Blondchen vor dem Volksgerichtshof
geschrieben am 10. Oktober 2007 von Spiegelfechter
Das gestern tagende “Volksgericht”, das in selbstgerecht aufgeblasener Manier, den Geist des Na(r)zismus aus dem deutschen Fernsehen vertrieben hat, war ein berechenbares Fanal der deutschen Unfähigkeit bei kritischen Themen eine sachliche Diskussion zu führen. Herrn Kerner, seinen unsäglichen B-Promi Gästen und dem ganzen Medienzirkus Vorwürfe zu machen, ist indes billig. Jeder kennt das System, niemand hätte eine sachliche Diskussion erwartet. Wenn es in den deutschen Publikumsmedien um “Nationalsozialismus” und “Antisemitismus” geht, kann es keine sachliche Diskussion geben, da die Gesellschaft sich in ihren antrainierten Rollen sehr behaglich fühlt. Auf einem wissenschaftlichen oder kulturellen Forum mag dies anders sein, aber wer ernsthaft erwartet im Plumpsklo der TV-Unterhaltung sachliche Töne zu hören, ist grundnaiv.
Viel interessanter als der inszenierte Medienzirkus, ist die Selbstinszenierung des deutschen Blondchens Eva Herman. Man kann ihr vieles abnehmen, aber als Medienprofi kennt sie den “Volksgerichtshof” Talkshow und seine Regeln aus dem Effeff.

Jemand der ein Teil der Medien ist, bedient sich ihrer auf seine eigene Art und Weise. Dies trifft auf Herrn Kerner, seine B-Promis und auch Eva Herman zu. Vielleicht wollte sie ursprünglich nur mit dem Feuer spielen, um ihr Buch zu promoten, als sie die Rolle der Familie in der Vor-68er Zeit lobte und diese dabei explizit – wenn auch in einem negativen Kontext – das dritte Reich damit in Verbindung brachte. Vielleicht gingen ihr, als standhaften Verfechterin eines konservativen Familienbildes, auch nur die Pferde durch und sie vergaloppierte sich in ihrer pseudohistorischen Interpretation des Familienbildes im Dritten Reich – Eiferer tragen gerne Scheuklappen.
Dies mag alles sein, aber das Hamburger Blondchen ist nicht so naiv und dumm, wie sie von den Medien gerne dargestellt wird. Ein Opfer des semiintelligenten Kerners ist sie mit Sicherheit nicht, sie gefällt sich eher in der Figur der Jeanne d´Arc, die in ihrem „heiligen“ Kampf für konservative Werte von der Gesellschaft verbrannt wird – eine kalkulierte Selbstinszenierung. Frau Herman ist von Medien in die Gesellschaftspolitik gewechselt und sie beherrscht die Klaviatur des „Skandals“ sehr gut. Die üblichen Verdächtigen standen schon Gewehr bei Fuß. BILD hat seine Schlagzeilen und die Zielgruppe ein neues Idol – in einer Online-Umfrage auf BILD.de fraternisieren 60% der Leser mit dem Blondchen. Auch der Zentralrat der Juden ist sich nicht zu schade, auf diese Gossen-Kampagne aufzuspringen. Herman lässt sich derweil – kalkuliert provozierend – von erzkonservativen Papisten feiern.
Jemand, der wie Herman, anlässlich des Geburtenrückgangs hysterisch eifert “Wir sterben aus“, der trägt mehr im Sinne als nur ein konservatives Familienbild, das gesellschaftlich durchaus diskutabel ist. Hier geht es um nationalistische Deutschtümelei, eingepackt in eine Familienbilddiskussion, die überfällig erscheint. Auch wenn Herman ganz sicher keine Parallelen zum Nationalsozialismus wünscht, so ist ihr „deutschtümelnder“ Schulterschluss mit einer „national inspirierten“ Familienpolitik abzulehnen. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft als „Muttertier“ wider die Überfremdung und das „Aussterben der deutschen Rasse“ zu definieren, ist ebenso verachtenswert, wie Mutterkreuze an die „Fabrikantinnen“ für neues Kanonenfutter zu verleihen. Herman spricht ersteres natürlich nicht offen aus – zwischen den Zeilen steht aber genau dies. Sie ist Teil eines erzkonservativen Revisionismus, und man sollte sich hüten sie zu verteidigen. Darum geht es ihr, dies war ihr Ziel des “medialen Volksgerichtes” bei Kerner. Und sie scheint damit Erfolg zu haben. Ganze Foren füllen sich mit Solidaritätsbekundungen, man hat das Medienspektakel anscheinend falsch interpretiert – “das naive Blondchen als Opfer”, wenn es mal so einfach wäre.
Update: Ein umfassendes Bild darüber, wie die Bloggosphäre mit der Causa Herman/Kerner umgeht, liefert folgender Artikel im Blog “Sendungsbewusstsein”.
Bildnachweis: DHM, 2x Titanic-Magazin, Wikicommons
Jens Berger
| Tags: Deutschland Medien | |
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Ich verstehe ohnehin nicht, warum über derartig krude Thesen wie die von Frau Hermann überhaupt in diesem Ausmaß berichtet wird. Aber wahrscheinlich wirklich nur, damit sich jeder in seiner Rolle als Geiferer, Provokateur, besonnener Humanist, oder schmunzelnder Weiser gefallen kann.
Die Aussage “wir sterben aus” ist leider typisch für einen Diskurs über den “demographischen Wandel”, der sehr nationalistisch eingefärbt ist, obwohl es eigentlich um eine globale Entwicklung geht. Aber wie kommt das Blondchen zu dieser Aussage? Filme wie Der Aufstand der Alten (eine ZDF-Produktion) und die Veröffentlichungen von Frank Schirrmacher haben sicher einen Anteil daran. Mal abgesehen von den PR-Kampagen der privaten Rentenversicherer. In Sachen NS-Familien”politik” stimme ich mit diesem Artikel im Standard überein, der die treffende Überschrift “Alles war schlecht” trägt.
@no85
Dieser Kampagnenjournalismus, angestossen von Meinhard Miegel, ist idT fürchterlich. Letztendlich basiert er vor allem auf der Angst vor einer vermeintlichen Überfremdung.
Ich halte es da mit Harald Schmidt: “Schauen Sie Sich Ostdeutschland an – wo die Frau geht, kommt der Luchs. Ich habe kein Problem damit”.
Sehr gut geschrieben! Vor allem der letzte Absatz spricht mir aus der Seele.
vielleicht bin ich einfach nur naiv, aber ich fand die sendung gerade wegen kerner, berger und schreinemakers so gut. die wirkten einfach menschlich und haben genau das gemacht, was man mit solchen aussagen wie der der herman machen sollte: dagegen reden. ich habe bauchschmerzen, wie dies als tribunal ausgelegt wird oder wie auch teilweise wieder von dem deutschen beißreflex im bezug auf aussagen über das 3. reich gesprochen wird. denn als es um die autobahnen ging, geschah das ja in einem anderen zusammenhang. und in dem musste ich schon schlucken. und das sie belegbar auch abseits der pressekonferenz folgendes gesagt hat: “Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden” schreit doch geradezu danach, dass man sich verbal dagegen äussert. denn der satz ist einfach falsch!
für die art, wie das gestern abgelaufen ist, sollte man sie richtigerweise nicht bedauern. sie wusste, worauf sie sich einliess. sie war selber talkshowmoderatorin.
ich find es schade, dass da nun wieder eine mediendiskussion draus gemacht wird, anstatt dass endlich begriffen wird, dass rechte gedanken, relativismus, sich auch bei “vernünftigen” menschen im kopf abspielt und eben keine erscheinung des rechten spektrums ist. das geht aber leider unter.
verstehe die ganze aufregung überhaupt nicht. zum teil hat eva herrmann doch recht, nur dass man das nach dem verlorenen krieg bei uns eben nicht mehr sagen darf. in anderen ländern würde niemals so eine diskussion entstehen. der gleiche zirkus ist jetzt wieder mit dem fussballspieler dejagah und was war da neulich noch, nur weil ein bischof das wort “entartete kunst” benutzt hat. ich finde diese ganzen diskussionen nur noch krank. der zetnralrat der juden scheint nichts anderes zu tun zu haben als ständig auf der suche zu sein, daß sich irgendjemand bei uns in irgendeiner art und weise verplappert um dann den rücktritt der jeweiligen person zu fordern. wir wäre es mal mit ein paar israel-kritischen kommentaren des zentralrates zum thema “schüsse auf palästinensische kinder” oder “ausweitung der siedlergebiete in palästinensergebiet”? natürlich darf das dritte reich nicht verharmlost werden, hat aber eva hermann doch auch nicht getan.
Vielen Dank für den Artikel , mal wieder Klasse auf den Punkt gebracht , ich sehe sie nämlich auch nicht in der Opferrolle , ganz im Gegenteil , in gewissen Kreisen wird sie gefeiert werden .
Ich finde diese Frau einfach nur schrecklich und es ist ganz gewiß nicht harmlos , wenn revisionistische Kräfte in ihr ein Sprachrohr finden !!
OT Shit jetzt hab ich 6 angeklickt *würg*
und die deutsche Ann Coulter ward geboren. Wenn wir uns in Deutschland auf dieses Niveau begeben, sehe ich schwarz.
Dejagah unterstelle ich mal, dass seine Entscheidung keinen politischen sondern, wie er selbst sagt, einen persönlichen Hintergrund hat. Ich bezweifle mal, dass er überhaupt weiß, wo Israel liegt.
Bei einem Kardinal Meisner oder einer Frau Herman sieht das schon ganz anders aus. Die Wahl des Wortes “entartet” ist da schon allerhand und die Autobahn auf der wir heute noch fahren spiegelt die Gedankenwelt vieler Leute wider.
Wenn ihr das lesen könnt, hab ich die Aufgabe des Spamschutzes richtig gelöst.
Wer ist Hermann ?
Wer hat sie nach ihrer unmaßgeblichen Meinung zur Bevölkerungspolitik gefragt ?
Decken wir das gnädige Mäntelchen des Schweigens über sie und wenden uns Herrn Schäuble zu.
Denn: nur nicht ablenken lassen !!
Eine sehr treffende Analyse – insbesondere der letzte Absatz ist es, der den Spiegelfechter mal wieder besser sein lässt als die konventionellen Medien. Denn die Berichterstattung zum Fall Eva Herman ist nun wirklich auf peinliche Weise oberflächlich und verdeckt den hinter EH’s Bemerkungen stehenden christlich-konservativen Geist. Genau, wie es auch im Fall Meisner passiert ist: Man redet lieber von Entgleisungen und NS-Vokabeln als den destruktiven Konservatismus der “Täter” anzuprangen.
Zwischen dem medial verkauften deutschtümmelnden “Zurück an die Ikeaherdplatte” und dem vermeintlich emanzipierten Gegenstück des globalen Metropolenkapitalismus in der wertenden “nach uns der Luchs” Variante, gibt es aus Sicht des der Kapitalverwalter keine andere mögliche Wertelösung. Die Diskussion um Familie und Kinder hätte ein Anklage des ahistorischen kapitalistischen Normalzustandes verdient, eine, die sozialistisch argumentiert.
Was Kerner offenbart hat, ist die Tatsache, dass Hilferdings Diktum vom dialektischen Wertewandel der bürgerlichen Eliten, immer noch hochaktuell ist: es wird diktiert, nicht diskutiert. Besser hätte man den Bewusstseinszustand der Republik nicht spiegeln können. Während der globale Marktkapitalismus jedes Ding an sich dem Wertgesetz unterwirft, jede Erscheinung kalkuliert, jedes Gefühl verkaufen, kaufen, pachten und leasen lässt, bleibt für dessen deutsche Verlierer die verbrecherische ahistorische Werteware von “Onkel Adolfs Mutterkreuzen”. Auch diese lässt sich verkaufen und im Zweifel lassen sich hinter einer Blut, Boden und Rassequalifizierung die verlorenen Massen scharen.
Die Vereinigten Staaten schwören wie Russland auf die Kirche als bindendes Bewusstseinselement, um dem kapitalistischen Istzustand einen idellen Rahmen zu geben. Aufgeklärte emanzipierte Kapitavertreter finden selbst das lächerlich und fühlen sich eher im Metropolenjumping zu Hause. Das ist der Rahmen, der nicht gesprengt und in Frage gestellt werden darf. Die moderne neoliberale Feminismusdiskussion hat keine sozialen Gedanken, keine soziale Gleichheit zwischen den Geschlechtern, sie erschöpft sich im Beruf von Bomberpilotinnen.
“Oder wie die blonde Eva zur Esther wird”
Ist es nicht auch denkbar, dass E.Herman von zionistischen Lobbys benutzt wird den alltägliche Schuldkult inkl. Faschismus u. Antisemitismus zu zelebrieren? Vor allem die Art und Weise- ständige Wiederholung, Emotionalisierung, viel Radau und natürlich Bestrafung zeigt doch die Handschrift der zionistischen Meinungsmache.
Und lehrt nicht auch die jüdische Rabulistik das Gegenteil, von dem was man sagt, zu erreichen um damit die wirklchen Interessen zu verschleiern.
Hat Herman ihrer Idee von der konservativen Familienpolitik mit der Verknüpfung zur Nazizeit nicht mehr geschadet? Selbst eine sehr “blonde” Journalistin hätte das wissen müssen.Und das sie auch noch auf diesem Stadpunkt bleibt, sich vorführen und bestrafen lässt-zeigt doch das sie gelenkt wird. Es ist auch interessant wie das Thema in die katholische Kirche eingebunden wird.Konservative Familienpolitik+Kirche= Faschismus
Und das ist das Wunschdenken vieler Zionisten die kath.Kirche in die Schuldkultur einzubinden( dabei hatten die ihren eigenen Holocaust; (Hexenverbrennung,Zwangsmissionierung und Sklaverei…).Eva Herman hat da eine gute Arbeit geleistet-hoffentlich bezahlt man ihr`s auch gut! Aber in Ihrem Alter hat sie in den Medien nichts mehr zu verlieren- sie kann eigentlich nur gewinnen, eine ideale Marrionette.
Das Prinzip jüdische Esther funktioniert auch heute noch-sie heissen heute Monika Lewinski, Gabriele Pauli, oder Eva Herman.
Ich habe mir Eva Hermans Auftritt bei Kerner gerade in der ZDF Mediathek angeschaut. Ich weiß nicht recht ob sie wirklich verstanden hat, was sie da eigentlich von sich gibt.
Ja hallo, ich hätte da noch eine Frage bezüglich Hermanns erster Äußerung, hab mal das Originalzitat rausgesucht:
“Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch
alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist DAMALS eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben….“
Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht. Mit dem “…Politiker” wird ja wohl Hitler gemeint sein, aber sie formuliert das so, als ob Hitler in den 68ern gelebt hätte, und das dies die furchtbare Zeit gewesen wäre. Das “DAMALS” bezieht sich dann jetzt auf welche Zeit?? Diese Formulierung ist total verworren und eigentlich dazu bestimmt Missverständnisse zu erzeugen. Was mich angeht, so habe ich das nicht missverstanden, ich habe diese Stelle überhaupt nicht verstanden. Dieser ganze Satz bis zum Ende des Auszugs ist für mich ein einziges Rätsel. Mag sein, dass ich weniger intelligent bin als andere und für einige komplexere Zusammenhänge länger brauche, aber: Könnte mir das trotzdem mal jemand erklären?
(Ich glaube, dass ich Eva sozusagen als “Gesamtpaket” verstanden habe, und sehe meine Meinung in dem Spiegelfechter-Text auch vertreten, aber dieses Zitat erschließt sich mir einfach nicht.)
Guter Artikel, aber jeder der es gesehen hat musste feststellen das das die B – C Promis plus der Prof panische Angst davor hatten nächste Woche womöglich selbst auf dem Schleudersitz zu sitzen.
Der MDR heute zum Prof.
Der Historiker Professor Wolfgang Wippermann, der als Experte in die Sendung geladen war, sagte, er habe Herman ursprünglich unterstützen wollen. “Aber als sie plötzlich über Autobahnen bei Hitler sprach, war das Gejohle im Publikum groß. Dabei gerät sie mit ihrer Terminologie in eine problematische Ecke”.
Was ist das für eine Aussage von einen Professor der als Experte geladen war? Bin ich ein Nazi wenn ich sage das die DB Deutsche Bahn in den dreißiger Jahren pünktlicher war wie HEUTE. Bin ich ein Gefährder wenn ich sage die Lokführer streiken zu Recht, bei der Bahn verdient der Vorstand (8 Personen) 14 Millionen im Jahr – für was bitte bekommen die Geld wenn der ICE im Hochsommer bei fast 40 Grad durchs Land fährt und die Klimaanlage nicht funzt.. und dann auch noch 40 Minuten zu spät ankommt. Gutscheine als Entschädigung – wo Leben wir denn meine Herren.
Ich glaube auch, dass das der entscheidene Moment der ganzen Veranstaltung war, als die Herman “Wir sterben aus” sagt, Kerner ein schnelles “Dann gibts halt dafür ein paar Inder mehr” nuschelt und sie dann angewiedert die Augen verdreht. Da war es ganz kurz ganz hässlich zu sehen, was zwischen den Zeilen stand.
@Kunigund Klotz
Sicher – nur ist es bedenklich beim Vergleich des Familienbildes
folgende Faktoren zu verschweigen: Mutterkreuz, Euthanasie,
Kannonenfutter für den Führer, Rassehygiene, Lebensborn, Zucht der
Herrenrasse …
All dies hat sie ausgeblendet, daher ist ihre “Annährung” im höchsten Maße unhistorisch und oberflächlich.
mein kommentar ist hier irgendwie abgefangen worden :x
@clod
Nein, das ist viel zu kurz gedacht. Wer auf Linie dieses “Schuldkultes” ist, wie Du ihn nennst, wird auf EH so reagieren, wie der ZdJ – mit pawlowschen Reflexen. EH greift ein Thema auf, das tief in der konservativen Seele schlummert und verbindet es (ganz zufällig und “blond naiv”) mit dem Dritten Reich – dies führt bei “ihrer” Zielgruppe eher zu einer Entdämonisierung des Dritten Reiches als zu irgendeiner Form von “Schuldkult”.
Der Rest Deines Beitrages ist hart an der Schmerzgrenze zum Antisemitismus.
@Stan
Exakt so sehe ich dies auch. Sie spielt im besten Sinne mit dem Feuer, im schlimmsten Sinne facht sie es an.
@kingbalance
Nein – im gleichen Sinne könne man argumentieren, dass nur deshalb weil Hitler Nichtraucher und Vegetarier war, heute Rauchen und Fleischverzehr ja nun nicht unbedingt “antifaschistische” Handlungen sind.
Bei der Familienpolitik ist dies allerdings viel(!) komplexer. Sie beruhte ja nicht auf konservativen, katholischen Werten, sondern war Teil des nationalsozialistischen Masterplans. Man wollte die “unwerte” Welt mit blonden Superdeutschen überschwemmen, die zunächst im Kampf gegen “unwertes” Leben fallen und nach dem Endsieg die “Herrenrasse” verbreiten.
