Kauft Gold! Verkauft Gold!
geschrieben am 12. April 2010 von Spiegelfechter
Wer in diesem Frühjahr einmal durch die Fußgängerzonen einer Provinzstadt geht, dem wird aufgefallen sein, dass neuerdings Goldankaufstuben wie Pilze aus dem Boden schießen. Seitdem jeder Teenager sein Zweit-iPhone, samt dazugehörigem Schufa-Eintrag, sein Eigen nennt, scheinen sich Handyverträge nicht mehr so gut zu verkaufen ? Grund genug, die Bude dicht zu machen und nun auf Goldankauf umzusatteln. Vielleicht steckt dahinter ja auch ein tieferer Sinn: Um die Handyschulden zu bezahlen, kann Klein-Kevin den Goldschmuck seiner Oma versetzen ? so was nennt man dann wohl lebenszeitbegleitendes Kundenmanagement. Aber was wollen die verkrachten Existenzen, die hinter dem Tresen hocken, eigentlich mit dem ganzen Gold?
Die Antwort findet sich im Internet. Surft man Seiten an, die ? sagen wir es mal vorsichtig ? eine etwas unorthodoxe Sicht auf die Welt im Allgemeinen und finanzwirtschaftliche Fragen im Besonderen haben, schreien einem diverse Banner entgegen: ?KAUFT GOLD!? Ja gerne, aber warum? Die Antwort findet sich in den Begleittexten: Die Weltwirtschaft kollabiert, Geld ist aus Papier und somit nichts wert und die Finanzeliten hätten es nur darauf abgesehen, uns wie eine Weihnachtsgans auszunehmen. Dahinter steckt ja sicher ein Körnchen Wahrheit, aber warum kaufen die Finanzeliten dann nicht das schöne Gold? Oder sind sie es, die das Gold verkaufen? Man weiß so wenig.
Gold – die beste Wertanlage!
Gold ? so sagt man ? sei wertstabil. Das stimmt natürlich nur sehr selektiv. Wenn man beispielsweise im Jahre 1981 einen Goldbarren gekauft hat und ihn zwanzig Jahre später verkaufen wollte, bekam man nominell nur noch die Hälfte des Geldes wieder. Doch dieser Vergleich hinkt natürlich, schließlich wird Gold ja als ?wertstabil? beworben und es wird dabei immer wieder auf die Inflation hingewiesen. Doch wenn man den Wertverlust von 1981 bis 2001 nicht nominell, sondern inflationsbereinigt betrachtet, sieht es noch düsterer aus ? denn inflationsbereinigt bekam man zwanzig Jahre später nur noch ein Viertel des ursprünglichen Wertes wieder. Gold ist volatil und eignet sich daher am ehesten für die sehr langfristige Wertanlage. Das gilt natürlich nicht, wenn man in Hochpreisphasen Gold kauft ? inflationsbereinigt liegen die Preise der frühen 1980er Jahre immer noch weit über den momentanen Kursen, die allerdings ebenfalls weit über dem langjährigen Schnitt liegen. Wer heute Gold kauft, könnte also schon bald sein blaues Wunder erleben.

Gold – inflationssicher!
Wer sich intensiv mit volkswirtschaftlichen Fragen beschäftigt, kommt nicht um den Gedanken herum, dass die überbordende Staatsverschuldung in den OECD-Staaten nur durch eine zumindest trabende Inflation wieder in realistische Parameter geführt werden kann. Diese Sorge ist durchaus berechtigt und wer seine Ersparnisse vor Inflation schützen will, wird über kurz oder lang auch über die Option Gold stolpern. Gold ist eine von vielen Möglichkeiten, der Inflation ein Schnippchen zu schlagen. Allerdings sind auch alle anderen Anlageformen, bei denen man Besitzanteile erwirbt, inflationssicher ? ganz anders sieht es bei Anlageformen aus, bei denen man Geld zu fixen Zinsen verleiht. Aktien, Aktienfonds, Immobilien oder Immobilienfonds sind beispielsweise ebenfalls inflationssicher, während Anleihen jeglicher Art ? und hier natürlich auch die Staatsanleihen ? nicht inflationssicher sind. Gold ist also eine, aber beileibe nicht die einzige Form, sich gegen eine zu erwartende Inflation abzusichern.
Gold hat viele Vorteile ? es ist relativ transportabel, das Finanzamt muss von Goldbarren ebenfalls nicht unbedingt etwas wissen und es ist sehr gut handelbar. Einen Goldbarren kann man überall ? und sei es bei der ?gescheiterten Existenz? in der Fußgängerzone ? sofort gegen Bargeld tauschen. Dafür ist es allerdings nicht so einfach teilbar. Wer einen 100g Barren sein Eigen nennt, kann ihn nicht einfach in der Mitte durchschneiden. Wer sich nun aber anstatt eines 100g Barrens einhundert Barren zu je 1g unter das Kopfkissen legt, ?bezahlt? die gewonnene Flexibilität mit immensen Auf- bzw. Abschlägen beim Handel. Diese Auf- und Abschläge sind natürlich auch der eigentliche Grund dafür, warum die Fußgängerzonen und Internetseiten in einen Goldrausch verfallen sind. Wer sich über das Internet einen kleinen Barren Gold kauft und ihn ein Jahr später wieder verkauft (egal wo), muss sich selbst bei ?stabilen? Goldpreisen auf exorbitante Verluste einstellen. Wer beispielsweise heute bei einem Onlinehändler fünf Gramm Gold in Barrenform kauft, zahlt dafür ? ohne Porto ? 169,37 Euro. Verkauft man diesen Barren heute bei einem Onlinehändler, so erhält man dafür ?stolze? 125,59. Es liegen somit 43,78 Euro (ohne Porto) zwischen An- und Verkauf, mehr als ein Viertel des Spotmarktpreises. Bei kleineren Barren sind sogar Spreads von 50% des Metallwerts keine Seltenheit. Kein Wunder, dass sich die Händler mühelos die Miete in der Fußgängerzone oder die Bannerwerbung im Netz leisten können.
Gold – sicher!
Bei großen Barren fällt der Spread wesentlich geringer aus ? Kilobarren im Werte eines Mittelklassewagens werden jedoch selten über das Netz gekauft oder in der Fußgängerzone verscherbelt. Wer solche güldenen Kostbarkeiten sein Eigen nennt, sollte jedoch zumindest über einen guten Wachhund verfügen. Eine Alternative zum ?physischen Gold? im eigenen Besitz ist die Verwahrung im Hochsicherheitstrakt. So kann jedermann über das Internet sich seinen kleinen Teil am Goldschatz der FED kaufen. Das funktioniert folgendermaßen ? ein Anbieter leiht sich gegen Gebühr Gold von der FED und verkauft oder verleiht dieses Gold gegen Gebühr an den Endkunden weiter, der fortan eine kleinere Verwahrungsgebühr an den Anbieter und die FED entrichten muss. Für Verschwörungstheoretiker oder Weltuntergangspropheten ist diese kostengünstigere Variante allerdings nichts. Denn wer garantiert, dass die FED im Falle des ultimativen Zusammenbruchs des Geldsystems die güldenen Schätze herausrückt? Und wer garantiert, dass der Anbieter oder die FED überhaupt im Besitz des Goldes sind und der Goldmarkt nicht eine einzige Blase ohne reale Basis ist? Fragen über Fragen.
Gold – ein kleiner, exklusiver Markt!
Gold ist ein Spekulationsobjekt. Sowohl Warenterminkontrakte als auch Zertifikate und andere hochspekulative Instrumente sind im Papiergoldmarkt vorzufinden. Der Markt boomt, hat ein Billionenvolumen und es wird manipuliert, was das Zeug hält. Wir reden nicht mehr von den kleinen, pfiffigen ?Bescheißerles?, die in ihren Finanzbriefen oder Finanzanalysen arglose Kleinkunden in Anlagen treiben, die sie später durch Leerverkäufe oder Terminkontrakte abzocken. Es sind die großen, politisch protektionierten ?Finanzgangster?, die den Goldmarkt als Geldquelle entdeckt haben. Der Goldmarkt ist der größte Warenterminmarkt der Welt und stellt selbst den Ölmarkt mühelos in den Schatten ? pro Tag wechselt die Menge Gold den Besitzer, die weltweit pro Jahr gefördert wird. Der Goldpreis hat nur sehr wenig mit Angebot und Nachfrage nach physischem Gold zu tun, hier wird in einem Maßstab mit Papiergold gezockt, dass jedem Kleinbarrenbesitzer schwindlig wird. Schon melden erste ?Marktinsider?, dass der Goldmarkt ein gigantisches Schneeballsystem sei, das kurz vor dem Zusammenbruch stünde. Ob an diesen Argumenten etwas dran ist, ist nur schwer zu sagen.
?Marktinsider?, ?Analysten? oder gar ?Finanzbriefautoren? sind die miserabelste Quelle, die es überhaupt gibt. Wer weiß, vielleicht haben die ?Marktinsider?, die nun von einem Schneeballsystem sprechen, selbst auf fallende Kurse gewettet? Vielleicht haben sie aber Recht – wer mit hochspekulativen Dingen wie Gold handelt, muss starke Nerven haben. Das gilt natürlich nicht für die ?gescheiterten Existenzen? in der Fußgängerzone oder die Onlineshop-Betreiber, die im Netz werben ? die machen immer ihren Schnitt. Wenn der Goldpreis allerdings wieder zusammenbricht, bricht auch das Geschäftsmodell der Goldankäufer zusammen. Für ein paar Euro verscherbelt Klein-Kevin auch Omas Schmuck nicht mehr. Mal schauen, welche Geschäfte im nächsten Frühjahr die Fußgängerzonen pflastern. Ein heißer Tipp wären ja Pfandleihen.
Zum Thema: Mythos Gold
Jens Berger

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Kurze Frage.
Ist “Adjusted Price” auf der Grafik die inflationsbereinigte Wertigkeit des Goldes?
@1
Geh ich mal stark von aus. Inflationsbereinigt in die Vergangenheit, 2008 liegts übereinander, je weiter zurück, je größer der Faktor (nicht der Abstand).
Moin Jens, was wird wohl bei so einem ‘Zusammenbruch’ passieren? Der Preis für echtes Gold geht gen Jupiter, da jeder versucht, die ungedeckten Leerverkäufe irgendwie glattzustellen.
Doch sei’s drum, m.E. hat der Markt für Familienrestgold wenig bis gar nichts mit dem ‘Papier’goldmarkt in London und New York zu tun, von der Anleihe der Preisinformationen, die noch massiv getürkt werden, mal abgesehen. Das eingesammelte Gold landet beim Schmelzer im Recyclingofen.
Ganz so viel Schatten bietet der Goldmarkt dem Rohölvolumen allerdings nicht, meine grobe Überschlagsrechnung sieht beide Märkte – momentan – etwa in vergleichbarer Größenordnung (runde 20 Mrd. Doller im Londoner Goldmarkt am Tag plus grobe 15 Mrd. in New York, gegenüber 500.000 Rohölkontrakten täglich, oder 40 Mrd. Doller fürs tägliche WTI). Wüßten wir jetzt noch, was alles am OTC-Markt via Swaps und sonstigen Hinterhofgeschäften gedealt wird, hätten wir eine realistischere Größenordnung. Laut BIS waren im Juni 2009 – neuere Zahlen haben die wohl nicht, oder wollen sie zumindest nicht bekanntmachen – rund gute 420 Mrd. $ an Goldderivaten offen, die jedoch in den 604.000 Mrd. $ gesamtem erfassten Derivatvolumen buchstäblich untergehen.
Doch warum erwähnst Du nicht die im zitierten Link genannten Wolframbarren, die schonmal als Ersatz für das gelbe Metall herhalten müssen, wenn tatsächliche Andienung verlangt wird:
Offensichtlich ist das Gold knapper als es uns die Großbanker zugeben wollen, daher sind heftige Preisausschläge – vorwiegend nach oben – zu erwarten.
Wir leben in einer Zeit, wo sich die selbsternannte Wirtschafts’elite’ in einem Teufelskreis festgefahren hat, aus dem kein leichtes Ausbrechen möglich sein wird. Wir fahren deshalb mit Vollgas unser gesamtes Gesellschaftssystem an die Wand, und da kommt dem Aspekt
- resp. anonymer Geldanlage – doch eine verstärkte Bedeutung zu. Der Staat ist für das Großkapital da, der kluge Bürger schützt sich vor dem Zugriff eines ausufernden Staatswesens. Hier und da ein Krügerrand oder auch ein 100-Gramm-Barren oder zwei, und der Umsichtige schläft nachts ruhiger.
Zum guten Schluß darf ich die Charakterisierung der hinter ihren Tresen lauernden Goldankäufer als ‘verkrachte Existenzen’ kritisieren — diese Leute haben eine Marktlücke entdeckt und können davon leben. Das ist kein Grund, sie so abzuwerten.
Buchvorstellung: ?Geheime Goldpolitik ? Warum Zentralbanken den Goldpreis steuern?
Nicht das mich diese Fragestellung wirklich schlaflos machen würde; aber der hier in der “Bannerwerbung” beworbene Dirk Müller empfiehlt eben in C(r)askurs auf Seite 168 “Ich empfehle Ihnen, Goldmünzen zu erwerben [?] Zu empfehlen ist auch, den Goldschatz aus unterschiedlichen großen Münzen aufzubauen”. Gut immerhin mit Erscheinungsjahr 2009. Und auch nur als kleine Notreserve.
Aber Ihr Volkswirtschaftler könnt einen ganz schön verwirren;)
Nach nem Atomkrieg kann man seinen kleinen Barren Gold aber vielleicht gegen eine abgelaufene Dose Erbsensuppe eintauschen, wenn man einen Dummen findet. :)
Gold setzt zurzeit sehr trügerische Kaufsignale.
Die Kursexzesse verleiten zur Euphorie.
Das gleiche gilt für den Aktienmarkt.
Man sollte sich vielleicht erst einmal auf einen neuerlichen Deflationsschock einstellen.
Die Monetarybase?Raten könnten enorm werden.
Danach könnte es zu extremen Inflationsraten kommen, die Gold und Sachwertaktien massiv befeuern.
Holzauge bleib wachsam.
Hat eigentlich schon einmal jemand darüber nachgedacht, was im Falle einer wirklichen Krise passiert? Da kann es schon vorkommen, daß ich einen Kilobarren Gold für eine warme Mahlzeit ausgeben muß! Im Falle einer wirklichen Krise kommt zuerst das Fressen und dann der sichere Schlafplatz, da sind Sachwerte im Grunde bedeutungslos – ganz einfach weil es keine Nachfrager – also keinen Markt – gibt.
Wenn ich mich auf eine wirkliche Krise vorbereiten will, dann kaufe ich mir ein paar Bücher von Rüdiger Nehberg (o.a.) und trainiere, unter widrigsten Umständen zu überleben. Das wäre der Worst-Case-Fall und darunter kann ich dann verschiedene Abstufungen einplanen.
Ich habe früher selbst mit Optionsscheinen, Futures, Edelmetalle etc. spekuliert. Dabei ist mir aufgefallen, daß ich komischerweise immer zu spät kam, beim Kauf wurde mein Auftrag ausgeführt, als der Preis schon gestiegen war und beim Verkauf erst als er schon gesunken war. Als Kleinanleger ohne professionellem und schnellem Direktzugang zu den Börsen habe ich im Grunde keine wirkliche Chance. Da wird mir auf sehr elegante Art das Geld aus der Tasche gezogen! Aber die Börse ist ein Spielcasino, die Bank gewinnt immer!
Ein weiterer Nachteil von “Werten” liegt darin, daß man diese wegnehmen kann. Wie will ich mich in Zeiten der Anarchie gegen Diebstahl wehren? Die Überzeugungskraft einer Schußwaffe kann sehr groß sein! Wie will ich mich in Zeiten der Staatsanarchie gegen staatliche Organe wehren? Denn, wenn wir eine wirkliche Wirtschaftskrise bekommen sollten, wird der Staat zuerst an sich und seine Organe denken. Und er wird seinen Willen mit Waffengewalt durchsetzen. Ich habe dann im Grunde nur eine Chance, wenn ich wenig zu verlieren habe oder anders, wenn ich wenig Besitz habe. Schon heute gibt es Planungen die von bürgerkriegsähnlichen Zuständen in einigen deutschen Ballungsgebieten ausgehen und Vorgehensweisen von Polizei und Bundeswehr planen. Oder eine andere Alternative ist, daß ich etwas besitze oder kann, was man mir nicht wegnehmen kann (z.B. Wissen), auf das andere aber angewiesen sind.
@1 COPOKA
Kurze Antwort: Ja.
@Schneemann
Das wäre ja ein sogenannter “Squeeze”. Dafür bräuchte es aber Akteure, die sich weigern zu verkaufen – und zwar nicht nur einige wenige, sondern die Marktmehrheit. Das ist doch extrem unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher wäre in einem solchen Falle eine Verkaufswelle, die durch “Fire-Sales” noch angeheizt wird, da bei institutionellen Anlegern eine “Stopp-Loss-Linie” nach der anderen bricht. Sorry für die Fachtermini, ich glaube in normalen Deutsch lässt sich das gar nicht ausdrücken ;-)
Das Familiengold hat kaum einen EInfluss auf die Fixings, umgekehrt befördert ein hoher Goldkurs das Geschäft mit dem Familienrestgold aber ganz gewaltig.
Weil ich das eher für einen der üblichen Tricks der “kleinen Bescheißerles” halte. Hohe Goldpreise wecken natürlich auch die Phantasie und die kriminelle Energie.
Vielleicht, der Goldmarkt wird allerdings von den gleichen Akteuren beherrscht und manipuliert, die sich auch auf allen anderen Märkten breitgemacht haben.
Das kommt auf den “Umsichtigen” an – dafür hat man plötzlich Angst vor Einbrechern ;-)
Das ist doch keine Abwertung. Jeder hat das Recht auf seine verkrachte Existenz. Hätte ich nun Strukturvertriebler für Finanz-Voodoo-Produkte als “verkrachte Existenzen” beschrieben, hättest Du mir sicher Recht gegeben … oder?
@klml
Gegen eine Notreserve und gegen Diversifizierung ist auch gar nichts einzuwenden. Mir stellen sich nur stets die Nackenhaare auf, wenn behauptet wird, Gold sei so eine Art “gutes” und vor allem mündelsicheres Investment, mit dem man den “Eliten” in die Parade fährt. Das ist Quatsch und diejenigen, die diese Behauptungen aufstellen, verdienen meist selbst sehr ordentlich an ihren Empfehlungen.
@gerhardq
Die ultimative Krisenvorsorge ist eine Kalaschnikow und ein Huhn ;-)
Was Deine Aussage zu Aktien und die kleinen Bescheißereien der Depothäuser angeht, so will ich Dir aber widersprechen: Memento Kostolany ;-) Aktien sollten auch nicht für kurz-, sondern für langfristige Investitionen gedacht sein. Wenn die Bank sich dann ein paar Promille einstreicht, ist das nicht so dramatisch. Wer sich als “Daytrader” am Topf des Finanzkasinos bedienen will, fällt allerdings als Privatier meist auf die Schnauze. Aber das ist auch ok so.
Die ultimative Krisenvorsorge ist vermutlich Bildung. Weil die kann einem keiner nehmen.
Als Arzt , Handwerker oder Bauer wird man vermutlich immer gebraucht.
Oder halt: Gold und Waffen! :)
Ein Montag Morgen mit Sergeant Bosco Albert “B.A.” (Bad Attitude) Baracus, das wird eine gute Woche.
Ich bin verwirrt. Zuletzt hat mich noch Hans-Olaf Henkel vor Inflation gewarnt, da dachte ich “gut, der alte Lohndrücker, ich brauch mir also keine Sorgen machen”. Mal lese ich über Warnungen vor Deflation, dann über Deflation, der eine Inflation folgt.
Also die gescheiterte Existenz ist bei uns ein Juvelier der schon seit Urzeiten Gold- an Verkauft.Im Nachbarort ebenso. Wer mir den bunten Plunder abkauft ist mir auch egal, Hauptsache ich bekomme mein Geld.
Seit einiger Zeit ist der Goldpreis sehr hoch, mich hat es gefreut dass ich den geerbten Plunder noch zu Geld machen kann.
Gold als Anlage:
Bin ich eher skeptisch. Wer derzeit im Goldmarkt einsteigt ist selber schuld wenn die Kurse crashen. Vielleicht ein paar Münzen als Notreserve, von Papieren würde ich wie im Artikel geschrieben auch die Finger lassen.
Da zocke ich lieber weiter an der Börse und entgegen aller Empfehlungen habe ich dort mit kurzfristigen Anlagen das meiste Geld gemacht, gerade jetzt in der Krise. Langfristig anlegen macht an der Börse nur Sinn, wenn man extrem viel Geld übrig hat das man jahrzehnte lang nicht braucht und selbst dann würde ich es eher in was solides wie Haus, Grundstück,.. investieren.
@Herr Knecht
Sagen wir es mal so: Generell müssten wir in eine Deflation schlittern – eine Inflation setzt sehr aktive Notenbanken bzw. Regierungen vorraus. Das Motiv ist – na klar – die Staatsverschuldung. Deutschland und die EZB, die ganz nach deutscher Pfeife tanzt, wird diese Entwicklung ganz sicher nicht starten. Bei GB und den USA bin ich mir aber keinesfalls so sicher – beide Länder sind als interventionsfreudig bekannt und keinesfalls so “geldwertorientiert” wie Deutschland. Wenn zwei der größten Volkswirtschaften die Inflation starten, wird sie allerdings auch vor dem Euroraum kein Halt machen. Warten wir es ab – ich schließe eine solche Entwicklung jedenfalls mittel- bis langfristig nicht aus.
Hallo,
mich würde mal interessieren, welche Website sich als Quelle für Daten zu inflationsbereinigten Preisen (Gold, andere Rohstoffe, Indices) eignet. Vielleicht hat der Author ja einen Tip?
Beste Grüße
PS: Zu den im Artikel genannten Unwägbarkeiten kommt noch das Problem der Fälschungen von Goldbarren/Münzen, im Moment tauchen ja vermehrt Gerüchte über qualitativ hochwertige wolframhaltige Fälschungen auf. Kein Wunder, wenn es chinesische (kein Scherz) Unternehmen gibt, die mit perfekten Replikas aller möglichen Produkte aus Gold werben, inklusive der chinesischen Goldpandas (!). Die Frage stellt sich nun, ob es sich hier mehr um Paranoia, gezielte Marktbeeinflussung oder nur um wilde Gerüchte handelt.
