Wildwestzustände beim Versandhaus Quelle
geschrieben am 19. November 2007 von Spiegelfechter
„Es herrschen Wildwestzustände in Deutschland, und sie zahlen dort Hungerlöhne“ – diese Worte stammen vom dänischen Gewerkschafter Jens Peter Bostrup. Bereits seit längerer Zeit wird in Dänemark eine Debatte darüber geführt, inwieweit die deutsche Politik, die aus dem Standort Deutschland ein „brutales Billiglohn-Paradies” (Bostrup) macht, eine Bedrohung für das dänische Modell ist. Anders als in Deutschland gibt es hier eine geringe Einkommensspreizung und verhältnismäßig hohe Sozialleistungen.
Wie recht Bostrup doch hat, zeigt ein Beispiel von fataler Unternehmenspolitik aus dem Wilden Westen der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik – ein Beispiel von vielen. In den 80er Jahren errichtete das Versandhaus Quelle im dänischen Padborg – nur wenige Kilometer nördlich von Flensburg – ein Call-Center, um den deutschen Kunden auch am Sonntag Waren verkaufen zu können. In Deutschland war so etwas damals noch verboten. Die rund 500 Mitarbeiter in diesem Call-Center kommen zum überwiegenden Teil aus Deutschland und zählen aufgrund ihrer Qualifikation und langen Berufserfahrung zu den Angestellten des Konzerns, die besonders kundensensitive Aufgaben, wie Reklamationsannahme oder das Mahnwesen, wahrnehmen.
Damit ist ab dem 30.4.2008 allerdings Schluss – die Angestellten des Padborger Call-Centers sind dem Primondo-Konzern, zu dem Quelle gehört, zu teuer. Sie bekommen dort einen Stundenlohn von rund 9 Euro – das liegt zwar weit unter den Löhnen anderer dänischer Call-Center, die rund 14 Euro pro Stunde bezahlen, ist aber für deutsche Verhältnisse anscheinend zu hoch. Im Niedriglohn-Paradies Deutschland schafft es Quelle, seine Mitarbeiter für 6,50 Euro pro Stunde zu bezahlen. Die Call-Center wurden dafür in eine Tochtergesellschaft ausgelagert. Die Mitarbeiter aus „alten“ Call-Centern werden von Quelle entlassen und ihnen wird es freigestellt, sich an neuen „Modellstandorten“ zu bewerben. Dort wird freilich anstatt einer 38-Stunden Woche eine 42-Stunden Woche gefahren und die Bruttolöhne betragen 1.100 bis 1.450 Euro pro Monat.
Diese Löhne sind nach der europäischen Sozialcharta sittenwidrig, da sie unter dem Existenzminimum von 68% des Durchschnitteinkommens liegen. Aber was kümmert dies den Quelle-Konzern, der Steuerzahler greift den Niedriglöhnern ja im Bedarfsfall unter die Arme. So produziert Quelle fröhlich Hartz-IV Kosten, die der Steuerzahler erbringen muss und lässt sich dies von der Politik mit Subventionen vergolden – denn, die neuen „Modellstandorte“ sind natürlich in Deutschlands Osten. Die Quelle-Mitarbeiter in Berlin und Leipzig, „dürfen“ in der neuen schönen Quelle-Welt sogar vor Ort bleiben und müssen sich nur neu bewerben, um einen der neuen alten Jobs zu ergattern, die zwar rund 25% schlechter bezahlt sind, dafür aber dank der längeren Arbeitszeiten helfen, zu Hause die Heizkosten zu reduzieren, die bei den neuen Stundenlöhnen und der Raffgier der Versorger wohl bald sowieso nicht mehr bezahlt werden können. Die Mitarbeiter in den ausgegliederten Servicegesellschaften in Nürnberg/Fürth, dem Stammsitz des Quelle-Versands, dürfen derweil beweisen, wie flexibel sie sind – 2/3 von ihnen dürfen sich für einen der begehrten Arbeitsplätze an den neuen „Modellstandorten“ bewerben, bei einer 42-Stunden Woche bei voller Lohnhalbierung.
„Ich mache Ihnen ein Angebot, dass Sie nicht ablehnen können“, sagte Marlon Brando in „Der Pate“ – für Hunderte Arbeitslose in Deutschlands Osten wird es ähnlich klingen, wenn der „Fallmanager“ der Arbeitsagentur ihnen den schlecht bezahlten Job bei Quelle anbietet, den sie nicht ablehnen dürfen. Ob diese Mitarbeiter auch nur annährend so qualifiziert sein können, wie die entlassenen Telefondamen in Padborg, mag bezweifelt werden. Aber was interessiert ein Versandhaus in den schönen neuen globalisierten Zeiten auch die Kundschaft? Lange Warteschleifen und inkompetentes Call-Center Personal werden dann akzeptiert, wenn sie zur Regel geworden sind. Diese Praxis ist bei Internetprovidern und Telefongesellschaften im Privatkundengeschäft schon eingezogen. Die Leidensfähigkeit des Kunden scheint unendlich zu sein, ansonsten würden Konzerne wie Quelle noch nicht mal über eine solche Unternehmenspolitik nachdenken. Der Satz “Wir wollen die zufriedensten Kunden Europas”, der auf den Internetseiten des Quelle-Versands zu finden ist, klingt anlässlich der Firmenpolitik wie Hohn.
Die Argumente des Managements sind stets die gleiche alte Leier – Kostendruck, Konkurrenzdruck, Globalisierung. Freileich verschweigen die Verantwortlichen, dass sie zum Standort Deutschland kaum eine Alternative haben. Call-Center Mitarbeiter, die akzentfrei deutsch sprechen, sind rar und auch nicht wesentlich billiger, als deutsche Mitarbeiter. Aber warum auch ins Ausland gehen, wenn man in Deutschland Dumping-Löhne zahlen kann und damit durchkommt? Da die Politik weder willens noch fähig ist, an diesen Zuständen etwas zu ändern, liegt die vage Hoffnung, auf der Macht des Verbrauchers. Nur wenn ein signifikanter Anteil der Kunden solche Praktiken nicht mehr unterstützt und Unternehmen wie Quelle boykottiert, wird sich etwas ändern. Reden wir mit ihnen endlich in der einzigen Sprache, die sie verstehen.
Jens Berger
Kategorien: Deutschland Neoliberalismus Wirtschaft
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“Da die Politik weder willens noch fähig ist, an diesen Zuständen etwas zu ändern, liegt die vage Hoffnung, auf der Macht des Verbrauchers. Nur wenn ein signifikanter Anteil der Kunden solche Praktiken nicht mehr unterstützt und Unternehmen wie Quelle boykottiert, wird sich etwas ändern. Reden wir mit ihnen endlich in der einzigen Sprache, die sie verstehen.”
Da kann ich dir nur zustimmen, auch wenn ich nicht glaube, dass die Verbraucher aus moralischen Gründen wegbleiben, sondern wegen des automatisch schlechter werdenden Service. Um so weniger das Unternehmen bezahlt, um so schwerer wird es, halbwegs qualifizierte und geeignete Leute zu bekommen, die Nachfrage nach guten Callcenter-Mitarbeiter ist nämlich nicht klein. Und dass die Leute bei dem Gehalt dann auch nicht wirklich motiviert sind, schlecht gelaunte Kunden nachsichtig und freundlich zu behandeln, kann ihnen keiner verdenken.
Der Kunde will billigen Service. Den interessiert nicht was der arme Kerl am anderen Ende der Leitung bekommt. Traurig aber wahr…
@Kil und Jörg
Ich schätze, die Sache wird etwas komplexer, wenn ein Konkurrent alternativ handelt und dies auch in seine Marketingstrategie einbaut.
@Kil
Wenn es denn mal so wäre ;-)
Bei einem Katastrophenservice á la Freenet bezahlt am Ende der Kunde die Zeche. Alleine die lange Zeit in der Warteschleife und beim computergesteuerten Servicemenue kostet den Kunden bei einer kostenpflichtigen 01805-Nummer ein kleines Vermögen. Ich wäre definitiv bereit, für guten Service auch mehr zu bezahlen, die Strategie der Unternehmen führt allerdings oft dazu, für einen schlechteren Service mehr zu verlangen.
Ich kaufe am liebsten bei Aldi ein; wenn man sich noch vor Augen hält, dass die einer ungelernten Kraft mindestens 12 Euro die Stunde zahlen, dann wundert man sich nicht mehr: ein gut gelaunter, flinker motivierter Mitarbeiter ist halt doch was wert.
Wozu sollte man sich für so wenig Geld wie bei Quelle (und anderen) auf gut deutsch den Arsch aufreisen?
Teuschland – wo viele Menschen arm und wenige reich werden.
Der Begriff des Sozialschmarotzers müsste mal neu definiert werden, genau wie das widerwärtige Gehabe um die angebliche Teilhabe!
Teuschland – wo Ausbeutung Rendite bringt.
Ja, der Kunde will den billigen Service, weil er unter den gegebenen Umständen auf sein Geld schauen m u s s ! Und das Unternehmen will am Service selbstverständlich nochmals v e r d i e n e n.
Die Unwilligkeit der Politik besteht darin, angemessene Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu setzen. Mit Unfähigkeit hat das nichts zu tun, es rührt von einem menschenverachtenden Wirtschaftsverständnis her (neoliberaler Terror).
@7schläfer,
Ich fürchte nur, dass sich nach dem Tode der beiden schon recht alten Albrecht-Brüder die Firmenphilosophie ändert durch eine Generation eiskalter neoliberaler Erben. Bis zu diesem GAU bleibt Aldi aber auch unser Familienkaufhaus, da wir mit Service und Qualität sehr zufrieden sind.
Vielen Dank für den Artikel! Ich fürchte aber, daß ein Boykott und ein eventuelles (achtung: Metapher) Versiegen von Quelle dazu führt, daß irgendjemand auf die Idee kommt, daß ein solches Traditionsunternehmen gerettet werden muß, und Unsummen von Steuergeldern reinpumpt.
Ich hab mich immer gefragt, wie der Jens das alles mit einem nine-to-five-Job hinbekommt. Hat der überhaupt noch Zeit zum schlafen?
Wenn dann aber sechs Tage kein Beitrag kommt, dann werde ich schon etwas nervös. (Dachte schon mein Feedreader sei kaputt;-) . Das soll jetzt aber bitte nicht als Kritik verstanden werden. Im Gegenteil das ist jetzt einfach mal der Aufhänger, um mich bei Jens zu bedanken. Danke!
Damit ich hier nicht ganz OT gehe, nochmal zurück zum Thema: Ich hatte einen Bekannten, der ist in den 80ern mit seiner Familie nach Dänemark ausgewandert. Ich kenne zwar den genauen Hintergrund nicht, aber nach rund 10 Jahren sind sie zurück gekommen, weil´s finanziell nicht mehr ging. Also so doll scheint das dort auch nicht zu sein.
Ich weiß zwischenzeitlich wirklich nicht mehr, wo wir hier in Deutschland stehen. Meine Welt scheint hier irgendwie zweigeteilt. Wenn ich so die Blogs lese, dann wird mir Angst und Bange. Mit Deutschland scheint es ganz schön bergab zu gehen. Im real life jedoch erhalte ich einen ganz anderen Eindruck. Die Kaufhäuser sind voll. Jetzt wo es Richtung Weihnachten geht, bekommst du in den Shopping-Centern an den Wochenenden schon keinen Parkplatz mehr. Meine Bekannten schauen auch schon ganz schief, wenn ich alles so schwarz und negativ sehe.
Vielleicht lese ich einfach zuweit links? Kann mir vielleicht mal bitte jemand sagen, wo wir stehen ?
@8 / anon
mit Verlaub, aber das Schicksal *einer* Familie zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation Dänemarks heranzuziehen ist vielleicht doch ein wenig gewagt!
@anon
Das frage ich mich idT auch ;-)
Grundsätzlich strebe ich an, drei Artikel pro Woche zu verfassen. Manchmal klappt das allerdings nicht, da das Leben noch viele andere schöne Seiten hat ;-)
Danke für Deinen Dank ;-)
Da möchte ich doch mal den alten Brecht zitieren:
Denn die einen sind im Dunkeln
und die andern sind im Licht
und man siehet die im Lichte
die im Dunkeln sieht man nicht.
Natürlich gibt es mehr als genug Menschen, die genug Geld haben, zu konsumieren – es wäre ja auch eine Katastrophe, wenn dem nicht so wäre. Nur sind die Tendenzen leider eindeutig rückläufig. Bei einem Großteil der Bevölkerung steigt das Realeinkommen langsamer als die Inflation, bei einigen sinkt es erheblich (wie bei den Quelle-Telefonisten über die ich schrieb), bei andern steigt es erheblich. Generell betrachtet, hätte allerdings alle, die nicht an der Rendite solcher Unternehmen direkt beteiligt sind, einen Vorteil davon, wenn diese Entwicklung sozial gerechter wäre. Wir sind(!) ein reiches Land, nur teilt sich dieser Reichtum leider auf immer weniger Köpfe auf und der Anteil derer, die von Zugewinnen der Volkswirtschaft profitieren ist viel zu klein, der Anteil derer, die überproportionale Nachteile haben, ist indes viel zu groß. Das festzustellen, ist nicht „links“ – sondern entspricht Ludwig Erhards Idee der sozialen Markwirtschaft.
@anon: In der Tat ist die aktuelle Blogosphäre in Deutschland für das politische Spektrum sicher nicht repräsentativ. Das wäre einmal einen gesonderten Artikel wert. Aber es gibt auch nicht-linke Blogs. Das Problem ist sicher auch die Art der Vernetzung der Blogs, die meisten Blogger verlinken ja Blogs mit ähnlichen Ansichten und Themen (natürlich gibt es rühmliche Ausnahmen…) Aber grundsätzlich hängt das vermutlich auch damit zusammen, dass Leute, die mit dem System Alles in Allem ganz zufrieden sind und ihre Meinungen und Kritiken in den etablierten Medien finden, wenig Grund zum politischen Bloggen haben.
Guten Tag zusammen!
@ #5 otti
>> Teuschland – wo Ausbeutung Rendite bringt.
Nenne mir mal ein Land, wo sich das nicht grundsätzliche genauso verhält.
>> Ja, der Kunde will den billigen Service, weil er unter den
>> gegebenen Umständen auf sein Geld schauen m u s s !
Da gibt es sicher einge auf die dies zutrifft. ABER auch wohlhabende Menschen verhalten sich imho fast alle wie ein “Homo Oeconomicus”, d.h. sie kaufen immer beim (vorgeblich) billigsten Anbieter. Rahmenbedingungen, die einen selbst nicht direkt betreffen (wie hier die Dumpinglöhne im Call-Center), spielen dabei idR. keine Rolle.
>> Und das Unternehmen will am Service
>> selbstverständlich nochmals v e r d i e n e n.
Eine gewagte Behauptung. Sicherlich ist es aber so, dass (zumindest beim Beispiel Telekommunikation) der Service nicht mehr durch den Produktpreis quersubventioniert wird. Bei dem derzeitigen Preisverfall in einigen Telko-Bereichen kann das imho auch anderes gar nicht gehen.
>> Die Unwilligkeit der Politik besteht darin, angemessene
>> Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu setzen.
Da stimme ich prinzipiell zu. Da könnte mehr passieren, z.B. in sachen Mindestlohn.
>> Mit Unfähigkeit hat das nichts zu tun, es rührt von einem
>> menschenverachtenden Wirtschaftsverständnis her
>> (neoliberaler Terror).
Da stimme ich nicht zu.
Jens-Flens
PS: Dies ist mein erster Post hier, und ich möchte nicht versäumen, meinen Namensvetter zu diesem erstklassigen Blog zu gratulieren! In diesem Sinne: Weiter so!
@7schläfer
die aldi- mitarbeiter sind übrigens deshalb so flink, weil die scann-zeit vom ersten artikel bis zum öffnen der kasse gestoppt wird, am ende des tages aufsummiert wird und dann mit den anderen mitarbeitern verglichen wird…
und:
“Wehe, die Arbeitnehmer wollen sich organisieren. Im vergangenen Jahr versuchten Mitarbeiter einiger Münchner Filialen von Aldi Süd erstmals in der Firmengeschichte, einen Betriebsrat zu gründen. Der Plan scheiterte in letzter Minute. Zwar erschienen 50 von 54 Mitarbeitern wie geplant zur Betriebsversammlung, »aber vorher mussten alle zum Einzelgespräch beim Chef antanzen«, berichtet eine Betroffene. Plötzlich stimmten nur noch drei für die Ernennung eines Wahlvorstandes. Aldi Süd möchte sich zu einzelnen Vorwürfen nicht äußern. Die rund 1500 Filialen von Aldi Süd bleiben eine betriebsratsfreie Zone.”
