Move your Money!
geschrieben am 12. März 2010 von Spiegelfechter
Eine Graswurzelbewegung nimmt den Kampf gegen die Großbanken auf
Die Allgemeinheit rettet das Bankensystem mit astronomischen Summen und die Banker zeigen sich nicht etwa dankbar, lernen nichts aus ihren Fehlern und machen schon wieder so weiter, als hätte es nie eine Krise gegeben. Weltweit richtet sich der Zorn der Völker gegen die Groß- und Investmentbanken, die die Welt mit ihren “Finanzinnovationen” an den Rand des Abgrundes gebracht haben. Die Regierungen können und wollen dem Treiben der Turbobanker jedoch keinen Riegel vorschieben. Wer aber soll die Banker sonst zähmen? Wir, so lautet die Antwort der Graswurzelbewegung Move your Money.
Wenn wir unsere Konten von den Großbanken zu den kleinen genossenschaftlichen oder kommunalen Banken verlagern, erschweren wir den Turbobankern ihr Treiben, so die Idee hinter dieser Bewegung. In den USA ist “Move your Money” bereits mehr als ein Achtungserfolg. Nun wollen auch hierzulande Aktivisten den Kampf gegen die Großbanken führen.
Ist das Leben nicht schön?
Die Grundidee entstammt einem Hollywood-Klassiker. Frank Capras Tragikomödie “Ist das Leben nicht schön?” wirkt wie ein frühes Abziehbild der aktuellen Finanzkrise. Die Gemeinde Bedford Falls, ein kleines, verschlafenes Nest, in dem amerikanische Werte noch hoch gehalten werden, wird von einem bösen Kapitalisten angegriffen. Der geldgierige Banker Mr. Potter will die braven Bürger ausnehmen und versucht, die kommunale Kreditgenossenschaft in seine Hände zu bekommen, um die Häuslebauer in seine Abhängigkeit zu bringen. Sein Gegenspieler ist der naive George Bailey ? ein Altruist wie aus dem Bilderbuch, gespielt vom stets welpenhaft wirkenden James Stewart. Bailey schafft es am Ende natürlich, die braven Bürger dazu zu bringen, ihre gesamten Ersparnisse der Kreditgenossenschaft zu überschreiben und damit die kapitalistische Attacke abzuwehren.
Gute Banker, böse Banker ? Kapitalismuskritik in Schwarz-Weiß. Eine Vorlage, die dem bekannten Filmemacher Eugene Jarecki, der bereits mit der Kapra-Adaption “Why we fight” Erfolge feiern konnte, zu einem naheliegenden Gedanken brachte: Lasst es uns so machen wie die braven Bürger von Bedrock Falls. Lasst uns den Turbobankern das Geld wegnehmen und es den lokalen Kreditgenossenschaften und Kommunalbanken geben. Move your Money, wechsele deine Hausbank. Jareckis Idee wäre wohl in Vergessenheit geraten, hätte sich nicht die bloggende Multimillionärin Arianna Huffington an die Spitze der Bewegung gesetzt. Auf ihrem Blog Huffington Post startete sie zusammen mit einigen Mitstreitern kurz vor Silvester die Aktion Move your Money. Mit im Boot befinden sich auch die Bankanalysten von Institutional Risk Analytics (IRA), die der Aktion ihre Datenbank zur Verfügung stellten.
Weiter auf Telepolis
Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test
www.PARSHIP.de




@SF: Super Artikel (wie eigentlich immer). Sehe ich genau so – mein Geld bekommen die Finanzriesen auch nicht in die Finger. Außer auf die Altersversorge kann man natürlich auch bei der Baufinanzierung auf die “richtige” Bank achten…
Im übrigen wollte ich dir nochmal deinen realistischen Blick auf Themen der letzten Artikel danken.
Die Aktion (auch wenn sie in Deutschland eh nicht eins zu eins nachgemacht werden könnte) stünde bei uns vor dem gleichen Problem, wie auch die meisten anderen wirkungsvollen Ansätze um in der derzeitigen Lage etwas zu ändern:
Es muss sich bewegt werden. Das klappt schon bei Wahlen nicht, geschweige denn bei der Beteiligung am politischem Geschehen im Alltag. Ach was: Viele Leute schaffen es ja nicht mal, sich differenziert zu informieren.
Wie soll da so eine gezielte Aktion ablaufen können, die auch noch die Änderung der Bankverbindung beinhaltet. Solche Dinge werden bei uns erst anlaufen, wenn sich “die Menschen”, wie Mutti immer so schön sagt, so sehr ärgern, dass sie endlich anfangen den Ursachen für diesen Ärger ihre Aufmerksamkeit zu widmen.
Davon sind wir anscheinend immer noch weit entfernt.
ich empfehle die GLS Bank http://www.gls.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/GLS_Bank
Was bringt es, die Sparguthaben zu verschieben?
Sie blockieren doch auch anderenorts weiterhin die Kredittilgung.
Gruß!
# 2 Disskussionsteilnehmer
Warum so pessimistisch? Irgendwer und irgendwann muss ja mal begonnen werden, sich dagegen zu wehren. Damit rechnen ja leider die “Obrigen” , dass das der kleine Mann zu bequem ist, sich aufzuraffen. Steter Tropfen höhlt den Stein. Also, auf gehts….
Leider wahr.
Das manche Leute schon öffentliche Aufstände befürchten ist derzeit noch unsinn.
Noch geht es uns viel zu gut und solange es den starken Bevölkerungsschichten nicht noch ne ganze Ecke schlechter geht oder gewisse Repressalien noch stärker werden, wird sich auch in großem Rahmen wenig bewegen. Es bleibt aber zu hoffen, das die Bevölkerung langsam wach wird. Die Alibi-Empörung über Finanzkrise und Managergehälter hat Menschen zumindest aufhorchen lassen. Bei einigen Dingen wird die Beteiligung der Menschen stätig größer wie z.B. beim Wiederstand gegen Rechts wie man an Dresden und vielen kleineneren Gemeinden sehen kann.
Es wäre eine interessante Untersuchung, wenn man mal nachschauen würde, ob die ganzen jetzt auffliegenden Skandale etwas mit einem wechselnden Bewusstsein zu tun haben. Aber das ist reine Spekulation.
Schöner Artikel und eine gute Aktion.
Ich bin übrigens Volksbankkunde und werde auch garantiert nicht zu einer Großbank wechseln. Aber auch wenn die Sparer vielleicht kein großes Finanzvolumen bewegen, so sind die Banken doch auch als Dienstleistungsbetriebe auf einen guten Ruf angewiesen. Und ob jetzt Kneifzange oder nicht, eine Bank wirbt gerne mit der Größe ihres Kundenstammes.
Würde bekanntwerden, das plötzlich massenhaft Kunden wechseln, so wäre das ein Imageschaden, so sehr sich die Verantwortlichen vielleicht freuen mögen.
@ 4.
Eine Erklärung wäre nett, ich versteh das aus dem Stehgreif nicht?
Nachtrag
Durch MoveYourMoney wird auch nicht das Problem der Kreditklemme gelöst:
Geldproduktion um 18% eingebrochen
Es ist also vollkommen egal, wo diese Sparguthaben landen – die jeweilige Geschäftsbank hat dadurch erhöhte Kosten, eben weil es nicht mehr ausreichend Kreditnehmer gibt, die die Kosten der eingehenden Sparguthaben finanzieren könnten.
Ja – da versucht man sogar schon, Sparer auszuzahlen, damit sie ihr Konto auflösen!
Kreditgenossenschaft zahlt Bonus für Kontenauflösung
Ist ja auch völlig klar! Sparguthaben sind aus Sicht der Geschäftsbank nämlich Schulden.
Es würde sich auch nicht viel ändern, wenn die Guthabenhalter nun einfach Cash halten würden. Mal vom Crash durch Bank-Run abgesehen, wäre die Belastung der Geschäftsbanken aufgrund der Refinanzierungskosten bei der ZB nachwievor gegeben.
Die Krise ließe sich nur durch Schrumpfung der Guthabenseite lösen – also entweder lösen die Guthabenhalter mal ihre realwirtschaftlichen Leistungsansprüche bei denen ein, die diese im Einvernehmen mit den Banken erzeugt haben – oder der Staat muss umverteilend eingreifen..
Gruß!
Guthaben sind Geld (Zahlungsmittel) und Geld ist eine Form des Kredits (genauer: eine Nominalforderung gegen das Eigentum des Kreditnehmers zugunsten des Kreditgebers).
Eine ausführlichere Erklärung findest du hier: Was ist Geld
Werden also Guthaben zurückgehalten (gespart), kann irgendwo ein Kredit nicht getilgt werden.
Gruß!
Ob jetzt das Geld von der einen Bank oder der anderen Bank in den Kapitalmarkt gedrückt wird, ändert nur wenig. Letztendlich führt es nur dazu, dass die neue Bank vielleicht sinnvollere Anlagemöglichkeiten besetzt aber durch die begrenzte Menge solcher Anlagemöglichkeiten wird dabei nur anderes Kapital ins globale Finanzkasino abgedrängt.
Das ergibt etwas Asset price inflation durch höheres Interesse an diesen Anlagen, eine kleine Stärkung der Realität gegenüber den spekulativen Religionen im Finanzmarkt aber sonst ändert sich nur wenig.
der-dem-shareholder-value-in-der-aktionärsversammlung-zum-beispiel-eines-autokonzerns-standing-ovations-huldigende-damit-vielleicht-unwissentlich-beschließend-arbeitsplatzabbau-in-kauf-nehmend-aber-tags-darauf-beim-autohändler-seines-vertrauens-um-den-ihm-seiner-meinung-nach-berechtigt-zustehenden-barzahlungsrabatt-feilschende-kleinaktionär ist eine spezies der schuldigen an dieser misere…
…oder auch der schnäppchenjäger in uns allen, der natürlich nur das “nötigste” und aus seiner sicht “vertretbare” für mittlerweile immer mehr waren und dienstleistungen auszugeben bereit ist.
schuldig sind alle, die ihr geld “anlegen” und damit auf wundersame weise vermehren wollen!
wie sollen denn die erwarteten “renditen” erwirtschaftet werden, wenn nicht durch arbeitsplatzabbau im eigenen land, durch ausbeutung unzähliger arbeitskräfte der sogenannten 3. welt, durch raubbau an der natur usw. usf.?
letzlich ist der kapitalismus die wette auf das scheitern des jeweils anderen. es ist wie ein globales großes lotto: viele zahlen, wenige gewinnen. und alle banken (wie auch immer sie heißen oder wie volks-, bürger- und was weiß ich nicht alles -nah sie sich gerieren) sind gefangene des systems. jede “anlage”form verlängert das leben der schmarotzer.
die lösung ist einfach: der sumpf aller, nicht dem gemeinwohl verpflichteten geschäfte muss trockengelegt werden. das bedeutet vielleicht kurzfristig verzicht, aber langfristig erhalt.
