Annapolis
27. November 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Der Friedensgipfel von Annapolis wird bereits als “Coup” gefeiert, obgleich er bislang nichts weiter ist, als eine nicht bindende Absichtserklärung, innerhalb eines unrealistisch kurzen Zeitraums Friedensgespräche zu führen. Alles andere als diese Erklärung wäre auch eine Sensation gewesen, da die drei Hauptparteien, die USA, Israel und die Fatah genau diese Erklärung haben wollten – von einer ernsthaften Annährung kann dennoch nicht gesprochen werden, da keine der drei Parteien überhaupt handlungsfähig ist.
Das Interesse der USA galt weniger dem hoffnungslosen Friedensprozess in Nahost, als mehr der Einbeziehung möglichst aller arabischer Staaten, um eine breite Allianz gegen Iran zu bilden. Um die Anreise Saudi-Arabiens zu erreichen, musste die Arabische Liga Hoffnungen wecken, dass es zu Gesprächen kommt, in denen Saudi-Arabien als einflussreicher Interessenvertreter der palästinensischen Seite Profil und Ansehen gewinnen kann. Saudi-Arabien steht den amerikanischen Interessen in Nah-Ost zwar sehr nahe, da die USA Saudi-Arabien als Speerspitze des sunnitischen Blocks dringend benötigen, woraus Saudi-Arabien Privilegien zieht. Die USA haben saudische Initiativen aber bereits mehrfach torpediert und nichts käme den Saudis ungelegener, als sich wieder einmal von den USA und Israel vorführen zu lassen.
Woran Saudi-Arabien kein Interesse haben kann, ist ein Krieg zwischen den USA (mit oder ohne israelische Unterstützung) und Iran, so lange der sunnitisch-arabische Block nicht geschlossen gegen Iran steht. Wenn dieser Schulterschluss möglich sein sollte, wäre Saudi-Arabien indes ein möglicher „Kriegsgewinnler“, da es zum arabischen Hegemonialstaat werden könnte. Hier vermengen sich saudische und amerikanische Interessen – auch die USA können Iran nur ernsthaft die Stirn bieten oder sogar mit militärischer Gewalt gegen Iran vorgehen, wenn Iran seiner Sympathien in den arabischen Ländern weitestgehend beraubt ist. Dies wiederum geht nur über „Erfolge“ beim israelisch-palästinensischen Friedensprozess.
Die Teilnahme aller arabischer Staaten kann also als echter Erfolg für die USA gesehen werden. Besonders das Erscheinen syrischer Vertreter (wenn auch rangniederer) ist als Erfolg zu werten, der ein Einlenken Israels bei der „Golan-Frage“ andeutet.
Fatah-Führer Abbas war zum Erfolg verdammt – seine Position innerhalb des palästinensischen Machtgefüges ist schwächer denn je. Ein vorzeitiges Scheitern hätte ihn und die Fatah vollends als ehrlichen Makler der palästinensischen Sache desavouiert – zu oft wurde die Fatah bereits von Israel vorgeführt. Ob seine Rolle durch den Friedensprozess und vor allem die Einbindung aller arabischer Staaten gestärkt werden kann, hängt vor allem vom Friedensprozess selbst ab. Abbas Gegner der Hamas sind momentan erst einmal in eine abwartende Position gegangen – eine Frontalkonfrontation gegen einen Prozess, den (noch) die gesamte arabische Welt stützt, kann sich Hamas einfach nicht erlauben, hängen sie doch vor allem von saudischen Geldern ab. Weitgehende Zugeständnisse wird Abbas aber kaum machen können, ohne den „Bruderkrieg“ gegen die Hamas wieder neu anzufachen.
Die Schlüsselrolle hat, wie so oft Israel inne. Einerseits braucht der affärengeschwächte Olmert dringend Erfolge, andererseits ist er gar nicht in der Position Zugeständnisse gegenüber den Palästinensern oder den Syrern zu machen. Die USA könnten nur dann den nötigen Druck auf Tel-Aviv ausüben, wenn es ihnen wirklich ernst wäre. Diesen holprigen Weg wird die „Lame Duck“ Bush aber sicher nicht gehen und die Einflüsse der pro-israelischen Lobbys sind vor allem im Angesicht des kommenden Präsidentschaftswahlkampf eine nicht zu unterschätzende Barriere. So lange die Simulation eines Friedensprozesses die Araber einbindet und Iran isoliert, ist sowohl das Ziel der USA als auch Israels bereits erreicht. Ein Jahr ist lang und ein Krieg gegen Iran würde die Grundkonstellation, je nach Ausgang, derart ändern, dass ohnehin neu verhandelt werden müsste. Dann stünde es allerdings zur Debatte, wie ein Hegemon Saudi-Arabien im Interessenpoker gegen Israel auftreten könnte.
