Die kleine Raupe Nimmersatt [Update]
geschrieben am 15. Oktober 2007 von Spiegelfechter
Finanzinvestoren setzen bei ihren Investments eine Eigenkapitalrentabilität von mindestens 10% voraus, wenn sie auf der Suche nach renditestarken Unternehmen sind. Bei den deutschen Energiemonopolisten müssten sie förmlich mit der Zunge schnalzen. Branchenprimus E.ON konnte bereits in den ersten beiden Quartalen 2007 so hohe Gewinne realisieren, dass die Eigenkapitalrentabilität bereits zur Halbzeit bei 13,4% liegt – auf das gesamte Geschäftsjahr hochgerechnet, käme E.ON auf ein Ergebnis vor Steuern von rund 14 Mrd. €. Dies wäre eine Steigerung von 10%. Schon im ersten Halbjahr hatte E.ON das operative Ergebnis (aus betrieblichen Aktivitäten) um stolze 63% (nach Steuern) verbessern können.
Solch formidable Ergebnisse lässt E.ON sich etwas kosten. Der Vorstandsvorsitzende von E.ON, Wulf Bernotat, hatte sich letztes Jahr eine Einkommenssteigerung von 63 % genehmigt – nun gehört er mit einem Jahreseinkommen von 5,72 Mio. € zu den Top-5 unter den Dax-Vorständen. Diese Summe wird von rund 10.000 Haushalten jährlich für Stromkosten ausgegeben – E.ON versorgt rund 7 Mio. Haushalte.
Anders als normale Unternehmen, die im Wettbewerb stehen, können die Strommonopolisten aber relativ ungeniert an der Preisschraube drehen, zumal am 1.Juli dieses Jahres die staatliche Energie-Preisaufsicht weggefallen ist, nach der bis dato die Wirtschaftsminister der Länder Preisanhebungen zustimmen mussten. Diese Gelegenheit lassen die Monopolisten natürlich nicht ungenutzt. E.ON willl ab dem 1 Januar 2008 die Strompreise um 7% bis 10% erhöhen, bei den Gaspreisen gibt man sich mit 3,4% bis 8,8% zufrieden. Auch Monopolist RWE hält eine „Preisanpassung für unvermeidlich“. Als Begründung für die Preiserhöhung nennt E.ON Chef Bernotat „deutlich höheren Beschaffungskosten“. Bei den Strompreisen machten sich, laut Bernotat, außerdem „höhere Belastungen durch die Förderung der erneuerbaren Energien bemerkbar“.
Das erstaunt doch sehr, liegt der Anteil von „erneuerbaren Energien“ bei E.ON „Central Europe West“ doch nur bei 8,8%. E.ON selbst weist die Preissteigerung bei „erneuerbaren Energien“ mit 24% aus. Selbst, wenn dieser Wert neutral bemessen wäre (wovon nicht auszugehen ist), so würde dies auf den Gesamtpreis umgeschlagen, lediglich 2,1% ausmachen – als Begründung für eine Preiserhöhung von bis zu 10% erscheint dies doch recht abstrus, zumal E.ON “Central Europe West” im ersten Halbjahr den Gewinn in der Stromsparte gegenüber dem Vorjahr um 311 Mio. € steigern konnte. Grund dafür waren laut E.ON „positive Preiseffekte“, wie Preissteigerungen euphemistisch genannt werden. Angesichts dieser Zahlen ist es doch sehr seltsam, wenn E.ON und RWE von „unvermeidlichen Preisanpassungen“ sprechen. Bei diesen Gewinnsteigerungen aufgrund „positiver Preiseffekte“ müssten die „Preisanpassungen“ vom logischen Standpunkt aus, eher negativer Natur sein.
E.ON stellt im Halbjahres-Zwischenbericht, der erst am 14. August 2007 veröffentlicht wurde, fest:
Für das Jahr 2007 gehen wir weitehin davon aus, beim Adjusted EBIT [Nettogewinn] das hohe Niveau des Vorjahres übertreffen zu können. []
Für die Market Union Central Europe erwarten wir für das Jahr 2007 ein über dem Vorjahr liegendes Adjusted EBIT [Nettogewinn]. Witterungsbedingt niedrige Gasabsätze sowie Belastungen aus der höheren Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien können durch eine positive Entwicklung der Rohmarge im Stromgeschäft mehr als kompensiert werden.
Die im Geschäftsbericht genannte Überkompensierung gilt anscheinend nur, wenn man den Investoren zeigen will, wer in Deutschland der „Schoolyard Bully“ ist, der dem Bürger das Geld aus der Tasche zieht. Wenn die PR-Abteilung Argumente sucht, die Haushalte und das Gewerbe noch mehr zu schröpfen, wird das genaue Gegenteil behauptet.
Hochgerechnet wird das Ergebnis vor Steuern in diesem Jahr bei rund 14 Mrd. € liegen. Für die fast ausschließlich Deutschland umfassende „Market Unit Central Europe“ bleiben 5 Mrd. € nach Steuern und Abschreibungen in den Konzernkassen. Dies sind rund 715 € für jeden Haushalt, der E.ON-Kunde ist. Dass die schwache Binnenwirtschaft in Deutschland eine der Hauptursachen für eine strukturelle Schwäche der deutschen Volkswirtschaft ist, ist unter seriösen Volkswirten unbestritten. Die Summe, die den Haushalten durch die Energiemonopolisten entzogen wird, ist Gift für die Volkswirtschaft.
