Vorsicht Spoiler!
09. Januar 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Dass Politik ein guter Unterhaltungsstoff sein kann, ist hinlänglich bekannt. Für den Präsidentschaftswahlkampf 2008 in den USA haben sich die Medien bereits warm gemacht. Tränen, strahlende Sieger, unglaubliche Comebacks und Sensationen … hereinspaziert, und Manege frei für die Clowns und Artisten des Politzirkus!
Iowa war natürlich die Sensation schlechthin! Niemand hätte damit gerechnet, dass der absolute Underdog und Außenseiter Barak Obama gegen die haushohe Favoritin der Demokraten Hillary Clinton gewinnen könnte! Dies ist eine Vorentscheidung, ein Erdrutsch, es gelten neue Vorzeichen und die Naturgesetze sind außer Kraft gesetzt. Tatsächlich? Obama lag kurz vorm Caucus in Iowa in den meisten Meinungsumfragen vorne, was auch die Medien wußten.
Dass Obama in Iowa noch ein wenig besser abgeschnitten hat als prognostiziert, lässt sich auf das Caucus-System und die psychologischen Befindlichkeiten linksliberaler Wähler zurückführen. Anders als bei den Primaries, bei denen „normal“ gewählt wird, ist ein Caucus eine Art politischer Kindergeburtstag. Wer Hillary mag, bitte zur Tafel, die Freunde von Rudy versammeln sich bitte am linken Fenster und alle die, die Obama am besten finden, bitte zur Tür. In kleinen ländlichen Gemeinden und Städten, in denen jeder jeden kennt, kommt hier natürlich eine gewisse Gruppendynamik ins Spiel. Bei linksliberalen „Gutmenschen“ will natürlich niemand als Rassist dastehen - schon gar nicht vor seinen geschwätzigen Mitbürgern. Wenn diese sich politisch-korrekt beim Obama-Haufen eingefunden haben, führt dieser gruppendynamische Prozess bei einigen Wählern dazu, dass sie trotz ihres Vorhabens, eigentlich für einen anderen Kandidaten zu stimmen, sich auch dazugesellen. Dies ist natürlich positiver Rassismus – keine Frage. Man könnte es als umgekehrten Bradley-Effekt bezeichnen. Bei republikanischen Wählern gibt es bei einem Caucus einen ähnlichen Effekt - welcher “gute Christ” outet sich vor der Nachbarschaft und stellt sich zur Gruppe eines “liberalen” Kandidaten, der für Abtreibung und Schwulenehe ist? Huckabees Erfolg … kaum überraschend.*
Nach dem ebenfalls wenig überraschenden Sieg Obamas zog der Zirkus weiter nach New Hampshire – einem Staat, in dem Miss Clinton bis zum Tag des Caucus in Iowa durchgängig bei Meinungsumfragen weit vor Obama lag. Mit dem Medienzirkus und dem von ihm orchestrierten Obama-Hype kamen auch die „Umfragesiege“ für den sympathischen farbigen Senator aus Illinois. Dass Wähler keineswegs so launisch sind wie sie es den Anrufern der Umfrageinstitute sagen, ist unter Demoskopen kein Geheimnis. Um diesen Effekt auszugleichen, gibt es Algorithmen in den Auswertungssystemen der Institute. Da alle Institute in New Hampshire gnadenlos versagt haben, müssen diese Algorithmen wohl um drei Faktoren erweitert werden - den Tränendrüsen-Algorithmus, den Bradley-Effekt-Algorithmus und den Obama-Hype-Algorithmus.
Obama versteht sich perfekt auf die Rolle des jungen schwarzen Rebellen und Idealisten. Allerdings ist er nicht wirklich rebellisch, sondern eher ein Bestandteil des jugendfreien FOX Tittytainment-Programms, dessen Figur in Cornflake-Packungen zu finden ist. Gegen die Waffen einer Frau ist der liebe Rebell von nebenan natürlich chancenlos.
Zugegeben, der plötzliche Charakterwandel vom seriösen, aber altklug wirkenden und unbeliebten Weißclown zum schluchzenden Bajazzo ist Miss Clinton sehr gut gelungen. Obgleich die Medien auf diese offensichtliche Possenshow eigentlich mit Hohn und Häme reagieren müssten, haben nur wenige Medienvertreter Tacheles geschrieben. Die meisten Vertreter der Journallie wissen halt, dass Politik heute zum Show-Zirkus geworden ist, in dem alle Seiten ihre zugewiesene Rolle haben. Miss Clinton muss allerdings aufpassen – all zu oft darf sie diesen Trumpf nicht ausspielen, sonst könnte sie dem Muskie-Effekt zum Opfer fallen. Eine Präsidentin, die den Nahost-Konflikt durch den geschickten Einsatz von Tränen löst, dürfte für die meisten Wähler doch all zu unrealistisch sein.
Der Präsidentschaftswahlkampf, so wie er inszeniert wird, ist heute eine Reality-Soap, bei der das Publikum mit abstimmen darf, welche der künstlichen Figuren als nächstes aus dem Rennen ausscheidet. Das Publikum bezahlt die Show und will amüsiert werden, die Medien sind Veranstalter, Showbühne und Schiedsrichter in einer Person und die Politiker sind Darsteller und Kandidaten. Wie es in Reality-Soaps üblich ist, sitzt der Veranstalter meist am längeren Hebel. Obama wurde von den Medien geschaffen, er kann genau so schnell von ihnen zerstört werden.
Vorentscheidungen sind erst am 5. Februar, dem „Super-Tuesday“ zu erwarten. Bis dahin werden die Medien aber noch einige Sensationen für uns in petto haben. Am 19. Januar findet in Nevada der nächste Caucus der Demokraten statt. Nach den momentanen Umfragen liegt Miss Clinton himmelweit vorne. Eigentlich sollte sie dort ohne Tränen siegen können, aber man sollte aufpassen, was die Medien so im Schilde führen. Da es sich auch in Nevada um einen Caucus handelt, könnte ein wenig Berichterstattung vom farbigen Bürgerrechtler, die Demokraten aus Nevada zu einer gruppendynamischen Obama-Wahl verleiten. Womit die nächste Sensation geschaffen wäre! Am 26 Januar ist Obama in South-Carolina favorisiert, aber wer weiß - es sind ja “geheime“ Primaries und der Bradley-Effekt? Ach ja, man weiß so wenig.
