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  • Ein Moderator soll her

    geschrieben am 08. Dezember 2007 von Spiegelfechter

    Claus Kleber soll Medienberichten zufolge von Gruner+Jahr und der SPIEGEL-Mitarbeiter KG zum neuen SPIEGEL-Chef auserkoren worden sein. Dies überrascht, hat Kleber doch gar keine Erfahrungen im Printbereich und kaum Erfahrung als Führungskraft. Die Erben Rudolf Augsteins lehnen ihn daher auch ab, haben aber mit 24% Beteiligung keine Sperrminorität.

    Zugesagt hat Kleber noch nicht, aber es ist wohl kaum zu erwarten, dass er einen der wichtigsten Jobs in der deutschen Medienlandschaft ausschlagen wird. Aus seiner politischen Einstellung macht Kleber ein Geheimnis – anstatt dezidiert Stellung zu nehmen, ist er eher als guter Moderator bekannt, der zwischen politischen Richtungen als “ehrlicher Makler” vermitteln kann. Von Kleber sind auch die Worte überliefert, ein Journalist dürfe keine eigene Meinung haben. Aber ist es das, was einen Journalisten zur wohl einflussreichsten Stelle im deutschen Mediengeschäft qualifiziert? Es ist anzunehmen, dass man den Vizes die politische Tagesarbeit und den Spin überlassen will und Kleber als blauäugiger Engel über dem propagandistischen Molloch der Redaktionen nach außen strahlen, und dem SPIEGEL ein nettes Gesicht verpassen soll. Der Kreis der Vizes soll dafür auf drei erweitert werden. Neben dem jetzigen eher unaufälligen Vize Doerry, soll auch der amtierende SPON-Chef Mathias Müller von Blumencron in die Position des Vizes aufrücken – der dritte Vize wird noch bekannt gegeben. Claus Christian Malzahn darf als heißer Kandidat gelten. Wer die vakanten Positionen im SPEIGEL-Karussel auffüllen wird (auch der Posten des Kulturchefs ist seit dem Rauswurf von Matussek vakant) ist ebenfalls noch offen. Allein die Ernennung Blumencrons lässt eine weitere “Boulevardisierung” des SPIEGELS erwarten, hat er doch aus SPON schon ein Portal der Belanglosigkeiten gemacht, bei dem man eher den neusten Klatsch über die Beckhams und Frau Hilton erfährt, als Hintergrundinformationen über politisch und gesellschaftlich relevante Themen.

    Viel ist über Kleber nicht bekannt. Seit seines Studiums ist er Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia. Er gilt auch als bedingungsloser Amerikafan, der vor den Kameras im ZDF-Studio schon mal bei der amerikanischen Nationalhymne die Hand aufs Herz legt. Aus diesem Gesichtspunkt passt er natürlich prächtig in den Kreis der Fähnchenschwenker rund um Malzhan, Broder und Steingart.

    Neues wird vom Neuen wohl nicht zu erwarten sein. Schade, dass die Gesellschafter die Chance verpasst haben, mit der wichtigsten Personalentscheidung einen Wechsel im journalistischen Profil des SPIEGELS vorzunehmen. Nach Angaben der TAZ war auch der Innenpolitikchef der Süddeutschen – Heribert Prantl – unter den letzten Kandidaten. Prantl wäre die bestmögliche Lösung gewesen, ein Journalist mit Profil und Ansehen, ein Printjournalist mit langer Erfahrung und vor allem ein bedingungsloser Verteidiger der Bürgerrechte. Quo vadis SPIEGEL?

    p.s.: Es hätte auch noch schlimmer kommen können – auch Johannes Baptist Kerner gilt als “guter” Moderator.

    Jens Berger

    43 Kommentare Print This Post
    Claus Kleber soll Medienberichten zufolge von Gruner+Jahr und der SPIEGEL-Mitarbeiter KG zum neuen SPIEGEL-Chef auserkoren worden sein. Dies überrascht, hat Kleber doch gar keine Erfahrungen im Printbereich und kaum Erfahrung als Führungskraft. Die Erben Rudolf Augsteins lehnen ihn daher auch ab, haben aber mit 24% Beteiligung keine Sperrminorität. Zugesagt hat Kleber noch nicht, aber ...
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    1. der Kleber hält nicht | F!XMBR

    43 Kommentare:

    1. Jochen Hoff schrieb am 8. Dezember 2007 at 19:41 - Permalink

      Immerhin ist Kleber ein hübscher Mann für eine schöne Beerdigung. Außerdem kann er fehlerfrei vom Blatt ablesen, was wohl für Mohn/Bertelsmann die wichtigste Fähigkeit ist, die ein Spiegelchef haben muss.

