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  • Herr Malzahn versteht die Welt nicht mehr

    geschrieben am 05. Dezember 2007 von Spiegelfechter

    Im Leben des Herrn Malzahn hat alles seine Ordnung: Der Ami ist gut und der Muselmane ist eine Bedrohung. Wenn das Volk seine Ansichten nicht teilt, kann der Herr Malzahn auch schon mal böse werden. Aber da Herr Malzahn Politik-Ressortleiter und Hauptstadtbüroleiter des SPIEGELS ist, passiert so etwas eher selten. Er und seine Kollegen sorgen schon dafür, dass das deutsche Volk nach ihren Vorstellungen erzogen wird und wenn es einmal eigenständig denkt, so tritt der Herr Malzahn für eine Re-Education ein.

    Gestern war aber ein besonders schlechter Tag für Herrn Malzahn. Jahrelang warnte er vor dem bösen Mullah, der außer Koranversen nur die Zerstörung Israels im Kopf hat. Davor schützt uns zum Glück der liebe Ami, und wer das anders sieht ist Antisemit, Antiamerikaner und Antidemokrat. Nun hat der stets grundehrliche Ami aber so mir nichts, dir nichts über seine allwissenden Geheimdienste verlautbaren lassen, der Mullah hätte gar keine Atombombe und würde seit 2003 auch gar nicht mehr versuchen, so ein strahlendes Schätzchen zu bauen. Für Malzahn brach eine Welt zusammen – es kann doch nicht sein, was nicht sein darf.

    Traurig stapfte Malzahn durch den Hamburger Regen und fing an zu weinen. Und weil das alles nichts half, versuchte er seine kognitiven Dissonanzen in Worte zu fassen. Heraus kam ein Artikel, der als melancholischer Selbstfindungsversuch in Kuriositätenkabinett des SPIEGELS gehört:

    Herr Malzahn schrieb:

    Über das innere Machtgefüge in Iran weiß man heute noch weniger als vor 30 Jahren über die politischen Strukturen im Kreml.

    Dem ist so, wenn man nur den SPIEGEL liest. So ziemlich jeder interessierte Internetnutzer und die meisten Blogger wissen recht gut bescheid.

    Damals wie heute grenzen politische Analysen bisweilen an Astrologie. Man hält sich an vordergründiger politischer Rhetorik fest, weil der Blick hinter die Kulissen verstellt ist.

    Dieser Ausspruch repräsentiert die “journalistische” Arbeit des SPIEGELS sehr gut. Chapeau Herr Malzahn, beißende Selbstkritik im zweiten Absatz – das ist es, was man unter Selbstreflexion versteht.

    [] Mahmud Ahmadinedschads Vernichtungsrhetorik vor allem gegenüber Israel wurde oft und gern mit Hitlers Genozidankündigungen vor 1939 verglichen.

    … vor allem von einem gewissen Herrn Malzahn. Wer seriöse Quellen zur Verfügung hatte, kam zu einem anderen Ergebnis

    Doch nach den jüngsten Erklärungen wirken die brachialen Drohungen des iranischen Präsidenten (“Eine Welt ohne Israel”) eher wie Einlassungen aus dem Führerbunker: Auch im April 1945 wurden dem deutschen Volk noch Wunderwaffen versprochen. Es gab keine, sowenig, wie es heute offenbar eine iranische Atombombe gibt.

    … und auch dem Führer hat niemand geglaubt, außer Malzahns Vorgänger. Dass Iran über eine Bombe verfügen würde, hat indes noch nicht einmal der hartgesottenste NeoCon behauptet – Malzahns Welt gerät so langsam aus den Fugen. War er denn der einzige, der dies glaubte?

    Gab und gibt es aber in Teheran den Willen, eine solche nukleare Wunderwaffe zu bauen? Bis ins Jahr 2003 offensichtlich schon. Noch im Dezember 2001 äußerte sich der ehemalige iranische Staatspräsident Ali Akbar Haschemi Rafsandschani wie folgt:

    “Die Anwendung einer einzigen Atombombe würde Israel völlig zerstören, während sie der islamischen Welt nur begrenzte Schäden zufügen würde. Die Unterstützung des Westens für Israel ist geeignet, den Dritten Weltkrieg hervorzubringen, der ausgetragen wird zwischen den Gläubigen, die den Märtyrertod suchen, und jenen, die der Inbegriff der Arroganz sind.”