Das Verschieben zu kleineren Banken ist Augenwischerei. Erstens: wenn Großprojekte gestemmt werden müssen und sollen, findet man sich zu JointVentures/Projektgesellschaften/WieAuchImmer zusammen. Zweitens wurde ja das große Rad auf Pump über Hebelwirkungen auch von Klein(st)banken gedreht. Siehe die putzige SachsenLB. Ich sehe das Heil nur in einer Regulierung: größere Banken = strengere Vorschriften.
Zur Graswurzelbewegung: schick, schick. Gib dem OttoNormalVerbraucher irgendwo 1% Zinsen mehr und er wechselt zu einer anderen unpersönlichen Bank. – Mehr Charme entfaltet für mich das Quickborner Modell, also Anleihen der eigenen Kommune. Da fließt das Geld zwingend in die Region und man kann sich das Ergebnis ansehen und vllt sogar benutzen. Nicht zu vergessen die Bindung an die Region und die gesellschaftliche Verantwortung. Man kann dann seinen Stadtrat mal fragen nach dem Werdegang. An einen Vorstand kommt man nie heran, an einen detaillierten Geschäftsbericht auch nicht. An den Stadtrad jedes WE beim Gang durch den Supermarkt…^^
an den Haareschneider,
richtig. Macht hat in dem System nur der Konsument.
Raucher haben eigentlich nur noch die Möglichkeit einfach keine Restaurants und Tanzveranstaltungen mehr zu besuchen. Und Tabakpflanzen kann man zum Eigenbedarf auch selbst anpflanzen.
ALG2 Empfängern empfehle ich ins Gefängnis zu gehen. Kostet den Staat ca. 5000 Euro im Monat. Das hält selbst Westerwelle nicht lange aus.
Und wer Solidarität üben will, der konsummiert so wenig wie möglich und kauft das Notwendige beim Bauern und bei kleinen Selbstständigen.
Wenn sich daran nur 20 Prozent beteiligen, dann ist der Fisch gegessen. ;-)
@tar
Alles, was Du hier schreibst, ist total verkehrt.
Du hast das Wesen der aktuellen Kreditklemme nicht verstanden.
@ Griebiger Batzi
Ich mag deine Argumente. (…)
Gruß!
Meinungsmache? Wogegen oder wofür genau? Der Geldbedarf unseres Finanzsystems steigt exponentiell an. Das ich mein Konto nicht bei der Deutschen Bank habe, wird nichts daran ändern, das mein erarbeitetes Guthaben immer schneller dahinschmelzen wird und dahin fließt, wo sowieso schon Geld im Überfluss ist. Dort wird dann damit nur noch Rendite erwirtschaftet und nichts in den Finanzkreislauf zurückgeführt. Man kann es auch Ausbluten nennen.
Das Beste, was ich mit meinem Geld momentan anstellen kann, ist es so schnell wie möglich wieder ausgeben. In die Armut schliddere ich dank dieses Systems sowieso.
Netter Artikel, aber Banane!
Der beste Trick des Teufels sei es angeblich, die Mär zu verbreiten, dass es ihn garnicht gäbe. Was das über die, unter der Kuratel der DZ Bank agierenden genossenschaftlichen Volksbanken bedeutet, mag jeder selbst herausfinden. Leider sind wohl (in diesem Punkt) die amerikanischen Verhältnisse nicht übertragbar.
siehe auch
“Banking for the People”
http://www.thenation.com/doc/20100329/nichols
@peter weigelt
was soll diese unsachlichkeit?
angesichts der tatsache, dass es definitiv mindestens 5.000.000.000 menschen auf dieser welt gibt, von denen ca. 1.500.000.000 akut vom hungertod bedroht sind, die ihr leben wahrscheinlich auf der stelle mit dem eines deutschen “nutten-peter-IV”-empfängers tauschen würden, müssen wir uns alle an dieser stelle wirklich fragen, wo eigentlich unser problem ist…!
wie weltfremd (sic!) ist es, darüber zu debattieren, ob die volks- und raiffeisenbank einer deutschen kleinstadt dem globalen finanzsystem zuträglicher ist, als die großbanken, die schon wieder(?) UNSER geld verzocken, dass wir ihnen und den von ihnen im globalen system zwangsweise abhängigen kleinbanken schließlich bereitwillig überlassen haben?
die noa bank versucht momentan auch einer angenehmere bank zu sein.
http://www.noabank.de/
da dann auch durchaus gleich gute konditionen was man ja bei gls und konsorten leider nicht sagen kann… ich bin jedenfalls schon da.
Ich bin bei der Sparda-Bank West. Das ist ne kleine Genossenschaftsbank.
Das Gute siegt imma. :)
@tar
Mir fehlt die Zeit, um grossartig etwas dazu zu schreiben.
Aber schau Dir doch mal einfach die Allgemeinen Geschäftsbedingungen deiner Bank an.
Da findet sich ein Punkt, in dem festgelegt wird, wer wann kündigen darf. Soviel zum Punkt:
Deinen Link kann ich nicht beurteilen. Ich bin mir aber sicher, dass dies eine ziemlich singuläre Erscheinung in den USA ist, die mit der Situation in Deutschland rein gar nichts zu hat (auch nicht mir der Situation in den USA im allgemeinen).
Wenn Du weiterhin Lust hast, könntest Du Dich in das Wesen der Refinanzierung der Banken, der Leitzinsen einlesen. Man könnte feststellen, dass es die Notenbanken den Banken immer noch einfach machen, Geld von Ihnen zu leihen/ bzw Geld untereinander zu verleihen. In der USA ist die Fed Rate 0%. Der Diskontsatz ist bei weiten nicht 100 Basispunkte drüber.
In der EU schaut es nicht anders aus.
Daraus könnte man 2 Sachen folgern:
- Kundeneinlagen sind für die Banken wichtig um neues Geld bei den Notenbank zu leihen
-Wenn du also behauptest, dass die Banken Kundeneinlagen nicht zu schätzen wüssten, deine “Nevada Kreditgenossenschaft” auf die Einlagen verzichtete und dies nicht nur eine singuläre Erscheinung einer(!) Bank der sehr grossen USA wäre, wäre es für die Notenbank ein leichtes dem Entgegen zu treten und einfach die Zinsen zu erhöhen.
Die aktuelle Kreditklemme einiger Unternehmen hängt damit zusammen, dass, obwohl es für die Banken gerade sehr einfach ist, neues Geld zu leihen, sie ihrem Auftrag nicht gerecht werden.
Sie spekulieren lieber mit dem Geld, als es an die einheimischen Unternehmen weiterzuverleihen. Sie versprechen sich dadurch höhere Profite und ein geringeres Risiko/geringere Mühen, da einige der jetzt noch bestehenden Unternehmen wohl nicht überlebensfähig sind.
Auch entbehrt die Überlegung nicht einer gewissen Zynik. Sollte es wieder zu einem Finanzcrash kommen, wird die Politik wohl wiederrum eingreifen, da sie die Folgen nicht tragen möchte. Wenn Politik nicht eingreifen würde, wäre es auch egal, da nach einem Finanzcrash, bei dem die Politik nicht aushülfe, bildlich gesprochen eh kein Stein mehr stehen bliebe/ sprich jede Konkurrenzbank wie auch jedes Unternehmen davon betroffen wäre.
Anders wäre dies, wenn die Bank einem Unternehmen Kredite gewährte und dieses Unternehmen pleite ginge.
Dann wäre die Bank singulär davon betroffen. Keine Konkurrenzbank würde mit im selben Boot sitzen und die Politik würde wohl nicht aushelfen.
Selbst wenn einzelne Firmenpleiten die Bank nicht in ihrer Existenz gefährde, würde es die Bilanz nach unten drücken. Auch weil viele Bankmanager sehr darauf fokussiert sind, sich mit der Konkurrenz zu vergleichen, gehen sie lieber Spekulationsrisiken als das Risiko eines Schuldners (in diesem Fall ein meist kleines bis mittelgrosses Unternehmen), der nicht mehr bezahlte könnte, ein. Die grossen Konzerne haben das Problem der Kreditklemme nicht, da ihnen u.a. andere Wege offen stehen, neue Mittel zu akquirieren
Kurzum anstatt das Geld innerhalb Deutschlands weiterzureichen (wie es von den Politiker eigentlich intendiert war), wird lieber irgendwo in der Welt spekuliert-
Gerade war unter anderem Griechenland “hot”.
(CDS, ungedeckte Leerverkäufe,Staatsanleihen)
Vor allem CDS und Staatsanleihen in Kombination.
Immer noch “hot” sind wohl -wie man am derzeitigen Wohlbefinden des Dollars (trotz der Probleme in der USA) sieht, Rohstoffspekulationen und US-Staatsanleihen.
@dermitdenhaaren
Totschlagargument…..
Klar gibts da Probleme, aber was bringt es uns für so eine Diskussion?
Die Probleme des Weltfinanzsystems sind im Endeffekt eine der Folgen bestimmter Ideologien. Die bloße Existenz einer “dritten Welt” wie sie hier bei uns wahrgenommen wird, ist ein anderes Symptom.
Das Problem ist viel zu komplex, als das man es genau auseinander nehmen könnte, aber es reicht schon zu sagen: Wenn wir uns, die wir fett, reich und bequem sind, nichteinmal so vernünftig und human verhalten können, das bei uns keine Kinder hungern müssen, sondern es auch noch als gut und richtig angesehen wird alles auszubeuten was uns unter die Finger kommt, wie sollen wir uns dann um den Rest der Welt kümmern können?
Von den negativen Effekten der andauernden Hilfe will ich jetzt gar nicht erst anfangen.
Die Verbesserung der Welt fängt immer bei einem selbst an. Dann können wir uns um andere kümmern (was im besten Fall dann ja auch ganz automatisch passieren würde)
@ Griebiger Batzi
Schon besser – jetzt könnte direkt eine Diskussion entstehen ;)
Notenbanken leihen kein Geld, sondern wandeln Schuldtitel um – und genau das ist das Problem. Es fehlt an notenbankfähigen Sicherheiten der potentiellen Kreditnehmer – dem Publikum!
?!?
Das Wort “Einlage” verwirrt. Was wird eingelegt? Sicherheiten oder Cash?
Ersteres fehlt (genau darauf will ich hinaus) und letzteres nützt dem Bankensystem nichts, da es dieses ja vorher ausbezahlt hat. Das ist für sie ein Kostenfaktor.
Was soll das wieder nützen?
Da ist wieder der Denkfehler bei “Geldleihen”.
Die Geschäftsbanken brauchen notenbankfähige Schuldtitel, sonst läuft sich das ganze Ding tot. Die Unternehmen bekommen eben keine Kredite mehr, weil sie nicht mehr über unbelastetes Eigentum verfügen. Und jene, die über genau dieses verfügen, benötigen im Gegenzug keine Kredite (mehr). Das Pfand ist das Entscheidende.