Eine solche Politik kann und darf(!) man nicht mit dem konservativen Familienbild (Frau am Herd) vergleichen, da sie von Grund weg unterschiedlich motiviert ist.
Die konservative Familienpolitik ist diskussionsfähig und -würdig. Keine Frage. Aber EH hatte zig Möglichkeiten dies geradezurücken und sie hat es nicht getan.
@Frederic
Hoppala – das Augenverdrehen ist mir glatt entgangen. Das sagt idT viel aus.
“Herrn Kerner, seinen unsäglichen B-Promi Gästen und dem ganzen Medienzirkus Vorwürfe zu machen, ist indes billig. Jeder kennt das System, niemand hätte eine sachliche Diskussion erwartet.”
Nun mal nicht so billig, Spiegelfechter. Doch es geht genau darum. Der seit dem 2. Weltkrieg herrschende Diskurs wird exakt so geführt wie wir es gerade wieder erleben. Und abseits von einigen Linken, Chomsky und ein paar anderen “Verwirrten” berichtet eben NIEMAND über die Maschinerie, die besagter Chomsky “manufacturing consent” nennt.
Es geht eben nie um Inhalte sondern um Rituale. Und wenn selbst der Deutschlandmahner Nr. 1 Broder Eva Herman “irgendwie” in Schutz nimmt, dann kann das Problem nicht (allein) in ihrer Person liegen.
Damals habe ich in anderen Blogs ebenfalls so halbschlaue Kommentare wie deinen gelesen, die das Problem anreißen, aber letzlich doch in gewohnte Fahrwasser des Mainstreams driften, dass die betreffende Person das “System hätte kennen müssen”. “Das man sich hüten müsse sie zu verteidigen” und ähnlichen Mumpitz.
Klarer Fall von Bullshit.
Die CDU, ihre Spießgesellen und Hermans Ansichten gehen mir am Arsch vorbei. Dennoch gehört es zum fairen Umgang dazu, Geistesschwachen wie Herman vernünftig entgegenzutreten. Diese Hysterie ist auch immer dann zu sehen, wenn die NPD in irgendeinem Subausschuss eines Landtages einen Furz lässt und alle “tief betroffenen” und “empörten” Abgeordneten sofort das Parlament verlassen um dann in die bereitgestellten Fernsehkameras hineinzuderilieren, wie böse doch diese Rechten wären. Dieses Schwachköpfen argumentativ entgegenzutreten kann keiner der Volksvertreter. DAS ist ein Aufreger wert, genau wie die hilflose und selbstgerechte Reaktion Kerners und seiner Halbdebilen auf dem Sofa.
Du scheinst es offenbar zu bedauern, dass der Volksgerichtshof diesmal nicht erfolgreich war jemanden aufgrund dummer Ansichten zu denunzieren. Namen wie Hohmann, Möllemann und Günzel scheint der Spiegelfechter ausgeblendet zu haben. Wie diese Personen abserviert wurden, hat dir scheinbar besser gefallen.
Allein Sätze wie “Herman spricht ersteres natürlich nicht offen aus – zwischen den Zeilen steht aber genau dies.” sind das pure Grauen, da abolut inhaltsleer, subjektiv tendenziös und manipulativ. Ebenso grandios und offensiv dumm wie: “Der Spiegelfechter kritisiert den Spiegel, zwischen den Zeilen also die Pressefreiheit!!1″.
Insgesamt erschreckend schwacher Blogeintrag.
Geplant ist bei Kerner’s “Tribunal” sicher jetzt, weil das ja so gut funktioniert hat mit der Eva. Mal aus aktuellen Anlass (Verfassungsgericht Karlsruhe) nächste Woche BMI Schäuble (Sicherheitsminister), zusammen mit den Dresdner Informatiker Andreas Pfitzmann, FDP Ex Innenminister Baum und einen Vertreter des Chaos Computer Club (CCC) + ergänzend als kleines Schmankerl “D. Kübelbööööck.”
http://kingbalance.blogspot.com/2007/10/eva-herman-nur-die-kleinen-vgel-fliegen.html
http://blog.fefe.de
http://www.osthessen-news.de/beitrag_D.php?id=1141416
Man sollte nur nicht vergessen, welches geistes Kind der superblonde Masterplan der deutschen Faschisten war: Vorbild ist da ganz eindeutig das konservative, zutiefst rassistische Weltbild, welches durch das Kaiserreich vorgeprägt war. (Ausrottung der Herros, erster Weltkrieg)
Rudolf Hilferding hat die Ursachen für den bürgerliche Rassismus und deren Auswirkungen auf das gesamte Menschenbild treffend beschrieben:
“Das Finanzkapital will nicht Freiheit, sondern Herrschaft.. War der Liberalismus ein Gegner der staatlichen Machtpolitik, wollte er seine Herrschaft sichern gegenüber den alten Gewalten der Aristokratie und Bürokratie, indem er ihnen die staatlichen Machtmittel im möglichst geringen Umfang gewährte, so wird die Machtpolitik ohne jede Schranke zur Forderung des Finanzkapitals…. Das Verlangen nach Expansionspolitik aber revolutioniert auch die ganze Weltanschauung des Bürgertums. Es hört auf, friedlich und human zu sein… In der Rassenideologie entsteht so eine naturwissenschaftlich verkleidete Begründung des Machtstrebens des Finanzkapitals, das so die naturwissenschaftlichene Bedingtheit und Notwendigkeit seiner Handlungen nachweist. Anstelle des demokratischen Gleichheitsidelas ist ein oligarchisches Herrschaftsideals getreten.”
@Peter Lorre
Nein, auf keinen Fall. Du vermittelst den Eindruck “fundierter” Kritik, hast den Text aber offensichtlich nicht verstanden. Natürlich ist eine “Gossen-TV Talkshow” nicht der Platz einer rhetorischen Demaskierung. Wäre sie es, wäre EH dort nicht erschienen.
“There´s no Business like Show-Business” – Herman ist kein Opfer, sondern ein williges Rädchen im System.
Keinesfalls – ich finde jeden dieser Fälle gerechtfertigt. Wer (Günzel nehme ich da mal raus) im Braunen fischt, darf sich nicht wundern, wenn er die entsprechende Reaktion bekommt. Für Möllemann und Hohmann einzutreten, widerspricht meinem Anstand – auch wenn (auch das ist klar) ihre “Feinde” unredlich sind.
Der Engländer sagt: Never wrestle with a pig. You both get dirty, and the pig likes it. Es liegt mir fern, eine der beiden Seiten zu verteidigen.
Mir fällt immer wieder auf, daß gerade vom rechten Spektrum unserer Gesellschaft immer wieder der Holzhammer Meinungsfreiheit aus dem Keller hervorgeholt wird sobald ihre Meinung und Thesen kritisiert werden. Dazu möchte ich nur anmerken, nicht die Meinungsfreiheit an sich steht zur Debatte, sondern der Meinungsinhalt. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Um noch einmal auf Eva Herman zurück zukommen. Ihre ganze Diskussion um fehlende Werte in unserer heutigen Gesellschaft ist einfach nur lächerlich. Gerade in Hinblick auf den Schutz der Familie. Hätte sie einmal ins Grundgesetz geschaut, anstatt die ganze Zeit nach “Gleichstellung” zu googeln, wäre auch bestimmt dieser selbstverwirklichten Frau aufgefallen, daß der Schutz der Mutter durch die Gemeinschaft sogar gesondert in Artikel 6 Abs.4 verankert ist. Da hätte sie auf den Vergleich mit den Werten aus zum Glück vergangenen Zeiten, gar nicht anstrengen brauchen. Hätte sie ihr Anliegen auf unser heutiges Grundgesetz begründet, man hätte vielleicht aufgehorcht, was sie wirklich zu sagen hat. So hat sie sich einfach nur der Lächerlichkeit preisgegeben. Sie wurde bei Kerner vorgeführt und das zu recht.
Wie gut das wir keine anderen Probleme haben – wo ist mein Fruit – ich muss erst mal los und das klären bis zur nächsten Wahl euer Matzi
@19 Marcel
Das liegt an Deiner unkonventionellen Mail-Adresse und Domain ;-)
Ich habe den Spam-Filter mal ein wenig “abgespeckt” – mal schauen, ob dieses Wort wirklich relevant ist.
Nette Taktik sich 2 Stellen rauszufischen und den Rest zu ignorieren, Spiegelfechter.
Aber ich sehe, dass du nicht ganz kapierst, was ich schrieb. Es geht mir nicht darum Pfeifen und Unsympathen wie Herman und Co zu verteidigen, sondern die Art und Weise des absolut unfairen Umgangs mit ihnen. Du scheinst weiterhin nicht zu begreifen, dass man sich nicht automatisch mit den Positionen der Delinquenten gemein macht, wenn man ihre mediale Behandlung kritisiert. Sorry, das ist typische PC-Denke in intellektuellerem Gewand.
GossenTV ist natürlich kein Ort der tiefergehenden Analyse oder Exegese, D’accord.
Aber dein Blog offenbar auch nicht, denn es ist im selben Duktus geschrieben wie die Kommentare der Sueddeutschen etc.
Welchen Erkenntnisgewinn soll man denn aus deinem Beitrag ziehen, der nicht schon bereits von überbezahlten und unterbelichteten Kommentatoren der Massenmedien breitgetreten wurde?
Zumal ich mir nicht sicher bin, ob du die Sendung wirklich gesehen hast. Dieser oberpeinliche Professor, der jeden Geschichtsunterricht einer Grundschule entehren würde, das absichtliche Missverstehen wollen, um das Wort Gleichschaltung usw. usf.
Ein einziges “Wer ist der Nazi?”-Spiel. Für Herman bedauerlich, dass sie der einzige Mitspieler war.
http://www.youtube.com/watch?v=SqXAyRaddhs
@Peter Lorre
Och Jottchen – der arme Möllemann und der arme Hohmann. Mir kommen die Tränen *schluchz*
Na, da wüsste ich aber einen Blog, der schon vom Namen her nicht so PC ist – da wirst Du sicher auch Freunde finden, die mit Dir zusammen über die pöhsen Purschen, die Hohmann und Mölleman … nein, das widerspricht ja der unbedingten Solidarität mit Israel – ach es ist schon schwer. Aber über das deutsche Blondchen als Opfer wirst Du dort sicher fein “diskutieren” können.
Feine Selbstentlarvung, Spiegelfechter. Mich hier als Sympathisant dieser Deppen – und damit implizit als rechts – hinzustellen, ist ja mal richtig arm. Kein einziges Gegenargument, nur Dummheit.
Im übrigen scheinst du nicht zu erkennen, dass man bei diesem feinen Spiel, bei dem der gewinnt, der den größten Haufen Dreck wirft auch mal verlieren kann. Und zwar spätestens dann, wenn es einen selbst betrifft.
Erheiternd ist besonders, dass du mich diesem Debilenblog politically inkontinent zurechnest. Aber ist lustig mit anzusehen, wie verwirrt du bist. Möllemann verteidigen und unbedingte Solidarität mit Israel ist “schon schwer” unter einen Hut zu kriegen, wie du bereits korrekt erkennst.
Komm’ mal klar.
Hi Spiegelfechter, der Link hinter “mit dem Feuer spielen” im Artikel ist kaputt. Da ist ein Gänsefuß zuviel, glaube ich.
Inhaltlich gehe ich mit dir konform, möchte auch nochmal betonen, dass es Unfug anzunehmen, dass in der NS-Zeit enge familiäre Bindungen (“Zusammenhalt”) ein Ideal waren – im Gegenteil, Kinder sollten möglichst früh und umfassend aus der unkontrollierbaren und damit potentiell systemfeindlichen Bindung Familie herausgelöst werden. Ich will den Kommentar nicht unnötig aufblähen, deswegen nur kurz der Verweis auf einen schon etwas älteren Artikel bei mir zum Thema.
@ MaloXP:
… und die Jungs wurden mit 16, 17 ins Militär gezwungen. Sehr mitfühlend, besonders den Müttern gegenüber…
Ein Staat, der Krieg führt, ist nie ein Staat, der Familien gut tut.
ich glaube, der spiegelfechter macht es sich hier ironischerweise selbst zu einfach.
der frau hermann ein gewisses kalkühl zu unterstellen (auch wegen ihres buches), muss nicht falsch sein, der ansatz der “deutschtümmellei” jedoch m.e. schon. was ist das überhaupt, “deutschtümmellei”? klingt für mich wie irgendein nicht näher definierter antifa-begriff.
was ihre these des “aussterbens” angeht, ist ja nicht von der hand zu weisen, dass die geburtenraten der einheimischen bürger zurück gehen, die der ausländer (also alle personen ohne deutschen pass) steigen bzw. auf gleichem niveau bleiben. rein demographisch gesehen kann man somit durchaus von langsamen “aussterben” sprechen. ich kann an dieser feststellung auch nichts schlimmes oder gar fremdenfeindliches finden.
@ RockSolid:
Wenn man schon Fakten zitiert, dann aber bitte richtige. Die Geburtenrate von Migranten geht in Deutschland sogar noch schneller zurück als die der deutschstämmigen Bevölkerung. Nur mal das erste, was google so ausspuckt:
Über die Tatsache, dass eine derartige Trennung von “Deutschen” und “Ausländern” – und da hat Frau Herman sicher nicht “Bürger mit ausländischer Staatsangehörigkeit” gemeint, sondern alles, was nicht “deutschen Blutes” ist – purer Rassismus ist, will ich gar nicht erst diskutieren.
Hier noch der Link zur Quelle:
http://www.isoplan.de/aid/index.htm?http://www.isoplan.de/aid/2000-4/statistik.htm
Kommentar Nr. 7 (NPD-Propagandist Kurbjuhn) bitte löschen.
@37
ich stehe nicht auf zahlenspiele. fakt ist zumindest, dass die geburtenrate bei ausländern – ich verwende mal dein zitat – “deutlich über der entsprechenden rate der deutschen” liegt.
denkt man darüber nach, so ist die angst vorm “aussterben” der ursprünglich deutschen bevölkerung bzw. vor einer langfristigen “überfremdung” von innen ja nicht unbegründet.
frau hermann rassismus vorzuwerfen halte ich übrigens für lächerlich. ihr scheint es tatsächlich nur um ihr konservatives familienbild – und möglicherweise um werbung für ihr buch – zu gehen. dieses vorstellungen teile ich zwar nicht, respektiere sie aber und stelle die frau dafür nicht in irgendeine ecke. offenbar hat sie mal einem hohen tier auf den schlipps getreten, weshalb sie jetzt gesellschaftlich vernichtet werden soll… diverse charakterlose politiker und medienleute nutzen natürlich diese chance, sich mal auf “saubermann” profilieren zu können. einfach beschämend dieses theater.
was ist eigentlich so schlimm daran, wenn wir aussterben? es sind vor uns schon so viele völker und volksgruppen ausgestorben. so what?
@peter lorre
“GossenTV ist natürlich kein Ort der tiefergehenden Analyse oder Exegese, D’accord.”
in dem fall bin ich da ganz anderer meinung. diese frau redet leider vielen menschen nach dem maul. man schaue sich nur die ganzen kommentare bei den größen deutschen nachrichtenportalen an. da wird einem anders. wenn man sie nun im presseclub anfechtet, wer bekommt das mit? niemand. macht man das jedoch in einer sendung wie JBK dann bekommen menschen endlich mal ein gefühl dafür, wie sich latente rechte strömungen outen. ich fand das insgesamt schon ganz gut so.
und hier mit hohmann etc zu kommen. ach bitte… wer sich so äussert wie diese herren, der bekommt auch die reaktion. man ist ja nicht gezwungen, mist unwidersprochen hinzunehmen
@RockSolid
Das weiß ich auch nicht. Wenn Du dem seltsamen Wort ein “M” und ein “L” klaust, findest Du sogar in der Wiki das Wort, das ich im Text benutzte.
Guten Tag,
ich habe die ganze Sendung völlig anders empfunden. Herman wurde markiert, in die Ecke gedrängt und abgeschossen – ob sie damit rechnen musste? Weiß ich nicht, ich fand diese Art des Hexenprozesses – 5 Ankläger, kein Verteidiger und ein johlender Mob – jedenfalls ungewöhnlich und hoffe, dass so etwas sich nicht so bald wiederholt. Man muss schon in der Lage sein, Ansichten wie die von der Herman auf andere Weise zu kontern, als mit so einem Schauprozess. Es ist mir dabei egal, dass Hermans Thesen krude und vorgestrig sind – so geht man einfach nicht mit Menschen um. Ich würde mir wünschen, dass man Herman zwar inhaltlich kontert, aber diese polemischen Ad-personam-Angriffe, die zunehmend die Diskussion ersetzen, die sollten wirklich aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden.
Just my 2 cent.
PS: Ganz am Anfang hat sich im Wort Nazismus ein “R” zu viel eingeschlichen.
Hilfe, mein Posting wurde gekürzt. In etwa das hier wollte ich schreiben:
@17 Frederic
” Kerner ein schnelles “Dann gibts halt dafür ein paar Inder mehr” “
Das hat Kerner in meiner Erinnerung so nicht gesagt. Er hat in etwa gesagt, dass “Aussterben” ganz sicher nicht das Problem der Menschheit wäre. Und das war die richtige Entgegnung auf das “Wir sterben aus”, ohne Inder ins Spiel zu bringen.
Meine Meinung zum Thema:
Die Herman’schen Äußerungen sind es objektiv nicht wert, soviel Raum zu bekommen. Das “konservative Familienbild” könnte diskutiert werden, aber das findet beim Diskurs-Niveau in D. sowieso nicht statt und die Herman verzapft halt totalen Blödsinn. Zum Thema ist der Artikel oben sehr treffend.
Aber, bloß kein Mitleid. Die Vollblut-Promoterin Herman (wie oft hat sie ihre Büchertitel genannt? 10x, 20x, noch öfter?), diese für mich noch ungeklärt naive oder berechnende Autorendarstellerin hat Schonung nicht verdient. Sie selbst formuliert doch auch deftig.
In diesem Fall darf man gerne auch noch auf das “Opfer” eintreten. Denn für mich ist die Herman auf jeden Fall “Täter” (TäterIn – sorry, wenns jemanden stört). Ich fands lustig. Kein Mitleid.
Wirklich lustig ist das Forum der Welt zum Thema. Da melden sich wirklich die Nazis zu Wort. Aber die gehören ja schließlich auch zum Land.