      Bösen Grüchten zufolge erhält er auf seinem Arbeitsplatz das Telefon das einsmals Erich Honecker mit dem Kreml verband, nur das diesmal auf der anderen Seite Liz Mohn in Gütersloh sitzt. Es bleibt aber dabei das auch Kleber keine Sprechmuschel bekommt. Wie der Kreml erwarten auch die Mohns keine Antworten auf ihre Befehle.

    2. Baikinman schrieb am 8. Dezember 2007 at 19:42 - Permalink

      Sowohl die Auflagenentwicklung als auch die Zugriffszahlen des Onlineangebotes zeigen, dass man mit der “Boulevardisierung” des SPIEGELS einen auf den ersten Blick richtigen Weg ging.

      Wenn man aber etwas genauer hin sieht, muss man aber leider attestieren, dass die journalistische Qualitaet ueber die Jahre stark nachgelassen hat. Dass nicht alle Artikel im Sinne des Spiegelfechters ( Steingart & Co. ) sind, kann man akzeptieren, da es auch in einer Redaktion unterschiedliche Meinungen zu einem Sachverhalt gibt. Dass aber Meldungen der BILD-Zeitung – die inhaltlich voellig falsch sind – einfach uebernommen und aufbereitet werden, ohne deren Fakten nochmal genauer zu recherchieren, missfaellt mir. Bei solchen Peinlichkeiten ist es kein Wunder, dass der SPIEGEL seinen Ruf als “Leitmedium” an die “Sueddeutsche” abgeben musste. Die Wahl Prantls zum Chefredakteur waere wohl die bessere Wahl gewesen, denn so haette man das journalistische Profil des Blattes wieder schaerfen koennen. Stattdessen wird man einer weiteren “Boulevardisierung” ins Auge sehen muessen. Es wird langsam Zeit, das Abo zu kuendigen.

    3. Oliver schrieb am 8. Dezember 2007 at 20:10 - Permalink

      Hey Party, mein zweites gelesener Artikel hier und mein erster Kommentar. Ich komm halt kaum dazu ;)

      Wahrscheinlich bin ich Juristen gegenüber zu voreingenommen, sind diese doch immer der gemeinsame Nenner in diversen Bereichen, die … nun ich will hier nicht in Pauschalitäten abschweifen. Aber viel Profil zeigte der Herr bis jetzt noch nicht und zeichnet eher den typischen ÖR Stereotyp ab. “Ehrliche Makler” sind leider viel zu häufig anzutreffen, Objektivität wird damit geheuchelt, um wiederum genau das gewünschte Klientel zu erreichen. Diejenigen nämlich die überall nicht griffig durchs Leben schlittern, denn Meinung ist oft genug recht schmerzhaft.

    4. chaolan schrieb am 8. Dezember 2007 at 20:16 - Permalink

      Moin Jens,
      bei dem Satz hier, “p.s.: Es hätte auch noch schlimmer kommen können – auch Johannes Baptist Kerner gilt als ?guter? Moderator.”, dachte ich nur, Schade dass Du hier keinen Schocksmiley hast!!!
      Das wäre ja wohl der Oberhammer, Pfui Spinne. ;-)

    5. JohnD schrieb am 8. Dezember 2007 at 20:33 - Permalink

      @Baikinman:

      Dass die Süddeutsche Leitmedium ist, wage ich zu bezweifeln… zumindest online kann sie schon lange nicht mehr als ernstzunehmend bezeichnet werden. Die SZ-Online sitzt dem gleichen Trugschluss auf, dem auch schon SPON zum Opfer gefallen ist.
      Einzig die ZEIT kann man noch guten Gewissens lesen, zumal den Artikeln auch mal andere Meinungen gegenüber gestellt werden – und das oft auch als ganz offene Repliken.
      Das ist auch online noch echte Feuilleton-Kultur. Trotz Mr. Bilderberg Josef Joffe empfehlenswert, wenn man zusätzlich noch andere Medien heranzieht. Wie zum Beispiel spiegelfechter ;-)

    6. Dr. Dean schrieb am 8. Dezember 2007 at 21:09 - Permalink

      Wenn es die Aufgabe von Malzahn als Vizeredakteur werden sollte, das politische Profil des SPIEGEL zu gestalten, dann gute Nacht!