Der Strommarkt in Deutschland krankt an einem kaum zu übersehenden Marktversagen – es ist Zeit, dass der Staat hier regulierend eingreift. Leider ist E.ON allerdings für seine umfassende “politische Landschaftspflege” bekannt. Die Geschädigten sind in diesem Falle sowohl die Privathaushalte, die produzierende Industrie und auch der Staat selbst. Wenn man bedenkt, dass die Strommonopolisten – ohne Ausnahme – früher Staatsbetriebe waren, die erst in jüngerer Zeit privatisiert wurden, so ist dies ein Schreckensbeispiel für eine misslungene Privatisierung. Der Staat weint bittere Krokodilstränen, wenn es um die „hohen“ Kosten von Hartz-IV geht – die Nettogewinne der vier deutschen Strommonopolisten sind übrigens ungefähr so hoch, wie die Gesamtkosten für Hartz-IV.
Konzernchef Bernotat kennt anscheinend die Regeln eines Monopolmarktes für Güter der Grundversorgung: “Für das, was Strom an Lebensqualität bietet, ist Strom eigentlich zu billig, wenn wir ehrlich sind.” Ein Glück, dass E.ON kein Monopol für die Luft zum Atmen und das Sonnenlicht hat – wir könnten diese “Güter” nach Bernotats Gleichung gar nicht bezahlen.
[Update]: Der SPIEGEL ist wie sooft komplett merkbefreit und folgert aus der Tatsache, dass nach E.ON “hunderte” kleine Stadtwerke die Preise ebenfalls erhöhen, man hätte E.ON als Primus vorweg geschickt. SPIEGEL scheint entgangen zu sein, dass E.ON rund 3/4 seines Stromes nicht selbst, sondern über sog. Vertiebspartner verkauft – und dies sind in den meisten Fällen die kleinen Stadtwerke, die keine eigenen Kraftwerke haben. Diese “Vetriebspartner” müssen natürlich Preiserhöhungen weiterreichen, wollen sie nicht selbst ihre Margen senken.
Jens Berger
Kategorien: Deutschland Wirtschaft
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Stimme dir weitgehend zu, nur dass ich hier nicht von “Marktversagen” sprechen würde, denn es gibt ja keinen Markt. Wenn es einen gäbe, würden die Preise vernünftig sein.
Die Leute, die heute den Wirtschafts-Nobelpreis bekommen haben, haben sich übrigens genau mit diesem Thema beschaftigt: wie definiert man die regeln, damit gewünschte Effekte herauskommen, das ist der Inhalt der “mechanism design theory”.
In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass es noch keinen deutschen Träger des Wirtschafts-Nobelpreises gibt, vielleicht ist das unser Problem ;-)
Ich hoffe, dass die Kunden sich das nicht mehr bieten lassen und endlich, ähnlich wie dieses Jahr bereits bei Vattenfall geschehen, den Monopol-Anbietern in Scharen davonlaufen.
Zum Glück gibt es noch einige kleinere unabhängige Stromanbieter, die teilweise sogar komplett atomstromfrei produzieren. Mein südbadischer Strom-Provider hält seine Preise seit 2006 stabil. Ökostrom ist also mittlerweile billiger als Atomstrom. Noch ein Grund, mich zu freuen …
Nach langer Recherche mußte ich leider feststellen, daß es kaum vernünftige Vergleichsmöglichkeiten gibt. Hat man endlich einen günstigen Anbieter gefunden, werden Vorteile durch hohe Grundgebühren zunichte gemacht. Schlimmer als auf dem Mobilfunkmarkt stellen sich die Preismodelle dar. Wer will da schon wirklich wechseln? Das ist die eigentliche Misere.
nach 1-2 ausrutschern mal wieder ein sehr guter artikel. kompliment!
zum thema kann ich nur sagen: “eine krähe hackt der anderen…”, nun ja, ihr kennt das sprichtwort ;)
Wer mal im Bundeskanzleramt war (war
am Tag der offenen Tür da):
Da hängen an den Wänden Bilder der “schönsten Wasserläufe
der Welt.” Sinngemäß steht da weiter: Ein Geschenk von Vattenfall.
Kann auch ein anderer Energieversorger gewesen sein, weiß nicht
mehr so genau. Ist mir jedenfalls aufgefallen.
Ich hab kürzlich meinen Stromanbieter gewechselt:
Ich beziehe meinen Strom hier in Berlin nun von
den Flensburger Stadtwerken (Vattenval war zu teuer) bzw.
richtig gesagt kaufen die ja nur ein, da ja der Strom vom
nächstgelegenen Kraftwerk kommt. Aber irgendwie ist
das dann billiger.
Und da erzähle noch irgend jemand, der real existierende Kapitalismus sei nicht erfinderisch. Wer anderes als Monopolpreise samt der daraus resultieren Profite und der damit Hand in Hand gehenden Inovationsfeindlichkeit aus den Privatisierungen erwartet hätte, ist bestenfalls naiv. Die schöne Fratze des Kapitals zeigt sich nach 40 Jahren rheinischem Kapitalismus immer deutlicher. Das lässt sogar hoffen.
@all
Der existierende “Miniwettbewerb” ist zwar ein Fünklein, aber letztendlich kann er sich entwickeln.
1. Die Transportnetze sind in der Hand der vier Monopolisten. Das dadurch (und durch die Betriebspraxis) der Marktzugang für kleinere Anbieter behindert wird, hat die EU-Komission ja bereits mehrfach festgestellt. Außerdem werden so zusätzliche Gewinne seitens der vier Monopolisten generiert. Warum die Netze nicht von einer staatliche oder neutralen Agentur ohne Gewinnerzielungszweck betrieben werden sollen, wissen wohl nur die Lobbyisten der vier Strommonopolisten.