@RockSolid
Zum Thema “Austerben” der Deutschen möchte ich noch einmal Harald Schmidt aus seinem IV in der Netzeitung zitieren:
Noch hat mir niemand einleuchtend erklären können, warum es von Nöten sein soll, im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland 80 Millionen Teutonen zu beherbergen. Wenn es morgen nur noch 60 Millionen sind? Who cares? Die Rohstoffe werden knapper, da ist es doch eher sinnvoll, dass weniger Menschen sich diese teilen müssen. Wenn die Bevölkerung zurückgeht, heißt dies ja nicht, dass der Kuchen kleiner wird, von dem jeder sein Stück abbekommt, sondern im Idealfall, dass das Stück Kuchen für jeden größer wird. Selbst wenn der Kuchen kleiner wird, wird das Stück größer, wenn die Menge der hungrigen Mäuler schneller schrumpft als der Kuchen.
Wer ein Problem damit hat, dass die schöne teutonische Scholle nicht von einem Deutschen, mit einem arischen Stammbuch bis zu Karl dem Großen bestellt wird, ist in meinen Augen ein Rassist – keine Frage. Wie man mit Einwanderern umgeht und wie man diese neue Gesellschaft gestaltet – das sind Fragen, die man sich stellen muß. Sogar die CDU hat schon erkannt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, daran gibt es nichts zu rütteln.
Aber wo wir schon beim Thema sind: Was meinst Du woher die ganzen Tzibulskis im Ruhrpott oder die de Maizieres in Brandenburg herkommen? 13% aller Deutschen haben beispielsweise einen Familiennamen, der auf polnische Einwanderer zurückgeht. Und wenn in 50 Jahren im Hamburger Telefonbuch der Name “Yilmaz” häufiger vorkommt, als der Name “Wolf” und die “Singhs” und “Nguyens” sich in die Reihe der “Brauns” und “Hartmanns” einreihen … ich habe kein Problem damit, meine Rente von Mehmet Yilmaz erwirtschaften zu lassen.
@spiegelfechter
In kapitalistischen Krisen, in öknomischen Unsicherheiten, verklärt das Bürgertum diese Krise, die sich durch alle Bereiche des menschlichen Lebens durchzieht (Familie, Kinder, Leben-Leidenswege), indem es nur eine doppelte Anwort in Widersprüchen parat hat:
für die Verlierer des Metropolenkapitalismus wird als bindendes Element rassistisch gegen noch Schwächere (mal nach Hautfarbe, nach Sprache, nach Herkunft, mal nach Krankheit oder Alter) argumentiert und im gleichem Atemzug, wird sich über diese rassistische Variante lustig gemacht. Sie werden verhöhnt, ihr Bedürfniss nach sozialer Stabilität wird kostengünstig in Rechnung gestellt. Das ist der perfide Spielraum, in dem sich die ganze Diskussion bewegt. Alles wird getan, um das Bedürfniss der Menschen nach sozialer, ökonomischer Gleichheit und Sicherheit zu kaschieren, es auszurotten.
Mir selbst sind diese Blut, Boden und Rassespinner dermaßen von zuwider, ihr Schwäche, die sie an noch Schwächeren auslassen müssen, ekeln mich an. Ihr ahistorische Unwissen, ihr unmenschliches, arrogantes Verhalten als Menschen ist erschreckend.
Die richtige Forderung wäre im Familienbereich: Soziale Gleichheit und soziale, ökonomische Sicherheit für alle Menschen, nicht nur für die “Deutschen” , nicht nur für die “Bürger”..unabhängig von blau grün roten sonstigen Haar-Haut und Handfarben.
Die ökonomischen Hintergründe dieser Diskussion aufzuzeigen, den Rahmen zu kennzeichnen, und alternativen zu dem jetzigen ökonomischen System aufzuzeigen, wäre Aufklärung im alten liberalen Sinne. ;)
Grüße ;)
Wenn man sich vor allem im Internet die Kommentare zu Eva’s
neuestem Skandal durchliest, dann wird klar, dass die viele Unterstützung, ja schon Herorisierung Eva’s, meist mit einer
Generalschelte gegenüber der 68er ausartet.
Die Konservativen und Co. haben es einfach bis heute
nicht einmal ansatzweise verkraftet, dass sie damals
für kurze Zeit die Kontrolle in Politik und Gesellschaft verloren haben.
Entsprechend genießt jeder, der von den Irrungen der 68 spricht,
und sei es auch noch so verworren wie die Eva, viel Zuspruch.
Dieser geschieht dann im Gestus, dass “es ja endlich einer
wagt gegen die Verlotterungen (oder so ähnlich) und Political Correctness anzusprechen” .
Das ist natürlich grotesk, weil der heutige Meinungsmainstream ja
keinesfalls linksdominant ist.
Wenn dann auch noch das Dritte Reich ins Spiel kommt,
können sich auch noch die üblichen Verdächtigen austoben….
die Demografie- und Geburtsfanatiker sowieso.
Die besondere Würze bekommt dieser deutsche Zirkus noch
dadurch, dass er bei Kommerzpfeifen wie Kerner ausgetragen wird.
Insofern bleibt als einzige Lösung, nicht so viel Fernsehen zu gucken .
@Kaptunik
Kerner sagte laut Transript auf welt.de:
“Naja – dann gibt es ein paar mehr Chinesen – also insgesamt, was die Weltbevölkerung angeht, mache ich mir um das Aussterben nicht allzu viele Gedanken. “
@48
Danke für die Korrektur. Dann treffen Frederics und mein Zitat sich genau in der Mitte. (Zum Glück habe ich “in meiner Erinnerung” vorangestellt.)
(der spam-filter verlangt 3+9. Ich habe “12″ versucht – soll falsch sein)
@Spiegelfechter: “Wenn es morgen nur noch 60 Millionen sind? Who cares?”
Die Politiker. Es sind dann weniger Wirte, von denen sie sich ernähren können.
Die “Wirtschaft”. Die Sklaven überaltern und es gibt nicht genug Arbeitslose, als dass man diese richtig versklaven kann.
Darum geht es. Niemand hat das Wohl im Voklswirtschaftlichen Sinne im Sinn. Kanonenfutter für welchen Zweck auch immer.
Gruß
Wenn Frau E. Hermann in dieser Sendung nicht so einen angeschlagenen, überforderten, starrsinnigen und angespannten Eindruck gemacht hätte, könnte ich auch den Eindruck gewinnen, dass sie sich in dieser Sendung bewusst zur Märtyrerin stilisieren wollte.
Ich denke aber, einen Gutteil dessen, was man in dieser Sendung sehen konnte, hat mit persönlicher Tragik zu tun, auch mit Narzismus (das “r” steht m.E. völlig zurecht im Text vom Spiegelfechter). In dieser sehr speziellen, hermannschen Selbstherrlichkeit hält sie sich und ihren Standpunkt für das Maß aller Dinge. Sie glaubt, sie hat für andere Frauen einen allgemeinverbindlichen Standpunkt. Wahlfreiheit, Individualismus usw. seien allesamt Teufelszeug “der 68er”, das bekämpft werden müsse.
Wenn sie von den Studiogästen darauf hingewiesen wird, dass es nicht allein Wertefragen sind, sondern auch ökonomische Fragen, wenn sich die Menschen nicht trauen, eine Familie zu gründen, dann reagiert E. Herrmann, indem sie dann von schädlichen “medienpolitischen Diskursen” faselt, welche ihren Standpunkt torpieren. Auf das eigentliche Argument, dass nämlich ökonomische Unsicherheit Familiengründungen be- und verhindert, geht sie nicht ein.
Sie war nicht in der Lage, auf andere einzugehen – und ich denke, es war besonders dieser Punkt, der ihr in der Sendung zum Verhängnis wurde, welcher wie ein Katalysator dafür sorgte, dass z.B. ihr dümmlicher Autobahnvergleich eine Dynamik entwickelte, die eigentlich von keinem der Beteiligten gewollt sein konnte.
Es mag der Stress sein, es mag aber auch in der Person E. Hermann begründet sein, dass sie die Bälle nicht aufnimmt, die ihr die Studiogäste zu werfen, übrigens Studiogäste, die sich oft ebenfalls überfordert zeigten.
So unsympathisch mir E. Hermann und ihre Ansichten i.d.R. auch sind – ich vermute, die Sendung wäre anders verlaufen, hätte Hermann einen Verteidiger bzw. eine Verteidigerin an ihrer Seite gehabt. Sie hätte sich entspannter gegeben, und sich nicht in derartigen Wortmüll wie bei “den Autobahnen” verrannt oder schlimmer noch, was zum Eklat führte, davon, dass es angeblich nicht möglich sei, über das Dritte Reich zu sprechen. Dass das ihre zentrale Lehre aus den Ereignissen der letzten Wochen sei.
Mit dieser Wendung (die übrigens auch zu den einigen anderen Äußerungen von Hermann passt), hat sie kenntlich gemacht, dass es ihr eben doch darum ging, die “guten Seiten” des Dritten Reichs, in ihren Augen das dort propagierte Mutterbild, darzustellen.
Indem sie dies tat, und die wiederholte Bemühung darum, zeigt für mich, dass sie nur zu Teilen die Autorin der eigenen Bücher sein kann.
Denn wenn man ihre Bücher kennt (was sie ausgesprochen frech von allen Studiogästen erwartete), wenn man diese Bücher vielleicht sogar selbst geschrieben hat, dann argumentiert man nicht wie E. Hermann.
E. Hermann aber behauptete wiederholt (auch in diesem unsäglichen und von ihr für einwandfrei gehaltenen Audioschnipsel, aus der Pressekonferenz, wo sie in Bezug auf die NS-Zeit “aber” sagt), ganz anders als in ihren Bücher, dass es in der NS-Zeit vernünftige Familienwerte gegeben hätte.
E. Hermann weiß offenbar nicht, was in ihren “eigenen” Büchern steht (die zu lesen sie für andere voraussetzt), nämlich dass die Zeit des Nationalsozialismus (u.a. mit BdM und HJ) alles andere als familienfreundlich war oder für familiennahe “Werte” stand.
Das eigentlich, jedenfalls in meinen Augen, Tragische an der ganzen Geschichte besteht darin, dass E. Hermann aufgrund einer persönlichen Veränderung eine Getriebene ist, eine Frau, der offenkundig nicht ganz klar ist, was sie sagt. Ihr Moderatorenamt und ihre durchaus vorhandenen Talente haben sie hochgespült, so hoch sogar, dass sie öffentliche Debatten zur Familienpolitik prägen kann – und wie tief ist jetzt der Fall.
@Schwitzig
-> Politiker
Ach watt – erstens gibt es dann auch weniger Politiker, zweitens nähren sich die Schweizer Politiker auch ganz gut von ihren 7.5 Millionen Wirten.
-> Wirtschaft
Das erschließt sich mir irgendwie nicht ;-)
Außerdem – Sklaven sind doch für eine florierende neoliberale Wirtschaft out – das wissen wir doch spätestens seit dem Vortrag der Yes-Men in Tampere ;-)
Ich finde die ganze Diskussion hier viel zu oberflächlich. Man sollte anfangen diese Dinge als das zu betrachten was sie sind. Ideologien zur Erhaltung der eigenen Art (Überlebensstrategie) . Das ist der Kern jeder Religion. Ohne Ausnahme. Wenn man sich mit dem “Mutterbild” der verschiedenen Kulturen auseinandersetzt werden einem viele Parallelen auffallen. Gesinnungsdiktatoren wie Kerner und Konsorten sind nicht sehr hilfreich genauso wie unreflektiertes nachplappern.
@Jami Ptier
Das ist freilich richtig – nur hat sich die (Überfluss-)Gesellschaft von diesen “Überlebensstrategien” eigentlich emanzipiert. Dass das Individuum damit Probleme hat, ist mir vollkommen klar – darum schreibe ich auch desöfteren, dass das Thema an sich diskutabel, ja sogar überfällig ist. Nur bedarf dies eines qualifizierten Dialoges, der weder in einer Gossen-TV Show, noch mit einer starrsinnigen, engstirnigen, polemisierenden Eva Herman möglich ist.
@Jami Ptier
Religionen “erklären” Sachen die wir Menschen nicht verstehen z.B tod oder früher die Entstehung der Erde. Das ist der Kern jeder Religion.
Diese Diskussion ist ausgelutscht.
Nr.10 liegt richtig, es gibt wichtigeres.
Schwamm drüber.
Hallo Klaus
Genau das tun sie eben nicht. Sie erklären die für das Individuum nicht greifbare Dinge, mit einem ebenso wenig greifbaren Ding (Gott). Und erheben auf diese Weise einen Absolutheitsanspruch. Eine Machtverschiebung/Konzentrierung. An Stelle der Religionen ist heute die Wissenschaft getreten und dagegen wehren die sich mit Händen und Füssen.
wer hier auf die berechtigte sorge über das langsame aussterben der deutschen mit einem flapsigen “who cares?” antwortet, hat sich als ernst zu nehmender gesprächspartner disqualifiziert. soviel selbsthass kann es auch nur hierzulande geben.
@rocksolid
Selbsthass..schicker Begriff und auch einer aus der rechten Mottenkiste.
Bloß gut, dass es diese “Deutschen”, dass “Wir” so nicht gibt, und wer nichts anderes als Mensch für sich hat, hält sich am “Deutschsein” fest, an den Fahnen und dem anderen Klimbim.
Armselig, einfach nur armselig.
@RockSolid
Tja, mein lieber RockSolid, ich habe andere Dinge, auf die ich stolz sein kann, als auf meine Nationalität. Insofern ist der Vorwurf des “Selbsthasses” unreflektierter Unfug. Alleine schon der selten dämliche Begriff “Aussterben” passt nicht zu einer sachlichen Diskussion. Aber da ich mich ja zum Glück selbst für dieses Diskussionsniveau disqualifiziert habe, muss ich auf so etwas ja nicht eingehen ;-)
“Selbsthass”? Alles eine Frage der Identifikation. Ich bin Deutscher, weil es so in meinem Pass steht – nicht, weil ich mir das ausgesucht habe. Wer nicht er selbst, sondern Angehöriger seines Volkes ist: Der verleugnet sich selbst.
Das habe ich gerade in Poliblog geschrieben, weil Dein Artikel bei uns verlinkt wurde. :-) Und ich finde es einfach netter, das an Ort und Stelle zu sagen.
Hier meine Einschätzung (mein Kommentar an Horst bei Politblog = an Spiegelfechter)
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Immer mal wieder gucken beim Spiegelfechter sollte man, aber die politische Pronounciertheit fehlt mir da oft zu sehr.
Und was seine Zuordnung Hermans zur Deutschtümelei anbelangt – da bin ich nun im Vorteil, sie von früher zumindest aus dem erweiterten Kollegenkreis zu kennen – mit dem statisch Festpinnen liegt der Spiegelfechter m.E. falsch.
Meine Meinung ist die: Herman ist auf ein Thema gestoßen, das ihr wirklich wichtig ist (hatte ich bisher bei ihr auch mehr als Hype-Bedienung angesehen, habe meine Meinung revidiert. Ansonsten = siehe hier im PolitBlog die Kommentare von ‘links’ dazu – es ist ein wichtiges Thema!).
Herman stieß gleich mit ihrem ersten Buch auf immensen Widerstand von Mitte bis Links (was auch immer diese dummen Zuordnungen sollen), sodass sie dummerweise zum Teil bei Fromm-Katholen und eben auch “Deutschen” gelandet ist. Hier findet sie Anerkennung, aber sie ist nicht konfliktscheu – das hat sie bewiesen – also würde sie sicher auch eine freie Debatte mit anderen gesellschaftlichen Kreisen führen. Aber da hat man ihr von vornherein die Tür versperrt. Sie ist nicht bei Christlich-Nationalen weil sie nur Claqueure verträgt oder dort ihre ideologische Heimat hat. Das kann ich, glaube ich, sicher sagen.
Und – sie ist keine Wissenschaftlerin, die auf auf eigene Untersuchungen oder ein Kollegennetzwerk zurückgreifen kann. Sie ist die Botschafterin einer Idee (die man kritisieren kann). Das zu ihrer “Reputation”.
Vergleiche die oben verlinkten Beispiele Christa Müller und Marie-Therese Kroetz-Relin. Beide stoßen auf massiven Widerstand. Herman hatte sich aber nie “politisch” stark positioniert gehabt. Jetzt ist sie m.E. durchaus noch in einem Denkprozess, der sie aus der deutschtümelden Ecke schnell und leicht wieder heraus brächte. Durch eine liberalere Rezeption und Diskussion ihrer Positionen.
Aber das ist nur meine unbescheidene Meinung in Bezug auf den Spiegelfechter-Artikel.
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Und auf der Startseite von http://Politblog.net unser aktueller Artikel zum Thema.
Liebe Grüße und weiter so Jens. Wir bloggen uns voran!
Pony
“Blondchen”
Muss man diesen Begriff verwenden? Die Feministen haben auch noch den Begriff “Heimchen am Herd” kreiert. “Heimchen” sind Ungeziefer, das nur mal so nebenbei.
Schade, Spiegelfechter, dass du so leichtfertig diese Chauvinistensprache übernimmst. Eine Auseinandersetzung mit den Thesen von Frau Herman wäre überfällig. Ohne Emotionen und Gekreisch.
@Pony
Das ist auch gut so – ich bin schließlich Kommentator und kein Agitator ;-)
Dass ich bei einigen Themen des öfteren gegen den “antimedialen Mainstream” schwimme, bringt mir wenig Freunde, dafür um so mehr Spaß.
btw.: das Wort heißt “Prononciertheit”
Das sehe ich ja ganz genau so – nur gehe ich ein wenig weiter und meine, sie hätte sich so sehr in dieses Thema hineingesteigert, dass sie sowohl den Überblick, als auch die Distanz verloren hat. Dabei macht sie sich freiwillig zu einer Vorreiterin eines neuen (alten) Konservativismus. Dagegen ist per se nicht einzuwenden – jedem seine Meinung, jedem sein Weltbild. Nur versäumt es Frau Herman leider dieses Thema mit der nötigen Differenziertheit zu betrachten.
Ich halte sie (wie mehrfach geschrieben) nicht für eine Vertreterin von Rechtsaußén-Positionen, dass sich ihr Familienbild mit dem der Rechtsaußen überschneidet, dafür kann sie erst einmal nichts. Man erinnere sich an die Debatte über gemeinsame Schnittpunkte in den Positionen Lafontaines mit der NPD. Was bei Frau Herman offen zu Tage tritt, ist ihr grundnaiver Umgang mit der deutschen Vergangenheit. Sie sagt es selbst, wenn sie ihren “historischen Ansatz” formuliert – „Ich habe mit meiner Großmutter, die sehr alt geworden ist, vor kurzer Zeit darüber diskutiert, und ich habe gesagt: Wie konnte das passieren, warum habt ihr nicht unternommen?“
Genau dies sind die Fragen, die die 68er ihren Eltern und Großeltern gestellt haben – aber zwischen der “Vergangenheitsbewältigung” der meisten Menschen, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen und Frau Herman liegen nicht nur 30 Jahre, sondern auch wissenschaftliche Welten. Wenn sie in dem umstrittenen Zitat beiläufig “den einen bösen Mann” erwähnt, so ist dies genau die Ausrede, die die 68er von ihren Eltern zu hören bekamen. “Ein paar böse Männer” und 80 Mio. Mitläufer. Zwischen den Zeilen verbirgt sich mehr, als man oberflächlich denken mag. Ihre dämliche Anspielung auf die “Autobahnen” ist genau in diesem Kontext zu sehen – dummnaives Geplapper, das im besten Sinne aus mangelnder Bildung, im schlimmeren Sinne als Krawall-PR für ihr Buch und im schlimmsten Sinne als Überzeugung zu verstehen ist. Letzteres schliesse ich aus.