Die größte Sensation werden die Medien allerdings am 29. Januar in Florida auf Seiten der Republikaner feiern können. Aller Wahrscheinlichkeit nach, wird dort der “hoffnungslos abgeschlagene” Rudy Giuliani sein “sensationelles Comeback” feiern und fortan als Favorit für den „Super-Tuesday“ gelten. Überraschend ist das alles aber keinesfalls – Giuliani hat sich für diese seltsame Strategie entschieden, da er nur auf die „Big-Points“ setzt und mit dem Momentum des Sieges aus Florida am „Super-Tuesday“ absahnen will. Ob er es schaffen wird? Das sei an dieser Stelle noch nicht verraten, ich bin ja kein Spielverderber.
p.s.: Ein kleines Anekdötchen zum Schluß. Der einzige Präsident der USA, der als Präsident genau das einhielt, was er im Wahlkampf versprach, war James K. Polk. Er versprach die Gebiete Oregons und Texas dem Staatsgebiet der USA hinzuzufügen und dann, nach einer Wahlperiode, abzutreten. Genau das tat er und starb 103 Tage nach seinem Rücktritt.
* Nach Hinweis eines Lesers kann man den Satz so nicht gelten lassen, da die Republikaner in Iowa ihre Stimmen meist geheim beim Eintritt in das Caucus-Gebäude abgeben.
Jens Berger
Bildnachweis: Wikicommons - Alle Screenshots: Spiegel-Online
Posted in Ausland, US-Wahlen 08, USA |




















































































Wie komme ich nur darauf, das mir der Satzteil : “und starb 103 Tage nach seinem Rücktritt.” nicht so sehr gefällt. Richtig. Ich plädiere bei den meisten Politikern dafür, das sie vor ihrem Amtsantritt eines natürlichen Todes sterben. Wäre das nicht fein. Ich würde auch regelmässig ein paar alte vergammelte Salatblätter auf das Grab von Merkel schmeißen. Das Grab von Schröder wäre vermutlich ein Pilgerstätte. Haushoch unter Grabschmuck beerdigt, damit er sicher nicht wieder rauskommt.
Leider ist das nur ein Traum, aber für ein paar Minuten habem mich der Spiegelfechter und James K. Polk glücklich gemacht. Was wäre das doch für eine ideale Welt.
… aber warum schreibst Du immer “Miss Clinton”… jedes mal denke ich, es wäre die kleine Chelsea, die da antritt. Hillary ist doch nun wirklich ne Misses, oder nicht? *g*
Ich lese dein Zeug seit März. Und schreiben tue ich wenig. Warum auch. Liegen auf der gleichen Linie und Schulterklopfer brauchst du nicht. Aber mit Obama machst du zuviel Wind. Der wird es nicht. Seine Hautfarbe ist schwarz! Bereite dich auf Hilton sorry Clinton vor. Vor- und Nachname verwechselt! Hört sich ja ähnlich an.
Zirkus Malzahnus stolperte ja unlängst in einem Kommentar über die Bewegungen im amerikanischen Vorwahlkampf - nun, einfach zu deuten ist dieser nicht. Wer weiß schon, wieviel die heute gewonnene Unterstützung der Gewerkschaften in Nevada für Obama wiegt? Ein neuer Sieg, danach die Vorwahl in South Carolina gewonnen und ganz fix wird ihm erneut die Favoritenrolle zugeschrieben.
Die Verhältnisse sind ziemlich kompliziert. Teilweise hat die Kampagne von Barack Obama eine starke Basis in den jeweiligen Staaten, sodass am “Tsunami Tuesday” (d.h. am 5. Februar) einige Siege recht wahrscheinlich sind, andererseits können bereits Kleinigkeiten den Ausschlag geben, wie wir bei Hillarys Tränen sehen konnten oder beim berühmten “Scream” von Howard Dean. Kleinigkeiten bzw. die Medienberichterstattung darüber können viel ausmachen.
Bei einem knappen Kampf z.B. von McCain mit anderen republikanischen Konkurrenten werden viele Indipendents (sie machen inzwischen rund 1/3 der amerikanischen Wähler aus) aus dem Obama-Lager in das republikanische McCain-Lager wechseln (wie es in New Hampshire geschehen ist), um ihrem republikanischen Lieblingskandidaten zu unterstützen. Schlecht für Obama.
Sollte aber McCain bis zum Tsunami Tuesday deutlich straucheln, was durchaus geschehen kann - und damit praktisch aus dem Rennen verschwinden, dann ist das wiederum gut für die Obama-Kampagne, die ganz erheblich auf volatile junge Wähler und Unabhänigige angewiesen ist.
Ist nun Barack Obama ein Konservativer bzw. ein konservativerer Demokrat als Hillary?
Antwort: Jain! Er ist nicht so militaristisch wie Clinton, setzt eher auf sinkende Rüstungslasten und sagt im Gegensatz zu Clinton, dass er einen schnellen Abzug aus dem Irak plant. Obama setzt viel stärker als H. Clinton auf Marktprozesse und Freihandel. Das könnte man wiederum für “konservativ” halten. Wo Hillary Clinton dirigistisch und autoritär agiert, plädiert er grundsätzlich für “choice” und Marktprozesse. Allerdings, und hier zeigt sich eine gewisse linksliberale Prägung, haben diese Marktprozesse seiner Auffassung nach den Interessen von Konsumenten und Arbeitnehmern zu dienen. Profite, Wohl und Wehe von Konzernen sind ihm vergleichsweise egal (hingegen gilt Hillary Clinton wiederum als Teil des “Corporate Amarica”), Lobbyisten und Partikularinteressen verachtet er offen (während H. Clinton für ihre Kandidatur massiv Gelder z.B. von Pharmafirmen erhält) und kündigt die “Bekämpfung von Washington-Politik” bzw. den Angriff auf Lobbyisten an. Der Vorrang von Geld-, Finanz- und Wirtschaftsinteressen über die Interessen der gewöhnlichen Amerikaner prangert er an. Und es ist - in seinem Fall - nicht nur reine Rhetorik.
Damit trifft er einen entscheidenden Nerv bei unabhängigen Wählern, aber auch bei vielen konservativen Anhängern, welche ebenfalls für “Washington politics” Verachtung hegen.