2. Es herrscht ein Angebotsoligopol vor. Bei fast 80% Marktanteil glaubt doch wohl keiner, dass die Oligopolisten fair spielen? Hinzu kommt, dass alle AKWs und (fast) alle Kohlekraftwerke – also alle Kraftwerke, die billigen Strom produzieren – in der Hand der vier Großen sind. Da kann man ruhig die anderen Marktakteure strampeln lassen.
@Jörg Friedrich
Dass wir beide “Markt” unterschiedlich interpretieren , hatten wir ja bereits herausgefunden. Ich gehe hierbei von einem technischen Konstrukt auf, bei dem es Käufer, Verkäufer und eine Transaktion gibt. Dabei muss der “Markt” nicht zwingend fair sein. Es ist das Ziel einer sozialen Marktwirtschaft, dass er es ist – in sehr vielen Fällen verhindert allerdings eine marktbeherrschende Verkäuferseite den Markt.
@ pittiplatschprotestiert
Es stimmt schon, dass die Verbraucher teilweise sehr träge sind. Ich bin das beste Beispiel dafür: zu faul, um wegen Prinzipien den Anbieter zu wechseln (die Ersparnis ist zu klein, als dass das Ausfüllen neuer Anträge sich in meinen Augen lohnen würde).
………………………………………………………………………………
Irgendwie ist es doch alles schief gelaufen mit der Liberalisierung der Strommärkte, vergliechen z.B. mit der Reform der Telefondienste (die halte ich für sehr erfolgreich).
Wenn man genauer hinsieht, sind es doch sehr unterschiedliche Branchen, die abgesehen von ihrer früheren Monopolstellung wenig gemeinsam haben. Die Strombranche hat einen größeren Schöpfungsweg, der vielerlei Tricks erlaubt, wie den Einkauf der Rohstoffe oder die Durchleitung der Energie über quasi fremde Firmen, welche Kalkulationen nach oben treiben. Den richtigen Ansatz sehe ich allerdings nicht in der staatlichen Regulierung der Preise, sondern in einer steuerlichen Förderung des Anbieterwechsels unter dem Mantel igreneiner Öko-Dingsbums-Haushaltspauschale. Die Regierung ist doch auch sonst sehr erfinderisch in solchen Sachen.
Oder nehmen wir Berlin: wenn der Senat nur das Recht bekäme, alle Empfänger der sozialen Leistungen eigenmächtig an den günstigsten Anbieter zu übergeben, und zwar Quartalsmäßig, dann wäre Vattenfall schon längst entweder der günstigste Stromproduzent oder bankrott.
Die Idee der günstigen idealistisch handelnder kommunaler Anbieter finde ich trotzdem nett. Wenn die Städte das managen können – so soll es ein, keine Frage. Ich glaube aber nicht (leider), dass dieses Modell sich überall durchsetzen könnte.
@Neuraum
Ich halte auch die Privatisierung der Telekommunikation für ein Windei. Schön, daß es viele Anbieter gibt – für 75%+x der Haushalte, ist dies aber kaum von Relevanz, da mit den Grundgebühren, die an die Telekom abzuführen sind, ein Großteil der Kosten bereits weg ist, bevor man auch nur den Höhrer abgenommen hat oder über DSL ein Bit transferiert hat. Das ist ja auch per se gerechtfertigt – in der Telekommunikation ist der absolute Löwenanteil der Fixkostenanteil, der abgebildet werden muss. Aber doch bitte nicht von der Telekom, einem privaten Unternehmen, dass dieses Jahr einen katastrophalen(!) Gewinneinbruch hinnehmen muss, und man sage uns schreiben “nur noch” 19 Milliarden Euro Gewinn macht! Das sind bei rund 32 Millionen Kunden, ebenfalls rund 600 Euro pro Kunden! Da braucht sich Herr Obermann nicht hinter Herrn Bernotat zu verstecken.
Und wenn Du jetzt mit “freier” Marktwahl argumentierst – dies kannst Du in einer mittelgroßen Stadt vergessen, außerdem möchte ich nicht wissen, wie hoch der Anteil der Transferkapazitäten ist, der der Telekom gehört.
@spiegelfechter
Soweit mir bekannt ist, hat die EU Kommission ja zwei Wege favorisiert und betont diese immer und immer wieder, und im Hintergrund betont sie noch ganz anderes.
Als erste Variante betont man die vollständige Privatisierung der Stromnetze, mit den Folgen, wie sind jetzt schon in den Vereinigten Staaten zu sehen sind : Keine Investionen und lustige Blackouts.
Die galantere Variante, die Stromnetze unter quasistaatliche Aufsicht zu sellen ist nur eine Verschiebung monopolartiger Verhältnisse, wie wir sie heute schon im Bereich der Atomaufsicht über die Atomkraftwerke in Deutschland zu sehen bekommen, mit allen privatisierungsbedingten Folgen.
Die Rolle quasistaatlicher Aufsicht unter kapitalistischen Bedingungen ist eine Illusion, die das Wesen des Staates verkennt.
Letztlich geht es aber der EU Kommission um etwas ganz anderes: stabile Stromversorgerung und diese ist ja aus Sicht der Kommission am ehesten langfristig und strategisch gesehen nur mit Atomstrom zu erreichen: Diese Aussage ist mehr als eindeutig.
Ob dabei oligopolartige oder monopolartige Profite mitabfallen ist
fast nebensächlich. Die legalen oder illegalen Preisabsprachen im Bereich der Stromkonzerne verschieben sich nur auf die europäische Ebene und es werden dort ähnliche Tendenzen zu beobachten sein, wie bei den Preisabsprachen bei Hochspannungsschaltanlagen.
Mich würde mal wirklich interessieren, welche Referenten da jenes Strategiepapier ausgearbeitet haben.
@1
Es gibt sehr wohl einen (aber eben auch nur einen) deutschen Wirtschaftsnobelpreisträger – Reinhard Selten 1994.