    Dieses Zitat ist so nie gefallen, sondern wurde vom islamophob alarmistischen Journalisten und Buchautoren Bruno Schirra für seinen Bestseller “Iran – Sprengstoff für Europa” aus verschiedenen Passagen der Rede Rafsandschanis zusammengeschustert. In der konkreten Passage spricht er nicht über eine iranische Bombe, sondern über eine Bombe, die die islamische Welt vielleicht einmal haben wird, und geht damit auf die Proliferationen der USA und Großbritannien ein, die Israel mit ABC Waffen unterstützten. Freilich war es eigentlich Frankreich, das Israel mit “der Bombe” versorgte, aber warum sollte Herr Rafsandschani weniger Unfug erzählen dürfen, als Herr Malzahn?

    Das Zitat galt nicht nur Politologen wie beispielsweise Daniel Jonah Goldhagen als klarer Beleg für den iranischen Vernichtungswillen gegenüber Israel.

    Dass dies Herr Goldhagen – das Idol der Antideutschen – so sieht, ist wenig überraschend. Mit dieser Meinung steht er indes recht isoliert dar.

    [] Doch seit gestern können auch die amerikanischen Neokonservativen die hetzerische Rhetorik und die praktische Politik in Iran nicht mehr gleichsetzen.

    Die “hetzerische Rhetorik” – meist Produkt einer kruden Exegese der NeoCons – wird ja auch nur von Blättern wie dem SPIEGEL und Autoren wie Herrn Malzahn mit der praktischen Politik gleichgesetzt. Dass Herr Malzahn dies in Zukunft nicht mehr machen will, ehrt ihn. Die Botschaft hör´ ich gern, allein´ mir fehlt der Glaube.

    Denn wenn die Informationen der US-Geheimdienste zutreffen, muss die iranische Führung im Jahr 2003 eine simple Kosten-Nutzen Rechnung aufgestellt haben, deren rationales Ergebnis auch Israel – trotz der eher zurückhaltenden Reaktion – verblüffen muss: Eine Atombombe lohnt sich nicht für das Mullah-Regime – jedenfalls nicht in einer Situation, in der Europa mit Sanktionen droht und die amerikanische Armee in Bagdad steht.

    Wenn die iranische Führung so denken würde, wäre es eher irrational. Hätte der verschrobene Mann mit dem Altherrenjäckchen so gedacht, stünden die Amerikaner auch schon in Pjöngjang. Rational betrachtet, stellt die atomare Abschreckung immer noch den besten Schutz vor Invasoren dar. Da Herr Malzahn die Iraner aber per se für Täter und die Amerikaner per se für gerechte Weltpolizisten hält, ist ihm eine solche Form der defensiven Rationalität freilich fremd.

    Bisher hatte man wegen der antisemitischen Kriegsrhetorik Ahmadinedschads kaum den Eindruck, dass Teheran Argumenten zugänglich ist oder auf ein Drohszenario reagieren würde.

    Wenn man sich (s.o.) mit iranischer Politik nicht auskennt und den Demagogen Ahmadinedschad mit Iran gleichsetzt, könnte man durchaus zu solch kruden Schlüssen kommen. Aber wer so etwas tut, hat ja eigentlich nichts in der Redaktion des größten deutschen Nachrichtenmagazins zu suchen – nicht wahr, Herr Malzahn?

    Darin steckt die eigentliche Brisanz der Geheimdienst-Erkenntnisse: Teheran reagiert offenbar rationaler, als man bisher angenommen hat.

    Ei der Dautz! Potz blitz noch einmal – das ist ja kaum zu fassen. Teheran reagiert “offenbar” rational? Ist es nicht das, was Experten und Fachjournalisten seit Jahren schreiben? Und die sollen recht haben?

    Dahinter steckt vermutlich kein heimlicher Anfall von Philantropie, sondern der Willen der Theokraten zum Machterhalt.

    … und wer könnte schon glauben, dass dies nicht nur eine herausragende Eigenschaft der Schröders, Merkels, Blairs, Putins und Bushs ist, sondern auch auf die “Untermenschen” aus Teheran zutrifft? Hier bricht Malzahns Weltbild endgültig zusammen.

