2007 ? ein Blick zurück
geschrieben am 19. Dezember 2007 von Achel
?Die Geschichte des Jahres 2007 ist eine Geschichte voller Missverständnisse?, hört man Zahnarztfrauen der Republik schwadronieren. Doch wie war es denn, das Jahr? War es artig? Hat es Geschenke verdient? Und Lobpreisungen? Der Rückblick wird es zeigen.
Eine gute Nachricht mal gleich zu Beginn: Die Klimakatastrophe war ungültig, das Wetter war gedopt. Es kann aber auch sein, dass ich da etwas verwechsle. Zurück zum Anfang. Mangelndes Interesse war der Grund, dass der Winter dieses Jahr ausfiel. Zudem musste sich das Wetter den katastrophalen, ja geradezu apokalyptischen Nachrichten der Medien unterwerfen, dass nämlich in 13 Jahren sowieso alles vorbei sei mit der Welt, den Menschen und dem ganzen Rest. Diese ständige Klimaerwärmung konnte das Wetter aber nicht aufrecht erhalten und ließ, trotz großem Interesse, auch den Sommer ausfallen.
Während das Wetter mit dem Klima haderte, saßen vor versammelten Fernsehkameras zwei Radprofis, weinten gar bitterlich und erschlichen sich so die Sympathie des Volkes, trotz jahrelangen Dopings und fataler Wissenslücken bei Fragen nach den Hintermännern. Zwischenzeitlich waren diese Art der Geständnisse recht opportun, wenn auch in der Wirkung völlig egal. Denn bei der Tour de France dopten die Fahrer fröhlich weiter. Überraschenderweise wurde der diesjährige Sieger mal nicht im Nachhinein disqualifiziert. Könnte daran liegen, dass er sich weigerte, sich testen zu lassen. Cleverer Bursche.
Doch welche Meinung hatte Angela Merkel zu der ganzen Situation? Ich weiß es nicht. Liegt wahrscheinlich daran, dass sie zu eigentlich kaum einem Thema eine klare Meinung äußerte. Außer zu Knut, dem Eisbär, den sie nachweislich eventuell, möglicherweise, vielleicht ganz niedlich fand. Doch während sie noch überlegte, die Patenschaft für Knuddel-Knut zu übernehmen, sprang schon Öko-Bär Sigmar Gabriel ins Gehege und verkündete seine Patenschaft für die Eisbärenmarke Knut. Angela Merkel musste sich daher für Ede Stoiber, den Eigenlober des Jahres, oder einen Pinguin entscheiden. Sie nahm den Pinguin. Immerhin besser als Ulla Schmidt, die die Patenschaft eines Tunnels übernahm.

Für Ede Stoiber war es ein höchst pompöses Jahr. Gut, er wurde von seinen getreuen Untertanen und Speichelleckern spontan aus dem Amt gedisst. Aber immerhin durfte der Stoiber, Mann des verschachtelten Wortes, jedem erzählen wie großartig er doch war und auch ist und die anderen mitnichten so großartig, eigentlich nicht mal bundestauglich und überhaupt Speichellecker, dammische putschende Turnbeutelvergesser.
Geringe Meinungsverschiedenheiten sowie allgemeine Unstimmigkeiten prägten auch das Jahr der Bahn. Die siamesischen Zwillinge im trotzigen Geiste, Schell und Mehdorn, bastelten an ihren Denkmälern. Da kam es beiden nicht recht, dass der andere es immer wieder umwerfen wollte. So, oder so, die Züge fuhren mal, dann wieder nicht. Dann nur im Fernverkehr, dann mal wieder nur Busse als Schienenersatzverkehr, oder auch Bahn-Surrogat-Extrakt. Mal kamen die Züge pünktlich, manchmal auch gar nicht. Eigentlich alles so wie im regulären Bahnbetrieb. Aber immerhin hat Mehdorn trotz des ganzen Streik-Wirrwarrs nicht vergessen, die Preise mal wieder zu erhöhen. Ist auch besser für das Klima. Dasjenige der Welt, nicht das innerbetriebliche.
Apropos Klima. Eine weitere Meinung war in diesem Jahr übrigens noch von Angela Merkel zu hören: Sie ist gegen die Klimakatastrophe. Die Regierung, der Bundestag und alle anderen schlossen sich dieser Meinung an. Was allerdings nicht verhinderte, dass die Energiekonzerne auch weiterhin Kohlekraftwerke mit riesigem CO2-Ausstoß bauen dürfen. Mit Subventionen. Doch das macht alles gar nichts, denn die Welt wird durch Aktionen wie Licht-Ausschalten für fünf Minuten gerettet. Und durch laute Konzerte gegen das Wetter und den G8-Gipfel. Und dass das Wort des Jahres 2007 ?Klimakatastrophe? lautet, ist auch nicht weiter überraschend. Das Rennen um den Titel ?Tier des Jahres? hat dagegen nicht wie vermutet der Eisbär gemacht, sondern der Elch. Darauf ein dreifaches Hurra, Vive le Elch!
Was uns das Jahr 2008 bringen wird, wer weiß? Aber die Klimakatastrophe dürfte ja nun vorbei sein. Die Vogelgrippe, die Trend-Katastrophe des Jahres 2006, fand ja in diesem Jahr auch nicht mehr statt.
Achel

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Wer ist “Achel”?
Nun ja – die Legung des Grundsteines zur Abschaffung von Prinzipien der repräsentativen Demokratie hätte ich vielleicht auch noch erwähnt, zumal die ehemalige FDJ-Sekretärin ohne Akte dazu nun mal tatsächlich eine Meinung äußert.
Die falsche. So wie alles an ihr.
Aber immerhin.
Ein wenig sinnreicher Artikel. Schade, bin ich von diesem sonst wunderbarem Blog doch andere Qualitäten gewohnt…
Mit der “Vogelgrippe” warte mal, die ersten Berichte über “Ausbrüche” kommen gerade. Im Rahmen des Winters kommt es immer zur natürlichen Auslese bei Vogelpopulationen, kein Grund daraus keine VT fürs dumme Volk zu stricken.
Ich glaube, da spricht die verzweifelte Resignation. Aber was soll man auch dazu sagen, wenn noch vorige Woche in Bali angeblich bis zum Letzten gegen die Klimakatastrophe gekämpft wurde und heute im eigenen Land eine winzig kleine konkrete Maßnahme beinahe zu unser aller Untergang erklärt? Mehr:
http://www.blogsgesang.de/2007/12/19/doppelzuengiges-um-co-2/
@Schwitzig
Guckst Du hier
>>?Die Geschichte des Jahres 2007 ist eine Geschichte voller Missverständnisse?, hört man
>>Zahnarztfrauen der Republik schwadronieren.
Zahnarztfrauen? War das nicht die Tagline einer Tamponwerbung, das mit den Missverständnissen?
Klar – aber die Tamponhalterinnen waren immer Zahnarztfrauen, weil ihre Männer aus Kostengründen selbst Zahnärzte geworden sind, denn dadurch, dass sie wegen der Blödheit ihrer Frauen immer in die Tischkante beissen mussten, bestand ununterbrochener Reparaturbedarf.
So betrachtet hat der Artikel einen ganz besonderen Tiefgang :-).
Ah, verstehe, und um die Blutströme zu stoppen, die durch blindes, respektive spiegelverkehrtes Herumstochern im eigenen Munde hervorgerufen wurden, kamen dann die Halteobjekte der Gattinnen zum Einsatz. So schließt sich der ewige Kreis des Lebens. Das ist nicht nur Tiefgang, da tun sich wahre Abgründe auf ;)
Moin Moin Jens,
ich habe gestern einen sehr schönen Abschlußartikel gelesen. Denn ein Rückblick, so finde ich, hat immer einen bitteren Beigeschmack, da alter Mist wieder hochgekocht wird.
Ich kann diesen Artikel nur jeden empfehlen, denn er hat einen guten Kern und Rat.
“Schaltet mal alles aus und seid glücklich”
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/12/schaltet-alles-aus-und-seit-glcklich.html
In diesem Sinne……
Beste Grüße
@· chaolan
Schön, da lasse ich mir über diesen Artikel sagen, was ich tun muss, um glücklich zu sein :-).
Aber es stimmt schon: Man sollte die Arschlöcher der Welt nicht ernst nehmen, denn das ist der größte Wunsch, den sie haben – sich “wichtig” vorzukommen.
Ich bremse einfach mal meine grenzenlose Verachtung dieser Typen und gucke mich selbst an – und … schwups … sieht die Welt schon freundlicher aus :-)
Teuschland: so tun, als ob (=verarschen).
ich bin auf jeden fall auch sehr froh, dass marco w. wieder da ist.
dadurch wird 2007 unterm strich doch noch schön!
Mir fallen jetzt dazu im Moment nur Slipknot-Zitate ein – deswegen kommentiere ich das lieber nicht im Klartext.
war dies jahr gar nix mit dem annagrammatischen belausche-minister?
.~.
@ BLOGSGESANG :
Du nimmst mir die Gedanken aus dem Kopf ! Wie war das nochmal mit “innovativer & zukunftsweisender Technik” in “Täuschland”? (@OTTI: Wird mein neues Lieblingswort für DE – heißt es mit der neuen Rechtsschreibung jetzt “teuschen” statt “täuschen”? Hmm…)
FROHE WEIHNACHTEN !
Meier
Sollte das Eis brechen? Ich wäre schadenfroh!
http://wiki.mobbing-gegner.de/SPD
macdet
<>
“Mal kamen die Züge pünktlich, manchmal auch gar nicht. Eigentlich alles so wie im regulären Bahnbetrieb.”
Genau so hab ich das von Anfang an auch gesehen. Ob Streik/Lohnerhöhung oder nicht – die Bahn ist immer unpünktlich und wird auch immer teurer…
Ich frage mich allerdings, warum du die G8-Inszenierung und die damit verbundenen gravierenden Einschneidungen der Bürgerrechte nicht erwähnt hast? Das war doch eigentlich DAS mediale Hauptereignis und jeder konnte sich seine Vorureile bestätigen, wie er wollte – es gab Alles: ob prügelnde Polizisten oder pöbelnde Punks. Na, Hauptsache der Staat hat es mal wieder geschafft seine Bürger gegeneinander auszuspielen. Und was ist dabei rausgekommen? Einige Verletzte und viele Millionen Schulden für das Bundesland mit der geringsten Bevölkerungsdichte. Und viele neue Gesetze, die zwar für ein kurzfristiges Ereignis geschaffen wurden, jetzt aber “praktischerweise” weiter bestehen bleiben…