Klasse Artikel.
@Bobby
Leider nein – es ist zwar kein Problem historische Reihen für Inflation, Goldpreis und die Aktienindizes zu finden, bei anderen Rohstoffen bin ich da jetzte überfragt.
Wie ich schon oben schrieb: Der hohe Preis und die schon fast fanatische Hinwendung einiger Kreise, wecken natürlich sowohl die “Bescheißerles” als auch die ganz Großen – egal, ob sie in China oder in der Wall Street sitzen.
Mors certa, pecunia incerta …
@ Herr Knecht 14,
@spiegelfecher, 16
Derzeit schaut es eher nach einer Deflation aus.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=5020
Sehr gute Gedanken von Herrn Flassbeck!
Wie Herr Flassbeck aufführt, müsste man endlich -um Schaden vom Deutschen Volk abzuwehren- die Maastrichter Verträge und damit die Schuldenbremse aufkündigen. Es wäre nur rational, höhere Inflationen als die Zielinflation der durch die Deutschen in meinen Augen kontrollierten EZB von 2% zuzulassen.
Allein sorgen die Verstrickungen und die in meinen Augen kriminellen Machenschaften einiger Lobbyverbände und Banken, dass genau das Gegenteil getan wird und das Volk mit Geschichten über einen angeblich im letzten Sommer gestarteten Aufschwung für dumm verkauft wird.
Alle die in den letzten Monaten vor einer akuten Inflationsgefahr gewarnt haben, wie z.b Henkel, haben m.E. mit diesen disqualifizierenden Äußerungen, die teils ob ihrer Inkompetenz teils ob ihres wenig ehrenhaften Wesen ausgesprochen wurden, nicht die Bezeichnung “Wirtschaftswissenschaftler” verdient.
@Spiegelfecher: Ich bin noch nicht dazu gekommen. :-(
Gerade viel zu tun. Und ich hasse ja diesbezüglich online Sachen.
Manchmal schon – und dann wird man auch gleich beschissen. Hähä.
heise.de
Es ist fast schon zu spaet .
Aber es ist notwendig, in Gold anzulegen. Nicht mehr 3 % wie damals….. Heute sollten mind. 39% in Gold und anderen Edelmetallen angelegt sein. Oder glaubst du , lieber Nichtversteher, dass dieses Papiergeldsystem noch lange so existiert?
Und, wo bringst du deine Schwarzgelder aus dem Drogenhandel hin ? Auf die Bank geht nicht. Entweder investiers in Drogen aller Art… sie werden dir dein Leben retten… oder investiere es in Gold. Wohlwissend, dass Gold seinen Wert heftig verliert.
Aber egal.. mit einer Unze Gold nimmt dich der Kapitän eines Fischkutters immer mit , wenn sie dich hier hängen wollen und du ganz schnell verduften musst….
Der Tip der Experten geht weiter: Kauft Waffen und lernt damit umzugehen. Bunkert Fressen für Monate.
Dass ihr alle jeden Monat eure Stütze bekommt und im Supermarkt alle kaufen könnt was ihr braucht , ist ein Idealzustand, der nicht auf Dauer garantiert werden kann.
Zudem, 2012 kommt auch noch.
Be prepared . Doomsday kommt
@Andi Stier
Ja natürlich! Kauft Gold! *lol*
Ja aber natürlich, oder denkst Du, dass in wenigen Jahren die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer mit kleinen Tütchen, gefüllt mit Muscheln oder Goldstaub bezahlen?
Wenn ich welche hätte, würde ich sie in den regulären Wirtschaftskreislauf bringen. Banken in der Schweiz oder auf den Caymans sollen da recht hilfsbereit sein ;-)
Warum? Willst Du etwa die mutige Behauptung aufstellen, Geldwäsche sei heute nicht mehr möglich?
Dann nehme ich lieber die Drogen – mit einem 90er Chateau Petrus den Weltuntergang zu betrachten, hat doch was ;-)
Das Argument zieht natürlich!
Und kauft einen atombombensicheren Bunker! Jawoll!
Wer “Stütze” bekommt, gehört aber eher zu den Familiengoldverkäufern und nicht zu den Barrenjunkies.
*lol*
Genau!
Ein paar Gedanken zum vielgepriesenen Gold als ?harte? Währung:
Die insgesamt jemals geförderte Menge Gold beläuft sich auf 161.000 Tonnen oder 161 Millionen Kilogramm oder 161 Milliarden Gramm. [1]
Das sind genau 5.176.848.874,59 und aufgerundet 5,2 Milliarden Feinunzen á 31,1 Gramm. Der Verkehrswert dieses Goldes beträgt also bei einem angenommen und erwarteten Goldpreis von 1.000,?US-Dollar pro Unze = 5.200.000.000.000 US-Dollar gesamt.
Wir fassen diese Menge der Einfachheit halber zusammen und vernachlässigen, dass davon ca. die Hälfte in Schmuck vorhanden ist und abzüglich der privaten Goldsammler ca. 30.000 Tonnen als mickriger Rest bei den Zentralbanken verbleiben.
Würden wir die gesamten 5,7 Mrd. Unzen oder 161 Mrd. Gramm auf theoretisch 7 Mrd. Menschen aufteilen, kämen wir auf 23 Gramm pro Person und rechnen der Einfachheit halber eine Feinunze von 31,1 Gramm pro Person der zugrundegelegten Weltbevölkerung. Beim einem Goldpreis von 1.000,? US-Dollar ergibt sich also ein ebenso hohes ?Vermögen? pro Person der Weltbevölkerung, nämlich stattliche 1.000,?US-Dollar.
Nun 4 simple Fragen:
1. Wie lange sollen die 1.000,?US-Dollar pro Person und wofür reichen?
2. Wie soll ein so geringer Wert des insgesamt jemals geförderten Goldes ? 5,2 Billionen US-Dollar ? der Berechnungsstandard für eine oder mehrere weltweite Währungen darstellen, welche in Trillionen zählen?
3. Wie wahrscheinlich ist die Annahme, dass der Preis der Welt auf 5,2 Billionen US-Dollar geschätzt und Berechnungsgrundlage aller Werte wird?
4. Wie wahrscheinlich ist die Annahme, dass jeder sein Leben lang mit 1000,?US-Dollar auskommt?
Selbst wenn der Goldpreis sich verzehnfachen würde, würde das nichts daran ändern, dass Gold so ziemlich das sinnloseste Zahlungsmittel ist, um den Geldkreislauf und damit den Werteausgleich aufrechtzuerhalten. Wir handeln nur noch mit Fiktionen!
Das Gold, das Gold: wenn es zu Mord, Raub, Totschlag in der der Dauerdeflation kommt, ist wirklich nur, wie Jens schon richtig schrieb, daß Huhn, und eine AKS-74U ein halbwegs sicheres Mittel, um in der Krise wenigstens als spielberechtigt teilnehmen zu können.
Ich kann da nur insofern mitreden, als dass ich mir im Juni 2006 eine Seite hab basteln lassen, auf der zu sehen ist, wie sich der Goldpreis zu dem damals gültigen Referenzwert entwickelt bezogen auf 1kg.
Berücksichtigt wird der Wechselkurs EURUSD und USDEUR (von Yahoo) sowie der Goldkurs in USD pro Feinunze (von INO).
Damals stand der Wechselkurs bei ca. $1,28 pro Euro und das Gold bei $645,- pro Feinunze.
Nach einer spannenden Achterbahnfahrt des Dollars steht der heute bei 1,36 und die Feinunze bei 1162,-(!). Der Gewinn liegt bei 41% wenn man mit Euro bezahlt hat und für Euro verkauft. Abziehen muss man natürlich noch die Inflationsrate. Aber das gilt gleichermaßen bei irgendwelchem Buntpapier.
Und welches Druckerzeugnis hätte mir 40% gebracht in der Zeit? Und zwar ohne all die Unwägbarkeiten von Schuldverschreibungen jeder Art?
Jetzt einsteigen ist freilich etwas spät. Wenn Oma aber in den 70-ern ein paar Barren im Kleiderschrank gestapelt hat, dann ist man heute oben raus.
Ach so – liebes Finanzamt, komm gucken – ich habe keins. Ist alles nur ein Spiel (leider).
Was anderes könnte denn als stabile Absicherung dienen wenn nicht Gold oder Silber? Wenn man natürlich nur 2-3 Jahrzehnte als Zeithorizont betrachtet – klar dann gibt es gute Alternativen. Und die Betonung liegt auf Absicherung!
Übrigens, was sollte man (als Normalbürger) denn zu den Eigenschaften von Geld zählen?
Zahlungsmittelfunktion. (Geld vereinfacht den Tausch von Gütern und die Aufnahme und Tilgung von Schulden).
Wertaufbewahrungsmittel.
Nicht beliebig vermehrbar.
Erfüllt Papiergeld alle drei Kriterien? Und Gold? Alles klar?!
Mahlzeit Jens. Neulich stand wo im Internetz, daß ein größerer Anleger auf Andienung seiner Goldkontrakte bestanden hat. Weiß nimmer ob die Sache in London oder New York stattfand, doch mußten die die Barren aus Hongkong herschippern — anscheinend ist was dran an der Goldknappheit.
Wenn nun tatsächlich hundertmal so viel verkauft wurde, wie vorhanden ist, und nur ein halbes Prozent der Anleger auf Andienung bestehen, kommt der Schneeballeffekt zum tragen: tatsächliches Gold ist Mangelware, die Zockerspekulanten kommen hinzu, und eine Verzehnfachung des Preises ist quasi über Nacht zu erwarten. Wird es so kommen? Das weiß keiner, sonst würd ich mit meinem wenigen Gelde beim Golde einsteigen…
Es ist schon interessant, wie sich der Goldpreis grad zu asiatischen Handelszeiten eher nach oben bewegt, während das Londoner Goldkartell die von Dir erwähnten Preiskontrollen durchzusetzen zu versuchen scheint.
Nicht unbedingt. Vieles Schmuckgold liegt doch als Legierung vor (333er, 585er), bei dem einerseits die anderen Metalle rauszurechnen sind, andererseits natürlich – vielleicht wegen Extraufwand beim Einschmelzen? – die (Netto-)Abschläge etwas heftiger werden.
Bei unseren selbsternannten Freunden ist die von Dir angeprangerte Goldmasche auch gelegentlich in der e-Zeitung.
Meines Erachtens kriegen wir sowohl Inflation als auch Deflation. Inflation auf der Verbrauchsgüterseite, Deflation bei den noch vorhandenen Vermögenswerten. Die staatlich verkündete Inflation ist übrigens nur ein Bruchteil der tatsächlich vorhandenen, da Steuerbelastungen, Sozialabgaben und weitere Abgaben massiv ansteigen und nicht hinreichend berücksichtigt werden. Da jedoch die Renten- und Lohnanpassungen sich an der vom Politbüro herausgegebenen Zahl orientieren, ist für den Staat gut was für den Bürger schlecht ist: heruntergerechnete Zahlen.
Bei den Freunden (les Amis) bietet Shadowstats gute Hinweise auf die tatsächliche Lage.
Die wolframhaltigen Gerüchte beziehen sich jedoch auf 400-Unzen-Barren der Amerikaner – da scheint die Fed wieder mal ihre dreckigen Hände im Spiel zu haben.
Nun ja, die Vorprodukte steigen massiv an, da ist schon eine Welle im Anrollen. Kupfer hat sich binnen Jahresfrist verdoppelt, Nickel fast verdreifacht. Ohne den kaputten Henkel restaurieren zu wollen, die Inflation ist nicht tot.
Die Franzosen wissen: Your mind is your primary weapon. So use it. :)
@observer:
Soweit ich weiss ist “Nichtvermehrbarkeit” kein Kriterium von Geld, eher sogar ein K.O.-Kriterium. Einfach mal nachdenken, warum das so sein muss.
Das fehlende 3. Kriterium ist die Möglichkeit des Geldes, potentiell jeder Ware einen “Wert” beizumessen.
Dies im Hinterkopf ist die Frage “Papier” oder “Gold” dann anders zu beantworten..
Naja für mich und viele andere eh keine Option und daher uninteressant, trotzdem wieder ein interessanter Beitrag!
Danke!
@EuRo 27
Bei einer Inflation von durchschnittlich geschätzten 3% pro Jahr, hat man bei 35 Jahren Inflation von über 100%, das Zeug ist also nichtmal mehr 50% wert.
Gegen die 41% “Gewinn” ist man dann eben nicht oben raus, sondern unten.
Netter Versuch ;-)
Hans, die Begrenztheit der vorhandenen Schätze macht sie so interessant. Ein heutiger Geldschein hat weniger realen Gegenwert als ein Kieselstein im Bachbett, für eine Unze Gold kriegst immerhin – jederzeit und überall – einen Gebrauchtwagen älterer Bauart, oder eine Knarre, um Futter zu besorgen.
Wenn Währungen goldbasiert sind, heisst das doch nicht, daß damit alle Vermögen aufgewogen werden können müssen, das ist heute beim papierernen Spielgeld auch nicht der Fall. Doch bietet eine Anbindung an Gold eine Vertrauensgrundlage, da die bunten Scheinchen nimmer nach Belieben gedruckt werden können.
Sollte Gold als Grundlage einer verbreiteten Währung wieder eingeführt werden, sind massive Preisanpassungen für dasselbe zu erwarten, doch werden das weder die korrupten Zentralbanken noch die noch korrupteren Politiker zulassen.
@Observer_X
Da gäbe es einiges ;-)
Ich bin ja gar nicht mal “überkritisch”, aber wenn ich etwas von einer “stabilen Absicherung” lese, erinnert mich das doch stark an windige Zertifikate. Gold ist weder stabil noch sicher. Wer heute Gold kauft, dem kann es passieren, dass er in zwei, fünf oder auch zehn Jahren vielleich 75% Verlust einfährt. Das ist keinesfalls auszuschließen. Natürlich kann es auch passieren (ich glaube es zwar nicht), dass man 75% Gewinn einfährt. Gold ist spekulativ – viel(!!!) spekulativer als andere Anlageformen, sogar Immobilien (solange es keine Ferienwohungen in Spanien oder Bürozellen in Moskau/London/Shanghai sind) sind sicherer. Vor allem wenn es sich beispielsweise um ein selbstbewohntes Eigenheim in D zälht. Wer sich sicher ist, dass die Weltwirtschaft kracht und es Hyperinflation gibt, der soll sich doch auf Kredit ein Häusschen kaufen – mir ist nicht bekannt, dass es im Kleingedruckten eine Zinsanpassung für den Fall einer Hyperinflation gäbe.
OK – wenn Du natürlich als Zeithorizont ein Jahrhundert aufwärts nimmst, ist Gold idT unschlagbar. Aber wer denkt in derlei Kategorien? Zwei-, drei Jahrzehnte finde ich schon sehr langfristig.
Papiergeld hat die perfekte Zahlungsmittelfunktion, eine schlechte Wertaufbewahrung (aber sollte ein Zahlungsmittel auch gar nicht haben, sonst wird es gehortet) und ist nicht beliebig vermehrbar.
Gold hat eine schlechte Zahlungsmittelfunktion, eine halbwegs ordentliche Wertaufbewahrung und ist ebenfalls nicht vermehrbar.
Wer seine Ersparnisse im Garten vergraben will, ist mit Gold natürlich besser beraten – ansonsten schlägt Papiergeld Gold bei weitem.
@Hans Berger
100% d´accord. Das ist auch der Grund, warum ein Goldstandard heute nicht mehr umsetzbar wäre.
@Andi STier
lol
Fühlst Du Dich durch den sehr guten Artikel des Spiegelfechters auf den Schlips getreten? Erachtest Du Dein Geschäftsmodell für diskreditiert?
Desweiteren bezweifle ich, dass auf spiegelfechter.com so viele “Stütze”-Empfänger anzutreffen sind.
Professor van Suntum hat der Bevölkerung geraten, Waffen zu kaufen und sich mit ihnen vertraut zu machen?
Nachtrag: Hoppala. Da war der spiegelfechter schneller.
Aua, aua, oh weh :) Jens, Du erlebtest die Weimarer Jahre nicht, obwohl, auch damals gab es die wertlosen Scheine tatsächlich nicht unbegrenzt. Ist alles relativ, doch zumindest ist Papiergeld nahezu beliebig vermehrbar, und das ohne nennenswerte Kosten. Genau dieser Punkt sieht beim Gold ganz anders aus, die leicht zugänglichen Vorkommen sind erschöpft, nun muß tiefer gebuddelt werden.
Interessant wäre jedoch das Gedankenspiel, was passieren würde, wenn von der nächsten Raumfahrt die Erkenntnis gewonnen werden würde, daß Planet ABC völlig wider Erwarten einen Mond XYZ mit erwarteten N Tonnen Feingold aufwiese… ;)
Und da war noch
Wie wäre es mit einem ’18er Chateau Le Nin? ;)
@EuRo
Sehr richtig – bei jedem anderen Gut würde die Netzgemeinde bei einer solchen Preisralley von “Blase” sprechen. Warum sieht dies beim Gold anders aus? Ich könnte Dir x Charts zeigen (Öl, andere Rohstoffe, Aktien), die eine ganz ähnliche Hausse-Phase aufweisen. Wohin dann ganze kurze Zeit später ging, muss ich wohl nicht extra sagen ;-)
@Schnemmann
Mahlzeit, Schneemann
Ja ja, was nicht so alles im Internetz steht. Sicher hatte der Urheber und die meisten Verbreiter dieser “Meldung” so absolut gar nichts mit Investments in Gold zu tun ;-)
… dann würde auch hundertmal so viel gekauft! ….
Ganz sicher nicht. Wenn Zweifel an der Basis des Fixing-Preises bestehen, wird jeder Anleger, der halbwegs rational denkt, verkaufen. Die ganzen “Goldverleiher” können sich die Bestände gar nicht “neu” kaufen. Wovon auch? Sie gehen schlichtweg pleite. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass JP Morgan, Goldman Sachs und Co. sich schon längst mit Terminkontrakten eingedeckt haben, mit denen sie bei einem Kollaps Milliardengewinne einfahren. Merke: Warenterminmärkte sind etwas für Profis und Kleinanleger werden (Ausnahmen gibt es immer) dort gnadenlos von den Instiutionellen abgezockt. Das ist im Goldmarkt nicht anders.
Oder ein paar findige Chinesen haben 400oz-Barren nachgemacht – letzteres erscheint mir doch wesentlich wahrscheinlicher ;-)
@nochmal Schneemann
Blödsinn – jeder Kaufmannsladen wird Dir das Gegenteil beweisen.
Und was ist denn der reale Wert von Gold? Kann man es essen? Kann man in ihm wohnen? Heilt es Krankheiten? Bringt es mich von einem Ort an den anderen? Nö, Gold ist genau so wertlos wie Papier – nur das letzteres nicht so schön glitzert.
Klar, und für Geld kriege ich das alles nicht. Start again ;-)
@Schneemann
Gaaanz schlechtes Beispiel. Wer sich während der Hyperinflation Gold gekauft hat, hat über Jahrzehnte hinweg einen Realverlust hinnehmen müssen, da die USA den Goldpreis ganz einfach eingefroren haben. Bei Immobilien, Kunst, Land oder auch Aktien sah das ganz anders aus.
Der Preis würde implodieren … was denn sonst.
Einmal, weil die meisten Leute kaum/kein Gold besitzen, zweimal, weil der Preisanstieg bisher ziemlich linear erfolgte. Bei Blasen artet die Sache in Exponentialfunktionen aus, da läßt sich, richtige Seite vorausgesetzt, dann auch kräftig Kohle machen.
Hiermit hast Du Dich als echter Nichtspekulant entlarvt. :) Alle an Börsen – also auch, und besonders, an Warenterminbörsen – gehandelten Kontrakte werden durch die Clearingstelle garantiert. Das ist ja das Besondere beim börsennotierten Handel: kein Kaunterpartrisk, wie es die Anglofoner so gern nennen. Dank der Globalisierung haben wir jedoch nur noch wenige, dafür riesige Börsenfirmen. Lassen wir die über ‘ne Klinge springen, dann war der Lehmann’sche fallout ein Kindergeburtstag.
Will den Faden hier nicht dominieren, drum nur kurz noch zum Kieselstein: mit dem kannst ein Stück Mauer bauen, oder ihn per Schleuder einem Reh in den Hintern knallen. Mit faltbaren Scheinchen kannst höchstens Deinem Sohn einen Stubenflieger zaubern. Auch Dein Krämer ändert daran nichts – wir können es ja mal mit meinen Schein über 100 Milliarden Reichsmark versuchen.
@Schneemann again
Ölfässer, Schweinehälften und Kupfer besitzen aber auch nur die wenigsten Leute ;-9
Das kommt darauf an, wie sehr man die Kurve entzerrt ;-)
Die Garantien gibt es aber nur auf dem Papier. Weißt Du, ob “Dein” Goldverleiher überhaupt einen Clearingkontrakt hat? Außerdem passiert auch auf dem Ölmarkt häufiger, dass Kontrakte “glattgezogen” werden, da ein Handelspartner pleite ist. Clearingstelle hin, Clearingstelle her.
Zensur der GoldSilber-Manipulation im Mainstream
Kommentar: Sehr ausführlicher und detaillierter Blog über die GoldSilberemanipulation mit anschliessender Diskussion.
http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2010/04/03/zensur-der-goldsilber-manipulation-im-ma#more152
Wie man mit diesem Thema umgeht, muß jeder für sich entscheiden.
Der Blick in die Glaskugel ist unseriös.
Die Vergangenheit auf die Zukunft zu projezieren ist problematisch
Man sollte ein gutes Gefühl haben, bei dem was man tut oder auch nicht.
Und ob sich jeder eine Kuh oder eine Ziege im eigenen Tipi halten kann, da habe ich meine Zweifel.
Und Ackerland zu bestellen, naja. Oder jetzt noch kaufen?
Mit 400kcal am Tag kann man gut überleben und bleibt gesund.
Da kann man sich für einige Wochen autark versorgen.
Vielleicht lernen wir dadurch den Mensch wieder neu entdecken.
Ich dachte, Du zu greifst lieber zur Feder, statt zur AK,SF.
Das Leben geht weiter.
Unsere Vorfahren hatten auch schon große Krisen zu überstehen.
Und der Mensch treibt trozdem weiter sein Unwesen.
