Blondchen vor dem Volksgerichtshof

10. Oktober 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Das gestern tagende “Volksgericht”, das in selbstgerecht aufgeblasener Manier, den Geist des Na(r)zismus aus dem deutschen Fernsehen vertrieben hat, war ein berechenbares Fanal der deutschen Unfähigkeit bei kritischen Themen eine sachliche Diskussion zu führen. Herrn Kerner, seinen unsäglichen B-Promi Gästen und dem ganzen Medienzirkus Vorwürfe zu machen, ist indes billig. Jeder kennt das System, niemand hätte eine sachliche Diskussion erwartet. Wenn es in den deutschen Publikumsmedien um “Nationalsozialismus” und “Antisemitismus” geht, kann es keine sachliche Diskussion geben, da die Gesellschaft sich in ihren antrainierten Rollen sehr behaglich fühlt. Auf einem wissenschaftlichen oder kulturellen Forum mag dies anders sein, aber wer ernsthaft erwartet im Plumpsklo der TV-Unterhaltung sachliche Töne zu hören, ist grundnaiv.

Viel interessanter als der inszenierte Medienzirkus, ist die Selbstinszenierung des deutschen Blondchens Eva Herman. Man kann ihr vieles abnehmen, aber als Medienprofi kennt sie den “Volksgerichtshof” Talkshow und seine Regeln aus dem Effeff.

Jemand der ein Teil der Medien ist, bedient sich ihrer auf seine eigene Art und Weise. Dies trifft auf Herrn Kerner, seine B-Promis und auch Eva Herman zu. Vielleicht wollte sie ursprünglich nur mit dem Feuer spielen, um ihr Buch zu promoten, als sie die Rolle der Familie in der Vor-68er Zeit lobte und diese dabei explizit – wenn auch in einem negativen Kontext - das dritte Reich damit in Verbindung brachte. Vielleicht gingen ihr, als standhaften Verfechterin eines konservativen Familienbildes, auch nur die Pferde durch und sie vergaloppierte sich in ihrer pseudohistorischen Interpretation des Familienbildes im Dritten Reich – Eiferer tragen gerne Scheuklappen.

Dies mag alles sein, aber das Hamburger Blondchen ist nicht so naiv und dumm, wie sie von den Medien gerne dargestellt wird. Ein Opfer des semiintelligenten Kerners ist sie mit Sicherheit nicht, sie gefällt sich eher in der Figur der Jeanne d´Arc, die in ihrem „heiligen“ Kampf für konservative Werte von der Gesellschaft verbrannt wird - eine kalkulierte Selbstinszenierung. Frau Herman ist von Medien in die Gesellschaftspolitik gewechselt und sie beherrscht die Klaviatur des „Skandals“ sehr gut. Die üblichen Verdächtigen standen schon Gewehr bei Fuß. BILD hat seine Schlagzeilen und die Zielgruppe ein neues Idol - in einer Online-Umfrage auf BILD.de fraternisieren 60% der Leser mit dem Blondchen. Auch der Zentralrat der Juden ist sich nicht zu schade, auf diese Gossen-Kampagne aufzuspringen. Herman lässt sich derweil - kalkuliert provozierend - von erzkonservativen Papisten feiern.

Jemand, der wie Herman, anlässlich des Geburtenrückgangs hysterisch eifertWir sterben aus“, der trägt mehr im Sinne als nur ein konservatives Familienbild, das gesellschaftlich durchaus diskutabel ist. Hier geht es um nationalistische Deutschtümelei, eingepackt in eine Familienbilddiskussion, die überfällig erscheint. Auch wenn Herman ganz sicher keine Parallelen zum Nationalsozialismus wünscht, so ist ihr „deutschtümelnder“ Schulterschluss mit einer „national inspirierten“ Familienpolitik abzulehnen. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft als „Muttertier“ wider die Überfremdung und das „Aussterben der deutschen Rasse“ zu definieren, ist ebenso verachtenswert, wie Mutterkreuze an die „Fabrikantinnen“ für neues Kanonenfutter zu verleihen. Herman spricht ersteres natürlich nicht offen aus – zwischen den Zeilen steht aber genau dies. Sie ist Teil eines erzkonservativen Revisionismus, und man sollte sich hüten sie zu verteidigen. Darum geht es ihr, dies war ihr Ziel des “medialen Volksgerichtes” bei Kerner. Und sie scheint damit Erfolg zu haben. Ganze Foren füllen sich mit Solidaritätsbekundungen, man hat das Medienspektakel anscheinend falsch interpretiert - “das naive Blondchen als Opfer”, wenn es mal so einfach wäre.

Update: Ein umfassendes Bild darüber, wie die Bloggosphäre mit der Causa Herman/Kerner umgeht, liefert folgender Artikel im Blog “Sendungsbewusstsein”.

Bildnachweis: DHM, 2x Titanic-Magazin, Wikicommons

Jens Berger

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Trackbacks:

  1. 1 · majakowski.com » Das blonde Evchen am 10. Oktober 2007 um 20:09

    […] als viele viele viele viele viele andere Blogger finde ich die blonde Tante überhaupt nicht erwähnenswert und […]


  2. […] Dank für das Transkript an Stan in den Kommentaren beim Spiegelfechter. Das war’s dann aber bis auf weiteres auch mit Nachrichtensprecherinnencontent. Hält man […]


  3. 3 · CaJaRoRe::Blog » The Work Is Done am 11. Oktober 2007 um 03:30

    […] hat, aber auch jedes Vorurteil gegenüber Blondinen zu bestätigen… und dafür dann bei Kerner, einer anderen Labertasche im Dienste der Volkverdummung, herauszufliegen. Aber das reicht dann […]


  4. 4 · The Work Is Done « Moppelkotze::Blog am 11. Oktober 2007 um 03:30

    […] hat, aber auch jedes Vorurteil gegenüber Blondinen zu bestätigen… und dafür dann bei Kerner, einer anderen Labertasche im Dienste der Volkverdummung, herauszufliegen. Aber das reicht dann […]


  5. […] Fremdenfeindlichkeit, Kriege? Oder wenigstens bierselige Fussballorgien, dröge Fernsehabende, Eva Herman, Johannes Kerner, am Ende gar Paris Hilton und wie sie alle […]


  6. 6 · Wir sterben aus auf F!XMBR am 12. Oktober 2007 um 00:55

    […] und den Papageien in der Politik verbreitet wird, dann möchte ich zum Schluß dank dem Spiegelfechter auf ein Interview mit Harand Schmidt hinweisen. In einem Interview mit der Netzeitung sagte Harald […]


  7. 7 · Zum nachgucken! « marius.zierold am 12. Oktober 2007 um 06:21

    […] - Blondchen vor dem Volksgericht “Viel interessanter als der inszenierte Medienzirkus, ist die Selbstinszenierung des […]


  8. […] ausholt auch “Der Spiegelfechter” (Link). Wie beim “Telepolis”, wird hier auch der “Medienzirkus” angeprangert, das […]


  9. […] auf der Autobahn - Schauprozess vor laufender Kamera bei Johannes B. Kerner”. Der Spiegelfechter schafft es mit Sätzen wie “Auch der Zentralrat der Juden ist sich nicht zu schade, auf diese […]


  10. […] Du kannst nicht hin und nicht weggucken. Von der inhaltlichen Auseinandersetzung zu schweigen (hier oder hier) ist das auf der persönlichen Ebene so gar nicht […]


  11. 11 · INDAL - blog - Jörg Friedrich am 17. Oktober 2007 um 09:27

    […] In den letzten Tagen kocht die Diskussion darüber hoch, ob es falsch ist, sich auf “traditionelle” oder “ursprüngliche” Werte und Strukturen zu besinnen. So wird z.B. die Rückkehr zu traditionellen Familienkonzepten als mögliche Lösung aktueller Probleme angeboten. Das ist der richtige Moment, sich zu fragen, was sich hinter “Tradition” und “Ursprünglichkeit” eigentlich verbirgt. […]


Kommentare:

  1. · mineralgeneral am 10. Oktober 2007 um 18:37 - Permalink

    Ich verstehe ohnehin nicht, warum über derartig krude Thesen wie die von Frau Hermann überhaupt in diesem Ausmaß berichtet wird. Aber wahrscheinlich wirklich nur, damit sich jeder in seiner Rolle als Geiferer, Provokateur, besonnener Humanist, oder schmunzelnder Weiser gefallen kann.


  2. · no85 am 10. Oktober 2007 um 18:58 - Permalink

    Die Aussage “wir sterben aus” ist leider typisch für einen Diskurs über den “demographischen Wandel”, der sehr nationalistisch eingefärbt ist, obwohl es eigentlich um eine globale Entwicklung geht. Aber wie kommt das Blondchen zu dieser Aussage? Filme wie Der Aufstand der Alten (eine ZDF-Produktion) und die Veröffentlichungen von Frank Schirrmacher haben sicher einen Anteil daran. Mal abgesehen von den PR-Kampagen der privaten Rentenversicherer. In Sachen NS-Familien”politik” stimme ich mit diesem Artikel im Standard überein, der die treffende Überschrift “Alles war schlecht” trägt.


  3. · Spiegelfechter am 10. Oktober 2007 um 19:23 - Permalink

    @no85

    Dieser Kampagnenjournalismus, angestossen von Meinhard Miegel, ist idT fürchterlich. Letztendlich basiert er vor allem auf der Angst vor einer vermeintlichen Überfremdung.

    Ich halte es da mit Harald Schmidt: “Schauen Sie Sich Ostdeutschland an - wo die Frau geht, kommt der Luchs. Ich habe kein Problem damit”.


  4. · Christian am 10. Oktober 2007 um 19:59 - Permalink

    Sehr gut geschrieben! Vor allem der letzte Absatz spricht mir aus der Seele.