    7. Chris schrieb am 8. Dezember 2007 at 22:08 - Permalink

      Quo vadis SPIEGEL?

      Das wars dann endgültig für den Spiegel. Aust und Konsorten haben vielleicht für finanziellen Erfolg gesorgt – gleichzeitig aber einen journalistischen Niedergang herbeigeführt, der seines Gleichen sucht. Aust ist in Zukunft bei Springer in seiner Berufung angekommen.

      Der Spiegel ist heute nur noch das Blatt für die Leute, die zu feige sind, zuzugeben, dass sie BILD lesen.

      Man hätte die Notbremse ziehen können. Prantl als Chefredakteur, Franziska Augstein als Herausgeberin, wie es Otto Köhler im Freitag vorgeschlagen hat. Dazu Malzahn, Steingart und Broder raus – und das politische Berlin wäre wieder am Zittern. So aber bleibt alles beim Alten. Der Spiegel wird weiterhin Auftragsarbeiten für Politik und Wirtschaft wahrnehmen – aber kein journalistisches Gewicht mehr in unserem Land haben.

      R.I.P.

    8. pittiplatschprotestiert schrieb am 8. Dezember 2007 at 22:30 - Permalink

      Naja, das ZDF war ja in letzter Zeit auch nicht gerade ein Hort von Seriosität, siehe “Aufstand der Alten”, oder die Globalisierungshampelei “Wettlauf um die Welt”, die mit Spiegel-Aust zusammen geschustert wurde.

      Kleber hat aber sicherlich nicht den Egoismus, das enorme Sendungsbewusstsein wie Aust und Mattussek. Insofern kann es nur besser werden.

    9. Baikinman schrieb am 8. Dezember 2007 at 22:32 - Permalink

      @ JohnD

      Mein Kommentar zum Leitmedium bezog sich auf die Umfrage unter Journalisten, auf welches Blatt sie zurueckgreifen, um sich zu informieren und Themenanregungen zu holen. Vor Jahren lag der SPIEGEL hier noch vorne, aber 2005 und 2006 landete man hinter der SZ auf dem 2. Platz. Die Umfrage ist vielleicht nicht besonders aussagekraeftig, aber ich habe sie trotzdem einfach mal zitiert. :-)

      Mit deiner Aussage ueber die ZEIT hast du vollkommen recht. Wenn man sich an “Mister Bilderberg Josef Joffe” gewoehnt hat – der schreibt meiner Ansicht nach trotzdem sehr lesenswerte Analysen und Kommentare -, dann will man das Blatt nicht mehr missen wollen. Sind auch die Einzigen, die online keine Werbeseite betreiben, sondern auch dort ihrem journalistischen Tagwerk nachgehen.

      Und der Spiegelfechter? Den muss ich immer lesen, auch wenn ich nicht oft der Meinung des Autors bin. Aber das ist ja auch wurscht. ;-)

    10. Najima schrieb am 8. Dezember 2007 at 22:39 - Permalink

      Hallo!
      Vielen Dank für diesen tollen Blog! Ich habe die Seite vor ein paar Tagen entdeckt und sofort Feuer gefangen, soviel gute Sachen gibts hier zu lesen. :-)

      Claus Kleber…irgendwie nondeskript, der Herr. Wenn er schlau ist, wird er absagen, denn ohne die nötige Erfahrung und ohne das entsprechende Profil macht der gute Mann sich lächerlich, wenn er sich diese Schuhe anziehen will. “Claus Kleber, die Marionette” ist nicht gerade ein Karrierebooster und wie sich bei Aust gezeigt hat, ist das bei Spiegel kein Job mit Beschäftigungsgarantie “bis zur Rente”.
      o O (“… whisper words of wisdom: Let it be…”)

      Dabei bin ich durchaus der Ansicht, dass man Quereinsteigern und Fachfremden eine Chance geben kann, aber wenn sich abzeichnet, dass man in der Konstallation kaum gewinnen kann, bezweifle ich, dass eine Entscheidung für diesen Stuhl taktisch so klug ist.