    Deswegen bedeuten die US-Erkenntnisse auch nicht, dass die westliche Drohkulisse nun überflüssig geschweige denn unnötig gewesen wäre. Im Gegenteil. Sie hat offenbar Wirkung gezeigt – und zwar seit der Zeitenwende 1990 zum ersten Mal. In Bosnien, im Kosovo, in Afghanistan und im Irak haben sich die Despoten verschätzt und bezahlten dafür mindestens mit Machtverlust, manchmal mit dem Leben – in Iran war man offenbar klüger.

    Da die Aufgabe des vermeintlichen Waffenprogramms im Jahre 2003 stattfand, muss Malzahn hier schon tief in die Schmierenkiste greifen. Dies war vor den US-Aggressionen und den EU-Drohungen gegen Iran, also muss der allgemeine amerikanische Eroberungswille als Motiv herhalten. Sicher, hätten die bosnischen, kosovarischen und afghanischen Despoten kein Atomwaffenprogramm gehabt, wären die Amerikaner nie und nimmer nicht auf die Idee gekommen, diese Länder plattzumachen. Über die irakischen Massenvernichtungswaffen wusste der iranische Geheimdienst sicher auch so viel, dass es klar war, dass man gar keine solchen Waffen braucht um überfallen zu werden. Es reicht ein amerikanischer Außenminister mit Powerpoint-Folien und schwupps, steht der Befreier vor der Tür.

    Die jüngsten Erkenntnisse bedeuten sowohl für Bush wie für Ahmadinedschad eine Zäsur – beide befinden sich im Erklärungsnotstand. Denn wenn es stimmt, dass der amerikanische Präsident seit Monaten über den Stand der Erkenntnisse informiert ist, dann fragt man sich, warum und mit welchem Ziel er das böse Wort vom Dritten Weltkrieg noch im Oktober im Munde führte – und Sicherheitsberater gleichzeitig Richtung Israel durchstellen lassen, ein US-Angriff auf iranische Atom-Anlagen sei angesichts der neuen Lage eher unwahrscheinlich. Dazu muss Bush sich erklären – die Mikrofone sind bereits auf live geschaltet.

    Diese “Erklärung” ist eigentlich nicht nötig – Bush lügt, wer hätte das gedacht? Herr Malzahn ganz gewiß nicht.

    Für Ahmadinedschad aber ist die Sache wesentlich brenzliger. Ohne Bombe steht er fast so nackt da wie der Kaiser ohne Kleider

    Ahmadinedschad und kein ernstzunehmender Mensch haben je behauptet, er besäße die Bombe.

    Jetzt bleibt ihm bloß noch das Leugnen des Holocausts und die Verspottung der Nazi-Opfer als antiwestlicher Diskurs – ob er sich damit allein zum Zampano der islamischen Welt aufschwingen kann, darf man bezweifeln.

    Ob Herr Malzahn trotz seiner im Kopf brennenden kognitiven Dissonanzen jemals einen Artikel über Iran schreiben wird, in dem keine Antisemitismusvorwürfe vorkommen, darf man ebenfalls bezweifeln.

    Vielleicht wird es für Herrn Malzahn auch ganz einfach Zeit zu gehen – sein Chef ist gefeuert, sein Freund Herr Steingart mit einer Drittelstelle nach Washington verjagt worden und sein anderer Freund Herr Matussek ist auch schon weg. Bei der BILD ist bestimmt noch ein Platz für so “geniale” Journalisten und Manipulateure wie den Herrn Malzahn frei.

    Jens Berger

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    24 Kommentare:

    1. corax schrieb am 5. Dezember 2007 at 01:04 - Permalink

      Tjaja und der Spiegel ist so wichtig,
      dass er hier eine deutsch-chinesische Beziehungskrise sieht. Statt eine Spiegel-chinesische Beziehungskrise,
      was man nach diesem Dreck:

      Der Spiegel-Titel 35/2007 ?Die gelben Spione?

      auch einigermaßen nachvollziehen kann.

      Wie diese Leute anscheinend denken kann man sich hier anhören.

