Was macht eigentlich … Trupoli?
06. November 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Wir erinnern uns: In einem Beitrag im August dieses Jahres warf ich einen kritischen Blick auf eine hippe frisch angekündigte Web 2.0 Politikplattform mit dem Namen „Trupoli“, die durch sehr selbstbewusste Eigendarstellung auf sich aufmerksam machte.
Als offizieller Starttermin der Politik-Community und –Bewertungsplattform war der 1. Oktober vorgesehen. Dieser Termin ist schon lange verstrichen, aber mittlerweile befindet sich Trupoli seit zwei Wochen in einer „geschlossenen“ Beta-Phase und alles ist (wie sollte es auch anders sein) natürlich superdupertoll, wenn man dem Aufsichtsratsvorsitzenden Olaf Jacobi Glauben schenken mag. Anfang November soll Trupoli nun endlich fertig sein - wir sind gespannt.
Trupoli tritt mit dem Slogan „Mehr Demokratie und transparente Politik“ an, das ist ein hehrer Anspruch, nur leider lässt die Intransparenz von Trupoli selbst die Hoffnungen schwinden, dass dieser Slogan ernst gemeint sein könnte. Die “offensichtlich” professionell aufgezogene Plattform, die 12 Mitarbeiter beschäftigt und in bester Münchener Citylage residiert, hat freilich ein Business-Modell - nur von Luft und Liebe leben weder die Mitarbeiter, noch der Vermieter und nur mit Werbeeinnahmen ist eine solche Plattform auch nicht finanzierbar.
In einem Interview mit dem Gründerblog der Wirtschaftswoche umreißt CEO Zumpe das Geschäftsmodell von Trupoli:
„Kern unseres Geschäftsmodells ist Meinungsforschung. Wir wollen die Meinung der Bürger an Politiker liefern in Form differenzierter Analysen und Studien. [] Wir beschäftigen professionelle Meinungsforscher, um das Ganze auf solide Beine zu stellen. Außerdem haben wir, wenn die Plattform etabliert ist, eine Datenbasis, die es in der Größe noch nicht gibt.“
Das hört sich ja spannend an, worüber wollen die Meinungsforscher denn solide Auskunft geben, wenn Trupoli seine Datenschutzerklärung wirklich einhalten will? Jeder, der sich auch nur ansatzweise mit Meinungsforschung auseinandergesetzt hat, weiß, dass willkürliche Daten ohne Angaben anhand derer man Rückschlüsse auf die Repräsentativität der Primärdatenbasis anstellen kann, wertlos sind. Die „Analyse“ „Von 5.000 Besuchern finden 258 Besucher Kurt Becks neue Frisur toll“ hat keinen Wert für die SPD. Ohne Basisdaten, wie Alter, Geschlecht, Wohnort, Schulbildung und am besten auch das Haushaltseinkommen, können solche Rohdaten nicht zu brauchbaren Sekundärdaten aufbereitet werden. Wird Trupoli diese Daten bei der Registrierung abfragen? Werden Pop-ups die User zu separaten Umfragen weiterleiten, die diese Daten erheben? Das kann allerdings jede Seite und dies wäre nicht die riesige Datenbasis von der Zumpe spricht – wir sind gespannt.
Dass CEO Zumpe vor seinem Trupoli-Engagement als Projektmanager der Politikberatungsfirma des „umtriebigen“ Horst Teltschik tätig war, hatte ich im letzen Artikel bereits ausgeführt. In Blogs, die meinen Beitrag verlinkt haben, bezeichnete Zumpe dies als „goldfolienverpackte Verschwörungstheorie“. Er stellt dort fest „vieles [in meinem Artikel] [sei] inhaltlich falsch und das was richtig ist, [sei] für Trupoli irrelevant oder in irgendwelche Zusammenhänge hineinkonstruiert. Grade Verbindungen zu irgendwelchen Konzernen und Old Boys Netzwerken und weiß der Geier was noch sind zusammengereimt und aus der Luft gegriffen.”
Auf meine Aufforderung, den Vorwurf der „goldfolienverpackten Verschwörungstheorien“ gerade zu biegen, ist Zumpe natürlich nicht eingegangen. Es hätte auch unangenehme Fragen geben können. Warum beispielsweise residiert die Trupoli AG im gleichen teuren Bürogebäude, in dem auch Zumpes „ehemaliger“ Arbeitgeber Horst Teltschik mit seiner Politikberatungsfirma „Teltschik Associates“ ansässig ist? Warum hat ein so finanzstarkes Web 2.0 Unternehmen keinen eigenen Telefonanschluss, sondern ist unter einer Nebenstellennummer von „Teltschik Associates“ zu erreichen? Warum muss sich Trupoli einen Fax-Anschluss mit Herrn Teltschik teilen?
Teltschik Associates GmbH
Theatinerstrasse 14
80333 München
Fon.: +49 (0) 89 / 89 32 78 – 0
Fax: +49 (0) 89 / 89 32 78 – 10
Trupoli AG
Theatinerstr. 14
80333 München
Telefon: 089/893278-90
Telefax: 089/893278-10
Die Verbindungen zu „irgendwelchen Konzernen und Old Boys Netzwerken und weiß der Geier was noch sind [also] zusammengereimt und aus der Luft gegriffen“ Herr Zumpe? So so - wir sind gepannt.