      Je suis d’accord, dass der online-Spiegel sich zu einer besseren Bild gewandelt hat. Den Unterschied macht das Stilmittel des ganzen Satzes.
      Ansonsten ist auch lange Zeit die Zeit meine erste Adresse für News gewesen, aber habt Ihr da mal in die Kommentarforen geschaut? Ich sag nur, schwarzbraun ist die Haselnuss. Als Nicht-Arier bekomme ich da richtig Lust, auszuwandern…

      Kerner, ein guter Moderator? Wer hat das denn behauptet? Muss mir was entgangen sein… Aber ernsthaft, so einen großen Unterschied würde es auch nicht machen. Sowohl die Fatzkes des Spiegels wie auch der Baptist glänzen mit der Gemeinsamkeit, ihre mediale Macht für ihre eigenen Ziele zu missbrauchen. Ich muss noch darüber nachdenken, ob ich Geldgier und Profilneurose der schieren Machtgeilheit vorziehen würde….
      Nein, ich finde beides gleichermaßen besch…eiden.

      Grüßli, Najima

      P.S.: hab ich’s schon erwähnt? toller Blog, echt jetzt! :-)

    11. Hajo schrieb am 8. Dezember 2007 at 22:59 - Permalink

      Ob Cleber oder Prantl hätte m.E. keinen großen Unterschied gemacht.

    12. Schwitzig schrieb am 8. Dezember 2007 at 23:17 - Permalink

      Eigentlich ist es eine Schande, in eine verrottete Leiche immer noch hineinzutreten – aber dem Spiegel bleibt wohl nichts erspart.

      Naja – ich sehe in der Kleberwahl schon einen Vorteil:
      Stellt euch vor, ein Prantl hätte akzeptiert und es hätte sich herausgestellt, dass Prantl auch korrupt ist und den Journalismus verkauft ( … der Spiegel wäre geblieben, wie er ist).
      In einem solchen Fall wäre der Einfluss, den dieses Schmierenblatt auf große Teile der Bevölkerung hat, immens größer, da viele nicht die Propaganda, sondern den alten Ruf des Herrn Prantl sehen würden.
      Das wäre sozusagen Etikettenschwindel :-)
      Bei einem Kleber weiss jeder sofort: Das Merkel-Brüllblatt hat sich nicht verändert – nur die Marionette heisst anders.

    13. transwarp schrieb am 8. Dezember 2007 at 23:50 - Permalink

      Claus Kleber unser Wolf Blitzer bald chef des Spiegels..

      unglaublich.. gebt Deutschland noch ein, maximal zwei Jahre und wir haben dieselbe gleichgeschaltete medienverblödung und propaganda wie in den USA…..

      Das Internet wird dermassen kontroliiert werden das es als demokratisches Medium unbrauchbar wird.. und der spiegelfechter wird sich ueber ein plötzliches Steuerhinterziehungsverfahren und Beschlagnahmung seines Computers wundern…

      Also ich weiss nicht, bin ich der einzige hier mit Paranoia? Vorratsdatenspeicherung, Merkel, Schäuble, Medien….?

      Wir haben nicht mehr viel Zeit diese Entwicklung umzukehren!

      Fällt das freie Internet, fällt die letzte Hoffnung für lange Zeit…

    14. flatter schrieb am 9. Dezember 2007 at 00:31 - Permalink

      Der Herr Dean nimmt neuerdings überall meine Kommentare vorweg. Wenn unter der journalistischen Merkel Kleber der Malzahn den Richelieu macht, richtet sich der “Spiegel” fein auf Bunte-Niveau ein. Es war wohl vermessen, in den Abgang Austs Hoffnungen zu setzen.