      Pax

    2. Schwitzig schrieb am 5. Dezember 2007 at 09:12 - Permalink

      Der SCHPIEGÄL …

      ja ja – ein reines Propagandaorgan, wie auch deutlich an der Affinität zu quersubventionierten Sklavenlöhnen zu erkennen ist.

      Ich gucke mir ab und zu noch SPON an, weil ich gerne über die neuen Volkseinpeitscherprojekte informiert sein möchte.
      Man kann am Spiegel gut erkennen, welche neuen Schweinereien zu erwarten sind.

    3. Schwitzig schrieb am 5. Dezember 2007 at 10:01 - Permalink

      Um Gottes Willen – ich habe mir rein Interessehalber mal auf Schpiegl “Multimedia” “Mattusek kocht” & “Ehrensenf” abgesehen.

      Das ist ja peinlich!

    4. Mark schrieb am 5. Dezember 2007 at 10:09 - Permalink

      Das zu lesen war Balsam!
      keep up the good work!

    5. salvo schrieb am 5. Dezember 2007 at 10:17 - Permalink

      der Geheimdienstbericht wird möglicherweise zu positiv aufgenommen, immerhin wird darin behauptet, dass der Iran im Herbst 2003 sein Atomwaffenprogramm eingestellt haben soll. Das suggeriert, dass es bis zu jenem Zeitpunkt ein solches Programm gegeben hat, was aber der Einschätzung des IAEA widerspricht.

      siehe dazu hier

      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26752/1.html

    6. Spiegelfechter schrieb am 5. Dezember 2007 at 10:23 - Permalink

      @ corax

      Die SPIEGEL-Kampagne gegen China hatte schon eine geraume Vorlaufzeit. Chef-China Basher und China-Buch Autor Steingart ist ja zum Glück abgeschoben worden, aber wenn der SPIEGEL eine Kampagne fährt, ist er wie ein Öltanker, der in voller Fahrt auf die Klippen manövriert. Gesteuert wird dieser Tanker von stets besoffenen Kapitänen.

      Irgendwie erinnert mich der SPIEGEL an Reinhard Meys Narrenschiff:

      Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
      Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm -
      Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
      Und Rollen und Stampfen und schwere See,
      Die Bordkapelle spielt “Humbatäterä”,
      Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
      Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
      Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
      Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
      Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum,
      Und Elmsfeuer züngeln am Ladebaum,
      Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

      Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
      Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
      Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
      Der Funker zu feig um SOS zu funken.
      Klabautermann fährt das Narrenschiff
      Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

      Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
      Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
      Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
      Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
      Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
      Auf die Sandbank, bei der wohl bekannten Schatzinsel.
      Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
      Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
      Im hellen Licht – niemand muss sich im Dunkeln rumdrücken..
      In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident
      Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
      sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

      Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
      Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
      Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
      Der Funker zu feig um SOS zu funken.
      Klabautermann fährt das Narrenschiff
      Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

      Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
      All die hohen Ideale sind havariert,
      Und der große Rebell, der nicht müd wurde zu streiten,
      Mutiert zu einem servilen, giftgen Gnom
      Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann
      In Rom
      Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
      Einst junge Wilde sind gefügig und zahm,
      gekauft, narkotisiert und flügellahm,
      Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
      Und eitle Greise präsentiern sich keck
      Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
      Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!

      Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
      Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
      Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
      Der Funker zu feig um SOS zu funken.
      Klabautermann fährt das Narrenschiff
      Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

      Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
      Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
      Im Schutz der Paragraphen mischt er die
      gezinkten Karten.
      Jeder kann es sehen – aber alle sehen weg,
      Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
      Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
      Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
      Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
      Sie ziehn wie lemminge in willenlosen Horden.
      Es ist, als hätten alle den Verstand verlorn,
      Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworn,
      Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

      Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
      Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
      Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
      Der Funker zu feig um SOS zu funken.
      Klabautermann fährt das Narrenschiff
      Volle Fahrt voraus – und Kurs aufs Riff.

    7. Spiegelfechter schrieb am 5. Dezember 2007 at 10:26 - Permalink

      @salvo

      Das mag an der Definition liegen. Wenn man die Anerkennung des NPT durch Iran im Jahre 2003 betrachtet, so kann man eine Zäsur in der Legalität des Programms erkennen. Vorher war es auch nach IAEO-Maßstäben illegal – auch wenn das nichts mit der Waffentauglichkeit zu tun hat. Über den Bericht habe ich ja im Artikel “Window of Opportunity” recht ausführlich Stellung genommen. Ich teile Rötzers Skepsis nur in Teilen.