  5. · Marcel am 10. Oktober 2007 um 20:05 - Permalink

    vielleicht bin ich einfach nur naiv, aber ich fand die sendung gerade wegen kerner, berger und schreinemakers so gut. die wirkten einfach menschlich und haben genau das gemacht, was man mit solchen aussagen wie der der herman machen sollte: dagegen reden. ich habe bauchschmerzen, wie dies als tribunal ausgelegt wird oder wie auch teilweise wieder von dem deutschen beißreflex im bezug auf aussagen über das 3. reich gesprochen wird. denn als es um die autobahnen ging, geschah das ja in einem anderen zusammenhang. und in dem musste ich schon schlucken. und das sie belegbar auch abseits der pressekonferenz folgendes gesagt hat: “Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden” schreit doch geradezu danach, dass man sich verbal dagegen äussert. denn der satz ist einfach falsch!

    für die art, wie das gestern abgelaufen ist, sollte man sie richtigerweise nicht bedauern. sie wusste, worauf sie sich einliess. sie war selber talkshowmoderatorin.

    ich find es schade, dass da nun wieder eine mediendiskussion draus gemacht wird, anstatt dass endlich begriffen wird, dass rechte gedanken, relativismus, sich auch bei “vernünftigen” menschen im kopf abspielt und eben keine erscheinung des rechten spektrums ist. das geht aber leider unter.


  6. · Kunigund Klotz am 10. Oktober 2007 um 20:11 - Permalink

    verstehe die ganze aufregung überhaupt nicht. zum teil hat eva herrmann doch recht, nur dass man das nach dem verlorenen krieg bei uns eben nicht mehr sagen darf. in anderen ländern würde niemals so eine diskussion entstehen. der gleiche zirkus ist jetzt wieder mit dem fussballspieler dejagah und was war da neulich noch, nur weil ein bischof das wort “entartete kunst” benutzt hat. ich finde diese ganzen diskussionen nur noch krank. der zetnralrat der juden scheint nichts anderes zu tun zu haben als ständig auf der suche zu sein, daß sich irgendjemand bei uns in irgendeiner art und weise verplappert um dann den rücktritt der jeweiligen person zu fordern. wir wäre es mal mit ein paar israel-kritischen kommentaren des zentralrates zum thema “schüsse auf palästinensische kinder” oder “ausweitung der siedlergebiete in palästinensergebiet”? natürlich darf das dritte reich nicht verharmlost werden, hat aber eva hermann doch auch nicht getan.


  7. · Thomas Kurbjuhn am 10. Oktober 2007 um 20:30 - Permalink


  8. · S. am 10. Oktober 2007 um 20:43 - Permalink

    Vielen Dank für den Artikel , mal wieder Klasse auf den Punkt gebracht , ich sehe sie nämlich auch nicht in der Opferrolle , ganz im Gegenteil , in gewissen Kreisen wird sie gefeiert werden .

    Ich finde diese Frau einfach nur schrecklich und es ist ganz gewiß nicht harmlos , wenn revisionistische Kräfte in ihr ein Sprachrohr finden !!

    OT Shit jetzt hab ich 6 angeklickt *würg*


  9. · wombat am 10. Oktober 2007 um 21:10 - Permalink

    und die deutsche Ann Coulter ward geboren. Wenn wir uns in Deutschland auf dieses Niveau begeben, sehe ich schwarz.

    Dejagah unterstelle ich mal, dass seine Entscheidung keinen politischen sondern, wie er selbst sagt, einen persönlichen Hintergrund hat. Ich bezweifle mal, dass er überhaupt weiß, wo Israel liegt.
    Bei einem Kardinal Meisner oder einer Frau Herman sieht das schon ganz anders aus. Die Wahl des Wortes “entartet” ist da schon allerhand und die Autobahn auf der wir heute noch fahren spiegelt die Gedankenwelt vieler Leute wider.

    Wenn ihr das lesen könnt, hab ich die Aufgabe des Spamschutzes richtig gelöst.


  10. · mattes1955 am 10. Oktober 2007 um 21:33 - Permalink

    Wer ist Hermann ?
    Wer hat sie nach ihrer unmaßgeblichen Meinung zur Bevölkerungspolitik gefragt ?

    Decken wir das gnädige Mäntelchen des Schweigens über sie und wenden uns Herrn Schäuble zu.
    Denn: nur nicht ablenken lassen !!


  11. · Simon Columbus am 10. Oktober 2007 um 21:34 - Permalink

    Eine sehr treffende Analyse - insbesondere der letzte Absatz ist es, der den Spiegelfechter mal wieder besser sein lässt als die konventionellen Medien. Denn die Berichterstattung zum Fall Eva Herman ist nun wirklich auf peinliche Weise oberflächlich und verdeckt den hinter EH’s Bemerkungen stehenden christlich-konservativen Geist. Genau, wie es auch im Fall Meisner passiert ist: Man redet lieber von Entgleisungen und NS-Vokabeln als den destruktiven Konservatismus der “Täter” anzuprangen.


  12. · name am 10. Oktober 2007 um 21:34 - Permalink

    Zwischen dem medial verkauften deutschtümmelnden “Zurück an die Ikeaherdplatte” und dem vermeintlich emanzipierten Gegenstück des globalen Metropolenkapitalismus in der wertenden “nach uns der Luchs” Variante, gibt es aus Sicht des der Kapitalverwalter keine andere mögliche Wertelösung. Die Diskussion um Familie und Kinder hätte ein Anklage des ahistorischen kapitalistischen Normalzustandes verdient, eine, die sozialistisch argumentiert.

    Was Kerner offenbart hat, ist die Tatsache, dass Hilferdings Diktum vom dialektischen Wertewandel der bürgerlichen Eliten, immer noch hochaktuell ist: es wird diktiert, nicht diskutiert. Besser hätte man den Bewusstseinszustand der Republik nicht spiegeln können. Während der globale Marktkapitalismus jedes Ding an sich dem Wertgesetz unterwirft, jede Erscheinung kalkuliert, jedes Gefühl verkaufen, kaufen, pachten und leasen lässt, bleibt für dessen deutsche Verlierer die verbrecherische ahistorische Werteware von “Onkel Adolfs Mutterkreuzen”. Auch diese lässt sich verkaufen und im Zweifel lassen sich hinter einer Blut, Boden und Rassequalifizierung die verlorenen Massen scharen.

    Die Vereinigten Staaten schwören wie Russland auf die Kirche als bindendes Bewusstseinselement, um dem kapitalistischen Istzustand einen idellen Rahmen zu geben. Aufgeklärte emanzipierte Kapitavertreter finden selbst das lächerlich und fühlen sich eher im Metropolenjumping zu Hause. Das ist der Rahmen, der nicht gesprengt und in Frage gestellt werden darf. Die moderne neoliberale Feminismusdiskussion hat keine sozialen Gedanken, keine soziale Gleichheit zwischen den Geschlechtern, sie erschöpft sich im Beruf von Bomberpilotinnen.


  13. · Clod am 10. Oktober 2007 um 21:58 - Permalink

    “Oder wie die blonde Eva zur Esther wird”

    Ist es nicht auch denkbar, dass E.Herman von zionistischen Lobbys benutzt wird den alltägliche Schuldkult inkl. Faschismus u. Antisemitismus zu zelebrieren? Vor allem die Art und Weise- ständige Wiederholung, Emotionalisierung, viel Radau und natürlich Bestrafung zeigt doch die Handschrift der zionistischen Meinungsmache.
    Und lehrt nicht auch die jüdische Rabulistik das Gegenteil, von dem was man sagt, zu erreichen um damit die wirklchen Interessen zu verschleiern.
    Hat Herman ihrer Idee von der konservativen Familienpolitik mit der Verknüpfung zur Nazizeit nicht mehr geschadet? Selbst eine sehr “blonde” Journalistin hätte das wissen müssen.Und das sie auch noch auf diesem Stadpunkt bleibt, sich vorführen und bestrafen lässt-zeigt doch das sie gelenkt wird. Es ist auch interessant wie das Thema in die katholische Kirche eingebunden wird.Konservative Familienpolitik+Kirche= Faschismus
    Und das ist das Wunschdenken vieler Zionisten die kath.Kirche in die Schuldkultur einzubinden( dabei hatten die ihren eigenen Holocaust; (Hexenverbrennung,Zwangsmissionierung und Sklaverei…).Eva Herman hat da eine gute Arbeit geleistet-hoffentlich bezahlt man ihr`s auch gut! Aber in Ihrem Alter hat sie in den Medien nichts mehr zu verlieren- sie kann eigentlich nur gewinnen, eine ideale Marrionette.
    Das Prinzip jüdische Esther funktioniert auch heute noch-sie heissen heute Monika Lewinski, Gabriele Pauli, oder Eva Herman.


  14. · verschwender am 10. Oktober 2007 um 22:06 - Permalink

    Ich habe mir Eva Hermans Auftritt bei Kerner gerade in der ZDF Mediathek angeschaut. Ich weiß nicht recht ob sie wirklich verstanden hat, was sie da eigentlich von sich gibt.


  15. · Stan am 10. Oktober 2007 um 22:32 - Permalink

    Ja hallo, ich hätte da noch eine Frage bezüglich Hermanns erster Äußerung, hab mal das Originalzitat rausgesucht:

    “Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch
    alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist DAMALS eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben….“

    Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht. Mit dem “…Politiker” wird ja wohl Hitler gemeint sein, aber sie formuliert das so, als ob Hitler in den 68ern gelebt hätte, und das dies die furchtbare Zeit gewesen wäre. Das “DAMALS” bezieht sich dann jetzt auf welche Zeit?? Diese Formulierung ist total verworren und eigentlich dazu bestimmt Missverständnisse zu erzeugen. Was mich angeht, so habe ich das nicht missverstanden, ich habe diese Stelle überhaupt nicht verstanden. Dieser ganze Satz bis zum Ende des Auszugs ist für mich ein einziges Rätsel. Mag sein, dass ich weniger intelligent bin als andere und für einige komplexere Zusammenhänge länger brauche, aber: Könnte mir das trotzdem mal jemand erklären?