    15. mason schrieb am 9. Dezember 2007 at 02:33 - Permalink

      @10 Najima

      ich habe mir eben zum ersten mal das Forum auf der Zeit angesehen, das ist ja heftig was sich dort fuer Leute auessern. Ich bin zutiefst entsetzt…Das Telepolis Forum ist ja schon seit laengerem Troll-verseucht, aber dort sind ja ueberhaupt keine klaren Koepfe anzutreffen…

      mason

    16. corax schrieb am 9. Dezember 2007 at 04:29 - Permalink

      Ich komm nicht so oft dazu die Kommentare bei der Zeit zu lesen, aber zu diesem Artikel:
      http://www.zeit.de/2007/47/Schaeuble-Rede?page=all
      schienen mir die meisten ganz vernünftig.

      Pax

    17. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2007 at 15:22 - Permalink

      @7 Chris

      Der verlinkte Artikel von Köhler spricht mir aus der Seele. Chance vertan, setzen 6!

    18. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2007 at 15:28 - Permalink

      @10

      Kerner, ein guter Moderator? Wer hat das denn behauptet?

      *g*
      Das ist natürlich Ironie – schade, dass die Blogsoftware keine Ironie-Tags ermöglicht ;-)

      Ansonsten d´accord – neben der ZEIT würde ich aber immer noch die SÜDDEUTSCHE zu den Qualitätserzeugnissen rechnen, obgleich auch dort die Qualitätsdichte niedriger wurde. Aber scharfsinnige Kommentare von Prantl und Leyendecker entschuldigen schon mal eine dämliche Bildserie über Britney Spears Fauxpas ;-)

    19. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2007 at 15:32 - Permalink

      @13 transwarp

      und der spiegelfechter wird sich ueber ein plötzliches Steuerhinterziehungsverfahren und Beschlagnahmung seines Computers wundern?

      Na das will doch nicht hoffen ;-)

      Zum Glück kann man aber von jedem Computer schreiben.

    20. Najima schrieb am 9. Dezember 2007 at 16:16 - Permalink

      Hallo :-)

      @transwarp:
      Wenn Du mich frügest: ich bin der Ansicht, dass die Gleichschaltung bereits exisitiert (einige wenige Quellen wie den Spiegelfechter ausgenommen). Du weißt ja: Nur weil man paranoid ist, heißt es nicht, dass sie nicht hinter einem her sind ;-)

      @mason:
      Danke für Deine Einschätzung. :-) Sicher, die Foren vom heise-Verlag sind ja schon legendär in ihrer Trolligkeit.

      @corax:
      Wie war das mit der Ausnahme, die die Regel bestätigt? Vielleicht hätte ich dazu sagen sollen, dass ich, wenn ich etwas pauschalisiert äussere, immer von der Mehrheit der mir bekannten Umstände ausgehe. Im Einzelfall erlaube ich mir den Luxus der differentierten Betrachtung.
      Ich habe relativ lange im Zeitforum gelesen und bin mittlerweile davon abgekommen, da ich der Ansicht bin, dass sich hier seit einiger Zeit gewisse Gruppen zusammenrotten, zumindest macht das bei vielen Themen den Anschein. Meiner Beobachtung nach fällt einem ein Ressentiment auch weniger auf, wenn es einen selbst nicht betrifft…

      @Spiegelfechter:
      Zugegeben, die Gänsefüßchen haben mich ganz schön ins Grübeln gebracht. ;-)
      Die redaktionelle Arbeit der Zeit habe ich nicht gemeint; da gibt es immer wieder mal Artikel, die mich positiv überraschen.
      Ist die Online- oder Printausgabe der Süddeutschen gemeint? Danke für den Tip, werde mich da mal etwas genauer umsehen.

      schönen Sonntag noch :-)
      Najima

    21. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2007 at 17:29 - Permalink

      @Najima

      Ich meinte die Online-Ausgabe – die Qualitätsfetzen kommen freilich aus der Printausgabe.

    22. dot tilde dot schrieb am 9. Dezember 2007 at 18:57 - Permalink

      ich muss ja immer an claas clever (und gundel gaukeley!) denken, wenn ich den seh.

      .~.

    23. Martin schrieb am 9. Dezember 2007 at 21:09 - Permalink

      Der Qualitätseindruck des SPIEGEL hat für mich am meisten unter den reißerischen Schlagzeilen (“Horror-Sturm”, “Monster-Chrash” – wtf??) und der spürbaren Paranoia einiger Redakteure gelitten.

      Aber bei allem SPIEGEL-Gehaue – was ist die Alternative?
      Welches ähnlich geartetes Wochenblatt empfehlen die Kritiker ?
      Ich wüsste keins.

      “Die *Kirche ist cool – Ehe fetzt* ZEIT” hat meine Freundin im Abo… abgesehen von der recht klaren Interessenvertretung ist die für mich allein wegen des Formats (2x Wohnzimmer tapezieren bitte…) schon unlesbar.

      Was gibts noch ?

    24. Jörg Friedrich schrieb am 10. Dezember 2007 at 09:19 - Permalink

      Die Kurzfassung deines Artikels: “Claus Kleber soll Chef des Spiegel werden und mir fällt dazu nichts ein.” Die einzige Information, die in dieser Kurzfassung fehlt, ist das mit dem AV Gustfalia.

    25. Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2007 at 09:36 - Permalink

      @Jörg

      Nicht wirklich – die passende Kurzfassung ließe sich am besten singen:

      Que Sera, Sera,
      Whatever will be, will be
      The future’s not ours, to see
      Que Sera, Sera
      What will be, will be.

    26. Fragezeichner schrieb am 10. Dezember 2007 at 11:41 - Permalink

      Das sind nunmal die neuen Realitäten beim Spiegel. Den Prantl hätten sie vor 13 Jahren nehmen sollen, da sähe der Spiegel heute anders aus. Heute passt Prantl (leider) nicht mehr zu dem Blatt und hätte sich wahrscheinlich schnell verschlissen.

    27. besitzstandswahrer (nein, der ohne Internetpräsenz!) schrieb am 10. Dezember 2007 at 15:00 - Permalink

      “Josef Joffe gewoehnt hat – der schreibt meiner Ansicht nach trotzdem sehr lesenswerte Analysen und Kommentare -, dann will man das Blatt nicht mehr missen wollen.”

      Sag bitte daß du das nicht ernst meinst.
      Dann findest du wohl auch an Bernd Ulrichs und Tina Hildebrandts “Analysen” gefallen…
      Hast du dich nie gefragt warum man nachher nicht schlauer ist?
      Bist du wirklich mal über Fakten gestolpert oder wie kommst du zu dieser Einschätzung? Liegt es vielleicht daran daß du seine Meinung teilst?

      Ich bitte dich darum mal die Artikel von Joffe kritisch zu hinterfrage und nachzuprüfen wie stichhaltig seine “Analysen”/Kommentare denn sind, dir zu liebe.
      Man merkt halt nicht immer wann man verarscht wird.

    28. besitzstandswahrer schrieb am 10. Dezember 2007 at 15:18 - Permalink

      @martin

      wie recht du hast, habe leider den Fehler begangen diesen pseudointellktuelle (daß einzig wirklich intellektuelle miitlerweile scheint das Format zu sein, mit dem man sich von anderen Printerzeugnissen “abheben” will) Wochenzeitungsplacebo zu abonnieren.
      Ich habe mir das ein paar Monate angetan (jeder verdient eine zweite, dritte, vierte… Chance ;)) aber bis auf Lachkrämpfe (Bernd Ulrich) und Wutanfällen hat sie mir nichts wirklich gebracht und darum hat sie jetzt auch wieder einen (äh zwei, meine Freundin) Leser weniger.

      Was ich dir persönlich empfehlen kann ist die Wochenzeitung Freitag, meiner Meinung nach eine der wenigen noch lesbaren Zeitungen…

    29. Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2007 at 15:30 - Permalink

      Was ich dir persönlich empfehlen kann ist die Wochenzeitung Freitag, meiner Meinung nach eine der wenigen noch lesbaren Zeitungen?

      … und dazu auch noch kostenlos als PDF: Freitag

    30. Martin schrieb am 10. Dezember 2007 at 18:29 - Permalink

      @ SF & besitzstandswahrer

      Werde ich gleich mal prüfen, gibt´s das auch “in Echt” zu kaufen ?
      Danke für den Tip.

      Zur Entwicklung des SPIEGEL – täusche ich mich oder hat die angeprangerte Entwicklung erst mit dem Abgang des Alten spürbar zugenommen?

      Oder hat sich meine Wahrnehmung irgendwie verschoben, in den letzten 1-2 Jahren.
      Bis dahin glaubte ich mit dem SPIEGEL immer eine feste Argumentationshilfe in der Hand zu haben, inzwischen bin ich da vorsichtig geworden.

      Zu Herrn Kleber fällt mir nur SWITCH ein:
      Die Menschheit zeigt hier ihre schlimmste Seite, aber wir können nicht die Augen verschliessen vor diesem schäbigen Anblick – Gundula Gause.

      http://youtube.com/watch?v=M6Kz_4_HuYM
      http://youtube.com/watch?v=z8AJjMiZfNM

      *lmao*

    31. JohnD schrieb am 10. Dezember 2007 at 18:42 - Permalink

      Stimmt, FREITAG kann man auch lesen. Aber was willste denn der Bevölkerung empfehlen? Die meisten lehnen den Freitag sicher als Kommunistenblatt ab…
      Naja, ich hab nicht viel Hoffnung. Nachdem ja angeblich 89% der Menschen nichts vom Aufschwung spüren, wird es sicher mehr nachdenken geben. Aber wie schon in den 20ern wird wahrscheinlich die Hälfte der Deutschen auf die Nationalistenschiene aufspringen und EU-Austritt und die D-Mark zurückfordern…

    32. Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2007 at 19:33 - Permalink

      @Martin

      Ich “echt” gibt es den FREITAG auch zu kaufen – aber nur in sehr gut sortierten Geschäften, z.B. in größeren Bahnhöfen.

      Der FREITAG ist aber keinesfalls ein SPIEGEL-Ersatz. Er ist eine gut Wochenzeitung mit guten Gastartikeln, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein Nachrichtenmagazin ist natürlich nicht.

      Zur Entwicklung des SPIEGEL – täusche ich mich oder hat die angeprangerte Entwicklung erst mit dem Abgang des Alten spürbar zugenommen?

      Einige behaupten, es hätte schon vorher angefangen – das will ich aber so nicht bestätigen. Unter Austs Ägide ging es jedenfalls steil bergab, wobei es beileibe nicht nur Aust war, der dafür die Verantwortung trägt. Fast alle Schlüsselstellen sind mittlerweile mit “neoliberalen Blindfischen” besetzt und die guten Leute sind schon lange weg – viele von ihnen sind interessanterweise zum neuen Leitmedium, der SZ, abgewandert, die aber leider seitens der Gesellschafter nicht die Rolle eines Leuchtturms im trüber Mediennebel spielen darf.

    33. Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2007 at 19:36 - Permalink

      @JohnD

      Die meisten lehnen den Freitag sicher als Kommunistenblatt ab?

      Na na, ein Gastautor ist beispielsweise der olle Gauweiler ;-)

      Aber Du wirst wohl trotzdem recht haben, massentauflich ist der FREITAG ganz sicher nicht.

    34. Vogel schrieb am 10. Dezember 2007 at 22:26 - Permalink

      @Martin und Jens,
      1. es hat schon früher angefangen, ich schwör’s Euch: Mit Erscheinen des FOCUS, 1993! (Wir erinnern uns noch an Markworts: Fakten, Fakten, Fakten [sollte heißen: die Menschen wollen keine langen Artikel lesen ...] – das hat letztendlich zur Einkürzung und Verflachung auch des SPIEGEL geführt) – auch erschien DIE WOCHE 1993 (bis 2002) – hatte ich selbst als “schlanke” Alternative zur ZEIT (einziger Zweck: Ergänzung zum Spiegel) abonniert – und trug mit dazu bei, die Räume für den SPIEGEL enger zu machen
      2. es liegt, wie immer, an den Menschen, in diesem Fall: zuerst an den Lesenden (die Markwort recht gaben), dann an den Machenden (DER SPIEGEL folgte) und dann an den Meckernden (Inside and Outside, die ganze Bandbreite der “Hab-ich-schon-immer-gewusst-Menschen”) – so seh’ ich die Reihenfolge.
      Da allgemein das Niveau sinkt kannst Du, können wir, wohl immer noch ganz gut mit dem SPIEGEL leben. Aber dessen Deutungshoheit, dessen hohe Autorität ist unwiederbringlich futsch.
      Das geht heute auch nicht mehr, ich meine: Leider!!

