Wer am lautesten schreit hat recht?
19. Oktober 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Wahrscheinlich käme niemand auf die Idee, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als mediale Hüter der Neutralität und Objektivität anzusehen. Wer in der Welt des journalistischen Proporzes etwas werden will, sollte sich ähnlich verhalten wie ein Karrierepolitiker - den Old-Boys Networks sollte man dabei lieber nicht zu sehr auf die Füße treten. Dennoch schafften es vor allem die politischen Magazine der öffentlich-rechtlichen Anstalten in der Vergangenheit immer wieder, auch die Skandale der Großen aus Politik und Wirtschaft aufzudecken – ein löbliches Korrektiv. Damit könnte vielleicht bald Schluss sein, wenn die Krisen-PR Berater der Lobbys und Verbände aus dem Fall Heilpraktikerlobby gegen das ZDF die richtigen Schlüsse ziehen.
Was war passiert? In einer Sendung des ZDF-Wissenschaftsmagazins “Joachim Bublath” ging der namensgebende Wissenschaftsjournalist kritisch objektiv auf das Thema “Die modernen Wunderheiler” ein. Er berichtete in der Sendung über das Berufsbild des Heilpraktikers und des Heilers, das in Deutschland ungeschützt ist und daher auch obskuren Quacksalbern eine Heimstatt bietet, stellte einige gefährliche “Heiler” und gefährliche “Heilmethoden” vor, untersuchte die Wirksamkeit homöopathischer Heilmittel, welche durch mehrere großangelegte Vergleichstudien methodisch in Frage gestellt wurde. Mehr als ein Placeboeffekt konnte wissenschaftlich nie belegt werden. Alles in allem, eine unaufgeregte seriöse und objektive Sendung, die die Heilsversprechen der alternativen Medizin relativierte und vor schwarzen Schafen in der Branche warnte.
Entweder es gibt wenig nur weiße Schafe in diesem Berufsstand, man unterliegt einer falschverstandenen Wagenburgmentalität gegen die Schulmedizin oder das wissenschaftliche Selbstverständnis der Branche ähnelt dem, der katholischen Kirche – so viel kritische Fakten, wie Bublath sie anführte, waren auf jeden Fall zu viel. Schon während der Sendung wurde die Redaktion mit Anrufen und Mails bombardiert und das ZDF-Internetforum wurde von beleidigten Gläubigen gestürmt. Dies ist nicht weiter verwunderlich und auch nicht neu. Esoterik und alternative Medizin sind Milliardengeschäfte und die Branche boomt. Seit immer mehr Menschen Sinn im Übersinnlichen suchen und die Kirchen den Alleinvertretungsanspruch für alles Übersinnliche schon längst verloren haben, florieren die Geschäfte mit “Wasserwirblern”, “Wasserbelebern”, “Rosenquarz-Akkumulatoren” und “Orgon-Transmittern” und Heilsversprechungen jeglicher Natur. Die Gläubigen auf diesem Feld, sind in Fundamentalismus und Radikalität durchaus mit den Eiferern diverser Religionen vergleichbar und ihre “Lehren” werden von geschäftstüchtigen Scharlatanen ausgenutzt und befeuert. Das wusste sicher auch das ZDF, nur hat sich in diesem Falle eine Eigendynamik entwickelt, die in dieser Form neu war.
Diverse Lobbygruppen gingen in die Offensive und forderten Mitglieder und Anhänger auf, das ZDF-Forum, die Mailaccounts von Herrn Bublath und der Redaktion zu fluten und telefonisch zu protestieren (”Die Drähte der Redaktion müssen glühen!”). Heilpraktiker wurden ferner aufgefordert, ihre Patienten zu mobilisieren. Diese Ameisen-Strategie hatte Erfolg, dass ZDF nahm ein paar Wochen später entnervt die Internetseiten der Sendung vom Server.

Dieser Vorfall zeichnet ein düsteres Bild, in dem es nur Verlierer gibt. Das ZDF hatte eine objektive wissenschaftliche Sendung ausgestrahlt, und aufgrund der organsierten Kampagne gegen die Sendung, letztendlich klein beigegeben und ist eingeknickt. Dies wirft ein sehr trübes Licht auf die Art und Weise, wie die Verantwortlichen des ZDFs den Rundfunkstaatsvertrag interpretieren. Wissenschaft ist nicht Mehrheitsmeinung, sondern der Erwerb von Wissen durch methodische Forschung und Lehre. Glauben ist die Annahme eines Sachverhaltes. Ein öffentlich-rechtliches Wissenschaftsmagazin, darf sich nicht durch Gläubige, die meinen, bestimmte Sachverhalte anders zu sehen, ohne dies wissenschaftlich belegen zu können, in seiner Berichterstattung manipulieren zu lassen. Wenn dieses Beispiel Schule macht, wird es bald keine Beiträge mehr geben, die über die Evolution berichten, da christliche Kreationisten dies für einen “Irrglauben” halten. Joachim Bublath fasst dies treffend zusammen:
“Stellen Sie sich vor, wir betreiben in Zukunft nur noch den Journalismus, der den Betroffenen genehm ist. Wenn genügend Zweifler an der Mondlandung schreiben, nehmen wir dann die Astronomiesendungen aus dem Netz? Wissenschaft als Abstimmungsergebnis, das ist der Sieg des Irrationalen.”
Verlierer sind zweifelsohne auch die seriösen Heilpraktiker und Homöopathen. Wer nicht mit Beweisen und wissenschaftlichen Gegenargumenten auf Kritik kontert, sondern zu einem undifferenzierten, polemischen Rundumschlag ausholt, der die schwarzen Schafe des Berufsstandes weißwaschen soll, hat bereits verloren, bevor er begonnen hat, zu kämpfen. Was soll der Patient von einem Berufsstand halten, der es nicht einmal schafft, sich von üblen Scharlatanen, Hausfrauen mit der Ausbildung eines Sonntagsseminars und Geschäftemachern zu distanzieren? Anscheinend soll hier von den Lobbyisten das Leitbild des “genuinen Homöpathen der alten Schule propagiert werden, der unwissenschaftlich vorgeht, die Ausbildung vernachlässigt, Pfuschern jeder Couleur freundlich zustimmt und für den Kritik tabu ist”, wie es ein seriöser Heilpraktiker im ZDF-Forum formulierte.
Wissenschaft und Vernunft können wenig gegen die Argumente der Gläubigen ausrichten. Wer glauben will, der glaubt und der soll es auch dürfen. Die Aufklärung ist ein schönes Konstrukt für die Menschen, die “wissen” wollen, anstatt nur zu “glauben”. Umgekehrt sollte dies allerdings auch gelten. Wer “wissen” und “lernen” will, dem sollten die öffentlich-rechtlichen Sender, die ja auch deinen Bildungsauftrag haben und via Rundfunkstaatsvertrag dem Leitbild der Objektivität verpflichtet sind, die dafür geeigneten journalistischen Inhalte bieten. Es gibt das “Wort zum Sonntag” und kein Naturwissenschaftler käme wohl auf die Idee, zu einer Kampagne gegen die Dort verbreiteten Dogmen und Glaubenssätze aufzurufen. Genau so muss es einen freien wissenschaftlichen Journalismus geben, der sich nicht von Dogmatikern und Gläubigen einschränken lassen darf.
Jens Berger
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Ich stimme dir zu und möchte eins ergänzen.
Die wissenschaftliche Diskussion der Wirkung von alternativen Heilverfahren kann entweder eine empirische oder eine theoretische sein. Der ersten muss die Homöopathie sich stellen, der zweiten nicht. Es hat keinen Sinn, beide zu vermischen, weder dürfen die Heilpraktiker mit der theoretischen Diskussion auch die empirische ablehnen, noch darf die Schulmedizin mit der empirischen auch die theoretische fordern. In der tatsächlichen Diskussion wird aber (von beiden Seiten) gern beides vermischt, um den jeweils anderen zu diskrditieren.
@ Jörg, deine Ergänzung steht aber doch im Widerspruch zum Artikel und zur Reportage im Öffentlichen, wie passt dann deine eingängliche Zustimmung?
Ich habe den Bericht nicht komplett gesehen, meine aber, dass dort ausschließlich rationale Methoden dazu benutzt wurden, eine heilende Wirkung der “Heilpraktiken” zu untersuchen. Das macht auch Sinn, immerhin ist es der Empirik nur auf Umwegen - Bayes Theorem zb - möglich, überhaubt vergleichbare Rückschlüsse herzustellen.