    8. Meier schrieb am 5. Dezember 2007 at 10:34 - Permalink

      Schöner Artikel zum Thema !

      Jetzt, wo sogar laut den Amerikanern feststeht, daß Iran nicht im Besitz von Atomwaffen ist, sollte sich der “gute Westen” aufgrund der Äußerungen der letzten Wochen / Monate in Bezug auf einen “präventiven Angriff” auf den Iran folgendes fragen:
      Welche Bedrohung geht von den U.S.A. (offiziell im Besitz von tausenden Atombomben, wovon etliche auch in Deutschland stationiert sind) und Israel (wahrscheinlicher Besitz von einigen A-Waffen) aus?
      Das darf man doch fragen und wäre doch eigentlich eine Titelseite im “Spiggel” (oder wenigstens der BLÖD-”Zeitung” :) … ) Wert – wenigstens der Auflage wegen; dann müßten die (beim hauseigenen PIN-Postservice) aufgrund der neuen Mindestlohn-Gesetzeslage nicht mehr als 1000 Menschen in die Arbeitslosigkeit entlassen sondern könnte die Existenz derer aus eigenen Mitteln finanzieren (anstatt mit Bezuschußung vom Papa Staat).

      Noch meine persönliche Erfahrung zum Thema Faschismus:
      Vor einigen Monaten habe ich einen “Konvertiten” namens Ulf kennengelernt, der in einer Unterhaltung meinte, daß …
      - die Erdbevölkerung auf ~2 Milliarden Menschen reduziert werden müßte,
      - viele Menschen nichts Wert seien (außer die, welche seiner Religon angehören),
      - und noch einige andere diskriminierende Dinge.
      Nachdem mir seine Meinung zuviel wurde, habe ich das Gespräch abgebrochen. Er findet sein Denken richtig, ist übrigens zum Judentum konvertiert und glaubt an den Talmud. Ich habe Respekt vor dem Judentum und den Israelis. Leider gibt es auch dort (wie in vielen anderen Religionen und Ländern) Faschisten – und gegen Faschismus aller Art bin ich aus
      guten Grund:
      Er sät Hass, spaltet die Menschen und schafft negative Realitäten.

      Einen schönen Tag wünscht
      “Meier”

    9. Vee schrieb am 5. Dezember 2007 at 10:36 - Permalink

      Danke, die Enttarnung dieser Art von außer Rand und Band geratenen Pseudojournalisten ist eine sehr ehrenvolle gesellschaftliche Aufgabe. Wenn ich mir vorstelle, dass Leute wie Malzahn wirklich glauben was sie schreiben, läuft es mir kalt den Rücken runter.

    10. chaolan schrieb am 5. Dezember 2007 at 12:29 - Permalink

      Moin Jens,
      sehr schöner Artikel!!!
      Ich finde es aber immer wieder schade, dass solche Artikel von zu wenigen gelesen werden. Das hat natürlich was mit dem Bekanntheitsgrad zu tun. Doch man müsste echt Sponsoren haben, die es möglich machen, dass die breite Masse solche Lügenpropaganda des Spiegels, Blöd und andere Schmierenblätter, durch lesen dieses Artikels bspw, erkennen. Schmierenjournalisten die sich als Vasallen der Oberen hergeben müssten damit gebrandmarkt werden. Man kann sie nur da treffen wo es weh tut, BEIM GELD. Niemand würde dann solche Blätter mehr kaufen, und die Regierung hätte weitaus weniger Möglichkeiten ihre Schmutzpolitik zu propagieren.
      Dann würde es, wenn ich mal Klaus Bittermann zetieren darf, solche Krawallschachteln wie Kerner bspw, der sich ja immer gerne als erigiertes Gewissen der Nation geriert, nicht geben!!!!