Dennoch muss man einer Frau, die nicht von der Strasse für ein IV ins Fernsehstudio geholt wurde, sondern ein 100% Medienprofi ist, den Vorwurf machen, mit solch grobschlächtigen Simplifizierungen und einer inadäquaten Vergangenheitsbewältigung in einer Krawalltalkshow punkten zu wollen. Damit erfüllt sie sich und “ihrer Sache” einen Bärendienst, wie die Fraternisierung der Rechten zeigt.
Wenn Sie hysterisch faucht “WIR sterben aus” und bei Kerners Kontra “Naja – dann gibt es ein paar mehr Chinesen” angewidert mit den blauen Äuglein rollt, so ist dies für mich verabscheuenswert. Sorry, für die harten Worte.
Wer beim “Forum Deutscher Katholiken” – einer erz(!)konservativen Einrichtung für “seine Sache” Brandreden hält, hat (wenn er nicht mit diesen Kreisen sympathisiert) seinen persönlichen faustischen Pakt geschlossen. Und das es nach hinten losgeht, wenn man (für welche Sache auch immer) mit dem Teufel ins Bettchen steigt, lehrt uns die Geschichte in unzähligen Fällen.
M.E. ist es dafür zu spät – sie ist “verbrannt”, wie man in der Medienbranche sagt. Und das hat sie sich zu einem großen Teil selbst zuzuschreiben. Sie kennt das lausige Geschäft der Medienhuren, sie weiß, wie man auf bestimmte Vorwürfe gescheit reagieren sollte, sie kennt Kerners Freakshow, sie spielt mit dem Feuer …
Dir auch, lieber Pony! Ein kritischer Dialog unter den Blogs ist durchaus begrüßenswert. Man muss nicht immer einer Meinung sein, dass ist absolut begrüßenswert.
Jens
den begriff “nationalstolz” verwende ich überhaupt nicht, aber danke für die unterstellungen. stolz bin ich maximal auf meine persönlichen leistungen und nicht auf meinen pass.
mit selbsthass war die tatsache gemeint, dass manchen ihr eigenes volk (oder nennen wir es moderner: die gesellschaft in der sie leben) völlig egal ist. das finde ich traurig.
@65 RockSolid
Eben hier liegt der Unterschied – ich spreche von der Gesellschaft, in der ich etwas anders als das “Volk” sehe. Darum habe ich auch keine Probleme damit, wenn meine Gesellschaft zahlenmäßig kleiner wird oder eine andere Zusammensetzung hat.
@ Wolfgang:
“Blondchen” darf man verwenden. Weil sich Eva Herman so kopflos verhält, wie es der Begriff nahelegt.
Und eine Auseinandersetzung mit den Thesen des Blondchens findet hier in einem Artikel und dutzenden Kommentaren statt. Nur: Auseinandersetzung setzt nicht voraus, dass man den Thesen zustimmt.
@Wolfgang und Simon
Außerdem darf ich als “Gesinnungsgenosse” (blond ist ja bekanntlich mehr, als nur eine Haarfarbe) dieses Wort in den Mund nehmen. Also bitte nicht mit der “Antiblondismus-Keule” gegen Blondchen schwingen, die andere Blondchen Blondchen nennen ;-)
Nochmal zum “Blondchen”:
Dieser Begriff wird seit dem Erscheinen von Hermans erstem Buch seitens der Feministen benutzt, um jede Auseinandersetzung auf das Niveau von “die ist blond, die kann ja nur blöd sein” zu reduzieren. Viel mehr lese ich nämlich dazu nicht.
Sowas ist primitiv, da kann der Spiegelfechter noch so blond sein, wir kennen alle die Blondinenwitze, und das ist hier gemeint.
Ich habe jetzt nicht die Zeit und Energie, weiteres zum Thema zu schreiben. Aber ich finde es etwas erschreckend, dass hier so viele Männer, die sich wohl selbst als “fortschrittlich” sehen, nicht durchschauen, dass Feminismus eine neue Form der Apartheid darstellt. Gegen Männer, gegen Frauen, die dem verordneten Lebensmodell nicht folgen wollen.
Ich bin kein Fan von Herman, aber ich bewundere ihren Mut, sich diesem chauvinistischem Mainstream entgegenzustellen.
@Wolfgang
In keinem Punkt verteidige ich den Feminismus, den ich selbst (in seiner Reinform) ablehne. Dennoch hat der Feminismus natürlich das Familienbild und das Frauenbild bereichert – da ist EH mit ihrer Feminismus-Schelte und ihrer 68er Pauschalverurteilung ja anderer Meinung. Wenn der Feminismus in Reinkultur “schwarz” ist und Hermans Konservativismus “weiß” ist, gibt es ganz viele Grautöne dazwischen. Herman nun als Kämpferin wider den “chauvinistischen Mainstream” darzustellen, geht mE von einem arg chauvinistischen Menschenbild aus. Ich kenne keine Frau, die Hermans Thesen zu 100% unterschreiben würde und ich kenne keine Frau, die in Hermans Thesen eine Bereicherung der Diskussion sieht. Was Herman nützliches zum Thema zu sagen hat (und das ist mehr, als man oberflächlich glauben mag) sind Allgemeinplätze, die bei jeder modernen Frau selbstverständlich sind. Die berufstätige Frau als Opfer darzustellen, das gerne anders wollte, als es könnte, ist ein typisch chauvinistischer Standpunkt, von dem sich jede selbstbewußte Frau distanziert – egal, ob Hausfrau, Jobberin oder Geschäftsführerin. Der Weg ins Morgen mit den Argumenten von vorgestern ist sicher kein Königsweg. In der TV-Diskussion kann ich mich am ehesten den gesunden Skepizimsus von Frau Berger anschließen. Das Problem, das EH an die Wand malt, existiert in dieser Form doch gar nicht. Der “Wert” einer Frau hängt für mich (und so ziemlich jeden, den ich kenne) doch nicht von ihrer Stellung im Berufsleben ab, oder von der Tatsache, ob und wenn ja, wie viele Kinder sie hat. Ersteres ist ein Standardargument der falschgeleiteten Emanzipation (hey, wie können einige Frau so blöd sein, die Fehler, die einige Männer haben als Ideal zu sehen), letzteres das klassische Argument der Erzkonservativen. Wäre ich Frau – mir würde beides “am Arsch vorbeigehen”.
Kurzer Zwischenruf zum “Wir sterben aus”
“Immer diese leeren Versprechungen”, kann ich darauf nur erwidern.
@Iris
Das lass aber nicht RockSolid hören, sonst kommt der gleich mit seiner “Selbsthass-Keule” ;-)
Hier noch ein Blondchen, na schön, eher ein Grauchen, die neue Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing.
Seht ihr, Eva Herman ist keineswegs die erste, und diese hier macht ihre Sache noch viel besser:
Doris Lessing: Männer wehrt Euch!
London (rpo). Die Schriftstellerin Doris Lessing fordert die Männer auf sich gegen ihre “sinnlose Erniedrigung” zu wehren. “Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird”, sagte 81-jährige Autorin in einem Bericht des “The Guardian”.
Lessing, die vor allem mit ihren Büchern “The Grass is Singing” und “Das goldene Notizbuch” zu einer literarischen Heldin des Feminismus wurde, sagte: “Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten. Die dümmsten, ungebildetsten und scheußlichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun.”
Die im heutigen Simbabwe aufgewachsene Autorin, beklagte eine “denkfaule und heimtückische Kultur”, die sich des Feminismus bemächtigt habe und darauf hinauslaufe, “auf Männer einzudreschen”. Bei einem Besuch in einer Schule, in der die Lehrerin Beifall heischend erklärt habe, Kriege seien auf die angeborene Gewalttätigkeit von Männern zurückzuführen, berichtet die Schreiberin: “Da saßen die kleinen Mädchen fett, selbstgefällig und eingebildet, während die kleinen Jungs zusammengesunken waren, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dass das so ihr ganzes Leben lang weitergehen würde. Das passiert überall in den Schulen und niemand sagt ein Wort.”
Ein Teil des Feminismus ist in heiße Luft aufgegangen
Die Schriftstellerin klagte, ein Teil der “großen Energie” des Feminismus sei “in heißer Luft und schönen Worten verloren gegangen”, während man sich doch darauf hätte konzentrieren sollen, Gesetze zu ändern. “Wir haben jetzt die Bezahlung bekommen. Aber die wirkliche Gleichheit gibt es erst, wenn die Sorge für die Kinder geregelt ist. Und das ist noch nicht geschehen, jedenfalls nicht für jene, die es wirklich brauchen”, sagte Lessing. Sie kündigte an, sie werde keinen dritten Band ihrer Autobiografie schreiben, denn sie wolle “nicht so viele große und bedeutende Leute” dadurch verletzen, dass ich sie an ihre “Dummheiten” erinnere. “Ehrlich gesagt: Es kümmert mich nicht mehr”, sagte sie.
http://www.vaeter-aktuell.de/feminismus/Lessing_20010814.htm
@Wolfgang (73):
Ei, wie drollig. Okay, ich versuch’ mich auch mal eben als Männerversteherin: Ich glaube, wenn ich ein Mann wäre, würde ich mir bei der Lektüre derartiger Mitleidsbekundungen, wie die hier von Dir zitierten, vermutlich ziemlich auf den Arm genommen vorkommen.
Eigentlich hat dein blog stark nachgelassen seitdem du nichtmehr bei diversen anderen Blogs über Geopolitik abkupferst. Jedenfalls lese ich hier nicht immer wieder mal um so eine Meinungssoße, garniert mit bunten Bildchen zu ertragen. Bye
Oh Gott, jetzt hat der Spiegelfechter seine erzkonservativen Leser beleidigt! Wie schade…
auch der spiegelfechter, zugegebenermaßen ein guter schreiber, greift mal ins klo… ob er abgekupfert hat, weiß ich nicht, aber er sollte lieber bei wirtschaftsthemen bleiben. der artikel über “stupid germany money” war z.b. ausgezeichnet, dieser hier ist… nun, reden wir nicht darüber ;)
der großteil der kommentare hier zeugt übrigens von nationaler gleichgültigkeit, die ich als genauso falsch empfinde, wie übertriebenen nationalstolz. die deutschen (also alle mit deutschem pass) sollten doch nach über 50 jahren endlich den goldenen mittelweg finden können.
@Miller und RockSolid
Na, Ihr seid mir zwei Früchtchen *augenroll*
Nun ja, wie sagte der alte Wikinger “Hägar” – viel Fein, viel Ehr!
In der Bild-Umfrage heißt es “War es richtig, Eva Herman aus der Kerner-Show zu schmeißen?” Aus den über 60%, die für “Nein, sie hat ein Recht auf ihre Meinung!” stimmten, eine Fraternisierung der Mehrheit mit ihrer Person und ihren Thesen herauszulesen, halte ich für zu kurz gedacht. Selbst Du hättest gegen den Rausschmiss und damit in Deinen Augen die Vermärtyrisierung der Dame votiert, oder nicht?
@Nils
Damit hast Du prinzipiell natürlich recht – so komplexe Gedankengänge habe ich Otto-NormalBILDleser halt nicht zugetraut.
@ Spiegelfechter
Bezugnehmend auf Millers und RockSolids Aeusserungen muss ich anmerken, dass Kritik , sofern man sie beherzigt, (fast) immer zur Verbesserung einer Sache beitraegt. ^^
@baikinman
Das kann man sehen, wie man will. Ich kenne “Miller” nicht und halte seine “Vorwürfe” für absurd. “RockSolid” hat in letzter Zeit zu jedem Artikel etwas negatives beizutragen – das ist sein gutes Recht, aber ich frage mich doch, was er hier eigentlich macht. Das Netz ist groß und auf jedes Töpfchen passt ein Deckelchen. Niemand ist gezwungen, meine Artikel zu lesen und ich heule niemanden nach, der mit dem Inhalt nicht einverstanden ist.
Aber sei´s drum – Schöne Grüße nach Tokyo
fair bleiben, herr berger. habe deine artikel auch häufig gelobt. bei den politisch eingefärbten weht mir häufig ein zu starker wind von links. aber ich denke, soviel kritik hälst du locker aus, oder?
das lesen dieses weblogs ist für mich übrigens nur eines von vielen dingen, die ich online mache und weiß gott nicht mein einziges interesse. bin im grunde nichtmal sonderlich politisch, ich bevorzuge eher die wirtschaftsthemen ;)
Soweit d’accord – ob sich zwischen den Zeilen allerdings mehr verbirgt als eben nur ‘dummnaives’ Geplapper sowohl zum Nationalsozialismus als auch zu ‘den 68ern’, weiss ich nicht. ‘Überzeugung’ schliesst du selbst ja auch gleich anschliessend aus.
Hier wird’s jetzt aber komisch – womit ich in erster Linie die Sendung meine. Ich habe mir den Tort angetan und mir das insbesondere im Hinblick auf diese Passage noch einmal angesehen: EH wird die Verwendung des Begriffes ‘gleichgeschaltet’ vorgeworfen, es sei NS-Jargon. Sie entgegnet, dass die selben Medien, die ihr das vorwerfen, eben diesen Begriff selbst ausgiebig und offenbar ohne die Skrupel, die sie gefälligst zu haben habe, benutzten, das sei durch eine Internetsuche leicht zu verifizieren.
Es nützt ihr nichts, worauf sie zu dem Vergleich greift, wir würden ja auch die Autobahnen, die damals entstanden seien, weiterhin benutzen (so wie nicht nur sie eben auch den Begriff ‘gleichgeschaltet’). Abgesehen davon, dass der Vergleich leicht hinkt, ist er so daneben nun auch wieder nicht, da hat man schon schlechtere klaglos ertragen (müssen). ‘Dämlich’ war dabei in erster Linie die Verwendung des Stichwortes ‘Autobahn’ – die offenbar von der Majorität der Anwesenden sofort in die Rechtfertigungsfloskel “aber Adolf hat doch auch die Autobahnen gebaut” übersetzt wurde, was sie allerdings weder gesagt noch gemeint hatte.
Offenbar löst bereits die pure Erwähnung dieses Stichworts im Zusammenhang mit ‘NS-Zeit’ eine Art ‘Beissreflex’ aus, der allerdings durch das, was sie hier tatsächlich gesagt hat, in keinster Weise gerechtfertigt ist. Die Äusserung “Autobahn geht gar nicht”, vollkommen argumentfrei und ohne Bezug zu ihrer eigentlichen Einlassung, scheint das denn auch auf geradezu exemplarische Weise zu verdeutlichen. Sie besagt wirklich nichts anderes, als dass man ‘Autobahn’ und ‘NS-Zeit’ nie nicht und keinesfalls in einem Zusammenhang nennen dürfe. Geht nicht. Tabu.
Soviel zum rein Inhaltlichen. Bleibt der ‘Medienprofi’, der genau das ‘hätte wissen müssen’. EH wirkte denn auch nicht nur erstaunlich gelassen bei ihrem Abgang, sondern schon geradezu ‘zufrieden’. Als ob da eine Rechnung aufgegangen wäre. Unterm Strich mediales Schmierentheater ‘vom feinsten’ – und der ‘illustren Runde’ nebst Publikum wäre der Vorwurf zu machen, dabei ‘mitgespielt’ zu haben. So oder so.
@Peinhart
Ein bescheuertes Argument – das ist klar. Der Begriff stammt zweifelsohne “von den Nazis”. Wenn ich mich recht erinnere von Franz Gürtner. Aber(!) er wurde auch damals schon vorwiegend von Regimegegnern mit einer negativen Konnotation verwendet. Insofern liegt die “Wahrheit” irgendwo zwischen EH und dem “Experten”. Auch ich benutze den Begriff, wenn ich damit etwas bestimmtes ausdrücken will – für EH als Angestellte eines ÖR-Senders ist es natürlich etwas anderes, ihren Arbeitgeber ein “Deutungsmonopol” (so würde ich es mal neutral formulieren) zu unterstellen, dass der (meist sogar freiwilligen) Schere im Kopf von Journalisten in der NS-Zeit entsprechen würde. Hier liegt ein Interessenkonflikt vor.
EH geht aber nicht auf die Tatsache ein, dass dieser Begriff eigentlich nicht pro-NS sondern kontra-NS ist und sie damit keine Anleihen an die Sprache der Nazis vornimmt, sondern an die Sprache der Regimegegner anknüpft, sonder sie kommt auf die irrsinnig dämlich Idee …
… die Autobahnen ins Spiel zu bringen, was auch inhaltlich Murks ist. Das Wort “Autobahn” stammt nicht von NS-Politikern, sondern wurde als Analogie zur “Eisenbahn” 1929 von einem Verkehrsplaner “erfunden”. Auch ist das Wort “Autobahn” anders als das Wort “Gleichschaltung” in sich unpolitisch.
Hier bewegen wir uns im Interpretationsspielraum. Warum nimmt sie das Wort “Autobahnen”? Es gibt (ok, EH wird kaum Victor Klemperers “Lingua Tertii Imperii” gelesen haben) unzählige Begriffe und Begrifflichkeiten, die man hier hätte anführen können – man hätte auch ganz einfach auf die Konnotation des Begriffes “Gleichschaltung” hinweisen können. Nein, was macht EH? Sie faselt von den “Autobahnen” – und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie so naiv oder so dumm ist, dass sie die Wirkung, dieses Wortes in diesem Kontext nicht einzuschätzen vermag. Ich halte das für gezielte Provokation. Aber, wie ich eingangs sagte, dies ist pure Spekulation und Interpretation.
Yep, dem stimme ich zu 100% zu
Trackback: http://buettchenbunt.de/node/493
@ Spiegelfechter
Deinem Post nach zu urteilen kennst du die Bedeutung der doppelten Zirkumflexe nicht. Man benutzt es, wenn man etwas Ironisches oder Lustiges sagen will. Eigentlich ging`s darum, dass dir die unsachlichen Bemerkungen so ziemlich am Allerwertesten vorbeigehen sollten.
Ich personlich finde ich die Auesserungen der Beiden ziemlich bescheiden, um es mal vorsichtig auszudruecken. Zumal sie mir die Beweise fuer billiges Abschreiben schuldig bleiben.
Liebe Gruesse aus Tokyo nach Deutschland
@baikinman
*g*
Nee, die Bedeutung kannte ich nicht – man lernt nie aus.
