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  • Hellas Wahnsinn

    geschrieben am 07. Mai 2010 von Spiegelfechter

    Waterboarding als Rettungsaktion – ein Gastbeitrag von Wolf Wetzel

    200.000 Menschen haben in Griechenland gegen das Diktat des IWF und der EU protestiert. Der 48-stündige Generalstreik wird weitgehend befolgt. Was hat es mit einer ?Hilfe? auf sich, die über 70 Prozent der griechischen Bevölkerung ablehnen? Wer hilft hier wem? Warum ist das, was machtpolitisch am Rand der Eurozone passiert, politisch so zentral? Und: wenn die Schockprogramme in Griechenland tatsächlich am Widerstand scheitern sollten, geht es um mehr als um einen Abwehrkampf ? ob man will oder nicht?

    »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.«
    US-Multimilliardär und Finanz-Warlord Warren E. Buffet, 2005 – nur zwei Jahre später fielen Banken wie Kartenhäuser zusammen, ein Nine/Eleven der Business Class.

    Als Banken und Versicherungen damit drohten, das ganze System mit in den Abgrund zu reißen, wurde die größte Krise des Kapitalismus nach 1945 verstaatlicht. Nun stehen die ersten Staaten vor dem Bankrott. Insgesamt verschuldeten sich die westlichen Staaten mit über 9 Billionen Euro, die deutsche Bundesregierung stellte alleine über 500 Milliarden Euro bereit. Mit wievielen Milliarden sich die griechische Regierung zusätzlich verschuldet hat, ist ein Geheimnis. Dafür erfahren wir in deutschen Zeitung alles, was die griechischen Luxusmilliardäre so treiben, von welchen Luxus-Renten ?die? Griechen leben, wie wenig ?die? Griechen arbeiten, wie faul ?die? Griechen sind. Anstatt auf Knien dankbar zu sein, dass ihnen überhaupt ?geholfen? wird, streiken sie auch noch, was ?die? Griechen bekanntlich am besten können. Dass in Griechenland alle Millionäre und Milliardäre sind, sich alle Griechen auf Luxusjachten rumtreiben, keine Steuern zahlen und sich bei Wein und Trauben von Investoren – auch aus Deutschland – mit Millionenbeträgen für Aufträge bestechen lassen, reflektiert den Desinformationsgrad deutscher Berichterstatter, am allerwenigsten aber die wirkliche Lage in Griechenland.

    Griechenland ? ein Baum, hinter dem sich ein Wald versteckt

    Mit der Übernahme der Verluste aus dem Finanzkrieg wurde die schwerste Krise des Kapitalismus nach 1945 nicht überwunden, sie wurde lediglich verstaatlicht. Während die großen Unternehmen ? ohne jedes unternehmerische Risiko – wieder Profite einfahren und zu den nächsten Übernahmeschlachten schreiten, sind die Staaten durch die Übernahme von Milliardenverlusten bis zum Hals verschuldet. Die meisten europäischen Staaten haben eine historische Staatsverschuldung erreicht, die normalerweise nur in Kriegszeiten eingegangen wird. Jetzt stehen einige Staaten am Rande des Ruins. Manche Staaten haben sich für diesen Notstand lange vorher gerüstet, nicht nur ideologisch und polizeilich. Viele Lohnabhängige sind bereits lange vor der Krise mit Lohnkürzungen und Rentensenkungen in Vorleistung getreten, insbesondere in Deutschland: »Zwischen 2002 und 2008 stiegen die Bruttolöhne und Gehälter in Deutschland um durchschnittlich 15 Prozent, während sie im europäischen Durchschnitt um 32 Prozent zulegten. Inflationsbereinigt sind die Einkünfte laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sogar regelrecht eingebrochen: Die ?Arbeitnehmerentgelte je Arbeitnehmer? seien demnach zwischen 2000 und 2008 in Deutschland um neun Prozent gesunken.«

    Andere Staaten, wie Griechenland, haben zwar auch dasselbe versucht, jedoch lange nicht so erfolgreich. Der gewollte und institutionalisierte Wettlauf um niedrigere Löhne, niedrige Sozialstandards und Abbau von Schutzrechten fing lange vor der Finanzkrise 2008 an, doch sie verschärfte die sozialen und politischen Gegensätze dramatisch. Während einige Staaten vorläufig auf Schockprogramme verzichten können und die Sozialisierung der Krise auf leisen Sohlen vorantreiben, stehen andere Staaten mit dem Rücken zur Wand.

    Von der Verstaatlichung zur gewaltsamen Sozialisierung der Krise

    Der Krisenzug macht also auf sehr unterschiedliche Weise in europäischen Ländern Halt. Während die Kernstaaten Europas noch Luft haben, beginnt die Treibjagd auf die schwachen Staaten. Obwohl die DAX-Unternehmen seit 2009 ihren Börsenwert um sagenhafte 50 Prozent steigern konnten, Finanzfonds mit der Spekulation auf zahlungsunfähige Staaten traumhafte Renditen machen, werden die ersten Schafe am Ende der Euro-Herde gerissen. Griechenland erklärte Anfang 2010 den drohenden Staatsbankrott und die europäische Gemeinschaft ließ das griechische Familienmitglied gnadenlos zappeln. Ein kontrolliertes Absaufen. Das ?Waterboarding? der Kernländer hatte ein klares und offen formuliertes Ziel: Erst wenn die griechische Regierung bereit ist, die Unterklassen für den Fall-out der Oberklasse bluten zu lassen, sei man bereit, dies zu honorieren. Ein poströmisches Spektakel zwischen öffentlicher (Schein-)Hinrichtung und dem Angebot, die Todesstrafe in eine lebenslängliche Haftstrafe umzuwandeln.

    Was in diesen Tagen und Wochen am Rande der Eurozone passiert, hat exemplarischen Charakter: Es wird ein Exempel statuiert. Auf den Ehrentribünen schaut man mit schaurig-geilen Blicken auf den noch ungewissen Ausgang. Die Stimmung unter den Exekutoren ist durchaus gemischt: Während einige Business-Party-Gäste jede Scham ablegen und in Schlachtfestlaune die griechische Regierung dazu auffordern, Inseln abzutreten, wie nach einem verlorenen Krieg, mahnen andere zur öffentlichen Zurückhaltung. Es sei weder klug, noch der rechte Zeitpunkt, durch solch postkolonialen Forderungen den Kern dieser Krisenbewältigung offen zu legen.

    Das Schlachtfest hat begonnen

    Exakt einen Tag nach dem 1. Mai wurden die Diktate des IWF und der Europäischen Union im Detail öffentlich gemacht. Sie reichen von massiven Lohn- und Rentenkürzungen, über massive Angriffe auf Schutzrechte, bis zu Mehrwertsteuererhöhung und Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Von wenigen Placebo-Effekten abgesehen, wie Steuern auf Luxusgüter, folgt dieses Schockprogramm einer einzigen Programmatik: Wir bezahlen nicht für unsere Krise ? weder in Deutschland, noch in Griechenland. Gelänge es dem IWF, der Europäischen Union und der griechischen Regierung, die Krise des Kapitalismus nach unten abzuwälzen, würde dies u.a. die Kürzung eines miserablen Durchschnittslohnes von 700 ? 800 Euro* um über 20 Prozent zur Folge haben.

    Makeda** und das Olympische Feuer

    Die europäischen Eliten wissen, was vom Ausgang dieser öffentlichen Massen-Hinrichtung abhängt. Auch andere Staaten der Eurozone stehen am Rande des Staatsbankrotts und vor ähnlichen Schockprogrammen. Gelingt es der griechischen Regierung, die verstaatlichte Krise zu vergesellschaften, wird das ein verheerendes Signal für alle Staaten sein, die als nächstes in den Schlachthof eingeliefert werden: Portugal, Spanien, England, Italien ? Oder durchkreuzen die Proteste in Griechenland diesen Fahrplan, ändern die Richtung, drehen den Wind, damit das Feuer die Villen und Paläste heimsucht und nicht die Hütten niederbrennt?