Also. (?!)…
@Outlook
Gilt das auch für Prognosen über andere Finanzspekulationen?
Natürlich, ich glaube ja auch nicht an einen kompletten Zusammenbruch.
@noone – 41% von Juni 2006 bis heute – nicht seit 35 Jahren. In den 70-ern bekamst du eine Feinunze bereits für $35,- Der Wechselkurs EURUSD war da aber auch einen Hauch anders… :-)
@spiegelfechter – wegen der zu erwartenden Blasenentzündung habe ich ja auch keins (mehr).
@SF 46
“Gilt das auch für Prognosen über andere Finanzspekulationen?”
Na klar!
Auch was ich unter @7 geschrieben habe.
Die Welt ist zu komplex.
Und der Mensch ist ein komplexer Teil davon.
Das Casino hat sich zum Karnickelrennen entwickelt.
Es ist Teil des Titty Taintment.
Solide Unternehmen mit sinnvollen Gebrauchsgütern werden aber weiter bestehen.
Als Langfristanlage immer geeignet.
Das sichert den Fortbestand des homo sapiens.
Und sein Überlebensgehirn, wenn es nicht mit Fast food verkittet ist.
Hallo? Was geht denn hier ab?
Ich bin in meinem Leben noch nie in die Verlegenheit gekommen, mir über den Kauf, Verkauf oder die Aufbewahrung von Gold, Diamanten oder Platin Gedanken zu machen. Das einzige Gold, das ich besitze, befindet sich in meinem Mund und meinem PC. Und diese Diskussion hier hat mir gezeigt, daß ich recht daran getan habe, meine Zeit nicht mit so etwas Müßigem wie Gedanken an Gold zu verschwenden, denn seid mal ehrlich: Hat ein einziger von euch genug Kohle, um sich solche Gedanken machen zu müssen? Was zerbrecht ihr euch den Kopf anderer Leute? Ach, ihr meint wohl, irgendwann werdet ihr auch mal so reich/wohlhabend sein, in diese Verlegenheit zu kommen: Wohin mit dem Geld? Na dann viel Glück!
Die schlimmsten Kapitalisten sind nach meiner tiefsten Überzeugung arme Schlucker, die träumen, einst selber reich zu werden. Denn diese armen Schlucker reißen sich den Arsch auf und laufen wie der Esel hinter der Möhre her und ziehen damit, ohne es zu merken, den Wagen der EIGENTLICHEN Kapitalisten… Schön blöd.
Ich dachte immer, der Spiegelfechter habe den Anspruch, solche Verarsche aufzudecken, und der Artikel geht ja erst mal in diese Richtung, aber die Diskussion glitt ab in eine innersystemische Kapitalismus-Rettungs-Debatte nach dem Motto: “Rette sich und sein Hab und Gut, wer kann!”
Macht euch mal locker. Wer hier über Geldanlage, Wertsteigerung, Altersvorsorge, Finanz-, Rohstoff-, oder Goldspekulationen schwadroniert, der outet sich als Teil des Problems, nicht als Teil der Lösung, meine Lieben! Denn alle die genannten Anlageformen sind in letzter Konsequenz Formen von Ausbeutung – oder was glaubt ihr, wo die Gewinne (oder wahlweise Zinsen/Wertsteigerungen) für die einen herkommen? Das sind Verluste der ANDEREN! Immer! That’s kapitalism, folks.
Und bitte, Hühner, Bunker und Kalaschnikows – als Alternative zu unserem tollen kapitalistischen System gleich mal wieder Anarchie (und womöglich noch Kommunismus?) als Schreckgespenst an die Wand malen? Das ist doch sogar unter der Würde von Olaf Henkel, oder? (Ach nee, dem ist ja nix zu blöd.)
Kommt Leute, das könnt ihr doch besser! Brain 2.0 hilft bestimmt, einfach mal ausprobieren…
Und zum Thema “Spätrömische Dekadenz”:
Ich weiss zwar nicht wo du wohnst, aber in den Städten, in denen ich mich in Deutschland aufhalte gibts keine Goldaufkaufbuden. Und angesichts des hohen Goldpreises macht die Dienstleistung ja auch Sinn. Wenn in 12 Monaten die Wirtschaft wieder richtig brummt und die Inflationsängste der Libertären UND Kommunisten sich als Hirngespinste herausgestellt haben (eigene Hoffnung, weiss nich wirklich), wird der Goldpreis auch wieder sinken. Vermutlich verchecken die ostdeutschen, norddeutschen, nordrhein-westfälischen und nordhessischen Goldbuden das Gold direkt weiter. Wovon sollten sie sonst leben?
Bin nicht so der Finanz-Guru. Aber würd Gold als Absicherung gegen schwere Krisen sehen. Immer wenn eine wirklich schwere Krise auftritt, steigt der Goldpreis an.
Btw. sind in den letzten Monaten die Preise anderer Metalle wie Kupfer, Zinn, Zink, etc. sehr stark gestiegen. Codelcos Erwartungen für den Kupferpreis wurden in den letzten Monaten ständig nach oben korrigiert. Da werden vor allem chinesische Aufkäufer als Grund genannt. Die haben ihre Lager immer weiter ausgebaut. Die eigentlichen “Spekulanten” sitzen also nicht unbedingt an der Wall Street.
@Hape
Nun bleib Du mal locker. Die Leserschaft des SF besteht “glücklicherweise” doch nicht ausschließlich aus Menschen, die von der Hand in Mund leben müssen. Natürlich sollte man sich darüber Gedanken, von was man im Alter eigentlich leben soll, wie man seinen Kinden eine Ausbildung finanzieren kann usw.. Das ist kein “Kapitalistenquatsch” sondern eine notwendige Diskussion. Und wenn abseits der “etabilerten” Strukturen eine neue Kaste heranwächst, die sich die Angst der Menschen zu Nütze macht, um sie abzuzocken, ist das sehr wohl diskussionswürdig.
@hape
Auch arme Schlucker können durchaus mal in die Situation kommen, wo sie einen nicht unerheblichen Betrag zwischenparken. Ich denke an eine Entlassungswelle bei Siemens, die Einiges als Abfindung für viele gebracht hat. Da gab’s Kollegen mit 30 Jahren Beriebszugehörigkeit, die einen ziemlichen Schluck aus der Pulle genommen haben. Das ist bei fast allen zwar inzwischen auch aufgezehrt, aber die Frage am Anfang stand: Was machen? Immobilien in Amiland? Wohl eher nicht…
Da war Gold schon ein passenderes Zwischenlager.
Ich habe das Studium meiner Tochter und die Ausbildung meines Sohnes finanziert, einen schönen Urlaub gemacht und mir einen Oldtimer geleistet. Aber als Zwischenlager hatte ich Chipse. Und konnte wesentlich ruhiger schlafen, als vor 30 Jahren, als ich einen unwissenden Ausflug in Känguruh-Dollars gemacht hatte (mit einer bescheidenen Erbschaft) – 12% Zinsen per Anno. Aber ein Kursverlust – ein popeliges Sparkonto hätte mir einige schlaflose Nächte erspart. Man lernt halt.
@36 Griabiger Batzi
Keine Ahnung :-) – mein Senf dazu:
- Waffen helfen in der Regel nur gegen Einzelpersonen. Gegen marodierende Banden oder Staatsdiener hast Du mit tragbaren Waffen keine reelle Chance, wenn es wirklich so weit kommt.
Bunkern ist auch doof, wenn das jemand herausbekommt :-).
Ich glaube schon, dass es hier übel wird, wenn unsere “Experten” so weiter machen. Aber ich denke, dass es viel überlebenswichtiger sein wird, körperlich fit zu sein, die Fähigkeit sich zu verstecken zu trainieren, Selbstverteidigung und möglichst effektive(schnelle) Ausschaltung des Nahkampfgegners zu lernen, ohne ihn nachhaltig zu beschädigen, sowie seine Nahrung aus der Natur gewinnen zu können.
Desweiteren ist es sehr wichtig, technische Kompetenz zu erwerben, um mit den Repressionsmassnahmen und Schutzmassnahmen der Volksvertreter und Staatsbediensteten umgehen zu können.
Wie schnell eine Gesellschaftsstruktur kippen kann, sieht man in den Ostblockländern und z.B. in Haiti. Wenn vielleicht bald das Recht des Stärkeren gilt, ist es sicherlich von Vorteil, zu den Stärkeren zu gehören. Die Menschen sind primitiv. Man kann sie meistens ganz gut mit primitiven Mitteln ausschalten :-).
Ich weiss nicht, ob es hier irgendwann rummst, wie lange es dauert und wie es ablaufen wird, aber die oben genannten Eigenschaften sind auch in einer idealen Gesellschaft positiv und die persönliche Fitness zu erhöhen, macht ab einem gewissen Punkt sogar noch eine Menge Spass.
Wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich aber nicht an die düstere Dystopie, die schon jetzt im besten Stanislaws Lemschen Fiasko-Stil erkennbar ist, sondern hoffe und erwarte fast, dass die Menschheit sich gesellschaftspolitisch nach der aktuellen braunen Phase in ethischere Sphären entwickelt :-).
Und:
Gold kaufen ist meiner Ansicht nach eine der dümmsten Methoden, sein Leben, seine Energien und seine Werte zu verschwenden. Es schmeckt einfach Scheisse, liegt schwer im Magen und entfernt die Zähne nachhaltig :-).
Eigentlich wollte ich mir vor ca 1,5 Jahren kurz nach dem Beginn der Krise Gold kaufen, aber mir wurde abgeraten wegen eben diesen schlechten Gebuehren, wenn man es direkt wieder verkauft.
Naja ich denke ich haette trotzdem einiges Gewinn gemacht.
Der Tipp dazu kam uebrigens aus dem Buch “Der Crash kommt” von Otte, das vor der Krise geschrieben wurde und das hier teilweise auch beworben wird, glaube es mal gesehen zu haben…
Mit Verlaub: Eben doch. Denn der Artikel und auch die Diskussion zeigen wohl eines: Nix ist fix. Es gibt keine sichere Anlage, keine Sicherheit, keine Garantie für die Zukunft. Die Renten sind eben nicht sischä! Arbeitsplatzgarantien sind das Papier nicht wert, auf dem sie ausgehandelt wurden, das haben wir doch gelernt, oder? “Blühende Landschaften” Und so weiter und so fort. Also leben wir alle, wie das Leben eben so ist, von der Hand in den Mund…
Huch, da sind wir aber ganz schön verarscht worden, oder nicht? Stimmt. Von der Kapitalismus-Propaganda. Meine Kritik bezog sich auf eure Diskussion darüber, was genau schief gelaufen ist oder noch läuft. Aber der Patient ist längst tot. Da helfen keine Pillen mehr! So wie der real existierende Sozialismus untergegangen ist, so ist der Kapitalismus auch untergegangen, das ist alles schon passiert. Die Herz-Lungen-Maschine läuft zwar noch, der hirntote Köper ist noch warm, aber irgendwann werden wir uns der Tatsache stellen müssen, den Stecker zu ziehen.
Und es gibt doch unzählige Modelle für eine andere Welt- und Wirtschaftsordnung. Nachhaltigkeit ist das Zauberwort dieses Jahrhunderts.
Finde ich gar nicht! Ich finde, das ist Bild-Zeitungs-Gegacker: Heute wird diese Sau durch Dorf getrieben, morgen eine andere…
Die Goldhändler sind bloß die älteste und gleichzeitig neueste Entwicklung in der Abzock-Branche. Neu ist nur, daß es in kleinen Läden in der Innenstadt passiert. Bis jetzt waren Versicherungen, Banken und Konzerne halt in großen Glaspalästen gesessen und hatten ihre kleinen Filialen in den Innenstädten. Also, was ist neu? Doch nicht die Abzocke. Nur der jeweilige Abzocker und seine Masche. Und, wen interessiert’s? Gesunder Menschenverstand und ein wachsames Holzauge waren vor tausend Jahren schon genauso nützlich wie heute. Wer sich aufs Kreuz legen läßt, war schon immer selber schuld. Und wer beim Abzocken mitmacht, indem er Gold, Aktien und Fonds kauft, der sollte damit rechnen, daß andere noch schlauer und hintertriebener sind als er selbst und ihn übers Messer balbieren. Heulen gilt da nicht.
So seh ich das.
@ EuRo: Keine Einwände. Zwischenparken (meintwegen auch mit moderaten Zinsen) ist doch in Ordnung, aber du hast ja selber gelernt, daß Zocken nix bringt – und genau darauf wollte ich hinaus.
Hallo Jens!
Na, ob das man gutgeht? Es ist nämlich so, daß, wenn die Inflation erwartet wird, die Zinsen steigen; denn kein Mensch verleiht Geld, wenn er weiß, daß es dann, wenn es zurückgezahlt werden soll, nichts mehr wert ist. Du mußt also schlauer sein, als alle anderen, und der erste sein, der die Inflation erwartet, damit Du einen Vorteil erlangen kannst. Ob Deine Leserschaft aber die Glaskugel besser handhaben kann als die einschlägig bekannten Finanzakrobaten, glaube ich eher nicht. Ganz besonders in der heutigen Zeit würde ich doch meinen, daß man Kreditbelastungen aus dem Wege gehen soll, denn heute kann niemand wissen, ob er sie auch bewältigen kann. Weiß ich denn, ob mein Arbeitsplatz sicher ist? Werde ich mein Einkommen halten können? Wenn man schon davon ausgeht, daß der Staat bankrottmacht, dann können nicht einmal Beamte sicher in die Zukunft blicken. Und ob man so ein Häuschen zu günstigen Bedingungen wieder verkaufen kann, wenn ringsherum alles wegen der Wirtschaftskrise arbeitslos ist, ist auch fraglich, d.h. die Kreditsicherheit fällt aus, und Du auf die Nase.
@hape
Wenn Du das so siehst, will ich Dir da gar nicht reinreden. Das hat aber m.E. mit Deiner Schelte nichts zu tun ;-)
Schau doch mal – wenn Du zu den Glücklichen (immerhin noch die Mehrheit der Bevölkerung) gehörst, die zumindest ein halbwegs erklägliches Einkommen haben, stellt sich doch die Frage ob, und wenn ja dann wie, Du für die Zukunft vorsorgst, sparst oder was weiß mit dem Geld machst. Du willst doch nicht ernsthaft sagen, dass es am Besten wäre, das ganze Geld am Ende des Monats auf den Kopf zu hauen … oder doch? Siehste und dann ist auch die Frage legitim, was machen mit den Penuzen? Wer darüber diskutiert, ist doch nicht gleich ein “Bankster” oder ein böser “Spekulant”. Oder doch?
Gut, da bin ich allerdings komplett anderer Meinung. “Wir” können nur dann “vom System” abgezockt werden, wenn wir dumm sind und bleiben. Diskussion und Aufklärung kann da nicht schaden und ist sicher kein “BILD-Gegacker” ;-)
@georgi
Genau das meinte ich doch mit dem Zitat. Noch gibt es günstige Zinsen.
@49 hape
Bist Du gerhardq alias Itsgerold alias Karl Heinrich, der versucht, von der ideologischen Gegenseite aus zu argumentieren?
Ne, mit Kohle spekuliere ich nicht. Ich hatte mir nach dem Fall der Mauer überlegt, die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen und auf eine Wertsteigerung von Braunkohle zu setzen.
Ich habe die Idee dann verworfen.
Im Ernst:
Zum einen unterschätzt Du die Leserschaft des Spiegelfechters erheblichst. Ich bin davon überzeugt, dass eine Vielzahl der Leser des Spiegelfechters es sich leisten könnten, die ein oder andere Anlage zu tätigen, und deswegen über mögliche Formen der Anlage nachgedacht haben.
Ab 10000 ? denkt man normalerweise nach, wie dieses Geld anzulegen ist. 10000 ? ist jetzt keine außerordentlich hohe Unsumme.
Zum anderen überschätzt Du die Wahrscheinlichkeit, dass Du jemals etwas mit Kirgistan zu tun haben könntest:
(Wenn man der gleichen Logik folgte.)
Einigen von Euch geht es immer noch viel viel zu gut, und ohne Harz IV wäre das ganze System in der BRD schon weggespühlt worden.
Harz IV ist nicht nur ein präventives Aufstandsbekämpfungssystem, sondern eines, welches in ganzen Regionen den halbbürgerlichen Kit vom Vermieter bis Aldi zusammenhält. Ohne diese Form von Staatskapitalismus wäre derjenigen Teil, welcher sich “Binnenmarkt” schimpft, schon gar nicht mehr existent.
1. Wie lange sollen die 1.000,?US-Dollar pro Person und wofür reichen?
das erinnert mich an folgendes: wenn ich zwei Hühnchen esse und Du keines, dann hat jeder von uns eines gegessen. Statistik ist nichts wert. Hat Tschörtschill auch schon gewusst
2. Wie soll ein so geringer Wert des insgesamt jemals geförderten Goldes ? 5,2 Billionen US-Dollar ? der Berechnungsstandard für eine oder mehrere weltweite Währungen darstellen, welche in Trillionen zählen?
wie wäre es mit: wir nehmen 1 Unze und setzen die mit 1 Mrd. Euro/Yen/$ gleich.
3. Wie wahrscheinlich ist die Annahme, dass der Preis der Welt auf 5,2 Billionen US-Dollar geschätzt und Berechnungsgrundlage aller Werte wird?
siehe 2. Berechnungsgrundlage: 1:100 z.B. oder 1:1000. Wer sagt denn, daß zwingend 1 Unze für 1150 $ Vermögen stehen muss.
4. Wie wahrscheinlich ist die Annahme, dass jeder sein Leben lang mit 1000,?US-Dollar auskommt?
man kauft Gold als Spekulationsobjekt oder aber als Wertsicherungsmittel (Versicherung gegen den Verlust des Gesamtvermögens – wenn es ganz dumm läuft, dann geht das Unternehmen in das ich mein Geld gesteckt habe pleite. Gold geht niemals pleite. Es schwankt lediglich im Preis – sagen die Goldbugs) wer die Möglichkeit hat, soll doch mal seine Eltern oder Großeltern fragen, wie es vor nicht ganz 100 Jahren war, als die Menschen Ihre 20 RM in Gold gegen Rentenmark getauscht haben. Rentenmark sollte gaaannz sicher sein. Stehen ja schließlich die Renten und Versicherungen .. hinter. (So oder ähnlich hat mir das mal ein älterer Herr erklärt). Ich hab an meinem Arbeitsplatz noch einen 100 Mio Markschein rumliegen. Für die 20 RM krieg ich heute mittlerweile über 200 Euro. Der Papierschein hat nicht mal Sammlerwert. Die Angsthasen unter uns kaufen Gold, nicht um damit in der Krise eine Party nach der anderen zu feiern, sondern dafür, daß sie nach einem Reset nicht ganz blank dastehen. Was die Zukunft auch bringt: Gold wird immer einen Wert haben. Papierwährungen kommen und gehen.
Nenn mich unwissend…. aber Gold inflationiert nicht ungehemmt. Was immer wieder als Inflation betitelt wird, ist schlicht und ergreifend die PREISSTEIGERUNG die durch ungehemmte Inflation der Geldmenge entsteht. Oder irre ich mich jetzt? Wie gesagt: ich bin nicht allwissend ;-)
Zum Artikel: Abzocker gibt es überall. Wer in Gold investieren möchte, soll sich halt informieren und nicht in der erstbesten Spelunke sein Familiengold verramschen. Wers trotzdem tut hat selber schuld. Der kauft auch Zertifikate von Lehmann.
“Auch arme Schlucker können durchaus mal in die Situation kommen, wo sie einen nicht unerheblichen Betrag zwischenparken. Ich denke an eine Entlassungswelle bei Siemens, die Einiges als Abfindung für viele gebracht hat. Da gab?s Kollegen mit 30 Jahren Beriebszugehörigkeit, die einen ziemlichen Schluck aus der Pulle genommen haben. “
Dies sei den Siemensianern auch gegönnt aber für mich gehören entlassene Facharbeiter mit fetter Abfindung und vorheriger 30jähriger ungebrochener Erwerbsbiographie nicht gerade zu den armen Schluckern in diesem Land. Ist wirklich nicht spalterisch oder gar wertend gemeint aber wenn ich an Armut in Deutschland denke fallen mir wirkliche eine Menge anderer Leute zuerst ein…..
Ansonsten ein interessanter Kommentar, der noch lesenswerter wäre wenn man auf schwache Kevin-Handy-Mittelschichtswitzchen à la FAZ verzichtet hätte und nicht jeden Goldhändler als verkrachte Existenz zu diffamieren nur weil er eben in ner kleinen Klitsche arbeitet.
@63
Richtig, Siemens Facharbeiter gehören zur Creme della Creme, und nicht zu jeden, die in Deutschland hungern, die Deutschland keine Krankenversicherung bezahlen können, und nicht zu jeden, die unterhalb all jenem leben, von denen hier einige überhaupt keine Ahnung mit ihrem Häuschen und ihrer 10.000 Euro Spekulationsanlage haben.
Nebenbei:
Ich zöge den 90er Chateau Petrus vor.
Da ich aber nicht an den Weltuntergang glaube, kaufe ich auch weiterhin die Supermarktweine für unter 5 ?, dessen Winzer und Kellereien seit Jahren -auch wenn man es wegen dem Verkauf im Supermarkt zuerst nicht glaubt- jedes Jahr im Gambero Rosso erwähnt werden und darin äußerst gute Kritiken erhalten.
;-)
@name, 64
Dann sagen wir eben 5000?.
Ausserdem gibt es Unterschiede, ob man über eine Spekulationsanlage oder eine Wert erhaltende Anlage redet.
@Jens und Griabiga Bazi
- capitalism, sorry.
- Nö, ich bin kein anderer, habe noch nicht viel hier gepostet, aber alles unter meinem Namen (Hape = Hans-Peter), will auch nicht mit wechselnden Positionen irgendwelche Scheingefechte (Spiegelfechtereien!?!) ausleben.