Da nützt es eben nichts, das Eigenkapital der Geschäftsbanken künstlich aufzublasen, nur damit die dann irgendwann mal ggf. nicht besicherte (oder künstlich besicherte, wie mit CDS) Kredite ausreichen, wobei gerade da eben die Gefahr besteht, durch Kreditausfall die komplette Summe abzuschreiben.
Dem Rest kann ich nur zustimmen.
Gruß!
@ grefel
die Gemeinschaftsbank Leihen und Schenken kann eben gerade nicht mit noa oder “Konsorten” vergleichen
Sie investiert nicht nach Gewinmaximierung u finanziert ua freie Schulen und ähnliche Projekte und stiftet auch
Die Anlagekonditionen liegen aber trotzdem leicht im Mittel
Daß andere Banken versuchen sich einen ähnlich grünen anstrich zu geben ist nichts ganz neues aber nicht dasselbe u nicht vergleichbar
würde mich interessieren welche weiter Bank du unter “Konsorten” der GLS verbuchen würdest, ich kenne keine. Dies Bank ist praktisch “von unten” entstanden um Genossenschaftlich Projekte zu realisieren die sonst keine Finanzierung bekommen hätten und ist halt mittlerweile so groß daß man sie als Bank ernst nehmen muss u daher auch andere versuchen auf diesen Zug aufzuspringen
@hiramas
irrtum: das problem ist nicht komplex, sondern einfach. aber wie naiv ist eigentlich diese sicht? wir leben in einer welt. wenn zum beispiel der regenwald am amazonas weiter so abgeholzt wird, wie es seit jeher geschieht, treffen die daraus erwachsenden weltklimaveränderungen uns alle. seit jahrzehnten sind die global drohenden folgen unseres “wachstums” bekannt.
anders gesagt: wenn kein trinkwasser mehr vorhanden ist, hat sich die existenz der menschheit innerhalb dreier tage erledigt. da sind abwägende diskussionen über komplexität von zusammenhängen fürwahr unerheblich, sondern es muss gehandelt werden. mit rohstoffen,einschließlich nahrungsmitteln wird ja schon munter spekuliert, wenn dann noch trinkwasservorräte dazukommen, wird es wirklich eng.
wir (in den sogenannten zivilisierten gesellschaften) leben über unsere verhältnisse, philosophieren aber über das fiktive (noch bessere) funktionieren eines weltfinanzsystems, während anderenortes menschen real durst haben und hunger leiden.
damit meine ich niemanden hierzulande, denn hier muss nun wirklich keiner hungern. alle gegenteiligen behauptungen sind pure propaganda.
oh man. *Kopfschüttel*
Spar Dir die Diskussion.
Ich halte es ganz kurz:
Herr Duisenberg hat diesbezüglich von ” Geld leihen gesprochen”.
Herr Trichet spricht diesbezüglich von “Geld leihen”.
Herr Weber spricht diesbezüglich von “Geld leihen”.
usw.
Schau mal über das Internet nach, wie viele Journalisten von einem ” zeitlich befristen Umtausch notenbankfähiger Sicherheiten in Zentralbankgeld” schreiben.
Ne, sie schreiben von “Geld leihen”.
Warum tun sie dies?
Sicher nicht, weil sie nicht wüssten, was mit “Geld leihen” gemeint ist.
Sondern:
In der Annahme, dass jeder weiß, wie Notenbankgeschäfte ablaufen, wird das zeitsparende “Geld leihen” anstatt des umständlichen “zeitlich befristen Umtausch notenbankfähiger Sicherheiten in Zentralbankgeld” verwendet.
Ist “Geld leihen” ganz neben bei falsch?
Was sagt “Geld leihen” aus?
Wie leiht sich ein Konzern Geld?
Wie leihe ich mir als Privatperson Geld, wenn ich ein grössere Anschaffung oder Investition tätige?
Richtig: Ich muss Sicherheiten hinterlegen. Meine hinterlege Sicherheit wird zeitlich befristet umgetauscht gegen liquide Mittel, mit denen ich eine Investition tätigen kann.
Sprich: Selbst der saloppe Ausdruck “Geld leihen” ist nicht falsch.
Du behauptest: Die Genossenschaftsbank in Nevada könne sich kein Geld mehr von der Notenbank leihen, da es an
fehle.
Mit fehlt gerade die Zeit um in der Nachzuschauen, wie das die Fed festgelegt hat..
Aber ich weiß zb. auswendig, dass im einheitlichen Verzeichnis notenbankfähiger Sicherheiten der EZB eine Anleihe der österreichischen Regierung mit der ISIN AT0000A0CL73 (Die musste ich nachschauen) ist.
Ich schau jetzt doch schnell nach, was alles als “discount window collateral” akzeptiert wird.
Da sehe ich unter anderem:
-corporate Bonds
- German Jumbo Pfandbriefe
- Foreign Government Agencies (Bedingung unter anderen AAA)
- raw land loans
Wie soll sich jetzt die Genossenschaftsbank aus Nevada kein Geld mehr bei der Fed leihen (sic!) können?
Sie kann sich einfach mit den Spareinlagen der Kunden Staatsanleihen kaufen, die dann als Sicherheit bei Fed akzeptiert werden.
Jetzt habe ich keine Lust mehr. Ich wollte heute viel mehr arbeiten, als dass was bis jetzt gemacht habe und ich will heute noch meine Weizen. Ausserdem finde ich eine Diskussion über “Geld leihen” vs. “zeitlich befristen Umtausch notenbankfähiger Sicherheiten in Zentralbankgeld” ziemlich ermüdend und nervig.
Meinen Satz
habe ich übrigens auch salopp formuliert
Nicht salopp müsste es lauten:
Ich ging dabei davon aus, dass es selbstverständlich und selbsterklärend wäre- und es keiner weiteren Erläuterung bedürfte, was gemeint wäre.
Du hast schon die Anmerkung ganz unten bei deinem Link gelesen?
Da steht:
Ich gebe noch einen Tipp:
Das hat ziemlich viel -aber nicht ausschließlich- mit dem Geschäften der Banken untereinerander zu tun.
Auf eine weitere Diskussion verzichte ich.
Warum hacken alle so auf Westerwelle herum?
@ Griebiger Batzi
Wenn man sich nicht korrekt ausdrückt, entstehen insbesondere bei wirtschaftswissenschaftlichen und geldtheoretischen Themen Missverständnisse. Geld leihen ist in diesem Zusammenhang schlicht falsch.
Nein, ich behaupte, die Nichtbanken bekommen keine Kredite, weile es ihnen (den Nichtbanken) an Sicherheiten mangelt und nicht den Banken.
Was soll das bringen?
1. sind die “Spareinlagen” (du meinst augenscheinlich Cash) selbst bereits die beste ZB-fähige “Sicherheit” – die entstammen doch selbst bereits aus Kreditgeschäften mit der Zentralbank – wie sonst sind die wohl entstanden?
2. was nützt das jenen, die immer noch keine Sicherheit haben, um einen Kredit zu bekommen?
Außerdem finde ich Angela Merkel ermüdend und nervig. Und nun?
Auch gut.
Gruß!
Wow – der Stürmer – sorry … Spiegel, ich verwechsele die immer – geht mal wieder in die Vollen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,683176,00.html
Ich wusste nicht, dass es um unser Bildungswesen so schlecht bestellt ist – aber wenn sich selbst solche Witzfiguren Professor nennen dürfen, muss da schon ganz schön etwas im Argen sein.
@erforderlich, @grefel, @Sukram71:
Ich empfehle auch die GLS Gemeinschaftsbank in Bochum (zu der ich vor wenigen Monaten von der Sparda-Bank gewechselt bin), zumindest was das Thema Girokonto angeht.
Ich frage mich halt: Könnte man solch ein ökologisch, sozial, ethisch orientiertes Geldinstitut eigentlich auch in diese Abteilung “klein, kommunal usw….” einordnen? Kommunal ist es ja nun nicht gerade…
@vielleichtdochmaldiehaareschneiden?
Mumpitz. Ich weiss es besser. Und ich weiss, wovon ich rede! Ich wünsche mir manchmal, dass Leute wie Du mir physikalisch gegenüberstehen und sich trauen, mir Dein Zeug ins Gesicht zu sagen.
Um Deinen zu erwartenden Vorurteilen vorzubeugen: Ich verdiene ganz gut.
Und der Krempel von Dir bezüglich Dritte-Welt-Hunger und die würden ja gerne mit Nutten-Peter-IV tauschen – noch unterirdischer ging es wohl nicht.
Und noch etwas: Nein – in den sogenannten westlichen Demokratien wird ganz und gar nicht von der Masse über die Verhältnisse gelebt. Ganz im Gegenteil ist es nur eine winzige Teilmenge, die dort ganz entschieden über ihre Verhältnisse lebt.
Es gibt Schlimmeres. Du zum Beispiel willst ihn ja sogar reiten.
@tar:
Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, mit Leuten zu diskutieren, die nicht anonym in einem Forum unterwegs sind, sondern mit einer URL einer Bloggers. Oft scheint es so, dass diese Menschen nie einsehen könnten, dass Sie in irgendetwas falsch lägen. Man hat den Eindruck, dass sie nicht zulassen könnten, wenn ihr Ruf vermeintlich einen Kratzer bekäme. Einige hegen mit ihrer Bloggertätigkeit grosse Hoffnung….
Deswegen ist das wirklich mein letzter Kommentar.
1. Thema:
Man kann das amerikanische Notenbanksystem nicht ganz mit dem europäischen vergleichen.
Das soll aber nichts zur Sache tun.
2. Thema: ?Geld leihen? vs. ?zeitlich befristeten Umtausch notenbankfähiger Sicherheiten in Zentralbankgeld? und wie spricht/schreibt man um Zeit zu sparen unter Leuten, die wie 80% der westlichen Welt wissen, wie Notenbankgeschäft ablaufen:
Ergebnisse google Suche site:www.ftd.de:
- http://www.ftd.de/politik/international/:us-notenbank-die-6-wichtigsten-fragen-zur-fed-zinsanhebung/50077963.html unter Punkt:”Was bezweckt die Fed dann?”
-http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:anhoerung-vor-dem-kongress-wie-sich-bernanke-den-exit-vorstellt/50079550.html unter Punkt”Wie wird Bernanke den Exit gestalten?”
-http://www.ftd.de/politik/international/:zinserhoehung-fed-verwirrt-maerkte-mit-diskontsatz/50076916.html
3. Thema:
Du schreibst:
Das ist schlicht und einfach falsch. Es gibt genügend Kredit-Interessenten.
4. Thema: Dein Link:
Zum einen muss man bei Wirtschaftnachrichten sehr aufpassen, da deren Ziel oft weniger das informieren als das manipulieren ist. Der Artikel könnte jetzt ein Versuch sein, Barneke zur Erhöhung der Leitzinsen zu bringen. Es könnte sein, dass man mit Artikel und dem Hintergrund der Artikels -dem Kündigen der Sparkonten- innenpolitisch etwas erreichen möchte (Obama steht zu Barneke festgehalten, der wiederum heftig kritisiert wird). Zum anderen ist das sicherlich ein sehr singuläres Vorgehen einer Bank, dennoch wäre es möglich, dass die Medien diesen singulären Fall aufbauschten. Egal.
