Tulpenrevolution 2.0?
geschrieben am 09. April 2010 von Spiegelfechter
Alle Jahre wieder zieht es die Menschen in einer zentralasiatischen Republik, die dem deutschen Nachrichtenkonsumenten bestenfalls namentlich bekannt ist, auf die Strasse. Mal werden derlei Eruptionen der Unzufriedenheit mit brutalster Gewalt erstickt, mal schwingt sich in der temporären Anarchie ein ehemaliges Regierungsmitglied zum Hoffnungsbringer auf, übernimmt die Macht, verspricht Friede, Freude, Eierkuchen und richtet kurze Zeit später eine erneute Despotie ein, die wenige Jahre später wieder gestürzt wird.
Und täglich grüßt das Murmeltier
Vor fünf Jahren waren es die Kirgisen, die gegen ihren Präsidenten Askar Akajew auf die Strasse gingen. Akajew, ein waschechter Intellektueller mit gutem Leumund, ehemals Präsident der Akademie der Wissenschaften, hatte es zu weit getrieben. Er startete als Demokrat und endete als Despot, der den ?Reichtum? des Landes an mafiöse Cliquen verteilte, die Wünsche des Volkes missachtete und die Menschenrechte mit Füßen trat. Im Jahre 2005 brachte er das Fass zum Überlaufen, aus spontanen Demonstrationen wurde ein Volksaufstand, Akajew floh ins Moskauer Exil und ein neuer Despot im Demokratengewand betrat die Bühne.
Auch Kurmanbek Bakijew sprach anfangs oft über Demokratie und das Wohl des Volkes. Bereits nach kurzer Zeit übertrumpfte er seinen Amtsvorgänger jedoch in den Disziplinen Korruption, Nepotismus, Despotismus und Unterdrückung der Menschenrechte mühelos. Noch vor wenigen Tagen dozierte Bakijew fröhlich darüber, dass die Demokratie nun einmal kein Modell für Kirgisien (oft auch Kirgistan oder Kirgisistan genannt) wäre und demokratische Organe für ihn bestenfalls eine beratende Funktion hätten. Die Worte ?Demokratie? und ?Menschenrechte? haben in Zentralasien allerdings noch nie eine Funktion gehabt, die über die von Public Relations für westliche Ohren hinausgingen.
Willkommen in der Vorhölle
Als die Sowjetunion noch existierte, gab es keine Demokratie und auch die Menschen- und Bürgerrechte existierten nur auf dem Papier ? dafür gab es aber zumindest einen funktionierenden Staatsapparat, an den man Beschwerden über korrupte Funktionäre richten konnte und ? was noch wichtiger ist ? eine bescheidene materielle Sicherheit. Die Renten kamen relativ pünktlich, niemand musste hungern oder konnte sich elementare Dinge wie Wasser, Strom oder Heizung nicht leisten. Mit den neuen postsowjetischen Republiken kam der Despotismus. Demokratie und Menschenrechte spielten gar keine Rolle mehr, der Staatsapparat war selbst korrupt und die materielle Basis implodierte. In den rohstoffreichen zentralasiatischen Republiken schmierten wenigstens die üppigen Exporterlöse die marode Volkswirtschaft, Kirgisien entwickelte sich jedoch zum hoffnungslosen Fall.
Ein Land wie Kirgisien bezieht 47% seines Bruttoinlandsprodukts durch Transferleistungen im Ausland lebender Kirgisen. Dies sind meist junge Männer, die beispielsweise auf den Baustellen Moskaus zu ? selbst für russische Verhältnisse ? Dumpinglöhnen arbeiten und sich jeden Morgen auf einer Art Straßenstrich von interessierten Bauunternehmern anheuern lassen. Doch die Wirtschaftskrise ist auch an der pulsierenden russischen Metropole nicht vorbeigegangen. Die Baustellen für neue Prunk- und Glaspaläste stehen mangels finanzieller Reserven der Bauherren und dank mangelnder Nachfrage still und als erstes waren es natürlich die Gastarbeiter, die ihren Job verloren. All dies interessierte den Präsidenten Bakijew herzlich wenig. Als er jüngst die Energiekosten um stolze 50% erhöhte, um seiner Familie und seinen Freunden noch mehr Geld in die Taschen zu spülen, lief das Fass über.
Revolution? Aber nicht doch!
Spontan erhoben sich am Dienstag in einigen Provinzstädten die Menschen und ließen ihrer Wut freien Lauf. Regierungsmitglieder, die den Mob beruhigen wollten, wurden unversehens verdroschen ? der Innenminister wurde derartig malträtiert, dass NGOs bereits über seinen Tod berichteten (er wurde später allerdings schwer zugerichtet, aber lebendig gesichtet) und dem Vizepremier wurde (Berichten zufolge) ein Auge ausgeschlagen. Als die Aufstände am Mittwoch auf die Hauptstadt Bischkek (ehemals Frunse) übergriffen, war schnell klar, dass die Zeit von Bakijew abgelaufen war. Dieser rief eine Ausgangssperre aus, an die sich niemand hielt und flog kurz darauf in seinem Privatjet davon. Ob er sich im Westen des Landes, in der Nachbarrepublik Kasachstan oder bereits in den USA aufhält, ist nicht bekannt.
Ebenso schnell wie Bakijew die Bühne verließ, betraten sie seine potentiellen Nachfolger. Rosa Otunbajewa, selbst ehemals Außenministerin unter Bakijew und zuvor Botschafterin in Washington, rief sich zur Oppositionsführerin aus, übernahm im Namen eines 13köpfigen Komitees die Amtsgewalt und versprach dem Volk noch am selben Abend Neuwahlen und eine neue ? diesmal wirklich ? demokratische Verfassung. Die Botschaft hört der Beobachter wohl, allein ihm fehlt der Glaube. Es war keine Revolution, die sich in den letzen zwei Tagen in Kirgisien abspielte, sondern eine spontane Eruption der Unzufriedenheit. Otunbajewas wohl einzige Legitimation begründet sich aus ihrem Versprechen, die Energiepreiserhöhungen mit sofortiger Wirkung rückgängig zu machen. Damit ist die Ursache der Ausschreitungen beseitigt und das Volk erst einmal besänftigt. Wer nun aber glaubt, in Kirgisien brächen neue Zeiten an, der sollte nicht allzu enttäuscht sein, wenn das Murmeltier bereits in Kürze wieder grüßt.
Etappensieg im Great Game für Moskau
Noch vor wenigen Jahren war Kirgisien ein umworbenes Terrain im Great Game. Moskau und Washington schmierten die Despoten im Hintergrund so lange, bis sie ihr Ziel erreicht hatten oder als schmollender Verlierer das Feld räumen mussten. Der letzte Schlagabtausch ging 1:0 für Washington aus. Nach den Anschlägen von 9/11 brauchte man die zentralasiatischen Republiken als Hub im Krieg gegen Afghanistan. Auch in Kirgisien eröffneten die Amerikaner eine Airbase ? heute die letzte in dieser Region. Dies kam beim ehemaligen Gegenspieler der USA, den Russen, natürlich überhaupt nicht gut an ? US-Militärbasen im eigenen ?Vorgarten? waren dem wieder erstarkten Kreml ein Dorn im Auge. Wladimir Putin nahm den Ball auf und bot Bakijew Kredite über zwei Milliarden US$ an, wenn er die Amerikaner aus dem Land wirft. Bakijew dachte nicht daran, pokerte allerdings mit Moskau und Washington und gewann. Die Amerikaner durften bleiben, mussten allerdings fortan die dreifachen Pachtgebühren für ihre ? nun umbenannte – Airbase bezahlen. Putins Geld behielt Bakijew ebenfalls. Er bemächtigte sich dabei eines Taschenspielertricks, da er den Russen lediglich die Schließung der alten Airbase versprochen hatte, die es nun dank des Namenswechsels ja auch nicht mehr gab. So sieht wohl zentralasiatische Geschäftstüchtigkeit aus – im Westen würde man dies wohl Bauernschläue nennen.