    Der Generalstreik

    Über 200.000 Menschen sind am 5.5.2010 dem Aufruf zur Demonstration gegen das ?Sparprogramm? gefolgt, die größte Demonstration seit Jahrzehnten. Millionen sind bereit, für 48 Stunden in den Streik zu treten. Der Aufruf zum Generalstreik wird weitgehend befolgt. Über 70 Prozent der griechischen Bevölkerung lehnen es ab, zu sparen, wo nichts mehr zu sparen ist: bei einem Durchschnittslohn* von 700 Euro (meist ohne Tarifvertrag und Versicherung), bei einer Durchschnittsrente* von 500 Euro, angesichts eines Mindestlohns, der bei 51 Prozent des Durchschnitts der Eurozone liegt, einer Armut, die mittlerweile 20 Prozent der griechischen Bevölkerung erfasst, bei einer Arbeitslosigkeit von 30 Prozent unter Jugendlichen ?während die Regierung zur selben Zeit U-Boote in Berlin und EADS-Flugzeuge in Paris bestellt, die vor allem schützen, nur nicht vor diesem hellen Wahnsinn. Während die sozialistische Regierung in Thatcher-Manier das TINA-Mantra (?There Is No Alternative?) vor sich herbetet, steht die Opposition vor der entscheidenden Frage: Wie kann man das Tor zu TATA (?There Are Thousands of Alternatives?) aufstoßen?

    Das setzt voraus, dass man den kommunistischen Gruppierungen nicht die Strategie und die Kraft einer Organisation überlässt und die anarchistischen und autonomen Gruppierungen sich nicht damit begnügen, die Wut zu artikulieren und die Radikalität zu verkörpern, mit der andere Politik machen werden. Allen müsste eines ziemlich klar sein: Wenn man tatsächlich das Diktat des IWF und der Europäischen Union verhindern will, dann bewegt man sich nicht mehr innerhalb kapitalistischer Spielräume, sondern an der Grenze zu dem, was gestern nur blasse Utopie war und morgen als Möglichkeit präzisiert werden müsste. Das ist sehr viel verlangt und eine wunderbare Chance, sich nicht mit der eigenen Marginalität zu begnügen.

    Wolf Wetzel

    Wer wissen will, warum Griechenland nur der Baum ist, hinter dem sich ein Wald verbirgt, dem sei folgender Text ans Herz gelegt: Der Finanzkrieg und die ausstehende Revolte

    * Anm. d. Red.: Es handelt sich hierbei um den Median- und nicht den Durchschnittslohn.
    ** griechische Göttin der Erneuerung

    56 Kommentare Print This Post
    Waterboarding als Rettungsaktion - ein Gastbeitrag von Wolf Wetzel 200.000 Menschen haben in Griechenland gegen das Diktat des IWF und der EU protestiert. Der 48-stündige Generalstreik wird weitgehend befolgt. Was hat es mit einer ?Hilfe? auf sich, die über 70 Prozent der griechischen Bevölkerung ablehnen? Wer hilft hier wem? Warum ist das, was machtpolitisch am ...
    Tags: Europa Finanzkrise Volkswirtschaft Wirtschaft
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    56 Kommentare:

    1. Florian Schmitt schrieb am 7. Mai 2010 at 18:10 - Permalink

      Bild, Stern und Co zeigen auf die griechische Bevölkerung.
      ZDF und ARD deuten auf den griechischen Staat.
      Für Spiegelfechter und Co sind Unternehmen, Banken, IWF und EU die Bösen.

      Wem soll man da noch trauen? Wer hat recht?
      Ich weiß nur, dass Griechenland sich den Zutritt zur Eurozone erlogen hat und deshalb rein subjektiv keinen Cent verdient. Alles andere ist für uns normalsterbliche Bundesbürger doch völlig undurchsichtig.

    2. mason schrieb am 7. Mai 2010 at 18:19 - Permalink

      @Florian
      Eine EZB Studie (sicherlich keine roten Socken) besagt, dass genau die Bankenrettung dem griechischen Haushalt das Genick gebrochen hat, wie das Handelsblatt berichtet (auch nicht wirklich rote Socken)

      http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/ezb-studie-die-wahren-ursachen-der-griechischen-tragoedie;2518164

      Deshalb: Dass Griechenland beim Beitritt geflunkert hat wussten alle, der Beitritt zum Euro war politisch gewollt. Deswegen die Bevoelkerung bluten lassen ist eine Sauerei sondergleichen. Und (ich bin in NRW, deswegen muss ich das loswerden) die Gruenen sollten sich in Grund und Boden schaemen, dass sie heute zugestimmt haben. Das war nichts anderes als eine Bewerbung auf schwarz/gruen in NRW. Wer uebermorgen waehlen darf, und schwarz/gruen verhindern will sollte sein Kreuz an der richtigen Stelle machen.

      Generell: Wirtschaftliche Sachverhalte sind komplex, aber (wie der SF woechentlich beweist) sind sie durchaus verstaendlich auch nicht VWLern vermittelbar. Leider kommt die normale Presse ihren Aufgaben nicht nach.

    3. Schneemann schrieb am 7. Mai 2010 at 18:25 - Permalink

      Für Spiegelfechter und Co sind Unternehmen, Banken, IWF und EU die Bösen.

      Aufpass – vor zwei, drei Tagen stellte sich der Jens noch klar vor die Großspekulanten. Vielleicht gab’s dafür ja eine Anerkennung vom Börsenverein der Abzocker? ;)

      .

      ein klares und offen formuliertes Ziel: Erst wenn die griechische Regierung bereit ist, die Unterklassen für den Fall-out der Oberklasse bluten zu lassen, sei man bereit, dies zu honorieren.

      Den ganzen Aufruhr versteh ich nicht. In Griechenland wird lediglich durchgezogen, was hierzulande schon vor der Vollendung steht. Und die herrschende Parasitenschicht läßt auch nur das tun, was der gemeine Bürger grad noch schluckt. Offensichtlich finden sie zur Durchsetzung ihrer Ziele auch reichlich Mitläufer/Helfer/Volksverräter.

      Hoffen wir mal, daß wenigstens die Griechen dem Spuk ein Ende setzen.

    4. Spiegelfechter schrieb am 7. Mai 2010 at 18:46 - Permalink

      @Florian

      Bild, Stern und Co zeigen auf die griechische Bevölkerung.
      ZDF und ARD deuten auf den griechischen Staat.
      Für Spiegelfechter und Co sind Unternehmen, Banken, IWF und EU die Bösen.

      Ach was ;-)

      Es ist eine Mischung aus alldem – wobei die Bevölkerung selbst wahrscheinlich am wenigsten für die Situation kann.

    5. Spiegelfechter schrieb am 7. Mai 2010 at 18:52 - Permalink

      @Schneemann

      Aufpass ? vor zwei, drei Tagen stellte sich der Jens noch klar vor die Großspekulanten. Vielleicht gab?s dafür ja eine Anerkennung vom Börsenverein der Abzocker? ;)

      Noch hat leider niemand nach meiner Kontonummer gefragt ;-)

      Du scheinst da auch irgendwas falsch verstanden zu haben. Ich habe nie die Spekulanten verteidigt, nur darauf hingewiesen, dass sie im ganz konkreten Fall nichts verbrochen haben. Dagegen kann ruhig wettern, so lange mir niemand das Gegenteil beweisen kann, bleibe ich da ganz stur.

    6. U-BahnUser schrieb am 7. Mai 2010 at 19:30 - Permalink

      Dass ich das mal sagen würde, erschreckt mich selbst schon sehr: Würde Herrn Vogg und einem Peter Klöppel liebend gerne mal die Fresse polieren…
      Unglaublich, welche Verblödungsmaschinerie da angelaufen ist. Habe nur das “Warum” noch nicht ganz verstanden. Dort wo Griechenland jetzt ist, werden wir schätzungsweise in drei Jahren sein.
      Was hierzulande wohl alles brennen wird wenn der deutsche Michel erstmal die Augen aufgemacht haben wird…?