    (Ich glaube, dass ich Eva sozusagen als “Gesamtpaket” verstanden habe, und sehe meine Meinung in dem Spiegelfechter-Text auch vertreten, aber dieses Zitat erschließt sich mir einfach nicht.)


  16. · king balance am 10. Oktober 2007 um 22:46 - Permalink

    Guter Artikel, aber jeder der es gesehen hat musste feststellen das das die B - C Promis plus der Prof panische Angst davor hatten nächste Woche womöglich selbst auf dem Schleudersitz zu sitzen.
    Der MDR heute zum Prof.
    Der Historiker Professor Wolfgang Wippermann, der als Experte in die Sendung geladen war, sagte, er habe Herman ursprünglich unterstützen wollen. “Aber als sie plötzlich über Autobahnen bei Hitler sprach, war das Gejohle im Publikum groß. Dabei gerät sie mit ihrer Terminologie in eine problematische Ecke”.

    Was ist das für eine Aussage von einen Professor der als Experte geladen war? Bin ich ein Nazi wenn ich sage das die DB Deutsche Bahn in den dreißiger Jahren pünktlicher war wie HEUTE. Bin ich ein Gefährder wenn ich sage die Lokführer streiken zu Recht, bei der Bahn verdient der Vorstand (8 Personen) 14 Millionen im Jahr - für was bitte bekommen die Geld wenn der ICE im Hochsommer bei fast 40 Grad durchs Land fährt und die Klimaanlage nicht funzt.. und dann auch noch 40 Minuten zu spät ankommt. Gutscheine als Entschädigung - wo Leben wir denn meine Herren.


  17. · Frederic am 10. Oktober 2007 um 23:21 - Permalink

    Ich glaube auch, dass das der entscheidene Moment der ganzen Veranstaltung war, als die Herman “Wir sterben aus” sagt, Kerner ein schnelles “Dann gibts halt dafür ein paar Inder mehr” nuschelt und sie dann angewiedert die Augen verdreht. Da war es ganz kurz ganz hässlich zu sehen, was zwischen den Zeilen stand.


  18. · Spiegelfechter am 10. Oktober 2007 um 23:30 - Permalink

    @Kunigund Klotz

    zum teil hat eva herrmann doch recht, nur dass man das nach dem verlorenen krieg bei uns eben nicht mehr sagen darf

    Sicher - nur ist es bedenklich beim Vergleich des Familienbildes
    folgende Faktoren zu verschweigen: Mutterkreuz, Euthanasie,
    Kannonenfutter für den Führer, Rassehygiene, Lebensborn, Zucht der
    Herrenrasse …

    All dies hat sie ausgeblendet, daher ist ihre “Annährung” im höchsten Maße unhistorisch und oberflächlich.


  19. · Marcel am 10. Oktober 2007 um 23:34 - Permalink

    mein kommentar ist hier irgendwie abgefangen worden :x


  20. · Spiegelfechter am 10. Oktober 2007 um 23:40 - Permalink

    @clod

    Ist es nicht auch denkbar, dass E.Herman von zionistischen Lobbys benutzt wird den alltägliche Schuldkult inkl. Faschismus u. Antisemitismus zu zelebrieren?

    Nein, das ist viel zu kurz gedacht. Wer auf Linie dieses “Schuldkultes” ist, wie Du ihn nennst, wird auf EH so reagieren, wie der ZdJ - mit pawlowschen Reflexen. EH greift ein Thema auf, das tief in der konservativen Seele schlummert und verbindet es (ganz zufällig und “blond naiv”) mit dem Dritten Reich - dies führt bei “ihrer” Zielgruppe eher zu einer Entdämonisierung des Dritten Reiches als zu irgendeiner Form von “Schuldkult”.
    Der Rest Deines Beitrages ist hart an der Schmerzgrenze zum Antisemitismus.


  21. · Spiegelfechter am 10. Oktober 2007 um 23:44 - Permalink

    @Stan

    Diese Formulierung ist total verworren und eigentlich dazu bestimmt Missverständnisse zu erzeugen.

    Exakt so sehe ich dies auch. Sie spielt im besten Sinne mit dem Feuer, im schlimmsten Sinne facht sie es an.


  22. · Spiegelfechter am 10. Oktober 2007 um 23:51 - Permalink

    @kingbalance

    Was ist das für eine Aussage von einen Professor der als Experte geladen war? Bin ich ein Nazi wenn ich sage das die DB Deutsche Bahn in den dreißiger Jahren pünktlicher war wie HEUTE.

    Nein - im gleichen Sinne könne man argumentieren, dass nur deshalb weil Hitler Nichtraucher und Vegetarier war, heute Rauchen und Fleischverzehr ja nun nicht unbedingt “antifaschistische” Handlungen sind.

    Bei der Familienpolitik ist dies allerdings viel(!) komplexer. Sie beruhte ja nicht auf konservativen, katholischen Werten, sondern war Teil des nationalsozialistischen Masterplans. Man wollte die “unwerte” Welt mit blonden Superdeutschen überschwemmen, die zunächst im Kampf gegen “unwertes” Leben fallen und nach dem Endsieg die “Herrenrasse” verbreiten.

    Eine solche Politik kann und darf(!) man nicht mit dem konservativen Familienbild (Frau am Herd) vergleichen, da sie von Grund weg unterschiedlich motiviert ist.

    Die konservative Familienpolitik ist diskussionsfähig und -würdig. Keine Frage. Aber EH hatte zig Möglichkeiten dies geradezurücken und sie hat es nicht getan.


  23. · Spiegelfechter am 10. Oktober 2007 um 23:54 - Permalink

    @Frederic

    Ich glaube auch, dass das der entscheidene Moment der ganzen Veranstaltung war, als die Herman “Wir sterben aus” sagt, Kerner ein schnelles “Dann gibts halt dafür ein paar Inder mehr” nuschelt und sie dann angewiedert die Augen verdreht

    Hoppala - das Augenverdrehen ist mir glatt entgangen. Das sagt idT viel aus.


  24. · Peter Lorre am 10. Oktober 2007 um 23:58 - Permalink

    “Herrn Kerner, seinen unsäglichen B-Promi Gästen und dem ganzen Medienzirkus Vorwürfe zu machen, ist indes billig. Jeder kennt das System, niemand hätte eine sachliche Diskussion erwartet.”

    Nun mal nicht so billig, Spiegelfechter. Doch es geht genau darum. Der seit dem 2. Weltkrieg herrschende Diskurs wird exakt so geführt wie wir es gerade wieder erleben. Und abseits von einigen Linken, Chomsky und ein paar anderen “Verwirrten” berichtet eben NIEMAND über die Maschinerie, die besagter Chomsky “manufacturing consent” nennt.
    Es geht eben nie um Inhalte sondern um Rituale. Und wenn selbst der Deutschlandmahner Nr. 1 Broder Eva Herman “irgendwie” in Schutz nimmt, dann kann das Problem nicht (allein) in ihrer Person liegen.
    Damals habe ich in anderen Blogs ebenfalls so halbschlaue Kommentare wie deinen gelesen, die das Problem anreißen, aber letzlich doch in gewohnte Fahrwasser des Mainstreams driften, dass die betreffende Person das “System hätte kennen müssen”. “Das man sich hüten müsse sie zu verteidigen” und ähnlichen Mumpitz.

    Klarer Fall von Bullshit.

    Die CDU, ihre Spießgesellen und Hermans Ansichten gehen mir am Arsch vorbei. Dennoch gehört es zum fairen Umgang dazu, Geistesschwachen wie Herman vernünftig entgegenzutreten. Diese Hysterie ist auch immer dann zu sehen, wenn die NPD in irgendeinem Subausschuss eines Landtages einen Furz lässt und alle “tief betroffenen” und “empörten” Abgeordneten sofort das Parlament verlassen um dann in die bereitgestellten Fernsehkameras hineinzuderilieren, wie böse doch diese Rechten wären. Dieses Schwachköpfen argumentativ entgegenzutreten kann keiner der Volksvertreter. DAS ist ein Aufreger wert, genau wie die hilflose und selbstgerechte Reaktion Kerners und seiner Halbdebilen auf dem Sofa.

    Du scheinst es offenbar zu bedauern, dass der Volksgerichtshof diesmal nicht erfolgreich war jemanden aufgrund dummer Ansichten zu denunzieren. Namen wie Hohmann, Möllemann und Günzel scheint der Spiegelfechter ausgeblendet zu haben. Wie diese Personen abserviert wurden, hat dir scheinbar besser gefallen.

    Allein Sätze wie “Herman spricht ersteres natürlich nicht offen aus – zwischen den Zeilen steht aber genau dies.” sind das pure Grauen, da abolut inhaltsleer, subjektiv tendenziös und manipulativ. Ebenso grandios und offensiv dumm wie: “Der Spiegelfechter kritisiert den Spiegel, zwischen den Zeilen also die Pressefreiheit!!1″.

    Insgesamt erschreckend schwacher Blogeintrag.


  25. · Merkel Versteher am 10. Oktober 2007 um 23:59 - Permalink

    Geplant ist bei Kerner’s “Tribunal” sicher jetzt, weil das ja so gut funktioniert hat mit der Eva. Mal aus aktuellen Anlass (Verfassungsgericht Karlsruhe) nächste Woche BMI Schäuble (Sicherheitsminister), zusammen mit den Dresdner Informatiker Andreas Pfitzmann, FDP Ex Innenminister Baum und einen Vertreter des Chaos Computer Club (CCC) + ergänzend als kleines Schmankerl “D. Kübelbööööck.”
    kingbalanc...
    blog.fefe....
    osthessen-...


