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  • Attac eröffnet das Bankentribunal

    geschrieben am 08. April 2010 von Spiegelfechter

    Die Geschäftspraktiken der Finanzwelt ließen die Menschheit erst vor wenigen Monaten in den Schlund einer Weltfinanzkrise blicken. Die Krise wurde abgewendet, doch der Preis war und ist sehr hoch. Wenn sich die Wirtschaft schnell wieder fängt und prosperiert, werden ?nur? Generationen für diese Krise zahlen ? direkt in höheren Preisen und indirekt durch höhere Steuern und zurückgefahrene Leistungen des Staates. Erholt sich die Wirtschaft nicht so schnell oder stürzt die Finanzwelt die reale Welt abermals in eine tiefe Krise, könnten Dystopien Realität werden ? das Ende der Welt, wie wir sie kennen.

    Schuld an der Krise haben jedoch nicht nur die Nieten in Nadelstreifen. Wir waren es, die den Bankern die Jetons für das Finanzcasino zusteckten, und die von uns legitimierten Politiker waren es, die das Finanzcasino überhaupt erst genehmigten – lange bevor sie es vor dem sicheren Einsturz retten mussten. Während jeder Pferdedieb und Falschparker gnadenlos für seine Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen wird, gingen die Verursacher der Krise, die weltweit Billionenwerte vernichtet hat, jedoch straf- und zivilrechtlich tadellos aus der Sache hervor. Zwar hat man sich ein paar Bauernopfer ? Tölpel, die zu dumm für ihr eigenes System waren ? ausgesucht, denen man stellvertretend die Schuld in die Schuhe schob. Die Herren der Glaspaläste in Frankfurt, London und New York thronen jedoch heute selbstherrlicher und sicherer in den Schaltzentralen der Wirtschaftsmacht als je zuvor. Denn ? und das ist die eigentliche Folge der Krise: seit letztem Jahr garantiert der Staat, und damit wir, die Steuerzahler, implizit und teils sogar explizit für die Risiken, die Banken ansonsten für teures Geld versichern müssten. Noch nie war Zocken so einfach: Setze auf Zahl und wenn Deine Zahl kommt, hast Du Deinen Einsatz verfünfunddreissigfacht. Rollt die Kugel auf eine andere Zahl, kriegst Du Deinen Einsatz vom Steuerzahler zurück ? Les jeux sont fait, rien ne và plus.

    Das Tribunal

    Auf eine ordentliche Anklage vor einem ordentlichen Gericht werden wir wohl ewig warten müssen. Um die Schuldigen exemplarisch anzuklagen und Licht in die Hintergründe der Finanzkrise zu bringen, veranstaltet Attac an diesem Wochenende ein Bankentribunal. Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es nicht, einfache Lösungen für komplizierte Fragen in einem populistischen Schauprozess feilzubieten. Attac will vielmehr in einem offenen Tribunal, bei dem sich ? wie vor einem ?richtigen? Gericht ? Ankläger und Verteidiger gegenüberstehen, auf die Versäumnisse von Politik und Gesellschaft aufmerksam machen. Dahinter steht die Hoffnung, die Öffentlichkeit aufzurütteln und der Politik endlich einmal genauer auf die Finger zu schauen. Denn es sind nicht die Banker, die die Verantwortung für die Krise tragen: Einem Wolf kann man auch nicht vorwerfen, dass er Schafe reißt. Es ist der Schäfer, dem es offensichtlich mehr um das Wohl des Wolfes als um das Wohl seiner Schafe geht, dem man Vorwürfe machen muss. Die Politik muss handeln und wir sind dafür verantwortlich, dass sie auch handelt. Ohne öffentliche Diskussion wird die Politik allerdings keine Notwendigkeit sehen, ihr Handeln zu hinterfragen und dann zu korrigieren. Attacs Bankentribunal ist gelebte Verantwortung ? hoffen wir, dass es einen möglichst großen Anklang findet.

    Wer das Tribunal verfolgen will, kann dies über einen Livestream tun. Die Veranstaltung auf der Berliner Volksbühne ist ausverkauft, wird aber komplett via Stream übertragen.

    Programm:

    Freitag, 09.04. – Tag der Eröffnung
    19.30 Begrüßung durch Attac Deutschland und die Volksbühne
    Ansprache von Wolfgang Lieb (Nachdenkseiten)
    Lesung mit Ensemblemitgliedern der Volksbühne
    21.15 Kabarett mit Urban Priol und Georg Schramm
    22:00 Ausklang im Roten Salon mit der Klezmer-Band Forszpil

    Samstag, 10.04. – Tag der Verhandlung
    09.30 Anklageerhebung
    11.00 Beweisaufnahme I
    14.30 Beweisaufnahme II in 6 Anhörungen
    17.15 Beweisaufnahme III
    20.00 Konzert mit Dota, der Kleingeldprinzessin, anschl. Plädoyers von Anklage und Verteidigung
    22.00 Roter Salon: Konzert mit Bela B. und Olli Schulz anschl. DJ Bela B.

    Sonntag, 11.04. – Tag der Urteilsverkündung und Forum der Alternativen
    10.00 Urteilsverkündung
    11.00 Forum der Alternativen
    13.00 Abschluss und anschließend Vernetzung weiterer Aktivitäten

    Die Veranstaltung

    Pressetext von Attac:

    Was ist das Bankentribunal?

    Vom 9. bis 11. April 2010 wird Attac Deutschland in Zusammenarbeit mit der Berliner Volksbühne ein öffentliches Tribunal durchführen, das die Ursachen des Finanzcrashs, die Beugung der Demokratie durch fragwürdige Rettungsmaßnahmen und die fahrlässige Vorbereitung neuer Krisen öffentlichkeitswirksam beleuchten soll.

    Hintergründe

    Im Herbst 2008 wurde die private Immobilienbank Hypo Real Estate mit staatlichen Bürgschaften und Kreditzusagen in Höhe von 102 Milliarden Euro vor der Insolvenz gerettet. Im Frühjahr 2009 wurde die Bank dann verstaatlicht und wird seither mit ständig wachsenden Eigenkapitalzuschüssen des Bundes in Milliardenhöhe am Leben erhalten, bisher ca. 10 Mrd. ?. Noch ausstehender Kapitalbedarf: ungewiss.

    Ebenfalls im Herbst 2008 verabschiedete der Bundestag im Schnellverfahren das Finanzmarktstabilisierungsgesetz ? entworfen von der privaten Anwaltskanzlei Freshfield Bruckhaus Deringer ?, das die Einrichtung eines Sonderfonds für Bankenrettungen (SoFFin) mit einem Budget von 480 Milliarden Euro vorsieht. Dieses Budget ? fast das Doppelte des Bundeshaushaltes ? ist der Kontrolle des Parlaments und der Öffentlichkeit de facto vollständig entzogen.

    Sowohl die Größenordnung der Bankenrettungspakete als auch ihre Intransparenz und Demokratieferne sind in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Beispiel.

    Seit Inkrafttreten der Rettungsmaßnahmen hat außerdem weder eine substantielle Offenlegung der Risiken, die in den Bilanzen der geretteten Banken versteckt sind, stattgefunden, noch ein allgemeines Verbot der Finanzpraktiken, die in die Krise geführt haben. Einer neue Blase und neuen Krisen wird nicht vorgebeugt, die Banken können weiterhin hochriskante Geschäfte tätigen und davon ausgehen, dass sie beim Absturz mit Steuergeldern aufgefangen werden.

    Abzusehen ist außerdem, dass die Kosten der Krise langfristig der Allgemeinheit aufgebürdet werden ? in Form von massivem Stellenabbau, Sozialkürzungen und weiterer Privatisierung öffentlichen Eigentums. Die Bankenrettungen folgen damit der Logik, die privaten Gewinne aus dem globalen Spielcasino unangetastet zu lassen und die Verluste zu vergesellschaften. Sie stellen in ihrer intransparenten Form eine radikale Aushöhlung demokratischer Prinzipien dar und gefährden das öffentliche Wohl.

    Bisher hat weder eine angemessene öffentliche Aufarbeitung dieser Vorgänge noch eine ernsthafte Diskussion über grundlegende Veränderungen des Finanzsystems stattgefunden. Auch der Bundestagsuntersuchungsausschuss zur Hypo Real Estate ist seiner Aufgabe nur sehr unzureichend gerecht geworden. Das Finanzwesen ist zu ?business as usual? übergegangen, die nächste Krise kommt mit Sicherheit.

    Vor diesem Hintergrund hat es sich Attac zur Aufgabe gemacht, ein Tribunal ins Leben zu rufen, das Aufklärung schaffen und Alternativen entwickeln soll.

    Form des Tribunals

    Das Tribunal wird am Freitag Abend (9.4.) mit einer Eröffnungsrede von Wolfgang Lieb, einer Lesung der Volksbühne zum Thema Banken und Beiträgen der Kabarettisten Urban Priol und Georg Schramm beginnen.

    Das eigentliche Tribunal wird am Samstag, dem 10.4., stattfinden, beginnend am Morgen mit der Anklageerhebung. Es folgen mehrere Blöcke der Beweisaufnahme und am Abend die Schlussplädoyers. Die Urteilsverkündung wird am Sonntag Vormittag stattfinden. Im Anschluss ist ein ?Forum der Alternativen? geplant, in dem konkrete Vorschläge zur Transformation des Finanzsektors diskutiert und Perspektiven zur Weiterarbeit entwickelt werden.

    Die Reden von Anklägern, Zeugen und Verteidigern werden aufgelockert durch kurze Videobeiträge, die in pointierter Form anschaulich komplexe Zusammenhänge darstellen. Auch eine partizipative Phase in kleineren Gruppen ist geplant. Als Zeugen treten authentisch Journalisten, Gutachter, Banker, NGO-Vertreter etc. und Betroffene der Krisenfolgen auf. Als Richter werden prominente Intellektuelle und Vertreter einer kritischen Zivilgesellschaft fungieren.

    Angeklagt werden sowohl politische Entscheidungsträger als auch Bank-Manager ? und nicht zuletzt Komplizen aus Bankenaufsicht, Wirtschaftsprüfungsunternehmen und Rating-Agenturen.
    Da wir damit rechnen müssen, dass viele der Angeklagten nicht erscheinen, werden Verteidiger an ihrer statt sprechen.

    Dem Tribunal geht es nicht in erster Linie darum, individuelle Schuldige dingfest zu machen oder gar Sündenböcke ins Rampenlicht zu stellen, sondern darum, die systemischen Ursachen der Krise einem breiten Publikum in spannender Form anschaulich zu machen und zu weitergehenden Fragen und Einmischungen anzuregen.

    Die Beweisaufnahmen

    Drei Beweisaufnahmen werden im Zentrum des Tribunals stehen. Jeder Beweisaufnahme wird ein Anklägerteam zugeordnet.

    1. Vorbereitung der Krise und Aushöhlung der Demokratie
    ? Förderung eines krisenverursachenden Systems durch eine Politik der Deregulierung, der Umverteilung von unten nach oben und der Privatisierung
    ? Erpressung des Staates und der Gesellschaft (?too-big-to-fail?-System)
    ? Entmachtung des Bundestages (SoFFin-Gesetz) und organisierte Geheimhaltung und Täuschung von Bundestag und Öffentlichkeit
    ? Bankenrettungen auf Kosten der Steuerzahler unter Schonung der Banken/Gläubiger

    2. Zerstörung der ökonomischen Lebensgrundlagen in Nord und Süd
    Anhörungen zu den Schattenseiten des gegenwärtigen Weltfinanzsystems und den Folgen der Krise
    ? Verschuldung und Privatisierungsdruck
    ? Gesundheit und Rente
    ? Arbeit
    ? Globaler Süden
    ? Ökologie
    ? Demokratie

    3. Verschärfung der Krise
    ? Kein Verbot risikoreicher Finanzpraktiken und Finanzinstitutionen
    ? Banken und Großkonzerne gegen Regulierungen
    ? Verschärfung der strukturellen Ursachen der Krise

    Der Spiegelfechter wünscht Attac und allen Teilnehmern eine gutes Gelingen!

    Die Anklageschrift des Tribunals ist als PDF verfügbar.

    Jens Berger

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    Tags: Finanzkrise Wirtschaft
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    126 Kommentare:

    1. Machu Picchu schrieb am 8. April 2010 um 19:04 - Permalink

      Begrüßenswerte und richtige Aktion – hoffentlich folgt bald auch ein Kriegstribunal!

    2. Outlook schrieb am 8. April 2010 um 19:34 - Permalink

      Und ein Drogentribunal

      “Die Drogenflut aus Afghanistan hat sich in eine globale Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit ausgeartet.”
      http://de.rian.ru/world/20100408/125829241.html

      Wann werden das die SCO-Staatschefs der Merkel lautstark um die Ohren hauen?

    3. Westerwellenreiter [C.P.] schrieb am 8. April 2010 um 19:47 - Permalink

      Schönes Spektakel. Die Volksbühne als Volksgerichtshof gegen das internationale Finanzkapital. Ob die Herren Goldman(n) und Lehman(n) wohl kommen und sich dem Tribunal stellen? Oder spendiert Attac einen Pflichtverteidiger? Wie wäre es mit Ströbele?

    4. Outlook schrieb am 8. April 2010 um 19:56 - Permalink

      Ob Sodan den Ackermann reinführt?

    5. R_Winter schrieb am 8. April 2010 um 20:06 - Permalink

      Alle Zahlen und die Hintergründe sind bekannt, aber sie gehen zeitlich noch weiter zurück.
      Schröder (Steinmeier) hatte lange gewußt, was auf uns zukommt und trotzdem haben sie die Tore für die Finanzhaie weit geöffnet.
      Mir kommt jedes mal die blanke Wut hoch, wenn ich an diese Vorgänge denke.

    6. Blubber schrieb am 8. April 2010 um 20:06 - Permalink

      Danke für den Hinweis.

      Der Link zum Livestream bringt mich jedoch zu diesen Beitrag: ?Homegrown Terror? oder ?Homemade Terror??

      Da dies mein erster Kommentar ist möchte ich für die schönen Artikel danken die ich bisher verfolgen konnte.

    7. suapoc schrieb am 8. April 2010 um 20:14 - Permalink

      schade, das es attac nicht schafft einen livestream der verantaltung zur verfügung zu stellen….

      *edit
      hmm… früher ist beim querlesen mehr hängen geblieben ^^

    8. Daniel schrieb am 8. April 2010 um 20:15 - Permalink

      Vielen Dank für diese Information!