Jein – zumindest ist dieser Begriff auch von den Nazis selbst in den ‘Gleichschaltungsgesetzen’ von 1933 verwendet worden, offenbar kann er je nach ‘Weltanschauung’ positiv oder negativ besetzt sein. EH hat ihn aber in offensichtlich ‘abfälliger’ Weise verwandt, wenn sie den Medien ‘Gleichschaltung’ vorwirft. Typisch für den ‘Diskurs’ ist nun aber, dass dieser Vorwurf selbst sofort ausgeblendet und gar nicht weiter behandelt wird – statt dessen stürzt man sich auf den ‘Wortschatz’, die inhaltliche Diskussion wird ‘unterdrückt’. Insofern ist das eine durchaus erhellende Passage.
Da würde ich einwenden, dass sie hier nicht das Wort, sondern tatsächlich den damit bezeichneten Gegenstand gemeint haben dürfte (“…und wir fahren immer noch darauf”).
Da verlieren wir uns jetzt aber insgesamt derart in Feinheiten, dass sie der Sache – einer ‘Kerner-Show’ – gegenüber kaum noch angemessen erscheint. Trotzdem ‘lernt uns das’, dass es a) mit der ‘Bewältigung’ immer noch nicht allzu weit her ist und b) wie man mit einem Tabu unliebsame inhaltliche Diskussionen abwürgt. Vergleiche ziehen darf man offenbar nur bei anderen (cf Fischers Auschwitz-Vergleiche), aber nie hinsichtlich der eigenen Gesellschaft. Insofern könnte man auch beinahe sagen, dass es EH hier gelungen wäre zumindest Indizien für eine ‘Gleichschaltung’ erfolgreich in natura vorgeführt zu haben…
Nun denn – es tut Mal wieder Not den Haarspalter auszupacken und eine Exegese zu schreiben!
Zitat
Nachschrift einer wörtlichen Rede von Eva Herman:
“Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben….”
An dem kruden Satzbau und den falschen Formulierungen erkennen wir, das es sich NICHT um eine vom Manuskript vorgetragenen Rede handelt sondern um eine frei formulierte Gedankenkette in die noch während des sprechens des Hauptgedankens Erläuterungen eingeschoben wurden.
Der erste Satz: “Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien.”
Er ist sprachlich sauber formuliert. Auch die Aussage ist eindeutig. Wie sagte Mal ein alter CDU-Politiker bei einer Diskussion um Kinder in Deutschland bei Frank Plasberg in der Sendung “Hart aber fair”: “Eine Gesellschaft, die sich nicht um Nachwuchs kümmert hat keine Zukunft!” Er sagte nur diesen einen Satz. In diesem Sinne ist auch Frau Herman zu verstehen, denn unser Gemeinwesen soll auch weiterhin Bestand haben.
Der zweite Satz: “Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde.”
Hier haben wir also die erste Formulierung, die Mißinterpretationen Raum gibt. Die Kernaussage ist. “…wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen,”
Hier haben wir zwei Schlüsselbegriffe, die automatisch Assoziationsketten hervorrufen: Mutter + Deutschland = “Soldaten für den Führer, Mutterkreuz” genau solche “Argumentationen” kann man ja in den verschiedenen Kommentaren auch lesen. Und schon läuft die “Wehret den Anfängen, nieder mit den Nazis-Kampagne” an. Aber was hat sie denn eigentlich gesagt: “Die Mutter muß wieder den Stellenwert in der Gesellschaft bekommen, der ihr zusteht.” Das dies hervor gehoben werden muß ist seltsam, da es eigentlich zwingend notwendig ist. Allerdings muß man etwas ausholen, um zu verstehen, warum so eine Aussage überhaupt gemacht werden muß.
Der Mainstream schreibt sich die Selbstverwirklichung des Individuums auf die Fahne. Dies besonders für die Frauen, da sie ja als Gebärerinnen ausgebeutet wurden und gleichzeitig an der gleichberechtigten Teilnahme an der Gesellschaft gehindert wurden. Schauen wir uns auf der Welt um finden wir immer noch ortodox-patriarchische Gesellschaften die das heute noch so handhaben. Es wird also die Gleichberechtigung der Frau gegenüber dem Mann propagiert und die Frauenförderung. Jede Frau soll sich “selbst verwirklichen” dürfen. Was bedeutet das? Nun alles, was NICHT mit Familiengründung, Kinder bekommen, aufziehen und der Familie ein Zentrum bieten – zu tun hat.
Der Nebensatz des zweiten Satzes: “…das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde.”
-verdeutlicht uns, warum der Respekt und die Wertschätzung der Frau als Mutter in unserer Gesellschaft verschwunden ist. Zum einen wurde die traditionelle Wertschätzung der Frau als Mutter tatsächlich in der Blut- und Bodenpropaganda des 3. Reichs mißbraucht und mit dem Mutterkreuz pervertiert. Hier hat auch die Assoziation “Soldaten für den Führer” ihren Ursprung. Das “nur Mutter” sein war für die Trümmerfrauen nach dem Krieg unmöglich, da sie ja arbeiten mußten um ihre Kinder durchzubringen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, der mit dem Wiederaufbau einherging, wurden wieder die alten Geschlechterrollen propagiert. Vor allem um den Männern wieder die Plätze in der Gesellschaft zurückzugeben, wo die Frauen schon während des Krieges und in der Nachkriegszeit “ihren Mann” gestanden hatten. Das erinnerte natürlich wieder sehr an das, was man aus der Propaganda des dritten Reichs kannte. Deshalb wollte sich die 68er Generation mit einem Schlag von all den vorhandenen Resten alter Seilschaften und Traditionen lösen und hat mit allen tradierten Werten gebrochen. “Wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establisment!” war der Slogan, der Mädchen sexuell verfügbar machte, denn wenn sie auf einer Partnerschaft bestand, weil sie ja einen Vater für ihre zu erwartenden Kinde brauchte, war sie spießig. Die Wertschätzung der Frau als Lebensspenderin wurde also doppelt gebrochen.
So, nun wird die Rede von Frau Herman “holprig”, der dritte Satz: Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.
Diesen Satz müssen wir zerlegen: Der Hauptsatz: “Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, … – das wurde abgeschafft.”
Die Niederschrift ist etwas verwirrend, denn da gehört ein Gedankenstrich rein: “Mit den 68er wurde damals praktisch alles – das alles, was wir an Werten hatten, … – das wurde abgeschafft.”
Wo der Gedankenstrich sitzt, ist ein Bruch in der Formulierung, an dem der angefangene Satz anders weitergeführt wird, weil hier eben die erläuternden Nebensätz gedacht und eingefügt wurden, diese ebenfalls “holperig” Aber die Kernaussage ist klar, die 68er haben alle Werte, die dem Erhalt des Gemeinwesens dienen, abgeschafft.
Hier nun der Einschub im 3. Satz der wiederum durch Schlüsselworte die objektive Interpretation erschwert: “…es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt…”
Frau Hermann bemüht hier zwei Bilder, die sie gegeneinander stellt: “…es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle,…”.
Sie stellt das äußere Bild der restriktive Diktatur des dritten Reichs, mit Gleichschaltung, Unterdrückung von “Abweichlern”,Konzentrationslagern und dem Willen zum Krieg durch Adolf Hitler, was ja durch die politischen Veränderungen auch das gesellschaftliche Leben verändert, gegen das innere Bild des selbst erlebten in den Dörfern und Gemeinden:
“…aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt…”
Hier haben wir sie wieder, die Schlüsselbegriffe, die zu Kurz-Schlüssen einladen: “grausame Zeit”, “hochgefährlicher Politiker” (Adolf Hilter) und “Werte”, “Mutter”, “Kinder”, “Familie”. Man muß sich allerdings ein wenig mit dem Selbstverständnis der Menschen auseinandersetzen. Der 1. Weltkrieg hatte außerhalb des Reichsgebiets stattgefunden. Die Masse der deutschen Bevölkerung hatte außer der Not und dem Verlust der Männer von den Zerstörungen wenig miterlebt. Vor allem existierten die alten dörflichen Strukturen noch. Und die standen im völligen Gegensatz zur Gegenwart. Früher war alles in relativ autarken Gemeinden organisiert. Alle wichtigen Handwerke waren vor Ort vorhanden. Die Menschen lebten im Rhythmus der Jahreszeiten, mit Kenntnissen über Wintervorräte und man half einander, da man selbst auch immer auf Hilfe angewiesen war. Andererseits war die Erinnerung an den 1. Weltkrieg noch frisch. An die Not, die Arbeitslosigkeit, fremde Truppen in den Grenzgebieten und Reparationsleistungen und Einschränkungen, die ein erfolgreiches Wirtschaften unmöglich machten. Und trotzdem haben die Familien diese Notzeiten gemeistert, durch ihren Zusammenhalt. Das “Wir” steht da an 1. Stelle, denn die Menschen wußten, alleine können sie den Winter nicht überleben.
Vielleicht kennt ja einer die Geschichten von Astrid Lindgren über “Michel von Lönneberga”. Diese Werte sind gemeint, die die Familie und die Gemeinschaft an erste Stelle setzen, weil es anders nicht geht. Das ist die Zeit, als die Menschen noch in drei Generationen beieinander lebten und jede Generation hatte ihren Platz in der Gesellschaft und ihre anerkannte Aufgabe. Die Mehrheit der Bevölkerung lebte noch auf dem Lende und nicht in den Großstädten. Um das nachzuvollziehen muß man allerdings Bücher lesen, die die Zeit in Schlesien, Ostpreußen, Pommern schildern. – Und das tun nur Revisionisten ;)
Es ist also völlig an den Haaren herbei gezogen, Frau Herman hätte mit dieser Einfügung nur die Familienpolitik des Nationalsozialismus gemeint und somit der Nazi-Diktatur gehuldigt.
Noch ein paar Gedanken zu den Kommentaren, die man von Konsumschafen und Gutmenschen lesen kann:
“Sie will ja nur Aufmerksamkeit für den Verkauf ihres Buches erregen.”
Normalerweise wird einer nur deshalb in eine Show eingeladen, damit der Moderator fragen kann: “Und was gibt´s neues?” und dann antwortet der prominente Gast: “Jaaa – meine neues Buch / meine neue CD ist fertig und sie kommt Montag in den Handel” – Und dann sagt der Moderator noch: “Jaaa – schön – worum geht es denn?” …
Es ist nicht üblich, dass man zur Verkaufsförderung seine berufliche Karriere weit vor erreichen des Rentenalters ruiniert. Andersrum wird ein Schuh draus – wenn die Rente sicher ist, dann plaudern Politiker, Generäle, Geheimdienstler darüber, wie es wirklich läuft.
“Sie lebt ja selbst nicht, was sie fordert” (4 Ehen, 1 Kind)
Ein solches Buch ist nur glaubhaft, wenn es von einer Hausfrau und Mutter geschrieben wird? Na dann lies doch “Frisch gemacht” von Susanne Sonntag! Andererseits gibt es da ein starkes Gegenargument: Das nennt sich Lebenserfahrung. Hinterher weiß man immer, was man besser gemacht hätte. Und auch diese Erfahrungen sind es wert weiter gereicht zu werden.
“Eine Nur-Hausfrau verliert ihren Lebenssinn, wenn die Kinder aus dem Haus sind”
Ja, stimmt. Wenn man sie von vornherein von jeder Bildung ausschließt, ihr verwehrt eigene Erfahrungen zu machen und eigene Interessen zu entwickeln. Dann wird sie überflüssig. Gleichzeitig unterstellt diese Überlegung, dass man nur Mensch ist, wenn man einer bezahlten Arbeit nachgeht. Es gibt so viel zu tun, da findet jeder was. Ich warte auch auf die Zeit, wenn die Tür klappt und ich den Kindern nachrufe: “Passt auf und kommt nicht zu spät nach Haus….” – weg sind sie und ich bin Freiherr!
Und was soll das jetzt eigentlich alles?
Es ist eine Ablenkung. Die Frage ist doch, warum kann ein Verdiener keine Familie mehr ernähren? Warum sind Kinder ein Armutsrisiko? Warum müssen in Familien Frauen dazu verdienen. Warum gibt es Paare, die sich Kinder nicht leisten können, weil sie gerade Mal sich selbst versorgen können? Warum belegen Firmen ihre Arbeitnehmer vollständig mit Beschlag, ohne zu berücksichtigen, dass sie Familie haben. Deshalb muß einer zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern!
Die Emanzipation übersieht eines, eine Gleichbehandlung von Mann und Frau kann es nicht geben, denn nur die Frauen können Kinder bekommen. Lebten alle Frauen wie Männer und würden glauben, dass es nichts wichtigeres gäbe als “Karriere zu machen, wäre die Welt in einer Generation ohne Menschen.
Es gibt aber viele Familien, die unbeeinflußt von der multimedialen Desinformationsgesellschaft, die Tradition des Familienlebens von Generation zu Generation weitergeben. Und diese Familien werden überleben, während die anderen an ihren konfusen Ideen und unbegründeten Ängsten scheitern.
Gruß, EO
@Waterbrunn:
Damit ist meine Annahme, dass es sich bei den zitierten Aussagen um beabsichtigte Provokation zur Steigerung der öffentlichen Aumerksamkeit für E.H.s Thesen handelt, nicht widerlegt. Denn dass ich sie für publicitygeil halte, heißt ja nicht, dass ich sie auch für weitsichtig oder gar klug halte ;o).
mfg
eine Gutmenschin oder wahlweise Konsumschaf
(das dürfen Sie sich ausnahmsweise aussuchen, weil sie E.Hs. platten NS-Vergleich hier so aussschweifend und phantasievoll interpretiert haben – was allerdings nix daran ändert, dass ich mir meine Meinung dazu nur aufgrund dessen bilde, was sie tatsächlich gesagt hat ;o)
Nachtrag:
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Schlußwitz:
Da, steinigt ihn! Er hat es wieder gesagt!
Äh, – Jehova?
Nein, Autobahn!
Ahh! Steinigt ihn!
Autobahn, Autobahn, Autobahn!
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Aber das überzeugt dich auch nicht. Ne?
@waterbrunn
Ist ja wirklich schön, mal den alten konservativen Unterantengeist, in neuen Flaschen verkaufen zu wollen, aber letztlich zu durchseitig.
Wer behauptet, es könne keine Emanzipation geben, weil Männer und Frauen biologisch so gleich und so verschieden seien, bildet sich wirklich ein, er hätte einen Angriffspunkt gefunden, bei dem man die Frauen wieder hinter die Ikeaherdplatte zwingen könnte.
Das jene Männer und Frauenrollen gesellschaftlich determiniert sind, dass die durch ökonomische Anhängigkeiten erzeugt werden, wird schön verschwiegen, in der Hoffnung, dass es keiner wahrnehmen könnte. Die “Familie” ist die kleinste Form der bürgerlichen Arbeitsteilung, nicht mehr und nicht weniger. Es wäre überhaupt kein Problem ein Sofortprogramm in Höhe von 50 Mrd Euro samt gesetzlichen Ansprüchen für Frauen und Mütter gegen den Staat und gegen wirtschaftliche Unternehmen zu statuieren, um die ökonomische Unabhängigkeit der Frau und Mutter zu garantieren.
Was einfach nur fehlt, der politische Wille, der von katholischen Harlinern, die um ihre Schäffchen bangen bishin zu den Neoliberalen, denen die Ausbeutung der Ware Arbeitskraft damit zu teuer wäre, getragen wird.
Das alte konservativ kaiserliche Menschenbild von der demütig drein blickenden Mutter und Frau wieder mal neu verkauft werden soll, ist kein Wunder: inoffizielle 10 Millionen Überflüssigen muss man irgendwie unter Kontrolle halten. Das dieses Menschenbild im übrigen Ursache und Gedankengeber für den Rassewahn, den Blut- und Bodenrassismus der deutschen Faschisten wird auch einfach nicht erwähnt.
Medienprofi E.H. wird blendend Buch verkaufen, und weiterhin zu erzkonservativen Vereinigungenen (!!) rennen und die ganz schicke Show hat ihren Zweck erfüllt: für die Verlierer bleibt die Mutterrolle, und das vom neuen Kaiserreich kann schon wieder schwadroniert werden.
Bleibt nur zu hoffen, dass die gentechnische Reproduktion riesige Fortschritte macht (was sie tun wird) und das selbst die Reproduktion des Menschen durch den Menschen dialektisch eine neue Veränderung erfährt, damit der alte kaiserlich konservative Geist in die Mottenkiste der Geschichte verbannt wird.
@name
Nein, auch ich hätte etwas dagegen und bin weder neoliberal, noch katholisch. Ich sehe nicht wirklich ein, warum eine Mutter mehr gefördert werden sollte, als eine kinderlose Frau. Selbstverständlich muß(!) der Staat dafür sorgen, dass die ökonomischen Unabhängikeiten aller Männer und Frauen maximiert werden. Dies aber an der Fertilität oder am Geschlecht festzumachen, sehe ich keinesfalls ein.
Dem Rest stimme ich weitestgehend zu.
OH, ich darf das! Ich stamme aus einer langen Reihe von Familien, die den Familiensinn in den Vordergrund stellten und so ihre Kinder erzogen haben. Ja, auch aus der Kaiserzeit habe ich Ahnen. Daher wohl der Sinn fürs Antiquierte –
Ich vergaß aber zu erwähnen, dass ich selbst als Hausmann meine Kinder erziehe.
Es grüßt der Verlierer aus der Mottenkiste!
EO
Nachtrag: Wie wäre es denn Mal mit der Änderung der Einstellung:
“Wie, du mußt als Abteilungsleiter mehr als 60 Stunden die Woche arbeiten? Du hast doch kleine Kinder. Was ist das denn für ein Arbeitgeber?”
Nachwuchs aus der Retorte? Die kommen dann gleich als Erwachsenen auf die Welt und brauchen keine Eltern für die Erziehung? Was für eine schöne neue Welt du da erträumst!
@Waterbrunn
Ich weiß nicht, was diese Grabenkämpfe sollen. Du als Hausmann bist genau(!) so viel wert, wie der Abteilungsleiter. Wenn Du mit Deiner Rolle glücklich bist, und der Abeilungsleiter genau so – Perfekt!
Wo ist das Problem?
Es gibt kein Problem. Das war nur die Antwort auf die Einleitung #93:
Zitat:
Ist ja wirklich schön, mal den alten konservativen Unterantengeist, in neuen Flaschen verkaufen zu wollen, aber letztlich zu durchseitig.
Wer behauptet, es könne keine Emanzipation geben, weil Männer und Frauen biologisch so gleich und so verschieden seien, bildet sich wirklich ein, er hätte einen Angriffspunkt gefunden, bei dem man die Frauen wieder hinter die Ikeaherdplatte zwingen könnte.
