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    geschrieben am 02. Mai 2010 von Frank Benedikt

    ein Gastbeitrag von Frank Benedikt

    Syrien hat angeblich “Scud”-Raketen an die Hisbollah geliefert – droht ein neuer Waffengang in der Region?

    Gerade einmal vier Jahre ist es her, dass Israel mit Luftschlägen und schließlich auch Bodentruppen im Libanon einfiel, um die radikal-islamische Hisbollah-Miliz zu zerschlagen. Weit über tausend Tote, mindestens eine halbe Million Flüchtlinge und eine breitflächig zerstörte Infrastruktur waren die Folge. Nun mehren sich in der internationalen Presse und auch bei den Bloggern die Stimmen, die auf die Möglichkeit einer Neuauflage dieses Konfliktes hindeuten. Neben “den üblichen Querelen” kommt nun ein schärferer Ton ins Spiel, denn israelischen und amerikanischen Quellen zufolge wurde die schiitische Miliz von Syrien mit ballistischen Flugkörpern vom Typ “Scud-D” ausgerüstet und Israels Regierungsoffizielle greifen zu massiven Drohungen. Geht es aber wirklich nur um Raketen?

    Seit 1943 unabhängig, ist der Libanon stets von einer Vielzahl ethnischer und religiöser Gruppen geprägt gewesen, darunter auch von den Schiiten, die etwa ein Drittel der Bevölkerung stellen. Diese explosive Mischung führte 1975 zu einem Bürgerkrieg, der bis 1990 andauerte und unter anderem beinahe 100.000 Tote forderte. Im Gefolge der islamischen Revolution im Iran und des israelischen Eingreifens in den andauernden libanesischen Bürgerkrieg, vereinigten sich verschiedene schiitische Gruppierungen zur “Hizbu ‘ll?h”, um den Israelis Widerstand zu leisten. Sie waren dabei direkt von Ayatollah Ruhollah Chomenei inspiriert, der eine Fatwa zugunsten der schiitischen Milizen erlassen hatte, die nicht zuletzt durch rund 2.000 Pasdaran, iranische “Revolutionswächter” also, die zudem vor Ort standen, gestützt wurde. Ursprünglich vor allem von Iran unterstützt, änderte sich das Bild aber über die Jahre, da auch Syrien, einer der “Erzfeinde” Israels, versuchte, den Libanon als vorgeschobenes Glacis gegenüber Israel in Stellung zu bringen und sich dabei gerne auch der Hisbollah bediente und bedient.

    In der Folge standen sich im “33-Tage-Krieg” 2006 nicht nur Israelis und libanesische Hisbollah-Milizen gegenüber, sondern es handelte sich auch um einen Stellvertreterkrieg zwischen Israel, Iran und Syrien. Die Kämpfe im Libanon, die im Juli 2006 ihren Anfang nahmen und gut einen Monat andauerten, führten – trotz hoher Verluste an aktiven Kämpfern – nicht nur nicht zu einer Entwaffnung und Schwächung der Hisbollah, sie stärkten sie sogar. Diese Gruppierung, die nicht nur einen militärischen Arm besitzt, sondern als legale Partei auch mit ihren Vertretern im libanesischen Parlament sitzt, hat einem Angriff der stärksten Armee in der Region trotz hoher Verluste “standgehalten” und ist nicht darunter zerbrochen, sondern gibt sich heute stärker denn je. Mittlerweile soll die Hisbollah über rund 35 – 40.000 Raketen verfügen, was in etwa eine Zahl von gut 10 Raketen pro bewaffnetem Kämpfer ergeben würde. Unter diesen finden sich überwiegend BM-21-Systeme, die Nachfolger der “Katjuscha” bzw. “Stalinorgel” aus dem Zweiten Weltkrieg, also kleinkalibrige, ungelenkte Raketen von relativ geringer Reichweite, die noch aus sowjetischer Entwicklung stammen, aber die schiitischen Paramilitärs verfügen sowohl laut eigenen wie auch fremden Angaben auch über weitreichendere Systeme. So haben die von Iran hergestellten und gelieferten Flugkörper der Typen “Zelzal-2″ und “Fateh-110″ eine Reichweite von über 200 Kilometern und könnten damit weite Teile Israels erreichen. Faktisch alle größeren Städte und vermutlich sogar die Nuklearanlage in Dimona sind somit seit Jahren potenziell bedroht.