      Mahlzeit

    11. soimar schrieb am 5. Dezember 2007 at 17:10 - Permalink

      Ebenso orientierungslos wie Malzahn erscheinen mir die Foristen aus dem konservativen Lager im SPON Forum. Beim Lesen der Beiträge habe ich manchmal das Gefühl, dass es sich dabei um einen Ideenmarktplatz deutscher Thinktanks handelt, auf dem die einzelnen Positionen und Wortlaute abgeglichen werden.
      Man wird den Bericht herunterspielen, gegebenenfalls anfechten, und so weitermachen wie bisher. Bis dahin genießen wir die Stille der Schampause.

    12. Nülls schrieb am 5. Dezember 2007 at 19:05 - Permalink

      Bei der Geschwindigkeit in der du die letzten Tage postest, komm ich ja mit lesen kaum hiterher! Weiter so ;)

    13. otti schrieb am 5. Dezember 2007 at 19:17 - Permalink

      Sou ebbes (sowas), der Iran baut nicht an der Bombe! Was für eine Enttäuschung für die weltweiten Kriegstreiber. Da malt der Kriegsherr aus Amerika deshalb schon den dritten Weltkrieg an die Wand und wird wohl zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst haben, dass seine Geheimdienste zu anderen Ergebnissen gelangt sind. Die Person ist ein looser und wird mit jedem weiteren Tag mehr und mehr eine lame duck.

      Diese Person und ihr geistig politisches Umfeld, auch in Teuschland, hat die westliche Werteordnung mit Schmutz besudelt.
      Wo es ein – was heißt ein, viele – Guantanamo gibt, gibt es keine Demokratie!

      Die Propagandaorgane der Machthaber neoliberalen Terrors und schrankenloser Gewaltherrschaft werden sich einen anderen ‘Schurkenstaat’ ausgucken müssen.

      Was den Herrn von diesem Magazin aus Hamburg betrifft, ist jedes weitere Wort überflüssig.

    14. Spiegelfechter schrieb am 5. Dezember 2007 at 23:06 - Permalink

      @12 Nülls

      Weiter so ;)

      Sollte ich meinen Job und verlieren und bei meinem Freundeskreis in Ungnade fallen, wäre das möglich ;-)

    15. Ralf schrieb am 6. Dezember 2007 at 11:21 - Permalink

      Interessanter Artikel, weniger interessante Kommentare. Spiegelbashing scheint im linksliberalen Lager einfach zu en vogue, als dass eine differenzierte Auseinandersetzung zu erwarten wäre.

      Ja, Malzahn sieht Gläser eher halb leer als halb voll, seine Spekulationen sind von worst-case Szenarien durchdrungen und teilweise mäßig recherchiert, trotzdem lag er im Durchschnitt mit seinen Einschätzungen m. E. nach nah an der Realität. Die gesicherten Infos zum Iran sind bestenfalls wage, zumindest, solange man hörensagenblogs als Quelle außen vor lässt, Iran hat mehrfach Zentrifugen gekauft, die Rethorik A.s war überspitzt. Als konservatives Medium war der Spiegel zusätzlich geprägt, trotzdem waren die Spekulationen über Kernwaffen im Iran keine bloße Hetze und weit über Bildniveau. Die einzig sicheren Infos liefen drauf hinaus, dass Iran momentan keine Atomwaffen hat, dazu keine Trägersysteme, mal dran forschte als Überwachung noch möglich war. Die Schlüsse daraus gingen naturgemäß in alle Richtungen und es gab für die wenigsten Theorien absolute Gegenbeweise.

      Im Fall chinesischer Wirtschaftsspionage ähnlich, die Kernaussage, China nutze unter anderem Regierungsorgane zur Wirtschaftsspionage ist vollkommen richtig, die Zahlen dazu ebenso. Nur das drumherum und die Wortwahl war unangemessen und machte aus einem Problem, dass es so mit jeder aufstrebenden Wirtschaftsnation und auch innerhalb der Industrienationen immer gab und geben wird ein Unikum, dass per se China vorzuwerfen sei.
      Das war nicht richtig, trotzdem war die tendentiell von eher linken Blogs verbreitete Antithese dazu genauso wenig richtig.

      Was sich an der Situation eigentlich als größtes Problem darstellt ist also die Kinderkrankheit Ds, immer in Fraktionen zu denken und Selbstreflektionen auf Rasierspiegel zu beschränken.