Zitatende
Familien sorgen für Nachwuchs. Heute sieht die Situation so aus: Jeder braucht eine Ausbildung. Nach der Ausbildung braucht er ein paar Jahre Praxis, in denen voller Einsatz verlangt wird. Gleichzeitig muß das BaFög zurückgezahlt werden, der 1. Hausstand finanziert und auch das Auto für die Flexibilität zum Arbeitsplatz. Ach ja und die Riesterrente, denn die gesetzliche Rente wird ja nicht reichen. In dieser “Aufbruchssituation” sollen junge Paare Kinder groß ziehen, immer bedroht vom Arbeitsplatzverlust oder Zeitarbeitsverträgen zu 2/3 des gerechten Lohnes. Und dazu ein gesellschaftliches Umfeld, das den Partner zum Alleinerziehenden ohne Einkommen macht, der zu Hause blieb und sich um die Kinder kümmerte, wenn die Partnerschaft zerbricht.
Wo ist das Problem? Das immer noch um die Selbstverwirklichung und Emanzipation der Frau argumentiert wird, wo es schon lange darum geht jungen Familien, also Vater und Mutter eine gesicherte Zukunft zu bieten.
Zu Nr.90
Wichtig is aber auf’m Platz.
Was ist den das für ein Unsinn, die Familie als Staibilitätsfaktor (!!) wieder in den Himmel heben zu müssen, wenn dahinter nichts weiter als wieder eine ökonomische Zwangslage steckt:
der Trend zur Familie hat nichts mit schön schön Alles prima zu tun, sondern ist heute blanker gesellschaftlich ökonomischer Zwang.
Diese Umstände noch zu feiern, ist wirklich ein Hohn.
mir ist das alles egal, ich mag kinder sowieso nicht. eine frau genügt.
hier ging es übrigens NICHT um die thesen von frau hermann selbst, sondern um diese beschämende mediale hexenjagd. die aktuelle kampagne der “bild” gegen hermann spricht bände.
Unser Arbeitnehmererfindergesetz (ArbErfG) wurde von den Nationalsozialisten gemacht und war auch mit nationalsozialistischer Propaganda unterfüttert. Aber es wäre wahrscheinlich auch von anderen Regierungen gemacht worden.
Die gesamte NS-Politik aus einem Masterplan herleiten zu wollen ist ein häufiger Irrtum, dem viele der über Herman Entrüsteten erliegen. Es zeugt von einer zu simplen Sichtweise der Politik, die sich letztlich auf dem Niveau von Verschwörungstheorien bewegt. Ähnlich wie wenn man die gesamte sowjetische Politik aus irgendwelchen finsteren Plänen von Lenin herleiten wollte. So funktioniert Politik nicht, auch nicht diejenige, die man vielleicht in frühen Phasen seines politischen Schulunterrichts mal als eine Verkörperung des Bösen zu betrachten gelernt hat.
M.E. hat Frau Herman die politische Unbeholfenheit sehr vieler berühmter Leute vorgeführt. Letztlich hat sie weiterhin relativ gute Karten in der Hand, um ihr riskantes Spiel durchzustehen.
gute karten hat sie nur, wenn nicht noch andere medien auf die aktuelle “bild”-kampagne aufspringen (neuer artikel siehe hier: http://www.bild.t-online.de/BTO/leute/2007/10/13/eva-herman/erklaerung-bild,geo=2662032.html).
dort wird gezielt versucht, diese frau kaputt zu schreiben… widerlich!
möchte noch anmerken, dass ich die thesen von frau hermann zwar nicht teile, aber das recht auf freie meinungsäußerung unterstütze und die versuche, eine in politischer hinsicht unbescholltene bürgerin in die braune ecke zu stellen, ablehne.
Hi zusammen,
kann mir irgendjemand sagen, warum wir die Beziehung zu China für den Dalai Lama opfern, der die Chinesische Siedlungspolitik in Tibet “kulturellen Völkermord” nennt – und wir uns selbst als “kulturell Überflüssig” betrachten sollen? (Wozu Kinder? Wir haben ja genug “Zuzug”! Aussterben? – alles Nazigeschwätz!)
Warum ist es verachtenswert Kinder zum Erhalt unserer Kultur zu bekommen? Und warum ist es absolut Salonfähig Kinder für unsere Wirtschaft zu bekommen???
Und warum schreit stets der Zentralrat der Juden auf, wenn doch die Juden wsl. von allen Völkern, Religionen und Kulturen die stärksten “Separationstendenzen” haben
Gruß
Stefan der Verwunderte
@Stefan
Da kein einziger der Vorwürfe, die Du äußerst haltbar ist und von relevanten Akteuren des gesellschaftlichen Dialoges so geäußert wird, kann ich Deine Frage nicht beantworten.
@ Stefan
Wie kommst du darauf “Kultur” als etwas anzusehen, das durch Fortpflanzung “erhalten” bleibt, bzw. wie kann man sich als kulturell überflüssig ansehen? Is mir nich ganz klar dein Kulturbegriff.
Ist Fortpflanzung für dich entweder Produktion von Humankapital oder “Erhalt” von “Kultur” ???
Zu deiner Frage: Ich glaube nicht das die “Beziehungen” zu China dadurch geopfert werden, dass man den Dalai Lama empfängt. Die “Beziehungen” zu China sind ohnehin hauptsächlich ökonomischer Natur ( Deutschland ist, wie fast alle anderen Länder inkl. China, Profi darin ökonomische Interessen von ethischen Bedenken zu befreien) bis Frau Merkel auf ihrer nächsten Chinareise mit einigen deutschen Wirtschaftsvertretern (mal wieder) die dortige Menschenrechtslage “anspricht” ;)
PS: Was genau meinst du mit “Separationstendenzen”?
MfG
Der auch sehr verwunderte Dr_NOse
Nachtrag:
Ach so, hatte noch nicht die “Schreckensmeldung” bei SPON gelesen (auf welche du dich sicherlich bezogen hast) dass China den “Menschenrechtsdialog” mit Deutschland (oder EU?) beenden will. Die Ergebnisse des seit 1995 stattfindenden EU-China Menschenrechtsdialogs scheinen allerdings (wer hätte es gedacht) für die Weltöffentlichkeit genauso zugänglich zu sein wie die Treffen der Bilderberger Group ;)
http://www.epochtimes.de/articles/2007/05/09/116508.html
Entschuldigung für die kurze Trollfütterung der Beitrag passt wohl eher zum Burma- Artikel
Gar nicht so OT: Im Dritten Reich war wohl nicht alles schlecht – Denunziantentugenden sind wieder “in”:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,511333,00.html
… und keiner merkt’s.
Manchmal könnte ich nur noch kotzen.
@Spiegelfechter
Ich hätte vielleicht besser damit anfangen sollen dass ich sehr viel von deiner Arbeit hier halte. Ich habe hier schon viel gelernt.
Deine Antwort jetzt hier hingegen ist richtig billig.
Falls es Deine Zeit zulässt dann betrachte mich doch bitte einfach als verlorenes aber schnell lernendes Schäfchen und hilf mir diesen Spagat aus meinem Kopf zu bekommen. (der ja hoffentlich auch nur in meinem Kopf ist)
Wir können auch gerne privat schreiben.
Gruß
Stefan der immer noch Verwunderte
@Stefan, den immer noch Verwunderten
Nun gut, dann erläutere ich halt näher, was ich damit meinte:
-> Warum ist es verachtenswert Kinder zum Erhalt unserer Kultur zu bekommen?
Das ist es nicht. Keinesfalls – und ich kenne niemanden, außer vielleicht ein paar ganz hart gesottene Antideutsche, die dies behaupten würden.
-> Und warum ist es absolut Salonfähig Kinder für unsere Wirtschaft zu bekommen???
Auch dies sehe ich nicht so. Wer empfindet es denn als salonfähig?
-> Und warum schreit stets der Zentralrat der Juden auf, wenn doch die Juden wsl. von allen Völkern, Religionen und Kulturen die stärksten “Separationstendenzen” haben
Diesen Satz verstehe ich schlichtweg nicht – vielleicht kannst Du ihn ja erläutern.
“Kinder kriegen” ist eine persönliche Angelegenheit. Man bekommt Kinder aus diversen persönlichen Gründen, Volk, Vaterland, Führer, Wirtschaft, Rente und Erhalt der deutschen Kultur spielen da nur eine extrem untergeordnete Rolle.
Worüber man diskutieren kann, ist wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu setzen, um es Paaren zu ermöglichen, sich zu reproduzieren, die bis dato aus wirtschaftlichen Gründen davon abgehalten wurden. Aus meiner Sicht ist dies aber eine Scheindiskussion, die am Kern vorbeigeht. Welcher junge Arbeitnehmer weiß denn bitteschön, ob er in 5 Jahren noch einen Arbeitsplatz hat und wo der dann ist. Ein paar Hundert Euro zusätzlich sind da auch kein Seelenbalsam,
@Spiegelfechter
danke.
also am wichtigsten war mir eigentlich der Punkt mit dem kulturellen Völkermord (originalaussage des Dalai-Lama in Bezug auf die Chinesische Siedlungspolitik) Gibt es kulturellen Völkermord? oder ist dies ein Unwort? Und wenn ja, begehen wir dann mit unserer Zuwanderungspolitik vielleicht “kulturellen Selbstmord”? bzw. unsere Politiker halt “kulturellen Völkermord” an uns? und wenn nicht, warum nicht?
Mit den “Separationstendenzen” meine ich, dass sich der ZdJ bei uns stets gegen jegliche Nationale Regung einsetzt, aber andererseits Juden sich seit jeher von Nichtjuden abgegrenzt haben. Nur so konnten sie ja ihre Kultur über Jahrtausende bewahren. Und in Israel haben sie ja jetzt auch ein Apartheitsregime errichtet. Jude ist auch nur wer eine jüdische Mutter hat usw.. usf… Irgendwie sitzen die Steineschmeißer doch im Glashaus oder?
@Stefan
China betreibt in Tibet eine massive Ansiedlungspolitik chinesischer Bürger, die weniger die tibetanische Kultur, als mehr dessen Autonomiestatus gefährden. Eine Provinz Tibet, die einmal 60% chinesische Bewohner haben wird, wird es schwer haben, separatistische Tendenzen zu begründen.
Die Einwanderungspolitik Deutschlands ist sicher kein kultureller Selbstmord, sie ist nötig um das momentane Sicherungssystem nicht aus dem demographischen Ruder laufen zu lassen. Außerdem besteht bei der Einwanderungspolitik auch die Möglichkeit selektiv Mängel zu beseitigen, für die die Bildungspolitik verantwortlich ist oder die so nicht absehbar waren – aber das ist ein weites und komplexes Feld.
Deutsche Juden mit dem Staat Israel zu vergleichen, erscheint mir keineswegs sinnvoll. Außerdem stimmt es schlichtweg nicht, dass europäische Juden nicht national oder gar nationalistisch eingestellt seien. In Deutschland hat das Dritte Reich sicher zu einer stärkeren Distanzierung von nationalistischen Tendenzen geführt, als anderswo. Aber historisch bedingt ist dies kaum. Früher gab es schlichtweg für Juden kaum die Möglichkeit sich in Organisationen zu
“engagieren”, die nationalistisch waren. Wenn man die Armee als traditionell nationalistische Organisation auffasst, so belegt die Zahl der jüdischen Offiziere (und auch freiwilligen Soldaten) im WK1 den Gegenbeweis – diese war (entgegen der Propaganda Hitlers in der frühen Nachkriegszeit) prozentual höher, als bei anderen Konfessionen. Die Dreyfus-Affäre zeigt auch, dass es weniger “separatistische” Tendenzen der Juden waren, sondern eher Ressentiments (wenn nicht gar Antisemitismus) der herrschenden Klassen, die nationalistische Bestrebungen in Ämtern verhinderten/behinderten.
Stimme dem Artikel (Kommentare hab ich nicht gelesen) 100% zu. Allerdings passt das Wort “Blondchen” nicht zur Analyse.
Die Einwanderungspolitik Deutschlands ist sicher kein kultureller Selbstmord, sie ist nötig um das momentane Sicherungssystem nicht aus dem demographischen Ruder laufen zu lassen.
Na ja, das möchte ich in zweierlei Hinsicht bezweifeln.
1. Wenn weiterhin immer mehr “fremde” Kulturkreise sich in Deutsch ansiedeln und gleichzeitig die Deutschen weniger Kinder bekommen, findet hier zumindest eine Kulturverschiebung statt. Was man davon nun hält, ist Ansichtssache, aber die Tatsache selbst ist nicht zu leugnen.
2. Einwanderung mit demographischer Notwendigkeit zu begründenist in meinen Augen Unfug. Warum? Andere Länder wie z.B. Australien sind weitaus größer als Deutschland, haben aber in Relation weniger Einwohner. Ein Land braucht nicht mindestens X Millionen Bürger – und wenn Sie auf die Rente anspielen, na ja, dieses marode System wird auch mit 100 Millionen Einwohnern langfristig nicht haltbar sein.
Sorry, der “quote”-tag scheint nicht zu funktionieren…
Die gesellschaftliche Reflektion der “Kulturverschiebung” zwischen 1933 und 1945 (evtl. auch 1871 – 1945) hat doch gerade zu einer erneuten m.E. NOCH radikaleren “Kulturverschiebung” wenn nicht gar Kulturaufhebung geführt.
Meme wie “Kahlschlag” und “l´art est mort” sprechen doch für sich selbst.
Deine Angst ist zudem völlig unbegründet, da in Deutschland doch überhaupt keine Kultur in dem Sinne existiert, dass sie “verdrängt” werden könnte. Der Jugendliche der sich modisch an US-amerikanischen Rappern orientiert, dessen Lieblingsfilme aus Japan kommen und nur mit englischen Untertiteln laufen und am liebsten Falafel isst, wird z.B. wohl kaum in der Moschee in der Nachbarschaft eine Verdrängung seiner Kultur sehen.
und das ist auch GUT so!
@115
sie verwechseln hier offenbar jugend(un)kultur – wobei dies auch nicht auf alle jungen menschen zutrifft – mit der allgemeinkultur der hiesigen, erwachsenen bevölkerung.
es gibt in deutschland sehr wohl eine kultur, die vor allem durch kunst, als auch durch traditionen und alte bräuche auszeichnet. natürlich ist nicht alles “erhaltenswert”, aber einem land seine kultur abzusprechen ist, verzeihen sie bitte, einfach nur dumm und kulturLOS. wahrscheinlich würden sie sich das bei anderen EU-ländern nicht trauen, aber beim thema deutschland ist ja fast alles erlaubt.
Diese ganze Kulturdiskussion im Zusammenhang mit dem Thema Zuwanderung amüsiert sich schon seit längerem. Untersteht nicht jede Kultur dem Wandel? Was ist eigentlich die deutsche Kultur? Was bedeutet eigentlich deutsch? Um darauf eine Antwort zu finden sollte man sich vielleicht nicht nur mit den letzten 150 Jahren der Geschichte befassen, sondern eher die letzten 700.000 Jahre betrachten. Dann bekommt man eine ganz andere Sicht der Dinge.
jede kultur untersteht dem wandel, aber nicht der verdrängung durch andere. was vor 700.000 jahren war ist in diesem zusammenhang irrelevant. es geht ums hier und jetzt.
Selbstverständlich war mein Beitrag recht provokant, es erschließt sich mir allerdings nicht im Geringsten was die
sein soll bzw. was sie ausmacht.
Sie müssten sich schon etwas sehr allgemeines und gleichzeitig sehr präzises als Antwort einfallen lassen.
Bis dahin halte ich es wie Niklas Luhmann:
“Der Begriff der “Kultur” ist einer der schlimmsten Begriffe, die je gebildet worden sind.”
Es geht nicht darum was vor 700.000 war, sondern was in den letzten 700.000 Jahren passiert ist. Meinetwegen betrachte die letzten 2000 Jahre. Aber ich kann nicht über Verdrängung von Kulturen sprechen ohne den geschichtlichen Kontext zu betrachten. Wovor hast Du eigentlich Angst?
mich ärgert es, wenn jedem land sein kulturelles erbe zugestanden wird, nur deutschland nicht – ironischerweise von manchen seiner eigenen bürger (ich gehe mal davon aus, dass dr_nose und verschwender einen deutschen pass besitzen).
die frage sollte also lauten: vor was habt ihr angst? das adolf aus der hölle zurück kehrt und euch beim bäcker höflich grüßt, wenn ihr nicht eifrig genug dementiert, dass es eine deutsche kultur gibt?
die definition von (alltags)-kultur habe ich übrigens schon geleistet. und wenn sie nicht präsize genug war, bitte, hier gibt es eine noch bessere:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alltagskultur
Wo habe ich denn Deutschland sein kulturelles Erbe abgesprochen. Es scheint als interpretierst Du etwas in meinen Kommentar hinein, was er nicht enthält. Eine Kultur verändert sich durchgehend durch Einflüße von außen. Nur so kann sie sich auch entwickeln. Im übrigen Frage ich mich was Adolf Hitler mit deutscher Kultur zu tun haben sollte, der war hinsichtlich dieser Frage eher beschränkt. Wurde ja nicht umsonst als Anstreicher bezeichnet.
“Kino, Fernsehen, Autos, Esskultur, Mode, Design, Werbung, Sport, Gegenstände des Alltagsgebrauchs.” (Wikipedia: “Alltagskultur”)
Entschuldigen Sie mal ehm …
Um DIESES Kulturerbe sind sie besorgt wenn sie an “kulturelle Überfremdung” durch Einwanderer denken? (Plötzlich läuft ein Ayran Werbespot anstatt always Coca Cola) Da würden mir aber ein paar wichtigere Dinge einfallen, um sie vor den Kulturmördern zu retten ;)
@122
habe nicht behauptet, dass hitler was damit zu tun hat. jetzt interpretieren sie wieder.
@123
die aufzählung der wikipedia ist beispielhaft und sicher nicht vollständig. doch lassen wir’s dabei, leute wie sie (vermutlich aus der antifa-ecke oder sowas) haben nunmal kein einsehen.
abschließend noch ein link, den ich vorhin entdeckt habe. hier wird der fall herman sehr schön beschrieben:
http://politblog.net/gesellschaft/nazikeule-auf-der-autobahn-10102007.htm
@Rocksolid
Vorsichtig!!!
Heulen, wenn die man Dich in die Rechtaußen-Ecke stellt und selbst andere in die Antifa-Ecke stellen, ist unredlich.
Schönen guten Morgen!
Mit einer monatelangen Verspätung melde ich mich nun – erneut hochinteressiert an den Artikeln und teilweise Rückmeldungen der “Anderen”-zurück und diesmal für alle sichtbar.
(An Jens: hatte einige politische Probleme in Russland, deshalb
der unhöfliche Verzug.)
Bin keine professionelle Bloggerin, bitte deshalb den eventuellen
Mangel an Kenntnissen über Blogger-Sprachcodes zu entschuldigen (z.B.:was hat es mit ” ‘Zensur’ bei flickr.” auf sich?).
Komme gleich zur Sache:
Den ultimativen Ringkampf Kerner/Hermann betreffend, finde ich zum einen, dass es unerheblich ist, ob desweiteren noch A-,B-,C bis
Z-Prominente (diese Kategorisierung sagt nichts über die Qualität oder Nicht-Qualität der Beiträge aus und im übrigen würde ich, wenn mich jemand zwänge, Hermann auch nicht als A-Prominenz einstufen) anwesend waren, aber in der Tat viel erheblicher, was
besonders in der unheimlich gewandten, alle kommunikativen Register beherrschenden, anderen gegenüber abwertenden Selbstpräsentation von Eva Hermann durch Eva Hermann mit freundlicher Unterstützung fast aller Anwesenden geschah.
Habe es mir ansehen müssen, weil ich die “gesellschaftliche” Reaktion noch Tage darauf, auch im unmittelbaren Umfeld, doch sehr extrem fand. Deshalb komme auch ich, Dir ähnlich, zu dem Schluß, dass es in der Tat sehr unklug, “falsch” (!) und gefährlich ist,
wenn zwar fast 50 Minuten unablässig auf einem in sich schlichtweg
grammatikalisch als auch logisch unstimmigen Zitat rumgehackt wird, aber es fast beiläufig möglich erscheint, ganz klar rassistische
- und eben nicht lediglich nur “deutschtümelnde” Äußerungen zu tätigen.
Genau das, und auch wenn Frau Hermann Begriffe ablehnt, sich noch so sehr nicht mit dieser Epoche identifizieren will und klagt, bis sie auch ihren letzten Euro durch den “äußerst gut bezahlten” Job
bei der Tagesschau oder ihre Einnahmen durch die literarischen Offenbarungen verballert hat, ist und bleibt eben mehr als nur konservatives Gebrabbel. Es ist rassistisch. “Wir sterben aus” meint
leider nicht nur eine Besorgnis, dass ihr 10jähriger Sohn in Zukunft noch weniger Spielkameraden in den jüngeren Jahrgängen haben wird, sondern eben auch eine komplette Verklärung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Menschen sterben nicht aus (eine beinahe Verdreifachung der ErdbewohnerInnen binnen eines Jahrhunderts- und wenn’s auch nur grob ausgedrückt ist- soll hier als Beleg reichen), aber wenn Menschen akute Angst davor zu haben scheinen, dass “ihre” “eigene” “Nationalität/Rasse/Ethnizität” durch nachweisbar erklärliche Schwankungen gerade kein ausgeglichenes Niveau aufweist, ist das für mich ausgrenzend, nationalistisch, radikal, kolonial und rassistisch. Schade auch hier wieder einmal,
dass -wie so oft- die Form und nicht der Inhalt mehr Beachtung erhält und dezidierter kritisiert wird (selbiges trifft m.E. auch auf einige verbale Schlachten hier zwischen einigen KommentatorinnEn zu)..
Hinter der derzeitigen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit steckt meiner Meinung nach daher mehr als nur das genüßliche Ausschlachten und Klatschen über eine kommunikative TV-Farce, sondern tatsächlich auch (wenn wir einmal von der Form absehen) ein tiefer gehender Konflikt zwischen dem Verständnis von Konservativismus, Modernität, gesellschaftlichem Wandel und Argumentation die (nicht nur die “eigene”) Geschichte betreffend.
Sie hat nicht recht, wenn sie glaubt, es wäre nicht möglich über solcherlei Themen (Nationalismus, Idealbilder, Mutterrolle, Hitler,
Mutterkreuze, Selektion, Bestimmung der Menschen, Rechtsradikalismus) ordentlich/ sachlich zu sprechen, denn die Kritik wäre m.E. nur berechtigt, täte sie es selbst. Und auch sie tut es nicht, in dem sie uninformiert, einseitig belesen, vielleicht nicht bewusst, aber unbewusst, glaube ich, ganz bestimmt, einem Sozialdarwinismus, Biologismus, Radikalismus, Sexismus und akuter, ungebildeter Demut gegenüber naturwissenschaftlichen (=gesellschaftlich erwünschten Leitbildern Beweise zur Hand gebenden) Ideologien aufsitzt.Frei nach dem Motto: Es gibt ja so
viele Wissenschaftler, die nachgewiesen haben, wie wichtig Mutter-
milch in den ersten zwei Jahr für die geistige und psychische Entwicklung des Kindes ist…blabla
Jetzt schreib ich hier schon viel zu viel und vielleicht interessiert’s auch niemanden (Ist das bei “Leave a Reply” angebracht, mehr als drei Sätze zu schreiben?), aber eines möchte ich gerne zum heutigen Schluß noch sagen:
Lustig war, dass auch der in der Sendung abseits sitzende Professor für Moderne Geschichte von der FU (Freien Universität!)
Berlin meinte, er -mit deutlicher Zustimmung auch der B-Prominenten- würde es völlig verstehen und akzeptieren können,
wenn jemand einem Konservativismus anhängt und Frau Hermann
brächte lediglich Konservatisvismus mit Nationalismus durcheinander.
???Momant mal!!!
Wenn wir z.B. Konservativismus als eine Positioin des Wertkonservatismus definieren und “der Konservatismus verlangt, die gegebene Position zu wahren, sofern das Neue nicht überwiegend als besser erkannt worden ist und viele konservative Denker halten den folgenden Satz für treffend: “Konservatismus ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.” (Dieser Satz wird sowohl Antoine de Rivarol als auch Albrecht Erich Günther zugeschrieben.)”- jetzt mal ganz schnell aus Wiki gezogen-, dann, in beiden Fällen, bedeutet das in meinen Augen: es gibt nichts, was immer gilt und es kann auch sehr
falsch sein, was immer galt!!! Und was galt eigentlich, Familienbilder und Rollenbilder bei uns “schon immer”, als dass mensch da meinen könne, eine konservative Haltung, die besonders vor dem 2. Weltkrieg herrschte (und meinetwegen während dessen oder danach “zerstört wurde”, “untergegangen ist”, “pervertiert” wurde)? Bereits zum 1. WK hat es eine extreme
Militarisierung der männlichen Bevölkerung gegeben, war oberstes
Erziehungsziel beider Geschlechter die jeweils entgegengesetzte,
sich ergänzende und extremierte Ausbildung zur Erfüllung ihrer Rollen, davor, seit spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich ein enormer geistiger und “wissenschaftlicher” Ideologiewandel vollzogen, der von den “natürlichen”, binären Geschlechtercharakteren ausging (z.B. Männer gehörten in den Krieg, Kampf, seien von Natur aus aggressiv, würden sich nehmen, was sie wollten, seien anderen höhergestellt etc)….blablabla
Es herrschte lange genug ein Wertekonsens darüber, dass die Frau dem Manne Untertan sein soll, dass Homosexuelle krank und Behinderte keine vollwertigen Menschen sind, dass es physische und intelektuelle Unterschiede zwischen den Rassen gibt, dass Adam und Eva die Ersten waren (ich muss diese Analogie aus Respekt gegenüber dem Intellekt der Lesenden hier gar nicht erst weiterführen)…
Konservativismus ist eben aus diesen genannten Gründen m.E. KEIN Grund, diese Position in bestimmten Fällen auch nur irgendwie
anzuerkennen, geschweige denn zu akzeptieren.
So, das musste jetzt mal gesagt werden=)
Einen schönen Abend, auf Reaktionen hoffend, abseits von Korrekturen des Ausdrucks oder der Rechtschreibung oder abwertenden Kommentaren, die nichts mit der Sache zu tun haben…
we shall overcome some day
Lilja
Wie ist das eigentlich jetzt genau mit den Nazis?
Ist alles was die gemacht haben per Definition schlecht und falsch?
Oder haben die Nazis auch gute Sachen gemacht?
Mal angenommen sie hätte gute Sachen gemacht, dürfte man dies dann erwähnen?
@Stefan d.V
-> Oder haben die Nazis auch gute Sachen gemacht?
Na ganz bestimmt sogar. Herr Göring hat seiner Liebsten mit Sicherheit irgendwann mal Blumen mitgebracht und Hitler selbst war Nichtraucher und Vegetarier (so man das denn als “gut” bezeichnen kann).
Aber mal im Ernst – man kann sich nicht ein paar Sachen herauspicken, ohne das Ganze zu betrachten, wenn die Teile denn elementar zum Gesamtsystem gehörten. Die Vollbeschäftigung konnte z.B. nur durch ein massives Aufrüstungsprogramm geschafft werden, dass wiederum gigantische Schulden mit sich zog, die nur durch Enteignungen und Kriegsbeute zurückgezahlt werden konnten. Ein Rad greift hier in das andere und auch “Autobahnen” und die “Mutterrolle” waren Räder im System, die nicht losgelöst betrachtet werden können.
1. D.h. also wir können wenn wir über die Familien(politik) sprechen und uns deren Entwicklung ansehen nicht objektiv über die Zeit im dritten Reich sprechen?
Wir können die Werte von vorher und die von nachher vergleichen, aber die Zeit dazwischen ist tabu – es sei denn man möchte damit etwas negatives darstellen?
2. D.h. also dass alles was irgendwie in die Zeit des dritten Reiches fällt nur ein Rädchen ist und nicht losgelöst betrachtet werden kann.
Aber die Mutterrolle von heute hingegen kann schon losgelöst betrachtet werden oder?
@ spiegelfechter, 13, 51 und andere
zunächst mal solltet ihr die sendung wenigstens gesehen haben und das originalzitat kennen:
-> Sendung Teil 1
-> Sendung Teil 2
-> Sendung Teil 3
-> Sendung Teil 4
-> Sendung Teil 5
-> Sendung Teil 6
-> Original-Zitat
dann kann man nämlich 3 dinge von vornherein ausschließen:
1. dass herman eine rechte ideologie vertritt, da sie sich permanent genau davon distanziert
2. dass sie sich insbesondere auf werte der nationalsozialistischen zeit beziehe, da sie ebenso ständig klarmacht, dass sie sich auf die werte der zeit davor bezieht.
3. dass autobahn überhaupt nicht geht, denn wenn ich keine begriffe mehr benutzen darf, die im dritten reich entstanden sind, dann dürften wir uns wohl alle mal ganz schnell überlegen, wie wir den volkswagen-konzern in zukunft nennen wollen, welchen slogan wir der “du bist deutschland”-kampagne verpassen hätten sollen und ob wir die bezeichnung “vaterland” ebenso abzuschaffen hätten. wenn etwas diese oder jene bezeichnung verdient, muss man es einfach beim namen nennen. und gerade heute, in der sich die kraken bertelsmann und axel springer ag für den großteil der medienlandschaft verantwortlich zeigen, kann man nur allzudeutlich von gleichgeschalteter presse reden. spiegelfechter und politblog widmen sich ja gerade auch diesem phänomen. sieht man hier den wald vor lauter bäumen nicht?
es gibt sicherlich noch etliche mehr beispiele, dass herman spontan nur der populistische autobahnbau, der zwar vor hitlers machtergreiffung festgelegt worden war, aber zu eben seiner zeit umgesetzt worden ist, und dies von allen 5 anderen “diskutanten” natürlich sofort falsch ausgelegt wurde, ist nicht hermans fehler. ihr fehler war, dass ihr nicht obige begrifflichkeiten einfiehlen.
damit war der prozess, der nur dazu dienen sollte, herman ein geständnis für einen vergleich zu entlocken, der nie existierte (siehe originalzitat) und damit den NDR juristisch zu entlasten, womit eine kündigung gerechtfertigt wäre.
da steht für mich herman, die rund 50 minuten von kerner drangsaliert wird (angebl. “brückenbauen” haha) nicht hochnäsig da. ebenso die augendreherei wird verständlich, wenn man die ignoranz ihrer aussagen bedenkt und wenn sich alle anderen “diskutanten” auf keinerlei diskussion einlassen möchten, würde auch ich bei zeiten die augen verdrehen.
man schaue sich die sendung an und beobachte genau, an welchen stellen die fadenscheinige diskussion immer unterbrochen wird. senta berger stellt für mich da genau so ein armutszeugnis dar, da sie zwar auf die ökonomischen probleme der mütter verweist, aber im nächsten augenblick mit “ich gehe jetzt” droht, obwohl sie dem kern des eigentlichen problems gerade ein wenig näher gerückt ist. als herman kerner fragt, was seine frau mache und er erwidert, dass jene zuhause ist und es ihre freie entscheidung war, herrscht kurzes schweigen und es wird natürlich nicht diskutiert, wieso sie das kann und fast jede andere frau in deutschland nicht.
es muss eben schnell jeglicher gedanke des zuschauers, der auf soziale probleme hindeutet unterdrückt werden. es kann ja nicht sein, dass ein mann durch seinen verdienst womöglich alleine eine familie ernähren könnte. nein, im gegenteil, es müssen auch frauen im zuge der gleichberechtigung (die von natur aus schon gar keine berechtigung hat, da männer nunmal belastbarer sind und keine kinder zeugen können) den arbeitsmarkt überschwemmen.
dass so natürlich eine “missgebildete” generation aufwächst, die keinen natürlichen familienbezug mehr herstellt, ist doch nur allzugut nachvollziehbar. dass man da angeblich erst bücher studieren muss, ist mir unbegreiflich.
wenn man aber jemand missverstehen will, so ist dem kein kraut gewachsen und genau das ist hier der fall. gutmenschentum wohin man schaut. man muss frau herman nicht unbedingt zustimmen, aber eine dermaßen überzogene falschdarstellung, ignoranz und solch ein rufmord sind völlig falsche reaktionen zu einer angestoßenen debatte, die deutschland ganz dringend nötig hat.
@Stefan d. V.
Nein – nur sollte man den ideologischen Hintergrund immer in die Analyse mit einbeziehen. Die soziale Stellung der Mutter im Dritten Reich gibt nur im ideologischen Kontext der Nazismus einen Anhaltspunkt der analysierbar ist. Dies ist ein komplexes Feld, an dem Viele scheitern.
Ich nehme mal ein einfaches Beispiel aus der Märchenwelt. Ein großer Troll kidnappt ein kleines mageres Mädchen und mästet es täglich mit den leckersten Sachen, um in ein paar Monaten einen Festbraten aus dem Mädchen zu machen. Kurz vor diesem Mahl, kommt ein Ritter und befreit das Mädchen. Kann das Mädchen ernsthaft mit dem Argument aufwarten, dass Essen beim Troll sei aber gar nicht so schlecht gewesen. Isoliert mag das stimmen, lässt aber das gesamte Umfeld außen vor – so etwas macht wenig Sinn.
Das Beispiel ist gar nicht schlecht und lässt sich sogar noch ausdehnen. Denn vermutlich hat der Troll, um sein Ziel zu erreichen, das Mädchen nur mit ganz bestimmten Nahrungsmitteln versorgt und hat ihm gleichzeitig den Bewegungsspielraum eingeschränkt (oder vielleicht spezielle Bewegung verordnet)
Wenn man bestimmte gesellschaftliche Erscheinungen (hier Familienförderung) vergleicht, muss man sich die jeweiligen konkreten historischen Inhalte genau ansehen, den Sinn, den die Begriffe jeweils hatten (ich verweise hier mal auf einen etwas umfassenderen Text von mir: http://duberichtest.de/einzelgeschichte.php?id=270&art=geschichte )
Dann stellt man sehr schnell fest, dass das, was zB die Nazis taten, nicht nur nach den Zielen, sondern auch nach Form und Inhalt etwas ganz anderes ist, als das, was wir heute unter Förderung der Familie verstehen.
und was wäre nun wenn dieser garstige Troll sich, völlig unabhängig von diesen Handlungen, z.B. für Krebskranke Kinder stark gemacht hätte? Natürlich möchte man ihm dies nicht zutrauen und ihm die verschiedensten dunklen Motive andichten…. aber was wäre wenn?
Dürfte man diese Handlungen dann im geschichtlichen Zusammenhang diskutieren ohne gleich in die Trollecke gestellt und mit der Trollkeule bedroht zu werden?
Im geschichtlichen Zusammenhang diskutieren dürft man das sowiso. Für mich wäre die Frage zuerst, worin dieses “sich stark machen” bestand. Hat er eine Petition unterschrieben? Hat er Geld gespendet? Oder hat er vielleicht ein Heim für diese Kinder eröffnet, in dem er ihnen gut zu Essen gab? Die letztere Variante würde mich stutzig machen, die ersten beiden würde ich psychologisch zu erklären versuchen.
Ok, also jetzt mal ganz in Ruhe…Auf Dinge wie Autobahnen,
Gleichberechtigung, die ja allein schon an der Konstitution der Menschen scheitern müsse (noch wie was von Ethnologie gehört, oder wie? bzw. noch nie mal Gedanken über die Begrifflichkeit
Gleichberechtigung und nicht “gleichstark” Gedanken gemacht, oder was?) und Augenverdrehen will ich mich hier gar nicht erst lange äußern…Das wäre vergebliche Liebesmüh und war bis jetzt auch unfruchtbar.
Fakt ist doch: (bes @Spiegelfechter von wegen des Märchens, was ich als eine kluge Analogie empfinde, Menschen ganz komplexe Sachverhalte einfach darzustellen) Wenn- ich stamme aus dem “Ostteil” Deutschlands, Familie teils russisch, teils deutsch, während der NS- Zeit Hitlergruß zeigend, in russischer, deutscher, us-amerikanischer Gefangenschaft, jüdisch, deutsch, russisch und alles zusammen- wenn wir heutzutage über die DDR sprechen, dann
kann auch ich zustimmen, dass es ja PRINZIPIELL sehr gut sein mag, dass z.B. das “blaue Buch” der Kindergartenerzieherinnen, was vor einigen Jahren hier in der Bundesrepublik Deutschland, “bis auf die sozialistischen Stellen” wieder eingeführt werden sollte, gar nicht so schlecht war als pädagogischer Leitfaden und ich MUSS ihnen Recht geben, wenn sie meinen, dass fast jedeR Arbeit hatte und eine Wohnung ( denn das sind relativ stabil nachweisbaren Fakten)etc.
Aber, und eben dass rückt alles, was wir auch noch so offen und diskursiv und vorurteilsfrei diskutieren, eben in ein relatives Licht, ABER, wenn auch nur ein Mensch unter einem bestimmten System vom Selbigen nicht geschützt, sondern vernichtet wurde (NS-Regime, DDR-Gefängnisse, Versagen der BRD bei Inhaftierten in Guantanamo, die zumindest als “zeitliche begrenzte” deutsche Staatsbürger galten), wenn das geschieht, dann erwarte ich einfach, dass WENIGSTENS RÜCKBLICKEND; wenigstens in der Retrospektive erkannt wird, dass der eigene Standpunkt sehr subjektiv und durch den ganz kleinen Interaktionskreis gefärbt war.
Z.B. betreffend:
on 16 Okt 2007 at 08:13135Stefan d. V.
Wie ist das eigentlich jetzt genau mit den Nazis?
Ist alles was die gemacht haben per Definition schlecht und falsch?
Oder haben die Nazis auch gute Sachen gemacht?
Mal angenommen sie hätte gute Sachen gemacht, dürfte man dies dann erwähnen?
Ich habe langsam die Schnauze voll von Augenbrauenhochziehen,
An-den-Pranger-stellen, Volksgericht und ähnlichen Diskussionen.
Es geht nicht darum, WER RECHT HATTE UND WIE GENAU WAS WAR UND WAS WIR DA HINEININTERPRETIEREN!! Sondern es geht genau darum, warum dem solche Aufmerksamkeit gewidmet wird, warum es uns emotional wie auch immer bewegt…
Und unterm Strich- und nebenbei gesagt, ich habe genau dieses Themenfeld studiert, geht es bei der momentanen “demographischen”, “familienpolitischen”, “geschlechtlichen”, “emanzipatorischen” Situation um alles, und wirklich ALLES andere, als einen Mangel an irgenwelchen abgefuckten Werten!!!
Das ist ein Fakt, denn es haben keine ähnlichen oder vergleichbaren Werte existiert, alle vermeintlichen “Werte” oder solche, die als diese propagiert, deklariert und veräußerst wurden, an jedem einzelnen Tag in den letzten 150 Jahren unterschieden sich deutlich zu dem, von dem wir glauben, dass es “unsere” heutigen Werte sind, die wir mit einheitlichen Werten von damals vergleichen könnten.
Wenn mir eineR hier auch nur eine klare Definition in nur einem Satz, ohne eine 20Seitige Arbeit darüber verfasst zu haben, die NS-Werte oder die heutigen definieren könnte, dann bau ich ihm/ihr ein
Denkmal. Sicherlich muss ich nicht einen einzigen Stein behauen, um solch ein Denkmal zu errichten, denn es ist kaum möglich, es ist nicht zu vereinheitlich, es ist nur möglich RETROSPEKTIV auch nur annähernd verallgemeinerungswürdige Sichtweisen miteinander zu vergleichen und davon und von all dem hier Gesagten, nicht nur durch meine Wenigkeit, hat EVA HERMANN einfach mal gar keinen Plan gehabt, sondern hat nur gesammelten Stuss gebrabbelt, mit dem sie auch noch Geld verdient- und mit verlaub und jetzt mal Ernst bei Seite- sich ihre billige Haarfärbung finanziert…
Lasst uns doch endlich zu den “richtigen” Themen übergehen, und nicht Satz für Satz etwas bereits Interpretiertes noch mal interpretieren.
Was steckt dahinter? Was lehrt es uns? Was soll es uns lehren?
Was, wer und wie kommt dadurch zum Ausdruck?
Auf Antwort hoffend
LIL
“und ich MUSS ihnen Recht geben, wenn sie meinen, dass fast jedeR Arbeit hatte und eine Wohnung”
eben hier setze ich wieder mit der Begriffsanalyse ein und frage, was denn “Wohnung” und “Arbeit” im jeweiligen historischen Kontext wirklich bedeutet hat.
Ich selbst wohnte (bis 1993) in einer 80er-Jahre DDR Neubausiedlung und ich sage dass die allermeisten Menschen heutzutage hierzulande das Wort “Wohnung” für meine damalige “Heimstatt” nur mit Anführungszeichen verwenden würden. Jedem ALG-II-Empfänger stehen hier und heute bessere Wohnbedingungen zu.
Ebenso können wir die Inhalte dessen, was “Arbeit haben” bedeutet, analysieren und würden sehr schnell zu dem Ergebnis kommen, dass viele Menschen in der DDR im heutigen Sinne arbeitslos waren, und zwar ganz praktisch arbeitslos, zumal das Lohnniveau auch nicht höher war als Arbeitslosenbezüge.
Somit wird der “Fakt” schnell zum inhaltsleeren Satz, wenn man die Begriffe in ihren Bedeutungen ansieht. Darin ist dann noch gar keine Bewertung.
@Lilja
Na, versuchen wir es mal: Die NS-Ideologie wurde u.a. durch den Ausspruch “Du bist nichts, Dein Volk ist alles!” geprägt, eine extreme Form des Kollektivismus, die schon fast als Antipode des schrankenlosen Individualismus (ja, ich weiß, diesen Ausdruck hat auch Rosenberg verwandt) gesehen werden kann, wie ihn die 68er bewußt(!) als Bruch mit der NS-Geschichte propagierten. Dieser Individualismus ist gescheitert und es ist momentan eine Vermengung mit den traditionellen Werten festzustellen. Deinen Ausspruch, es gebe schlichtweg keine unterschiedlichen Werte, kann ich nicht nachvollziehen. Ob die Gesellschaft ein Leben, Werken und Denken im kollektiven Geiste propagiert, oder ob die Gesellschaft dem Individuum selbst, die Wahl lässt, wie es sein “Pursuit of Happiness” gestaltet.
Wem nützt die Diskussion und warum wird sie so hitzig geführt?
Ich weiß die Antwort auf diese Frage auch nicht, aber ich spekuliere mal: Hier treffen sich zwei grundverschiedene Weltbilder auf der Bühne, während in einer Teichoskopie der Untergang des Abendlandes geschildert wird. Hier treffen “Nationalisten”, “Wertkonservative”, “Konservative” auf der einen Seite und “Liberale”, “Individualisten” und Menschen, die glauben, aus der Geschichte gelernt zu haben, auf der anderen Seite aufeinander. Die “Konservativen” werden – was verwirrend ist – in diesem konkreten Beispiel auch von vielen “Apologeten” der Meinungsfreiheit und Gegnern des Mediengeschäftes unterstützt, denen es weniger um die Sache, als mehr um die Art und Weise geht, mit der dieser Fall diskutiert wird. Interessanterweise verlaufen die Grenzen zwischen allen Fronten – wie man ja auch teilweise in dieser Diskussion sieht. Das Thema polarisiert anscheinend.
Klar, dass die “Konservativen” dieses Thema immer wieder in die öffentliche Diskussion bringen wollen – sei es als “Wertedebatte”, als “Leitkulturdiskussion” oder in einem demographischen Kontext. Diese Diskussion ist wahrscheinlich so alt, wie der Individualismus und der Liberalismus, gegen die die Konservativen und Kollektivismusdogmatiker so gerne ankämpfen.
Mischt man nun noch ein wenig “Nazizeit” in die Diskussionssuppe ist die Mischung perfekt. Jeder hat eine Meinung, jeder positioniert sich. Frau Herman ist da nur die Stichwortgeberin.
p.s.: ich würde nie die DDR mit dem Dritten Reich vergleichen, so wie Du es in Deinem Kommentar tust. Kennst Du das 11. Gebot nicht? Du sollst nie vergleichen ;-)
Hi nochmal,
habe mir jetzt eingehend überlegt was mich persönlich davon abhält Kinder zu bekommen, und ich bin zu dem Schluss gekommen dass ich einfach Angst habe. Angst meine Selbständigkeit und meinen Lebensstil aufzugeben. Angst um meine Freiheit. Diese Erkenntnis hat mich jetzt selbst Überrascht.
Eigentlich ist doch damit Individualismus gemeint, oder?
Wenn ich jetzt sagen würde dass ich aufgrund meiner Individualistischen Gesinnung keine Kinder möchte, ist dies dann dass was Frau Herman gemeint hat? Und wie ist dies dann unter den hier zur Diskussion stehenden Vorwürfen gegen Eva zu bewerten?
Besten Dank
Stefan
http://www.evaherman.net/
http://evahermanfanclub.foren-city.de
Siehe Name: Mitmachen!
@150 und 151
Gaaaaanz toll eure Initiative ;-)
Vor allem gefällt mir die passige Google-Werbung:
Und wenn Evchen sich mal zu Euch verirrt, findet sie auch das Richtige:
Aber immerhin habt ihr ja schon stolze 38 Unterstützer *rolleyes*
@ Cheffe
Deshalb halte ich es ja eher mit:
Das Wohl Vieler wiegt schwerer als das Wohl weniger oder eines Einzelnen.
Mr. Spock in “Der Zorn des Khan”
Qapla’ ;-)
Schönen Guten Morgen!
Statement Nr.1 an wen auch immer, der sich diese Schuhe anziehen möchte: Rassismus ist nicht gleichzusetzen mit Rechtsradikalismus!!! Rechtsradikalismus definiere ich eindeutig als eine “Unterform ” (Sch…zwanhafter Militarismus der dt. Sprache)des Rassismus..(“jmd. in eine rechte Ecke stellen” gehört übrigens genauso zu ähnlichen radikalen Ausdruckformen, denen wir uns nur schwer erwähren können, deshalb Milde im Detail, aber Definitionsarbeit bei den großen Begriffen: womit wir auch schon beim Thema wären…):
Bes. @ Spiegelfechter, Jörg Friedrich und Stefan d.V.:
Offensichtlich habe ich es nicht vermocht, meine “Standpunkte” so darzustellen, dass sie nicht mißverständlich (doppelte Verneinung!, muss aber leider sein) sind.
Um meine Gedanken etwas klarer für andere formulieren zu können, versuche ich relativ in Form von Aufzählungen (soll weder die unumstößliche Faktizität zum Ausdruck bringen noch eine Kritik am sprachlichen Verstädnis meiner Mitdiskutanten sein) zu schreiben…
Ich habe zuvorderst auf die sehr ehrliche, direkte & angebrachte FrageN von Stafan d.V. reagieren wollen (“Wie ist das eigentlich jetzt genau mit den Nazis?
Ist alles was die gemacht haben per Definition schlecht und falsch?
Oder haben die Nazis auch gute Sachen gemacht?
Mal angenommen sie hätte gute Sachen gemacht, dürfte man dies dann erwähnen?”),
denn ich glaube, es geht nicht nur im “übergeordneten” Sinne um das, was zum Thema NS-Zeit & Werten gesagt wird, sondern tatsächlich auch um die Möglichkeiten der Diskussion von deutlichen (auch u.a. “negativen”, z.B. “rassistischen”) Meinungen dazu.
Da mir akut auch ehrlich zur NS-Zeit nichts Positives einfallen würde (@Jens: Du hast hier, mit Verlaub, zwar teils humoristisch, teils ernst reagiert, aber vllt dennoch zu kurz und die Brizanz der Fragestellungen von Stefan nicht deutlich genug erkannt), wollte ich dennoch “bestärkend” dahingehend argumentieren, dass es in der Tat wichtig ist, so etwas weitestgehend offen zur Sprache bringen zu können/dürfen. (Ohne Dialog keine Lösung, blabla…)
Sprich (in Anlehung an die Äußerungen z.b.EHs & in Bezug auf Stefans Fragen) es muss durchaus möglich sein, sich positiv zu irgendwelchen systemimmanenten Handlungen/Einstellungen/Zwängen äußern zu können.
Trotzdem und da war, @Jens, die DDR-Zeit kein Vergleich, sondern eine Analogie zur Trollgeschichte und ein Bsp. dazu (obwohl ich keinen besonderen Wert auf die vorhergehenden 10 christilich geprägten Gebote legen würde=) ).
Wenn, ZUM BEISPIEL, (@ Jörg Friedrich) heute sich zur DDR-Zeit jemand positiv äußern würde, bleibt es oberstes Gebot (!), eben -auch wenn in den jeweiligen historischen Kontexten es aufgrund des eigenen subjektiven Standpunktes durchaus verständlich sein mag, dass jene und solche Dinge als positiv empfunden wurden- bleibt es wenigstens im VERGLEICH =); BZW:IN DER RETROSPEKTIVE oberstes Gebot (das 12.?) den eigenen Standpunkt kritisch zu betrachten.
Das ist doch wohl das Mindeste, was erwartet werden darf, aber anscheinend das höchste der Gefühle, was erfüllt werden kann..
(“Die Gnade der späten Geburt”…blabla, der Heltmut, wenn überhaupt, dann hät er dafür den Friedensnobelpreis verdient=)
@Jörg Friedrich: Es spielt keine Rolle, ob ich es am Bsp. der Wohnungssituation oder der Arbeitssituation (mal ganz platt) festgemacht habe und ob es meine eigene Sichtweise ist oder nicht, und ob es heutzutage “bessere” Whg. gibt, die jedem ALG2-Empfänger zustehen würden oder nicht (übrigens auch Deine ganz subjektive Interpretation, spreche da eben auch aus Erfahrung), darum ging es nicht. Sondern es ist Fakt, dass diese Sichtweise einen breiten noch heute existierenden Meinungskonsens der ehemaligen “DDR-Bevölkerung” wiederspiegelt und wenn man sich die damaligen Zahlen besieht, es annähernd (!) der Realität entsprochen hat.
Heißt also, wenn 1 und 1 zwei ist, dass, wollte mensch etwas positives an einer geschichtlichen Epochen finde (wie z.B. diese billigen Beispiele), dann hast genau Du, lieber Jörg,
meinen Standpunkt geradezu unterstützt, der besagen sollte, indem Du es selber mit dem aktuellen Vergleich und Bezug auf ALG2-Empfänger vormachst, dass eben alles nur in Relation und vorallem in der Retrospektive kritisch zu sehen und zu BEWERTEN IST. Genau darum ging es mir. Nur mit Deinem heutigen Wissen, kannst Du die Wohnungssituation oder was auch immer, anders, kritischer bewerten, obwohl Du eingestehen würdest, dass es sicherlich Leute damals als positiv angesehen haben und heute immer noch tun.
Wir alle, vllt gerade besonders wir, wissen, dass es kein “entweder/oder” in Diskussionen geben darf und die Mitte immer die am schwierigsten zu erlangende Position ist, aber sicher
esp.@Stefan, wenn er oder sie etwas Positives, selbst am Nationalsozialismus fände, sagen kann, muss sogar, nur so kann eine Diskussion stattfinden und nur so können wir uns gegenseitig dazu bewegen, unsere Standpunkte zu bewegen und uns zu bewegen.
Das ist, was ich erwarte, von einer EH, auch wenn sie noch so sehr nicht als rechtsradikal gelten will und sich so empfindet etc, von meiner Famiilie wie von allen anderen und das war das einzige, mögen wir auch immer von der Reaktion der anderen halten, was wir wollen, was wahrscheinlich schlichtweg das kommunikative Grundproblem ausgemacht hat (auch wenn sich irgendjemand selbstgefällig gegeben hat), war es nicht nur unklug und falsch, den eigenen Standpunkt nicht zu relativieren, zu diskutieren, sondern- und nicht nur, um anderen einen Gefallen zu tun- radikal und unkritisch.
Zum Thema Werte, @Jens: es ist mir ganz wichtig, dass Du mich nicht mißverstehst und mich so auffäßt, als würde ich meinen, es existierten keine Werte!!!
Ich finde es auch unheimlich -ja, fast niedlich (ich darf das mal ganz klassisch als Frau zu Euch Männern sagen;), dass sich so aufrichtig bemüht wurde, mich zur Denkmalerbauerin machen zu wollen, aber ich werde mir immer noch nicht mal einen Platz für das Denkmal suchen müssen, denn ich hatte zur Disposition gestellt, in einem Satz die WERTE zusammenzufassen, und nicht die wichtigsten “Eckpfleiler” (sagt mensch doch so im Neudeutschen, oder?) einer IDEOLOGIE. Zitieren kann ich auch;)
Und das war, was ich meinte. Es gibt keinen Wertekonsens, es ist nicht möglich, die Wertvorstellungen ganzer Epochen und Generationen zusammenzufassen. Es ist unmöglich, behaupten zu können, mensch kenne die Werte, welche eine ganze Generation verinniglicht, praktiziert und weitergegeben hätte. Werte sind etwas fluiedes, individuelles, IDEOLOGIEN sind leicht zu greifen, sie sind stilisierte Wertvorgaben, runtergebrochen auf wenige Aspekte.
Deshalb ist es müßig von Werten zu sprechen. Individualismus ist kein Wert, sondern eine Lebenspraxis. Werte können auch Utopien sein, aber sind individuell dem Selbst gesetzte Bestrebungen, Handlungsziele. Niemand würde sich selbst sagen, ich will “lediglich und grundlegend” individuell handeln (oder tut das jemand?!), sondern vllt eher die Handlung sollte individuell sein. Von konservativen Werten, und GANZ BESONDERS in Bezug auf die “Familie” zu sprechen, ist so, als wolle ich den Zustand von Wasser beschreiben, es ist liquid, aber wie es in einem jeden Moment aussieht, ist nicht möglich, zu erklären. In dem Moment, wo ich es beschreibe oder male, ist es schon wieder anders.
Nun ist die Familie weniger wandelbar als Wasser, aber es hat das Ideal Familie oder den Wert Familie, von dem ich glaube, dass wir heutzutage glauben, was wir glauben, darunter zu verstehen, noch nie so in der Realität gegeben…Lust auf mehr?, dann können wir gerne mal Familienbilder,- zustände, -umstände, -kombinationen und -einstellungen der letzten 200 Jahre durchexerzieren und werden kaum eine einzige Familie finden, in der das Bild vorherrschte, von welchem EH oder wer auch immer träumt.
Und was noch sicherer ist, als das Amen in der Kirche, ist, dass vorherrschende Wertvorstellungen selten die demographischen Verhältnisse beeinflußt haben (zur Vertiefung empfehle ich “Kultur und Natur- ein Dialog zwischen Naturwissenschaftlern und Sozialwissenschaftler” vom Suhrkamp Verlag).
Soziale Zwänge sind da viel entscheidender (eine Frau treibt auf der ganzen Welt ab, egal ob ihr dafür die Todesstrafe droht oder nicht). Deshalb hatte EH unrecht mit egal welchem Epochenvergleich in Bezug auf irgendwelche erträumten Werte, die sie wiederhaben will oder die kaputt gemacht worden sein sollen.
An dieser Stelle habe ich versucht, alles knapp und deutlich darzustellen, was mir dazu zu sagen wichtig erscheint, ohne das Thema ins Unendliche auszuweiten.
Gerne lese ich noch Eure Meinungen und Gedanken, wende mich nun aber andern Themen zu, da ich das Gefühl habe, sonst nicht mehr weiterzukommen..
Bis zum nächsten Thema
Rock on, get children, save the german universe=!!
Lil
Man möge mich naiv nennen, aber ich hätte mir – nicht bei Kerner – aber zumindest in den “intellektuellen Leitmedien” anlässlich des Rauswurfs von Herman eine sachlichere Debatte zu dem Thema Familienpolitik gewünscht.
Hermans Rauswurf ist wohl kaum viel mehr als ein billiger Fernsehtrick, der einem zweitklassigen Talkshowmaster und einer alternden Tagesschausprecherin ein wenig Aufmerksamkeit beschert hat. Dass unsere Medienwelt nicht fähig zu sein scheint, sich den hinter der Thematik stehenden Fragen zu stellen, ist der eigentliche Skandal.
Hier ein recht ausführlicher “Essay” von mir zu dem Hermanskandal: http://bitgewitter.blogger.de/stories/1009862/ (“Warum Eva Herman Recht hat. Ein Essay”)