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    geschrieben am 13. November 2007 von Spiegelfechter

    Nachdem er sich auf dem Parteitag in Hamburg geopfert hat, um seinem Vorsitzenden Kurt Beck zur Profilierung zu verhelfen, tritt der Architekt der Agenda 2010 ab. Er wird wohl als Abwickler der alten Tante SPD in die Geschichtsbücher eingehen – den Job des Nachlassverwalters überlässt er seinen Genossen.

    Es ist unfair Politiker an den Wahlversprechen zu messen
    Franz Müntefering

    Update: Einen vortrefflichen Nachruf auf Herrn Müntefering hat Chris von F!XMBR geschrieben – er hat deutlich mehr Worte gefunden, als ich.

    Jens Berger

    Bildnachweis: Spiegelfechter

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    42 Kommentare:

    1. Jörg Friedrich schrieb am 13. November 2007 at 14:18 - Permalink

      Sehr schön gemacht, die Karikatur-Montage.

    2. Schwitzig schrieb am 13. November 2007 at 15:31 - Permalink

      Danke :-) – wobei ein Großteil der Leser/Sichter mit INSM wohl nicht wirklich etwas anfangen können.
      Geht es eigentlich nur mir so oder stößt andere hier das Niveau dieser Schmierenkomödie ab? Ich finde, dass die sich diesmal noch nicht einmal richtig um Glaubwürdigkeit bemüht haben, genau so wenig wie bei den “zufällig” verschwundenen Daten der Bundeswehr. Nach denen jetzt übrigens kein Hahn mehr kräht, zumal Steinmeier jetzt Vizekanzler wird – das ist wohl aus dem Knast zu schwer zu bewerkstelligen.

    3. Morla schrieb am 13. November 2007 at 15:44 - Permalink

      Sehr schön, danke! Mehr ist dazu wohl auch nicht nötig zu sagen. Einer pfeift und die andere Pfeife geht.

    4. hoho schrieb am 13. November 2007 at 16:17 - Permalink

      @SF

      schöne zusammenfassung!

      @schwitzig

      …wobei ein Großteil der Leser/Sichter mit INSM wohl nicht wirklich etwas anfangen können…

      na,na, mal nicht so hochnäsig. wer sich hier rumdrückt kann i.d.r. mit INSM auch was anfangen und im zweifel wird man/frau unter ungefähr 457.000 hits bei google schon was passendes finden.

    5. Spiegelfechter schrieb am 13. November 2007 at 17:14 - Permalink

      Und die Kommentatoren überschlagen sich gegenseitig mit belanglosen Interpretationen. Das einzige was für die Mehrheitsozialisten zählen dürfte ist, dass sie mit Müntefering einen der Hauptverantwortlichen für die Agenda 2010 aus der Sichtlinie bugsiert haben. So können sie “glaubhafter” ihren neuen Protestkurs fahren – zumindest meinen sie das anscheinend. Ein Schmierentheater hoch zehn, Politik goes Entertainment, Deutschland such die Supersoze … was macht eigentlich Siggi-Pop?

    6. Nülls schrieb am 13. November 2007 at 17:55 - Permalink

      INSM hat bei mir erstmal die Assoziation “Im Namen seiner Majestät” ausgelöst. Komisch irgendwie.

    7. Spiegelfechter schrieb am 13. November 2007 at 18:16 - Permalink

      @Nülls

      Wie wär´s mit: “Im Namen (des) Schnöden Mammons”? ;-)

    8. otti schrieb am 13. November 2007 at 19:02 - Permalink

      Das Zitat Münteferings beschreibt die gesamte Politik.
      Das Schicksal, das ihn als Funktionär und Technokraten nun im persönlichen Bereich ereilt hat, gibt im unfreiwillig Gelegenheit, wieder Mensch zu sein – oder zu werden.

    9. pittiplatschprotestiert schrieb am 13. November 2007 at 19:21 - Permalink

      Mein Gott, jetzt wird Scholz Nachfolger von Müntefering.

      äääh…Scholz war sogar zu d****** den SPD-Generalsekretärs zu mimen,
      so dass man darauf sogar einem wie Hubertus Heil den Posten gegeben hat.

    10. Spiegelfechter schrieb am 13. November 2007 at 20:32 - Permalink

      Update: Einen vortrefflichen Nachruf auf Herrn Müntefering hat Chris von F!XMBR geschrieben – er hat deutlich mehr Worte gefunden, als ich.

    11. Chris schrieb am 13. November 2007 at 20:56 - Permalink

      Danke fürs Kompliment. :)

      Ich hab jetzt seit ein paar Stunden Fernsehen an – ich will schon fast anfangen zu singen, “Hurra, ich bin verblödet”. Das geht alles gar nicht. Bei Mutter Theresa gab es weniger Sondersendungen und Respektbekundungen. ;-)

    12. Spiegelfechter schrieb am 13. November 2007 at 21:08 - Permalink

      @Chris

      dazu fällt mir “spontan” folgendes Zitat ein:

      “Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es.”
      John Swinton, Redaktionsleiter der NY-Times (1880)

    13. Chris schrieb am 13. November 2007 at 21:13 - Permalink

      Das spiegelt perfekt die letzten Jahre wieder…

    14. Nülls schrieb am 13. November 2007 at 23:06 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Ja, auch nicht schlecht *g*

    15. Andreas Skowronek schrieb am 14. November 2007 at 08:37 - Permalink

      Danke für das Swinton-Zitat. Der Mann hat Weitsicht bewiesen.

    16. chaolan schrieb am 14. November 2007 at 10:13 - Permalink

      Moin,
      ich finde ihr seid alle ganz schön gemein. Habt ihr ihm denn nicht schon genug damit angetan,dass ihr ihn und die SPD anhand von Wahlversprechen gemessen habt? Nun auch noch solche Zeilen…..,ihr seid echt unfair,….ich bin tief traurig….! :-)

    17. Martin schrieb am 14. November 2007 at 14:49 - Permalink

      Wie hat es der Unsympath und Verkörperer aller Anti-Politiker Clichés Kurt Beck eigentlich geschafft derartige Gefolgschaft zu erringen ?
      Kanzlerkandidat ?

      Mit seinem Verbleib in der Heimat ja nun vorerst nicht mehr… aber wer weiß.

      Ich fand es sehr treffend dass sich Michael Herbig auf die Frage warum der Yeti in seinem Film Kurt Beck ähneln würde umgehend entschuldigte!

      Beim Yeti.

      Machs jut Münte, war nicht alles schlecht!

      ;o)

    18. dante schrieb am 14. November 2007 at 17:50 - Permalink

      Genau! – Als aufrechter SPD-ler sage ich zu Müntefering:
      Es war nicht alles schlecht unter Deiner Ägide:
      - Wir haben die Autobahnen gebaut, ah: Agenda 2010 gemacht.
      - Wir haben für den Überwachungsstaat gestimmt, äh: wir haben für mehr Sicherheit für deutsche Staatsbürger gesorgt, die nichts zu verbergen haben.
      - Wir haben die deutsche Wirtschaft auf Vordermann gebracht, äh: wir haben den Bonzen noch mehr Geld in den Arsch geschoben.
      - Wir haben auf die Wirtschaftsweisen gehört, äh wir haben uns für zukünftige Posten verkauft.

      Jetzt wollen wir SPD-ler auch mal Gegenleistungen sehen!
      Wie? Keine Gegenleistungen, nur der eine oder andere. An Schily verdient Ihr richtig, aber die Geschichte mit der privaten Rentenversicherung habt Ihr längst eingetütet. Alles Verarsche — oder was?
      Ach so: bei PPP geht noch was? OK – sagt mir, was ich sagen soll.

    19. Forum schrieb am 16. November 2007 at 08:03 - Permalink

      Wunderbar montiert, auch wenn ich mit dem Inhalt so nicht einverstanden bin…

      Grüße aus Münster

    20. people in motion schrieb am 16. November 2007 at 20:42 - Permalink

      Müntefering war nicht nur Reformer, sondern stand auch für Gewerkschaftsinteressen und gegen Sozialabbau:

      - Festhalten am Kündigungsschutz
      - branchenbezogene Mindestlöhne
      - Große Koalition verabschiedet am Beginn ihrer Amtszeit ein Konjunkturprogramm (25 Milliarden), nicht gerade neoliberale Wirtschaftspolitik

      Alles Punkte, die eng mit seiner Person verbunden waren.

    21. Anonym schrieb am 17. November 2007 at 00:05 - Permalink

      Er hat einen guten Grund für seinen Rücktritt. Eigentlich kann man hier nichts kritisieren

    22. liberphil schrieb am 17. November 2007 at 09:10 - Permalink

      Auch wenn ich politisch nicht immer einer Meinung mit Herrn Münterfering war, so hat es mir doch immter wieder Freude bereitet seine energischen und ambitionierten Reden anzuhören.
      Er war wohl einer der wenigen Vollblutpolitiker, die im Bundestag sitzen.

      Mein Blog: http://www.liberphiler.wordpress.com

    23. Schwitzig schrieb am 17. November 2007 at 14:06 - Permalink

      @ 20 people in motion am 16. November 2007 um 20:42 – Permalink

      Hm – es scheint immer noch SPD-Kader zu geben, die einfach nicht einsehen, dass der SPD-Wahlkampf obsolet wurde, als die SPD zur CDU wurde.
      Erstaunlich.

    24. Annalisa schrieb am 17. November 2007 at 15:40 - Permalink

      Das Zitat: “Es ist unfair, einen Politiker an seinen Wahlversprechen zu messen.” ist schlicht falsch wiedergegeben.
      Der originale Wortlaut aus der FAZ: “Wir werden als Koalition an dem gemessen, was in Wahlkämpfen gesagt worden ist. Das ist unfair.”
      Der Bezug auf die Koalition in dem Zitat ist wesentlich – wenn keine Koalitionspartei bezüglich ihrer Wahlversprechen Kompromisse eingehen würde, würde das System der Koalition nicht funktionieren.
      Ein derart verzerrtes Zitat wiederzugeben ist populistisch.

    25. otti schrieb am 17. November 2007 at 20:26 - Permalink

      Wer nichts arbeitet, braucht auch nichts zu essen.

      Wen stört es da, wenn in Asozial-Teuschland dann ein Mitmensch verhungert (Speyer)?
      Wen stört es da, wenn in Neoliberal-Teuschland Kinderarmut stetig zunimmt?
      Wen stört es da, wenn HartzIV-Jugendliche sich in Überfluss-Teuschland nicht satt essen können?

      Wen stört es da, wenn solche Leute öffentlich von Gerechtigkeit schwadronieren und hinterrücks schamlos das Gegenteil tun?
      http://www.souebbes.de/muDrexler2006.pdf

      Armselig reiches Teuschland, wo Lug und Trug herrscht.

    26. salvo schrieb am 19. November 2007 at 09:47 - Permalink

      “Ein derart verzerrtes Zitat wiederzugeben ist populistisch”

      ich nehme niemand mehr ernst, der diesen Kampfbegriff verwendet

      ?Populismus? als Kampfbegriff ist die gegenseitige Verpflichtung der Gebildeten auf diese gemeinsame Distanz zum ?Volk?, ist die gegenseitige Verpflichtung innerhalb der politischen Klasse, in der Werbung um Anhängerschaft und Wahlstimmen die Grenzen der vorrangigen Solidarität innerhalb der Klasse nicht zu überschreiten.

      http://www.links-netz.de/K_texte/K_steinert_popshow.html

    27. allegro schrieb am 19. November 2007 at 10:01 - Permalink

      das “Swinton-Zitat” ist übrigens ein Hoax, zumal der Mann nie gelebt hat
      kann man übrigens auch and der für die NYT eher ungewöhnliche Wortwahl “Rasse” erkennen,
      u daran dass der Mansch angeblich bei der “liberaleren” der 2 grossen Zeitungen gearbeitet haben soll –
      noch mehr OT, aber interessanter : Aust verlässt den Spiegel, u Spiegel wechselt den Besitzer

    28. Jörg Friedrich schrieb am 19. November 2007 at 10:35 - Permalink

      @salvo: So, wie du den Begriff Populismus bestimmst, wird er aber im allgemeinen nicht benutzt. Man könnte es als populistisch bezeichnen, eine “gegenseitige Verpflichtung der Gebildeten auf diese gemeinsame Distanz zum ?Volk?” zu behaupten.