In Moskau weint man Bakijew daher auch keine Träne nach. Der Machtwechsel kommt den Russen sehr gelegen. Ob diese Freude nachhaltig sein wird, darf jedoch auch bezweifelt werden. Rosa Otunbajewa gilt nicht eben als anti-amerikanisch oder pro-russisch und ihre erste Amtshandlung bestand darin, den Amerikanern zu versichern, die Pachtverträge für die US-Airbase in Kirgisien zu achten. Im Juli laufen diese Verträge aus, dann kann der nächste Poker beginnen, mit dem Otunbajewa das nötige Kleingeld einsammeln kann, um sich die Macht zu sichern.
Kirgisien ist zwar immer noch ein wichtiger Hub für die US-Armee und ihren Afghanistan-Krieg. Die zentrale Bedeutung des kleinen Landes ist jedoch längst passé. Die USA haben das Great Game in Zentralasien mit Pauken und Trompeten verloren. Nun sind es die Russen und die Chinesen, die sich um die rohstoffreiche Region streiten. Die Region Zentralasien ist jedoch nicht nur als Exporteur von Rohstoffen bedeutend, sondern auch als Brut- und Keimzelle des Islamismus. Usbekistan und Tadschikistan haben bereits sehr ernste Probleme mit den Gotteskriegern und auch in Kirgisien entwickelt sich der Islamismus zu einem ernsten Problem. Verantwortlich für diese Entwicklung ist neben den Kriegen der USA und der Spendierlaune saudischer Ölprinzen, die sich damit einen Ablassbrief bei den saudischen Gotteskriegern erkaufen, allerdings auch das russisch-amerikanisch-chinesische Geschacher im Great Game.
Vom Etappen- zum Pyrrhussieg?
Solange diese Staaten Despoten stützen, nur um der anderen Großmacht eins auszuwischen, entwickelt sich eine kritische Masse in der religiösen Bevölkerung. Auch in Kirgisien hat der Islamismus beim normalen Volk, das unter der Despotie am meisten leidet, der Demokratie schon lange den Rang als erste Alternative abgelaufen. Wenn die Großmächte es nicht schaffen, in ihren zentralasiatischen Protektoraten lebenswerte Verhältnisse entstehen zu lassen, könnten diese Staaten bald wie Dominosteine umfallen. Es ist zwar nicht damit zu rechnen, dass Islamisten dort mittelfristig einen Gottesstaat errichten, Bürgerkriege und eine Destabilisierung der Region wären jedoch eine denkbare Folge. Schon heute vergeht in Tadschikistan und Usbekistan kaum ein Tag, an dem es keine Gefechte zwischen Islamisten und Regierungstruppen gibt. Sollte Otunbajewa nicht Wort halten, wird auch Kirgisien in diesem Sumpf versinken.
Heute mag sich der Kreml über den Machtwechsel freuen ? diese Freude könnte Medwedjew und Putin jedoch schon bald im Halse stecken bleiben. Nicht Deutschland, sondern Russland und im kleineren Maße auch China werden am Hindukusch verteidigt. Es ist natürlich vollkommen absurd, dass Kreuzberg oder Neu-Kölln bei religiösen Unruhen in Zentralasien zu neuen Nebenkriegsschauplätzen im Kampf der Kulturen werden könnten. Russlands gesamte Südflanke bis hin zur Wolga ist jedoch akut durch den politischen Islam bedroht. Die autonomen Kaukasusrepubliken Dagestan, Inguschetien und Tschetschenien sind dabei lediglich die akutesten Epizentren eines erstarkenden Islamismus ? das Zentrum des russischen Islams ist die Stadt Kasan an der Wolga, die von Moskau ungefähr so weit entfernt ist wie das weißrussische Minsk. Aber auch China sieht sich durch den Islamismus bedroht ? die Unruheprovinz Xingjiang (chin. ?Westmark?) grenzt direkt an Kirgisien.
Gleich welchen Namen der neue Machthaber von Kirgisien tragen wird, es ist vor allem im Interesse Russlands und Chinas, dass in der zentralasiatischen Republik stabile Verhältnisse einkehren. Im Great Game mag Moskau einen kleinen Etappensieg verbucht haben. Dieser Sieg könnte sich jedoch schon bald als Pyrrhussieg herausstellen. Es scheint fast so, als spielten die Großmächte ihr Great Game in Zentralasien ohne Netz und doppelten Boden. Dies könnte sich als ein fataler Fehler herausstellen ? ein Siegeszug des Islamismus in Zentralasien wäre für keine der Großmächte eine wünschenswerte Entwicklung. Eine Alternative wäre die Stärkung der zivilgesellschaftlichen Kräfte in diesen Staaten. Russland und China stehen mit diesen Kräften jedoch auf Kriegsfuß und auch die USA und Europa lassen nur allzu gerne mal Fünfe gerade sein, wenn sie sich davon einen Vorteil im Great Game versprechen. Die westliche Öffentlichkeit schreit zwar Zeter und Mordio, wenn China ethnische Unruhen in Tibet niederschlagen lässt – wenn die deutschen Außenminister Fischer und Steinmeier jedoch erwiesenen “Menschenrechts- und Demokratiefreunden” wie Islam Karimow (Spitzname: Der Schlächter von Taschkent) und dem skurrilen Despoten Saparmurat Nijasov, der sogar einen Monat nach sich benennen ließ, die Hände zu schütteln, herrscht dröhnendes Schweigen. So hat die Zivilgesellschaft in Zentralasien freilich keine Chance. Die Saat für die nächste ?Revolution? in Kirgisien könnte bereits in diesen Tagen gesät werden ? nur dass die nächste Revolution auch eine grüne sein könnte.
Leseempfehlungen zum Thema:
M.K. Bhadrakumar – Islamist fighters on the Silk Road
M.K. Bhadrakumar – US and Russia see common cause
Simon Tisdall – Kyrgyzstan: a Russian revolution?
Owen Matthews – Despotism Doesn?t Equal Stability
David Stern – An Inevitable Outcome in Kyrgyzstan
Zum Thema auf dem Spiegelfechter:
Das Great Game ist entschieden
Die Djihad-Falle
Jens Berger

Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test!
www.PARSHIP.de



Klingt plausibel, was der Spiegelfechter schreibt. Aber woher hat er die Kenntnisse? Gibt es auch Informationsquellen, die ein anderes Bild vermitteln?
Müssten nicht China, Russland, die USA und Europa ein gemeinsames Interesse daran haben, dass die Moslems sich nicht radikalisieren? Auch Indien wünscht sich keinen starken Islam in Asien, nehme ich an.
@Westerwellenreiter
Stimmt, ich habe diesmal mit Quellangaben komplett geschlampt – sorry. Bei den Hintergrundinformationen habe ich mich u.a. (aber nicht nur) auf Peter Scholl-Latour und sein neues Buch “Die Angst des weißen Mannes” berufen, im dem er Kirgisien ein Kapitel widmet.
Ansosten möchte ich auf diese Quellen als eine Art “Literaturliste” zu den aktuellen Geschehnissen verweisen.
Gut, dass Du mich daran “erinnerst”. Ich werde gleich eine kleine Linkliste an den Artikel anhängen.