Zu seinen Gesundheitsreform-Bestrebungen.
Meiner Meinung nach sind diese weitaus durchdachter und auch konreter als die von Hillary Clinton. Er setzt im Unterschied zu ihr massiv auf Kostensenkung, allerdings nicht mit Mitteln wie “Rezeptgebühren” zu Lasten der Versicherten, sondern zu Lasten von Pharmafirmen und einem kranken Rechtssystem, welches inzwischen bereits 10 bis 15% der Gesundheitskosten im amerikansichen System ausmacht. Es wird massive staatliche Zuschüsse geben für Einkommensschwache und auch für Mittelschichtamerikaner, für Kinder eine Garatieversicherung, aber im Gegensatz zu Hillary Clinton zerschlägt er das bisherige System nicht total. Hillary Clinton will eine Art “Medicaid für alle”, rechnet dafür mit Kosten in Höhe von ca. 120 Mrd. US-Dollar im Jahr. Obamas System bewirkt beinahe das Gleiche, kostet aber nur die Hällfte, unter anderem deshalb, weil die Arbeitgeberzuschüsse in seinem System erhalten bleiben, während sie in Clintons System (dank einer staatlichen Einheitsversicherung) in einem großen Umfang entfallen werden. Während sie in das unwirtschaftliche amerikanische Gesundheitssystem massiv staatliche Gelder pumpen will, und “nicht vor 2013″ damit beginnen will - geschickter Weise also erst zu Anfang einer jetzt schon von ihr geplanten “zweiten Amtszeit”, wird die Gesundheitsreform - so verspricht er es jedenfalls - von ihm zügig umgesetzt. Er plant, dass die bisherigen Profiteure im amerikanischen Gesundheitssystem einer Mixtur aus kostensparender Regulation und echten Wettbewerb ausgesetzt werden.
Sorry, ist schon jetzt zu lang, mein Kommentar, aber ich könnte - wenn gewünscht - noch einiges beisteuern, auch zur den geplanten Reformen im Gesundheitssystem. Im Übrigen sehe ich bei Barack Obama durchaus allerhand Schwächen, aber im Vergleich zu Hillary Clinton macht er m.E. inhaltlich die bessere Figur - und ist hinsichtlich seiner angekündigten Politik auch konkreter. Man lasse sich von den wolkig klingenden “change”-Reden nicht täuschen: Barack Obama hat ziemlich konkrete Vorstellungen.
[blockquote]Anders als bei den Primaries, bei denen „normal“ gewählt wird, ist ein Caucus eine Art politischer Kindergeburtstag. Wer Hillary mag, bitte zur Tafel, die Freunde von Rudy versammeln sich bitte am linken Fenster und alle die, die Obama am besten finden, bitte zur Tür.[/blockquote]
Das ist faktisch falsch, den diese offene Form der Caucus wird nur bei den Demokraten angewandt, also wird ich da auch keiner in die Rudy-Ecke stellen.
Deswegen ist auch dieser Gedankengang nicht so ganz richtig
[blockquote]Bei republikanischen Wählern gibt es bei einem Caucus einen ähnlichen Effekt - welcher “gute Christ” outet sich vor der Nachbarschaft und stellt sich zur Gruppe eines “liberalen” Kandidaten, der für Abtreibung und Schwulenehe ist? Huckabees Erfolg … kaum überraschend.[/blockquote]
“In the Republican caucuses, each voter officially casts his or her vote by secret ballot.”
Siehe: en.wikiped...
“US-Vorwahlen wieder mal sehr spannend
Der extrem interessante Vorwahlkampf in den USA ist in ein neues dramatisches Stadium getreten: Der jeweils andere Kandidat, dessen Chancen von den Medien in den vergangenen Tagen in den allerdüstersten Farben gemalt wurden, liegt jetzt plötzlich überraschenderweise vorne! Tränen fließen, Meldungen überschlagen sich, Kommentatoren überbieten sich in Erklärungsversuchen – es ist so spannend, schlafen Sie bitte nicht ein, bleiben Sie dran!”
Die TITANIC sagt mal wieder, wie’s ist.
@5
Fortinbras, junger Prinz der Norweger … Du hast recht. Da habe ich wohl daneben gelangt. Ich hatte mich auch schon gewundert, warum es für den umgekehrten “Bradley-Effekt” kein “christliches” Pendant in der Politikwissenschaft gibt. Da dachte ich schon, ich käme mit dem “Berger-Effekt” in die Lehrbücher … ;-)
Danke für den konstruktiven Hinweis!
@Mr Dean
mit deiner konkretisierenden Sichtweise kann ich viel mehr anfangen als mit den abstrakten Charakterisierungen (Obama als Greenling und Clinton als ‘Erfahrene’), die man ohnehin en masse in den Mainstream-Medien finden kann. Man sollte sich schon die Mühe machen, konkret auf die Stimmen einzugehen, die Obama unterstützen (zB die Pirate Party), und zuhören, warum sie das tun. Ich werde gewiss nicht zum Obama-Fan werden, ich möchte aber hinter die Fassade schauen, die leider nicht nur die gesteuerten Medien um ihn aufbauen und vermute, dass dort mehr ist, als die einfachen Bilder, die von ihm kursieren
@2 Dennis
-> Miss Clinton
Natürlich müßte es korrekt “Mrs. Clinton” heißen, aber mir gefällt das Wort “Miss” so gut. Zunächst einmal erinnert es mich an strenge Grundschullehrerin und hat so einen altehrwürdigen Südstaaten-Plantagenbesitzercharme ;-)
Es ist übrigens auch heute noch keinesfalls unüblich, selbstbewußte Frauen, die Karriere gemacht haben, als Miss zu bezeichnen. Bei Frau Clinton müßte man dann allerdings korrekterweise “Miss Rodham” sagen, da die Anrede Miss in Kombination mit dem angenommenen Namen des Ehepartners ungewöhnlich ist.
Fass mein “Miss Clinton” also bitte als ironisches Wortspiel zwischen “hauptberuflicher Ehefrau” und “altehrwürdigem Südstaatenadel” auf.