    Qualitativ würde eine Ausrüstung mit “Scud-D”-Raketen nach Ansicht mancher Fachleute der Hisbollah keine Vorteile bringen. So meint der britische Verteidigungsexperte Charles Heyman, dass dies der bisher sehr mobilen Guerillakampfweise der Schiitenmiliz zuwider laufen würde und auch der renommierte libanesische Blogger Elias Muhanna verweist auf die mangelnde Plausibilität eines Strategiewechsels. Abgesehen von der größeren Reichweite (zwischen 500 und 700 km) und einer geringfügig höheren Nutzlast, haben die Scud-Raketen gegenüber den “Fateh-110″ Nachteile: Sie sind zu groß und deshalb leicht aufzuspüren und auch abzuschießen, benötigen ein spezielles Startfahrzeug und haben eine längere Startvorbereitungszeit, da sie mit Flüssigtreibstoff betankt werden. Die “Fateh” hingegen kann von einem normalen Lastwagen aus gestartet werden, hat eine höhere Treffgenauigkeit, da sie mit GPS ausgerüstet werden kann, und wird mit Festtreibstoff betrieben – alles Punkte, die für die Verwendung durch eine Miliz, die sich der Guerillataktik verschrieben hat, sprechen. Eine Lieferung von “Scud-D” an die Hisbollah würde also keine wesentliche Veränderung im Kräfteverhältnis in der Region herbeiführen und den Vorgang von israelischer Seite aus als “game-changing” zu bezeichnen, mutet überzogen an.

    Wieso nun also die Ankündigung, Syrien “in die Steinzeit zurückzubomben” und den Assad-Clan zu stürzen, falls die Hisbollah Israel mit “Scud”-Raketen angreifen sollte? Warum die Warnung des jordanischen Königs vor einem neuen Krieg in Nahost?

    Mit dem Scheitern des Osloer Friedensprozesses im Jahre 2000 und der folgenden zweiten “Intifada” nahmen die Spannungen in der Region wieder zu, nachdem es in den 1990er Jahren noch danach aussah, als wäre eine Verhandlungslösung in greifbare Nähe gerückt. Raketen- und Granatüberfälle von Hamas und Hisbollah einerseits, und Militärschläge durch Israel andererseits sowie die vielfach als völkerrechtswidrig angesehene Besiedelung der besetzten Gebiete führten zu einer Verschärfung der Lage, die nicht zuletzt durch den israelischen Einmarsch in Libanon 2006 und in den Gaza-Streifen 2009 wieder in das Bewußtsein der Weltöffentlichkeit geriet. Wiederholte Raketenangriffe und Verschleppungen israelischer Soldaten, vor allem durch die Hisbollah, sowie deren Weigerung, sich gemäß den UN-Sicherheitsrats-Resolutionen 1559, 1680 und 1701 zu entwaffnen, bergen nach Ansicht von Analysten durchaus das Potenzial für einen neuen Konflikt. Es melden sich allerdings auch Stimmen, die in der aktuellen israelischen Warnung nur ein Ablenkungsmanöver sehen.

    Doch nicht nur Israels Angst davor, von den USA zu einem Abkommen mit den Palästinensern genötigt zu werden, könnte der Anlaß zu einem solchen Manöver sein, denn der Zeitpunkt, zu dem dies geschieht, ist bemerkenswert: Washington unternimmt seit kurzer Zeit Schritte hinsichtlich eines Annäherungskurses an Damaskus, nicht zuletzt auch durch Senator John Kerry gefördert, den stärksten Fürsprecher Syriens im US-Senat. Nachdem die USA nach der Ermordung Rafik Hariris 2005 ihren Botschafter aus Damaskus abgezogen hatten, blieb als einziger direkter diplomatischer Kanal nur noch der syrische Botschafter in Washington, Imad Mustapha, der als nicht sehr kompetent gilt und dies durch sein Versagen, seiner Regierung die US-Sanktionen gegen Syrien zu erklären, auch unter Beweis gestellt hat. In diesen Wochen nun, da die “Scud”-Meldung durch die Weltpresse ging, wurde in Washington der erfahrene Diplomat Robert Ford zum neuen Botschafter in Damaskus ernannt – in der Hoffnung, durch einen “direkten Draht” zu Bashar al-Assads Regime einer friedlichen Lösung in Nahost wieder einen Schritt näher zu kommen. Wäre aber Jerusalem daran gelegen, diese Politik der Wiederannäherung zu konterkarieren, hätten die “Scuds”, deren Lieferung an die Hisbollah weiterhin unbewiesen ist, zu keinem günstigeren Zeitpunkt in der Diskussion auftauchen können. Mit Namen wie “Fateh-110″ oder auch “Zelzal-2″ weiß die Weltöffentlichkeit nicht viel anzufangen, während der Name “Scud” noch aus dem Zweiten Golfkrieg 1991 einem breiteren Publikum geläufig und eher dazu geeignet ist, alte Ängste zu wecken.

    Nachdem die Wiederaufnahme der israelisch-syrischen Verhandlungen, die einst sehr vielversprechend waren, bis auf Weiteres gescheitert ist und ein generelles Scheitern durchaus auch im Interesse Jerusalems lag, scheint es nicht auszuschließen, dass Israel den US-Bemühungen um eine Verständigung mit Syrien mehr als nur skeptisch gegenübersteht. Die Spannungen zwischen Israel und Syrien wachsen wieder und dass Syrien sein Nuklearprogramm weiterzuführen scheint und auch seine Chemiewaffenkapazität ausbaut, wird sicher nicht zu einer Entspannung zwischen den beiden “Erzfeinden” beitragen und ohne neue Gespräche ist ein weiterer Konflikt mit hoher Wahrscheinlichkeit vorprogrammiert. Das primäre Schlachtfeld dürfte dabei aber wohl wieder der Libanon werden.

    Frank Benedikt

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    22 Kommentare:

    1. Truvor schrieb am 2. Mai 2010 at 22:22 - Permalink

      ” – droht ein neuer Waffengang in der Region ?”

      So leid es mit tut Frank, aber der Waffengang in der Region wird, wie es aussieht, nie enden.

    2. Spiegelfechter schrieb am 2. Mai 2010 at 22:27 - Permalink

      @Truvor

      Wie wahr, wie wahr :-(

    3. Griabiger Batzi schrieb am 2. Mai 2010 at 23:24 - Permalink

      Wie gewohnt. Ein hervorragender Artikel.

    4. Carsten Penkella (Westerwellenreiter) schrieb am 3. Mai 2010 at 00:47 - Permalink

      Juden und Araber können nicht gemeinsam in einem Staat leben, ja nicht einmal in benachbarten Staaten. Was folgt daraus?

    5. @westerwellenreiter schrieb am 3. Mai 2010 at 00:51 - Permalink

      daraus folgt: religion ist scheiße

    6. Lago schrieb am 3. Mai 2010 at 01:37 - Permalink

      @4

      Also in den USA können sie das. Irgendwas machen die im nahen und mittleren Osten offenbar falsch …

    7. Truvor schrieb am 3. Mai 2010 at 01:51 - Permalink

      @ westerwellenreiter #5

      “daraus folgt: religion ist scheiße”.

      daraus folgt: du kapierst nicht, worum es dort geht.

    8. Truvor schrieb am 3. Mai 2010 at 02:02 - Permalink

      @ Carsten Penkella #4

      ” , …… ja nicht einmal in benachbarten Staaten.”

      Für die Hisbollah gibt`s keinen “benachbarten Staat (Israel)”.
      Sie anerkennen Israel nicht.

      “Was folgt daraus ?”

      Nichts schönes (leider).

    9. Nazares schrieb am 3. Mai 2010 at 06:41 - Permalink

      Und was machen wir in dieser Lage?
      Beliefern die Israelis via USA mit neusten Waffen!
      Und gleichzeitig schimpfen wir uns “Exportweltmeister”, gut wenn man über sowas zynisches noch lachen kann.

      Sehr schöner Artikel, ohne euch wäre die Menschheit noch ärmer dran als ohnehin schon ^^

      lg Nazares

    10. Frank Benedikt schrieb am 3. Mai 2010 at 07:07 - Permalink

      @ Truvor, #1:

      Nun, mein Lieber, wie ich es sehe, ist es aber schon ein Unterschied zwischen dem üblichen “kalten Krieg” in der Region oder aber einem weiteren heißen. Die Angehörigen der Opfer können ein Lied davon singen. Gerade die Libanesen (mit Ausnahme ihrer eigenen Radikalen) geraten immer wieder zwischen die Fronten und werden zum Spielball der Radikalen auf beiden Seiten :-(

      Guten Start in die Woche
      Frank

    11. Frank Benedikt schrieb am 3. Mai 2010 at 07:12 - Permalink

      @ Nazares, #9:

      Mit Waffen brauchen wir die Isarealis garantiert nicht zu beliefern, vielmehr gibt es in dieser Ecke der Welt eh schon viel zu viele davon. Vielmehr sollte sich imo die EU mal verstärkt um den Friedensprozess bemühen und nötigenfalls auch auf beide Seiten wirtschaftlichen Druck ausüben.
      Diese endlose Spirale aus Gewalt und Gegengewalt dauert jetzt schon beinahe ein Menschenleben lang – so kann es doch nicht weiter gehen.

      Guten Start in die Woche
      Frank

    12. Nazares schrieb am 3. Mai 2010 at 07:36 - Permalink

      @Frank, #11
      Waffen gibt es in allen Ecken der Welt viel zu viele, besonders im Westen ;)

      Mich würde es auch sehr interessieren, wie die Bevölkerung die Situation sieht, können sie unter der (gewiss vorhandenen) Kriegspropaganda noch sehen welcher Mist eigentlich abläuft oder ist das Feindbild Taliban, ähm… Pardon, Hisbollah schon so festgebacken, dass eine realistische beurteilung unmöglich ist?
      Zum vorbeugen von Missverständnissen:
      Ich möchte damit jetzt nicht ausdrücken, dass Taliban und Hisbollah ein und dasselbe sind.

      Mfg, Nazares

      Ps: Auch von mir einen guten start in die Woche :D

    13. Frank Benedikt schrieb am 3. Mai 2010 at 07:46 - Permalink

      @ Nazares, #12:

      Mich würde es auch sehr interessieren, wie die Bevölkerung die Situation sieht, …

      Da kann ich Dir empfehlen, mal ein paar der libanesischen Blogs zu besuchen und dort ein wenig herumzulesen. Sehr interessant und oftmals auch anrührend in seiner ganz schlichten Menschlichkeit.

      LG
      Frank

    14. Sandsturm schrieb am 3. Mai 2010 at 09:00 - Permalink

      Ich neige zu der Ansicht das Israel von mit dieser Aktion von den Außen- und Innenpolitischen Problemen Israels ablenken möchte. Immerhin hat Israel ähnliche Probleme wie in sie in der ganzen “westlichen” Welt vorkommen – hohe Arbeitslösigkeit, Probleme mit dem Wirtschaftswachstum und ein Demokratiedefiziet. Dazu kommen dann noch Probleme wie der tägliche Rassismus gegenüber den Palästinensern den sie gegenüber sich selbst rechtfertigen müssen und die Unbeliebtheit in der Region. Daher liegt es nahe das Israel sich nun mit seiner bewährten Außenpolitik aus der Klemme zu bomben – immerhin ist Syrien keine wirklich starke Bedrohung und wenn in Notfall der Iran, aufgrund des gemeinsammen Bündnisses zwischen Syrien und Iran, eingreift dann ist das wohl um so besser.
      Vielleicht geht ja dann auch der feuchte Traum der neuen Rechten und der Antideutschen in Erfüllung, die atomare Auslöschung Teherans.

    15. Frank Benedikt schrieb am 3. Mai 2010 at 09:23 - Permalink

      @ Sandsturm, #14:

      Ich neige zu der Ansicht das Israel von mit dieser Aktion von den Außen- und Innenpolitischen Problemen Israels ablenken möchte.

      Auch dies ist eine weitere Möglichkeit, die in der Tat von manchem Analysten in Betracht gezogen wird. Auch heißt es, daß Israel da eventuell gerne die EU wieder stärker hinter sich bringen möchte, die man mit Siedlungspolitik etc. ein wenig vergnatzt hat.
      Eine weitere Lesart war der Gedanke, daß man die Hisbollah und Syrien “ausschalten” möchte, bevor man sich ernsthaft dem Iran “widmet”. Eine schreckliche Vorstellung.

      Guten Start in die Woche
      Frank

    16. Truvor schrieb am 3. Mai 2010 at 16:56 - Permalink

      @ Frank Benedikt #10

      Das Schlimme an dem Konflikt im Nahen Osten ist, daß es dort unmöglich zu ermitteln ist, wer der “Böse” und wer der “Gute” von beiden Seiten (Israel gegen Araber) ist.
      Wenn man die (persönlichen, erlebten) Geschichten der Libanesen (Palästinenser etc.) anhört, dann hat man natürlich gleich Mitleid mit ihnen.
      Wenn man den Israelis zuhört, dann kriegt man die gleiche Geschichten von ihnen zu hören und man hat auch gleich Mitleid mit ihnen.
      Du hast schon recht, das ist kein “heißer” oder “Kalter Krieg” dort, es ist viel schlimmer.
      Die beiden Seiten sind bereit, sich gegenseitig auszurotten.