  26. · name am 11. Oktober 2007 um 00:08 - Permalink

    Man sollte nur nicht vergessen, welches geistes Kind der superblonde Masterplan der deutschen Faschisten war: Vorbild ist da ganz eindeutig das konservative, zutiefst rassistische Weltbild, welches durch das Kaiserreich vorgeprägt war. (Ausrottung der Herros, erster Weltkrieg)

    Rudolf Hilferding hat die Ursachen für den bürgerliche Rassismus und deren Auswirkungen auf das gesamte Menschenbild treffend beschrieben:

    “Das Finanzkapital will nicht Freiheit, sondern Herrschaft.. War der Liberalismus ein Gegner der staatlichen Machtpolitik, wollte er seine Herrschaft sichern gegenüber den alten Gewalten der Aristokratie und Bürokratie, indem er ihnen die staatlichen Machtmittel im möglichst geringen Umfang gewährte, so wird die Machtpolitik ohne jede Schranke zur Forderung des Finanzkapitals…. Das Verlangen nach Expansionspolitik aber revolutioniert auch die ganze Weltanschauung des Bürgertums. Es hört auf, friedlich und human zu sein… In der Rassenideologie entsteht so eine naturwissenschaftlich verkleidete Begründung des Machtstrebens des Finanzkapitals, das so die naturwissenschaftlichene Bedingtheit und Notwendigkeit seiner Handlungen nachweist. Anstelle des demokratischen Gleichheitsidelas ist ein oligarchisches Herrschaftsideals getreten.”


  27. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 00:16 - Permalink

    @Peter Lorre

    Du scheinst es offenbar zu bedauern, dass der Volksgerichtshof diesmal nicht erfolgreich war jemanden aufgrund dummer Ansichten zu denunzieren.

    Nein, auf keinen Fall. Du vermittelst den Eindruck “fundierter” Kritik, hast den Text aber offensichtlich nicht verstanden. Natürlich ist eine “Gossen-TV Talkshow” nicht der Platz einer rhetorischen Demaskierung. Wäre sie es, wäre EH dort nicht erschienen.

    “There´s no Business like Show-Business” - Herman ist kein Opfer, sondern ein williges Rädchen im System.

    Namen wie Hohmann, Möllemann und Günzel scheint der Spiegelfechter ausgeblendet zu haben. Wie diese Personen abserviert wurden, hat dir scheinbar besser gefallen.

    Keinesfalls - ich finde jeden dieser Fälle gerechtfertigt. Wer (Günzel nehme ich da mal raus) im Braunen fischt, darf sich nicht wundern, wenn er die entsprechende Reaktion bekommt. Für Möllemann und Hohmann einzutreten, widerspricht meinem Anstand - auch wenn (auch das ist klar) ihre “Feinde” unredlich sind.

    Der Engländer sagt: Never wrestle with a pig. You both get dirty, and the pig likes it. Es liegt mir fern, eine der beiden Seiten zu verteidigen.


  28. · verschwender am 11. Oktober 2007 um 00:19 - Permalink

    Mir fällt immer wieder auf, daß gerade vom rechten Spektrum unserer Gesellschaft immer wieder der Holzhammer Meinungsfreiheit aus dem Keller hervorgeholt wird sobald ihre Meinung und Thesen kritisiert werden. Dazu möchte ich nur anmerken, nicht die Meinungsfreiheit an sich steht zur Debatte, sondern der Meinungsinhalt. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Um noch einmal auf Eva Herman zurück zukommen. Ihre ganze Diskussion um fehlende Werte in unserer heutigen Gesellschaft ist einfach nur lächerlich. Gerade in Hinblick auf den Schutz der Familie. Hätte sie einmal ins Grundgesetz geschaut, anstatt die ganze Zeit nach “Gleichstellung” zu googeln, wäre auch bestimmt dieser selbstverwirklichten Frau aufgefallen, daß der Schutz der Mutter durch die Gemeinschaft sogar gesondert in Artikel 6 Abs.4 verankert ist. Da hätte sie auf den Vergleich mit den Werten aus zum Glück vergangenen Zeiten, gar nicht anstrengen brauchen. Hätte sie ihr Anliegen auf unser heutiges Grundgesetz begründet, man hätte vielleicht aufgehorcht, was sie wirklich zu sagen hat. So hat sie sich einfach nur der Lächerlichkeit preisgegeben. Sie wurde bei Kerner vorgeführt und das zu recht.


  29. · Matziberlin am 11. Oktober 2007 um 00:34 - Permalink

    Wie gut das wir keine anderen Probleme haben - wo ist mein Fruit - ich muss erst mal los und das klären bis zur nächsten Wahl euer Matzi


  30. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 00:43 - Permalink

    @19 Marcel

    Das liegt an Deiner unkonventionellen Mail-Adresse und Domain ;-)

    Ich habe den Spam-Filter mal ein wenig “abgespeckt” - mal schauen, ob dieses Wort wirklich relevant ist.


  31. · Peter Lorre am 11. Oktober 2007 um 00:45 - Permalink

    Nette Taktik sich 2 Stellen rauszufischen und den Rest zu ignorieren, Spiegelfechter.
    Aber ich sehe, dass du nicht ganz kapierst, was ich schrieb. Es geht mir nicht darum Pfeifen und Unsympathen wie Herman und Co zu verteidigen, sondern die Art und Weise des absolut unfairen Umgangs mit ihnen. Du scheinst weiterhin nicht zu begreifen, dass man sich nicht automatisch mit den Positionen der Delinquenten gemein macht, wenn man ihre mediale Behandlung kritisiert. Sorry, das ist typische PC-Denke in intellektuellerem Gewand.

    GossenTV ist natürlich kein Ort der tiefergehenden Analyse oder Exegese, D’accord.
    Aber dein Blog offenbar auch nicht, denn es ist im selben Duktus geschrieben wie die Kommentare der Sueddeutschen etc.
    Welchen Erkenntnisgewinn soll man denn aus deinem Beitrag ziehen, der nicht schon bereits von überbezahlten und unterbelichteten Kommentatoren der Massenmedien breitgetreten wurde?

    Zumal ich mir nicht sicher bin, ob du die Sendung wirklich gesehen hast. Dieser oberpeinliche Professor, der jeden Geschichtsunterricht einer Grundschule entehren würde, das absichtliche Missverstehen wollen, um das Wort Gleichschaltung usw. usf.
    Ein einziges “Wer ist der Nazi?”-Spiel. Für Herman bedauerlich, dass sie der einzige Mitspieler war.

    youtube.co...


  32. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 00:58 - Permalink

    @Peter Lorre

    Aber ich sehe, dass du nicht ganz kapierst, was ich schrieb. Es geht mir nicht darum Pfeifen und Unsympathen wie Herman und Co zu verteidigen, sondern die Art und Weise des absolut unfairen Umgangs mit ihnen.

    Och Jottchen - der arme Möllemann und der arme Hohmann. Mir kommen die Tränen *schluchz*

    Sorry, das ist typische PC-Denke in intellektuellerem Gewand. []
    Aber dein Blog offenbar auch nicht, denn es ist im selben Duktus geschrieben wie die Kommentare der Sueddeutschen etc.

    Na, da wüsste ich aber einen Blog, der schon vom Namen her nicht so PC ist - da wirst Du sicher auch Freunde finden, die mit Dir zusammen über die pöhsen Purschen, die Hohmann und Mölleman … nein, das widerspricht ja der unbedingten Solidarität mit Israel - ach es ist schon schwer. Aber über das deutsche Blondchen als Opfer wirst Du dort sicher fein “diskutieren” können.


  33. · Peter Lorre am 11. Oktober 2007 um 01:22 - Permalink

    Feine Selbstentlarvung, Spiegelfechter. Mich hier als Sympathisant dieser Deppen - und damit implizit als rechts - hinzustellen, ist ja mal richtig arm. Kein einziges Gegenargument, nur Dummheit.

    Im übrigen scheinst du nicht zu erkennen, dass man bei diesem feinen Spiel, bei dem der gewinnt, der den größten Haufen Dreck wirft auch mal verlieren kann. Und zwar spätestens dann, wenn es einen selbst betrifft.

    Erheiternd ist besonders, dass du mich diesem Debilenblog politically inkontinent zurechnest. Aber ist lustig mit anzusehen, wie verwirrt du bist. Möllemann verteidigen und unbedingte Solidarität mit Israel ist “schon schwer” unter einen Hut zu kriegen, wie du bereits korrekt erkennst.

    Komm’ mal klar.


  34. · maloXP am 11. Oktober 2007 um 01:35 - Permalink

    Hi Spiegelfechter, der Link hinter “mit dem Feuer spielen” im Artikel ist kaputt. Da ist ein Gänsefuß zuviel, glaube ich.

    Inhaltlich gehe ich mit dir konform, möchte auch nochmal betonen, dass es Unfug anzunehmen, dass in der NS-Zeit enge familiäre Bindungen (”Zusammenhalt”) ein Ideal waren - im Gegenteil, Kinder sollten möglichst früh und umfassend aus der unkontrollierbaren und damit potentiell systemfeindlichen Bindung Familie herausgelöst werden. Ich will den Kommentar nicht unnötig aufblähen, deswegen nur kurz der Verweis auf einen schon etwas älteren Artikel bei mir zum Thema.


  35. · Simon Columbus am 11. Oktober 2007 um 01:53 - Permalink

    @ MaloXP:

    … und die Jungs wurden mit 16, 17 ins Militär gezwungen. Sehr mitfühlend, besonders den Müttern gegenüber…

    Ein Staat, der Krieg führt, ist nie ein Staat, der Familien gut tut.