Bei einem „theoretischen“ Sieg der USA mit den Arabern an ihrer Seite, wäre wohl ein echter Friedensprozess möglich, da die „neuen“ Verbündeten ungleich wichtiger wären und Israel an Einfluss verlieren würde. Die Alternative wäre freilich, Iran mit in die Verhandlungen einzubeziehen. Auch dann wäre ein echter Friedensprozess möglich, da Israel endlich die Sicherheitsgarantien hätte, nach denen es verlangt. 2003 hätten die USA die Möglichkeit gehabt und sich gegen sie entschieden. Dies wird auch in absehbarer Zeit kaum anders sein. Annapolis hat die USA in ihrem Falkenkurs gegen Iran gestärkt – ein schnelles Scheitern des Friedensprozesses könnte dies aber schnell ins Gegenteil umkehren.
p.s.: Sämtliche Verhandlungen sind eigentlich überflüssig, da ein fairer Entwurf bereits existiert - er muss nur anerkannt werden.
Jens Berger
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Frieden im Nahen Osten? Nichts als eine Fata Morgana!
Der Versuch des Kriegsherrn aus Amerika, sich als Friedensfürst zu verewigen, wird scheitern, wie seine gesamte Politik gescheitert ist.
Sell the dollar. Sell Bush. Sell America.
Der Kommentar von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington bringt es auf den Punkt:
Israelis und Palästinenser reden wieder einmal über Frieden. Allerdings ist das schon ein zu weit gestecktes Ziel. Denn im Nahen Osten geht es in der jetzigen Phase weniger um “Frieden” als vielmehr um die Frage, wie die tagtägliche Gewalt eingedämmt werden, wie das Leben von Israelis sicherer und das von Palästinensern erträglicher gemacht werden kann.
tagesschau...
Vernunft ist ist den “mächtigen” dieser Welt vollkommen abhanden gekommen, es zählt nur noch Macht über möglichst viele Rohstoffe, Gebiete, Menschen und Geld.
Der graue Wolf heult wieder von seiner schrägsten Seite.
@escii
Hättest Du mich gelobt, hätte ich zweifelsohne etwas falsch gemacht.
Husch, ab ins PI-Blögchen mit Dir!
Der Hauptpreis in der Kategorie “virtuelle Realität” geht heute an die WELT-Redakteuer Richard Herzinger , der gänzlich merkbefreit schreibt:
Hallelujah - wenn da mal nicht der Friedensnobelpreis winkt.
Dazu fällt einem echt nix mehr ein, vor allen Dingen muss der Iran eingedämmt werden, bevor die Jungs wieder an den Thermopylen auftauchen und die Badegäste erschrecken. ;-)
Pax
Der genannte Artikel in der Welt hat mich auf einen bahnbrechenden Erfolg in der Medizin aufmerksam gemacht: Man kann auch ohne Gehirn leben!
Danke
Meistens, wenn jemand auf intelligente Weise Überlegungen vorbringt, die dem Spiegelfechter fremd sind, findet dieser nur ein Urteil: “gänzlich merkbefreit”. Angesichts eines solchen Selbstbewusstseins, die richtige Weltdeutung bereits zu besitzen, bin ich immer ein wenig fassungslos. Und gleich findet sich auch ein Applaudierer ein, der meint, die von der eigenen Sicht abweichende Meinung kann nur eines bedeuten: “Man kann auch ohne Gehirn leben!”
Wie wäre es, nur einmal probeweise den Standpunkt des anderen einzunehmen, seinen Argumenten und Schlussfolgerungen ohne Vorurteil nachzugehen? Wäre das nicht interessanter als das schnelle Wegsortieren in gut ettiketierte Schubladen? Ich stelle es mir jedenfalls sehr langweilig vor, alles schon zu wissen und endgültig richtig bewerten zu können.
