Raucher sind die besseren Menschen - eine Polemik

13. Dezember 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Zuerst holten sie die Raucher.
Ich schwieg, denn ich rauchte ja nicht.
Dann holten sie die Fettleibigen.
Ich schwieg, denn ich war ja schlank.
Dann holten sie die Trinker.
Ich schwieg, denn ich trank ja nicht.
Dann holten sie mich …
nur da war niemand mehr da, der protestieren konnte.

Frei nach Martin Niemöller

Was für ein Erfolg für die „Fit-for-Fun Generation“ – ab 2008 wird endlich in allen Gaststätten Deutschlands das Rauchen verboten sein. Die Diktatur des Pöbels hat wieder einmal über die Unvernunft gesiegt. Dem gesundheitsbewussten Jogger ist es auch schwerlich zuzumuten, täglich verschwitzt an Kneipen vorbeizuhasten, in denen übergewichtige Genussmenschen beieinander sitzen und bei einem alkoholischen Gärgetränk, sich oral an Giftstängeln berauschend, der Gemütlichkeit und der Geselligkeit frönen. Mit der Sünde kommt das Verderben und das ewige Leben erreicht nur der Tugendhafte.

Wir leben in neoreligiösen Zeiten, mit sehr variablen Glaubensbekenntnissen, jedoch sehr ähnlichen Strickmustern: Die einen glauben, das Böse lauere in vorehelichem Geschlechtsverkehr, die anderen, dass Zigarettenqualm sie selbst in homöopathischen Dosen krankmachen würde, während sie gleichzeitig nichts dagegen haben, sich dem vollen Aroma von Benzol und Verbrennungsmotoren auszusetzen und dabei genießerisch mit der Zunge zu schnalzen.

Für eine puritanische Gesellschaft ist die nicht sanktionierbare Sünde tabu – und das Rauchverbot in Gaststätten ist sicher nicht die Endstation auf der Fahrt in die universelle Glückseligkeit. Als nächstes geht es den Fettleibigen an den Kragen – in einer schönen neuen Welt, mit schönen neuen Menschen, ist ein solcher Makel nicht zu tolerieren. Entsprechende Ansätze, Fettleibige aus der Volks- und Solidargemeinschaft auszuschließen, gibt es bereits. Auch der Alkohol sollte eher ein Privileg der Eliten sein, die mit solchen Rauschmitteln auch umgehen können – über eine massive Erhöhung des Steueranteils wird es aber zu machen sein, dass Alkohol nicht in falsche Hände gerät. „Schundliteratur“ und „Pornographie“ stehen auch auf dem Index – ein von Sünden und bösen Gedanken umwehtes Hirn, kann schließlich nichts Produktives zur Volksgemeinschaft beitragen.

Um dies umsetzen zu können, müssen die Sünder stigmatisiert werden - „Schämen sollen sie sich, die Hunde, Raucher sind potentielle Mörder, die auch kleine Kinder fressen“, so könnte die Metabotschaft der medialen Volkshygiene lauten. Menschen, die Nichtraucher schützen wollen, argumentieren von einem hochmoralischen Standpunkt aus. Die Hilfskonstrukte, die dabei gebaut werden, relativieren sich indes bei näherer Betrachtung:

- Raucher schädigen die Volkswirtschaft.

Raucher haben einen sozialverträglichen Nebeneffekt – sie haben statistisch gesehen eine kürzere Lebenserwartung (statistisch gesehen, sterben Raucher zwar in einem höheren Alter als Nichtraucher, das ist aber eher eine statistische Spielerei, die nichts mit der Sache zu tun hat). Was den Raucher selbst nicht so sehr freuen dürfte, ist volkswirtschaftlich ein Vorteil. Für die Solidargemeinschaft ist derjenige optimal, der während seines Arbeitslebens kräftig in die Kassen einzahlt und mit Erreichen des Renteneintritts tot umfällt. Der Raucher kommt diesem Ideal ziemlich nahe. Eine durchschnittlich sieben Jahre längere Rentenbezugsdauer aller „umgedrehten“ Raucher wäre eine Katastrophe für die Solidarkassen und für die Finanzlücken der Pflegeversicherung müssten wahrscheinlich die Weihnachtsfeiertage gestrichen werden – daran sollte jeder Gesundheitsfanatiker denken, wenn er seine Radieschen unter dem Tannenbaum verzehrt.

Bei der Krankenversicherung ergibt sich – allen gegenteiligen Behauptungen zum trotz – ein ähnliches Bild. Je älter ein Mensch wird, desto anfälliger ist er für schwere Krankheiten und teure Behandlungen. Je älter ein Mensch ist, desto teurer ist er für die Krankenversicherungen. Natürlich ist die Behandlung eines tabakabususbedingten Lungenkarzinoms eine teure Angelegenheit, würde der Raucher aber nicht an diesem Karzinom sterben, so würde er ein paar Jahre später mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem anderen Karzinom sterben, dessen Behandlung ähnlich teuer ist. Die dazwischen liegenden Jahre kommen die Kassen allerdings teuer zu stehen, da ein Rentner die Krankenkassen deutlich mehr kostet, als er ihnen einbringt. Ein großer Teil der „Tabaktoten“ stirbt indes sozialverträglichkeitsoptimiert im frühen Rentenalter an einer Herz-Kreislauferkrankung – einen „günstigeren“ Tod gibt es für die Krankenkassen fast nicht.

Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik, also ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet, bemerkt dazu:

„Die berühmte Untersuchung von Leu und Schaub von der Universität Basel zu Rauchen und Gesundheitskosten in der Schweiz, die u.a. zu dem Ergebnis kamen, daß die Schweiz langfristig eher mehr statt weniger für die Gesundheit ausgeben müßte, wenn es dort seit hundert Jahren keine Raucher gäbe. So paradox das auf den ersten Blick auch klingt, aber das Gesundheitswesen würde durch ein totales Rauchverbot nicht billiger, sondern langfristig nur noch teurer (weil nämlich die Kosten, die in den Extra-Lebensjahren des Nichtrauchers entstehen, die vorher gesparten Ausgaben mehr als aufwiegen). Wenn man also ernstnimmt, was man die letzten Monate zu Bonus-Malus beim Krankenkassenbeitrag liest, müßten den Rauchern kein Malus, sondern ein Bonus auf ihren Kassenbeitrag eingeräumt werden.“

Eine Studie der Erasmus-Universität in Amsterdam kam zu den gleichen Ergebnissen wie die schweizer Forscher.

- Raucher in Kneipen sind eine Belästigung und verbreiten Gestank

Olfaktorische Wahrnehmungen werden erst im Kopf hedonisch bewertet, dies ist ein weitestgehend subjektiver Vorgang - einige Menschen stört der Geruch von Tabakrauch, andere Menschen nehmen keine Störung wahr. Ist der Raucher schuld daran, dass sein Gegenüber Rauch als störend empfindet? Soll sich der “Hässliche” dafür entschuldigen, dass sein Äußeres von gewissen Menschen als störend empfunden wird?

Den einen stören lange Haare, den anderen Glatzen, den einen stört laute Musik, den anderen stören Hunde, einer hasst knutschende Schwule, der andere Schweißausdünstungen, Tabakrauch oder Autoabgase.

Auf alle individuellen Spleens kann die Gesellschaft schwerlich Rücksicht nehmen. Sofern es im Bereich des Taktes und des Anstandes liegt, ist eine Rücksichtnahme natürlich geboten. Gesetzliche Maßnahmen dürfen höchstens dann nötig werden, wenn das Außerachtlassen von Takt und Anstand seitens der “Störenden” den “Gestörten” objektiv in besonderem Maße belästigt. Da sich ein Großteil der Nichtraucher aber keinesfalls durch Rauch besonders belästigt fühlt, ist auch kein Grund gegeben, hier gesetzlich zu intervenieren. Soll man Hunde verbieten, die Langhaarigen zum Frisör schicken, Schwule wegsperren? Nein, man kann es nicht jedem recht machen und das ist gut so.

Das Rauchverbot in niedersächsischen und hessischen Kneipen hat zu der kuriosen Entwicklung geführt, dass Raucher und Nichtraucher ihr Näslein in überfüllten Großkneipen und Diskotheken heute stärker rümpfen müssen, als vorher. Die Umgebungsluft entspricht einer Mischung aus Alkoholfahnen, Knoblauch, Zwiebeln und billigem Parfum, gespickt mit einer kräftigen Note Schweiß, mit einem herben Abgang aus Fürzen und Gammel. Der Mensch stinkt, wenn er sich nicht wäscht, und einige Gerüche lassen sich auch durch Hygiene kaum verhindern. Für all diese unerfreulichen Gase diente früher der Rauch als neutralisierender Faktor – das verwöhnte Näslein wird sich umgewöhnen müssen.

- Das Rauchverbot in Gaststätten hat in anderen Ländern zu positiven Ergebnissen geführt und den Umsatz der Wirte gesteigert

Die Gesundheitsapostel haben einen Sieg errungen und können sich freuen, der Tabakkonsum ist in den betreffenden Ländern zwar zurückgegangen, dennoch stieg z.B. in Irland die Zahl der jugendlichen Raucher seit der Einführung des Rauchverbots in Gaststätten. Für die Wirte ist dies allerdings alles andere als positiv. Seit Einführung des Rauchverbotes ist die Zahl der Pubs in Irland um über 1.000 zurückgegangen. Vor allem in ländlichen Gebieten sterben die Pubs – laut einer Wirtin, sind die Pubs nur noch bei Beerdigungen voll. In Wales sind die Umsätze der Pubs seit Einführung des Tabakverbotes um 20% gesunken, in Schottland um 15% und in England ist der Ausschank von Bier auf dem niedrigsten Niveau seit 1930. Da das Rauchverbot in Großbritannien noch sehr jung ist, gibt es noch keine verlässlichen Zahlen über die Konkurse von Gaststätten, die Zahl der Bingo-Hallen dürfte im Zuge des Rauchverbotes um ein Drittel zurückgehen.

Gerade Großbritannien als gutes Beispiel heranzuziehen, ist also im doppelten Sinne unglücklich. Denn wer soll sich ein Land zum Vorbild nehmen, dessen Bewohner sich freiwillig per CCTV und ASBOs vollüberwachen und gängeln lassen. In punkto Bürgerrechte und Freiheit sind die Briten das zurückgebliebenste Land in ganz Europa, wieso sollte man sich ausgerechnet die Untertanen der Queen bei einer Frage über persönliche Freiheiten zum Vorbild machen?

Und wie sieht es im Rest der Welt aus? Spanien führte lauthals ein ähnlich rigides Gesetz wie die deutschen Länder ein – und musste es bereits zurücknehmen und auf ein erträgliches Maß stutzen, bei dem der Wirt selbst entscheiden kann, ob er seine Gaststätte zum Raucher- oder Nichtraucherlokal macht. In Griechenland wurde das Gesetz bereits wieder zurückgenommen, weil sich keiner daran hielt. In Italien hält sich auch fast keiner an das Gesetz – nur in den touristisch überlaufenen Zentren der Metropolen wird es beachtet, auf dem Lande signalisiert die offene Kneipentür „Raucher“, die geschlossene Kneipentür „Nichtraucher“, und da in Italien das Leben in den Strassencafés spielt, die nicht betroffen sind, ist es den meisten Italienern auch egal, was die Herren aus dem Palazzo Chigi da so beschließen. Den puritanischen Amerikanern ist eh nicht mehr zu helfen, die Schweizer setzen – grundliberal, wie sie sind – auf Eigenverantwortung und in Japan führen solche Gedanken höchstens zu einem Schmunzeln. Dort reagiert man mit hoch entwickelten Klimaanlagen und Luftfiltern auf das „Raucherproblem“ – Frau Merkel lässt diese Arbeitsplätze ja lieber in der Windenergiebranche entstehen.

- Kneipen sind „öffentlicher Raum“ und der Wirt muss seine Gäste schützen

Selbstverständlich darf der Staat in öffentlichen Gebäuden das Rauchen untersagen. Auch Private dürfen dort das Rauchen untersagen, wo sie das Hausrecht ausüben – wenn die Bahn oder der Arbeitgeber das Rauchen verbieten will, so ist sie/er zunächst einmal im Recht. Als Privatperson hat man die Wahl, seine Gäste in der Wohnung rauchen zu lassen, sie auf den Balkon oder die Terrasse zu bitten oder das Rauchen komplett zu untersagen. Ein Gastwirt hat diese Wahl mit dem neuen Gesetz nicht mehr. Er darf seine Gäste nicht mehr so empfangen und bewirten, wie er gerne möchte.

Dabei stellt eine Gaststätte mitnichten einen „öffentlichen Raum“ dar, den jeder betreten darf - der Türsteher eines Nobelclubs wird diese Forderung lachend von sich weisen. Der Wirt hat in seiner Gaststätte Hausrecht und wenn er es seinen Gästen erlauben will, ihrem sündigen Genuss zu frönen, so ist dies sein ureigenstes Recht. Wenn ein militanter Nichtraucher dies nicht anerkennen will und sich durch die Rauchschwaden über Gebühr belästigt fühlt, so hat er leider Pech – das Leben ist kein Wunschkonzert. Um Nichtraucher adäquat zu schützen, könnten Wirte Warnschilder anbringen, so dass sich niemand fahrlässig in Gefahr begeben muss. In Peepshows und ähnlichen Etablissements hat man sich eine Altersregelung ausgedacht, um Jugendliche vor den seelischen Grausamkeiten, die sei dort zu erwarten haben, prophylaktisch zu schützen – warum soll es nicht ähnliche Regelungen für „Raucherkneipen“ geben? Eine klare Zeichengebung (so wie das für Niedersachsen angedachte und wieder verworfene „R“) würden einen größtmöglichen Schutz für echte und psychosomatische Opfer des Rauches bedeuten.

- Wo der Markt versagt, muss der Staat eingreifen

Glaubt man Frau Bätzing oder der politischen Haute Volée, so haben rauchfreie Kneipen ein riesiges Marktpotential – nur leider wissen das die Wirte nicht und die Kundschaft ist bis dato auch nicht mit einer signifikanten Nachfrage nach solchen Etablissements aufgefallen. Das verwundert, sagen doch Umfragen, dass sich ein Großteil der Bevölkerung genau das wünscht. In Niedersachsen ist das „Antirauchergesetz“ bereits seit einem halben Jahr, respektive eineinhalb Monaten (seit dem 1. November wird das Gesetz auch vollstreckt), in Kraft – der Ansturm auf die Kneipen blieb freilich aus, was auch kaum anders zu erwarten wäre, weiß doch jeder Marktforscher, dass nur Umfragen unter realen und potentiellen Kunden relevant für diese Art von Umfragen sind. Auch wenn 90% der Bevölkerung eine Anhängerkupplung an einem Ferrari chic finden würden, so sieht dies die Kundengruppe ein wenig anders und Ferrari wäre gut beraten, von solch Innovationen abzusehen.

Die Gruppe der Kneipengänger besteht zu einem signifikanten Teil aus Rauchern – Gelegenheitsraucher gehen ihrem Laster meist bei einem Bierchen in der Kneipe nach. Auch die Nichtraucher, die gerne gesellig sind, haben eine hohe Rauchbelästigungsschwelle. Es gibt natürlich Einzelfälle, wie beispielsweise Asthmatiker, die gerne in Kneipen gehen würden, für die der Rauch aber ein echtes Problem darstellt. Die militanten Nichtraucher, die die Diskussion durch laute Zwischentöne beherrschen, gehören jedenfalls nicht zur Gruppe der potentiellen Kneipengäste. Puritaner, Extremisten und Radikalinskis jeglicher Couleur neigen nicht zu Geselligkeit, da die Gesellschaft sie als unangenehm empfindet und nichts mit ihnen zu tun haben will. Dies ändert sich durch das Rauchverbot um kein Jota und das wissen sie auch und bleiben den Kneipen – allen Lippenbekenntnissen zum trotz – auch weiterhin fern.

All dies führt zu skurrilen Situationen wie folgender, die in Niedersachsen schon Normalität ist: In einer neuerdings schlechter gefüllten Kneipe musste eine Trennwand gezogen werden, um den Rauchern ein Habitat zu schaffen. In dieser Rauchzelle sitzen Raucher und Nichtraucher eng beieinander und haben ihren Spaß so wie früher – der einzige Unterschied ist die schlechtere Luft, da sich der Rauch trotz Lüftung auf einen kleineren Luftraum verteilt, womit niemanden ein Gefallen getan wurde. Der große Nichtraucherbereich, samt Theke, ist fast menschenleer. Die wenigen Gestalten an der Theke bekunden auch, ihnen wäre es lieber, wenn wieder geraucht werden dürfte - die saubere Luft sei zwar nett, ersetze aber nicht die verlorene Gemütlichkeit und der neuerliche Separatismus der Masse spalte die Gesellschaft. Ist es das, was die Politik will?

Raucher rauchen meist nur dort, wo sie dürfen und stören ungern ihre Mitmenschen. Raucher zahlen auch gerne die Magen-/Darm-/Leberkrebsbehandlungen der “gesunden” Nichtraucher, die Raucher dank ihrer ungesünderer Lebensweise und des vorzeitigen Ablebens meist gar nicht erst bekommen, da diese Krebsarten idR nur Menschen über 80 bekommen. Raucher zahlen auch gerne die künstlichen Kniegelenke und Hüften für Extremsportler, die es zeitlebens nicht lassen können, ihren Körper zu schädigen. Raucher zahlen auch gerne die OPs, Hubschraubereinsätze und Rehamaßnahmen für Skisportler, Motorradfahrer, Mountainbiker oder Drachenflieger, die mit ihren Hobbys “unnötige” Risiken eingehen.

So ist das mit den Rauchern, sie scheinen irgendwie die toleranten Menschen zu sein, die anderen Menschen auch ihren “unvernünftigen” Spaß gönnen können. Warum gönnt man nicht auch den Rauchern ihren „unvernünftigen“ Spaß?

p.s.: Im Jahre 1692 wurde im Herzogtum Lüneburg die Todesstrafe für “unerlaubtes Rauchen” gesetzlich festgeschrieben - da stellt die gesellschaftliche Diskriminierung heutiger Tage ja schon einen kleinen Fortschritt dar. Bei der 1848er Revolution war eine der Kernforderungen der Demonstranten die Aufhebung des Rauchverbots im Berliner Tiergarten. Wir können also hoffen.

Jens Berger

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Trackbacks:

  1. [...] Original post by Der Spiegelfechter [...]


  2. [...] Freund ob Feind des Klimmstengels das lohnt allemal zu lesen - Spiegelfechter.com  um die Macht dahinter zu [...]


  3. 3 · Klinke: Hand. Hand: Klinke. - Citronengras am 14. Dezember 2007 um 04:03

    [...] Spiegelfechter hat eine hübsche Polemik über die Maßnahmen zum Schutz einer Gesellschaft geschrieben, die zuvor, scheint’s, [...]


  4. [...] Deinen Besuch!Bei Citronengras hab ich einen netten Artikel von MaloXP gefunden, der durch einen Text bei Spiegelfechter angeregt wurde. Beide Artikel lege ich zur Lektüre ans [...]


  5. 5 · RunkenBlog » Blog Archiv » No Smoking am 14. Dezember 2007 um 12:19

    [...] Einen lesenswerten Artikel zum Thema Rauchverbot gibts beim Spiegelfechter. [...]


  6. [...] spiegelfechter: Raucher sind die Besseren Menschen - eine Polemik [...]


  7. 7 · Fakten, Infos, Kommentare am 17. Dezember 2007 um 16:29

    Rauch- und andere Verbote…

    Anlässlich des schleswig-holsteinischen Entwurfes zum Nichtrauchergesetz wird sich auch die Gemeinde Oersdorf in Kürze damit beschäftigen, wie das Rauchen zukünftig in den gemeindlichen Räumen der Feuerwehr und des Gemeindehaus…


  8. [...] wunderbaren Artikel (er wird sogar durch die bis dato 154 Kommentare besser) beim Spiegelfechter empfehle ich allen, die [...]


  9. 9 · ]momentum:flux[ » schall um rauch am 20. Dezember 2007 um 19:12

    [...] hier noch ein schön polemischer artikel vom spiegelfechter über das [...]


  10. [...] Um so enttäuschter war ich davon, als dort vor kurzem ein ziemlich undifferenzierter Artikel zum Thema “Rauchverbot” erschien.  Ja, ich weiß, es steht groß und fett “Polemik” dran, aber selbst [...]


  11. 11 · Rauch und Freiheit « Seitenhiebe am 31. Dezember 2007 um 10:33

    [...] und Freiheit Dieser Artikel des Spiegelfechters erschien zwar schon vor einiger Zeit, nichtsdestotrotz komme ich erst jetzt [...]


  12. [...] Zuerst holten sie die Raucher. Ich schwieg, denn ich rauchte ja nicht. Dann holten sie die Fettleibi… [...]