    7. egal schrieb am 7. Mai 2010 at 19:49 - Permalink

      @ mason

      Toller link. Sowas habe ich schon länger gesucht. Hier übrigens die besprochene Studie: http://www.ecb.int/pub/pdf/scpwps/ecbwp1127.pdf

      @ Schneemann

      Den ganzen Aufruhr versteh ich nicht. In Griechenland wird lediglich durchgezogen, was hierzulande schon vor der Vollendung steht.

      Naja, es ist ja nicht so, dass es in G bisher keine neoliberalen Reformen gab (G hat das einfachere, niedrigere und gerechtere Steuersystem, das uns noch fehlt zum Glück) . Und durch die Agendapolitik haben große Bevölkerungsteile nicht von einem Tag auf den anderen Einkommenseinbußen von 20% hinnehmen müssen. Die griechischen Reformen sind daher keine Angleichung an deutsche Zustände sondern der Eintritt ins nächste level.

    8. Gargelkark schrieb am 7. Mai 2010 at 20:38 - Permalink

      Die Krise ist in meinen Augen von gewissen Kreisen fein säuberlich geplant. Jetzt werden die “armen” EU-Staaten nach einander geschlachtet und (nach üblicher IWF-Manier) ausgeplündert. Aber die fetteste Beute wartet schon. Dank unseren politischen Hochverrätern wird auch Deutschland dem Staatbankrott gezielt zugeführt; die lächerlichen “Geldversenke” ! in Höhe von ca. 22 Milliarden sind nur der Anfang.

    9. schub schrieb am 7. Mai 2010 at 20:50 - Permalink

      blubb blubb blubb…

      keine Alternativen, keine Hintergründe, keine Tatsachen…

      nur Andeutungen Mutmaßungen und teilweise falsche Tatsachen

      einfach nur blubb …

      entspricht eigentlich nicht dem hier gewohntem Niveau

      gruß

      schub

    10. Irreversibel schrieb am 7. Mai 2010 at 21:02 - Permalink

      Dass in Griechenland alle Millionäre und Milliardäre sind, sich alle Griechen auf Luxusjachten rumtreiben, keine Steuern zahlen und sich bei Wein und Trauben von Investoren ? auch aus Deutschland ? mit Millionenbeträgen für Aufträge bestechen lassen, reflektiert den Desinformationsgrad deutscher Berichterstatter

      Als ob die Hetze gegen die Griechen auf Desinformation beruhen würde!
      Schön wär´s aber es ist doch vielmehr so, dass hier ganz bewusst die niedrigsten Instinkte vieler Deutscher bedient werden. Endlich kann man seine Ressentiments gegenüber den chaotischen und irgendwie etwas primitiv denkenden/wirtschaftenden “Südländern” ganz ungehemmt freien Lauf lassen und sich nebenbei noch als ökonomisch bewandert gerieren.
      Dass hierzu keine klare Ansage seitens der Regierung erfolgt ist ein weiteres Armutszeugnis von Frau Merkel und Co. Deutschland präsentiert sich stattdessen mal wieder als Nation ökonomischer Herrenmenschen und wundert sich dann noch lautstark, dass dies im Ausland nicht bejubelt wird.

    11. Cobra liberaleusis schrieb am 7. Mai 2010 at 21:03 - Permalink

      @Gargelkark #8

      Dank unseren politischen Hochverrätern wird auch Deutschland dem Staatbankrott gezielt zugeführt; die lächerlichen ?Geldversenke? ! in Höhe von ca. 22 Milliarden sind nur der Anfang.

      Befürchte ich auch, – nach allem was wir bisher erlebt haben.

      Wir Deutschen können keinen Widerstand organisieren, auch wenn sich die Bedrohung durch die Hochfinanz bereits klar abzeichnet. Unsere Nation hat zwei Weltkriege geführt. Dennoch schaffen wir es nicht, uns einer handvoll Halsabschneidern zu entledigen, die sich in den (vermeintlich sicheren) Parlamenten verbarrikadiert haben.

    12. Bonsaibäumchen schrieb am 7. Mai 2010 at 21:14 - Permalink

      @Irreversibel

      Endlich kann man seine Ressentiments gegenüber den chaotischen und irgendwie etwas primitiv denkenden/wirtschaftenden ?Südländern? ganz ungehemmt freien Lauf lassen und sich nebenbei noch als ökonomisch bewandert gerieren.

      Entschuldige falls ich dich missinterpretiere aber das klingt ziemlich Rassistisch. Und zwar von dir aus gesehen. Du bezeichnest meiner Ansicht nach mit dieser Aussage die Südländer als primitiv.

      Falls du allerdings nur meinst das durch die Presse gerade eben dieser Rassismus angesprochen werden soll ist das was anderes.

    13. morgenrot schrieb am 7. Mai 2010 at 21:23 - Permalink

      Oekonomie und wo diese hingehört…
      eingeordnet unter dem begriff Sozialwissenschaften.

      Dies haben die Neoliberalen Ideologen sehr gut verstanden zu verdecken. Mit dem Einsatz von viel Geld wurden Talk Shows, Bücher, Studien, Institute, Professoren ja ganze Fakultäten und Universitäten in Beschlag genommen.

      In Beschlag genommen hat diese Ideolgie aber auch Mio. von Menschen wegen ihren doch sehr begrenzten Vorstellungen über das was im täglichen Leben für den Mensch nebst Profiten und Bilanzen wichtig ist. In Beschlag genommen wurden alle anderen Aspekte die das Mensch sein, das Leben ausmachen ohne jegliches Verständis für die die anders dachten. Ohne jegliche Kapazität für Reflektion und der Fähigkeit zum Zuhöhren und Verstehen. Alle die nicht genau gleich dachten wurden ausgegrenzt. Wissenschaftler, Authoren, Politker, Angestellte und Unternehmen bis hin Gemeinden, Städten ja sogar Nationen.

      Alle und alles musste sich und wurde dank der WTO Verträge und neu auch der EU Verfassung mit den dümmlichen und kurzsichtigen Inhalten dieser Ideologie überdeckt… Wettbewerb total bis über den Spass hinaus pervertiert den dieser eigentlich bringen kann. Wie gesagt, Sozialwissenschaften sind hier gefragt nicht Oekonomen. Systematisch Zerstört wurden alle möglichen Sozialsysteme die eigentlich das Leben in den modernen Industriestaaten erst Lebenswert gemacht haben und auf die man doch auch Stolz sein konnte.

      Kann man aber auf die pervertierten Profite und Bilanzen auch noch Stolz sein und sich damit wohlfühlen. Sind diese einem nah und geben Wärme und Identifikation?

    14. Gargelkark schrieb am 7. Mai 2010 at 21:24 - Permalink

      @schub

      Sie schrieben u.a.
      “einfach nur blubb ?

      entspricht eigentlich nicht dem hier gewohntem Niveau”

      Ihr Kommentar bestätigt dieses.

    15. Cobra liberaleusis schrieb am 7. Mai 2010 at 21:59 - Permalink

      @morgenrot #13

      Dies haben die Neoliberalen Ideologen sehr gut verstanden zu verdecken. Mit dem Einsatz von viel Geld wurden Talk Shows, Bücher, Studien, Institute, Professoren ja ganze Fakultäten und Universitäten in Beschlag genommen.

      Das ist der Schlüssel. Tut mir gut. Ich freue mich über jede/n der/die Mechanismen eines menschenverachtenden Systems like BRDDR verstanden hat. Die Bedrohung kommt heute weniger aus Gewehrläufen als aus kaskadierten Hirnficker-TV-Channels. Das sind die strategischen Waffen des 21. Jahrhunderts.

      Wir sollten dieses Thema aber (hier) nicht weiter diskutieren, sondern uns zuerst vernetzen.

    16. Outlook schrieb am 7. Mai 2010 at 23:35 - Permalink

      »Sie sind zu feige, sich mit den Wirtschaftsmächtigen anzulegen« Must see!!!!!!

      http://xxlkillababe.wordpress.com/2010/05/07/starke%EF%BB%BF-rede-von-einer-starken-frau/

      Das war rhetorisch-erotischer Power im Bundetsag.