@Jörg
Habe ich Dich denn auch mal als “merkbefreit” tituliert, dass Du Dich so echauffierst? ;-)
Aber mal im ernst: Die Ära Bush als “außenpolitisch erfolgreichste” Periode der US-Geschichte zu bezeichnen, ist nicht satiskationsfähig und außerhalb der Ironie auch nicht diskutabel.
Apropos “Merkbefreiung”: Herzingers Kollege Wergin, kriegt auch eine verpasst: Annapolis: Näher am Frieden
Ich hatte erst ein “Immer” am Anfang meines Postings gehabt, dann aber Deinen Einwand vorweg-gefühlt und schnell ein “Meistens” draus gemacht ;-)
@ Jörg
Den Beitrag von Herrn Herzinger kann ich beim besten Willen nicht als intelligenten Beitrag einstufen. Einen illegalen und völkerrechtswidrigen Krieg kann ich nicht als erfolgreiche Außenpolitik sehen, sondern nur als außenpolitischen Offenbarungseid.
Sunnitisch-schiitische Spannungen
ich bin alles andere als ein Experte in Sachen Islam, aber ich denke die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten nicht mehr sind als westliches Wunschdenken. Zu den möglichen Ausprägungen dieser imaginären Feindschaft könnten für mich nur die täglichen Anschläge in Irak zählen, die man hierzulande versucht eben mit dieser Feindschaft zu erklären, aber ist das wirklich so? Liegt der Grund für die Anschläge nicht woanders? Die Medien lügen oft und was die Feinde (Russland, Venezuela, China, arabische Welt) betrifft besonders gern.
Ausser dieser anschläge fällt mir sonst nichts ein, jedenfals nicht in den letzten 100 Jahren. Irak-Iran Krieg war genauso wenig religios begründet, wie der Kosovo-, Jugoslavienkriege oder 2 WK.
Aus der westlichen Sicht, würd’ ich nicht diese spannungen bei jeder Gelegenheit hervortun. Ok, als psychologische Kriegsführung, Divide et impera, naja… Ob die islamischen Länder zusammenhalten oder nicht, hängt nicht von der religiösen Auslegung des Islams ab. Es gab in letzter Zeit genug Beispiele wo innerhalb eines muslimischen Lagers Kriege und Verräte auf dem staatlichen Niveau gegeben hat: Golfkriege oder US-Basen in Aserbajdschan, gerichtet gegen Iran (beide sind schiitisch).
Wahrscheinlich denken sich die Araber, das der Westen auch total zerstritten ist, weil es Katholiken, Protestanten, Anglikaner, Orthodoxen, Baptisten, Zeugen Jegovas etc. gibt :-)
Oder hat jemand einen guten Link zum Thema S-S Feindschaft?
Die Analyse der strategischen Optionen gegen Iran sind richtig. Allerdings fehlt mir auch hier die Antwort auf die entscheidende Frage: Welchen Gewinn können die USA oder sontswer aus einem Krieg gegen Iran ziehen? Ich sehe da weit und breit keinen. Daß Bush die Absicht und im worst case auch die Durchführung zuzutrauen ist, bezweifle ich nicht. Gerade deshalb aber kann ich rationale und strategische Argumente als solche in diesem Kontext nicht nachvollziehen. Sanktionierst du damit nicht eine Möglichkeit, die schlicht irrsinnig ist?
@flatter: häää?? wie jetzt???
Zuerst einmal bringt Krieg wirtschaftlich (leider) immer eine Menge Knete. Das Öl des Iran ist auch nicht zu verachten!! Ebenso ist die geostrategische Lage des Iran, für Pipelines bspw, auch nicht von schlechten Eltern. Diese ganzen Nahostkriege und Streitigkeiten haben alle nur schwerpunktmäßige Wirtschaftsmotive. Der nahe Osten soll destabilisiert werden, Ende aus. Die Religionen spielen da wohl eher eine untergeodnete Rolle. Denn man darf mal nicht vergessen, wer diese ganzen Knalldrüsen wie die Al Ka(i)ka erschaffen hat.War es nicht unserer freundlicher Weltpolizist? Allerdings wird öffentlich alles dafür getan, um uns einzutrichtern, wie pöse doch der Iran und der Islam ist. Oder wie es um die Menschenrechte in diesen Ländern aussieht. Ich frage mich dann nur, wo die Menschenrechtler unserer Regierung und der USA sind, die ja ständig bez. Afghanistan, Iran und Irak, rumschreien, in Themen wie Saudi Arabien oder anderswo sind. Das interessiert keinen, da man ja mit denen dicke Geschäfte macht.