- Eure beiden letzten Kommentare würde ich sogar unterschreiben. Wobei ich Kapitalismus als die reine Form des Kohlemachens (möglichst) ohne staatliche Einflußnahme à la USA definieren würde und das, was wir in den 50er, 60er und 70er Jahren in der BRD hatten als soziale Marktwirtschaft. Hätte ich Neoliberal geschrieben, wäre der Widerspruch wohl weniger heftig ausgefallen, aber ich mag diesen Ausdruck nicht, weil meiner Meinung nach der Kapitalismus an sich das Problem darstellt und nicht seine Auswüchse. Und im Kapitalismus ist Abzocke und Ausbeutung systemimmanent, denn nur so funktioniert er. Marktwirtschaft ist nicht Teil des Kapitalismus, sondern K. ist eine Unterform der Marktwirtschaft. Aber eben nicht die einzige. Wenn immer so getan wird als ginge mit dem Kapitalismus (neudeutsch: Neoliberalismus) gleich die ganze Welt, mindestens aber unser ganzes Wirtschaftssystem den Bach runter, dann, lieber Jens, wird eben wieder mal ein Popanz aufgebaut, um die Massen mit ANGST unter Kontrolle zu halten. Daß die Marktwirtschaft selbst davon überhaupt nicht betroffen wäre, wird geflissentlich verschwiegen… Der Handel mit Gold, Kupfer, Erdöl, Aktien etc. wird von mir keineswegs kritisiert, natürlich ist der notwendig! Aber die Spekulation damit und das Zocken ist ein Auswuchs der letzten Jahre, der schnellstmöglich beendet werden muß, wenn wir nicht wirklich revolutionäre Zustände heraufbeschwören wollen, oder? Und ich halte Diskussionen über Gold und wieviel man in den letzten Jahren durch Spekulation damit hätte verdienen können, für Weinen über vergossene Milch, die auch noch stillschweigend in Kauf nimmt, daß während ich mit meinem Gold Gewinn mache, ja automatisch jemand anderer Verlust machen muß. Deshalb meine Kritik.
Stattdessen wäre zielgerichtetes Nachdenken über nachhaltige Anlagestrategien und menschenwürdige Umgestaltung unserer Marktwirtschaft in meinen Augen eine sinnvollere Beschäftigung als die Pathologen-Fachdiskussionen, die sich allenthalben am Kapitalismus/Neoliberalisms abarbeiten, der uns noch genauso viel interessieren sollte wie der real nicht mehr existierende Sozialismus. Die Politiker sollten unter dem Druck der Bevölkerung den ganzen Abzockern und selbsternannten Wirtschaftsweisen und den Lobbyisten mal gehörig auf die Finger klatschen und wir uns alle gemeinsam dann daran machen, intelligente Lösungen für eine lebenswerte Zukunft machen, für uns und unsere Kinder. Geld auf die Bank tragen, oder Gold unter der Matratze zu horten, oder gar Waffen – das halte ich, wie oben ausgeführt, für nicht besonders intelligent…
Und Jens: Ja, im Grunde bin ich der Meinung, daß man Geld nicht speichern sollte. Dafür ist es nicht geeignet. Ich empfehle mal die Beschäftigung mit einer Idee, die im Chiemgau seit 7 Jahren mit Erfolg praktiziert wird, wo eine Regionalwährung eingeführt wurde (der sog. “Chiemgauer”), die mit der Zeit automatisch und absichtlich an Wert verliert, um das Horten von vorneherein unattraktiv zu machen. Denn DAS ist zwar Marktwirtschaft, aber ohne Kapitalismus! Und es funktioniert BESTENS!
@66
Die Sache mit eben diesen Unterschieden ist in verzogenen bürgerlichen Kreisen besonders interessant. In einigen dieser Kreise glaubt man da wirklich noch, den kasuistischen Winkelzug von der Werterhaltung zur Spekultation ziehen zu können, obwohl jedem halbwegs juristisch Bebilderten, nicht nur (und ich verlange hier nicht einmal zwei Examina, um das begreifen zu können)) die inzidente staatsbürgerliche Tatbestandsbevorzugung bestimmter bürgerlicher Werte in der Norm, und sogar in der Form bekannt sind, sondern vor allem die Tatsache, daß jede Erscheinung unter kapitalistischen Zuständen, sei er in Sachen manifestitiert, oder in immateriellen Gütern, nur der Verwertung dient.
Spekultation bleiben alle diese Erscheinungen, ohne Ausnahme.
@schwitzig # 54
Einverstanden. ;-)
Fand es schon immer wichtig als einzelne Person die ‘Arbeitsteilung’ so weit es eben irgend geht wieder aufzuheben und so viel wie möglich (notfalls) selbst machen zu können.
Aber eins scheint mir auch fest zu stehen – mit anderen zusammen geht das noch besser – glücklich, wer sich solcher Menschen da bedienen, nee, das ist falsch, sich mit diesen zusammen tun kann…
Deine Gold-Wert-Beschreibung ist übrigens klasse.
Eignet sich mE nur für uns Frauen, wenn wir mal dem Weihnachtsbaum ähnlich sein wollen.
(Geb’ aber gern zu, daß ich diese Phase auch hatte.)
@Hape # 67
Kapitalismus ist nicht steuerbar – und wo immer Kapitalakkumulation drin ist – kommt Kapitalismus raus.
Und landet früher oder später, je nach politischer Konstellation, letztendlich immer da, wo wir jetzt sind und leider weitergehen werden, weil wegen TINA (there is no alternative) die meisten denken, Kapitalismus ist das Ende der Geschichte.
Markt ist nicht gleich Kapitalismus – Marktwirtschaft ist gleich Kapitalismus -und würde es immer wieder sein/werden.
In einer Marktwirtschaft treten nunmal Produktionsmittelbesitzer als eigentliche ‘Tauscher’ auf.
Mir spukte auch mal so etwas wie Daseinsvorsorge in staatliche Hand und Marktwirtschaft ‘für den Rest’ durch den Kopf, aber denkt man das zu Ende, dann kann man, so meine ich in der Geschichte der BRD zu sehen, die Daseinsvorsorge nicht nachhaltig aus der (Wieder-)Privatisierung heraushalten…
Regionalgelder ‘funktionieren’ nur als Regionalgelder als nichts anderes.
(Kapital ist Produktionsverhältnis)
Nette Diskussion :D
ich habe letztes Jahr in mein eigenes Gold investiert. Es ist ebenfalls recht gelb und hängt an einem Apfelbaum.
Auf dem Grund stehen noch andere Obstbäume und ein kleiner Fluss, in dem es noch reichlich Fische gibt, ist keine 5 Meter entfernt.
Nein, man kann mich bestimmt nicht als “Öko” bezeichnen. Das möchte ich gleich mal abwürgen, aber bevor ich 10.000? in Gold anlege, da sicher ich mich doch lieber erstmal fundamental mit Grundnahrungsmitteln ab und pflanze noch Gemüse dazu.
Wenn es wirklich zum Crash kommt, dann kann man (eine berühmte Umweltschutzorganisation hat sich das ja auf ihre zerfeldderte Fahne geschrieben) Geld nicht essen. Und wenn alles eitle Freude wird…ist nichts passiert, ausser, dass sich meine Haushaltskasse einiges spart.
Um mal ganz düster in die Glaskugel zu schaun:
Die Masse der Lemminge wird sich immer von Geld und Gold blenden lassen, ohne es je zu dem vermeindlich lockenden Reichtum zu bringen. Das wurde uns über Generationen so eingetrichtert und beigebracht.
Andere werden wie immer die Austern schlürfen und den Champus trinken. Der Masse aber wird das vorenthalten bleiben. Das ist doch schon seit tausenden von Jahren so. Was also hilft da ein Kilo Gold unterm Kopfkissen, wenn der Magen knurrt? Weil man hofft, das aus dem Kilo irgendwann einmal 2 Kilo werden? Und dann? Knurrt der Magen dann nicht mehr? Na, bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.
Imo ist das alles Mumpitz. Würde wirklich jeder aus seinem Kilo zwei Kilo machen, dann wäre es nur noch die hälfte Wert. Ergo…bestenfalls tritt man auf der Stelle…wahrscheinlicher aber ist, dass es eher rückwärts geht.
Und jetzt erkläre mir bitte nochmal jemand, warum Gold für mich eine gute Kapitalanlage sein soll…
In meinem Sarkasmus ist mir gerade noch eingefallen, wie man den Euro gegenüber Gold gewaltig aufwerten könnte.
Der Wert eines 10? Scheins würde sich wahrscheinlich verdoppeln, wenn er mit Lebensmittelfarbe auf Esspapier gedruckt würde. Dann hätte er echten Nährwert ;D
Sorry…nix für ungut, aber das wollte ich noch loswerden, auch wenns sachlich wenig zum Thema beiträgt.
Schande über mich…Asche auf mein Haupt….
@hape, 67
Da ich das Gefühl habe, dass Du dich auf einen in der Zwischenzeit gelöschten Teil eines meiner Kommentare beziehst, poste ich den gelöschten Teil hier erneut. Ich hab einen Teil einer meiner Kommentare nachträglich rausgenommen, da ich um die Lesbarkeit des Threads fürchtete.
Ich habe nichts gegen den Kapitalismus.
Allein kann man die Zustände der letzten Jahre nach meinem Verständnis nicht als kapitalistisch im positiven Sinne bezeichnen.
Eine Aufzählung aller Gründe für voran gehende gemachte Einschätzung führte zu weit, deswegen werde ich nur ein paar Stichworte nennen:
-sehr die Wirtschaft und Staat dominierende Position einiger weniger Konzerne und Banken.
-Grosse Probleme für Kleinunternehmen, mittelständische Unternehmen und neue Ideen aufgrund dieser dominierenden Position
-Die kapitalistische Grundtugend: ?Mut zum Risiko? gilt nur für einen sehr exklusiven Personenkreis. Für einen Biologen, der nach Beendigung seines Studiums mittels einem eigenen Unternehmen eine Produktidee umsetzen wollte und nach 20 Jahre feststellen musste, dass es aus welchen Gründen auch immer eben nicht funktioniert hatte, hilft kein Soffin, keine Kurzarbeiterregelung, keine Abwrackprämie und ähnliches. Dieser Biologe landet über kurz oder lange in einem menschenverachtenden Hartz-4 System; mit wenig Aussichten wieder aus diesem System zu kommen. Dabei ist er nur einer ?auch für mich prinzipiell erstrebenswerten- Tugend gefolgt und ist nach seinem Studium nicht bei einem grossen Konzern eingestiegen, sondern wollte eine vielversprechende, wissenschaftlich solide Idee vorantreiben, die ihm schon während seines gesamten Studium fesselte. Wäre er in den Konzern eingestiegen und hätte Dienst nach Vorschrift (oder weniger) erledigt, wäre er aus dem Schneider.
-Eine Grundsicherung, die es in m.E. in kapitalistischen Systemen zu geben hat, von circa 150? für Lebensmittel (Wie viel kriegt ein hartz-4 Empfänger?) ist keine Grundsicherung, sondern ein zynischer Witz.
-In meinen Augen arrogante und für meinen Geschmack sehr schlechte Philosophen (Viele Handwerker oder Ingenieure erachten die meisten Philosophen generell als Minderleister. Als Menschen, die nur in Bla bla Fächer zu einem Studienabschluss gekommen sind. Usw. Ich bin kein Ingenieur oder Handwerker, halte dennoch viele der heutigen Philosophen für Minderleister.), die in die Jahre gekommen, mit menschenverachtenden Thesen für ihren Lebensabend vorsorgen und sich an mächtige Kreise anbiedern wollen, braucht es in keinen Kapitalismus. Ich weiß nicht, wie man das Auftreten von Peter Sloterdijk und Konsorten in letzter Zeit anderweitig interpretieren kann. Sollte ich das Auftreten von Herrn Sloterdijk falsch interpretiert haben, bitte ich um Entschuldigung und um eine stichhaltige Argumentation, warum ich falsch interpretierte.
-Die gesamte, ekelhafte Hartz-4 Industrie (Mit einem Word-Kurs zur festen Anstellung!), die Betrug am Steuerzahler, an den Leistungsempfängern und am Kapitalismus ist. Und von der die meisten Steuerzahlern nichts wissen. Ich wusste bis vor kurzem auch nichts über das Ausmaß dieses kriminellen Unfugs.
-Massive, skandalöse ideologische Ausrichtung der Volkswirtschaftslehre. Ein Ingenieur, der solange an Versuchsergebnissen herumschraubt, bis sie mit den ideologischen Vorgaben der Leute übereinstimmen, die ihn dafür in gut bezahlte Nebentätigkeiten setzen, fliegt normalerweise raus. Gleiches gilt für einen Ingenieur, der längst widerlegte, gefährliche Lösungen anbietet, nur weil sie im Sinne Firmen-externer, aber einträgliche Nebentätigkeiten beschaffender Personen sind. Ein deutscher Volkswirtschaftsprofessor ist normalerweise nur der Uni und damit dem deutschen Staat verpflichtet. Keiner externen Gruppierungen für die er unterschiedlich geartete Aufgaben übernimmt.
- schwindende Macht der Gewerkschaften aufgrund des voranschreitenden Strukturwandels
- viele weitere Probleme, die mit dem Strukturwandel zusammenhängen
- ausserordentlich schlechte Verhandlungsposition als Arbeitnehmer
-Verstrickung und Manipulation der Politik durch einflussreiche Wirtschaftskreise. Der Staat hat normalerweise in einem kapitalistischen System frei zu sein. Ist er es nicht, ist er nur ein Unternehmen. Da ein Staat als normaler Wirtschaftsakteur keinen Sinn ergibt, muss er frei sein und die Rolle eines übergeordneten Akteurs einnehmen.
-Ich hätte gerne auf Reagan, Thatcher, Friedman (wobei Friedman wenigstens der neufeudalen, nepotistischen Wirtschaftspolitik Bushs und der damit einhergehenden Massenverarmung in den USA äußerst ablehnend gegenüberstand.), Sachs (wobei letzter ja wenigstens für eine Tobinsteuer wäre) und die Schröder-clique verzichtet.
- Bis auf wenige Ausnahmen versagende Journalisten, bei denen ich oft das Gefühl habe, dass sie ganz einfach den falschen Beruf gewählt haben.
…….
usw…
Tausend Punkte mehr.
Zum anderen war das gesellschaftliche System in den 50er, 60er und 70er Jahren in Deutschland auch ein Kapitalistisches. Und es war so schlecht nicht.
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Ok, ich kann kein bayerisch. :-) Jetzt den Nicknamen nachträglich zu verändern, wäre aber noch peinlicher. Immerhin muss mir zu Gute gehalten werden, dass mein Nichtbeherrschen der bayerischen Mundart noch im Rahmen des Akzeptablen bleibt.
“Griebiger Batzi” wäre wesentlich schlimmer gewesen. Gott sei Dank, habe ich mich nicht so genannt.
@Wat:
Laß uns keine Erbsen zählen, ok? Markt – Marktwirtschaft ich würde da keinen Unterschied machen. Der springende Punkt ist doch das Kapital. Das Kapital läßt sich freilich nicht lenken, und das Ergebnis sieht immer so aus wie jetzt, einverstanden. Deshalb, muß man als Staat (=wir alle) darauf achten, daß aus normalem Waren- und Zahlungsverkehr nicht solche Spekulationsblasen blubbern können.
Und wie das? Nicht mit Weltwährungen, wie US$ und ?uro, sondern mit Regionalwährungen, die auch noch ein Verfallsdatum haben. Mikroökonomie wie im Chiemgau oder beim Flaschengeist in seinem Garten. XWLer wie Jens schlagen da natürlich die Hände überm Kopf zusammen, aber sorry, darauf muß es hinauslaufen, davon bin ich zutiefst überzeugt. Und als angenehmer Nebeneffekt wird die dritte Welt auch davon profitieren. Wann das kommt und ob wir das noch erleben, steht in den Sternen, aber lieber einem Ideal nachjagen als einem runtergewirtschafteten System von anno dunnemals. Die Griechenlandkrise und die Diskussion um den Ausschluß aus der Eurozone geht genau in diese Richtung. Man lese den Artikel von SF damals.
@ Griabiger batzi
diesmal hab ichs kopiert. Hatte es vorher einfach aus dem Gedächtnis geschrieben, und da ich Bayer bin, kam die Schreibweise dabei raus. Das Schöne am Dialekt ist, daß es keine verbindliche Rechtschreibung und Orthografie gibt, so daß deine Namenswahl mE völlig legitim ist. Auch gebe ich zu Protokoll, daß ich kein Problem damit habe, wenn sich a Preiß an boarischen Spitznama gibt.
Ansonsten übrigens nochmals Zustimmung zu deinen Ausführungen.
Edit: Der Sloterdijk hat mich in letzter Zeit auch irritiert, vor allem weil ich sein Buch “Zorn und Zeit” wirklich super gefunden hatte, aber seine Leistungträger-Debatte und das freiwillige Steuerzahlen – da komme ich nicht mit. Wollte warten, bis ich sein neues Buch in die Finger kriege, aber einstweilen bin ich eben irritiert. Ansonsten lasse ich aber auf Philosophie und Philosophen nix kommen! Beschäftigung mit Philosophie schärft den Blick in jeder Lebenslage!
@Hape # 73
Eben.
Und ein ‘normaler Tausch-Markt’ sollte gut ohne Kapital und Geld ‘funktionieren’ und ist damit doch ein gewaltiger Unterschied zur Marktwirtschaft.
Denn dort gehst Du hin (auf den ‘Markt’ der Marktwirtschaft) um letztendlich aus Geld mehr Geld zu machen – das ist Kapitalismus – darum wird es auch immer einer.
Und weil aus Geld immer mehr Geld werden muß – ist das nicht nachhaltig zu steuern.
Wie Du mehr Geld machst, ist nämlich schnuppe, leider.
Damit kommen dann auch immer wieder Spekulationen und Blasen – ich weiß nicht einmal, ob man das aufhalten könnte, wenn alle ‘waffenbereit’ dagegen halten… denn gerade an denen, würde sich doch gut ‘verdienen’ lassen.
Darum hast Du aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten, wenn Du von einer (ganzen) Gesellschaft und nicht nur von einzelnen, wenigen (innerhalb) Regionen sprichst:
- gar keine Kapitalakkumulation mehr
- oder doch Kapitalakkumulation
Ein bisken hier und und ein bisken da, bringt Dich immer in den gleichen ‘Shit’.
Die Frage geht wirklich nur enten/eller – entweder/oder
(Ein bisken schwanger geht auch nicht)
Ich sehe nicht, wie es möglich ist, daß sich innerhalb einer Gesellschaft alle Regionen mit eigener Regionalwährung ‘retten’, vielleicht kann man versuchen, Teilbereiche vorübergehend ‘abzukoppeln’, aber die Nachhaltigkeit scheint mir auch da nicht gegeben – irgendwann steht die Frage wie benannt: Entweder/Oder.
@Griabiger batzi #21:
Ich habe da so meine Probleme mit dem Kommentar von Herrn Flassbeck. Warum sinkt M3?
- wirklich wegen einer Kreditklemme?
- oder weil Banken faule Kredite abschreiben?
- oder Banken Interbanken-Abhängigkeiten auflösen?
Darüber hinaus ist mir folgendes Szenario nicht klar:
Bank1 will einen Kredit an einen Großkunden vergeben, hätte dazu auch die Mindestreserve, aber nicht genügend Liquidität. Also leiht sie sich Geld bei der größeren Bank2 (dieser Interbankenkredit wird z.B. besichert mit den Sicherheiten des Kunden von Bank1).
Was nun die M3-relavante Geldmengenausweitung anbetrifft:
- Bank2 schöpft Geld2 in Höhe des Kreditvolumens -> M3 wird ausgeweitet
- Bank1 schöpft ebenfalls Geld1 in Höhe des Kreditvolumens -> M3 wird ausgeweitet
- Wenn nun der Großkunde seinen Kredit tilgt, so ist Geld1 verschwunden. -> M3 schrumpft
- Wenn Bank1 ihren Kredit tilgt, so ist Geld2 verschwunden. -> M3 schrumpft
Demnach könnte die Tilgung von Geld1 ein Mehrfaches an Schrumpfung in M3 bewirken.
Liege ich damit richtig?
@Wat.:
Diese These gilt doch nur innerhalb der Kapitalistischen Doktrin!
Daß aus Geld immer mehr Geld werden muß, das ist doch keine Eigenschaft des Geldes an sich. Geld ist nur ein universelles Tauschmittel, nicht mehr und nicht weniger. Wären Eier oder Tofu dieses universelle Tauschmittel, würden die sich doch auch nicht von alleine vermehren, oder? (ich spreche von unbefruchteten Eiern!).
Der Vorteil und gleichzeitig sein Nachteil ist die Haltbarkeit des Geldes. Dadurch kommen gierige Menschen auf die Idee, es zu speichern und “sich vermehren zu lassen” (Bei Tofu wäre das nicht so leicht). Damit fangen alle Probleme an. Insofern finde ich den Vorschlag von Flaschengeist mit dem Esspapier ziemlich charmant…
Da ich aus einer dummer Überlegung heraus, einen Satz aus meinem Kommentar mit der Nummer 72 herausgenommen habe, füge ich ihn wieder ein:
Der Satz, der zu besseren Verständnis einzufügen ist, lautet:
Allein kann man die Zustände der letzten Jahre nach meinem Verständnis nicht als kapitalistisch im positiven Sinne bezeichnen. Dafür weist das gegenwärtige System m.E. Tendenzen des Neufeudalismus, Nepotismus und des Betruges auf.
@Hape # 77
Dann schaff’ das Wertgesetz ab ;-)
Aber wozu brauchst Du dann noch Geld…
@Wat.:
Bring dich mal auf den neuesten Stand. Seit Karl Marx und seinem Wertgesetz sind über hundert Jahre vergangen…
@Hape # 80
Sicher, und seitdem ‘üben’ wir die x-te Variante Kapitalismus mit den verschiedensten Namen… ich kann nicht alles ‘verteidigen’, aber für diese (Gesamt-)Analyse hab’ ich noch nichts besseres und treffenderes gefunden.
Kleinbürgerliche Wünsche zur (angeblichen) Optimierung hingegen viele…
Nur, falls es sich noch nicht herum gesprochen haben sollte – ich kann da sogar von persönlicher Erfahrung reden – ein Kleinbürger hat immer die Hoffnung Großbürger zu werden, endlich seine Träume erfüllt zu sehen… – ja passiv ‘zu sehen’ – selbst und allein tun, will der nämlich gar nicht, der will dafür bezahlen können.
Sorry, für heute muß ich Gute Nacht! sagen.
Sloterdijk …au weia, wer liest diesen rechten Idioten eigentlich noch. Diese Leiche von Charakter, der schon 1990 in sich selbst verreckt ist.
@Sf
“Mal schauen, welche Geschäfte im nächsten Frühjahr die Fußgängerzonen pflastern. Ein heißer Tipp wären ja Pfandleihen.”