@name
Nun ja, wenn man die “Neben”kosten der Atomenergie galant dem Steuerzahler aufbrummt, ist sei natürlich sehr konkurrenzfähig. Egal, wer die Netze besitzt oder betreibt und wie die vertikale Marktstruktur gestaltet ist.
@ Spiegelfechter
Als Endverbraucher interessiere ich mich egentlich für die Meldungen über Gewinne oder Verluste der Telekom kaum. Ich sehe nur, dass in den letzten 5-7 Jahren die Kosten für Telefonie und Internet für mich drastisch gefallen sind (ohne die Berücksichtigung des natürlichen Fortschritts der DSL-Technik). Alles kostet nur ein Bruchteil dessen, was ich 1999 bezahlt habe, und es gibt immer noch Wege zu sparen, bloß ich bin zum Sparen nicht veranlagt – siehe mein obiges Kommentar :)
Da gönne ich gerne auch der Telekom einen größeren Gewinn. 19 Milliarden Euro sind doch schön.
@Neuraum
Das mag für Dich zutreffen, für mich trifft dies nicht zu. Ich war einer der ersten DSL-Kunden und habe mW damals 30 DM für die Flatrate bezahlt. Das alleine ist teurer, als heute. Wenn ich die Kosten für Festnetzanschluss, Handy-Nutzung (die dankenswerterweise mein Arbeitgeber übernimmt) aufsummiere (nur den privaten Teil), so komme ich ungefähr auf das 2,5 fache, dass ich 2000 bezahlt habe und ungefähr auf das 5fache von 1995. Ich telefoniere zwar etwas mehr und länger, das spielt für den Netzanbieter (Fixkosten mW rund 90%) kaum eine Rolle. Und 1995 hat man noch leibhaftige Menschen (ohne 30 Minuten Warteschleife) an den Hotlines, die damals noch Kundentelefone hießen und auch für Otto-Normalprivatkunden mit einer 0130-Vorwahl (also umsonst) anzurufen waren.
Im letzten Jahr ist mein DSL-Anschluss drei mal ausgefallen und mein Provider (Freenet) war außerdem zu d*** meinen eMail-Account auf einen anderen Tarif umzustellen. Für Fehler, die nur bei T-Com und Freenet lagen habe ich alleine 40 Euro(!) in teuren Warteschleifen verbracht. Dafür war ich früher zwei Monate grundversorgt ;-)
@12 Danke. Ich dachte, Selten wäre nach Amerika gegangen und hätte die amerikanische Staatsbürgerschaft. Habe mich nun eines besseren belehren lassen.
@Spiegelfechter: Wenn man den Begriff Markt so verwendet, hast du mit “Markt-Versagen” natürlich auch Recht.
Hatte unlängst in einen Blog gelesen das der größte Feind der Deutschen “Stand by” heißt und habe noch geschmunzelt und gedacht über was die Leute sich so Gedanken machen. Da ich Deutschlandfunk Hörer bin wurde ich heute aufgeklärt was die Herren bei E-on so im Jahr einfahren und wie schwer die Beschaffung der benötigten Materialien doch ist. Nun in einen Land wo ein vereidigter Innenminister in aller Öffentlichkeit das höchste Gericht in Karlsruhe angreifen kann ohne Konsequenzen ziehen zu müssen, wundert mich nix mehr. Spart Strom wo ihr könnt – Master Slave Stromleisten sind die beste alternative um Standby unwirksam zu machen. Eine digital Satellitenbox (Sagem, Nokia, Philips) hat im aktiven Modus um die 25 Watt im Standby 12Watt – rechnet das mal auf Jahr plus den Fernseher der da mit dranhängt.
Ich halte generell die Privatisierung von Infrastruktur (Verkehr, Kommunikation, Stromversorgung, Wasserversorgung) für bedenklich, denn Infrastruktur ist immer ein Monopol. Wer sich das ausgedacht hat, der sollte mal seinen Kopf untersuchen lassen!
Das Problem sind ja nicht nur die 10% Energiepreiserhöhung für die kleinen bis mittleren Einkommen, sonder das schlägt sich ja in den Erzeugerpreisen für Landwirtschaft/Gewächshäusern, Güterproduktion, Gütertransport(Bahn) etc nieder so daß diese Preise auch steigen werden und darauf nocheinmal der Anteil an Verbrauchssteuern. Damit ist eine enorme Preissteigerung bei den lebensnotwendigen Gütern zu erwarten und dann die Sätze für z. Bsp. die Renten und HartzIV nur alle 5 Jahre anpassen zu wollen das wird richtig schlimm. Aber weil Urlaubsflüge, Reisen, Autos, Waschmaschinen und Unterhaltungselektronik preiswerter werden (die auch im Warenkorb enthalten sind) ist die Inflation ja bloß “gefühlt” und braucht nicht ausgeglichen zu werden, sonst schadet man ja dem jungen Pflänzchen Wachstum.
Pax
PS: Hier verschwindet seit einigen Tagen der Cursor beim Tippen, so daß man gar nicht weiß wo man gerade ist. geht das nur mir so? Wenn ja komischerweise nur hier.
@Corax
Das mit dem Cursor, liegt am Banner unten rechts. Ich werde das mal untersuchen. Bis dahin: Das Fenster, in dem Du tippst, einfach hochscrollen.
EOn macht seit Wochen eine Plakataktion um Kunden von anderen Anbietern (in unserem Fall die Stadtwerke) abzuwerben und in ein Tochterunternehmen der EOn einzugliedern. 1-2 Cent weniger jeweils beim Strom und Gaspreis als der momentane Kurs den man hat.
Ich hab da schon geschmunzelt, für 40 Euro lockt man doch keinem hinterm Ofen vor.