@Dr. Dean
Auch von mir zunächst ein Dankeschön für die Charakterisierung Obamas. Da Du Dich ja sicher ausführlich mit ihm beschäftigt hast, kann ich Dich ja um Deine persönliche Einschätzung bitten: Zwischen Theorie und Praxis besteht ja immer ein großer Unterschied und man darf (v.a. in den USA) Politiker natürlich nie beim Wort nehmen - Wahlkampf und Amtsführung sind etwas grundverschiedenes. Was denkst Du, würde Obama als Präsident durchsetzen wollen und was würde er als Präsident durchsetzen können. Dies ist für meine Betrachtung der Person Obama wesentlich wichtiger und auch interessanter als seine Wahlkampfstrategie, die sich seine Spin-Doctors ausgedacht haben um ein attraktives Produkt zu vermarkten.
CNN hat da einen interessanten Bericht online, bei dem beschrieben wird, dass sich das Ergebnis von Obama gegenüber dem Durchschnitt der Umfragen gar nicht geändert hat, sondern nur die Werte von “Miss” Clinton startk gestiegen sind.
Wenn ich also ansonsten so ziemlich deiner Meinung bin, glaube ich, dass speziell der Bradley-Effekt nicht so stark war. (Was halt in einem so überwiegend weissen Staat schon recht interessant ist).
Moin,
na dann werde ich mal mit ein wenig “Shocking Shorts” kommen. Allerdings sollte das noch mal genauer recherchiert werden.
Klare Beweise für weitläufigen Wahlbetrug in New Hampshire
Zitat: “Weitläufiger Wahlbetrug bei den Vorwahlen in New Hampshire schadete hauptsächlich Ron Paul und Barack Obama; den beiden wurde allem Anschein nach durch Diebold-Wahlcomputer und Manipulationen bei der Zählung von Handstimmzetteln jeweils der dritte und der erste Platz genommen.
….Die Gemeinde Sutton in New Hampshire gab zu, sämtliche Stimmen für Ron Paul unterschlagen zu haben. Paul erhielt 31 Stimmen und auf Grund von “menschlichem Versagen” meldete Sutton Null. Sobald sich Leute an die Öffentlichkeit wandten und berichteten dass ihre Stimmen in Sutton nicht gezählt worden waren, änderten andere Distrikte wie Greenville in denen Paul angeblich Null Stimmen hatte ihre endgültigen Ergebnisse und gestanden dem texanischen Kongressabgeordneten Stimmen zu.”
Paul Joseph Watson
Prison Planet
Wednesday, January 9, 2008
infokrieg....
Zitat: Die oberste Verantwortliche für den Wahlvorgang in der Gemeinde Sutton im Distrikt New Hampshire war gezwungen, einzugestehen dass Ron Paul 31 Stimmen bekommen hatte; auf
dem Datenblatt auf welches alle Zahlen übertragen wurden, stand jedoch bei Paul eine Null. Stichproben ergeben dass Ron Paul in ganz New Hampshire um insgesamt bis zu 7 Prozent betrogen wurde.
Eine ganze Familie hatte für Ron Paul in Sutton gestimmt; als jedoch die Übersicht auf der Politico-Webseite gepostet wurde, beliefen sich die Stimmen für Paul auf Null.
Der Experte für Wahlbetrug Bev Harris kontaktierte die Hauptverantwortliche in Sutton namens Jennifer Call, welche eingestehen musste dass 31 Stimmen für Ron Paul nicht in dem
Datenblatt mit den Gesamtergebnissen landeten. Angeblich wäre “menschliches Versagen” dafür verantwortlich zu machen.
Zwei oder drei nichtgezählte Stimmen wären noch plausibel, aber 31 Stimmen für denselben Kandidaten sind es sicher nicht.
Es ist die klassische Methode für Wahlbetrug mit Stimmzetteln, eine falsche Zahl auf das Datenblatt zu schreiben,”
infokrieg....
Wundern würde mich aber gar nichts mehr. :-(
@chaolan
Es hätte mich auch wirklich gewundert, wenn die Paul-Fanatiker nicht mit einer kruden VT aufwarten könnten. Die Story mit “Sutton” kann und will ich nicht nachforschen - nur so viel: In allen Listen steht das korrekte Ergebnis (31). Wenn ich mir die verlinkte “Schauergeschichte” mal genauer anschaue, so brauche ich keine 15 Minuten, um sie zu “debunken” ;-)
Das ist eine glatte Lüge!
Wie eine Zusammenstellung der Umfrageergebnisse beweist, lag Paul bei den jüngeren Umfragen bei 8,2%. Die Abweichung zum realen Ergebnis mit 7,7% ist minimal. „Deutlich“ höher als 10% lag Paul überhaupt nur in einer einzigen(!) von rund 50 Umfragen in NH – der Rassmusen-Umfrage vom 4.1.08. Im fast allen anderen Umfragen lag er sogar unter den erzielten 7,7%.
Ganz richtig ;-)
Aber zwei Tage vor der Wahl wurde Paul bei Suffolk/WHDH mit 5% gelistet. Insgesamt wurde er in 9 Umfragen, die jünger als die Rassmusen-Umfrage sind schlechter gelistet, als sein Wahlergebnis war.
Auch das ist eine glatte Lüge!
Nimmt man den Schnitt der jüngsten Umfragen (8,2%), so lag er nur 0,5% unter dem Trend.
Auch das ist eine Lüge ;-)
In allen Bezirken mit Wahlmaschinen (nach dieser Auswertung, für ich mich aber nicht verbürge, da sie von einer “Pro-Paul” Seite kommt) hatte Paul 7,23% Stimmanteil. Das liegt gerade mal 0,5% unter dem Gesamtergebnis. Giuliani hatte in den Bezirken mit „Maschinen“ auch nur 0,5% mehr, als in den andern Bezirken. Ich habe keine Lust, das jetzt nachzurechen, aber dieses Ergebnis sollte statistisch absolut normal sein. Das Paul in einigen Städtchen schlecht und Giuliani gut abgeschnitten hat, ist a) statistisch keinesfalls überraschend und b) kann zig andere Gründe haben.
Auch dies ist eine dreiste Lüge!
Wenn man nur die ersten 5 Einträge auf der Liste anschaut, so stellt man fest:
Acworth – Paul 7,88% - Wahl per Hand
Albany – Paul 12.99% - Wahl per Hand
Alexandria – Paul 8,68% - Wahl per Hand
Allenstown – Paul 11.16% - Wahl per Computer
Alstead – Paul 7.31% - Wahl per Hand
In den ersten 5 Bezirken (alphabetisch) ist die Lüge von Prisonplanet bereits 3 mal zu belegen.
Auch das ist nachweislich eine Lüge!