Die bank kündigt Sparkonten, da sie
Dies reiche nicht aus, um die Kosten für Zinsen auf Spareinlagen und Versicherungskosten auszugleichen.
Dies finde ich sehr seltsam und suspekt. Die Bank könnte einen Mix aus längerfristen Staatsanleihen, aus amerikaweiten corporate Bonds usw……. erstellen.
Vor allem, wenn man den Satz bedenkt
5. Thema:
Du hast schon die Anmerkung ganz unten bei deinem Link gelesen?
Da steht:
Ich habe in meinen 1. Kommentar schon geschrieben:
Du hast geantwortet:
Ich spare mir die Erklärung, was die Federal funds rate und der Diskontsatz sind, da ich davon ausgehe, dass Du dies weißt.
Was passiert, wenn beide Zinsätze erhöht würden und der 100 Basispunktabstand wieder hergestellt werden würde:
-wäre es für die Banken teurer neues Geld von der fed zu leihen (ich hoffe, dass du verstanden hast, dass Wort leihen usus ist),. Dafür wäre es für Banken mit hohen Kundeneinlagen lukrativer im Interbankgeschäften die anderen Banken zu beleihen ( jetzt erklär ich es doch :-) hier gilt die Federal funds rate). Erster Pluspunkt für Banken mit hohen Kundeneinlagen.
-Gleichzeitig würde die Raten für Kredite an Nichtbanken naturgemäß auch nach oben. Sprich die Bank aus Nevada verdient mehr, wenn sie einen Teil einer Ölplattform vor Alaska mitfinanzierte.
6. Thema:
Was auch immer Du da unterscheiden willst: Es ist nebensächlich und führt zu nichts.
Für diesen Fall gilt: Kundeneinlage ist Kundeneinlage.
7.Thema:
Risiken gab es immer. Es gibt in den USA wie in Deutschland genug Unternehmen, die Sicherheiten hätten, aber dennoch Probleme haben, neue Kredit zu bekommen.
Vor der Einführung der Finanzinnovationen und dem weltweiten Handel, hätten die Banken die Gelder der Notenbanken weitergereicht.
Reichten sie die Gelder heute weiter, würden sie auch nicht in ihrer Existenz gefährdet sein. Das ein oder andere kleine bis mittelgrosse Unternehmen, was pleite ginge und die Kredite nicht mehr bedienen könnte, würde höchstwahrscheinlich allein die Bilanzen ein wenig trüben.
Wenn Du ein Argument für eine Umverteilung haben möchtest,
..
müsstest du wie folgt argumentieren:
Unter Annahme, dass die Banken durch Massnahmen wie einer Finanztransaktionssteuer in ihrer Spekulationsfreude gebremst würden und wieder den Wert von Krediten an einheimischen Unternehmen zu schätzen wüssten:
Die Unternehmen haben weniger Sicherheiten, da die Konzentration von Finanzmitteln auf wenige die Nachfrage nach Produkten negativ beeinträchtigt. Dafür sorgt die Konzentration von Finanzmitteln auf wenige für ein Spekulationsmittelüberangebot. Also das typische Angebots-orientierte Wirtschaft vs. Nachfrage-orientierte Wirtschaftspolitik.
Der findige Wohlhabende wird sein Geld nicht in ein deutsches Gummibärchenunternehmen stecken, wenn die meisten Deutschen und viele Teile der Welt wenig Geld hätten, Gummibärchen zu kaufen.
Er würde es einem Finanz-Jongleur geben, der damit für eine neue Blase sorgte.
Jetzt ist schluss. Ich möchte heute früh ins Bett.
Ich befürchte, dass gewisse Fehlannahmen deinerseits nicht akzeptieren könntest und du weiter eine eigentlich längst ausdiskutierte Sache weiter betreiben möchtest.
Ich lass mich von Gegenteil überraschen. An dieser Diskussion werde ich mich jedenfalls nicht mehr beteiligen.
Grüsse
der griebige Batzi
PS: Ich glaub eher, dass es keine Fehlannahme deinerseits sind, sondern einfach Missverständnisse. Sollten es Fehlannahmen deinerseits gewesen sein, waren sie nicht sehr zahlreich. Ausserdem liegen die Besten auch mal falsch. Es zeichnet die Besten aus, in einem Punkt mal falsch zu liegen – beweist es ja nur Mut, neue Gedanken zu formen und Erklärungen zu suchen.
@schwitzig:
:-)
@denkopfnichtnurzumhaareschneiden
Gleich als ich meinen eigenen Text gelesen habe, wusste ich das so eine Antwort kommt.
Hab zumindest einen Satz vergessen:
Das bedeutet ja nicht, das wir den Rest der Welt vergessen sollten.
Aber egal was ich vergessen habe, Hauptaussage meines Kommentars war, das die Armut der dritten Welt auch nur ein Symptom ist. Die Krankheit ist die Gier der Industriestaaten.
Und vielleicht muss hier keiner Kekse aus Matsch backen, um wenigstens etwas im Magen zu haben, aber Suppenküchen und Tafeln in einem Land, das einer Staatengemeinschaft angehört, die Jahr für Jahr unzählige Tonnen an überproduzierten Lebensmitteln vernichtet….
Wie soll so eine Gesellschaft denn anderen effektiv helfen können?
Ich sags gerne nochmal: Wir müssen bei unserer Moral anfangen und dann würden ganz automatisch die weltweiten Verhältnisse besser.
Wir leben in einer Gesellschaft in der Wohltätigkeit Volkssport ist, vor allem bei den Superreichen, aber Ansätze wirkliche Veränderungen zu schaffen fehlen. Zumindest erreichen sie kein wirksames Niveau.
Das ist mein Punkt. Solange sich bei unserer Moral nichts ändert, ändert sich auch dort nichts.
@ Griebiger Batzi
nun drohst du schon zum zweiten male, die Diskussion deinerseits zu beenden und mit damit eine Antwort meinerseits zu verunmöglichen. Das finde ich gelinde gesagt ein wenig unverschämt.
Vorab zu meinem Blog: den habe ich nunmehr wohl seit knapp 2 Jahren links liegen lassen und dort bedarf es einer äußerst dringenden Überarbeitung. Da brauchst du dir bzgl. Horizonterweiterung keine Sorgen machen.
zu 1.
Ja, hat soweit ich weiß auch niemand getan.
zu 2. bei http://www.ftd.de/politik/international/:us-notenbank-die-6-wichtigsten-fragen-zur-fed-zinsanhebung/50077963.html:
Verstehe ich nicht. Gerade das Quantitative Easing hat genau diesen Zweck verfolgt und nun will die FED vermeiden, dass dieses Geld zur Kreditvergabe genutzt wird? Auch die anderen Links weisen auf diese “Gefahr” hin. Aber was sehen wir: Die Kreditvergabe ist eingebrochen und bricht weiter ein – ja sie schrumpft mittlerweile! Das ist hochgrad deflationär. Da steuert man also entgegen, wo es überhaupt nichts entgegenzusteuern gibt!
Nochmal: Das Problem liegt nicht an fehlenden Reserven bei den Geschäftsbanken, sondern an fehlenden Sicherheiten beim kreditsuchenden Publikum. Dieses ganze QE usw. geht daran völlig vorbei.
zu 3.
Die gibt es immer, nur braucht es eben solvente (=ausreichend besicherte) Kreditnehmer. Ansonsten ist es einfach zu riskant, v.a. in Anbetracht der bisherigen marktwirtschaftlichen Entwicklungen gen Süden im Zuge der Finanzkrise.
zu 4.
Sicher, nur übersiehst du da noch eine Kleinigkeit: die Fälligkeit der Sparguthaben, wobei die Geschäftsbank eben darauf achten muss, dass sie diese im Bedarfsfall bedienen kann und deswegen eben nicht beliebig in sehr lange T-Bonds gehen kann, um ihre Kosten zu decken.
zu 5.
Da ist der Wunsch Vater des Gedankens.
Der Interbankenmarkt ist nachwievor massiv gestört. Desweiteren gilt: Wer sich die bisherigen Zinsen nicht leisten konnte, wird es sich auch dann bei noch höheren Zinsen nicht leisten können. Die Sicht auf die Geschäftsbank mit (Cash-)Einnahmeüberschüssen muss die Geschäftsbanken mit (Cash-)Abflüssen einbeziehen. Erst dann ist das Bild komplett.
Selbes Problem: durch die höhere Zinslast platzen zum Einen noch mehr Kredite und zum Anderen wird die Kreditvergabe ans Publikum noch mehr verschärft!
zu 6.
Das sind sehr wohl gigantische Unterschiede, die unweigerlich zu Missverständnissen führen, weil jeder etwas anderes unter dem Wort “Einlage” verstehst – weswegen ich es tunlichst vermeide, es zu verwenden.
Der eine versteht bei Kundeneinlage das Bargeld, was eingezahlt worden ist (was man dabei häufig vergisst: nachdem es von irgendeiner Geschäftsbank erstmal ausbezahlt worden ist).
Der nächste versteht darunter das Sichtguthaben des Kunden.
Und wieder ein andere die Sicherheiten, die jemand einbringt, wenn er einen Kredit aufnimmt.
Also ist es besser, konkret das hinzuschreiben, was man meint. Ob da Trichet & Co. wieder ihren heimlichen Konsens finden, ist mir dabei herzlich egal, denn ich will den Gegenüber verstehen und er sich auch mich und eben nicht die Kristallkugel.
zu 7.
Ja, das spielt eine sehr große Rolle – aber eben auch gerade die gigantischen Vermögensberge in den Pensionsfonds und Lebensversicherungen. Die kapitalbasierten Versicherungen müssen wieder weg – zurück zur Umlagenfinanzierung unter Einbeziehung des gesamten Volkseinkommens.
Wie ich bereits schrob, sind Missverständnisse bei diesen Themen an der Tagesordnung.
Gruß!
Die links waren Beispiele, dass Zeitungen schreiben “Geld von der Notenbank leihen”.
Ich dachte eigentlich, dies unmissverständlich dargestellt zu haben. Anscheinend bin ich des öfteren nicht in der Lage, das mitzuteilen, was ich möchte. Kein Vorwurf an Dich.
PS:
Ich wollte definitiv keine Antwort von Dir verunmöglichen oder unverschämt Dir gegenüber sein.
Allein möchte ich keine endlose Diskussion.
Sollte ich bisweilen den falschen Ton getroffen haben, tut es mir leid. Dies wollte ich nicht definitiv nicht.
PSS: Ich hatte Dich nicht mit den Schwierigkeiten bezüglich des diskutieren gemeint. Ich hatte nur Angst, dass Du so einer sein könntest. Jetzt weiß ich, dass Du es nicht bist.