Hier mal einen Artikel mit schrecklichen Foltervideos aus Ägypten. Wo bleiben hier die Schreier? Sollten wir dort nicht auch mal einmarschieren???
Artikel:
heise.de/n...
Videos:
liveleak.c...
@Spiegelfechter: Die Links solltest Du Dir echt mal ansehen. Es kotzt mich nur noch an, was uns Politiker und Medien vorgaukeln. Darum schrieb ich Dir auch, dass Du immer zu lieb schreibst. ;-)
@Jörg: Solche Leute wie Dich brauchen wir………..
@Sergej:
Die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten verlaufen in etwa auf der gleichen Frontlinie wie die Spannungen zwischen Arabern und Persern, und das sind eben zwei verschiedene Volksstämme mit allem zwangsläufig(?) damit einhergehenden Rassismus und Chauvinismus. Dazu sind der Iran und Saudi Arabien auch, was Ölexportquoten angeht, nicht unbedingt immer einer Meinung. Und wenn es auf der weltlichen Seite nicht stimmt, werden eben gerne religiöse Aspekte des Konflikts angeheizt, wird das Opium sozusagen mit Crack verschnitten. Meiner Einschätzung nach ergibt das einen Mix, der sich tatsächlich auch in Krieg entladen kann. Immerhin griff Saddam den Iran damals mit saudischem Geld an.
Zitat eines Iraners, der fälschlicherweise als Araber bezeichnet wurde (von mir mitgehört): “I’m no fucking Arab! I’m Persian!”
L
@Sergej:
Als Ergänzung zu Lutz:
Hinzu kommt, dass Iran ein islamischer Staat ist, der seine Macht religiös legitimiert. Die Potentaten der sunnitischen/arabischen Staaten sind weltlich legitimiert. Daraus resultiert ein Interesse der arabischen Regierungen, religiöse Fundamentalisten niedrig zu halten. Diese Fundamentalisten wiederum sehen in Iran (trotz der Shia) eher einen legitimen Staat, als in den arabischen Ländern. Iran ist auch der einzige Staat der offen die Hamas unterstützt, da Iran sich so zum Anwalt der kleinen Palästinenser machen kann, während die arabischen Staaten mehrheitlich die Fatah unterstützen, die (auch) für eine korrupte Kamarilla steht, also den Strukturen der arabischen Staaten ähnelt.
Es geht also um mehr als “Sunniten vs Schiiten”, es geht auch um “Establishment vs Revolution” und “Religion vs Weltlichkeit”.
@flatter
Ich glaube noch nicht einmal das Bush in einem Krieg die beste Lösung sieht - andere “Falken” in Washington (Cheney und Co.) sehen das aber so, haben aber zum Glück nicht mehr viel zu sagen. Um Bush zu verstehen, muß man seine “Denke” zu verstehen versuchen: Die arabische Welt ist wegen ihres Energiereichtums für die USA strategisch extrem bedeutend und sie werden sich auf gar keinen Fall aus ihre zurückziehen. Die Regimes in diesen Staaten sind allerdings wackelig und Iran steht für die religiöse Revolution. Er ist der einzige Staat, der sich offen gegen die USA stellt und es bis jetzt überlebt hat. Insofern ist (für Bush) jede Ausweitung des iranischen Einflusses auf die arabische Halbinsel gefährlich. Iran ist aber idT ideologisch und moralisch (ja,ja) expansiv und isoliert sich keineswegs. Die Isolation ist das Hauptziel von Bush, wenn er sie friedlich erreichen kann, so ist er wohl der Überzeugung die “Mullahkratie” von innen heraus zum Einsturz zu bringen. Iraner sehen diese Taktik übrigens als durchaus erfolgversprechend an. Krieg ist für ihn die zweite Option - wenn er seine Ziele nicht friedlich erreichen kann, so muß Gewalt her. Das die USA Iran nie kontrollieren können, weiß er selbst - er setzt auf die Potentaten der arabischen Welt, ihr ganzes Gewicht gegen Iran in die Waagschale zu legen. Wer die maroden Systeme der arabischen Welt kennt, wird allerdings kaum an einen Erfolg dieser Strategie glauben können.