    17. aquadraht schrieb am 7. Mai 2010 at 23:45 - Permalink

      3: Der Jahnke hat Jens dafür auch denunziert. Tatsächlich ist das mit den Spekulanten nie so einfach. Es ist, wenn die wichtigen Staaten zusammenarbeiten, ein Kinderspiel, jeder Spekulation das Handwerk zu legen. Transaktionssteuern sind da ein probates Mittel. Und ein Teil der Spekulationen sind Sicherungsgeschäfte, ohne die grenzüberschreitender Handel nicht funktioniert. Was mir am damaligen Artikel leicht missfiel, war die Ablenkung auf die Antisemitismusschiene. Mit dieser Figur haben “Antideutsche” schon jegliche Kapitalismuskritik zu diskreditieren versucht.

      Was Griechenland angeht, ist das der finanzpolitische Irakkrieg. Man will das Land in die Knie zwingen, bevor es in Rom und Athen brennt. Schadensbegrenzung halt. Selbst wenn dabei ein paar Millionen Griechen verhungern, ist das – aus dieser Sicht – dem Untergang von ein paar Billionen Euro vorzuziehen. So ist die Welt, in der wir leben. Lies ???? von Lu Xun – wir leben nun einmal unter Menschenfressern.

      a^2

    18. Bonsaibäumchen schrieb am 7. Mai 2010 at 23:51 - Permalink

      @ Outlook obwohl die verlinkte Seite selbst mir seltsam erscheint, die Rede von Sahra Wagenknecht hat einige gute Punkte.

    19. Wandschrank schrieb am 8. Mai 2010 at 00:31 - Permalink

      @aquadraht, 17

      Der Jahnke hat Jens dafür auch denunziert

      Naja, denunziert ist der falsche Ausdruck. Er hat ihm widersprochen und die Diskussionsbasis erweitert.

    20. aquadraht schrieb am 8. Mai 2010 at 00:34 - Permalink

      15: das mit den strategischen Waffen stimmt. Ich bin schon länger für taktische Nuklearschläge gegen RTL und Pro7. Was die machen, ist geistiger Völkermord.

      a^2

    21. Outlook schrieb am 8. Mai 2010 at 00:39 - Permalink

      @18 Die Sahra und der Siggi auch auf youtube:
      http://www.youtube.com/watch?v=ddhm3qpe7sg

      @ Schneemann

      Spiegelfechter hat sich analytisch in zwei Artikeln mit den Ursachen auseinandergesetzt.
      Die Dumpinglöhne und die politischen Spielräume für Spekulanten.
      Die Schwäche der Politik war nicht zu überlesen.

      Es war auch viel, um alles zu speichern.

    22. sokrates schrieb am 8. Mai 2010 at 01:01 - Permalink

      Hallo Zusammen,

      Erstmal ein dickes Lob an den Verfasser des Textes; aber mal ehrlich. Der martialische Sprachgebrauch den manche hier haben, zeigt, das sie das Problem nicht verstanden haben. Der “ökonomische Terror” den die Menschen in aller Welt gegenübersteht, hat sich so internationalisiert, dass die Ereignisse und Handlungen einzelner Menschen oder sogar ganzer Bevölkerungen nicht mehrt ausreicht um den Krieg zu vermeiden, der sich schon jetzt an Horizont zeigt.
      Ob wir wollen oder nicht. In den kommenden drei bis fünf Jahren werden viele von uns der Entscheidung gegenüberstehen ob sie die Herausforderung unsere Gesellschaft verteidigen wollen annehmen oder aus Europa auswandern werden. Der Wirtschaftskrieg hat erst begonnen und die Opfer sind noch nicht zu sehen. Aber mit jedem Tag der vergeht wird der Krieg an Heftigkeit zunehmen und die Opfer werden immer offensichtlicher. Griechenland war und ist ein Exempel der die Massen einschüchtern soll.

      “Seht was Passiert, wenn ihr nicht macht was wir wollen”

      Das ist die Botschaft aus Athen an die Menschen in Europa. Jeder der sich widersetzt riskiert die Zukunft seines Landes, seine eigene und seiner Kinder. Und mal Ehrlich, wer will das schon. Daher werden in Griechenland die Proteste noch einige Zeit dauern, da sich aber der Widerstand nicht formieren kann, wird er vergehen und die Leute werden sich fügen.

      Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie ist es auch,die uns blind macht sodass wir nicht erkennen, wann es Zeit ist zu handeln……….

    23. morgenrot schrieb am 8. Mai 2010 at 07:37 - Permalink

      @sokrates. Das mit dem Auswandern überlege ich mir auch schon seit geraumer Zeit weil die konservativ/bürgerliche Politik, die in der Schweiz immer dominiert hat, ein Sozial- bzw. Umverteilungssystem nach dem anderen Zerstört und dies, noch geschickt, mit Eigenverantwortung rechtfertigen können.

      Systematisch und in kleinen Schritten aber doch konstant und konsequent. Dies alles massiv unterstützt mit sehr viel Geld und Medialem Einsatz. Liest man sich so durch die paar Foren in der Schweiz so leben auch hier noch eine ganze Menge Leute die nicht’s anders tun als auf die noch schwächeren mit den Füssen zu treten und in dem Moment wo diese um sich schauen oder sogar nach oben nicht’s weiter tun als das was sie immer gemacht haben… Die Fäuste im Sack und ruhig bleiben.

      Eben, das mit dem Auswandern… geht nicht. Schaut man sich mal an wieviele Länder die WTO Verträge unterzeichnet haben/mussten und wieviele andere sich einfach an die Regeln halten bleibt nicht’s mehr…

      Der ganze Wahn wird durch die EU Verfassung auch noch intern Zementiert. Parallel dazu, der zur totalen Perversion mutierte Wettbwerbsgedanke, der wohl einige Vorteile haben kann in den meisten Lebensbereichen des Menschen aber nicht’s verloren hat und dort wieder eliminiert werden muss. Bei der Bolonga Bildungsreform etwa…

    24. Tank Man schrieb am 8. Mai 2010 at 10:19 - Permalink

      @ aquadrat, 15

      Viel mehr als beim konsequenten Abstumpfungsprogramm à la RTL/Pro7Sat1 läuft mir mitlerweile angesichts des Programms der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ein kalter Schauer über den Rücken.

      Von ”Bildungsauftrag” kann da wirklich keine Rede sein.

    25. Michael schrieb am 8. Mai 2010 at 11:11 - Permalink

      Richtig, die Griechen müssen die Zinsen runterkriegen. Die werden vom “Markt” gemacht. Und, wenn sie dazu Inseln verkaufen, ist das sehr wohl eine Lösung. Ohne niedrigere Zinsen ist es eine Illusion, dass Griechenland nicht in die Pleite geht. Die Griechen hatten durch den Euro 70 % Zuwachs bei Löhnen und Renten, sie haben Beamtenstellen geschaffen, da liegt der feine Unterschied zu Deutschland.

      Es sei angemerkt, dass die Deutschen ihre geringeren Zinsen auch mit “Privatisierung”, Sozialabbau, 1 Mill. Stellen im Öffentlichen Dienst und Niedriglöhnerei “erkauft” hatten, von diesen niedrigeren Zinsen profitierten die gesamte ?urozonenstaaten. Die deutsche Leistungsbilanz war klasse, die deutsche Kapitalbilanz schlicht fürchterlich. Das ist der Preis des ?uros. Die Unternehmen zahlten immer weniger Steuern und wanderten ab, um die Arbeitslosen und Gehartzten kann sich der “Staat” kümmern. Super ?

      Fakt ist, dass es überhaupt nicht sein kann, dass Privatbanken Geldillusionen schaffen, für die der Steuerzahler bei Platzen der Wette haftet. Und schon überhaupt nicht in diesen Dimensionen. Diese Geldillusionen sind auch griechische Staatsanleihen. Es kann überhaupt nicht sein, dass die Staaten sich bei Privatbanken verschulden müssen.

      Das das Blödsinn mit System ist, sollte jedem klar sein. Aber die Ursache des Blödsinns ist ein falsches Geldsystem. Ich sehe, dass relativ wenige die Pedition von Prof. Hankel unterschrieben haben.

