Stone Merchant - Islamophobie auf DVD
21. Oktober 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Seit es das Kino gibt, wird es auch als Propagandainstrument benutzt. Der kommerziell erfolgreichste Film der Stummfilmära war das 1915 erschienene Epos „Die Geburt einer Nation“ - ein von Rassismus gespicktes Werk, das sich für die Rassentrennung stark macht. Sergej Eisensteins Klassiker aus dem Jahre 1925 „Panzerkreuzer Potemkin“ spielte bereits mit den filmischen Mitteln der Propaganda und gilt heute als einer der besten Filme aller Zeiten. Unter den Nationalsozialisten wurden sowohl antisemitische Propagandafilme, wie „Jud Süß“, als auch ästhetische Meisterwerke der Propaganda, wie Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“ produziert. Die meisten deutschen Filme der Kriegszeit glänzten hingegen durch ihre betont unpolitische „Heile Welt Atmosphäre“ – in ihnen kamen weder Krieg noch Hitlergruß vor.
In der Zeit des Kalten Krieges wurde von Hollywood meist ein manichäisches Weltbild propagiert. Ein dunkles Reich des kollektivistischen Bösen im Kampf gegen die Kreuzritter der „freien Welt“. In den meisten amerikanischen Propagandafilmen dieser Zeit zeichnen sich die Gegner der amerikanischen Helden dadurch aus, dass sie nicht synchronisiert werden, meist schlecht und düster beleuchtet sind, keine oder niedere Motive haben und selbstverständlich am Ende entweder sterben oder missioniert werden, nachdem sie im Laufe des Filmes wahlweise den besten Freund, die Geliebte/Frau oder die Kinder des Helden getötet haben. Wenig phantasievoll wurde dieses Plot auf die Actionfilme der 90er Jahre übertragen, in denen Hollywood der alte Feind abhanden kam und durch den islamistischen Terroristen ersetzt werden musste.
Der Film „Ausnahmezustand“ aus dem Jahre 1998 nahm sich als erster Hollywoodfilm des Themas „islamistischer Terrorismus“ in einer selbstkritischen Art und Weise an. Neben den perfiden Terroristen spielt Bruce Willis als harter General, der im Kampf gegen den Terrorismus die Menschenrechte außer Kraft setzt, die zweite Fraktion der Antagonisten. In der Post-9/11 Ära hätte dieser General sicher Karriere gemacht:
Anthony ‘Hub’ Hubbard: Are you people insane? What are you talkin’ about?
General William Devereaux: The time has come for one man to suffer in order to save hundreds of lives.
Anthony ‘Hub’ Hubbard: One Man? What about two, huh? What about six? How about public executions?
General William Devereaux: Feel free to leave whenever you like, Agent Hubbard.
Anthony ‘Hub’ Hubbard: Come on General, you’ve lost men, I’ve lost men, but you - you, you *can’t* do this! What, what if they don’t even want the sheik, have you considered that? What if what they really want is for us to herd our children into stadiums like we’re doing? And put soldiers on the street and have Americans looking over their shoulders? Bend the law, shred the Constitution just a little bit? Because if we torture him, General, we do that and everything we have fought, and bled, and died for is over. And they’ve won. They’ve already won!
General William Devereaux: Escort him out.
Nach 9/11 wurde das Thema “islamistischer Terrorismus” weitestgehend aus dem Medium “Kinofilm” verbannt. Erstaunlicherweise nahmen sich bislang zwei große Filme des Themas an, die sehr differenziert mit dem Thema umgingen. Der Film „Syriana“ setzt den Terrorismus in den Kontext amerikanischer Außenpolitik, der Gier nach Öl und saudischen Extremismus´. Dabei geht der Film sehr verantwortungsvoll mit dem schwierigen Themenbereich um und vermeidet es moralische Kategorien, wie „Gut“ und „Böse“ zu verwenden. Wim Wenders legte in seinem subtilen Film „Land of Plenty” den Fokus auf die verletzte Seele Amerikas und erzählt die Geschichte eines traumatisierten Vietnamkriegsveteranen, der versucht in einer komplexen Welt, die er nicht versteht, seinen privaten Kampf für das Gute zu bestreiten, indem er auf eigene Faust vermeintliche islamistische Terroristen im Westen der USA jagt. Konfrontiert mit der Komplexität des Themas, fällt er in ein Loch der Orientierungslosigkeit, symbolisiert durch Ground Zero.
Das Thema „islamistischer Terrorismus“ wird durch Politik und Medien in den letzten Jahren zu einer allgegenwärtigen Gefahr riesigen Ausmaßes aufgebauscht – erstaunlich, dass dieses Thema im Film hauptsächlich in TV-Produktionen á la „24“ propagandistisch ausgeschlachtet wurde. Nicht etwa Hollywood, sondern Europa wagt sich als erstes aus den Schiesscharten. Der Italiener Renzo Martinelli erzählt in seinem Film „Stone Merchant – Händler des Todes“, der nächste Woche als DVD auf den deutschen Markt kommt, vom verzweifelten Kampf des wachen Europäers gegen den sinisteren Islam. Das Drehbuch wirkt dabei so, als wäre es in Gemeinschaftsarbeit im PI-Blog geschrieben worden. Der tragische „Held“ des Filmes ist ein italienischer Professor mit dem Namen Bandini, der als Spezialist für „islamistischen Terrorismus“ und „Al-Quaida“ gilt. Beim Terroranschlag auf die US-Botschaft in Nairobi verlor er beide Beine und fristet seitdem, an der Seite seiner schönen Frau, im Rollstuhl sein Leben. Er ist ein Mahner vor dem Islam, dessen Ziel - in seiner Logik- die Zerstörung des Westens ist. Vollkommen ohne jegliche Ironie oder Differenziertheit wird dieser tragische „Held“ als einzig wache Geist in einer Welt voller Beschwichtiger und freiwilligen Opfern skizziert. Sein geistiger Horizont schwankt dabei zwischen Paranoia, Vorurteilen und blankem Hass – in einer Szene des Filmes kämpft er gegen den Herausgeber einer Zeitung, für die er schreibt, dass ein Artikel von ihm veröffentlicht wird, der als Kernbotschaft die Aussage trägt, „die Muslime können den Westen dankbar sein, wenn dieser sie vom Islam befreit“. Der Herausgeber will diesen Artikel allerdings nicht veröffentlichen - nicht etwa, weil er polemische Hetze ist, sondern weil er Angst vor Muslimen hat – der Karikaturenstreit lässt grüßen.

Der islamistische Terror ist in diesem Film allgegenwärtig. Am Anfang des Filmes wird die schöne Frau Bandinis durch einen von tapferen italienischen Polizisten verhinderten islamistischen Anschlag am Flughafen in Rom an einer geplanten Geschäftsreise gehindert. Nun haben die beiden endlich Zeit, zu ihrer Hochzeitsreise nach Kappadokien aufzubrechen – den ursprünglichen Reisetermin verhinderte der Terroranschlag, bei dem Bandini beide Beine verlor. Wir lernen – noch vor Faktoren, wie Wetter oder Fluglotsenstreiks, spielt der islamistische Terror mittlerweile eine gewichtige Rolle bei der Reisplanung.
In Kappadokien angekommen, hilft dem Pärchen der zufällig vorbeifahrende Shahid (gespielt von F. Murray Abraham), der sie mit einem mysteriös-charismatischen italienischen Edelsteinhändler namens Vicedomini (Harvey Keitel) bekannt macht. Dieser zeigt ihnen nicht nur die Geheimnisse Kappadokiens, sondern macht sich auch gleich an Frau Bandini heran, die aufopferungsvolle Gattin des rollstuhlfahrenden Helden. Klar, ein Italiener würde so etwas nie machen, zum Glück erfährt der Zuschauer später aber, dass Vicedomini ein Konvertit ist – da passt das krude Weltbild natürlich wieder. Wenn zwei Europäern im Nahen Osten von Muslimen Gastfreundschaft und Hilfe angeboten wird, kann irgendwas ja nicht stimmen – natürlich sind Shahid und Vicedomini in Wirklichkeit sinistere „Terror-Päpste, die einen terroristischen Angriff von epischer Größe planen, der den Westen in die Knie zwingen soll” (Pressetext des deutschen Verleihers Koch-Media).
Dafür erobert der Konvertitenbösewicht Vicedomini das Herz von Frau Bandini, die er für seine Terrorplanungen benutzen will. „Schwachheit, dein Name ist Weib!“, dies wußte schon Hamlet. Der geprellte Gatte hat allerdings nicht nur einen wachen Instinkt für die allgegenwärtige Gefahr durch den Islam, er bemerkt selbstverständlich auch, dass sein untreues Weib eine „Affaire de Coeur“ mit einem Konvertiten eingegangen ist. Genau so wie der Rest Europas hört auch seine Frau nicht auf seine vergeblichen Kassandra-Rufe, der Muslim sei von Boshaftigkeit und Hass gegen den Westen erfüllt und wer sich mit ihm einlässt, wird dies bereuen. Und genau so wie der Rest Europas muss Frau Bandini so viel „Appeasement“ teuer bezahlen. Auf einer Fähre im englischen Hafen Dover sprengen die Terroristen sich selbst, Frau Baldini und eine Substanz namens „Rotes Quecksilber“ in die Luft. Hoffentlich sieht Wolfgang Schäuble nie diesen Film – ein solches Szenario mit fiktiven Substanzen passt doch hervorragend in seinen Paranoia-Katalog.