In den Bezirken mit Handwahlzetteln hat Paul im Schnitt 9.235% der Stimmen und keinesfalls 15%.
Herrjeh, für wie blöd hält diese Seite eigentlich ihre Leser? Oder sind die einfach nur besonders leichtgläubig?
Ich liege mit meiner Einschätzung schon ganz richtig, nie Prisonplanet oder Infowars zu glauben, geschweige denn, sie zu verlinken.
Dies ist auch ein trauriges Beispiel für die Seriosität der Bloggosphäre (295 Blogs bringen die Story, davon “sogar” ein deutscher.
@chaolan
Sorry, dass ich noch einmal nachkarten muß, aber dieser Unfug von Seiten, die “Truth”, “What really happend”, “911″ und so weiter in der URL haben, regt mich mal wieder mächtig auf. Eigentlich will ich in diesem Blog ja die Lügen “der Mächtigen” offenlegen, aber was die “Truther” so alles zurechtschwindeln, ist starker Tobak.
Die Seite 911komplott.de hat sich die Tatsache vorgenommen (das steht ja auch in den PrisonPlanet Text), dass Giuliani in NH drei mal das Ergebnis 9,11% bekommen hat und schließt daraus messerscharf:
Na, wenn da soooo viele Nullen drin sind, wird es wohl stimmen. Bullshit! Es gibt m.W. 300 Wahldistrikte. Wenn man diese 300 Stimmen anhand einer Normalverteilung mit dem Maximalwert bei 8,53% nimmt und die Dichte dieser Funktion den realen Ergebnissen “anpasst”, so wäre es (bei Ergebnissen mit zwei Stellen hinter dem Komma) sehr unwahrscheinlich(!), wenn es nirgends eine 9,11% gegeben hätte. Pi mal Daumen sind drei Ereignisse dieser Art ziemlich wahrscheinlich und nicht ausgeschloßen, wie es der junge(?) Bloggerkollege behauptet.
Ich kann das jetzt nicht nachrechnen, da ich die Daten nicht digital habe, aber wenn ich mal schätze, dass die Dichtefunktion so aussieht, dass 2/3 aller “Stimmen” im Bereich von +- 1% liegen, so hat (vereinfacht) jedes Ergebniss von 7,53% bis 9,53% die Einzelwahrscheinlichkeit von 1 zu 200 also 0,5%. Bei 200 Ergebnissen, sollte jedem klar sein, dass es keinesfalls unwahrscheinlich ist, dass die 9,11% mindestens ein mal eintritt.
Herrjeh, ist das alles soooo schwer zu verstehen?
@ Jens : Ich glaube das nicht so ganz wie Du es darstellst. Die Vergangenheit hat es doch gezeigt, wie in den USA bei den Wahlen beschissen wurde. Weiterhin finde ich es sehr verdächtig, dass Paul von den Medien fast ignoriert wird, auch wenn ich kein Anhänger von ihm bin. Daher sagte ich ja auch, man sollte das nochmal genauer recherchieren. Das werde ich tun. Denn dass beschissen wird, davon bin ich überzeugt.
Was Infokrieg betrifft, da bin ich nicht Deiner Meinung. Im Forum kannst Du hervorragende Recherche betreiben. Die Themenbereiche sind zu 2/3 nicht anders wie hier und anderswo.
Doch es werden dort auch viele Dinge angesprochen, die zum grössten Teil taburisiert werden. Es kann ja nicht sein, was nicht sein darf nicht wahr?
Man muss nicht immer ein VT sein, wenn man Unwahrheiten anspricht. Du schreibst ja auch in vielen Punkten entgegen dem Mainstream, bist Du nun ein VT weil Du Wahrheiten ansprichst?
In dem Film Freedom to Fascism wurde doch eine ganz klare Aussage vor einem Gericht gemacht. Das es möglich ist die Wahlen mit der Hartware zu manipulieren, was auch gemacht wurde. Bin ich nun ein VT?
Ich lese mir erstmal alle Meldungen durch und entscheide dann für mich. Dazu gehören auch alle Quellen. Nur so kann ich doch die Unterschiede finden. Was schreibt die Blöd, was schreibst Du,was der usw usf.
Wobei die Blöd nun ein blödes Beispiel ist.
@chaolan
Ich schließe es keinesfalls aus, dass z.B. 2000 mit den Wahlmaschinen beschissen wurde. Zusammen mit den anderen “Ungereimtheiten” würde das sicher Sinn machen. Ob der skurile Paul in NH bei Priamries nun aber 9,2% oder 7,7% bekommt, ist ungefähr so wichtig, wie der sprichwörtliche Sack Reis in China. Sorry, aber die Paul-Fanatiker gehen mir gehörig auf den Senkel mit ihrer offensichtlichen Scheinrealität. Die tun ja so, als gäbe es für die “geheime Weltregierung” (*pssst!*) nichts wichtigeres, als Herr Paul bei einer Vorwahl 1,5% abzujuxen *kopfschüttel*
Obwohl ich keinesfalls alle Paul-Fans über einen Kamm scheren will. Dieser Paulianer ist z.B. erfreulich realistisch und seriös (er benutzt auch korrekte Zahlen).
Was heißt Recherche? Man findet dort bestimmt ein paar Anregeungen, denen man selbst(!) nachgehen kann. Aber glauben würde ich a priori nichts davon ;-)
Problematisch ist die “Netzstruktur” - gewisse “Scheinwahrheiten” verbreiten sich in Windeseile und es ist über normale Internetsuche (Google etc.) nicht mehr von “Scheinwahrheit” und Realität zu unterscheiden. Mach Dir doch den Spaß und google nach den Sutton-Vorfall. Du wirst nur seeeehr schwer an eine Quelle kommen, die nicht vom Multiplikator “PrisonPlanet” “verhunzt” wurde. So wird dann die “Scheinwahrheit” für einige zur Realität.
@chaolan
Noch ein Nachtrag, ich bin gerade so schön in Fahrt ;-)
Wenn diese Seiten isoliert stehen würden und keine Außenwirkung hätten, würde ich mich sogar amüsieren. Leider gefährden sie aber alternative Medien, da sie den Ruf des Internets und der Bloggosphäre beschädigen. Wer nicht “im Metier” ist, stößt auf solche Seiten, lässt sich den Inhalt durch den Kopf gehen und denkt sich “So, so, Internet und “Wahrheit” - lass mal”. “Das habe ich im Internet oder in einem Blog gelesen” klingt ja schon so, als ob man eingestehen würde, dass das jetzt aber nicht unbedingt stimmen muß. “Thruther”-Bewegung hab Dank dafür!