    9. Diskussionsteilnehmer schrieb am 8. April 2010 um 20:16 - Permalink

      Schade, dass es in Deutschland nur Rollenspiele von dem gibt, was eigentlich fällig gewesen wäre.

      Solange es keine neuen Parteien gibt oder die alten mal von unten aufgerollt werden, braucht sich darüber allerdings keiner beschweren.

    10. Spiegelfechter schrieb am 8. April 2010 um 20:23 - Permalink

      @Blubber

      Der Link zum Livestream bringt mich jedoch zu diesen Beitrag: ?Homegrown Terror? oder ?Homemade Terror??

      Der ist auch nicht schlecht ;-)

      Nee, Quatsch – das ist typischer Spiegelfechter-Fehler, der immer passiert, wenn ich in Word schreibe und alles per Copy und Paste in das WordPress-System übertrage. Dann werden die “” im HTML-Code der Links als ?? eingefügt – kleine Ursache, große Wirkung, der Link funktioniert dann nämlich nicht und weist auf eine SF-Seite.

      Danke für den Hinweis, ich habe das natürlich repariert.

    11. Spiegelfechter schrieb am 8. April 2010 um 20:24 - Permalink

      @suapoc

      *edit
      hmm? früher ist beim querlesen mehr hängen geblieben ^^

      Und dabei habe ich das noch extra fett geschrieben *lol*

    12. Omom schrieb am 8. April 2010 um 21:03 - Permalink

      @ 3 – Westerwellenreiter

      Sie möchten mit Ihrem Kommentar wohl den Eindruck erwecken, die Finanzkrise sei das alleinige Produkt der USA. Das ist jedoch weit gefehlt!

      Siehe z.B. den Beitrag der NachDenkSeiten vom September 2008: “Das Casino kracht zusammen. Croupière Merkel flüchtet durch den Hinterausgang”.
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=3471

    13. bla schrieb am 8. April 2010 um 21:35 - Permalink

      Also bei mir funktioniert der Livestream nicht. Müssen sie ihr bedeutungsloses Theater eben ohne meine werte Aufmerksamtkeit veranstalten. Dabei hätte man mit funktionierendem Livestream sicher fast die Welt gerettet.

    14. elwu schrieb am 8. April 2010 um 22:49 - Permalink

      Unsubstantiierte Sprüche wie “Wir waren es, die den Bankern die Jetons für das Finanzcasino zusteckten, und die von uns legitimierten Politiker waren es, die das Finanzcasino überhaupt erst genehmigten” werden nicht dadurch richtig, weil sie gebetsmühlenhaft wiederholt werden.

      Wer solche Behautptungen aufstellt möge die doch bitte a) mit seriöser Substanz untermauern und b) realistische Alternativen nennen.

      Ansonsten ist das nur populistisches Geschwätz, das ebenso von den -zu Recht- angegriffenen Bankern und Politikern kommen könnte.

    15. Nazares schrieb am 8. April 2010 um 23:02 - Permalink

      Ich muss mich eindeutig für diese Information bedanken. Ohne diesen Artikel hätte ich mich bestimmt grün und blau geärgert das Tribunal verpasst zu haben (sofern ich überhaupt davon erfahren hätte).

    16. Der Schachspieler schrieb am 8. April 2010 um 23:03 - Permalink

      @ Diskussionsteilnehmer

      tja…. klingt alles soweit richtig.

    17. JayAr schrieb am 8. April 2010 um 23:19 - Permalink

      Jetzt habe ich die Finanzkrise einigermassen verarbeitet, und dann kommt dieser Artikel und ich rege mich schon wieder furchtbar auf!!

    18. Griabiger Batzi schrieb am 9. April 2010 um 00:43 - Permalink

      @Diskussionsteilnehmer, 9
      @der schachspieler, 16

      Solange es keine neuen Parteien gibt oder die alten mal von unten aufgerollt werden, braucht sich darüber allerdings keiner beschweren.

      tja?. klingt alles soweit richtig.

      Meiner Ansicht gibt es diese Parteien. Sie werden leider nur nicht in dem Maße gewählt, wie sie es verdient hätten und wie es Deutschland gut bekäme.

      Es gibt die ödp, es gibt die Linke…….

    19. memoon schrieb am 9. April 2010 um 01:18 - Permalink

      Erholt sich die Wirtschaft nicht so schnell oder stürzt die Finanzwelt die reale Welt abermals in eine tiefe Krise, könnten Dystopien Realität werden ? das Ende der Welt, wie wir sie kennen.

      Ein Phänomen, das nicht in das Schema der VWL-Theorien passt, wurde bisher immer als exogen bezeichnet. Ein Schock … unvorhersehbar und nicht modellierbar. Mit der Trennung von realer Wirtschaft und, tja, was eigentlich? fiktiver Wirtschaft? ja hier erreicht die VWL ihre wahre Blüte. Die Finanzwelt hat sich entkoppelt und droht nun, gleich einem außerirdischen Weltenzerstörer unsere heile Welt in eine Dystopie zu verwandeln. Die Bewohner von Buenos Aires stellen sich schützend vor ihre Wellblechhütten und drohen den fliegenden Glaspalästen mit einer öffentlichen Diskussion. Die philippinischen Näherinnen stellen die Addidasschuhe einen Moment beiseite um ein blutiges X auf eine wütende Petition zu setzen.
      Derweil tagen die Krisenstäbe in den Schaltzentralen der Macht. Was tun gegen die fliegenden Glaspalastbomber? “Wir fangen sie ein und zurren sie fest” meint ein Franzose. “Kein Franzmann legt Hand an eine Englische Bank!” schallt der Tommy. “Schießt sie ab!” tönt es aus der linken Ecke. “Aber wir haben doch alle Familienangehörige da oben!”. “Noch schlimmer, sie haben Jedermans Haus und Hof als Geiseln genommen!”. Nach und nach zieht eine Grabesstille in den Gremien, Meetings und Plenen ein. Haus und Hof haben sie. Maschinen und Felder. Flüsse, Wälder, Bodenschätze und die Rechte an der Musik der Beatles. Es scheint wirklich hoffnungslos.

    20. Interessierter schrieb am 9. April 2010 um 01:36 - Permalink

      Wenn sich die Wirtschaft schnell wieder fängt und prosperiert, werden ?nur? Generationen für diese Krise zahlen ? direkt in höheren Preisen und indirekt durch höhere Steuern und zurückgefahrene Leistungen des Staates.

      Das muss mir mal jemand erläutern, wieso denn die nächste Generation dafür bezahlen wird.

      Wir waren es, die den Bankern die Jetons für das Finanzcasino zusteckten

      Wenn ich mich recht entsinne, war der Anteil des Publikums (ich schätze mal, “Wir” ist damit gemeint) bei der dotcom Blase relativ gering (8-10%) und hier wirds auch nicht anders sein. Was das Ganze so schön aufgebläht hat, wird der Interbankenhandel gewesen sein. Ich lasse mich da gerne durch Statistiken vom Gegenteil überzeugen.

      Die von Attac haben wohl einmal zu häufig die Wiederholung dieses 1929 Films auf Phoenix gesehen.

      Generell neben dem allgemeinen Blabla wie in der Einleitung würde mich ein Artikel oder Statistiken interessieren, wer denn genau profitiert hat und in welchem Umfang. Irgendwer muss die Staatsanleihen ja besitzen. Irgendwer muss ja die Aktien zu Tiefstpreisen gekauft haben. Also die Frage welcher Teil unserer Kinder wird welchem Teil in Zukunft für das Ganze bezahlen, wie die Frage wohl korrekterweise lauten müsste. Nagut, die Antwort lässt sich erahnen, doch was handfestes wäre mal schön.

      @menoon, #19:
      Ja, sieht nicht gut aus. Monsantos Saatgut fehlt noch und die Stücke der DNA.

    21. COPOKA schrieb am 9. April 2010 um 02:13 - Permalink

      Die Krise wurde abgewendet, …

      Soso, vor kurzem standen wir also vor dem Abgrund,
      und nun haben wir großen Schritt nach Vorne gemacht!

      Und wie auch immer – Wir waren es, die das ganze letztes Endes (durch die legitimierte Partokratie) ermöglicht haben!
      Ich stelle mich schon mal in die Ecke, um mich zu schämen.

      Nein, die Schlipsträger sind nicht die alleinigen Schuldigen an der Misere. “Lemminge haben zwar einen schlechten Ruf, aber niemals ist auch nur ein Lemming zur Rechenschaft gezogen worden.” (c) Warren Buffet.
      Man darf aber gespannt sein, wie diese Erkenntnis in der PR-Kampagne herüber gebracht wird und wer oder was letztes Endes als Schuldiger dafür ausgemacht wird. Früher war alles besser – da gab’s noch Leibhaftiger!
      Noch mehr darf man darauf gespannt sein, ob die Veranstaltung außer tp und noch paar Ecken im Netz eine nennenswerte Beachtung erfährt. Ich tippe mal darauf, dass es in Öffentlich-rechtlichen um 3 Uhr morgens von Montag nach Dienstag vertragsgemäß ganz offen und für die ganze Republik in Auszügen ausgestrahlt wird. Es sei denn, das ganze verkommt zu einer Posse mit einer diffusen Feststellung, dass alle irgendwie d’ran schuld sind, sprich – niemand. Oder “die da oben” – Kabarettisten im Präludium lassen es schon ahnen. Das lässt sich dann auch in der BILD vermitteln!

      Dennoch Dankt für den Hinweis.

    22. COPOKA schrieb am 9. April 2010 um 02:33 - Permalink

      @Interessierter

      Das muss mir mal jemand erläutern, wieso denn die nächste Generation dafür bezahlen wird.

      Es wird vorausgesetzt, dass sich in Machtverhältnissen¹) für die nächsten Generation nichts ändert. Sehr gewagte Annahme würde ich sagen.

      ¹) Macht ist das Recht auf Kosten der Schwächeren zu leben.

    23. schwitzig schrieb am 9. April 2010 um 05:08 - Permalink

      @SF
      Eine nette Aktion von Attac – jedoch ist es tatsächlich ungewollt eine Bürgerberuhigung, über die in den “Öffentlich Rechtlichen” wahrscheinlich Montag früh um 3 (COPOKA) berichtet werden wird.

      Was bringt es?

      1)
      Die Leute, die sowieso schon den Hals von innovativen Finanzunternehmern und der Korruptionsbrigade (CDUSPDFDPGRÜNE) voll haben, finden eine öffentliche Bestätigung ihrer Ansichten und dadurch eine Linderung ihrer aufgestauten Wut.

      2)
      Es gibt wahrscheinlich für jeden der Teilnehmer einen Informationsgewinn.

      Aber:
      Die Leute, die sich dafür interessieren, haben wahrscheinlich sowieso schon den Korruptionsfaktor und die Parallelen zur Feudalgesellschaft erkannt. Der stumpfe CDUSPDFDPGRÜNE-Wähler wird jedoch nicht partizipieren und Kuhartig dämlich blökend wie immer sein “Kreuz” an der korrekten Stelle machen. Am nächsten Tag entblödet sich der Blödwähler dann nicht, sich über die “Politik” aufzuregen, die er sogar explizit gewählt hat.

      In NRW wird wahrscheinlich Schwarz-Grün-Rot-Gelb-Grün “gewinnen” – wie üblich eine schlechte Wahl. Auf den wahltaktischen Hirntod des Wählers ist Verlass und diese – man kann es nicht oft genug betonen – Mehrheit der Wähler hat es verdient, wie ein Stück Scheisse gehalten zu werden! Bei aller berechtigten Kritik an unseren Qualitätsmedien muss ich doch konstatieren, dass selbst Spiegelleser wissen müssen, was für eine Mischpoke hier seit Jahrzehnten “regiert”.
      Informationen sind selbst in den Qualitätsmedien und sogar in den Öffentlich Rechtlichen regelmäßig zu bekommen und auch wenn vieles Desinformation ist, kristallisiert sich selbst in der BILD(SPIEGEL) ein unschönes Bild der Republik heraus.
      Wenn jemand weiss, dass die Partei, die er wählt, Scheisse ist, soll er sich auch nicht beschweren, dass er nach der Wahl Scheisse fressen muss.
      Und wenn jemand mit der Argumentation, dass er sowieso nur Korrupte und Asoziale wählen könnte, wenn er mit seiner Wahl die Demokratur indirekt legitimiert, nicht wählen geht, gibt er freiwillig den letzten kümmerlichen Rest der Mitbestimmung auf.
      Das sei ihm gegönnt, aber danach sollten die Freunde Nichtwähler bitte auch ihr Maul halten und alles gut finden, was da kommt, denn sie haben bewusst den Dummwählern das Feld und damit die Legitimation der Demokratur-Bande ermöglicht. Als Wahl bleibt dem Nichtwähler nur noch das sich fügen und das akzeptieren der Umstände, die die Parteien schaffen, die er nicht gewählt hat oder – wenn er verantwortungsbewusst ist – effektiver radikaler Widerstand, Untergrund und die Aufgabe der noch legalen Mitbestimmungsmittel zugunsten (zu Recht) illegaler Methoden.
      Im Zuge der Technisierung der Mobkontrolle, der Entwicklung neuer nicht-letaler Waffentypen, gehe ich davon aus, dass diverse Demokraturen eine brutale, unethische Klassengesellschaft mit Gewalt viele Dekaden, wenn nicht Jahrhunderte gegen den Willen der meisten Bürger erfolgreich aufrecht erhalten können. Ich glaube nicht an einen “Totalzusammenbruch”, sondern ich erwarte lang anhaltendes Elend und eine menschenverachtende Ober/Unterschicht-Gesellschaft.

    24. titus schrieb am 9. April 2010 um 08:46 - Permalink

      @ schwitzig

      sondern ich erwarte lang anhaltendes Elend und eine menschenverachtende Ober/Unterschicht-Gesellschaft

      hast es schön auf den punkt gebracht

      auch meine kristallkugel giebt ähnliches von sich…
      aber ich hoffe trotzdem, das die eventuellen aufstände aus anderen eu- ländern nach d überschwappen…
      ansonsten, meine letzten 10 bis 20 jährchen werd ich auch noch rumkriegen, danach die sintflut…

    25. thom schrieb am 9. April 2010 um 08:46 - Permalink

      @schwitzig, 23

      Dem ist nichts hinzuzufügen, wenn sich die Menschen das so wünschen, na denn.
      Schaun mer mal, wann die Not wirklich groß genug wird, ich fürchte aber, das erleb ich nicht mehr.