In der pathetischen Schlussszene erklärt der Herr Professor seinen Studenten (und mit ihnen den Zuschauern) noch einmal die krude Metabotschaft dieses Filmes: Im 17ten Jahrhundert hatte der Islam seine größte Ausdehnung und die Türken standen vor Wien. Heute ist der Islam wieder so weit und stellt eine Bedrohung dar, die Europa in seinen Grundfesten bedroht. Damals gab es eine „heilige Allianz“, in der ein vereintes christliches Europa den Islam besiegte und zurücktrieb. Und was ist heute? Der Abspann setzt ein und der Zuschauer wird mit dieser Frage alleine gelassen. Soll er seinen Döner-Verkäufer verprügeln oder sich für die Armee einschreiben?
Ein solch stumpfes, undifferenziertes und von Lügen und Stereotypen gespicktes Machwerk hat es selten gegeben. Man kann schon fast von Glück reden, dass der Film derart schlecht gemacht und schlecht gespielt ist, dass seine offensichtlich manipulative Propaganda zu durchschaubar ist. Immerhin schaffte Regisseur Martinelli das selten Kunststück, einen Film abzuliefern, bei dem der aufgeklärte Zuschauer sich in der Mitte des Filmes freuen würde, wenn der rollstuhlfahrende Held endlich von den Bösewichten umgebracht würde oder wenigstens ein einziges Mal ein Antagonist auftauchen würde, der ihn mit Argumenten als das darstellt, was er ist – ein dumpfer Hetzer. Ebendies ist auch der ganze Film – dumpfe Hetze. Der Vorsitzende des größten italienischen Verbandes der Muslime, Hamza Piccardo, kritisierte diesen Film auch vollkomen zu recht, als “voll von Vorurteilen und Stereotypen - eine Karikatur, die nicht zu tolerieren sei.” Schändlich auch, dass große Schauspieler, wie F. Murray Abraham und Harvey Keitel (unvergessen in Smoke) sich zu solchen Machwerken hinreißen lassen. Heinrich George und „Kolberg“ wie „Jud Süß“ lassen grüßen – letzterer trägt das Label „FSK-Vorbehaltsfilm“, dieses Label würde „Stone Merchant“ auch gut zu Gesichte stehen.
Bildnachweis: Amazon, DHM, Medusa
Jens Berger
Posted in Medien |





























































Ob man wohl irgendwo einen Stapel “Jud Süß”-Plakate (Nachdrucke…) bekommen könnte? Ich könnte mich durchaus für eine Überklebe-Aktion begeistern. Die Plakate sehen sich einfach zu ähnlich…
Diese Filme mögen ein flasches Bild darstellen, dabei sollte man die Fakten aber nicht ignorieren. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wahabaismus der angesagte Religionstrend in Sachen Islam ist. Die Statistik über Morde in Deutschland, die auch Ehrenmorde ausweist, sollte auch Bände sprechen. Ich empfehle zu dem Thema auch das Buch “Hurra - wir kapitulieren!” von Henryk M. Broder. Gerade die jüngste Geschichte, inkl. der Mohammedkarrikaturenstreit, der auch einige Opfer forderte, sollte doch ein wenig sensibilisieren. Man muss nicht eigens mit einer 1,50 m großen Bibel durch Riad marschieren, um zu sehen das ein menschliches Leben auch sehr schnell beendet sein kann.
Pinar Selek, Ayaan Hirsi Ali, Kadra und Pim Fortuyn sprechen auch eine sehr deutliche Sprache, ohne das dafür überhaupt ein Kino benötigt wird geschweige denn das Ausland.
Und diese Indikatoren findet man in allen Ländern der EU.
Es wird niemals einen liberalen Islam geben können. Erst recht nicht in Deuschland, siehe auch muslim-mar...
presse.zei...
So fatal kann man das einfach nicht unterschätzen.
Veröffentlichen Sie doch neben einer Jesuskarrikatur mal eine Mohammedkarrikatur und warten Sie mal ab, was direkt auch vor Ihrer Haustür passieren kann.
Das beste was passieren kann ist, das Religion von vielen Menschen einfach weniger ernst genommen wird. Dann wäre tatsächlich sogar Weltfrieden im Rahmen der Vorstellbarkeiten.
Bei democracynow.org wurde aktuell und passend dazu die Doku “Reel Bad Arabs: How Hollywood Vilifies a People” vorgestellt und besprochen:
democracyn...
Hey Spiegelfechter, was “Land of Plenty” angeht, bin ich ausnahmsweise mal nicht deiner Meinung. Gerade in der Schlußszene destilliert sich aus einem wirren Machwerk imho eine ziemlich eklige Moral heraus: Wir müssen die Fackel hochhalten für die dreitausend toten Unschuldigen in den Twin Towers, dürfen dabei jedoch nicht mal den Funken eines Gedankens verschwenden an die hunderttausenden Opfer amerikanischer Wirtschaftskriege, mit denen 9/11 ja auch nicht im Geringsten zusammenhängt. Die sind Schuld, weil sie uns hassen und der Hass der Fundamentalisten kommt aus dem Nichts.
Was Syriana angeht, pflichte ich dir aber bei. Ein super Film, trotz Matt Damon. ;)
Übrigens, das neue Design ist super.
@ escii: Ayaan Hirsi Ali hat einen Großteil ihrer Biographie erfunden, Henryk Broder saugt sich auch gerne mal etwas aus dem Finger zum Zwecke des dramatischen Effekts. Die Ehrenmordstatistiken würde ich gerne mal sehen. Und der liberale Islam, nun - der kann sich so viel Mühe geben wie er will - wen eurereiner den nicht sehen will, wird er eben nicht gesehen.
Der link zu egypttoday funktioniert nicht. @escii: Pim Fortyn haben auch die Muslime auf dem Gewissen??? Das wäre mir neu.Darf ich aushelfen? abendblatt...
Als Beleg nur mit Henryk Broder und dem Muslimmarkt zu kommen, ist das wahrlich etwas dünn. Für Sie ganz persönlich etwas zur Eignung von Broder als zitierfähiger Quelle: tinyurl.co... ;
Zu solchen Filmen im Allgemeinen: es ist relativ wenig bekannt, dass sich die Witwe des verstorbenen Königs Hussein von Jordanien schon seit Jahren dafür einsetzt, dass solche rassistischen Stereotype verschwinden. Somit bin ich geneigt, diese Entwicklung als Forschreibung von schon recht lange bestehenden Stereotypen zu halten. Allerdings muß ich auch feststellen, daß das sich jetzt immer mehr auch in die normale Unterhaltung frisst. Weitere Beispiele habe ich in meinem oben vertrackbackten Post aufgezählt.
Es wird gottseidank international für voll genommen:
infowars.w...
Dann wollen wir mal auch wieder auf die anderen Personen eingehen:
frauenrech...
Hatte ich eigentlich auch Sürücü erwähnt?
Ein weiterer beleg für den “liberalen” Islam ist ja die Aufkündigung der Reformen von Attatürk durch Erdogan. Trotzdem hat noch jeder Türke, der was auf sich hält ein Bild vom Attatürk im Haus. Warum? Wenn man Franz Josef Strauss verachtet, hängt man sich doch auch nicht sein Bildnis über den Kamin.
Und das eine Richterin, die hier nach der Scharia Recht spricht, nicht lebenslänglich verknackt wird, ist komplett unbegreiflich. Ein Kopftuch oder eine Burka gehört hier ebenfalls nicht zur
Kultur und erst recht nicht in öffentliche Einrichtungen (genau wie die Zigarette).
Wer das leben möchte, kann das tun, z. B. zu Karneval oder halt wo anders.
Das von mir erwähnte Buch Von Broder wird völlig zurecht von der bpb.de/
herausgegeben, ebenso wie Moderne Nazis von Toralf Staud, wo u. a. auch über die Zusammenarbeit von div. Naziorgansationen und Islamisten hingewiesen wird, siehe auch die Holocaust-Konferenz in Teheran, wo z. B. auch Herr Voigt (NPD) mit anwesenheit gegänzt hat. Dann hätte ich gerne zum Abschluss gerne noch mal gewusst, welche denn die einzige Demokratie im “Nahen Osten” ist? Und dann, spätestens dann, ist alles, was die Thematik betrifft, klar.
Wurde hier eigentlich schon der Kalif von Köln erwähnt? Ein Schande für jede Demokratie!