Ganz neben bei wollte ich heute früh ins Bett. Mist.
“Move yo money” ist doch der übliche Aktionismus für Doofe, erinnert an so unsäglich schwachsinnige Events wie “buy nothing day” & co. Ich fange an zu glauben, dass es da noch einiges mehr in der Art beim großen Bruder im Westen zu “bestaunen” gibt.
Mit sowas wird keinerlei Aufklärungsarbeit geleistet um Bewusstsein zu ändern / zu schaffen. Einzig ein bisschen Druck können die “selbstverschuldet Unmündigen” damit abbauen. Danach “business as usual”… bah … traurig!
oh shit.
Wie komme ich auf
heute im kino gesehen:
kein weiterer kommentar
@tar
Mein Ton war definitiv nicht der beste. Sorry. Und wenn ich ehrlich bin, hat mir die Diskussion mit Dir Spass gemacht.
Das ist so ähnlich wie:
“nein nein, ich esse keine Schokolade. Okay, aber wirklich nur noch ein Stück. Dann ist Schluss. Nein, ich esse wirklich kein 2. Stück mehr. Gut, eins noch, aber dann ist wirklich schluss. Nein, jetzt ist wirklich Schluss.”
Die Bewegung “Move your Money” geht am Wesentlichen vorbei. Es wird vergessen, daß die Banken alle miteinander vernetzt sind, so daß sich die Auswirkungen in Grenzen halten werden.
Viel sinnvoller wäre es, wenn man eine Parallelwährung benutzt oder über Tauschringe arbeitet. So kann man den Wertefluß aus dem internationalen Finanzkreislauf auskoppeln. Es wird verhindert, daß mit künstlich generiertem (Spekulations-) Geld Waren eingekauft werden, wobei der Geldwert nicht dem Warenwert entspricht.
Das Hauptproblem ist doch, daß durch Werte gedecktes Geld und ungedecktes Geld vermischt wird und nicht mehr unterscheidbar ist. In jedem Spielkasino muß Geld in Chips getauscht werden, nur im internationalen Spielkasino Börse ist das nicht nötig. Hier können die Marktteilnehmer munter Geld erzeugen (indem Banken Kredite vergeben) und mit diesem Geld spekulieren oder es einsetzen um Waren und Dienstleistungen zu bekommen.
http://www.makefinancework.org/?lang=de#form1
Coole Aktion und sehr geil das mein Lieblings-Tatort Kommissar -Jan Josef Liefers- sie unterstützt.
Ich denke, eine Finanztransaktionssteuer kann mehr bewirken als eine -dessen ungeachtet- sehr löbliche Move your Money-Grasswurzelbewegung.
@ Griabiger Batzi
Kein Problem.
Der Liefers ist doch Tatort-Professor ;)
Gruß!
Liebe Foristen,
1. Irgendwie sind eure Ansichten widersprüchlich. Wenn es keinen entschränkten Kredit gäbe, wäre euer heißgeliebter Kapitalismus schon seit 200 Jahren tot. Guckt euch mal an, wieviel Produktion, Konsumtion und Staatshaushalte mit Geld bezahlt wurden, das noch gar nicht erwirtschaftet wurde.
2. Auch eine Genossenschaftsbank verschiebt nicht einfach die Depositen ihrer Einleger an irgendwelche Kreditnehmer, sondern schöpft auf Basis der Depositen einen Haufen neuen Kredit. Abgesehen davon, dass auch das pure Weiterschieben von Einlagen an Kreditnehmer ein Stück Geld in ein pures Zahlungsversprechen verwandelt, das sich erfüllen kann oder auch nicht, denn auch der kleine Handwerker um die Ecke, dem die süße, kleine Volksbank Geld gibt (das das Bild Unsinn ist, sieht man schon an den enormen Bilanzsumme jeder gewöhnlichen Dorfvolksbank), kmäpft mit seinesgleichen um die Zahlungsfähigkeit im Ort und kann auch ratz-fatz pleite gehen.
3. Wenn die Spekulation der Großbanken aufgeht und sie mit viel Kredit wirklich Geschäfte anstoßen, dann schafft das Wachstum und vielleicht sogar Beschäftigung, also lauter Sachen, die die meisten Foristen als etwas Positives sehen. Ihr jammert doch auch erst, seit die ganze Spekulation scheifgegangen ist. Als sie immer neues Wachstum produziert hat, habe ich jedenfalls von niemandem gehört, der sein Geld den Großbanken entziehen wollte.
Viele Grüße!
Was ich auch absurd finde, ist das Gejammer, die Banken würden im Moment zuwenig Kredit an Unternehmen usw. vergeben. Das sagen Leute, die einen Satz vorher sagen, dass die Banken in ihrer “Gier” mit Krediten nur so um sich geschmissen haben, die sich als ungedeckte Schecks erwiesen haben und eine Kreditblase erzeugt haben, die in einer Weltfinanzkrise gemündet ist Ja, was denn nun?
Real findet übrigens das Gegenteil von Finanzmärkte bremsen statt. Auf die Blase mit faulen Kredite wurde reagiert, indem man einfach die Kreditmenge aufgebläht hat und Sicherungen nicht aufgebaut, sondern abgebaut hat. (Banken dürfen sich z.B. im Moment auch mit B-gerateten Papieren refinanzieren, das durften sie früher nicht)
DAS SOLLTE MAN MAL ZUR KENNTNIS NEHMEN!!!
Anstatt eine Tobinsteuer zu fordern und sich Sparmodelle aus Wolkenkuckucksheim auszudenken, solltet ihr euch mal lieber dafür interessieren, warum die Regierungen mit sehr viel Geld und hochriskanten Gesetzen dafür sorgen, dass das Finanzkapital exact so weitermachen kann.
@r_surfer # 48
Gedanken, warum die Regierungen das tun?
Oh, diese Gedanken habe ich mir wohl gemacht.
Möchtest Du das Ergebnis wissen – ich sage es trotzdem ;-)
Sie finden Sozialismus toll!
Aber nur für einige wenige, nämlich die, die jetzt noch aus dem Finanzkapital direkt z.b. Sachgüter anschaffen können und so auch ansonsten richtig schön abgesichert werden.
PS – Was sie nicht wissen und wohl auch erst recht nicht (wissen) wollen – die anderen, die jetzt dafür nur ‘blechen’ müssen, wollen diesen auch irgendwann und je mehr sie übertreiben mit dem Privat-Sozialismus für einige wenige, um so schneller…
@r_surfer
Ja, Ja.
Mehr Leute wie Dich braucht das Land; gewitzt, intelligent und sprachlich sicher.
Kurzum Leute: Leute, die wissen von was sie reden.
@Griebiger Batzi #50:
Du scheinst dich auszukennen :-) Klär mich mal bitte auf.
- Gibt es eine Kreditklemme?
- Wenn ja, warum vergeben die Banken keine Kredite?
- Wo fließt die derzeit reichlich bereitgestellte Liquidität eigentlich hin?
Dankeschön :-)
@Linus:
Ne, ich kenn mich leider nicht aus. Ich kann nur dick und fett schreiben.
Aber frag doch r_surfer.
Der kennt sich aus. Meine ich ernst.
Da kann ich nicht mithalten.
Aber mich würde die Antwort auf folgende Fragen auch brennend interessieren.
Wenn Du einen gefunden hast, der darüber Bescheid weiß, dann klärst Du mich mal bitte auf -versprochen?
Dankeschön :-)
In dem Zusammenhang sehr interessant ist auch der Beitrag “P2P-Kredite: Mit Geld beginnt die Freundschaft” des Elektrischen Reporters.
Dort geht es nicht um die Verteilung des Vermögens auf kleinere Banken, sondern um eine vollständige Dezentralisierung des Bankenwesens. Das ist natürlich kaum realisierbar und vielleicht auch gar nicht wünschenswert, aber es ist eine interessante Idee, die im Kleinen mit mäßigem Erfolg bereits ausprobiert wurde.
@alle und @r_surfer
- Gibt es eine Kreditklemme?
- Wenn ja, warum vergeben die Banken keine Kredite?
- Wo fließt die derzeit reichlich bereitgestellte Liquidität eigentlich hin?
Dankeschön :-)
@Griebiger Batzi:
Naja, ein bißchen was war ja schon angeklungen bei Dir und tar:
Du:
(Bemerkung: Stimmt das mit dem geringerem Risiko? Oder brauchen vielleicht die Banken derzeit extrem hohe Profite?)
tar:
(Bemerkung: Haben Unternehmen, die derzeit Kredite benötigen, tatsächlich keine Sicherheiten?)
Und zur Frage 3:
Ist die bereitgestellte Liquidität abgeholt worden?
Befindet sie sich tatsächlich am Spekulationsmarkt?
Oder werden damit vielleicht Interbanken-Abhängigkeiten geräumt?
@linus
Es hat sicherlich einen Grund, warum Du die unmittelbar danach folgende Erklärung für meine -von Dir zitierten- Aussage
und die ebenso unmittelbar folgende Erklärung, wie das mit dem geringeren Risiko zu verstehen ist,
weggelassen hast. Leider komme ich ohne deine Hilfe nicht auf den Grund.
Möchtest Du ihn mir nennen?
Dankeschön :-)
Würdest Du mir erklären, warum zb. die deutsche Banke derzeit extrem hohe Profite bräuchte?
Wäre die Deutsche Banke ohne extrem hohe Profite in ihrer Existenz gefährdet?
Ich würde mich über eine Antwort überaus freuen. :-)
Ich bin sehr offen, wenn Du es zu belegen vermagst, dass die Liquidität sich tatsächlich nicht am Spekulationsmarkt befindet.
Mir stellen sich nur folgende Fragen:
Mit welcher Liquidität wird/wurde dann so heftig am Rohstoffenmarkt, in US-Staatsanleihen, um die Griechenland-thematik (CDS+Staatsanleihen, ungedeckte Leerverkäufe) und um die Großbritannien-thematik spekuliert?
Vielleicht hast Du auch dafür ein einleuchtende Antwort parat.
Auch stellt sich mir im Eingedenk einer effektiven federal funds rate von 0% folgende Frage:
Wie ist es möglich, dass Banken, die nicht über die nötige Mindestreserven oder anderweitige Liquiditätsprobleme haben, nicht zusätzliche Mittel beschaffen können, wenn doch einige Banken nachweislich schon wieder am spekulieren sind . Folglich ist davon auszugehen, dass die spekulierenden Banken Liquidität übrig haben, da sie sonst -wenn sie unter die Vorgaben der FED bezüglich dem Verhältnis aus Reserven und verliehenen Mitteln fielen- Probleme mit der FED bekämen.
Denkst Du, dass eine Erhöhung der federal fund rate ein effektives Mittel ist, damit Banken mit Liquidität Banken ohne Liquidität Geld liehen?
Oder sehe ich etwas falsch?