Gibt es – z.B. die außenpolitischen Think-Tank-Blätter, sowohl der Russen als auch der Amerikaner.
Sehr richtig. Gleich kommen aber wieder die VTler aus der Kiste und sagen, dass die USA ihre Gegner durch die Islamisten schwächen wollen und genau dies planen ;-)
Wie schon im Oster-Thread kurz erwaehnt: Scholl-Latours Buch “Die Angst des weissen Mannes” dreht sich zur Haelfte um die politisch/religioese/ethnische Entwicklung Zentralasiens. Sehr lesenswert, und vor allem Informationen aus erster Hand.
[edit: Vorkommentator ueberlesen ;) PSL darf aber ruhig mehrfach erwaehnt werden]
Aufbau einer Zivilgesellschaft? Kampf gegen den Islamismus? Das klingt doch nach einem perfekten Job für unsere Bundeswehr mit ihrem erfolgreichen Ansatz des vernetzten Sicherheit (oder so ähnlich)!
Ich werd mal Merkel einen Brief schreiben.
Im Ernst: Gibt es überhaupt ein Beispiel wo die Großmächte sich in einem Land engagiert habe, ohne das am Ende alles im “blowback” endete? Gibt es heute überhaupt noch eine geopolitisch stabile Region in der Welt (die EU machts ja nicht mehr lange)?
Echt jetzt? Ich hab den Mann auf Grund einiger Aussagen immer kategorisch ignoriert. Da wäre z.B. PR für die “Junge Freiheit”, das einsetzen für eine militärisch starke EU und die Forderung nach Atomwaffen für Deutschland.
Kann man von so jemandem ernsthaft erwarten, dass er sich offen und möglichst objektiv mit anderen Kulturen (hier: Zentralasien) auseinandersetzt und über sie berichtet?
Die Frage ist übrigens ernst gemeint und keinswegs rethorischer Natur..
@ppp
Gibt es – Deutschland, Japan, Italien, Südkorea … ist zugegebenermaßen schon etwas länger her ;-)
@ Spiegelfechter
Sehr gut recherchierter Artikel Jens, Danke !
Ich kann auch aus eigener Erfahrung vieles aus Deinem Artikel bestätigen.
Es stimmt voll und ganz, daß in den Despotien der Islamismus gut gedeiht.
Die Kirgisen und Kasachen sind Nomaden und die Nomaden sind meistens nich so Tiefreligiös wie die ansässige Volksgruppen (Tadschiken, Usbeken, auch afghanische Volksgruppen).
Aber, seit die Despoten in Zentralasien das sagen haben, gewinnt der finstere Islamismus die Seelen der jungen Menschen dort.
Die himmelschreiende Ungerechtigkeit in jeweiligen Staaten treibt sie in die Hände der Islamisten.
Aber an die Demokratie in Zentralasien (einschließlich Afghanistan) glaube ich nicht.
So leid es mir tut, aber dort werden IMMER Despoten herrschen.
Hier hat der gute Jens ganz leicht übers Ziel hinausgeschossen. Die Region wird stabiler, wenn sich starke Islamstaaten bilden, die auf dem Willen des Volkes basieren. Marionetten-Herrscher à la ‘westlich akzeptiert’ sind doch die tatsächlichen Probleme.
Und zu den “Gefechten” in Tadschikistan und Usbekistan: in Hamburg und Berlin brennen Autos, in Tashkent und Dushambe knallt’s halt mal wo an ‘ner Ecke. Daran gewöhnt Mann sich ebenso wie an regelmässige Schießorgien in US-Kaufhäusern….
Dennoch: in Summe ein guter Artikel!
@Myron L. Fox
PSL hat manchmal idT schräge Ansichten, aber PR für die Junge Freiheit betreibt er sicher nicht, wenn er sich von dieser Zeitung interviewen lässt. Entscheidender ist, was er sagt und schreibt – und das ist sicherlich nicht “rechts”. Ich habe fast alle seiner Bücher gelesen und meine das schon beurteilen zu können.
PSLs Analysen sind vor allem eins – aus erster Hand. Davon können sich fast alle Journalisten und Kommentatoren (ich eingeschlossen) eine Scheibe abschneiden. Ihm ist es relativ wurscht, was die Welt um ihn denkt, er schreibt, was er denkt – und das ist meist durchaus visionär. Die Ereignisse im Irak und Afghanistan (aber auch früher in Vietnam, im Iran (79) und in Afghanistan in den 80ern) hat er sehr präzise vorausgesagt.
@Schneemann
Ganz sicher nicht, da dies die Großmächte (ohne Ausnahme!) nicht akzeptieren würden, da sie (teilweise zu Recht) fürchten, dass der Islamismus sich in ihre Länder (Rus, China) oder ihre Protektorate (USA und EU) ausbreitet.
Lass mal das “westlich” raus – Russland und China sind da kein Jota besser.
Ach jeh, zwischen den Antifa-Bübels aus Berlin und den Gotteskriegern aus Taschkent gibt es schon ein kleinen Unterschied ;-)
Danke ;-)
@Truvor
Ich auch nicht – leider
Hei Jens, sowohl die Berliner als auch die Taschkenter Volksbewegung beruht auf wohlbegründetem Widerstand des Volks. Daß sich die neokapitalistischen Kleinbürger nicht anschliessen, hat ja schon die Bader-Meinhof-Bewegung ernüchtert feststellen müssen. Deshalb wird sich zumindest auch bei uns so rasch nichts ändern — die schlimmsten Feinde der Freiheit sind die Sklaven, die ihre Ketten verehren, wußte schon die gute Emilie Zola.
Sowohl China als auch Rußland halte ich für weitgehend ‘verwestlicht’, um das mal so grob zu kategorisieren. China eher weniger, Rußland dafür mehr, wie wir beispielsweise bei der Erpressung des Irans zunehmend erkennen müssen.
Und die Demokratie — haben wir sie, und falls ja, funktioniert sie hierzulande? Oder tobt sich hier eher eine etablierte, inzüchtige Oberschicht zum Schaden des Volkes aus?
@ Myron L. Fox #5
Ich habe zwar nicht alle PSLs Bücher gelesen, aber ich konnte ihn kein einziges Mal bei einer Lüge erwischen.
Ich finde`s immer komisch, wenn irgenwelche Clowns bei Maischberger & Co. mit ihm beispielweise zu Thema Afghanistan streiten.
Diese Idioten, die Afghanistan nur auf der Landkarte gesehen haben, sind nichts anderes als Witzfiguren.
Hmm, mir fehlt in dem Artikel irgendwie die Tatsache, dass der politische Islam eine religiöse Antwort auf die Frage zu geben versucht, wie ein sozialer Ausgleich, wie eine Form von sozialer Gerechtigkeit aussehen kann, und das in Regionen, die außerhalb der Peripherie, die selbst zerfällt, kapitalistischen Zentren liegen.
Diese entscheidene Frage macht die “grüne” Revolution bei vielen Jugendlichen auch so attraktiv. Der Westen gibt darauf seine Form der Antwort, die für die Mehrheit der Menschen in der Region, wie in seinen eigenen Zentren, nur einen verachtenen Inhalt hat.
Ich sehe es z.B. nicht so, daß die Region für “immer” von Despoten beherrscht werden wird.
@Schneemann
Bullshit – die “Berliner Volksbewegung” hat doch weder Legitimation noch jegliche Verankerung im Kleinbürgertum. Ein paar Freizeitrevoluzzer, die Autos anzünden, mit dem militanten Arm einer Religion, die tief in den Alltag der Bevölerung verwurzelt ist, zu vergleichen, ist hanebüchen.