    17. Albert schrieb am 3. Mai 2010 at 19:38 - Permalink

      Der Artikel ist zum Teil recht informativ und nicht so schlecht wie befürchtet.
      Leider kann man aus einer einzigen Meldung zu Scud-Raketen kaum etwas handfestes ableiten.
      Zumindest machen diese Raketenlieferungen wieder deutlich, dass reale Gefahr von Iran und seinen Verbündeten ausgeht.

      @Frank Benedikt

      Ich glaube Du überschätzt die mögliche Rolle der EU im Nahostkonflikt sehr.

      Vielmehr sollte sich imo die EU mal verstärkt um den Friedensprozess bemühen und nötigenfalls auch auf beide Seiten wirtschaftlichen Druck ausüben.

      Im Nahen Osten sind gerade jetzt wieder sehr spannende Entwicklungen zu beobachten. Die wichtigsten Spieler dort sind: Iran und Verbündete, Saudis und Verbündete, Türken, Russen, Amerikaner und natürlich die Israelis.
      Die EU jedenfalls hat dort schon seit längerem nichts mehr zu melden.
      Eine geeinte europäische Außenpolitik ist doch nicht einmal bei Schönwetter-Themen wie Klima&Umwelt möglich. Wie soll das dann erst im Nahostkonflikt funktionieren?
      Eher wird man sich hier auf ein europaweites Burkaverbot einigen können. Ob das allerdings Vertrauen in muslimisch geprägten Ländern schafft, wäre ich mir nicht sicher.

      Doch ist die weitgehende Passivität der EU im Nahostkonflikt wirklich so schlecht? Wenn man an die unrühmliche Rolle Englands und Frankreichs im Nahen Osten denkt, ist deren heutige Bedeutungslosigkeit dort ein Segen.

      Mal abgesehen von den sachlichen Gründen, die gegen ein kraftvolles EU-Engagement im Nahostkonflikt sprechen, sehe ich Deinen Vorschlag zu wirtschaftlichen EU-Sanktionen gegen die Konfliktparteien als eigentliches Motiv an. Wohl wissend, dass man einem nackten palästinensischen Mann nicht in die Tasche greifen kann, heuchelst Du Neutralität und Ausgewogenheit.

    18. Frank Benedikt schrieb am 3. Mai 2010 at 21:57 - Permalink

      @ Albert, #17:

      Zunächst: Du konstatierst im einen Satz, daß man aus einer Meldung (es waren deren übrigens viele) nichts “Handfestes” ableiten könne, um dann im Folgesatz festzustellen, daß es a) Raketenlieferungen von Iran gäbe und b) von diesem Gefahr ausgehe. Wie geht das zusammen?

      Was den Einfluß der EU angeht: Die Israelis hätten wohl gerne wieder mehr davon (natürlich nur auf ihrer Seite), haben derzeit aber eher schlechte Karten.

      Mir Heuchelei und mangelnde Neutralität vorzuwerfen, ist von einem, der augenscheinlich selber sehr parteiisch ist, zumindest unredlich. Zudem sind Deine Kenntnisse ob der EU-Hilfen z.B. für Gaza entweder lückenhaft oder Du versuchst sie zu verschweigen. Natürlich ist auch die EU dort, wie auch anderenorts in der Region, mit nicht unerheblichen Hilfen unterwegs und ein Einfrieren/Zurückhalten dieser Hilfen wäre durchaus ein Druckmittel auch gegenüber den Palästinensern.

      Im Übrigen habe ich meinen Vorschlag hier privat gemacht und nicht etwa als Autor im Rahmen meines Artikels – auch dies bitte ich zu beachten.

      MfG
      Frank Benedikt

    19. Vogel schrieb am 4. Mai 2010 at 13:47 - Permalink

      Truvor hat recht, leider. “Es kann der gute Mensch nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt!” Gilt 1. grundsätzlich und 2. (dort unten) natürlich vice versa! Deshalb: Truvor hat recht!

      Beste Grüße

    20. Truvor schrieb am 18. Mai 2010 at 19:18 - Permalink

      Zum Thema: http://www.apn.ru/publications/article22765.htm

    21. Frank Benedikt schrieb am 18. Mai 2010 at 19:29 - Permalink

      @ Truvor, #20:

      Danke für den Link. Wenn Du uns jetzt noch kurz zusammenfassen könntest, was da steht?

      Beste Grüße
      Frank


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