    16. Spiegelfechter schrieb am 6. Dezember 2007 at 12:08 - Permalink

      @Ralf

      Die gesicherten Infos zum Iran sind bestenfalls wage, zumindest, solange man hörensagenblogs als Quelle außen vor lässt,

      Da möchte ich Dir widersprechen – die Artikel der AsiaTimes zum Thema Iran sind beispielsweise sehr gut recherchiert, durch Quellen verifiziert und journalistisch fundiert. Es geht auch anders. Und die AsiaTimes ist sicher kein HörenSagenBlog.

      Iran hat mehrfach Zentrifugen gekauft

      Diese Zentrifugen braucht man natürlich auch, wenn man Uran für die zivile Atomkraft anreichern will. Dies ist Iran laut IAEO nicht nur erlaubt, sondern alle Atommächte sind verpflichtet(!), Iran dabei zu unterstützen. Was man Iran vorwerfen kann, ist die schwammige Informationspolitik gg.über der IAEO.

      Was sich an der Situation eigentlich als größtes Problem darstellt ist also die Kinderkrankheit Ds, immer in Fraktionen zu denken und Selbstreflektionen auf Rasierspiegel zu beschränken.

      Darum widme ich den “vor sich hin reflektierenden” Malzahn ja auch extra einen Artikel ;-)

    17. Ralf schrieb am 6. Dezember 2007 at 15:46 - Permalink

      Die Asia Times lese ich zu allerlei Themengebieten, vor allem Wirtschaftlichen, selber gern, trotzdem würde ich mich in der Iranfrage nicht allein auf diese Publikation verlassen. “Wir müssen wieder Stolz entwickeln, was wir brauchen, ist ein asiatischer Nationalismus!” war eine der interessanteren Aussagen des Gründers der ersten Asia Times, die noch in Papierform vor der Asienkrise gedruckt wurde. Zwei der drei Büros für die online-Publikation sind in China angesiedelt, es ist nicht schwer, zu antizipieren welchen Geistes Kind die Berichte betreffs der Irankrise hier sind. Desweiteren kommt die Asia Times eben doch komplett ohne Quellenverweise aus und ist damit noch untransparenter als der von ihnen gechaste Spiegel, der zumindest Publikationen als Quelle angibt, wo er sie nutzt. Ein Großteil der Berichte stammt von M. K. Badhrakumar, ehemaliger Diplomat Indiens, eben dem Land, das jetzt zusammen mit Russland einen 40 Milliarden-$ Vertrag mit dem Iran geschlossen hat. Ich will damit absolut nicht sagen, dass Atimes.com komplett vorgeführt wird, aber die totale Unabhängigkeit und Recherchegenauigkeit zweifle ich an, wie sie die des Spiegels anzweifeln.

      Das Zentrifugen kaufen generell erlaubt ist, mag schon sein. Man muss einfach auch As Attitüde dazu mit einbeziehen, er verstand es großartig, die vorhandenen Ressentiments seiner Kritiker vorzuführen und Angst zu schüren, obwohl ihm die Nukleartechnik zu keinem Zeitpunkt zur Verfügung stand. Bush und Ahmadinedschad haben sich die Provokationen zugespielt, beide haben auf dicke Eier gepokert.

      Nüchtern betrachtet ist die Weltpolitik wieder ein Stück verfahrener geworden, die Bereitschaft der USA, auf Spekulationen eine Drohkulisse gegen Länder aufzubauen führt nur dazu, dass in Zukunft noch weniger Konsens im Umgang mit tatsächlichen Schurkenstaaten wie Nordkorea besteht. Chinas und Russlands Motive, den Iran zu unterstützen waren nur darauf ausgerichtet, wirtschaftlich punkten und dem Alterzrivalen in die Familienjuwelen treten zu können, beides wurde erreicht. Die IAEA hat bewiesen, dass sie weder zu Kontrollen noch zur Durchsetzung gegen Industrienationen fähig ist und wird ihr “unter ferner liefen”-Dasein nicht mehr ablegen können, die UN war wie immer das Forum wo Pros und Cons sich die Beleidigungen zuwerfen und ansonsten machen was sie wollen. Bush und Ahmadinedschad werden nach aktuellem Stand wohl beide keine zweite Legislatur hinlegen können, mehr Vorteile kann ich beim besten Willen nicht sehen..