Zum Glück
Die selbsternannten Heilsbringer sind aber kein Jota besser. Und auch hier scheitert der Vergleich kläglich. Die militanten Islamisten sind nämlich sehr wohl im Kleinbürgertum verwurzelt und anerkannt.
Ja ja, sehr “grob” ;-)
@name
Sicher, aber ich würde das nicht glorifizieren. Im real existierenden “Islamismus” haben sich diese “Heilsversprechungen” als Groteske herausgestellt, wie Iran und auch die Taliban-Periode in Afghanistan recht exemplarisch zeigen. Das dies allerdings eine gewisse Anziehungskraft auf die Opfer des Despotismus ausübt, ist natürlich richtig.
Richtig Jens, genau so ist. Ich glorifiziere das in keinster Weise, nur sehe ich da das allgemeine Hauptproblem, mehr nicht.
Jens, soweit ich das erkennen konnte, ist das zentralasiatische Kleinbürgertum mit der hiesigen Bourgeoisie nicht vergleichbar. Zum einen ist es zahlenmäßig kleiner, zum anderen versucht es, den Spagat zwischen “dem Westen” und der eigenen Kultur zu finden. Nachhaltige Unterstützung des dortigen Volkswiderstands konnte ich vor wenigen Jahren vor Ort nicht feststellen.
Unsere Berliner Aktivisten brauchen doch keine Legitimation welcher Art auch immer von Seiten des Kleinbürgertums – sie bekämpfen dieses doch gradezu. Sie sind die Seele des Volkes, ebenso wie unsere Freunde in Namangan und Andijan, die ab und an mal eine Knarre aus der Versenkung holen.
Warum die Aktivisten immer gleich als ‘militant’ gebrandmarkt werden, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Militant bedeutet kämpferisch, zänkisch, streitbar, streitsüchtig – all das ist doch eher die allseits regierende Oberschicht, die das Volk um wirklich jeden Preis unter der Kuttel halten wird.
@Schneemann
Warum? Beide leben relativ(!) bescheiden, gehören weder der Bildungsschicht noch den Eliten an, sondern sind die Zahnräder im System, aus dem sich die Oberschicht mehr oder weniger ungeniert bedient.
Weder noch – der “Westen” spielt dort kaum eine Rolle. Der “Kulturkampf” ist eher ein Kampf zwischen postsowjetischen Traditionen und dem Islam.
So so
Eben ;-)
Und wenn 1% der Bevölkerung gegen 99% der Bevölkerung kämpft, würde ich das kaum eine “Volksbewegung” nennen ;-)
Ja klar ;-)
Das mache ich doch gar nicht.
Kirgisien (so wie auch Kasachstan) wird von diversen Klans beherrscht.
Und in einem Land, wo die Klans das sagen haben, kann es keine Demokratie geben.
Solche Vetternwirtschaft wie dort in Zentralasien können wir uns hier gar nicht vorstellen.
Die Klans und Vetternwirtschaft sind Stützpfeile der Despoten, aber in keinem Fall der Demokratie.
Übrigens, die Klans konnten problemlos die kommunistische Herrschaft überdauern und überleben.
Habe für Euch eine Geschichte zum Dessert:
Mein Pädagoge in Konsirvatorium war ein Kasache.
Diesen Job hat er nicht des Geldes (die Pädagogen dort waren schon immer unterbezahlt) oder der Karriere wegen gemacht, sondern diese Arbeit war für ihn so eine Art Zeitvertreib.
In Wirklichkeit war er das Oberhaupt eines großen Klanes in Zentralkasachstan.
Ich habe einmal von einer Bushaltestelle aus, gesehen, wie er und sein Kumpel von den Verkehrspolizisten festgenommen wurden.
Arme Polizisten, sie wußten nicht, wenn sie vor sich hatten.
Mein Chef und seine Saufkumpane waren so besoffen, daß sie nicht mal aus dem Wagen aussteigen konnten, sie sind daraus einfach rausgefallen.
Führerschein und das Auto wurden natürlich bei der Aktion sofort beschlagnahmt.
Am nächsten Tag kommen die Polizisten zu meinem Chef und bitten ihn den Führerschen und das Auto zurück zunehmen.
Versteht Ihr, sie hatten ihn darum gebeten diese Sachen zurück zunehmen, GEBETEN.
Das Wort ENTSCHULDIGUNG hat jeder der beiden Polizisten mehrmals wiederholt bis es richtig Peinlich wurde.
Ach, damit ich es nicht vergesse.
Den schwarze Wolga hat mein Chef gewaschen und Neupoliert zurückbekommen.
Diese Geschichte ereignete sich vor 23 Jahren als die Kommunisten noch dort das sagen hatten.
Und heute steht niemand mehr über die Klans.
Sie können alles mit dem Volk tun, was sie nur wollen.
Daher müssen wir uns nicht wundern, daß die Islamisten die Oberhand in Zentralasien gewinnen.
Meine eigenen Erfahrungen sind da anders, doch wohl Einzelerlebnisse. Kulturkampf als solchen konnte ich nicht feststellen, eher eine Suche nach Identität – eben zwischen eigenen Traditionen und ‘westlicher’ ‘Kultur’ resp. was als solche verkauft wird (Disney, Cola, Autos, etc.). Und ich fand es schon erstaunlich, was sich im Raum Bishkek/Almaty alles an deutschen Firmen tummelt.
Das ist zum einen nicht der Fall, und zum andern geht jede Volksbewegung von wenigen Aktiven aus. Der Großteil der Bevölkerung sind Mitläufer, die sich zu gegebener Zeit in die – hoffentlich richtigen – Reihen einordnen.
Doch warum soll die ‘Bildungsschicht’ eine eigene Klasse darstellen? Wir haben die Oberschicht, die Bourgeoisie (Kleinbürgertum) und die Arbeiterklasse. Und nur von unten gibt es Fortschritte in der Gesellschaft.
Die Anmerkung wegen ‘militanter’ Benutzung war nicht auf Dich/Deine Beiträge gemünzt, eher eine allgemeine und rethorische Frage an die von mir so heiß geliebte etablierte Presse.
Verehrter Spiegelfechter, ich hasse es, meilenweit zu scrollen, um zu Ihrem vorletzten, drittletzten, viertletzten, fünftletzten oder sechstletzten Artikel zu gelangen. Es gibt nicht nur “Letzte Kommentare”, sondern man kann auch “Letzte Artikel” anzeigen.
Schwarze Tulpen für den Westen.
Der Russe ist dabei seine 20-jährige Schwächephase zu überwinden.
Der Chinese hat sie.
Der Westen steht staunt über die Fähigkeiten seiner Defibrillatoren.
Die monetär erzeugte moralisch ?kulturelle Überlegenheit des Westens ist gescheitert.
Das neuzeitliche Abendland hat den Traditionen der eurasischen Hochkulturen kaum etwas entgegenzusetzen.
Geistige Steil-Vorlagen des Scheinwohlstandes werden massenweise auf der Müllhalde landen.
Die heutige? Spiegelfechter-Konformität? zwischen den Absichten ist Mittel zum Zweck.
Ein Stäbchen-Besteck wird uns dennoch erspart bleiben.
Der erzeugte Neid und Vorteilswahn wird sich in den Gesetzmäßigkeiten der Natur auflösen.
Die eurasische Kultur hat die Kreuzzüge, Napoleon und Hitler scheitern lassen.
Die hochgezüchtete und hochverschuldete Kapital-Kultur des Westens verstößt gegen elementare Naturprinzipien einer gesunden Lebensweise.