Quelle: http://www.zeit.de/2005/47/Fiese_Arbeit-Alternative
@Jens-Flens:
ABER auch wohlhabende Menschen verhalten sich imho fast alle wie ein “Homo Oeconomicus” – Das ist ein veraltetes ökonomisches Modell, schau bitte z.B. hier:
http://e-collection.ethbib.ethz.ch/ecol-pool/incoll/incoll_591.pdf
@Jens-Flens
Das wiederum sehe ich ganz anders. Neben dem rein ökonomischen Kalkül, dass die Theorie des „Homo Oeconomicus“ betrachtet, unterstellt sie auch, dass dieser rational handelt und seinen eigenen Nutzen maximiert, wobei dieser nicht nur ökonomischer Natur sein muß. Nehmen wir mal den „Image-Effekt“. Wenn ich zwei Güter habe, von denen ich mir bei einem einen Zusatznutzen verspreche, so kann dieses auch teurer sein, wenn ich den Nutzen höher bewerte, als den Preisunterschied. „Image“ kann so ein Nutzen sein – egal ob, es hier um Markenartikel oder auch biologische Nahrungsmittel oder Kleidung aus dem Dritte Welt Laden geht. Wenn ich einen Nutzen erwarte, zahle ich auch mehr. Das kann einerseits daher rühren, dass ich über einen solchen Artikel ein Image transportieren will („seht her, der Mann denkt „altruistisch“, den finde ich toll“) oder mich selbst mit einem guten Gewissen belohne. Hier geht es um „Hedonistisches Kalkül“, dass keineswegs rational sein muß.
Andererseits gibt es noch den Pareto-Altruismus als Handlungsgrundlage. Wenn zwei Güter die gleichen Kosten und den (ansonsten) gleichen Nutzen haben, entscheidet man sich für das Gut, dass ein Wirtschaftssubjekt besser stellt, ohne ein anderes Subjekt schlechter zu stellen. Bieten also Anbieter ein Produkt zu ähnlichen Konditionen an, wählen (bei transparenten Informationen) viele Kunden das Produkt des ethisch sozialer agierenden Anbieters.
Gruß
Der Namensvetter
Was wäre eigentlich, mal ein Gedankenspiel, wenn sich die Mitarbeiter nicht auf die neuen Stellen bewerben und auch sonst keine Bewerbungen, also wenn solche Firmen allgemein keine Mitarbeiter bekommen würden???
Das wäre da mal eine interessante Betrachtung …
Wenn die Mitarbeiter solcher Firmen wegbleiben, fallen auch die Kunden weg (mangels Geld), das heißt, das diese Firmen dann gerne dahingehen sollen, wo sie hinwollen. Ins Ausland. Die Regierung hätte auf einmal das Problem, dass unheimlich wenige arbeiten und keine Steuern für das unsägliche Schmarotzertum der Politiker zahlen, und die Regierung müsste zunächst die Zahlung für ALG2 zahlen… bis endlich vernünftige Lösungen kommen.
Aber wahrscheinlich ist diese Lösung zu naiv, für Euch Intellektuellen.
@Spamschutz
fünfzehn
@ danielj
Klar ist das gewagt. Aber für mich persönlich sind das 100% aller mir persönlich bekannten Dänemark-Auswanderer. Ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass in Skandinavien auch nicht nur Milch und Honig fließt.
@SF
Wie nicht anders zu erwarten, sehr anschaulich rübergebracht. Aber das alles macht mir Angst.
Was kann ich (wir) tun? Insbesondere in Anbetracht, dass ich mich noch auf der helleren Seite des Brecht-Zitates befinde. Noch!
Wie weit ist es schon?
Wie lange geht das noch gut?
Wird es alles so bleiben, weil es uns ja “durchschnittlich” gut geht.
Vielleicht ist ja jemand hier, der eine Prognose wagt, wie die Zukunft aussieht.
@Jörg
“Aber grundsätzlich hängt das vermutlich auch damit zusammen, dass Leute, die mit dem System Alles in Allem ganz zufrieden sind und ihre Meinungen und Kritiken in den etablierten Medien finden, wenig Grund zum politischen Bloggen haben.”
Das wäre doch mal was: Ein “Alles-ist-Gut-Blog”.
@Martin
Nicht zu naiv Martin. Solange es jedoch in unserem Lande Menschen gibt, die sagen “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht Essen”, wird das nicht funktionieren.
@martin:
Das Problem ist das die Arbeitsagentur die Arbeitsverweigerer ganz schnell dazu zwingt diese Jobs anzunehmen. Job Abgeleht –> keine ALG2 Zahlung mehr.
ein naiver.
a) den Mund aufmachen
b) über Kaufentscheidungen bzw. privaten Boykott Unternehmen meiden, die gegen die Regeln des Anstandes verstoßen
c) hoffen, dass möglichst viele Andere auch von a) und b) Gebrauch machen
Dass über die Politik noch Einfluss ausgeübt werden kann, glaube ich nicht.
Das ist schwer und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es wird sich etwas ändern, so viel ist klar, ob dies zum Guten oder zum Schlechten passieren wird, ist offen und sicher auch nicht so einfach voneinander zu trennen. Wichtig ist, dass man etwas gegen das Weggucken und den Egozentrismus tut. „Noch“ sind es die Anderen, aber es kann sehr schnell gehen und man gehört selbst zu denen, die nicht mehr im Lichte stehen.
@David
danke für die Infos, das wußte ich nicht.
Es scheint wohl eine allgemeine Unternehmungshaltung im Einzelhandel zu sein: Lidl, Penny oder früher Wal-Mart haben sich mitarbeitertechnisch auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert; immerhin zahlt Aldi (noch) recht anständig….. fast das doppelte; da arbeitet man dann doch lieber als wenn man zusätzlich zu diesen schlechten Rahmenbedingungen nur 6-7 € die Stunde bekommt.
Tja, da werden tatsächlich wieder Liedertexte aktuell, die wir vor über 20 Jahren am Lagerfeuer gesungen haben.
..Alle, die nicht schweigen, auch nicht wenn sich Knüppel zeigen, sollen aufstehn
Alle, die zu ihrer Freiheit auch die Freiheit ihres Nachbarn brauchen, sollen aufstehn
Alle für die Nehmen schön wie Geben ist, und Geld verdienen nicht das ganze Leben ist
die von ihrer Schwäche sprechen und sich kein’ dabei abbrechen, soll’n aufstehn…
http://www.lyricsarchiv.de/Songs/aufstehn.htm
Schöner Artikel und ich muss schon sagen es ist sehr bezeichnend wenn jetzt sogar ein Unternehmen(Easyjet), welches damit wirbt “billig” zu sein, sein Service und Call Center nach Deutschland verlegt.
http://www.welt.de/wirtschaft/article1381889/Easyjet-Kundenzentrum_kommt_nach_Deutschland.html
Scheint mir irgendwie die Aussage des dänischen Gewerkschaftlers aus dem ersten Satz zu bestätigen.
@16 Namensvetter:
Ja, den „Image-Effekt“ gibt es natürlich bei vielen (Marken-/Status-)Produkte. Ich hatte bei meiner Überlegung aber Produkte im Sinn, bei denen dies nicht oder nur im geringen Maße zutrifft (z.B. Telefon-/DSL-Anschlüsse oder eben die Entscheidung, bei Quelle oder oder Otto einzukaufen).
Was den Pareto-Altruismus als Kriterium angeht, stimme ich Dir natürlich zu und versuche auch mein Konsumverhalten daran zu messen. Jedoch muss ich leider in meinem Bekanntenkreis stets aufs neue feststellen, dass solche Überlegungen den meisten Menschen fremd zu sein scheinen.
Konsumentscheidungen zugunsten sozialer und ethisch handelnder Anbieter setzt aber auch ein hohes Maß an Informiertheit und vor allem Interesse voraus. Es wäre in der Tat schön, wenn ein solches Verhalten häufiger stattfinden würde. Ich bleibe da aber skeptisch.
Tja, Dumpinglohnland Deutschland. Wer hätte das noch in den 90ern gedacht? Da war deutsche Arbeit noch ein Luxusgut, die sich kaum ein Unternehmer leisten konnte, hüstel… Mittlerweile haben ja ost-deutsche Spargelbauern Probleme Erntehelfer zu finden, da die Saisonarbeiter aus Osteuropa gleich nach England oder den Niederlanden durchreisen, aufgrund besserer Verdienstaussichten. Ich überlege ja schon meinem Briefträger Trinkgeld zu geben, für 3,86 Euro netto hätten wir ja als Studenten die Finger nicht krumm gemacht, ganz ehrlich.
@all
Der oberste Wirtschaftsweise *hüstel* Bert Rürup fordert übrigens in der ZEIT einen flächendeckenden Mindestlohn von … 4,50 €. Diesen nennt er doch tatsächlich modert und sozial verträglich. Schon lustig, der Bert.
Und die Schweizer bekommen auch schon das Muffensausen vor den deutschen Wirtschaftsflüchtlingen.
http://www.blick.ch/sonntagsblick/wirtschaft/artikel56773
@27
Vorsicht Satire!
Die haben doch nur Angst, daß wir das Nazi-Gold finden.
@anon
Danke für den Link … ich sehe es schon kommen, das bald die Tschechen und die Polen Angst vor den deutschen Billiglöhnern haben *kopfschüttel*
Moin an alle,
ich bin gerade auf dieses nette blog gestossen worden, und vom Thema (leider) selbst betroffen.
@otti “Die Unwilligkeit der Politik besteht darin, angemessene Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu setzen.”
Die Rahmenbedingungen für Quelle sind geradezu ideal. Man spart an den teuren Gehältern der “Urbelegschafft” und zahlt das erste halbe Jahr noch nicht einmal etwas für seine neuen Mitarbeiter. Die werden nämlich, wenn möglich, direkt aus der Arbeitslosigkeit genommen. Um Langzeitarbeitslose besser vermarkten zu können werden diese über diverse Fortbildungsgesellschafften “vertrieben”. D.h. der neue Mitarbeiter erhält von der Arge einen sogenannten Bildungsbutschein für bis zu 6 Monate, den bringt er mit zu Quelle und wird eingestellt. Er ist die Zeit, die der Bildungsgutschein gilt allerdings nicht über Quelle, sondern über einen Bildungsträger angestellt. Im Falle des Grossversandhauses ist es die Seminar Zentrum Göttingen. In dieser Zeit erhält der Mitarbeiter weiter seine Bezüge der Arge, und erst nach Ablauf der sechs Monate seinen Lohn von Quelle. Quelle garantiert in dieser zeit mindestens 14 Wochen Schulung, in denen natürlich auch viel telefoniert wird – nennt sich dann Training on the job oder Amtsdeutsch “Anwendungs orientierte Kommunikation”. Wenn man einmal über die Einsparungen bei der bisherigen Belegschaft, die Subventionen für “neue” Arbeitsplätze, Räumlichkeiten und Infrastruktur hinwegschaut, dürfte Quelle an seinen beiden neuen schon in Betrieb genommenen Modellstandorten Berlin und Magdeburg, bei niedrig angesetzter Zahl von 1.000 auf diese Art eingestellter Mitarbeiter, 2007 mindestens 12 Mio Euro an Personalkosten eingesparrt haben.
Zusätzlich lässt man sich übrigens vom Seminarzentrum Kosten für Trainingspersonal und Räumlichkeiten erstatten, also Kosten die bei neuen Mitarbeiters auf jeden Fall angefallen wären. Dazu hat Quelle dann quasi auch noch “Vorkaufsrecht”, auf die Mitarbeiter nach Ablauf der Zeit – das längste Accessmentcenter, dass es je gab.
Die Politik billigt dies ausdrücklich, sie hat die Regeln so aufgestellt (na wenigstens sind diese Menschen aus der Arbeitslosenstatistik raus). Ein Schlaraffenland für Firmen, die den Kniff raushaben.
Der einzelne bleibt dabei leider auf der Strecke, aber wer kann sich denn um den einzelnen kümmern, wenn es 80 Mio in unserem land gibt?
Mal ehrlich: wer würde nicht einen Vorteil in Anspruch nehmen, wenn er kann? Den Firmen einen Vorwurf zu machen, halte ich daher für ziemlich scheinheilig, weil man selbst genauso seinen Vorteil suchen würde. Die eigentliche Ursache hat Yafta Üsir angesprochen. Mit Verabschiedung der heutigen Gesetze haben viele Leute vor ein paar Jahren genau vorgerechnet, dass dadurch nur so-und-so-viele Leute aus der Arbeitslosenstatistik herausgelogen werden, ohne dass wirklich was passiert. Heute treffen genau diese Vorhersagen zu, und auf einmal will sich keiner mehr erinnern können und lässt die Politfuzzis ihre Lügenpropaganda auch noch als Erfolg feiern.
IM MITTELPUNKT UNSERES HANDELNS STEHT DER MENSCH.
Das sind die Worte des Quelle-Gründers Gustav Schickedanz.
Wenn er wüsste, was seine gierige Tochter Madeleine, die immer noch die Aktienmehrheit hält, mit seinem Lebenswerk machen lässt, …
Soziale Verantwortung kennt das obere Management in Deutschland heute wohl nicht mehr.
QUALITÄT SPIELT SCHON LANGE KEINE ROLLE MEHR.
WER FÜR 399 EURO EINE WASCHMASCHINE KAUFT, HAT KEINEN ANSPRUCH AUF SERVICE.
Das sind die Worte des Vorsitzenden der Geschäftsführung von Quelle.Contact, Christian Holtmann. Diese Sätze sollten zukünftig auf jedem Quelle-Katalog stehen. Damit wären die Kunden vor bösen Überraschungen geschützt.
@gilbert
Natürlich ist niemand ein Vorwurf zu machen, der nach dem Vorteil für sich sucht. Wenn er das aber auf Kosten anderer macht, ist das schlicht und ergreifend asozial. Und ob es langfristig überhaupt ein Vorteil ist, einen Sozialstaat zu vernichten, wage ich zu bezweifeln.
Dass es auch anders geht zeigt z.B. Götz Werner (Gründer von DM Drogerie Markt)
http://www.iep.uni-karlsruhe.de/download/Der_Menschenveredler.pdf
@SF
Wäre das nicht auch mal einen Bericht wert. Das würde evtl. unser Weltbild korrigieren, dass nicht alle Manager Halsabschneider sind und durchaus Hoffnung besteht.
@31 gilbert
Du hast einerseits recht, andererseits aber auch unrecht.
Einem Unternehmen Vorwürfe zu machen, wenn es gesetzliche “Grauzonen” (die wahrscheinlich aus der Feder der Arbeitgeberverbände stammen) mag rein formal nicht korrekt sein, moralisch und ethisch gelten indes andere Maßstäbe. Der Unternehmer, der seine Mitarbeiter nur als Kostenfaktor und als Humankapital sieht, geht außerdem nicht nur ethisch moralisch fragwürdig vor, sondern in vielen Fällen auch betriebswirtschaftlich. Die Qualität des Services ist mit solchen Maßnahmen beispielsweise ganz sicher nicht zu steigern und es ist letztendlich eine Kosten-/Nutzenrechnung, ob die kurz- bis mittelfristig gesparten Kosten die mittel- bis langfristigen Imageschäden und Umsatzrückgänge überwiegen. Ein traditionell geführtes Familienunternehmen käme wahrscheinlich gar nicht auf die Idee, sich selbst den Ast abzusägen, auf dem man sitzt. Für ein “modern” geführtes Unternehmen am Kapitalmarkt, ist dies leider eher die Regel als die Ausnahme. Kurzfristige Bilanzvorteile und Bullshit-Rhetorik werden dort höher bewertet als langfristige Perspektiven. Warum sollte Otto Normalverbraucher eigentlich bei einem traditionellen Versandhaus bestellen, wenn er die Ware bei einem x-beliebigen Internetshop – bei dem man gar keinen Service erwartet – billiger bekommt? Und damit tue ich den Internetshops wahrscheinlich sogar unrecht – bis dato habe ich mit dem Service dieser Shops sehr gute Erfahrungen gemacht. Will Quelle also wirklich zum Billigheimer werden?
Grundsätzlich schwer zu bewerten, ist die ethisch-moralische Funktion eines Unternehmens. Man kann dies einfordern, bewegt sich aber auf dünnem Eis, was die Umsetzbarkeit dieser Forderung angeht. Ich halte es da eher frei mit George Soros, der einmal einen Vergleich zwischen Marktteilnehmern und Marktreglenmenten aufstellte, den man sinngemäß auch auf Unternehmen und den Staat ummünzen kann, was ihm als Vertreter der “offenen Gesellschaft” sicher gar nicht schmecken würde ;-)
Der Unternehmer ist ein Wolf, der die Schafe der Herde fressen will. Das ist nicht unmoralisch. Es ist Aufgabe des Schäfers (der Staat) dies zu verhindern. Dem Schäfer, der sich nicht um seine Schafe kümmert, ist auch moralisch ein Vorwurf zu machen, dem Wolf, der die Unmoral des Schäfers ausnutzt, nicht. Es ist ein zugegeben sehr düsteres Menschenbild, das mit dieser Aussage transportiert wird, aber wenn man sich die Realität anschaut, so ist dieser Vergleich wohl passend.