Das alles ist ja nicht per se verwerflich, sondern leider sogar üblich. Aber mit dem Anspruch „Transparenz“ zu bringen, ist es sicher nicht zu vereinbaren. Sowohl die Contentlieferanten aka Blogger, die auf Trupoli etwas schreiben sollen, als auch die User, die sich dort engagieren, wären sicher dankbar, wenn der Nebel etwas gelichtet würde. Aber vielleicht wäre auch genau dies das Ende der Glaubwürdigkeit von Trupoli – wir sind gespannt.
p.s.: Schönen Dank an die Kommentatoren, die mich auf die “sachdienlichen Hinweise” gestoßen haben.
Jens Berger
Bildnachweis: Screenshot “Trupoli.com”, Region*Muenchen.de, Shops-Muenchen.de












































































Um dem Lektorat zuvorzukommen: Die Durchwahl 10 bei Zumpe gehört sicher dem Fax.?!
@euro
Ja sicher ;-)
Ich hatte die falsche Angabe als C&P aus dem Impressum des Trupoli-Blogs
Nun, der neueste Stand zum trupoli-Launch war: Heute geht’s los
idemokrati...
Man hatte sich beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zu einer Pressekonferenz eingemietet. Aber vom Launch ist noch nichts zu sehen.
Schon wieder neue Fragen…
@Elch
Beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung also ;-)
Nun ja, sich verkaufen können sie sich ja prächtig … ooops, das ist aber jetzt doppeldeutig.
Sie werden übrigens von folgender Agentur vertreten:
Jan Strecker
republik movida GmbH
Agentur für politische Kommunikation
T. 030 / 280 99 676
F. 030 / 280 41 907
M. 0176 / 23 50 60 69
E. jan.strecker@republik-movida.de
Herr Strecker hat jeden, der es wissen wollte mit einer Einladung zur großartigen Pressekonferenz in der Bundespressekonferenz zugedeckt.
Hier der Text der Einladung:
“Alle Macht geht vom Volke aus – bisher aber nur alle vier Jahre bei den Wahlen. Und
dazwischen? Was macht das Volk dann? Zeitungen lesen? Nachrichten schauen? Einen
Leser- oder Bürgerbrief schreiben?
Mit der weltweit ersten Community für Politikbewertung schafft Trupoli
(www.trupoli.com) einen neuen Weg, auf dem Bürger und Politiker jederzeit und
themenbezogen direkt miteinander in Verbindung treten können. Kernstück ist die
Bewertungsplattform, auf der jeder Bürger die Arbeit seiner Volksvertreter bewerten
kann – einfach, seriös und in für die Politiker klar verständlichen Botschaften.
Für Bürger, Politiker und Medien entstehen durch die Trupoli Community bisher nicht
verfügbare Informationsmöglichkeiten. Und es entstehen viele neue Ansätze, um
politisch mitzumachen.”
Ganz besonders gefällt mir die Passage: “weltweit ersten Community für Politikbewertung” - in den USA gibt es zig davon und selbst in Deutschland hat man sich von zwei Halbwüchsigen (diepolitiker.de) abhängen lassen.
Die PK muss übrigens ein Hit gewesen sein - obwohl die gesamte Bloggerwelt durch Berlin kräucht (Web 2.0 Expo), hab ich noch nicht einen Post irgendwo gelesen. Und mal ganz ehrlich - welches Unternehmen, veranstaltet eine Pressekonferenz, und verliert nicht einmal ein einziges Wort in seinem eigenen Blog - irgendwie ist hier was faul im Staate trupoli.
@ peter
interessante Info.
Streckers Mitgeschäftsführer Lars Rohwer ist Autor beim SPD-Blatt “Berliner Republik”.
b-republik...
Außerdem veranstaltet republik movida GmbH Veranstaltungen für “Berliner Republik”.
Das ist also das Einfallstor in den Bundestag.
Bin mal gespannt wie es die Abgeordneten so finden, wenn ihnen eine von Teltschik Associates beherbergte AG namens trupoli was von “wahrer Demokratie” erzählt. Was eigentlich war noch mal das Anliegen einer AG? Das Kapital mehren, nicht wahr?
@peter und Elch
Strecker bringt ja auch die “passenden” Rahmenbedingungen mit:
Ich biete: politische Kontakte, fundraising, CSR-Beratung
Organisationen: SPD, Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung, FES-Ehemalige, Netzwerk Berlin, Deutsche Atlantische Gesellschaft, Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik, Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen, Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung, Parkstudios
Illustre Lobbygruppen, nahe an Teltschiks “Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik” … aber das ist sicher nur ein Zufall ;-)
@spiegelfechter
Bei so einem schwierigen Kunden wie trupoli, bei dem sich an jeder Ecke neue Fragen auftun, bleibt nicht mehr viel Zeit das Xing-Profil zu pflegen.
Dort heißt es, wenn ich das richtig deute, dass Strecker “bis heute” wissenschaftlicher Mitarbeiter von Lars Klingbeil, MdB ist. Dass er dessen Mitarbeiter ist mag ja sein, nur ist Klingbeil nicht mehr MdB. Das war er nur zwischen Januar und September 2005.
Deine Überlegungen mögen richtig sein, auch wenn die mehrmalige Wiederholung des Satzes, dass wir gespannt sein dürfen, sie nicht spannend macht. Ich fage mich, was diese Firma so wichtig macht, dass sie auf der gleichen Ebene wie Großbanken, Stromkonzerne und US-Präsidenten behandelt werden.