Die Indianer konnten noch mit Alkohol und Waffen gedemütigt und zermürbt werden.
Die gewaltsame Suche nach Absatzmärkten und Rohstoffen ist in der Geschichte immer gescheitert.
Merkel konnte heute wahrnehmen, wie es vielen Afghanen ergangen ist, deren Angehörige durch NATO-Bomben getötet wurden.
Kulturvölker können die Orientierung verlieren, aber nicht ihre Traditionen.
Deine Artikel, SF, besitzen eine digitale Struktur. Der Heine wäre stolz.
Ich bemühe mich um eine Analoge. …
Zum Thema: http://www.fondsk.ru/article.php?id=2913
http://www.segodnia.ru/index.php?pgid=2&partid=11&newsid=11363
Randnotiz:
Lieber Spiegelfechter, da du ja nicht aus der Schweiz stammst, nehme ich an du weißt, dass Straße mit Esszett geschrieben wird und nicht mit Doppel Es.
Interessanter Artikel: http://www.ruska-pravda.com/index.php/201004087315/stat-i/monitoring-smi/2010-04-08-07-46-04.html
Interessante Analyse vom Andrej Dewjatow, einem Ex-Geheimdienstler: http://www.peremeny.ru/books/osminog/1823
Hallo Jens,
sehr guter Artikel aber ich muss Dir in einem Punkt widersprechen. Gerade an der Repulik Tartastan, von der Kazan die Hauptstadt ist, kann man sehen, dass sich Islam als Religion und “Demokratie” als Staatsform (wenn man es so nennen möchte) nicht wiedersprechen. Für die Tartaren war und ist Bildung schon immer extrem wichtig. Ich war im letzen Jahr dort, in Kazan und auch weiter im Land, Nabereshnye Chelny, und die Frauen mit Kopftuch konnte ich an 2 Händen abzählen. Die meisten Frauen gehen dort arbeiten, studieren und machen Karriere. An der Kama Staatsuni gibt es wesentlich mehr Frauen als Männer.
Von Symphatie gegenüber den (muslimischen) Attentäterin in Moskau und Sankt Petersburg ist dort nirgendwo die Rede und niemand möchte an der Seite Tschetcheniens in den heiligen Krieg ziehen.
Und soweit ich das beurteilen kann tut Moskau auch sehr viel damit das so bleibt.
Tartastan wird der Status als autonome Republik zuerkannt, es behält fast alle seiner Einkünfte aus dem Erdölbereich und hat auch sonst mehr Rechte als andere Provinzen / Republiken.
Mal bitte nicht den Teufel an die Wand… ein “Umkippen” der Tartaren würde Russland ins Chaos stürzen.
Grüße,
schub
@ schub #29
” ……… ein “Umkippen” der Tataren würde Russland ins Chaos stürzen”.
Du übertreibst ein bißchen.
Man braucht mehr, um Russland umzukippen.
Vergiß auch nicht, die Tataren sind ein Volk-Symbiot und das wissen sie auch.
Durch das “Umkippen” Russlands würde ihnen auch nicht besser gehen.
@ truvor, # 30
das die Tartaren das auch so sehen wollte ich mit meinem Post zeigen.
Sie sind (in meinen Augen) die gemäßigsten und liberalsten Muslime Russlands, wenn nicht sogar Eurasiens…sollten sich diese also zum Islamismus, Jihadismus und Terrorismus wenden, gäbe es für “den Rest” kein halten mehr.
@schub
Den Eindruck, ganz Tartasan könne umkippen, will ich auch gar nicht vermitteln – um Himmels Willen, ich heiße doch nicht Henryk M. Broder ;-)
Kasan ist m.E. ganz gut mit Istanbul vergleichbar, auch dort sieht man im Zentrum weniger Kopftücher als in mancher deutschen Metropole und vor allem die akademische Jugend ist sehr kosmopolit. In beiden Städten gibt es aber eine vorhandene Gefahr durch importierten Fundamentalismus. Beide Staaten, versuchen dies auf ganz unterschiedliche Weise zu verhindern, wobei die Türkei ja in den letzten Jahren ihre Strategie ändert.
@Truvor, 27:
Danke für den interessanten Artikel. Herr Levin schreibt im letzten Abschnitt davon, dass Kirgisistan sich in einen Nord und Süd teil aufspalten könnte?
Hältst Du das für wahrscheinlich? Ich nicht.
Wie kommt es eigentlich zu Stande, dass die Schweiz mittlerweile schon seit längerer Zeit Exportpartner Nummer 1 ist?
M.W. ist Kirgistan eine Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe. Dennoch glaub ich nicht, dass dies so grosse Auswirkungen auf Aussenhandel haben dürfte.
Ich könnte mir vorstellten, dass von den Behörden in Kirgistan der “Handel” nur sehr unzureichend erfasst wird und ein Grossteils des Warenhandels in keiner Statistik auftaucht. Der Handel mit der Schweiz ist jedoch aufgrund des Entfernung und der Schweizer Behörden und der Schweizer Entwicklungshilfe weniger von Schmuggel durchsetzt. Trotzdem bezweifle ich, dass dies so grosse Auswirkungen hat.
Zentralasien ist eine interessante Region, ein Gebiet im Umbruch, eingespannt in die Einflussnahme und Machtansprüche der Großmächte. Aus geopolitischer und ökonomischer Sicht ein interessantes Feld, jedoch auch aus anderen Perspektiven heraus gibt es dort spannende Entwicklungen.
Neben der Ausbreitung fundamentalistischer islamistischer Strömungen ist dort z.B. auch eine starke Zunahme s.g. “nichttraditioneller Religionsgemeinschaften” zu verzeichnen. Insbesondere Methodisten und Pfingstkirchler verzeichnen einen starken Zulauf und sogar die Zeugen Jehovas können einen deutlichen Zuwachs verbuchen.
Gleichzeitig gibt es starke Spannungen zwischen eher liberal ausgerichtete städtischen Gruppen und eher traditionell orientierten ländlichen Bevölkerungsschichten.
Ein typischer Modernisierungsprozess – mit allen Friktionen.
@21 Schneemann
Du solltest Dein Klassenschema mal updaten, wir leben nicht mehr in Marxens Zeiten ;-)
Die heutige Arbeiterklasse (Proletariat) ist das Kleinbürgertum. Es denkt kleinbürgerlichm, sieht seinen “Feind” nicht oben, sondern unten und wählt auch kleinbürgerlich. Als Bourgeoisie bezeichnet eher das Bürgertum – das gibt es auch noch, wenn auch im geringeren Maße. Dazu zählt (und darauf wollte ich hinaus) auch das Bildungsbürgertum, also Richter, Lehrer, höhere Beamte usw., die sich weder in die Arbeiterklasse, noch in das Großbürgertum eingliedern lassen.
Was früher das Proletariat war ist heute das Subproletariat – Hartz IV, Niedriglöhner, Leiharbeiter, Praktikanten, befristet Angestellte, viele Freiberufler usw. usf.. In einigen Gegenden (wie z.B. Berlin) hat das Subproletariat schon fast zahlenmäßig zum Proletariat aufgeschlossen.
Wenn Du also im Kleinbürgertum Deinen Feind siehst, dann kannst Du das getrost auf das klassiche Proletariat ausweiten. Mit einer vorindustriellen Gesellschaft wie der kirgisischen ist das freilich nicht einmal im Ansatz zu vergleichen, weshalb einen Volksbewegung wie die Taliban auch so gar nichts mit unseren Antifa-Kiddies zu tun hat.