@33 anon
Dieses Weltbild teile ich auch nicht – vor allem die traditionellen Familienunternehmen (unter ihnen auch die sog. Hidden Champions) sind in den allermeisten Fällen gut gemanagt und nehmen auch ethisch-moralisch einen korrekten Standpunkt ein. Leider wird die öffentliche Diskussion zunehmend von den Söldnern des schnellen Geldes, den Dampfplauderern der Unternehmensberatung und den Parikularinteressenvertretern der Exportindustrie bestimmt. Werner ist ein moralisch 100% integrer Mann und ein guter Unternehmer obendrein – nur leider habe ich mit seinem Modell des “bedingungslosen Grundeinkommens” einige Probleme. Es geht von einem guten Menschenbild aus, verkennt aber die düsteren egoistischen Triebkräfte, die es unterminieren würden. Ferner geht es von funktionierenden Märkten aus, an die ich nicht glaube. In der Realität würde sein Modell (da bin ich mir sicher) zu kräftigen Lohneinbußen führen, die zwar durch das GE zum Teil wettgemacht würden, aber dennoch durch die Finanzierung über Konsumsteuern zu einem realen Kaufkraftverlust führen würden. Aber dies ist ein ebenso interessantes, wie komplexes Thema. Vielleicht beschäftige ich mich mal mit einem Artikel darüber, in dem ich möglichst objektiv mögliche Pros und Contras gegenüberstelle und erst in der Diskussion Stellung beziehe.
Danke für den Beitrag. Ich werde wohl nie wieder bei Quelle bestellen. Schade nur, dass nicht jeder so konsequent ist wie ich.
Eigentlich ist das weniger ein Menschen- denn ein ‘Gesellschaftsbild’ bzw es ist das Menschenbild, das eine ‘marktförmige’ Gesellschaft zwangsläufig mit sich bringt. Und je mehr sie den Markt vergöttert, desto ausgeprägter ist es.
@Peinhart
Und Du meinst, dies sei ein einer “nicht marktförmigen” Gesellschaft anders? Wie soll diese “nicht marktförmige” Gesellschaft mit “markförmigen” Menschen eigentlich aussehen? Dass das quasireligiöse Tanzen des goldene Kalb “freier Markt” diese Tendenzen verstärkt, ist mE hingegen evident.
Je weniger ‘marktförmig’ eine Gesellschaft, desto geringer der ‘Anreiz’ die entsprechenden ‘Tugenden’ auszubilden und die ihr widersprechenden zu unterdrücken. Wie eine ‘nicht marktförmige’ Gesellschaft aussehen könnte, darüber müsste man sich unterhalten. Aber selbst wenn man dieses Ziel nicht anstrebt, wäre weit mehr Grundsatzkritik am ‘Markt’ angebracht, um zu erkennen was der Markt nicht leistet und auch gar nicht leisten kann. Nur so lässt sich schliesslich auch der ‘freie’ Markt fundiert kritisieren.
Was ich aber eigentlich ‘nur’ ausdrücken wollte ist, dass man nicht einfach ‘den Menschen’ in einer bestimmten historischen oder gesellschaftlichen Situation beobachten kann, um sich ein Bild davon zu machen, was der Mensch ‘ist’. Und noch weniger, was er nicht ist. Denn das, was er in einer gegebenen Situation ist, ist ihm zumindest möglich. Oder kurz, der Satz ‘Das Sein bestimmt das Bewusstsein’ ist so falsch nicht.
@ Spiegelfechter:
Dem kann ich nun wieder nur teilweise zustimmen.
Die Unternehmen nutzen ja keine Grauzonen, wenn sie Billigjobs auflegen. Die gesetzliche Ansagen lauten ganz klar: “Lieber Arbeitsloser, wir zwingen dich durch Geldentzug zur Annahme eines Billiglohnjobs” und “Wir legen was drauf”. Würde der zweite Satz fehlen, hätte sich das Problem vermutlich in ein paar Monaten mit Hilfe von Baseballschlägern gelöst, die sowohl in der Agentur für Arbeit als auch in solchen Unternehmen gewütet hätten.
Unternehmer müssen ihre Arbeitnehmer als Kostenfaktor und Humankapital betrachten. Die japanische Geschäftsphilosophie lautet ziemlich einfach “Geschäft ist Krieg”, und im Krieg ist auch schon mal eine Kompanie, ein Regiment oder eine ganze Division abzuschreiben. es gibt lediglich große Unterschiede, wie dieses Kapital bewertet wird. Ein traditionell geführtes Familienunternehmen wird vermutlich mehr auf langfristige Strategien bauen, ein Kapitalunternehmen muss auch seine Kapitaleigner befriedigen, und da sitzen zum Teil die gleiche Leute und meckern über mangelnde Dividenden, die sich hier über unsoziale Zustände aufregen. Aber man sollte sich nichts vormachen: auch ein traditionelles Unternehmen wird gnadenlos eine Sparte schließen und die Leute an die Luft setzen, wenn keine Gewinne mehr absehbar sind.
Gekauft wird heute – wie du selbst bemerkst – vorzugsweise über den Versandhandel/das Internet. Service spielt immer weniger eine Rolle, was zum Einen daran liegt, dass kaum noch Service geboten wird (welcher Verkäufer kann einen denn heute wirklich noch beraten? Meist wissen die kaum mehr als die Kunden), zum Anderen daran, dass er für den Kunden viel zu teuer geworden ist. Das fängt bei der Lagerhaltung an – Verkaufen über ebay ist allemal billiger als ein Geschäft mit kompletter Einrichtung – und geht beim Folgeservice weiter, der für den Kunden meist so teuer ist, dass Wegwerfen und Neukaufen billiger ist. Wenn die Geschäftsentscheidung bei Quelle dahin geht, auf dieser Geschäftsebene mit Discountern, die ab Container verkaufen, mitzuhalten, kann man das zwar bedauern, aber es ist halt so. Ob das richtig ist, wird sich zeigen.
Zum letzten Komplexe: Reglementierung oder nicht. Die wenigen echten Erfahrung, auf die man da blicken kann – überwiegend die US-Großindustriellen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts – zeigen, dass ohne staatliche Reglementierung meist alle, Kunden und Mitarbeiter, stärker profitieren. Reglementierungen dienten meist dem Schutz wenig qualifizierter Unternehmer, die sich mittels Geld der Dienste mehr oder weniger korrupter Politiker bedienten (heute heisst das Lobbyismus), und von den dadurch verursachten Reibungsver lusten haben meist nur sehr wenige profitiert. Und die Erfahrungen allein in diesem Jahrtausend mit verschiedenen Gesetzen zeigt ja mehr als deutlich, dass in Parlamenten und Ministerien Unmengen von Hohlköpfen rumlungern, die die Konsequenzen ihrer eigenen Taten nicht überblicken können.
@39 Peinhart
OK, so formuliert stimme ich Dir zu.
@ Gilbert
Ich würde es mal als ethisch-moralische Grauzone bezeichnen.
Darum sind die Japaner seit Beginn der 90er auch so erfolgreich ;-)
Länder, in denen es eine korporative Zusammenarbeit von Management und Arbeitnehmerschaft gibt, fahren sehr gut damit – sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich. Die Niederlande, Dänemark, Skandinavien und Finnland sind da als positive Beispiele zu nennen.
Aber natürlich – darum gehr es mir aber nicht. Wenn ich beispielsweise einen zuverlässigen Zulieferer habe, der mich nie im Stich gelassen hat und dessen Produkt nur zu einem kleinen Teil in mein Fertigprodukt eingeht, aber relevant für die Qualität/Funktionalität dieses Endproduktes ist. Ab welchem Preisvorteil würde ich diesen Zulieferer gegen ein „windiges“ Unternehmen eintauschen, mit dem ich keine Erfahrungen habe, dass in Niedriglohnländern produziert und sich daher meiner Qualitätskontrolle weitestgehend entzieht? Der potentielle Gewinn ist eher gering, der potentielle Schaden kann existenzgefährdend sein. Bei Rohstoffen und Halbfertigprodukten, die kaum qualitätssensitv sind, zu einem hohen Anteil in den Preis des Fertigproduktes eingehen und austauschbar sind, sieht die Sache anders aus. Nur ist der telefonische Service, bei einem Unternehmen, dass traditionell serviceorientiert agiert, austauschbar, nicht qualitätssensitiv und (relativ) sehr teuer? Ich meine: nein.
Das kommt auf das Produkt und den Kunden an. Bei Produkten, deren Qualität und Funktionalität ich einzuschätzen vermag (oder es zumindest glaube), ist das sicher richtig. Bei anderen Produkten gehe ich allerdings in ein Geschäft, in dem ich gut beraten werde, auch wenn ich dort einen höheren Preis bezahlen muss. Leider muß sich diese Erkenntnis bei vielen Verbrauchern wohl noch durchsetzen, Produkte mit sinnlosen Features, einer schlechten Qualität/Useability hätten es nicht so einfach am Markt. Es kommt auch auf die Qualität des Services an – warum sollte ich beispielsweise Kleidung bei H&M oder Karstadt kaufen, wenn die kaugummikauenden Gören, die stets vor dem Kunden reißaus nehmen, mich nicht ansatzweise so gut beraten können, wie die Fachverkäufer in Fachgeschäften. Wer China-Billigware haben will, akzeptiert wahrscheinlich auch einen miesen Service – wer Qualität kaufen will, akzeptiert ihn nicht.
US-Großindustrielle? Meinst Du damit die zerschlagenen Standard-Oil, DuPont, American Tobacco und Co? Ich bezweifele doch mal, dass deren Kartelle zum Vorteil der Gesellschaft waren.
Das genaue Gegenteil ist heute der Fall. Unternehmen, wie E.ON, die Mineralölkonzerne und andere Oligopolisten nutzen den Lobbyismus massiv(!) um gegen Reglementierungen vorzugehen. Die Zeche zahlt der Kunde, die Wirtschaft und der Standort.
@Gilbert
“Geschäft ist Krieg” trifft es gar nicht schlecht, wie man ua auch der Spreche entnehmen kann – Märkte erobern, Nischen besetzen etc. Und nicht wenige Unternehmensberater haben sowohl Clausewitz als auch Sun Tzu im Regal. Trotz dieser ‘ernüchternden’ Erkenntnis dann jedoch für ‘Krieg’ möglichst ohne Reglementierungen zu plädieren, erstaunt aber doch etwas. Und auch ich wüsste gern, welche ‘Erfahrungen’ dir da im letzten Absatz vorschwebten, so ala Pullman vielleicht…?
Tag !
Mein Name ist Tobias Meier und ich habe zweimal mit dem Quelle-Konzern zu tun gehabt.
Einmal habe ich freiberuflich bei Windi Winderlich Enterprise IG Moodboards für deren Katalog gestaltet – es war eine gute Arbeit, wo ich mich sogar Sonntag’s mit Freude hingefahren bin. Es ist eine Vorzeigefirma, in der einfach alles gestimmt hat.
Das zweite Mal sollte ich hauptberuflich bei Fritsche Werbeagentur ( http://www.fritsche.de ) den Katalog gestalten. Mein Rechtsanwalt (Hinrich Rodatz / Lüneburg, welcher schon damals mehr als ein Vierteljahrhundert Erfahrung in dem Bereich Arbeitsrecht hat) meinte zu mir: “So etwas habe ich noch nie gesehen – das ist moderne Sklaverei”. Die wollten mich praktisch 24h täglich wie 365 Tage im Jahr für wenig Geld aufkaufen. D.h. alles was ich tue (in einem Paragraphen wurde mir zugesichert, daß ich freiberuflich als Illustrator/Künstler weiter tätig sein könne) würde rein rechtlich denen gehören. Auf Anfrage zur Änderung des “Sklavenparagraphen” bei der Vorgesetzten wurde mir ihrerseits Zigarettenrauch in das Gesicht gepustet.
Für mich gehört Frau Schickedanz, der gesamte Konzern sowie noch viele weitere Menschen hinter Gitter. Die Deutschen Gesetze wie Regeln werde ich u.a. deshalb nicht (mehr) achten und befolgen. Den Staat wie viele meiner (reichen) Mitbürger werde ich von A bis Z ausnutzen sowie bewußt demütigen bzw. denen die Wahrheit “um die Ohren hauen” (evtl. nicht nur auf geistiger Ebene).
Zu verlieren habe ich nichts mehr – mein Leben ist nichts Wert (HartzIV ohne Chancen/Perspektiven). Sollen “die” mir doch endlich das Leben nehmen. “Die” = die Familien, welche dieses Land beherrschen und lachend durch die Welt tingeln. Ich freue mich auf meinen Tod – habe aber leider nicht den Mut sowie die Gedanken selbstständig Suizid zu begehen.
Dies ist nicht meine Heimat… in einer Heimat würde man sich heimisch oder zumindest wie ein Mensch vorkommen. Mein Leben wird seit mehr als 10 Jahren missbraucht.
Danke für’s lesen.
MfG Tobias “Tezen” Meier
@Tobias und alle anderen
Diese Einzelschicksale sind hart und sie sind zwar Einzelschicksale aber in der Masse sind sie Schicksal der ganzen Gesellschaft. Ich hatte mich vorhin mit einem Freund über dieses Thema unterhalten und auch er konnte mir zig Fälle nennen, in denen Unternehmen Arbeitnehmer und auch freie Mitarbeiter wie Dreck behandelt haben. Auch er stellte mir die Frage, die auch hier schon gestellt wurde: Was tun?
Ich spielte schon länger mit dem Gedanken eine Art “Schwarze Liste” zu initiieren, die natürlich nur funktionieren kann, wenn sie auf breiter vernetzter Basis gemacht wird. Da die Politik Einzelschicksale nicht interessieren und ein “Boykott” nur dann zu einem Einlenken oder Umdenken der betroffenen Firmen führt, wenn er möglichst große PR-Wirkung hat, denke ich eine solche Liste könnte Sinn machen. Dafür sind natürlich einige Voraussetzungen zu treffen, aber wer, wenn nicht wir, könnte da etwas ausrichten. Daher werde ich mal diese Idee in Worte fassen und hier posten. Mal schauen, ob die Möglichkeit besteht, eine kritische Masse an Bloggern und “Zuträgern” zu organisieren.
Service: ist ja schön und gut, wenn ihr lieber in Fachgeschäften kauft, weil ihr dort den Service besser findet. Fakt ist einfach: viele tun es nicht, und wenn der Kundenmarkt wegbricht, ist halt Platz für weniger. Wer sich halten kann – ok. Die anderen passen sich entweder an oder gehen vor lauter Sozialempfinden ebenfalls vor die Hunde (die leeren Läden in vielen Innenstädten sprechen da eine sehr deutliche Sprache). Die Abstimmung mit den Füßen hat nichts mit fehlender Erkenntnis bei den Verbrauchern zu tun, das ist schlicht und einfach ganz normale Abschätzung des persönlichen Kosten-Nutzen-Verhältnisses.
Großindustrielle: ja, ich meine u.a. Vanderbilt, Hill oder Rockefeller. Schlechter ging es im Allgemeinen, nachdem der Staat reglementierend eingegriffen hat. Genauso geht’s mit den Energiefritzen hierzulande. Wer ist in der Regel Hauptaktionär bei den meisten Unternehmen, genehmigt die Preiserhöhungen und streicht auf den Hauptversammlungen die Dividenden ein? Genau, Vatter Staat in verschiedenen Versionen. Wer lässt sich von Lobbyisten bestechen und schafft Reglementierungen, die Ungleichgewichte zementieren? Unsere Politker. Wer hat diese Scheiße mit den Dumpinglohnjobs verbockt? Schaut nach Berlin.
Ich find’s schon sehr eigenartig, wie konsequent ihr an den Fehlern der Politik vorbeischaut und euch vor Aussagen dazu drückt. Wenn Tobias sagt “Die Deutschen Gesetze wie Regeln werde ich u.a. deshalb nicht (mehr) achten und befolgen. Den Staat wie viele meiner (reichen) Mitbürger werde ich von A bis Z ausnutzen sowie bewußt demütigen bzw. denen die Wahrheit “um die Ohren hauen” (evtl. nicht nur auf geistiger Ebene).”, dann hat er das schon ganz richtig verstanden: Quelle und andere können das nur machen, weil eine korrupte Politikerclique uns diese Lebensart tagtäglich als Erfolgsmodell vorführt und auch noch die Weichen in die Richtung stellt, und viel zu viele schreien auch noch nach Mehr.
@Gilbert
Nur kurz – bin gerade auf dem Sprung:
Da hast Du aber etwas grundsätzlich falsch verstanden – der Unterschied zwischen Politik und Wirtschaft ist allerdings der, dass die Wirtschaft sich durch das Stimmverhalten ändern kann; bei der Politik ist da längst Hopfen und Malz verloren. Mit Krokodilstränen wird eine vermeintliche Politikverdrossenheit beklagt – was fälscher nicht sein kann – und es wird mit ernsten Gesicht die nächste skandalöse “Reform” beschlossen, die von den stets kritiklosen Medien bejubelt wird, da es ja angeblich keine Alternative gibt. Es langweilt und man verfällt als engagierter Bürger in Sarkasmus und Zynismus. Unternehmen “hören” auf direkte Demokratie, da haben sie keine Wahl. Lediglich in Sparten, in denen man keine echte Wahl hat (z.B. Energie oder Mineralöl) hat der Bürger keine Möglichkeit, Konzerne abzustrafen.