Aber Nein….nicht sowas…..die sicherste Anlage sind seit jahrtausenden (unverbrieft!) ein Stück Land, vier Ziegen und ein Bock! :-)
@linus, 76
Hallo linus,
Wah…….*Schauder*
Giralgeldschöpfung, mein Lieblingsthema.
Ich hoffe, dass auch eine morgige Antwort für Dich okay ist?
Und ich hoffe, dass ich morgen antworte. :-)
Gute nacht
Batzi
@Linus, #76
Im Grunde liegst du meines Erachtens gar nicht so falsch.
Kurz gesagt, wurde aus der Blase etwas heiße Luft abgelassen und somit sank die M3. Mit Inflation/Deflation hat es m.E. nichts zu tun.
Es blieb für mich ein Rätsel, wie ‘Griabiger batzi’ aufgrund des verlinkten Artikels zu einer Deflation kommt. Bei Lieb/Flassbeck in dem Artikel wird lediglich sarkastisch mit Inflation/Deflation gespielt – ein Hieb Richtung “unserer Finanzexperten”, die immer anhand Änderungen in paar formalen Parametern eschatologische Bedrohungsszenarien heraufbeschwört haben und nun plötzlich verstummten.
Die Beiden nehmen Abstand von derart Prophetie.
name: Zunächst mal denke ich, man kann auch gut verdienen und sich trotzdem über die Gedanken machen, die man im Dunkel nicht sieht, von den Hartzern bis zu den “Illegalen”. Und leider zielt diese Goldpropaganda auch auf die paarhundert oder paartausend (das ist auch nicht unmoralisch) Spargroschen derer, die bereits am prekären Rand jonglieren, und besonders die sind gefährdet, auf solche Rattenfängerei reinzufallen, weil da die Ängste am größten und die Informationsstände nicht gerade am besten sind.
Für uns elitäre Besserverdiener stellt sich in der Tat die Frage, ob man einen Teil des Ersparten auch in Gold anlegt oder es besser lässt. Das sind Erwägungen, die moralisch nicht höher stehen als Überlegungen über Ernährung oder Verdauung. Und sie stehen auch nicht moralisch niedriger, solange man nicht gezielt in Rüstungspapiere oder besonders berüchtigte Ausbeuter und/oder Umweltzerstörer investiert. Dass man selbst mit einem bescheidenen Sparkonto indirekt solchen Aktivitäten Unterstützung gibt, ok. Es gibt nunmal nichts Richtiges im Falschen. Deshalb bringt es auch nichts, zum Bettelmönch zu werden.
Mal davon abgesehen finde ich die Entwicklung und Zukunft des Goldes auch wirtschaftspolitisch und wirtschaftshistorisch interessant. Das “Argument”, Gold habe insgesamt nur einen Marktpreis von 5 Billionen Dollar und könne daher nicht als Geld fungieren, halte ich für Quatsch. Der alte Marx hat mal über die naive Vorstellung gelästert, dass sich der Goldberg mit dem Warenbrei vergleiche und so die Preise entstünden.
Da im Übrigen das Weltsozialprodukt nur ein paarundfünfzig Billionen Dollar beträgt, müsste das gesamte Gold nur zehnmal im Jahr die Hände wechseln und könnte alle Zahlungen vermitteln. Und das “gute Geld” ist seit jeher in die Thesauri gefallen, während das “schlechte Geld” im Greshamschen Sinne die tatsächlichen Transaktionen durchführte. Schon im 15. Jahrhundert, in China noch Jahrhunderte früher, haben Noten, Wechsel und dergleichen das materielle Geld weitgehend aus dem Umlauf verdrängt. Das hiess aber keineswegs, dass dieses keine Geldfunktion hatte.
Die Probleme mit der einlösungsgarantierten Metallwährung sind anderer Art. Damit generiert man prozyklische Mechanismen, die die Wirtschaftstätigkeit noch schlimmer strangulieren als Schuldenbremsen und Maastrichtkriterien.
An Gold bleibt ökonomisch überzeugend, dass es gleichwohl immer irgendeinen Wert haben wird, auf der ganzen Welt, und zwar weltweit grob den gleichen im gegebenen Zeitraum. Das wird vor allem in Asien, teils auch in Lateinamerika und Afrika, noch mehr geschätzt als hier, Gold ist da der Sparstrumpf. China ist mit ca. 300t/a grösster Goldproduzent der Welt, dennoch muss es über 100t einführen, um die private Nachfrage nach Gold zu befriedigen. In Indien ist das nicht anders, die dortigen Privatleute, vom Chefprogrammierer bis runter zu den Strassenmädchen von Khamatipura, haben alle irgendwas Goldenes, meist Schmuckstücke oder Münzen. Indien hat mehr privates und Reservegold als jedes andere Land der Welt, davon über 95% privates Gold.
@Sloterdijk und seine Philosophie der Gabe:
Ein bemerkenswerter Kommentar dazu:
http://www.zeit.de/2010/04/Sozialstaat?commentstart=89#cid-554092
http://www.zeit.de/2010/04/Sozialstaat?commentstart=89#cid-554096
88: Iiieks! Schlotterdeich küss mich, ich will mal kotzen.
@a²
Du als China-Experte solltest doch das verheerende Potential von edelmetallgedeckten Währungen auf die Nationalökonomie ziemlich gut nachvollziehen können. Gut, im Falle Chinas war das nicht Gold, sondern Silber …
Na, aber ein Problem wäre es schon, wenn die Wertschöpfung weiterhin deutlich höher läge als die Goldschöpfung. Und andererseits ist die Marxsche Vorstellung von “Wert” ja auch ziemlich unbrauchbar …
Spiegelfechter@12
Das ist nun völliger Dummfug.
Willst du das Huhn mit der Kalaschnikow erschießen? Dann bleibt dir nicht viel mehr als Hühnerfrikasse.
Zumindestens ein Hahn sollte noch dabei sein, dann gibts frische Eier und Nachwuchs ;)
Was ich auch schön finde, ist diese Briefgold-Werbung im Fernsehen. Noch mal für billig Geld Oma’s Trauringe abgreifen, da freut sich der Ankäufer oder der Langfinger von der Post.
Nee, nee, Gold hat schon seine Vorteile. Gold bleibt Gold und verwandelt sich nicht in Altpapier wie Wertpapiere jeder Art. Es stellt einen Wert dar.
Auch ist es zur gewinnbringenden Anlage geeignet, man muß halt nur zur richtigen Zeit kaufen und verkaufen.
Das mit dem Kaufen wird wohl hinzukriegen sein, ob man allerdings einen guten Preis erhält, wenn man verkaufen *MUSS*, sei mal dahingestellt.
@Linus, 76
ok, jetzt antworte ich doch noch ganz kurz vor dem Schlafen gehen.
Nach Herrn Senf würde das eine Bank nie machen. :-)
Sie würde die Mindestreserve dazu gebrauchen, Giralgeld in Höhe des Kredit/ in Höhe der fehlenden Liquidität zu schöpfen. So behauptet, meines Wissens, Herr Senf.
Unabhänging von Herrn Senf und seinen -schwierig einzuordnenden :-) – Überlegungen:
Was meinst Du mit Geld2?
Geld1+Mindestreserve?
Wenn du Zahlen verwenden würdest, könnte ich eher deine Gedankengänge nachvollziehen.
Bis jetzt stehen “zweimal M3 ausgeweitet” “zweimal M3 schrumpft” gegenüber, daher verstehe ich den Satz:
nicht so wirklich.
Ich verstehe es wirklich nicht, was Du meinst.
Wenn eine Bank einer anderer eine Kredit gibt zählt das nicht zu M1 und damit auch nicht zu M3.
Sichtguthaben bei der EZB gehören auch nicht zur M1 und damit auch nicht zu M3.
Ich glaube, dass ich nicht verstanden habe, auf was du hinaus willst. Wenn du ein Beispiel mit Zahlenwerten machtest, könnte ich es -so glaube ich- besser verstehen.
oh, mit copoka ist jetzt noch einer gekommen. Ich gebe zu, dass das Datum der Gedanken von Herrn Flassbeck seltsam ist. Wie auch immer. Ich schreib morgen etwas dazu.
@Hape (Hans-Peter), #73
Zunächst mal darf man nicht vergessen, dass Kapitalismus, Sozialismus, Demokratie, Markt, Geld etc.pp. nur abstrakte Begriffe sind. In der Realität haben wir zumindest so viel verschiedene Demokratien, Kapitalismen und Diktaturen, wie viel Gesellschaften wir voneinander unterscheiden können. Da kommt noch hinzu, dass die Ideen, aufgrund dessen wir die Gesellschaften einordnen, nicht notwendigerweise eindeutig, widerspruchslos und endgültig definiert sind und interpretiert werden. Es ist also müßig, aufgrund Zuordnung einer ideellen Eigenschaft weitere soziale Entwicklung zu prophezeien – menschliche Gesellschaften sind viel mehr als kapitalistisch, sozialistisch, demokratisch und Gott weiß was noch alles, was wir imstande sind zu begreifen.
Ob sich das Kapital lenken lässt, hängt von ggw. Machtverhältnissen ab, also auch davon ab, wie sich Kapital akkumulieren lässt und was es alles darf. Vor 30..40 Jahren ließ es sich noch lenken, da der Staat noch bestimmen konnte, was das Kapital alles darf und was nicht mehr. Ihm wohnt allerdings ein enormes Korruptionspotential inne. Wenn die Staatslenker sich selbst und den Bürgern in den Kopf setzten, dass Kapital ganz frei agieren sollte und ihm bereitwillig andienen, dann ist es Feierabend. Ab nun bestellt das Kapital die Musik.
Ob und wie diese Korrumpiertheit der Machteliten zu verhindern lässt, weiß ich allerdings auch nicht. Wenn gar nicht, dann hast du mit deiner These zunächst mal recht. Ich kann dir nur versichern, dass Machteliten auch in dem real Existierenden von dieser Neigung – sich selbst und den Staat für Appel und Ei zu verkaufen – gar nicht frei waren. Es geht also auch ohne Kapital, was mich darauf schließen lässt, dass das Problem doch etwas tiefer in sozialer Natur der Menschen steckt. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.
Das soziale Verfahren mit der Gewaltenteilung war zweifelsohne keine schlechte Idee, konnte allerdings der Versuchung des großen Geldes auch nicht widerstehen. Ich würde sagen, die ging leider nicht weit genug und im Moment so wie es aussieht läuft es in genau falscher Richtung – Machtkonzentration.
Hallo, Schulden machen in welcher Form auch immer ist das dümmste was man machen kann in so einer Zeit wie dieser. Eine Immobilie kaufen und dafür eine Hypothek aufnehmen und womöglich später nochmal nachfinanzieren müssen, da kauft man sich besser gleich ne Pistole und ein starkes Seil dazu.
Das System läuft doch gerade noch deshalb eine Zeit lang weiter, weil man noch genug Dumme findet die sich verschulden und fleissig Zinsen und Zinseszinsen löhnen müssen. Vom Zinsempfänger zum Zinszahler degradiert.
Ein Einfamilienhaus in der heutigen Zeit kostet ca. wieviel ? 250 Tausend Euro roundabound mit ein bischen Grundstück dazu ist man schnell los. Erschliessungskosten, Notarkosten, etcpp. die folgen dann noch zusätzlich. Trotz der derzeit niedrigen Zinsen muss der Kredit getilgt werden! Eine Hypothek auf 25-30 Jahre ausgelegt ist die Regel. Was die meisten aber vergessen, sind die laufenden Kosten und die sind enorm! Steigende Energierpreise, Grundsteuer (womöglich steigt die noch gewaltig) Schornsteinfeger, Müllabfuhr usw. usw. desweiteren nicht zu verachten, als Mieter kann man diverse Dinge dem Vermieter aufbürden, als Eigenheimbesitzer zahlt man ALLES selber. Im laufe der Zeit nutzt das Haus ab, Türen, Bodenbeläge, Fenster, die alternde Heizungsanlage die nicht mehr zeitgemäss ist, Dachpfannen, Elektrogeräte die ebenfalls neu benötigt werden, anstehende Außenarbeiten wie Pflasterung, Zaun oder ähnliches, Gartenbepflanzung..ich könnte unendlich weiter fort führen!
Vieler dieser Kosten hat man als Vermieter nicht aufzubringen . Außerdem wie hoch soll ich die Tilgung fest schreiben lassen, was ist nach dieser Zeit oder wenn der Staat wegen Geldmangel bei Vermögen und dazu zählt dann die Immobilie, dran geht?? Was, wenn einer der beiden(einer alleine schafft die Abzahlung nicht) arbeitslos oder krank wird und ein Lohn weg fällt oder geschmälert wird? Banker oder andere Finanzjongleure können dahingehend ja so gut und präszise beraten! Außerdem wird immer dieses Märchen der Altersvorsorge aufgetischt, die Immobilienpreise sind aktuell am sinken und werden dieses auch weiterhin tun. Also ,Geldvernichtung pur und es braucht nur ein klitzekleiner, nicht vorhergesehener Zwischenfall eintreten, und schon kommt das schöne Häuschen unterm Hammer, und das sicherlich nicht zum Vorteil des Verkäufers! Ein neues Auto wird auch oft noch fällig und viele andere Dinge…man möchte schliesslich ja nicht jeden Tag trockenes Brot essen oder Urlaub 30 Jahre lang im eigenen Garten verbringen, nur weil man was “eigenes”, welches aber eh der Bank gehört hat! Die Bank geht garkein Risiko ein, im Gegenteil, aus dem so gewonnen Kredeit kan sie weitere Millionen Kredite generieren und noch mehr Blinde in das Grab Eigenheim locken mit niedrigen Zinsen als Zuckerl!
Die meisten haben von kaufmännischen Dingen einfach keine Ahnung, weswegen sie sich auch seltens und wenn, mit oft miserabelen Erfolg selbständig machen. Und wenn man sich heute zum Kauf oder Bau eines Hauses entscheidet, sind sich sicherlich über 90% der Leute nicht im geringsten darüber bewusst was sie da tun. Dazu kommen wenn man kein sonderliches handwerkliches Geschick aufweist die oft nicht unerheblichen Handwerker Kosten, oder man lebt halt nach 40 Jahren in einer runter gewirtschafteten Bruchbude. Die verkauft dann mal! Alles in allem zahlt man dann für so eine nettes Abenteuer das 3-4 fache des eingesetzten Kapitals zurück.
Das späte und böse erwachen wird viele aber recht bald einholen und schlaflose Nächte bereiten, wenn nicht mehr. Eine Zwanghypothek kann auch zu jeder Zeit auferlegt werden bei bereits abgezahlten Hypotheken, Eigentum verpflichtet! Artikel 14 Grundgesetz sollte man sich mal anschauen, es kann sogar eine Zwangsenteignung drohen im Falle eines Staatsbankrottes zB. Ich bin selber Besitzer eines entschuldeten Hauses aber auf der sicheren Seite bin ich damit noch lange nicht, und die Kosten hierfür steigen auch laufend.
Ich bin in solchen Zeiten wie diesen, wo sich die Staaten entschulden werden müssen ganz klar für anonyme Vermögenssicherung. Bei Gold oder Silber kommt es garnicht darauf an wie sich der Preis entwickelt, es kommt darauf an was ich mir später dafür kaufen kann wenn die Papierwährung entwertet wurde. Das ist einzig und alleine das entscheidene an der ganzen Sache. Von einem Haus oder Immobilie kann ich auch nichts abbeissen, ich muss im Winter auch viel rein stecken und verpulvern an Energier, Öl oder Gas und alle anderen Kosten wie Versicherungsprämien laufen auch weiter..also immer schön rein buttern in die Kiste. Wenn keine Kohle für Prämien mehr da sein sollte, was dann? Die eigene Altersvorsorge will dir der Staat ja auch noch aufgrund des demografischen Wandels aufbürden in Form von Riesterrente oder privater LV oder RV.
Da frage ich mich was hier ein Normalo so im Monat verdienen muss um diese Last zu stemmen??? Benzinpreise die benfalls wieder nach oben schnellen werden in absehbarer Zeit, denkt an die ganze Klimadiskussion, nein Religion die man euch da einhämmert seitens Regierung und Medien! Ok ,wenn ihr alles abgezockte Banker, top Finanzleute, Selbstständige mit gutem Umsatz und Gewinn, oder Beamte seit ,die zu viel Ersparnisse haben und nicht wisst wohin damit dann baut ein Haus.
Wenn ihr aber in die andere Kategorie rein gehört, und dazu zähle ich mal die meisten, dann lasst euch zu Zahlsklaven machen, die indies noch absolut in Abhängigkeit zu ihrem Chef stehen werden, denn ein Haus kann man nicht mal ebend auf die Schulter packen und den Standort wechseln. Das sind doch dann tolle, wahrhaftig schöne Aussichten auf das “eigene” Heim oder…der Chef dann laufend mal fragt nach Überstunden, Samstagsarbeit und anderen “freiwilligen” Leistungen. Aber das macht man dann ja gerne für seine so gewonnene Freiheit und Unaghängigkeit und den vier Wänden!!
dieter
http://www.finanztip.de/recht/immobilien/tilgungshoehe.htm
der Link passt sehr gut dazu!
@Copoka, 85
Okay, jetzt mach es doch noch in 5 Minuten:
Die Einschätzung von Herrn Flassbeck ist keinesweigs falsch. Noch ist sie eine sarkastischer Hieb.
Die Verwunderung von Herrn Flassbeck ist m.W. ernst gemeint.
Dürfte ich wissen, wie Du zu deiner Einschätzung über die Thesen Flassbecks kommst, Copoka?
Welche Blase meinst Du?
Künstliche Liquidität wie Derivate oder Anleihen (sogenanntes Kunstgeld oder Geldschaum) werden nicht im M3 erfasst.
Dir ist sicherlich bekannt, dass M3 tatsächlich gesunken ist?
Dies ist bis 2010 seit dem Euro Start noch nie passiert.
Dir ist sicherlich auch bekannt, dass das Geldaggregat im Märtz 2010 mit minus 0,4% unerwartet heftig gesunken ist. Erwartet waren -0,2%.
Das sind nicht un-alarmierende Daten.
Dir ist doch sicherlich auf bewusst, dass für Monetaristen und auch mit Abstrichen für jeden anderen Wirtschaftswissenschaftler die Geldmenge M3 einer der wichtigste Indikatoren für inflatorische oder deflatorische Tendenzen ist?
Eine rudimentäre Berechnung für die Inflation/Deflation war Veränderung der Geldmenge M3 +/- BIPveränderung =”wahre Inflation”.
Ich verstehe absolut nicht, wie Du zu Deinen Behauptungen kommt. Noch dazu verstehe ich nicht, warum Du sie mit so einer Überzeugung von Dir gegeben hast. Aber egal.
Sollten deine Äußerungen auf tieferen Wissen basieren, bitte ich Dich, mich darüber in Kenntnis zu setzen.
Kann es sein, dass Du einfach irgendetwas behauptet hast?
Es gibt zweifelsohne deflatorischen Tendenzen.
@linus, 76
Fällt weg, da nicht im M3.
Aus den Zahlen der EZB geht dies hervor:
So verringerte sich die Vorjahresrate der gesamten Kreditgewährung in der Eurozone, Kreditgewährung an den Privatsektor, die Anzahl der Konsumentenkredite usw. usw. usw. usw. usw.
Auch das spielt keine Rolle. Vor allem jetzt nicht mehr. Desweiteren schrieb dann eine amerikanische Bank den Wert ab. Ein andere hat darauf Derivate (Auf die häuslebauerkredite) gehabt, die nicht im M3 auftauchen.
Wow, ich bin müde und muss ins Bett.
Man kann ohne Probleme Deutschland als Region sehen!
Ist doch in unserer globalisierten Welt kein Problem.:-)
Die Natürliche Wirtschaftsordnung von Silvio Gesell sollte sich der ein oder
andere hier mal zu Gemüte führen, ihr scheint ja sonst so belesen zu sein!
Dieser Artikel ist der gleiche Müll wie aus dem Spiegel & Co. Nicht weil ich Goldbulle
bin, sondern weil er mit Scheuklappen geschrieben ist. Das Festhalten an diesem
Finanzsystem ohne Rücksicht auf Verluste, selbst dann nicht wenn es eigene sind!:-)
Der geliebte Zins und sein Freund der Zinseszins. Das Thema schweigen wir einfach mal
Tot, warum auch darüber Reden, läuft doch alles Super.
Im November 2009 ist M3 zum ersten mal gesunken. Sorry war/ bin müde.
Man, das ist ja toll!
Der Spiegelfechter schreibt einen Artikel gegen Gold, und schon bricht der Goldpreis seinen Aufwärtstrend und geht um 10 USD nach unten.
Das ist ja fast so gut, wie ein ungedeckter Leerverkauf.
Ich werde sofort ein paar Unzen nachlegen und danke dem Spiegelfechter für die Vorlage.
Vielleicht sollten sich die Blogger mal konzertiert absprechen, um den Goldpreis nach unten zu manipulieren und sich dann klammheimlich einzudecken.
Aber sagt mir vorher bescheid, damit ich rechtzeitig mitzocken kann.
Nur mal zur Erinnerung, in der großen Wirtschaftskrise im ?freiesten? Land der Erde, den USA, war Goldbesitz für einfache Bürger verboten. Es wurde eingezogen. Gold zu erwerben, ohne Spuren in Computern zu hinterlassen dürfte so gut wie unmöglich sein.
Zu Gold:
Hier eine interessante Übersicht für 2008/2009
Nur um die 10% der gesamten Goldnachfrage gehen in die industrielle Produktion (also nicht Schmuck oder Zahlungsmittel) und sind damit “notwendig” im Sinne von Verbrauchsgütern.
Wenn man so will, sind daher 90% der Nachfrage volatil.
Beim Nachfrage-Anteil von Ostereiern an Eiern dürfte es sich in etwa umgekehrt verhalten. Wer also sicher anlegen will, wird wohl mit einem Dutzend Hühnern besser fahren.
@ Spiegelfechter, 52
Sehe ich auch so: Vorsorge ist weder Gezocke noch Spekulantentum. Von Gold habe ich aus den hier genannten Gründen immer die Finger gelassen.
Allerdings frage ich mich nach Erfahrungen mit “konservativen” Anlageformen, ob nicht doch was dran ist an der (Verschwörungs?)-Theorie, dass die Oberschicht die Mittelschicht für ihre Finanzkrisen zahlen lässt – und sie gezielt in ihrer Zugehörigkeits-Illusion bestärkt. Die publizistischen Mittel dazu hat sie ja.
@86
Naja, wenn du noch nie gehungert hast, brauchst du moralische Stufen zwischen einer Anlage und dem Hunger nicht vergleichend zu errichten: da gibt es nämlich Null und Nichts zu vergleichen. Wenn Du nichts zu Fressen hast, verreckst du dreimal hin und dreimal her, und das ist qualiativ ein gewaltiger Unterschied zum bürgerlichen “ich such mir eine Kapitalrettung”.
Soviel Erkenntnisfähigkeit sollte man eigentlich in den ach so “bürgerlichen Kreisen” erwarten dürfen, aber ich verrate Dir genau warum das oftmals nicht möglich ist: Wer keine Ahnung, was hungern bedeutet, kommt zu solchen komischen Vergleichen.
Das ist eine Wellenlänge mit Broder, Barnim und Kollege Malthus Sloterdijk: dumm, dümmer und sozialdarwinistisch, und das daneben auch in alle geistigen Richtungen hoch tausend.
hmmm … das paßt doch dazu
“Germany?s pathological fear of inflation”
http://www.nakedcapitalism.com/2010/04/auerback-the-piigs-problem-maginot-line-economics.html
Herzlichen Glückwunsch – du hast das Prinzip durchschaut – nur dass es schon seit 17hundertschlagmichtot im Prinzip genauso läuft – mal abgesehen davon, dass das mit der Schichtenproblematik mal mehr oder weniger so ausgeprägt ist.
Dabei geht es meiner Meinung nach auch nicht um Verschwörung – das was du Zugehörigkeits-Illusion nennst, dürfte so eine Art “Kriegsführung unter Einsatz nichtlethaler Waffen” sein. In anderen Regionen dieser Welt löste und löst man so etwas durch Blut, Hunger und Tod – nur ist das in unserer zivilisierten Welt nicht … schicklich. Dieses Lösungsmodell kann sich allerdings schnell ändern, erste Ansätze erleben wir ja gerade.
Dem Prinzip des freien Marktes sind in aller Regel nur die schwächeren Marktteilnehmer (um das Schichtenproblem zu umgehen) ausgesetzt. Die Starken – und das wird heute deutlicher denn je – postulieren zwar äußerst lautstark dieses Prinzip, aber eben nicht für sich. Hier versteckt man sich gerne klammheimlich hinter Protektionismus, Bestechung, Subventionen oder wie heute – offen und dreist – “Staatsgarantien”. Immer wieder gibt und gab es aber auch Situationen, wo man sich gar nicht erst versteckt, sondern – wie z. B. unsere amerikanischen Freunde – einfach mal sagt: “Nö … mach ich nich! Wer will uns schon zwingen?”
Es geht letztlich immer darum, bestimmten Schichten nicht zuviel Mitspracherechte einzuräumen, aber möglichst ohne ihnen direkt vor das Knie zu treten (die EU ist insofern ein geniales Konstrukt) und dabei hilft auch, die Masse für Krisen bezahlen zu lassen und ihr gleichzeitig einzutrichtern: Es gibt keine Alternative für uns! So sind wir beschäftigt und leichter Druck mit der Armutskeule hilft auch einem etwas zu demokratisierten Volk seine Stimme im Zaum zu halten und wieder auf den Boden der Tatsachen herunterzukommen. Dass man dabei noch die Schwachen gegen die Schwächsten aufwiegelt ist nur noch eine Fußnote aus dem “Machiavelli für Arme”. Dabei spielt Information, Desinformation oder Illusion und die Kontrolle über den Kommunikationskanal eine entscheidende Rolle, denn – wie gesagt – in der zivilisierten Welt schlägt man dem anderen nicht direkt vor die Omme, man wickelt ein hübsches Tuch um den Knüppel, sagt dir, das sei gut für dich und haut dir dann von hinten vorsichtig zwischen die Beine, während vorne einer laut ruft, das waren die Immigranten, die Islamisten, die Terroristen, die HartzIVler …
Links der Terror (eine der höchsten Bedrohungsstufen ist allerdings mit dem Szenario des “Atomterroristen” erreicht und würde im Notfall nahezu jede freiheitsbeschränkende Maßnahme erlauben), rechts die Finanzkrise, die bei einem Zusammenbruch ja wirklich geradezu zivilisationszerstörend wirken könnte (viel zu steigern gibt es nicht mehr, sonst wirds unglaubwürdig). Man könnte den Eindruck haben, dass hier jemand einen Geist aus der Flasche gelassen hat, der nun so langsam macht, was er will, auch hier spielt die Illusion wieder eine Rolle, die sich – komisch oder nicht – auch als selbsterfüllende Prophezeihung in Form von Bombern aus dem Sauerland zeigt – dumme Sache das und ich meine, es läuft aus dem Ruder, aber wir haben noch Glück, es gibt Menschen, die hätten gerne unsere Luxusprobleme.
@Peleo
#101
Genau so ist es… nur der Großteil des Mittelstandes bemerkt dies nicht oder will es nicht bemerken. Er wird lediglich benutzt und es wird alles getan damit er der Illusion erliegt, der Oberschicht näher zu sein als dem Prekariat.
Die teure Angst der Unterschicht
http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Ulrike-Herrmann;art138,3081997
Beim Versuch, das Buch zu bestellen habe ich erfahren, dass es momentan nicht lieferbar ist. Sollte dies aufgrund der großen Nachfrage der Fall sein, bestünde eventuell noch Hoffnung.
@Griabiger batzi
Hmm, ich hab mir den Artikel nun noch ein Mal vorgenommen und ihn genauso wie am 1. Mal verstanden – die beiden machen sich über die s.g. Monetaristen lustig. Flassbeck stellt lediglich fest, dass nach monetaristischer Lehre, deren Denke er gar nicht teilt, jetzt die Zeit gekommen wäre, “Deflation!” zu schreien, obwohl die Gurus dieser Lehre die ganze Zeit Inflation heraufbeschwört haben. (Deflation würde der Wirtschaft idT schlimm zusetzen).
Ja, aber nicht im Bezug auf Deflation.
Die Bedeutung, die er der fallenden M3 beimisst, kannst du im vorletzten Absatz nachlesen – da ist keine Rede mehr von Deflation. Und seine Schlussfolgerungen daraus – im letzten Absatz. Die fallende M3 ist auch für ihn ein böses Omen, nur aus ganz anderen Überlegungen.
Le-ve-raa-gee, mein Freund ;)
Oder was glaubst du woher das ganze Geld für die dolle “Finanzinstrumente” kam und wo es sich sonst in der Statistik, wenn nicht in M3, herniederlassen hatte?
Na ja, Lieb und Flassbeck sind keine Gurus von Goldseiten, und wenn sie es schreiben … Ansonsten siehe z.B. hier: http://www.nowandfutures.com/key_stats.html
Bezieht sich zwar auf US$, ist aber zuverlässig genug, um auch Tendenzen im Euroraum abzuschätzen – geschieht doch alles im Schlepptau von US. Wenn der große Bruder sich dazu entscheidet, sich d. Inflation zu entschulden, ist sie auch im Euroraum so sicher wie Amen in der Kirche. Deflation will wirklich keiner haben (außer kleinem Mann mit etwas Ersparnissen), aber manche Dinge geschehen halt völlig unbeeindruckt von den Willen der Mächtigen.
Für Monetaristen – zweifelsohne.
Für jeden anderen WiWis – wäre ich mir nicht so sicher.
Preisniveau und somit Inflation/Deflation ist m.E. ex def eine messbare (d.h. empirisch/statistisch ermittelbare) Größe. Mag sein, dass sie mit anderen makroökonomischen Größen wie M3 auf eine oder andre Weise korreliert – da bin ich kein Fachmann, auf derart Korrelationen oder gar Gesetzmäßigkeiten ist jedoch desto weniger Verlass, je mehr das ganze System aus dem Gleichgewicht kommt. Korrelationen und Gesetzmäßigkeiten haben in einem komplexen System keine Ewigkeitsgarantie. Die Monetaristen gehen zwar geschickt mit mathematischen Verfahren um, haben aber nie wirklich verstanden, was die Mathematik ist. Als Mathematiker würde ich mich in ggw. Lage lieber an Einschätzungen von Flassbeck & Co., die sich nicht so blind auf Berechenbarkeit der Welt verlassen, orientieren.
PS.
Ich bin zwar auch ‘ne Nachteule, aber du warst nun wirklich spät dran ;)
@Meerbuscher
You made my day!
Hape
Jeden Tag eine gute Tat … So kann man auch mit verworrenen Sachen anderen Menschen kleine Freuden machen.
name 102: Deine Polemik wird immer kruder. Erstmal: Hungerst Du gerade, hast Du gehungert und woher willst Du wissen, ob jemand anders noch nie gehungert hat? Zweitens: Wenn hungern das Kriterium ist: Die HartzIV-Bezieher hungern im Normalfalle eher auch nicht, was nicht im Geringsten ein Grund ist, ihre Situation schönzureden. Aber mit der Situation etwa von Illegalen, von aus dem Schengenraum gewaltsam ferngehaltenen Armutsmigranten, von Flüchtlingen der Kriegsgebiete etc. ist das auch nicht vergleichbar. Da kann man mit dem gleichen moralischen Brustton die verdammen, die als Hartzer an ihre Krankenversicherung oder Heizkostenerstattung denken – relativ gesehen sind das doch Luxusprobleme. Das EU-Armutskriterium (und zwar auch in PPP-Äquivalent) beschreibt ein Lebensniveau, von dem fast zwei Drittel der Weltbevölkerung nicht träumen können.
Wie schon erwähnt, ich empfinde Jens’ Artikel als Mythbusting (auch wenn ich mit seiner nationalökonomischen Position nicht so konform gehe). Ich halte es durchaus für aufklärerisch und wichtig, auf die Illusionen und Gaunereien in diesem Zusammenhang hinzuweisen, auch wenn es hier nicht um Fundamentalwidersprüche der Gesellschaft und der Weltwirtschaft geht.
salvo 89: Die Verheerungen der chinesischen Wirtschaft seit dem 19.Jahrhundert waren in sehr geringem Maße solche der Edelmetallwährung, auch wenn sich die Expansion der europäischen Weltwirtschaft (Wallerstein) und der Wechsel in der Rolle der Edelmetalle (Silber, Gold) schon ausgewirkt hat und die Verwerfungen beim Kupfer, dem Zahlungsmittel der Bauern und Handwerker wohl noch den nachhaltigsten destabilisierenden Einfluss hatten. Ohne Opiumkriege, ungleiche Verträge etc. hätte das aber nicht so viel ausgemacht.
Wenn Du meinst, ein Zurückbleiben der Edelmetallförderung hinter der Warenproduktion hätte automatisch die Wirtschaft abwürgen müssen, unterliegst Du genau den monetaristischen Illusionen, über die sich Lieb und Flasbeck in anderem Zusammenhang zu Recht mokieren. Das Problem des Edelmetallstandards ist nicht Metallmangel oder -überfluss in den Grenzen, in denen die edlen Metalle als Geld fungieren können (das ist nicht mehr der Fall, wenn das Metall so selten ist, dass es nicht in die Hände aller Marktteilnehmer gelangen kann, oder wenn es so abundant und billig herstellbar ist, dass es nicht mehr vernünftig transportabel ist). Das Problem ist vielmehr, dass Edelmetallstandards nicht bloss prozyklisch wirken, sondern in einem weltumspannenden Edelmetallstandard weltweit prozyklisch und krisensynchronisierend wirken. Sobald daher im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die britische Führungsrolle als Industriemacht durch eine Polyzentralität der Weltwirtschaft abgelöst wurde, wurde der Goldstandard sukzessive preisgegeben.
Was den Wertbegriff bei Smith, Ricardo und Marx angeht, halte ich den immer noch für brauchbarer und näher an der Empirie als den subjektiven Kram von Walras und den Österreichern. Der wurde eingeführt, weil Arbeit als Wertkriterium ein Skandalon war, das unangenehme gesellschaftspolitische Fragestellungen aufwarf. In der subjektiven Wertlehre kommt der ideologische Charakter der Nationalökonomie in besonderem Masse zum Ausdruck.
a^2
@copoka, 106
Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Artikel kein Aprilscherz war, sondern die derzeitige Medienberichterstattung anprangern sollte. In den Mainstreammedien wird seit geraumer Zeit der Eindruck zu erwecken versucht, dass es mit der Wirtschaft wieder aufwärts gehe. Zum einen seien die Zahlen am Arbeitsmarkt sehr gut, und zum anderen verschiedenst artige Indizes.
Einen kritischen Blick halten diese positiven Bericht nicht statt. Genau darauf zielt Herr Flassbeck meiner Ansicht nach hinaus. Es ist äußerst unglücklich, dass dieser gute Kommentar am 1. April erschien.
Was haben die Daten der USA mit dem Kommentar von Herrn Flassbeck zu tun?
Also das ist –Entschuldigung- krude. Herr Flassbeck redet über den europäischen Währungsraum.
Warum nicht gleich die Daten der EZB hernehmen?
Außerdem sind die in diesem Abschnitt gemachten Äußerungen falsch. Das geschieht eben nicht im Schlepptau. Deutschland war immer bekannt für seine Inflation fürchtende Notenbankpolitik, während die USA/GB offensiver agierten. Japan agierte jahrelang äußerst defensiv, obwohl anderen Nation auf Inflation setzen.
Desweiteren ist die Deflation natürlich so gut wie nie erwünscht. Trotzdem kann sie bisweilen auftauchen.
Ich muss meine Interpretation der Gedanken Herrn Flassbecks hier nochmals besser verständlich an den Mann bringen. Hoffentlich werden sie dann verstanden und nicht als Satire abgetan. (Herr Flassbeck würde sich bezüglich dieses Themas m.E. auch keine Satire erlauben. Die Risiken einer nicht intendierten “Unctad-Chefökonom befürchtet Deflation Meldung” wären doch katastrophal, oder?)
Dieser Artikel von Herrn Flassbeck ist meiner Ansicht nach keine Satire.
Ausgangssituation:
-Deutsche Medien berichten von guten Zahlen vom Arbeitsmarkt und irgendwelchen Geschäftsklimaindizes.
-Bundesregierung feiert Krisenreaktion -wie zum Beispiel das Wachstums und Beschleunigungsgesetz. Krisenreaktionen die bei Unterscheidung ob Nachfrage oder Angebot orientiert eher zur Angebotsorientiertheit neigen. zb. Erleichterungen für Unternehmen im Hinblick auf die Unternehmenssteuer, Sofortabschreibung von Wirtschaftsgütern, Erleichterungen für gutverdienende Eltern usw.
-deutschen Medien versuchen zu suggerieren, dass das schlimmste überstanden sei.
-Bundesregierung hält weiter an Schuldenbremse ab 2011 fest.
-Einflussreiche Experten und Politiker warnen vor hoher Staatsverschuldung und erwarten insbesondere Einsparungen im sozialen Bereich.
- Darauf entgegen einige Ökonomen, dass die Staatsverschuldung prinzipiell nicht so schlimm sei, da sie im Prinzip unendlich groß sein könnte und nur durch eine stärker werdende Inflation begrenzt werde.
- Daraufhin malen andere Ökonomen und Medien das Inflationsgespenst an die Wand.
Tatsächliche Situation Ende März 2009:
M3- Entwicklung (gleitenden Dreimonats-Durchschnitt bzgl. Jahresveränderung):
November M3: -0,3%
Dezember M3: -0,3%
Januar M3: +0,1%
Februar M3: -0,2%
März M3: -0,4%
Kreditvergabe:
Kredite an Nichtbanken im Euro-WG (relative Differenz zur Vorperiode in %)
November: -15,9
Dezember: -10,0
Januar: -36,6
Februar: -6,5
Kredite an Unternehmen und Privatpersonen im Euro-WG (relative Differenz zur Vorperiode in %):
November: – 28,6
Dezember: +10,8
Januar: -97,2
relative Differenzen zum Vorjahr sind bei Beiden auch negative
M1- Entwicklung:
Auch die für die konjunkturelle Entwicklung wichtige M1 sinkt wieder.
Arbeitsmarkt:
Ich rechne dieses Jahr mit einem BIP- Wachstum von 1,0% bis 1,1%.
Nach IAB erleben wir 2010 bei einem Wachstum von 1% in Deutschland einen Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen um alarmierende 364000 Stellen.
Ich gehe von etwa 356000 aus.
Das Erwerbspersonenpotential wird nur um 108000 sinken.
Ich gehe davon aus, dass von diesen etwa 80000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren.
Wo sind die restlichen 276000 sozial. Stellen hin?
Auch rechne ich mit immer noch 790000 Kurzarbeitern auf das Gesamtjahr 2010 gesehen.
Desweiteren rechne ich damit, die Arbeitslosenanzahl sich um circa 185000 erhöht.
Weiterhin gehe ich davon aus, dass die Stille Reserve sich um 68000 erhöht wird.
Vergleichen wir die Prognose von 2010 mit den tatsächlichen Zahlen von 2009, kann man sagen, dass Deutschland das Schlimmste noch bevorsteht.
2009 ist die Arbeitslosigkeit “nur” um 155000 gestiegen.
Dagegen sank 2009 die stille Reserve um 182000.
Es wurden 2009 ganze 7000 sozialversicherungspflichtige Stellen abgebaut.
Kurzum: Die Zahlen für 2010 sind beschissen.
Konklusion durch Herrn Flassbeck. Wie ich es mir denke, dass Herr Flassbeck gedacht hat:
An erster Stelle muss ich mich an den eigenen Hut fassen: Ich habe unsauber formuliert.
Natürlich glaubt Herr Flassbeck m.E. nicht wirklich, dass es eine Deflation auf das ganze Jahr gesehen gäbe.
Das prognostiziert übrigens keiner.
Nicht die OCED: +0,8
nicht der IWF: +0,8
nicht der Jahreswirtschaftsbericht: +1,1%
nicht die EZB-Projektion: 0,9-1,7%
usw.
Auch ich glaube natürlich nicht, dass eine Deflation geben wird.
Das habe ich in der Eile dumm und missverständlich formuliert.
Aber:
Wenn die Wirtschaftspakte und die Reaktion der Bundesregierung angeblich so gut zündeten, warum steigt dann nicht die Kreditvergabe, die Geldmenge usw.
Wenn die Wirtschaft tatsächlich ? wie es einige Medien suggerieren, anspränge, dann müsste es auch für nicht Monetaristen (ich bin kein Monetarist) erkennbar sein; bei der Kreditvergabe, bei der Geldmengenentwicklung.
Die Zahlen von Kreditvergabe, von der Geldmengenentwicklung und vom Arbeitsmarkt lassen eher den Schluss zu, dass die Wirtschaft eben nicht anspringt. Das meint Flassbeck m.E. mit ?Alarmzeichen ersten Ranges?.
Deswegen fordert Flassbeck m.E. mit diesem Abschnitt Reaktionen der Bundesregierung:
Die Bundesregierung kann jetzt 2 Wege einschlagen.
Zum einen kann sie weiter so tun, als ob sie sich an die Schuldenbremse halten wolle, mit der Folge, dass die Konjunktur kaputt gehen könnte. Was dann zur Folge hat, dass die Bundesregierung sich erst Recht nicht an die Schuldenbremse halten kann.
Oder die Bundesregierung kann das Ziel der Schuldenbremse von 2011 aufgeben, nachfrage orientiert in die Wirtschaft investieren (über Neuverschuldung), damit die Wirtschaft nachhaltig anspringt. Ich bin der Ansicht, dass man damit besser führe und dass die Staatsverschuldung damit im Endeffekt sich besser entwickeln würde, als wenn man nicht investierte.
Ich hoffe, dass ich verständliche darstellen konnte, was sich Herr Flassbeck m.E. gedacht hat und aus was er hinaus wollte. Es wäre Schade, wenn seine sehr guten Gedanken nicht verstanden würden oder nachvollzogen werden könnten. Ich hoffe, dass sie mit meinen Erläuterungen vielleicht verständlicher geworden sind.
Das ist Unsinn.
Ja, ich habe -Gott sei Dank- die Eigenschaft, chronisch wenig Schlaf zu brauchen. Ich kann manchmal auch in der Nacht besser arbeiten/ bzw. mich besser konzentrieren.
Mein Schreibstil wies dafür mit einsetzender Müdigkeit einige Unzulänglichkeiten auf.
Vorbehaltlich einer positiven bis mittleren Entwicklung.
relative Differenz zur Vorperiode in %:
2010-02: -5,2
2010-01: -6,5
2009-12: -1,6
2009-11: 5,9
So weit ich das beurteilen kann. Ich kann mich natürlich auch total täuschen. Bin kein Fachmann.
Hi, Leute,
genießt das Leben noch.
Die homo sapiens- DNA wird überleben.
Die USA, wenn sie selbst überleben will, wird von ihren Pseudo-Ansprüchen zurücktreten müssen.
Der gesamte Westen beginnt bereits, von seiner verschuldeten Hochnäsigkeit den unfreiwilligen Abtritt organisieren.
Wie war das doch, mit dem Ochs und dem Esel …….
Die Betonköpfe sitzen überall, nur der Verschuldungsgrad unterscheidet sich.
Die Aufbereitung für den Fastfood-Michel sieht natürlich noch etwas anders aus.
Die Realität wird ihn einholen und prägen.
Die Linke verhält sich aus meiner Sicht zurzeit taktisch klug.
Ob mit oder ohne Gold, die Welt wird anders.
Die Frage ist nur, wenn ich es besitze, für was ich es einsetze.
http://www.sein.de/gesellschaft/nachhaltigkeit/2010/eine-buergeraktiengesellschaft-revolutioniert-die-biolandwirtschaft.html
Veränderung beginnt im Kopf.
Stärkt eure Regionen.
Wenn es sein muss, auch mit Gold.
Tatsächliche Situation Ende März 2010. Sorry.
Ich bin diesbezüglich nicht unbedingt ein Fachmann.