@ schub #31
“… das die Tataren das auch so sehen wollte ich mit meinem Post zeigen”.
Sei nicht böse auf mich, ich habe offensichtlichtlich die Auslegung Deines Beitrages (#29) falsch verstanden.
Meine lenke Gehirnhälfte hat um 05:32 bereits geschlafen, und die rechte war auch schon fast soweit.
Frieden :-)
“Sie sind (in meinen Augen) die gemäßigsten und liberalsten Muslime Russlands, wenn nicht sogar Eurasiens ……”.
Sehe ich auch so (irgendwann wenn ich mehr Zeit haben werde, erkläre ich Euch, wieso das so ist).
@ 21 schneemann @ spiegelfechter
die debatte um klassen, schichten und milieus wird weiterhin geführt und das mittlerweile wieder sehr scharf. einen guten überblick über die milieulandschaft in deutschland findet ihr hier:
http://www.sociovision.de/uploads/tx_mpdownloadcenter/Milieulandschaft_2007.pdf
Ausführlicher hier: http://www.sociovision.de/uploads/tx_mpdownloadcenter/informationen_2009_01.pdf
Andere gute und empirisch gut dargelegte Literatur:
Michael Vester “Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel”
Wollte ich nur mal anmerken….
@ Spiegelfechter #32
” ……. , ganz Tartasan ……”.
??????????? :-) :-) :-)
@Truvor
Da war ich auch noch im geistigen Dämmerzustand, der sich bei mir oft durch das Weglassen von Buchstaben oder ganzen Worten äußert ;-)
@ Spiegelfechter #39
Das dachte ich mir auch. Um diese Zeit (08:06, #32) könnte das jedem passieren. :-)
@ Griabiger Batzi #33
Ich konnte zuerst mal nicht kapieren, welchen Herrn Levin Du gemeint hattest, aber dann hatte ich plötzlich eine Entdeckung gemacht: Der Link (#27) kommt von mir (ja, ja bin schon senil :-)).
Ich finde, daß Levin schon eine gute Analyse gemacht hat.
Es sieht so aus, daß er sich in der Region ziemlich gut auskennt.
Ob es zur Aufspaltung des Landes kommen könnte ?
Schwer zu sagen, aber wenn sich irgendein Baj (Baj = Klanoberhaupt, Adel) in den Kopf setzt, sich von anderen zu trennen, dann schafft es keiner ihn aufzuhalten.
Schau mal eine topographische Landkarte an (ich habe im Augenblick leider keine) und trenne die Bergregione von den Ebenen (bzw. Steppen).
Denn die Berg-Kirgisen unterscheden sich ein bißchen nach ihrer Mentalität und hierarchischen, gesellschaftlichen Ordnung von den Kirgisen, die in den Ebenen (bzw. Steppen) leben.
Die Einzelheiten kenne ich leider nicht.
Ich habe mir das aufgeschnappt, als ich noch dort lebte (wenn ich aber, was darüber herausfinde, dann teile ich Euch das mit).
PS. Übrigens, diese Rosa Otunbajewa gehört offensichtlich auch zu einem Adel-Klan.
Das können wir ihrem Nachnamen Otun(BAJ)ewa entnehmen.
Truvor, ich mag deine Ergänzungen! Sie haben immer den ehrlichen und kenntnisreichen Gehalt, den ich selbst bei vielen von den “Freunden” kennenlernen durfte. ;)
LEIDER WIEDERMAL OFF TOPIC……………….könnten nicht alle beim Spiegelfechter vernetzten oder losen IT-Kollegen mal helfen, damit so ein Unsinn wie jetzt beim “Bankentribunal” nicht mehr passiert???
Machen doch wir eine IT-Hilfe Seite auf……..übrigens ich bezahl dann auch dafür…………..
Meine Wenigkeit wird dabei sein, und auch ……………….”"”zahlen”"”……………………
salud
carlo
DIE INTERIMSREGIERUNG KIRGISIENS UND DER PRÄSIDENT BAKIJEW HABEN EINEN ERSTEN VERHANDLUNGSVERSUCH UNTERNOMMEN – OSZE-VERTRETER
http://de.rian.ru/world/20100410/125853460.html
Kasachstan hat zur Zeit den OSZE-Vorsitz!
Kasachstans unterhält ausgezeichnete Beziehungen zu Russland.
Sehr pragmatische Beziehungen bestehen auch zu China, das die Hand nach Zentralasiens Rohstoffen ausstreckt und die Region zugleich mit Billigprodukten überflutet.
@Spiegelfechter.
Wieso meinst Du, dass Russland “Ettapensieg im Great Game” errungen hat?
1) Zum Sieg gehören, meiner Meinnung nach, aktive und vor allem bewusste Handlungen. Aber ich kann bei besten willen keine aktive und bewusste Handlungen von Russland in diesen Unruhen beobachten. Auch keine, die zu diesen Unruhen führen könnten.
2) Welche Vorteile kann man momentan sehen, die Russland aus diesen Unruhen ziehen könnte? Die gesiegte Opposition muß, wie Du es richtig gemerckt hast, nicht zwangsweise prorussisch sein. Ich sehe da momentan für Russland im allgemeinen keine Vor- und Nachteile aus aktuellen Erreignissen.
Vielleicht verstehe ich da was nicht oder habe zu wenig Information. Könntest Du was dazu sagen?
@Eduard II, 45
Ich verweise auf die Einschätzung/Stellungsnahme eines Herrn Devyatov, auf die Trevor hingewiesen hat:
http://www.peremeny.ru/books/osminog/1823
Äußerst lesenswert. Besonders die Verknüpfung des Zeitpunktes des Umsturzes mit dem Unterzeichnen des START-3-Abkommen. Das ist russisches global-strategisches Denken wie es leibt und lebt. Macht oft nicht unmittelbar Sinn, dafür zeigt man mal wieder Muskeln. Betrachtet man die Gesamtwirkung jedes einzelnen “Muskeln-zeigen” zusammen, macht es dafür umso mehr Sinn.
@Truvor:
In weit ist Oberst Dewjatow “Ex”?
Sitzt Herr Dewjatow nicht immer noch in einer Organisation zur Förderung der russisch-chinesischen Zusammenarbeit?
@Eduard II
Die Angst des weißen Mannes- und seine Evokation
” Kirgistan
* Tulpen-Revolution
* Präsident Askar Akajew mit den bewährten Mitteln und einer Vielzahl von NGOs abgesetzt
* Askar Akajew flieht am 24.3.2005 aus Kirgistan Richtung Moskau
* Nachfolger von Askar Akajew wird dessen früherer Geheimdienstchef Felix Kulow
* Die Hauptstadt Bischkek wird danach von einer Welle der Plünderung und Verwüstung heimgesucht
* Flughafen Manas nahe der Hauptstadt Bischkek zu Stützpunkt der US Air Force im Vorfeld des Afghanistan-Feldzugs ausgebaut
* Wichtige Rolle vor Ort spielt US-Botschafter Young
* Am Hebel der ‘allgegenwärtige’ US-Milliardär George Soros
* Aufwendige Druckerei im Eigentum des US-State Department zum Zwecke der Aufwiegelung
* Peter Scholl-Latour: “Als flammende Propagandistin für ‘Freedom and Democracy’ wurde die Journalistin Rina Prischiwoit rekrutiert.”
http://www.arbeiterfotografie.de/russland/russland-0009.shtml
Übersichtliche Zusammenfassung aller Putschversuche des Westens nach dem Zerfall der Sowjetunion zur Umsetzung des Mackinder-Planes bzw. der Full Spectrum Dominance der USA.