@ SpiegelFechter
Es gibt in der Tat noch viel mehr Menschen mit ähnlichen Erlebnissen. Die Idee mit der “Schwarzen Liste” ist sehr gut; man könnte die Puzzlestücke (=”Einzelschicksale”) zu einen klarem Bild zusammensetzen – es müßten sich nur genug Menschen beteiligen.
Merkwürdigerweise häufen sich bei vielen derartige negative Erlebnisse – wie bei mir. Meiner Meinung wird diese Form der Unterdrückung mit eiskaltem Kalkül geplant wie umgesetzt, um damit einige Mitbürger einfach aus der allg. Gesellschaft praktisch auszuradieren. Wenn man dann erst einmal gesellschaftlich ganz unten angelangt ist, hat man “natürlich” (Ironie) selber Schuld und bekommt z.B. Pillen vom Arzt verschrieben, HartzIV als “Überlebenshilfe” oder ähnliche weitere Schikanen, welche die Probleme nicht lösen – eher noch verschlimmern. Die Wurzel der Probleme werden als “Gottgegeben”, “Normal”, “Man-kann-ja-eh-nichts-ändern!” etc. hingestellt.
Noch eine passende “Werbekampagne” der besonderen Art, welche ich von meinem Vater zugesteckt bekommen habe: ” Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis investieren in Aktien. SO WERDEN SIE PROFI! Samstag, 17. November 2007 im HOTEL HILTON – Beginn 15:00 Uhr – Preis: 170 € (all inclusive) – Nähere Informationen unter www . bullvestor . com – Melden Sie sich jetzt bei Frau Kristina Suchan an! 43 / 7435 540 77 – 11 / kontakt @ bullvestor.at ” .
Ist doch eigentlich ein Fall für die Staatsanwaltschaft, oder?
Noch etwas zum Abschluß (Achtung:Satire?!) : In Süditalien nennt man es “Mafia” – bei uns in Deutschland heißt es immer “Politiker”, “Manager” oder “Vorstand”.
Schöne Grüße
Tobias Meier
@Tobias
-> Bullvestor
Zunächst habe ich den Link in Deinem Post mal unkenntlich gemacht ;-)
Es ist schon “lustig”, wie gerade ein m.E. windiger Börsenbriefherausgeber wie Bullvestor mit der Abwandlung des Brecht-Zitats, es sei das größere Verbrechen eine Bank zu gründen, als eine zu überfallen, wirbt. Das sie dafür auch noch Geld nehmen, ist freilich ein Witz, denn ihr eigentliches Geschäftsmodell ist es m.E., den Leuten mit ihren Empfehlungen und (schwer nachweisbaren) Kursmanipulationen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Einen Fall konnte ich live miterleben, da mich ein Freund auf den Hype aufmerksam machte:
DeBeira Oilfields
Es war ein Spektakulum ohne Gleichen. In einem Börsen-Forum habe ich die euphorisierte Masse mit sachlichen Argumenten gewarnt und ihnen gesagt, dass es sich hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen fingierten Betrugsfall handelt (OTC-Papiere sind idR Nullsummenspiele, bei denen Profis Amateure bis aufs Blut ausnehmen). Keiner wollte hören, alle haben gefeixt und gelacht – eine Woche später, waren ihre “Aktien” nur noch das Papier wert, auf dem sie gedruckt waren.
Ein Fall für die Staatsanwaltschaft? Auf jeden Fall! Nur hat diese arge Probleme, stichhaltige Beweise für den Betrug zu finden – im Dickicht der internationalen Finanzmärkte sind Profis anonymer als Unsereins im Internet.
@ Spiegelfechter :
Wenn Du den Link schon rausnimmst, solltest Du die BullVestor-eMail-Adresse auch tilgen :) … Danke für den FTD-Link zu DeBeira Oilfields. Bin jetzt gerade am durchlesen – und BullVestor empfiehlt diese “Wert”-Papiere auch noch…
Es ist verboten kriminelle Handlungen zu begehen. Möchte nicht wissen, was passieren würde, wenn ich Menschen in einem “Workshop” alá BullVestor zeige, wie man z.B. Frauen billig im Osten kauft und an Westler verkauft? Das ist doch gegen jedes Menschenrecht und verboten. Aber mittels Börse/Aktien das Geld für sich selbst arbeiten zu lassen und mit dem Wissen, daß man durch Renditen praktisch die Arbeiter bzw. seine Mitbürger betrügt, soll erlaubt sein? Und ganz offensichtlich damit auch noch zu werben ist einfach mehr als dreist. Ja, entweder die Teilnehmer werden abgezockt (wie bei DeBeira) oder aber die Teilnehmer zocken ab mit dem Wissen, daß es praktisch nichts besseres als Bankraub ist. Ist ein solches “Modell Börse” in einer Demokratie eigentlich legitim? Meiner Meinung ist es nicht mehr in der gesetzlichen “Grauzone”, sondern nichts anderes als international organisierte (Schwerst?!-) Kriminalität. U.a. macht’s BullVestor möglich bzw. organisiert dieses.
MfG T.Meier
@Tobias
Ich habe sowohl Link als auch eMail-Adresse durch Leerzeichen “entlinkt” ;-)
BullVestor hat DeBeira nicht einfach so empfohlen, sondern war Urheber des Hypes. Bei diesen Nullsummenspielen gewinnt meist der, der als erstes auf den Zug springt. Da hat natürlich derjenige die besten Karten, der den Zug steuert.
Zur Frage der Legalität und Moral: Im Normalfall sind in diesen Märkten und in diesen Papieren nur Zocker investiert, die eine Art Glücksspiel veranstalten. Sie eint die Gier und so lange dies Nullsummenspiele bleiben und nicht auf Unschuldige oder die Realwirtschaft übergreifen, habe ich auch keine Probleme damit. Die Leute wissen was sie tun, sie sind ein gieriges Narrenschiff mit Kurs auf die Klippen. Wie im Casino kann man Geld gewinnen, aber über kurz oder lang gewinnt die Bank, bzw. bei den Pennystocks und OTC-Papieren der Insider.
DeBeira wurde erst zum Problem, als die Sache durch Empfehlungen im Focus “übergeschwappt” ist. Auf einmal kam sehr viel “Stupid Money” in den Markt und das ganze wurde zu einem 600 Millionen Selbstläufer, bei dem die alten Narren im Schiff auf einmal fast alle gewannen, da sie zumindest die Spielregeln kannten. Die frischen Narren wurden freilich ausgenommen, sie wußten meist nicht einmal was Leerverkäufe sind und wie man so etwas macht. Unter ihnen waren sicher auch zum Großteil gierige Gestallten, die eine Lektion verdient haben und bei denen sich mein Mitleid in Grenzen hält, aber sicher hat es auch kleine Sparer erwischt, die einfach mal was neues ausprobieren wollten und Leute, denen das Risiko gar nicht bewußt war. Soll man das ganze unter Lehrgeld verbuchen? In einigen Fällen war dieses Lehrgeld sicher eine Tragödie, die Existenzen vernichtet hat. Daher sollten diese “Spiele” nur echten Spielern vorbehalten sein und es muß gesetzliche Regeln geben, die den Erwerb solcher Papiere für Otto-Normalverbraucher untersagen. Für jede Hypothek muss man zum Notar gehen, der einen aufklärt, was die Konsequenzen eines solchen Vertrages sind. Höchst spekulative Papiere kann indes fast jeder erwerben, der auf dem “Risikoformular” seines Internetbrokers die höchste Risikopräferenz ankreuzt, um sich nicht selbst zu beschränken. Bei internationalen Brokern ist m.W. noch nicht einmal das vorgeschrieben.
Daher werte ich die Einladung von Bullvestor auch äußerst kritisch, da sie offensichtlich darauf angelegt ist, neues “Stupid Money” zu akquirieren.
Gruß
Jens
@ Jens/SpiegelFechter :
Existenzen werden durch diese “Börsenspiele” nicht nur bei den “Stupid Players” vernichtet – würde das Geld in Güter, “normale Aktien” oder Arbeitsplätze gesteckt werden, würde es dort sicherlich besser arbeiten.
Durch diese Form der Abzocke gehen doch praktisch Arbeitsplätze verloren, auf die Millionen von Menschen angewiesen sind. Dadurch würde der Wohlstand, der Abbau der Staatsverschuldung sowie der soziale Frieden gesteigert werden.
Also ich kenne mich persönlich (wie viele andere Menschen) fast gar nicht mit dem Handel von Aktien aus. Wenn man dieses System endlich verständlich der Allgemeinheit “vorstellen” würde, dann würde es doch mit großer Wahrscheinlichkeit so stark auf Ablehnung stossen, daß politisch etwas getan werden müßte. Zumindest hätten die großen Parteien ein neues großes Pro/Contra-Wahlkampfthema.
Im Grundgesetz gibt es doch den Paragraphen “Eigentum verpflichtet”.
Wieso wird nicht einfach das bestehende GG auf derartige Praktiken angewendet ?
Oder will der Staat bzw. die Gesetzeshüter, daß Eigentum wie im Casino verspielt wird ??
Wieso gibt es für international-agierende Broker, welche in diesem Land “zocken”, keine Gesetze – es wird hier doch sonst alles (bis in das letzte Detail) mit Gesetzen reguliert ???
MfG Tobias/TeZen
@Gilbert
Vielen bleibt bereits gar nichts anderes übrig als sich nur noch an den Kosten zu orientieren und sich mit dem Nutzen zu bescheiden, der dafür geboten wird – der ‘Abwägungsspielraum’ ist eingeschränkt. Aber auch wenn er das nicht auf diese Weise ist – die ‘Kosten-Nutzen-Relation’ selbst ist keinesfalls transparent. Dem Preis sieht man iA weder an, unter welchen Bedingungen das Produkt entstanden ist noch erfährt man ‘Belastbares’ über die externalisierten Kosten, man erfährt allenfalls mal anhand von Artikeln wie diesem, ‘dass da was ist’. Dabei stört das den tatsächlichen Kunden nach dem Marktgesichtspunkt ‘Kosten-Nutzen-Relation’ nicht einmal, für ihn persönlich verbessert es sich ja sogar auf Kosten der (möglichst fernen) Umwelt oder von der Allgemeinheit getragener Lohnersatzleistungen. Der gelackmeierte ist der berühmte Dritte, der beim Vertragsschluß zwischen Produzent und Verbraucher gar nicht zu Wort kommt – wir alle subventionieren das Quelle-Callcenter, ob Kunde oder nicht.
Das erinnert an die gängigen Vorwürfe der ‘Dritten Welt’ gegenüber – alle so fürchterlich korrupt. Nur – wer korrumpiert sie? Ich habe bei diesen Reglementierungen BDI, BDA, DIHK etc keine Tränen vergiessen sehen, im Gegenteil, wie der ‘Kleine Häwelmann’ kennen sie nur den Ruf ‘mehr, mehr!’. Dabei ist die Klage, die sich gegen diese Entwicklung an die Adresse des Staates richtet und sich von ihm eine Art ‘neutrale Mittler- und Beaufsichtigungsfunktion’ erwartet, ziemlich naiv. Schliesslich schmarotzt der Staat genauso am Faktor Arbeit wie das Kapital auch. Und sowohl seine inneren wie seine äusseren Handlungs- und Einflussmöglichkeiten hängen daran, wie gut die von seinem Boden ausgehenden Geschäfte laufen. Wenn eine Handelsdelegation einen Auslandsbesuch begleitet, dann geht es nicht um Arbeitsplätze im Sinne eines Auskommens des heimischen Personals, sondern es geht um Steuereinnahmen, und es ist dem Staat erstmal pretty egal, ob er die aus den Löhnen gesicherter oder neu geschaffener Arbeitseinkommen oder aus Gewinnbesteuerung zieht. Das ist ein Rechenexempel und selbst eine ‘Kosten-Nutzen-Relation’, durchaus auch mit Risiko behaftet wie zB unsere Exportabhängigkeit zeigt. Aber auch der (vermeintlich) ‘gute Hirte’ macht nichts anderes als seine Schäfchen nach Marktgesichtspunkten zu verhökern. Der Staat ist nichts anderes als – und jetzt muss ich schon wieder den Herrn aus Trier zitieren – der ‘ideelle Gesamtkapitalist’.
Gut – aber noch mal die Frage: wer korrumpiert sie, und warum kann er? Die Klage ist doch ebenso vordergründig und naiv wie die von zB attac, die G8 hätten ja gar keine demokratische Legitimation, das zu tun, was sie tun. Die Antwort ist simpel – sie brauchen keine. Ihre Eliten aus Wirtschaft und Politik gebieten über soviel wirtschaftliche (und infolge dessen auch militärische) Macht, dass sie das einfach können. Es gibt keine Macht über ihnen, die da irgendwelches Recht geltend machen könnte, und wenn es sie gäbe, könnte sie unter den obwaltenden Verhältnissen auch nur wieder von ihnen selbst gestellt werden. Natürlich gibt es auch Korruption, aber die betrifft grösstenteils nur die inneren Machtbalancen, aber nicht das Machtverhältnis selbst. In diesem sind sich Staat und Kapital wie gesagt vollkommen einig, die Geschäfte müssen laufen, die Profitraten attraktiv sein. Was Meinungsverschiedenheiten in Detailfragen keinesfalls ausschliesst – und nur auf dieser Ebene lohnt es tatsächlich, von Korruption zu sprechen. Für unsere Lebensverhältnisse weitaus entscheidender ist aber das prinzipiell gemeinsame Interesse von Staat und Kapital.
@Spiegelfechter
Ich tät ja sagen, dass es in beiden Fällen auf die ‘kritische Masse’ ankommt. Das Primat der Politik über die Wirtschaft im Sinne der ‘Schäfchen’ zu erwarten ist allerdings aus den og Gründen auch wieder naiv – da müssten uns schon andere Mittel zur Verfügung stehen bzw ergriffen werden, vorzugsweise solche, die Politik und Wirtschaft in eben ihrem gemeinsamen Interesse treffen. Dass auch solche wieder ausgesprochen zweischneidig sind (wie Streik, Generalstreik, aber auch Boykott) und nicht nur die eigentlichen Adressaten treffen, liegt wieder in der Natur der Abhängigkeitsverhältnisse, denen wir ausgesetzt sind und denen wir uns unter den gegebenen Umständen auch (weit überwiegend) aussetzen müssen. Die ‘Freiheit’ des Lohnempfängers ist in erster Linie ‘frei’ zu sein von anderen ‘Lebensmitteln’ als eben dem Lohn.
@Peinhart
Der Ruf nach Freiheit für den Lohnempfänger erinnert mich an das kleine Mädchen, dass seinem Kanarienvogel die Freiheit schenkt und in ihm an nächsten Morgen tot vor dem Fenster liegen sieht. Freiheit ist eine Illusion und nicht immer erstrebenswert. Ich sehe es als Ideal an, eine Unfreiheit mit dem möglichst größten Nutzen für alle Unfreien anzustreben.
Die Schäfer/Schaf Allegorie ist natürlich naiv, da der “reale” Schäfer es nicht mit einem Wolf zu tun hat, sondern mit einem Schafsfresser in dessen Diensten er steht. Wie sollen die Schafe diesen Umstand ändern? Das Beispiel greift nicht, so viel ist klar.
Politiker haben längst keine Ideale mehr, die Wünsche und Nöte der Bürger sind ihnen egal, ihnen geht es darum Macht um ihrer selbst willen zu erlangen, was heißt, sie müssen gewählt werden. Gewählt von den Parteiinternen Gremien und letztendlich vom Volk. Auch Hitler wurde vom Volk gewählt, Stalin ließ sich wählen und viele Potentaten der Geschichte und Gegenwart haben ihren Auftrag vom Volke erhalten.
Stopp! Werden jetzt einige sagen, diese Wahlen waren aber nicht frei und es gab keine Alternativen. Richtig, aber gibt es die heute? Es ist keine parlamentarische Alternative in Sicht, daher bleibt lediglich die Parteibasis als möglicher “Putschfaktor” über. In den Parteien haben sich Netzwerke und gegenseitige Abhängigkeiten gebildet, so daß dieser Putsch von unten bei den Schafen an der Basis kaum möglich scheint. Die einzige Alternative wäre es, wenn außerparlamentarische Oppositionelle die Parteibasis stürmen würden, wenn es erst einmal genug Kritiker gibt, fallen die Voten naturgemäß anders aus, und die momentanen Parteispitzen werden ganz einfach weggeputscht. Wenn die SPD weiter Mitglieder verliert, ist sie bald zum Abschuss frei gegeben ;-)
Unternehmen kennen im schlimmsten Falle nur einen Wert und der heißt Profit. Unternehmen schützen nicht die Umwelt, weil sie sie für unsere Kinder erhalten wollen, sondern weil es in D Gesetze gibt, und Sünden im Ausland schlechte Presse bedeuten, die den Umsatz und das Image gefährden. Diese Gefährdung muß auch für Arbeitsplatzvernichter geschaffen werden – erst dann hat der Korrumpierer kein Interesse mehr, die Korrupten zu korrumpieren (toller Satz ;-)) und entdeckt, dass es ja auch noch einen Binnenmarkt gibt, mit dem man auch ganz gut verdienen kann.