Vielleicht ist es ja der Satz: “Das alles ist ja nicht per se verwerflich, sondern leider sogar üblich.” Auf den, quasi wie auf eine nebenbei hingeworfene Pointe alles hinausläuft? Ich muss gestehen, dass ich den Satz nicht verstehe. Was ist das, was “per se nicht verwerflich aber leider üblich ist”? und was bedeutet in diesem Zusammenhang dieses “leider”? Also, z.B. dass zwei Firmen eine Faxnummer haben, das ist sicher per se nicht verwerflich, aber ist es “üblich” - ist es “leider üblich”?
Versteh mich nicht falsch, ich kann mir durchaus Dinge vorstellen, die man sehr wohl für verwerflich als auch leider für üblich hält. Aber ich kann mir nichts vorstellen, was ich nicht für verwerflich, aber leider für üblich halten würde, denn wenn ich etwas nich verwerflich finde, warum sollte ich dann bedauern, dass es üblich ist?
@Jörg
Och, ich habe mich auch schon an dem Eisbären Knut, besoffenen Astronauten, Eva Herman und einem iranischen Fußballer “abgearbeitet”. Die Tatsache, dass ich Trupoli einen Artikel “gönne”, ist keine sooo große Ehre ;-)
Na, die Verbindung von Medien und Einflussgruppen aus Politik und Wirtschaft. Ist dieser Satz tatsächlich so schwer zu verstehen, oder willst Du ihn nicht verstehen?
Nein? Mir fallen da unzählige Dinge ein. Vielleicht liegt das daran, dass ich nicht so ein “Moralist” bin, der alles, was er nicht mag, gleich “verwerflich” findet ;-)
Ok, hast wohl recht. Bin heut etwas überempfindlich.
Vielleicht ist der Satz nur unglücklich formuliert und könnte auch heißen: “Das alles ist ja nicht unbedingt verwerflich, aber leider zu oft üblich.” Oder so. Ist aber auch egal.
Hallo Spiegelfechter,
Wir mussten unseren Starttermin in der Tat verschieben. Trupoli ist ein Riesending, und wir sind drei Gründer, die es gestemmt haben. Natürlich nicht alleine, aber auch das Wachstum mussten wir stemmen. Auch wenn die sieben Monate lang erscheinen mögen: Das ist nicht viel Zeit um mit einem so kleinen Team eine Anwendung wie Trupoli zu programmieren. Um das überhaupt zu schaffen haben wir uns sehr auf’s Produkt fokussiert.
Das hatte erstens Auswirkungen auf unsere Büroflächen: Angefangen haben wir auf kleinster Fläche in der Leopoldstrasse in München. Als klar war, dass wir wachsen, gab’s die Möglichkeit, einfach und vor allem schnell zwei Räume bei Teltschik Associates zu ziehen. Eine gute Gelegenheit für ein Startup, für einen begrenzten Zeitraum ein paar möblierte Räume zu mieten. Die sollten eigentlich bis Dezember ausreichen, taten sie aber nicht. Seit Anfang August sind wir auf Bürosuche, erst jetzt sind wir fündig geworden und können umziehen. In der Zwischenzeit haben unsere Entwickler z.T. zu fünft auf zehn qm gesessen.
Das hatte zweitens Auswirkungen auf unsere Kommunikation. Sie war uns immer wichtig, aber es gab wohl dennoch Lücken, die anscheinend zu der von Dir wahrgenommenen Intransparenz geführt haben. Aus Deiner Sicht der Dinge verstehe ich die Lücken. Aber wir haben immer offen kommuniziert: dass wir ein Unternehmen sind und woher das Geld kommt. Wir haben auf etlichen öffentlichen Veranstaltungen Rede und Antwort gestanden, ebenso in Deinem und anderen Blogs. Jeder, der uns fragen wollte, konnte das. Auch kritisch. Und hat immer eine offene Antwort erhalten. Auch mein Lebenslauf, Auslöser dieser Debatte, war immer transparent: Wir haben ihn von unserer Hompage verlinkt. Und für ein Startup haben wir richtig früh gesagt, womit wir Geld verdienen wollen: mit Meinungsforschung. Und das, obwohl es sicherlich noch dauern wird, bis wir das umsetzen können.
Wo wir bei der Meinungsforschung sind: Wir werden keine personenbezogenen Daten weitergeben. Punkt. Um Meinungsforschung zu betreiben werden wir weitergehende Daten verwenden, die uns die Benutzer freiwillig zur Verfügung stellen und immer anonymisieren. Ganz wichtig: Um bei Trupoli mitzumachen muss uns keiner mehr Daten geben als Namen und Mailadresse (die nicht angezeigt werden müssen) und einen Benutzernamen. Und was noch wichtig ist: Die Bewertungen von Aussagen und Politikern durch die Benutzer auf Trupoli sind immer kostenfrei einsehbar, für Benutzer, Politiker und Medien. Welcher Benutzer im einzelnen wie bewertet ist dagegen nie erkennbar.
In den Kommentaren wurden die „illustren Lobbygruppen“ mit denen wir zusammenarbeiten erwähnt. Wir bemühen uns tatsächlich um einen Kontakt zu Politikern und Parteien (dass wir dazu eine Agentur brauchen macht übrigens deutlich, dass wir nicht irgendwelchen mächtigen Netzwerken angehören). Warum tun wir das? Wir wollen einen Dialog zwischen Bürgern und Politik. Jetzt kann man – völlig zu Recht – der Auffassung sein, dass man dazu aber doch nicht vorab mit Politikern sprechen muß, man kann ihnen doch einfach auf trupoli.com die Meinung sagen. Problem ist leider nur, dass die Politiker einem dann nicht zuhören. Das kann man kritisieren, wahrscheinlich muß man das sogar. Aber das ändert nichts: Um Einfluss zu haben, brauche ich zunächst Aufmerksamkeit. Und die stellen wir her, nicht für uns, sondern für die Benutzer von Trupoli. Denn die werden davon profitieren, dass wir bei den Politikern ein offenes Ohr geschaffen haben. Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum die bisherigen Ansätze übers Web Bürger und Politiker zu verbinden trotz hervorragender Ideen irgendwann steckengeblieben sind: sie haben die Politiker nicht miteinbezogen.
Um es nochmal deutlich zu sagen: Trupoli ist unabhängig. Von Politikern, Parteien, Konzernen, Netzwerken, wem auch immer. Dass muss auch so sein, nicht nur im Interesse der Benutzer, sondern auch im eigenen. Uns ist klar, dass wir unabhängig sein müssen um das Vertrauen der Benutzer zu gewinnen und zu halten.
Das alles erörtere ich auch gerne nochmal persönlich, entweder im Gespräch (meine Telefonnummer hast Du ja) oder z.B. auf der Civilmedia UnConference (www.civilmedia.eu) in Salzburg nächste Woche. Du hast ja an anderer Stelle gefordert, dass man mich dort auf Deine Anmerkungen ansprechen möge. Es würde mich sehr freuen, wenn Du das dann selbst machtest.
Hallo Johannes,
Das kann man nicht wirklich sagen, „wir haben dazu mehr als eine Idee, aber die behalten wir im Moment noch für uns“ war zu hören.
„Weitergehende“ Daten? Das heißt „Daten, die über die Datenschutzerklärung“ hinausgehen? Diese werden dann „freiwillig“ abgefragt? Das klingt zumindest plausibel, ich persönlich würde es kritisch einordnen, personenbezogene Daten an Datensammler zu übergeben, aber ich bin da sicher auch kein Maßstab.
Wenn man die Politiker persönlich mit einbeziehen will, muß man als Newcomer sicher auf so etwas zurückgreifen. Die Frage ist aber vielmehr: An welche Bedingungen sind diese Kooperationen geknüpft? Nichts ist umsonst, sagt der Volksmund. Leidet die „Objektivität“ unter den Kompromissen, die man wohl eingehen muß, will man mit den Großen spielen? Natürlich wirst Du bei Deiner Aussage bleiben „Nein! Auf keinen Fall – Trupoli ist unabhängig“, ich weiß nicht, ob und in wieweit das stimmt bzw. stimmen kann. Die berühmte Schere im Kopf darf nicht außer Acht gelassen werden. Trupoli hat halt einen anderen Ansatz als das Gros der Web 2.0. Während Blogger „draußen“ stehen, ist Tupoli „drinnen“ – ob dies ein faustischer Pakt ist, wird jeder für sich selbst beantworten müßen. Neben der Interaktivität war bis dato der Standort außerhalb der Netzwerke und Interessengruppen das Alleinstellungsmerkmal des politischen Web 2.0 – das gilt für Trupoli nicht.
Es soll auch noch Blogger geben, die Amateure sind, für ihren Lebensunterhalt täglich arbeiten und nicht mal so flux nach Innsbruck jetten können ;-)
Aber, Danke für´s Angebot
Aha: eine abhängige Unabhängigkeit; falls ich in München mal Büroräume brauche, weiß ich ja jetzt, wo ich welche problemlos bekomme….
Wer auf fremdes Geld und Wohlwollen angewiesen ist, kann nicht unabhängig sein, denn sonst kann beides sehr schnell wieder weg sein.
Generell: wozu brauche ich als Bürger Trupoli? Wozu brauchen es die Politiker?
Der Bürger kann ja bei den Wahlkampfveranstaltungen mit seinem Abgeordneten sprechen, oder aber auch auf ABGEORDNETENWATCH .de Politiker der Wahl anschreiben. Diese Anfragen werden bestimmt gelesen, wenn auch nicht immer beantwortet, und sei es “nur” vom Assistenten.
Der Politiker interessiert sich nur sekundär für das, was die Bürger wollen. Seine Aufgabe scheint es eher zu sein den Bürgern zu erklären, was sie eigentlich wollen; bestes aktuelles Beispiel die Vorratsdatenspeicherung.
Ich persönlich sehe weder die Unabhängigkeit, geschweige denn den Nutzen von Trupoli!
Also wenn jemand bei jemandem anders möbilierte Büroräume mietet, ist er ja nicht gleich von dem abhängig. Ich selbst vermiete Büroräume, hin und wieder sogar an Freunde oder Geschäftspartner, aber deshalb sind die nicht von mir abhängig, die machen trotzdem, was sie wollen.
Und was das brauchen betrifft: Wenn nur das gemacht werden würde, was jemand in dem Sinne “braucht” dass er sein Ziel nicht auch irgendwie anders erreichen kann, würden wenig neue Möglichkeiten entstehen. Wer braucht eMail, man kann sich doch auch Briefe schreiben? Wer braucht blogs, man kann doch auch seine Tagebücher auf dem Markt oder wenigstens an der Haustür auslegen?
Ich denke, man sollte ein Projekt nicht schlechtreden, bevor es überhaupt gestartet ist. Jede Idee, den Dialog zwischen Bürger und Politik stabil zu machen, sollte erst mal positiv gesehen werden. Und von ihren Ideen leben wollen selbst die Zeitungsleute bei der taz, das ist also nicht per se verwerflich sondern sogar üblich.
@Jörg
Es geht ja nicht um die Büros als solche, sondern um den “Stifter” der Bürofläche - Herr Teltschik vertreibt ja keine italienischen Nudelprodukte, sondern ist eine der Grauen Eminenzen des politischen Lobbyismus. Es hat schon ein G´schmäkle, wenn ein “Politikportal”, dass sich selbst als transparent und unabhängig bezeichnet, ausgerechnet in Herrn Teltschiks Räume einzieht. Das wäre ungefähr so, als ob eine Plattform, die sich der objektiven Diskussion über Atomenergie verschrieben hat, in den Büros von Vattenfall residiert.
Ich verstehe auch nicht wirklich, warum ein kleines Web-Startup unbedingt in den teuersten Bürolagen Deutschlands (Leopoldstrasse und Theatinerstrasse) residieren muss - aber das ist natürlich Sache der Trupoli-Macher.
*g*
@Jörg
bezüglich der Räume siehe Spiegelfechter
Neue Möglichkeiten sind ja per se nicht schlecht, aber ich werde wohl die Frage stellen dürfen, warum es nun auf einmal klappen soll; ausserdem gibt es ja schon Meinungsforschungsinstitute, die von den Politikern regelmässig beauftragt werden, die Reaktionen auf mögliche Gesetzesvorhaben auszukundschaften. Was bringt also Trupolis? Wahrscheinlich der Plattformwechsel mit einer eventuellen Auslagerung von Arbeit an Trupolis? Anscheinend sollen ja die Bürger und Blogger ausgewertet werden. Was ist denn in diesem Zusammenhang mit der VDS?
Aber nehmen wir mal an, es würde tatsächlich funktionieren, und man würde so die Meinung der Bürger einholen: für mich als Bürger stellt sich die Frage, was sich dadurch positiv ändern soll, da es ansonsten keinen Sinn für mich macht daran zu partizipieren. Das sich das Geschäftsmodell für Trupolis rechnen mag, bezweifle ich nicht.
Also was habe konkret ich davon?
Da ich den Nutzen für mich nicht sehe, werde ich auch meine Bedenken äussern, und nur aus Aktionismus alles Neue zu unterstützen liegt mir deshalb auch fern.
Und Projekte werden ständig schlecht geredet, bevor sie gestartet sind; das geschieht meistens, wenn zu viele wesentliche Fragen offen oder möglicherweise abzulehnen sind.
trupoli ist total unglaubwürdig, eine bloße weitere Simulation von demokratischer Kontrolle von Macht - totalitäre Strukturen lassen sich real besser durchsetzen, wenn zugleich das Gegenteil simuliert wird
Allein das Nebeneinander solcher einnander widersprechenden Zielen verdeutlicht, dass das alles nur ein weitere Inszenierung seitens der von Macht abhängigen Bewußtseinsindustrie ist
“Aber wir haben immer offen kommuniziert: dass wir ein Unternehmen sind und woher das Geld kommt. …. Und für ein Startup haben wir richtig früh gesagt, womit wir Geld verdienen wollen: mit Meinungsforschung.”
“Um es nochmal deutlich zu sagen: Trupoli ist unabhängig. Von Politikern, Parteien, Konzernen, Netzwerken, wem auch immer. Dass muss auch so sein, nicht nur im Interesse der Benutzer, sondern auch im eigenen. Uns ist klar, dass wir unabhängig sein müssen um das Vertrauen der Benutzer zu gewinnen und zu halten.”
Ich mach’ auch bald so ‘ne AAL-Bude auf. Meine associates und ich, mein’ ich. Wir nennen es “Arbeitopolis (beta)”. Dort kann jeder User Tätigkeiten (”work”) für uns übernehmen und bekommt Fleißsternchen (”skill points”). Geld können wir leides keines zahlen, aber der community wird ein wertvolles Informationsportal geboten (”Müllabfuhr mach’ ich nie wieder, das stinkt. Germany 0 points!”).
Dass wir in den Büroräumlichkeiten der Anarchistischen Pogopartei residieren, kann man - völlig zu Recht - kritisieren. Aber wir sind drei junge Gründer und haben einiges zu stemmen, haha.
@Spiegelfechter
aus “Was macht eigentlich … xyz? ließe sich ja auch ‘ne eigene Rubrik bzw. Kategorie machen ;o)
@7Schläfer
Yep, ich bin übrigens durch diesen Artikel auf die Idee gekommen ;-)
Anscheinend ist trupoli eine Briefkastenfirma:
Jetzt ist die Adresse geändert, aber man ruft immer noch bei Teltschik an…
Johannes Zumpe, CEO
trupoli.co...
Landshuter Allee 10
80637 München
T: 089 / 89 32 78 90
F: 089 / 89 32 78 10
presseport...
@Elch
Die neuen Screenshots auf der Trupoli-Seite geben ja auch schon den zu erwartenden Kurs vor: Merkelchen janz doll mit grünem Pfeil nach oben und der böse Kommunist Lafontain janz schlecht mit rotem Pfeil nach unten.
“Der Betatest soll etwa zwei bis drei Wochen laufen, sagte der Trupoli-Vorstandsvorsitzende Johnnes Zumpe auf Anfrage von politik-digital.de. So solle verhindert werden, dass Rechts- oder Linksextremisten sich die noch geringen Userzahlen zunutze machen, um die Plattform zu kapern.”
Das ist doch Unsinn. Nur wenn Trupoli ein Massenmedium wird, lassen sich Manipulationsversuche ausgleichen. Aber das trupoli eine breite Masse erreicht sehe ich nicht. Dazu liegt die Latte einfach zu hoch (Registrierung) und der persönliche Mehrwert ist zu gering. Netzwerkseiten gibt’s wie Sand am Meer, und wer will sich Politiker-Zitate durchlesen um sie zu bewerten?
Trupoli sagt, man habe gute Kontakte zu allen Parteien und man erreiche deren Mitglieder über den Partei-Verteiler. Ja dann mal viel Spaß wenn Jusos, Julis und JUler aktiv werden.
Mir scheint das Ganze eine Rekrutierungsmaschine für Teltschik zu sein. Ist doch eine tolle Verwertungskette: Trupoli lässt Politiker bewerten. Dann kommt Teltschik ins Spiel nach dem Motto: Abgeordneter xy, an Ihrer Glaubwürdigkeit müssen wir noch arbeiten, wir können da helfen…
Noch ein Schmankerl zum Schluss:
Trupoli-Chef Johannes Zumpe: “Zum einen haben Politiker ein Glaubwürdigkeitsproblem…”
computerwo...
Nun, damit sind sie ja nicht alleine….
Zu den Screenshots: Finde ich ziemlich lächerlich, daraus eine Strategie abzuleiten. Ist dann das ZDF Politbarometer und andere auch ein Merkel-Wahlverein, nur weil dort Merkel als besonders angesehen gilt?
Sicherlich dauert es noch eine Weile, bis dort halbwegs vergleichbare Ergebnisse zu sehen sind. Aber: Im Vergleich zum Beispiel zu “Umfragen” im Sat1-Videotext, wo die Linke regelmässig gewinnt, ist die abgebildete Angesehenheit der Bundeskanzlerin doch schon wesentlich normaler.
Ich bin auch recht skeptisch, ob sich Trupolis durchsetzen wird - aber: ich bin davon überzeugt, dass sie tatsächlich unabhängig sind. Wie sollen sie sonst ihre Daten verkaufen?
@ Bader
Wie sie Daten verkaufen wollen möchte ich auch mal wissen. Dass jemand Aussagen von Merkel, Beck und Co. bewertet ist ja durchaus möglich, aber wer interessiert sich für das Gesagte von Hinterbänklern?
Und Merkel, Beck und Co. brauchen keine Internet-Bewertungsseite um zu sehen für wie Glaubwürdig sie gehalten werden, da engagiert man Profis, und dann hat man das Ganze auch noch repräsentativ auf einer Datenbasis von 1000 Bürgern.
@Freebird
Genau, das ist der Punkt. Eine Plattform, die über die Partei-Verteiler User anwirbt, hat so ziemlich keinen Aussagewert, wen es um demoskopische Rohdaten geht. Wie man es dreht und wendet, ich sehe (bei Einhaltung der Datenschutzerklärung) eigentlich keine Möglichkeit, relevante Sekundärdaten zu erarbeiten. Außer es passiert das, was Zumpe oben recht schwammig angedeutet hat: Es wird parallel eine demoskopische Plattform betrieben, die (auf freiwilliger Basis) Daten erhebt, die nicht in der Datenschutzerklärung stehen. Damit könnte man aber mE dennoch keine Repräsentativität erreichen, da das Merkmal “Besucher von Trupoli” sicher ein viel zu exklusives Merkmal ist, als das man statistische Fehler bereinigen könnte.
Viel viel Text, und was hat sich am Ende ergeben?
Irgendwie nichts. Viel Wind um wenig Ergebnisse. So ist das ja leider oft bei diesen neumodischen Web 2.0 Plattformen. Ein Hype um Nichts, das ist heutzutage ja schon fast die Kunst.
Ob wir nochmal wirklich etwas davon hören werden?
Damit’s auch alle mitkriegen: trupoli wohnt nicht mehr bei Teltschik:
“Nach Monaten der Bürosuche und unerwarteten büroratischen Hürden sind wir am Mittwoch in unsere neuen Büros gezogen. Die alten waren schon unmittelbar nach dem Einzug zu klein für unser Team (wie die Photos hier zeigen). Jetzt haben wir viel Platz zum atmen, arbeiten und vor allem zum wachsen: Wir suchen weiter engagierte (Politik-) Studenten für unsere Redaktion, ein/e Redaktionsleiter/in und Ruby-on-Rails Entwickler. Wer also Interesse hat: Wir freuen uns über jede Bewerbung.”
Naja, immerhin hat Onkel Horst noch mal ein bisschen den Tresor aufgemacht und Geld für ‘nen Redaktionsleiter rausgetan.
Also was man bis jetzt so gesehen hat von trupoli - da braucht man wirklich ein bisschen redaktionelle Beiträge. Ich kann den Mehrwert nicht erkennen, Politiker-Statements zu bewerten. Also wird man als User einen anderen Grund haben müssen bei trupoli vorbeizuschauen. Da reicht auch eine Community nicht. Bei 450 Mrd. PIs/Monat auf StudiVZ sehe ich da nicht so den ungesättigten Markt…
@ Elch (22)
Jetzt haben sie auch eine eigene Telefonnumer und man braucht nicht mehr bei Teltschiks anrufen wenn man die Trupolisten sprechen will. Wie praktisch.
nach dem, was ich hier so lese, erscheint mir das doch sehr merkwürdig. ich finde ja auch plattformen fragwürdig, wo schülerInnen lehrerInnen bewerten (da es auch kriterien gibt wie: ist sie/er sexy?).
wenn ich es richtig verstehe, haben die massig kohle, bringen aber weniger zustande als leute, die mit viel weniger arbeiten. da muss etwas faul sein, da doch niemand so dumm sein wird, auf eine ganz offensichtlich lahme ente zu setzen. es erinnert ein wenig an “demokratisierungsprozesse” in osteuropa unter mithilfe des amerikanischen national endowment for democracy. manchmal wurden auch meinungsforschungsfirmen verwendet, deren inhaber für die CIA arbeiten. die firma selbst ist da durchaus real, also keine reine front company, der zweck aber die beeinflussung der menschen, um die genehmen leute zu wählen.
bei uns in österreich sind schlechte umfragewerte inzwischen fast schon eine garantie dafür, dass ein/e politikerIn ihre(seine) sache gut macht (wobei manchmal auch die richtigen schlecht dastehen). es gibt immer wieder durchgängig einseitige, polemische bis kampagnenartige berichterstattung, wo man sich, bei vergleichsweise weniger grossen medien im land (wir haben 8,6 millionen einwohnerInnen), dann nicht zu wundern braucht, wenn die umfragewerte dementsprechend sind. zumal eine vor einem jahr gestartete zeitung, die viele exemplare täglich auch gratis verteilt, besonders stark an kampagnen beteiligt ist (und auch spontan umfragen macht wie: soll xy zurücktreten? nachdem dauernd gegen sie/ihn stimmung gemacht wurde).
politik(er)bewertungen müssen also entweder objektiv und neutral kategorisiert und ausgewertet werden, oder sie sind ein instrument zur beeinflussung der öffentlichen meinung. wobei aber grundsätzlich auch die frage gestellt sein sollte, ob es nicht ein instrument für schlechtmachen, neidkomplex etc. ist, dh ein schwächen jener, die da besonders in den focus geraten (mit anderen worten auch: etwas “antideutsches/antinationales” im stil der US neocons und ihrer fans hier)
“politik(er)bewertungen müssen also entweder objektiv und neutral kategorisiert und ausgewertet werden, oder sie sind ein instrument zur beeinflussung der öffentlichen meinung”
ja, ‘true politics’ könnte ein solches Instrument sein, wobei nicht zuletzt die poppige Namensgebung auf eine weitere Strategie zur Aufhebung des Politischen durch seine Simulation hinweisen könnte
“Das führt uns zum Thema „Populismus“ zurück: Populismus als politische Form heißt auch, dass Herrschaft sich unterhaltend darstellt, sich selbst nicht so ernst nimmt, „reale“ Auswirkungen selbst wieder zu Gegenständen von Unterhaltung umformt, den Warner zum Clown und den realen Schaden zum Gegenstand von konkurrierenden PR-Aktionen macht. In anderem Zusammenhang wurde das als „Ästhetisierung von Politik“ beschrieben.”
Es lebt!
heise.de/n...
Auf dem PolitikKongress in Berlin war folgendes zu hören, was sicher die Offenheit für politische Prozesse der Plattform wiederspiegelt. Die Community diepolitiker.de, die das teure Startup mal locker abgehängt hatt, wurde von Trupoli übernommen. Also Konkurrenz belebt das Geschäft aber das ist wohl nicht gewünscht. Nachdem sie nach einem halben Jahr von Ankündigungen bis heute nicht online sind, kaufen sie jetzt lieber das Know How bei einer kleinen Bude. Respekt.
@ Sirtis:
War gerad auf Die Politiker: “Wir bauen gerade um, sind in Kürze aber wieder für Euch da!” Mal schauen, was demnächst unter diepolitiker.de zu sehen ist - vielleicht ja True Politics…?
Dass es dort nur ums Geld sind, zeigen zwei Zitate:
“Die Investoren hatten die Idee und suchten ein Managementteam” (CEO Johannes Zumpe)
foerderlan...
und: „Sinn und Zweck der Plattform ist es, Daten zu erheben“ (Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Jacobi) … die dann später an die Politiker verkauft werden.
politik-di...
Ich wage mal die steile These, dass Gewinnmaximierung die schlechteste Antriebsfeder ist um Demokratie zu fördern. Vielleicht wär das ja mal ein neues Geschäftsmodell: trupoli schafft es, demokratische Wahlen z.B. im Kongo zu organisieren und lässt sich von (Möchtegern)-demokratieexportierenden Ländern wie den USA dafür bezahlen. Wie beim Bewertungsportal trupoli wäre auch das eine Win-Win-Situation: Demokratie für die Welt - und Kohle für die eigene Tasche.
Grade den Trupoli Newsletter erhalten… großartige Fakerei!
Sie haben auf ihrer Seite ganz großartig ihren “LeadAward 2008″ angepriesen:
trupoli.co...
Interessanterweise sind sie auf der Awardseite noch nicht mal unter den Nominierungen:
leadacadem...
Geschweige denn unter den Gewinnern:
leadacadem...