Der gestürzte Präsident Bakijew wurde selber durch eine ?Farbrevolution?, die vom Westen finanziert und gesteuert wurde, 2005 an die Macht gebracht. Die CIA führte die “Tulpenrevolution” durch und George Soros finanzierte sie.
Für die Russen kann es nur besser werden.
Die jüngsten Sprengstoffanschläge in Russland müssen nicht aus Dagestan kommen.
Zu schnell hat mir die Presse hier den Schuldigen benannt. Und das im Einheitschor.
Das sollte immer hellhörig machen.
Die Anschläge können auch aus einer ganz anderen Richtung kommen, um Russland in eine Anti-Iran-Allianz zu pressen.
Nur ist der Putin kein Dummer.
Er hat gleich wieder einen Wenzel stechen lassen.
Für den Friedens-Messias war das in Russland sicher keine angenehme Wahrnehmung.
@#15
*rofl*
Beste Grüße (auch an Frau Emilie)
@ Griabiger Batzi
Habe Dein Verweis angeschaut und den Artikel gelesen. Finde aber Argumente von Dewjatow z.T. nicht serios und z.T nicht besonders wichtig. Z.B. seine These über angebliche Versterkung der russischen Kontrolle über Afganistantransit. Russland kontrolliert sowieso fast gesamten Transit nach Afganistan, der nicht über Pakistan abgewickelt wird. Manas macht in diesem Sinne kein Wetter. Was Russland bei Manas stört, ist allein die Tatsache das es um amerikanischen Militärstützpunkt in der Nähe von eigenen Grenzen und in angestrebten Einfüßbereich handelt. Und die Existenz dieses Stützpunktes wird laut Otunbajewa durch Machtwechsel nicht bedroht. Also amerikanischer Einfluss wird dadurch nicht größer aber auch nicht kleiner. Wo sind da Vorteile für Russland? Und vor allem was hat denn Russland konkret unternommen um die Geschehnisse als Etappensieg von Russland zu bezeichnen? Wenn da irgendwelche Vorteile gibt, was ich bezweifle, gehört es eher in die Kategorie “Schwein gehabt” als Etappensieg. Aber das ist ja meine Meinung. Muss nicht unbedingt zutreffen. Zu wenig Information.
@ Outlook
Die Anschläge müssen nicht unbedingt aus Dagestan kommen. Können auch aus Inguschetien, Tschetschenien oder sonstwo. Aber das die auf kaukasischen Miest gewachsen sind, erscheint mir am warscheinlichsten. Man muss ja Ockhamsprinzip bemühen und die Entitäten nicht unnötig vermehren :)
@ name #42
Hallo @ name, grüße Dich auch !
Ich versuche immer zu Euch ehrlich zu sein.
Ich bin nämlich kein Mainstreamverträter.
Du kannst mir aber in einer Sache glauben, ich habe keinen Grund Euch zu belügen (zumindest nicht bewußt, aber ich bin auch nur ein Mensch, und manche Menschen können sich auch irren).
@ alle & besonders Eduard ll
Dewjatow ist ein Ex- G R U – Oberst, ich weiß nicht, ob es Dir was sagt.
Ich habe bereits mehrere seiner Analysen gelesen und er war schon immer mit seinen Prognosen ziemlich präzise.
Die Russen werfen nämlich, seit langem den Amis vor, daß sie über Manas die Drogen nach Russland bringen.
Die Russen haben in über 9 Jahren des Krieges in Afghanistan 15 000 Soldaten (tote) verloren, seit aber die Amis das Sagen in Afghanistan haben, verlieren sie jedes Jahr (zumindest seit ca.2005) ca. 30 000 bis 40 000 Menschen an Drogentoten.
40 000, das sind 3 Divisionen in Militärsprache, versuche das zu verdauen.
PS. Übrigens, ein Oberst bei der GRU ist ein sehr großes Tier.
Und er hat mehrere Jahre in China gedient (als GRU-Offizier), und da Kirgisien zu chinesischen Interessen gehört, dann muß er sich doch mit den kirgisischen Problemen auskennen, oder meinst Du (Eduard ll) da vielleicht anders ?
@ Truvor
Und Suvorov (alias Resun) war auch Oberst GRU und jetzt ist er ein zweitrangiger Schriftsteller, der zweifelhafte Romane über aternative Theorien von Anfang der Zweiten Weltkrig schreibt. Das er Oberst GRU ist oder war ist kein Argument
Das Amerikaner Drogen nach Russland holen ist doch weit hergeholt. Was könnten die denn davon haben? Welches Nutzen? Oder machen die das in der Hoffnung, dass alle Russen süchtig werden und innerhalb 50 Jahren aussterben?
Wie ich schon oben gesagt habe. Man muss öfter Ockham-Prinzip bemühen, sonst kann man wildeste Theorien über einfachste Dinge entwickeln
@ 54
Willst Du alles Gott verantworten lassen?
Dann sind wir schnell bei Dabelju.
Und bei den hat ja nicht mal der Telepromter überzeugt.
@ Truvor
40000 ist natürlich eine große Zahl. Und es wäre besser wenn es keine Drogentote gäbe. Aber im Jahr 2009 wurden in Russland 1764000 menschen geboren und 2013000 gestorben. Wie viele eingewndert sind weiß ich nicht. Ich erzäle es nur um zu zeigen, dass 40000 in Verhältnis zu allgemeinen Sterblichkeit- bzw Geburtsrate eine sehr kleine Zahl ist
@ Outlook
;-)
nö. ich finde Gott hat damit wenig zu tun. Aber man muss ja Dinge nicht komliziert erklären, wenn sie einfacher erklärt werden können
OK. Gute Nacht an alle
@ Eduard ll #53
Suvorov war ein Major der GRU, kein Oberst.
Und alle Behauptungen von Dewjatow, die ich zu Gesicht bekam, waren schon immer im Bezug zur Realität, zutreffend (ich denke aber nicht, daß er unfehlbar ist).
Im Bezug auf Suvorov würde ich nicht gleich lachen.
Ich kenne alle seine Bücher in- und auswendig und all die Bücher seiner Kontrahenten.
Keiner von ihnen, konnte eine Antwort auf seine Fragen, im Bezug auf den Anfang des Krieges finden (das meiste war lediglich dummes gelabber).
Weil, an erster Stelle, die OFFENSIVE Aufstellung der Roten Armee von ihm höchst präzise beschrieben wurde.
Habe persönlich alle seine Behauptungen, durch hunderte Artikel und Bücher überprüft, vor allem durch mehrere deutsche Quellen, was, muß ich zugeben, ziemlich mühselig war.
Und diese deutsche Quellen bestätigen seine Aussagen.
Ich will aber nicht behaupten, daß sein Wort, das letzte Wort ist.
Ich muß (wir müssen) noch viel umgraben, dann sehe ich (wir), was darauskommt.
@ Eduard ll #54
Du überraschst mich mit solchen Fragen: “Was könnten die denn davon haben ?” “Welches nutzen ?”
Ich habe Dir eigentlich mit den 3 Divisionen (40 000) einen Tip gegeben, es scheint aber, Du willst nicht mal das Offensichtliche sehen.
Was meinst Du, wie gut sind die Drogensüchtige als Soldaten ?
Wußtest Du, daß die Russen inzwischen die Kriminelle in die Armee rekrutieren müssen ?
Es fehlen ihnen bereits seit Jahren, junge, gesunde Rekruten für die Armee und in dieser Situation könnten sogar 4 000 Soldaten (eine Brigade) eine große (manchmal entscheidende) Rolle spielen.
Wir reden hier aber, von den 40 000 Soldaten.
#56
“Aber im Jahr 2009 wurden in Russland 1764000 menschen geboren und 2013000 gestorben”.
Du hast doch selber eine Antwort auf Deine Fragen gegeben, oder nicht ?
“Wie viele eingewandert sind weiß ich nicht”.
Ich will Dich nicht beleidigen, aber wenn Du denkst, daß die Einwanderer ihre Leben für Mütterchen Russland aufs Spiel setzen würden, dann …………………………
http://www.fondsk.ru/article.php?id=2919
@Eduard II
Ich (und eigentlich alle anderen Beobachter auch) kann da ebenfalls keine russische Beteiligung sehen. Russland spielt aber aktiv im Great Game mit und der Regierungswechsel wird von Putin und Co. mit Freude aufgenommen. Moskau wurde also ein “Etappensieg” geschenkt.
Manchmal spielt sich die große Politik auch auf persönlicher Ebene ab und Putin und Medwedjew konnten einfach nicht mit Bakijew, seitdem dieser Moskau genarrt hat.
@50 Eduard II und andere
Das sehe ich genau so. Vor allem (Russland wird am Hindukusch verteidigt) sehe ich kein Motiv für Russland, die amerikanischen Anstrengungen in AfPak zu sabottieren. Warum? Moskau hätte keine keine Vorteile durch ein Scheitern des Westens in AfPak – im Gegenteil. Diese Position hat sich auch in Moskau durchgesetzt. Das Great Game zwischen Russland und den USA hat sich deutlich entschleunigt und Moskau hat in der Vergangenheit die logistischen Wünsche des Westens stets erfüllt.
http://www.lenta.ru/news/2010/04/11/peacekeepers/
@ Spiegelfechter #62, #63
Als ich Deinen Artikel las, da wollte ich zuerst Dir widersprechen, als Du schriebst: “Spontan erhoben sich am Dienstag ……..”.
Beim Wort SPONTAN hatte ich zuerst bedenken gehabt, weil, es ist nämlich so, “spontan” auf dem Gebiet der Ex-SU nur noch ein Pickel auf dem Arsch erscheinen kann, oder was ähnliches, aber kein Aufstand.
Aber dann habe ich mich entschieden, mich erstmal im russischen INet umzuschauen, bevor ich was blödes behaupte (ja, ja, das tue ich auch ab und an, oder bist Du diesbezüglich anderer Meinung ? :-)).
Ich war echt überrascht, als sich Deine (diese, “spontan erhoben…”) Behauptung durch diverse Quellen bestätigt hat.
Deshalb Jens, noch einmal von mir: SEHR GUTE RECHERCHE VON DIR !
Weiter so !!!!!!!!
Muß leider kurz weg.
Fortsetzung folgt …………………
@ Spiegelfechter #62, #63
Übrigens, Deine Behauptung bzw. These von der “spontanen Erhebung” wird auch in ein paar Links da oben, bestätigt (der Artikel von Igor Levin #27ist besonders hilfreich).
Du hast selbstverständlich recht, wenn Du sagst: “Russland wird am Hindukusch verteidigt”.
Die Russen freuen sich natürlich (bis zum gehts nicht mehr), daß die Amis bzw. Westen die ganze Arbeit im AfPak machen.
Und die Russen werden auch weiter die Amis unterstützen (ohne wenn und aber).
Aber das ist nocht nicht alles, was die Russen von den Amis wollen.
Den Russen ist etwas anderes noch wichtiger, daß die Amis im Afghanistan (und im Irak) so lange, wie möglich stecken bleiben.
Sie wollen, daß die amerikanische (aber auch allierte) Armee, noch mehrere Jahre lang, am Hindukusch gebunden bleibt.
Und was Manas anbelangt.
Die Rückflüge über Manas sind ein Problem für die Russen und nicht die Hinflüge.
Ich habe in letzten Tagen mehrere Artikel durchgekaut und Dewjatows (#28) Thesen scheinen (zumindest im Augenblick) als die Lebensfähigsten zu sein.
Obwohl, diese Madam Otunbajewa ist eher Pro-Amerikanisch, aber sie will aus irgendeinem Grund, Manas schließen lassen.
Hat ihr Putin was versprochen oder will sie von den Amis mehr Geld für Manas herauspressen ?
Mal sehen, was in ein paar Tagen passiert.
Die chinesische Spur ist auch interessant.
@Truvor
Zunächst mal eine kleine Bitte – Deine Links sind ja fast immer sehr interessant, aber nur die wenigsten Leser verstehen russisch. Wäre super, wenn Du sie immer mit eine kurzen Inhaltsangabe versehen könntest ;-)
Davon bin ich auch überzeugt.
Auch das ist richtig – so lange die USA da beschäftigt sind, kommen sie wenigstens nicht auf dumme gedanken und moskau und peking können sich den Kontinent aufteilen ;-)
Das glaube ich erst, wenn es so weit ist. Sie will m.E. nur den Preis in die Höhe treiben.
Asia-Times
Die Strategie der USA in Zentralasien befindet sich in einer depressiven Phase.
Sollte Manas zu einem Spionagestützpunkt gegen China ausgebaut werden?
Muss Obama nun Medwedew einschalten, dass der US-Stützpunkt bis 2011 möglich bleibt?
http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/LD10Ag01.html
Der M. K. Bhadrakumar ist dafür bekannt, dass er keinen Schwachsinn schreibt.
Das Know how der Farbenrevolutionen erweist sich als untauglich.
Zwischen Polen und Russland könnte auch ein neues, vertrauensvolles Kapitel aufgeschlagen werden.
Wunden sollte man pflegen und nicht ständig provozieren.
Jeder Köper verweigert sich solch einem Dauer-Stress.
Die Russen verdienen meinen Respekt, wie sie mit dieser Situation umgehen.
Eine großartige Reportage über die Ereignisse:
http://zyalt.livejournal.com/236341.html
Erst Nachhilfe in English, nun wird es wahrscheinlich Geopolitik bei EU-Energiekommissar Oettinger.
Denn der glaubt tatsächlich turkmenisches Gas über die Nabucco-Pipeline beziehen zu können.
Im Jahr 2014 sollen die Gaslieferungen aufgenommen werden.
Wie Oettinger heute in Aschchabad beim 1. Internationalen Gaskongress sagte, will er sich noch am heutigen Tag mit dem turkmenischen Präsidenten Gurbanguly Berdymuchamedow treffen und mit ihm darüber sprechen, wie dieses Ziel zu erreichen ist.
Nun weiß ich nicht, ob man dem Günter gesagt hat, in welches fanatisch-islamistische Wespennest er sich begeben will?
Denn es soll eine islamistische Umsturz-Welle in Zentralasien drohen.
“Der Putsch in Kirgisien ist ein drohendes Zeichen für die restlichen Regimes Zentralasiens und in erster Linie für Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Es gibt Grund zur Annahme, dass eine ähnliche Entwicklung in diesen Ländern nur eine Frage der Zeit ist. Während aber die Opposition in Kirgisien nicht religiös war, so könnten die Oppositionskräfte in Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan durch islamistische Vereinigungen vertreten sein.”
http://de.rian.ru/analysis/20100412/125863814.html
Vielleicht hat er einen Joker in der Tasche und muss nicht nachsitzen?
Der Wahn dauert kurz, die Reue lang.
Die Krise macht lernfähig. Und die Chinesen zeigen diplomatisches Geschick.
http://german.china.org.cn/international/2010-04/30/content_19944227.htm
Die USA werden es immer schwerer haben, ihre Mackinderpläne in Europa gegen Eurasien in Stellung zu bringen.