Das Schweigen der Quandts
Heute um 21.15 Uhr auf NDR.
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EE8149F5484AA4C8DB23DD65C4D6AFADB~ATpl~Ecommon~Scontent.html
@Tobias
Na so weit sind wir ja zum Glück noch nicht, dass der Staat einem vorschreiben kann, was man mit seinem persönlichen Geld macht. Mit wird ja schon fast überall das Rauchen verboten, da muß mir auch noch der Spaß am Verplempern und Spielen genommen werden ;-)
Es muß natürlich nur sicher gestellt werden, dass kein Mitspieler übers Ohr gehauen wird und von dem Spiel kein Schaden für die Allgemeinheit entsteht. Leider machen den Spielern interne Spiele nicht so viel Spaß, so daß sie “Stupid Money” brauchen. Aber einen großen Schaden für die Allgemeinheit sehe ich nicht, so lange die neuen Spieler aufgeklärt werden, auf was sie sich einlassen.
Der normale Börsenhandel ist etwas anders – er ist weitestgehend zivil und dient seinem Zweck Unternehmen mit Eigenkapital auszustatten. Es gibt hier nur ein Problem, dass alle Finanzinstrumente haben – Finanzkapital erwirtschaftet mehr Gewinn, als es Arbeit je tun kann. Welcher normale Arbeiter schafft es, dass er am Ende des Jahres 10% reicher ist (nur vom Lohn). Wohl keiner, daher werden die, die ihr Kapital für sich arbeiten lassen (relativ und absolut) immer reicher, der Arbeitnehmer aber (relativ) immer ärmer, manchmal auch absolut. Hier müssen Umverteilungsmechanismen über Steuern etc. pp. greifen, dass dieses Missverhältnis nicht zu sozialen Ungerechtigkeiten führt. Das wird leider immer weniger so gesehen. Es gibt sogar an sich recht vernünftige Menschen, die tatsächlich sämtliche Umverteilungsmechanismen abschaffen wollen – die Ron Paul Fans auf Poliblog.net gehören beispielsweise dazu. Mir will so etwas nicht in den Kopf ;-)
Der GG-Artikel “Eigentum verpflichtet” wird kaum noch beachtet, aber ihn so, wie Du zu interpretieren, ist mE auch nicht richtig. Es muß der Grundsatz gelten, dass ich mit meinem Geld machen kann, was ich will, so lange ich keine anderen Menschen schädige oder gegen Gesetze verstoße. Der Aktienhandel schädigt per se niemanden, im Gegenteil.
@ SpiegelFechterJens :
… Deine Argumentation kann ich in großen Teilen zustimmen. Vielleicht hast Du mich in meiner Begründung etwas mißverstanden – es ging mir nicht um die gesammte Börse, sondern um die korrupten / quasi-kriminellen Unternehmen (wie Du auch beschrieben hast). M.E. entsteht dadurch für die Allgemeinheit Schaden und es werden viele gutgläubige Mitbürger “über’s Ohr gehauen”. Bei der DeutschenBank werden 20% Rendite ausgeschüttet, womit viele Arbeitnehmer Ihren Arbeitsplatz verlieren oder weniger bzw. gleichbleibenden Lohn bekommen. Eine solche Firma oder eben BullV….. kann doch nicht im Sinne des Staates (=Volkes) sein ?!
Natürlich soll jeder machen, was er für richtig hält ohne andere Menschen zu schädigen oder gegen Gesetze zu verstoßen. Die Gesetze sollten aber im Sinne des Volkes sein und nicht im Sinne einiger börsenorientierter Industrieunternehmen. Als gutes Beispiel nehme ich z.B. einfach mal Bioprodukte & “Normale Nahrungsmittel” – dort ist “billig/preiswert” eben nicht das beste sondern für die Umwelt wie Arbeitsplätze das schlechteste. M.E. kann Aktienhandel doch schaden anrichten; Arbeitsplätze, Löhne, Umwelt…
MfG Tobias
PS: “TheWhiteGhandi” -RonPaul ist vielleicht eine Alternative. Vielleicht.
Ich finde ja immer wieder interessant, wie man auf der Basis einer 150 Jahre alten ökonomischen Theorie (peinhart und der Herr aus Trier) und den politischen Idealen des Real existierenden Sozialismus (“Ich sehe es als Ideal an, eine Unfreiheit mit dem möglichst größten Nutzen für alle Unfreien anzustreben.”) der heutigen Gesellschaft begegnen kann. Und dann staune ich, wenn ich in diese angestaubten Gesellschaftsmodelle immer mal wieder so Wörter wie “externalisierte Kosten” finde, die ja doch den Eindruck nahe legen, dass da schon mal ein Lehrbuch der Neuen Institutionen-Ökonomik in der Nähe gelegen haben könnte.
Ehrlich: Ich versteh es nicht.
Zumindest scheinen sich alle einig zu sein, dass der Fisch vom Kopf her stinkt. Bei jedem Spiel gibt es Gewinner und Verlierer, und die primäre Aufgabe gerade eines “demokratischen” Staates sollte es wohl sein, die Menge der Verlierer zu minimieren. Da gibt es sicher unterschiedliche Meinungen, wie man das hinbekommt, aber derzeit halten gerade die Wächter am unverholendsten die Hand auf. Unter den Bedingungen kann man wohl gerade von markorientierten Unternehmen nicht erwarten, nun die Rolle des Volkswirts und Moralapostels zu übernehmen. Und die ständige Verschiebung von immer mehr Macht und Einfluss direkt in die Parlemente macht die Sache eigentlich immer schlimmer.
Ob sich das ändern kann? Ich sehe Anzeichen dafür, dass gerade die nächste Generation die permanente Lügerei und Verteufelei nicht mehr ernst nimmt, und da sie nicht mehr ernst genommen wird und sich keiner um sie kümmert, außer einer Gruppe, die im rechten Lager zu suchen ist , kann man ja schon mal spekulieren, wo der Zug möglicherweise hinfährt.
Bezüglich der Abzocke mit Aktien aus Insolvenzen: man braucht nur die WKN anzuklicken und sieht sofort, dass da keine Substanz hinter ist. Wer zu blöd ist, trotz ständiger Warnungen nicht mal das anzuklicken und Renditen um 100-200% für seriös hält, dem ist leider nicht zu helfen. Mein Mitleid haben die Leute nicht.
@Spiegelfechter
Dann müssten wir das doch mal etwas näher eingrenzen. Denn eins ist sicher – in einer hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft sind wir prinzipiell alle voneinander abhängig, und da liegt eine Schranke der ‘Freiheit’, die wir nur um den Preis des Rückfalls in frühere Produktionsformen überwinden könnten. Insofern liegt mir auch nichts daran, irgendeiner imaginären ‘totalen’ Freiheit hinterzujagen, die es in einer ‘Gemeinschaft’ ohnehin nicht geben kann. Das heisst aber mE nicht, dass mir uns mit den einseitigen Abhängigkeiten dieses Systems abzufinden hätten, weder politisch noch eben wirtschaftlich.
Abgesehen davon, dass das zwei sehr unterschiedliche Kriterien sind – das erste ist bereits ein recht strenges: Spekulation kann, wie wir gerade sehen und aller Wahrscheinlichkeit noch viel deutlicher sehen werden, das Kreditwesen lähmen und beschädigen, und, da auch bzw gerade unsere sog. ‘Realwirtschaft’ ohne Kreditwesen nun einmal ‘nicht kann’, besitzt ein durchaus hohes ‘Schädigungspotential’. Können und sollten wir es uns, selbst wenn sonst alles beim alten bleibt, unter diesen Umständen leisten, ein paar wenigen Akteuren zu gestatten, solche Sandkastenspielchen zu veranstalten? Es ist eben doch nicht so, dass sie sich nur gegenseitig ihre Förmchen wegnehmen und dass ihr Sandkasten mit dem ‘unsrigen’ nichts zu tun hätte.
Das GG geht im übrigen noch einen entscheidenden Schritt weiter – dort ist nicht die Rede davon, dass der Gebrauch des Eigentums niemanden schädigen, sondern vielmehr und darüber hinaus dem Allgemeinwohl dienen solle. Das ist der durchaus nicht unbedeutende Unterschied zwischen ‘was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu’ und ‘wie du willst, dass dir die Leute tun, also tue ihnen auch’.
Kurz – es gibt durchaus gute Gründe, dem Gebrauch des Eigentums stärkere Schranken aufzuerlegen als dies gegenwärtig der Fall ist. Selbst im ‘normalen’ Börsenhandel.
@Gilbert
Aber davon kann doch nun wirklich nicht die Rede sein, im Gegenteil! In allen ‘demokratischen’ Staaten verlieren die Parlamente zugunsten der Exekutive und obskurer Lobbygruppen und ‘Think Tanks’ kontinuierlich an Einfluss. Vielmehr koppelt sich die Macht immer mehr von diesem ‘eigentlichen’ Zentrum der parlamentarischen(!) Demokratie ab – da bekommen Abgeordnete ein paar Stunden vor der Abstimmung das erste Mal einen mehrhundertseitigen Gesetzestext in die Hand, Lesungen finden morgens um 4 Uhr statt usw usf – alles Vorgänge, die ich nur als grobe Missachtung des (angeblichen) Souveräns und seiner obersten ‘Spruchkammer’ auffassen kann. Und dabei gehören die Hände, die am weitesten geöffnet sind, gar nicht einmal dieser Exekutive (den ‘Wächtern’, wie du sie nennst) – an die Dividenden der Quandts reicht kein Ackermann heran und an den wiederum kein Politiker.
@Tobias
OK, ich verstehe, was Du meinst und stimme dem auch zu … aber:
Er ist definitiv eine Alternative, wobei “Alternative” nichts positives sein muß. Er steht genau für die Dinge, die Du in Deinem Text anprangerst, er will Reglementierungen zurückfahren und unser Schicksal in die Hände der Märkte legen. Jegliche Umverteilung für einen sozialen Ausgleicht lehnt er ab. Prinzipiell könnte man ihn FDP in Extremform nennen ;-)
@Jörg
Das wunder mich nicht. Kleiner Tipp – wenn Du mein Zitat verstehen willst, gucke Dir mal den Film “Manderlay” von Lars v. Trier an. Er ist zwar nicht so gut wie “Dogville”, aber er drückt ganz gut aus, was ich meine.
@Peinhart
Auch das müssen wir einkreisen – letztendlich geht es um die Definition von „Abhängigkeit“.
Als theoretischen Leitsatz würde ich hier das Pareto-Optimum als Ideal sehen: Wenn kein Wirtschaftssubjekt durch weitere ökonomische Aktivitäten seine Bedürfnisbefriedigung verbessern kann, ohne die Wohlfahrt eines anderen zu gefährden, ist der Idealzustand erreicht. Ökonomische Abhängigkeiten wird es immer geben, so lange es Märkte gibt – und das ist auch in Ordnung, es ist halt nur die Frage, wie man diese Abhängigkeiten gestaltet. Nehmen wir hier mal das „dänische Model“, wobei wir sogar wieder 100% on topic sind. In Dänemark gibt es keinen Kündigungsschutz, was eine Verbesserung der Bedürfnisbefriedigung der Arbeitgeber ist, aber dem entlassenen Arbeitnehmer droht nicht etwa die Gefährdung der Wohlfahrt, sondern er bekommt 90% seines alten Bruttolohns über 4 Jahre und wird vom Staat weiterqualifiziert, so dass er einen gleichwertigen oder gar besseren Job bekommt. Da dadurch eine Alternative geschaffen wird, wird die einseitige Abhängigkeit vermindert. In Dänemark sind mW 85% aller Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert – in Deutschland wäre so etwas nicht denkbar. Wo Arbeitnehmer keine Interessenvertreter mehr haben, verlieren sie ihre „Freiheit“ und geraten in „Abhängigkeit“.
100% ACK!
Darum muß der Spekulation der Spekulation willen auch Einhalt geboten werden. In einem meiner allerersten Artikel in diesem Blog habe ich einen Artikel von Altkanzler Helmut Schmidt kommentiert, der genau das, was Du sagst, ausdrückt.
@Jörg Friedrich
Mich wundert es auch nicht. Im übrigen – wenn ich zwei einzelne Aspekte des Alten aus Trier hier erwähne, noch dazu aus zwei unterschiedlichen Bereichen seines Schaffens, heisst das noch lange nicht, dass ich mir die gesamte Theorie zu eigen mache oder machen will – geschweige denn, dass ich auf ML-Pfaden wandeln möchte. Und die ‘Neue Institutionen-Ökonomik’ ist nun so neu auch wieder nicht – die greifen ja sogar auf noch ‘ollere Kamellen’ zurück. ;-)
Und warum nicht? Man findet da sehr interessante Aspekte:
“On the whole [John Stuart] Mill supported the laissez faire economic policies that had been defended by earlier economists such a his father and David Ricardo. His overall concern was here as elsewhere with self development, and laissez faire policies seemed to provide the scope needed for individual freedom. But on further reflection, moved in this by his wife, he came to the view that personal development required not just the freedom of the economic market but also political freedom, and that this is of little use to an individual who lacks economic security and opportunity. Mill was concerned, too, with motivation. He saw the system of wages that had developed in the industrial revolution as one which robbed the workers of any interest in the goods that they were producing. He came increasingly to re-examine the objections to socialism, and came to argue in later editions of the Principles that, as far as economic theory was concerned, there is nothing in principle in economic theory that precludes an economic order based on socialist policies.
He therefore made the radical proposal that the whole wage system be abolished, and that it be replaced by a cooperative system in which the producers would act in combinations, collectively owning the capital necessary for carrying on their operations, and working under managers who would be responsible overall to them. Like Ricardo, he held that profits in the long run would tend to diminish and that the formation of new capital would thereby come to an end. This would bring industry to a halt and population to a stationary level. The result would be a relatively static form of society. In such a society, Mill hoped, people’s thoughts would turn from concerns of self-interest to more socially and humanly worthy ends. In such a state many of our present problems would disappear.
Mill summed up his objective in his Autobiography (1873): “how to unite the greatest individual liberty of action, with a common ownership in the raw material of the globe, and an equal participation of all in the benefits of combined labour.” (p. 239) In his economic theory Mill no doubt appears to the modern socialist to be a follower of Ricardo and the classical liberal economists, but to the latter, and no doubt to himself, he was clearly a socialist.”
http://plato.stanford.edu/entries/mill/#PolEco
@ SpiegelFechterJens :
Ron Paul ist praktisch ein radikaler Westerwelle “Made in U.S.A.”.aaargh … dachte, der wolle u.a. die gesamte Kriegsmaschinerie drastisch “herunterfahren” (wie den Irakkrieg beenden), den bedürftigen Staaten der Erde helfen anstatt zu “bekriegen” und die sozialen Unterschiede in den Staaten auf ein “erträgliches Maß” bringen ! Nunja: Dachte. Deswegen hatte ich auch ein “Vielleicht.” extra noch einmal drangehängt. Was Politiker von sich geben entspricht meistens immer dem Gegenteil von dem, was dann geschieht … über den großen Teich läuft’s wie hier !
Mach’ den Rechner jetzt aus – sonst werde ich noch süchtig :) …
MfG TeZenMeier
@ 61. Peinhard: Fakt ist jedenfalls, dass für immer mehr Pippikram, der eigentlich irgendwo vor Ort geregelt werden kann, eigens ein Gesetz entworfen werden muss. Wenn das so weitergeht, brauchen die bald ein Gesetz, um eine Trennwand in einem Zimmer einzuziehen. Erinnert mich irgendwie an Adolf, der ja auch meinte, an der Ostfront jedem einzelnen Bataillion reinreden zu müssen.
Welche Abgeordneten blödes Stimmvieh sind und welche die Fäden ziehen, weiß ich nicht und ist mir auch ehrlich gesagt ziemlich egal. Das ganze Parlamentswesen dient doch nur noch dazu, zu verschleiern, wer wirklich was macht und am meisten profitiert. Auf diesen “Demokratiemist”, wie er derzeit abläuft, kann ich verzichten und würde dem System auch keine Träne nachweinen, wenn es jemand zerschlägt.
Nabend..ich muss als Mitarbeiter dieses Unternehmens auch mal was loswerden, ungeachtet der Kommentare…Ich bin seit 2002 bei Quelle.Contact.Beschäftigt beim mittlerweile einzig verbliebenen “westdeutschen” Standort….. in Essen. Oh je, wenn das jemand liest, dann bin ich meinen Job los :-) Ich kann nur soviel sagen, jeden Tag wird es schlimmer hier zu arbeiten. Die ganze Situation macht einen echt banane. Jeden Tag eine neue Hiobsbotschaft. Besonders die Schliessung des Call Centers in Padborg hat mich und viele meiner Kollegen sehr betroffen gemacht. Was mussten wir bisher alles einstecken, und das mein ich jetzt nicht als armes Opfer, bisher bin ich/sind wir ja verschont geblieben, aber wen interessiert es in Nürnberg überhaupt wie es uns Mitarbeitern geht? Ich weiss, das klingt abgedroschen, aber so ist die Stimmung bei uns zu beschreiben. Wie soll ich meine Mitarbeiter motivieren, wenn meine Motivation selbst nicht mehr da ist???? Na ja,Hauptsache Herr Holtmann kann sparen. Ok, das mag alles nicht betriebswirtschaftlich klingen oder so, aber is mir auch gerade ziemlich egal. Ich habe eigentlich immer gerne hier gearbeitet, aber mittlerweile hab ich Angst…vor der Arbeitslosigkeit, vor allem möglichen…..