In irgendeiner Tätigkeit bin ich schon Fachmann. :-)
@109
Weißt, Du hast diesen ach so falschen, menschenverachtenden, dämlichen Vergleich gezogen, und an solchen Zeilen kann ich deine Erfahrungswerte mehr als abschätzen. Zusätzlich legst du noch einmal im gleichen unwissen Stil nach, und bemerke ganz genau, in welchen Welten Du lebst, und ich welchen Welten ich lebe, und das ganz ohne das Thema Schengen, Arbeitsimmigration oder ähnliches, mit welchen ich schon vor 20 Jahren gespielt habe.
name: Du kannst gar nichts abschätzen. Und ich habe allen Grund zu der Annahme, dass ich mehr mitgemacht und mitbekommen habe als Du, und zwar auch und gerade von den weniger angenehmen Seiten des Lebens auf diesem Planeten. Ich habe überhaupt keinen “menschenverachtenden, dämlichen Vergleich” der Art gezogen, wie Du es behauptest, sondern Du hast da schlicht etwas hineininterpretiert. Und Du bist offenbar ausserstande, von Deinem hohen Roß runterzukommen. Daher spare ich mir weitere Debatten.
a^2
@Griabiger Batzi:
Vielen Dank für deine ausführlichen Antworten auch zu nachtschlafender Zeit.
Insbesondere die Daten zur Kreditvergabe an Nichtbanken sind i.d.T. besorgniserregend.
Die hatte ich bisher nicht zur Hand, und sie rücken die Schrumpfung von M3 wohl zumindest teilweise ins rechte Licht.
Bisher war ich immer davon ausgegangen, daß das Wachstum von M3 in etwa der Sparquote entspräche. Letztere lag Ende 2009 immer noch bei ca. 10% und dürfte sich auch heute noch ungefähr dort befinden. Dem Wirtschaftskreislauf durch Sparen entzogenes Geld wird also aktuell nicht durch erneute Kredite ersetzt.
Ich frage mich jetzt natürlich, was denn das ganze Spargeld im Augenblick so macht, wenn es nicht in Kredite aufgeht.
Zu meinem ‘ungeschickten’ Szenario:
Dahinter stand die Frage, ob es auch im Handel zwischen Banken – ich sage jetzt bewußt nicht Interbanken-Geschäft – sowas wie multiple Geldschöpfung (M3-wirksam) gibt? Dann gäbe es natürlich auch multiple ‘Geld-Tilgung’. Ein Auslaufen dieses Handels hätte damit massiven Einfluß auf M3.
Nochmal ausformuliert stelle ich mir etwa Folgendes vor:
- Bank1 will einem Großkunden einen für die Bank lukrativen Kredit gewähren, hat aber nicht die Liquidität dazu.
- Bank1 hat jedoch einen Schrank voll verbriefter Forderungen irgendwelcher Art, die aber nicht ZB-fähig sind.
- Bank1 geht daher zu Bank2 und leiht sich Liquidität gegen diesen Schrank voll verbriefter Forderungen als Sicherheit.
- Bank2 hat also Bank1 einen ‘echten’ Kredit gewährt und damit M3-relevantes Geld geschöpft.
- Bank1 ist nun in der Lage, dem Großkunden den Kredit zu gewähren und schöpft damit ebenfalls M3-relevantes Geld.
- also ist zweimal M3-relevantes Geld geschöpft worden.
- im Gegenzug können bei Rückzahlung durch den Großkunden auch beide Kredite getilgt werden
Das war jetzt in erster Linie als Klarstellung und erst in zweiter Linie als Frage gemeint. Du mußt also um Himmels willen nicht bei Nacht und Nebel antworten ;-). Nee, müssen tust du gar nichts. Das war eh schon sehr informativ, was du bisher geschrieben hast.
Schönen Abend noch :-)
@savo, 104
Die Gedanken von Herrn Auerback sind meist sehr gut.
@Griabiger Batzi, #110
Jep.
Das fiel mir bei 1. Lesen gar nicht auf.
Ok, “sich über die s.g. Monetaristen lustig zu machen” ist wohl meinerseits unglücklich formuliert, aber ein treffender Sarkasmus erheitert mich nun mal ungemein ;)
Ich hab’s doch erklärt. Kurz – ich war fürs Heraussuchen der EZB-Daten zu faul und hielt es für gar nicht notwendig – den Herren vertraue ich auf Wort. Daher nahm ich für Kontrolle nur das, was g’rade in Bookmarks unter Hand war.
Ich meinte die gleichen Gebaren (in der Politik und s.g. Finanzindustrie) mit gleichen oder ähnlichen Konsequenzen.
Ich habe doch in meiner #106 bestätigt, dass es ernst gemeint ist.
Nur die Ernsthaftigkeit schließt eben gesunden Sarkasmus nicht aus.
Noch ein Mal: ich habe es weder als Satire verstanden, noch hatte ich vor, seine Ausführungen als unhaltbar oder sonstwie abzutun. Die beiden Herren genießen bei mir großes Ansehen und Vertrauen.
Du rennst bei mir offene Tür ein ;-)
Bist du etwa Wirtschaftsmathematiker, dass du dich so genau festlegen kannst?
Und ist der Unterschied im makroök. Sinne wirklich so relevant? Ich meine paar Tsd hin oder her, wenn es um Millionen geht …
Hmm, vorhin klang es bei dir noch bisschen anders.
Warum?
Erhöhen denn Kredite nicht die M3? Insbesondere wenn die Kreditbanken es bei EZB leihen? Und bestimmte Wertpapiere, die u.U. sich auch als Schrottpapiere entpuppen /können/, fließen m.W. auch in die Menge ein.
Ihc möchte noch ein Mal darauf hinweisen, dass ich kein Fachmann in der Materie bin, weiß allerdings, dass je nach Land/Währungsraum M3 ungleich M3 ist – eine Frage ggw. Definition oder Auffassung. Daher frage ich mal nach.
…
Aber wie ich g’rad weiter unten sehe, bist du doch kein Wirtschaftsmathematiker oder ähnliches. Dann wundern mich manch deine Ausführungen um so mehr.
@linus, 116
Ne, ist kein Problem. Ich arbeite oft in der Nacht und lasse in einem Fenster den spiegelfechter.com offen, in anderen hab ich dann andere Seiten, oder es laufen andere Programme. Manchmal überschätzt man dann leider seine Fähigkeiten zum Multitasking und dann kommt sowas raus:
Ich versuche morgen deine Fragen zu beantworten.
@COPOKA, 118
lol
Kann nur ein Wirtschaftsmathematiker derartiges berechnen?
Unabhängig davon, ob ich nicht doch ein Wirtschaftsmathematiker/in bin, kann dies genauso gut ein normaler Ökonom/in, ein Physiker/in, Informatiker/in, Techno-Mathematiker/in oder ein Straßenkehrer/in mit Wirtschaftsmathematik als Hobby berechnen.
Was ist ein Experte? Gibt es Unterschiede zwischen Experten und anerkannten Experten?
Ich denke, dass ich vielen Gebieten durchaus einiges weiß, aber in diesem Gebieten nicht die Anerkennung eines Nobelpreisträgers für Medizin, eine Generals der Bundeswehr oder des Chef-Trainers von Inter Mailand usw. habe.
Gibt verschiedene Stufen der Anerkennung einzelner Experten?
Ein einfacher Wirtschafts-Mathematiker wird sich verglichen mit einem Hochschulprofessor nicht als Experte erachten. Während der Hochschulprofessor sich gegenüber eines Mitgliedes der Wirtschaftsweisen nicht als Experte erachtet.
Dieser wiederum wird eher einen Nobelpreisträger als anerkannten Experten betrachten.
Dennoch kann sich der einfache Wirtschaftsmathematiker für fähiger als der Nobelpreisträger ansehen. Vielleicht ist er es auch.
Und vielleicht werden alle zusammen von einer Supermarktkasslerin in den Schatten gestellt, deren grösstes Hobby das Ausrechnen von Arbeitslosenzahlen ist.
Ein anerkannter Experte der Institutionenökonomik wird sich nicht für einen Experten der Ökonometrie halten. Dennoch könnte selbst ein Professor der Botanik auch fachfremde Berechnung durchführen und auf die Arbeitslosenzahlen schließen.
Jedoch könnte dies auch ein Facharbeiter der Zerspannungstechnik.
Gleichwohl könnte ein erfahrener Spekulant anhand fertiger, von anderen durchgeführter Berechnung abschätzen, in weit sich die Arbeitslosenzahlen sich verändern, je nachdem welche Parameter er anlegte. Ganz ohne Berechnung.
Kurzum du wirst von mir nicht erfahren, was ich mich oder wer ich bin. Ob ich Student bin, ob ich Hartz4 Empfänger bin, ob nicht einmal einen QA habe, ob ich Professor bin, ob ich Dozent bin, ob ich nicht doch einfach eine Hausfrau bin. Ob ich vielleicht nicht doch ein Philosoph oder Ingenieur bin? Wenn Du meinen Zahlen oder Argumenten nicht glauben willst, dann lasse es einfach. Wenn meine Zahlen und Argumente nicht für sich sprechen, sind die Zahlen und Argumente mangelhaft. Ein Verweis auf meine eigentliche Tätigkeit/Bildungsstand führte dann zu nichts.
Desweiteren ist mir meine Privatsphäre viel zu wichtig, als dass ich grosse Rückschlüsse auf meine Person zulassen würde.
Weiterhin habe ich es erlebt, dass Konstantin Neven DuMont sich unter Klar-namen an Forendiskussionen beteiligen wollte. Das Ergebnis war katastrophal. Hätte unter einem Pseudonym wie Venmonti diskutiert, wären die meisten Probleme nicht entstanden.
In gleicher Weise habe ich erlebt, dass es für eine nicht so bekannte Person besser gewesen wäre, unter einem Pseudonym zu diskutieren.
lol
und
Rutsch mir den Buckel runter.
Was im Artikel nicht erwähnt wird:
Physikalisches Gold kann man risikofrei bei Sparkassen und z.B. der Commerzbank kaufen. Dort bekommt man dann Barren und Münzen zu normalen Spreads (da viele Internethändler hier Mondpreise verlangen). Lagern kann man es auch gleich dort im Schliessfach – damit ist es relativ sicher (sicherer als zuhause und definitiv sicherer als bei einer windigen “Verwahranstalt”, bei der man nie weis ob das Gold auch wirklich dort ist. Die Kosten für ein (kleines) Schliessfach sind meist auch bedeutend geringer als die Depotgebühren der Goldlagerer.
Papiergold wie das bei der FED gelagerte Gold ist im Krisenfall (nein, nicht Weltuntergang – ein kleines Bankenproblem reicht auch) absolut unsicher – wenn die Counterparty weg ist, dann war’s das mit dem lustigen Goldbesitz. Alles was man nicht physikalisch besitzt, ist nichts anderes als ein Zertifikat mit dem man spekuliert. (Siehe auch Dirk Müller’s Buch)
@Griabiger Batzi, #119
Nein, aber derjenige der das berechnet, muss nicht nur rechnen können, sondern auch einige wirtschaftliche Zusammenhänge/Methoden kennen/verstehen und notwendige Datenbasis haben.
Wieso? Kommt doch auf das Fach des Professors an. Universelle Geister sind heutzutage extrem rar. Ich hatte nicht mal in meinen Studienzeiten Ehrfurcht von Professoren nur weil sie Professoren waren. Die Herren Sinn und SLoterdijk sind ja auch Professoren ;)
So war es nicht gemeint. Wenn du dich wirklich ausführlich mit WiWi, dazugehörigen Methoden/Verfahren und Mathe auseinandergesetzt hast, kannst du dich mit Recht so bezeichnen, egal was du studiert hast. Ich habe in meinem Leben viele durchaus fähige Softwareentwickler kennengelernt, die ihrem Diplom nach Chemiker oder gar Psychologen waren. Sie halte ich dennoch für professionelle SW-Entwickler in den Bereichen, in denen sie gearbeitet haben. Universelle SW-Entwickler gibt’s eben genau so wenig wie universelle Mathematiker oder Chemiker. In jeden Bereich muss man sich mit viel Müh einarbeiten.
Wie soll ich denn den Zahlen trauen, wenn ich nicht mal weiß, wie die zustande gekommen sind. Wärst du z.B. ein Fachangestellte in IAB, der sich damit beschäftigt und eigene Meinung vertritt (IAB kann ja auch mächtig daneben liegen), wären deine Zahlen durchaus interessant, wenn du sie begründet hättest. Ansonsten kommen sie wahrscheinlich aus dem Bauchgefühl oder werden einfachen Korrelationen (a la Wachstum->Beschäftigungen, denen ich grundsätzlich kein großes Vertrauen schenke – s. #106) abgeleitet.
Und außerdem lege ich sowieso kein großen Wert auf genau Zahlen – Tendenzen und Zusammenhänge erachte ich für wesentlich wichtiger. Es spielt für mich überhaupt keine Rolle, ob Wachstum im 2010 genau 1.0% oder 0.1% höher ausfällt. Mir reicht es zu wissen, dass dieses Wachstum wesentlich niedriger als das Wachstum, das für reibungslosen Betrieb dieser Maschinerie notwendig ist, ausfallen wird.
@ wasser
kopf..ähhh, draht #109toll, weil du niemanden kennst, der wegen der h4-Sätze hungert, bist du dir für den Vergleich mit ‘echten Hungerleidern’ nicht zu schade? Was ist das denn für ne böse Nummer? Für einen systemverliebten Traumtänzer hätte ich dich nicht gehalten, aber mit dem Quatsch aus dem ersten Absatz deines Beitrages stellst du dich in eine eklige Reihe. Pfui!
Hier wird gehungert. Meine Tochter ist mangelernährt. Mein Sohn auch. Ich ebenfalls. Zumindest spricht unser BMI sehr dafür.
Aber dennoch geht es uns besser, als Etlichen auf dem Globus. Ist das jetzt tatsächlich ein Grund für dich, so einen Scheiß zu verbreiten?
Du als Angehöriger der Leistungselite hast deinen Stand verdient. Ist schon klar. Und wer von knap 4? am Tag seine Ernährung nicht auf die Reihe kriegt, ist halt selber Schuld. Logo, der ganze Sermon steht ja in der Worthülsen-Datenbank der Blöd-Zeitung, alles bekannt und funktioniert wunderbar. bist du da zufällig DB-Administrator? Pfleg doch mal was Neues ein, armseeliges H2O-Gebilde!
Freund, 4 EUR sind immerhin 8 Westmark, davon läßt sich halbwegs leben. Bei Lidl gibt’s frühmorgens Brot vom Vortag zum halben Preis, Wurst und Käse oft mit 30% Nachlaß. Strategisch einkaufen, Steuern mindern, und bei der nächsten Wahl das Kreuzchen am rechten Ort plazieren. Und ansonsten nachdenken, ob/warum dieser Unrechtsstaats noch länger gestützt werden soll. Treten wir alle im richtigen Moment einen Schritt zur Seite, fällt das ganze Kartenhaus in sich zusammen.
@Schneemann
Nein. Und im nächsten Satz wird den 4-Euro-Lebern ihre “Geiz-ist-geil-Mentalität” vorgeworfen, die dafür “verantwortlich” ist, dass die Löhne so niedrig sind und weiter sinken.
Und immer – wirklich immer(!) – kommt dann irgendein Megaschwachmat, der unbedingt die Weisheit in die Welt kotzen muss, dass der Mediamarktparkplatz voll ist und dass die Hartzies lieber nicht so lange vor dem Flachbildfernseher abhängen, saufen und rauchen sollen.
Eine Gesundheitserhaltende Ernährung ist mit Nutten-Peter-IV nicht möglich. Alles andere ist schlicht Propaganda.
Freund Schwitzig, ich hatte nirgends ‘menschenwürdig’ beigeschrieben. Wer 4 EUR täglich zur Futterbeschaffung ausgibt, kann halbwegs überleben. Doch erstrebenswert ist dies sicherlich nicht – nicht ohne Grund sind die Vortagswaren beim hiesigen Lidl viel zu rasch weg.
Außerdem mußte ich dem guten Jens plausibel machen, warum noch nichts von hier auf sein Spendenkonto geflossen ist. Die Goldspekulation hat schon wieder nicht geklappt….
@ Schneemann
Freunde würden wir nicht werden können, vermute ich mal ganz spontan.
Schon mal davon gehört, daß Teenager verminderte Sätze haben? Von 3,5? altem Brot kann man einen im Wachstum befindlichen Jugendlichen sicherlich vor dem Hungertod bewahren, aber ihn nicht mangelfrei ernähren.
Es geht hier ja auch nicht um das Überbrücken eines Urlaubs im Asketen-Modus sondern um das Leben, welches bekanntlich erst mit dem Tod endet.
Ich persönlich habe diese Ochsentour also noch auf unbestimmte Zeit vor mir. Mein Söhnchen der aktuellen statistischen Voraussage folglich mit 80%iger Wahrscheinlichkeit. Gute Aussichten.
Ansonsten danke für deine Solidarität … bist du Sarrazins Cousin? Egal, stell dich in die Sonne!
schreibt heute Spiegel Online über den Domänenhandel. Und weiter:
Zwischen 3 und 5 Euro kostet eine .de-Domäne bei billigen Anbietern.
Deshalb verstehe ich einfach nicht, warum nach wie vor so viele Leute an das herrschende System glauben.
Erstere kam offensichtlich nicht so bei Dir an, wie von mir gemeint, und mit den Volksverrätern der Klasse Sarrazin hab ich nichts am Hut.
Pro Jahr, regelmäßig wiederkehrend. Und für eine halbwegs funktionale Ausstattung (des Hostings) zahlst diesen Betrag monatlich. Damit begibt sich der Unbedarfte in eine Abhängigkeit, von der er so leicht gar nicht mehr loskommt. Behältst die Domäne, mußt ständig blechen. Und gibst sie auf, bietest Domänengrabschern das gefunden Fressen, inklusive reichhaltiger Beute, sofern Du regelmäßig Besucher drauf hattest.
Bei meinem Provider kostet eine .de-Domäne 3,75 ? für das erste Jahr, danach 2,50 ?. Das Problem ist es, freie Domänennamen rechtzeitig zu reservieren, für die jemand anschließend freiwillig (viel) Geld bezahlt.
@ Schneemann
Der lidl-Tip ist nicht nur eine Beleidigung meiner Intelligenz, womit ich grundsätzlich noch nicht einmal ein Problem hätte, aber es liegt halt auf der Ebene der Sarrazin-Diät, was meine Verwandtschaftsfrage begründete.
Obwohl wir uns im Rahmen der Möglichkeiten relativ gesund und ausgewogen ernähren, muß mein Sohn sich im Sportunterricht anmaulen lassen von der Lehrerin, daß er ein Hungerhaken sei. Nenn’ es Fluch oder ‘ungünstige Gene’, doch ist es nunmal so, daß wir reinhauen können, wie die Scheunendrescher, aber so richtig legt keiner zu. Keine Magersucht oder Modlambitionen oder sonstige Essstörungen.
Diese ‘kleine Besonderheit’ meiner Sippe wird leider von der h4-Gesetzgebung ignoriert. Daß ich deswegen auf einen Teil meiner Nahrung verzichte, damit mein Sohn einen Teller mehr haben kann, gilt unter Eltern sicherlich als normal. Deswegen nocheinmal: Von <=4?/Tag kann man sich nicht adäquat ernähren. Wer etwas anderes behauptet, lügt oder behauptet es nicht für seinen eigenen Teller.
Und fremde Portionen zu bestimmen, scheint deutscher Volkssport zu sein, wird doch gerade der Griechen Lebenstil als unziemlich gebasht. "Nur 20% Einkommensteuer…" meckerten sie letztens in den Nachrichten. Dabei ist das doch genau das, was die FDP für unsere Eliten will.
So widersprüchlich sind die Mosaiksteinchen. Das Gesamtbild kann nur im nicht-euklidischen Raum betrachtet werden ;-)
@degnaphta
Ich denke oft, dass unsere Weltgestaltung von aussen betrachtet, einfach nur absurd, geradezu im Pisperschen Sinne Eunuchenhaft ist – sie wissen, wie es geht.
Die völlige Perversion des Kapitalismus ist auch gut daran erkennbar, dass z.B. Leute wie Du, mit Potentialen, diese nicht entfalten können.
Von unseren Sektenführen wird immer gerne behauptet, dass der Kapitalismus und die “Märkte” (mittlerweile ein ähnliches Schimpfwort wie “Reform”) die Gesellschaft und Technik entwickeln. Ich bin mittlerweile zur Überzeugung gelangt, dass sich Gesellschaften und Innovationen trotz der Geißeln Kapitalismus und “Märkte” entwickeln können.
@ Schwitzig
Mein vorhandenes Potential ist erst durch die h4-Kacke in die Tonne gestampft worden. Vorher hatte ich die Möglichkeit, mit Segen und Unterstützung des Arbeitsamtes in genügend gesunden Phasen meiner Schaffenskraft kurzzeitig am Erwerbsleben teilzunehmen. Also wenn ich mich fit genug fühlte und sich die Gelegenheit bot, konnte ich mich für eine Woche oder günstigenfalls auch etwas länger abmelden, um dann an irgendeinem Projekt als Berater (Unkenrufer) teilzunehmen. Danach mußte ich meist erstmal längere Zeit zurück aufs Sofa. Es bestand jedoch kein Termindruck, sodaß es eigentlich aus meiner Sicht wirklich geschmeidig lief. Meine auftraggeber schätzen meine Aufrichtigkeit, die dem Tatbestand geschuldet ist, daß ich keinerlei Grund hatte, käuflich zu sein. In Phasen der häuslichen Regeneration war ich per Telefon dennoch erreichbar für etwaige Fragen. Das machte ich auch immer gerne für lau, zahlte die Gemeinschaft ja bereitwillig für mich und meine Lieben. Außerdem genoß ich das Gefühl der Wichtigkeit, weil man meinen Rat einholte.
Das war schlagartig vorbei, als dieser h4-Dreck einsetzte. Nix mit mal kurz abmelden. Durch die recht hohen Vergütungen (verglichen mit den Zuverdienstregeln) entstand ein bürokratisches Chaos, da die h4-Regeln mich sofort aus den laufenden Bezügen schmiß. doch so hoch und vor allem so dauerhaft waren meine Zuverdienste allerdings keineswegs, als daß ich gänzlich darauf hätte setzen können. Gleichzeitig kam die zusätzliche Belastung des Alleinerziehens hinzu, wozu ich anmerken muß, daß ich vermutlich nicht einmal als völlig Gesunder dieser Belastung adäquat hätte standhalten können. Wie soll man gleichzeitig einen Vollerwerb erfüllen und dabei auch noch Kind und Kegel angemessen beregeln? Ich sehe das als Unmöglichkeit. Entweder leidet der Beruf erheblich oder aber die lieben Kinder. Wie sich das mit dem grundgesetzlich verankerten Schutz der Familie unter einen Hut bringen läßt, ist mir bis heute nicht klar.
Da ich mich bei den ‘Arge-Kapos’ bis in alle ebenen vehemnt beschwerte, bin ich dort auf so viel Widerstand gestoßen, daß ich bereits mehrfach aus dem Leistungsbezug gekickt wurde. Zustände wie in einem echten Unrechtsstaat, denn begleitet wird der ganze Kampf gegen mich von Sprüchen wie “leider sind uns die Hände gebunden…” oder “es ist alles rechtsstaatlich hier…” Ich benenne diese Schreibtischtäter dann immer als Apparatschiks und Betonköpfe, was die Lage auch nicht entspannt. würde ich jedoch in den duckmäuser-Modus wechseln, ließen sie mich auch verhungern, hätten dabei allerdings ihre Ruhe. Das gefällt mir dann auch nicht. Immerhin steht auf dem friesischen Wappen “Lieber tot als Sklave!” undn irgendwie muß das ja mit Leben gefüllt werden.
Doch ist der wirklich bittere Punkt, daß bei diesem ungleichen geradezu donquischotischen Windmühlenkampf auch meine Kinder als ‘Kollateralschäden’ in Mitleidenschaft geraten. Ultrapervers :-(
Deswegen regen mich solche Sprüche wie “hier in D muß niemand hungern..” oder “woanders geht es den Leuten viel dreckiger…”, wie sie beispielsweise das mit sich selbst multiplizierte Alpha da rumpluckert, richtig auf. Da habe ich gar keinen Humor für übrig.
Ich gehe davon aus, dass diese Goldkaufwoge eine typische Spekulationsblase ist.
Einige Anleger entschlossen sich, Gold in großen Mengen einzukaufen. Dies führte dazu, dass die Erwartungen an den Goldpreis stiegen und der Bedarf an Gold weiter stieg. Einige Spekulanten tragen das Goldbedürfniss nach aussen und können dabei auch noch Gold unter Wert kaufen: indem sie private Goldbesitze aufkaufen. Es wird wohl ein Teil der Strategie der “großen Fische” sein, diese Idee verbeitet zu haben um den Hype zu steigern.
Irgendwann werden dann die ersten Spekulanten vom Goldzug abspringen. Dadurch sinkt der Goldpreis und panikartig springen die anderen Spekulanten ab. Der gutgläubige Mensch, der seine 1000? Erspartes vor der Inflation schützen wollte, wird dann wohl unter den Verlierern sein.
Deswegen ist es m.E. weise, sich als Laie aus diesem zwielichtigem Milieu herauszuhalten und sein Geld entweder konservativ zu sparen oder auszugeben.
Von ihrer Wirkungsweise dürfte das sicherlich zutreffen.
Die Entstehung allerdings sehe ich als vorsätzlich gezündete Nebelkerze. Vor etlichen Monaten fiel mir mal ein Propagandafeldzug bei CNN ins auge. dort wurde den ganzen Tag über einen ‘gold rush’ berichtet, der mit Sicherheit als Ideengeber für Unbedarfte wirksam gewesen ist.
Daß jetzt sowohl in der TV-Werbung als auch, wie der SF schreibt, in den Innenstädten hierzulande so ein Goldgehampel veranstaltet wird, halte ich für geradezu lächerlich. Durch den Artikel hier fühle ich mich durchaus in der Ansicht bestätigt.
ups
Eigentlich wollte ich ja nicht mehr antworten, da mich die m.E. besserwisserisch vorgebrachten und dennoch ziemlich falschen Aussagen von Copoka erheblichst aufgeregt/genervt hatten.
Aber ich muss zum einen etwas klarstellen:
1.
Es hat sich ein Flüchtigkeitsfehler (Ich habe wohl versucht, zu viele Sachen auf einmal zu machen) eingeschlichen:
M3 natürlich nicht im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt, sondern in der Jahresrate betrachtet:
November M3: -0,3%
Dezember M3: -0,3%
Januar M3: +0,1%
Februar M3: -0,4%
2.
Es mag verwundern, warum ich die relative Differenz zur Vorperiode von M1 aufführte.
Ich wollte auf eine Bedeutung hinaus, den ich den 3 Monaten Dezember, Januar und Februar zugeschrieben hatte. Hat was damit zu tun, dass ich diese Monate aufgrund der saisonalen Konjunkturtendenzen für sehr aussagekräftig gehalten hatte – wenn man die relative Differenz zur Vorperiode betrachtet. Ich muss mir das aber nochmals überlegen und durchrechnen.
Kurz überissen: Es ist sehr selten, dass gerade diese Monate alle negativ sind (was durch die Saisonalen Schwankungen der EWU-Volkswirtschaft bedingt ist). Das letzte Mal waren sie 1991/92 negativ.
1990- Wirtschaftswachstum: 5,3%
1991- Wirtschaftswachstum: 5,1%
1992-Wirtschaftwachstum: 2,2%
1993-Wirtschaftswachstum: -0,8%
Diesen Monaten billigte ich übrigens nur im Kontext des europäischen Währungsraums diese Aussagekraft zu. In Volkswirtschaften mit ganz anderen saisonalen Tendenzen gelten anderen Charakteristika.
Wobei ich gerade ein wenig enttäuscht von meinen Überlegungen über die Signifikanz dieser Monate bin.
So jetzt zu copoka:
Bist Du der Ansicht, dass es keinen (kaum einen) Technisch/Naturwissenschaftlicher Studierten gäbe, der aus seinem Studium Vorteile ziehen könnte, wenn er mit Formeln wie folgenden (oder komplexeren) hantieren müsste?
Zum Beispiel dem Okunsches Gesetz.
oder dieser:
Y = A K^alpha L^(1-alpha)
bzw: K^alpha L^(1-alpha) kappa^eta
(Cobb-Douglas-Funktion)
eta: Intensität der Abhängigkeit der totalen Faktorproduktivtät vom Wissenskapitalsstock
kappa: Wissenskapitalstock
Y:Produktionsmenge
L: Arbeitseinsatz
K: Kapitalstock
Oder wenn er mit einem Bootstrapping-Verfahren konfrontiert wäre?
Oder wenn er den Hodrick-Prescott-Filter anwenden müsste?
Oder die Methode der kleinsten Quadrate?
Die Mehrzahl des gerade Aufgeführten verwendet das IAB übrigens bei ihren Berechnungen. ;-)
Schau: Ich habe nie behauptet, dass ich die Zahlen (alle) berechnet habe. Bei vielen fehlen mir Daten: Ich weiß zum Beispiel nicht, wie viele sozialversicherungspflichtigen Stellen bei den Leuten enthalten waren, die aus dem Erwerbspersonenpotential rausgefallen sind usw..
Mir fehlt auch ganz ehrlich die Zeit dazu. So was ist ein Hobby für mich. Ein interessantes Hobby, aber dennoch nur ein Hobby.
Zur Frage, ob Fachmann oder was sonst?
Ich denke, dass ich die Volkswirtschaft an sich betreffend viel eher ein Fachmann bin (mehr weiß) als Herr Lieb .
Bei Herrn Flassbeck schaut es anderes aus. Er wird sicher in (fast) allen volkswirtschaftlichen Gebieten viel mehr wissen (eher ein Fachmann sein) als ich.
Eines hat mich dann doch sehr verwundert.
Meiner Ansicht nach sagt das ein Dozent mal gerne, wenn er in einer launigen Stimmung zum Beispiel das Wirken von Jean Poiseuille erläutert. Stimmen tut es nicht, wenn es überhaupt je mal gestimmt haben sollte.
Ich denke, dass viele Universitäten vor allem Methodenkompetenz vermitteln wollen, weil sie wissen, dass ihre Absolventen später viele Bereich beherrschen müssen.
Es gibt einige Ingenieure, Mathematiker usw, die in der Finanzbranche arbeiten und die trotzdem größtenteils jederzeit wieder in “technischeren” Berufen anfangen könnten.
Betrachtet man z.B. Siemens und bedenkt, was Siemens früher alles an Hardware selbst hergestellt hat und jetzt fertig zukauft, weiß man, dass viele der Siemensingenieure in der Lage sind/waren, in technischen Fragen ein doch nicht unerhebliches Maß an Universalität zu erreichen.
Ähnliches gilt für viele grosse deutsche Metall und Elektro-Konzerne.
@Copoka
Und das bleibt Unsinn. Und zwar Grosser.
Wie kommst Du auf sowas?
Ist völliger Quatsch. Wenn die Kreditbanken sich von der EZB Geld leihen, zählt das natürlich nicht zu M3.
Wann sind die Schrottpapiere vor allem aufgetaucht?
Mit was spekulieren Banken? Nur zu geringen Teil mit dem zu M3 gehörenden Kundeneinlagen.
Sondern mit selbst geschöpften Geld/Geldschaum/Kunstgeld.
Nur etwa 10 % der weltweiten Liquidität fallen auf die Geldmengenaggregate M1 bis M3.
http://www.jjahnke.net/index_files/03812.gif (Tolle Grafik des Herrn Jahnke)
Aber dennoch großspurig daher reden:
Ja ja. Siehe Grafik.
Ne, tut Herr Flassbeck eben nicht. Dahinter steckt ein ernster Hintergrund.
Herr Lieb hat damit nicht viel zu tun.
Ja ja, das sagt ihr bester Freund und Kenner. Leider ist das nicht Teil von derart Prophetie, sondern ernst gemeint.
Da kennt sich einer aus.
Jeder Wirtschaftswissenschaftler weiß von der Bedeutung der Geldmengen. Auch ein Nicht-Monetarist beobachtet ihre Entwicklung.
Ja ja.
Die wahre Inflation kann man genauso ermitteln wie man das Bip oder die Geldmengenveränderung bestimmen kann.
Schau mal nach, was Empirie bedeutet.
Ja ja.
Jetzt sag bloss, dass Du studierter Mathematiker bist. Darf man fragen, welche Universität?
Nachtrag:
Ich glaube, dass meine Überlegungen über die Signifikanz -unter Betrachtung der relativen Differenz zur Vorperiode von M1- dieser Monate gar nicht mal so schlecht sein könnten.
@Griabiger Batzi #136:
Erst mal was Persönliches ;-)
Wenn sich jemand so über mich aufregt, dann gibt es für mich zwei Möglichkeiten:
- entweder habe ich totalen Schwachsinn geschrieben -> dann halte ich lieber meinen Mund
- oder der andere will Streit vom Zaun brechen -> dann halte ich auch lieber meinen Mund
In beiden Fällen ist die Diskussion abgewürgt.
Wäre echt schade. Du hast imo Einiges zu bieten :-)
Zur Sache:
So weit ich mit meinen Hausmann-Kenntnissen verstanden habe, sind Derivate i.W. Termingeschäfte, um sich gegen zukünftige Preisschwankungen eines Basiswertes abzusichern. Meines Wissens geben verantwortungsvolle Banken solche Papiere nur so heraus, daß in der Bilanz die Kosten für “Wetten” auf Preisanstieg genau durch die die Kosten für “Wetten” auf Preisverfall ausgeglichen werden. Wenn keiner der Beteiligten ausfällt, ist das ein Supergeschäft für die Bank.
In der aktuellen systemischen Krise sind aber viele der Derivat-Kunden pleite gegangen (daraus folgte u.a. die Abschreibung von Schrottpapieren). Damit fallen “Sicherheiten” aus und die Bilanz kommt in Schieflage. Trotzdem werden eine Menge der ehemals ausgehandelten Derivate erst nach und nach fällig – entsprechend zittern die Banken. Wenn nun Zahltag ist, fließt echtes Geld – und das ist M3 relevant.
So ungefähr stelle ich mir das vor. Vielleicht kannst du kurz was dazu sagen.
Darf ich das ganze mit ein bisschen Leben füllen?
Ein amerikanische Bank finanziert über Kredite den Hausbau von amerikanischen Bürgern. Irgendwann bekommt sie Angst/ist clever genug, und gibt das Kreditrisiko über CDS an andere Banken ab. Die Papiere machen ihre Runde bis sie an deutsche Landesbanken geraten. Dort bleiben sie bis zum bitteren Ende.
Irgendwann kann der amerikanische Häuslebauer seinen Kredit nicht mehr bedienen (Vielleicht schloss die Bank noch irgendwelche Wetten auf eine Wertsteigerung des Hauses ab und versucht so das Kreditrisiko abzusichern. Was im Endeffekt natürlich noch ein grösseres Risiko war. Dieses konnte sie aber mittels Derivatgeschäfte hervorragend an andere Banken weitergeben.)
Mitte 2007 können die ersten Häuslebauer nicht mehr bezahlen.
Ich kann irgendwie nicht ganz nachvollziehen, warum da fast 3 Jahre vergehen, bis die Folgen des nicht mehr zahlenden Häuslebauer zur deutschen Landesbank durchstossen sollte.
Meines Wissens kamen die Folgen beim Implodieren dieses Gebilde (fast) unmittelbar auf die deutsche Banken zu.
Auch die Folgen der in den Keller fallenden Immobilienpreise wirkten sich (fast) unmittelbar aus.
Warum also die fast 3 Jahre Verzögerung?
Desweiteren verstehe ich nicht, wo da eine für M3 relevante Geldmenge in Spiel kommen sollte.
Vielleicht kannst Du mir das erklären?
Den Satz verstehe ich schon von der Bedeutung nicht .
Eine deutsche Bank will mit Kaffee spekulieren und braucht in einem Monat eine Tonne Kaffee, da sie diese an einem Röster weitervermitteln möchte. Kaffee der erst in 3 Monaten geerntet wird. Die deutsche Bank hat Angst, dass sie jetzt 1 tonne Kaffee für 100 Euro kauft, aber die Tonne Kaffee in einem Monat nur 70 Euro wert sein wird. Gleichsam hat die deutsche Bank Angst , dass wenn sie den Kaffee erst in einem Monat kaufen will, plötzlich für die eine Tonne Kaffee 150 Euro hinblättern müsste.
Jetzt beschließt die Bank das Risiko zu mindern und handelt mit einer anderen, peruanischen Bank aus, dass sie von der peruanischen Bank in einem Monat eine Tonne Kaffee zum Wert von 100 Euro kaufen wird.
Sprich das Risiko für die deutsche bank ist von Monat 3 auf Monat 2 weg, sie kriegt ihre Tonne kaffee in einem Monat für 100 Euro.
Die peruanische Bank ist clever. Sie weiß mit ziemlicher Sicherheit, dass der Kaffeepreis für eine Tonne in einem Monat auf 70 Euro fallen wird, um dann die nächsten 4 Jahre auf 65 Euro zu verharren.
Jetzt hat sie aber mit einigen peruanischen Kaffee-Bauern einen Vertrag abgeschlossen, dass sie zur Ernte in 3 Monaten eine 1 Kaffee für 85 Euro abnehmen wird. Wartete sie jetzt, dass der Kaffeepreis wieder über die 100 Euro springen würde, wäre der Kaffee längst vergammelt. Sprich: Sie tut gut daran, den Kaffee in einem Monat für 100 Euro zu verkaufen.
Kannst du mir jetzt anhand deines Satzes erklären, welche Bank, die Kosten für ?Wetten? auf Preisanstieg genau durch die die Kosten für ?Wetten? auf Preisverfall ausgleicht.
Die Banken wollen doch mit ihren Kaffee Gewinn machen und ihn nicht zum Selbstkostenpreis umherhandeln (Kosten für Preisanstieg = Kosten für Preisverfall)
———————————————-
Diesen Satz muss ich konkretisieren.
Ich weiß, dass ein Mitarbeiter des IAB in einer -mittlerweile veröffentlichten- Arbeit mit dem Bootstrapping-Verfahren, dem Hodrick-Prescott-Filter und Methode der kleinsten Quadrate gearbeitet hat.
Ich denke mir jedoch (gehe davon aus), dass auch die anderen Mitarbeiter bisweilen damit arbeiten.
Ach, bevor ich es vergesse:
Manchmal spielt einem der Zufall wirklich sowas von in die Hände. :-)
http://www.flassbeck.de/pdf/2010/april%202010/Das%20Schweigen.pdf
Mich regt so ein Müll echt tierisch auf.
Machen sich die Beiden (ja vor allem Herr Lieb, der als Jurist bestimmt mehr als Herr Flassbeck über das Thema weiß) wieder lustig?
Herr Flassbeck haut am laufenden Band Scherzpapiere/sarkastische Arbeiten raus?
Wenn er schon in Deutschland nicht die Beachtung findet, die ihm zusteht, dann versucht er sich wenigstens als Scherze-Reisser, oder was?
Herr Lieb will beweisen, dass er der grössere Witzbold von Beiden ist und macht mit?
Mann!
Schau, mich stören nicht die Behauptungen/ oder die Fehler in den Behauptungen. Kein bißchen.
Ich habe in meinem Leben sicher mehr Unsinn verzapft als Copoka.
Mich stört die Selbstverliebtheit und das besserwisserische Getue mit denen die Behauptungen vorgetragen wurden.
Wow, er hat ein Hochschulstudium abgeschlossen und auf spiegelfechter.com gibt es vielleicht den ein oder anderen, der dies nicht hat.
Wow, da ist man auf spiegelfechter.com schon mal was Besonderes, oder sehe ich das falsch?
Allein:
Wieviele Leute schließen ein Hochschulstudium ab?
40% 30% 20%
Wow, da ist man ja wirklich ganz was Besonderes.
Wie gut kennst Du Herrn Lieb und Herrn Flassbeck?
Sind das deine beiden engsten Freunde mit denen Du Dich 2 mal pro Woche über die Gesamtsituation der BRD austauschst?
Ja natürlich.
Kennst Du Herrn Flassbeck so gut?
Heisst das, weil Herr Flasseck kein Monetarist sei, dass er einfach alles was mit Monetarismus zusammenhängt, ablehnte?
Hat er Dir das beim gemeinsamen Skiurlaub erzählt?
Ich habe am Anfang echt gerätselt, wer dieser Copoka denn sein könnte. Behauptet zwar m.E recht einen Unsinn, aber er kennt scheinbar Herrn Flassbeck und Herrn Lieb sehr gut.
sicher. Klingt immer gut.
“Der von mir *Hüstel* sehr geschätzte Barack Obama, Präsident der Vereinigten Staaten, meint zu diesem Thema *hüstel*….”
PS: Du kannst mich natürlich auch aufklären und darlegen, wie Herr Flassbeck seine 2 Papiere denn gemeint hat.
Das kannst Du aber nur, wenn er Dir -als seinem sehr engen Freund- dargelegt hat, wie diese 2 Papiere zu verstehen seien.
@Griabiger Batzi #140:
Was meine ich damit *kratz*:
Ein Kunde A kommt zu mir und will sich gegen eine Preissteigerung p auf irgendeinen Rohstoff am Termin t absichern. Ich sag ich schau mal was ich tun kann. Dann seh ich in meiner Kartei nach, was ich sonst noch so für Anfragen in der Richtung habe, und siehe da: Da ist ein anderer Kunde B, der denselben Rohstoff zum selben Termin t, aber in die Gegenrichtung (Preisverfall), also -p absichern will. Ich kann also das Risiko, daß ich bei Kunde A habe, gegenrechnen mit dem Risiko von Kunde B. Ich trage also kein Risiko, und gebe daher beiden Kunden das OK. Dafür kann ich dann Gebühren einstreichen.
Nun gibt ist es wohl eher selten, daß zwei Kunden so zusammenpassen. Mit ein bißchen Mathe kann man das aber wunderbar ausrechnen und in die Waage bringen, sodaß unterm Strich nahezu kein Risiko für mich verbleibt. Die Risiko- (nicht Kosten-) Bilanz ist ausgeglichen.
Das geht solange gut, bis einer von beiden Kunden pleite geht. Dann muß ich nämlich selbst für die Kosten aufkommen, die ev. entstehen.
Natürlich ist wohl der größte Teil an Schrottpapieren bereits abgeschrieben. Jedoch sind viele Derivate noch nicht fällig, für die aber Sicherheiten schon weggebrochen sind. Diese Papiere stehen jetzt nackig da und es ist eine Frage der Marktentwicklung, für wieviel letztendlich die Banken gradestehen müssen. Ich denke da z.B. an USA-Gewerbe-Immobilien.
Meinerseits verstehe ich dein Kaffee-Beispiel nicht ganz. Da reden wir wohl aneinander vorbei. Ich muß jetzt leider weg, denk aber nochmal drüber nach :-)
PS: zu #141: Liest sich gut, deine Rage ;-) Jedoch: So schlimm ist der COPOKA i.A. nicht. Bilde mal nen langfristigen gleitenden Durchschnitt über seine Kommentare. Dann ist der imo schon ganz ok.
Ok, jetzt weiß ich, was Du meinst.
Es erklärt aber nicht, warum das jetzt ein Absinken von m3 zu Folge haben könnte.
In wie vielen Fällen glaubst Du, dass der besichernd wollende Kunde eine Nichtbank ist, sodass man über die Repogeschäfte das Ganze vielleicht noch zu M3 zählen könnte (was in der Mehrzahl auch nicht möglich ist)?
Sorry, unaufmerksam gewesen: CDO – verpackt und neu portioniert mit Hilfe von CDS.
Mache damit was immer Du möchtest und nerv die Leute nicht mit doofen Anti-Gold-Artikeln. Ich konnte im gesamten Text inklusive Leserkommentaren keine hieb- und stichfesten Argumente finden, nur Papageien-Nachgeplapper von Mainstream-Medien und Focus Money-Papiertigern.
Am Ende werden wir ja sehen, ob von den Papierschnipseln genug Werthaltiges übrig bleibt… Kommt auf den Zeithorizont an. ;-)) Einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Privileg Geld in Umlauf zu bringen kann ich weder seitens Regierung noch seitens Zentalbanken erkennen.
Ich denke, Ihr lasst Euch zu sehr von Schall und Rauch, von Meldungen und Inszenierungen vernebeln. Betrachtet doch mal nüchtern die Fundamentaldaten und Fakten… Könnt Ihr nicht sehen worauf das Ganze am Ende hinausläuft ?
Kommt bald eine Goldpanik?
Bereitet man eine Keulenbehandlung mit anschließender Streckfolter für die schwachen und zittrigen Hände vor?
Aus meiner Sicht könnte es mit dem Goldpreis nochmals rasant nach unten gehen.
Die Michel-Angst unterliegt erzeugten Irritationen.
Hier findet möglicherweise ein finaler Exzess vor einem Deflationsschock statt.