Frage: Wie sollte auch eine empirische Studie aussehen, die einen eventuellen positiven Effekt eindeutig der Heilmethode, nicht dem Placeboeffekt zuschreibt? Man müsste die homöopathischen Mittelchen schon quasi heimlich verabreichen um überhaubt irgend eine Aussage treffen zu können.
Meiner Meinung nach sind gesetzliche Bestimmungen zur alternativen Heilkunde dringend notwendig, die Reaktion der Branche auf den Beitrag zeigt, wie Brisant der Zustand mittlerweile ist. Es sollte grundsätzliche Hinweise auf die Grenzen alternativer Heilmethoden geben, dazu eine zertifizierte Prüfung zum Heilpraktiker. Solange in der Mehrzahl dubiose Geschäftsleute an nachweislich unwirksamen Präparaten und Methoden Geld verdienen, ist eine vernünftige Diskussion über mögliche Einsatzgebiete alternativer Medizin völlig verfrüht. Nicht zu vergessen die Gefahr, dass leichtgläubige Menschen mit entsprechend gravierenden Krankheiten sich von der Schulmedizin abwenden und damit ihre Lage entscheidend verschlimmern.
Vorweg: habe die Sendung nicht gesehen, glaube weder übermäßig an die sogenannte “Schulmedizin” noch an “alternative” Medizin. Ich will auch nicht per se und in Unkenntnis, dem ZDF in diesem Fall tendenziöse Berichterstattung vorwerfen.
Aber: in diesem Spiegelfechter-Beitrag taucht mir ein wenig zu oft die _Wertung_ “objektive Wissenschaft” auf, außerdem das despektierliche “Wunderheiler”, dass hier ein bisschen zu undifferenziert mit auch “seriöse” Heilpraktiker mit “Wunderheilern in einen Topf wirft.
Vielleicht ist an der Sendung alles wirklich “objektiv”, so richtig sicher kann ich mir da nicht sein. Schon gar nicht nach diesem tendenziösen Spiegelfechter-Beitrag, der
Im übrigen gibt es möglicherweise auch in diesem Bereich “mehr zwischen Himmel und Erde als sich auch deine Schulweisheit träumen lässt”.
Lieber Spiegelfechter,
wenn Du die Sendung gesehen hättest und den journalistischen Stil eines Joachim Bublath kenntest, dann würdest Du vermutlich zu einem anderen Urteil kommen. Der Beitrag war imho eine üble Polemik gegen alle alternativen Heilverfahren. Ja, man könnte gar meinen, der Ärztverband und die Pharmaindstrie hätten die Sendung gesponsert.
So wurde zum Beispiel über mögliche Nebenwirkungen pflanzlicher Präparate deliberiert, ohne jedoch mit einem Wort auf die Nebenwirkung der Pharmazeutik, geschweige denn auf die Praktiken und den Pfusch der Ärztmafia einzugehen.
Nein, das war eine sehr einseitige Sendung, die nur noch von Bublaths Kollegen Peter Hahn, diesem journalistischen Brechmittel oder einem der unsäglichen Pressesprecher der CDU hätte getoppt werden können.
Also, bitte nicht wie die Blinden über das Sehen philosophieren, sondern selber sehen, dann urteilen.
@khh
Ich habe die Sendung gesehen, da mich das Thema interessiert. Deinen Vorwurf, die Sendung wirkte so, als sei sie vom Ärzteverband und der Pharmalobby gesponsort, empfinde ich als absurd. Ich gebe zu, dass ich Esoterik und alternativen Heilmethoden in Kern skeptisch gegenüberstehe. Was keinesfalls heißt, dass ich sie ablehne. Man darf den Placebo-Effekt auf keinen Fall unterschätzen und die Nebenwirkung von Pharmazeutika sind ein so großes Problem, dass man sich ernsthaft mit diesen Verfahren auseinandersetzen muß. Was mich massiv stört, ist das unwissenschaftliche Vorgehen und die teilweise hanebüchenen Erklärungsversuche.
Die Erklärungsmechanismen, die Du auch ansprichst, sind wenig sinnvoll. Ja, die Schulmedizin hat ihre Schwächen, die Pharmakonzerne korrumpieren die Wissenschaft in einer unerträglichen Art und Weise und ihre Produkte sind häufig schädlich. Aber dies heißt keinesfalls, dass der Umkehrschluss gültig ist. Auch unter den Heilpraktikern gibt es korrupte Dilettanten und Scharlatane - darauf hat die Sendung hingewiesen.
Auch gilt keinesfalls das Motto “Wer heilt hat recht”. Aus dem Heilerfolg auf die Methode zurück zu schliessen ist methodisch falsch - die Psyche spielt eine wesentlich größere Rolle, als man denken mag.
Auch auf die Gefahr hin, mich richtig unbeliebt zu machen, muss ich es einfach mal ansprechen. Der Gebrauch von Anführungsstrichen ist anderen Orts sicher inflationärer als hier. Aber warum sind die Worte in diesem Satz:
in Anführungsstriche gesetzt.
Ich komme ausdrücklich zum Fazit, dass die Reaktion der Heilpraktiker-Lobby seriösen Heilpraktikern wesentlich mehr schadet, als nutzt. Für mich geht es einfach nicht an, dass ein Heilpraktiker, der was auf sich und seinen Stand hält, sich nicht von den Mengen an schwarzen Schafen distanziert.
@firefly
a) Um hervorzuheben und b) um zu relativieren. Der Unterschied zwischen “wissen” und “glauben” ist äußerst komplex und ich weiß nicht, ob ich weiß, was ich zu wissen glaube, oder doch nur glaube zu wissen. Oder so ;-)
@Spiegelfechter
Dann müsste man diese beiden Worte ja jedesmal in Anführungsstriche setzen. Ich halt es jedenfalls für übertrieben.
@ spiegelfechter
Skepsis ist immer angebracht aber wie Du schon schreibst, die Allopathie als einzig gültige Weisheit hinzustellen IST falsch. Was spricht gegen Naturheilmittel? Bublath hat KEIN einziges gutes Haar an Phytopharmaka gelassen. Warum eigentlich nicht? Nur weil er beim Schöllkraut Nebenwirkungen nachgelesen hatte? Du weißt, nichts an sich ist Gift …
Übrigens ich glaube auch nicht an Homöopathie. Das ist auch gar nicht entscheidend. Entscheidender ist, dass sie mir immer wieder hilft - und zwar gerne dort, wo die Weißkittel bei mir versagen. Ich kann es mir auch nicht erklären (Stichwort Verdünnung), ist mir aber völlig egal. Du schreibt Placebo, nur wieso hilft Homöopathie dann auch bei Tieren? Röntgenstrahlen gab es vor über 150 Jahren übrigens auch nicht. Was wissen wir schon?
Und dann haben Heilpraktiker auch noch ein wichtiges Geschenk im Gepäck: Sie nehmen sich Zeit für Ihre Patienten. Eine Stunde und mehr. Wie viel Minuten braucht dein Doc, um Deine Bronchitis zu diagnostizieren und (vermeintlich) therapieren?
Und ein letztes Argument für heute: Gut ausgebildete Heilpraktiker (ich meine nicht die Esoteriker) versuchen das gesundheitliche Phänomen als Ganzes zu sehen. Das schafft ein Allopath nie, weil er meist ein Fachidiot ist, der, wenn er nicht weiter weiß, an den nächsten Fachkrüppel weiter überweist.
So weiß ich zum Beispiel inzwischen, dass Kopfschmerzen, die ich einst hatte, durchaus von der Galle herrühren können (die Franzosen sagen zu Migräne bezeichnender Weise “crise de foie” - Lebererkrankung). Weißt Du, was Dein Internist in so einem Falle macht? Der schreibt Überweisungen an den Neurologen und schmeißt die apparative Medizin für viele Tausen Euro an. Doch dabei rührt das Problem gar nicht vom Kopfe her. Ein paar Tropfen Taraxacum (Löwenzahn) lösen das Problem komplett. Nebenwirkungen: Null; Kosten fünf Euro.
Soweit mal dazu.
@khh
Genau das gleiche, wie gegen künstliche Heilmittel. Die Heilwirkung muss die Nebenwirkungen übersteigen.
Es ist ja schon etwas her - ich kann mich nicht erinnern. Grundsätzlich muss mE aber jedes Phytopharmakon genau die gleichen(!) Zulassungsbeschränkungen haben, die auch normale Pharmazeutika haben, außer es handelt sich um Pflanzen in Reinform, deren Bekömmlichkeit bekannt ist.
Auch Homöpatika haben . Hier liegt ein echtes Problem vor, vor dem man nicht die Augen schliessen darf. Außerdem kann ich es persönlich nicht verstehen, wie Menschen, die bei jeder minimale Spur von Hormonen in Wasserproben das Ende der Welt heraufbeschwören, Curare und Botulinium in kleinen Dosen in ihren Homöopaktikern schlucken.
Ja freilich - ich spekuliere mal ein wenig. Anders als bei den Weißkitteln, bist Du bei Homöpatika innerlich überzeugt, sie würden helfen, bzw. Du glaubst an deren Heilcharakter. Das ist kein bewußter Prozess(!). Darum …
… wirken diese Mittel auch manchmal bei Tieren. Es kommt weniger auf das Mittel an, als auf die Dareichung und die Umstände der Therapie. Mir ist kein Wirkungsnachweis bekannt (weder bei Mensch, noch bei Tier), bei dem die homöopatischen Substanzen unbewußt verabreicht wurden.
Folgende Links solltest Du nicht lesen, wenn Du Dir Deinen Glauben an die Heilwirkung bewahren willst:
Mehr über das Thema Homöopathie und Placebo von Wolf und Windler.
Hier noch mal etwas ausführlicher.
Ein Test, mit dem bekannten Skeptiker James Randi.
“Ist Homöopathie mehr als Placebo? Die fehlende Beweiskraft einer sogenannten Meta-Analyse” von Struwelt und Claussen.
Und das ist wichtig! Darum lehne ich diese Verfahren auch keinesfalls ab, sondern wäre lediglich dafür, dass die Qualität in Ausbildung und Praxis gewährleistet wird. Dafür muß(!) man die schwarzen Schafe von den seriösen Heilpratikern trennen.
@khh, Röntgenstrahlen gab es schon immer, nur Herr R. hat sie halt genutzt. Aber, um mal aufs Thema zu kommen, mir ind die Heilpraktiker schon höchst suspekt, denn es ist mir schon zweimal untergekommen (einmal von einem sehr, na sagen wir etwas unterbelichteten Menschen, das zweite mal von jemandem etwas höherqualifizierten - Dr. -nicht med.-), dass behauptet wurde, es gäbe eigentlich keine Bakterien und Viren und da hört für mich sicher der Spass auf. Und genau das ist der Humbug, den die Homöopathen (hoffentlich stimmte die Rechtschreibung jetzt) verbreiten. Klar, ich hab auch schon mal (so circa) 300Euro (umgerechnet) bei einme Neurologen bezahlt, der mir gesagt hat, es seien Kopfschmerzen, aber die Idee, ein Molekül von irgendwas in ein paar Liter Wasser zu nehmen (letzthin für den gleichen Preis), ist mir nicht wirklich gekommen. Und am Ende hat das Cortison geholfen, und der ach so böse Schulmediziner hat mir nebenbei auch rklärt wie gefählich das Cortison ist und mir gesagt, er (und andere auch) wisse nicht, woher diese Schmerzen kommen und könne mir nichts garantieren. Insofern eine ehrliche Antwort. Und diese Art von en ist weg.
Also, zusammenfassend halter ich Homöopathie nicht für Unfug aber sie hat das Zeug, Menschen wirklich zu gefährden, es kommt eben auf die Umstände an.
Gruss Stefan
@ Kritiker der Sendung
Warum schließen sich die seriösen Heilpraktiker dann nicht in einem Verband zusammen?
Sonst gibts doch auch in Deutschland ab 3 Leuten aufwärts die eine gemeinsame Passion haben nen Verein mit Vorsitzendem und Kassenwart.
Pax
Glaub es oder nicht, das geht bei Tieren, Säuglingen usw., die nichts davon mitbekommen.
Ich habe keinerlei Interesse, Dich zu überzeugen und andererseits keinen Dunst, wieso und wie das funktioniert. Nur dass es (bei mir) funktioniert, dass kann ich Dir seit knapp zehn Jahren hier vermitteln.
Wie schon jemand Shakespeare zitierte “There are more things between heaven and earth, dear Horatio, than you and I ever dreamt of.”
In der Aussage hinsichtlich der Ausbildung bin ich ganz bei Dir.
Aber nochmal zurück. Mir geht es gar nicht um eine Diskussion der Homöopathie usw. Ich mag nur nicht glauben, dass gerade Du dem unsäglichen Bublath so ungeschoren davon kommen lässt. Das ist journalistisch ein ganz schlimmer Finger. Das ZDF hat ja wahrlich wenig aufklärerische Interessen.
Peter Hahne hat ja auch mal ein unsägliches Buch geschrieben “Schluss mit lustig”, hier meine Rezension dazu:
amazon.de/...
Weißt, dass ist es, was mich ärgert: Plumpe Meinungsmache.
Hi Spiegelfechter,
der Bublath scheint sich, ich hab die Sendung nicht gesehen, auf eine unseriöse Studie zu beziehen, von daher scheint die Kritik gerechtfertigt, möglicherweise ist die Seite auch wegen anhängiger juristischer Auseinandersetzungen vom Netz gegangen: vkhd.de/in...
Hier noch eben die erstbeste seriös wirkende Kritik an der beantstandeten PEK-Studie, die ich auf die schnelle gefunden hab: vkhd.de/in...
MfG
Sorry, bin zu blöd zum copy/pasten :( .Der zweite Link sollte das hier sein: homeodocto...
MfG
Die Tiere und Säuglinge die ich kenne merken sehr wohl wenn man ihnen Medizin verabreicht resp. sie bei Krankheit oder Verletzung pflegt.
@Capucino
Nun ja, ich weiß nicht, zu was dieser Studienkrieg führen soll.
Die Methodik der Lancet-Studie erscheint mir recht plausibel, aber ich bin auch kein Mediziner oder Homöpath ;-)
btw.: Es ist peinlich, dass der VKHD ausgerechnet eine Studie zum Gegenbeweis anführt, die ihrerseits schon widerlegt wurde.
Erfreulich, dass hier recht unaufgeregt über dieses Thema debattiert wird. Ich habe es mir durchgelesen, weil mir seit einiger Zeit, besondern in der Süddeutschen, sehr polemische Beiträge gegen alternative Heilmethoden auffallen. Ich habe den Verdacht, dass die Allopathie hier PR-technisch gegen die “Alternativen” in Front gebracht wird. Der Vorteil der Allopathie: bessree industrielle Organisation, man kann die “Wissenschaftlichkeit” als Argument anführen. Der Vorteil der Alternativen: Viele glauben, und sind daher wie alle Gläubigen erbitterte Gegner.
Ich habe mir aus dem Link im Artikel die Mitschrift des Beitrags durchgelesen. Sorry, guter Journalismus ist das nicht. Es wird sehr oft der allgemeine Begriff “Heilpraktiker” oder “alternative Methode” (u. Ähnliches) direkt in einen Zusammenhang gestellt mit eindeutiger Beutelschneiderei. Jeder Satz für sich mag in Ordnung sein - die Zusammenstellung ist schlimm. Wer regelmäßig Bildblog liest, weiß, dass die Bild sich auf diese Weise gern ihre Skandale und Exklusivstorys bastelt. Die Beiträge des Psychologen Goldner auf SZ-online, in denen er gegen alles wettert, was nicht im Doppel-Blind-Test abgesegnet wurde, sind auf die gleiche Art geschneidert. Und, leider, mich erinnert das genau an die Art und Weise, wie Wunderheiler ihre Methoden anpreisen. Die gleiche, wenn nicht ähnliche rhetorische Technik. In beiden Fällen für mich immer ein Hinweis darauf, dass den Absendern nicht zu trauen ist und wahrschienlich Beweggründe eine Rolle spielen, die nicht ausgesprochen werden und verschleiert werden sollen.
Das Fiese ist, dass es sehr umfangreich ist, im Einzelnen zu zeigen, wie durch viele kleine unfaire, meist unausgesprochen insinuierte Zusammenhänge scheinbar objektiv Meinung gemacht wird.
Ein Beispiel aus dem Beitrag: “Fertige Präparate aus der Pharmaindustrie bezeichnen Heilpraktiker häufig als ungeeignet oder sogar gefährlich. Das kann sogar zur Empfehlung führen, dass Patienten ihre Medikamente, die von einem Arzt verschrieben wurden, wegwerfen sollen. Das schlichte Argument: Nur was aus der Natur kommt, ist sanfte Medizin, und keine giftige Chemie.”
“häufig” - hier wäre ein Beleg schon ganz nett. Was ist häufig? Wieviele hat der Autor selbst befragt? Oder bezieht er sich nur auf die von ihm explizit beschriebenen Wunderheiler, die bestimmt kein Ruhmesblatt für die Branche sind? “Es kann zur Empfehlung führen”: führt es? Oder vermutet der Autor hier nur? Dem Zuschauer und sogar meisten Lesern wird suggeriert, bei “vielen Heilpraktikern” (häufig) müsse man damit rechnen, dass an den Medikamente vom Arzt kein gutes Haar gelassen wird. Dann “das schlichte Argument”: in der Tat, schlicht. Denn nicht nur Ärzte und alle verantwortungsbewussten Heilpraktiker wissen, dass es (außer in der Homöopathie) auf die Dosis ankommt, und es folglich weder “giftige Chemie” noch “gesunde Natur” per se gibt. Es mag sein, dass viele Laien so denken, auch, dass schwarze Schafe dies ausnutzen. Aber dann müsste man auch darauf hinweisen, dass viele Ärzte die Medikamentengläubigkeit iher Patienten ebenso ausnutzen; dies also so oder so nicht als Argument gegen alternative Methoden gelten kann. Jedenfalls nicht ohne belegbare Zahlen.
Und in dieser Form geht es in dem Beitrag weiter. Viel insinuiert, letztlich nichts gesagt.
ZUr Info auf einige frühere Kommentare. Es gibt in Deutschland eine Heilpraktikerprüfung mit einer recht umfangreichen mehrjährigen Ausbildung vorweg (eine Bekannte von mir machte das, ich glaube, es waren drei Jahre Abendschule, privat finanziert natürlich, mit Praktika etc.). Zugelassene Heilpraktiker dürfen sich nur ebensolche nenne, Heiler darf sich jeder nennen. Ein wichtiger Teil der Ausbildung, so erzählte mir die Bekannte, ist es, die Entscheidung treffen zu können, wann ein Patient unbedingt an den Arzt verwiesen werden muss, da man sich sonst der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen kann.
Die deutliche Trennung von zugelassenen Heilpraktikern und Heiler, von schwarzen und weißen Schafen ist leider durch die Ausbildungs- und Zulassungsregeln sehr schwierig geworden. Und ausgerechnet Vertreter der wissenschaftlichen Medizin werfen dies absichtsvoll - wie man unterstellen muss - durcheinander. Da darf man sich schon fragen: Warum?
@kkh
Migräne ist mehr als Kopfschmerz. Und gerade hier haben die von Dir verschrienen Weißkittel in den letzten Jahren bahnbrechendes erreicht. Ich bin darüber sehr glücklich, leide ich doch seit meinen 19 Lebensjahr unter dieser schrecklichen Krankheit. Mitunter auch wie bei Dir durch Übersäuerung mit ausgelöst. Ich bin froh, daß es seit Ende der 90er auch endlich vernünftige Medikamente zur Akutbehandlung gibt (Triptane 2. Generation). Aber viel wichtiger als diese Medikamente ist die Vermeidung der Migräne auslösenden Faktoren, hier wäre vor allem psychischer Streß, der meist durch eine, vereinfacht ausgedrückt, Überbeanspruchung des Gehirns ausgelöst wird. Dies geschieht meist dann, wenn zu viele Informationen gleichzeitig verarbeitet werden müssen. Das kann auf einer Autofahrt passieren bei der Dir Deine Beifahrer den für Dich wichtigen neuesten Tratsch erzählen und Du gleichzeitig durch Stau, Regen etc. eine erhöhte Konzentration zum fahren benötigst. Oder aber auch im Job, wenn zu viele Menschen gleichzeitig von Dir etwas möchten. Drei Tassen Kaffee und ein Glas Orangensaft dazu und schon geht es los. Also wenn Dein Hausarzt Dich bei Migränesymptomen immer noch zum Neurologen schickt, dann hat er einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht.
Wobei wir beim Hauptthema wären. Der Gesundheitsmarkt ist vor allem ein Markt, der nach den gleichen Gesetzen funktioniert wie jeder andere. Jeder möchte sein Produkt verkaufen, es wird um jeden Prozentpunkt Marktanteil gekämpft. Ob Blublaths Sendung von der Pharmaindustrie gesponsort wurde oder nicht ist völlig egal. Allein die Art und Weise wie gegen das ZDF und Blublath torpediert wurden, spricht nicht gerade für die in der Sendung kritisierte Zunft. Wenn das ZDF Unwahrheiten verbreitet haben sollte, sollten die Betroffenen doch bitte mit haltbaren Gegenargumenten dagegen vorgehen, anstatt zu beschimpfen, zu verstopfen und zu diffamieren.
Was wirklich witzig ist, ist, dass die Sendung von Bublath in diesem Artikel als “eine objektiv wissenschaftliche Sendung” bezeichnet wird. Dabei ist alles “Glauben”, sowohl die Wissenschaft als auch die Esoterik. Religionen sowieso. Zu denken, es gäbe “objektive” Zustände ist ziemlich naiv. Oder hat hier schon einmal Einer mit den Augen der Anderen gesehen?
@ Hans P.
Ich kann mich Deinen Worten nur anschließen.
@ Spiegelfechter
Nochmal, es ging mir nicht um eine Bewertung alternativer Heilmethoden,
auch wenn mir diese schon wichtig sind.
Hans P. bringt es auf den Punkt. Wir werden systematisch verblödet, vermutlich
im Staatsauftrag, der ja mit Argusaugen über “das öffentliche-rechtliche Fernehen” wacht. Denn ein kritisch mitdenkendes Volk ist die Pest.
Dass dieser Staat u. a. von den Interessen der Unternehmensverbände beeinflusst wird
und unsere Politiker alles andere als integer sind, dürfte sich auch bis zum Spiegelfechter rumgesprochen haben. Dementsprechend geschieht auch die Auswahl der (Chef-) Redakteure. Reiner Proporzmist. Zwar “freie Meinungäußerung”, aber keinesfalls auch nur im Ansatz der Versuch, objektiv zu sein.
Was also soll so eine Sendung? Aufklären? Mitnichten!
Alles an diesem Beitrag ist tendenziös.
Und wie soll sich eine Person oder - wie Ihr meint - ein Verband heute sich gegen
eine diffamierende Berichterstattung wehren? Mit einer Gegendarstellung? Kommt, Ihr wisst doch, wann und wo die gedruckt wird. Die Wirkung des Berichts ist ungleich höher.
Ich verabschiede mich jetzt aus der Diskussion. Alles ist gesagt.
Hi,
Danke für die Satire. Wirklich gelacht habe ich über die Aussage, dass ausgerechnet Joachim Bublath und das ZDF etwas mit Wissenschaft zu tun haben könnten :-).
Ich habe ein paar Folgen dieses “Wissenschaftsmagazins” gesehen und konnte jedesmal den Geldgeber erkennen - unabhängig vom Thema! Gerade J.B. ist ein Musterbeispiel für gekaufte Reportagen und wenn man ausgerechnet ein solches Magazin als Referenz heranzieht, ist die Bewertung der Reaktion nicht seriös.
Im übrigen ist es fragwürdig, von den Verhaltensweisen der Reagierenden auf die Qualität der Zunft zu schließen. Wenn wir das mal auf Religion übertragen, müssten wir sofort und ohne Kompromisse die gesamten USA und Vasallenstaaten wegen christlicher Terroristen in die Steinzeit bomben :-).
Ich persönlich halte nicht viel von Homöopathie bis hin zur Wunderheilerei, allerdings halte ich auch die sogenannte “Schulmedizin” größtenteils für Humbug.
Wenn jedoch im ZDF behauptet wird, dass etwas “schlecht” sei, ist das für mich ein Grund, das genaue Gegenteil davon anzunehmen.
Insbesondere wenn Personen wie J.B. involviert sind.
Gruß
@khh
Das alles hat sich nicht nur bis zum “Spiegelfechter” durchgesprochen, sondern er schreibt auch d.ö. darüber ;-)
Mir will aber nicht in den Kopf, warum die Fehler der einen Seite, die Fehler der “anderen” Seite rechtfertigen sollten. Weil die Pharmalobby mit harten Bandagen spielt, dürfen das die Heilpraktiker-Lobbys auch? Du sprichst von einer systematischen Verblödung der Öffenlichkeit durch die ö.-r. Medien. In gewisser Art und Weise hast Du da ja auch recht. Aber schau Dir doch bitte mal alleine die Internetseiten “alternativer” Heiler an …. PISA ick hör dir trapssen.
Ich bleibe dabei: Die Sendung hat sich dem Thema auf die angemessene Art und Weise genährt - kritisch distanziert. Dass diese oder ähnliche Sendungen bei anderen Themen - z.B. wenn es um die klassische Gesundheitsindustrie - diese kritische Distanz vermissen lassen? Geschenkt, natürlich machen sie das.
Auf die meisten Dinge (Proporz etc.) bin ich im Artikel ebenfalls eingegangen, nur rechtfertigst Du leider das Vorgehen der Heilpraktiker mit dem Argument, eine Gegendarstellung würde nichts bringen. Nebenbei bemerkt, ist der Antrag auf eine einstweilige Verfügung bereits von einem Gericht abgelehnt worden. Im Kern gehst Du von einer Rechtmäßigigkeit der Position der Heilpraktiker aus, das tue ich nicht. Wie wäre es denn, wenn es anstatt der “Guten”, die “Bösen” wären, die auf diese Art und Weise vorgehen? Nazis, Islamophobe, Kreationisten … alle berufen sich ebenfalls auf Vox Populi. Nein, ich finde man muß an der Art und Weise, wie Heilpraktiker und das ZDF mit der Sache umgehen harsch Kritik äußern.
@ Spiegelfechter
Bitte? Ich soll das Vorgehen der Heilpraktiker rechtfertigen?
Wo denn? Wie denn? Mir ist das schnurzegal, was die HP-Lobby gegen den Beitrag macht.
Mich hat der BEITRAG gestört. Bublath hätte meinetwegen auch das hohe Lied auf deutsche Autos, deutschen Wein oder den Airbus singen können. Mir geht dieser “Journalismus” auf die Nerven.
Können wir das jetzt abschließen? Ich will in der Urlaub auf die Insel. Ohne Bublath und Consorten.
Du schreibst über den Konflikt der Mönche in Burma - und im selben Atemzug einen solchen Artikel hier. Weißt du eigentlich, an was fernöstliche Mönche glauben bzw. mit was sie arbeiten? Und weißt du eigentlich wirklich, was genau alternative Heilmethoden ausmacht und WIE sie heilen? Das kannst du niemals erlebt und begriffen haben, sonst könntest du sowas hier nicht schreiben.
Es gibt viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die viele Menschen - zum Glück werden es mehr - tatsächlich empfinden und erleben, und es gibt Menschen, die gar nicht in der Lage sind, solche Dinge überhaupt nur ansatzweise wahrzunehmen. Und genau die schreien am lautesten. “Ich kann es nicht sehen, also gibt es das nicht.” Man wird solche Dinge eines Tages auch objektiv “beweisen” können, die Quantenphysiker haben schon ein bisschen was geschafft. Bis dahin gibt’s einstweilen nur subjektive Beweise.
Die Tatsache, dass es auf beiden Seiten fanatische Hardliner (mit fragwürdigen Beweismethoden), Profitgeier, Scharlatane und Bretter vor Kopf und Herz gibt und diese gemäß unserer Zeit auf der Bühne der großen Verdummungsmedien sitzen, macht die Diskussion darüber nicht leichter, im Gegenteil.
Dass ausgerechnet der Spiegelfechter sich auf die Mainstream-Seite schlägt und in dasselbe Horn tutet wie alle, die an alternativen Heilmethoden verständlicherweise kein Interesse haben KÖNNEN, da es ihnen das schöne Geschäft kaputtmacht, und ohne wirklich zu wissen (! nicht nur zu glauben), um was es bei den seriösen (!) esoterisch-spirituellen Methoden tatsächlich geht, enttäuscht mich doch sehr. Bevor du so etwas schreibst, solltest du wissen, WORÜBER du schreibst.
Öhm, so weit ich weiß gibt es staatlich anerkannte Schulen für Heilpraktiker und auch die Berufsbezeichnung ist geschützt in Deutschland. Die Prüfung dazu ist auch weder billig noch einfach. Das gibt es allerdings noch nicht für Tierheilpraktiker, das darf sich jeder nennen, wie auch Heiler oder sogar Wunderheiler. Es gibt auch einen Dachverband der die sechs kleineren Heilpraktikerverbände vereint (http://www.ddh-online.de/).
Die Sendung hab ich nicht gesehen, aber wenn dort tatsächlich Heiler mit Heilpraktikern in einen Topf geworfen wurden, hätte das mit Journalismus nicht viel zu tun.
Wenn bei einem Arzt ein Zertifikat der “Uhniversiti off Timbucktu” an der Wand hinge, wäre man sicher skeptisch. Wer also alternative Heilmethoden ausprobieren will, sollte auch schauen, welche Ausbildung der Heilpraktiker hatte und in welchen Verband er organisiert ist.
Das Editieren der Kommentare ist ja fies. Rechtschreibfehler berichtigt und danach sind alle Umlaute murks. Dann hab ich nomma die Umlaute berichtigt, aber die Änderung ist anscheinend in den Weiten des Internets verloren gegangen…
@pathfinder
Ja ja, und die “Alternativen” sind ja nur altruistisch und denken an das Gute im Menschen. Sorry für die harten Worte, aber hör mir bloß mit diesem Mist auf. Ich hatte beruflich schon häufiger mit gutgläubigen Menschen zu tun, die von charismatischen Menschen geschröpft wurden, die genau diese Argumentationsschiene fuhren. Auch die Alternativmedizin und die Esoterik sind Milliardengeschäfte.
Dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als wir glauben und v.a. als wir wissen ist eine Binse. Natürlich ist dem so - ich kenne niemanden der dem widersprechen würde. Was wichtiger ist - der Umkehrschluß ist daher keineswegs bei jeder noch so abstrusen Erklärung richtig.
Aber dies sind “Glaubensdiskussionen”, die zu nichts führen. Ich respektiere jeden(!) Glauben, so lange er mich in Ruhe lässt. Problematisch wird es, wenn Glaubensrichtungen versuchen Macht auf diee Gesellschaft auszuüben - ob es jetzt Christen, Muslime oder halt Esoteriker sind. In einer wissenschaftlichen Diskussion hat Glaube nichts verloren.
Wenn es für Dich Mainstream ist, seine Vernunft zu gebrauchen … bitte schön, das ist Dir gestattet. Wenn Du von mir erwartest jeden Unfug zu vertreten, nur weil er einem vermeintlichen Mainstream widerspricht, so muß ich Dich allerdings entäuschen. Was dies mit burmesischen Mönchen zu tun hat, weißt anscheinend nur Du.
@SoE
Inhaltlich d´accord. Nur leider sind Schwerstkranke häufig (verständlicherweise) eher unkritisch und klammern sich an jeden Strohalm - was per se sogar positiv für die Heilungschancen ist. Dies gilt übrigens für Schulmedizin und alternative Medizin - auch bei “Innovationen” der klassischen Pharmazie spielt der Placeboeffekt eine riesige Rolle. Wenn der behandelnde Arzt eine neue innovative Pille aus You-Ess-Eih verschreibt, hat dies den gleichen Effekt, wie bei dem “Wunderheiler”, der eine längst vergessene schamanische Rezeptur mischt. Das erstere Medizin meist mehr Nebenwirkungen hat, steht außen vor.
Noch kurz zur Editierfunktion. Ich kann den Fehler nicht reproduzieren und erkenne in Deinem Kommentar auch alle Umlaute korrekt. Erscheinen sie bei Dir (oder bei einem Anderen) wirklich falsch?
Kurz zur Klarstellung (ohne Partei zu ergreifen):
Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung/Schulung für Heilpraktiker. Die Ausbildung findet ausschließlich an Privatschulen oder durch einen anderen Heilpraktiker statt.
Was es gibt, ist die “Amtsärztliche Überprüfung”. Das ist eine Prüfung beim Gesundheitsamt, vor einer Kommission, der u.a. ein Amtsarzt angehört. Dabei werden verschiedene Bereiche abgeprüft, und je nach zuständigem Gesundheitsamt ist die Prüfung einfacher oder schwieriger. (Allgemein sind die Durchfallquoten recht hoch.)
Wer die Prüfung besteht, darf die Berufsbezeichnung “Heilpraktiker” führen.
Allerdings: Die Prüfung zielt darauf, sicherzustellen, dass der Prüfling nicht die Gesundheit seiner Patienten gefährdet. (Daher wird auch abgefragt, wie in einem Kommentar schon erwähnt, wann an einen Arzt überwiesen werden muss.) Ob die Heilmethoden wirklich was bringen, ist nicht relevant.
Hmmm, nachdem ich die Seite noch mal besucht habe sind alle Umlaute bis auf das ß/sz (hatte ich mal als Umlaut mitgezählt…) wieder richtig.
Mir ist auch klar, dass es keine staatliche Ausbildungsverodnung gibt. Es gibt sogar Heilpraktiker, die auch Sachen wie Tarotkarten legen machen, dennoch sollte man die meisten nicht mit dubiosen Wunderheilern in einen Topf schmeissen.
Menschen mit Vorurteilen sollten keinen Journalismus betreiben.
Schon in der Anmoderation der Sendung warf Bublath jahrtausendealte - und durch ebensolange Empirik verifizierte - ostasiatische Medizin mitsamt esoterischen Wunder- und afrikanischen Geistheilern in den Scharlatan-Gifttopf. Schon das war eine arrogante Dreistigkeit.
Seine Mutmaßung, daß mehrere deutsche Krankenkassen Akupunktur nur bezahlen, um ihre angeblich leichtgläubige Kundschaft bei der Stange zu halten, ist polemisch, falsch und eine Frechheit. Es gibt eine nach wissenschaftlichen Standards und von einer deutschen Krankenkasse durchgeführte Studie, in der die Wirksamkeit der Akupunktur bei bestimmten Befunden bestätigt wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Bublath das nicht weiß.
Seine Darstellung, daß man die Heilpraktikerzulassung ohne Vorbereitung oder medizinische Fachkenntnisse erlangen kann, ist ebenso falsch. Im Internet finden sich Beispielprüfungen, an denen ihr euch ja mal versuchen könnt. Übrigens sitzt im Prüfungsausschuß auch ein studierter Schulmediziner.
Nachhaltig ärgerlich wurde der Bericht dadurch, daß er der Schulmedizin - nachdem er in einem Rundumschlag alternative Heilungsansätze als höchstens durch Placeboeffekt wirksam dargestellt hatte - die Absolution erteilte. Weil sie ja schließlich streng wissenschaftlich Wirksamkeiten prüfe. Ich muß dabei immer an Magengeschwüre denken. Mittlerweile ist es wohl landläufig bekannt, daß dafür überwiegend ein Bakterium verantwortlich ist, das 1983 entdeckt wurde. Es dauerte dann noch weitere sechs Jahre, bis der Zusammenhang in der Schulmedizin als Ursache akzeptiert wurde. Seitdem werden Magengeschwüre mit Antibiotika behandelt. Bis dahin wurde man aber nicht selten mit Psychopharmaka behandelt, weil man an Streß als mögliche Ursache GLAUBTE (tja, Wissen kann’s ja wohl nicht gewesen sein). Man erkläre mir hier den wissenschaftlichen Ansatz.
Und dann kam Bublath noch mit einem konkreten Beispiel: dem Schöllkraut. Daß viele Heilpraktiker Schöllkrauttinktur verschreiben, obwohl dies die Leber irreparabel schädigen könne. Interessanter Zufall, daß meine Tochter eine Woche zuvor per Schöllkrauttinktur - empfohlen übrigens von einem Apotheker - eine Warze unter ihrem Fingernagel vollkommem schmerz- und problemlos innerhalb von drei Tagen loswurde. Schöllkraut kann tatsächlich leberschädigend wirken - aber nur bei übermäßiger oraler Einnahme. Auf dem Beipackzettel stand das auch deutlich drauf. Wäre meine Tochter schulmedizinisch behandelt worden, hätte man ihr zuerst den Fingernagel entfernt, anschließend die Warze vereist und dann das abgestorbene Gewebe weggeschnitten. Ich bin froh, daß ich einen Apotheker kenne, der die Schulmedizin sehr kritisch beurteilt und wirksame Alternativen kennt. Und jemandem, der so dreist versucht die Öffentlichkeit zu manipulieren wie Bublath, wünsche ich eine fette Warze mitten auf die Nase.
@33: Jeder Mensch hat Vorurteile. Seine eigenen zu (er)kennen bietet einen gewissen Grad an Objektivität aber mit sicherheit keine absolute.
mfG
@ 34
“Seitdem werden Magengeschwüre mit Antibiotika behandelt. Bis dahin wurde man aber nicht selten mit Psychopharmaka behandelt, weil man an Streß als mögliche Ursache GLAUBTE (tja, Wissen kann’s ja wohl nicht gewesen sein). Man erkläre mir hier den wissenschaftlichen Ansatz.”
Der wissenschaftliche Ansatz erklärt sich einfach daraus, daß sobald Hinweise für eine mögliche Wirksamkeit von Antibiotika vorliegen, die betreffende Krankheit eben so behandelt wird. Eine wissenschaftliche Behandlung muss nicht richtig sein (also auf ewig wahrem Wissen beruhen) sondern lediglich rational sein, also auf allen derzeit verfügbaren Informationen beruhen.
Ab davon ist meines Wissens die Wirkung von Stress auf Magengeschwüre ein ausgesprochen klassisches Ergebnis, das i.S. eine multikausalen Erklärungsansatzes durch die Entdeckung der Rolle von Bakterien nicht widerlegt wird.
(Allerdings kann man durchaus argummentieren, daß eine Psychopharmakabehandlung bei Stress wenig sinnvoll scheint und eher durch ein Stressmanagementprogramm ersetzt werden sollte.)
Gruß,
nebu
Alle Thema verfehlt - 6, setzen ?
Ich hatte den Beitrag des SF so verstanden, das er gegen eine Art interessengesteuerte Zensur wirken wollte.
Nicht gegen Ärzte, nicht gegen Wunderheiler, nicht gegen Homöopathen, nicht gegen den Papst.
Also werde ich meinen Kommentar zweiteilen, erstmal zum Inhalt der Sendung:
Ein schwieriges Thema, nicht unähnlich dem der “Emanzipation”.
Die Kämpfer der alten Garde auf beiden Seiten, schwer gezeichnet durch die Stellungsgefechte der letzten Jahrzehnte verlassen ihre Gräben nicht mehr.
Um der “alternativen” Medizin ihre Bahn zu brechen war die Entwicklung eines gewissen Absolutismus notwendig - den aufzugeben jetzt den meisten schwerfällt.
Trotzdem ist es notwendig - der goldene Weg liegt wie so oft in der Mitte.
Ich erlebe es in der eigenen Familie, meine Eltern “glauben”, nach langem Studium, kritischer Prüfung und Auseinandersetzung mit dem Thema “Gesundheitssystem” erkannt zu haben dass Mediziner alle doof sind und rennen nun jedem x-beliebigen Trend von Dr. Kalahari aus Takatukaland hinterher.
Erstaunlicherweise jedoch OHNE die kritische Überprüfung vorzunehmen der sie das klassische Medizinthema mehrfach, jahrelang, wieder und wieder unterworfen haben.
D.h. der einzige Qualifikator für ein glaubwürdiges Heilversprechen ist: “Ich bin anders, darum gut.”
Reicht völlig aus.
Jetzt liegen unglaublich teure EM Steinchen (Keramikröhrchen) im Wasser (Blumen werden grüner, Menschen gesünder, Leitungen verkalken nicht, Obst bleibt länger frisch, Depressionen und Kopfschmwerz schwinden, Wäsche und Zähne werden weisser…. “.$endloseListe.”)
Eine Armada arschteurer “Schüsslersalze” verhindern von Bauchweh über Haarausfall bis Krebs einfach ALLES … und so geht es immer weiter.
Ich finde es ja schön dass sie nicht den ganzen Tag am Fenster sitzen und Falschparker anzeigen und sich irgendwie zu beschäftigen wissen - aber der missionarische Eifer mit dem das “andersheilen” unter die Verwandschaft getragen werden soll ist mitunter schon recht anstrengend…
Fakt 1)
Unser Gesundheitssystem ist ein Serei für Klüngelei, Ineffizienz und überzogene Behandlungskosten da die klassischen Mediziner nur am kranken Patienten verdienen, das Interesse an tatsächlicher, womöglich einfacher Gesundung hält sich stark in Grenzen.
Folgetermine, I.G.E.L. Zusatzleistungen und teurer, privat zu finanzierender Popanz spriessen an allen Ecken und Enden.
Fakt 2)
Deutschlands Humanmediziner durchlaufen weltweit eine der härtesten und besten Ausbildungen.
Diese ist jedoch durch ein krankes (sic) System geprägt und auf maximalen Technologieeinsatz ausgelegt, die Grundlagen der Wechselwirkungen von Körper und Geist kommen auf jeden Fall zu kurz.
Das führt bspw. zu skurrilen Auswirkungen wie dem grundsätzlichen Entfernen aller Weisheitszähne - weil :
a) man es kann
b) so glaubt einem 20% Risiko der späteren Problematisierung vorbeugen zu müssen
c) die Leute so auf einfache Art und Weise zu mindestens 5-6 Folgeterminen wieder in die Praxis bekommt
Wenn also beide Seiten ein wenig voneinander lernen, könnte das recht fruchtbar sein und eine Unterteilung in “klassisch” und “alternativ” überflüssig werden.
Dazu sind Beiträge wie die strittige ZDF Sendung unverzichtbar, und viele weitere die sich mit den Schwächen aller Argumente auseinandersetzen.
Wer die Sendung gesehen hat sollte auch wissen dass sie genau das tat - einen unverklärten Blick in die Welt der Esotherik und Homöopathie werfen.
Die Reaktion der Anhänger erinnert an den beknackten “Karikaturenstreit” - was soll das ? Wer keine Kritik erträgt macht sich unglaubwürdig.
Teil2 (zum eigentlichen Theme und schön kurz):
Zensur - auch nachträgliche - hat in der hiesigen Medienlandschaft nichts zu suchen.
Darum - und nur darum - ging es in diesem Blogeintrag, es geht ums Prinzip - nicht um den Inhalt.
Auch falsche, schlampig recherchierte Sendungen haben ihre Daseinsberechtigung und sei es nur um ihre Autoren und Sendeanstalten zu demaskieren…
In diesem Sinne…
2 plus 8=28
Ich habe an Homöopathie nie geglaubt, bevor sie mich in Indien mehrmals geheilt hat. U. a. gegen eine schwere Blinddarmentzündung und mehrmals gegen hohes Fieber. Die Besserung, ja oftmals Heilung immer direkt ein.
Man kann nicht alles auf den Placebo-Effekt schieben, nur weil die Wirkung zu feinstofflich ist, um in eine chemische Formel umgesetzt werden kann. Im Gegenteil, für mich ist die Schulmedizin zum Großteil Scharlatanerie und Geldmacherei. Tabletten sollen nicht heilen, sondern nur die Symptome betäuben.
Übrigens ist Homöopathie (eine deutsche Erfindung) in Indien deutlich besser vertreten als Schulmedizin, weil die Behandlung nur halb so teurer ist. Das dürfte auch der Grund sein, warum Homöopathie hier nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. Da gewinnen zu wenige und verlieren zu viele, sieht man mal von den Patienten ab.
Ich bin kein Gläubiger, sondern mathematisch-naturwissenschaftlich gebildet. Für mich zählen nur harte, beweisbare Fakten.
Ich weiß, was der Placebo-Effekt ist und kann für mich deshalb auch daran nicht glauben. Die Zuckerpillen der Homöopathie sah ich seit Jahrzehnten als Witz an.
Die gleichen Jahrzehnte hatte ich ein chronisches Leiden. Offensichtlich kann die Schulmedizin chronische Leiden nicht heilen.
In meiner Not kaufte ich mir Literatur über die Homöopathie und verschlang deren Inhalt, um mir selbst ein Urteil zu bilden was an dieser Heilmethode dran ist. Was dort geschrieben stand, war nicht beweisbar, aber irgendwie plausibel.
So kaufte ich mir ein paar homöopathische Zuckerpillen, um zu sehen, was diese bewirken. Ich probierte alle möglichen Sorten durch und stellte fest, dass manche bei mir etwas bewirkten, andere nicht. Es gab auch unerwünschte Reaktionen. Daraus schlussfolgerte ich, dass die Wirkung dieser Zuckerpillen bei mir nicht allein auf einem Placeboeffekt beruhen kann.
Zwischenzeitlich ist mein chronisches Leiden geheilt. Mir ist es völig gleich worauf die Wirkung beruht, ob auf Placebo-Effekt oder auf einen tatsächlichen Effekt. Solange die Schulmedizin nicht fähig zu sein scheint chronische Leiden zu heilen (sonst wären es keine chronischen Leiden), solange ist es mir gerade recht, wenn es noch andere Heilmethoden gibt, auf die ich in höchster Not zurückgreifen kann.
@Klaus
Da wäre noch die Frage, ob die Schulmedizin (chronische) Krankheiten heilen WILL. Schließlich ist es für die Konzerne doch deutlich rentabler ein symptomlinderndes Mittel tausendfach einem Patienten zu verkaufen, als ein Heilmittel nur einmal.
Homöopathie wird übrigens seit ebenso langer Zeit in der Veterinärmedizin eingesetzt und ich glaube kaum, dass Rindviecher da einen Placebo-Effekt ausgesetzt werden.
In Indien ist homöopathische Medizin aus Deutschland immer noch billiger als die Produkte der Pharmakonzerne, die da mindestens 10x billiger verkauft werden als hier. Da steckt eine Milliarden-Industrie dahinter, die auch Krankenkassen und Politik in der Hand hat, weshalb diese deutsche Erfindung hier nicht Fuß fassen kann.
Ich kenne da eine nette und wahre Geschichte: Ein Marokkaner hört von seinem Arzt, dass er wegen seiner kaputten Leber nur noch wenige Monate zu leben hat. Der fliegt nach Marokko, lässt sich von einem dieser Heiler untersuchen und muss einige Wochen irgendeinen Kräutertrank zu sich nehmen. In Deutschland wieder angekommen muss ihm der Arzt eine völlig gesunde Leber diagnostizieren. Die Story hat mir seine Tochter erzählt, weshalb ich ihr Glauben schenken kann.
Naja, ich habe auch mal tibetische Medizin und indische Ayurveda ausprobiert ohne irgendwelche Wirkung. Also nicht alles was alternativ ist, muss helfen, aber die guten Homöopathen haben mich bisher immer geheilt.
@#2: (Spät komme ich, aber ich komme): Meine Ergänzung würde nur dann dem Artikel des Spiegelfechters widersprechen, wenn man ihn als undifferenzierten Rundumschlag gegen Homöopathie lesen würde, was er aber nicht ist. Er kritisiert zwar mehr die eine Seite,das liegt aber am konkreten behandelten Fall. Z.B. schreibt der Spiegelfechter:
“Verlierer sind zweifelsohne auch die seriösen Heilpraktiker und Homöopathen. Wer nicht mit Beweisen und wissenschaftlichen Gegenargumenten auf Kritik kontert, sondern zu einem undifferenzierten, polemischen Rundumschlag ausholt, der die schwarzen Schafe des Berufsstandes weißwaschen soll, hat bereits verloren, bevor er begonnen hat, zu kämpfen.”
Natürlich kann man hier auch einen Widerspruch zwischen dem von mir gesagten und den Worten des Spiegelfechters sehen. Das hängt ganz davon ab, ob man “Beweise und wissenschaftliche Gegenargumente” mit “rationaler” also rein theoretischer Argumentation gleichsetzt oder ob man auch empirische Studien mit zulässt.
Dann kommt natürlich deine
“Frage: Wie sollte auch eine empirische Studie aussehen, die einen eventuellen positiven Effekt eindeutig der Heilmethode, nicht dem Placeboeffekt zuschreibt? ”
Ich denke, man sollte den “Placebo”-Effekt aus der Argumentation heraushalten. Niemand weiß, wie viele streng schulmedizinische Verfahren auf diesem “Effekt” beruhen. Es geht um epirisch gesicherte Behandlungserfolge, ob man die dann psychologisch oder biologisch oder neurologisch erklärt, ist ersteinmal zweitrangig. Wenn wir nur die Behandlungsmethoden zulassen, die zweifelsfrei erklärt sind, müssten wir auf vieles verzichten, und da Erklärungen auch immer mal wieder widerlegt werden, können wir selbst bei guten Erklärungen nicht sicher sein, ob sie sich mal als falsch herausstellen und die ganze Behandlung nur auf Grund eines (wissenschaftlich verbrämten) Placebo-Effektes funktioniert hat.
Wer zu oft in den Spiegel guckt, darf auch mal die Seiten verwechseln. Der ZDF-Beitrag hat Naturheilkunde, Alternativmedizin, Heilpraktiker und Wunderheiler in einen Topf geworfen; er war undifferenziert, polemisch und erkennbar interessengesteuert. Dagegen gab es keinen Sturmlauf der Lobby, sondern - eher - einen Proteststurm von Bürgern, die anderes erlebt haben. Punktum. Das läuft für mich unter der Überschrift “freie Meinungsäußerung”. Was daran jetzt so gefährlich ist, ist mir nicht ganz klar. Wollte hier etwa wer dem Volk den Mund verbieten, weil das Volk zu dumm ist? Eine gesteuerte Lobbyarbeit ist nämlich nicht zu erkennen; ganz im Gegensatz zu den Financiers der Studien, die während der Sendung so gerne zitiert wurden.
Die Aufklärung hat die Wissenschaft in die Welt geschickt, um die Welt mit Vernunft statt Glauben zu erklären. Studien und wissenschaftliche Logik haben Altar und Bibel ersetzt. Und diesem Altrar müssen sich nun alle Argumente beugen? Ein paar Menschen erleben mit Kügelchen und Tinkturen Heilung. Und? Gegen Geistheiler und Wunderdoktoren meckern ist ja in Ordnung. Dabei das persönliche Erleben vieler Bürger gleich mit zu diskreditieren, ist halt einfach billiger Stil. Deshalb gabs Sturm im Wasserglas. Punktum.
@Aude
Na klar, der “spontane Volkszorn” ;-)
@ 37 … hat Recht:
Worum ging es dem Spiegelfechter?
Ihm war es im Sinne einer “freien Berichterstattung” ein Dorn im Auge, dass das ZDF die Internetseiten über diese Sendung, die er für “objektiv” und “wissenschaftlich” hält, angeblich wegen massiven Einflusses “diverser Lobbygruppen” von Netz genommen hat.
Wenn es einerseits so ist, dass jeder alles -auch den größten Murks - von sich geben darf, dann muss andererseits gelten, dass andere sich wiederum auch mit legalen Mitteln austoben können, um gegen eine solche Berichterstattung zu protestieren.
Der Rest ist - mit Verlaub - reine Spiegelfechterei.
Für mich ist das Thema jetzt aber wirklich durch.
Mir ist irgendwie nicht so ganz klar, was denn ein “seriöser Homöopath” sein soll? Sagt der dir von Anfang an, dass er dir nur Zuckerpillen / Wasser verabreicht oder wie soll das gehen?
Die Ironie dieser Diskussionen wird einem erst richtig klar, wenn man sich die aktuelle Debatte um Erkältungsmedizin für Babies in Amerika anschaut. washington...
Viel wichtiger als der Placeboeffekt scheint manchmal der Effekt auf die Person, die die Medizin verabreicht, zu sein.
Danke für diesen Artikel. Die Macht mit der Gläubige in die Gesellschaft drängen und die Meinungsfreiheit bedrohen ist angsteinflösend.
@ 47
Ach Du liebe Zeit! Du hast Sorgen!
Was meinst Du eigentlich, wie Meinung heute entsteht?
Von Rügen bis Garmisch liest und hörst Du heute nichts als
den gleichen gleichgeschalteten Quark.
Was meinst Du, wie die wahren “Gläubigen” heute heißen und welche
Medien sie beherrschen?
Du glaubst dann hübsch, dass Du Dir (D)eine Meinung geBILDet hast.
In Wirklichlichkeit denkst Du genau das, was man möchte, das Du denkst.
DAS macht MIR Sorgen.
Spiegelfechter, da hast Du aber ganz schön was angerichtet,
indem Du die Leute in die völlig falsche Richtung galoppieren lässt!
@khh
Und für Dich macht das “große” Unrecht der Einen, das “kleinere” Unrecht der Anderen ungeschehen? Soll man die Augen vor solchen Dingen verschließen? Mit anschauen, wie mit den Hoffnungen kranker Menschen Geld gemacht wird? Wie versucht wird, Zensur auszuüben? Lass mal gut sein.
Mitnichten - ich halte nichts davon, selektiv die Scheuklappen aufzusetzen. Außerdem schätze ich meine Leser doch für so intelligent ein, dass sie zu differenzieren vermögen.
@ Spiegelfechter
“Mit anschauen, wie mit den Hoffnungen kranker Menschen Geld gemacht wird?”
Das ist ein weites Feld, auf dem Du Dich - mit Verlaub - für den Rest Deines allopathisch und pharmazeutisch rundum versorgten Lebens hoffentlich noch recht lange austoben kannst!
“Wie versucht wird, Zensur auszuüben?”
Zensur, verehrter Spiegelfechter, wird idR von der Obrigkeit ausgeübt.
Iustitia omnibus - Gerechtigkeit für alle: Der eine berichtet Stuss, der andere moniert eben diesen, so what? Du machst ein Problem, wo keins ist.
Wollen wir uns nicht wieder wichtigeren Themen zuwenden?
@khh
Es lebe die “Objektivität”, gell? Ich habe im Text die Frage gestellt, was wäre, wenn Kreationisten eine Sendung torpedieren, in der der Bibel widersprochen wird? Aber egal, bei diesem Punkt werden wir wohl nie auf eine Linie kommen.
Mit Verlaub, lieber “khh”, Du warst es, der eine Woche nach Erscheinen des Artikels noch einmal nachgekartet hast ;-)
Dass ist ja das Schöne: Man darf eine andere Meinung haben
(wenn noch weiß, was das ist und wie das geht).
Auch hier im Blog, oder ;-))
Ob man sie dann äußern darf, ist eine andere Sache und hängt
vom jeweiligen Breiten- oder Längengrad ab, wo man wohnt.
Das Thema “Objektivität” würde mich ganz grundsätzlich schon mal reizen.
Das hätte wirklich was - und stände gleichzeitig im Zusammenhang mit Deinem
Anliegen.
Entschuldige, dass ich “nachgekartet” habe.
Ich gebe zu: Ich schaue nicht ständig in Deinen Blog.
Das wäre mir dann doch etwas zu nervenaufreibend.
Bin daher erst etwas später über Deine Meinung gestolpert.
Und zu DER musste ich mich wirklich mal äußern,
denn die hinkte imho in zweierlei Hinsicht.
Aber meinethalben können wir das so stehen lassen.
Lieber Jens,
witzig, oder. Die Bild-Online hat heute eine Geschichte mit dem Aufhänger “Nach dem Sport - Bier macht fitter als Wasser” im “Blatt” (am Bildschirm, ganz links unten). Wer einen Hinweis auf alkoholfreies Bier sucht, sucht vergeblich: bild.t-onl...
Genau genommen: Eine Frechheit!
Schönen Start in die Woche wünscht
Alexander Hauk
@Axel
Ich muß bei so etwas immer an ein Zitat des Lebensmittel- und Ernährungswissenschaftlers Udo Pollmer denken - “Wenn in den Boulevardmedien neue Ernährungstipps kommen, sollte man sie am besten sofort vergessen, die zitierten Studien sagen nur in den allerseltensten Fällen das aus, was die Meldung suggeriert.”
Schönen Wochenstart auch Dir
Ach? Aber dem Bublath nimmst Du seinen Quark ab?
@khh
Es wäre mir neu, dass Bublath Ernährungstipps in der BILD gibt
Entschuldigung! Ich hätte “Quark” in Anführungzeichen schreiben sollen, damit das jeder versteht.
Bublath war bei Maischberger und hat die Talkrunde verlassen, weil er nicht weiter mit Nina Hagen über Ufos diskutieren wollte. “Das sei unwissenschaftlich”. So welt - ach was sage ich - universumoffen ist der Herr Bublath!
Also, da kann ich den Bublath nun ausnahmsweise mal verstehen.
Ich wundere mich nur, dass er an einer Veranstaltung teilnimmt,
wo Nina Hagen den Mund aufmacht.