P.S.Ich entschuldige mich schonmal im Voraus für meinen vielleicht nicht für jeden nachvollziehbaren Thread, aber zu mehr bin ich im Moment nicht in der Lage
@ QuelleContact-Mitarbeiter :
Wieso entschuldigen für deinen Kommentar ? So scheint es “in” der Quelle wohl von A bis Z auszusehen … am “Schlamassel” habt Ihr (fleißigen) Mitarbeiter wahrscheinlich nicht Schuld. Vielleicht auch nicht Herr Holtmann … aber wohl Personen, die Ihr nie zu Gesicht bekommen hattet und vielleicht auch nicht einmal mit Namen kennt. Für mich ist “die Quelle” ein ziemlich dubioses Unternehmen mit skrupellosen Methoden, obwohl diese über Jahre hinweg ein internationales (Logisitik-) Netzwerk aufgebaut haben, von dem andere (kleinere) Firmen nur träumen können. Der Service war (als ich dort vor ~11 Jahren das letzte Mal ein Produkt erworben hatte) auch O.K. und damals die Mitarbeiter sogar noch richtig motiviert.
@QuelleContact-Mitarbeiter:
Wie Tobias schon anmerkte: Es gibt keinen Grund sich für den absolut schlüssigen Kommentar zu entschuldigen. Im Gegenteil – ich finde es sogar sehr wichtig, wenn Betroffene sich persönlich outen. Dadurch verlieren “anonyme Einzelschicksale” ihre Anonymität und werden greifbar. Und Du bist beileibe kein Einzelfall, ich habe selbst einmal den Job aufgrund finanztechnischen Irrsinns der Besitzer (PE-Fonds) verloren und kenne im Freundeskreis einige Fälle, denen es ähnlich geht, wie Dir.
Das theoretische “Hirnjogging”, wie wir es hier im Thread betrieben haben, ist wichtig – aber mindestens ebenso wichtig ist es, den Betroffenen zuzuhören.
Sicher, das ist noch allemal besser als hierzulande, wo gerade wieder die schrecklichen Lohnneeebenkosten mit dem Effekt gesenkt wurden, dass die BA im nächsten Jahr wohl wieder Defizite produziert – prima, neuer Sparzwang! – während der ’starke’ Euro natürlich überhaupt kein Problem darstellt, im Gegenteil. Aber reicht das als Antwort in einer so weit ‘fortgeschrittenen’ Marktwirtschaft wie der unseren? Dazu möchte ich noch mal einen Satz aus dem aufgreifen, was ich weiter oben zu Mill gepostet hatte*:
Und auch Keynes hat sich Gedanken über den Übergang von der Mangel- zur (potentiellen) Überflusswirtschaft gemacht, wie man ua hier nachlesen kann. Bei der Lektüre fällt einem schnell auf, dass in nahezu jedem Punkt das genaue Gegenteil von dem passiert, was Keynes als ‘vernünftig’ betrachtet hätte. Statt ‘angemessen’ auf die Situation zu reagieren und das allmähliche ‘Absterben’ der Profitmaschine zu organisieren wird krampfhaft versucht, dieselbe durch Sozialabbau, Lohndrückerei etc auf Deibel komm raus am Leben zu erhalten. Statt einen öffentlich-kooperativen Sektor auf- und auszubauen, wird noch das letzte ‘Tafelsilber’ dem Markt zur Bereicherung eines längst übergrossen und die Wirtschaft durch Spekulation lähmenden statt stimulierenden Kapitalhaufens überlassen, die ‘Grossen’ fungieren bereits nur noch als ‘Bank mit angeschlossener XY-Abteilung’ und echte ‘Newcomer’ werden immer seltener. Offenbar hat sich Keynes in ganz ähnlicher Weise geirrt wie Marx – ‘das Kapital’ mag eine einmal errungene Machtposition genausowenig aufgeben wie ‘die Partei’ den Staat. Trotzdem sollten wir uns mit dem Gedanken beschäftigen, dass ein ‘Fortschreiben’ der Kapitalakkumulation zumindest in unseren Breiten vielleicht noch eine zeitlang möglich, aber nicht mehr sinnvoll ist. Und dass nur um den Preis geht, den wir hierzulande bereits überdeutlich zahlen und den über kurz oder lang wohl auch das skandinavische Modell erreichen dürfte, in dem es mitunter auch schon gefährlich knirscht, wie man zB hier nachlesen kann. Und wenn das ausgereizt ist – bleibt nur noch die Kriegswirtschaft. Das Zeichen steht ja auch (schon wieder) an der Wand.
*Ich hätte natürlich auch wieder den Alten aus Trier mit seinem ‘tendenziellen Fall der Profitrate’ zitieren können, aber dann hätt’s ja nur wieder Zurückgebliebenenschelte gesetzt… ;-)
@Peinhart
Ich gebe Dir sogar recht. Nur halte ich eine Umsetzung dessen, was Du beschreibst, ind Deutschland noch für utopisch. Daher plädiere ich zunächst einmal für eine Step-by-Step Lösung. Aber wer weiß? Die Geschichte hat uns gelehrt, daß es manchmal schneller geht, als man denkt. OT: Ich habe vor kurzen Sebastian Haffners “Von Hitler zu Bismark” (1988 erschienen) gelesen, und mich köstlich amüsiert, wie der kluge Haffner eine wie auch immer geratete “Wiedervereinigung” in einem Staat für absolut undenkbar hielt.
Irgendjemand muss ja die Avantgarde machen. ;-) Nee, im Ernst, ich denke, es ist an der Zeit, sich grundsätzliche Gedanken über Markt, Gewinn und Eigentum zu machen. Andererseits hast du natürlich auch recht – es wäre ja schon was, wenn man überhaupt mal wieder einen ‘Step’ machen könnte statt immer nur ‘Rückzugsgefechte’, und die auch noch zu verlieren. Aber auch dabei könnte es helfen wenn man zu erkennen gibt, dass man auch bereit ist den ganzen Laden in Frage zu stellen… und last not least könnte es nicht schaden, für den Fall eines wie auch immer gearteten ‘Danach’ ein paar Konzepte parat zu haben. Wobei ich ausdrücklich nicht von einem ‘zwangsläufigen’ Zusammenbruch ausgehe, entsprechende ‘Leidensfähigkeit’ vorausgesetzt. Und davon haben wir gerade hier in Deutschland offenbar mehr als genug.
Für das größte Problem, eine Änderung im System herbeizuführen, halte ich das gläubige Hinterherlaufen hinter dem Wirtschaftssystem, das den “Wohlstand” Deutschlands hergestellt hat, nachdem alles in Trümmern lag. Die meisten Leute halten doch das, was wir hier haben, immer noch für Freiheit ohne zu merken, dass die Unfreiheit hier nur woanders liegt als in den offenkundig unfreien Systemen.
Ich möchte jetzt keine neue Debatte über Freiheit starten. Das würde dem, was der Artikel zum Inhalt hat, angesichts der persönlichen Betroffenheit einiger hier nicht gerecht werden.
Nur soviel:
Im Feudalismus wusste jeder, wer den Löwenanteil des Erarbeiteten verschlingt. Heute scheint das Erwirtschaftete einfach zu verschwinden. Gewinne machen immer nur Institutionen, die aber für niemanden persönlich greifbar sind. Wer ist denn die DEUTSCHE BANK?
Das Börsenmodell muss gründlich überdacht werden. Eine Aktie hat nichts mit Teilnahme an einem Unternehmen zu tun. Sie ist genauso totes Papier wie ein Geldschein. Und weil die jeweiligen Entscheidungsträger der Unternehmen dafür zuständig sind, die Aktionäre zu befriedigen und im Falle des Scheiterns in dieser Hinsicht ausgetauscht werden, ist diesen Leuten nicht einmal ein Vorwurf zu machen. Sobald die Aktienmehrheit aber von einer Person gehalten wird, liegt der Fall m.E. etwas anders. Insbesondere dann, wenn es sich um ein altes Familienunternehmen handelt wie im Fall Quelle.
Morgen findet die nächste Verhandlungsrunde der Mitarbeitervertretung mit den Herren der Geschäftsführung von Quelle.Contact in Padborg statt.
Und möglicherweise werden die Anwälte, die die Mitarbeiter vertreten sollen, durch geschicktes Gebahren der Quelle-Führungs-Riege gar nicht erst erscheinen.
Anstand ist etwas anderes. Und das hat nichts mit Aktien oder “Ich bin doch nur der Übermittler” zu tun. Das ist eiskaltes Kalkül.
Hallo Mr. Quelle.Contact !
Hab’ gestern ein kleines (Protest-) Video mit meinem Erlebnissen in der Arbeitswelt bei uTube reingestellt [ youtube.com/watch?v=sZ3lG02SH8w ] . Die dabei erwähnte Werbeagentur “Fritsche” ist für die Quelle-Kataloge zuständig gewesen – die Leute in der Industrie arbeiten “Hand-in-Hand” und mittlerweile ist die Politik wie Justiz eben auch schon fast komplett übernommen; eben eine Wirtschaftsdiktatur der “Güteklasse A”.
Schöne Grüße
Tobias Meier
PS: Nicht den Kopf hängen lassen – es wird sich etwas ändern, weil es mit Garantie nicht so weitergeht. Es ist Zeit für eine Revolution und solange die Menschen immer weiter “in die Enge” gedrängt werden, desto schneller wird sie kommen.
@Mitarbeiter Quelle Contact
Der Vergleich mit dem Feudalismus ist sehr treffend. Heute kann man es Meudalismus nennen. Darüber gibt es einen sehr empfehlenswerten Artikel.
Es wäre übrigens nett, wenn Du uns über die neuen Entwicklungen hier auf dem Laufenden halten könntest.
Es ist untersagt, gegenüber Dritten Informationen über das Quellegebaren preiszugeben….. “Janz einfach: Maul halten angesagt!!!” …;-)
Ich dachte eigentlich, meine Enttäuschung sei dem Frust und der dann folgenden Hoffnung auf Veränderung gewichen…doch das war ein Trugschluss. Man sieht es mir manchmal an. Die Mitarbeiter können noch so gut sein (ihr seid sehr gut!), ändern können sie nichts. Es war ein geiles Arbeiten mit euch!
@R.I.P.
Quelle ist nervös – allein dieser Artikel wurde seit dem 20.November über 200x von Rechnern aus den Häusern Quelle und Quelle-Contact aufgerufen. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Abteilungen “Recht” und “Öffentlichkeitsarbeit” darunter waren.
@ SpiegelFechterJens :
Wieso sollen die Abteilungen “Recht” & “Öffentlichkeitsarbeit” für diesen Artikel interessieren ? Solange keine Lügen aufgetischt werden, ist doch alles legitim. Das ist Meinungsfreiheit / Pressefreiheit; mir hat jemand mitgeteilt, daß es Probleme bezüglich meines Video geben könnte – sollen “Sie” doch versuchen …
@Tobias
Natürlich ist das legitim – aber schlechte “Presse” ist immer unerfreulich und Artikel dieser Art werden zumindest gesichtet und meist auch auf den Verteiler gesetzt. Natürlich würden Unternehmen gerne negative Artikel unterbinden, nur können sie es nicht. Meine “Montagen” wären beispielsweise ein Punkt, gegen den man juristisch vorgehen könnte – aber die Jungs und Mädels sind ja nicht blöd. Würden sie diese Gelegenheit ergreifen, würde ich natürlich darüber schreiben, was den Ursprungsartikel nur noch weiter verbreiten würde. Ich bin selbst im Bereich “PR” tätig und würde bei so etwas die goldene Regel “schweigen und hoffen, dass möglichst wenige Leute davon erfahren” anweden ;-)
Bisher hat sich natürlich noch niemand an mich gewandt, und dies wird sicher auch so bleiben.
Wir stehen in Verhandlungen mit Quelle. Insofern wäre es unklug, hier zuviel zu schreiben. Ob, was und wann etwas veröffentlicht wird, hängt natürlich auch davon ab, wie mit uns umgegangen wird.
Das rege Interesse an diesem Artikel freut mich sehr!
Ergänzung zu R.I.P.: Es ist immer noch ein geiles Arbeiten mit euch!! ;-)
“Schöne NEUE Welt,
unsere Feinde sind wir SELBST!!
so stirbt die Quelle…”
Da ich der Dritte bin, dürft Ihr folgendes erfahren:
So wie ich gehört habe, werden in Essen bis zu 100 Verträge zum 31.12.2007 auslaufen.
Einfach so, ohne einen Grund!!
Den Grund QUELLE müsste sparen, den akzeptiere ich NICHT!!
So werden 100 Menschen einfach vor die Tür gesetzt!
100 Existenzen werden gefährdet!!
Ich finde es traurig dass in der heutigen Zeit nur noch Quantität anstatt Qualität zählt.
Ich hätte doch lieber zufriedene Kunden anstatt, mehr Geschäft durch verärgerte Kunden, die natürlich öfter anrufen, bis das Thema vom Tisch ist, aber danach nie wieder bestellen!?
QUELLE schaufelt sich sein eigenes Grab.
Obwohl ist es wirklich Quelle!?!?!
Oder doch der DIENSTLEISTERGEDANKE, der den MA zurzeit in Deutschland und meinen Freunden in Padborg ein wunderschönes Weihnachtsgeschäft gebracht hat!? BRECH!!!
Hauptsache gewisse Leute in den oberen Etagen verdienen Millionen pro Jahr!!
Aber eins als Empfehlung für die “OBEREN”:
Ich würde die Quelle schon für die Hälfte zugrunde regieren!
Eine Bewerbung mit Zukunftsängsten bitte an folgende eMail-Adresse senden:
ich-bin-scheiße@und-nicht.net
oder rufen Sie unsere netten Telefondamen der Bewerberhotline in den Standorten Mainz und Köln!
Am 12.12. findet in Essen eine Betriebsversammlung statt, mal schaun wann’se zu machen, wa!? ;-/
Kleiner Tipp dass es auch anders geht:
SNT!! Diese Damen und Herren haben zwar auch Center geschlossen und auch ausgegliedert, aber dort findet ein fairer Umgang mit den MA statt und diese müssen bei einer Vollzeitstelle NICHT noch zum Arbeitsamt, extra Leistungen beantragen!!
Schade, schade, schade……schade, dass sich die Leute aus Dänemark nicht einfach ihrem Schicksal ergeben…schade, schade, schade….für die Quelle!!!! ;-)
Dabei hatten die sich das so leicht vorgestellt…..
Mal sehen, was weiter passiert.
@unbekannter dritter -> tut mir leid, aber Du bist mindestens Nr.4
@Mitarbeiter Quelle.Contact -> stimmt, es ist immer noch ein schönes Arbeiten mit den Kollegen.
12.12.07!
Liebe Essener Kollegen,
nehmt Eier mit zu eurer heutigen Betriebsversammlung!
Eine andere Sprache verstehen die Herren nicht.
Die Anwesenheit von Presse wäre auch ratsam.
@ Quelle.Contact & andere Quelle-Mitarbeiter
Hoffentlich habt (hattet?!) Ihr Erfolg mit der Betriebsversammlung und habt die “richtige Sprache” benutzt :) … ( sorry für meine Negativität: ) die sprechen ja auch Deutsch, nur aus eigener Erfahrung weiß ich, daß bei denen nur ein “Kaliber der größeren Art” hilft.
Meier
Die Essener Betriebsversammlung…
… schade, das sich nur wenige der Mitarbeiter zu Wort gemeldet haben, schade, schade, schade!
Allen stummen Mitlesern dieses wunderbaren Blogs soll gesagt sein: So wird das nichts!
Große Töne in Pausenräumen kann jeder spucken, wenn es ernst wird, lächelt man dann nur brav…
Aber DANKE an die wenigen Ausnahmen, die den Mum aufgebracht haben, ihrem Unmut Luft zu machen.
Na, is das nicht immer so bei uns? Und ich wage mal die Behauptung aufzustellen, dass sich das auch nie ändern wird. Die Mitarbeiter, inkl. mir, sind einfach nur enttäuscht, resigniert…und manche (man möge es mir verzeihen) zu dumm und zu feige.
Begonnen beim sog. Centermanager, der sich eigentlich nur dadurch auszeichnet, dass seine eigenen “Agenten” ihn grösstenteils nicht kennen und er darüber hinaus in seiner “Führungsmannschaft” entweder mit dummen Sprüchen oder Ignoranz glänzt. Ich habe lange überlegt, aber ich denke, so kann ich das sagen. Wenn nicht…auch egal :-)
Die Sachen, die ihn interessieren bzw interessieren müssen, die erfährt er durch seinen “Spion”. Ein gaaaaaaaanz netter und lieber Kollege, aber auch dem sagt keiner was man davon hält. Und wenn man als Einzelner den Mund aufmacht, bringt es herzlich wenig, wenn die anderen Kollegen nur (wie hat es meine Vorposterin gesagt? Lächelnd?) danebensitzen.
Ich sitze das ganze jetzt noch so lange aus, wie es halt dauert. Ich weiss, ich habe eine Handvoll Kollegen und Kolleginnen auf die ich mich verlassen kann und das baut mich dann doch wieder ungemein auf.
Am Schluss nochmal n dicken Gruss an die Padborger (danke für unseren Centerleiter *lach*) Ich glaube, das sind die einzigen in unserer Organisation, die ähnlich ticken wie wir.
Hallo Kollegen.
Ich bin sauer, ich bin traurig und mehr als demotiviert. Auch ich arbeite in Essen und es ist wirklich hart sich von so vielen Kollegen auf einmal verabschieden zu müssen. Jeden Tag ein neuer Austausch von Emailadressen und Telefonnummern mit dem Wissen, dass man die meisten trotzdem nicht wiedersehen wird.
Dennoch; diese 100 Personen die gehen müssen hatten alle Fristverträge und wussten über das Datum Bescheid. Bei einigen, und da ist es wirklich am Härtesten denn das waren zum grössten Teil sehr fähige Leute, liefen die 2 Jahre aus ab denen ein Festvertrag vergeben werden muss.
Festverträge gibt es bei der Quelle schon länger nicht mehr in Regelmässigkeit und wenn als Vertretung v. Schwangerschaft o.ä.
Da die Personen schon länger im Unternehmen sind/waren waren sie darüber bestens informiert. Bei einigen Kollegen war es unklar ob es noch eine Möglichkeit gibt etwas zu “deichseln”, aber der Termin wann der Vertrag ausläuft stand fest.
Andere Verträge waren befristet von September/Oktober07- Dezember07. So wurde es den Kollegen gesagt und so wurden die Verträge unterschrieben. Keinem dieser Kollegen wurde ein weiterer Vertrag entgegengewunken; auch wenn das z.T. behauptet wurde, dies ist falsch.
Ich bin nicht pro-Quelle. Die Zeiten sind leider vorbei und ich kann jeden der hier schreibt verstehen, aber dieses waren keine Entlassungen. Hier wurden Verträge nicht verlängert. Die waren zum Ende des Jahres befristet. Die Leute wurden also nicht einfach auf die Strasse gesetzt.
Ich möchte einfach nur ein wenig relativieren.
P.S.: Alles was aus Padborg kommt reichen wir doch sowieso weiter…..
Juhuu…sie sind da ….die Kündigungen!!! So nett geschrieben…. Verständnis…. Loyalität….und mit freundlichen Grüßen….
Ach, und dann die Weihnachtsbotschaft…herzergreifend…. uns aber einen Maulkorb verpassen und uns nirgends mehr erwähnen….war da nicht noch ein Wettbewerb? Schon eine Formel gefunden wie man uns und andere hinter die Großen plaziert bekommt? Nochmal die Spielregeln ändern? Ich bin sicher, euch fällt schon was ein…
Mit den besten Wünschen und Grüßen an alle aus Essen- Kopf hoch und schöne Weihnachten, guten Rutsch und noch viel mehr….. Die Besiegten weinen, der Sieger geht unter.(sinngemäß ein lat. Sprichwort)
Glückwunsch Essen !!! Bemerkenswert wie dicht das unter den ersten vier ist.
@ Der Essener:
Ich bin absolut kein Fürsprecher, wie sich alles entwickelt, aber das Du Guido “angreifst” finde ich nicht gut.
Was ich richtig stark von ihm fand, auch wenn es etwas suspekt aussieht, ist, dass er alles menschenmögliche Versucht hat, den Mitarbeitern einen neuen Job zu vermitteln.
Etliche Firmen sind im ganzen Center via Flyer verstreut, sogar eine Zeitarbeitsfirma veranstaltete einen InfoTag im Center!!
Ich weiß nicht, ob das jeder Chef gemacht hätte!?
Des weiteren:
“die dummen Sprüche”, wie Du sie nennst, gibt es nicht!
Nur solche Mitarbeiter/Angestellte, die diese nicht verstehen, oder verstehen wollen!
Hatte irgendjemand den ARSCH in der Hose gehabt ihm mal seine Meinung zu geigen!?
Die Wenigsten!!
Ich hasse es, wenn Menschen über andere her ziehen, die von NIX und wirklich von garnix ne Ahnung haben!!
Ja SUPER!!
Hier ist man Anonym, hier kann mir keiner was!
Scheiße, beweißt GRÖßE und schreibt mit Eurem richtigem Namen:
Mein Name ist Peter Goroncy und arbeite an der Steuerung in Essen!
Aber dazu fehlt Euch der MUMM!!
Zu seinem Spion:
Ich weiß wen Du meinst, aber ticken wir nicht alle gleich!?
Jeder versucht das beste aus seiner Position zu ziehen.
Es ist nun mal – das nicht nur bei der QUELLE – eine Ellbogen-Gesellschaft.
Nur der beste, schlauste und der, der über Leichen geht, überlebt!
Aber derjenige soll bitte beachten, das einige Leichen evtl. Zombies sind, die ihn dann evtl. zerfleischen!!
Ich versuche mein Bestmöglichstes für das Center in Essen zu tun.
Unter anderem versuche ich die Gesamtorganisation zu unterstützen.
Nicht, weil ich mir einen Job bei den Oberen verspreche, sondern weil mir es SPAß macht!!
Mir macht es Spaß mit den
Berliner
Magdeburgern
Padborgern
oder aus welchem Standort sie auch herkommen zu arbeiten!
Wir müssen endlich wieder die Fott hochkriegen und gas geben!
ESSEN IST NOCH NICHT ZU!!!
Essen existiert und lebt!!
Zwar mit bedauerlichen 130 MA inkl. der Orga, aber damit können wir auch noch glänzen, oder!?
Nur wer das Center schlecht redet oder über andere hinter seinem Rücken und dann noch anonym herzieht, der soll verdammt nochmal seine Sachen packen und verschwinden!!!
Und das vor dem 31.12., somit könnten wir evtl. jemanden der arbeiten möchte und das mit Elan und Spaß aus der Arbeitslosigkeit retten!!
SO! Jetzt beruhig ich mich erst’ma!!
……………………………………….
Zum Schluss in aller Ruhe:
Ich verfolge diesen Blog schon lange mit, fand ihn auch sehr interessant und gut.
Aber das was “der Essener” geschrieben hat, ging mir persönlich zu weit!
Bitte bleibt bei FAKTEN und über der Gürtellinie.
Alles andere ist mir persönlich wurscht!
Schreibt Euren Ärger, Eure Wut alles was Ihr möchtet nieder!
Es tut gut dieses zu tun und wer weiß, vielleicht bringt es etwas, da der Blog sich immer mehr verbreitet!
In diesem Sinne:
wünsche ich Euch und Eurer Familie ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest
und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2008
Euer
Peter
@da-Admin
Hallo Peter,
dein Engagement in allen Ehren:
Essen lebt nicht mehr.
Du glaubst hoffentlich nicht an das Gestammel von Jörg Schmidt, es gäbe keine Schließungspläne. Die Schließungen aller “alten” Center sind beschlossene Sache.
Und noch etwas: es ist schlimm genug, um seine Existenz bangen zu müssen. Dein Einwand, anonyme Einträge wären feige, kann ich nicht gelten lassen. Ich habe meine Kündigung in der Tasche. In dieser wird ausdrücklich in einem der 10 Absätze über meine Pflichten bis zum Ende auf die Geheimhaltungsplicht hingewiesen.
SCHREIBT! Und schreibt anonym, wenn ihr Schaden befürchten müsst.
Genießt die Weihnachtstage ohne an diesen SCHEISS-KONZERN zu denken!
Wir Padborger denken an euch.
Kopf hoch! Lasst Quelle untergehen. Sie wollten es nicht anders.
Ich weiß nicht was ich glauben soll und/oder darf!
Ich glaube nur noch das, was ich lesen kann.
Sorry, wenn ich mich vielleicht falsch ausgedrückt habe.
Ich meinte nicht das JEDER sich mit Namen melden sollte.
Ich meinte nur die, die persönlich Mitarbeiter und/oder Führungskräfte angreift!
Natürlich sind wir der Geheimhaltung verpflichtet, aber das wir denken, dürfen wir schreiben.
Und darauf bezogen, das jemand etwas zu befürchten hat!?
Bitte!?
So wie Ihr keine Firmen-internen Sachen ausplaudert, die nicht an die Öffentlichkeit dürfen, könnt und dürft aber vor allem solltet Ihr alles schreiben.
Das leider Padborg schließen muss, in Essen knapp 100 MA entlassen werden, diese Thematik sind, glaube ich, keine Geheimnisse mehr, oder!?
Wenn Du mir bzgl. der Schließung von Essen etwas schriftlich zusenden könntest, würde ich es Dir glauben!
Aber diese Info hast Du wahrscheinlich wieder aus ‘m Raucherraum oder von dem Neffen Deiner Nachbarin dessen Freundin gehört!?
Wie auch immer, ich bin bereit über alles fair zu diskutieren, aber nur wenn alle bei Fakten bleiben und diese ggf. auch widerlegen könnten.
Peter
Hallo Peter.
Internet ist anonym und das ist auch gut so. Du machst doch mit deinem Eintrag genau das was du bemängelst; du greifst derEssener an. Grade du müsstest wissen wer das ist. Dann hab den Arsch in der Hose und sag das der Person selber. Und der seeeehr nette Kollge ist jemand über den DU dich genauso aufregst und schon immer getan hast.
Auch mich kotzt die Firmenpolitik an, aber sich jetzt hier gegenseitig anzugreifen ist doch Mist.
Unsere Nerven liegen alle blank, aber muss jetzt unser aller Arbeitsverhältnis leiden? Nein. Die meisten hätten sich sicher schon was neues gesucht, wenn wir nicht alle irgendwie den Job, und dabei speziell das Arbeiten mit den Kollegen, so mögen würden. Auch ich liebe diese Job und mache ihn gerne, allerdings kann ich eine “Zusammenarbeit” mit Magdeburg und Berlin nicht so bestätigen. Die hast du an der Steuereung, aber die Agenten erleben nur, dass da”unten” mieserabel gearbeitet wird. Für den Kunden geht es den Bach runter. Wir haben immernoch sehr engagierte Agenten die nur noch mit dem Kopf schütteln. Schadensbegrenzung ist das Zauberwort. Sowas wie tatsächlicher Kundernservice ist tot bei Quelle. Es wird uns immermehr Handlungsspielraum genommen und an die beiden Standorte verteilt. Mit welchem Ergebnis? Es läuft nur noch Mist. Klar, wenn Personen in Abteilungen (Konten, Inkasso, Kreditservice) arbeiten, obwohl sie grade mal vor 4 Monaten das Wort “Quelle” in ihren Wortschatz aufgenommen haben. Das kann nichts werden. Damit greife ich die Kollegen da unten nicht an, aber das hat keinen Wert. Nicht umsonst wurden bei uns Schulungen gestaffelt.
Die Kollegen da unten arbeiten ein halbes Jahr für keinen Cent mehr als Hartz IV und da ist es mit der Motivation nicht sehr weit, denn auch wenn die CallCenterarbeit nichts für einen ist musst du weitermachen da dir sonst die Gelder gestrichen werden.
Wenn ich dazu auch noch höre wie Kollegen da unten abfällig über Langzeitarbeitslose (dumm und vorallem faul) denken wird mir schlecht. zeigt mir aber das Menschenbild welches in der neuen Welt vorherrscht.
Die meisten dort haben sich doch nur selber vor der Arbeitslosigkeit geretten, weill sie die schlechteren Verträge unterschrieben haben. Verträge für einen astreinen Betriebsübergang der ja keiner ist, nicht wahr Herr Wowereit? Hab ich so richtig verstanden, oder? Es wurden 2 Center plattgemacht, die Arbeitsplätze vernichtet um mit Gönnertum die schlechteren Vertäge für weniger Geld, mehr Arbeit und weniger Urlaub anzubieten für Arbeit die definitiv die selbe bleibt.
Quelle spart sich hier auf Rücken der MA gesund, aber das hatten wir hier im Forum schon.
Wir haben alle Angst, aber lasst uns in Essen nicht gegenseitig zerfleischen.Lasst uns wenigstens unser Arbeitsverhältnis welches wir immer mochten mit allen Quatschereien und Querelen aufrechterhalten. Wir sind enttäuscht und sauer, aber wenn die Quelle schon keinen Wert auf Qualität mehr legt, dann sollten wir auf unsere kollegiale Qualität nicht verzichten. Damit haben wir schon eine Menge geschafft und das hat uns und die Motivation immer wieder ein bisschen aufrecht gehalten.
Das gallische Dorf muss weiter zusammen halten:-)
Kritik an einzelnen Personen (wie hier der Centerleiter) sollten hier nicht rein, da gebe ich dir recht Peter. Aber auch das eher mit dem Hintergrund, dass er als “kleiner” Centerleiter gegen die Gesamtorganisation nicht viel machen kann. Habt ihr euch mal die Organigramme in der Firmenstruktur angesehen? Daraus lässt sich sein Einfluss wunderbar ablesen…..
Middelhoff und der restliche ausgespuckte alte Bertelsmannrest ist da eher die Adresse bei der wir uns bedanken dürfen.
Auch wenn unser Centerleiter da im ersten Moment greifbarer ist, ist er nicht schuld an unserer Situation. Auch er macht Fehler, klar, aber das gehört nicht hier hin.
So, jetzt hab ich mich mal wieder ausgelassen. Ich grüsse ganz herzlich alle Kollegen aus Padborg und viel Spass bei eurer Weihnachtsfeier (oder war die schon?!?) Dann hoffe ich, dass sie schön war:-)
Bis dann,
Pusteblume, die trotz des Sturms noch steht:-)
Hier gehts ja ab…!
ESSEN lebt, Essen ist tod – ich würde sagen, wir werden gerade zu Grabe getragen. Ein kleines aufflammen, einer komatösen Kranken, die letzten Atemzüge…
Der Wille ist da, ob die Kraft reicht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.
Aber seien wir doch mal ehrlich. Von den selbsternannten Göttern wird es letztendlich niemanden interessieren, wie flexibel und effektiv in Essen gearbeitet worden ist. Niemand wird sich darum scheren, wie viele WIN24 an den Kunden gebracht worden sind, wie oft man seine Schicht im Sinne des Geschäfts verkürzt oder verlängert hat.
Andernfalls würde ein Center wie Padburg nicht geschlossen werden, die sich mit Essen immer ein heißes Duell geliefert haben, wenn es darum ging, die besten zu sein.
Die Götter haben einen Plan gestrickt. Beschlossene Sache, ende, aus. Man will billig sein, mit einer schönen Fassade glänzen, den Markennamen wieder voran bringen. Das geht doch praktisch auf dem Rücken billiger Arbeitskräfte, oder?
Was die Herrschaften allerdings scheinbar nicht begriffen haben ist, dass der Mitarbeiter, das unterste Licht, der CC-Agent, der Draht zum Kunden ist. Der Telefonist, ist für den Kunden die Quelle.
Da sitzt er nun, der unterbezahlte, ehemalige Elektroniker, eingewiesen in einer Schulung und soll über Gardinen lamentieren. Oder Frau Metzgereifachverkäuferin, bearbeitet technische Anfragen zu Multimediaartikeln.
Es wird nicht investiert in den wichtigsten Bestandteil des Unternehmens, im Gegenteil, er wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans und der Kunde bleibt auf der Strecke.
Hübsche Zahlen werden niemanden mehr etwas nutzen, wenn der letzte Kunde, das Handtuch geworfen hat. Im Zeitalter des Internets & der Billig-Läden ist man nicht mehr zwingend auf Versandhaus Quelle angewiesen, die Kundenservice an letzter Stelle ihre Aufmerksamkeit schenken.
Und wie sagte jemand mal so schön? “Ich hätte gern meine Weihnachtsgeschenke bei Quelle gekauft, aber von meinem Gehalt, das Quelle mir zahlt, ist das leider nicht möglich”… Wie wahr, wie wahr. Mir geht es in diesem Jahr nicht anders.
Ob ich nun der allgemeinen Geheimhaltungspflicht wiedersprochen habe, oder nicht… who cares?
Ich bin überzeugt davon, das ich eines Tages gehen muss – die Frage ist nur wann. Und ich gehe lieber mit dem Gewissen, versucht zu haben, wenn auch nur einige wenige, wach zu rütteln, anstatt in Resignation zu verfallen!
Schöne Weihnachten
@AgentinmitHerz
100% d’accord.
Herrje, was man mit so einem Eintrag alles anrichten kann.
OK, kann sein, dass ich mit den Worten, die an unseren Centerleiter gerichtet habe, vielleicht zu weit gegeangen bin, wenn das so ist, dann entschuldige ich mich.