Kurz und knapp: Interessante Filmkritik! Viele Filme leben von Übertreibungen und Klischees, doch ein Fünkchen Wahrheit ist auch fast immer enthalten - so wird es auch hier sein, vermute ich.
Außerdem halte ich es für gefährlich, von “Islamphobie” zu sprechen. Aufmerksamen Zeitgenossen dürfte nicht entgangen sein, dass sich allmählich tatsächlich eine Front “Islam Vs. Westen” in der Welt abzeichnet… seien wir froh, dass dies in Deutschland nicht der Fall. Zumindest noch nicht.
Zu Syriana: ich fand den Film zwar gut, aber lies’ Dir mal hier die Meinung eines Ingenieurs durch, der lange in der Ölindustrie gearbeitet hat (zur Zeit auf der Insel Sakhalin, vorher aber in Arabien): desertsun.... (das Blog ist auch sonst lesenswert). Fand ich echt ganz erhellend zu sehen, wieviel Bullshit auch in so einem “guten” Film enthalten ist. Vor allem da viele aus dem Film rauskommen und dann eben dank des Anspruchs des Films denken, dass sie jetzt wissen, wie das Öl- und Terrorgeschäft funktioniert. Ansonsten: Glückwunsch zum Post und zum neuen Layout., ich kommentiere hier ja nur manchmal bin aber regelmäßiger Leser und habe Dir auch schon so ca. 5 weitere “Abonnenten” zugeführt… Keep up the good work:-)
Hi Spiegelfechter, nach Editieren leider Umlaut- und sz-Problem, daher gelöscht und neuen Kommentar angelegt.
Hier muss ich doch eine Lanze für die Freiheit der Kunst brechen. Auch wenn ich vermutlich mit einem großen Teil des Spiegefechters Analyse von “Stone Merchant” übereinstimmen würde, falls man mich dazu zwingt diesen Film anzusehen, denke ich nicht, dass man “Stone Merchant” mit “Jud Süß” gleichsetzen und damit quasi verbieten kann. Die Propagandafilme der Nazis, für die es das Vorbehaltslabel gibt, hatten wahrscheinlich den Zweck Akzeptanz in der Bevölkerung für weitere Maßnahmen gegen die Juden zu erzeugen. Da das Ziel der Nazis die Vernichtung der Juden war, kann man diese Filme als Werkzeuge dazu bezeichnen. Nach obiger Beschreibung und einem Blick in die IMDB scheint mir “Stone Merchant” doch eher einfach ein schlechter Film nach einem Buch von einem eventuell kleingeistigen Autor zu sein. Bezeichnend sind dabei auf jeden Fall, dass in der IMDB die einzigen Plot Keywords “Female Nudity” und “Based On Novel” sind, und der Film vielleicht ganz gut mit den User Comments “terrorism bad,romance worse” sowie “Oh, Harvey…why?” zusammengefasst wird. Ich finde es gut, dass der Film hier kritisiert wird, wobei es vielleicht größere Ziele gäbe - aber dafür ist ein Blog ja da. Ich bin allerdings der Meinung, dass man “Stone Merchant” unnötig überhöht, wenn man ihn mit Werkzeugen des Holocausts auf eine Stufe stellt (EH ick hör dir trapsen…).
Der vielleicht relevanteste Punkt der Kritik könnte in obiger Gegenüberstellung der Filmplakate zu finden sein: nämlich das wiederkehrende Bild des Bösewichts als finsterer Semit. In der von Peter (3) verlinkten Dokumentation gibt es einen Überblick dieses Bildes in der Filmgeschichte. Allerdings ist hier verkürzte Hollywoodkritik fehl am Platz, da das Bild viel älter und den Europäern irgendwie ins kulturelle Gedächtnis gebrannt ist. In Hollywood dagegen scheint mir die Wahl der Bösewichter doch recht wandelbar: von Deutschen und Russen zu Nordkoreanern und eben Arabern bis hin zu Staatsfeinden im eigenen Land. Da ist für jeden was dabei (und alle zusammen gibt es bei Jack Bauer).
@escii
Tut sie das? Meines Wissens gab es in diesem Jahr einen(!) „Ehrenmord“ in Deutschland. In der Statistik bezeichnet man so etwas bei 3,3 Mio. Muslimen in Deutschland noch nicht einmal als Rauschen. Des weiteren ist der Fehmemord kein islamisches Merkmal, auch wenn er in arabischen Ländern häufiger vorkommt, als in anderen Regionen der Welt. Würdest Du die große Anzahl von Morden aus Habgier auf das kapitalistische System des Westens beziehen und daraus eine Generalanklage an alle Einwohner der OECD-Staaten formulieren?
Ohne die gewalttätigen Reaktionen rechtfertigen zu wollen – warum sollte ich eine Religion beleidigen? Veröffentliche ich hier eine Photomontage, bei der der Papst bei sexuellen Handlungen mit einem minderjährigen Messdiener dargestellt wird? Nein, sicher nicht. Zum Beleidigen gehören immer zwei, einer der beleidigt und einer der sich beleidigen lässt. In der muslimischen Welt gibt es eine andere Beleidigungsschwelle … so what? Selbstverständlich dürfen westliche Medien diese Schwelle überschreiten, das gehört zur Meinungs- und Pressefreiheit, aber warum sollte man beleidigen, nur des Beleidigens wegen?
Das ist absolut richtig … nur warum nimmst Du die vermeintliche Gefahr durch den Islam dann so ernst?
Und welche Reformen von Attatürk hat Erdogan so großartig aufgekündigt?
Was für eine dümmliche Bemerkung – hier geht es nicht um die Scharia, sondern darum das eine Amtsrichterin andere Maßstäbe für eine Schuldminderung angesetzt hat, was kritisiert werden darf und m.E. sogar kritisiert werden muss. Die nächst höhere Instanz hat dieses Urteil wieder gekippt – weshalb die ganze Aufregung? Gibt es nichts wichtiges in der Welt, dass man aus so einem Popanz einen Elefanten machen muß`?
Darum willst Du es verbieten … wer ist hier eigentlich intolerant?
Genau … so wie deutsches Verkleidungsbrauchtum, vom Bajuwaren in Lederhose, über den Schützenvereinsmichel mit grüner Uniform bis zum Punk mit rosa Haaren. Das alles geht gar nicht, oder wenn, dann nur im Karneval. Der adrette Teutone hat einen ordentlichen Kurzhaarschnitt und gepflegte Kleidung (am Wochenende und nach Feierabend auch gerne einmal den Jogginganzug) zu tragen. Narhalla Marsch und einen Tusch!
@maloxp
-> Land of plenty
Ja ja, ich weiß, der Film polarisiert ;-)
Natürlich gelingt Wenders nicht der Rundumschlag, der eine wünschenswerte Gesamtbetrachtung der aussenpolitischen Thematik abhandelt. Ich persönlich finde das aber nicht so schlimm, zumal dies einen solchen Film auch unglaubwürdig machen könnte. Der Hauptcharakter wandelt sich vom 1000% Patrioten zum Zweifler, der zumindest seine vorherigen Positionen hinterfragt und gar nicht wer weiß, an was er glauben soll. Das ist schon viel, eine weitere Überspannung dieses Charakterwandels wäre m.E: too much und unglaubwürdig. Aber dies kann man auch ganz anders sehen … einige meiner Freunde sind da ganz auf Deiner Linie ;-)
@spiegelfechter eben. Toleranz nutzt nur dne Rücksichtslosen und die nutzen Sie aber auch radikal aus. Ich lehne Appeasement in dem Fall vollständig ab. Man muss nur nach Berlin und Frankfurt schauen, wohin das führen kann. Der Kampf der Kulturen ist schon lang im gange und er wird früher oder später genauso ausgetragen werden, wie z. B. im ehemaligen Jugoslawien. Die sog. Islamkonferenz hat ja auch Bände gesprochen. Ihnen wünsche ich viel Spaß in dr islamischen Republik, ich werde Sie mit jedem Mittel verhindern. Wo sind eigentlich die staatlich geförderten Kirchen in Riad?
Seltsam, gab es eine ähnlich vernichtende Kritik zum “Tal der Wölfe”? Nein? Wenn schon ein blog keine Objektivität wahrt, wieso muss dann ein Film diese Messlatte erfüllen? Es ist kein Dokumentarfilm, es ist ein Thriller, die Überzeichnung der Figur ist für die Geschichte maßgeblich notwendig. Ansonsten: Sie schreiben eine Kritik über das “Tal der Wölfe”, dann reden wir weiter.
@Spiegelfechter: Nur ein einzelner Ehrenmord? Witzig, selbst per google-Suche kann man da in 5 Minuten besser informiert sein als Sie: Mehrere Seiten, auch Frauenrechtsseiten nennen dazu 48 identifizierte Fälle in den letzten Jahren. Wohlgemerkt: Nicht jeder Ehrenmord wird nach 211 StGB geahndet, ein Teil auch nach 212: Totschlag. Was den Muslim, der seine Frau killt gegenüber dem Christen, der seine Frau killt unfairerweise bevorteilt. Weltweit sterben übrigens jedes Jahr ca. 5000 Mädchen und Frauen nur aufgrund der Annahme, die Ehre einer muslimischen Familie beschmutzt zu haben.