Das ist ein INTERESSANTER Fakt, der zu den aktuellen Alexa-Rankings passt:
Der Traffic nimmt in den letzten Wochen merklich ab und erreicht aktuell einen Tiefpunkt. Wie Trupoli das Sommerloch 08 wegsteck will ich gar nicht wissen.
@ Trupolist :)
*g* Da bist aber an berufener Stelle gelandet - ich habe den LEADAward 2008 nämlich auch bekommen und stehe nicht auf der Seite. Das liegt daran, dass nur die drei Nominierten, die in der Abendgala vorgestellt wurden, erwähnt sind, die Nominierten, die schon vorher “aussortiert” wurden, nicht. Im Grunde müsste das Wort “Auszeichnung” durch das Wort “Nominierung” ersetzt werden - aber sei´s drum, falsch ist die Angabe von Trupoli nicht.
Also ist Trupoli nun Preisträger oder einfach nur Nominiert?
Die Website von denen erweckt eindeutig den Eindruck, dass sie da dicke gewonnen haben. Was eher nicht der Fall ist, oder?
Falls doch, dann natürlich erstmal auch Gratulation auch zu Deinem Erfolg!
Und wofür bist Du nominiert/ausgezeichnet?
Nuja, passen würds, dass die sich da wichtiger nehmen als angebracht. Mal sehn, wann deren Ego-Trip endet.
Alles in allem haben die TOP-Aussagen bisher zwischen 50 und 100 Bewertungen:
Christel “Ich-will-die-Stasi-wieder” Wegner hat eine mit 72.
Bei unserer Angie hab ich mal eine 76 gesehen.
Insofern haben unsere Meinungsforscher vielleicht einige 100 Nutzer.
Alexa und co. legen das Nahe:
alexa.com/...
Interessanterweise nehmen fast alle Nutzungszahlen ab und nicht zu.
Man kann an den Page Views sogar sehen, wann sie Newsletter verschickt haben. :D
Wenn man dann noch die eigenen Praktis und die Politiker, die sich selbst bewerten abzieht, sollte das auf einige Dutzend “echte” Nutzer runterzubrechen sein.
Also angesichts dessen darf ich doch mal den Trupolisten wünschen, sie hättens wie die Konkurrenz von diepolitiker.de gemacht:
- Nettes, kleines aber glaubwürdiges Startup.
- Keine Kapitalaufnahme ganz zu Beginn, die einem jetzt die Luft abdrückt, weil die Investoren Rendite sehen wollen.
- Kein “Internationales Managementteam” das Sympathien schürt, wie es sonst nur Diktatoren in Schurkenstaaten können.
Aber warten wirs ab: So wie sich Trupoli aktuell verhält, ist die Kriegskasse vielleicht doch tiefer als erwartet. Das kann aber eigentlich *wilde Spekulation* nur auf irgendein noch sinistreres Geschäftsmodell schließen lassen als wir es bisher kennen.
Denn für die Kohle die die rausgehauen haben (Innenstadtbüro, Entwicklerteam, CEOs und deren Gehälter) können einige Dutzend oder 100 User nicht das Gelobte Land sein. Irgendwas kommt da noch! :)
@Trupolist
Wenn es nach den Preisverleihern geht, sind sie (so wie ich auch) Preisträger.
Sagen wir´s mal so: Sie standen nicht auf dem Podest, kamen aber in der “Spitzengruppe” ins Ziel ;-)
Weblog des Jahres - aber ich bin halt nicht so ein Aufschneider, wie die “Kollegen”. Da den “Ausgezeichneten” noch nicht einmal das Hotel bezahlt wurde, war ich auch nicht bei der Verleihung anwesend. Während der CeBit kosten Hotels in Hamburg viel Geld - klar, für die “Münchener” spielt das keine Rolle, für mich leider schon.
Oh - ich traue ihnen eine glorreiche Karriere zu ;-)
Ich strafe die Seite durch komplettes Desinteresse ab ;-)
Na klar - bald werden sicher die “Köpfe” ausgetauscht, es wird eine Medienpartnerschaft mit XYZ verkündet und das Web 2.0 Wunder wird geboren *kopfschüttel*
Dass der Laden nicht läuft sieht man auch daran, dass CEO Johannes Zumpe einer der aktivsten Bewerter auf Trupoli ist. Wo gibt’s denn sowas, dass der Chef genügend Zeit hat um 1636 Aussagen zu bewerten? trupoli.co...
Der Junior Webdeveloper scheint auch nicht viel zu tun zu haben, wenn er nebenbei noch 213 Aussagen hinzuzufügen kann trupoli.co...
Und Produktmanager Internet Anian Leisner kommt auf 133 hinzugefügte Aussagen
trupoli.co...
Selbst Geldgeber Olaf Jacoby kann noch ein paar Minuten seiner kostbaren Zeit aufbringen, um 767 Aussagen zu bewerten und 39 Kommentare zu schreiben trupoli.co...
Was sollen die Jungs auch den ganzen Tag machen, als auf ihrer hippen Seite rumzuspielen?
Seit knapp einem halben Jahr ist trupoli jetzt am Start, glaub ich, und noch gab es nicht einen relevanten Zeitungsartikel über die Plattform. Genauso wenig gab es einen positiven Beitrag in einem relevanten Blog. Vielleicht sollten sie den Laden dicht machen, um nicht noch mehr Geld zu verbrennen. Ist doch schade um die Milliönchen….