Nein, ich meine nicht, dass es einen Krieg geben wird. Dieser wird mE in den nächsten Jahren im Irak ausgetragen werden. Iran hat sich bislang zurückgehalten, wenn die USA ihre kompromisslose Linie weiterfahren, wird sich dies ändern. Mal schauen, wie Giuliani oder Clinton damit umgehen werden. Wie sagte schon Nixon: Nur ich konnte die Truppen aus Vietnam holen, ohne einen Putsch von rechts auszulösen. In diesem Sinne hoffe ich sogar, dass Giuliani nächster Präsident wird - Clinton wird die Truppen nicht rausholen wollen und vor allem wird sie das nicht können.
der wohl ausschlaggebendste punkt für die amerikanischen aggression gegenüber den iran steht wohl im folgenden Link : gegeninfor...
und hier noch ein lustiger link de.wikiped...
- lustig ist er aber erst wenn ihr den ersten gelesen habt
@Buzel
“Lustig” ist der richtige Ausdruck - das ganze ist ein alter Hoax, an dem nichts dran ist:
Kriegsgrund Petrodollar?
@spiegelfechter:
Ich schätze die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ebenfalls als eher gering ein. + @chaolan:
Natürlich lassen die USA nicht vom großen Ölfaß. Aber der Irak hat es sogar für die Bush-Administration deutlich gemacht: Krieg ist in dieser Region ein Verlustgeschäft, und das Öl kann man nicht ausbeuten, wenn man es mit Gewalt an sich reißt. Hinzu kommt, daß die militärischen Ressourcen weitgehend im Irak gebunden sind. Eine noch größere Front kann sich niemand leisten. Schließlich: Es gibt zwar immer solche, die an jedem Krieg verdienen. Aber denen kann nicht einmal Bush die Jugend Amerikas derart als Kanonenfutter anbieten. Irgendwann sind auch schlicht nicht mehr genug Soldaten da. Die Koalition der Willigen hat sich ebenfalls aufgelöst. Ich sehe also keine überzeugenden Argumente für einen Krieg.
@Flatter: Na über was reden wir hier denn? Was glaubst Du denn wie die Rüstungsindustrie sowie die geldgebenden Banken von einem Krieg profitieren? Was glaubst Du denn wer das eigentliche Sagen hat, die Bürger, die Politiker oder die Banken und Wirtschaftseliten?
Es interessiert die auch nicht, ob genug Soldaten da sind. Bush hat ein Ermächtigungs-Gesetz unterschrieben, das ihn, um es mal platt auszudrücken, im Falle eines nationalen Notstands ermächtigt, alle Hebel in der Hand zu halten. Das bedeutet, wir haben einen Herrn Bush mit gestutztem Oberlippenbart. Gestern habe ich eine Meldung gelesen, leider habe ich den Link nicht parat,wo über eine dritte Amtszeit eines Herrn Bush im Falle eines nationalen Notstands nachgedacht wird. Würde wohl bedeuten, dass die Wahlen in 2008 ausfallen dürften. Wen würde es dann wundern, wenn die Wehrpflicht dort wieder eingeführt wird? Des weiteren werden für Luftangriffe nicht viel Soldaten benötigt. Auf einen Landkrieg, da gebe ich Dir recht, können die USA sich eigentlich nicht einlassen, da sie diesen eh verlieren würden. Doch was heißt schon eigentlich?? Dass sie eine Menge Muffe vor einem Irankrieg haben, kann man hier lesen:
freace.de/...
@chaolan
Das ist sehr vereinfachend. DIE ELITEN gibt es nicht und die Interessen der Wirtschaft und der Banken sind so heterogen, wie ihre Tätigkeitsfelder. Mögen Öl- und Bau-, Rüstungskonzerne und Dienstleister aus dem Militärbereich sicher Vorteile aus einem Krieg gegen Iran ziehen, so haben Banken, Finanzdienstleister, Handel u.v.a. Nachteile. So einfach ist das alles nicht ;-)
@Permalink
Ich sehe keinen Grund für die ethnische Feindschaft zwischen den Arabern und Persern. Klar, mögen sie sich nicht, das ist so üblich im Orient: Stammes/Familien-Chauvinismus, Nationalismus, Abgrenzung, die anderen für doof halten (was ich aus persischen Sicht teilweise verstehen kann :-)). Aus geschichtlicher Sicht kann ich mir eher vorstellen, das die Araber z.B. Türken “hassen”, wegen osmanischer Zeit. Aber warum Perser?