      Prof. Hankel

      Folgende Möglichkeiten:
      a) Die Griechen steigen aus dem Euro aus, das hilft Niemandem.
      b) Haircut, die einzige ehrliche Lösung. Mit Folgen.
      c) Die Griechen verkaufen Tafelsilber, damit tilgen sie Schulden, die Banken würden vor Entsetzen quietschen. Denn je weniger Schuldner sie haben, desto höher steigen deren Zinsen und wenn die Banken keine Schuldner mehr knechten können, sind sie unrettbar pleite. Somit sind “Staaten” als Schuldner ihre liebsten Knechte.
      d) Die Deutsche steigen aus dem Euro aus, sie kriegen ein harte DM, der Rest der Eurozone wertet ab und entschuldet sich so. Die deutsche Exportindustrie röchelt.
      e) Die Deutschen zahlen für die Überschuldeten , das ist jetzt Gesetz, der Preis heißt Inflation und Euroabwertung. Das ist aber wirklich schön, wie die deutschen Lohnsklaven dazu die Klappe halten. Sie haben nämlich als Steuerzahler alle “Rettungen” zu bezahlen.

      Hier werden die Schulden der Banken zu Schulden der Steuerzahler. Und die legen mit steigenden Zinsen zu. Da sich der “Staat” eben bei den Banken, denen er den Arsch gerettet hat, refinanzieren muss, werden die Lasten und somit Steuerzahlungen zum Bezahlen von Zinsen auf ehemalige Schulden der Banken, ohne Tilgung, krass zunehmen, was weiteren Sozialabbau bedeutet. Lange nicht gehabt ? Na prima.

      Sülzt nicht rum, stellt was auf die Beine! Beteiligt Euch! Ansonsten werde auch ich prima an Eurer Schlafmützigkeit verdienen.

    26. Joachim R. schrieb am 8. Mai 2010 at 11:26 - Permalink

      Griechenland, Spanien, Italien, Portugal, Deutschland und all die anderen.. Sie haben sich freiwillig, im guten Glauben an Besserung, in Sanktionen begeben. In ihrem Bestreben von der, ach so großen, tollen Globalisierung ein Stück Kuchen abzubekommen haben sie sich alle zum Bücker gemacht. Haben nicht nur ihre eigenen Währungen und ihren Mittelstand abgegeben, sondern ihre Völker und Gesetze gleich mit. Niemand stand da und zwang sie dies zu tun – sie taten es freiwillig. Machten und machen sich immer noch zum Hansel der Geldschöpfer. Ihr Wunsch nach stabilem (finanziellem) Wachstum kostete sie alles und nun ist man gewillt sich gegenseitig den Buhmann zuzuschieben. So entstehen Mythen. Ich habe weder Mitleid mit Griechenland, noch mit Deutschland oder auch Amerika. Die Gier und das Nichtstun jedes Einzelnen ist so unerträglich, dass ich mit Freuden und völlig angstfrei dem Fall dieses Wirtschaftssystems entgegensehe.

    27. sokrates schrieb am 8. Mai 2010 at 11:33 - Permalink

      @ morgenrot
      ZITAT: “eine ganze Menge Leute die nicht?s anders tun als auf die noch schwächeren mit den Füssen zu treten ”
      Natürlich tun sie nichts anderes, da sie ja durch das System gezwungen sind, ums eigene Überleben zu kämpfen. Wie du schon gesagt hast, hat der Wettbewerbsgedanke mittlerweile Einzug gehalten in alle Lebensbereiche; unter dem Pseudonym “Eigenverantwortung” was nichts anderes heißt als jeder gegen jeden.
      Anstelle eines natürlichen Ausleseprozesse der in der Natur herrscht, tritt ein Selektionsmechanismus der von den Verantwortlichen initiiert wird als Sozialdarwinismus. Hierdurch glaubt man, dass nur die Leistungsfähigsten diesen Prozess bestehen. In Wirklichkeit sind es jedoch die, die bereit sind über Leichen zu gehen. Wenn du dir die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft ansiehst, wirst du fest stellen, dass die oberen in der gesamtgesellschaftlichen Pyramide nur aus Menschen besteht, deren Sprachgebrauch in den letzten Jahrzehnten eine Veränderung erfahren hat die aber erst bei näherem hinsehen zeigt, was sie meint.

      Schlauheit = Skrupellosigkeit
      Eigenverantwortung = antisozial
      Clever = absoluter Wille zum Betrug
      etc., etc., etc.

      Das ist der neudeutsche Neusprech und Ausdruck der Veränderung in unserer Gesellschaft. Die Medien haben hierbei die Aufgabe diesen Gedanken in der Bevölkerung zu verankern. “Die Leistungsgesellschaft” wird hierbei nicht mehr nur zum Maßstab sondern regelrecht zur Religion des
      21 Jahrhunderts. Erlaubt ist daher alles, was dem eigenen Vorteil dient und Wohlstand bringt. Wie du dazu gekommen bist, interessiert hinterher niemanden mehr. Solange du dem bürgerlichen Vorstellungen von “Wohlhabend” und “Erfolgreich” entsprichst, ist alles in Ordnung.

    28. genova schrieb am 8. Mai 2010 at 14:16 - Permalink

      Sehr guter Artikel. Man könnte ledliglich noch etwas genauer auf die erwähnten “Schockprogramme” hinweisen, also auf Naomi Klein und ihre Schocktrategie. Ich fände interessant zu erfahren, inwieweit die aktuelle Situation dem Kleinschen Ansatz entspricht.

    29. gerhardq schrieb am 8. Mai 2010 at 20:52 - Permalink

      Die Griechen könnten ihr Problem relativ einfach lösen. Sie brauchen nur die Einkommenssteuer auf einen Spitzensatz von 90% für Einkünfte ab sagen wir 300.000,-EUR p.a. auf alle Welteinkünfte zu erhöhen und eine funktionierende Steuerfahndung aufzubauen. Dazu noch eine Vermögenssteuer auf Besitz und eine Erbschaftssteuer bei ca. 90%. Gleichzeitig werden alle Käufe von Rüstungs- und Luxusgütern auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Wenn Griechenland wirklich Erfolg haben will, dann muß es die Vorgaben des IWF und der EU nehmen und genau das Gegenteil des Geforderen tun. Dann hat Griechenland eine Chance.

      Ich wette, daß Griechenland innerhalb kurzer Zeit so saniert wäre. Aber die Neoliberalen in der EU, in Berlin und New York werden so ein Szenario mit aller Gewalt verhindern. Denn sollte Griechenland dadurch sich wirklich sanieren, so wäre das eine internationale Blaupause zur Bekämpfung der Finanzkrise und deren Folgen. Dem IWF und Berlin geht es vor allem darum, daß Griechenland weiter international einkauft, Schulden macht und so immer weiter unter Druck zu setzen ist. Es geht hier nicht darum, Griechenland oder gar den Griechen selbst zu helfen. Es geht nur um Absatzmärkte, deren Sicherung und maximalen Ausbeutung. Deutschlands und Frankreichs Banken und Unternehmen haben sich wie ein Drogendealer verhalten, erst mit Krediten angefüttert, dann süchtig gemacht und zum Schluß dem Süchtigen die Verantwortung zu geschoben.

    30. Deho schrieb am 8. Mai 2010 at 22:26 - Permalink

      Eigentlich ein sehr schöner Artikel, aber es bleiben drei Fragen offen.

      ??., reflektiert den Desinformationsgrad deutscher Berichterstatter, am allerwenigsten aber die wirkliche Lage in Griechenland.?

      Und wie ist die Lage dort wirklich? Das beantwortet der Artikel nicht. Die Spekulanten sind doch wohl Folge, nicht Ursache des Debakels.

      Zweite Frage: Wenn die Reichen den Klassenkrieg eröffnet haben, warum sollten die Deutschen die Griechen unterstützen? Wir zahlen das nicht aus der Portokasse, sondern müssen uns das Geld leihen, weil wir selbst so hoch verschuldet sind. Und bei wem leihen wir uns das Geld? Bei den Banken, die an unserer Unterstützung wiederum verdienen.

      Dritte Frage: ?Über 70 Prozent der griechischen Bevölkerung lehnen es ab, zu sparen, wo nichts mehr zu sparen ist: bei einem Durchschnittslohn* von 700 Euro??

      Beruht das auf offiziellen Angaben, die mit den am Finanzamt verbeigeschleusten Beträgen nicht das Geringste zu tun haben?

    31. King Balance schrieb am 9. Mai 2010 at 08:33 - Permalink

      Es reicht nicht aus, dass sie uns permanent an der Nase herumführen, sie müssen zusätzlich noch alle diese Lasten aufs Volk abwälzen! Genau hier wird es spannend den der Zeitpunkt ist nun auch bei uns gekommen.

      Originalton ?Süddeutsche?: ?Bluten werden vor allem die einfachen Leute, die bislang schon rechtschaffen ihre Steuern zahlten.?

      Griechenland ist pleite, eine Refinanzierung der Schulden am Kapitalmarkt ist völlig ausgeschlossen! Die Griechenhilfen der EU und des IWFs dienen nur der Refinanzierung der griechischen Staatsschulden und hauen die bisherigen Halter der Staatsanleihen, Banken, Hedgefonds und private Investoren raus!

      Jacques Attali bei Euronews TV:

      Ich sage seit zehn Jahren, dass der Euro verschwinden wird, wenn wir nicht in der Lage sind, einen europäischen Haushalt zu führen.

      Man ist in Europa immer auf die gleiche Weise vorgegangen: Man hat die EU, den EU-Markt geschaffen, weil der ?gemeinsame Markt? in der EG nicht ausreichte. Man hat die gemeinsame Währung geschaffen, weil der EU-Markt nicht ausreichte.
      Und jedesmal gab es die gleichen Krisen wie vorher.

      Heute sieht man es nun als offenkundig an, dass die Gemeinschaftswährung nicht ohne gemeinsame Steuer- und Haushaltspolitik funktionieren kann. Das geht nicht. Wird man den Mut dazu finden? Das wäre gut! Aber gegenwärtig haben wir Politiker, die aus dem 20. Jahrhundert stammen. Die sind ein Jahrhundert zu spät dran. [euronews]

      Wie sagte mal jemand – Gegen die Mikrobe der menschlichen Dummheit ist eben noch kein Kraut gewachsen.

      Crasht richtig – Griechen-Bond: http://www.bloomberg.com/apps/cbuilder?ticker1=GGGB2YR:IND:, http://www.bloomberg.com/apps/cbuilder?ticker1=GGGB10YR:IND

    32. Cobra liberaleusis schrieb am 9. Mai 2010 at 11:00 - Permalink

      @Gargelkark #8


      Die Krise ist in meinen Augen von gewissen Kreisen fein säuberlich geplant…

      …dank unseren politischen Hochverrätern wird auch Deutschland dem Staatbankrott gezielt zugeführt.

      Daran bestehen kaum noch Zweifel. Ich würde die “Krise” noch in Anführungszeichen setzen…

      @Schneemann #3


      In Griechenland wird lediglich durchgezogen, was hierzulande schon vor der Vollendung steht. Und die herrschende Parasitenschicht läßt auch nur das tun, was der gemeine Bürger grad noch schluckt. Offensichtlich finden sie zur Durchsetzung ihrer Ziele auch reichlich Mitläufer/Helfer/Volksverräter.

      Hoffen wir mal, daß wenigstens die Griechen dem Spuk ein Ende setzen.

      Zumindest wehren sich die Griechen, jedenfalls diejenigen denen die Opferrolle in diesem Raubzug zugedacht war.

      @Sokrates #22

      Das ist ein sehr guter Beitrag von dir. Ich hoffe daß dieses geschilderte Horrorszenario nicht eintritt. Stumm dastehen und nur zuschauen halte ich jedoch für vollkommen falsch. Ich möchte die Situation mal ganz vorsichtig so formulieren: Die Erpressbarkeit ist gerade in einer technisch hochentwickelten Welt bipolar und die Kräfte sind nahezu symmetrisch verteilt…

    33. Cobra liberaleusis schrieb am 9. Mai 2010 at 12:46 - Permalink

      @SF

      Als Banken und Versicherungen damit drohten, das ganze System mit in den Abgrund zu reißen, wurde die größte Krise des Kapitalismus nach 1945 verstaatlicht. Nun stehen die ersten Staaten vor dem Bankrott. Insgesamt verschuldeten sich die westlichen Staaten mit über 9 Billionen Euro, die deutsche Bundesregierung stellte alleine über 500 Milliarden Euro bereit. Mit wievielen Milliarden sich die griechische Regierung zusätzlich verschuldet hat, ist ein Geheimnis.

      Ich möchte das wichtigste nochmal hervorheben:

      Insgesamt verschuldeten sich die westlichen Staaten mit über 9 Billionen Euro

      Ist denn eigentlich in Erfahrung zu bringen, wer die edlen Geldverleiher sind ? – oder ist schon allein der Gedanke, sich für so etwas zu interessieren verwerflich?

      Meiner Ansicht nach ein gravierender Fehler in einem demokratisch sich nennenden Staatswesen:

      Unsere Volksvertreter und “Repräsentanten” verfügen anscheinend über weitestgehende Vollmachten zur Aufnahme von Krediten bei Geldverleihern, deren Namen die meisten von uns noch nie im Leben gehört haben. Von der Möglichkeit, neue Schulden zu machen, wird parteiübergreifend exzessiv Gebrauch gemacht. Dies ist nur deshalb möglich, weil die Schuldner (der Bürger) vorsorglich in Gewahrsam genommen wurde. Den abhängig Beschäftigten wird dieses Geld bereits von ihrem Einkommen abgezwackt, bevor sie dieses überhaupt zu Gesicht bekommen haben. Niemand würde sonst die angehäuften Schulden zurückzahlen.

      Die Rückzahlung kann somit nur über einen gesetzlich verankerten Repressionsapparat garantiert werden, welchen unsere Repräsentanten gegenüber den Geldverleihern sicherstellen müssen.

      Ich habe zunehmend den Eindruck, dass diese Tatsache den meisten von uns noch nicht richtig bewusst wurde.

      Ein zumindest teilweiser Ausweg aus der Misere wäre hemmunslose Schwarzarbeit und Tauschgeschäfte.

    34. Schneemann schrieb am 9. Mai 2010 at 13:08 - Permalink

      teilweiser Ausweg aus der Misere wäre hemmunslose Schwarzarbeit und Tauschgeschäfte.

      Weiß zwar nicht wo Du wohnst, doch wenn ich mich hier in der Nachbarschaft umsehe, ist dieser Ausweg schon klar erkannt…. :)

    35. Cobra liberaleusis schrieb am 9. Mai 2010 at 13:17 - Permalink

      @Schneemann #34


      Weiß zwar nicht wo Du wohnst, doch wenn ich mich hier in der Nachbarschaft umsehe, ist dieser Ausweg schon klar erkannt?. :)

      Ich kenne auch einige solcher “Spezialisten”, die durchweg nicht schlecht leben…

      Schlechtes Gewissen? Null! (Wozu auch..)

    36. Wolf Wetzel schrieb am 9. Mai 2010 at 13:35 - Permalink

      Ich möchte auf ein paar Anmerkungen antworten, die in den Kommentaren auftauchten:
      1. Der Durchschnittslohn von 600 – 800 Euro in Griechenland ist kein frisierter Durchschnittwert, sondern geradezu größzügig ermittelt, denn alle lohnabhängigen Einkommen werden hier berücksichtigt. Würde man nur die Unterklasse berechnen, sähe es noch dramatischer aus.
      2. Für wen sind die 24,2 Milliarden Euro aus Deutschland bestimmt? Für “die Griechen”? Die Antwort ist mehr als eindeutig:

      Wer hilft wem?

      22,4 Milliarden Euro hat die Bundesregierung zur Umsetzung der Schockprogramme bereitstellt. Wenn das Geld erwiesenermaßen nicht ?den? Griechen zugute kommt, stellt sich also die Frage nach dem Empfänger!

      Außerdem sollte die viel gestellte Frage beantwortet werden, ob das Geld tatsächlich zum Fenster herausgeschmissen wird? Vorschnell lässt sich dies mit einem eindeutigen ?Ja? beantworten, was jedoch nur die halbe Wahrheit ist. Denn schon lange kommt es nicht mehr darauf an, ob Geld zum Fenster hinausgeworfen wird, sondern wer verabredungsgemäß unten steht und es einsammelt.

      Über 40 Milliarden Euro an griechischen Staatsanleihen liegen in den Portfolios deutscher Banken. Allen voran die ?verstaatlichte? Hypo Real Estate, die ?halbverstaatlichte? Commerzbank, die Postbank und die Deutsche Bank sowie Allianz und Münchner Rück. Daneben Landesbanken wie die BayernLB und die WestLB. Würde also der griechische Staat Pleite gehen, wären diese Anleihen wertlos und der Staat würde abermals die so realisierten Verluste sozialisieren.

      Somit lässt sich das Rätsel um das rausgeschmissene Geld sicher klären: Weder ist es weg, noch wird es aus dem Fenster geworfen: Die KFW, die staatseigene Bank, wird das Geld über einen kleinen Umweg direkt an die überweisen, die bereits 2008 ff Milliarden-Beträge dafür bekommen haben, dass sie eine maßgebliche Rolle in der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg gespielt haben.

      Wolf Wetzel

    37. sokrates schrieb am 9. Mai 2010 at 16:13 - Permalink

      Lieber Wolfgang, (ich bin mal unverschämt und duze Dich;o)

      Deine Ausführungen sind sehr interessant und entsprechen der Betrachtungsweise der meisten Menschen, die sich eher beiläufig mit der derzeitigen Krise befassen.

      Wichtig hierbei ist der Duktus aus dem Merkel´schen Neusprech, der ?Alternativlosigkeit? , und deine Erklärungen, die diesen Aussagen geschuldet erscheint.

      Vorweg möchte ich nehmen, dass ich nicht grundsätzlich gegen die Griechenlandhilfe bin, aber ?Alternativlos? war und ist die Sachen nie gewesen.
      Zur Bewältigung der aktuellen Lage in Griechenland gäbe es meiner Ansicht nach 5 Möglichkeiten, dem Problem zu begegnen.
      Eine davon ist die jetzige Hilfe in Form eines Kredites, der aber schlicht im Nichts verschwinden wird.
      Für die Menschen in Griechenland, ebenso wie in Deutschland, wird dies aber ein Diktat bedeuten und Existenzen zu Tausenden vernichten, wie sich ja bereits jetzt abzeichnet. Interessanter weise ist es aber die EINZIGE Möglichkeit, die die Interessen der deutschen Finanz- und Kapitalmärkte schützt.
      Mein persönlicher Favorit wäre ein Schuldenmoratorium mit allen Gläubigern der Griechen; ja auch den Deutschen.
      Alle müssten auf entsprechende Zins- und Gewinnforderungen verzichten so dass nur die realen Grundforderungen übrig blieben. Diese sollten mit entsprechend längeren Laufzeiten den Griechen deine Konsolidierung der Haushalte aus eigener Kraft ermöglichen. Natürlich würde dies zu einigen Verwerfungen an den Märkten führen, aber mal ehrlich. Die derzeitigen Entwicklungen zeigen, das es so oder so zu einem Währungs- und Spekulationskrieg kommen wird.
      Jedoch wird dieser nun mit stetig steigernder Härte geführt werden und schließlich zu Schäden führen, die weit über unsere Vorstellungen gehen werden.
      Das das keine ?Hirngespinste? oder ähnliches ist,zeigen die Berichterstattungen aus Brüssel ganz deutlich.
      Alleine der martialische Sprachgebrauch zeugt von der Nervosität der Beobachter und der Handelten.
      Allem voran wichtig aber ist, um noch mal die ?Alternativlosigkeit? aufzugreifen um die es geht, dass Verantwortungsloses Handeln der Politik und der Marktteilnehmer aus der Finanz- und Kapitalmarktbranche der letzten Jahre, ausschlaggebend war und ist für die derzeitige Situation.
      Griechenlands Haushalte sind bekanntermaßen seit Jahren vollkommen desolat; war es doch nicht umsonst nötig sich Hilfe von Goldman- Sachs zu holen, um die Haushaltszahlen zu manipulieren, bis diese den Vorgaben aus Brüssel entsprachen.
      Dies wusste sowohl die Politik als auch die Finanzmärkte, trotzdem gab man großzügige Gelder für Investitionen in Hellas aus; sich der Situation bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen jederzeit gegeben ist.
      Es handelte sich also keines weg´s um eine ?nicht vorhersehbare Situation?, sondern um ein bewusst in kauf genommenes Risiko der Banken und Versicherungen; und alles zu einem erheblichen Anteil mit deutschen Geldern von Kleinanlegern die sich eine sichere Kapitalanlage für später schaffen wollten.
      Hieraus ergibt sich nun mal das Bild, dass man wie in anderen Fällen bereits, Hochrisikoanlagen gezeichnet hat und nun nicht für die Folgen gerade stehen will.
      Nein, noch schlimmer, wider wird der deutsche Bürger zur Sicherung der Einnahmen deutscher Banken herangezogen und auch der Bürger in Griechenland wird wie ein Schaf zur Schlachtbank geführt.
      In der Kausalität heißt das, dass wir den ?Teufel mit Beelzebub? versuchen auszutreiben, um so die Verursacher einer eben weder notwendigen noch alternativlosen Megakrise zu schützen; unter der Parole ?das es die deutschen Anleger zu schützen gilt?

      Die Aussage als solches ist also grundsätzlich Falsch und wird durch permanentes wiederholen auf nicht richtiger oder wahrer.

      PS
      Ich persönlich glaube sogar, dass die Höhe deutscher Beteiligungen und Investitionen in Griechenland sogar weitaus höher sind als die öffentlich dargestellten 45 Mrd. ?
      Weiterhin finde ich es mehr als unverschämt an die Hilfen auch noch Bedingungen für weiter Rüstungsgeschäfte zu knüpfen.

    38. Goldman Sachs schrieb am 9. Mai 2010 at 16:40 - Permalink

      1@Wolf Wetzel, Griechenland ist nur eine weitere Episode des Klassenkrieges. Konkret, ?für wen sind die 24,2 Milliarden Euro aus Deutschland bestimmt?? Letztlich sind sie für fällig werdende Zinszahlungen bestimmt, die über einige weitere Stationen an der Wallstreet und letztlich bei der FED, bzw. ihren allzu bekannten Gesellschaftern landen.

      Der Angriff “der Finanzmärkte” auf Griechenland startete übrigens mit dem Regierungswechsel zur “sozialistischen” Pasok Anfang Oktober 2009, als sich “plötzlich” herausstellte, dass die Neuverschuldung Griechenlands mit 12,7 % des Bruttoinlandsprodukts 2010 doppelt so hoch ausfallen würde, wie die konservative Vorgängerregierung prognostiziert hatte. Die führende Rating-Agentur S&P stufte das Rating für Griechenland sofort herunter. In den sechs folgenden Monaten wurde immer deutlicher, dass ein koordinierter orchestrierter Angriff der Finanzterroristen, im NewSpeak “der Finanzmärkte”, gegen den Euro und im Kern gegen Deutschland gefahren wird.

      Griechenland wurde in mehrfacher Hinsicht als Sollbruchstelle der EU konzipiert.

      Bekanntlich waren die Notverordnungen nach Art 48 der Weimarer Verfassung die Sollbruchstelle für die legale Machtergreifung des faschistischen NS-Regime, das am Tage nach dem Reichstagsbrand die ?Reichstagsbrandverordnung? erließ, die Verfassungsgrundlage des NS-Staates. Interessanterweise enthält auch die nach der griechischen Mlitärdiktatur erlassene heutige Verfassung Griechenlands einen Artikel 48, wonach der griechische Staatspräsident die Regierung entlassen, das Parlament auflösen, die Verfassung teilweise ausser Kraft setzen und den Notstand ausrufen kann. Danach kann der griechische Präsident als Diktator Gesetze erlassen.

      Das heutige Drehbuch könnte vorsehen, dass sich die totale Macht über Griechenland nach dem deutschen “Ermächtigungsgesetz” vom letzten Freitag formal zu irgendeinem EU-Kommissar verlagert, der den griechischen Präsidenten als optisch sichtbare Handpuppe steuert. Da die EU durch die Rettungsaktionen aber dann schon selbst immer stärker unter die Kontrolle des Bankenkartells geraten sein wird, wäre der EU-Kommissar dann längst schon die Handpuppe des amerikanischen Bankenkartells unter Führung von Goldman Sachs.

      Die Situation eskaliert zwingend in eine revolutionäre Situation, in der die ökonomische Handlungslogik selbst früher oder später zerstört werden wird, es sei denn, die Menschen entscheiden sich bewußt für ihre künftige totale Versklavung.

      Man sollte sich die Überwindung der ökonomischen Handlungslogik aber nicht als spektakuläre Akte vorstellen, sondern als alltägliche, unspektakuläre millionenfache Akte über einen längeren Zeitraum. Die Chancen der Finanzterroristen sind m.E. gleich Null, denn die globale Welt ist viel zu komplex. Die laufenden Akte der Zerstörung der Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen durch die Finanzterroristen wird in unzählig viele Akte der Zerstörung der Finanzterroristen münden! Dass wir an einem Scheideweg stehen, wird früher oder später jedem Deppen klarwerden.

    39. Goldman Sachs schrieb am 9. Mai 2010 at 19:39 - Permalink

      Die deutsche exportierende Autoindustrie luchste Jahrzehntelang den arglosen Amerikanern gegen Lieferung deutscher BMW-Autos tonnenweise grüne Glasmurmeln ab. Die hochbezahlten Manager von BMW wollten die USA unbedingt bis zur allerletzten grünen Glasmurmel ausplündern.

      Der ‘Weiße Mann’ (Goldman Sachs) goss Tag und Nacht tonnenweise aus billigstem Glasschrott schreiend bunte (grüne) Glasmurmeln zusammen. Goldman Sachs taufte die grünen Glasmurmeln einfach ?US-Dollar?. Die Eingeborenen aus Europa gaben für diese grünen Glasmurmeln ihr letztes Hemd.

      Lloyd Blankfein, Goldman Sachs schwarzer Mann aus NY-Bronx, CEO, stöhnte fast ratlos: ?Wieso schenken diese ‘Eingeborenen’ aus Deutschen uns nur ihre teuren BMW gegen völlig wertlose grüne Glasmurmeln? Warum verschenken diese Deutschen nicht ihre megateuren Autos an die Deutschen selber, so könnten sie sich wenigstens den teuren Transport der Autos über den großen Teich sparen?? Aber was solls, wir tun bei Goldman Sachs nur Gottes Werk.

      Blankfeins Klagen nützten ihm nix. 2007 schenkte Goldman Sachs an Lloyd Blankfein mit 67,9 Millionen Dollar den größten Bonus fürs grüne Glasmurmelgießen, der bis dahin je einem kriminellen Wall-Street-Bankster verschenkt wurde.

    40. Lemmy Caution schrieb am 10. Mai 2010 at 11:51 - Permalink

      Reine Polemik. Völlig überdramatisierte Darstellung, als ob es ja alles so ganz schrecklich wäre.
      In einer Phase, in der eben auch in anderen Ländern der technisch-wirtschaftliche Komplex wächst, wird eben der Wettbewerb härter. Für typisch linke Beschäftigungen wie Kulturmanager, Journalist oder Frauenbeauftragter, bleibt dann halt nicht mehr so viel Geld übrig. Sehe darin lange noch keinen Grund, alles zu beschimpfen.

      Griechenland hat eine Staatsverschuldung von 115% BIP. Wir sind auch schon bei 77%. Dass das irgendwie runter muß, hat nix mit einer neonliberalen Verschwörung zu tun. Überschuldungsphänomene von Staaten sind aus verschiedenen Teilen der Welt bekannt. Besonders prominent ist hier Lateinamerika. Und die Entschuldungen waren immer verbunden mit harten Einschnitten für die Bevölkerung. Es ist völliger FANTASY STUFF hier eine Traumwelt zu evozieren, nachdem wir aus der Staatsverschuldung herauskommen würden, indem wir Geld verteilen. Man kann darüber diskutieren, dass die Oberschicht und obere Mittelschicht finanziell mehr zur Kasse gebeten wird. Ich wäre sogar dafür, selbst wenn das für mich Netto-Gehaltseinbussen bedeutet. Für mich eine patriotische Selbstverständlichkeit. Allerdings höchst ungerne für pseudo-linke Krawall-Polemisierer, die den Schuss offenbar immer noch nicht gehört haben.
      Btw. drehen zeitgleich die makroökonomischen Zahlen eines Landes, das mir von krawall-polemischer Seite immer als eine prominente jener “Alternativen” präsentiert wurde, Richtung moralisches, politisches und ökonomisches doom ab. Reden wir nicht drüber welches.

    41. beauregard schrieb am 10. Mai 2010 at 13:11 - Permalink

      @ lemmy caution

      ich glaube fast, das Du tatsächlich derjenige bist, der “ermittlungen gegen die wirklichkeit” führt, dabei aber sonst fast alles vermissen lässt, was den geheimagenten lemmy caution auszeichnet.
      letztlich laufen Deine recherchen in die andere, wenn nicht sogar falsche richtung. hoffen wir mal, dass sie nicht ins verderben (ach ne, das heißt ja doom) führen…

    42. Jonas schrieb am 10. Mai 2010 at 13:19 - Permalink

      Wo hier immer schön auf dem niedrigen Medianlohn herumgeritten wird: Die Lebenskosten in Griechenland sind, nach allem an was ich mich erinnern kann, wesentlich niedriger. Gibt es auch mal ein ins-Verhältnis-Setzen dazu?

    43. Lemmy Caution schrieb am 10. Mai 2010 at 15:34 - Permalink

      http://www.marginalrevolution.com/marginalrevolution/2010/05/simple-thoughts-on-europe.html

      Sind gerade dabei die Wirtschaften mit der relativ größten Schattenwirtschaften zu finanzieren. Also Ökonomien, in denen Unternehmer am stärksten dazu neigen, Geschäfte ausserhalb des Zugriffs des Fiskus zu tätigen. Libertäre träumen von sowas…
      http://www.marginalrevolution.com/marginalrevolution/2010/05/facts-about-europe.html

    44. Gabriel schrieb am 13. Mai 2010 at 08:38 - Permalink

      Also erstmal: Super interessanter Artikeln und tolle Kommentare! Ich kenn mich mit Blogs nicht richtig aus und mit dem großen “wirtschaftlichen Gesammtbild” schon garnicht, versuch aber mir das langsam bisschen anzueignen.
      @mason, wieso war das eine Sauerei von den Grünen das sie zugestimmt haben? Welche Alternativen hätte es denn gegeben? Am ende vielleicht (wär das warscheinlich?) kein Rettungspaket für Griechenland? und dann -
      Frage an alle: Jetzt wo die Situation nunmal soweit fortgeschritten ist, welche andere REALISTISCHE Alternative gäbe es denn zu dem Rettungspaket? (wie gesagt: kenn mich nochnicht so aus)
      Einem Schuldenmoratorium müssten doch die Banken zustimmen, die dann die Staaten als verlässliche Schuldner verlieren. Ist das realistisch?
      Oder sind wir an einem “point of no return” angekommen?

      Gabriel

    45. Andreas schrieb am 9. Juni 2010 at 23:29 - Permalink

      Ich kann dazu nur sagen lasst die nur machen sie werden früher oder später eine Strafe dafür erhalten! Sich von solchen Nachrichten ablenken und verblöden zu lassen ist ja nur das was die Kasper erreichen wollen. Ich persönlich bin nun schon vor einigen Jahren nach Paraguay ausgewandert und muss sagen das es mir viel besser geht seit dem ich nahezu keine Nachrichten mehr lese bzw nur über das internet bekomme und zwar nur wenn ich will! Und das ist nur deshalb so weil ich nicht mehr von 1000 desinfos bomberdiert werde wie einige von euch.


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