Wieviele Leben durch Habgier etc. aufgerieben werden weiß ich nicht, es spielt auch für das Thema keine Rolle: Habgier ist kein westliches Phänomen, es kommt überall vor, Ehrenmorde sind ein islamisches Phänomen, sie kommen sonst nirgendwo vor. Wieso also kein islamisches Merkmal? Desweiteren finde ich diese abwägende Haltung absurd. Man kann das Sterben des einen nicht mit dem Hinweis darauf relativieren, dass anderswo auch jemand stirbt..
Interessanterweise nimmt die Berichterstattung über Derartiges immer weiter ab, seit dem Karikaturenstreit, in dem Europa nur bewiesen hat wie eilig es ihm mit dem Werteausverkauf ist, scheint allgemeiner Konsens darüber zu bestehen, die Muslime nur nicht weiter zu verärgern und das Donnerwetter solange als möglich klein zu reden.
Gute Seite für Informationen über diese Tabuthemen immer noch [LINK EDITIERT/Admin]
Ansonsten volle Zustimmung für ESCII, die Islamisierung Europas birgt ein Problem. Es gibt genügend prominente Muslime/Muslima, die auf die Gefahren hinweisen und ihre Thesen sehr gut durch eigene Erfahrungen und Insiderwissen untermauern. Wir nähern uns hier keiner aufgeklärten, offenen und friedfertigen Kultur an, die Aufklärung hat im Islam niemals stattgefunden. Das sagen selbst Freunde aus liberalen muslimischen Familien.
@escii
Auf der einen Seite gibst Du offen zu intolerant gegen über Religionen zu sein und preist dies als lobenswerte Einstellung, auf der anderen Seite fabulierst Du von einem möglichen Weltfrieden, wenn man Religionen weniger Beachtung schenken würde. Irgendetwas passt da doch nicht.
Da ich mal nicht davon ausgehe, dass Du Dich korrekt ausdrückst und auf die hässlichen Neubauten der Nachkriegszeit anspielst, wirst Du wohl in den allgemeinen Sermon der Feinde einer urbanen Gesellschaft einstimmen. Ein witziges Phänomen, egal wo man hinschaut, sei es Deutschland, die USA, Großbritannien oder die Schweiz. In ländlichen Gegenden ohne signifikanten Anteil von Ausländern oder Inländern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergrund, wird immer wieder vom Sodom und Gomorrah der Metropolen gepredigt. Die Einwohner dieser Metropolen sehen dies interessanter weise komplett anders. Egal ob es die sächsische Schweiz, Oberbayern oder die schweizer Almen sind - dort, wo es fast keine migrationsbedingten Konflikte gibt, sahnen die Volkstümeler vom rechten Rand mit dem Argument der großen bösen Städte bei Wahlen mächtig ab. Ob es hier wirklich um vorhanden Probleme oder doch eher um einen alten Konflikt zwischen den aufgeklärten Zentren und der abgehängten Peripherie geht? Ich möchte wetten, Du lebst weitab von Großstädten in einer Region mit minimalen Ausländeranteil.
Was magst Du damit nur meinen? Das katholische Bayern erklärt seine Unabhängigkeit und daraufhin werden Katholiken in Niedersachsen ethnisch sauber in katholische Enklaven rund um Hildesheim und Münster umgesiedelt?
Und? Die Kalaschnikow aus alten jugoslawischen Armeebeständen schon gekauft? Gut, das radikale Großmäuler nur anonym im Netz so weit die Klappe aufreißen.
Was interessiert mich dies in Deutschland?
@Ralf
Na aber sicher – schau bei PI und Konsorten nach und Du wirst schnell fündig.
Ein Film soll die Messlatte der Objektivität erfüllen? Wie kommst Du denn auf dieses schmale Brett? Daran scheitern ja sogar die Nachrichtensendungen.
Sprichst Du von „Jud Süß“ oder von „The Stone Merchant“? Dein Argument gilt für beide.
Das muss nicht sein, ich kann auf diesen „Dialog“ gerne verzichten.
… so so, auch Frauenrechtsseiten. Was soll das „auch“ eigentlich bedeuten?
Na, vielleicht helfen Dir ja die „auch Frauenrechtsseiten“ weiter, die Du selbst zitierst:
Obwohl die meisten Ehrenmorde in islamisch geprägten Staaten oder Bevölkerungsgruppen vorkommen, sind sie kein explizit religiöses Phänomen. Die muslimische Geistlichkeit streitet eine Aufforderung zum Ehrenmord aus religiösen Gründen ab und verweist auf die Tradition, allerdings ohne ihre Autorität ernsthaft zugunsten der Frauen einzusetzen. Ehrverbrechen sind ein Phänomen von traditionell patriarchalischen Gesellschaften, in denen der Mann über der Frau steht und die Ehre des Mannes und seiner Familie häufig mehr wert sind als das Leben einer Frau. Das Phänomen der Ehrenmorde beschränkt sich demnach nicht auf die islamische Welt: Der UN-Bericht nennt auch Brasilien, Ecuador, Indien und Italien als Länder, in denen Ehrenmorde vorkommen.
jens, sie sollten die punkte, die escii und ralf angebracht haben, nicht einfach so abtun. da ist durchaus etwas dran. ich weiß es, denn ich lebe in einer der größeren städte deutschlands und kenne die probleme (gott sei dank wohne ich nicht in einem problemstadtteil).
leider zeigt sich an dieser stelle wieder ihre urpolitische herkunft, die ziemlich weit links ist. so sehr ich auch rechtsextremismus und glatzenparteien wie die npd ablehne, so sehr lehne ich auch die blindheit ab, die immer noch viele deutsche befällt, wenn es um das thema muslime in deutschland geht.
ich zitiere ralf [#14]
“Es gibt genügend prominente Muslime/Muslima, die auf die Gefahren hinweisen und ihre Thesen sehr gut durch eigene Erfahrungen und Insiderwissen untermauern. Wir nähern uns hier keiner aufgeklärten, offenen und friedfertigen Kultur an, die Aufklärung hat im Islam niemals stattgefunden. Das sagen selbst Freunde aus liberalen muslimischen Familien.”
dies kann ich nur unterstreichen.
@spiegelfechter
Schönes neues Layout in der Form und ein bestechend guter qualitativer Inhalt. Was sicher interessant wäre,ob und wie in unserem asiatisch geprägten Teil der Welt dieses Thema in filmischer Art und Weise umgesetzt wird. Wie deren Sichtweise sich darstellt.
Leider gibt es darüber so wenig Information.
Auffällig aus westlicher Sicht ist natürlich die gezielte propagandistische Nutzung des Kinos,samt der wenigen ruhigen besonnenden filmischen Perlen, um den Krieg im Nahen und mittleren Osten ein ideologisches Gewand zu geben. Man sieht, wie filmische Kunst nach Form und Inhalt benutzt werden kann, wie groß die Verantwortung der Künstler und Macht der gezeigten Bilder sind.
Aber,von den Irren, die einem das “Monster Islam” ganz ahistorisch verkaufen wollen, dabei zu den dreistesten Lügen und Rassismen greifen, um Zwietracht zwischen den Menschen zu sähen, darf man sich nicht verrückt machen lassen: gehaltvolles Lachen und engerisches in die Schranken weisen war schon immer die beste Methode, um denjenigen keinen Meter ihrer rassistischen Denkweise zu gönnen.
Ansonsten liebe Grüße ;)
@ escii
Das mit der jugoslawischen Geschichte, dessen Zerfall, und den unbezahlbaren IWF Krediten, Kohls Kofferträger Genscher samt den 500 Millionen DM, die sich die Bundesrepublik Deutschland den Zerfall hat kosten lassen bis hin zu den vom Westen unterstützten und nach Bosnien transferierten militanten Islamisten, die “unsere”Hurensöhne im Kampf gegen die Serben spielen dürften, musst Du in Ruhe nochmal üben: insbesondere die ökonomische Bedingungen und der Kreditlinien des IWF und Weltbank für Jugloslawien.
Ansonsten: dein Rassismus ist ekelhaft und als Berliner sach ich dir: wir haben sogar wat für unsere paranoiden Mitbürger übrig, die überall schon den Islam ängstlich wittern, und wenn es nur ein lächelndes Belächeln ist.
Feindbilder in Filmen wechseln. Bezeichnend finde ich hier Rambo III aus dem Jahre 1988. Nicht, daß der Film nach meinem Geschmack wäre, aber hier hilft Held Rambo den Mudschahidin im Kapf gegen die Russen… heute würde der Held wohl eher den Russen im Kampf gegen sog. Terroristen in Afghanistan helfen.