  13. [...] impliziert, sondern als Passivraucher. Passiv, klingt schon besser und erinnert an Gandhi. Der Raucher gehörte fortan zur Achse des Bösen, schließlich pustet er seinen Qualm ständig in das Gesicht der armen, wehrlosen [...]


  14. 14 · Brita Seifert » Blog Archive » Link zum Abend: am 4. Februar 2008 um 00:20

    [...] Raucher sind die besseren Menschen - eine Polemik [...]


  15. [...] Fall (wie in diesem) sind sie eine Gefahr für die persönliche Freiheit der Menschen auf der Welt. p.s. finanzbeam... - das laesst sich auch auf die Anti-Rauch-Bürokratenfraktion [...]


  16. [...] raucheneinmal bin ich grundsätzlich für ein Rauchverbot im öffentlichen Raum (öffentliche Gebäude, öffentliche Plätze, Gaststätten, Discos [...]


  17. [...] sein: Seit gestern gilt das Gesetz zum Schutz der Nichtraucher auch in NRW. Ich verweise auf eine Polemik sowie etwas sachlicheres sage nur noch: Bei eurem nächsten Kneipen oder Disco Besuch wird diese [...]


  18. [...] sieht man den Raucher durch die ihr wahres Gesicht zeigenden “Passivraucher” in die Achse des Bösen gedrängt, was ein Kneipensterben zur Folge hat, weil die Nichtraucher eh nicht in die Kneipen [...]


Kommentare:

  1. · Schwitzig am 13. Dezember 2007 um 17:28 - Permalink

    Danke :-)

    Ich rauchte 29 Jahre bis zu 3 Schachteln täglich, bin seit 4 Monaten clean und hasse die militanten Gutmenschen-Nichtraucher immer noch :-).
    Mir hat Rauchen immer Spass gemacht; es hat bis zur letzten Zigarette gut geschmeckt und auch wenn die Vorteile der Freiheit beeindruckend sind, käme ich niemals auf die Idee, jemandem seinen Genuss zu vermiesen.
    Ich stelle mich ja auch nicht vor die Haustür und erschiesse den Notarztwagenfahrer, weil er so einen fiesen Killerfeinstaubdiesel durch meine Strasse fährt, um so einen emotionalen Nichtraucherkrüppel zu retten.


  2. · Hanno am 13. Dezember 2007 um 17:31 - Permalink

    Tja. Da war ich in Kanada auf Reisen und hatte mir in Montreal im Veranstaltungskalender ein vielversprechendes Konzert des Montreal Popfestivals herausgesucht. Erfahren mit deutschen Clubkonzerten habe ich mich umgezogen und meine schlechtesten Klamotten zusammengesucht.

    Denn wie jeder weiß, der in Deutschland einen kleinen, heißen, schlecht belüfteten Club besucht: Nach einem Konzert in einem engen Raum mit vielen Rauchern wird man garantiert mitstinken. Passivgestank, quasi.

    Aber erstaunlich: Niemand rauchte. Ich war völlig überrascht. Wirklich, ich war vollkommen baff: Meine Klamotten, sie waren nach dem Konzert vollkommen frühlingsfrisch.

    Und nein, es war kein Konzert eines katholischen Mädchenchors, sondern die genialen United Steelworkers of Montreal, deren CDs jeder sofort bestellen sollte, der diese Zeilen hier liest.

    Seit diesem Erlebnis kann ich einem Rauchverbot einiges abgewinnen.

    Vor ein paar Tagen war ich in einem Irish Pub hier in HH. Meinen vorhe frischgewaschene Kleidung konnte ich anschließend direkt wieder in die Wäsche stecken.

    (Disclaimer: Bin kein Raucher, auch kein Ex-Raucher, auch kein Raucher-Hasser.)


  3. · Spiegelfechter am 13. Dezember 2007 um 17:38 - Permalink

    @Hanno

    Nach einem nächtlichen Zug um die Häuser, ist es generell ratsam seine Kleidung zu waschen. Oder willst Du Schweiss und Co konservieren? ;-)


  4. · Choddy am 13. Dezember 2007 um 17:49 - Permalink

    Ich als aktiver und äußerst regelmäßiger Raucher war seit Beginn der Debatte für ein absolutes Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen. Ich habe selbst als starker Raucher oft die Erfahrung machen dürfen, wie unglaublich widerlich Räume und Örtlichkeiten sein können, die bis unter die Decke vernebelt sind. Von Diskos und Restaurants, in denen man primär gutes Essen genießen möchte, mal ganz zu schweigen.

    Mir persönlich sind da auch wirtschaftliche Hintergründe scheißegal. Jeder vernünftige Mensch kann für eine Zigarette zwischendurch auch vor die Tür gehen und ich muss nicht permanent rauchen, um mit Müller, Meier und Schulze in der Kneipe eine gepflegte Unterhaltung zu führen. Gerade in dieser Debatte habe ich die militanten Raucher fast so sehr zu hassen gelernt, wie ihre nicht minder militanten Nicht-Raucherkollegen.

    Nene, hier sollten Rücksicht und gesunder Menschenverstand viel öfter genutzt werden, dann würde auch jeder erkennen, dass es kein Problem ist, seine Zigarette auch vor Kniepe/Club/Restaurant zu genießen …

    Edit: Abgesehen davon, sollte jeder Raucher doch irgendwo doch dafür dankbar sein, dass er so ein bisschen eingeschränkt wird … wer raucht schon freiwillig weniger, wenn er süchtig ist ;o)


  5. · flippah am 13. Dezember 2007 um 17:49 - Permalink

    Ich muss hier leider doch widersprechen.

    Das Rauchverbot ist nötig geworden durch die Ignoranz einer Minderheit unter den Rauchern, für die Rücksichtnahme offenbar ein Fremdwort ist.

    Ich kenne viele Raucher und sie verhalten sich so, dass sie niemanden mit ihrem Rauch belästigen. Wenn alle so wären, käme niemand auf die Idee, dass man ein Rauchverbot bräuchte.

    Leider aber begegne ich immer wieder Leuten, die, wenn man z.B. bittet, das Rauchen zu unterlassen, weil man gerade eine akute Erkältung hat und es keine Möglichkeit gibt, ihnen auszuweichen, einem den Rauch absichtlich ins Gesicht blasen. Oder die auf den Bahnsteigen, wenn man sie bittet, doch den Raucherbereich aufzusuchen, wenn sie rauchen wollen, einem Schläge androhen.

    Diese Leute sind es, bei denen sich die gewaltige Mehrheit der vernünftigen Raucher bedanken darf, dass ein Rauchverbot leider notwendig geworden ist.


  6. · Ralph am 13. Dezember 2007 um 17:50 - Permalink

    Mal abgesehen davon das der Staat sofort Pleite wäre (bzw. dessen Einwohner), wenn es keine Raucher gäbe, wären auch die Probleme in der Pflege nicht mehr beherschbar (das Raucher an Demenz und Alzheimer leiden ist relativ Unwahrscheinlich).
    Bei diesen Hintergrund ist es auch logisch, dass weder der Staat oder die Krankenkassen für die Raucherentwöhnung aufkommen.


  7. · derhans am 13. Dezember 2007 um 18:20 - Permalink

    > und das Rauchverbot in Gaststätten ist sicher nicht die
    > Endstation auf der Fahrt in die universelle Glückseligkeit

    Spätestens ab da wird es erschreckend undifferenziert (bin hier eigentlich anderes gewohnt, deswegen erschreckend), auch bei aller Polemik sollte man nicht alle möglichen Themen in einen Topf werfen, nur weil bestimmte Verbote/Verordnungen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, sind sie nicht alle falsch oder alle richtig.

    Da hilft auch alle Milchmädchenrechnerei nichts, ob Raucher mehr Geld einringen/einsparen, als sie kosten, ist erstens äußerst schwer zu beurteilen, und zweitens für das Thema ohnehin nicht von Bedeutung, da hier gesundheitliche und nicht monetäre Aspekte im Vordergrund stehen sollten.

    > Raucher in Kneipen sind eine Belästigung und verbreiten Gestank
    Es geht auch nicht um Gestank oder Belästigung einzelner, sondern um deren objektiv feststellbare Gesundheit. Jedes Jahr sterben Nichtraucher durch das passiv Rauchen oder werden krank. Man kann jetzt argumentieren, dass ja jeder Gast freiwillig in die Gaststätte geht, aber was ist mit dem Personal? Klar, Kellner und Kellnerinnen arbeiten auch freiwillig da wo sie arbeiten (mehr oder weniger), aber mit dem Argument kann man gleich mal alle Arbeitsschutzbestimmungen abschaffen. Wozu Schutzhelme, Ohrenstöpsel, Mundschutz und Schutzbrillen. Aber Kellnerinnen mit Gasmasken will ja auch wieder kein Raucher haben.

    > Das Rauchverbot in Gaststätten hat in anderen Ländern
    > zu positiven Ergebnissen geführt und den Umsatz der Wirte gesteigert
    Ich hatte bereits das Vergnügen mit betroffenen Wirten zu sprechen (in BaWü), und einige klagen tatsächlich über erhebliche Umsatzeinbuße. Ich denke allerdings, dass sich das langfristig auf plus/minus null einpendeln wird, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass alle Raucher in Zukunft nur noch frustriert zu Hause sitzen

    > warum soll es nicht ähnliche Regelungen für „Raucherkneipen“ geben
    Ganz einfach:
    Nichtraucher sind entgegen der landläufigen Meinung erheblich toleranter und nicht annähernd so weinerlich wie Raucher (auch ein bischen Polemik :D), deshalb können die Wirte ihre Kneipen guten Gewissens alle zu Raucherkneipen machen, die Nichtraucher kommen ja trotzdem. Demzufolge könnte man es dann auch gleich ganz lassen.

    > so haben rauchfreie Kneipen ein riesiges Marktpotential
    Geschwätz, rauchfreie Kneipen haben das selbe Marktpotenzial wie Kneipen in denen geraucht wird. Jetzt finden sich die Nichtraucher damit ab, dass geraucht wird, bald finden sich die Raucher damit ab, dass eben nicht mehr geraucht wird

    > In dieser Rauchzelle sitzen Raucher und Nichtraucher eng beieinander
    > und haben ihren Spaß so wie früher
    Gegenbeispiel. In einer Disco in BaWü feiern Raucher und Nichraucher bei klarer Luft auf der Tanzfläche. Die Stimmung ist großartig, außer bei den paar Rauchern (etwa 10) die sich in den beiden zugig kalten und äußerst ungemütlichen Raucherräumen aufhalten. Bei einem Blick in den Raum kamen mir als erstes Assoziationen wie “Bahnhofsklo” und “Junkie” in den Sinn :D

    > Raucher rauchen meist nur dort, wo sie dürfen und stören ungern ihre Mitmenschen
    Das behaupten im wesentlichen alle Raucher. Tatsächlich scheinen sich aber die allermeisten Raucher einen Dreck darum zu scheren, wer ihren Mief gerade mit wegraucht. Die meisten würden sich vermutlich selbst in nem vollbesetzten Bus noch eine anzünden, wenn sie dürften. Und wenn man dann als Nichtraucher höfflichst möglich, freundlich und kompromissbereit um etwas Rücksicht bittet, fühlt sich der Durchschnittsraucher in der Regel auch gleich persönlich beleidigt.

    > So ist das mit den Rauchern, sie scheinen irgendwie die toleranten Menschen
    > zu sein, die anderen Menschen auch ihren “unvernünftigen” Spaß gönnen können.
    > Warum gönnt man nicht auch den Rauchern ihren „unvernünftigen“ Spaß?
    Erstens sind Raucher nicht toleranter, sonst müssten sich die Wirte ja keinen Sorgen um ihren Umsatz machen und zweitens hat mein unvernünftiger Spaß den Vorteil, dass meine Mitmenschen in unmittelbarer Nähe bei meinen unvernünftigen Spaß keine zig-tausend krebserregenden Stoffe mit einatmen müssen…


  8. · corny am 13. Dezember 2007 um 18:27 - Permalink

    Irgendwie verstehe ich diese Debatte schon vom Ansatz nicht. Ich hab sowieso keine Geld um irgendwo essen zu gehen, da ist es mir doch egal, ob man da rauchen kann oder nicht. Soll sich der Staat lieber erst mal um die Armut kümmern, das halte ich für wichtiger.

    Aber da sieht man, wie das ist, wenn Wohlstandsgesellschaftler zu viel Zeit haben und vor allem keine richtigen Probleme.


  9. · transwarp am 13. Dezember 2007 um 18:29 - Permalink

    Und wieder Ron Paul O-TON vom Spiegelfechter;)

    “Nene, hier sollten Rücksicht und gesunder Menschenverstand viel öfter genutzt werden, dann würde auch jeder erkennen, dass es kein Problem ist, seine Zigarette auch vor Kniepe/Club/Restaurant zu genießen”

    Man erkennt das du kein wirklicher Raucher und Kneipengänger sein kannst. Wärst du die letzte Zeit mal vor der Kneipe gestanden, wuesstest du wie scheiss kalt nass und windig es ist.. und das rauchen so weder Genuss noch Spass macht.


  10. · corny am 13. Dezember 2007 um 18:32 - Permalink

    wo ich das grad noch gesehen habe

    @derhans

    “Jedes Jahr sterben Nichtraucher durch das passiv Rauchen oder werden krank.”

    Dasselbe kann man auch über Geschlechtsverkehr behaupten, durch den viele ansteckende und definitiv tödliche Krankheiten übertragen werden. Also sollte man vorsichtshalber Geschlechtsverkehr verbieten?

    Mein Gott, die Welt ist kein Wunschtraumland (aber wie gesagt - Wohlstandgesellschaftler…)


  11. · Buzel am 13. Dezember 2007 um 18:34 - Permalink

    lieber herr spiegelfechter,

    sie haben auch an allem etwas zu mäkeln.


  12. · He who trains himself in asking questions am 13. Dezember 2007 um 18:47 - Permalink

    Zuerst hörten die Leute auf, über Vergnügen zu reden. Essen ist Vergnügen, aber sie erzählen, dass man sich vor zu hohem Cholesterin schützen muss. Wenn man Sex hat, kann man AIDS bekommen. Wenn man raucht, kann man Krebs bekommen. Aber Rauchen ist ein Vergnügen - Ich bin Raucherin, ich verspreche es Ihnen. Essen ist Vergnügen. Liebe ist Vergnügen.
    Tatsache ist: Wir kennen den Feind nicht, darum fürchtet sich die Welt. Die Welt ist im Krieg, aber gegen wen? Bin Laden wird zu Saddam und Saddam wird jemand anderes. Alle reden über Sicherheit. Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit. Aber Sicherheit heißt auch weniger Freiheit. Eine Gesellschaft, die auf Sicherheit fixiert ist, wird konservativer. Wer Freiheit will, hat mehr Risiken. Das geht zusammen. Ich selbst bevorzuge Risiken, und manchmal tut es halt weh.
    Die Anti-Raucher-Gesetze sind für mich eine Vergewaltigung der persönlichen Freiheit. Warum ist der Staat plötzlich so besorgt um unsere Gesundheit? Alles andere ignoriert er doch auch: beschissene Luft, beschissenes Essen, beschissene Arbeitsbedingungen. Das Problem hat für mich tiefere Ursachen. In unserer extrem konservativen Zeit gilt Rauchen als sexueller Akt. Da geht etwas in eine Öffnung des Körpers hinein, kommt wieder heraus und bereitet Genuss.

    -Marjane Satrapis-

    taken from: heise.de/t...


  13. · Schwitzig am 13. Dezember 2007 um 18:56 - Permalink

    Was mich interessieren würde:
    Es wird immer behauptet, dass pro Jahr sagen wir mal 7000 Leute am Passivrauchen sterben.

    Wie kann man diese Zahlen bekommen? Welche Jahrzehnte zurückreichenden Untersuchungen unter Berücksichtigung aller in einem Menschenleben auftretenden inneren und äußeren Bedingungen liegen dem zu Grunde?

    Oder ist das etwa Propaganda?


  14. · xconroy am 13. Dezember 2007 um 18:57 - Permalink

    Die meines Erachtens eleganteste Problemlösung wurde ja schon benannt:

    wenn die Japaner es hinbekommen, den Rauch mit Filtern und Klimaanlagen wegzusaugen, warum sollte das nicht hierzulande auch möglich sein?

    Gibt es dazu bereits Aussagen von den Verbotsbefürwortern, warum das nicht gehen kann?

    Sicher ist das erst mal nicht ganz billig. Die Lokale müßten da schon was investieren. Nur: wären die Ausgaben für die technische Lösung (Installation und Wartung) nicht mittelfristig weit geringer als die Verluste, die durch wegbleibende Gäste entstünden? Dazu müßte es doch irgendwelche Studien geben…

    beste Grüße von einem Nichtraucher, der überhaupt kein Problem mit verrauchten Kneipen hat ;-)


  15. · Christian am 13. Dezember 2007 um 19:28 - Permalink

    “Dasselbe kann man auch über Geschlechtsverkehr behaupten, durch den viele ansteckende und definitiv tödliche Krankheiten übertragen werden. Also sollte man vorsichtshalber Geschlechtsverkehr verbieten?”

    Das Problem ist, wann und mit wem ich Geschlechtsverkehr habe, kann ich mir aussuchen. Ich trage hier selber die Verantwortung/das Risiko.
    Wenn ich in der Gaststätte sitze kann ich mir nicht aussuchen, ob da geraucht wird.

    Deswegen Rauchverbot zum Schutz vor Passivrauchen für Gäste und Personal! ;)


  16. · Harti am 13. Dezember 2007 um 19:33 - Permalink

    Es ist wirklich erschreckend, mit welchen an den Haaren herbeigezogenen Argumenten manche Leute versuchen, das Rauchverbot als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit darzustellen und ihre Sucht zu einem Kampf für Bürgerrechte hochstilisieren. Der Vergleich mit Alkohol- oder sogar Sexverbot ist so offensichtlich bescheuert, dass es mir die Worte fehlen.
    Es geht doch hier um eine Sache: die Sucht der Raucher ist häufig* so stark, dass selbst vernünftige Kompromisse (Rauchen erlaubt, aber nur dort wo es niemanden stört) aufs heftigste abgelehnt werden. Welche der beiden Diskussionsgruppen damit die intolerante ist, ist ja wohl klar…

    * Ich möchte davon ausdrücklich den großen Teil der gemäßigten Raucher ausschliessen, deren Ansehen bei Nichtrauchern leider häufig durch pöbelnden Tonfall der Extremraucher herabgesetzt wird.


  17. · Sceptic am 13. Dezember 2007 um 19:40 - Permalink

    Für mich haben Sie das wichtigste Argument unterschlagen: den Schutz der Angestellten. Ich stimme mit Ihnen in allen anderen Punkten überein. Allein obiges Argument hat mich dazu gebracht, das Rauchverbot schweigend hinzunehmen.

    PS: Der Zusatz “Polemik” im Titel hat auf mich die negative Wirkung, dass ich Ihre anderen Artikel nun mit anderen Augen lese. Haben Sie da vielleicht hier und dort diesen Zusatz vergessen?

    PPS: Der Spiegelfechter ist nichtsdestotrotz eine gute Lektüre.


  18. · Schwitzig am 13. Dezember 2007 um 19:44 - Permalink

    Vielleicht sterben die Nichtraucher ja auch deswegen früher, weil sie sich alle so aggressiv, verbiestert und freudlos durch’s Leben hassen. Jedenfalls sind die Hasspostings hier hauptsächlich von Nichtrauchern.
    Wäre ich noch Raucher, würde ich mich belästigt fühlen :-).
    Naja - wenn es schon nicht mehr “den Russen” als Feindbild gibt, muss man wenigstens Raucher hassen, nicht wahr?


  19. · SoE am 13. Dezember 2007 um 20:03 - Permalink

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was daran so schlimm gewesen wäre, wenn jede Kneipe und Gaststätte sich das hätte aussuchen können. Dann würden die Familien in NR-Restaurants gehen und die Rauchercliquen in den R-Kneipen weiter schmöken neben dem Bier. Wenn ein Laden es sich erlauben kann, macht er vielleicht aus einem Raum ne Bar, an der man neben der Kippe auch schon den nächsten Cocktail ordern kann.

    Dann hätte sich jeder ein neues Zeichen in die Tür geklebt (NR oder R oder eben “Für alle!”) und die Discos könnten sich die Heizpilze sparen (Klimaschutz anyone?).


  20. · Peter am 13. Dezember 2007 um 20:58 - Permalink

    Wäre man ein baumumarmender Gutmensch könnte man vielleicht sagen, das Rauchverbot wäre der Schutzhelm der Kneipenbetreiber und ihrer Angestellter. Aber halt, die Kosten! Es ist wahr, Arbeitsschutzmaßnahmen kann sich in der globalisierten Welt von heute weder die Wirtschaft noch die Rentenkasse leisten.

    Was würde es nicht schon alles helfen, die Helmpflicht für Baustellen einzustampfen und diese lästigen Pausen für Kraftfahrer gleich auch. Das senkt die Kosten und reduziert die Arbeitslosenzahlen nicht nur dadurch, dass die Unternehmer neue Kräfte einstellen können, sondern eben von Zeit zu Zeit auch müssen. Dann sieht auch das Arbeitsamt besser aus wenn es ständig neue Jobs vermittelt und die Autoindustrie wird ebenfalls gefördert.

    Und da wir Nägel mit Köpfen machen: hinfort mit diesen ganzen „Sicherheitsmaßnahmen“ der Kernkraftwerke. Und ihr ganzen langhaarigen Grünen seid bloß ruhig! Anwohner können ja umziehen, die Angestellten können sich auch außerhalb von Kraftwerken als Nuklearingineur bewerben und billiger ist das Ganze sowieso. Wir bekämpfen die hohen Strompreise (vielleicht ist sogar ein Mindestlohn für die Liquidatoren drin) und die Lebenserwartung wird auch an die Wünsche der Rentenkasse angepasst.

    Win-Win für alle!


  21. · terk am 13. Dezember 2007 um 21:10 - Permalink

    Schutz des Personals als Hauptargument?

    Meiner (jahrelangen) Erfahrung im Gastrobereich nach sind in dieser Branche gute 80% der Angestellten Raucher…

    In Berlin habe ich denn noch bis Mitte nächsten Jahres, bevor ich die Bar dicht machen muss um draussen Rauchen zu gehn, wenn ich mal Pause machen will… Na denn.

    Wenn ich mir nen Job such und Probleme mit zugequalmten Räumen habe, dann muss ich mir halt was anderes suchen alsn Club (vielleicht ein Restaurant in dem nicht so dolle geraucht wird?)….
    Promotion/Callcenterjobs lass ich ja auch einfach links liegen, da is mir verrauchtes Arbeitsklima tausendmal lieber…


  22. · Peter am 13. Dezember 2007 um 21:19 - Permalink

    Da schätzt du mit 80% aber noch sehr vorsichtig. Da wo ich herkomme sind es an die 99% - wenn nicht gar mehr. Und der Rest, den nennen wir Militärs Kollateralschaden. Bedauerlich aber nicht zu ändern. In einer Demokratie wie dieser hat man sich dem Diktat der Mehrheit zu unterwerfen, alles andere ist schlechter Stil und/oder Terrorismus.


  23. · king balance am 13. Dezember 2007 um 22:08 - Permalink

    Herr Willemsen, wo wird mehr gelogen: beim Sex selbst – oder beim Reden über Sex?
    Der Sex ist keine wahrheitsfähige Zone. Das ist eine alogische Welt der Sekretabsonderungen und Drüsentätigkeiten. Wer aber in diesem Moment sagt: „Ich liebe dich“, der glaubt daran. Es gibt bei Marcel Proust eine wunderbare Wendung, die das alles zusammenfasst: „Immer wenn ich geschrieben hatte ,Ich liebe Albertine‘, strich ich den Satz und schrieb: ,Sie zu küssen hat mir Spaß gemacht.‘“ Man kann ja auch mit einem Kuss lügen, dem Bruderkuss, dem Judaskuss. Und die Pornodarstellerin, die permanent lustvoll stöhnt, lügt auch.

    Angela Merkel sagte 2004: „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer steht für uns nicht zur Debatte. Im Gegenteil.“ Ein Jahr später war in der „FAS“ zu lesen: „Merkel verteidigt die geplante Mehrwertsteuererhöhung.“ Wie nennen Sie das?

    Es gehört zum Kategorialen des Politischen, dass es Wahrheit und Lüge schon vollkommen entzogen ist. Franz Müntefering hat ganz ehrlich gesagt: „Ich finde es nicht gerecht, dass wir immer an Wahlkampfaussagen gemessen werden.“ Der Sozialdemokrat verlangt also von mir, dass ich alle seine Sätze im Wahlkampf von vornherein als Lügen behandle. Tue ich es nicht, fühlt er sich von mir beleidigt.

    Sollte man den Mut haben verordnete Barrieren zu überwinden bzw. zu umgehen? Das Verbot ist da, um verletzt zu werden, meint der Soziologe Wolfgang Sofsky in einem interessanten Kommentar zur aktuellen Politik des Verbots der Verbote. Es lohnt sich, diese Zeilen zu lesen…

    Zitat:
    Es gab ein anfängliches Murren, aber keine Revolution - Frankreichs Raucher beugen sich zähneknirschend dem seit dem 1. Februar 2007 geltenden Rauchverbot in öffentlichen Räumen. Schließlich drohen bei Zuwiderhandlung auch 135 Euro Strafe. In Deutschland wird derweil weiter über ein Nichtrauchergesetz debattiert. Die Bundesregierung drängt angesichts der Pläne für ein EU-weites Qualmverbot auf eine schnelle bundesweite Lösung. Verbote über Verbote - ein Kommentar des Soziologen Wolfgang Solfski.

    Der Anlass ist banal, doch er bestätigt den Trend. In den rauchfreien Zonen breitet sich der Giftnebel staatlicher Fürsorge aus. Überall sind wir von Verboten umgeben: auf Straßen und Plätzen, beim Arbeiten und Einkaufen, beim Essen und Trinken, Reden und Lachen. Verfemte Filme, Karikaturen und Computerspiele stehen auf dem Index. Demnächst wird man dem Untertan die Vorliebe für Alkohol, Zucker und Fett austreiben. Niemand soll sich mehr der Wolllust oder Völlerei hingeben. Sie stehen längst bereit: die Toleranzprüfer und Sprachpolizisten, die Sittenapostel, Diätmeister und Gedankenwächter.

    Erlaubt ist nur, was Pflicht ist
    Verbote sind wie Befehle. Sie fordern prompten Gehorsam. Es geht nicht um Sicherheit oder Volksgesundheit, sondern um Macht und Freiheitsentzug. Mitnichten sollen die Menschen vor einander geschützt werden. Die Verbotspolitik erfasst längst auch Bereiche, in denen ein Schaden entweder Privatsache oder höchstens Ansichtssache ist. Der totale Rechtsstaat will die Gesellschaft erziehen und steuern. Erlaubt ist nur, was Pflicht ist. Wo kein Gesetz, droht da nicht die Ausschweifung, das Laster, die Sünde? Der Staat als Hüter der Sittlichkeit - das ist ein Vollbeschäftigungsprogramm für Heerscharen von Alarmrufern, Denunzianten und Anklägern.

    Die Obrigkeit bekämpft Lebensrisiken mit Angst und Strafen. Doch das Verbot verhilft dem Übel erst zu seinem Recht. Es schafft den Tatbestand, den es zu verhindern vorgibt. Wer einer Unsitte Aufmerksamkeit verschaffen will, der muss sie untersagen. Das Verbot ist da, um verletzt zu werden. Kein Verbot, das nicht überschritten werden könnte. Die Menschen werden auch weiterhin dem Schnaps und dem Glücksspiel frönen, ihrer Fettsucht und der Zigarette. Die Torheit der Legislative liegt in dem Glauben, sie könne mit Verboten die bösen Geister und Gelüste aus der Welt schaffen. Aber Zwang hat noch niemanden gebessert. Verbote sind ebenso hilflos wie Appelle an höhere Werte. Was einer taugt, sagt ihm nicht das Verbot, sondern die Tugend. Tugenden jedoch hat man sich abgewöhnt, als man damit begann, alle Verantwortung dem Staat zu übertragen und Laster mit törichten Verboten zu bekämpfen.


  24. · Matthias_F am 13. Dezember 2007 um 22:27 - Permalink

    Der Spiegelfechter beschreibt in seinem Eintrag die angeblichen finanziellen Vorteile für die Gesellschaft, die durch das Rauchen entstehen.
    Kosten wie Arbeitsausfälle durch Raucherpausen sowie die Zusatzbelastungen für die Sozialsysteme durch die Behandlung typischer Raucherkrankheiten usw. fließen in diese Betrachtung aber nicht ausrechend mit ein.
    Nun kann man sich natürlich streiten, inwieweit das Verhältnis beider Bilanzseiten ausgeglichen ist. Muss man aber nicht, denn es wurde bereits in einer Studie der Uni Hamburg ausgerechnet! Das Ergebnis: Jeder Raucherjahrgang kostet Deutschland 55 Milliarden Euro!!

    In diese Rechnung ist auch schon eingeflossen, dass der Staat auf der Habenseite Tabaksteuer kassiert und außerdem dadurch Rente spart, dass Raucher früher sterben.

    Den Link zum Nachvollziehen gibts hier:
    econ.uni-h...


  25. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:07 - Permalink

    @7 derhans

    Spätestens ab da wird es erschreckend undifferenziert (bin hier eigentlich anderes gewohnt, deswegen erschreckend), auch bei aller Polemik sollte man nicht alle möglichen Themen in einen Topf werfen,

    Verdammt - da habe ich mir solche Mühe gegeben, schon ab der ersten Zeilen undifferenziert zu sein ;-)

    Polemik und Differenziertheit schliessen sich übrigens aus … gönn´ mir doch den Spaß, mal den Frust total undifferenziert abzulassen.

    Jedes Jahr sterben Nichtraucher durch das passiv Rauchen oder werden krank

    Quod erat demonstrandum?
    Sorry, aber die Studien, die dies behaupten und bis dato auf dem Tisch liegen, sind alle samt anfechtbar.

    aber was ist mit dem Personal

    Was ist mit inhabergeführten Kneipen?

    Meinst Du nicht, ein Gesetz, dass das “R” für Raucherkneipen an Auflagen bindet, wie beispielsweise eine gute Belüftung, die in regelmäßigen Abständen vom Gewerbeaufsichtsamt oder dem Gesundheitsamt kontrolliert würde (Messung der Schadstoffe am Samstag abens in der Luft) wäre sinnvoller, als die Regelung, Personal in total verquarzte Nebenräume schicken zu müssen?

    Geschwätz, rauchfreie Kneipen haben das selbe Marktpotenzial wie Kneipen in denen geraucht wird.

    Interessant - in Berlin ist der Wettbewerb beispielsweise so ruinös, dass die Bierpreise teilweise schon auf 99 Cent abgerutscht sind. Meinst Du im Ernst, kein Wirt würde die Marktlücke ergreifen, wenn wirklich ein Potential bestünde?