      Es ist übrigens nicht nur das Weglassen des Bezuges auf die Koalition, die den Inhalt dessen, was Müntefering da gesagt hat, verzerrt, sondern auch schon der Begriff “Wahlversprechen” – ein Begriff nicht der Politiker, sondern der Journalisten. In Deutschland machen nur die Politiker “Wahlversprechen” die sowieso keine Chance haben, in die Regierung zu kommen. Alle anderen sprechen über “Ziele” und “Schwerpunkte” weil sie wissen, dass sie immer in Koalitionen Kompromisse machen müssen.

    29. Spiegelfechter schrieb am 19. November 2007 at 10:46 - Permalink

      @allegro

      Das Zitat ist kein Hoax, obgleich es oft falsch bzw. im falschen Kontext angeführt wird. Es ist allerdings idT fraglich, ob das Zitat 1880 gefallen ist.

      The managing editor of the New York Times during the Civil War, John Swinton later became a crusading journalist in the movement for social and labor reform. Scottish_born, he learned typesetting in Canada before moving to the United States. During the trouble in Kansas he was active in the freesoil movement and headed the Lawrence Republican. Moving back to New York he wrote an occasional article for the Times and was hired on a regular basis in 1860 as head of the editorial staff. Afterward holding this position throughout the Civil War, he left the paper in 1870 and became active in the labor struggles of the day. He later served eight years in the same position on the New York Sun and published a weekly labor sheet, John Swinton’s Paper.

      Quelle

    30. salvo schrieb am 19. November 2007 at 11:13 - Permalink

      “Man könnte es als populistisch bezeichnen, eine ?gegenseitige Verpflichtung der Gebildeten auf diese gemeinsame Distanz zum ?Volk?? zu behaupten”

      du bezeichnest eine Definition des Kampfbegriffs ‘Populismus’ als populistisch?
      möglicherweise wolltest du aber nur die inhaltliche Richtigkeit der Begriffsbestimmung mit einem beispiel veranschaulichen

    31. Jörg Friedrich schrieb am 19. November 2007 at 12:02 - Permalink

      @Salvo: Das, wovon ich sage, dass man es (entsprechend des allgemeinen Sprachgebrauchs) als populistisch bezeichnen könnte, ist die Behauptung, dass es eine “gegenseitige Verpflichtung der Gebildeten auf diese gemeinsame Distanz zum ?Volk?? gibt. Selbst wenn es aber so eine “gegenseitige Verpflichtung” gäbe bliebe völlig unklar, wie das eine Begriffsbestimmung von “Populismus” sein könnte.

      Die “Gebildeten” sind übrigens auch Teil des Volkes, schon deshalb dürfte es ihnen schwerfallen, sich auf eine Distanz zum Volk zu verpflichten. Und es gibt sicherlich viele Gebildete, die Mittel des Populismus einsetzen, um Macht und Einfluss zu gewinnen, und die sich damit eher von den anderen “Gebildeten” zu distanzieren versuchen, wenigstens in den Augen der übrigen. Wie man es dreht und wendet – diese Begriffsbestimmung ist nicht praxistauglich.

    32. allegro schrieb am 19. November 2007 at 15:05 - Permalink

      @ SF 29 – ok, womöglich gab es wirklich einen Mensch diesen Namens der auch mal für die NYT geschrieben hat, die (Sekundär-, bzw Tertiär-) Quelle die die verlinkst überzeugt mich allerdings nicht 100% …. – will aber auf dem Thema nicht weiter rumreiten, (zumal es mit dem Thema nicht so viel zu tun hat, u an der Aussage des Zitats eh nichts ändert )

    33. der_rex schrieb am 22. November 2007 at 07:43 - Permalink

      Lange, lange habe ich suchen müssen nach der erneuten Verwendung der guten alten Karrikatur des Lotsen.
      Alle, alle haben sie sich verkniffen.
      Nun wurde ich doch fündig!
      Danke dafür!
      Ansonsten: tolle Site, schön viel Werbung. Werde nicht wiederkommen.
      Versprochen!


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