Jetzt nach der Nachricht übher die wiederholte Preissteigerung hat es endlich bei mir klick gemacht, ich wechsele den Anbieter beim Strom, sogar der 100 % Ökostrom ist noch deutlich billiger als der Tarif den ich jetzt noch zahle.
Ich hoffe wirklich dass die Verbraucher endlich mal schalten, denn eigentlich haben wir es in der Hand und den Stromanbieter zu wechseln ist um einiges leichter als den Telefonanbieter zu wechseln und dass haben ja auch schon Millionen geschafft.
Ich bin Österreicher – und vor der Liberalisierung unseres Telefonnetzes war man bei der Telekom (die heißt bei uns übrigens immer noch so) nicht Kunde, sondern Bittsteller.
Wenn man heute einen Anschluss ordert, heißt das nicht, dass es an die vier Wochen mindestens dauern kann, bis sich da was rührt – sondern binnen einer Woche ist alles geregelt. Und das bei – wie ich glaube – abnehmenden Mitarbeiterzahlen.
Klar, Wettbewerb muss her. Das ist das beste Druckmittel für Ex-Monopolisten, sich endlich einem Preiskampf zu stellen.
Dies ist sowieso auch die offizielle Haltund der europäischen Kommission, bzw der EU allgemein.
@SF, 15.
Ich war mal auch so etwa vor 10 Jahren ByCall-Kunde bei freenet gewesen und eine email-Adresse von denen bekommen. Die kann ich immernoch nutzen :p
Ab und an schicken sie mir noch Werbung auf die Adresse.
@20, Banner unten.
Das Bild selbst ist es nicht, eher der Container dafür bzw. die Art und Weise, wie’s eingebunden wird. Ich hab auch mal zunächst das Bild verdächtigt und es abgeblockt, das unangenehme Effekt ist aber geblieben. Erst nach abschalten des JavaScript im Browser war das Effekt weg.
Gruß,
COPOKA
@COPOKA und Corax
Nu iss´es wech … die Aktion ist ja eh beendet.
Danke, der Artikel hat mir gefallen!
Ich denke vergleichen (evtl. bei “billiger-telefonieren.de”) und sofort online wechseln hilft den Markt etwas zu beeinflussen (immerhin).
Möglichst zu einem (Öko-)Anbieter mit günstigem Tarif und kurzen Vertragslaufzeiten. Damit man auch schnell wieder wechseln kann, wenn sich die Bedingungen ändern sollten.
Für den Wechsel benötigt man nur die Daten der letzten Abrechnung und ne E-mail Adresse.
Selbstkorrektur und @12: Es gab natürlich sogar noch einen wirtschafts-Nobelpreisträger aus Deutschland – den von mir sehr geschätzten Friedrich von Hayek (1974).
Das kommt davon, wenn man etwas, was man irgendwo im Web liest, mal eben nachplappert. Bitte um Entschuldigung.
Mit zwei Preisen in 39 Jahren (60 Preisträger) steht Deutschland also gar nicht so schlecht da. Mehr preise gingen nur in die USA (45) und nach Großbritanien (5), ebenfalls zwei Preise gingen je nach Schweden und Norwegen.
@Jörg Friedrich
Jetzt bin ich aber erstaunt – ich dachte immer Hayek sei Österreicher gewesen.
Hallo Jens,
über die Nationalität habe ich noch nicht nachgedacht, das weiß ich auch nicht. Er hat in Freiburg gelehrt.
Jörg
Der Brockhaus (20. Aufl.) schreibt: “Hayek, Friedrich August von, brit. (seit 1938) Volkswirtschaftler und Sozialphilosoph österr. Herkunft, *Wien 8. 5. 1899, gest. Freiburg im Breisgau 23.03.1992″
@Jörg Friedrich
Womit wir ja schon fast bei der Integrationsdiskussion wären, die im Nebenartikel so heftig geführt wird. Aber mit Deutschen und Österreichern muß man immer vorsichtig sein. Ginge es nach dem rebellischen Bergvolk, wäre Beethoven Österreicher und Hitler Deutscher ;-)
[Update] Der SPIEGEL ist wie sooft komplett merkbefreit und folgert aus der Tatsache, dass nach E.ON “hunderte” kleine Stadtwerke die Preise ebenfalls erhöhen, man hätte E.ON als Primus vorweg geschickt. SPIEGEL scheint entgangen zu sein, dass E.ON rund 3/4 seines Stromes nicht selbst, sondern über sog. Vertiebspartner verkauft – und dies sind in den meisten Fällen die kleinen Stadtwerke, die keine eigenen Kraftwerke haben. Diese “Vetriebspartner” müssen natürlich Preiserhöhungen weiterreichen, wollen sie nicht selbst ihre Margen senken.
ich möchte allen nur diese dokumentation ans herz legen:
-> das kartell – deutschland im griff der energiekonzerne
darin wird auch das netzwerk zwischen politik und konzern hervorgehoben. wo sitzt unser guter wirtschaftsminister wolfgang clement denn jetzt wohl?
@tar
Guter Link – den Film hatte ich auch mal gesehen. Wirklich empfehlenswert. Ich sollte mal eine Filmrubrik aufmachen … wenn da nur nicht das Copyright wäre :-(
Die Ironie daran ist, dass wir die Liberalisierung in dieser Form gerade einem FDP-geführten Bundeswirtschaftsministerium zu verdanken haben. Die Hohepriester des Marktes meinen in der Regel eben doch nur die eigenen Privilegien, wenn sie von Markt und Privatisierung sprechen. Man spricht nicht ohne Grund von Apothekerpreisen.