Klär mich mal bitte auf. :-)
Hat keine Bank in der USA Liquidität? Da keine Bank Liquidität hat, wird auch nicht spekuliert? – obwohl es augenscheinlich und nachweisbar ist, dass zur Zeit nicht gerade wenig spekuliert wird.
Nicht ich scheine mich auszukennen; Du scheinst Dich auszukennen. :-)
Ich würde mich überaus freuen, solltest Du mit all deinem umfangreichen Wissen, meinen Gedankengedanke einer Überprüfung unterziehen.
Dankeschön :-)
Die Menge an Liquidität, die von den Banken an Unternehmen fliesst, ist immer begrenzt durch die Erwartung an die Überlebensfähigkeit der Unternehmen und somit ist diese Menge auch immer dadurch begrenzt, wieviele wirtschaftlich sinnvolle Investitionen es gibt. Dieses wirtschaftlich sinnvoll hängt bei den Banken aber stark von ihren Profiterwartungen ab, die oft völlig überzogen sind.
Die Liquidität der Banken spielt dabei nur selten eine Rolle. Somit bewirkt die Flutung mit Liquidität, auf die nur Banken Zugriff haben, kaum etwas.
Somit fliesst dieses Geld aus Mangel an Alternativen in den Spekulationsmarkt. Das heisst aber auch, dass es fast gar nicht durch den Realwirtschaftskreislauf fliesst. Im Kapitalmarkt wird aber ruhendes Geld als Verschwendung angesehen und somit wächst mit der Liquidität auch die Finanzwirtschaft, die so vor sich selber verbirgt, dass hier Unmengen an Geld pausenlos im Kreis verschoben wird.
@ Linus
Ich habe etwas gefunden, was vielleicht weiterhilft. Magst Du es komplett lesen – dann bitte hier:
http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=3729&page=1&category=0&order=time
Es ist zwar dort eine Auseinandersetzung innerhalb einer Diskussion, könnte aber, so meine ich, auch hier einige Zusammenhänge (er-)klären.
Das wichtigste in kürze ;-)
“Die heutige Finanzkrise wäre gar nicht möglich gewesen, wenn sich das “Finanzkapital” nicht vom Industriekapital abgekoppelt und jenseits des Industriekapitals akkumuliert hätte.
Die (scheinbare!) Emanzipation des Geldkapitals von der Mehrwertproduktion wird ja auch in der folgenden Grafik sichtbar.”
[...]
“Der Kreislaufprozess des Kapitals geht nach folgendem Muster:
Geld wird zur Ware (in Form von Arbeitsmitteln und Arbeitskraft) – mit diesen Produktionsmitteln wird neue Ware samt Mehrwert produziert. Diese mit Mehrwert angereicherte Ware W’ kehrt wieder auf den Markt zurück und wird in Geld verwandelt, das mit Mehrwert angereichert ist.
Als Formel: G – W – P – W’ – G’
Alles, was außerhalb dieses Kreislaufes G – W – P – W’ – G’ stattfindet, ist von diesem industriellen Kreislauf abhängig und ist diesem industriellen Kreislauf untergeordnet.”
[...]
“Innerhalb der Finanzsphäre und abseits der industriellen Mehrwertproduktion sind Profite nur als Schneeballsystem oder Ponzi-System machbar, indem man für die “Finanzprodukte” immer noch ein paar Dumme mehr als Käufer findet. Gehen die dummen Käufer aus, bricht das Profitgebäude des Finanzkapitals zusammen. Das “Finanzkapital” ist ein Koloss auf tönernen Füssen.”
[...]
“Im übrigen hatte Marx (im dritten Band des “Kapitals”) allen Geldkapitalisten, die ständig versuchen, sich vom Produktionsprozess zu lösen und z.B. allein von Zinsen existieren wollen, ein allmähliches, aber unausweichliches Ende prophezeit, weil mit sinkender Profitrate in der Industrie auch der Zins und andere Einkünfte der Finanzwelt ebenfalls (und noch deutlicher) sinken müssen. Auf Dauer kann der Zins (und alle anderen Einkünfte der Geldkapitalisten) immer nur ein (Bruch)Teil des in der industriellen Produktion geschaffenen Mehrwerts sein. Sinkt die Produktion des Mehrwerts in der Industrie, sinken auch (auf längere Sicht) die Einkünfte der Finanzwelt.”
(Sinkt die Produktion des Mehrwerts in der Industrie,…)
Ich würde daraus schlußfolgernd sagen: Darum ist, wie es ist!
Bei Apple dürfen in China auch Kinder arbeiten:
Quelle:
http://www.mmnews.de/index.php/201003135135/MM-News/China-Dossier.html
Der Axel Springer Verlag Initiator von EIN HERZ FÜR KINDER kauft seine Hardware bei Apple ein.
Frau Friede Springer das darf doch nicht wahr sein!
@Griebiger Batzi #55:
Erst jetzt lese ich diesen deinen Post. Da wird mir auch deine Bissigkeit im anderen Thread (Wachhunde oder Lemminge) erklärlicher.
Der Grund, warum ich deine Erklärung “unterschlagen” habe, ist ein ganz banaler. Ich habe sie im Eifer des Gefechts und im Gestrüpp deiner Debatte mit tar schlichtweg überlesen. Tut mir wirklich leid, Mann, war keine böse Absicht :-((
Zur Erklärung :-)
Ich drück’s noch mal in meinen Worten aus – nur um weitere Mißverständnisse zu vermeiden. Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege:
Du meinst, daß die Banken auf dem Finanzmarkt derzeit überhaupt kein Risiko haben, da sie im Fall des Falles eh gerettet werden. Und wenn nicht, dann ist das Spiel sowieso aus.
Ich seh’s ein bißchen anders: Imo hat es für die Banken schon 12 Uhr geläutet, und die haben das Signal auch verstanden. Kommt es tatsächlich zu Totalcrash, dann heißt es “rette sich, wer kann”.
Da stehen dann in jedem Fall die besser da, die über Sachwerte verfügen.
Daher heißt die Parole meiner Meinung nach: Werdet eure Giftpapiere los, entflechtet euch, entschuldet euch so schnell wie möglich und geht in Sachwerte (klar ist unter diesem Blickwinkel: Den letzten beißen die Hunde).
Nur geht das im Moment nicht so einfach, wegen Verflechtung, wegen giftiger Papiere, wegen Schulden.
Deswegen zu
Aus diesen Überlegungen heraus kam ich zu meiner Frage, ob die Banken vielleicht derzeit extrem hohe Profite brauchen. Die wären sicher hilfreich auf dem Weg zur Entschuldung und zur Befreiung von toxischen Papieren.
Zu
Nun, das waren echte und nicht etwa rhetorische Fragen.
1.) und 2.) beantwortest du wohl mit Ja
Danke :-)
Deine Frage:
Nein, natürlich nicht. Alle Banken besorgen sich doch ihre Liquidität in erster Linie bei der FED. Allerdings ist es wohl so, daß die FED nicht allen was gibt, obwohl zutrifft, was r_surfer schreibt:
Nächste Frage:
Naja, das habe ich ja nun gar nicht behauptet ;-) Sei’s drum.
Vielleicht können wir jetzt ja wieder normal miteinander umgehen :-)
@59 das war natürlich ich – sorry
Es ist zuvorderst eine Vertrauenskrise, die sich in einer Kreditkrise äußert – und zwar aufgrund fehlender Sicherheiten (weitestgehend wegen Akkumulation) bzw. durch die Krise im Wert sinkender Sicherheiten (durch Verfall und wegbrechende Einnahmen).
Weil man nicht jedes Märchen glauben sollte – vor allem nicht das Märchen von “der Geldschöpfung aus dem Nichts” ;)
Zuvorderst in die Spekulation (Titanik-Vergleich: “Solange die Musik spielt, muss man mittanzen.”), aber auch Sparguthaben und Hortung. Realinvestitionen finden mangels Renditeerwartung kaum statt.
Gruß!
@Wat. #57:
Dankeschön für den Link :-) Ich denke, er trifft den Nagel auf den Kopf.
Allerdings krieg ich damit meine Fragen noch nicht gelöst ;-)
@wat.
Ich muss gestehen, dass ich das Geschreibsel über Marx und Co nicht ganz verstehe.
Vielleicht liegt es an der unglaublich komplizierten, aber dennoch fast alles erklärenden, Formel: G ? W ? P ? W? ? G?.
Die Überlegungen von Hurwicz sind verglichen mit dieser höchst-komplizierten Formel ein Dreck.
@Linus
Natürlich können wir das. Mir fehlt gerade nur ein wenig die Zeit. Deswegen versuche ich die Fragen möglichst knapp zu beantworten.
1. Ja
2. Ja
3. Nein, so weit ich das überblicken kann.
Ich denke sehr wohl, dass dies ein effektives Mittel wäre.
Bleibt zu klären, was -in meinen Augen- die ersten Schritte zur Lösung der Kreditklemme wären.
(Womöglich reichte dies sogar aus).
1. Verbot von CDS ohne dazugehörige Kredite
2. Finanztransaktionssteuer
3. Mit ein bißchen zeitlicher Verzögerung: Erhöhung der Leitzinsen.
@tar #61:
Danke, damit kann ich schon eher was anfangen ;-)
Bleibt die Frage, warum
Ich habe in #59 schon geäußert, was mir dazu einfällt. Das geht aber über eine Vermutung nicht hinaus.
Gruß :-)
@Linus
Das sehe ich nicht ganz so.
Es ist unabstreitbar – wie ich übrigens in meinen vorigen Kommentaren schon erwähnt habe (:-) , sorry musste sein)-, dass vermehrt in Rohstoffe spekuliert wird.
Dies hat sicherlich auch den Hintergrund, dass einige mit Chaos an den Finanzmärkten und Flucht in Sachwerte rechnen.
Eine Entschuldung wäre mit diesem Motiv aber kontraproduktiv.
Was passierte mit Schulden, wenn das Geld nahezu wertlos würde?
PS: Soros soll einiges in Gold investiert haben.
@Griabiger Batzi #65:
Schön, wieder von dir zu hören – freut mich echt :-)
Was Entschuldung anbetrifft:
Da hast du wahrscheinlich recht, zumindest was “Schulden” bei der Zentralbank anbetrifft.
Und alle anderen Schulden fallen wohl eher unter Entflechtung.
Zu #63:
Danke für die (nochmaligen ;-) eindeutigen Antworten :-)
Zu “Schritte zur Lösung der Kreditklemme “:
Da muß ich erst noch drüber nachdenken … Also später.
Kurz zu deiner Antwort zu @wat.:
Die Formel ist bestimmt kompliziert und anfechtbar. Nichtsdestoweniger stimmt wohl die zentrale Aussage, daß echter Mehrwert nur auf der Basis von Realwerten erzeugt werden kann.
Dein Verweis auf Hurwicz ist hübsch. Ich kenne ihn näher nur bzgl. Entscheidung bei Ungewißheit. Mich hat mal jemand mit so einer “gewichteten” Matrix über den Tisch zu ziehen versucht. Es ist ihm nicht gelungen ;-)
PS: Ich kann mir Gold nicht leisten :-((
Es ist identisch – also wenn Geld wertlos würde, werden auch Schulden wertlos – genauso wie Guthaben.