Ich denke auch das die Iraner klug genug sind zu verstehen wie der Irak-Iran Krieg zustande kam und wer hinter diesem Krieg wirklich steckt: die USA. Saudis sind nichts anderes als amerikanischen Marionetten, die sich nur auf die amerikanischen Speerspitzen stützen können. Vielleicht haben sie den I-I Krieg finanziert, aber sie haben auch den ersten (und zweiten?) Golfkrieg bezahlt, alle anderen Demokratisierungskriege unserer amerikanischen Freunde sind indirekt durch Saudies mit billigem Öl oder US-Anleihen finanziert.
Es gibt Differenzen in der Ölpolitik, ok, aber würde Frankreich die Briten angreifen, weil die gegen EU-Agrarsubventionen sind? Ich will nur sagen, diese Differenzen reichen nicht für einen Krieg, nicht einmal für diplomatische Schritte aus.
Aus mislimischer Sicht sind diese ethnischen oder Ölpolitik-Differenzen Peanuts im Vergleich zu dem was Westen mit den islamischen Ländern tut: Palästina, Afghanistan, Irak, Lebanon, bald Iran oder Syrien. Man braucht nicht viel Verstand um zu erkennen wer der Feind ist.
Wenn jemand im Westen ständig diese religiösen Spannungen so hervorhebt (und das tun die meisten Medien hier), dann versucht er vor allem heimisches, westliches Publikum zu täuschen. Diese Spannungen sind viel unbedeutender als man hierzulande denkt.
Ich lasse mich gern eines Besseren belehren :-)
@Spiegelfechter: Wer finanziert denn Länder oder Gruppierungen damit sie Krieg führen können? Wer hat denn bspw einen Hitler finanziert? Ich denke dass sich daran wohl auch heute nicht viel geändert haben wird. ;-)
Das der Handel und oder andere Bereiche der Wirtschaft davon nicht profitieren kam aus meinem Beitrag wohl nicht ganz rüber. Doch dem stimme ich zu.
Bist Du Dir sicher dass es keine Eliten gibt?? Das wäre schön…..
@chaolan
Natürlich gibt es Eliten - aber sie sind keine einheitliche Maße und schon gar nicht eine Clique, die sich “unter der Hand” auf Vorgaben für die Politik einigt.
-> Wer finanziert denn Länder oder Gruppierungen damit sie Krieg führen können?
Ich könnte es ketzerisch auch so formulieren: Wer finanziert denn Länder oder Gruppierungen damit sie Kindergärten und Schulen bauen können?
Das eine ist etwas anderes als das andere und die “Spenden” sehr selten auf Bellizismus zweckbezogen.
@Spiegelfechter: Diese Leute sind sich einig, was ihre Interessen betrifft. Die meisten Politiker sind nur ihre Vasallen, die das meiste davon umsetzen, bzw es versuchen.
Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation, und es interessiert mich nicht mehr, wer dessen Gesetze macht.
Mayer Anselm Rothschild
Kennst Du diesen Spruch? Schaue Dir doch mal diesen 45minütigen Film an. Dann verstehst Du auch was ich meine.
Video-TIPP:ZEITGEIST the Movie Part3 german dub deutsche Version
Part3 zeigt anhand des Federal Reserve Systems auf wie ein … Alle » Zentralbanksystem funktioniert, wie Bankiers durch Finanzierung beider Seiten als Profiteure aus Kriegen hervorgehen und außerdem welche Art von…..
video.goog...
@ spiegelfechter, wieso ist die tatsache dass iran das öl in zukunft in euro verkaufen will ein HOAX?