    26. Christian schrieb am 9. April 2010 um 12:07 - Permalink

      Die Krise ist nicht überwunden!! Sie hat wohl nicht mal richtig begonnen! Es gibt nur zwei Auswege: 1. Inflation und anschließender Währungsreform oder man ist so ehrlich und macht diesen schnell, wohl eher unwahrscheinlich!

    27. Diskussionsteilnehmer schrieb am 9. April 2010 um 12:28 - Permalink

      Im Zuge der Technisierung der Mobkontrolle, der Entwicklung neuer nicht-letaler Waffentypen, gehe ich davon aus, dass diverse Demokraturen eine brutale, unethische Klassengesellschaft mit Gewalt viele Dekaden, wenn nicht Jahrhunderte gegen den Willen der meisten Bürger erfolgreich aufrecht erhalten können. Ich glaube nicht an einen ?Totalzusammenbruch?, sondern ich erwarte lang anhaltendes Elend und eine menschenverachtende Ober/Unterschicht-Gesellschaft.

      Welcher Mob muss bei uns denn schon kontrolliert werden ^^ . Im Moment gibt es nicht mal verärgerte Studenten. Das allerdings kann kippen, und ich denke nicht, dass unsere Polizei und die Streitkräfte in dem Fall bereit sind, sich so einfach als Unterdrücker einspannen zu lassen. Dafür sind die Beamten und Soldaten selber viel zu unzufrieden. Zudem gibt es bei uns kaum charismatische Führer mit Gold auf der Schulter. Höhere Amtsträger werden eher als Arschkriecher und Selbstabsicherer ihre Karrieren auf Kosten ihrer Untergebenen wahr genommen.

      Sicherlich verstößt Randale gegen das Ordnungsverständnis unserer Freunde und Helfer, aber dafür gab es 68 eine Lösung. Mobilisierung der eigenen Mitstreiter unter Lähmung des öffentlichen Lebens durch legale Proteste funktioniert auch ohne Gewalt. Es erfordert allerdings einiges an Einsatz, und die Zeit bringt momentan offensichtlich keiner auf, noch gibt es jemanden, der sich vorne hinstellen kann um Identitätsstiftend zu wirken.

    28. Frank Schenk schrieb am 9. April 2010 um 12:36 - Permalink

      Hm, ich wundere mich doch auch sehr. Die Krise soll vorbei sein? Die Kleinanleger sollen mitschuldig sein? Hab ich irgendwas verpasst?

      Aber das Geschäftsmodell der Banken ist interessant. Da leiht man sich Geld um sich mehr Geld zu leihen und damit leiht man sich noch mehr Geld um davon Kredite zu vergeben, wovon sich andere dann Luftnummern wie diese Subprime-Dinger kaufen.

      Alternativ leiht man sich Geld um Gold/Öl-Optionen zu kaufen, darauf nimmt man dann auch Geld auf und am Schluß kommt raus, daß für jeden Liter Öl 13 Liter am Spotmarkt gehandelt werden – für jedes Kilo Gold das Zehnfache hin- und her-gehandelt wird.

      Aber es fängt ja schon damit an, daß es garnicht genug Geld gibt. Denn Geld entsteht ja nicht aus der Luft sondern wird gedruckt und verliehen, nur wohin der Leihende das Geld herbekommen soll, mit dem er das Ausleihen bezahlen soll, ist immer noch und beabsichtigt ungeklärt.

      http://www.neueimpulse.org/dvd-projekte/warum-ueberall-geld-fehlt/

      gruß

    29. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 12:43 - Permalink

      @21 COPOKA

      -> Die Krise wurde abgewendet, ?

      Soso, vor kurzem standen wir also vor dem Abgrund,
      und nun haben wir großen Schritt nach Vorne gemacht!

      Nein, vergleiche das mal mit einem kettenrauchenden, saufenden, übergewichtigen Diabetiker. Wenn Chirugen ihm nach einen Herzinfarkt einen Bypass legen, ist die akute Lebensgefahr erst einmal abgewendet. Er ist aber weder gesund, noch reicht der Eingriff, um seine Gesundheit mittel- bis langfristig zu sichern.

    30. schwitzig schrieb am 9. April 2010 um 12:44 - Permalink

      @Diskussionsteilnehmer

      ich denke nicht, dass unsere Polizei und die Streitkräfte in dem Fall bereit sind, sich so einfach als Unterdrücker einspannen zu lassen.

      Warum denn nicht? Alle größeren Einsätze der letzten Jahre z.B. bei Demonstrationen sprechen eine andere Sprache. Im Gegenteil ist die Gefahr dank angeblich “nicht letaler” Waffen und demnächst den Schallwaffen höher denn je, da davon ausgegangen wird, dass es nicht unbedingt zum Tod führt.
      Es eröffnen sich übrigens auch ganz neue Folterperspektiven – Nachweisbarkeit fast unmöglich.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Active_Denial_System
      http://de.wikipedia.org/wiki/Nicht-t%C3%B6dliche_Waffe#LRAD_.28Long_Range_Acoustic_Device.29

      Glaubst Du wirklich, dass die Erlaubnis der Todesstrafe bei “Aufständen” in der EU-Verfassung (Lügenhackfressenbezeichnung: “Vertrag von Lissabon”) durch die Hintertür und Klamotten wie FRONTEX ein Zufall sind?

    31. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 12:46 - Permalink

      @Christian

      Die Krise ist nicht überwunden!!

      Die “Finanzmarktkrise” ist erst einmal überwunden – die nächste wird kommen, wenn “wir” dies nicht verhindern wollen, das ist klar. Dass “die Krise” mehr als nur die Finanzmarktkrise ist, ist ebenfalls klar. Aber unser “Gejammer” interessiert einen Herrn Ackermann nicht die Bohne – “seine Krise” haben wir gezähmt.

    32. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 12:50 - Permalink

      @Frank Schenk

      Hm, ich wundere mich doch auch sehr. Die Krise soll vorbei sein? Die Kleinanleger sollen mitschuldig sein? Hab ich irgendwas verpasst?

      Offensichtlich ;-)

      Die Kleinanleger haben direkt und indirekt (über Lebensversicherung, Fonds, Festgelder etc. pp.) im Casino mitgezockt – natürlich nicht selbst, sie haben das die Ackermänner machen lassen und sich vor Freude kaum noch eingekriegt, wenn sie auf ihre Ersparnisse 7% Zins bekommen haben. Die Frage, wie das gehen kann, haben sie ausgeblendet. Auch haben sie die Parteien gewählt, die die Rahmenbedingungen für die Krise ermöglicht haben – “Nichtwissen” und “Nichtwissen wollen” schützt vor Strafe nicht.

      Aber das Geschäftsmodell der Banken ist interessant. Da leiht man sich Geld um sich mehr Geld zu leihen und damit leiht man sich noch mehr Geld um davon Kredite zu vergeben, wovon sich andere dann Luftnummern wie diese Subprime-Dinger kaufen.

      Die ganze Diskussion erinnern mich ein wenig an die “Schuldfragediskussion” beim Dritten Reich. Waren es “nur” ein paar Nazibonzen, die das gute, erhliche und herzensgute deutsche Volk verführt haben, oder trägt das Volk, das diese Partei gewählt hat und nichts getan hat, um sie zu stürzen, nicht doch eine Mitverantworuntg. Es ist immer leicht, die Schuld bei anderen zu suchen.

    33. Westerwellenreiter [Carsten .P.] schrieb am 9. April 2010 um 13:05 - Permalink

      @ 32: Ich lese gerade u.a. das Buch “Hitlers Volksstaat” von Götz Aly. Da steht einiges zur “Schuldfrage” des Deutsches Volkes in der Zeit von 1933 bis 1945.
      @ alle, die schlauer sind als ich: Angenommen, es hätte nur staatliche, genossenschaftliche und ähnliche weniger-kapitalistische Banken gegeben. Hätten wir dann weniger oder mehr Wohlstand (und Frieden und Freiheit)? Wäre die Verteilung eine andere? Ginge es uns dann besser oder schlechter?
      (Haben sich in Deutschland nicht auch und gerade die staatlichen Landesbanken verzockt?)

    34. Karl Heinrich schrieb am 9. April 2010 um 13:06 - Permalink

      Die unangenehmen Dinge werden natuerlich nicht angesprochen. Als da waeren:

      – Staatliche Garantieinflation infolge sozialdemokratischer Waehlerbestechung in Amerika (CRA, Freddie Mac & Mae)
      – Niedrigzinspolitik der Fed
      – Aggressive Risk Taking staatlicher Banken in Deutschland

    35. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 13:10 - Permalink

      @Karl Heinrich

      Der letzte Punkt wird sicher angesprochen. Die ersten beiden Punkte sind weniger wichtig – die können Deine “Gesinnungsgenossen” ja auf einem INSM-Happening in Bad Homburg aufgreifen ;-)

    36. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 13:14 - Permalink

      @Westerwellenreiter

      Ich weiß zwar nicht, ob ich “schlauer” als Du bin, antworte aber trotzdem

      Hätten wir dann weniger oder mehr Wohlstand (und Frieden und Freiheit)? Wäre die Verteilung eine andere? Ginge es uns dann besser oder schlechter?

      Sicherlich wäre die Verteilung des Wohlstands eine ausgeglichenere, wenn das Bankensystem kleingliedriger, kommunaler und nicht gewinnorientiert wäre. Ob es “uns” dann besser oder schlechter ginge, ist eine Frage, von wem Du redest. Wenn Du zur Unter- oder Mittelschicht ohne größere Einkommen aus Vermögenswerten gehörst, würde es Dir besser gehen – ja. Wenn Du allerings zum glücklichen Kreis derer gehörst, die relevante Vermögenswerte ansparen konnten oder vererbt bekommen haben, stündest Du relativ und absolut wohl schlechter da.

    37. Westerwellenreiter [Carsten P.] schrieb am 9. April 2010 um 13:18 - Permalink

      @ 35: Die ersten beiden Punkte sind wichtig. Sie sind zwar nicht die einzigen Ursachen für das Desaster, aber sie sollten nicht ausgeblendet werden. Dass darauf nicht eingegangen wird, zeigt doch die Einseitigkeit des “Tribunals”, das vorhin auf NDR Info als “Schauprozess” bezeichnet wurde.

    38. Karl Heinrich schrieb am 9. April 2010 um 13:31 - Permalink

      Eins noch: Les jeux, ils sont faits. (Und der Akzent über va muss weg.) – Ein Service der INSM ;-)

    39. Realist schrieb am 9. April 2010 um 13:42 - Permalink

      Vielleicht hilft es (Attac-Bankentribunal) ein wenig diesen Teufelskreis zu durchbrechen:

      ?Die Mittelschicht betrügt sich selbst?:
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,687760,00.html

      Hoffnung habe ich aber wenig. Ich kenne keinen Fall in der Geschichte, in der in einer Gesellschaft mit deutlichen Klassengegensätzen je etwas durch Vernunft gelöst wurde.

    40. Daniel schrieb am 9. April 2010 um 14:35 - Permalink

      @ Spiegelfechter, 32 und @ Westerwellenreiter,33

      Ich lese zur Zeit in dem Buch: “1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte” von Gerd Schultze-Rhonhof, 6. Auflage 10/2007, (c) 2003 Olzog Verlag GmbH, München.

      Die deutsche Innenpolitik bleibt dabei komplett ausgeblendet; aber für jemanden, der sich von Hause aus mit dem organisierten SS- und SA-Terror auseinandergesetzt hat, ist die außenpolitische Sichtweise recht interessant. Vor allem, welches Geschichtsbewusstsein sich in den Vielvölkerstaaten des damaligen Europa abgebildet hat, wird von der bloßen Holocaust-Betroffenheit vollkommen überdeckt.

      Ich finde es eine gute Nachricht, dass am 03.10. diesen Jahres die letzte deutsche Reparationszahlung zum Ersten Weltkrieg fällig wird. Ein leidiges Kapitel könnte damit abgeschlossen sein.

    41. Harry Haller schrieb am 9. April 2010 um 14:50 - Permalink

      @westerwelle #37

      In der “Anklageschrift” kannst Du nachlesen, dass sich das Tribunal auf D und SEINE Verantwortlichen (bzw. deren Stellvertreter) bezieht. Das zum Thema “Einseitigkeit”…, da hat aber Dein Reflex schon zugeschnappt…

    42. Klaus schrieb am 9. April 2010 um 14:52 - Permalink

      “Wir waren es, die den Bankern die Jetons für das Finanzcasino zusteckten, ”

      Nee, ich nicht. Halten Sie mich da bitte raus.

    43. Griabiger Batzi schrieb am 9. April 2010 um 15:04 - Permalink

      @Karl Heinrich, 34

      Die unangenehmen Dinge werden natuerlich nicht angesprochen. Als da waeren:

      ? Staatliche Garantieinflation infolge sozialdemokratischer Waehlerbestechung in Amerika (CRA, Freddie Mac & Mae)
      ? Niedrigzinspolitik der Fed
      ? Aggressive Risk Taking staatlicher Banken in Deutschland

      Was könnte daran für attac unangenehm sein?

      Man könnte die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, wenn eine Notenbank wie die Fed nicht zu 100% Staatseigentum ist.
      Man könnte die Frage nach der Tragweite der primary-Dealers-Problematik und der Problematik einer nicht nahezu 100% staatseigenen Notenbank stellen.
      Man könnte die Rolle Alan Greenspans und der Leute, mit denen Alan Greenspan zu tun hat, näher beleuchten.

      ? Staatliche Garantieinflation infolge sozialdemokratischer Waehlerbestechung in Amerika (CRA, Freddie Mac & Mae)

      Den Satz musst Du umformulieren. Unter Einsatz all meiner Interpretationsfähigkeiten gibt dieser Satz in vielerlei und sich gegenseitige negierender Weise Sinn. Auf welche der vielen möglichen, zu interpretierenden Aussagen zielst Du hinaus?

      ? Aggressive Risk Taking staatlicher Banken in Deutschland

      Und weiter?

      Da ich nicht mehr Zeit habe, nur 2 links:

      nachdenkseiten.de/?p=3743
      nachdenkseiten.de/?p=3029

      Es gibt bessere Links und Quellen; aber mir fehlt -wie gesagt- die Zeit.

      PS:
      -”Aggressive Risk Taking”-, yeah!