@Sven
Wir bewegen uns hier mE in einem schwierigen Grenzbereich. Ohne die Filme direkt vergleichen zu wollen, könnte man das Argument „Kunst“ auch auf „Jud Süß“ und ähnliche Machwerke anwenden oder im Buchbereich auf die Protokolle etc. anwenden.
Für mich wäre bei so etwas die Aufmachung von großer Relevanz. Hitlers „Mein Kampf“ könnte von mir beispielsweise in einer kommentierten Ausgabe durchaus verkauft werden – bei Filmen gestaltet sich das etwas schwieriger. Der auch im Artikel erwähnte Film „Kolberg“ wurde beispielsweise das erste mal nach dem Krieg 1965 in einer kommentierten Form ausgestrahlt, vor wenigen Jahren wurde der Film das erste mal unkommentiert auf ARTE gezeigt, da man das deutsche Volk mittlerweile für gefestigt genug hält. Der Verkauf des Films ist in Deutschland allerdings immer noch untersagt. „Kolberg“ hat, anders als „Jud Süß“ auch nichts mit Antisemitismus zu tun.
Aber zurück zu „Stone Merchant“. Die denkbar schlechteste Form für Filme mit einem potentiell hetzerischen Inhalt ist freilich die Veröffentlichung auf DVD. Allgemein halte ich es für bedenklich, charakterlich nicht gefestigten Personen, die für diese Thematik anfällig sind, wie auch hier im Kommentarbereich zu bewundern, solche Filme zugänglich gemacht werden. Wenn eine solche Person irgendwann einmal durchknallt und Muslime umbringt, tragen solche Machwerke eine Mitverantwortung. Es geht hier weniger um die Jugendtauglichekeit, die von der FSK geprüft wird, als mehr um die strafrechtliche Unbedenklichkeit. Die FSK hat die Möglichkeit, Filme, die z.B. im Verdacht stehen §130 (Volksverhetzung) zu erfüllen, von einer Juristenkomission überprüfen zu lassen. Dies sollte man nicht als eine Forderung nach Zensur verstehen – die Kunst ist frei und muß frei bleiben. Aber die Kunst und die Gesellschaft, die diese Kunst zugänglich macht, hat auch eine Verantwortung.
Da bin ich mit Dir einer Meinung. Insofern ist selbst dieser Artikel problematisch, da er labile Personen (die ich eigentlich nicht zu meinem Leserkreis zähle) u.U. erst auf ein solches Machwerk aufmerksam macht. C´est ca – was soll man machen? Lieber schweigen? PI und Konsorten schweigen sicher nicht.
Ein guter Punkt. Der Deutsche im 21 Jhd. ist aber multi-kulti. Vor allem die medialen Gewohnheiten haben sich extrem von Hollywood beeinflussen lassen und auf der Schiene des Visuellen tickt der Deutsche mittlerweile wohl kaum mehr anders als der Franzose, der Brite oder der Amerikaner.
Eifersuchtsdramen werden auch gerne nach 212 abgehandelt. Könnte man übrigens auch als eine Art ‘Eigentumsdelikt’ ansehen.
Und die Vendetta wäre dann also ein christliches Merkmal?
Unsere Aufklärung hat uns ua Auschwitz beschert. Ein bisschen mehr kritische Distanz zu unseren eigenen Hervorbringungen wäre wohl auch angebracht.
@17 RockSolid
Es ist hier, wie so oft, eine Frage des Kontextes. Selbstverständlich gibt es Punkte, die man an einigen wenigen Muslimen in Deutschland kritisieren muß. Niemand verteidigt Dinge, wie Ehrenmord, Terrorismus oder Antisemitismus. Ein Bekenntnis zum deutschen Grundgesetz wäre für alle Einwohner Deutschlands wünschenswert – nur leider gehen sogar Vorzeigedeutsche, wie unser Innenminister und unser Verteidigungsminister mit dem Grundgesetz um, wie mit einer unverbindlichen Willensbekundung.
Es wäre doch erstaunlich, wenn es unter den 3,3 Millionen in Deutschland lebenden Muslimen keine schwarzen Schafe gäbe – natürlich gibt es Arschlöcher, Mörder und Verfassungsfeinde unter ihnen. Etwas anderes auch nur zu denken, wäre nicht nur absurd, sondern positiver Rassismus. Was die beiden Islamfeinde hier im Thread allerdings treiben – und mit ihnen Broder – ist mitnichten die Suche nach einem produktiven gesellschaftlichen Diskurs über diese Phänomene, sondern eine Pauschalisierung. Italiener sind Mafiosi, Franzosen essen Frösche, Russen saufen und Muslime schlagen ihre Frauen und würden ihre Töchter umbringen, wenn diese die Ehre der Familie beschädigen würden. Es geht hier nicht um konstruktive Ansätze, sondern um die Verbreitung rassistischer Stereotype, mit dem Ziel eines Kulturkampfes. Daher erübrigt sich die Diskussion, da sie von diesen Diskutanten nicht einmal im Ansatz differenziert betrieben wird.
@ Spiegelfechter
Lieber Jens Berger,
Das Ihnen am Dialog nicht viel liegt konnt ich nicht ahnen - immerhin führen Sie ja ein gut besuchtes blog, da habe ich die Dialogbereitschaft und den Drang zur Mitteilung irgendwie vorausgesetzt ..
Ich möchte jetzt nicht anfangen, meinerseits Ihren post einzeln zu zitieren und zu zerpflücken, nur das wichtigste:
- wenn Ehrenmorde kein islamisches Phänomen sind, helfen Sie mir bitte und finden Sie einen Ehrenmord aus Europa mit nicht-muslimischem Hintergrund, der innerhalb der letzten 20 Jahre geschehen ist - Ich finde keinen. Das Imame, die direkt mit der Frage danach konfrontiert werden, abwiegeln und difuse “Traditionen” anführen ist für mich kein Beweis für eine bestehende Trennung des Mordens und der Kultur - der Islam ist hochpatriarchaisch, es hat in der Vergangenheit genügend Aufrufe einzelner Imame zu Ehrenmorden gegeben und auch vor Gericht beziehen sich Täter explizit auf den religiösen und kulturellen Hintergrund Ihrer Familien.
- Ich habe meinerseits eine Zahl für Ehrenmorde genannt, die Ihrer offen widerspricht (1=/=48), vielleicht möchten Sie Ihre Zahl ja irgendwie belegen?
- Und aus Interesse, wie stehen Sie denn zu dem “Tal der Wölfe”-Film? Das er auf anderen blogsites diskutiert wurde lässt ja keinen Schluss auf Ihre Haltung zu, mich würde Sie aber interessieren.
Vllt noch interessant ist folgender Link der times online. Die Times ist aus meiner Sicht ein renomiertes Blatt, daher eventuell auch für islamunkritische Personen interessant: Die Zunahme und behördliche Abwendung vom Problem der Vergewaltigung nicht-muslimischer Mädchen durch pakistanische Muslime.
timesonlin...
Ansonsten sollten Sie sich RockSolids Gedanken nochmal zu Herzen nehmen und den Erfahrungen der Menschen mit muslimischen Mitbürgern mehr Beachtung schenken. Da Sie meine eigenen Erfahrungen aber sicher als ideologisch gefärbtes Einzelschicksal abtun halte ich damit erstmal zurück und gebe nur auf Nachfrage Info.
/add:
Feiner Zug, jetzt bin ich also einer von zwei Rassisten im blog und versuche, in einer difusen Kumpanei mit Herrn Broder, die objektive und friedliche Stimmung dieses blogs zu pervertieren, um dann in einem finalen Kulturkampf gegen Franzosen (dort war ich 3 Monate, wahrscheinlich Feindbeschau eh?), Russen (eine vergangene Liebschaft ist Russin, wahrscheinlich gekränkter Männerstolz), Italiener (keine persönlichen Erfahrungen meinerseits, wahrscheinlich stumpfer Italienerhass!) und Muslime (dass ich muslimische Freunde habe erwähnte ich nicht in bisher jedem commentbereich zu diesem Thema?) loszuschlagen.
Wenn ich jetzt noch irgendwem seine Frau dazu verführe sind wir ja mitten im Film .. ;)
Lieber Herr Berger, ich versuche wirklich nach Wissen und Gewissen auf Ihre Argumente einzugehen und habe aus meiner Sicht bisher auf jede These Ihrerseits höflich geantwortet. Wo sich da bei mir schleichender Rassismus attestieren lässt entzieht sich meiner Erkenntnis, lasse mich aber gern belehren.
@ralf
ich denke, es gibt ein großes problem in deutschland: die furcht, in die “rechte ecke” gestellt zu werden schwingt immer subtil mit. das sieht man ja an ihrem beitrag, in dem sie sich quasi rechtfertigen (müssen?), eben kein “rechter” zu sein. wobei ich sagen möchte, dass m.e. durchaus platz und wählerpotential für eine demokratische, rechte (nicht extreme!) partei in deutschland vorhanden wäre. die schweiz macht es vor. doch gut, das ist ein anderes thema.