@Jens: Anregungen findet man, ja, doch ich habe doch auch schon sehr vieles gefunden was nicht nur eine Anregung ist, sondern wo ich Wahrheiten oder Lügen ganz klar finden konnte. Ich rede hier nicht von Ausserirdischen und Ufos oder so ein Quatsch.
Ich bin, was Meldungen betrifft, nun ein absoluter Gegner von Google. Denn das die Zensieren ist bewiesen.
Wenn ich mir dann den Film, welchen Radio Utopie einstellte, anschaue, dürfte doch klar sein wie die Medien ticken. Jemand der über hundert Zeitungen, 100 Kabelkanäle und Sender besitzt, wird alles tun, um den Leuten SEINE Demokratie zu verkaufen. Hier ist es doch nicht anders.
Den Link schicke ich Dir noch. Ich kriege grad die Seite von Radio Utopie nicht geöffnet.
Doch noch geklappt :
radio-utop...
Film, ausgestrahlt von ORF 2
video.goog...
Und Hasi..hehehe…nicht aufregen, Du weißt dass das nicht gesund ist. ;-)
@chaolan
*fg*
You made my day ;-)
Hi!
Ich bin euren Bitten gefolgt und habe eine Analyse der politischen Positionen von Barack Obama begonnen - und zwar unmittelbar mit den Kritikpunkten an Obama. Ich denke, wenn man fair urteilt, wird man die Kritik teilweise bestätigen, während andere Punkte noch akzeptabel sind. Und doch, trotz mancher Mängel, ist er der Kandidat, welcher in meinen Augen am Ehesten für Fortschritt und für Wandel steht.
Mehr als die Clinton-Maschinerie ohnehin. Ich hoffe, meine Analyse ist einigermaßen nützlich für euch.
Eine Frage hätte ich.
Ich glaube in den Nachrichten gehört zu haben, dass bei diesen Vorwahlen man kein eingetragener Parteigänger sein musste, um abstimmen zu dürfen.
Stimmt das?
Könnte doch eine Erklärung sein für die Abweichung der tatsächlichen Ergebnissen von den Prognosen.
Menschen, die nicht zu den Demokraten zählen, haben mitabgestimmt, weil sie einen Durchmarsch befürchten.
@ Mile
Der Modus hängt von der jeweiligen Vorwahl bzw. dem Caucus ab. Normalerweise muss man als Demokrat eingetragen sein, um die Vorwahl bei den Demokraten mitmachen zu können (so ist das z.B. in Nevada und South Carolina, die nächsten Vorwahlen). In New Hampshire konnten auch unabhängige Wähler, ja, sogar (was selten ist) Anhänger des gegnerischen Lagers mitmachen.
Zahlreiche unabhängige Wähler sind - anders als Du vielleicht glaubst - eher günstig für Obama, welcher bei den unabhängigen Wählern einen großen Rückhalt genießt. Dadurch aber, dass McCain (der Lieblingskandidat der unabhängigen Wähler bei den Republikanern) sich in New Hampshire einen Zweikampf mit dem Sektierer und Geschäftsmann Mitt Romney geliefert hat, haben sich relativ viele Unabhängige kurzfristig dafür entschieden, bei den Republikanern mitzustimmen, statt für Obama, der laut Umfragen fast uneinholbar vorne zu sein schien.
Das ist aber nur eine Theorie, und vermutlich, sofern sie überhaupt zutrifft, erklärt sie nur 1-2 % der Stimmenveränderungen. Was dann aber einen anderen Wahlverlauf bedeutet hätte. Deutlicher jedenfalls (und: messbar!) war der Einfluss der geschickten Beinahe-Tränen von Clinton. Damit mobilisierte sie ihre eigenen zentralen Zielgruppen enorm, das Signal war: “Kommt, und helft mir!”. Und sie kamen und halfen.
Hillary Clinton wird diesen Effekt m.E. nicht wiederholen können. Auch werden einige männliche Wähler Schlüsse daraus gezogen haben - der Effekt könnte sich über die ganze Tour hinweg sogar umkehren. In Nevada gab es (ausgerechnet in einer vermeintlichen Bastion Clintons und Edwards) bei den Gewerkschaftsmitgliedern beinahe einen Aufstand, als es hieß, dass die Gewerkschaftsspitze ein Clinton-Endorsement ernsthaft in Erwägung zieht. Sie rannten ihren Bossen wortwörtlich die Bude ein, damit diese für Obama stimmen.
Und die Unterstützung der mächtigen Gewerkschaft in Las Vegas (Nevada) ist sehr wichtig für die Kandidaten. Als organisationsstarke Gewerkschaft nutzen sie eine Technologie, welche im Vorwahlkampf von Nevada Gold wert ist und als Königsmacher gilt: Viele tausend Schuhsohlen.
Der Effekt von Mund-zu-Mund-Propaganda ist im amerikanischen Vorwahlkampf sehr groß, besonders, wenn er von den Einheimischen organisiert wird. In Nevada und South Carolina hat das Obamalager mächtige Vor-Ort-Organisationen aufgebaut, doppelt so groß wie die “Clinton-Machine”, und, wenn man sich in Blogs aus Las Vegas umhört, dort ist man wegen dem guten Wahlergebnis für Clinton auf die “versnobten” Bürger von New Hampshire eher sauer. Es sind in Nevada diesmal die Arbeiter, so wie es aussieht und ziemlich überraschend, welche einen starken Rückhalt für das Obamalager bilden.
Ich rechne mit einem Sieg für Obama in Nevada, und einem sehr deutlichen Sieg in South Carolina. Florida könnte an Clinton gehen. Das Rennen um die amerikanische Präsidentschaft wird weiterhin spannend und überraschend verlaufen.
Lebendige Geschichte.
@mr dean
vielen Dank für Deine Arbeit
ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass nemetico seine Artikelserie zum Ron Paul Mythos abgeschlossen hat
nemetico.m...
das Phänomen seiner vielförmigen Unterstützung kann man vielleicht darauf zurückführen, dass er mit seinem politischen Vokabular krude anti-etatistische Vorstellungen bedient - wie nemetico aus einem Blog zitiert:
“Any group can read the exact same thing into Paul’s overall campaign message.
Environmentalists can read “I’ll stop giving your tax money to oil interests”
Big Oil can read, “I’ll stop giving your tax money to the Sierra Club”
Employees of NIH can read, “I’ll stop giving your tax money to Big Pharma”
Californians can read, “I’ll stop giving your tax money to Alabamans”
Palestinian citizens can read, “I’ll stop giving your tax money to Zionists”
Jewish citizens can read, “I’ll stop giving your money to the Christian right”"
@Dr. Dean
Schönen Dank für den Artikel - wollte mich auch in Deinem Blog bedanken, leider ist Blogger.com aber von “unserer” Firmenfirewall geblockt :-(
Eine Frage hätte ich noch: Für wie hoch schätzt Du die Chance ein, dass Obama Edwards als “Running Mate” wählt und wann geschähe das? M.W. werden “Running Mates” bei der Abschluss-Convention bestimmt, gibt es Fälle, in denen in den Primaries bereits solche Bündnisse geschlossen wurden, um die Chancen im internen Ausscheidungsverfahren zu erhöhen?
liebe Leute
etwas OT, aber nur etwas, habt ihr schon die neue WikiaSearch versucht, ich versuche von google wegzukommen, und möchte wissen, was ihr von dieser Alternative haltet
alpha.sear...
Neues zu Obama
“Kerry endorses Obama”
chicagotri...
interessanz ist auch diese Seite, die die politischen Vorstellungen, Verhalten bei Abstimmungen, Aussagen usw aller Kandidaten zusammenfaßt
ontheissue...
zu Obama ontheissue...
auf ontheissue...
findet man unter dem Thema ‘Ron Paul On Jobs’ Folgendes
“Minimum wage takes away opportunities, especially for blacks.”
ich finde, das trägt Wesentliches zum Klärungsbedarf über die politischen Positionen Ron Pauls bei
@salvo
Na das ist ja noch harmlos. “Kommunistische Auswüchse” wie Mindestlöhne spielen im anarcho-kapitalistischen Konzert der Libertären natürlich keine Rolle. Der komplette Solidaritätsgrundsatz wird von ihnen negiert. Das, was die INSM unter Eigenverantwortung und Wettbewerb versteht, bestimmt ihre Agenda. Das ist Manchester-Kapitalismus in seiner globalisierten Form.
das Widerliche an diesem Jargon ist, dass er seine ideologische Radikalität hinter der Sorge für eine real benachteiligte Minderheit kaschiert. Warum soll der Mindestlohn ausgerechnet besonders ‘Schwarze’ benachteiligen? Weil Ron Paul und seine Anhängerschaft Schwarzen auf dem ‘freien Markt’ besonders niedrig entlohnte Tätigkeiten (opportunities) zuweisen, für welche jeder Mindestlohn eine Schranke bedeutet - im Zynismus eines solchen Satzes manifestiert sich der Rassismus dieser Bewegung. Wobei davon auszugehen ist, dass sich Paul seines Rassismus nicht einmal bewußt ist - für ihn, seinesgleichen und vielen Angehörigen der weißen middle class ist es selbstverständlich, dass in der US Gesellschaft solche ‘opportunities’ (niedrig bezahlte prekäre Jobs im Dienstleistungsbereich - sprichwörtliches Dienst am weißen Herren - ohne jegliche Sicherheit) die Lebensstellung der meisten Schwarzen definieren
@ Spiegelfechter
Den Dank gebe ich gerne zurück, ganz generell, nämlich für Deine Sorgfalt, Gründlichkeit und Reflektionsarbeit, wenn Du Artikel schreibst, aber auch, wenn Du mit Deinen Kommentatoren einen guten Diskurs pflegst. Du hast die Blogosphäre bereichert und lieferst ein Vorbild. Nicht nur als wichtige linksliberale Stimme. Zu Deiner Frage:
Viele Amerikaner denken seit der Fernsehdebatte anlässlich der Vorwahl in New Hampshire: “They teamed up.” Ich denke das auch und rechne nach dem “Tsunami Tuesday” (5. Februar) mit Edwards als Running Mate, sofern sich nicht - das wäre eine Sensation und zugleich ein Wunschtraum vieler Demokraten - Al Gore für Obama zur Verfügung stellt.
Gore? Nein, das wird nicht passieren. Der Mann hat seine Rolle seines Lebens gefunden und hat wenig Grund, eine neue Vizepräsidentschaft anzustreben.
Obama und Edwards wirken deutlich mehr als Paar, denn als Konkurrenten. Seit zirka zwei Wochen, praktisch alle (!) Statements von Edwards in Interviews, in Debatten und sogar auf seinen eigenen Wahlkampfveranstaltungen wirken wie ein Obama-Endorsement, er wiederholt viele Talking Points, die für die Obama-Kampagne wichtig sind und verteidigt Obama, systematisch, während er Clinton angreift und ihr die Fähigkeit zu “Change” abspricht.
Sehr aufschlussreich fand ich die Antwort von von Obama in einem Foxnews-Interview gestern, wo Obama sagte, dass “John” noch (”noch“!) seine eigene Kampagne weitermacht, weil er an seine Chancen glaubt, was er, Obama, respektiert. Das kann man sehr leicht so verstehen, dass Obama mit Edwards über die Frage eines Running Mate bereits gesprochen hat bzw. laufend spricht.
Es fällt auch auf, dass er “John” im Gegensatz zu Clinton “dutzt”, während er Hillary Clinton nicht “Hillary” nennt, sondern distanzierend “Hillary Clinton”. Das mag ein kleiner Unterschied sein, eine Nuance. Aber in dieser Nuance liegt das Gewicht, so wie ich es sehe, einer massiven politischen Freundschaft zwischen Obama und Edwards.
Übrigens, vielleicht überrascht das, wünschen sich recht viele Amerikaner Obama/Clinton als Dreamteam. Oder Obama/Edwards. Sehr häufig auch Obama/Gore. Auf alle Fälle etwas mit Obama…
Anekdote/OT: Die Dame, welche mit ihrer warmherzigen Frage von Frau zu Frau die Clintonträne ausgelöst hat, hat sich übrigens für Obama entschieden und zeigte sich in einem CNN-Interview ziemlich erschrocken darüber, was ihre Frage ausgelöst hat.