  26. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:08 - Permalink

    @9 transwarp

    Vielleicht werden ich und der Herr Paul ja noch die besten Freunde … wer weiß? ;-)


  27. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:11 - Permalink

    @12 He who trains himself in asking questions

    Ein wunderschönes Zitat - Danke ;-)


  28. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:15 - Permalink

    @13 Schwitzig

    Oder ist das etwa Propaganda?

    Ganz schwer zu beurteilen und für den Laien nicht zu bewerten. Die Studien, die dies behaupten sind wissenschaftlich schwer umstritten. Diejenigen, die diese Studie bestreiten, stehen wiederum unter dem Verdacht von Big-Tobacco und Co gesponsort zu sein.

    Beides ist richtig - die Aufsteller der Studien sind auch nicht neutral, sondern beziehen ihre Forschungsgelder von der Krebsforschungsliga etc., die genau diese Ergebnisse haben müssen, um weiter von Forschungstöpfen leben zu können.

    Eine neutrale Studie gibt es mW nicht - sollte einer der Mitleser eine kennen … her damit


  29. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:20 - Permalink

    @16 Harti

    * Ich möchte davon ausdrücklich den großen Teil der gemäßigten Raucher ausschliessen, deren Ansehen bei Nichtrauchern leider häufig durch pöbelnden Tonfall der Extremraucher herabgesetzt wird.

    Ja, aber Du darfst Dir gerne mal anschauen, was im TP-Forum gestern so alles von militanten Nichtrauchern abgesondert wurde. Viel Spaß beim Lesen, dies wirft auch ein sehr schlechtes Bild auf alle Nichtraucher, wenn man nicht zu differenzieren weiß … klar, wir können das ;-)


  30. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:29 - Permalink

    @Matthias_F

    Kosten wie Arbeitsausfälle durch Raucherpausen sowie die Zusatzbelastungen für die Sozialsysteme durch die Behandlung typischer Raucherkrankheiten usw. fließen in diese Betrachtung aber nicht ausrechend mit ein.

    Letzeres ist explizit mit in die Studien eingegangen, ersteres würde ich nicht überbewerten. Wenn ich am Arbeitsplatz rauche (ich dürfte in meinem Büro rauchen, da es ein Einzelbüro ist und ich über einen separaten Besprechungsraum verfüge - tue es aber nicht), so gehe ich einen Raucheraufenthaltsraum und nehme Akten mit, bei denen es egal ist, wo ich sie lese. Das Arbeitszeitdefizit geht gegen null, bei meiner Kollegin, die zwar nicht raucht, aber gerne telefonisch oder persönlich mit anderen Kolleginnen tratscht, ist das Defizit wesentlich höher … was aber auch gar nicht schlimm ist ;-)

    Im modernen Arbeitsleben ist die Raucherpause (ohne Ausstempeln) eh ein anachronistisches Relikt. Immer mehr Firmen erlauben ihren Angestellten während der Arbeitszeit gar keine Zigarettenpausen mehr.

    Insofern kann ich das Argument und die verlinkte Studie nicht gelten lassen.


  31. · COPOKA am 14. Dezember 2007 um 00:31 - Permalink

    @Spiegelfechter

    > Raucher haben einen sozialverträglichen Nebeneffekt – sie haben statistisch
    > gesehen eine kürzere Lebenserwartung (statistisch gesehen, sterben Raucher
    > zwar in einem höheren Alter als Nichtraucher, das ist aber eher eine
    > statistische Spielerei, die nichts mit der Sache zu tun hat).
    >
    Wie meinst du es genau mit dem Letzteren (in Klammern)?

    @flippah, 5

    > Das Rauchverbot ist nötig geworden durch die Ignoranz einer Minderheit unter
    > den Rauchern, für die Rücksichtnahme offenbar ein Fremdwort ist.
    > …
    > Leider aber begegne ich immer wieder Leuten, die, wenn man z.B. bittet, das
    > Rauchen zu unterlassen, weil man gerade eine akute Erkältung hat und es
    > keine Möglichkeit gibt, ihnen auszuweichen, einem den Rauch absichtlich ins
    > Gesicht blasen. Oder die auf den Bahnsteigen, wenn man sie bittet, doch den
    > Raucherbereich aufzusuchen, wenn sie rauchen wollen, einem Schläge androhen.
    >
    Das Zauberwort heißt hier Verhältnismäßigkeit.
    Es gibt nun mal rücksichtslose und arrogante Arschlöcher, wie bedauerlich das auch seien mag. Ob die zu den Rauchern oder Nichtrauchern gehören, ist dem Zufall überlassen.
    Bei nächstem Kneipenbesuch gesellt sich so’n Gesundheitsfreak zu deinem Tisch und rotzt sich geräuschvoll und genüßlich seine Nase aus, während du noch beim Essen bist - Guten Appetit!
    Der Rauchverbot ist in etwa genauso sinnhaft wie Staatsterrorismus wegen paar vermeintliche Terroristen oder gar Terrorgefahren.

    @Schwitzig, 13

    > Es wird immer behauptet, dass pro Jahr sagen wir mal 7000 Leute am
    > Passivrauchen sterben.

    > Wie kann man diese Zahlen bekommen? …
    >
    Bekommen kann man sie bei ein wenig Phantasie ganz problemlos.
    Viel schwieriger ist es, sie zweifelsfrei zu belegen.


  32. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:39 - Permalink

    @COPOKA

    Wie meinst du es genau mit dem Letzteren (in Klammern)?

    Das ist das gleiche Prinzip, das wir zwei schon mal bei TP “ausgefochten” haben.

    Welche Berufsgruppe hat die höchste Lebenserwartung?

    Die Bischöfe … warum? Weil sie erst mit über 50 Jahren Bischof werden und jeder potentielle Bischof, der vorher gestorben ist, gar nicht in die Statistik eingeht.

    Das Gleiche gibt es bei Rauchern - jemand der erst mit 60 Jahren mit den Rauchen anfängt, hat bereits eine stattliche Lebenserwartung angesammelt, die jeder Nichtraucher, der vor seinem 60 Lebensjahr verstarb nicht erreichen kann. Sämtliche verstorbenen Kinder fallen auch aus dieser Statistik heraus.

    Daher ist das Durchschnittsalter der verstorbenen Raucher höher als das der verstorbenen Nichtraucher. Dennoch hat der 20jährige Raucher eine rund 7 Jahre kürzere Lebenserwartung als sein nichtrauchendes Pendant - vorausgesetzt, er raucht bis zum Tode weiter.


  33. · Aude am 14. Dezember 2007 um 00:41 - Permalink

    Wie schön - der Spiegelfechter hat ein Suchtproblem, und wir alle dürfen mitlesen. Respekt!


  34. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 00:42 - Permalink

    @Aude

    Ich stehe wenigstens zu meinen Lastern und Süchten … Du nicht?


  35. · Mad Thorax am 14. Dezember 2007 um 03:06 - Permalink

    Ist das jetzt Satire, oder ernst gemeint?

    Das ist mal eines von den Dingen, die in diesem Staat richtig laufen.
    Wer rauchen will, soll ins Freie gehn, oder in Raucherklubs!

    Wenn ich meinen Eltern etwas vorwerfen muß, dann das beide starke Raucher waren und ich meine ganze Kindheit und Jugend darunter zu leiden hatte.
    Ich habe häufig Atemwegsprobleme gehabt, Halzschmerzen, Atemnot, was sich erst gelegt hat, als ich nicht mehr mit Rauchern zusammen war.

    Wenn man mit Rauchern spricht, merkt man das Verhalten von Süchtigen:
    “Ich kann jederzeit aufhören, es belästigt niemanden, es riecht doch gut, das wird alles übertrieben…”

    mfg


  36. · janfrie am 14. Dezember 2007 um 04:38 - Permalink

    Hossa,

    ich lese den Spiegelfechter seit einiger Zeit mit Begeisterung; bis auf die etwas vorhersehbaren Beiträge, wenns um den persönlichen Feldzug gegen den SPIEGEL geht, hat mir bisher alles sehr gut gefallen. Schön und einleuchtend formuliert, gut recherchiert; eine effektive Gegenöffentlichkeit eben.

    Diesen Artikel würde ich allerdings zum ersten Mal irgendwo zwischen hoffnungslos polemisch, inkorrekt und anmaßend verordnen.

    Im Detail:

    “Für eine puritanische Gesellschaft ist die nicht sanktionierbare Sünde tabu – und das Rauchverbot in Gaststätten ist sicher nicht die Endstation auf der Fahrt in die universelle Glückseligkeit. Als nächstes geht es den Fettleibigen an den Kragen – in einer schönen neuen Welt, mit schönen neuen Menschen, ist ein solcher Makel nicht zu tolerieren. Entsprechende Ansätze, Fettleibige aus der Volks- und Solidargemeinschaft auszuschließen, gibt es bereits. Auch der Alkohol sollte eher ein Privileg der Eliten sein, die mit solchen Rauschmitteln auch umgehen können – über eine massive Erhöhung des Steueranteils wird es aber zu machen sein, dass Alkohol nicht in falsche Hände gerät. „Schundliteratur“ und „Pornographie“ stehen auch auf dem Index – ein von Sünden und bösen Gedanken umwehtes Hirn, kann schließlich nichts Produktives zur Volksgemeinschaft beitragen.”

    Dass es bei einem Rauchverbot in Gaststätten (!) nicht darum geht, den Dummen ihre Dummheit zu verbieten, wird hier freilich verkannt. Jeder, der seinen Abgang sozialverträglich früh gestalten möchte, soll das Recht dazu haben. Einzig soll er so viel soziales Bewusstsein nicht auch von anderen erwarten und ihren Abgang ebenfalls beschleunigen. Dass Verbote von Alkohol für Erwachsene oder von “Schundliteratur” und Pornographie, sowie die Diskriminierung von Dicken schwachsinnig sind, ist absolut meine Meinung. Sie betreffen schließlich auch stets nur die direkten Konsumenten.

    “Raucher haben einen sozialverträglichen Nebeneffekt – sie haben statistisch gesehen eine kürzere Lebenserwartung (…). Was den Raucher selbst nicht so sehr freuen dürfte, ist volkswirtschaftlich ein Vorteil.”

    Diese Tatsache Tatsächlich als “Argument” gegen das Rauchverbot zu benutzen ist zynisch und nicht gerade effektiv. So argumentiert könnte man auch einfach mal einen Tag in Deutschland die Ampeln abschalten, um etwas fürs Wirtschaftswachstum zu tun oder als Maßnahme gegen die Überbevölkerung Atombomben auf die dritte Welt werfen.

    “Den einen stören lange Haare, den anderen Glatzen, den einen stört laute Musik, den anderen stören Hunde, einer hasst knutschende Schwule, der andere Schweißausdünstungen, Tabakrauch oder Autoabgase.”

    Liberale Ansätze sind ja gut und schön. Man sollte dabei aber nie vergessen, dass es irgendwo eine Grenze gibt, ab der das Ausleben der eigenen Freiheit die von anderen beschränkt. Wo genau das ist, ist natürlich Diskussionssache. Ein wichtiges Kriterium ist hier, inwieweit man störendes Freiheitsausleben von anderen ignorieren kann. Visuelle “Beeinträchtigungen” (küssende Menschen, merkwürdige Outfits) kann man leicht umgehen - weggucken. Bei akustischen und olfaktorischen Reizen fällt das schwerer (nebenbei ein Grund dafür, dass es die Nachtruhe gibt - Schränkt das die Freiheit des Trancefreaks unter mir ein?). Natürlich kann man auch diesen Reizen aus dem Weg gehen. Die Frage ist nur: Sollten wir das? Sollten wir unsere Freiheit, in die Kneipe zu gehen, beschneiden lassen, sollten wir nicht mehr mit der Straßenbahn fahren, weil uns die Handy-Speaker-Klingelton-Kiddies tierisch nerven? Sollten wir nicht mehr ins Internet gehen, weil uns der Staat bespitzelt? Zwingt uns ja keiner, uns dem Qualm auszusetzen, zwingt uns ja keiner, uns Fortzubewegen, zwingt uns ja keiner, im Netz zu surfen. Wenn wir’s tun. Tja, selbst schuld, wer so blöd ist.
    Wirklich?
    Nein.
    Kneipen und (begrenzt) Diskos sind sehr wohl öffentliche Räume, in die vielleicht nicht de iure, wohl aber de facto jeder kommen und gehen kann. Und ich muss nicht meinen Lebensstandard verengen, weil einige Leute Freiheit bis zu einem Grad auslegen, der Einschränkung anderer bedeutet. Der Raucher kann weggucken, wenn zwei Männer sich am Tisch neben ihm küssen, der Nichtraucher aber nicht weg”riechen”, von gesundheitlichen Aspekten ganz zu schweigen. Ich möchte mal einen Raucher sehen, der wenn ich ihm mein Bier über den Kopf gieße oder meine Klingeltonsammlung neben ihm ausprobiere die Argumentation akzeptiert: “Musst ja nicht hier hinkommen! Ich lebe nur meine Freiheit aus.” Rauchen in der Kneipe hat nichts mit Freiheit zu tun. Es war bisher konventionell, aber deshalb noch lange nicht richtig.

    Ich dachte gerade der Spiegelfechter sollte diesen Unterschied kennen.

    “Die Gruppe der Kneipengänger besteht zu einem signifikanten Teil aus Rauchern – Gelegenheitsraucher gehen ihrem Laster meist bei einem Bierchen in der Kneipe nach. Auch die Nichtraucher, die gerne gesellig sind, haben eine hohe Rauchbelästigungsschwelle. Es gibt natürlich Einzelfälle, wie beispielsweise Asthmatiker, die gerne in Kneipen gehen würden, für die der Rauch aber ein echtes Problem darstellt. Die militanten Nichtraucher, die die Diskussion durch laute Zwischentöne beherrschen, gehören jedenfalls nicht zur Gruppe der potentiellen Kneipengäste.”

    Diese Kategorisierung von Menschen ist so dumm wie verallgemeinernd. Raucher sind also die wahren Genussmenschen, die ihre Freiheit leben, die anderen sind Asthmatiker oder Spießer, die nicht in die Kneipe gehen, sondern am Schreibtisch sitzen und überlegen, wie sie die Freiheit der Raucher beschneiden können? Da hat wohl der Marlboro-Mann einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er ist übrigens mit 51 Jahren - ganz sozialverträglich - an Lungenkrebs gestorben.

    “Puritaner, Extremisten und Radikalinskis jeglicher Couleur neigen nicht zu Geselligkeit, da die Gesellschaft sie als unangenehm empfindet und nichts mit ihnen zu tun haben will.”

    Ich denke, dieser Satz braucht nichtmal mehr einen Kommentar.

    “Raucher zahlen auch gerne die künstlichen Kniegelenke und Hüften für Extremsportler, die es zeitlebens nicht lassen können, ihren Körper zu schädigen. Raucher zahlen auch gerne die OPs, Hubschraubereinsätze und Rehamaßnahmen für Skisportler, Motorradfahrer, Mountainbiker oder Drachenflieger, die mit ihren Hobbys “unnötige” Risiken eingehen.”

    Der Spiegelfechter reduziert Krankheiten auf die Kosten, die sie verursachen, na herrlich. Der Unterschied zu den Sportlern ist, dass sie ihr Gesundheitsrisiko selbst tragen. Wenn sie im Rollstuhl landen, finanzieren sie vielleicht die ganzen Raucher, trotzdem sitzen sie, *tja* im Rollstuhl. Sie, und niemand anderer.
    Insofern vergehe ich auch fast vor demütiger Dankbarkeit, wenn die Raucher meinen Lungenkrebs mitbezahlen, was freilich nichts daran ändert, dass *ich* Lungenkrebs habe. Na toll, vielen Dank. Aber ich hätte ja auch draußen bleiben können - Nein Danke, denn - man höhre und staune - auch spießige, gängelnde Nichtraucher wollen mal Spaß haben und ein Bierchen trinken. Die Leberzirrhose bleibt dann wenigstens auch meineeigene.

    Zum Abschluss sei noch auf die nette Fabel vom Igel hingewiesen, der bei einem freundlichen Hasen über den Winter Unterschlupf fand. Als der Hase schließlich begriff, dass der Bau für beide so eng war, dass er sich ständig an den Stacheln des Igels stach, sprach er diesen darauf an und bat ihn, etwas Platz zu machen. “Wieso?”, sagte da der Igel, “Was ist denn dein Problem? Du störst mich wirklich nicht, Hase. Sollte es dir mit mir hier nicht passen, kannst du ja gehen.”

    Jan Friedrich


  37. · janfrie am 14. Dezember 2007 um 04:43 - Permalink

    Nachtrag: Ich habe glücklicherweise keinen Lungenkrebs. Da schwingt ein etwas schwer erkennbarer sinngemäßer Konjunktiv mit ;).


  38. · Frederic am 14. Dezember 2007 um 08:44 - Permalink

    Auch polemisch dagegen gehalten:
    Warum glauben Raucher eigentlich immer, “Raucher” sei eine urwesentliche Existenzform, wo es doch nur ein hoffentlich lustvolles Hobby ist? Der Raucher muss doch auch mal in der Lage sein, zweitweise als Nichtraucher zu existieren. Es gibt auch Leute, die gerne masturbieren oder genüsslich flatulieren - schön für sie. Aber dass aktive Wichser und Furzer in Kneipen unerwünscht sind, ist Konsens. Dabei ist von ihnen nicht mal eine gesundheitliche Gefährdung des Umfelds zu erwarten, zumindest keine körperliche. Was soll da am Rauchen besser sein?


  39. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 10:22 - Permalink

    @35 Mad Thorax

    Das ist mal eines von den Dingen, die in diesem Staat richtig laufen.
    Wer rauchen will, soll ins Freie gehn, oder in Raucherklubs!

    Sorry Mad Thorax,
    es gibt für Nichtraucher kein Grundrecht auf Rauchfreiheit, dass in einer Abwägung, ein höheres Rechtsgut darstellen würde, als die freie Entscheidung eines Menschen, der sich entschlossen hat ein Gasthaus aufzumachen, seine Gäste entscheiden zu lassen, ob sie rauchen wollen oder nicht. Theoretisch leben wir in einem freien Land, in dem solche Entscheidungen dem mündigen Bürger obliegen. Den Rest regelt der Markt, wer sich gestört fühlt, kann gerne fortbleiben oder sich rauchfreie Kneipen suchen. Schäuble und Co werden die Bereitschaft einer Bevölkerungsmehrheit, der Minderheit Recht zu entziehen it Freude beobachtet haben.


  40. · salvo am 14. Dezember 2007 um 10:30 - Permalink

    Die Bildung der Gruppe ‘Raucher’ im ver-öffentlichten Bewußtsein könnte auch in diesem Licht gesehen werden:

    “Dr. Goebbels wollte Dr. Noelle schließlich zu seiner Adjutantin machen, woran sie eine Krankheit hinderte. Aber das nur nebenbei - wir sind in der traurigen Wirklichkeit des Jahres 1986, als vermehrte Arbeitslosigkeit den Kanzler Kohl bedrängte. Also bedurfte es wieder einmal einer “willensmäßigen Beeinflussung” der öffentlichen Meinung, eines “zuverlässigen Systems der Massenbefragung”. Vertrauliches Angebot aus Allensbach an die Industrie: “Jetzt, ein Jahr vor der Bundestagswahl 1987, besteht die Aussicht, dass Arbeitslosigkeit zu einem Schwerpunktthema des Wahlkampfes wird.” Dem sei entgegenzutreten: “Es geht dabei zunächst darum, das demagogische Potential der Arbeitslosigkeit zu entschärfen …”

    Und zwar mit demoskopischen Mitteln: “Die geplante Untersuchung soll den Block der Arbeitslosen segmentieren.” Segment heißt Teilstück. Zu deutsch: Der große Block der Arbeitslosen sollte so lange zerteilt werden, bis nur noch leicht fassbare Einheiten übrig blieben, gegen die Allensbach zugleich ein umfassendes, aber differenziertes Diffamierungsangebot vorlegen konnte.

    Und so wurde an Noelles Institut eifrig segmentiert: Arbeitslos gemeldete Hausfrauen? Die suchen doch in Wirklichkeit keine Arbeit. Zudem: “Die Hausfrauenrolle vermindert die psychologische Belastung der Arbeitslosigkeit für Frauen oder hebt sie sogar ganz auf.” Ein anderes Segment speziell bei Dauerarbeitslosen: die gesinnungsmäßig auffällig Hervorgetretenen. Dauerarbeitslose sind extremistisch, protestantisch, atheistisch und treiben sich nachts herum. Als demoskopisch besonders leicht zu bewältigendes Segment unter den Arbeitslosen erwiesen sich für das Allensbach-Angebot die “freiwillig Arbeitslosen”. Elisabeth Noelle gab ihre Zahl mit 700.000 an, damals fast ein Drittel: “Alkoholiker, Drogensüchtige, jugendliche Sektenmitglieder” und sonstige Personen, die “nicht einsatzfähig sind”. ”

    freitag.de...

    das Ziel einer solchern Segmentierung der Bevölkerung ist ja, aus Sicht von Herrschaft, sie in einander widersprechenden Interessenlagen zu fragmentieren: Raucher gegen Nichtraucher, Dicke gegen Schlanke, Kranke gegen Gesunde, Alte gegen Junge, Arbeitsplatzbesitzer gegen Arbeitslose, Christen gegen Muslime, Modernisierer gegen Traditionalisten usw, mit dem Ziel die Bildung eines Bewußtseins gemeinsamer existentieller Interessen (z.B. das nach sozialer Sicherheit) zu verhindern. Das ver-öffentlichte Bewußtsein besteht lediglich aus solchen segmentierenden Identifikationsangeboten, mit welchen Herrschaft von realen sozialen Widersprüchen ablenkt, indem sie Individuen in Gruppen voneinander abschottet und gegeneinander positioniert.

    siehe auch hier

    “Langzeitstudie: Arbeitslose sind die neuen Ausländer”

    nachdenkse...


  41. · ckwon am 14. Dezember 2007 um 10:41 - Permalink

    Irgendwie ziehen alle Leute, die gegen das Rauchverbot argumentieren immer schlechte Vergleiche an. Kann mich da nur janfrie anschließen.

    Wo ist eigentlich das Probelm, wenn Raucher zum Rauchen in einen extra Raum kurz gehen oder nach draußen? Machen sie zum Fäkalien loswerden ja (gottseidank) auch.

    Und leider geht auch das mMn absout stärkste Argument für Rauchverbot, nämlich Mitarbeiterschutz, gerne mal unter. (Über rein inhabergeführte Kneipen kann man dann wieder anders reden)

    Ich gehe übrigens eit dem Raucverbot in Niedersachsen tatsächlich öfter weg, das benötigt vielleicht nur etwas Zeit bis sich das einspielt.


  42. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 10:53 - Permalink

    @36 janfrie

    Dass Verbote von Alkohol für Erwachsene oder von “Schundliteratur” und Pornographie, sowie die Diskriminierung von Dicken schwachsinnig sind, ist absolut meine Meinung. Sie betreffen schließlich auch stets nur die direkten Konsumenten.

    So argumentieren die Gesundheitsfanatiker aber nicht - laut ihrer Argumentation “produzieren” Dicke und Alkoholkonsumenten (ebenso wie Raucher) eine nicht hinnehmbare Belastung für das Solidarsystem, da sie Kosten verursachen. Früher nannte man so etwas “Volksschädlinge”.

    Ich möchte mal einen Raucher sehen, der wenn ich ihm mein Bier über den Kopf gieße oder meine Klingeltonsammlung neben ihm ausprobiere die Argumentation akzeptiert: “Musst ja nicht hier hinkommen! Ich lebe nur meine Freiheit aus.” Rauchen in der Kneipe hat nichts mit Freiheit zu tun. Es war bisher konventionell, aber deshalb noch lange nicht richtig.

    Nun ja, “Bier auf dem Kopf auskippen”, ist, anders als Rauchen, auch keine kneipentypische Tätigkeit. Wenn der Wirt sich entscheiden sollte, in seiner Gaststätte, dass “Bier auf dem Kopf auskippen” zu erlauben und dies mit einem “B” - analog zum Raucher “R” - an der Tür signalisiert, so ist es mein gutes Recht, dieses seltsame Geschäftsmodell durch Fortbleiben zu boykottieren.

    Diese Kategorisierung von Menschen ist so dumm wie verallgemeinernd. Raucher sind also die wahren Genussmenschen, die ihre Freiheit leben, die anderen sind Asthmatiker oder Spießer, die nicht in die Kneipe gehen

    Da hast Du aber nicht genau gelesen - die absolute Majorität der in Kneipen gehenden Nichtraucher fühlte sich vorher nicht gestört und es war ihr schlichtweg egal. Auch diese Gruppe (siehe Text) ist von dem Gesetz alles andere als begeistert.

    Eine andere Klientel sind die Kneipenabstinenten bzw. diejenigen, die ihren Fuß 1x im Jahr in eine Kneipe setzen. Es mag sein, dass sie sich mehrheitlich ein Rauchverbot wünschen, aber die Einführung eines solchen, ändert nahezu nichts, an der Kneipenbesuchfrequenz dieser Klientel. Insofern ist es irrelevant, was sie wünschen. Ich bin kein Segler und halte mich daher aus Diskussionen über die Tonnensetzung in einer Fahrrinne auch geflissentlich heraus, was geht´s mich an?

    Der Spiegelfechter reduziert Krankheiten auf die Kosten, die sie verursachen, na herrlich.

    Im letzten Skiurlaub ist eine kleine Pistensau auf einer Eisplatte gestürzt und meinem Freund mit rund 60km/h von hinten in die Knie gebrettert. Ein doppelter Meniskusriß ist nichts erstrebenswertes. Dennoch käme ich nicht auf die Idee, einen Pistenführerschein oder ähnliches zu fordern, wie es die Regulierungswütigen immer wieder tun.

    Der Unterschied zu den Sportlern ist, dass sie ihr Gesundheitsrisiko selbst tragen.

    Mitnichten! Mir ist keine private oder gesetzliche Krankenkasse bekannt, die hohe selbstverursachte Krankheitskosten (z.B. neues Kniegelenk … sehr teuer) auf den Verursacher abwälzt. Diese Kosten trägt die Allgemeinheit … und das ist auch gut so. Btw.: Wenn ich mir “mein” Unternehmen anschaue, so haben (bei den Unter-50hährigen) die Sportler den mit Abstand(!) höchsten Krankheitsstand. In gewissen Kreisen ist es sogar chic, wegen einer Sportverletzung “krank zu feiern”. Ich bin übrigens saisonal aktiver Mountainbiker (Downhill) und war in meiner Arbeitskarriere m.W. summasummarum zwei Wochen wg. normaler Krankheiten und fünf Wochen wg. Sportverletzungen krankgeschrieben.

    Ich habe glücklicherweise keinen Lungenkrebs

    Halllelujah, wir danken dem Herrn und hoffen, dass er die Feinstaubrichtlinie konsquent durchsetzt, dass sich dies nicht ändert.


  43. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 10:58 - Permalink

    @38 Frederic

    Der Raucher muss doch auch mal in der Lage sein, zweitweise als Nichtraucher zu existieren.

    Das tut er auch den Großteil seiner Zeit. Ich rauche so ca. eine Schachtel am Tag, d.h. 20×5 Minuten = 100 Minuten am Tag bin ich Raucher und 1340 Minuten am Tag Nichtraucher.

    Es gibt auch Leute, die gerne masturbieren oder genüsslich flatulieren - schön für sie. Aber dass aktive Wichser und Furzer in Kneipen unerwünscht sind, ist Konsens.

    Für Wichser gibt es eigene Etablissements, in denen sie ausdrücklich erwünscht sind. Das Furzer sich nicht aus dem Kneipenleben fernhalten, merkt man (siehe Text) jetzt, wo das Rauchen verboten ist, erst besonders ;-)


  44. · salvo am 14. Dezember 2007 um 11:08 - Permalink

    tja, ich rauche selbst nicht, und zwar ‘kategorisch’, lasse mich aber nicht in eine von oben aus Herrschaftinteressen begründete Gruppe von ‘Nicht-Raucher’ einsperren, die sich dadurch identifiziert, dass sie sich von der konstruierten Negativität einer anderen abschottet, in solcher identifikatorischen Leistung erstarrt und, derart kolonisiert, vermeint sich ihrer selbst, der eigenen existentiellen Interessen, bewußt geworden zu sein

    mit wird immer klarer, wie recht Foucault gehabt hat…. wie einfach lassen sich Menschen in die ihnen von Herrschaft zugewiesenen Zellen einsperren


  45. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 11:20 - Permalink

    @salvo

    Kennst Du eigentlich die Doku-Reihe The Century of the Self?
    Diese Doku offenbart, recht interessant gemacht, die Methodik, die hinter dieser Separation von oben steht. Ich muß der Regierung und ihrem Umfeld in diesem Falle sogar ein Kompliment machen - mit dem “Nichtraucherschutzgesetz” haben sie ein technisch hervorragend umgesetztes Exempel statuiert.


  46. · salvo am 14. Dezember 2007 um 11:56 - Permalink

    @jens

    nein! aber sich der Frage “How was the all-consuming self created, by whom, and in whose interests?” zu stellen, bedeutet sich u.U. das eingestehen zu müssen, dass man zum eigenen und damit zum Wächter des anderen verkümmert ist


  47. · danielj am 14. Dezember 2007 um 12:35 - Permalink

    Eine andere Klientel sind die Kneipenabstinenten bzw. diejenigen, die ihren Fuß 1x im Jahr in eine Kneipe setzen. Es mag sein, dass sie sich mehrheitlich ein Rauchverbot wünschen, aber die Einführung eines solchen, ändert nahezu nichts, an der Kneipenbesuchfrequenz dieser Klientel. Insofern ist es irrelevant, was sie wünschen.

    Beweis durch Behauptung?

    Dann behaupte ich als Widerlegung mal das Gegenteil; viele der Kneipenabstinenten werden nach Einführung eines Rauchverbots viel häufiger Kneipen aufsuchen; immerhin wird es nicht mehr nötig zu sein sämtliche Klamotten nach jedem Kneipenbesuch einer gründlichsten Reinigung zu unterziehen und auch das Ausspucken kleiner Teerklümpchen am nächsten Tag bleibt aus.

    Somit wird die Gastronomie dem Rauchverbot ungeahnte Umsatzrekorde zu verdanken haben.


  48. · Spiegelfechter am 14. Dezember 2007 um 12:38 - Permalink

    @danielj

    Dann behaupte ich als Widerlegung mal das Gegenteil; viele der Kneipenabstinenten werden nach Einführung eines Rauchverbots viel häufiger Kneipen aufsuchen

    Die Zahlen aus anderen Ländern behaupten indes das Gegenteil. Die empirischen Erfahrungen aus den Bundesländern, die bereits “rauchfrei” sind, bestätigen Deine Prognose auch nicht.


  49. · salvo am 14. Dezember 2007 um 13:21 - Permalink

    apropos Gaststättengewerbe

    die Umsätze gehen ungeachtet der gruppenbewußten Schuldzuweisungen über einen längeren Zeitraum zurück, siehe die Statis-Daten

    destatis.d...

    das liegt eher an der durch die radikale U