Immer wieder seltsam, wie sich die irrationale Trennung von Schulden und Guthaben manifestiert.
Gruß!
@linus
Um ehrlich zu sein:
Mir ist zu diesem Zeitpunk nichts anderes eingefallen, mit der ich die unglaublich komplizierte, aber dennoch fast alles erklärende, Formel: G ? W ? P ? W? ? G? vergleichen hätte können, um die Ausführungen des Marx-Forums satirisch ein wenig ins lächerliche zu ziehen.
falls es erkannt wurde:
unglaublich komplizierte, aber dennoch fast alles erklärende= Satire
@tar
Ich dachte, es wäre deutlich, dass ich auf eben dies hinaus wollte.
Vielleicht mal ein paar Zahlen zu den süßen, kundenfreundlichen Sparkassen. Deren Bereicherung am Kunden klappt wie am Schnürchen. Die haben von 1993-2004 (nach eigenen Angaben) sogar eine weitaus HÖHERE Eigenkapitalrendite als die (angeblich so gierigen) Geschäftsbanken aus ihren Schuldnern herausgwirtschaftet. Bau mal ein Haus und geh wegen eines Kredits zur Sparkasse. Da schlackern dir die Ohren, was die verlangen. Und bei Dispozinsen lassen sie dich richtig bluten:
“Sparkassen sind traditionell im Dispositionskredit teuer: meist ab 13 % p.a. Die Sparkasse KölnBonn z.B. berechnet 13,99 % p.a. (für geduldete Überziehung 19,24 % p.a.!). Die Commerzbank nimmt 13,49 % p.a. ”
Wer die Bankenwelt in die bösen Geschäftsbanken und die kundenfreundlichen Sparkassen einteilt, hat sich ein einfaches Weltbild gestrickt, das mit der Realität nichts zu tun hat.
Quellen:
http://www.dstgb.de/homepage/artikel/schwerpunkte/sparkassen/aktuelles/studie_zur_eigenkapitalrendite_der_sparkassen_pdf_dokument/broschare_hackethal_kotz_studie.pdf
http://www.geld-magazin.de/finanzen/girokonten/girokonten-einzelansicht/article/grosse-unterschiede-bei-dispo-zinsen.html
“Die Kernkapitalquote der Sparkassengruppe betrug 7,8 Prozent nach 7,4 Prozent im Vorjahr.”
Auf deutsch:7,4% des Kapitals sind gesichert, der Rest (92,6%) des Sparkassenkapitals sind ungedeckte Schecks, Zockerei halt.
Quelle: http://www.meinepolitik.de/eigenspk.htm
@ Linus
die da waren:
Ich werde keine Bankenschelte betreiben, es scheint mir unsinnig, in einem System, welches als oberste Maxime die Gewinnmaximierung hat, jemanden, der diesem Prinzip folgt und den Rahmen entsprechend weit offen gelassen ‘bekommen’ hat, daraus einen ‘Vorwurf’ zu machen…
Gehen wir das Thema vielleicht mal von der ‘anderen Seite’ an.
Wenn jemand eine (zusätzliche) Einnahmequelle haben möchte, mehr Geld aus dem vorhandenen machen möchte, bringt er ‘sein’ Geld zur Bank bzw. beläßt es dort um Zinsen zu bekommen.
Derjenige wird in den genannten Fällen nicht der Macht der Gewohnheit erliegen, seine alte Hausbank zu nutzen, sondern er wird gucken, wo bzw. bei welcher Bank er die entsprechende Geldvermehrung an ehesten garantiert bekommt oder ‘erwarten’ kann.
Damit liefern sich die Banken untereinander schon mal ein nettes Rennen um die Kundschaft mit ihren Bareinlagen…
Nun ist eine Bank eine (private) Firma, wie eigentlich jede andere auch, sie will und muß soviel als möglich ‘Gewinn’ machen. Wie macht das eine Bank? Ganz simple ausgedrückt, indem sie für die Zinsen an die Einleger weniger ‘bezahlt’ als sie selbst an Zinsen oder Beteiligungen ‘erwirtschaftet’.
Beachte: Ich habe ‘erwirtschaftet’ in ‘Tüddelchen’ geschrieben. Es soll ja auch nach der x-ten Finanzmarktblase noch Menschen geben, die davon überzeugt sind, daß Geld arbeitet und Kapital produziert.
(Diese dürfen sich meinetwegen gern mit einem Stapel von beidem in die Wüste setzen und auf das Arbeits- bzw. Produktionsergebnis warten ;-) )
Wie erwirtschaftet eine Bank nun ihren Gewinn? Ist es einfacher und evtl. risikoloser in Finanzmarktprodukte zu gehen (Ponzi), welches mittlererweile eh jeder Staat ‘rettet’, jedenfalls sieht so das ‘Versprechen’ aus oder sollen sie in eine Produktionsinvestion gehen.
Also wenn ich Bank wäre, würde ich am Finanzmarkt bleiben, ich könnte wohl (nach den jetzigen Annahmen) höhere Gewinne erzielen und mich gleichzeitig dort gegen Verlust absichern, also sogar zweimal Kasse machen.
Ich denke, es geht nur noch darum Zeit zu schinden, soviel als möglich den Eigentümern der Bank die Möglichkeit zu geben, Sachwerte/Eigentumsrechte zu sichern. Die Firmen stehen eh schon in der Kreide, die gehören der Bank eh auf die eine oder andere Weise schon, was sollten sie sich da noch extra in etwas engagieren, was ihnen bei Lichte betrachtet, eh schon (lange) gehört…
Warum wurde mein letzter Beitrag nicht freigegeben? Darf man hier nicht mal mehr sagen, dass
1. die Sparkassen von 1994-2003 eine um ca. 2%-Punkte höhere Eigenkapitalrendite als Geschäftsbanken hatten, also mehr aus ihren Schuldnern heraugepresst haben
2. Sparkassen bei Zinsen und insbesondere Dispozinsen (bis zu 20% p.A.) gewaltig zulangen, oft mehr als Geschäftsbanken
3. Sparkassen mit 7-8% Eigenkapital arbeiten, also über 90% ihrer Geschäfte ungedeckte Schecks darstellen, Spekulation pur
und dass daher das Weltbild “gute Sparkassen” vs. “böse Geschäftsbanken” keine faktische Grundlage hat?
Möglicherweise ist hier der Trick, die Kreditklemme zu besiegen ;-)
Interessanter Artikel, keine Frage, aber noch interessantere Kommentare … wie immer?
Mir gefällt, daß das Thema Geldschöpfung mal wieder fokussiert wird, da ich hierin einen ansonsten konsequent ausgeblendeten Aspekt ‘des Wirtschaftens’ vermute.
Wie immer gehen die Meinungen weit auseinander, aber immerhin wird rüber nachgedacht. Ganz im Gegensatz zum letzten Anne-Will-Spektakulum, das sich ausschließlich auf die Gier Einzelner bezog.
Das nebulöse Wort ‘Interbankenhandel’ läßt mich immer etwas schaudern.
Was ist das eigentlich genau? Oder vielleicht besser: Was soll das eigentlich sein?
Ist das gut für Krüppel? Ist das gut für Sportler? Ist das gut für Kinder? Dient das dem Artenschutz? Verhindert es Ressourcenverschwendung?
Oder hört es sich nur gut an? Oder riecht gut?
Es wollen ja immer alle Realisten sein. Was sagt ein Realist zum Interbankenhandel?
frage ich mal als blödes Landei (mir fehlen halt die basics) so in die versierte Runde :-)
@ r_surfer
Wenn da nicht der kleine Unterschied wäre, dass Sparkassen nun mal Kommunalträger sind.
Kernkapital … oje! Eigenkapital ist wohl so ein unverständliches Wort? Die EK-Quote ist í.Ü. mit 8% vorgeschrieben, d.h. da wird kaum eine Geschäftsbank großartig drüber hinaus gehen.
Ungedeckt ist auch nicht korrekt – Kredit gibt es in der Regel nur gegen Sicherheiten. Habe ich hier aber schon mehrfach erwähnt.
Gruß!
@ Degnaphta
Der Interbankenhandel ist das, was die Medien meinen, wenn sie von Finanzmarkt schwafeln.
Dort findet nichts anderes als die gegenseitige Refinanzierung von Geschäftsbanken statt, d.h. eine Geschäftsbank mit Zentralbankguthaben-Überschüssen leiht ggf. einer anderen Geschäftsbank Zentralbankguthaben, weil diese eben gerade Bedarf hat, aber selbst nicht über ausreichende zentralbankfähige Sicherheiten verfügt – denn dann könnte sie ja direkt zur Zentralbank gehen.
Dieser Interbankenmarkt ist im Zuge der Finanzkrise weitgehend zusammengebrochen, da keine Geschäftsbank mehr der anderen vertraut, denn jede könnte “toxische” (wertlose) Papiere in ihrem Portfolio versteckt haben (verschnürt in sogenannten CDS-Paketen).
Die Refinanzierung am Interbankenmarkt ist für die einzelne Geschäftsbank in aller Regel teurer als direkt bei der Zentralbank.
Gruß!
Tolles Sicherheiten, die <10% der Schulden abdecken.
Tolle Sicherheiten, die <10% der Schulden abdecken.
Umgekehrt.
@tar
Jetzt habe ich kurz Zeit, das ausführen:
EU:
Es gibt immer einen Kreditkorridor zwischen Einlagefazilität und Spitzenrefinazierungsfazilität = >0,25% und 1,25%
Schauen wir uns ein paar Zinsen an (es gibt neben dem Euribor auch noch z.B. den LIBOR …) :
1. Die Standard 3 Monats Euribor Datenreihen – die letzten Daten:
15.03.2010: 0,646 %
12.03.2010: 0,649 %
11.03.2010: 0,650 %
10.03.2010: 0,651 %
09.03.2010: 0,652 %
08.03.2010: 0,652 %
05.03.2010: 0,653 %
04.03.2010: 0,654 %
03.03.2010: 0,655 %
02.03.2010: 0,655 %
01.03.2010: 0,655 %
26.02.2010: 0,656 %
25.02.2010: 0,658 %
24.02.2010: 0,659 %
2.unterschiedliche Laufzeiten:
16-03-2010
Euribor – 1 Woche 0,338%
Euribor – 2 Wochen 0,358%
Euribor – 3 Wochen 0,374%
Euribor – 1 Monat 0,406%
Euribor – 2 Monate 0,507%
Euribor – 3 Monate 0,646%
Euribor – 4 Monate 0,753%
Euribor – 5 Monate 0,844%
Euribor – 6 Monate 0,955%
Euribor – 7 Monate 0,994%
Euribor – 8 Monate 1,041%
Euribor – 9 Monate 1,092%
Euribor – 10 Monate 1,131%
Euribor – 11 Monate 1,173%
Euribor – 12 Monate 1,217%
USA:
“Normale” Interbankenzinsen werden über das Federal-Funds-Rate-Zielband 0,00?0,25 %
dargestellt. Zu diesen Zinsen liehen sich die Banken Geld voneinander.