@escii
> - wenn Ehrenmorde kein islamisches Phänomen sind, helfen Sie mir bitte und finden Sie einen
> Ehrenmord aus Europa mit nicht-muslimischem Hintergrund, der innerhalb der letzten 20 Jahre
> geschehen ist - Ich finde keinen
Der letzte ist garnicht solange her, geschah hier in Deutschland, vielleicht erinnerst du dich an die beiden Mafiafamilien, die seit 20 Jahren in einer Blutfehde / Vendetta leben.
Ansonsten empfehle ich noch Wikipedia: de.wikiped...
Ich würd mal die Scheuklappen absetzen.
gruß, Frank
@spiegelfechter
zitat (wie geht das mit den quote-tags?):
“Italiener sind Mafiosi, Franzosen essen Frösche, Russen saufen und Muslime schlagen ihre Frauen und würden ihre Töchter umbringen, wenn diese die Ehre der Familie beschädigen würden.”
dazu möchte ich sagen: die ersten drei dinge sind klischees, wobei ich nicht weiß, ob frösche nicht wirklich mal eine spezialität in frankreich sind oder waren ;)
zum vierten punkt: gewalt gegen frauen ist meines wissens in muslimischen kreisen durchaus gängig, da diese ja auch durch diverse koranferse “legitimiert” wird. und das muslimische töchter probleme bekommen, wenn sie mit nicht-muslimen anbandeln, nun, das ist wohl kaum zu leugnen. das bedeutet natürlich beides nicht, dass es hier gleich zu “ehrenmorden” kommen muss, denn dies ist nur die äußerste stufe und gott sei dank relativ selten. gewalt und seelischer druck sind jedoch keine seltenheit. lesen sie doch mal die berichte der diversen mädchen- und frauen-beratungsstellen, wo diese problematik bekannt ist.
mir scheint, dass sie, lieber jens, manche dinge doch durch eine sehr stark gefärbte brille sehen und probleme herunterspielen und auf “einzelfälle” und individuelle erfahrungen reduzieren. na ja, in einigen jahren wird sich vielleicht auch bei ihnen noch die eine oder andere erkentniss durchsetzen…
@Ralf
Nun lass doch mal die Religion aus dem Spiel. Es geht um patriarchalische Weltbilder und einen anachronistischen Begriff von „Ehre“. Diese Weltanschauung ist nun mal verstärkt im Nahen Osten anzutreffen. Welche Religion Täter und Opfer haben, verschwimmt dabei. Die „Weltmeister“ in Sachen Ehrenmord sind meines Wissens die Kurden. Und diese sind nicht nur muslimisch – kurdische Yeziden sind auch in Deutschland als besonders anfällig für Verbrechen auf diesem Sektor bekannt. Nicht alles schlechte, das aus dem Nahen Osten kommt, ist muslimisch. Im Nordirak steinigten aufgebrachte Yeziden beispielsweise ein junges Mädchen, da sie sich in einen Muslim verliebt hatte.
Natürlich sind solche Ehrenmorde grausam und zutiefst verachtenswert. Natürlich muss sowohl der Staat als auch die zivile Gesellschaft dagegen etwas tun. Aber ohne Vorverurteilung und Stereotype. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du im Ausland leben würdest und tagtäglich für irgendwelche Neonazis und ihre Übergriffe verantwortlich gemacht würdest?
Tja, dann müsste man wohl doch die Sharia einführen, da sie vor einem religiösen Richter mit diesem Argument nicht durchkämen ;-)
Ich habe den Film nie gesehen, daher kann ich über ihn nichts sagen.
Wenn dies Deine Art der Reflektion ist, so verstehe ich einiges.
gerade auf wikipedia gelesen:
de.wikiped...
ein sehr interessanter artikel über “ehrenmorde”. ein zitat daraus, welches zur diskussion passt:
“In westlichen (Industrie-)Ländern geschehen Ehrenmorde vorwiegend in Großstädten und Ballungszentren. Manchmal geschehen diese als Folge eines Konflikts von Immigranten der dritten oder vierten Generation. In Großbritannien beispielsweise laufen derzeit Mordermittlungen in rund 100 Fällen sogenannter Ehrenmorde.”
da können wir ja froh sein, dass es in deutschland so wenige sind, nicht wahr, jens? ;)
@RockSolid
Mit dem Blockquote-Tag
Och, mein lieber Rocksolid. Gewalt gegen Frauen ist leider auch in christlichen, jüdischen und atheistischen Kreisen durchaus gängig. Mit Religion hat das sehr wenig zu tun.
Und die Tochter eines angesehen Honoratioren einer bayerischen Gemeinde kriegt keine Probleme, wenn sie einen Libanesen mit nach Hause bringt? In der sächsischen Schweiz ist ganz normal, wenn ein Mädel einen Einwanderer aus Sierra-Leone liebt?
Natürlich ist ein Problem. Da widerspreche ich Dir keinen Jota. Ich würde dies bloß nie verallgemeinern. Ich kenne Türken/-innen und Marokkaner/-innen, die mit „interkulturellen“ Partnerschaften nicht die geringsten Probleme haben und sie teilweise auch selbst leben bzw. durch ihre Kinder leben lassen.
Die Blumen gebe ich gerne zurück, wahrscheinlich wirst Du in 20 Jahren lachen, wenn Du Deine Gedanken von heute lesen wirst. Vielleicht erinnerst Du Dich ja daran, wenn dann irgendwann ein Broder-Buch als zeithistorische Kuriosität vorgestellt wird.
@RockSolid
Diese Kirschkernpickerei ist doch albern - im Wiki-Artikel steht beispielsweise auch folgendes:
In der islamischen Gesetzgebung jedoch, der Schari’a, verfügt der „Ehrenmord“ über keinerlei Basis (tatsächlich existiert dieser Begriff in der islamischen Gesetzgebung gar nicht, wovon die „Ehrenmörder“ zumeist gar nichts wissen) und fällt somit nach islamischer Erkenntnis in die Kategorie des Mordes, welcher laut Schari’a die Todesstrafe zur Folge hat. Gemäß der Scharia ist ein Menschenleben ein hohes Gut und darf nur aufgrund eines Urteils eines hohen Gerichts ausgelöscht werden - zu einem Urteil berechtigt ist weder ein Dorfmullah noch ein beleidigter Mann.
Womit die unselige Ehrenmord-Diskussion nach Wiki-Urteil Off-Topic ist und hiermit von mir abgeschlossen wird ;-)
“Der letzte ist garnicht solange her, geschah hier in Deutschland, vielleicht erinnerst du dich an die beiden Mafiafamilien, die seit 20 Jahren in einer Blutfehde / Vendetta leben.”
> Hm, gut, für mich ist eine Blutfehde zwar definitorisch noch anders besetzt als ein Ehrenmord, ansonsten wäre ja auch eine Fadwha ein Ehrenmordaufruf. Natürlich gibt es ein breitgefächertes Bild an Morden, für die die jeweilige Ehre ein Motiv gespielt haben, trotzdem liest man, zb auch auf wikipedia, explizit heraus, dass ein Ehrenmord immer dann stattfindet wenn innerhalb einer Familie ein weibliches Mitglied aufgrund “anrüchigen” Verhaltens ermordet wird.
RockSolid, danke, ich kann mich da Ihrer Aussage nur anschließen .. man befindet sich fast immer in der Gefahr, entweder als islamophob, antizionistisch oder plump rechts(radikal) gebranntmarkt zu werden, alles Stigma, die extrem schnell verteilt werden und die man in späteren Gesprächen kaum wieder los wird.
Und was heisst bitte “wenn dies deine Art der Reflektion ist”, ich habe mir nur im Geiste des Stilmittels der Ironie alle Stiefel angezogen mit denen Sie mich vorher beworfen haben - um Ihnen einmal aufzuzeigen, wie schnell Sie Ihre Grenzen der Toleranz erreichen, geht man einmal nicht mit Ihnen Meinungskonform .. denn immerhin haben sie mir unterstellt, rassistische Stereotype mit dem Ziel des Kulturkampfes zu verbreiten, erinnern Sie sich? Zusammen mit Mitverschwörer ESCII, den ich nicht mal kenne, und Obergauner Broder ..
Ein Argument Ihrerseits wäre mal schön, zum Beispiel wie Sie auf nur einen einzelnen Ehrenmord in D kommen wenn man schon in den Schlagzeilen bis Juni allein 3 findet. Oder indem Sie mir einen Nicht-Muslim zeigen der seine Frau anzündet weil Sie wasweissich fremd-gemacht hat ..
@ Spiegelfechter
Ich finde es echt bewundernswert, wie Du Dich hier sachlich mit den Überfremdungsverängstlichten auseinandersetzt.
Zum Thema:
“Ohne die Filme direkt vergleichen zu wollen, könnte man das Argument „Kunst“ auch auf „Jud Süß“ und ähnliche Machwerke anwenden oder im Buchbereich auf die Protokolle etc. anwenden.”