    18. Deepthroat schrieb am 9. Dezember 2007 at 18:59 - Permalink

      Diese Hexe Angela Merkel hat ein Talent, um das sie nur wenige Menschen beneiden. Sie hat es innerhalb ihrer zwei Regierungsjahre geschafft die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und zahlreichen asiatischen und afrikanischen Staaten empfindlich zu stören. Nach den Präsidentschaftswahlen in Iran und dem gerne fehlübersetzten Zitat Ahmadinedschads, nach welchem Israel angeblich von der Landkarte gestrichen werden soll, witterten das konservative Lager und ihr Leitzäpfchen die von Schröder vergeigte Chance sich bei der Lügenadministration in Washington aufs tiefste einzuschleimen. Mit markigen Drohparolen auf der Grundlage zweifelhafter Aussagen Bushs hat Merkel den stets guten deutsch-iranischen Beziehungen immensen Schaden zugefügt, ganz zu schweigen von den Folgen für die deutsche Exportwirtschaft. Spätestens seit dem NIE-Report stehen nun nicht nur die Falken, sondern auch die Uckermarksfrau ziemlich bescheuert dar.
      Auch die für den hiesigen Energiesektor wichtigen Beziehungen zu Russland hat Merkel mit verblendeter Kritik an dem größten Staat der Erde ramponiert, wäre im Gegensatz zu vorherigen Regierung gerne mit in das blutige Abenteuer Irak marschiert und lässt sich publikumswirksam mit dem Dalai Lama ablichten.

      Merkel ist so wunderbar bigott und kritisiert die Menschenrechtslage in China sowie den Umgang der KPCh mit der Tibetfrage, hat jedoch scheinbar nichts gegen gute Kontakte mit Turkmenistan, Saudi-Arabien und Ägypten. Da braucht sich Berlin auch nicht zu wundern, wenn unter dem Bluff der deutsch-französischen Freundschaft, Sarkozy die Dummheiten der schwarzen Regentin ausnutzt und in Peking milliardenschwere Verträge unterschreibt oder an Libyen ein Kernkraftwerk liefert. Man darf sich fragen, was der Pressetermin mit dem Oberhaupt aller Tibeter gebracht hat außer die Führung in Peking in Rage? In Peking wird man nun denken ?jetzt erst recht? und sich in der Tibetfrage sturrer als zuvor stellen.

      Nicht vollends zufrieden mit dem Ehrentitel ?Reisekanzlerin? kämpft der Alptraum unserer Volkswirtschaft nun auch mit aller Gewalt um die zweifelhafte Krone als Menschenrechtlerin, für die sie sicherlich bald von irgendeinem eu-amerikanischen Think Tank ausgezeichnet wird. Auf dem EU-Afrika Gipfel in Lissabon schaffte es das Merkel nach nur wenigen, non-intelligenten und inhaltslosen Worten gegen Mugabes diktatorisches anti-kolonial-Regime zahlreiche afrikanischen Staatschefs gegen sich aufzubringen und die Vermittlungsbemühungen der AU lächerlich zu machen. Mugaba wird sich nun das gleiche denken wie Peking, die Bestrebungen der EU an dem großen Ressourcenfressen in Afrika teilzunehmen dürften ebenso deutlich mühseliger werden, während sich die asiatischen energiehungrigen Partner in Seoul, Neu Delhi und Kuala Lumpur ins Fäustchen lachen.

      Außenministerin und Kanzlerin Merkel übertölpelt mit ihren Versuchen, Deutschland in Washingtons Hintern hineinzumanövrieren nicht nur Deutschlands Ansehen in der Welt, sondern macht das mühsam aufgebaute Bild eines konstruktiven Dialogpartners Deutschland kaputt. Vielleicht sollte man Merkel erklären, dass sich Menschenrechte effizienter durch Dialog und Hintergrunddiplomatie erreichen lassen als mit mit schönen Fotos und medienwirksamen Selbstinszenierungen. Bis 2009 wird noch einiges passieren und man darf hoffen, dass der govern-peak Merkels in weniger als in zwei Jahren erreicht ist.

    19. noamik schrieb am 11. Dezember 2007 at 13:13 - Permalink

      @17 Bush hat doch sein 2. Legislatur schon angetreten …

      Aber das nur als Krümelkacken am Rande …


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