    35. Groebe schrieb am 11. Dezember 2007 at 08:23 - Permalink

      immerhin erinnere ich mich, dass kleber zu tsunami-zeiten mitten in den hauptnachrichten einen süffisanten nebensatz darüber abgelassenhat, dass sich kohl aus der krisenregion hat ausfliegen lassen, das schien von dezentem mut zu zeugen.
      aber SZ bleibt SZ

    36. Alberto Green schrieb am 11. Dezember 2007 at 10:01 - Permalink

      Wir werden es noch erleben, daß Chris Gueffroy Georg Gafron der Chef vom Spiegel wird!

    37. ein jemand schrieb am 12. Dezember 2007 at 20:08 - Permalink

      Er hat den Posten tatsächlich abgelehnt, bestätigt mich in meiner Einschätzung dass er nicht nur ein Schönling ist. Hatte es fast übersehen, Spon hatte es in der Kulturecke versteckt.

      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,523035,00.html

    38. Spiegelfechter schrieb am 12. Dezember 2007 at 22:00 - Permalink

      @ein jemand

      Zum Glück hatten die Jungs von F!XMBR auch aufgepasst, ansonsten wäre es auch an mir vorbeigegangen.

      Was soll man sagen?
      Hochachtung für den Kleber, soviel ist sicher. Der SPIEGEL steckt damit natürlich in einer manifesten Krise und im freien Fall.

      p.s.: Ich gebe zu, ich hätte nie gedacht, dass er ablehnt. Chapeau, es gibt anscheinend noch Menschen mit Rückgrat.

    39. ein jemand schrieb am 13. Dezember 2007 at 13:41 - Permalink

      Wie gesagt, nur weil er Mitglied in einer katholischen Studentenverbindung ist, macht ihn das nicht zu einem erzkonservativem Neocon. Habe in den letzten Jahren das heute-journal immer sehr gerne gesehen, wenn er es moderiert hat, er liest eben nicht alles ab was der Teleprompter ihm vorliest, sondern er ist angenehm unaufgeregt aber durchaus gelegentlich leicht zynisch , siehe auch die Bemerkung über Kohls Ausflug aus dem Katastrophengebiet nach dem Tsunami. Des weiteren ist er wohl eher ein Journalist der alten Schule, der eben neutral ist und nicht meinungsbildend. Wäre im Prinzip doch nicht die schlechteste Wahl gewesen, hätte er Erfahrungen im Print Bereich, und sähe das ganze nicht eher nach Marionette für die drei Vizes aus.

    40. JohnD schrieb am 13. Dezember 2007 at 14:06 - Permalink

      “Des weiteren ist er wohl eher ein Journalist der alten Schule, der eben neutral ist und nicht meinungsbildend.”

      Du vergisst eine wichtige Sache: Wer bei eindeutiger Sachlage “ausgewogen und neutral” berichtet, betreibt bereits Propaganda. Es ist auch die subtilste Form der Propaganda, die sogar hochintelligente Menschen beeinflusst – sehr gefährlich.

    41. Jörg Friedrich schrieb am 13. Dezember 2007 at 15:28 - Permalink

      Wer bei eindeutiger Sachlage ?ausgewogen und neutral? berichtet betreibt nicht Propaganda sondern vertraut der Urteilskraft seines Publikums.

    42. JohnD schrieb am 13. Dezember 2007 at 17:55 - Permalink

      @Jörg Friedrich:

      Du hast mich missverstanden. Beispiel Kreationismus. Die Kreationisten halten Evolution für einen Glauben und verlangen, dass man doch bitte Alternative Sichtweisen lehren solle.
      Hier soll suggeriert werden, es gäbe eine Wahl, und wer unbedarft ist, fällt leicht darauf herein.
      Ebenso ist es in den Nachrichten. Wer abweichenden “Meinungen” ein Forum gibt, ohne zu kommentieren, dass diese Meinung längst widerlegt ist, verfälscht die Realität.
      Es geht um das auslassen von Fakten.
      Bestes Beispiel ist die Israel-Berichterstattung.


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