      Erinnert mich an Marc Beise, der in seinem Videoblog wie es sich für -Entscheider gehört und da er m.E. ohne Zweifel eine sehr wichtige Person ist- auf dem Weg zu seinem Büro mit dem Handy telefoniert, die in der Hand gehaltenen Dokumente/Zeitungen mit Nachdruck auf seinen vor Zeitungen/Büchern fast überquellenden Schreibtisch ablegt und natürlich auch seine (wirtschaftstheoretischen?) Ausführungen am Flip Chart Board untermalt.

      sueddeutsche.de/video/3845.html

      Meiner Ansicht nach ist auch der lateinische Name -”Summa summarum”- sehr wichtig.

      Ich plane in Zukunft einen Videoblog unter dem Namen “In vinum veritas”, wo ich -nachdem ich mich mit 2 Flaschen Rotwein zulaufen lassen habe- über Volkswirtschaft -hics- sinniere.
      Oder einen Wirtschaftsvideoblog unter dem Namen -”Tam deest avaro, quod habet, quam quod non habet”- Um was es dann gehen wird, muss ich nicht sonderlich erklären, da der Name für sich spricht.

      Oder ein Videoblog, in dem ich mich unter dem Namen -”Tamen est laudanda voluntas”- mit den Videoblogs von einigen Wirtschaftsredakteuren kritisch auseinandersetze.

      Verglichen mit dem Videoblog von Herrn Beise finde ich -unabhängig seiner politischen Ausrichtung- das Auftreten von Peter Gauweiler in seinem Videoblog wesentlich sympathischer:

      youtube.com/user/PeterGauweiler#p/u/4/XEC2KXle94M
      youtube.com/watch?v=W5C4tIvOwRA
      youtube.com/user/PeterGauweiler#p/u/4/XEC2KXle94M
      youtube.com/user/PeterGauweiler#p/u/6/O2KexLbqqwg

      Ganz abgesehen davon, dass ich Herrn Gauweiler irgendwie nicht unsympathisch finde. Der ist m.E. mehr seinem Gewissen/Überzeugungen verpflichtet als viele andere Abgeordnete. Sieht man u.a. daran, dass er nicht selten als Einziger gegen den Fraktionszwang für seine Überzeugung abstimmt (z.b. Althea-/OEF-/OAE-Abstimmungen).

      Keine falschen Schlussfolgerungen: ein Klaus Buchner oder ein Oskar Lafontaine sind mir natürlich sympathischer. Unsympathisch finde ich Herrn Gauweiler dennoch nicht.

    44. Teja552 schrieb am 9. April 2010 um 15:32 - Permalink

      Kann das auch nur begrüßen und hoffe, das es so viele wie möglich verfolgen und auch davon erfahren, ich wünsche Attac viel Glück!

      Werde es in jedenfall verfolgen und auch weiter geben!

    45. Griabiger Batzi schrieb am 9. April 2010 um 15:43 - Permalink

      und der Leute, mit denen Alan Greenspan zu tun hat, näher beleuchten.

      Oder der Leute, für die er mittlerweile tätig war/ist.

      ;-)

    46. J. S. schrieb am 9. April 2010 um 15:52 - Permalink

      Wird es davon auch eine Aufzeichnung geben?

    47. Griabiger Batzi schrieb am 9. April 2010 um 16:03 - Permalink

      @Karl Heinrich, 38

      Les jeux, ils sont faits. (Und der Akzent über va muss weg.) ? Ein Service der INSM ;-)

      Der accent grave muss tatsächlich weg.
      fait ohne s geht m.E. mittlerweile auch.

      Möchtest Du diesen Satz näher erklären?

      Ein Service der INSM ;-)

      @all
      Wem die Überleitung zu Marc Beise zu unorthodox war:

      Ich wollte heute unbedingt noch etwas zu Herrn Beise schreiben. :-)

    48. Stefan K. schrieb am 9. April 2010 um 16:49 - Permalink

      @ spiegelfechter

      Waren es ?nur? ein paar Nazibonzen, die das gute, erhliche und herzensgute deutsche Volk verführt haben, oder trägt das Volk, das diese Partei gewählt hat und nichts getan hat, um sie zu stürzen, nicht doch eine Mitverantworuntg. Es ist immer leicht, die Schuld bei anderen zu suchen.

      Mittlerweile wissen wir, dass es so etwas wie strukturelle Gewalt gibt – und eben der Schaffung solcher Strukturen ist entgegenzuwirken. Oder deutlicher: Allen Strukturen auf allen Ebenen die der Demokratie und der gesellschaftlichen Teilhabe Aller entgegenwirken ist m.M. nach zu begegnen.

      @ Martin W.

      Das ist etwas was schon Sokrates an der Attischen Demokratie bemängelte, aber ein Ideal ist nun einmal etwas dem man sich nur anähern kann, welches sich aber nicht erreichen läßt.
      Was aber micht heißt, die Entwicklung eben in eine solche Richtung voranzutreiben oder aber wenigstens nicht zu verschlechtern.

    49. Martin W. schrieb am 9. April 2010 um 16:56 - Permalink

      @ 23 schwitzig:

      Sehr schön umschrieben, die Misere. Aber was die Meinungsbildung angeht: Kann es nicht so sein, dass dem allergrößten Teil der Bevölkerung die einfachsten Zusammenhänge nicht plausibel sind und sie deshalb immer wieder das Kreuz an der gleichen Stelle machen?

      Es gab dazu in den NDS vor kurzem den Hinweis, dass es Führungskräften schlicht an der Zeit fehlt, sich intensiver mit Hintergründen oder überhaupt mit Themen zu beschäftigen. Ist das nicht eigentlich bei nahezu jedem so? Hier schreiben doch auch in der Regel meist immer die selben. In anderen Foren und Blogs sieht das nicht anders aus.

      Aber wie ist es in eurem Bekanntenkreis? Wenn ich bei mir so rumgucke, ist das Interesse an den Themen, wie sie hier diskutiert werden, gleich Null. Die meisten haben ihren Job (reguläre Arbeit mit angemessenen Gehalt) und Familie und damit ist das Tagespensum voll. Natürlich kann es nicht schaden, vor einer Wahl z.B. sich einen kurzen Überblick über das Weltgeschehen zu machen, aber bei Vielen gibt es halt abends nur einer der Haupt-Nachrichtensendungen und fertig. Und wenn dann noch nur “RTL aktuell” geguckt wird, wundert einen das Desinteresse und Durchwinken abstruser Politik gar nicht mehr.

      Schließen wir zu leicht von uns auf andere? Erwarten wir gar zu viel?

    50. COPOKA schrieb am 9. April 2010 um 17:01 - Permalink

      @SF

      …
      Er ist aber weder gesund, noch reicht der Eingriff, um seine Gesundheit mittel- bis langfristig zu sichern.

      Treffend umschrieben. Außer, dass es bereits um einen ByBypass handelt.
      Oder Bay-Bay-Pass ;)

      Zu # 32

      Auch haben sie die Parteien gewählt, die die Rahmenbedingungen für die Krise ermöglicht haben ? ?Nichtwissen? und ?Nichtwissen wollen? schützt vor Strafe nicht.

      Außer Parteien stand und steht uns nichts zu der Wahl.
      Könntest du bereits 1998 vorausschauen, zu welch einem Megaarschloch sich Gerd und seine Kumpanen samt Grünen entwickeln würden? Ich nicht.
      Und anno 2002 war “die Alternative” noch grässlicher. Zumindest sah es so aus, wenn man die Pest und Cholera zu vergleichen suchte.

      Wenn ich ehrlich seien darf, glaube ich gar nicht mehr daran, dass “unsere Politiker” überhaupt zu souveränen politischen Entscheidungen (in wessen Interessen auch immer) fähig und in der Lage sind. Daher streben und tun sie nur das Übrige – sich zu bereichern und in möglichst vorteilhafte Position zu bringen. Das ist alles, was von politischem Handeln noch übrig blieb.
      Daran kann auch die Linke oder x-beliebige Partei auf “parlamentarischem Wege” nicht viel ändern, ohne den ganzen Sauladen komplett umzukrempeln. Für das letztere sind jedoch außerordentliche Umstände vonnöten.

      Apropos Dritten Reich und die Schuldfrage.
      Du solltest es doch besser wissen, dass die Nazis nicht nur in Deutschland und Europa großes Ansehen genossen haben – “Man of the Year” anno 1938, großer Freund der Sowjetunion & pipapo. Und was für wirtschaftliches Wachstum!!!

    51. Bernd schrieb am 9. April 2010 um 18:20 - Permalink

      Mir hat der Kommentar von Frank Schenk ganz gut gefallen – auch wenn er nur kurz war aber er trifft die Lage ganz gut.
      Ich habe mich eigentlich ein ganzes Leben lang gewunderz, dass ein Firma / ein Unternehmen / ein Rohstoff plötzlich sehr viel mehr wert sein soll nur weil da irgendwelche Spekulanten dafür sorgen.
      Mir ist das Prinzip von Aktien und Wertpapieren schon klar – und ich kann es sogar gutheißen, dass es die Möglichkeit von Spekulationen prinzipiell gibt. Aber ich finde es mehr als verwunderlich, dass es eben möglich war die Finanzgeschäfte so sehr viel lukrativer werden zu lassen als “Produktionsbetriebe”.
      Wenn man durch Investitionen und viel Arbeit den Gewinn einen Betrieben um 10 % erhöhen kann und im Gegenzug dazu mit Finanzinvestitionen auf irgendwelche Wertpapiere den Gewinn um 30 % erhöhen kann, dann ist eigentlich abzusehen welchen Weg man letztendlich als einfacher und gewinnbringender gehen wird. Und so lange alle mitspielen geht dies natürlich auch gut. Letztendlich haben wir alle viel von unsrem Wohlstand auch diesen Möglichkeiten zu verdanken und ich kann gar nicht entscheiden wie weit die gesamten Möglichkeiten der Finanzwelt nun bisher eher mehr positive oder mehr negative Auswirkungen hatten. Aber es bleibt immer das Gefühl zurück – das kann doch nicht immer so weiter gehen, irgendwann wird es einen “Letzten” geben der dann die Zeche auch zahlen muss. Und die einzelnen “Blasen” der letzen Jahr haben ja auch gezeigt, das es immer wieder so kommt. Sei es um 2000 die große Internetblase, sei es nun die Immobilienblase die uns nun noch schlimmer getroffen hat.
      Und ich glaube eben dass die Politik hier immer machtloser hinterherkinkt – sofern man überhaupt noch daran glaubt, dass die Politik hier irgendetwas machen möchte. ich krige immer mehr den Eindruck, dass die wunderschönen Ausrede, das ja alles inzwichen nur mehr global behandelt werden kann, eigentlich die Politiker eher beruhigt.
      So kann jeder Politiker immer schön mit dem Volk darin übereinstimmen, dass es nicht gut ist wenn Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden und jeder Politiker würde “soooo gerne etwas dagegen unternehmen” aber leider geht dies ja nie weil dazu alle Staaten dieser Welt an einem Strang ziehen müssten. Europa kann ohne die USA, die USA ohne Rußland und Rußland ohne China und wiederum China ohne Europa nix unternehmen – und so weiter. Irgendwer in der Kette findet cish sicher der eben etwas andere Vorstellungen hat und daher sind derartige Bemühungen entweder sofort zum Scheitern verurteilt, oder dauern eben so lange dass die nächsten 5 stärkeren Krisen mit Sicherheit schneller kommen als ein Lösungsansatz.
      Und da jede Krise “natürlich” auch immer anders ils die vorhergehende beginnt natürlich auch jedesmal eine andere Diskussion über andere Lösungsmöglichkeiten.

    52. Hombre schrieb am 9. April 2010 um 19:36 - Permalink

      “Schuld an der Krise haben jedoch nicht nur die Nieten in Nadelstreifen. Wir waren es, die den Bankern die Jetons für das Finanzcasino zusteckten, und die von uns legitimierten Politiker waren es, die”

      Ich habe jetzt die anderen 50+ Kommentare nicht gelesen. Aber dieser Satz ist Schwachsinn³. Mindestens. Er impliziert ein “Wir sitzen alle in einem Boot”. Und das ist großer Käse. WIR haben dem Casino überhaupt nichts zugesteckt. Denn WIR durften zu diesem Thema überhaupt nicht abstimmen, denn UNS wurden weder Details noch Konsequenzen dazu erläutert. Es ist nicht UNSER, sondern DEREN Problem und deswegen sollten wir nicht zum Nulltarif DEREN Problem lösen. Und deswegen mag ich kein gefühltes false-flag-attac, sondern UNS auf der Strasse und DIE an den Laternen.

    53. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 19:41 - Permalink

      @Hombre

      So so, DU hast also den Kopf in den Sand (oder umgekehrt? ;-)) gesteckt, bist kein Wahlberechtigter, zahlst weder Steuern, noch das Du an Staatsausgaben partizipierst und nimmst auch nicht aktiv am Zahlungsverkehr oder irgendwelchen Finanzangelegenheiten teil. Ok, DU bist unschuldig, WIR nicht ;-)

    54. googlehupf schrieb am 9. April 2010 um 20:23 - Permalink

      Bei den “Verteidigern” kann man wohl nur von einem Schauprozess reden – das Ergebnis steht sowieso schon fest.

    55. Schneemann schrieb am 9. April 2010 um 20:26 - Permalink

      Posterfreund Hombre hat schon recht, die Italiener haben sich die Mafia auch nicht selbst ausgesucht. Und wenn der Krebs metastasiert, kannst nur noch resignieren oder kämpfen. Letzteres wird hierzulande durch einen perfektionierten totalen Überwachungsstaat in Verbindung mit nachhaltiger Gehirnwäsche per Massenmedien erfolgreich verhindert.

      Doch viel wichtiger – bei den ATTACs fehlt der krönende Abschluß am Sonntag Nachmittag:

      Öffentliche Hinrichtung der Finanzterroristen auf dem Platz des Volkes

      mit theatraler Inszenierung, dutzender Galgen, lodernder Scheiterhaufen für die Strohpuppenmänner. Vielleicht erlebt unsere jüngere Generation sowas ja noch irgendwann ‘live’.

    56. Schneemann schrieb am 9. April 2010 um 20:33 - Permalink

      am Schluß kommt raus, daß für jeden Liter Öl 13 Liter am Spotmarkt gehandelt werden ? für jedes Kilo Gold das Zehnfache hin- und her-gehandelt wird.