  36. · RockSolid am 11. Oktober 2007 um 02:48 - Permalink

    ich glaube, der spiegelfechter macht es sich hier ironischerweise selbst zu einfach.

    der frau hermann ein gewisses kalkühl zu unterstellen (auch wegen ihres buches), muss nicht falsch sein, der ansatz der “deutschtümmellei” jedoch m.e. schon. was ist das überhaupt, “deutschtümmellei”? klingt für mich wie irgendein nicht näher definierter antifa-begriff.

    was ihre these des “aussterbens” angeht, ist ja nicht von der hand zu weisen, dass die geburtenraten der einheimischen bürger zurück gehen, die der ausländer (also alle personen ohne deutschen pass) steigen bzw. auf gleichem niveau bleiben. rein demographisch gesehen kann man somit durchaus von langsamen “aussterben” sprechen. ich kann an dieser feststellung auch nichts schlimmes oder gar fremdenfeindliches finden.


  37. · Simon Columbus am 11. Oktober 2007 um 03:04 - Permalink

    @ RockSolid:

    Wenn man schon Fakten zitiert, dann aber bitte richtige. Die Geburtenrate von Migranten geht in Deutschland sogar noch schneller zurück als die der deutschstämmigen Bevölkerung. Nur mal das erste, was google so ausspuckt:

    “Zwar ist die Zahl der in Deutschland geborenen Kinder ausländischer Eltern in den letzten drei Jahren deutlich rückläufig (sie sank von 107.200 in 1997 auf 95.200 in 1999), dennoch liegt die Geburtenrate der Ausländer mit 13 Neugeborenen pro 1.000 Einwohner immer noch deutlich über der entsprechenden Rate der Deutschen mit 9 Geborenen pro 1.000 Einwohner.”

    Über die Tatsache, dass eine derartige Trennung von “Deutschen” und “Ausländern” - und da hat Frau Herman sicher nicht “Bürger mit ausländischer Staatsangehörigkeit” gemeint, sondern alles, was nicht “deutschen Blutes” ist - purer Rassismus ist, will ich gar nicht erst diskutieren.


  38. · Simon Columbus am 11. Oktober 2007 um 03:05 - Permalink

    Hier noch der Link zur Quelle:

    isoplan.de...


  39. · Dr. Dean am 11. Oktober 2007 um 05:13 - Permalink

    Kommentar Nr. 7 (NPD-Propagandist Kurbjuhn) bitte löschen.


  40. · RockSolid am 11. Oktober 2007 um 05:17 - Permalink

    @37

    ich stehe nicht auf zahlenspiele. fakt ist zumindest, dass die geburtenrate bei ausländern - ich verwende mal dein zitat - “deutlich über der entsprechenden rate der deutschen” liegt.

    denkt man darüber nach, so ist die angst vorm “aussterben” der ursprünglich deutschen bevölkerung bzw. vor einer langfristigen “überfremdung” von innen ja nicht unbegründet.

    frau hermann rassismus vorzuwerfen halte ich übrigens für lächerlich. ihr scheint es tatsächlich nur um ihr konservatives familienbild - und möglicherweise um werbung für ihr buch - zu gehen. dieses vorstellungen teile ich zwar nicht, respektiere sie aber und stelle die frau dafür nicht in irgendeine ecke. offenbar hat sie mal einem hohen tier auf den schlipps getreten, weshalb sie jetzt gesellschaftlich vernichtet werden soll… diverse charakterlose politiker und medienleute nutzen natürlich diese chance, sich mal auf “saubermann” profilieren zu können. einfach beschämend dieses theater.


  41. · Marcel am 11. Oktober 2007 um 08:03 - Permalink

    was ist eigentlich so schlimm daran, wenn wir aussterben? es sind vor uns schon so viele völker und volksgruppen ausgestorben. so what?

    @peter lorre
    “GossenTV ist natürlich kein Ort der tiefergehenden Analyse oder Exegese, D’accord.”

    in dem fall bin ich da ganz anderer meinung. diese frau redet leider vielen menschen nach dem maul. man schaue sich nur die ganzen kommentare bei den größen deutschen nachrichtenportalen an. da wird einem anders. wenn man sie nun im presseclub anfechtet, wer bekommt das mit? niemand. macht man das jedoch in einer sendung wie JBK dann bekommen menschen endlich mal ein gefühl dafür, wie sich latente rechte strömungen outen. ich fand das insgesamt schon ganz gut so.

    und hier mit hohmann etc zu kommen. ach bitte… wer sich so äussert wie diese herren, der bekommt auch die reaktion. man ist ja nicht gezwungen, mist unwidersprochen hinzunehmen


  42. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 08:03 - Permalink

    @RockSolid

    as ist das überhaupt, “deutschtümmellei”?

    Das weiß ich auch nicht. Wenn Du dem seltsamen Wort ein “M” und ein “L” klaust, findest Du sogar in der Wiki das Wort, das ich im Text benutzte.


  43. · Kati am 11. Oktober 2007 um 08:17 - Permalink

    Guten Tag,

    ich habe die ganze Sendung völlig anders empfunden. Herman wurde markiert, in die Ecke gedrängt und abgeschossen - ob sie damit rechnen musste? Weiß ich nicht, ich fand diese Art des Hexenprozesses - 5 Ankläger, kein Verteidiger und ein johlender Mob - jedenfalls ungewöhnlich und hoffe, dass so etwas sich nicht so bald wiederholt. Man muss schon in der Lage sein, Ansichten wie die von der Herman auf andere Weise zu kontern, als mit so einem Schauprozess. Es ist mir dabei egal, dass Hermans Thesen krude und vorgestrig sind - so geht man einfach nicht mit Menschen um. Ich würde mir wünschen, dass man Herman zwar inhaltlich kontert, aber diese polemischen Ad-personam-Angriffe, die zunehmend die Diskussion ersetzen, die sollten wirklich aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden.

    Just my 2 cent.

    PS: Ganz am Anfang hat sich im Wort Nazismus ein “R” zu viel eingeschlichen.


  44. · Kaputnik am 11. Oktober 2007 um 10:29 - Permalink

    Hilfe, mein Posting wurde gekürzt. In etwa das hier wollte ich schreiben:

    @17 Frederic
    ” Kerner ein schnelles “Dann gibts halt dafür ein paar Inder mehr” “
    Das hat Kerner in meiner Erinnerung so nicht gesagt. Er hat in etwa gesagt, dass “Aussterben” ganz sicher nicht das Problem der Menschheit wäre. Und das war die richtige Entgegnung auf das “Wir sterben aus”, ohne Inder ins Spiel zu bringen.

    Meine Meinung zum Thema:
    Die Herman’schen Äußerungen sind es objektiv nicht wert, soviel Raum zu bekommen. Das “konservative Familienbild” könnte diskutiert werden, aber das findet beim Diskurs-Niveau in D. sowieso nicht statt und die Herman verzapft halt totalen Blödsinn. Zum Thema ist der Artikel oben sehr treffend.

    Aber, bloß kein Mitleid. Die Vollblut-Promoterin Herman (wie oft hat sie ihre Büchertitel genannt? 10x, 20x, noch öfter?), diese für mich noch ungeklärt naive oder berechnende Autorendarstellerin hat Schonung nicht verdient. Sie selbst formuliert doch auch deftig.

    In diesem Fall darf man gerne auch noch auf das “Opfer” eintreten. Denn für mich ist die Herman auf jeden Fall “Täter” (TäterIn - sorry, wenns jemanden stört). Ich fands lustig. Kein Mitleid.

    Wirklich lustig ist das Forum der Welt zum Thema. Da melden sich wirklich die Nazis zu Wort. Aber die gehören ja schließlich auch zum Land.


  45. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 10:45 - Permalink

    @RockSolid

    Zum Thema “Austerben” der Deutschen möchte ich noch einmal Harald Schmidt aus seinem IV in der Netzeitung zitieren:

    Frage: Man hört, dass Mecklenburg-Vorpommern bald frauenfrei sein soll, weil die Frauen dort keine Zukunft sehen.

    Na und? Wo die Frau wegrennt, kommt der Luchs hin. Nehmen Sie den neuen dtv-Bevölkerungsatlas, er kommt im April raus, ich habe ihn schon gesehen. Da steht tatsächlich, wirklich, dass in den verödeten Orten, Fabriken und so weiter, schon wieder seltene Pflanzen auftauchen, die sozusagen in die Festplatte reinwuchern, und Luchse wieder heimisch werden.

    Wo ist da das Problem? Halb Schweden ist leer, Island ist praktisch vereist, Grönland überhaupt nur mit dem Schiff zu erreichen. Ich sehe in der Tatsache, dass der Deutsche sich aus dem Weltgeschehen zurückzieht, überhaupt keinen Nachteil.

    Frage: Also kein Problem damit, dass die Deutschen entweder aussterben oder fremden Völkern dienen müssen?

    Ich finde das alles überhaupt kein Problem. Ich finde sogar, dass die folgende These einmal herausposaunt werden müsste: Wer dagegen ist, dass jetzt das asiatische Jahrhundert kommt, der ist ein Rassist. Weil er ewig von diesen Völkern bedient werden möchte.

    Noch hat mir niemand einleuchtend erklären können, warum es von Nöten sein soll, im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland 80 Millionen Teutonen zu beherbergen. Wenn es morgen nur noch 60 Millionen sind? Who cares? Die Rohstoffe werden knapper, da ist es doch eher sinnvoll, dass weniger Menschen sich diese teilen müssen. Wenn die Bevölkerung zurückgeht, heißt dies ja nicht, dass der Kuchen kleiner wird, von dem jeder sein Stück abbekommt, sondern im Idealfall, dass das Stück Kuchen für jeden größer wird. Selbst wenn der Kuchen kleiner wird, wird das Stück größer, wenn die Menge der hungrigen Mäuler schneller schrumpft als der Kuchen.