Dann gibt es nur noch den Diskontsatz von 0,75 %, zu dem sich die Banken Geld von der Zentralbank leihen können
Der Diskonsatz ist vergleichbar mit der europäischen Spitzenrefinazierungsfazilität und dem alten deutschen Lombardzins
Vieleicht sollte man sich hier im thread nochmals die Unterschiede zwischen Offenmarktgeschäften und
kurzfristigen Liquiditätsbeschaffungsmassnahmen wie zb. der Spitzenrefinazierungsfazilität und dem Diskonsatz klarmachen. (xXx)
Und vielleicht nochmals die Unterschiede in den USA überlegen. (xXx)
Da ist im Thread einiges ziemlich schräg. Ich bitte vor allem Dich, tar, Dir die letzten zwei Fragen – mit xXx gekennzeichnet- nochmals in Ruhe zu überlegen.
Ich muss jetzt weiter arbeiten.
Gr. Batzi
Das “nur” ist fehl am Platz.
leihen
@Griabiger Batzi
Seltsam. Ich dachte, es wäre genau umgekehrt, weil die Geschäftsbank mit Refinanzierungsmöglichkeit über Wertpapierpensionsgeschäfte bei der ZB im Vorteil ggü. GB ohne diese Möglichkeit ist und dies anhand höherer Zinsen ausnutzen könnte.
Wieso ist das aber gerade nicht so?
Gruß!
@ tar & Batzi
Danke für die Aufklärung
@tar
Könntest Du bitte deine Frage umformulieren/ besser formulieren?
In der jetzigen Form ist nicht zu verstehen, was Du meinst.
Wer kann was Ausnützen?
Wer darf höhere Zinsen für wen/was verlangen?
Vielleicht kommst Du mit den Begriff “Diskontsatz” durcheinander.
In den USA heißt die eigentliche Lombard facility= discount rate. Ich habe bei meiner Beschreibung den deutschen begriff übernommen, was vielleicht nicht ganz so geschickt war. ( ich war im Stress).
Der Grund, warum in den USA die eigentliche “Lombard facility” “discount rate” genannt wird, liegt daran, dass die discount rate bis 2003 ein “wirklicher” Diskontsatz war. Das heißt, dass der Zins der discount rate unter der Fed Funds Target -Bandbreite war.
Dadurch entstanden natürlich Möglichkeiten zur Arbitrage; so dass man 2003 den ehemals “wirklichen” Diskontsatz zu einem “eigentlichen” Lombardsatz machte.
Es gibt 3 Arten von discount rates (die ich wie gesagt bisweilen in ihrer deutschen Übersetzung=Diskontsatz aufgeführt habe, was vielleicht zur Verwirrung geführt haben könnte).
a. Primary Credit rate: für finaziell gesunde Banken, gerade bei 0.75%
b. Secondary Credit rate: für finanziell weniger gesunde Banken, gerade bei 1,25% und immer 50 Basispunkte=0,5% über primary credit
c. Seasonal Credit: für kleine Banken
Wenn Du eine Frage ein wenig umformuliertest, könnte ich vielleicht besser auf dein eigentliches Anliegen eingehen.
Batzi
@tar
Bezog sich deine Frage
auf die Vorteile, die primary dealers haben?
Primary dealers haben grosse Vorteile, da sie als einzige direkt mit der FED Offenmarktgeschäfte betreiben dürfen und in die Politik der Fed und des Finanzministeriums eingespannt sind (sie beraten und liefen Informationen) .
Jemand der erster in einer Kette ist, wird die Liquidität, die er erhält, in meinen Augen wohl mit einem Aufschlag an die anderen Banken weitergeben.
Bei EZB stellt sich das anderes da. Der “Club” der zugelassenen Geschäftspartner des Eurosystems ist nicht so ein exklusiver Club wie die amerikanischen primary dealers.
Der Einfluss der amerikanischen primary dealers ist ein bisweilen beängstigend.
@ Griabiger Batzi
Dank deinen ganzen Zinserläuterungen – Lombard Discount und hastenischgesehen bin ich nun nur noch verwirrt ;)
Ich sehe es so:
Die GB, die über notenbankfähige Sicherheiten verfügt, hat einen Vorteil gegenüber den GB, die nicht darüber verfügen. Zumindest im ESZB.
Daher könnte die GB mit Sicherheiten doch einen höheren Zins als sie bei der ZB bei der Refinanzierung zahlen muss von der GB ohne Sicherheiten verlangen? Ich hoffe, es ist jetzt deutlich, was ich meine.
Inwiefern notenbankfähige Sicherheiten bei den primary dealers bei der FED eine Rolle spielen, weiß ich nicht – da es immer so klingt, als bräuchten die nur mit dem Finger schnippen und – zack – bekämen sie unentwegt ZB-Kredite. Sie bekommen doch auch nur (wie hier bei der EZB) begrenzte Tender, wenn sie über keine Sicherheiten verfügen?
Gruß!
Ende der bemannten US-Raumfahrt?
“US-Astronauten steigen auf Sojus-Raumschiffe um”
http://de.rian.ru/science/20100407/125790776.html
Wie lange können die USA noch ihre militärischen Auslandsbasen und Blumen- NGO´s finanzieren?
Wird sich Merkel neu orientieren können?
Aus meiner Sicht kaum?
Die deutsche Politik ist zu stark in US-Interessen gepresst.
Oder?
Die Chinesen lassen den Obama zappeln und führen ihn noch vor:
“Eine Aufwertung des Yuan werde weder die Handelsbilanz zwischen China und den USA ausgleichen, noch das Problem der Arbeitslosigkeit in den USA lösen, so der chinesische Präsident. Hu habe auch erklärt, China wolle seine Importe aus den USA steigern.
Er habe daher die USA aufgerufen, ihre Exportkontrollen für High-Tech-Produkte zu lockern.”(:!)…
http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/557917/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do
Er soll nun alles verkaufen, was die USA noch haben. das find ich aber nicht pietätvoll..
Die Inder werden wohl bald die Flugzeugträger fordern.
Das hält kein Gold auf dauer aus:
Obama läßt lügen
http://www.jungewelt.de/2010/04-14/064.php
Ob M1, M2 , M3, MACD, RSI oder FED, denkt einfach!!!
Habt Mut für ein positives Gesamtergebnis.
Wer die Aktion nur dahingehend versteht, sein Geld zu “moven”, sprich beispielsweise von der Ackermann’schen Bank, der Deutschen Bank AG, zu einer Genossenschaftsbank zu wechseln, der hat meines Wissens nach nicht verstanden, wohin die Aktion will.
Hierzu sollte einfach mal das Buch, BANK BANKER BANKROTT von René Zeyer gelesen werden bzw. das hervorragende Nachwort.
Diese wenigen, Alan Greenspan und Ex-FED-Vorsitender der Notenbank der USA, sind laut dem Buch DIEBE oder einfach nur Gangster, die den größten Coup der Geschichte des Geldraubes gemacht haben.
Erinnern wir uns doch: Das Geld ist nicht verbrannt worden, es ist nur ge- “moved” worden und für die Lücke stehen Millionen von Menschen ein.
Ursache: Waren in den letzten Jahren, im letzten Jahrzehnt, die permanenten niedrigen Zinsen.
Was heißt das ?
Ich als Sparer bekam lächerliche 2-3 Prozent, die die Teuerungsrate (Inflation, Kapitalertragssteuer) einfach so aufgefressen haben, dass für viele der Zwang entstand, diesen “Umpacker”-Service der Banken in Anspruch zu nehmen.
Das Perfide ist an dieser Geschichte, dass dieses Vokabular einzug gehalten hat und jeder einfach so verwendet, als wäre dies selbstverständlich. Damit wurde der Crash zu dem, was er heute ist.
Ich als Immobilien-Makler aus Trier unterstütze die Aktion, Move-Your-Money.org schon deshalb, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich sehe unsere Demokratie in Gefahr, denn es gab bisher kein internationales Gericht, dass diese Leute, – Gauner ? -, zur Verantwortung gezogen hat. Die Bonis sind in die Taschen weniger gewandert und es wird einfach so weitergemacht.
Schaut Euch doch den regionalen Immobilien-Markt an, ein guter Beleg, wie schwer es gerade jetzt geworden ist. Und natürlich: Es scheitert oft an der Finanzierung der Banken.
Kriminell wird es doch erst dann, was seit 2004 gängige Praxis ist, wenn die Banken diese Kredite an die Heuschrecken verkaufen und diese zur sofortigen Fälligkeit zurückgezahlt werden sollen.
Hier empfehle ich den Google-Link zu Kathy Thedens,
Hans Werner Rieb | RIEB Immobilien
http://www.trier-immobilien-makler.de/author/rieb-immobilien
Immobilienmakler und Immobilien-Gutachter
im Regierungsbezirk Trier und Umgebung (Luxemburg)
Ich kam über die Google-Suche von “move your money” zu Euch.
Ich kann dem Immobilien-Makler aus Trier nur zustimmen. Gerade in unserer Immobilien-Branche spüren wir die Entwicklung sehr deutlich, selbst in einer Großstadt wie Hamburg, die zu den 5 reichsten Städten Europas gehört. Nicht alle können und wollen ein Immobilien-Objekt an der Alster bzw. Außen-Alster kaufen. Obwohl kaufen nicht das richtige Wort ist: Es geht primär mittlerweile um Immobilienfinanzierung.
Die Immobilienfinanzierung ist dramatisch in den Keller gegangen, seit der Finanz- und in folge die Wirtschaftskrise ausgebrochen ist. Ich sehe zudem, wie der Trierer Makler, das durch die Veräußerung von Krediten, dass jetzt die Lage nochmals verschärft wurde. Alles Folgen der Finanzkrise!
Der positive Effekt: Durch die Herabsetzung der Zinsen in Deutschland wird jetzt der Trend zur Immobilien-Kapitalanlage interessant. Voraussetzung: Mann / Frau besitzt über ausreichend Geld. Sprich: Es sind wieder die vermögenden Bürgerinnen und Bürger, die sich diesen Vorteil zu nutze machen können.
Viele Immobilienmakler leben aber von diesen Brot- und Butterkunden, denen aber jetzt das Geld einfach dafür fehlt. Ich glaube, wir (Politiker / Bürger) haben noch nicht die ganze Tragweite der Katastrophe gesehen und werden uns später noch die Augen reiben.
Nicht nur die Immobilienmakler aus Trier oder aus der wohlhabenden Hansestadt Hamburg sollen sich zu Wort melden, sondern vielleicht geeint als Makler-Verband, um mehr gewicht zu erhalten.
Philipp Noack | Noack Immobilien
http://www.hamburg-immobilien-makler.de