      Beim Öl geht das Blechfaß durch rund zwanzig edle Hände, bevor es endlich einen Endabnehmer findet, beim Gold wird grob das Hundertfache des Vorhandenen umgeschlagen. ;)

    57. Metscher schrieb am 9. April 2010 um 20:57 - Permalink

      @spiegelfechter.

      die können Deine ?Gesinnungsgenossen? ja auf einem INSM-Happening in Bad Homburg aufgreifen ;-)

      Hallo spiegelfechter,

      was meinst Du mit dem Satz?

      oder vielmehr:
      Woher nimmst Du Dein Wissen?

    58. titus schrieb am 9. April 2010 um 20:58 - Permalink

      @53

      DU kannst DIR meinetwegen asche auf DEIN haupt schütten und mitschuldig sein.
      DEINE sache…

      aber ICH und millionen ANDERER und natürlich HOMBRE sind definitiv unschuldig…
      also red nich son nonsens…

    59. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 21:01 - Permalink

      @titus

      Na dann ist ja gut, ich halte Euch schon mal einen Platz in der ?Allee der Gerechten unter den Völkern? frei ;-)

    60. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 21:03 - Permalink

      @Metscher

      Woher nimmst Du Dein Wissen?

      Das kannst Du natürlich nicht wissen, aber ich (und andere) und Karl-Heinrich haben diese Themen schon bis zum Umfallen diskutiert ;-)

    61. Metscher schrieb am 9. April 2010 um 21:11 - Permalink

      @spiegelfechter, 60

      Das kannst Du natürlich nicht wissen, aber ich (und andere) und Karl-Heinrich haben diese Themen schon bis zum Umfallen diskutiert ;-)

      :-)
      Danke für die prompte Antwort.

      Ist das eine ironische Seitenbemerkungen -ohne dass man es wirklich wüsste- oder diskutieren hier tatsächlich Personen einer der größten Lobbyorganisation mit?

      Karl Heinrich machte jetzt nicht gerade Eindruck auf mich, als hätte er ein umfassendes volkswirtschaftliches Wissen.

    62. Spiegelfechter schrieb am 9. April 2010 um 21:23 - Permalink

      @Metscher

      Ne, das war ein ironischer Einwurf, da Sinn und Henkel auch gerne diese “Argumente” auffassen. Die Botschaft ist ebenso klar, wie stupide – nicht das Finanzsystem, sondern der “Wohlfahrtsstaat” hat die Krise ausgelöst. Über derlei Unfug muss man eigentlich nicht ernsthaft diskutieren, das ist nicht satisfaktionsfähig.

      Karl Heinrich machte jetzt nicht gerade Eindruck auf mich, als hätte er ein umfassendes volkswirtschaftliches Wissen.

      Eben *lol*

    63. W.B. schrieb am 9. April 2010 um 21:37 - Permalink

      Karl Heinrich machte jetzt nicht gerade Eindruck auf mich, als hätte er ein umfassendes volkswirtschaftliches Wissen.

      @61
      Siehste, umfassendes volkswirtschaftliches Wissen wirst du bei der INSM auch nicht finden … dafür aber – inzwischen recht angestaubte – neoliberale Glaubensbekenntnisse …

    64. bojenberg schrieb am 9. April 2010 um 21:45 - Permalink

      das streaming ist ne katastrophe …

    65. Griabiger Batzi schrieb am 9. April 2010 um 21:50 - Permalink

      Ne, das war ein ironischer Einwurf, da Sinn und Henkel auch gerne diese ?Argumente? auffassen. Die Botschaft ist ebenso klar, wie stupide ? nicht das Finanzsystem, sondern der ?Wohlfahrtsstaat? hat die Krise ausgelöst

      Ich billige den beiden -Sinn und Henkel (na gut, eher Sinn als Henkel :-) )- durchaus sehr gute volkswirtschaftliche Kompetenz zu. Allein wissen sie m.E., dass in Deutschland der Erfolg als Wirtschaftswissenschaftler nur bedingt vom Können/sportlichen Ehrgeiz/freiem Forscherdrang abhängt, sondern in meine Augen mehrheitlich davon, dass die Forschung und die Ergebnisse konform mit der durch mächtige Gruppen intendierten Richtung sind.

      Das Ausmaß der Beeinflussung der akademischen, volkswirtschaftlichen Lehre und ihrer ideologischen Ausrichtung in Deutschland ist m.E. fast einzigartig.

      Ich halte diese Situation für einen grossen Skandal.

      Ich glaub auch nicht -wie Herr Fricke- schreibt, dass dies der mangelnden Offenheit, der mangelnden Qualifikation oder dem mangelndem Ehrgeiz deutscher Ökonomen geschuldet ist, sondern dass die meisten deutschen Ökonomen sehr wohl anders (besser) könnten. Sie es aber aus verschiedenen Gründen für klüger halten, genau dies nicht zu tun.

      ftd.de/politik/deutschland/:kolumne-fricke-land-der-dichten-denker/50098315.html

    66. Griabiger Batzi schrieb am 9. April 2010 um 23:12 - Permalink

      Das war diesbezüglich der Höhepunkt:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Appell

      Einfach nur skandalös.

    67. Griabiger Batzi schrieb am 10. April 2010 um 10:04 - Permalink

      Oh man, die nette jura Studentin hat ihre Nerven nicht in Griff. Diesen Part hätte jemand anders übernehmen müssen.

      Dafür kann Frau Herrmann hervorragend reden.

      Davon abgesehen:

      Schaut so aus, als wäre die Stimmung nicht gerade so toll.

      Fände ich scheiße.

    68. Spiegelfechter schrieb am 10. April 2010 um 10:09 - Permalink

      @Griabiger Bazi

      Da muss die junge Dame aber noch einiges lernen, wenn sie je auf deutsche Gerichtssäle losgelassen werden will ;-)

      Aber der “olle” Altvater ist dafür ja Profi durch und durch.

      Die Stimmung ist doch nicht schlecht ;-)

    69. Griabiger Batzi schrieb am 10. April 2010 um 11:15 - Permalink

      Die Stimmung ist doch nicht schlecht ;-)

      Dann bin ich ja froh. Fände es sehr schade, wenn das Bankentribunal kein Erfolg werden würde.

      Es ist ein wenig bedauernswert, dass mit Herrn Kaden nur ein “wirklicher” Verteidiger beteiligt ist.
      Ich weiß nicht, wie stark sich die Herrn von Heusinger und Wahl für ihre Mandanten einsetzen werden.
      Bleibt zu hoffen, dass es für Herrn Wolter eine Frage seiner Anwaltsehre ist, sich und seine Mandanten gut zu verkaufen. Vielleicht wäre es besser gewesen, hätte man weniger prominente, dafür weniger vorbelastete “Anwälte” zu gewinnen versucht.

      Im Publikum hocken auch wieder ein paar Volldioten. *Kopfschüttel*
      So ein Gerichtsverfahren kann doch nur funktionieren, wenn der Ausgang des Tribunals halbwegs offen bleibt.

      Ich finde es nicht sehr gut, Herr Kaden – dessen Beteiligung für das Gelingen des Tribunals äußerst wichtig ist- vorzuwerfen, dass er ein Rassist sei. Ich mein, er muss seine Rolle gut spielen und ein guter Anwalt darf keine Kniffe und Argumentationspunkte auslassen.

      Aber der ?olle? Altvater ist dafür ja Profi durch und durch.

      Ja, das ist er. Gott sei Dank.

      Nachtrag:

      Ok, bezüglich des Auftretens von Herrn Wolter muss man sich keine Sorgen machen. Für ihn ist es definitiv eine Frage der Ehre.

      Und ich finde es wenig erfreulich, dass kein ÖR Regional-Fernsehen bereit gewesen ist, das Tribunal live zu übertragen.
      Die Bild- und Tonqualität des Streams sind wenig berauschend. Naja, ….. ich höre auf zu meckern. Besser so, als gar nicht.

    70. Griabiger Batzi schrieb am 10. April 2010 um 13:05 - Permalink

      Oh Gott, die Frau Kraus. Die ist ja mal richtig schlecht.
      Die hat Bwl studiert und dann kommt sowas raus.

      Gerade war es so richtig gut: Herrn Wolter zeigte die ganze Bandbreite seines Können und bewies erneut, warum er zu Recht einer der führenden Jura-Professoren in Deutschland ist. Herr Schumacher führte intelligente Argumente auf….

      Und dann kommt Frau Kraus, die sich m.E. über eine Bezeichnung als “schnippisch”, flippig freuen würde, und……. naja (Man könnte z.b. mit abgeschlossenen Betriebswirtschaftsstudium vielleicht die Merkmale des Ordoliberalismus kennen und vielleicht auch ein wenig rhetorische Fähigkeiten sein Eigen nennen. Naja.)

      Kurzum: Frau Kraus ist sehr schwach.

      Ich hätte gerne einen Staatsanwalt Lafontaine gesehen.


      auch hier:

      youtube.com/watch?v=iSmnZ_YydDU&feature=related

      (legendäre Rede!) (legendärer Redner!)(fast völlig ohne Manuskript gehalten!)

      Ich liebe gute Rhetoriker.

      Frau Kraus ist leider keine gute Rhetorikerin.

    71. Spiegelfechter schrieb am 10. April 2010 um 13:46 - Permalink

      @Bazi

      Oh Gott, die Frau Kraus. Die ist ja mal richtig schlecht.

      Ich würde fast sagen – nette Veranstaltung, wenn nur die Typen von Attac nicht auf dem Podest wären ;-)

      Gerade war es so richtig gut: Herrn Wolter zeigte die ganze Bandbreite seines Können und bewies erneut, warum er zu Recht einer der führenden Jura-Professoren in Deutschland ist. Herr Schumacher führte intelligente Argumente auf?.

      Stimmt, der Kollege Zeise hat mir aber auch sehr gut gefallen und Axel Troost hat seine Sache auch ordentlich durchgezogen.

      Ich hätte gerne einen Staatsanwalt Lafontaine gesehen.

      Ja, das wäre was – aber der ist Attac sicher zu “links” ;-)

    72. Irreversibel schrieb am 10. April 2010 um 14:53 - Permalink

      Die Kleinanleger haben direkt und indirekt (über Lebensversicherung, Fonds, Festgelder etc. pp.) im Casino mitgezockt ? natürlich nicht selbst, sie haben das die Ackermänner machen lassen und sich vor Freude kaum noch eingekriegt, wenn sie auf ihre Ersparnisse 7% Zins bekommen haben. Die Frage, wie das gehen kann, haben sie ausgeblendet. Auch haben sie die Parteien gewählt, die die Rahmenbedingungen für die Krise ermöglicht haben ? ?Nichtwissen? und ?Nichtwissen wollen? schützt vor Strafe nicht.

      Danke für diese wichtige Feststellung.
      Es geht mir mitunter schon mächtig auf die Nerven, wie sich heute manche Leute als Opfer der bösen Bankster generieren, die vor 2 Jahren noch kein Problem mit dem Casino-Kapitalismus hatten. Solange die eigene Rendite gestimmt hat eben
      .

    73. Outlook schrieb am 10. April 2010 um 15:16 - Permalink

      Auch Krankenkassen werden nicht unbeteiligt sein.
      Die Landesbanken waren immer süchtig nach überschüssiger Liquidität.
      Jetzt kommen die Beitragserhöhungen.

      Der gesamte Kreislauf ist eben systemrelevant.
      Den gilt es zu “schützen”.

      Es ist immer ein Unterschied, ob ich mich privat für eine Anlage entscheide, oder ob anvertrautes Geld zweckentfremdet verzockt wird.
      Egal ob es Steuergelder, LV´s, Kassen- oder Rentenbeiträge sind.

      Schon eine seriöse und unabhängige Mttelstandsbank ala Grupp könnte einiges bewegen.
      Mich wunderst, das es dahingehend noch keine Aktivitäten gibt.
      Oder doch?

    74. Griabiger Batzi schrieb am 10. April 2010 um 18:10 - Permalink

      Giegold ist hervorragend. Mit Wahl also schon 2 gute attac Aktivisten auf dem Podium. Auch wenn ich von ihm nicht verteidigt werden wollte.

      ;-)

      Altvater kann nicht aufhören zu reden. :-)

    75. schwitzig schrieb am 10. April 2010 um 19:41 - Permalink

      @72 irreversibel

      Es geht mir mitunter schon mächtig auf die Nerven, wie sich heute manche Leute als Opfer der bösen Bankster generieren, die vor 2 Jahren noch kein Problem mit dem Casino-Kapitalismus hatten.

      So? Nun, ich habe vor ein paar Jahren, als mir mein Bankberater z.B. Aktienfonds etc. anbieten wollte, direkt gesagt, dass ich so etwas verachte und damit nichts zu tun haben will. Desweiteren habe ich keine Lebensversicherung und ähnlichen Blödsinn. Das einzige, was ich laufen lasse, ist ein Bausparvertrag, um ihn ggf. für Notfälle aufzulösen.
      Ich bin definitiv nicht mitschuldig im Rahmen der Möglichkeiten, die mir als Handlungsfreiheit blieben und bleiben!

      Ich bin Leidtragender der Schuldigkeit von Leuten wie Dir und stimme der These des SF nur sehr bedingt zu, da sie wie jede Pauschalisierung völlig an der Wahrheit vorbei knallt.

      Und ich bin es wirklich bis oben hin satt, von Leuten wie Dir eine Mitschuld zugewiesen zu bekommen!

    76. Spiegelfechter schrieb am 10. April 2010 um 19:54 - Permalink

      @Schwitzig

      Ich glaube, weder “irreversibel” noch ich, wollen Dir eine persönliche Schuld zuschreiben. Mir geht es nur darum, das verlogene Selbstmitleid unserer Mitbürger anzuprangern. Wenn ich von “Opfern” höre, die sich von isländischen Banken um die Ersparnisse für das Studium der Kinder betrogen fühlen, kann ich nicht mal mehr lachen. Was für ein Schwachsinn – wer mit dem Geld für das Studium der Kinder zockt, hat es auch nicht besser verdient. Und die Zinsgeilheit der Mittelschicht ist ja nun keine Erfindung von mir. Ich sage ja nicht, dass JEDER persönliche Schuld trägt. Die Erklärung, die Banker – oder wahlweise “die Schlipsträger” hätten uns arme Tore an den Rand der Katastrophe getrieben, ist mir nicht nur zu billig, sie ist auch definitiv falsch!