    Wer ein Problem damit hat, dass die schöne teutonische Scholle nicht von einem Deutschen, mit einem arischen Stammbuch bis zu Karl dem Großen bestellt wird, ist in meinen Augen ein Rassist - keine Frage. Wie man mit Einwanderern umgeht und wie man diese neue Gesellschaft gestaltet - das sind Fragen, die man sich stellen muß. Sogar die CDU hat schon erkannt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, daran gibt es nichts zu rütteln.

    Aber wo wir schon beim Thema sind: Was meinst Du woher die ganzen Tzibulskis im Ruhrpott oder die de Maizieres in Brandenburg herkommen? 13% aller Deutschen haben beispielsweise einen Familiennamen, der auf polnische Einwanderer zurückgeht. Und wenn in 50 Jahren im Hamburger Telefonbuch der Name “Yilmaz” häufiger vorkommt, als der Name “Wolf” und die “Singhs” und “Nguyens” sich in die Reihe der “Brauns” und “Hartmanns” einreihen … ich habe kein Problem damit, meine Rente von Mehmet Yilmaz erwirtschaften zu lassen.


  46. · name am 11. Oktober 2007 um 11:31 - Permalink

    @spiegelfechter

    In kapitalistischen Krisen, in öknomischen Unsicherheiten, verklärt das Bürgertum diese Krise, die sich durch alle Bereiche des menschlichen Lebens durchzieht (Familie, Kinder, Leben-Leidenswege), indem es nur eine doppelte Anwort in Widersprüchen parat hat:

    für die Verlierer des Metropolenkapitalismus wird als bindendes Element rassistisch gegen noch Schwächere (mal nach Hautfarbe, nach Sprache, nach Herkunft, mal nach Krankheit oder Alter) argumentiert und im gleichem Atemzug, wird sich über diese rassistische Variante lustig gemacht. Sie werden verhöhnt, ihr Bedürfniss nach sozialer Stabilität wird kostengünstig in Rechnung gestellt. Das ist der perfide Spielraum, in dem sich die ganze Diskussion bewegt. Alles wird getan, um das Bedürfniss der Menschen nach sozialer, ökonomischer Gleichheit und Sicherheit zu kaschieren, es auszurotten.

    Mir selbst sind diese Blut, Boden und Rassespinner dermaßen von zuwider, ihr Schwäche, die sie an noch Schwächeren auslassen müssen, ekeln mich an. Ihr ahistorische Unwissen, ihr unmenschliches, arrogantes Verhalten als Menschen ist erschreckend.

    Die richtige Forderung wäre im Familienbereich: Soziale Gleichheit und soziale, ökonomische Sicherheit für alle Menschen, nicht nur für die “Deutschen” , nicht nur für die “Bürger”..unabhängig von blau grün roten sonstigen Haar-Haut und Handfarben.

    Die ökonomischen Hintergründe dieser Diskussion aufzuzeigen, den Rahmen zu kennzeichnen, und alternativen zu dem jetzigen ökonomischen System aufzuzeigen, wäre Aufklärung im alten liberalen Sinne. ;)

    Grüße ;)


  47. · pittiplatschprotestiert am 11. Oktober 2007 um 11:35 - Permalink

    Wenn man sich vor allem im Internet die Kommentare zu Eva’s
    neuestem Skandal durchliest, dann wird klar, dass die viele Unterstützung, ja schon Herorisierung Eva’s, meist mit einer
    Generalschelte gegenüber der 68er ausartet.

    Die Konservativen und Co. haben es einfach bis heute
    nicht einmal ansatzweise verkraftet, dass sie damals
    für kurze Zeit die Kontrolle in Politik und Gesellschaft verloren haben.

    Entsprechend genießt jeder, der von den Irrungen der 68 spricht,
    und sei es auch noch so verworren wie die Eva, viel Zuspruch.
    Dieser geschieht dann im Gestus, dass “es ja endlich einer
    wagt gegen die Verlotterungen (oder so ähnlich) und Political Correctness anzusprechen” .

    Das ist natürlich grotesk, weil der heutige Meinungsmainstream ja
    keinesfalls linksdominant ist.

    Wenn dann auch noch das Dritte Reich ins Spiel kommt,
    können sich auch noch die üblichen Verdächtigen austoben….
    die Demografie- und Geburtsfanatiker sowieso.

    Die besondere Würze bekommt dieser deutsche Zirkus noch
    dadurch, dass er bei Kommerzpfeifen wie Kerner ausgetragen wird.

    Insofern bleibt als einzige Lösung, nicht so viel Fernsehen zu gucken .


  48. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 11:43 - Permalink

    @Kaptunik

    Kerner sagte laut Transript auf welt.de:

    “Naja – dann gibt es ein paar mehr Chinesen – also insgesamt, was die Weltbevölkerung angeht, mache ich mir um das Aussterben nicht allzu viele Gedanken. “


  49. · Kaputnik am 11. Oktober 2007 um 11:49 - Permalink

    @48
    Danke für die Korrektur. Dann treffen Frederics und mein Zitat sich genau in der Mitte. (Zum Glück habe ich “in meiner Erinnerung” vorangestellt.)

    (der spam-filter verlangt 3+9. Ich habe “12″ versucht - soll falsch sein)


  50. · Schwitzig am 11. Oktober 2007 um 12:56 - Permalink

    @Spiegelfechter: “Wenn es morgen nur noch 60 Millionen sind? Who cares?”

    Die Politiker. Es sind dann weniger Wirte, von denen sie sich ernähren können.

    Die “Wirtschaft”. Die Sklaven überaltern und es gibt nicht genug Arbeitslose, als dass man diese richtig versklaven kann.

    Darum geht es. Niemand hat das Wohl im Voklswirtschaftlichen Sinne im Sinn. Kanonenfutter für welchen Zweck auch immer.

    Gruß


  51. · Dr. Dean am 11. Oktober 2007 um 13:57 - Permalink

    Wenn Frau E. Hermann in dieser Sendung nicht so einen angeschlagenen, überforderten, starrsinnigen und angespannten Eindruck gemacht hätte, könnte ich auch den Eindruck gewinnen, dass sie sich in dieser Sendung bewusst zur Märtyrerin stilisieren wollte.

    Ich denke aber, einen Gutteil dessen, was man in dieser Sendung sehen konnte, hat mit persönlicher Tragik zu tun, auch mit Narzismus (das “r” steht m.E. völlig zurecht im Text vom Spiegelfechter). In dieser sehr speziellen, hermannschen Selbstherrlichkeit hält sie sich und ihren Standpunkt für das Maß aller Dinge. Sie glaubt, sie hat für andere Frauen einen allgemeinverbindlichen Standpunkt. Wahlfreiheit, Individualismus usw. seien allesamt Teufelszeug “der 68er”, das bekämpft werden müsse.

    Wenn sie von den Studiogästen darauf hingewiesen wird, dass es nicht allein Wertefragen sind, sondern auch ökonomische Fragen, wenn sich die Menschen nicht trauen, eine Familie zu gründen, dann reagiert E. Herrmann, indem sie dann von schädlichen “medienpolitischen Diskursen” faselt, welche ihren Standpunkt torpieren. Auf das eigentliche Argument, dass nämlich ökonomische Unsicherheit Familiengründungen be- und verhindert, geht sie nicht ein.

    Sie war nicht in der Lage, auf andere einzugehen - und ich denke, es war besonders dieser Punkt, der ihr in der Sendung zum Verhängnis wurde, welcher wie ein Katalysator dafür sorgte, dass z.B. ihr dümmlicher Autobahnvergleich eine Dynamik entwickelte, die eigentlich von keinem der Beteiligten gewollt sein konnte.

    Es mag der Stress sein, es mag aber auch in der Person E. Hermann begründet sein, dass sie die Bälle nicht aufnimmt, die ihr die Studiogäste zu werfen, übrigens Studiogäste, die sich oft ebenfalls überfordert zeigten.

    So unsympathisch mir E. Hermann und ihre Ansichten i.d.R. auch sind - ich vermute, die Sendung wäre anders verlaufen, hätte Hermann einen Verteidiger bzw. eine Verteidigerin an ihrer Seite gehabt. Sie hätte sich entspannter gegeben, und sich nicht in derartigen Wortmüll wie bei “den Autobahnen” verrannt oder schlimmer noch, was zum Eklat führte, davon, dass es angeblich nicht möglich sei, über das Dritte Reich zu sprechen. Dass das ihre zentrale Lehre aus den Ereignissen der letzten Wochen sei.

    Mit dieser Wendung (die übrigens auch zu den einigen anderen Äußerungen von Hermann passt), hat sie kenntlich gemacht, dass es ihr eben doch darum ging, die “guten Seiten” des Dritten Reichs, in ihren Augen das dort propagierte Mutterbild, darzustellen.

    Indem sie dies tat, und die wiederholte Bemühung darum, zeigt für mich, dass sie nur zu Teilen die Autorin der eigenen Bücher sein kann.

    Denn wenn man ihre Bücher kennt (was sie ausgesprochen frech von allen Studiogästen erwartete), wenn man diese Bücher vielleicht sogar selbst geschrieben hat, dann argumentiert man nicht wie E. Hermann.

    E. Hermann aber behauptete wiederholt (auch in diesem unsäglichen und von ihr für einwandfrei gehaltenen Audioschnipsel, aus der Pressekonferenz, wo sie in Bezug auf die NS-Zeit “aber” sagt), ganz anders als in ihren Bücher, dass es in der NS-Zeit vernünftige Familienwerte gegeben hätte.

    E. Hermann weiß offenbar nicht, was in ihren “eigenen” Büchern steht (die zu lesen sie für andere voraussetzt), nämlich dass die Zeit des Nationalsozialismus (u.a. mit BdM und HJ) alles andere als familienfreundlich war oder für familiennahe “Werte” stand.