Aber ich denke auch, dass es in der momentanen Situation wirklich schwer ist, sich zusammenzureissen. Ich bin ein Mensch, ich bin emotional, wen das stört, der sollte das einfach überlesen.
Ich stimme zu, dass man dieses Forum bestimmt nicht nutzen sollte, um sich gegenseitig anzugreifen, auch wenn ich das mit meinem letzten Eintrag vielleicht in den Augen einiger gemacht habe. Wie gesagt, tut mir leid, kommt nicht wieder vor.
Eine Sache möchte ich aber noch anmerken: verdammt schwer zusammenzuhalten, verdammt schwer an einem Strang zu ziehen, verdammt schwer seinen eigenen Kollegen zu vertrauen und das alles ist eigentlich verdammt traurig.
Tja, wir werden sehen……
@da-admin: Ich habe lediglich meine eigenen, persönlichen Eindrücke und Erfahrungen geschildert. Die Dinge so geschrieben, wie ich sie nunmal sehe. Also sag bitte nicht einfach, DAS IST NICHT SO! Wenn du alles anders siehst, dann freut mich das für dich, aber lass anderen, so wie mir, bitte die Freiheit die Sachen aus meiner Sicht zu sehen und zu schreiben. Ausserdem kann ich den entsprechenden Leuten schon sagen, was ich denke und welche Meinung ich dazu habe, allerdings NUR den Leuten!!!
@alle: Frohe Weihnachten und kommt gut ins neue Jahr :-)
Ich habe keinen persönlich angegriffen, wenn man meinen Text mal durchliest!!
Aber SpongeBob drüber! ;-)
Wir machen zur Zeit einen Fehler!
Und das ist jedem die Schuld in die Schuhe zu Schieben, nur nicht denen, die es angehen sollte!
Ich finde wie gesagt die Entwicklung der QUELLE auch nicht wirklich gut.
Bei den Gehältern bekommt man nun mal nicht die Arbeitskraft, die man benötigen würde – Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel! ;-)
Aber sehen wir es mal mit einem anderen Auge (Ironie):
Ich könnte mir kein riesiges Einkaufzentrum in Essen bauen, wenn die Gehälter AG-Standarts hätten.
Ich könnte mir keine Millionen in die eigene Tasche wirtschaften, wenn ein Mitarbeiter des KarstadtQuelle oder Arcandor oder Promindo oder wat weiß, mehr verdienen würde wie zur Zeit die Verträge hergeben!
Aber ich sage Euch etwas:
Ich bin 2facher Vater, habe einen GmbH-Vertrag, arbeite 39 Std. (gerne) bei Quelle.
Muß aber um meinen Lebensstandart, und dieser ist wahrlich nicht hoch
Auto=>Dacia Logan ;-) seit ein paar Jahren kein Urlaub,
noch einen Zweitjob suchen!?
Irgendetwas läuft doch in Deutschland verkehrt!?
Stelle ich mir jetzt vor – ich träume mal – Essen wird geschlossen und zufällig wird in Essen ein neues Center eröffnet, zufällig im EinkaufZentrum, so könnte ich von dem NEUEN Gehalt keine 2 Kinder, mich und meine Frau durchbringen!
Ich hab mir schon überlegt, einfach nackig bei der Eröffnung des WarenZentrums vor der Tür zu sitzen und zu betteln, aber das lass ich mal lieber! :-D
Soviel elend sind die Essener nicht gewohnt! ;-)
Ich hoffe das Padborg JETZT GERADE eine wunderschöne Weihnachtsfeier hat, ausgelassen abfeiert und für uns einen mitbechert!
Ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und lasst uns JETZT wieder alle lieb haben! ;-D
Ich mag Euch alle Call-Center-QUELLIANER!!
Peter
Und genau das meine ich!!!! Im Grunde mögen wir uns mit unseren Ecken und Kanten und das ist das was mir fehlen wird wenn wir schliessen sollten. So eine Art des Arbeitens bekommen wir nie wieder. Fühlt euch alle (naja, fast alle….*g*) fest gedrückt.
Schöne Weihnachten.
Ja, das stimmt :-) Ich möchte mir im Moment kaum vorstellen, wie es ohne den, von mir so beschimpften Chef, den seeeeehr netten Kollegen oder wen auch immer, ist.
Bin mittlerweile so lange in diesem Laden, dass ich das nicht mehr missen möchte, dummerweise aber wohl in naher Zukunft muss….
Euch auch allen schöne Weihnachten.
@Padborg: ohne euch wüsste ich heut noch nicht, was Rama is *lol*
nett, der spiegelfechter bietet den cc-agenten hier ein “forum” ;)
war selber mal agent in einem callcenter, welches einem bekannten konzern aus dem medienbereich gehört hat. es kam wie es kommen musste: das center wurde brav aus dem konzern ausgegliedert und die leute haben fortan niedriglöhne ab 7,50 euro kassiert. dürfte euch bekannt vorkommen…
da waren leute vom ex-knacki bis zum arbeitslosen buchhalter dabei… und natürlich jede menge noch billigere studis! die motivation war anfangs OK, wurde aber immer schlechter. um die durchschnittliche kompetenz der leute war es auch eher schlecht bestellt – kein wunder, viele hatten halt auch keinen richtigen “bock” bei dem lohn. der service war insgesamt wohl legendär schlecht und die wenigen, die das system (edv) verstanden hatten, durften die fehler der anderen agenten ausbügeln. gott sei dank war ich nur relativ kurze zeit an der strippe, konnte später die koresspondenz und 2nd level aufgaben übernehmen, was nicht mehr ganz so ätzend war (wenn du am tag x-fach – teilweise durchaus begründet – von unzufriedenen kunden angemault wirst, verdirbt das die laune).
kurz bevor die 2 jahre mit befristeten verträgen rum waren, hieß es dann natürlich auch “tschüss”. festvertrag gab’s keinen… im nachhinein bin ich heilfroh. bestreite meinen lebensunterhalt inzwischen anderweitig und trauer der zeit nicht nach. sicher, es gab auch bei uns nette kontakte unter kollegen, aber das war auch das einzig positive!
mein fazit: nie wieder callcenter!
@102 Prittstift
Auch ich habe während meines Studiums in einem Call-Center (Markt- und Meinungsforschung) gejobbt. Anders als heute, war es damals noch üblich dort mit “freien” Mitarbeitern zu arbeiten und die Löhne waren (bis auf einen geringen Mindestsatz (8 DM p.Std.) der bei Schulungen und unmöglichen Aufgaben (wie beispielsweise über zufällig generierte Nummern eine Frau im Alter von 20 bis 25 in McPomm zu finden, die Abitur oder einen Hochschulabschluss hat, und an einer 30minütigen Umfrage teilnehmen will)) erfolgsabhängig – die Löhne waren allerdings für damalige Zeiten paradiesisch: rund 20 DM pro Stunde waren mein Schnitt und in “guten” B2B-Befragungen war auch ohne große Probleme das Doppelte möglich. Es würde mich allerdings sehr wundern, wenn dies dort heute noch so wäre – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden dort heute auch Löhne im Hungerlohnbereich gezahlt.
@103
da es bei uns auch einen sog. outbound-bereich gab (also leute aktiv anrufen), kann ich dir sagen: ja, es sind hungerlöhne. die armen schweine haben noch weniger verdient, ich glaube, da ging’s so bei 6 euro/stunde los. ziemlich ungerecht, denn befragungen oder verkaufsgespräche sind m.e. anstrengender, als im kundenservice anrufe entgegen zu nehmen. da ich mich intern weiterbilden und später “höhere” aufgaben übernehmen konnte, lag mein lohn zuletzt bei immerhin 9,30 euro oder so in dem bereich. ist schon alles rund 4 jahre her. letztendlich bin ich aber – wie bereits geschrieben – froh, dieses kapitel hinter mir gelassen zu haben. die quelle contact-jungs und mädels tun mir jedenfalls leid. hoffe, die finden auch noch einen anständigen job.
Ich finde schon das der CC-Agent bzw. seine Tatigkeit ein “richtiger” Job/Beruf ist, wenn es vernünftig beigebracht und beibehaltet werden würde.
Was den Beruf des CC-Agenten so in das Negative zieht ist nun mal einfach der Outbound, bzw. wie damit in der Vergangenheit umgegangen wurde.
Aber zum Glück hat in dieser Hinsicht das Gesetz schon reagiert und dort einen Riegel vorgeschoben! ;-)
Nun fehlt eigentlich nur noch ein Riegel vor den Gehältern!
Es ist und bleibt ein harter Job, ob In-/ oder Outbound!
Und dieser soll verdammt noch mal dementsprechend bezahlt werden!
Ich möchte manch einen Manager in der Leitung sehen, wenn der Kunde einen Beschimpft oder einen in seinen Ohr stöhnt.
Ganz zu schweigen von den “Trillerpfeifen-Aktionen”!
Kein Agent sollte unter brutto 1.500 €/Vollzeit – 39Std./Woche arbeiten “DÜRFEN”!!!
@da-Admin
Sehr gute Idee! Ein fiktives Gespräch zwischen Christian Holtmann und einem Quelle-Kunden angesichts der Erfahrungen aus den Verhandlungsrunden mit der Mitarbeitervertretung:
Agent: Christian Holtmann
Coacher: seine Anwältin
Kunde:
Ihre Inkasso-Abtretung ist ungerechtfertigt. Ich habe regelmäßig den besten Umsatz für Sie erwirtschaftet. Meine Mitbesteller sind sehr zufrieden und bestellen deshalb regelmäßig. Beschwerden habe ich stets angemessen abgefedert, ohne große Kulanzkosten zu verursachen. Regelmäßige Zahlungen sind in geforderter Höhe erfolgt. Sollten Sie die Inkasso-Abtretung nicht überdenken, werde ich rechtliche Schritte einleiten.
Agent:
Ich mach Sie fertig! (O-Ton!! von Chrischi)
Ab Januar erhalten Sie jeden Tag eine kostenpflichtige Mahnung. Das sind im Monat mindestens 120 Euro. Damit kürze ich Ihr Arbeitslosengeld!
Kunde:
Das funktioniert rechtlich nicht.
Agent sieht den Coacher an und fragt: Stimmt das?
Coacher nickt und sagt: Das stimmt!
Agent:
Ich schreibe mir Ihre Kundennummer auf. Und jedesmal, wenn Sie anrufen, werden Sie einfach weggedrückt. Mit Ihnen reden wir nicht mehr.
Das Happy End fehlt noch: Der Coacher nimmt sich den Agenten zur Brust. Emotionalität hin oder her. Professionell ist das nicht. Solche Agenten richten Quelle zugrunde.
Kunde beschwert sich bei der Geschäftsführung. Geschäftsführung entschuldigt sich beim Kunden, bietet Wiedergutmachung an und entlässt den Agenten fristlos. Klage folgt.
Mit etwas Phantasie: Quelle? Klingt komisch, ist aber so!
Guten Rutsch allen
professionellen Kollegen!
P.S.
Kleiner Trost für die angeschissenen Kollegen:
Wenn man nach oben guckt, sieht man nur Arschlöcher.
Nun ist es offiziell.
Die Schließung der Center in Chemnitz, Essen und Leipzig wurde offiziell verkündet.
Damit sind weitere 540 Arbeitsplätze vernichtet worden von Herrn Middelhoff, dem Herren, dem wegen seines hervorragenden Umgangs mit seinen Mitarbeitern gerade die Ehrendoktorwürde verliehen wurde.
Liebe Kollegen in Essen, liebe Kollegen in Chemnitz und liebe Kollegen in Leipzig,
ich weiß, wie es euch gerade geht. Und ich weiß, dass Worte da nicht wirklich helfen können im Moment.
Lasst uns mit Öffentlichkeitsarbeit zusammen daran arbeiten, dass Quelle mit seinen menschenverachtenden Strategien nicht ungeschoren davon kommt!
Wir möchten nicht mit Nokia in einen Topf geworfen werden. Schließlich haben wir dafür gesorgt, dass Arbeitsplätze nach Deutschland zurückgeholt werden, indem wir Padborg geschlossen haben, sagt Herr Koslowski, der Pressesprecher von Quelle.
Da ich selbst betroffen bin, wage ich einen Satz, den ihr sicher verstehen werdet:
Wir sollten froh sein, dass wir dazu gezwungen sind, uns von einem Konzern mit dieser Menschensicht verabschieden zu müssen.
Wir Padborger sind bei euch und euren Familien – in Gedanken – lasst euch von DENEN nicht unterkriegen!!
Herzliche Grüße
und vielen Dank für die Zusammenarbeit in all den Jahren.
Mit der alten Quelle-Welt geht auch die Qualität.
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/essen/2008/1/25/news-18860328/detail.html
Hallo Padborger.
Das habe ich grad zu einem Bericht in der WAZ gepostet.
Dass wir schliessen war uns ja klar, aber die Art und Weise ist es was uns ankotzt. Wir sehen uns zur Eröffnug im März. Euer BR hat quasi schon zugesagt, mit Bussen runterzukommen.
Ändern tun wir nix, aber ein bisschen auf die Trommeln hauen ist wichtig.
Danke an Padborg. Ihr tickt ähnlich wie wir und wir alle wissen, dass es sich jetzt erledigt hat mit Service und Qualität. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, aber die Schliessung all dieser Standorte hat den Verlust von Mitarbeitern zu folge die über jahrelange Erfahrung, Know-How und Kundenorientierung verfügen. Diesen Verlust werden die “CommunicationCenter” ob ihrer grossen Fluktuation nicht mehr ausgleichen können.
Aber nicht nur die Agenten, sondern auch die Technik, Supervisoren etc. Mit deren Weggang geht jahrelange Erfahrung mit KS2000, Dialer u.ä.
Ich sehe gern dem Untergang zu. Herr Middelhoff hätte uns aber auch gern Bescheid geben können; wir helfen mit…..
Naja, bis 31.07. haben wir noch Zeit etwas weniger kooperativ zu werden, und endlich kann man mal sagen was alles so für Scheisse ( sorry) passiert. Egal. Ich hab nichts mehr zu verlieren.
Schmeisst mich doch raus!!!!
Lieben Gruss an alle.
Pusteblume
Padborg hat keinen Betriebsrat. Padborg unterliegt dänischem Recht und dort gibt es diese Institution nicht.Sie werden Essen also nicht beehren können, auch wenn sie vielleicht wollten.
Wichtig ist, das die Mitarbeiter an einem Strang ziehen, egal für welche Strategie man sich entscheidet.
Wir alle können uns wohl sicher sein, das der Quelle Kunde einen schweren Einschnitt erleiden wird. Nichts gegen die MA in den neuen Welten, die können herzlich wenig dafür, aber der Quelle Kunde wird schmerzlich erfahren müssen, das erfahrene Mitarbeiter fehlen, die den “Karren noch auch der Scheiße” gezogen haben, wenn interne Fehler passiert sind, für den der Telefonagent überhaupt nichts kann.
Aber das soll uns nicht mehr interessieren. Wir werden gehen müssen, die Frage nur, wie wir im familienfreundlichen Konzern noch Spuren hinterlassen können.
Hallo,
hat hier schon irgendjemand dem Middelhoff zu seinem “Ehrentitel” gratuliert, zu der Laudatio der HHL….unser Forderer und Förderer….??? Ja, es geht mir immer wieder das Herz auf….Arbeitsplätze zurück nach Deutschland holen, wenn Padborg zu gemacht wird? Ach, es arbeiten grad mal ne Hand voll Dänen, oder besser in Dänemark lebende, im Call Center? 1%? Naja….wollen wir nicht so sein….hört sich doch toll an, Nachfragen unerwünscht.
Habt ihr denn auch den kleinen Bericht im Spiegel gesehen? Vielleicht kommt ja was nach.
Die Agenten in der neuen Welt können einem leid tun…..denn sie sind die nächsten….mit befristeten Verträgen, wenig Lohn und der Sicherheit, dass der Karren von der Führung nach Ende der Subventionen mit Volldampf in den Dreck gefahren wird….zu blöd, dass der “gemeine” Kunde von den Machenschaften nicht viel mitbekommt und nur an seinem Bonus interessiert ist. Aber auch er kann gewiss sein, dass er irgendwann keinen einzigen deutschen Arbeitsplatz mehr bei Quelle sichert.
….Dazu nochmals mein Lieblingszitat:”Ich mach euch fertig!”(Hr. Chr. H. anno 2007)….
….macht euch doch selber fertig, ihr seid auf dem besten Weg!!!
Kopf hoch…. an alle die mit uns gehen.
Am 10.2. berichtet das ZDF im Blickpunkt ( 12.47h ) über die Zustände der Quelle mit Augenmerk auf Cottbus.
Bitte aus Leipzig -> Magdeburg machen dann passt es oder !!!!!!!!!!
Die Quelle-Mitarbeiter in Berlin und Leipzig, „dürfen“ in der neuen schönen Quelle-Welt sogar vor Ort bleiben und müssen sich nur neu bewerben, um einen der neuen alten Jobs zu ergattern, die zwar rund 25% sch
na gibt doch noch andere versandhäuser. tja diealte frau schickedanz hatte das noch im griff.