@Buzel
Das ist kein Hoax, sondern die “Tatsache”, dass dies entweder für die USA bedrohlich sein sollte, oder irgendetwas in diese Richtung.
btw.: Iran verkauft schon lange(!) signifikante Mengen seines Öls in Euro und in Yen.
ich finde den bericht aber sehr schlüssig und er passt in mein weltbild
“btw.: Iran verkauft schon lange(!) signifikante Mengen seines Öls in Euro und in Yen.”
vieleicht ist es auch deshalb schon lange auf der abschussliste der USA…
Und ob “Hoax” oder nicht, ob fundamental von bedeutung oder nicht, alleine Meldungen das “grosse” Mengen Öl in naher Zukunft in Euro oder Yen gehandelt wird, werden auch zu panischen Reaktionen führen die dem Dollar und damit der Weltwirtschaft nicht gerade gut tun werden.
Soviel meine ich mit meinem bescheidenen Wirtschaftswissen verstanden zu haben.
Die Kommentare der Medien, insbesondere von der WELT, waren wirklich haarsträubend. Aber in BILD ging es noch härter zu:
“Wir müssen jeden Tag kämpfen, das ist unsere Natur”, sagt die aus Südafrika eingewanderte Jüdin Liora.
Quelle:
bild.t-onl...
Dieses Zitat ist sehr ernst gemeint. Allein 12 Palästinenser wurden während der angeblichen Friedensverhandlung durch Luftangriffe und Attentate ermordet.
politblog....
Das zeigt, daß Israel und die USA zu keinem Zeitpunkt auch nur im Geringsten an Frieden dachten. Nun ist klar: Es gibt überhaupt kein Resultat. Der Genozid in Gaza dauert an. Die Morde wurden in keinem deutschen Medium gemeldet - außer 4 Tote in BILD.
Liest man die israelischen Berichte auf Haaretz, sieht man, daß es rein präventive Morde waren und es keinen Angriff der Ermordeten auf israelisches Gebiet gab.
haaretz.co...
Es ist rührend, wie der Iran als offensichtlich letzter Staat der Erde 4 Millionen Menschen in einer ausweglosen Lagerhaft beisteht.
Warum? Diese Frage läßt sich nur schwer beantworten, denn in Iran leben kaum palästinensischen Emigranten wie in Ägypten, Marokko, Tunesien und den Emiraten. Die iranische Hilfe stammt noch aus der Zeit von Khomenis EXil in Paris, als die Perser selbst einen im Exil lebende, im eigenen Land verfolgte Minderheit waren.
Dann kam der von den USA unterstützte Giftgaskrieg des Irak, bei dem 3 Millionen Iraner ihr Leben verloren.
Die Palästinenser haben nichts. Kein Öl. Kein Land. Kein Wasser.
Und deshalb helfen die Perser ihnen.
Der Iran unterstützt nicht das palästinensische Volk, sondern die Hamas und die Hisbollah, weil beide Gruppe gegen Israel kämpfen. Die finanziellen Hilfen der EU bringen dem palästinensischem Volk deutlich mehr als die Unterstützung des Iran.
@transwarp
Ich kann mich nur wiederholen - es macht keinen Unterschied in welcher Währung fakturiert wird. Es geht nur darum was der Verkäufer mit dem Geld macht und ob der Käufer Reserven anhäuft um sich gegen Kursschwankungen abzusichern. AFAIK wollen viele der großen Kunden Irans ihre Dollarreserven abbauen - die Tatsache, dass sie dies nicht über den Ölhandel machen können, ist für sie eher kontraproduktiv.
@all
nur ‘mal so zum Nachdenken: Da sind die Juden schon immer, also geradezu gewohnheitsmäßig, verfolgt worden, da spielen Glaubensfragen eine (wenn nicht d i e) Rolle - auch Machtfragen, bei allen Beteiligten -, da sind teilweise archaische Strukturen und ungebildete (verbildete) Massen unterwegs, da zeigt ein Blick auf die Landkarte, dass Israel am Isthmus der arabischen Welt liegt und diese somit teilt - und nicht zu letzt, mein grundsätzliches Problem: Menschen sind nun ‘mal so, handeln nun ‘mal so! Stecke den Finger in ein beliebiges Geschichtsbuch, an eine beliebige Stelle in einem beliebigen Jahrhundert, Jahrtausend …
Und da will man in Camp Davis, Oslo, Annapolis oder vielleicht in Butzbach in der Wetterau mal so eben einen Konflikt lösen - hoffnungslos!
Ich hab’s gern, wenn man Stellung beziehen kann, und das auch tut. Aber hier? Jens schließt: “… ein fairer Entwurf bereits existiert” Kann sein - ich möchte es gerne auch glauben - wird aber wohl (Resultat hier und heute) als Ansichtssache gesehen!