    Das eigentlich, jedenfalls in meinen Augen, Tragische an der ganzen Geschichte besteht darin, dass E. Hermann aufgrund einer persönlichen Veränderung eine Getriebene ist, eine Frau, der offenkundig nicht ganz klar ist, was sie sagt. Ihr Moderatorenamt und ihre durchaus vorhandenen Talente haben sie hochgespült, so hoch sogar, dass sie öffentliche Debatten zur Familienpolitik prägen kann - und wie tief ist jetzt der Fall.


  52. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 13:59 - Permalink

    @Schwitzig

    -> Politiker

    Ach watt - erstens gibt es dann auch weniger Politiker, zweitens nähren sich die Schweizer Politiker auch ganz gut von ihren 7.5 Millionen Wirten.

    -> Wirtschaft

    Das erschließt sich mir irgendwie nicht ;-)

    Außerdem - Sklaven sind doch für eine florierende neoliberale Wirtschaft out - das wissen wir doch spätestens seit dem Vortrag der Yes-Men in Tampere ;-)


  53. · Jami Ptier am 11. Oktober 2007 um 14:03 - Permalink

    Ich finde die ganze Diskussion hier viel zu oberflächlich. Man sollte anfangen diese Dinge als das zu betrachten was sie sind. Ideologien zur Erhaltung der eigenen Art (Überlebensstrategie) . Das ist der Kern jeder Religion. Ohne Ausnahme. Wenn man sich mit dem “Mutterbild” der verschiedenen Kulturen auseinandersetzt werden einem viele Parallelen auffallen. Gesinnungsdiktatoren wie Kerner und Konsorten sind nicht sehr hilfreich genauso wie unreflektiertes nachplappern.


  54. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 14:44 - Permalink

    @Jami Ptier

    Das ist freilich richtig - nur hat sich die (Überfluss-)Gesellschaft von diesen “Überlebensstrategien” eigentlich emanzipiert. Dass das Individuum damit Probleme hat, ist mir vollkommen klar - darum schreibe ich auch desöfteren, dass das Thema an sich diskutabel, ja sogar überfällig ist. Nur bedarf dies eines qualifizierten Dialoges, der weder in einer Gossen-TV Show, noch mit einer starrsinnigen, engstirnigen, polemisierenden Eva Herman möglich ist.


  55. · Klaus am 11. Oktober 2007 um 15:15 - Permalink

    @Jami Ptier
    Religionen “erklären” Sachen die wir Menschen nicht verstehen z.B tod oder früher die Entstehung der Erde. Das ist der Kern jeder Religion.


  56. · kalk am 11. Oktober 2007 um 15:51 - Permalink

    Diese Diskussion ist ausgelutscht.

    Nr.10 liegt richtig, es gibt wichtigeres.

    Schwamm drüber.


  57. · Jami Ptier am 11. Oktober 2007 um 15:52 - Permalink

    Hallo Klaus
    Genau das tun sie eben nicht. Sie erklären die für das Individuum nicht greifbare Dinge, mit einem ebenso wenig greifbaren Ding (Gott). Und erheben auf diese Weise einen Absolutheitsanspruch. Eine Machtverschiebung/Konzentrierung. An Stelle der Religionen ist heute die Wissenschaft getreten und dagegen wehren die sich mit Händen und Füssen.


  58. · RockSolid am 11. Oktober 2007 um 16:45 - Permalink

    wer hier auf die berechtigte sorge über das langsame aussterben der deutschen mit einem flapsigen “who cares?” antwortet, hat sich als ernst zu nehmender gesprächspartner disqualifiziert. soviel selbsthass kann es auch nur hierzulande geben.


  59. · name am 11. Oktober 2007 um 17:02 - Permalink

    @rocksolid

    Selbsthass..schicker Begriff und auch einer aus der rechten Mottenkiste.

    Bloß gut, dass es diese “Deutschen”, dass “Wir” so nicht gibt, und wer nichts anderes als Mensch für sich hat, hält sich am “Deutschsein” fest, an den Fahnen und dem anderen Klimbim.

    Armselig, einfach nur armselig.


  60. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 17:03 - Permalink

    @RockSolid

    Tja, mein lieber RockSolid, ich habe andere Dinge, auf die ich stolz sein kann, als auf meine Nationalität. Insofern ist der Vorwurf des “Selbsthasses” unreflektierter Unfug. Alleine schon der selten dämliche Begriff “Aussterben” passt nicht zu einer sachlichen Diskussion. Aber da ich mich ja zum Glück selbst für dieses Diskussionsniveau disqualifiziert habe, muss ich auf so etwas ja nicht eingehen ;-)


  61. · Simon Columbus am 11. Oktober 2007 um 17:11 - Permalink

    “Selbsthass”? Alles eine Frage der Identifikation. Ich bin Deutscher, weil es so in meinem Pass steht - nicht, weil ich mir das ausgesucht habe. Wer nicht er selbst, sondern Angehöriger seines Volkes ist: Der verleugnet sich selbst.


  62. · pony_huetchen am 11. Oktober 2007 um 17:14 - Permalink

    Das habe ich gerade in Poliblog geschrieben, weil Dein Artikel bei uns verlinkt wurde. :-) Und ich finde es einfach netter, das an Ort und Stelle zu sagen.

    Hier meine Einschätzung (mein Kommentar an Horst bei Politblog = an Spiegelfechter)
    _____________________________________________________

    Immer mal wieder gucken beim Spiegelfechter sollte man, aber die politische Pronounciertheit fehlt mir da oft zu sehr.

    Und was seine Zuordnung Hermans zur Deutschtümelei anbelangt - da bin ich nun im Vorteil, sie von früher zumindest aus dem erweiterten Kollegenkreis zu kennen - mit dem statisch Festpinnen liegt der Spiegelfechter m.E. falsch.

    Meine Meinung ist die: Herman ist auf ein Thema gestoßen, das ihr wirklich wichtig ist (hatte ich bisher bei ihr auch mehr als Hype-Bedienung angesehen, habe meine Meinung revidiert. Ansonsten = siehe hier im PolitBlog die Kommentare von ‘links’ dazu - es ist ein wichtiges Thema!).

    Herman stieß gleich mit ihrem ersten Buch auf immensen Widerstand von Mitte bis Links (was auch immer diese dummen Zuordnungen sollen), sodass sie dummerweise zum Teil bei Fromm-Katholen und eben auch “Deutschen” gelandet ist. Hier findet sie Anerkennung, aber sie ist nicht konfliktscheu - das hat sie bewiesen - also würde sie sicher auch eine freie Debatte mit anderen gesellschaftlichen Kreisen führen. Aber da hat man ihr von vornherein die Tür versperrt. Sie ist nicht bei Christlich-Nationalen weil sie nur Claqueure verträgt oder dort ihre ideologische Heimat hat. Das kann ich, glaube ich, sicher sagen.

    Und - sie ist keine Wissenschaftlerin, die auf auf eigene Untersuchungen oder ein Kollegennetzwerk zurückgreifen kann. Sie ist die Botschafterin einer Idee (die man kritisieren kann). Das zu ihrer “Reputation”.

    Vergleiche die oben verlinkten Beispiele Christa Müller und Marie-Therese Kroetz-Relin. Beide stoßen auf massiven Widerstand. Herman hatte sich aber nie “politisch” stark positioniert gehabt. Jetzt ist sie m.E. durchaus noch in einem Denkprozess, der sie aus der deutschtümelden Ecke schnell und leicht wieder heraus brächte. Durch eine liberalere Rezeption und Diskussion ihrer Positionen.

    Aber das ist nur meine unbescheidene Meinung in Bezug auf den Spiegelfechter-Artikel.

    _____________________________________________________

    Und auf der Startseite von Politblog.... unser aktueller Artikel zum Thema.

    Liebe Grüße und weiter so Jens. Wir bloggen uns voran!

    Pony


  63. · Wolfgang am 11. Oktober 2007 um 19:04 - Permalink

    “Blondchen”

    Muss man diesen Begriff verwenden? Die Feministen haben auch noch den Begriff “Heimchen am Herd” kreiert. “Heimchen” sind Ungeziefer, das nur mal so nebenbei.

    Schade, Spiegelfechter, dass du so leichtfertig diese Chauvinistensprache übernimmst. Eine Auseinandersetzung mit den Thesen von Frau Herman wäre überfällig. Ohne Emotionen und Gekreisch.


  64. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 19:08 - Permalink

    @Pony

    Immer mal wieder gucken beim Spiegelfechter sollte man, aber die politische Pronounciertheit fehlt mir da oft zu sehr.

    Das ist auch gut so - ich bin schließlich Kommentator und kein Agitator ;-)

    Dass ich bei einigen Themen des öfteren gegen den “antimedialen Mainstream” schwimme, bringt mir wenig Freunde, dafür um so mehr Spaß.

    btw.: das Wort heißt “Prononciertheit”

    Meine Meinung ist die: Herman ist auf ein Thema gestoßen, das ihr wirklich wichtig ist

    Das sehe ich ja ganz genau so - nur gehe ich ein wenig weiter und meine, sie hätte sich so sehr in dieses Thema hineingesteigert, dass sie sowohl den Überblick, als auch die Distanz verloren hat. Dabei macht sie sich freiwillig zu einer Vorreiterin eines neuen (alten) Konservativismus. Dagegen ist per se nicht einzuwenden - jedem seine Meinung, jedem sein Weltbild. Nur versäumt es Frau Herman leider dieses Thema mit der nötigen Differenziertheit zu betrachten.

