen, sondern umgekehrt.

      Die Welt hat sich aber nunmal geändert, man lebt ja nun in einer globalisierenden Weltgemeinschaft mit breitem Informationszugang und einem Bewusstsein über die Weltlandschaft. Auch viele Iraner schauen BBC und Co. und das Land ist militärisch eingekreist… hier wird zu viel Panik mit perfiden, aus geschichtswissenschaftlicher Sicht peinlichen Vergleichen mit Hitler gemacht.

      Ganz gleich, welchen Umfang eine mögliche amerikanische Militäroperation hätte, es wird auf jeden Fall auf die Luftabwehr ankommen, wenn man die USA ärgern will. Solide Bunkeranlagen könnten das US-Militär zu Bodeneinsätzen zwingen. Auch würde Irans Topografie den Verteidigern in die Hände spielen.
      So könnte der Iran ein sehr unbequemer Gegner werden.

      Richtig. Die Anlage Nahe der Stadt Natanz, die übrigens an der Oberfläche kaum erkennbare Gebäudestrukturen hat, ist kilometerweit (!) von im Boden eingegrabenen Bunkern mit Abwehrraketen in konzentrischer Form geschützt. Flugzeuge müssten also erst einmal eine Reihe von Flugabwehrraketen überwinden bevor sie dann an das Innere des Ringes kommen… noch dazu die relativ einfarbige (!) Landschaft in der Umgebung mit ihren vielen Hügeln und Bergen… jeder Angriff aus der Luft wird damit zum blutigen Abenteuer.

    117. Martin schrieb am 16. März 2010 at 14:17 - Permalink

      Urlaubsbedingt weit weg vom Internet konnte ich diesen Beitrag erst heute lesen.

      Ich möchte sagen, dass dies seit langem der mit Abstand beste Beitrag (nebst Kommentaren) ist, den ich im Netz gelesen habe. Es ist außerordentlich wohltuend Berichte von Menschen zu lesen, die nicht nur wissen wovon sie schreiben, sondern dies auch noch sehr gut formulieren können.

      Danke somit für ein besseres Bild eines offensichtlich wunderbaren Landes, von dem wir viel zu wenig wissen.

    118. Griabiger Batzi schrieb am 17. März 2010 at 02:17 - Permalink

      @jamas

      Die größten Rohöllieferanten der Volksrepublik sind dabei Saudi Arabien, Angola, das Sultanat Oman ? und eben Iran

      Hallo jamas,

      Sind die Daten von 2008?

      2009 dürfte Russland den Platz Omans eingenommen haben.
      Die mir vorliegenden Daten sind( in 1000 Tonnen Barrel pro Tag) :

      2008:

      Saudi Arabia: 725
      Angola: 596
      Iran: 425
      Oman: 291
      Russia:232

      2009 Januar bis Mai (wenn Sie die Daten für das gesamte Jahr 2009 haben, könnten Sie mir einen Link schicken?)

      Saudi Arabia: 740
      Iran: 540
      Angola: 451
      Russia:299
      Oman:275

      In Zukunft dürfte angesichts der Vertragsabschlüsse der China National Pertroleum Coorperation betreffend des northern Azadegan field die Bedeutung Irans für China wachsen.
      Man rechnet mit zusätzlichen 105000 bbl/d, wenn die Phase 2 abgeschlossen ist.

      Wissen Sie von diplomatischen Bemühungen Japans im Konflikt USA-Iran zu vermitteln?
      Japan dürfte ein Konflikt mit Waffengang sehr ungelegen kommen, da Japan China als Hauptexportland mit 480 mbll/d sogar noch übertrifft.
      Könnten Sie darüber hinaus ihre Ansicht darlegen, wie China bei einem Angriff der USA auf den Iran in ihren Augen reagierte?

      Leider ist Ihnen gestern wegen der Flut an sie gerichteter Fragen, eine Frage von mir entgangen.
      Ich erlaube Sie mir noch mal zu stellen:

      Wer ist die Person rechts neben Ahmadinedschad im folgenden Bild?

      http://diepresse.com/images/uploads/7/2/1/538401/Ahmadinejad_iran_uran20100209123504.jpg

      http://www.smh.com.au/world/iran-defies-west-and-cranks-up-uranium-work-20100209-npst.html

      Gerade eine Beantwortung der zuletzt gestellten Frage erfreute mich sehr.

      Mit freundlichen Grüssen

      Griabiger Batzi

    119. Griabiger Batzi schrieb am 17. März 2010 at 04:44 - Permalink

      da Japan China als Hauptexportland mit 480 mbll/d sogar noch übertrifft.

      2008

      2009 dürfte es wieder China sein.

    120. Outlook schrieb am 3. Mai 2010 at 22:14 - Permalink

      Atomspektakel in der UNO
      Irans Staatschef wirft dem Westen “Doppelmoral” vor

      Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bei der UNO-Konferenz über den Atomsperrvertrag in New York die USA und die Länder des Westens für «doppelte Standards” im nuklearen Bereich scharf kritisiert. Er forderte einen Ausschluss der Länder, ?die mit einem Kernwaffeneinsatz gegen Länder drohen, die keine Kernwaffen besitzen”, aus den IAEA-Führungsgremien.
      http://de.rian.ru/world/20100503/126156319.html

      Dac muß die US-Amerikaner schmerzen, im eigenen Land solche Prügel zu beziehen.


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