Der Begriff “Kunst” war natürlich etwas überspitzt formuliert. Allerdings muss man mM auch den historischen Kontext von Werken wie “Mein Kampf” oder eben “Jud Süß” berücksichtigen. Ich denke auch, dass die Veröffentlichung in kommentierter Form durchaus geeignet ist. Bei aktuellen Werken oder besser Produkten wie “Stone Merchant” oder “Tal der Wölfe” ist die Lage etwas anders. (Übrigens wurde “Tal der Wölfe” auch ziemlich ausführlich von der so genannten Mainstream-Presse besprochen, siehe filmz.de/f.... Wobei der Film wohl eher als “eindimensional nationalistisch” als “islamistisch” charakterisiert werden kann.) Wie Du ja selbst sagst, geht es hier um den Verdacht der Volksverhetzung, der überprüft werden müsste. Ich stelle mir allerdings bei einem fiktionalen Werk die Bewertung schwierig vor. Handelt es sich nicht um Volksverhetzung (was für ein seltsames Wort?), tue ich mich mit einer Mitverantwortung des Produkts für spätere Taten von Konsumenten desselben etwas schwer. Dann müsste man auch ideologiefreie Gewaltverherrlichung (z.B. Tarantino) und vermutlich auch einen nicht unerheblichen Anteil der Pornographie verbieten. Wer entscheidet, ob nun latenter Rassismus oder Sexismus schlimmer ist?
Allgemein stellt sich wohl die Frage, wie eine freie Gesellschaft damit umgeht, dass es in ihr Produktion und Nachfrage kultureller Güter mit (fiktionalen) menschenfeindlichen Inhalten gibt. Verbieten, nur für Erwachsene zugänglich machen, moralisch ächten oder jeden einfach so machen lassen? Vielen vernünftigen Überlegungen dazu macht allerdings das Internet einen wertfreien Strich durch die Rechnung. In diesem Zusammenhang glaube ich auch nicht, dass die DVD-Veröffentlichung von “Stone Merchant” so problematisch zu sehen ist, sondern eher den für Rassismus empfänglichen das mögliche Underground-Feeling nimmt. Es bleibt auf die Eigenverantwortlichkeit im persönlichen Umfeld hinzuweisen, und daher ist es gut, dass der Film keine Jugendfreigabe erhalten hat, da diese ja auch die Eltern bei ihren Entscheidungen unterstützen soll.
“Vor allem die medialen Gewohnheiten haben sich extrem von Hollywood beeinflussen lassen und auf der Schiene des Visuellen tickt der Deutsche mittlerweile wohl kaum mehr anders als der Franzose, der Brite oder der Amerikaner.”
Wenn es denn so wäre. Ich habe eher den Eindruck, dass die im Trackback (3) von Bigberta gebrachten Beispiele von Eindimensionalität und Stereotypen im deutschen Mainstream-TV gerade nicht typisch für amerikanische und britische Produktionen sind (für den Rest von Europa kann ich keine Aussage fällen). Wobei es natürlich auch in deutschen Produktionen viele Gegenbeispiele gibt, in denen solche Stereotypen gebrochen werden. Was ich mit “kulturellen Gedächtnis” sagen wollte, ist, dass eine bestimmte Art von Fremdenfeindlichkeit doch stärker in Kontinentaleuropa als in UK oder den USA zu finden ist. Was ja auch mit Deiner richtigen Analyse bezüglich der Fremdenfeindlichkeit auf dem Lande übereinstimmt, da UK und die USA schon irgendwie multikultureller als unsere Gesellschaft sind. Außerdem ist Hollywood aus dem Blickwinkel der Kulturkrieger nicht auch ein Hort der Gutmenschen?
Ja, den sachlichen Umgang kann man nur loben oO
@Ralph
*Autsch*
Das ist mir keineswegs entgangen - ich hoffe für Dich, dass Du Deine Brötchen nicht in einem Job verdienen mußt, in dem “Stilmittel” vonnöten sind ;-)
Tja, woher das wohl kommen mag *rolleyes*
Wenigstens hast Du ein klares Weltbild. Für die Verfolgungsphantasien des PI-Umfelds habe ich nur noch ein müdes Lächeln über.
Offensichtlich arbeiten hier ja einige an Ihrer Bestimmung vorbei, bis auf ein paar kleinere Diskreditionsversuche kam aus Ihrer Richtung noch nichts Haltbares. Wenn es in Ihrer Gesellschaft gerade en vogue ist, Argumente durch süffisantes Gezicke zu substituieren sollten Sie im Interesse aller auf diesen Modetrip verzichten und wieder sinnvoll mitdiskutieren. Ich verwende Ironie auch nur noch in tags, ehrlich.
PI Umfeld? Ist das der Neologismus wofür, alle nicht politisch K(C)orrekten? Bin ich da jetzt Zwangsmitglied weil ich einen per Selbstdefinition politisch K(C)orrekten in einer Diskussion um Argumente bitte? Ich will aber nicht PI, kann ich nicht PC sein, reichts dafür, Leute als paranoide Rassisten-Volksverhetzer-PI’s zu benennen, so wie Sie? Ich geb auch mein - einziges - Broderbuch zurück wenn ichs finde! Darf ich dann nie wieder mit Argumenten argumentieren?
Und mein Weltbild scheint mir weit aufgeklärter als Sie denken, zumindest habe ich Sie noch nicht diffarmierend tituliert oder Urteile über Ihren Geisteszustand gefällt. Wenn Sie eine weltoffene Einstellung allerdings nur über völlige Kritiklosigkeit am Islam definieren wird Ihr Verhalten mir gegenüber verständlicher.
@Sven
Ich wundere mich selbst, woher ich diesen Langmut nehme. Ich weiß ja eh, dass dies zu nichts führt.
Ich fand seiner Zeit die Kritik des von mir hoch geschätzten Suchsland sehr aufschlussreich, obgleich ich mich auch nur auf sein Urteil verlassen muss, da ich (wie schon angemerkt) den Film nie gesehen habe.
Ja, auch ich habe da meine Probleme und würde dies im konkreten Fall auch nur in Betracht ziehen, aber keinesfalls felsenfest fordern. Mir fällt es halt schwer, plumpe Propgandawerke mit Kunstwerken zu vergleichen. Tarantino ist zweifelsohne Kunst und die Gewalt (z.B. in Natural Born Killers) ist in seinen Filmen ein elementares Stilmittel. Den sehr guten Roman American Psycho (der Film ist natürlich mies) hätte ich auch nie indiziert. Auch kann ich nicht verstehen, warum gewissen Schriften von Timothy Leary in Deutschland m.W. immer noch auf dem Index stehen, während (zu Recht) Bücher, wie „Pforten der Wahrnehmung“ von Huxley erlaubt sind.
Dienen „strittige“ Stilmittel der Kunst, so bin ich sehr tolerant. Steht allerdings eine Manipulation im Vordergrund bin ich vorsichtiger. Die Bücher eines Jan Udo Holey stehen m.E. zu Recht auf dem Index.
But, ask yourself the question, what is more obscene: sex or war? ;-)
Larry Flint
Ich glaube fast, Du hast mich überzeugt ;-)
Aber in den USA gibt es auch unzählige B-TV Movies, von denen man auf dem europäischen Markt nie etwas gehört hat.
*g*
Interessanterweise schon. Man muß ja auch fair anerkennen, dass Hollywood wesentlich zurückhaltender ist, als beispielsweise TV-Stationen wie Fox. Ich denke auch, dass es kein Zufall ist, dass ich hier über eine italienisch-britische Koproduktion schreiben muß und nicht über einen Hollywood-Film.
Ich lese hier in den Kommentaren und auch anderswo immer wieder von Beispielen und wen man alles so kennt, der jene Behauptung stützt. Dutzende Links auf singuläre Ereignisse, deren Zusammenhang mit einer Weltverschwörung des Islam, oder wahlweise mit deren abgrundtiefen Bösen konstruiert wird. Welche himmlische Macht hat euch denn bitte darauf gebracht, denn mit den Mitteln des Menschen, dem gesunden Menschenverstand, vielleicht sogar der Logik, sind solche Aussagen nicht zu konstruieren.
Ich kenne einen bösen Muslim, eine böse Muslima und deshalb sind die alle böse? Ich kenne eine Million böse Musilme und deshalb sind die alle böse? Selbst mit einer begründeten Statistik von einer Milliarde böser Muslime wäre noch nichts ausgesagt. Eine All-Aussage ist allerdings ganz einfach zu kippen. Ein Beispiel genügt. Ein nicht abgrundtiefer Muslim genügt um die hier geführten Behauptungen zu widerlegen. Es mag banal anmuten, aber es ist ein erster Schritt die All-Aussagen schon mal unter den Teppich der Dummheit zu kehren. Mehr dazu.
Bleiben also noch die angeblichen Zusammenhänge der ganzen einzelnen taten stehen, aus denen das Böse herausexerziert wird. Nun, ich kann nicht beweisen, dass diese Zusammenhänge nicht bestehen, aber eben aus dem selben Grunde, warum sie nicht zu beweisen sind. Man kann natürlich auf die Paranoiden verweisen, die solche Zusammenhänge immer wieder hervorholen. Das tut dieser Artikel in einer differenzierten Art und Weise. Ich denke dennoch, dass es nicht ausreichend ist. Man kann zudem auch noch auf die Verfehlungen der westlichen Welt aufmerksam machen um so eine Differenzierung anzuführen, die angebracht ist, weil sie zeigt, dass es Unrecht und Verblendung überall in dieser Welt gibt. Bei Christen, Muslimen, Buddhisten, Atheisten, Agnostikern und Verehrern der heiligen Mutter Erde. Aber auch das halte ich noch nicht für ausreichend.
Man muss einmal den Blick darauf richten, was diese Zusammenhangs- und Verschwörungtheorien für eine Auswirkung haben. Und diese sind verheerend und überhaupt nicht aufgeklärt, denn der liebe Immanuel Kant wird hier mal wieder missbraucht. Hier wird ein Gegendbild konstruiert, um eigene Wertvorstellungen zu festigen und sie gleichzeitig aufzuwerten und abzugrenzen. Mal sind es nationalistische, mal christliche, mal konservative, mal kulturkreisverweisende Werte die angeblich beschützt werden müssen. Das aber ist nicht sonderlich aufgeklärt, jedenfalls nicht, wenn keine Wertrückführung auf die Verstandeswelt allein möglich ist. Und diese ist nicht möglich, oder ich sage besser noch nicht geglückt. Warum sollten Kirchen auf die Verstandeswelt zurückzuführen seien, Moscheen aber nicht. Warum sollen Kreuze leisten, was dem Kopftuch abgesprochen wird. man verzeihe mir die undifferenzierten Beispiel anhand von Symbolen, die aber dennoch Teil des Wertkanons sind.
Aufklärung meint vor allem, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Kulturabgrenzung kann nicht verstandesgemäß sein, da sie Verstand abgrenzt und niederen Gefühlen oder Motiven folgt. Sich selbst zu erhöhen durch die Erniedrigung anderer.
Natürlich kann man über den Islam diskutieren, aber dafür müsste man ihn erstmal verstanden und seine Werke gelesen haben. Religionskritik ist Theoriekritik und um diese durchführen zu können, muss ersteinmal die Theorie verstanden werden. Theorie ist nicht gleich Praxis. Gelebte Religion kann nicht mit dem Dogma der Theorie gleichgesetzt werden. Menschen, die so argumentieren, finden Marx doof, weil es nicht funktionieren hat. Das ist nicht aufgeklärt, sondern schlichtweg dumm.
Macht euch mal Gedanken welche Werte übrig bleiben, wenn ihr die abgegrenzeten Werte mit denen durch euch angeblich zu retten versuchten, vergleicht. Da bleibt nichts bis sehr wenig übrig. Und Werte aus den Verfehlungen anderer zu schließen, um sich seiner eigenen ach so wertvollen Werte gewahr zu werden ist nicht einmal kindisch, sondern wiederum nur dumm.
Das Problem des “Kampfes der Kulturen” ist nicht dieser angebliche Kampf, sondern das Konstrukt, dass man diesen Kampf gerne hätte, um ihn zu gewinnen. Natürlich. Aber wenn ihr mich fragt, und beweist mir das gegenteil, dann sehe ich nur viele Fehler von vielen Menschen, die schlimme Handlungen vollführen, aber was daran der Kampf der Kulturen sein soll, verstehe ich nicht. Wenn ihr jetzt aber wieder mit Beispielen kommt um den Kampf der ach so gegensätzlichen Kulturen aufzuzeigen, dann geht noch einmal zum Anfang dieses Kommentars zurück und lest, was ich über Beispiele gesagt habe. Zusammenhänge ergeben sich nicht einfach, es müssen starke Gründe für ihr Bestehen angeführt werden.
@Ralf et al.
„Süffisantes Gezicke“ – der Ausdruck gefällt mir ;-)
Über was? Über Kunst und Propaganda, über Islamophobie in den Medien … oder über Ehrenmorde? Was denkst Du eigentlich, wer Du bist, hier das Thema der Diskussion bestimmen zu können?
Diese Taktik ist recht durchschaubar und Du bist ja nicht das erste mal hier zu Gast. Bei „monothematisch interessierten“ Kommentatoren, die immer dann aus dem Nirvana auftauchen, wenn es um das Thema „Islam“ geht, nur um ihren bekannten Sermon loszulassen, bei dem sie aus verachtenswerten Einzelfällen eine Generalanklage gegen eine ganze Religion und gegen 3,3 Millionen Mitbürger in Deutschland loslassen, bin ich sehr skeptisch. Weiter Kommentare zum Thema Ehrenmorde etc. bitte ich daher auf der Spielwiese kundzutun, da sie von der eigentlichen Diskussion nur ablenken … was wahrscheinlich auch Sinn und Zweck der Aktion ist.
Weitere dieser Kommentare in diesem Thread werde ich auch ohne Hinweis auf die Spielwiese verschieben. Dort können wir gerne über diese Thema reden.
@ralf
nur mal so auf die schnelle, als gedankliche hilfe zum rassismus-vorwurf:
rassismus, wikipedia-auszug (du kannst auch wissenschaftlichere quellen zur hand nehmen):
In diesem Sinne:
Du beurteilst “Muslime” nicht / nur nachrangig als Individuen, sondern schreibst einer durch ihre Religion definierten Gruppe kollektive Eigenschaften zu - mangelnde Achtung vor dem menschlichen Leben, terroristische Gesinnunng usw. Diese deterministische und kausale Erklärung der Handlungen von Individuen auf eine vermeintlich homogene Gruppe darf man zu Recht als rassistisch bezeichnen. Das Opfer geben und rumjammern, dass man dich ständig so bezeichnen würde, hat mit Reflektion nichts zu tun.
Fassen wir die Masse der Kommentare zusammen:
1. Der Völkermord an den Armeniern war gut und richtig bzw. nur ein Gerücht
2. Gute Separation ist besser als Integration
3. Morden für das Seelenheil geht absolut in Ordnung, so lange man sich nicht erwischen lässt, gerne auch mit 3. eingeschlossen
4. Der Kalifstaat ist eine soziale Institution, die alleine Deustchland voran bringen kann
5. Das freitägliche Gliederabtrennen sollte auch in Deustchland eingeführt werden.
6. Jeder der etwas gegen Angehörige dieser Religionsgruppe sagt, ist ein Rassist, alle andern können aber gerne nach Lust und Laune (auch physisch) deformiert werden.
7. Erdogan betreibt keine Politik der schleichenden Dereform.
8. Es ist unbedingt notwendig die Palaästinenser gegen die Juden zu unterstützen (das hat natürlich mit Rassismus gar nichts zu tun, sondern ist notwendig da die Endlösung beim letzten Mla ja nicht geklappt hat)
9. Appeasement ist unbedingt nötig, nicht nur in Form von Schutzgeldzahlungen, sondern auch im Äußeren anpassungsfeld (hey - was rennt die auch ohne Burka durch Neukölln, da hat sie ja um ein Gangbang geradezu gebettelt).
10. Deustche Frauen sind Realistinnen - Rechte gibt’s halt nicht- dafür die Scharia im Gerichtssaal und jede Menge Pflichten.
11. Die Verquickung von Deutschen und internationalen Islamverbänden und der NPD geht absolut in Ordnung, schliesslich kämpft man ja für ein altdeutsches, ehrliches Ziel.
12. Frauen mit Immigrationshintergrund, die eine Europäische oder gar die Deutsche Staatsbürgeschaft haben und sich auf die jeweilige Landesverfassung stützen, die ihnen eine freie Selbsbestimmung des eigenen Lebens ermöglicht gehören umgebracht.
13. Die Deutsche Verfassung gibt nicht, deswegen kann sich auch keine auf sie berufen.
Da muss ich mich nicht fragen, wer wohl der größere Rassist und Faschist ist. Die Positionen sind da klar besetzt. Der Tod ist bestimmt besser als Eure Gesellschaft.
Was aussser die Wahnbilder in Deinem eigenen Kopf zitierst Du hier, escii? Und vor allem: was hat das mit dem Thema des Eintrags zu tun? Und Deine Herumalberei mit dem Tod mag zwar den Leiden des jungen Werther abgelauscht sein, wirkt aber hier - mit Verlaub - nur lächerlich.
@escii
Hmmm, guck mal, was ich leckeres für Dich habe … Yamm, Yamm
@all
Don´t feed the Troll - er diskrediert sich schon selbst mit seinem Unfug.
@spiegelfechter
Endlich!
da hier derzeit keine sachliche diskussion möglich ist, klinke ich mich erstmal aus. nur noch soviel: was auf uns in deutschland und europa in den nächsten jahrzehnten zukommt, wird kein zuckerschlecken. ich hoffe, bis dahin die mittel zu haben, um mich abzusetzen. aus der ferne lässt sich d