    77. R_Winter schrieb am 10. April 2010 um 20:48 - Permalink

      @SF #76

      Mir geht es nur darum, das verlogene Selbstmitleid unserer Mitbürger anzuprangern.

      Der Satz könnte auch von einem Bankenvertreter/Strukturvertrieb stammen, der von eigenen Verhalten ablenken will.
      Du vergleichst oder stellst auf gleicher Stufe eine Mücke mit einem Elefanten oder noch besser eine Geschwindigkeitsübertretung mit einem Kapitalverbrechen.
      Viele Anleger haben in Unkenntnis ihren “Bank-über-den-Tisch-Ziehern” vertraut.
      Wenn Ackermann 25% Eigenkapitalrendite erreicht, dann ist für den unbedarften Anlegen 6% schlicht normal. Hier von persönliche Schuld zu sprechen und “JEDER” noch zur Betonung groß zu schreiben, scheint mir unangemessen.
      Persönlich habe ich immer die zweifelhaften Anlagen abgelehnt und die Blase schon vor Jahren vorausgesehen.
      Deine hochmütige Worte teile ich nicht, da über 70% der Anleger das Risiko der mit schönen, englischen Worten beschriebenen “Null-Papiere” nicht verstehen könnten und fast kriminell behandelt wurden.

    78. Karl Heinrich schrieb am 11. April 2010 um 01:12 - Permalink

      @Sf #62

      Die Botschaft ist ebenso klar, wie stupide ? nicht das Finanzsystem, sondern der ?Wohlfahrtsstaat? hat die Krise ausgelöst.

      Ausgelöst nicht. Aber dass die Asset Inflation bei den Eigenheimen ansetzte, das wird dadurch erklärt. Ist ja auch schon lange bekannt:

      By pressuring banks to serve poor borrowers and poor regions of the country, politicians could push for increases in home ownership and urban development without having to commit budgetary dollars. Another political free lunch.

      Über derlei Unfug muss man eigentlich nicht ernsthaft diskutieren, das ist nicht satisfaktionsfähig.

      Tja, das ist eben unangenehm, weil es die politische Mechanik offensichtlich macht.

    79. COPOKA schrieb am 11. April 2010 um 03:59 - Permalink

      @SF, #76

      … Was für ein Schwachsinn ? wer mit dem Geld für das Studium der Kinder zockt, hat es auch nicht besser verdient.

      Da gehe ich mit dir noch d’accord.
      Es ging aber um die Schuldfrage. Wenn Tante Erna auf Rat “ihres Bankberaters” ihr Geld in “ganz sichere” Anlagen steckt und dann verliert, hat sie es gewissermaßen zwar verdient, schuld an der Zockerei und dem ganzen Casino ist sie jedoch nicht – ihr war nicht mal bewusst, dass sie gezockt hat. Der nette Berater oder gar der Talkmaster in der Glotze hat ihr doch erzählt – heutzutage wird nun mal so gemacht! In jeder Betrügerei ist der Betrogene mitschuldig an seinem Pech, aber nicht am Betrug.

      Ja, man kann auch ein verführtes Mädchen steinigen lassen, was in vielen Gesellschaften durchaus Salonfähig ist, allerdings muss man den Verführer nicht als Opfer der Gelegenheit da heraushalten – im Gegensatz zum naiven Mädchen hat er Zielstrebig und wissentlich gehandelt. Das ist der Unterschied.

      Man darf eben einen Schwächeren nicht wegen seiner Schwäche beschuldigen. Und Unwissenheit, mangelnde Urteilskraft oder gar mentale Beschränktheit ist auch nichts anderes als eine individuelle Schwäche. Du kannst doch nicht im Ernst erwarten, dass alle Menschen sich so ausführlich mit Politik, Wirtschaft oder gar Finanzwesen auseinandersetzen wie du es tust. Dafür fehlt den meisten nicht nur Grundwissen und -verständnis, sondern auch Zeit und gar schlichte Einsicht für Notwendigkeit derart Zeitvertreib – Menschen haben ganz andere Probleme in ihrem Alltag. Gerade in Mittelschicht. Wenn Menschen ein oder anderes Handwerk gelernt haben – sei es analytische Chemie oder Systementwicklung – und es tüchtig ausüben, bedeutet es noch lange nicht, dass sie in o.g. Bereichen aufgeklärter als die Tante Erna sind.

    80. titus schrieb am 11. April 2010 um 09:12 - Permalink

      ich habe seit 15 jahren meinen notgroschen unter der matratze liegen, nachdem mir einmal das finanzamt das konto gesperrt hat, räume regelmässig das konto leer, bezahle fast alles bar, habe keinerlei versicherungen (ausser kfz) und lehne jegliche zockerei ab…

      also mitschuldig bin ich nicht, kann aber auch eine gewisse freude über die abgezockten nicht verhehlen…
      habe übrigens 1998 das letzte mal spd gewählt und nachdem ruchbar wurde, wohin der zug fährt, ist die linke mein neues zuhause…

    81. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 09:16 - Permalink

      Könnt ihr Aussagen zur NoaBank treffen?

      http://www.noabank.de/die-noa-bank/geschichte

      2009 gegründet.

    82. Realist schrieb am 11. April 2010 um 09:36 - Permalink

      Ich möchte mich zur Diskussion um die Schuldfrage einer ?Tante Emma? zu den derzeitigen politischen Zuständen einmal einmischen. Aus dem Grund, weil ich der festen Überzeugung bin, das diese heutigen Zustände nur möglich waren und sind, weil das Volk es zulässt. Das daran die sogenannte Mittelschicht einen maßgeblichen Anteil trägt, steht außer Zweifel.
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,687760,00.html

      Es geht mir mitunter schon mächtig auf die Nerven, wie sich heute manche Leute als Opfer der bösen Bankster generieren, die vor 2 Jahren noch kein Problem mit dem Casino-Kapitalismus hatten. Solange die eigene Rendite gestimmt hat.

      Diese Zeilen von @ 72 Irreversibel sind doch durchaus berechtigt.
      Natürlich haben die wenigsten Menschen wirklich ?Ahnung? von Wirtschaft, weil sie ganz andere Berufe oder Interessen haben, neben ihren Alltagsleben kaum Zeit für Dinge wie Wirtschaft oder Politik bleibt ? . Aber eines Unterscheidet uns doch von den Menschen vor noch wenigen Generationen. Jeder hat eine Schulausbildung, jeder kann sich in verschiedenen Medien informieren und jeder hat zumindest die Zeit seine Nase ab und an in die Zeitung zu stecken um sich zumindest über die auch ihn persönlich betreffenden wichtigen Dinge aus Politik und Wirtschaft zu informieren. Wenn man ?das sich Informieren? in Frage stellt, dann brauchen wir auch nicht mehr zur Wahl gehen, weil das Kreuz auf den Zettel von einem ?Dummkopf? kommt der nicht weiß was er tut.
      Mir scheint oft, gerade das sogenannte Bildungsbürgertum verwechselt hier ihre berufliche Fachausbildung mit Allgemeinbildung.

      Wie soll sich etwas Ändern, wenn man Dessinteresse und Faulheit nach Informationssuche beim ?einfachen? Bürger immer wieder entschuldigt? Auch deshalb können doch die selbsternannten Eliten aus Wirtschaft und Politik handeln, so wie wir es derzeit erleben.
      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12388

    83. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 10:38 - Permalink

      @R_Winter

      Du vergleichst oder stellst auf gleicher Stufe eine Mücke mit einem Elefanten oder noch besser eine Geschwindigkeitsübertretung mit einem Kapitalverbrechen.

      Nein, Dein Vergleich vernachlässigt die Zusammenhänge. Wenn Du schon eine solchen Vergleich anstellen willst, dann nehme diesen: Die “Kleinsparer” sind die Junkies, die Banker die Dealer – angefangen beim kleinen Strassendealer (dem Strukturvertriebler) bis zum Drogenbaron im Chefsessel des Glaspalastes in Frankfurt.

      Viele Anleger haben in Unkenntnis ihren ?Bank-über-den-Tisch-Ziehern? vertraut.

      Bitte! Dummheit schützt vor Verantwortung nicht!

      Wenn Ackermann 25% Eigenkapitalrendite erreicht, dann ist für den unbedarften Anlegen 6% schlicht normal.

      Ach was! Ackermann erzielt diese Rendite mit einem gigantischen Fremdkapitalhebel 6% auf 100% Eigenkapitalquote ist Casino. Nur weil “Schumi” mit 300 km/h um die Kurve braust, heißt das auch nicht, dass Otto Meier dann halt mit 150 durch bayerische Serpentinenpässe brausen könnte.

      Persönlich habe ich immer die zweifelhaften Anlagen abgelehnt und die Blase schon vor Jahren vorausgesehen.

      Na siehste mal – es geht doch ;-)

      Deine hochmütige Worte teile ich nicht, da über 70% der Anleger das Risiko der mit schönen, englischen Worten beschriebenen ?Null-Papiere? nicht verstehen könnten und fast kriminell behandelt wurden.

      Sagen wir es mal so – die Gier(!!!) hat sie blind gemacht. Jeder halbwegs gescheite Mensch muss doch stutzig werden, wenn er auf windige Zertifikate gaaaaanz sicher und garantiert doppelt so viel Zinsen bekommt, wie auf dem Sparbuch. Natürlich – und da bin ich ganz mit Dir einer Meinung – haben die Banken (und vor allem die Politik!!!!) die Hauptverantwortung. Aber auch die gierigen Kleinsparer tragen Verantwortung.

    84. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 11:07 - Permalink

      @Copoka

      Es ging aber um die Schuldfrage. Wenn Tante Erna auf Rat ?ihres Bankberaters? ihr Geld in ?ganz sichere? Anlagen steckt und dann verliert, hat sie es gewissermaßen zwar verdient, schuld an der Zockerei und dem ganzen Casino ist sie jedoch nicht ? ihr war nicht mal bewusst, dass sie gezockt hat.

      Tante Erna vielleicht nicht. Aber es waren ja nicht die Tante Ernas, die zu den Großkunden dieser Produkte zählten. Man kann einem geschäftsfähigen Erwachsenen durchaus zumuten, die Verantwortung für seine Investitionsentscheidungen zu treffen. Aber ich gebe Dir natürlich in einem Pukt auch Recht – der Verbraucherschutz hat in diesem Fall ebenfalls massiv versagt.

      Der nette Berater oder gar der Talkmaster in der Glotze hat ihr doch erzählt ? heutzutage wird nun mal so gemacht! In jeder Betrügerei ist der Betrogene mitschuldig an seinem Pech, aber nicht am Betrug.

      OK, dem würde ich so zustimmen.

      Man darf eben einen Schwächeren nicht wegen seiner Schwäche beschuldigen.

      Hier gehst Du mir aber schon zu weit. Wer mit einer selbstgewählten Arglosigkeit durchs Leben schreitet, ist nicht schwach, sondern schwachsinnig. Wenn mir ein netter Herr an der Haustür ein “garantiert echtes” Luxusparfum für 10 Euro anbietet, muss ich ganz einfach davon ausgehen, dass irgendetwas an diesem Angebot nicht ganz koscher sein kann. Warum soll dies anders aussehen, wenn mit der nette Herr ein “garantiert sicheres” Finanzprodukt verkaufen will, das 7% Rendite einfahren soll?

      Jetzt wirst Du mir sicher sagen, dass Tante Erna sich in Finanzdingen nun einmal nicht auskennt und dem netten Herrn daher glaubt. Was machst Du, wenn Du Dich bei einer bestimmten Produktkategorie nicht auskennst? Greifst Du zu einem Profiprodukt oder nimmst Du sicherheitshalber ein Produkt, das dem Marktstandard entspricht? Wenn Tante Erna nicht versteht, was so ein “Knock-Out-Zertifikat” ist, dann soll (nein dann muss!) sie halt bei ihrem Sparbuch bleiben – die meisten Tante Ernas haben dies auch genau so gemacht.

      Du kannst doch nicht im Ernst erwarten, dass alle Menschen sich so ausführlich mit Politik, Wirtschaft oder gar Finanzwesen auseinandersetzen wie du es tust.

      Nein, natürlich nicht – als mein Bankberater mir mal solche Produkte aufschwätzen wollte, habe ich ihn erst einmal zusammengefaltet ;-)

      Nehmen wir mal ein anders Beispiel – ich kenne mich so gut wie gar nicht mit Automobilen aus. Wenn mir ein Vertragshändler (oder gar ein “windiger” Gebrauchtwagenhändler) nun eine Luxuslimousine als Jahreswagen für 5.000 Euro verkaufen will. Schlage ich dann zu? An dem Angebot muss ja irgendetwas faul sein, ansonsten wäre der Wagen ja deutlich teurer. Das lässt sich durchaus mit dem Sparbuch und den Zertifikaten vergleichen. Beim Autohändler würde ich entweder gleich absagen, da mein Bauch mir sagt, da kann etwas nicht stimmen, oder ich würde einen Freund fragen, der sich mit so etwas auskennt. Hätte Tante Erna einen solchen Freund gefagt, hätte der ihr sicher auch von den Zertifikaten abgeraten.

      Dafür fehlt den meisten nicht nur Grundwissen und -verständnis, sondern auch Zeit und gar schlichte Einsicht für Notwendigkeit derart Zeitvertreib ? Menschen haben ganz andere Probleme in ihrem Alltag.

      Sicher, aber dann lasse ich doch die Finger von solchen Sachen. Ich kenne mich beispielsweise überhaupt nicht auf Warenterminmärkten aus. Würde ich dann meine verschwindend geringen Finanzreserven ausgerechnet in Terminkontrakte auf dem Kupermarkt anlegen? Sicher nicht, auch wenn mir ein “Profi” sagt, damit könnte ich “mühelos und risikofrei” 30% Rendite einfahren.

    85. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 11:08 - Permalink

      @80 titus

      Ok ok, Du bist wirklich unschuldig ;-)

    86. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 11:10 - Permalink

      “Deine hochmütige Worte teile ich nicht, da über 70% der Anleger das Risiko der mit schönen, englischen Worten beschriebenen ?Null-Papiere? nicht verstehen könnten und fast kriminell behandelt wurden.”

      Von dem was ich nicht verstehe, sollte ich die Finger lassen oder so lange hinterfragen, dass ich die Zusammenhänge nachvollziehen kann und Bedienfehler vermeide.
      Das gilt für den Straßenverkehr wie für das Auto selbst und den Computer.

      Eigenverantwortung beginnt im Kopf.
      Und da isi dei vielen nur noch fast food drin.

    87. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 11:16 - Permalink

      @Outlook

      -> Noa Bank

      Da wäre ich seeehr vorsichtig ;-)

    88. Daniel schrieb am 11. April 2010 um 11:25 - Permalink

      Ich glaube, jeder kann spüren, was ein “Fass ohne Boden” ist, läßt sich aber nur zu gerne dahingehend täuschen, dass da in kürzester Zeit ein Baum draus wachsen wird.

      Kindlicher Wunderglaube wäre mein Vorwurf.

    89. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 11:47 - Permalink

      Noa-Bank- habe dazu mal recherchiert:

      Noa Bank: Diskussion um (un-)seriöses Geschäftsmodell hält an ? Deutsches Factoring-Portal kritisiert Spiegel online wegen irreführender Recherche
      http://lochmaier.wordpress.com/2010/04/09/noa-bank-diskussion-um-un-serioses-geschaftsmodell-halt-an-deutsches-factoring-portal-kritisiert-spiegel-online-wegen-irrefuhrender-recherche/

      Spiegel online über die Noa-Bank- ein Kommentar:
      http://suttnerblog.blogspot.com/2010/04/spiegel-online-uber-die-noa-bank-ein_5694.html

      Noa-Bank- der Skandal ist die Presse
      http://egghat.blogspot.com/2010/04/noa-bank-der-skandal-ist-die-presse_09.html

      Spiegel ist ein Blatt der INSM.

      Ich bin beim Spiegel seeehr vorsichtig.

    90. Axel schrieb am 11. April 2010 um 11:47 - Permalink

      Wenn Menschen ein oder anderes Handwerk gelernt haben ? sei es analytische Chemie oder Systementwicklung ? und es tüchtig ausüben, bedeutet es noch lange nicht, dass sie in o.g. Bereichen aufgeklärter als die Tante Erna sind.

      Ich sah mal den Fall eines Ingenieurs, der zum damaligen Zeitpunkt in Island sein Geld möglicherweise verloren hatte (ich weiß nicht wie der genaue Stand ist). Es wird ja gefordert, das man Wirtschaft in der Schule lehren solle. Das man in Island Geld anlegen kann, habe ich erst gehört, als Island pleite war.

      Wenn ich weiß daß die Zinsen bei den bekannten Banken in Deutschland bei 3% liegen, dann weiß ich doch, das niemand 7% versprechen kann. Was muß ich da von Wirtschaft wissen? Man kann es ja mit einem kleinen Teil des Geldes versuchen, aber doch nicht mehr. Nehmen wir die Anlage in Fremdwährungen. Wenns da für ungarische Anleihen exorbitante Zinsen gibt, so habe ich doch das Währungsrisiko für den Forint. Was muß ich da von Wirtschaft verstehen? Das ein überdurchschnittlicher Ertrag nur durch höheres Risiko erkauft wird versteht sich doch von selbst. Also ich versteh von Wirtschaft jedenfalls eigentlich nichts, aber das versteht sich doch alles von selbst.

      Die Begrenztheit und Inadäquatheit des “Heute Journals” zeigte sich auch darin, daß man dies nicht ansprach, sondern lediglich populistisch auf die Tränendrüse drückte.

      Aber soweit müßte ein Ingenieur doch denken können. dachte ich immer. In welcher Realität lebt so jemand? Was mag er vom Rest der Realität verstehen? Wird er den Wahlkampfauftakt in NRW mit seinen lächerlichen, inhaltsleeren Parolen ernst nehmen und sich dem Einen oder Anderen “Wir” dort zuordnen? Wie ist es möglich das Politiker ihr lächerliches Kasperle-Theater überhaupt vor Publikum abziehen können?

      Es sieht nicht gut aus.

      Vielleicht Gar nicht so schlecht, wenn man ein rationales Bezugssystem besitzt, auch wenn man dann nicht so leicht in ein “Wir” paßt! Ob man das in der Schule lernen kann weiß ich allerdings nicht.

    91. Daniel schrieb am 11. April 2010 um 12:07 - Permalink

      @ Axel, 89

      Wenn du etwas von Ökonomie verstehen würdest, müsstest du begreifen, dass Effizienz da oberstes Gebot ist.

      Es ist einfach traurig, dir dabei zuzuschauen, wie du dich um dich selbst wickelst.

    92. Daniel schrieb am 11. April 2010 um 12:24 - Permalink

      “Wenn der Schuldenknüppel kommt, darf man nicht einfach nur die Schilder austeilen, die vor dem Knüppel schützen, sondern muss gleichzeitig fordern, dass die Knüppelproduktion eingestellt wird.”

      Also sprach Christian Felber.

    93. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 12:30 - Permalink

      Herr Heismann, die Noa-Bank und die Antwort

      Verteidigt Günter Heismann das Establishment vor der noa bank?
      http://www.anderebank.de/blog/artikel/verteidigt-guenter-heismann-das-establishment-vor-der-noa-bank-versucht-er-/

      Sollte man natürlich als Gegenstück zum Spiegeltext auch kennen.
      Wir das vorangegenagene, was ich gepostet habe ebenfalls.
      Die Ausgewogenheit machts.

    94. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 12:38 - Permalink

      @Outlook

      Mag sein, ich würde dem Knaben jedenfalls ganz sicher keinen Cent geben – den Wandel von Saulus zum Paulus nehme ich ihm nicht ab.

    95. Daniel schrieb am 11. April 2010 um 12:52 - Permalink

      Wo und mit welchem Anspruch geh’ ich nur Mittag essen?

    96. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 13:04 - Permalink

      @93

      Mit den gezüchteten Denkstrukturen ist das immer so eine Sache.
      Der Solarplexus sendet noch lange Signale.

      Aber das Thema an sich ist sicher ein Tragendes.

      Die Suche nach Orientierung bestätigt es.

      Gab es dazu beim Bankentribunal neue Erkenntnisse?

    97. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 13:09 - Permalink

      @Outlook

      *seufz*

      Mach doch, was Du willst ;-)

      Ob es sinnvoll ist, jedem PR-Blender, der Deine Synapsen bedient, hinterher zu rennen, wirst Du dann schon sehen.

    98. Daniel schrieb am 11. April 2010 um 13:40 - Permalink

      Es widert mich an, dass alle nur noch so tun als ob.

    99. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 14:00 - Permalink

      @sf 96
      “Mach doch, was Du willst ;-)
      Das ist mein nachhaltiges Lebensmotto.

      *seufz*
      Die Fehlinterpretation meiner Worte.

      Das Bankenthema ist ein Tragendes.
      Und die Suche nach Seriösen ein Bleibendes.

      Saulus und Paulus kommunizieren auch über den Solarplexus.

      (!)…?

    100. Schneemann schrieb am 11. April 2010 um 14:12 - Permalink

      …eine Luxuslimousine als Jahreswagen für 5.000 Euro verkaufen will. Schlage ich dann zu? An dem Angebot muss ja irgendetwas faul sein, ansonsten wäre der Wagen ja deutlich teurer. Das lässt sich durchaus mit dem Sparbuch und den Zertifikaten vergleichen. Beim Autohändler würde ich entweder gleich absagen, da mein Bauch mir sagt, da kann etwas nicht stimmen, oder ich würde einen Freund fragen, der sich mit so etwas auskennt. Hätte Tante Erna einen solchen Freund gefagt, hätte der ihr sicher auch von den Zertifikaten abgeraten.

      Na Jens, und wie sieht diese Sache aus, wenn ein vereidigter Gutachter daneben steht und klar zur Sache von sich gibt: ‘Dat Dingens is in Ordnung, sowohl rechtlich als auch technisch, dat kannste bedenkenlos koofen!’ ? Die meisten Schrottpapiere hatten doch den Tripler-A der Ami-Agenturen…

      Und zum Marxen Kalle weiter oben (war, glaub ich, nebenan, doch egal): er war seiner Zeit einfach zu weit voraus. Sein Zeitalter wird jedoch hoffentlich bald anbrechen. ;)

    101. Karl Heinrich schrieb am 11. April 2010 um 14:13 - Permalink

      Bei FAZ.NET gibt es heute ein hervorragend gemachtes Special zur Schuldfrage der Finanzkrise. Mit Links zu einer Reihe sehr guter akademischer Hintergrundpapiere und Abstimmmöglichkeit. Am besten guckt man sich erstere an, bevor man zweiteres macht, aber das verlangt natürlich eine hier eher seltene Distanzierung von der “Alles so ungerecht”-Blickweise.

    102. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 14:32 - Permalink

      @Schneemann

      Gute Frage – vielleicht sollte man sich nicht auf die AAA verlassen. Aber Du hast natürlich Recht.

    103. Schneemann schrieb am 11. April 2010 um 14:49 - Permalink

      Will doch gar nicht recht haben, eher zum (weiteren) Nachdenken anregen.

      Karl Heinrich, Deine gepriesenen und verlinkten Information lassen – zumindest erscheint mir dies so nach rascher grober Durchsicht – bequem außer acht, daß wir einen eng-geknüpften Kreis Hochkrimineller mit unersättlicher Selbstbedienungsmentalität vor uns haben, der die ‘Krise’ bewußt herbeigeführt hat und nun gewinnbringend ausschlachtet.

      Weder das typische Geschäftsgebaren J.P.Morgans noch das von Goldman – Sachs wird erwähnt. Weder das klammheimliche Zuschanzen lukrativer Aufträge an die Insider kommt zur Sprache noch die krebsartige Ausbreitung der Hauptspieler im Kasino.

      Zur Anhörung im Amikongress diese Woche schreibt Forsyth süffisant:

      Greenspan denied the Fed’s role in inflating the housing bubble but admitted he was right only about 70% of the time, which, it was observed, made the onetime Maestro a C-minus student.

      As for Rubin, he was grilled by the congressional panel about his role in the meltdown at Citi, but insisted that he didn’t have any direct management responsibilities. Prince seconded that and took the rap for the near-collapse of the bank that required Uncle Sam to pump $45 billion into it. In the end, what exactly Rubin did for the tens of millions of bucks that the bank paid him remained a mystery.

      Hoffen wir mal, daß da die Staatsanwaltschaft weiter nachhakt.

    104. Cornelius schrieb am 11. April 2010 um 14:52 - Permalink

      Eine gute Sache, das Bankentribunal von Attac. Ähnliches, nur in echt, sollten wir mit allen Berufspolitikern der vergangenen 30 Jahre veranstalten. Die haben uns dahin gewirtschaftet, wo wir heute stehen. Und die sollten auch für ihren Egoismus und für ihr Unvermögen im Staatsdienst bezahlen müssen – mit gekürzten Ruhegehältern und Pensionen.

    105. COPOKA schrieb am 11. April 2010 um 14:54 - Permalink

      Tante Erna vielleicht nicht. Aber es waren ja nicht die Tante Ernas, die zu den Großkunden dieser Produkte zählten.

      Die “Großkunden” ist ein Thema an sich. Ich habe mal gelesen, dass fast alle Großkonzerne ihre Gewinne aus letzten Jahren nicht durch Produktion, sondern hauptsächlich durchs Zocken erzielt haben. Würden sie es nicht tun, so wären sie durch ihre Mitbewerber, wie es nun schön heißt, geschluckt. Aber da wären wir schon bei einem anderen Thema, das womöglich im Kern des Problems liegt.

      Wer mit einer selbstgewählten Arglosigkeit durchs Leben schreitet, ist nicht schwach, sondern schwachsinnig.

      Schwach-sinnigkeit ist nun mal definitiv eine Schwäche ;)

      Was machst Du, wenn Du Dich bei einer bestimmten Produktkategorie nicht auskennst? Greifst Du zu einem Profiprodukt oder nimmst Du sicherheitshalber ein Produkt, das dem Marktstandard entspricht?

      Wenn ich mich bei einer Produktkategorie nicht auskenne, kann ich gar nicht urteilen, ob ein Podukt dem Marktstandard entspricht. Da bin ich auf fremde Hilfe/Beratung angewiesen und bin für irreführende Werbung und gewiefte Verarschung durchaus anfällig, wenn sie mir irgendwie vertrauenswürdig und seriös vorkommt. Da kommen u.a. diese “Bankberater” auf die Tagesordnung, die längst zu reinen Verkäufern umfunktioniert wurden, was sich aber noch nicht so breit herumgesprochen hat.
      Wenn ich mir nur ansehe, was Menschen alles im PC-Bereich angedreht wird, kann ich mich oft nur noch am Kopf fassen. Menschen haben halt keine Ahnung und lassen sich gerne im “Fachhandel” beraten, was sie so alles brauchen, um z.B. ins Internet zu kommen. Da würde es auch nicht helfen, jedem Bürger ein C’t-Abonnement in die Hand zu drücken, um sie aufzuklären.

      ich kenne mich so gut wie gar nicht mit Automobilen aus. Wenn mir ein Vertragshändler (oder gar ein ?windiger? Gebrauchtwagenhändler) nun eine Luxuslimousine als Jahreswagen für 5.000 Euro verkaufen will. Schlage ich dann zu?

      Nein, ein gewiefter Händler würde dir die gleiche Schrottkiste für 45.000 Euro anbieten. Und dann würdest du u.U. begeistert denken: “Wow! Wegen die zwei Kratzer auf der Haube spare ich mir nun ganze 15.000 Euro!” :)
      Vorausgesetzt, du wärst flüssig und ganz scharf auf eine Luxuskarosse. Das letztere kann man nun wirklich keinem vorwerfen, dass sie solche Wünsche haben.

      Das lässt sich durchaus mit dem Sparbuch und den Zertifikaten vergleichen.

      Jep. Und da würde ich R_Winter zustimmen – die 6% kommen den meisten gar nicht so exorbitant vor, wenn überall die Rede von 20 oder gar 25% ist und tagein tagaus darüber berichtet wird, wie schnell doch die Aktien steigen.

      Hätte Tante Erna einen solchen Freund gefagt, hätte der ihr sicher auch von den Zertifikaten abgeraten.

      Da bist du meines Erachtens ziemlich realitätsfern.
      Ist es dir nicht aufgefallen, dass bei Attac-Streaming nur zw. 300 und 500 Zugucker dabei waren? Dass Tante-Erna’s Freund auch dabei war oder mal dein Blog gelesen hat, ist äußerst unwahrscheinlich.

      Im Übrigen. Ich habe heute die Urteilsverkündung verpasst. Wie fiel sie denn aus?