Beide Seiten müssen konzidieren und zwar in einem qualitativ symetrischen Sinn. Das kann nur in “Jahrhunderten” passieren.
Vogel
@Vogel
Deine Einwände in allen Ehren, aber das jüdische Volk wurde in Palästina eigentlich gar nicht verfolgt. Auch unter britischer Mandatsregierung stellte man die gesellschaftlichen Eliten und entwickelte sich zum größten Landbesitzer.
Direkt nach der Staatsgründung war die Paranoia und Feindseligkeit Israels zu verstehen, nur verstand es Israel nie zu einer Linie zu finden, gleichberechtigt mit den arabischen Staaten zu koexistieren. Landgewinnahmen sind die denkbar schlechteste Begleiterscheinung einer Staatsgründung - das mußte auch Deutschland feststellen. Wäre Deutschland in der Paulskirche gegründet wurden und nicht im Spiegelsaal von Versailles unter Inbesitznahme des Elsaßes … die Geschichte wäre ganz anders gelaufen. Das deutsch-französische Beispiel gibt aber auch Anlass zur Hoffnung. Wer hätte 1945 schon gedacht, dass diese zwei Staaten die besten Freunde werden können?
@Jens!
“Die Juden” zu verteidigen - ebenso wie “die Araber” oder “die Palästinenser” - liegt mir fern. Alle Parteien dort unten haben genug Dreck am Stecken - und auch genug Gutmenschen in ihren Reihen!
Aber das Problem der Juden als “Paranoia” zu diffamieren, die nur in einem zeitlich eng begrenzten Rahmen verständlich erscheint, ist einfach zu kurz gesprungen und ungehörig! Zugegeben, je näher die Gegenwart rückt, umso mehr liegt falsche, inhumane Politik auf Seiten der Israelis - und genauso auf Seiten von Palästinensern, Saudis, Libanesen, Syrern und und und (ich will nicht schon wieder sagen: alles nur Menschen!).
Dass Briten und Franzosen - um noch ein zwei weitere maßgebliche Mitspieler in die illustre Reihe von Brunnenvergifter einzuführen - die Völker und Nationen der dortigen Region brutal gebraucht, missbraucht und verarscht haben ist geschichtsnotorisch (und wird nach Kräften bis heute als Hobby gepflegt)! Und trägt zum Gesamtklima bei, in welchem sich mal der Eine … mal der Andere … die “Lupos” schieben sich halt die Bälle zu, so gut wie’s geht!
Dass “das jüdische Volk in Palästina eigentlich garnicht verfolgt (wurde)” ist ein geiles Argument: Nach der Diaspora, also nach 70 n. Chr., war dort niemand mehr da zum Verfolgen! Guckst Du aber in die unmittelbare Nachbarschaft - nicht nur nach Europa - so findest Du Verfolgung und Unrecht über alle Jahrhunderte in Ägypten, Lybien, Tunesien, Algerien, Marokko, Irak, Jemen. Diese territorialen Argumente sind ohnehin blöde: Wenn man das zu Ende denkt, müßte sich die gesamte Menschheit in Ostafrika knubbeln - denn da stammen wir alle im Ursprung her! Und könnten also mit Fug und Recht behaupten, dass quasi jeder Klumpen Erde, mindestens zwischen der Stelle, wo man sich gerade befindet und Ostafrika, Land von Vorfahren, mithin “Heimat” wäre!
Wie gesagt, ich hab’s gern, wenn einer klare Meinung sagt, aber hier ist mir Deine conclusio doch zu einfach - und gibt seit 2.600 Jahren, seit Nebukadnezar II. bis heute, keinen Horizont frei. Aus gegebenem Anlass sage ich
Schalom und Salam
Vogel
PS.: Exklusive Deines Postscritums zu Deinem Beitrag, Ende des vorletzten Absatzes: Ich habe nicht verstanden, wie Du es fertig bringst einen Hegemon Saudi-Arabien - nach USA vs. Iran - irgendwie auftreten zu lassen. Sollten sich die USA doch noch mit dem Iran kriegerisch auseinandersetzen - was nach dem NIE höchst unwahrscheinliech ist - sind die Saudis als erste von der Landkarte verschwunden! Kannst Du also bitte erklären wie ich das verstehen muss?