@tar
Danke für den guten Link!
e-on erklärt, einem Bericht in der heutigen FAZ zufolge, dass die Preiserhöhung seit der Privatisierung einzig auf die Erhöhung von Steuern und Abgaben zurückgehe. Rechne man diese heraus, sei der Preis seit der Privatisierung trotz erhöhter Einkaufspreise sogar gesunken.
Immerhin eine Argumentation, der man nachgehen sollte.
@Jörg Friedrich
Diese “Behauptung” ist natürlich eine gewagte Interpretation. Der auf 2000 basierte Strompreisindex von Destatis lag im letzten Monat bei 147,1. Ein Anstieg um 47,1% seit Januar 2000. Der Verbraucherpreisindex, der immer gerne zur Messung der Inflation herangezogen wird stand 2007 bei 110,1. Und in dieser 10% Steigerung sind natürlich die Strompreise bereits drin.
Die Umsatzsteuererhöhung in diesem Jahr ist in den Zahlen von Destatis übrigens noch nicht einmal drin, da Destatis für die Indexberechnung Nettopreise nimmt. Bleibt die 2000 eingeführte Ökosteuer, die rund 12% des Preises ausmacht, die aber in der Indexbasis Januar 2000 ebenfalls schon eingerechnet wurde und die EEG-Umlage, die ganz sicher nicht für o.g. Preissteigerung verantwortlich ist.
Ich werde mal versuchen, rauszubekommen, was e-on da noch alles hineinrechnet.
An alle Badener und ich denke, die Schwaben bekommen es auch.
Nutzt eure Macht und wechselt.
Man spart vielleicht nicht viel Geld aber dafür landet das Geld nicht bei den Riesengehältern der Vorstände oder in den VIP-Logen deutscher Fussballstadien, Prunkbauten usw.
Leider sieht man hier auch die Macht der Stromkonzerne, weil sie es kleinen Anbietern unmöglich macht, den Strom deutschlandweit zu verkaufen.
Ah ja,
warum der Strom so teuer ist.
In dem Link, der hier vorher reingestellt wurde, wurde schon, glaube ich, die Strombörse vorgestellt.
Da genügt es nun, dass in einem Land (aktuell Itallien) der Strom noch teurerer ist und es so zu einer angeblichen Verknappung in D kommt und somit der Preis steigt.
Das Problem ist aber, dass man bei Enteignungen sehr vorsichtig sein muss, auch wenn es das Volk selber war, dass das Netzt bezahlt hat.
Da hier schon einmal SPON positiv erwähnt wurde. ;-)
Der letzte Abschnitt ist interessant und erklärt auch einiges:
“Möglich ist dies durch den Preismechanismus an der Energiebörse EEX. Demnach bezahlen die Käufer nicht etwa einen Durchschnittspreis, der sich aus den verschiedenen Erzeugungsarten zusammensetzen würde. Relevant ist einzig und allein das teuerste Kraftwerk, das zur Produktion der nachgefragten Menge benötigt wird. Ökonomen sprechen von der “Grenzkosten-Theorie”.”
Tja, schöner Monopoly-Rant, aber was störts eine deutsche Eiche…
Den Seitenhieb auf die ungeliebten “Reggis” (regenerative Energien…) konnte man sich in der Konzernführung wohl nicht entgehen lassen.
An Deiner Rechnung zum tatsächlichen Anteil der Reggis an der Erhöhung fehlen allerdings noch die Abzüge der von E.on & Co eingestrichenen Subventionsgewinne die sie über Beteiligungen und Übernahmen im Markt der Wind&Solarstromerzeuger einfahren.
Meine laienhafte Schätzung läuft ja darauf hinaus dass sie damit schon lange Gewinne einfahren und so die 50ct/KWh die sie dem Solar-Häuslebauer zahlen müssen locker querfinanzieren.
1+8 = 7
Martin
War gar nicht so schwer rauszufinden:
http://www.eon-energie.com/pages/eea_de/Kunden/Preisinformationen/Strom/Strom2/index.htm
Was nun?
@Jörg Friedrich
Nun ja, eine Gesamtsummenrechnung vom Verband – was soll die belegen? EEG-Gelder kassiert natürlich auch E.ON ein und Konzessionsabgaben sind fixe Kosten, die nichts mit Steuern zu tun habe.
Folgenden Text halte ich für wesentlich seriöser als die Zahlenspielereien des VDEW.
@Spiegelfechter:
Was ist daran seriös, wenn man erst mal den Strompreis rechnerisch um 2 ct erniedrigt um aus dem dann “angemessenen” Preis eine höhere Steigerung berechnen zu können?
Der Preis von 19 ct für 2006 ist auch nicht nachvollziehbar. Wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Strompreis ) gibt nach EuStat einen Preis von 13,74 ct an, das liegt ca. 1 ct. über dem in deiner Studie als angemessen bezeichneten Preis, wenn ich die 2-ct-Korrektur für 2000 wegen angeblich nicht weitergereichter Einkaufspreisvorteile entsprechend der EuStat-Tabelle auf 1 ct. korrigiere (da der Preis von 1999 auf 2000 um 1 ct. gefallen ist) komme ich nach der von dir angegebenen Studie plötzlich auf einen exakt angemessenen Preis.
Ist das nicht merkwürdig?
19 Milliarden Gewinn allein für die Telekom??
Das wäre immerhin fast 1% des Bruttoinlandsproduktes – und überdies in Gestalt von Gewinneinkommen. Sehr erstaunlich bei rund 60 Mrd Euro Umsatz sowie vor dem Hintergrund, dass es im Telekombereich tatsächlich Wettbewerb gibt (teils sogar recht starken Wettbewerb).
Gut, ich gucke bei Onvista nach und sehe: rund 60 Mrd. Euro Marktkapitalisierung. Das passt nicht zu 19 Milliarden Euro Gewinn.
(Die Marktkapitialisierung von Eon in Höhe von 90 Mrd. Euro passt da schon besser zu einem für 2007 erwarteten Jahresgewinn in Höhe von 10 bis 12 Mrd Euro – vor Steuern
Und die Telekom? Schaue ich mir das Jahr 2006 an, erhalte ich 3,6 Mrd Euro Gewinn. Immer noch recht stolz- aber möglicherweise sogar übertrieben ausgewiesen, weil die übrigen Bilanzdaten und die Steuerposition nicht dazu passen. Die EBITDA-Position, welche die Telekom anders berechnet als andere Konzerne, (in 2006 rund 11 Mrd.) sollte man allerdings nicht mit Gewinn verwechseln. So, wie die Bilanz der Telkom aussieht, ist dies hier eher als eine Form von Bruttoertrag bzw. Cash Flow zu betrachten bzw. als eine Art Ergebnis vor Fremdkapitalkosten.
So, nun schaue ich mir den Geschäftsbericht der Telekom für das erste Halbjahr 2007 an. Konzernumsatz: 30 Mrd, davon ca 15 Mrd Inlandsumsatz. EBITDA wird mit 9,6 Mrd. beziffert, der Konzernüberschuss bei 1,1 Mrd.
Ich halte allerdings die Informationen auf den Webseiten der Telekom für ungenügend. Gäbe es einen wachen Abmahnanwalt, könnte der bei der Telekom abkassieren. Egal, es gibt ja noch das Download-Center (hier) – und dort die vollständigen Daten, z.B. den Konzernabschluss. Da finden sich die Zahlen, mit denen ich mehr anfangen kann.
Wir haben also im 1. Halbjahr 2007:
Umsatzerlöse: 31 Mrd (wussten wir schon)
Roh-Betriebsergebnis: 3,8 Mrd
Finanzergebnis: – 1,5 Mrd
Betriebsergebnis nach Finanzergebnis und vor Steuern: 2,3 Mrd
Betriebsergebnis nach Steuern: 1,3 Mrd
(Anmerkung: Hoppla! Wenn diese Steuern, überwiegend Ertragssteuern, also rund 1 Mrd ausmachen und zudem gegenüber den Vorjahreszahlen stark angesteigen sind, deutet das auf ein tatsächliches, ungetürktes Ergebnis in Höhe von rund 3,5 Mrd bis 4 Euro hin)
Ich komme zu folgender Abschätzung:
Der tatsächliche Gewinn in 2007 der Telekom (vor Steuern) dürfte rund 7 Mrd. ausmachen – die Inlandskunden tragen davon eine Last in Höhe von rund 4 Milliarden, was gemessen am Inlands-Jahresumsatz (ca. 33 Mrd) immer noch ziemlich dreist ist.
Aber es sind keine 19 Mrd. Euro, und verglichen mit dem Umsatz ist es nur etwa halb so kackedreist wie es unsere Strom-Monopolisten bei ihrer Preispolitik sind . Sie haben sich den Markt sehr angenehm – und zu Lasten von Verbrauchern und Unternehmen – in Gestalt von Regionalmonopolen aufgeteilt.
Diese von privater Raffgier angetriebene Fehlentwicklung erfolgte vor allem dank der von neoliberalen Ungeist angetriebenen, und höchst fahrlässig gestalteten, Privatisierungen der Stromversorgung.
Die Unfähigkeit (vielleicht ist hier eher von Unwillen auszugehen) der Politik, Monopole zu regulieren, kommt erschwerend hinzu.
@Jörg Friedrich
Es geht nicht um den gesamten Durchschnittspreis, sondern um den Haushaltspreis. Eurostat nennt hier für Januar 2006 einen Preis von 18,32 Cent. Mit den Preiserhöhungen, die bereits in diesem Jahr stattgefunden haben, erscheint mir 19 Cent sehr realistisch.
-> Ist das nicht merkwürdig?
Ich finde es eher merkwürdig, dass Du mit Biegen und Brechen die E.ON Zahlenspiele verteidigen willst, und Dich damit gegen die Expertenmeinungen in den Ministerien, den Wirtschaftsverbänden (man höre und staune) und das Kartellamt stellst.
Hallo Jens,
nein, mein Fehler lag nicht darin, dass ich einen Durchschnittspreis angenommen habe, sondern dass die Tabelle bei Wikipedia ohne Steuern war, das hatte ich überlesen.
Was ich nicht verstehe ist, dass du mir “Verteidigung der e.on Zahlenspiele auf Biegen und Brechen vorwirfst”. Das ist Unsinn, und du solltest wissen, dass ich keineswegs Freund von Monopolen und Monopolpreisen bin. Die von dir angegebene Studie ist aber genauso Zahlenspielerei wie die der Energieversorger. Der 2-ct-Trick ist da nur ein Beispiel, es ist ein Taschespielertrick.
Klar ist, dass der größte Teil der Preissteigerungen auf politisch gewollte Erhöhung der Kosten für den Klimaschutz zurückgeht.
Aber ich ziehe mich jetzt besser aus dieser Diskussion zurück. Wir hatten das zugehörige Szenario schon zu oft.
@Dr. Dean
Wenn die tollen Finanzjongleure doch nur mal zweifelsfreie Kennzahlen veröffentlichen würden ;-)
Die Telekom veröffentlicht nun mal die EBITDA, auch wenn dieser umstritten ist. Die EBITDA werden übrigens geläufig als “Gewinn vor Steuern bezeichnet”, auch wenn “Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen” die bessere Umschreibung wäre. Da nennt die Telekom aber genau diese Zahl:
“Für das Gesamtjahr erwartet die Telekom einen moderaten Anstieg des Konzernumsatzes, ein bereinigtes EBITDA von rund 19 Milliarden Euro und einen Free Cash-Flow von rund sechs Milliarden Euro.”
@Jörg Friedrich
Ooops – so meinte ich das nicht.
Hierzu kann man unterschiedlicher Meinung sein. Dass das EEG Kosten versucht, behaupten eigentlich nur noch die Atom-/Kohlekraftwerksbetreiber. Es gibt unzählige Studien, die belegen, dass die Einführung des EEG volkswirtschaftlich Kosten spart.
Ich habe auch nicht unbedingt etwas gegen die hohen Preise. Hier halte ich eine Lenkungsfunktion durchaus für sinnvoll. Nur, wie das bei Lenkungen ist, sollten die Mehreinnahmen (Strafen) volkswirtschaftlich sinnvoll oder zumindest gerecht verteilt werden. Das EEG sorgt (mit Abstrichen) schon dafür – die Gewinne der Strommonopolisten tun dies nicht. Wären sie (rein hypothetisch) in Staatsbesitz und Dividenden und Gewinne würden dem Staat ergo dem Steuerzahler zu Gute kommen, würde ich nicht mal was sagen. Aber bitte keinen Umverteilung vom deutschen Privathaushalt in die Taschen amerikanischer Fonds.
Zur Behauptung:
Klar ist, sorry, dass diese Behauptung kompletter Unfug ist.
Der bundesweit durchschnittlich (Werte von 2006) rund 3,9 prozentige Kostenanteil für regenerative Stromerzeugung ist im Vergleich zu den Monopol-Umsatzrenditen von z.Zt. 15 % ein Klaks.
Dazu kommt, auch das sollte man bedenken, dass der fehlende (!) Wettbewerb dazu führt, dass es bei unseren lieben Energiemonopolisten keine ausreichenden Anreize für eine kostengünstige Stromerzeugung gibt und auch keine Anreize für Innovationen zur Verwirklichung kostengünstiger Stromerproduktion.
Der Blick ins europäische Ausland zeigt, ich hoffe auch für Jörg Friedrich, dass es problemlos möglich wäre, den Strom für Endverbraucher zum halben Preis anzubieten – und dies trotz aller steuerlichen Belastungen.
Denn Strom zu erzeugen und an die Kunden weiterzuleiten: Das kostet nicht so viel. Mit z.B. 8,9 Cent pro Kilowattstunde würden die Stromkonzerne immer noch Geld verdienen.
Übrigens: Genau das tun sie. Gewerbliche Verbraucher zahlen teils deutlich unter 10 Cent pro Kilowattstunde. Und es ist nicht so, dass die Stromkonzerne dabei drauszahlen.
Der Stromwucher der Strom-Monopolisten hat einen zentralen Grund: Unsere Politik weigert sich, den Stromkonzernen auf die Füße zu treten. Stattdessen machen sie jeweils Parteigekasper, die sogenannten bürgerlichen Parteien, indem sie die Abkehr von Atomkraft und den (in der Tat übertriebenen) Aufwand für regenerative Energien – lügnerisch – zur zentralen Ursache der Preismalaise erklären. Und die SPD, man täusche sich nicht, hat keineswegs vor, die lieben Strom- und Spendenlieferanten (z.B. Eon) ernsthaft zu verärgern. Die Grünen haben wie immer Tomaten vor den Augen, sei es seitens des neoliberalen Flügels (C. Scheel & Co), welche die notwendigen harten kartellrechtlichen Maßnahmen ablehnen, oder sei es seitens der Ökoflügels, der es supidupi findet, dass der Stromwucher einen prima Ökonanstrich hat.
Wenn sich die politischen Eliten mit den ökonomischen Eliten verbünden, um die Bürger auszuräubern: Dann kann man derartige Politikonstellationen übrigens auch “Korporatismus” nennen.
Und wir Bürger gucken in die Röhre.
@Spiegelfechter: was volkswirtschaftlich Kosten spart, kann für ein einzelnes Unternehmen trotzdem Zusatzkosten verursachen, oder? Und die volkswirtschaftliche Kostenersparnis, worauf bezieht die sich, auf welche Alternativen, und auf welche Zeiträume?
@Dr. Dean: Woher kommt die Zahl einer Umsatzrendite von 15%? Für eon z.B.komme ich bei einem Umsatz von 68 Mrd. und einem Ergebnis von 5 Mrd. ca. auf 7%. Gleichzeitig lagen die Investitionen ebenfalls bei ca. 5 Mrd.
Ich habe auf meiner Internetseite endlich einen Stromanbieter Preisvergleich onlinegestellt und auch mehrere Artikel zur aktuelle Lage des Stromamarktes in Deutschland verfasst. Es ist einfach traurig, dass die großen Vier in Deutschland eine derartige Monopolstellung genießen und dem kann jeder einzelne von uns entgegenwirken, indem er zu einem kleinen bzw billigeren Stromanbieter wechselt. Wie lange die kleinen gegen die großen Anbieter überleben können wird sich zeigen, aber ich bin zuversichtlich, dass auch die großen Stromanbieter etwas mit dem Preis tun werden, wenn Ihnen die Kunden davonlaufen.
Wenn soetwas passiert lässt e.on das auch was kosten!! Und es erst mal zu schaffen unter den 5 besten im DAX-vorständen zu kommen ist auch nicht gerade das leichteste.. diese enormen millionen beträge werden jährlich von 10000 Haushalten gezahlt und das ist ja nicht alles e.on versorgt 7.mio. Haushalte und das ist ein Bild was man sich das ausrechneen kann kein wunder das e.on unter den 5 besten Dax Vosrständen steht..
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