    106. Schneemann schrieb am 11. April 2010 um 14:58 - Permalink

      Ich habe heute die Urteilsverkündung verpasst. Wie fiel sie denn aus?

      Bewährung — bis zur nächsten Krise :(

    107. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 15:08 - Permalink

      Das Urteil des Attac-Bankentribunals:

      http://www.attac.de/fileadmin/user_upload/Kampagnen/casino/Aktionen/Bankentribunal/Urteil.pdf
      Lesenswert!!

      @100 Karl-Heinrich

      Die FAZ selbst hätte sich hier als Vertreter der Medien mit benennen müssen.
      Die Politik fehlt wieder völlig.
      Sehr oberflächlich und tendenziös.

      Weit entfernt von der Systematik des Attac- Bankentribunals.

    108. Karl Heinrich schrieb am 11. April 2010 um 17:42 - Permalink

      @Schneemann #102

      Karl Heinrich, Deine gepriesenen und verlinkten Information lassen ? zumindest erscheint mir dies so nach rascher grober Durchsicht ? bequem außer acht, daß wir einen eng-geknüpften Kreis Hochkrimineller mit unersättlicher Selbstbedienungsmentalität vor uns haben, der die ?Krise? bewußt herbeigeführt hat und nun gewinnbringend ausschlachtet.

      Ja, das wird in der Tat außer Acht gelassen ;-) Wer sich in einer Kinderbuch-Welt bewegt, in der man beständig das Wort ‘kriminell’ im Munde führt, der versteht halt die wichtigen Dinge überhaupt nicht und hat dazu außer Palaver nichts zu sagen. Dabei würde es sich ja durchaus lohnen, Veränderungen herbeizuführen, die den Moral Hazard im Finanzsektor eindämmen.

    109. noone schrieb am 11. April 2010 um 18:22 - Permalink

      Anmerkung zu “Ist es dir nicht aufgefallen, dass bei Attac-Streaming nur zw. 300 und 500 Zugucker dabei waren?”
      Laut Attac-Morderatorin wurde der Stream in vielen Attac-Büros und anderen Orten gezeigt, wo sich viele Menschen trafen, “Public Viewing” wurde es genannt. In Hannover? sollen 50 Leute gewesen sein, teils wurden die Streams “weitergereicht”. Es haben also gottlob nicht nur 300-500 zugesehen, beim Tribunal wurde der Eindruck erweckt, dass einige Tausend zugesehen haben.

      Die “Stimmung” beim Tribunal war sehr gut, viele Menschen sprachen miteinander. Berührungsängste gabs kaum, Leute wie Hermann Scheer, Sven Giegold, Robert von Heusinger, Jürgen Borchert, Detlef Hensche, Henner Wolter, Harald Schumann, Peter Grottian, Wangui Mbatia (tolle Frau!), Wolfgang Lieb, Mike Nagler habe ich eigentlich dauernd in Gesprächen mit anderen “Experten” oder einfachen Besuchern gesehen.

      Auch das Kulturprogramm war sehr gut. Verschiedene kleine Nummern der Volksbühne, danach Priol und Schramm, die gnadenlos zeitlich überzogen :-) Danach Klezmer-Musik.
      Dann am 2. Tag “Dota, die Kleingeldprinzessin”, kannte ich überhaupt nicht, aber das war sehr stark. “Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, es geht um die ganze Bäckerei”, danach Bela B. live und dann legte er noch auf. Nicht ohne die für ihn typischen Statements.
      Hier sei mal Werbung gemacht: “Tanzverbot” http://www.youtube.com/watch?v=bAl5HbBJe98

      Weiß nicht, wie der Stream war, hier sei nochmal darauf hingewiesen, dass es zur “Beweisaufnahme II” 6 parallele Veranstaltungen gab, auch am letzten Tag gabs nach der Urteilsverkündung parallel 5 Workshops + Podiumsdiskussion.

      Bagatellen am Rande: Henner Wolter, der das Schlußplädoyer der Verteidigung vortrug (mit einigen rhetorischen Highlights), ist der Kopf der Klezmer-Band Forszpil, die am ersten Abend live musizierte.
      Georg Schramm ist privat mit lockigem Haar gesegnet, das sieht doch etwas “gewöhnungsbedürftig” aus :-).

    110. Spiegelfechter schrieb am 11. April 2010 um 18:28 - Permalink

      @Noone und Copoka

      Man sollte ja bedenken, dass sich die 300-500 auf den externen Strem bezieht. Ich habe auch den Stream von der Attac-Seite gesehen, der war flüssiger.

      @Noone

      Kann es sein, dass Dein Vorname mit A anfängt? ;-)

    111. Schneemann schrieb am 11. April 2010 um 18:32 - Permalink

      Wer sich in einer Kinderbuch-Welt bewegt, in der man beständig das Wort ?kriminell? im Munde führt, der versteht halt die wichtigen Dinge überhaupt nicht und hat dazu außer Palaver nichts zu sagen.

      Immerhin, Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Doch den verlinkten Spiegelartikel gleich als Palaver einzuordnen, hätte ich Dir nicht so ohne weiteres zugetraut.

      Dabei würde es sich ja durchaus lohnen, Veränderungen herbeizuführen, die den Moral Hazard im Finanzsektor eindämmen.

      Die kommen nicht, denn ein solcher erster Schritt sowas müßte etwas tiefer ansetzen: Verstaatlichung der Großbanken, Enteignung aller nicht schlüßig erkärbaren Vermögen ab 10 Mio DM, rasche Beseitigung der als Finanzparasiten einzustufenden Probanden.

    112. Lemmy Caution schrieb am 11. April 2010 um 19:37 - Permalink

      Karl-Heinrich, danke für den Link auf den Spiegel Artikel. Bin leider auch nicht in der Lage diesen Geheimbund-Theorien, die da genannt werden, zu folgen.
      Eine Grundsatzdebatte unter teutonischen Tannenwäldern voller 200 Jahre alten romantischen Plunders.
      I sincerely do prefer something different, like this:
      http://makemarketsbemarkets.org/modals/report_introduction.php
      Hab in den letzten Wochen ein schönes Buch über deutsche Kulturgeschichte gelesen, dass mich sehr fasziniert hat.
      Safranski, Romantik: Eine Deutsche Affäre.
      Gutes Buch…

    113. pressefuzzi schrieb am 11. April 2010 um 19:50 - Permalink

      Wir kommen gerade vom Bankentribunal – eine hervorragende Veranstaltung!

      Obwohl wir uns im Vorfeld mit diesem Thema auseinander gesetzt haben, sind wir entsetzt.
      Wir sind entsetzt darüber, wie wenig wir wussten – und je mehr wir über die Hintergründe und Zusammenhänge erfahren, desto fassungsloser stehen wir davor.

      Wir danken für die verständlichen Erklärungen der komplexen Materie und für dieses sehr gut organisierte Tribunal.

      Am 15.4.2010 geht es in Hamburg ab 16:00 Uhr gleich weiter mit der
      HSH NORDBANK-Demo “das Kasino wird geschlossen”. Siehe:
      http://www.pokobi.de/hsh_demo.php

    114. Outlook schrieb am 11. April 2010 um 20:54 - Permalink

      Das sagt ein evangelischer Verlag zum Attac-Bankentirbunal:

      http://www.evangelisch.de/themen/wirtschaft/bankentribunal-rechnet-mit-krisenverursachern-ab15670

      Ich habe Verständnis, dass der SPON mit dem Urteil des Tribunals überfordert ist und teilweise den Zusammenhängen nicht folgen kann.
      Denn es sind ungewohnte Formen der Einmischung und Aufklärung.
      Und die beteiligten Personen sind didaktisch nonkonform, noch dazu konnte man Ihnen kein Außenseiterwissen unterstellen.

      SPON hätte doch als Ankläger oder Verteidiger seine Lösungsfähigkeit nachweisen können.
      Vielleicht das nächste mal.

    115. Daniel schrieb am 11. April 2010 um 22:25 - Permalink

      Da ich in der nächsten Zeit beruflich und privat stark eingespannt bin und nicht mehr in bisherigem Maße an den Diskussionen teilnehmen kann, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um meinen Dank und meine Hochachtung gegenüber Jens auszudrücken. Die von ihm geschaffene Plattform und die darin präsentierten Diskussionsanstöße in Verbindung mit einer feinfühligen Moderation haben einen Raum gegeben, der mich in vielerlei Hinsicht weitergebracht hat. Wo ich kann, werde ich die Artikel gerne lesen und da und dort eine Prise Salz hineinbringen.

      Danke, spiegelfechter, dass es dich gibt.

    116. noone schrieb am 12. April 2010 um 00:56 - Permalink

      Wir waren es, die den Bankern die Jetons für das Finanzcasino zusteckten, und die von uns legitimierten Politiker waren es, die das Finanzcasino überhaupt erst genehmigten ? lange bevor sie es vor dem sicheren Einsturz retten mussten.

      Daran entzünden sich ja einige.

      Hätte man vielleicht besser abgrenzen können (ich hoffe es ist auch so gemeint) :-)

      Wissentlich haben viele das nicht getan, aber unwissentlich schon.
      Was passiert denn mit meinem Festgeld oder Tagesgeld?
      Und dann nicht zu vergessen, die Rentenhysterie mit Riesterbetrugrente und Rürupbetrugrente.
      Das Geld der “privaten Rentenversicherung” dürfte ebenso im Casino unterwegs gewesen sein.
      Diese Zusammenhänge dürften sich den wenigsten Anlegern erschließen.

    117. Daniel schrieb am 12. April 2010 um 08:31 - Permalink

      @ Karl-Heinrich, 108

      Wer sich in einer Kinderbuch-Welt bewegt, in der man beständig das Wort ?kriminell? im Munde führt, der versteht halt die wichtigen Dinge überhaupt nicht

      Wie Betrug und Erpressung sich von einem echten Angebot unterscheiden, ist dir aber schon geläufig?

    118. Daniel schrieb am 12. April 2010 um 09:36 - Permalink

      Ist hier jemandem der IKS-Haken ein Begriff?

    119. Meerbuscher schrieb am 12. April 2010 um 11:09 - Permalink

      Schuld an der Krise haben jedoch nicht nur die Nieten in Nadelstreifen. Wir waren es, die den Bankern die Jetons für das Finanzcasino zusteckten, und die von uns legitimierten Politiker waren es, die das Finanzcasino überhaupt erst genehmigten ? lange bevor sie es vor dem sicheren Einsturz retten mussten.

      Ich frage mich mal ganz praktisch, von wem du da überhaupt redest? Wenn laut SOEP ca. 70% der Deutschen (über 17 Jahre) gerade mal über nicht einmal 11 % des privaten Nettovermögens verfügen und das bei ca. 6,6 Billionen Euro liegt, dann sind das ca. 726 Milliarden Euro. Hört sich viel an, aber was kann man individuell damit anstellen – selbst wenn es alles Bargeld wäre? Was es faktisch natürlich nicht ist, denn der weitaus größte Teil des Vermögens steckt in Grund- und Immobilienbesitz. Aber nehmen wir ruhig mal an, dass in diesen 7 unteren Bevölkerungspercentilen alles Vermögen Bargeld wäre. Das Vermögen verteilt sich statistisch auf etwa 48,7 Millionen Personen über 17 Jahre. Das macht ca. 15000 “statistische Euro”. Damit gehe mal zu deiner Bank und erwecke ein gehobenes Interesse bei deinem Bankberater – also von dort kann doch eigentlich kaum Geld kommen, dass eine “Vermehrung” per Casino zwingend erfordern würde. Für den Großteil unserer Bürger sehe ich da wenig Schuld. (Hoffe mal, ich habe mich bei den vielen Nullen nicht verrechnet.)

      Wieviele Leute “zocken” an den Börsen? Was kompliziertere Produkte angeht, dürfte das eine verschwindend geringe Zahl sein. In meinem Bekanntenkreis kann mir noch nicht einemal jemand schlüssig erklären oder begründen, wie ein “relativ harmloses” Produkt wie ein Optionsschein funktioniert. Wer handelt wenigstens mit Aktien? In Deutschland liegen wir da nach einigen Lehrjahren irgendwo im einstelligen Bereich. Also auch hier finde ich kaum Täter.

      Haben wir unsere Politiker legitimiert, Finanzcasinos zu genehmigen? Zumindest mal nicht in Form einer Aktivlegitimation. Aber das dürfte ein grundlegendes Prolem jeder Demokratie sein.

      Insofern – natürlich kann man dem Volk immer eine Mitschuld zuschustern – zumindest in den politischen Systemen, die sich Demokratie nennen. Aber klar ist ja wohl auch, dass in solchen Demokratien, in denen Gewalt (v. a. aktive staatliche Gewalt) tabu ist, Meinungsbildung PR für die Entscheidungen der wirtschaftlichen politischen Elite eine nicht zu unterschätzende – ich würde sogar sagen, die bedeutendste Macht ist. Und die ist – nicht erst seit gestern – in der Lage, mit immer neuen Interpretationen von TINA die Trägheit der zum Großteil noch satten oder bereits verängstigten Masse auf den Sofas der Nation auf einem hohen Niveau zu halten. So hoch, dass niemand den Knüppel rausholt, ja noch nicht mal mehr zur Wahlurne schreitet. Insofern, ja … Mitschuld, … ne kleine … mindestens.

    120. Daniel schrieb am 13. April 2010 um 10:06 - Permalink

      Wozu brauchen wir die evangelische Kirche in Deutschland?

      Vermutlich, damit uns noch jemand daran erinnert, dass wir alle einen Tod sterben müssen. Nur, welchen?

    121. noone schrieb am 14. April 2010 um 00:49 - Permalink

      @Meerbuscher 119

      (Hoffe mal, ich habe mich bei den vielen Nullen nicht verrechnet.)

      Doch, hast Du, aber an von Dir nicht vermuteter Stelle (eigentlich benutzt Du nur einen Terminus falsch)

      - 70% der Deutschen
      - in diesen 7 unteren Bevölkerungspercentilen

      70% sind 70 Percentile oder 7 Dezile.

      Ja!! Heut ist der Tag, wo ich endlich weiß, warum ich soviel Statistik beim Studium hatte ;-)

    122. Meerbuscher schrieb am 14. April 2010 um 10:41 - Permalink

      Ja!! Heut ist der Tag, wo ich endlich weiß, warum ich soviel Statistik beim Studium hatte ;-)

      Verdammichte 0 … ich habs geahnt … schon klar … das Bier geht auf mich.


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