    Ich halte sie (wie mehrfach geschrieben) nicht für eine Vertreterin von Rechtsaußén-Positionen, dass sich ihr Familienbild mit dem der Rechtsaußen überschneidet, dafür kann sie erst einmal nichts. Man erinnere sich an die Debatte über gemeinsame Schnittpunkte in den Positionen Lafontaines mit der NPD. Was bei Frau Herman offen zu Tage tritt, ist ihr grundnaiver Umgang mit der deutschen Vergangenheit. Sie sagt es selbst, wenn sie ihren “historischen Ansatz” formuliert - „Ich habe mit meiner Großmutter, die sehr alt geworden ist, vor kurzer Zeit darüber diskutiert, und ich habe gesagt: Wie konnte das passieren, warum habt ihr nicht unternommen?“

    Genau dies sind die Fragen, die die 68er ihren Eltern und Großeltern gestellt haben - aber zwischen der “Vergangenheitsbewältigung” der meisten Menschen, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen und Frau Herman liegen nicht nur 30 Jahre, sondern auch wissenschaftliche Welten. Wenn sie in dem umstrittenen Zitat beiläufig “den einen bösen Mann” erwähnt, so ist dies genau die Ausrede, die die 68er von ihren Eltern zu hören bekamen. “Ein paar böse Männer” und 80 Mio. Mitläufer. Zwischen den Zeilen verbirgt sich mehr, als man oberflächlich denken mag. Ihre dämliche Anspielung auf die “Autobahnen” ist genau in diesem Kontext zu sehen - dummnaives Geplapper, das im besten Sinne aus mangelnder Bildung, im schlimmeren Sinne als Krawall-PR für ihr Buch und im schlimmsten Sinne als Überzeugung zu verstehen ist. Letzteres schliesse ich aus.

    Dennoch muss man einer Frau, die nicht von der Strasse für ein IV ins Fernsehstudio geholt wurde, sondern ein 100% Medienprofi ist, den Vorwurf machen, mit solch grobschlächtigen Simplifizierungen und einer inadäquaten Vergangenheitsbewältigung in einer Krawalltalkshow punkten zu wollen. Damit erfüllt sie sich und “ihrer Sache” einen Bärendienst, wie die Fraternisierung der Rechten zeigt.

    Wenn Sie hysterisch faucht “WIR sterben aus” und bei Kerners Kontra “Naja – dann gibt es ein paar mehr Chinesen” angewidert mit den blauen Äuglein rollt, so ist dies für mich verabscheuenswert. Sorry, für die harten Worte.

    Sie ist nicht bei Christlich-Nationalen weil sie nur Claqueure verträgt oder dort ihre ideologische Heimat hat. Das kann ich, glaube ich, sicher sagen.

    Wer beim “Forum Deutscher Katholiken” - einer erz(!)konservativen Einrichtung für “seine Sache” Brandreden hält, hat (wenn er nicht mit diesen Kreisen sympathisiert) seinen persönlichen faustischen Pakt geschlossen. Und das es nach hinten losgeht, wenn man (für welche Sache auch immer) mit dem Teufel ins Bettchen steigt, lehrt uns die Geschichte in unzähligen Fällen.

    Jetzt ist sie m.E. durchaus noch in einem Denkprozess, der sie aus der deutschtümelden Ecke schnell und leicht wieder heraus brächte. Durch eine liberalere Rezeption und Diskussion ihrer Positionen.

    M.E. ist es dafür zu spät - sie ist “verbrannt”, wie man in der Medienbranche sagt. Und das hat sie sich zu einem großen Teil selbst zuzuschreiben. Sie kennt das lausige Geschäft der Medienhuren, sie weiß, wie man auf bestimmte Vorwürfe gescheit reagieren sollte, sie kennt Kerners Freakshow, sie spielt mit dem Feuer …

    Liebe Grüße und weiter so Jens. Wir bloggen uns voran!

    Dir auch, lieber Pony! Ein kritischer Dialog unter den Blogs ist durchaus begrüßenswert. Man muss nicht immer einer Meinung sein, dass ist absolut begrüßenswert.

    Jens


  65. · RockSolid am 11. Oktober 2007 um 19:10 - Permalink

    den begriff “nationalstolz” verwende ich überhaupt nicht, aber danke für die unterstellungen. stolz bin ich maximal auf meine persönlichen leistungen und nicht auf meinen pass.

    mit selbsthass war die tatsache gemeint, dass manchen ihr eigenes volk (oder nennen wir es moderner: die gesellschaft in der sie leben) völlig egal ist. das finde ich traurig.


  66. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 19:20 - Permalink

    @65 RockSolid

    mit selbsthass war die tatsache gemeint, dass manchen ihr eigenes volk (oder nennen wir es moderner: die gesellschaft in der sie leben) völlig egal ist. das finde ich traurig.

    Eben hier liegt der Unterschied - ich spreche von der Gesellschaft, in der ich etwas anders als das “Volk” sehe. Darum habe ich auch keine Probleme damit, wenn meine Gesellschaft zahlenmäßig kleiner wird oder eine andere Zusammensetzung hat.


  67. · Simon Columbus am 11. Oktober 2007 um 19:27 - Permalink

    @ Wolfgang:

    “Blondchen” darf man verwenden. Weil sich Eva Herman so kopflos verhält, wie es der Begriff nahelegt.

    Und eine Auseinandersetzung mit den Thesen des Blondchens findet hier in einem Artikel und dutzenden Kommentaren statt. Nur: Auseinandersetzung setzt nicht voraus, dass man den Thesen zustimmt.


  68. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 19:31 - Permalink

    @Wolfgang und Simon

    Außerdem darf ich als “Gesinnungsgenosse” (blond ist ja bekanntlich mehr, als nur eine Haarfarbe) dieses Wort in den Mund nehmen. Also bitte nicht mit der “Antiblondismus-Keule” gegen Blondchen schwingen, die andere Blondchen Blondchen nennen ;-)


  69. · Wolfgang am 11. Oktober 2007 um 19:46 - Permalink

    Nochmal zum “Blondchen”:

    Dieser Begriff wird seit dem Erscheinen von Hermans erstem Buch seitens der Feministen benutzt, um jede Auseinandersetzung auf das Niveau von “die ist blond, die kann ja nur blöd sein” zu reduzieren. Viel mehr lese ich nämlich dazu nicht.

    Sowas ist primitiv, da kann der Spiegelfechter noch so blond sein, wir kennen alle die Blondinenwitze, und das ist hier gemeint.

    Ich habe jetzt nicht die Zeit und Energie, weiteres zum Thema zu schreiben. Aber ich finde es etwas erschreckend, dass hier so viele Männer, die sich wohl selbst als “fortschrittlich” sehen, nicht durchschauen, dass Feminismus eine neue Form der Apartheid darstellt. Gegen Männer, gegen Frauen, die dem verordneten Lebensmodell nicht folgen wollen.

    Ich bin kein Fan von Herman, aber ich bewundere ihren Mut, sich diesem chauvinistischem Mainstream entgegenzustellen.


  70. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 20:18 - Permalink

    @Wolfgang

    In keinem Punkt verteidige ich den Feminismus, den ich selbst (in seiner Reinform) ablehne. Dennoch hat der Feminismus natürlich das Familienbild und das Frauenbild bereichert - da ist EH mit ihrer Feminismus-Schelte und ihrer 68er Pauschalverurteilung ja anderer Meinung. Wenn der Feminismus in Reinkultur “schwarz” ist und Hermans Konservativismus “weiß” ist, gibt es ganz viele Grautöne dazwischen. Herman nun als Kämpferin wider den “chauvinistischen Mainstream” darzustellen, geht mE von einem arg chauvinistischen Menschenbild aus. Ich kenne keine Frau, die Hermans Thesen zu 100% unterschreiben würde und ich kenne keine Frau, die in Hermans Thesen eine Bereicherung der Diskussion sieht. Was Herman nützliches zum Thema zu sagen hat (und das ist mehr, als man oberflächlich glauben mag) sind Allgemeinplätze, die bei jeder modernen Frau selbstverständlich sind. Die berufstätige Frau als Opfer darzustellen, das gerne anders wollte, als es könnte, ist ein typisch chauvinistischer Standpunkt, von dem sich jede selbstbewußte Frau distanziert - egal, ob Hausfrau, Jobberin oder Geschäftsführerin. Der Weg ins Morgen mit den Argumenten von vorgestern ist sicher kein Königsweg. In der TV-Diskussion kann ich mich am ehesten den gesunden Skepizimsus von Frau Berger anschließen. Das Problem, das EH an die Wand malt, existiert in dieser Form doch gar nicht. Der “Wert” einer Frau hängt für mich (und so ziemlich jeden, den ich kenne) doch nicht von ihrer Stellung im Berufsleben ab, oder von der Tatsache, ob und wenn ja, wie viele Kinder sie hat. Ersteres ist ein Standardargument der falschgeleiteten Emanzipation (hey, wie können einige Frau so blöd sein, die Fehler, die einige Männer haben als Ideal zu sehen), letzteres das klassische Argument der Erzkonservativen. Wäre ich Frau - mir würde beides “am Arsch vorbeigehen”.


  71. · Iris am 11. Oktober 2007 um 20:33 - Permalink

    Kurzer Zwischenruf zum “Wir sterben aus”

    “Immer diese leeren Versprechungen”, kann ich darauf nur erwidern.


  72. · Spiegelfechter am 11. Oktober 2007 um 20:44 - Permalink

    @Iris

    Das lass aber nicht RockSolid hören, sonst kommt der gleich mit seiner “Selbsthass-Keule” ;-)


  73. · Wolfgang am 11. Oktober 2007 um 20:58 - Permalink

    Hier noch ein Blondchen, na schön, eher ein Grauchen, die neue Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing.

    Seht ihr, Eva Herman ist keineswegs die erste, und diese hier macht ihre Sache noch viel besser:

    Doris Lessing: Männer wehrt Euch!

    London (rpo). Die Schriftstellerin Doris Lessing fordert die Männer auf sich gegen ihre “sinnlose Erniedrigung” zu wehren. “Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass