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  • Ölpreispopulismus

    geschrieben am 02. April 2010 von Spiegelfechter

    Hurra! Die FDP will für Benzin künftig den ermäßigten Mehrwertsteuersatz anwenden. Die FDP ist sich zwar auch ansonsten für keine Dummheit zu schade, wenn es darum geht, die Einnahmen des Staates zurückzufahren – warum aber gerade die Mehrwertsteuer für Benzin gesenkt werden soll, ist kaum ersichtlich. Hat BP der FDP etwa auch eine großzügige Spende zukommen lassen?

    Es gibt Dinge, die sind so sicher, wie das Amen in der Kirche. So kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Benzinpreise an den Tankstellen vor Ostern und vor Pfingsten steigen. Ebenso sicher kann man davon ausgehen, dass sich zu eben dieser Zeit eine unheilige Allianz aus BILD-Zeitung und professionellen Populisten aus den Reihen der Union und der FDP findet, die sich an die Spitze des Volkszorns stellen und den Ölmultis Preistreiberei und Abzocke vorwerfen ? aber bitte mit mindestens einem Ausrufezeichen! Peter Ramsauer von der CSU findet es “unerträglich”, wenn die Ölmultis “pünktlich zum Hauptreiseverkehr regelmäßig an der Preisschraube an drehen”. Sein Kollege Rainer Brüderle lässt das staunende Volk wissen, dass er sich beim letzten Tanken “mächtig geärgert” habe und man “den Konzernen genauer auf die Finger gucken [müsse]“. Hallelujah ? seit wann zahlt ein Wirtschaftsminister eigentlich die Betankung seines Dienstwagens aus eigener Tasche? Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Marktliberalen aus Union und FDP von Märkten verstehen. Steigt die Nachfrage, steigt der Preis ? die Zapfsäule stellt da keine Ausnahme dar.

    Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen heraus, steigt der Deutsche (und nicht nur der) in seine blecherne Habseligkeit und erkundet die frühjährliche Nachbarschaft. Den einen oder anderen Automobilbesitzer zieht es pünktlich zur Ferienzeit auch in die Ferne. In den USA spricht man gar vom Beginn der “Driving Season”. Was macht man, bevor man in die Ferne fährt? Richtig, man tankt seinen Schatz erst einmal randvoll. Die Nachfrage nach Benzin steigt kräftig an, die Lager leeren sich, die Preise steigen ? ist das so schwer zu verstehen? Wenn Ramsauer und Brüderle die Marktmechanismen außer Kraft setzen wollen, müssen sie wohl den gesamten Energiemarkt verstaatlichen. Zu einer solchen “kryptokommunistischen” Tat würden sich die Freunde der freien Wirtschaft freilich nie hinreißen lassen. Doch hinter den steigenden Benzinpreisen steckt ein weitaus ernsthaftes Problem, das schon bald mehr als populistische Entrüstungsstürme hervorrufen könnte. Im Extremfall droht sogar eine neue Wirtschaftskrise. Zeit sich über die Marktmechanismen Gedanken zu machen und Schritt für Schritt vom Schwarzen Gold loszukommen.

    Die Nachfrage boomt

    Anfang 2008 standen die Förderhähne der Ölproduzenten noch auf Anschlag. Damals wurden täglich 87 Mio. Barrel Öl nachgefragt, die maximale Fördermenge lag zu diesem Zeitpunkt bei 88 Mio. Barrel. Der Puffer zwischen Nachfrage und maximalen Angebot lag demnach bei einer bescheidenen Mio. Barrel. Da mag es kaum verwundern, dass der Rohölpreis in Folge eines drohenden Lieferengpasses förmlich explodierte. Im Juli 2008 markierte der Preis für ein Barrel Rohöl mit 147,50 US$ den bisherigen historischen Höchstpreis. Danach ging es steil bergab. Die Weltkonjunktur brach in Folge der Finanzkrise und ? was gerne vergessen wird ? auch in Folge der hohen Ölpreise zusammen, Spekulationsblasen zerplatzten, die Nachfrage nach dem Schwarzen Gold ging vor allem in den Industrieländern stark zurück. Im Krisensommer 2009 fragte die Welt “nur” noch 83 Mio. Barrel Öl nach, der Puffer lag wieder bei beruhigenden 5 Mio. Barrel und der Ölpreis lag bei ungewöhnlich niedrigen 50 US$ pro Barrel. War die Welt nach diesem Ölpreisverfall wieder in Ordnung? Das Gegenteil war der Fall ? weltweit wurden teure Explorationsprojekte eingefroren. Wenn die Nachfrage wieder auf das Vorkrisenniveau steigt, sind somit fast gar keine Puffer mehr übrig.

    Die Krise hat in den USA und Westeuropa zu massiven Rückgängen beim Ölkonsum geführt. Was in den OECD-Staaten weniger verbraucht wird, wird allerdings in China und dem Nahen Osten mehr verbraucht. So nahm Europa zwar im Januar dieses Jahres ganze 1,6 Mio. Barrel pro Tag weniger ab als im Vorjahr, China steigerte seinen Ölkonsum allerdings alleine von September 2009 bis Januar 2010 um 1,23 Mio. Barrel pro Tag, während der Rest Asiens ? und hier vor allem die OPEC-Staaten selbst ? ebenfalls 1,23 Mio. Barrel mehr nachfragten. Dieser Nachfrageschub führt zu der kuriosen Situation, dass Europa Rohöl aus den OPEC-Staaten importiert und Benzin und Diesel in diese Staaten exportiert, da die Raffineriekapazitäten im Nahen und Mittleren Osten nicht mehr ausreichen, die eigene Nachfrage zu befriedigen. Bei positiver Entwicklung der Weltkonjunktur wird bereits in wenigen Monaten wieder das Nachfrageniveau vor der Krise erreicht. Der momentane Ölpreis von 82 US$ pro Barrel könnte durch das Abschmelzen der Puffer schon in Kürze wieder “explodieren” und damit das zarte Wirtschaftswachstum vernichten.

    Peak Oil steht vor der Tür

    Die globale Konjunktur steht unter einem Damoklesschwert ? der Ölpreis steht und fällt mit der Zuverlässigkeit der Reserve- und Förderdaten der OPEC. Doch diese Daten sind ähnlich zuverlässig wie die Glaskugel einer einäugigen Zigeunerin. Da die Förderquoten anhand der angegebenen Reserven berechnet werden und jeder Staat möglichst hohe Quoten haben will, sind die offiziellen Daten über die Reserven bestenfalls unglaubwürdig. Glaubt man den Daten der OPEC-Staaten, schwimmen Saudi-Arabien, Kuwait und der Irak förmlich im Öl ? die Reserven sind in den letzen zwanzig Jahren angeblich sogar gestiegen, obwohl man fast durchgängig am Rande der Kapazitätsgrenzen fördert. Die mit Abstand wichtigste Rolle im Petro-Poker spielt Saudi-Arabien. Der weltweit größte Produzent ist auch der einzige Staat, der nach eigenen Angaben, die allerdings in der Fachwelt belächelt werden, überhaupt noch über brachliegende Förderkapazitäten in nennenswerter Menge verfügt. Ob die saudischen Angaben der Wahrheit entsprechen, wird sich bereits bald zeigen. Kann Saudi-Arabien tatsächlich noch nennenswerte Kapazitäten freilegen, wird der Ölpreis auf hohem Niveau verbleiben. Versagen die Saudis, ist der Zeitpunkt von Peak Oil eingetreten und der Ölpreis wird durch die Decke gehen.

    Hat ein Ölfeld sein Fördermaximum erreicht, gehen die Fördermengen steil bergab. Im Golf von Mexiko und in der Nordsee ist das Fördermaximum bereits überschritten und die Fördermengen nehmen kontinuierlich ab. Wenn diese Entwicklung auch in Saudi-Arabien einsetzt, ist das Ende des Ölzeitalters eingeläutet. Zwar werden jährlich überall auf der Welt neue Ölfelder entdeckt, selbst kumuliert reicht die Fördermenge dieser neuen Vorkommen jedoch nicht einmal im Ansatz an die “Giant-Felder” im Nahen Osten heran. Das Öl wird der Menschheit zwar nie ausgehen, es wird allerdings ein sehr teurer Rohstoff werden. Zu teuer, um es für den Individualverkehr zu verbrennen oder es in Heizungen oder Stromkraftwerken einzusetzen. Alternativen sind zwar bereits in Sicht, es ist allerdings fraglich, ob eine Abkehr vom Öl schnell genug stattfinden kann. Schafft die Menschheit diesen Wechsel nicht, droht der Welt eine ernste Wirtschaftskrise.

    Alternativen gesucht


    Henry Kissinger sagte einst. “Öl ist zu wichtig, um es den Arabern zu überlassen”. Heute könnte man sagen: “Der Ölpreis ist zu wichtig, um ihn den Märkten zu überlassen”. Spekulationen sind zwar nicht die Ursache für die überaus volatilen Preisschwankungen am Ölmarkt, sie verstärken diese Preisschwankungen aber ungemein. Das System der Preisfindung entbehrt jeglicher realwirtschaftlicher Basis. Als Marker gelten zwei Ölsorten, die im weltweiten physischen Ölhandel eigentlich keine Rolle spielen: Das Nordseeöl Brent Crude, dessen Förderung schon weit über den Peak hinaus ist und die massiv von Jahr zu Jahr abnimmt und das amerikanische West Texas Intermediate (WTI), eine Ölsorte, die gerade einmal 0,4% des Weltmarktes ausmacht. Pro Tag werden rund 480 Mio. Barrel WTI gehandelt, gefördert werden allerdings nur 300.000 Barrel. Einziger Handelplatz für WTI ist das Städtchen Cushing in Oklahoma. Dort gibt es zwar gigantische Öltanks, aber noch nicht einmal eine Pipelineanbindung an einen Seehafen. Sind die Tanks voll, können die Käufer ihr Öl nicht bunkern, sondern müssen es sofort weiterverkaufen.

    Es ist schon grotesk ? die Weltwirtschaft hängt indirekt vom Füllstand einiger Öltanks in einem Kaff im mittleren Westen der USA und von komplett intransparenten Reserve- und Förderdaten der Araber ab. FDP- und Unions-Politiker sollten sich Sorgen machen. Gegen die zu erwartenden Benzinpreise könnten die österlichen “Abzockerpreise” bald wie Dumpingangebote aus besseren Zeiten wirken. So lange die Wirtschaft noch vom Ölpreis abhängig ist, sollten auch die Preisfindungsmechanismen dieses elementar wichtigen Rohstoffes überarbeitet werden. Aus Sicht der OPEC ist der momentane Ölpreis von 82 US$ pro Barrel “ideal”. Auch Exporteure wie Russland könnten mit diesem Preis leben. Warum friert man den Preis nicht ein und entwickelt eine transparente Preisänderungsklausel, die sich an realwirtschaftlichen Markern orientiert? Aber von solch pragmatischen und überaus wichtigen Ideen wollen die deutschen Ölpreispopulisten freilich nichts wissen. Denn für solche Ideen gibt es keinen Beifall der BILD-Zeitung. Warum eigentlich?

    Jens Berger

    Zum Thema: Gefährlicher Jojo-Effekt
    Kampf um den Ölpreis
    Das Ölpreisorakel
    Jens Berger

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    67 Kommentare:

    1. pinkinson schrieb am 2. April 2010 at 09:46 - Permalink

      Schafft die Menschheit diesen Wechsel nicht, droht der Welt eine ernste Wirtschaftskrise

      Wohl eher ins Mittelalter, oder?

      Wann ist davon auszugehen, dass es soweit ist? Das wir doch schon seit Jahrzehnten immer wieder versprochen?

      Was ist eigentlich mit den angeblich “gigantischen” Ölfeldern in Sibiriern?

    2. Sandsturm schrieb am 2. April 2010 at 10:26 - Permalink

      Warum sollten die Ölproduzenten dafür sorgen, dass der Preis – also ihr Gewinn eingefrohren wird? Wenn jemand den Preis nicht zahlen will dann kann er ja Wasser in seine Tanks machen – der Nachbar nimmt einem schon die Suppe ab.
      Ich denke die Bundesregierung kann hier gar nix machen – darum setzt sie ja gerade auf die populistische Karte – um ihre fehlenden Möglichkeiten zu überdecken.
      Ohne eine Substitution des Rohstoffes Öl wird es vermutlich nicht einmal mittelfristig weitergehen darum ist es auch so unverständlich warum FDP und CDU so vehement gegen die Erneuerbaren sind. Aber vermutlich stimmt es einfach was du schreibst -von Marktmechanismen hat man in diesen Kreisen keine Ahnung – außer Intrigieren und Dummschwätzen hat man in letzter Zeit eh nix von der Regierungskoalition mitbekommen. Von daher erwarte ich da auch kein Umdenken.

    3. Beate schrieb am 2. April 2010 at 10:52 - Permalink

      Ich substituiere täglich Erdöl.
      Ich fahre mit dem Fahrrad.
      Andere fahren selbst 500 m mit dem Auto.
      Also sind die Preise noch zu niedrig.

    4. Bile schrieb am 2. April 2010 at 11:06 - Permalink

      Dass der Ölpreis durch Angebot/Nachfrage zustande kommt und nicht durch Spekulationen ist doch lächerlich.
      Die Geschichte vom knappen Öl und dem Peak Oil überzeugt mich aufgrund der Fakten überhaupt nicht, aber desto knapper das Gut, desto höher die Preise.
      Ich finde die Theorie des abiotischen Öl da schon interessanter, dieser hätte man ja einen kleinen Absatz widmen können.
      Ansonsten tolle Seite, lese gerne deine Artikel.

    5. Diskussionsteilnehmer schrieb am 2. April 2010 at 11:30 - Permalink

      Ich substituiere täglich Erdöl.
      Ich fahre mit dem Fahrrad.
      Andere fahren selbst 500 m mit dem Auto.
      Also sind die Preise noch zu niedrig.

      Genau! Am besten verdoppeln damit dann die 500m 4 Cent kosten statt 2 Cent. Die 100km kosten dann zwar auch statt 12? schöne 24?, aber wer fährt schon soooo weit.

    6. Beate schrieb am 2. April 2010 at 11:31 - Permalink

      Ich habe die Hoffnung , dass mancher Krieg dank fehlender Treibstoffvorräte von den USA nicht mehr geführt werden kann.

      2035 scheint das magische Datum zu sein.

      http://www.bgr.bund.de/nn_323902/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr__091210.html

      Erdöl läßt sich durch Erdgas substituieren.

      Die Ausweitung der Förderung auf “unkonventionelles Erdgas” hat aber einen hohen Preis. Sie zerstört die Umwelt.

      http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E5C16F73A85024CD0A4816DFC09050F46~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    7. Beate schrieb am 2. April 2010 at 11:45 - Permalink

      @Diskussionsteilnehmer

      Da sieht man mal wie wichtig die deutsche Bundesbahn wird.

      Warum soll diese Bank, die sichere Gewinne erwirtschaften wird, privatisiert werden?

    8. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 12:31 - Permalink

      @Sandsturm

      Warum sollten die Ölproduzenten dafür sorgen, dass der Preis ? also ihr Gewinn eingefrohren wird?

      Dafür gibt es viele Gründe:

      - die Ölproduzenten sind an einer prosperierenden Weltkonjunktur interessiert. Sie sind ja auch massiv in westliche Konzerne investiert.
      - die Ölproduzenten wissen, dass ein zu hoher Ölpreis zu einer Krise führt. Davon haben sie gar nichts. Was nutzt es den Arabern, wenn Öl 500 US$ pro Barrel kostet, sich aber kaum jemand mehr ihr Öl leisten kann.
      - die Ölproduzenten sind an Frieden interessiert. Spielen die Preise verrückt, könnten die Ölkunden auf dumme Ideen kommen.

    9. Unbequemer schrieb am 2. April 2010 at 12:32 - Permalink

      Vielleicht könnte man die Gläubigen so zum Verzicht auf das Auto bewegen: “Wenn Gott gewollt hätte, dass wir Auto fahren, hätten wir Räder statt Beine”.

      Wie schrieb ich schon 2001:

      Leben ohne Auto

      Wir leben in einer Gesellschaft, die Mobilität von ihren Mitmenschen verlangt. Das bedeutet meistens, es wird der Besitz eines Autos vorausgesetzt. Aber es gibt auch Menschen, die kein Auto besitzen. Ich gehöre zu dieser Gruppe.

      Das war nicht immer so. Meinen Führerschein besitze ich auch noch. Ich könnte also jederzeit wieder Auto fahren. Aber ich fühle mich aus mehreren Gründen ohne Auto wohl. Der erste Grund ist, als ich noch Auto gefahren bin, war ich oft durch den Verkehr gestresst, weil sehr viele Verkehrsteilnehmer nicht bereit waren, Rücksicht auf andere zu nehmen. Das ist, wie ich höre, heute nicht anders. Der zweite Grund ist die Umweltverschmutzung. Die Ausrede, das eigene Auto mache nur sehr wenig Dreck, die Industrie sei der Hauptverursacher, halte ich für falsch, denn die Masse der Autofahrer Produziert sehr wohl eine große Menge. Ich habe damals, als ich mein Auto abgeschafft habe, gesagt, wenn das Wasserstoffauto kommt, dann vielleicht, aber vorher werde ich mir auf keinen Fall ein Auto zulegen. Nun, bis heute ist dieses Auto noch nicht auf dem Markt. Nach ca. 15 Jahren ohne Auto kann ich aber sagen, selbst wenn es doch noch kommt, ich werde mir kein Auto mehr anschaffen. Der dritte Grund ist der Betrag für Versicherung, Steuern, Wertminderung und Unterhalt. Wenn ich diese Summe auf einen Kilometer Fahrleistung berechne, ist es doch unrentabel. Das Geld kann ich sinnvoller ausgeben.

      Bei kurzen Strecken gehe ich zu Fuß. Mein Hauptverkehrsmittel ist aber mein Fahrrad. Ich habe noch nicht einmal eine Gangschaltung, den es kommt mir nicht auf die erreichte Geschwindigkeit an. Alles was ich zum alltäglichen Leben einkaufen muß, kann ich bequem mit dem Fahrrad transportieren. Kein Problem bei der Parkplatzsuche, wie ich oft bei Autofahrern sehe, Parkuhren für Radfahrer gibt es auch nicht.

      Ich verzichte bewußt auf ein Auto und habe dabei sogar den Vorteil, durch die viele Bewegung an der frischen Luft, etwas für meine Gesundheit zu tun. Wenn noch mehr Menschen über die negativen Aspekte des Autofahrens nachdenken und vernünftig handeln würden, wäre die Luft letztendlich auch noch sauberer.

      Noch eine Bemerkung: Mein jüngster Sohn fragte mich einmal vorwurfsvoll, als er von der Schule nach Hause kam, was ich denn gegen die Umweltverschmutzung unternehmen würde. Meine Antwort: Ich fahre kein Auto!

    10. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 12:38 - Permalink

      @Bile

      Dass der Ölpreis durch Angebot/Nachfrage zustande kommt und nicht durch Spekulationen ist doch lächerlich.

      Keineswegs – natürlich nutzen Spekulanten die physischen Knappheiten, um den Preis weiter zu treiben bzw. zu senken. Ohne Spekulanten wäre der Preis 2008 nie bei 145 US$ gewesen … aber er wäre auch 2009 nie bei 45 US$ gewesen.

      Was viele außerdem vergessen: Terminmarktgeschäft sind immer(!!!) Nullsummenspiele. Was der eine gewinnt, verliert der andere. “Mehrwert” lässt sich damit nicht schaffen. 2008 betrug die “Zusatznachfrage” durch Spekulanten übrigens gerade einmal die Menge, die China ganz real mehr nachgefragt hat.

      Ich finde die Theorie des abiotischen Öl da schon interessanter, dieser hätte man ja einen kleinen Absatz widmen können.

      Naja, so interessant ist die Theorie nicht. Selbst wenn die “Abiotiker” Recht hätten, wäre dies eher eine rein akademische Diskussion.

    11. gerhardq schrieb am 2. April 2010 at 12:56 - Permalink

      Die ganze Ölspekulation basiert auf der Annahme, daß die Ölreserven begrenzt sind.
      Sollte dieses durch irgendeinen Umstand nicht der Fall sein, beispielsweise dadurch, daß durch einen natürlichen Prozeß neues Erdöl entsteht, dann bricht das Geschäftsmodell der Ölmultis und Ölproduzenten zusammen. Meines Wissens gibt es russische Untersuchungen, die bestätigen, daß sich neues Erdöl in ausgebeuteten Lagerstätten gebildet hat.

      Ähnliches passiert, wenn wir ein Substitut für Erdöl finden, welches die gleichen Vorteile (Energiedichte, Lager- und Transportfähigkeit) hat. Nur einmal angenommen, wir würden unsere biologischen Abfälle zur Ölerzeugung nutzen, anstatt sie zu vergeuden, müßte es ebenfalls möglich sein, billigen Treibstoff zu erzeugen. Die US-Armee erprobt ein System, bei dem biologische Abfälle in flüssiges Eisen geleitet werden und die entstehenden Verbindungen über Kobalt-Katalysatoren raffiniert werden. Das Ergebnis ist eine Form von Dieseltreibstoff.

      Die ganze Aufgeregheit unserer Politiker ist nichts weiter als Show für geneigte Wählerpublikum. Den größten Teil der Kosten für Mineralöle machen Steuern aus, angefangen von der Mineralölsteuer bis hin zur Mehrwertsteuer. Also bitte keine Krokodilstränen steueralimentierter Politiker.

    12. toni schrieb am 2. April 2010 at 13:17 - Permalink

      Jens, ich glaube Du hast recht. Das riecht nach Kurve 2008

      http://www.tecson.de/pheizoel.htm

      Toni

    13. dallas schrieb am 2. April 2010 at 13:23 - Permalink

      Herrlich populistischer Artikel, den Du da geschrieben hast. Allein der Ausgangspunkt, die Peakoil-Theorie ist schon reichlich umstritten. Zudem hast Du sehr wenig Faktenwissen zum Thema Öl und Preisfindung. Und was Du zum Thema OPEC, Rohölsorten, Brent, WTI und Referenzsorten zu sagen hast, ist entweder schlicht falsch oder bestenfalls Halbwissen. Schade.

    14. Bob schrieb am 2. April 2010 at 13:23 - Permalink

      Regenerative Energieträger sind teilweise auch kritisch zu betrachten.

      Beispiel Biodiesel: Das Zeug mag CO2-neutral sein. Ok. Aber für die Herstellung wird Landwirtschaftliche Ackerfläche benötigt. Und davon garnicht wenig.
      Wird nun der Preis für Erdölerzeugnisse immer teurer, dann kann man auch mit Erdölsubstituten wie Biodiesel mehr Geld verdienen. Das bedeutet für Landwirte, dass es immer lukrativer wird statt Getreide und ähnlichem auf ihren Flächen Energieträger anzubauen. Das treibt die Pachtpreise in die Höhe.
      Es ist imho katastrophal, wenn Energieträger mit Nahrungsmitteln um Anbaufläche konkurrieren.

      Beispiel Biogasanlagen: Viele Leute glauben, dass in Biogasanlagen organische Abfälle verarbeitet werden. Damit wärs ne supersaubere unbedenkliche Sache. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. In Biogasanlagen wird tonnenweise Mais verarbeitet.
      Wikipedia spricht von 2kW Dauerleistung die man mit einer Maisanbaufläche von 1ha (10000m²). An anderer Stelle im Artikel steht, dass man erfahrungsgemäß 300ha (3Mio m²) Maisanbaufläche für eine 500kW-Anlage braucht.
      Das sind gigantische Anbauflächen und lächerlich geringe Leistungen.
      Also hat man bei Biogasanlagen genau das gleiche Problem wie beim Biodiesel, nämlich, dass der Energieträger mit dem Nahrungsmittelanbau um Flächen konkurriert.

      Der Wandel zu alternativen Energieträgern ist natürlich richtig und absolut wichtig. Die Methoden sind jedoch nicht alle so toll wie sie zunächst scheinen. Es muss unbedingt sichergestellt werden dass die Gewinnung regenerativer Energieträger nicht zu sehr mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert, sonst bewegt sich irgendwann der Getreidepreis parallel zum Ölpreis.

    15. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 13:27 - Permalink

      @dallas

      Willst Du uns denn dumm sterben lassen? Nenn doch bitte ein paar Fakten.

    16. Namal schrieb am 2. April 2010 at 13:28 - Permalink

      Peak Oil ist eine Lüge.

      http://eigensinnig.org/?p=3287

    17. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 13:42 - Permalink

      @gerhardq

      Die ganze Ölspekulation basiert auf der Annahme, daß die Ölreserven begrenzt sind.
      Sollte dieses durch irgendeinen Umstand nicht der Fall sein, beispielsweise dadurch, daß durch einen natürlichen Prozeß neues Erdöl entsteht, dann bricht das Geschäftsmodell der Ölmultis und Ölproduzenten zusammen. Meines Wissens gibt es russische Untersuchungen, die bestätigen, daß sich neues Erdöl in ausgebeuteten Lagerstätten gebildet hat.

      Ja, das ist die Theorie des “abiotischen Öls”. Ob sie korrekt ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Was ich allerdings sagen kann, ist das diese Theorie in den “phantasievollen Ecken des Netzes” anscheinend grundsätzlich falsch verstanden wird. Selbst wenn Öl “in einem natürlichen Prozess” entsteht, dauert dieser Prozess doch zehntausende (wenn nicht hundertausende) Jahre, was für die aktuelle Diskussion irrelevant ist. Relevanter ist da die Frage, ob sich anhand der abiotischen These neue Vorkommen finden lassen … hier mussten die Russen bislang jedoch passen. Sollte Lukoil im Minsker Becken einen “Giant” finden, widerrufe ich mich gerne ;-) Bis dahin bin ich jedoch skeptisch.

    18. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 13:43 - Permalink

      @Namal

      Peak Oil ist eine Lüge.

      Ja ja, die “Kreativität” und die “Phantasie” des Netzes ;-)

    19. schwitzig schrieb am 2. April 2010 at 13:51 - Permalink

      @SF

      Weitestgehend klingt das einleuchtend, erklärt aber 3 Effekte nicht:

      1)
      Der +1 Cent Wochenrhythmus = Montags am günstigsten, bis Sonntag steigender Preis (meisten von Mo auf Di +6 – +8 Cent,sinkt bis Donnertstag, am Freitag Stagnation oder höher, Sa/So Stagnation oder -1 Cent) und am daraufolgenden Montag der Preis des vorherigen Mo + 1 Cent.
      Das ist eine Konstante, die mit Einführung des Euro eingesetzt hat.

      2)
      Die exorbitanten und teilweise exponentiellen Rekordgewinne der Mineralölkonzerne, die sogar eine Ölgewinnung aus Kohle (!) immer noch im lukrativen Bereich ermöglichen würden.

      3)
      Der Ölpreis beträgt heute etwas mehr als die Häflte des Höchststandes. Der Benzinpreis ist identisch.

      Ich denke sehr wohl,dass Spekulation (wie auch in diesem Jahr sogar einmal nachgewiesen wurde) einen Anteil von > 80% am Ölpreis hat.

    20. dallas schrieb am 2. April 2010 at 15:02 - Permalink

      Tja, wo anfangen.

      Beispielsweise ist Cushing sehr wohl Kreuzungspunkt einer Menge Pipelines, inzwischen auch solcher, die aus Richtung Edmonton und m.W. auch aus dem Golf und von Louisiana Offshore kommen. Ausserdem gibt es einen Zweig in Richtung Chicago.

      Die Refenzsorten Brent und WTI wurden in der Zusammensetzung der Ölsorten immer mal wieder geändert. Bei Brent Crude war es ursprünglich bereits Brent Blend von Esso und Shell und im Moment ist es ein synthetisches Blend aus Brent, Oseberg, Ekofisk and Forties. Das jeweilige Brent ist damit die Referenznordseesorte, in Norwegen ist es zusätzlich Ekofisk.

      Mit WTI und Brent gemeint ist damit der jeweils gültige Brent Rohöl Spot Market Preis, also physikalisches Öl – wobei man dann um genau zu sein auch den Spot Market nennen müßte. Der Preis ändert sich ab Spotmarket, wo er FreeonBord / FreePipeline gehandelt wird, noch durch die Shippungcosts und die Versicherungsgebühren, die je nach Risikoprofil der Strecke ganz erheblich sein können.

      Bei den Refenzsorten geht es nicht um den Namen, sondern im Grunde geht es um die chemische Qualität. Die ist u.a. in den Futures spezifiziert, beispielsweise der Schwefelgehalt. Hierzu gibt es geregelte Zu- und Abschläge, so dass unter diesen Futures sehr wohl auch andere Ölsorten gehandelt (filled) werden können.

      Nur WTI und Brent zu nennen ist Europa und Ostküstenzentrismus. Weitere Refenzsorten sind beispielsweise Dubai Fateh, ANS (Alaska-Öl), Maya, OPEC Basket.

      Beinahe sämtliche OPEC-Angaben sind mit Vorischt zu geniessen, da grosse Förderländer ohne Berücksichtigung bleiben, beispielsweise Russland.

      Peak-Oil gibt es als Theorie schon 50 Jahre, dennoch sind die Vorräte immer grösser gewesen, als der Verbrauch. Sei es durch bessere Ausnutzung der Lagerstätten, durch bessere Exploration usw. Zahlen zu Lagerdaten stamen im Übrigen noch teilweise aus den 70ern und damalige Satellitendaten, beispielsweise zu Russland. Deswegen sind auch die Daten zu Lagerstätten bei den Ölfirmen selber von grösserer Bedeutung als die Angaben von Ländern.

      Die Bedeutung von ?Brent? und ?WTI? liegt darin, dass es grosse Spotmarkets gibt sowie grosse Futures , nämlich LC Nymex und ICE Brent, auf die gewaltiger Pakethandel stattfindet. Bei WTI ist Cushing der Spotmarket und gleichzeitig der Saddlepoint des LC Nymex (CL). Es gibt Firmen, die in beiden Märkten extremen Einfluss haben, beispielsweise Koch Industries. Der CL-Future ist zudem der mit Abstand am meisten gehandelte Rohölfuture der Welt, der extremen Einfluss auf den Ölpreis hat, da er das physikalisch gehandelte Öl (am Saddlepoint) um den Faktor 10 übersteigt.

      Für den Benzinpreis spielen dann noch Crackdaten und Benzinlagerdaten eine Rolle.

    21. dallas schrieb am 2. April 2010 at 15:26 - Permalink

      Grün für Ölpipelines. Ob die Transcanada hier eingezeichnet ist, weiß ich nicht. Die KArte scheint nicht ganz frisch zu sein.

      http://www.theodora.com/pipelines/united_states_pipelines_map.jpg

    22. NoName schrieb am 2. April 2010 at 16:14 - Permalink

      @dallas
      Relevant ist nicht das Entstehungsdatum der Peak-Oil Theorie, sondern ihre Vorhersagen. Da diese nur auf den jeweils vorliegenden Daten basieren können, erfolgt natürlich eine zeitliche Anpassung der Vorhersagen. Bei begrenzten Ressourcen wird es jedoch immer ein solches (Förder-)Maximum geben.

      @SF
      Vor kurzem gab eine Doku bei 3Sat (hiTec) über abiotisches Erdöl. Wenn es wirklich diese Möglichkeit geben sollte, müssten doch Staaten ohne einflussreiche und marktbeherrschende Erdölkonzerne, wie China und z.T. auch Russland, diese Vermutung in der Praxis ernsthaft verifizieren.
      Woher hast Du die Angaben zur Zeitdauer bzgl. des Entstehungsprozesses von abiotischem Erdöl?

    23. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 16:29 - Permalink

      @Schwitzig

      1)
      Der +1 Cent Wochenrhythmus

      Dafür habe ich spontan auch keine Erklärung ;-)

      2)
      Die exorbitanten und teilweise exponentiellen Rekordgewinne der Mineralölkonzerne, die sogar eine Ölgewinnung aus Kohle (!) immer noch im lukrativen Bereich ermöglichen würden.

      Oh natürlich! Die Ölkonzerne haben unglaubliche Margen, die zumeist an/in den Raffinerien entstehen. Die “Gewinne” durch den höheren Ölpreis bleiben ja zumeist in den Ländern, in denen Öl gefördert wird. Saudi-Aramco profitiert also von steigenden Preisen mehr als Exxon.

      3)
      Der Ölpreis beträgt heute etwas mehr als die Häflte des Höchststandes. Der Benzinpreis ist identisch.

      Ist er das? Der Dieselpreis ist es jedenfalls nicht. Seit Beginn der neuerlichen “Hausse” sind der steuerfreie Teil des Benzinpreises und der Ölpreis jedenfalls konstant gestiegen.

      Ich denke sehr wohl,dass Spekulation (wie auch in diesem Jahr sogar einmal nachgewiesen wurde) einen Anteil von > 80% am Ölpreis hat.

      Ja und Nein – Wie ich schon schrieb, hat die Spekulation einen signifikanten Einfluss auf die Volatilität, nicht jedoch auf die Preisbasis. Wenn Du hier 80%+X nennst, hieße dies ja, dass Öl eigentlich nur 10 US$ pro Barrel kosten müsste. Das ist allerdings falsch – alleine aus einem einzigen Grund. Würde der Preis unter eine Schwelle von rund 40 US$ sinken, würde die OPEC die Hahn drosseln ;-)

    24. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 16:47 - Permalink

      @dallas

      Beispielsweise ist Cushing sehr wohl Kreuzungspunkt einer Menge Pipelines, inzwischen auch solcher, die aus Richtung Edmonton und m.W. auch aus dem Golf und von Louisiana Offshore kommen. Ausserdem gibt es einen Zweig in Richtung Chicago.

      Aus Cushing wird aber “nur” der nordamerikanische Markt bedient – und auch das nur zu einem geringen Teil. Ist der amerikanische Mark gesättigt, kann man seine physischen Vorräte also nicht einfach international verkaufen. Für “echte” Öldeals spielt das nicht die große Rolle, für Papieröl sehrwohl.

      Die Refenzsorten Brent und WTI wurden in der Zusammensetzung der Ölsorten immer mal wieder geändert. Bei Brent Crude war es ursprünglich bereits Brent Blend von Esso und Shell und im Moment ist es ein synthetisches Blend aus Brent, Oseberg, Ekofisk and Forties. Das jeweilige Brent ist damit die Referenznordseesorte, in Norwegen ist es zusätzlich Ekofisk.

      Das ist richtig.

      Mit WTI und Brent gemeint ist damit der jeweils gültige Brent Rohöl Spot Market Preis, also physikalisches Öl ? wobei man dann um genau zu sein auch den Spot Market nennen müßte. Der Preis ändert sich ab Spotmarket, wo er FreeonBord / FreePipeline gehandelt wird, noch durch die Shippungcosts und die Versicherungsgebühren, die je nach Risikoprofil der Strecke ganz erheblich sein können.

      Selbstverständlich! Dennoch basieren fast alle Papieröldeals die in London und NY gehandelt werden auf WTI und Brent, zwei Sorten, deren Markanteil nicht einmal im Ansatz dem Verhältnis der Warenterminmärkte entspricht.

      Nur WTI und Brent zu nennen ist Europa und Ostküstenzentrismus. Weitere Refenzsorten sind beispielsweise Dubai Fateh, ANS (Alaska-Öl), Maya, OPEC Basket.

      Selbstverständlich. Nur dass diese Sorten im Realölhandel indirekt an Brent und WTI gekoppelt sind (die Abschläge sind in einem sehr geringen Volatitlitätsfenster). Und wenn man den Papierölhandel betrachtet, spielen diese Sorten fast gar keine Rolle.

      Beinahe sämtliche OPEC-Angaben sind mit Vorischt zu geniessen, da grosse Förderländer ohne Berücksichtigung bleiben, beispielsweise Russland.

      Eben ;-)

      Und die Angaben der Russen sind ebenso nebulös und intransparent wie die der OPEC.

      Peak-Oil gibt es als Theorie schon 50 Jahre, dennoch sind die Vorräte immer grösser gewesen, als der Verbrauch.

      Das ist natürlich eine Binse ;-)

      Der Verbrauch kann natürlich nie größer sein als das Angebot – außer man öffnet die Reservetanks. Angebot und Nachfrage regeln sich nun einmal über den Preis. Immer wenn der Preis in astronomische Höhen steigt, kann man getrost davon ausgehen, dass die virtuelle Nachfrage bei einem niedrigeren Preis über der realen Angebotsmenge liegt.

      Das hat übrigens mit Peak-Oil nichts zu tun. Unter dem Slogan “Peak-Oil ” wurde und wird natürlich auch jede Menge Unfug verbreitet. Die Theorie ist idT mit Vorsicht zu genießen und volkswirtschaftlich fragwürdig, da der Preis immer auch die Nachfrage regelt. Wenn ich von Peak-Oil spreche, meine ich daher auch “billiges” Öl, wobei billig natürlich auch relativ ist. Wenn man bedenkt, dass eine Flasche Evian teurer ist als ein Liter Benzin (inkl. Steuern!), ist Öl sicher nicht eben teuer.

      Sei es durch bessere Ausnutzung der Lagerstätten, durch bessere Exploration usw. Zahlen zu Lagerdaten stamen im Übrigen noch teilweise aus den 70ern und damalige Satellitendaten, beispielsweise zu Russland.

      Eben, das ist ja das Problem. Es gibt Leute, die denken, die Reserven (und Kapazitäten) seien wesentlich größer und es gibt Leute die denken das Gegenteil. Wenn man bedenkt, welche Schwierigkeiten Gazprom, Lukoil und andere haben, wenn es darum geht, an den internationalen Finanzmärkten, dringend nötiges Investitionskapital aufzutreiben, kann man sich allerdings schon die Frage stellen, warum sie die “tollen” Daten nicht offenlegen, wenn sie dadurch viel Geld sparen könnten.

      Deswegen sind auch die Daten zu Lagerstätten bei den Ölfirmen selber von grösserer Bedeutung als die Angaben von Ländern.

      Du weißt, welche Konzerne die Lagerstätten kontrollieren? Kleiner Tip, es ist nicht Big Oil. Der absolute Großteil der Reserven ist unter der Kontrolle von Staatsunternehmen. Angaben aus der Privatwirtschaft sind übrigens ebenfalls mit äußerster Vorsicht zu genießen. Du weiß sicher, warum.

    25. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 16:54 - Permalink

      @NoName

      Woher hast Du die Angaben zur Zeitdauer bzgl. des Entstehungsprozesses von abiotischem Erdöl?

      Aus einem Interview mit einem russischen Geologen, der intensiv in der Forschung über die abiotische Theorie tätig ist. Er hat die Aussagen einer “Verschwörungstheoretiker” erst einmal galant ad absurdum geführt. Das IV erschien in einem Fachmagazin und wurde auf der “Oil Drum” vorgestellt. Den Link habe ich ledier verschuselt. Aber wenn Du bei Oil-Drum sucht, sollest Du fündig werden.

      Die Theorie als solche ist ja höchst interessant. Nicht wegen der “Regenerativität” von Öl, sondern wegen der Implikationen, wo und wieviel Lagerstätten es noch gibt. Aber da stimme ich Dir 100% zu – wenn Russen und Chinesen tatsächlich neue Lagerstätten anhand der Aussagen der “Abioten” finden, wäre dies natürlich ein Punkt, der einigen Kernaussagen von mir einstürzen lässt. Bis dahin bleibe ich aber seeeehr skeptisch. Aussagen wie die im oben verlinkten “Artikel” halte ich allerdings für grotesk.

    26. Schneemann schrieb am 2. April 2010 at 17:11 - Permalink

      Lieber Jens,

      Doch diese Daten sind ähnlich zuverlässig wie die Glaskugel einer einäugigen Zigeunerin.

      wäre die Glaskugel einer dreiäugigen Sinti oder gar Roma wesentlich zuverlässiger? :)

      Die mit Abstand wichtigste Rolle im Petro-Poker spielt Saudi-Arabien.

      Eher Goldman Sachs, doch dazu kommen wir eh gleich.

      amerikanische West Texas Intermediate (WTI), eine Ölsorte, die gerade einmal 0,4% des Weltmarktes ausmacht.

      Vom Handelsvolumen her macht WTI über 50% aus, denn das sind die von Dir erwähnten rund 480 Mio Blechfässer, die täglich alleine an der New Yorker NYMEX gehandelt werden. Und eben dort bestimmen Großspekulanten die Preisrichtung, Goldman Sachs ist neben JP Morgan der maßgebliche Dealer dort. Dank gigantischer Hebel und engen Verbindungen zur Finanzaufsicht und Regierung bewegen diese Firmen die Märkte in ungekanntem Maße.

      In Cushing/OK wird kein Öl gehandelt, sondern nur gelagert und angedient (Posterfreund Dallas nannte es ‘Saddlen’, englisch: to settle, oder noch besser: Cushing ist der ‘delivery point’ für an der NYMEX gehandeltes Rohöl). Cushing ist über die Seaway-Pipeline mit der Golfküste verbunden, Kapazität 350.000 Blechfässer pro Tag, und – wie von Poster Dallas erwähnt – per Spreadhead-Pipeline mit Chicago konnektiert. Cushing ist gewissermaßen der zentrale Knotenpunkt US-Amerikanischer Ölpipelines.

      Wo Du mehr recht hast, ist, daß von Cushing aus kein Öl an die Golfküste gepumpt werden kann – die Pipelines gehen in eine Richtung…. Dennoch, zwei Kommentare weiter oben schreibst Du, daß so kein Öl exportiert werden kann. Auch das ist bedingt richtig, denn das Öl wird umgeleitet, solange es im Schiff herdampft, bzw. sind der größere Teil der Exporte raffin(er?)ierte Produkte, also Heizöl/Diesel, Benzin, Kerosin usw, die direkt von den Raffinerien aus verschifft werden. Cushing ist da weniger gefordert.

      Doch zu Deinem wichtigsten Punkt:

      Warum friert man den Preis nicht ein und entwickelt eine transparente Preisänderungsklausel, die sich an realwirtschaftlichen Markern orientiert?

      Aus demselben Grund, warum der Steuerzahler Griechenland aus der Patsche helfen muß: zum Wohl der internationalen Großbanken.

      Frohe Ostern!

    27. Vogel schrieb am 2. April 2010 at 17:56 - Permalink

      @Beate & Unbequemer,
      hab’ mir zu Weihnachten von meinen Kizz ‘n Anhänger für’s Fahrrad schenken lassen. Jezz iss der “Fahrradeinkauf” noch bequemer und auch Großeinkäufe gehen auf einmal. Klasse! Ich find’s geil! Keine Parkplatzsuche, direkt bis vor die Tür, saubequem, so schnell wie mit’m Auto, Bewegung an frischer Luft …

      Auto: Nur im Notfall! (ÖPNV iss ja auch noch da!)

      Beste Grüße an Euch

      @Jens
      das mit den Spritpreisen vor der “Driving season” – da kann ich Brüderle unn Ramsauern nachvollziehen, das iss mir auch immer wieder ‘n Rätsel. Und Du glaubst, ich nehm’ Dir das mit Angebot unn Nachfrage so einfach ab? ;-)

      OT: Noch so’n paar Rätsel: Der alljährliche Lehrermangel … die steigenden Gesundheitskosten … kann mich noch an Ehrenberg erinnern, der hatte das Problem doch schon ’82 mit dem GRG gelöst, oder war’s der Seehofer ’92 mit dem GSG, oder doch Ullala, oder doch der Gesundheitsfonds, oder muss das jezz der schüchterne Regierungs-Praktikant machen, für endgültig, für immer, einfürallemal?

      Und genauso läuft’s mit Energie und Erdöl: Die Politniki rennen immer hinterher.

      Apropos Energie: Kompromis zwischen Atomausstieg (32 J Laufzeit) und Norbert Röttgen (vllt. 40 J LZ)? 47 Jahre, 3 Wochen und sechs Tage (Mittelwert zwischen Sonnenstand im Merz und maximalem Tiedenhub der Außenelbe im Abril)!

      Menschen, die Krone der Schöpfung in ihrem Zenith!

      Beste Grüße

    28. Mephane schrieb am 2. April 2010 at 18:05 - Permalink

      Ja, das ist die Theorie des ?abiotischen Öls?. Ob sie korrekt ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Was ich allerdings sagen kann, ist das diese Theorie in den ?phantasievollen Ecken des Netzes? anscheinend grundsätzlich falsch verstanden wird. Selbst wenn Öl ?in einem natürlichen Prozess? entsteht, dauert dieser Prozess doch zehntausende (wenn nicht hundertausende) Jahre, was für die aktuelle Diskussion irrelevant ist.

      In der Tat steht zumindest faktisch fest, dass der derzeitige weltweite Verbrauch dauerhaft nicht gehalten werden kann. Ob Erdöl kontinuierlich neu entsteht oder nicht ist schon deshalb irrelevant, weil sich keine Lagerstätte bisher schneller gefüllt hat, als sie geleert wurde – so sie sich überhaupt wieder etwas gefüllt hat.

      Der entscheidende Punkte dabei ist nicht die Qualität, d.h. ob sich überhaupt Öl neubildet, sondern die Quantität, d.h. wie viel bildet sich neu. Und Die Antwort auf diese Frage lautet schon rein empirisch: Viel zu wenig. Um eine Abkehr vom Öl kommt die Menschheit so oder so nicht herum.

      P.S.: Interessant wird es dann ja auch, wenn man die allgegenwärtige Klimahysterie in diesem Licht betrachtet; fast alle schönen CO2-Sparmaßnahmen sind nämlich für die Katz’, wenn es bald eh kein Erdöl mehr zum Verbrennen gibt. Aber anstatt den Fokus auf die Abkehr vom Öl zu legen, wird nur auf die Reduktion der CO2-Emissionen in die Atmosphäre geschaut, eine zweifelhafte und engstirnige Fixierung auf etwas, das möglicherweise nicht einmal ein echtes Problem ist, falls sich am Ende herausstellt, dass des Menschen Einfluss auf das Weltklima verschwindet gering ist. Und das in einer Situation, in der es ein anderes, absolut eindeutig reales Problem (Peak Oil) gibt, dessen Lösung gleichzeitig das andere, eventuelle Problem (Klimawandel) praktisch automatisch mit lösen könnte.

    29. dallas schrieb am 2. April 2010 at 18:11 - Permalink

      @Jens

      Man sollte nochmals ganz deutlich zwischen Rohölmarkt und Benzinpreis unterscheiden. Dazwischen liegt meist ein weiteres Shipping und das Cracking. WTI und Brent sind leichte Ölsorten, die besonders gut zum Benzincracken geeignet sind. Darum sind sie Referenz – darum die Auf- und Abschläge für andere Sorten. Nur diese Ölsorten werden halt immer seltener und immer schwieriger zu fördern. Für andere Zwecke (Heizöl, Diesel) genügen auch mindere Sorten.

      …hat die Spekulation einen signifikanten Einfluss auf die Volatilität, nicht jedoch auf die Preisbasis.

      Das halte ich für nicht haltbar. Futures wirken zunächst mal trendstabilisierend, da die Teilnehmer Trendfolger des (Futures-)Markets sind. Es wird solange in Trendrichtung gehandelt, bis der Trend definitiv kippt. Und dann geht es wieder in Trendrichtung. Nicht die Nachfrage hat den Preis über 150 $ getrieben, sondern eindeutig die Spekulation.

      Das China-Argument kann man getrost knicken, da diese viel eigene Förderung haben und auch eine Menge im Iran kaufen und fördern, aber keine Angaben über die Grössenordnung machen. Das erzählen die nicht der EIA und nicht der OPEC.

      Hingegen geht aus den Umsatzstatistiken der ICE und der Nymex/Globex eindeutig hervor, dass der Umsatz im Future um den Faktor 7 bis 10 höher ist als der physikalische Verbrauch weltweit. Alleine am Volumen sollte man erkennen, wer da den Hut auf hat. Der Future treibt den Realmarkt und das ist nicht nur an diesem Markt so.

      Man kann bereits am Instrument erkennen, welchem Zweck es dient. Zur Absicherung von Lieferpreisen würden ja ein physically seddled forward contracts über beispielsweise 3 Wochen für den Frachtzeitraum genügen, wie sie an beiden Futuresbörsen auch gehandelt werden und weswegen sie an der IPE (später ICE) ja auch überhaupt eingeführt wurden. Der CL-Future in NY ist aber nicht physically seddled, ist also im Grunde eine naked option. Dennoch wird täglich der Seddlementprice für die Nymex-CL in Cushing festgestellt. (Weil die Firma an beiden Plätzen aktiv ist.) Mit entsprechenden Beschwerden von Markteilnehmern an der Nymex.

      Ja eben, es sind nicht unbedingt die Ölmultis. Die drängeln sich je nach Standort mit verschiedenen anderen (Conoco, Saudi-Aramco, Petronas u.v.a.m.) an den Spots, an den Crackmarkets und Zapfsäulen.

      An den Spotmarkets sind die Ölmultis tätig, sowie einige Branchenriesen wie Platts, McGrawHill, Argus.

      An den Futuresmarkets sind diverse Banken und Grossspekulanten tätig sowie einige Branchenriesen wie Platts, McGrawHill, Argus.

      Und da werden die Preise gemacht.

      Saudi-Aramco fällt im physikalischen Markt dabei nach wie vor noch eine Sonderrrolle zu, da diese die Ölförderung in Saudiarabien beherrschen und Saudiarabien nach wie vor die OPEC dominiert. Die Fördermengen variieren zwischen 4 und über 9,5 Mio. b/d und sind auch gern antizyklisch zum Preis. Übrigens hat sich Aramco m.W. von WTI als Referenz verabschiedet und ist auf Argus Sour umgestiegen, einer Sorte, die mehr der tatsächlichen Förderung entspricht.

      Gegen Kochs und Firmen wie Conoco, Shell und andere in Cushing hat die SEC übrigens wegen Verdachts auf Preismanipulation zweimal viele Jahre lang ermittelt, was im Falle Kochs wohl zuletzt mit Vergleich endete.

      Dennoch werden wieder die Seddle-Preise an den Futures- und die Preise an den Spotmärkten nach wie vor von ganz wenigen Firmen festgestellt. Da liegt, neben der Spekulation, imho ein sehr grosses Manipulations-Risiko.

      @Schneeman
      delivery point steht zwar in der Spezifikation, stimmt aber nur bedingt beim WTI, beim Brent hingegen schon. Erfüllungsort/Übergabeort muss nicht unbedingt Cushing sein bzw ist es erst dann, wenn der Future nicht rolliert wird, sondern ausläuft und wenn er physically settled ist. Das ist der CL (“WTI”) aber m.W. nicht. Hingegen wird die tägliche Preisfeststellung dort gemacht.

      zu

      Warum friert man den Preis nicht ein und entwickelt eine transparente Preisänderungsklausel, die sich an realwirtschaftlichen Markern orientiert?

      Weil niemand diese Kräfte beherrscht. Wer sollte denn “man” sein…

    30. Lupe, der Satire-Blog schrieb am 2. April 2010 at 18:31 - Permalink

      guido westerwelle will. wie man hört, den vorstoss dadurch unterstützen, dass er sich medienwirksam mit benzin übergiesst und anzündet. selbstverständlich sorgt eventmanager monk oder wie der knorrli heisst, dafür, dass guido stuntman-mässig ausgerüstet ist und keinen bleibenden schaden davonträgt. wenn dann das cern in genf beim versuch, guidos neuronen zu simulieren, auf eine leere stösst, kann der anzündvorgang als begründung beigezogen werden.

    31. Schneemann schrieb am 2. April 2010 at 18:49 - Permalink

      Dallas, Du hast zwar prima Informationen, doch mit dem da:

      Der CL-Future in NY ist aber nicht physically seddled, ist also im Grunde eine naked option.

      liegst ganz leicht daneben. Denn der NYMEX/Globex CL-contract ist physically settled, und deshalb muß der Kleinspekulant auch schleunigst vor dem First Notice Day draussen sein. Nix für ungut, mit den ganzen Börsenzusammenschlüssen kommt auch der Fachmann schon mal durcheinander (Hinweis für alle: die NYMEX gehört zur CME, die auch die Globex betreibt.) :)

      Der Handel ist mittlerweile weitgehend elektronisch, damit unabhängig von Ort und Zeit. Und während Cushing den Spotmarkt darstellt, sind die Warenterminkontrakte mittlerweile im Nirwana zuhause.

      …hat die SEC übrigens wegen Verdachts auf Preismanipulation zweimal viele Jahre lang ermittelt, was im Falle Kochs wohl zuletzt mit Vergleich endete.

      Interessanterweise enden die meisten Untersuchungen dieser Art mit einem Vergleich, der nur einen Tropfen der erzielten Gewinne abschöpft. Doch hier kommt wieder die metastasenartige Verflechtung der internationalen Hochfinanz ins Spiel, die jegliches Unterbinden kriminellen Handelns zuverlässig verhindert.

    32. dallas schrieb am 2. April 2010 at 18:57 - Permalink

      Zum Abschluss will ich noch mit einem weiteren Trugschluss aufräumen, nämlich dem, wie er so in der FAZ, von Meister M.Koch und Konsorten in den letzten Jahren verbreitet wurde, dass die Vorräte, die in Cushing lägen oder nicht lägen, angeblich für Ölpreisschwankungen verantwortlich wären .

      Hier zur Grössenordnung, das macht so um die 15% der US-Ölvorräte aus:

      http://tonto.eia.doe.gov/dnav/pet/PET_STOC_CU_S1_M.htm

      Und hier

      http://tonto.eia.doe.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=mcrst_ycuok_1&f=m

      sieht man, dass die Vorräte in Cushing letztes Jahr die höchsten der letzten 5 Jahre waren. Nach oben erwähnter “Theorie” hätte dann ja der Ölpreis massiv einbrechen müssen, gell.

      Schöne Ostern allen

    33. R_Winter schrieb am 2. April 2010 at 19:15 - Permalink

      Das System der Preisfindung entbehrt jeglicher real-wirtschaftlicher Basis.

      Dieser Satz sagt alles. Der Tankstellenpreis hat nichts mit dem Rohölpreis – gleich welcher Herkunft – zu tun.
      Wenn man sich die Kurven (über Jahre) des Preisverlaufes von Rohölpreis in Rotterdam und dem Tankstellenpreises von Benzin/Diesel ansieht, wird es deutlich. Auch Saudi Arabien hat weniger Interesse an einem hohen Ölpreis, sondern an der Entwicklung des Dollars (auf Grund des Engagement in USA). Der Benzin-/Dieselpreis ist spekulativ, wie über 100 andere Produkte. Unsere Politiker wissen es lange, aber Verdummung steht oben an.

    34. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 19:34 - Permalink

      @Schneemann

      Vom Handelsvolumen her macht WTI über 50% aus, denn das sind die von Dir erwähnten rund 480 Mio Blechfässer, die täglich alleine an der New Yorker NYMEX gehandelt werden. Und eben dort bestimmen Großspekulanten die Preisrichtung, Goldman Sachs ist neben JP Morgan der maßgebliche Dealer dort. Dank gigantischer Hebel und engen Verbindungen zur Finanzaufsicht und Regierung bewegen diese Firmen die Märkte in ungekanntem Maße.

      Mein Reden ;-)

      In Cushing/OK wird kein Öl gehandelt, sondern nur gelagert und angedient (Posterfreund Dallas nannte es ?Saddlen?, englisch: to settle, oder noch besser: Cushing ist der ?delivery point? für an der NYMEX gehandeltes Rohöl). Cushing ist über die Seaway-Pipeline mit der Golfküste verbunden, Kapazität 350.000 Blechfässer pro Tag, und ? wie von Poster Dallas erwähnt ? per Spreadhead-Pipeline mit Chicago konnektiert. Cushing ist gewissermaßen der zentrale Knotenpunkt US-Amerikanischer Ölpipelines.

      Wo Du mehr recht hast, ist, daß von Cushing aus kein Öl an die Golfküste gepumpt werden kann ? die Pipelines gehen in eine Richtung?.

      Danke für die Konkretisierung – das wollte ich sagen, habe mich aber anscheinend nicht präzise genug ausgedrückt.

      Doch zu Deinem wichtigsten Punkt:

      Warum friert man den Preis nicht ein und entwickelt eine transparente Preisänderungsklausel, die sich an realwirtschaftlichen Markern orientiert?

      Aus demselben Grund, warum der Steuerzahler Griechenland aus der Patsche helfen muß: zum Wohl der internationalen Großbanken.

      Das ist leider richtig :-(

    35. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 19:36 - Permalink

      @Vogel

      das mit den Spritpreisen vor der ?Driving season? ? da kann ich Brüderle unn Ramsauern nachvollziehen, das iss mir auch immer wieder ?n Rätsel. Und Du glaubst, ich nehm? Dir das mit Angebot unn Nachfrage so einfach ab? ;-)

      Da die Raffinerien ein Quasi-Monopol haben, ist es natürlich nicht soooo einfach. Aber im Kern ist die Erklärung schon ok.

    36. dallas schrieb am 2. April 2010 at 19:59 - Permalink

      Okay, @Schneemann, da haste wohl Recht mit dem CL.

      Aber der Kleinspekulatius wird wohl ohnehin meist den E-mini = QM zum halben Preis handeln (500 Barrel) und der ist financial settled, so dass er keine Angst haben muss, dass der Tanklastzug um die Ecke biegt, falls er zu rollieren vergißt. ;)

      http://www.cmegroup.com/trading/energy/crude-oil/emini-crude-oil_contract_specifications.html

      Cushing ist gewissermaßen der zentrale Knotenpunkt US-Amerikanischer Ölpipelines.

      Das ist so nicht richtig. Da sollte mal so eine Art US-Zentrallager hin. Es ist seit weit über 30 Jahren der Umschlagplatz der USA und zwar auch für Öl aus dem Golf und für welches aus Kanada, das damals aber eher im Grossraum Chicago angelandet wurde. Beide waren dort nicht gebunkert, wurden aber getradet. Die grossen Pipelines folgten dem dann nach. Die zentralen Knotenpunkte sind eher da, wo das Öl verarbeitet wird.

      Auch gibt es jetzt es dort nicht nur ein -zwei Pipelines, sondern Dutzende ein- und ausgehende. Eine Menge Öll kommt beispielsweise auch aus Midland, wo z.B. Navajo und New Mexico Intermediate eingespeist werden. Ausgehend wäre beispielsweise auch die von Kochs und die von BP zu erwähnen.

      Ausserdem wird m.W. in Cushing sehr wohl Öl gehandelt, allerdings im relativ bescheidenen Masstab zwischen Ölfirmen sowie Ölfirmen und Abnehmern (meist Verarbeitern). Es gibt dort auch Dutzende von Firmen (Conoco, Platts etc.) und mindestens ein Dutzend tägliche Preisfeststellungen, aus denen heute wie früher, immer noch die täglichen offiziellen Cushing-Spot-Preise gebildet werden. Früher unter der Ägide von Kochs und heute unter der von Platts. Glaube mich zu erinnern, dass es da sogar sowas wie ein Tradinghouse gibt.

      Ich denke, dass nun klar ist, dass der folgende Satz wohl inhaltlich nicht zu halten ist:

      …die Weltwirtschaft hängt indirekt vom Füllstand einiger Öltanks in einem Kaff im mittleren Westen der USA und von komplett intransparenten Reserve- und Förderdaten der Araber ab.

    37. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 20:01 - Permalink

      @dallas

      Man sollte nochmals ganz deutlich zwischen Rohölmarkt und Benzinpreis unterscheiden. Dazwischen liegt meist ein weiteres Shipping und das Cracking. WTI und Brent sind leichte Ölsorten, die besonders gut zum Benzincracken geeignet sind.

      Sehr richtig, deshalb muss man für andere Sorten auch einen Aufschlag bezahlen.

      ?hat die Spekulation einen signifikanten Einfluss auf die Volatilität, nicht jedoch auf die Preisbasis.

      Das halte ich für nicht haltbar. Futures wirken zunächst mal trendstabilisierend, da die Teilnehmer Trendfolger des (Futures-)Markets sind. Es wird solange in Trendrichtung gehandelt, bis der Trend definitiv kippt. Und dann geht es wieder in Trendrichtung. Nicht die Nachfrage hat den Preis über 150 $ getrieben, sondern eindeutig die Spekulation.

      Auch hier: 100% d´accord. Aber ohne reale Lieferengpässe könnten auch die Futures den Preis nicht in diese Dimensionen treiben.

      Und auch hier möchte ich mich noch einmal wiederholen: Terminmärkte sind ein Nullsummenspiel. Für jede Wette muss auch immer ein Akteur stehen, der die Wette annimmt: Jeder Akteur, der auf 150 US$ wettet, braucht einen ganz realen Gegenpart, der gegen 150 US$ wettet. Oder anders ausgedrückt – steigt der Ölpreis auf X US$, gibt es einen Gewinner, aber auch einen Verlierer. Und dieser Verlierer ist ein Mitspieler und nicht der Kunde an der Tanksäule.

      Hingegen geht aus den Umsatzstatistiken der ICE und der Nymex/Globex eindeutig hervor, dass der Umsatz im Future um den Faktor 7 bis 10 höher ist als der physikalische Verbrauch weltweit.

      Richtig – aber (s.o.) für jede Wette gibt es immer auch einen Gegenwette. Ich würde das nicht überbewerten.

      Alleine am Volumen sollte man erkennen, wer da den Hut auf hat. Der Future treibt den Realmarkt und das ist nicht nur an diesem Markt so.

      Klar – aber wenn Du (so hört sich das ja an) glaubst, dass es einen große Herde gibt, die den Preis treibt, so musst Du mir auch erklären, wer diejenigen sind, die der großen Herde ihre Papiere abkaufen. Denn dies müssen ja ganz reale Akteure sein, die auf niedrigere Kurse wetten.

      Man kann bereits am Instrument erkennen, welchem Zweck es dient. Zur Absicherung von Lieferpreisen würden ja ein physically seddled forward contracts über beispielsweise 3 Wochen für den Frachtzeitraum genügen,

      Oh nein!

      Nehmen wir mal Airlines, Speditionen oder Reedereien. Diese Akteure haben ein Interesse, sich über das komplette Geschäftsjahr abzusichern (mindestens).

      Ja eben, es sind nicht unbedingt die Ölmultis. Die drängeln sich je nach Standort mit verschiedenen anderen (Conoco, Saudi-Aramco, Petronas u.v.a.m.) an den Spots, an den Crackmarkets und Zapfsäulen.

      Ja sicher, aber das hat nichts (ich glaube, Du widersprichst mir in diesem konkreten Punkt) mit den Reserve- und Fördermengen zu tun. Big Oil hat momentan meist nur noch Dienstleisterveträge. Sämtliche Golfstaaten und Russland (außer Lukoil, aber die sind “kremlhörig”) hat 100% aller Vorräte an die eigenen staatlichen Ölgesellschaften überschrieben. Big Oil (und die kleineren Konzerne aus den OECD-Staaten) haben dort nichts zu melden – die verdienen ihr Geld (und das nicht zu knapp) im Downstream-Bereich.

      An den Futuresmarkets sind diverse Banken und Grossspekulanten tätig sowie einige Branchenriesen wie Platts, McGrawHill, Argus.

      Und da werden die Preise gemacht.

      Und da muss(!) es für jeden Put immer auch einen Call geben. Großspekulanten gewinnen das, was andere Großspekulanten verlieren.

    38. esa schrieb am 2. April 2010 at 20:10 - Permalink

      Was für ein Blödsinn.
      Der Ölpreis wird von Spekulanten und vom schwachen Dollar getrieben.

    39. Schneemann schrieb am 2. April 2010 at 20:21 - Permalink

      Dallas, zum 2000-Seelen-Ort Cushing hab ick grad noch ein paar Informationen jefunden. Neben der Strategischen Petroleum Reserve stellt Cushing den größten Lagerschuppen für amerikanische Ölfässer dar.

      Jens, der gute Dallas hat (meist) schon recht. Du glaubst wohl an das Gute im Menschen – wir wissen vom Schlechten im Goldman Sachsen*). Solange ein Markt transparent ist, funktioniert das von Dir erwähnte auch halbwegs. Doch sobald die eigenen Kunden an die Wand gefahren werden, oder sobald legalisierter
      Betrug
      ins Spiel kommt, gelten die bekannten Spielregeln nimmer. Ich erinnere hier auch gerne an Goldman, Goldman everywhere im Vanityfair.

      Nun verbleib’ ich mit sonorem Waidmannsheil zur morgigen Osterhasenjagd
      der wohl bald dahinschmelzende
      Schneemann

      .

      *) Ein amerikanischer Poster hat deren Treiben einst sehr schön zusammengefaßt:
      “Nobody even talks about auction-rate securities fraud, municipal finance collusion, conspiracy with the ratings agencies, deliberate circumvention of CFTC position limits via swaps, market manipulation by quants and flash traders, and on and on and on… in addition to the securitization schemes, abuses of credit default swaps, front running, and abuses in the unregulated shadow banking system, dark pools.
      None of it adds ANYTHING to the economy except risk, volatility and speculative frenzy, and the only ones who benefit are the blood-sucking cowboys who pocket the bonuses every year, and keep the gravy train running by populating the Fed, the Treasury, and the White House with their cronies while buying off the Congress.”

    40. Unbequemer schrieb am 2. April 2010 at 20:59 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Der Preis wird doch am Spotmarkt in Rotterdamm bestimmt.

      Und es gibt auch Menschen die gerne Verluste kreieren, wegen der Vermeidung von Steuern. Spielgeld ist genug vorhanden, wir Steuerzahler zahlen ja schon die Zeche der letzten Runde.

      Es gibt also nur einen Verlierer, den Kunden.

      Der Verkäufer hat ein Interesse den höchsten Preis zu erzielen, der Käufer kann das auf sein Produkt umlegen, er hat ja immer das Argument, das Öl war nun einmal so teuer, der Steuervermeider kann seinen Verlust von der Steuer absetzen.

      So wird ein Schuh draus.

    41. Spiegelfechter schrieb am 2. April 2010 at 21:11 - Permalink

      @Schneemann

      Jens, der gute Dallas hat (meist) schon recht. Du glaubst wohl an das Gute im Menschen

      Im Gegenteil ;-)

    42. Martin schrieb am 2. April 2010 at 22:45 - Permalink

      Sehr schöner, informativer Text zu einem Thema, das auch mich schon lange beunruhigt. Sorge bereitet mir insbesondere die Art, wie unsere Medien damit umgehen. Von einem “blinden Fleck” kann man kaum sprechen, das Verhalten grenzt an Realitätsverweigerung.
      Besonders interessant finde ich die Prognosefähigkeit unserer “Fachwissenschaft”. Dazu eine kleine Tabelle, die ich aus einer Ausgabe des Wirtschaftsdienst (HWWI) habe. Diese liest sich wie folgt: zuerst das Institut, dann in Klammern das Erscheinungsjahr der Studie, anschliessend die Preisprognose für ein Fass Rohöl in Fünfjahresschritten (2005 – 2010 – 2015 – 2020 – 2025) ab 2005.

      Deutsche Bank (2003) 18 – 18 – 18 – 18 – 18
      Int. Energie Agentur (2002) 22 – 22 – 24 – 26 – 28
      US Energy Information Agency (2004) 23 – 24 – 25 – 26 – 27
      Pet. Economics Ltd. (2002) 21 – 21 – 18 – 16
      Nat. Rec. Canada (2002) 23 – 23 – 23 – 23
      CGES (2003) 24 – 21 – 18 – 16

      Bereits 2005 waren alle diese Prognosen Makulatur. Heute heißt es salopp, die Zeiten des billigen Öls seien vorbei. Niemand geht mehr davon aus, dass wir noch mal auf die Preise der neunziger Jahre zurückkommen. Heute im Jahr 2010 sind 50 Dollar “ungewöhnlich niedrig.” Mitten in der zweiten grossen Weltwirtschaftskrise stehen wir bei 82 Dollar, ein Preis, der von keinem der Institute bis 2025 jemals für möglich gehalten wurde. Die höchste Zahl in der Tabelle stammt von der IEA : 28 Dollar im Jahr 2025 – weit, weit in der Zukunft!

      Diese Tabelle enthält für mich zwei Informationen, eine wichtige und eine eher unwichtige. Die unwichtige besteht darin, dass alle diese Institutionen – und es handelt sich dabei um Experteninstitutionen – grandios falsch liegen. Das lässt sich zumindest für die ersten beiden Zahlen sagen. Man kennt das, Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. OK – abgehakt, kann passieren.
      Die für mich wichtigere Information besteht aber darin, dass die Institute alle in der gleichen Weise falsch liegen. Man könnte sich ja auch eine Prognose vorstellen, die etwa so geht:
      IEA (2001) 80 – 150 – 210 – 250 – 180.
      So eine gibt es aber nicht, alle Prognose liegen in einem engen Band zwischen 16 und 28 Dollar, keine weicht nach oben ab.

      Kann es sein, dass diese Leute, die ja unsere Experten sind, alle eine gemeinsame falsche Vorstellung von der Realität mit sich rumschleppen? Und wie entsteht diese merkwürdige Übereinstimmung?

      Übrigens wird es am 18. Mai in Berlin die Jahrestagung der deutschen ASPO geben. Einzelheiten findet man unter: http://www.energiekrise.de/

    43. Griabiger Batzi schrieb am 2. April 2010 at 23:51 - Permalink

      @Martin, 42:

      Hallo Martin,

      Besonders die Prognose der Deutschen Bank ist erstaunlich.

      Deutsche Bank (2003) 18 ? 18 ? 18 ? 18 ? 18

      Hast Du zur Studie des HWWI einen Link?

      Grüsse Batzi

    44. booomups schrieb am 3. April 2010 at 02:31 - Permalink

      bezüglich den benzin tagespreisen: gibt es verallgemeinbare verkehrs oder benzinverbrauchsstatistiken , in denen die wochenenden als spezialfall auffällig sind?

      vieleicht ist das betanken der stätdtisch gelegenen tankstellen am wochenende aufgrund geringerem verkehrsaufkommen günstiger…

      oder es hat sonst einen flaschenhals der am wochenende frei wird…

      wäre natürlich eine verteidigung der marktpreisposition.

      zum ölpreis und der realwirtschaft: den grössten nachteil eines hohen ölpreises tragen doch die, von keinem sozialstaat unterstützten, armen dieser welt.

      -dünger und transportkosten
      -wettbewerb um agrarfläche wegen erdölsubstitionen
      -energiekosten für heizung und kühlschrank, sauberes wasser

      das einzige problem für uns westeuropäer ist wohl, dass wir keine nennenswerte öl und gasvorkommen haben und deshalb “nur” über spekulation von dessen preissteigerungen profitieren können.
      im nationalen interesse sehe ich da eigentlich unsere regierungen in der pflicht, von währungsreserven eher auf “energieresserven” umzusteigen.

      bei sinkenden preisen hätten wir zwar finanzielle verluste, könnten uns aber gleichzeitig über die geringen preise freuen…

      (bevor mein ritalinhoch nicht anhält, höre ich mal mit dem schreiben auf)

    45. Vogel schrieb am 3. April 2010 at 07:22 - Permalink

      @Jens #35
      Massa, ich machen demnächst zwei ;-), ;-) damit Du besser vestehen dass ich verstehen! Verstehst?

      Allerbeste Grüße

    46. Vogel schrieb am 3. April 2010 at 07:36 - Permalink

      @ all “abiotikers”
      Im Archiv von Phoenix und arte auffindbar: Ein Zweiteiler mit dem Titel “Requiem für einen Rohstoff” anguggen und dann darüber nachdenken: Die überwiegende Mehrheit der, ich will sie einmal “Kenner der Materie” nennen (Experte u.ä. Begriffe sind nun ‘mal zum Mittel der Diffamierung gereift ;-) ) geht von Peak-Oil aus und belegt dies faktisch und theoretisch schlüssig. Eine kleine Minderheit von “??” (ich weis nich, wie ich die neutral bezeichnen soll, die was wissen wollen und Belege liefern der Art: “Gaaaanz weit weg iss gaaanz sicher, wahrschenlich, festgestellt worden, dass es Anzeichen geben könnte …!”) Das ist der Kehrseite der Meinungsfreiheit, sie bedient, in dem Fall, die Hoffnung sich nich ändern zu müssen, weiter so … Aber: Hoffnung ist der Kutscher der Armut.

      An alle “abiotikers” – hier iss Platz für Argumente, aussagefähige Links, Beweise:
      …
      …
      …
      …
      …

      Beste Grüße

    47. elwu schrieb am 3. April 2010 at 08:55 - Permalink

      Der Preis von Rohol ist für mich nur am Rande relevant. Denn der Preis für die für mich wichtigen Endprodukte -Heizöl und Benzin/Diesel- wird zu einem erheblichen Anteil von Steuern bestimmt.

    48. gerhardq schrieb am 3. April 2010 at 08:59 - Permalink

      @46: Ich empfehle einmal nach Thomas Gold zu suchen.

      Wie hier schon festgestellt wurde, ist es wahrscheinlich, daß die “Kenner der Materie” grundsätzlich von den gleichen Annahmen ausgehen, beispielsweise der, daß Erdöl und Erdgas Zersetzungprodukte organischer Materie sind. Sollten sich aber die Annahmen als falsch herausstellen, so dürften die Schlußfolgerungen wahrscheinlich auch nicht korrekt sein.
      In den Tiefen der Erdkruste existiert Leben, Leben, daß u.a. Methan erzeugt! Ja, sogar in Granit finden sich Bakterien! Und wo Leben existiert, existieren auch Stoffwechselprodukte!

    49. Shitop schrieb am 3. April 2010 at 09:45 - Permalink

      Bei der hier angesprochenen Preisentwicklung ist grundsätzlich zwischen der Preisentwicklung für Rohöl und der kurzfristigen regionalen Preisgestaltung an der Zapfsäule zu unterscheiden.
      Die Preisentwicklung an der Zapfsäule wird von mindesten drei Gruppen beeinflusst: Mineralölgesellschaften, Stationspächter, freie Händler.

      Mineralölgesellschaften: wollen höhere Preise

      Stationspächter: wollen niedrigere Preise, wg. Kundenakzeptanz und Vorfinanzierung, Pächter sind nicht in % am Erlös beteiligt, sondern meist mit einem festen Betrag.

      freie Händler: können teilweise zu deutlich günstigeren Preisen einkaufen und ihre Spanne selbs festlegen.

      Bei den Mineralölgesellschaften iste es üblich, dass die Pächter die benachbarten Stationen hinsichtlich der Preisentwicklung beobachten müssen und die entsprechenden Daten in die Preisüberwachungssysteme der Gesellschaften eingeben. Bei Änderungen des Wettbewerbspreises wird dann entschieden, wie sich der Preis an der eigenen Station verändert.

      Dass der Preis Montags am niedrigsten ist, hängt damit zusammen, dass Montags die Nachfrage am geringsten ist. Montags will keiner tanken. Teilweise ist ja auch nich was vom Wochenende übrig.

      Eine Erklärung, warum dieses System mit der Euro-Einführung perfektioniert wurde, ist die Tatsache, dass dann auch die Wettbewerber jenseits der Landesgrenzen leichter erfasst werden konnten. Da musste der zuständige Pächter einfach morgens eine Schleife über Luxemburg etc. fahren.

    50. Vogel schrieb am 3. April 2010 at 12:51 - Permalink

      @#48

      Ja, sogar in Granit finden sich Bakterien!

      Man muss nur feste drücken, dann strömt das Erdöl auch aus dem Granit, gelle. Wie da kommt nix? Fester drücken, noch fester! :-D

      Thomas Gold

      Dass es (wenige) andere Meinungen gibt, habe ich selbst konstatiert. Dass eine Vielen gleichlautende Meinung falsch und von derselben, falschen (?) Voraussetzung ausgeht (ausgehen muss) ist Deine Meinung – die ich nicht teile.
      Wtf iss Th. Gold?, und wer verifiziert seine Erkenntnisse?

      Beste Grüße

    51. Sukram71 schrieb am 3. April 2010 at 23:47 - Permalink

      @ 48 gerhardq, 50 Vogel

      Es mag ja sein, dass Erdöl anders entstanden ist, als wie man heute glaubt, nur so lange die Entstehung länger als 500 Jahre dauert, ist eine Diskussion darüber wohl für uns ohne Belang …

      Ich finde es nur lustig, wie man seitenlange Interviews bzw. Artikel über die abiotische Entstehung von Erdöl machen kann, dabei aber die doch alles entscheidende Frage, nämlich die nach der Entstehungs-Dauer, immer geschickt umgeht. :)

      Und die Ölgesellschaften sind bestimmt auch nicht einfach nur zu doof zum Ölsuchen …

    52. Xaver schrieb am 4. April 2010 at 01:40 - Permalink

      Hi, bin gerade irgendwie hier gelandet. Zwei Bemerkungen zu der Diskussion:

      Aspekt 1.

      Die Energiebehörde der US-Regierung hat nach langem Leugnen nun auch zugegeben, dass sie nicht wissen, wo die Energie ab 2012 herkommen soll.

      Wer sich die Grafik auf diesem Link,

      http://www.google.com.au/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=2&ved=0CBUQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.eia.doe.gov%2Fconference%2F2009%2Fsession3%2FSweetnam.ppt&rct=j&q=eia+aeo2009&ei=t9e3S6raJIG78gac9OGUDg&usg=AFQjCNHtlK6pDrtNTd9PUYf12H6CHzKVJQ

      und zwar auf Seite 8 ansieht, findet ab 2012 eine immer größer werdende Lücke zwischen Verbrauch und der tatsächlichen Versorgung. Hier wird es als “Unidentified Projects” bezeichnet, was in einfachen Worten auf Deutsch heißt: “Wir wissen nicht, wo das herkommen soll”.

      Das heißt, dass ab 2012 zahlreiche Verbraucher auf den Verbrauch verzichten müssen. Dies werden zuerst die ärmsten Länder sein, und die Mechanik, die dahinter steht, sind ganz einfach Preissteigerungen. Da bis 2030 rund 50 % des Bedarfs fehlen werden, kann jeder sich selbst ausrechnen, wie lange er bei steigenden Preisen persönlich für Energie mitbieten kann, und wann er wohl beginnen muss zu verzichten.

      Bevor sich jemand aber nun zu früh freut, kommen wir zum

      Aspekt 2:

      Genug Geld, bei stark steigenden Energiepreisen mitbieten zu können, hat man nur, wenn man auch genug verdient. Die Staaten haben in den letzten zwei Jahren viel Geld bereitgestellt, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, sprich für Wachstum zu sorgen.

      Interessant ist dabei, wieviel Wachstum durch die Investition von einem Dollar geschaffen wird. Dazu wieder ein Bild, und zwar nur das erste auf dieser Seite, bitte draufklicken zum Vergrößern:

      http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~E2C3D136D45A74498A05166D82A8D7F24~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

      Das kann man auch ohne Wirtschaftswachstum verstehen:

      1990 wurde durch staatliche Schuldenaufnahme von einem Dollar ein Wachstum von rund 0,40 Dollar erzeugt.

      Dumm sieht es inzwischen aus: 2010 wird durch die staatliche Schuldenaufnahme von einem Dollar überhaupt kein Wachstum mehr,
      sondern eine Schrumpung von rund 0,40 Cent erzeugt.

      Logo, dann sollte man das lassen, das hast du recht. Wenn aber der Staat gar nichts macht, geht es noch schneller abwärts,
      und alle werden rufen: Staat, mach was!

      Fazit:

      Aspekt 2 sagt uns, Wachstum ist nicht mehr möglich, was heißt, der durchschnittliche Wohlstand kann nur noch abwärts gehen.

      Das führt dann dazu, dass Aspekt 1 mit stark steigenden Energiepreisen dazu führen wird, dass viel mehr von uns viel früher aufs
      Fahrrad umsteigen müssen, als sie glauben.

      Das große Erwachen dürfte in 2 – 4 Jahren kommen.

      Das mit dem Fahrrad ist allerdings Ironie. So kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Daher wird es einen Gesamtzusammenbruch des Systems geben.

    53. memphis schrieb am 4. April 2010 at 22:48 - Permalink

      Die Annahme 82$ wären für einen Barrel “ideal”, ist absurt, warum sollten die Produzenten nur 82 haben wollen? Es ist klar wann der Preis lange hoch bleibt kommen Alternativen die das Öl verdrängen, aber wie selbst im Artikel erwähnt dauert es sehr lange, also kann man es vernachlässigen.

      Ein hocher Öl/Gaspreis ist für Deutschland mehr als lukrativ! Als Exportorientierte Nation sind wir auf die Kauflust im nahen Osten und Russland angewiesen! Also soll es doch teuerer werden, wir haben dann Arbeit und die Umwelt wird evtl. gerettet.

    54. Jens schrieb am 5. April 2010 at 17:43 - Permalink

      @memphis

      Ein hocher Öl/Gaspreis ist für Deutschland mehr als lukrativ! Als Exportorientierte Nation sind wir auf die Kauflust im nahen Osten und Russland angewiesen! Also soll es doch teuerer werden, wir haben dann Arbeit und die Umwelt wird evtl. gerettet.

      Das ist ein Irrtum:

      1. Ist Export-Deutschland besonders auf die Nachfrage in der EU angewiesen. Da 80% unserer Exporte dorthin gehen.
      2. Wie auch vom SF im Artikel hervorgehoben. Ist ein hoher Ölpreis eben nicht automatisch für die ölfördernden Staaten von Vorteil. Da die vielen “grünen Geldscheine”, die sie damit einnehmen wieder investiert werden. Und diese Investitionen rentieren sich eben nur dann, wenn die Weltwirtschaft nicht, auf Grund hoher Ölpreise, kolabiert.

      Jens

    55. memphis schrieb am 5. April 2010 at 22:34 - Permalink

      @jens,

      zu 1. dann gehen eben nur 70% in die EU (ich habe leider nur Daten aus 2007 zum Export gefunden aber da war der Ölpreis auch ca 60$, zum Zeitraum 80-140$ finde ich keine Zahlen), die Verschiebung der Geldquellen kann uns egal sein, das Kapital nimmt einen Umweg über Ölförderstaaten, aber es kommt trotzdem nach DE (ausser unsere Kanzlerin setzt sich dagegen ein wie beim Transrapid).

      zu2.” wenn die Weltwirtschaft kolabiert” bitte keine Übertreibungen oder Horrorszenarien Mainstreammedien benutzen solche Ausdrücke gerne. Ausserdem ist deine Schlussfolgerung falsch, Pipelines amortisieren sich schneller wenn der Ölpreis hoch ist, Infrastrukturinvestitionen erregen die Wirtschaft (siehe neuste Deutsche-Bahn Erfolge im nahen Osten).

      Anmerkung: als Öl bei 45$ vor einem Jahr war hielt die OPEC 75$ für fair, jetzt sind 82$ ungebracht, der Artikel suggestiert 82$ liegt im Interesse aller das stimmt aber nicht. Wenn Deutschland Öl exportieren würde wären uns 200$ nicht genug aber andere sollen sich mit 82 begnügen, es liegt ja in deren Interesse, sehr praktisch.

    56. Flying Circus schrieb am 7. April 2010 at 08:37 - Permalink

      @Memphis:

      Natürlich könnte man 200$, ach was, seien wir nicht kleinlich, 2.000$ pro Barrel verlangen. Der Punkt, den Jens schon angesprochen hat, ist der: der Kunde – also der, dem man das Geld aus der Tasche ziehen will – muß sich das auch leisten können. [1]
      Bei manchen Produkten läßt sich leicht substituieren, z.B. Butter gegen Margarine (Lehrbuchfall!). Im Falle von Öl ginge das nicht ohne weiteres; gibt man dann beim Preis nicht nach, haben die Kunden kein bzw. keine ausreichende Menge an Öl mehr. Und Öl wird in der Wirtschaft (nicht der Kneipe …) heutzutage eben benötigt. Von daher ist ein Kollaps der Wirtschaft nicht so aus der Luft gegriffen, wie Du es hier suggerierst. Allerdings wird es so weit nicht kommen, weil die Öllieferanten nicht so sehr merkbefreit sind. ;-)

      Übrigens, die von Dir beschworenen Infrastrukturinvestitionen, die kommen auch nicht aus dem leeren Raum. Das sind Investitionen über eingenommene Gewinne. Die, die man aber erst generieren muß, indem man das Öl teuer vercheckt. Und im obigen Beispiel kauft es keiner (in ausreichenden Mengen), weil man sich’s schlicht nicht leisten kann.
      Und noch ein Punkt, weil so gerne über Investitionen gefaselt wird: Investitionen werden nicht aus Spaß’ an der Freud’ getätigt, sondern weil man sich was davon verspricht. Wenn die Wirtschaft darniederliegt, weil das momentan so wichtige Öl knapp ist, werden sich Investitionen eher nicht lohnen, dann bleiben sie logischerweise auch aus. (Wer seinen Sinn bei erfolgreicher Unterdrückung des Brechreizes gelesen hat: die Annahme, Unternehmen würden Investitionen gerade dann vorantreiben, wenn die Konsumenten sparen, ist hirnrissig, weil Unternehmen heutzutage bekanntlich kurzfristig denken und handeln. Die Annahme des Herrn Sinn setzt langfristiges Denken und Handeln voraus.)

      [1] Klar, jetzt könnten Staaten die Gelddruckmaschine anwerfen, das würde das Problem aber nicht lösen.

    57. Outlook schrieb am 24. April 2010 at 21:26 - Permalink

      Putin zeigt dem F.-Josef das Frühbeet:
      Putin übt nach South-Stream-Entscheidung Kritik an Konkurrenz-Projekt Nabucco
      http://de.rian.ru/business/20100424/126057742.html
      Den Philharmonikern sind die nachhaltigen Sachwerte schon immer lieber gewesen, als die M.-Coktails.
      Der Josef wird nun die Absolution antreten müssen.
      Die Katholiken brauchen doch einen neuen Bischhof?

    58. Outlook schrieb am 25. April 2010 at 08:45 - Permalink

      Nabucco-Lobbying am Tag des Pferdes-Josef Fischer sagt heutigen Besuch nach Turkmenistan ab

      ? Fischer kommt nicht, weil es ganz einfach nichts zum Feiern gibt. Der deutsche Energiekonzern RWE, einer der sechs Aktionäre des unter Federführung der österreichischen OMV gebildeten Betreiberkonsortiums der Nabucco-Pipeline, hatte zuletzt sichtlich gehofft, noch im April den ersten Liefervertrag unterzeichnen zu können. Warum es nicht dazu kommt und warum man am Sonntag fürs Erste nur ein konzernfinanziertes Sprachinstitut beim turkmenischen Außenministerium als Zeichen des guten Willens einweihen darf, will man bei RWE offiziell nicht kommentieren.?

      http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/560655/index.do?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do

      Fischer sollte erst turkmenisch lernen.
      Aber das hat die Albright vergessen den Fischer zu sagen.

      Und der Schröder wird sich eine Zigarre anstecken.

    59. Outlook schrieb am 25. April 2010 at 09:05 - Permalink

      Putin sorgt endgültig für klare Verhältnisse. Die Österreicher waren gut beraten, sich der South-Stream anzuschließen.
      Über Europa breiten sich dunkle Wolken aus.
      Da ist es gut, ernergetisch autark zu werden.

      Die europäische US- Geo- und Energiepolitik ist zum Fiasko verkommen.
      Kluge Politiker handeln jetzt präventiv.

      Putin ist ein Stratege und hat Fakten geschaffen.
      Auch sein Auftretem mit Kaytn war beeindruckend.
      Mein Respekt!

      Unsere Kanzlerin stand doch da bei Südtirol im Stau?
      Wegen dunkler Wolken.

      “Wladimir Putin in Wien: Mit Muskeln aus Gas”
      http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/560640/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

    60. Outlook schrieb am 26. April 2010 at 15:45 - Permalink

      Nun auch die Franzosen:
      EdF steigt im Juni bei South Stream ein – Putin
      http://de.rian.ru/business/20100426/126072585.html

      Putin hat nun gegenüber möglichen Entwicklungen in der Ukraine klare Transportalternativen.
      Polen und Weißrussland sind energie-strategisch ebenfalls paralysiert.

      Für Janukowitsch stehen noch einige Herausforderungen an.
      Bei einem möglichen Machtwechsel in der Ukraine hätten die Nachfolger aber keine geo-strategischen Spielräume.
      Die Ukraine würde damit als Fass ohne Boden für die EU nicht mehr finanzierbar.
      Das gleiche gilt für die USA.

      Putin hat wieder ein Match gewonnen.

      Und der Bonsai-Duce wird auch zunehmend eigene Wege gehen.
      EU: Rette sich wer kann.
      So heißt auch ein russischer Kinderfilm.

      Und Klitschko will nun auch in der Politik boxen.
      Ob er da auch überzeugen kann?

    61. Outlook schrieb am 2. Mai 2010 at 09:31 - Permalink

      Die globale Rohstoffkarte wird weiter pikiert
      Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird die geostrategische Rolle Russlands als globalen Rohstofflieferant weiter stärken. Das anglo-amerikanische Öl-Konzept unter BP-Führung erfährt einen massiven Schock.

      Der zweitgrößte US-Öl- und Gaskonzern Chevron will nicht in den heiß umkämpften Markt für Schiefer-Gas einsteigen. Das Unternehmen habe kein Interesse an potenziellen Übernahmen in diesem Bereich. Chevron begründete seine Entscheidung mit zu geringen Renditen in diesem Geschäft. Stattdessen will sich Chevron auf die Öl- und Gasproduktion in Russland konzentrieren.
      Über die Abbautechnolgie bei Schiefergas wurde auch bisher wenig geschrieben.
      Warum?

      Norwegen ist dabei, eine langfristige Partnerschaft mit Russland zur Erschließung von gigantischen Reserven in der Barentssee aus der Taufe zu heben.
      Hier wird eine neue Rohstoffpartnerschaft entstehen, die Statöl zum Eigentümer neuer Öl-und Gas-Reserven in der Barentssee werden lässt. Damit erhält dieses Unternehmen wieder eine langfristige Perspektive
      Russland will auf Spitzbergen ein Forschungszentrum einrichten.
      Norwegen ist kein Mitglied der EU!!!!!!!
      Nord-und Southstream verstärken die Postionen Russlands.

      Gleiche Entwicklungen zeichnen sich im Atomsektor ab.
      China, Indien, Italien, die Türkei, Iran, Algerien, Ukraine, Lateinamerika etc. sind an einer Zusammenarbeit mit Russland interessiert.
      Nun muss man ganz einfach akzeptieren, dass Russland die bedeutungsvollsten Rohstoffe besitzt, und faire Partnerschaften nicht zurückweist.
      Die Norweger und Italiener haben es begriffen. Andere Staaten auch.

      Es ist auch durchaus möglich, dass EU-Länder ins Glonass einsteigen.
      Galileo gerät zunehmend in Gefahr.
      Streitigkeiten, Geld-und Logistikdefizite zermürben oder verzögern das Projekt.
      Die EU ist zunehmend mit sich selbst beschäftigt.

      Die USA verlieren zunehmend Einfluß auf die globalen Rohstoffreserven, trotz Kriege oder gerade wegen dieser Kriege.
      Und das hat Folgen.

    62. Outlook schrieb am 2. Mai 2010 at 23:13 - Permalink

      Bis zu 100 000 Barrel Erdöl können nach der Havarie auf einer Bohrinsel täglich in den Golf von Mexiko gelangen. Die Bohrinsel ist am 22. April nach einem 36-stündigen Brand versunken.
      Das sagte US-Innenminister Ken Salazar im TV-Sender CNN am Sonntag.
      http://de.rian.ru/society/20100502/126150475.html
      http://www.n-tv.de/panorama/Obama-in-Louisiana-article851815.html

      Das sind 15,9 Miilionen Liter am Tag.

      Die Exxon Valdez hatte 400.000 t verloren.

      Bis heute wären ungefähr 15.000 t Rohöl im Meer

      Am 20.Mai wäre dann die gleiche Größenordung Rohöl im Meer, wie bei der Exxon Valdez.

      Theoretisch.

      Man kann nur hoffen, das der Verschluß schneller gelingt, als die veranschlagten zwei-drei Monate.
      .

    63. Truvor schrieb am 3. Mai 2010 at 00:15 - Permalink

      @ Outlook #60

      ” …. Rette sich wer kann”,

      Wolga-Wolga (Kinderfilm ?) :-)

    64. Outlook schrieb am 3. Mai 2010 at 18:20 - Permalink

      Bundestagsanfrage zu Galileo – ergänzend zu Outlook 61

      Über das europäische Satellitennavigationssystem Galileo informieren
      Verkehr und Bau/Kleine Anfrage – 03.05.2010
      Berlin: (hib/MIK/STO) Über die Perspektive des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo will sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage (17/1516) informieren. Die Abgeordneten weisen daraufhin, dass es laut Zeitungsberichten zurzeit einen Frequenzstreit mit China gebe. Eine Lösung ist danach nicht in Sicht und könnte für Galileo das Ende bedeuten, heißt es in der Vorlage. Auch bei einer Lösung des Frequenzstreits würden Fachleute davon ausgehen, dass Galileo nicht vor 2018 voll funktionsfähig sein werde. Von 2015 an wolle die USA ihr GPS der dritten Generation zum Einsatz bringen, schreiben die Abgeordneten.

      Die Bundesregierung soll deshalb unter anderem mitteilen, mit welchen Gesamtkosten sie rechnet, wann Galileo in Betrieb gehen wird und wie der Verhandlungsstand zwischen der EU und China hinsichtlich der zur Nutzung bestimmten Satellitenfrequenzen sei. Weiter interessiert die Abgeordneten, ob die Bundesregierung auch im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen am Satellitenprogramm Galileo festhalten wird.
      http://www.bundestag.de/presse/hib/2010_05/2010_135/06.html

    65. Outlook schrieb am 22. Mai 2010 at 00:41 - Permalink

      Polnische Gas-Alternative oder politischer Rohrkrepierer
      Große Hoffnung Shale Gas: “Ein totaler Humbug”
      http://www.n-tv.de/politik/dossier/Ein-totaler-Humbug-article880958.html

      Für Europa eien K.O.
      BP-Mexiko lässt grüßen.


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