@salvo
Ich teile den Eindruck, dass hinter dem wirtschaftslibertären Sozialdarwinismus von Ron Paul und seinen Unterstützern oft auch eine rassistische Komponente steckt. Die hochgradig rassistische - und in wissenschaftlichen Gewand vorgetragene Diskussion rund um die “bell curve” wird gerade von diesen Wirtschaftslibertären betrieben, mit großer Wonne. Rassismus wird in ihren Augen oftmals (!) auch, verfolgt man interne wirtschaftslibertäre Debatten, als eine Art Individualrecht verstanden - und umgekehrt hassen sie auf eine irrationale Weise wirklich alle Versuche, mehr Chancengleichheit zu erreichen.
Ja, sie sind Sozialdarwinisten.
Lieber Spiegelfechter,
bislang war ich eigentlich erfreut, dass es ein linksliberales blog wie deines gibt, in dem im Gegensatz zu den Mainstream-Medien noch ernsthaft debattiert wird. Was aber deine Obama-Kritik angeht, fühle ich mich allerdings an die faz und andere “bürgerliche” Medienorgane erinnert. Deine Herleitung des Obama Wahlergebnisses erinnert an die konservative political correctness-Rhetorik. Obama hat sein Ergebnis also nicht, wie bei weißen Menschen üblich, verdient oder durch Leistung (guter Wahlkammpf) erreicht, sondern ist durch das Zutun weißer Gutmenschen auf den Schild gehoben worden. Also kein ernstzunehmender Caucus, sondern affirmative action. white man’s burden
Sicher ist Obama ähnlich schwammig, opportunistisch und machtbewußt wie andere Politiker auch. Das sollte aber niemanden daran hindern, ihn an den selben Standards zu messen. Aber bei der Hautfarbe hört der Liberalismus auf. Schade eigentlich!
@gretel
Ich fand ja auch, dass beim Spiegelfechter in Sachen Obama ursprünglich ein falscher, allzu flotter und vor allem voreiliger Zungenschlag da war, aber so weit wie Du würde ich nicht gehen. Nimm es eher als eine offene Diskussion der ersten Eindrücke - ich denke, das trifft es besser.
Den Bradley-Effekt gibt es in den USA wirklich (amerikanische Umfrageinstitute vermuten, dass dieser Effekt z.Zt. ein Gewicht von ca. 1-2 Prozent hat, sich aber im Wahlkampf von Obama vs. Clinton nicht zeigt), nunja, und den “Berger-Effekt” beim Caucus in Iowa: Davon hat sich der Spiegelfechter bereits distanziert:
Gretel, den Liberalismus sehe ich durchaus. Hier vor allem in der Offenheit und auch Bereitschaft, den eigenen Standpunkt zu überdenken. Und zur auch von Dir angesprochenen Frage der “Schwammigkeit”:
Vielleicht müsstest Du (Verzeihung!) hier Deinen Standpunkt weiterentwickeln. Obamas Grundsatzreden wirken wohl recht allgemein und oberflächlich, aber sein Programm ist tatsächlich sehr detailliert ausgearbeitet. Über viele hundert Seiten und oft sehr konkret.
Die Begeisterung jüngerer amerikanischer Wähler hat auch damit zu tun, dass die von ihm vorgestellte health care-Reform deutlich kosteneffizienteer ist als die von Clinton. Das ist für eine junge Generation, welche um den Bestand sozialer Grundsicherungen fürchtet, eine wichtige Frage. Gretel, geh mal auf “on the issues” bei barackobam... und pflüg Dich da ein wenig durch. Es könnte Dich verblüffen!
Anmerkung von mir: Wenn es derart präzise Vorstellungen bei uns, im deutschen Wahlkampf gäbe, wäre das für uns, für alle Bürger, ein großer Fortschritt. Denke ich. Obama schwammig? Nein, das sehe ich anders.
Sorry for commenting in English, but I spent the last week in New Hampshire with the Obama campaign and have been volunteering for him since he announced last Februrary.
I can understand the cynicism with respect to politics in the US, but anyone who thinks Barack Obama is simply the creation of spinmeisters and Madison Avenue really needs to read his book “Dreams of my Father”. He’s the real thing, and voters respond to “authenticiy” (that’s also why the Romney campaign has pretty much collapsed - they know he is a fake). In New Hampshire I worked with black volunteers from as far away as Texas who never even voted before, since they thought it was useless. Now they have “hope”. Of course, the Clinton campaign is now mocking the idea of “Hope”, but for many of us it is meaningful. I urge readers of this blog to spend time on the Web site barackobam... and also follow the lively discussions on the blogs such as DailyKos, which is a community of Democratic activists. There is a notable shift taking place from support for Edwards to backing the Obama campaign.
Dr. Dean is correct: it will be long, hard campaign struggle, but I believe Senator Obama can seize this moment in time. We are ready for a new kind of leadership.
@David
Hope is the first step on the road to disappointment. As a German, interessed in Politics since childhood, i burried my hope in wishy-washy pledges by campaigning Politicans long ago. Maybee Obama is different - i don´t know. Dr. Dean made some good counter-arguments, that were able to soften my deep distrust. But as a realist, i can only advise everyone, at least to consider, that Mr. Obama only promises the pie in the sky.
By no means i say, he´s a bad candidate. I personally preffer Ewards point of view, but life is not a bowl of cherries, and in my opinion Obama may be the least evil choice. But i am seriously in doubt, that Obama can do, what he promisses (or better suggests) to do.
As a “realist” does one stand on the sidelines and complain that “all politicians are crooks”?
Seems to me, we have to at least try to work for change if we are to stay sane.
I recognize the truth in much of John Edward’s rhetoric, but a class-warfare campaign will not resonate in America in 2008; he cannot win. I believe Barack Obama has a chance.
Some plans are bad - some plans are good: but without hope they will never be as they should. Hope is not blind optimism, its not blind against criticism - but without hope you will get blind. Cynicism is the last step on the road to nowhere.
@David
A little experiment in rabulistic? I never wrote soemthing like this. Start again.
´cause we have to - the question is how. You belive in Obama. That´s good, i envy everyone, who can still belive in soemthing or someone. Cross my heart and hope to die.
So do i
@35 Dr.Dean
Cynism is ratiocinated experience of life ;-)
@ Spiegelfechter
Okay - in the end we are all dead. For living people i suppose it is the best to combine realism and hope, until the day we die. At that day there is really more than enough time to prefer cynicism.
@Dr.Dean
Yep - ´cause i´m not a pure cynist. Otherwise i´wouldn´t bring up the energy to write in a blog ;-)